Stammdaten

Register
Amtsgericht Stendal HRB 214344
Eingetragen
27.3.2003
Branche
Großhandel mit chemischen ErzeugnissenGroßhandel mit Wasch-, Putz- und ReinigungsmittelnHerstellung von Schädlingsbekämpfungs-, Pflanzenschutz- und Desinfektionsmitteln
Gegenstand
Dienstleistungen im Bereich der Umwelttechnik wie Beratungen, Studien und Managementhilfen bei Aufbau von Produktion und Vertrieb von regenerativen Treibstoffen.Annahme und industrielle Aufarbeitung, Synthese, Konzentrierung und Reinigung von chemischen Produkten und Gemischen und deren Handel und Verkauf.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Carlo Seyberth
seit 6.2.2019
Prokura
Holger Arndt
seit 13.12.2013
Prokura
Marcus Turré
seit 25.9.2012
Prokura
Walter Kanzler
seit 9.10.2006
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Kanzler Holding GmbHAUT
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Kanzler Holding GmbH
Austria
2.767.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

GLACONCHEMIE GmbH

Merseburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

der GLACONCHEMIE GmbH, Merseburg

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell

Die GLACONCHEMIE stellt vorrangig Glycerin in verschiedenen Qualitäten her. Daneben erfolgen die Annahme und industrielle Aufbereitung, Synthese, Konzentrierung und Reinigung von chemischen Produkten und Gemischen sowie deren Handel. Die GLACONCHEMIE betreibt zu diesem Zweck im Gewerbegebiet Merseburg-Süd eine Produktionsanlage zur Verarbeitung von glycerinhaltigen Nebenprodukten aus der Biodieselproduktion. Hergestellt werden neben dem Hauptprodukt Glycerin, Methanol, freie Fettsäuren und Kaliumsulfat.

Neben der eigenen Produktion handelt die GLACONCHEMIE mit Glycerin und glycerinhaltigen Produkten.

Zweigniederlassungen werden von der Gesellschaft nicht unterhalten.

Ende 2020 wurde die KVT TECHNOLOGY GmbH als Schwestergesellschaft der GLACONCHEMIE GmbH gegründet. Die KVT TECHNOLOGY GmbH übernimmt Aufgaben im Bereich Forschung und Entwicklung für die Unternehmen der Kanzler Verfahrenstechnik Gesellschaft m.b.H. In dieser Funktion ist sie auch für die GLACONCHEMIE GmbH tätig. Die Tätigkeiten bei der GLACONCHEMIE GmbH umfassen Verbesserungen von Verfahren für geplante Anlagen. Entsprechend werden Forschungs- und Entwicklungskapazitäten, einschließlich Personal, von der GLACONCHEMIE GmbH auf die KVT TECHNOLOGY GmbH verlagert.

2. Forschung und Entwicklung

Gegenstand unserer Entwicklungstätigkeit ist die Entwicklung von neuen Verbindungen und Anwendungen von Glycerin.

Beginnend in 2009 hat die GLACONCHEMIE GmbH die Tätigkeit im Bereich Forschung und Entwicklung von Verfahren zur Herstellung von hochwertigen Produkten auf Basis von rein biogenem Glycerin aufgenommen. Im Forschungs- und Entwicklungsbereich ist durch die Ausgliederung in die KVT TECHNOLOGY GmbH nur noch 1 Mitarbeiter bei der GLACONCHEMIE GmbH beschäftigt.

In 2023 betrugen die Forschungs- und Entwicklungskosten insgesamt 106 T€ (Vj. 97 T€), wovon 0 T€ (Vj. 0 T€) als Entwicklungskosten aktiviert worden.

Im Geschäftsjahr wurde das in den Vorjahren begonnene Projekt weitergeführt. Die Verwertung des Entwicklungsprojektes erfolgte im Jahr 2023. In Fortführung der begonnenen Entwicklungstätigkeiten wurden in 2021 weitere Forschungs- und Entwicklungsprojekte begonnen. Sie betreffen die Entwicklung der Verfahren zur Herstellung der Glycerinfolgeprodukte. In 2014 bis 2016 wurde in das Produktionsverfahren rund 725 T€ investiert.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Im Jahr 2023 bestimmte in der ersten Jahreshälfte die gesunkene Biodieselproduktion den Glycerinmarkt. Durch die erhöhte Einfuhr von asiatischen Biodiesel wurde in Europa weniger Biodiesel produziert, was für eine Rohstoffverknappung im Glycerin sorgte und damit zu einer deutlich niedrigeren Produktion.

Weiterhin wurde in Indonesien die Produktion von Biodiesel stark erhöht, um den einheimischen Diesel im Preis zu vergünstigen. Die hier entstandenen hohen Mengen an Glycerin wurden in Europa vermarktet, da China diese Mengen auf Grund der schwächeren chinesischen Wirtschaft nicht abgenommen hatte.

Aktuell werden in Europa viel GMO-Glycerinphase für die USA verarbeitet und auch HVO-Öle (Hydrotreated Vegetable Oil, z.B. aus Altspeiseölen) in der Biodieselindustrie eingesetzt. Diese Rohstoffe können wir bei unseren kosher, halal, non-gmo und Lebensmittelqualität nicht einsetzen.

Zusätzlich wurde die Produktion durch hohe Energiekosten und eine schwache inländische Nachfrage belastet, vor allem in der Automobil- und der Baustoffindustrie.

Da der Einkauf von Rohstoffen im Berichtsjahr 2023 weiterhin teuer blieb, kam es nicht zu einer Entspannung auf den Märkten trotz gesunkener Nachfrage. Rohglycerine wurden in großen Mengen an die subventionierte Biogasindustrie nach Dänemark verkauft. Dänemark möchte durch einen höheren Einsatz von Biogas ihre C02-Quoten erfüllen.

So lag der Verkaufspreis für Glycerin in der ersten Jahreshälfte 2023 bei rund 750 - 850 €/t und ist in der zweiten Jahreshälfte 2023 auf einen Preis von 530 €/t gefallen.

Durch den noch andauernden Krieg in der Ukraine hat sich die Landwirtschaft in Europa angepasst und selbst wieder mehr Pflanzenöle angebaut. Auch wurden neue Gasterminals errichtet und so konnten die Preise für Energie und Pflanzenöle gesenkt werden. Trotzdem sind im Vergleich zu asiatischen Produzenten, die Energiepreise in Europa deutlich höher. Aktuell hat sich der Preis für Glycerin etwas erholt und wird bei rund 730 €/t gehandelt (August 2024).

Neben den traditionellen Anwendungen steigt zunehmend bei neuen Anwendungen die Glycerinnachfrage, wie z. B. zur Herstellung von Epichlorhydrin.

Durch neue umweltbewusste Unternehmensstrategien gewinnt die "Green Chemistry" immer mehr an Bedeutung. Durch diese Unternehmensstrategie entsteht auch ein höheres Interesse an Glycerinfolgeprodukten.

2. Geschäftsverlauf

Markt- und Umsatzentwicklung

Der Gesamtumsatz im Jahr 2023 hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 48,8 % verringert. Die wesentlichen Gründe für den gesunkenen Gesamtumsatz liegen an den deutlich gefallenen Preisen für Glycerin vor allem im zweiten Halbjahr 2023 und der geringeren Produktion durch die gesunkene Nachfrage.

Des Weiteren wurden im Jahr 2023 durch den Verkauf des Patents an die EVIT GmbH Umsatzerlöse in Höhe von EUR 2,475 Mio. erzielt. Das Patent umfasst eine Harttechnologie, welche die Gesellschaft bereits seit Jahren auf der bestehenden Versuchsanlage entwickelt hat.

Der Umsatz der GLACONCHEMIE wird zu ca. 55 % im Inland, zu ca. 32 % in EU-Ländern und zu ca. 13 % in Drittländern realisiert.

Produktion und Qualität

Der Anlagenbetrieb der ersten Produktionsanlage erfolgte in 2023 sehr stabil. Die Auslastung der Produktionsanlage D1 lag bei 51,8 % (Vj. 70,7 %). Die zweite Produktionsanlage D2 (Rohglycerindestillationsanlage) erreichte im gesamten Jahr 2023 eine Auslastung von 81,1 % (Vj. 86,1 %). Für das Jahr 2024 wird wieder von einer höheren Verfügbarkeit in den beiden Anlagen ausgegangen, da die Umrüstungsarbeiten abgeschlossen wurden und die D1 Anlage nun mit dem gleichen Rohstoff, wie die D2 Anlage betrieben werden kann.

Die Qualitätsparameter der produzierten Produkte insbesondere für das Hauptprodukt Glycerin GLYCAMED® waren von sehr guter und konstanter Qualität. Das hohe und stabile Qualitätsniveau in 2023 wird belegt durch die weiterhin sehr geringe Reklamationsquote von weniger als 0,1 % vom Umsatz und den sehr guten Ergebnissen in der Kundenbefragung.

Seit 2009 wird die Einhaltung des Regelwerks nach DIN EN ISO 9001:2015 und seit 2014 für die DIN EN ISO 22000 Lebensmittelsicherheit welches die Anforderungen der EG-Verordnung über Lebensmittelhygiene (Nr. 852/2004) beinhaltet, erfolgreich zertifiziert. Die Rezertifizierung für die DIN EN ISO 9001 fand im Juli 2021 statt und ist wieder für 3 Jahre gültig. Die Rezertifizierung der DIN EN ISO 22000 fand 2023 statt und ist nun wieder für 3 Jahre gültig.

Im Jahr 2022 hat die GLACON das Rezertifizierungsaudit für das Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001:2018, sowie dem Umweltmanagement nach DIN EN ISO 14000:2015 bestanden. Dadurch verpflichtet sich die GLACON die umweltrelevanten Bereiche, wie Luft, Wasser, Boden zu schützen und Abfälle zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren und Energie einzusparen. Die Rezertifizierung erfolgte im September 2022. Das Zertifikat für beide Normen hat eine Gültigkeit bis Dezember 2025.

Weiterhin wurde die GLACON Anfang 2014 als Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter (AEO - Authorised Economic Operator) vom zuständigen Hauptzollamt zertifiziert. Der AEO-Status in Form des AEO-Zertifikates "Zollrechtliche Vereinfachung/Sicherheit" (AEO F) ermöglicht der GLACON, die verschiedenen im Zollrecht vorgesehenen Vereinfachungen sowie die besonderen Vereinfachungen bei Zollkontrollen in Anspruch zu nehmen.

Zusätzlich wurde die Produktionsanlage D2 in 2014 Koscher und Halal zertifiziert. Damit kann unser Produkt auch im jüdischen oder islamischen Raum angewendet werden. Diese Zertifikate wurden auch 2023 erteilt.

Auch hatte die GLACONCHEMIE 2022 die Rezertifizierung nach der EXCiPACTTM Norm bestanden und kann nun auch unser Glycerin an die pharmazeutische Industrie liefern.

Weiterhin wurde das REDcert Zertifikat aufrechterhalten. Dieses Zertifikat dient als Nachweis, dass unsere chemischen Produkte nachhaltig hergestellt wurden und zur CO 2 -Reduzierung beitragen.

Organisation

Die Geschäftsführung wird durch den Gesellschafter sowie durch die vor Ort eingesetzten Prokuristen wahrgenommen.

3. Lage des Unternehmens

a) Ertragslage

Die Ertragslage stellt sich wie folgt dar:

in T € 2023 in % 2022
Umsatzerlöse 23.462 101,0% 45.833
Bestandsveränderung und aktivierte Eigenleistungen -238 -1,0% -885
Gesamtleistung 23.224 100,0% 44.948
Materialaufwand -16.658 -71,7% -34.007
Personalaufwand -2.949 -12,7% -2.498
Abschreibung -1.816 -7,8% -1.819
sonstige betriebliche Aufwendungen 1.926 -9,3% -4.152
Übrige Betriebserträge 34 0,1% 35
Betriebsergebnis -1.280 5,5% 2.507
Finanzergebnis -28 -0,1% -413
Neutrales Ergebnis -49 -0,2% -55
Ertragssteuern -10 0,0% -147
Jahresabschluss -1.367 -5,9% 1.892
in T€ in % Veränderung
Umsatzerlöse 102,0 -23.371 -48,8%
Bestandsveränderung und aktivierte Eigenleistungen -2,5% 647 -73,1%
Gesamtleistung 100,0% -21.725 -48,3%
Materialaufwand -75,7% 17.349 -51,0%
Personalaufwand -5,6% -451 18,1%
Abschreibung -4,0 3 -0,2%
sonstige betriebliche Aufwendungen -9,2% 2.226 -53,6%
Übrige Betriebserträge 0,1% -1 -2,9%
Betriebsergebnis 5,6% -3.787 -151,1%
Finanzergebnis -0,9% 385 -93,2%
Neutrales Ergebnis -0,1% 6 -10,9%
Ertragssteuern -0,3% 137 -93,2%
Jahresabschluss 4,2% -3.259 -172,3%

Unsere wesentlichste Umsatzquelle stellt das Glycerin dar. Dieses macht ca. 81 % der gesamten Umsätze aus. Der Glycerinpreis entwickelt sich am freien Markt und ist unter anderem auch vom Biodieselmarkt, Marktpreisen der Pflanzenöle und internationalen Handelsförderungen und Behinderungen abhängig.

Der Rohstoffmix hat sich zum Wirtschaftsjahr 2023 leicht verändert. So gab es eine Verschiebung vom Substandardglycerin zum Rohglycerin. Die Ausbringungsmenge an Glycerin war im Vergleich zum Vorjahr niedriger. Durch die Verschiebung des Rohstoffes zum Rohglycerin hat sich die Ausbringungsmenge der Nebenprodukte Fettsäuren, Methanol und Kaliumsulfat im Vergleich zum Vorjahr verringert.

Unsere Aufwendungen für den Wareneinkauf haben sich um 51,0 % verringert. Damit sind die Materialaufwendungen etwas stärker gesunken, wie unsere Umsätze.

Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 18,1 % gestiegen. Dies lag vor allem an Gehaltserhöhungen und Prämienzahlungen auf Grund der gestiegenen Inflation. Unsere Beschäftigungslage ist als gut zu bezeichnen. Die geringere Produktion ist zum einen auf die Umrüstung zurückzuführen. Des Weiteren gab es weniger Rohstoff oder es war zu teuer, um Glycerin gewinnbringend zu produzieren.

Im 1. Halbjahr 2023 waren die Preise für Glycerin relativ konstant, da Glycerin auf Grund der fehlenden Rohstoffe und der gestiegenen Energiekosten, aber bei gesunkener Nachfrage verfügbar war. Im 2. Halbjahr 2023 wurde Glycerin aus Asien und Südamerika nach Europa importiert, da die Preise in Europa deutlich über den Preisen in anderen Teilen der Welt lagen. Dadurch sind die Preise für Glycerin in der 2. Jahreshälfte rasant gefallen, was die Gewinne wieder deutlich schmälerte.

b) Vermögenslage und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme ist im Geschäftsjahr 2023 um 473 T€ auf 23.141 T€ gesunken.

Die in 2023 getätigten Investitionen betrugen 1.731 T€ (Vj. 693 T€) und beinhalteten vor allem Planungsleistungen sowie der Erwerb von Anlagenteile für die bestehenden Destillationen.

Der Vorratsbestand hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf Grund der gesunkenen Materialaufwendungen verringert.

Die sonstigen Vermögensgegenstände übersteigen das Vorjahr um 162 T€, im Wesentlichen aufgrund von Forderungen aus Umsatzsteuer.

Das bilanzielle Eigenkapital ist aufgrund des Jahresergebnisses in 2023 gesunken.

Das wirtschaftliche Eigenkapital der GLACON stellt sich zum 31.12.2023 wie folgt dar:

T€ 31.12.2023 31.12.2022
Bilanzielles Eigenkapital 12.173 13.540
Stille Beteiligung 1.000 1.000
Nachrangige Gesellschafterdarlehen 5.853 5.875
Sonderposten für Investitionszuschüsse (abzüglich Steueranteil von 30%) 29 30
Summe wirtschaftliches Eigenkapital 19.055 20.445
Eigenkapitalquote 81,4 % 76,8 %

c) Finanzlage

Zum Bilanzstichtag standen freie Kreditlinien in Höhe von 2.520 T€ zur Verfügung.

Im Geschäftsjahr 2023 haben sich die Gesellschafterverbindlichkeiten um 21 T€ verringert.

Zur Sicherstellung der Liquidität hat die Gesellschaft Maßnahmen, wie die laufende Überwachung des Liquiditätsstatus und die Installation eines straffen Forderungsmanagements ergriffen. Die Tilgungen für Investitionsdarlehen wurden in 2023 pünktlich bedient.

4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Wir ziehen für unsere interne Unternehmenssteuerung die Kennzahlen EBITDA, EBIT und Kennzahlen zu Rohstoffverbrauch und Ausbeute heran.

Das EBITDA ermittelt sich aus dem Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von Abschreibungen. Es beträgt 536 T€ (Vj. 4.326 T€).

Das EBIT spiegelt das Betriebsergebnis wider.

III. Chancen- und Risikobericht

Die Branche, in der GLACONCHEMIE tätig ist, zeichnet sich durch eine besondere Sensitivität hinsichtlich zyklischer Einflüsse aus, die erhebliche Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage haben könnten.

In ihrem Betriebsumfeld sehen wir folgende Risiken:

Finanzierungsrisiken

Das Forderungsmanagement zur Vermeidung von Forderungsausfällen ist seit 2009 wirksam installiert, so dass auch für das laufende Jahr wieder von einer niedrigen Ausfallquote ausgegangen werden kann.

Die Rückführung der Darlehen erfolgte in 2023 vereinbarungsgemäß.

Ergebnisrisiken und Chancen

Die Ertragssituation der GLACONCHEMIE wird neben den Rohstoffpreisen und der Rohstoffqualität in erster Linie von der Marktpreisentwicklung für das Hauptprodukt Glycerin beeinflusst. Die Preisentwicklung des Glycerins stellt eine Chance, aber auch eine Risikokomponente dar und unterliegt dementsprechend auch ständiger Auswertung.

Durch die Verknappung des Rohstoffes in Europa lag der Glycerinpreis in der 1. Jahreshälfte 2023 stabil bei 750-850 €/t. In der 2. Jahreshälfte 2023 drang vermehrt asiatische Ware auf den europäischen Markt und die Preise fielen bis auf 530 €/t. Aktuell erholt sich der Markt in Europa wieder, da asiatisches Glycerin wieder in Asien verarbeitet wird.

Die weiterhin steigende Nachfrage in den traditionellen Anwendungsgebieten besonders in den Schwellenländern durch den wachsenden Wohlstand und die überproportionalen großindustriellen Investitionen in Glycerinfolgeprodukte wie z. B. Epichlorhydrin erzeugen einen zunehmenden Bedarf. Aus unserer Sicht werden davon die Absatzpreise weiterhin gestützt.

Eine besondere Beachtung mit Blick auf das Unternehmensergebnis besteht hinsichtlich der kostenoptimierten Beschaffung von Rohstoffen, Chemikalien und Strom- sowie Erdgasmengen. Für die Rohstoffsicherheit der D1 Anlage wurden mit mehreren Rohstofflieferanten Verträge geschlossen. Durch diese Verträge sind ca. 50% des Rohstoffbedarfs der D1 vertraglich gesichert. Bei der Energiebeschaffung wurden für die Energieträger Gas und Strom Jahresverträge geschlossen.

Die Preisschwankungen, die es beim Glycerin gab, gab es in 2023 nicht beim Rohstoff. Durch den Zukauf von Glycerin durch subventionierte Biogas-Anlagen in Dänemark, ist der Rohstoffpreis das ganze Jahr über stabil hoch geblieben.

Durch die zweite Produktionsanlage haben wir eine Verbreiterung der Rohstoffbasis erreicht. Für diese Anlage wurden mit mehreren Abnehmern Verträge geschlossen, die sowohl die Rohstoffversorgung als auch die Abnahme des Glycerins garantieren. Somit sind bereits 3/4 des produzierten Glycerins über drei Hauptabnehmer am Markt abgesetzt. Dies erhöht die Planungssicherheit dieser Anlage deutlich.

Durch die Umsetzung von Maßnahmen aus dem GEO-Projekt wurden, im Vergleich zu 2019 bereits 13 % des benötigten Gases eingespart. Im Jahr 2021 wurde die geplanten Maßnahmen umgesetzt, diese betrafen vor allem den Umbau der D1, um verschiedene Rohstoffe in dieser Anlage einsetzen zu können und so noch flexibler auf den Markt reagieren zu können. Weiterhin wurde ein Blockheizkraftwerk im Mai 2018 in Betrieb genommen, mit der die GLACONCHEMIE ihren eigenen Strom erzeugt. Die Energieverwertungsanlage wurde im Mai 2020 in Betrieb genommen und reduziert unseren aktuellen Gasbedarf. Mit diesen Energieeinsparungsmaßnahmen wird das Risiko steigender Energiekosten zum Teil abgefangen.

Ein weiteres Energiesparprojekt war die Erneuerung des Kühlturmes der D1-Anlage. Dadurch konnten wir nicht nur unseren Energieverbrauch senken, sondern haben vor allem Einsparpotentiale im Bereich von Frischwasser (-27 %) und Abwasser (-33 %) realisiert.

Seit 2022 konnte die D1 als reine Rohglycerinanlage betrieben werden, womit wir unseren Gasbedarf um weitere 15-20 % senken konnten.

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen wurde der Dampfkessel umgebaut auf andere Medien, außer Gas, um hier flexibler reagieren zu können. Der Umbau wurde im 1. Quartal 2024 abgeschlossen.

Im aktuellen Jahr 2024 beginnt der Bau eines neuen Technologieparks. Hier entstehen neben einer neuen Produktionsanlage für ein neues Marktprodukt, um unabhängiger von Glycerin zu werden, 2 weitere Anlagen, um Energie selbst zu erzeigen und damit unabhängiger von der Gasversorgung zu werden. Die Anlagen sollen in der 2. Jahreshälfte 2025 in Betrieb genommen werden. Es sollen ca. 25 Millionen in den Standort investiert werden.

Betriebliche Risiken

Störungen in der Produktionsanlage können einen vollständigen oder teilweisen Produktionsstopp verursachen.

Im Jahr 2023 erfolgt in der D1 ein mehrfaches "Umschalten" zwischen dem Betrieb mit SSG-Rohstoff und dem Rohglycerin-Rohstoff.

Durch die Installation der zweiten Produktionslinie (Destillation) wird die Sicherheit, sämtliche Lieferverträge auch erfüllen zu können wesentlich erhöht.

Die Anlagen werden regelmäßig gewartet und gereinigt. Das Qualitätslabor der GLACONCHEMIE prüft sämtliche eingehende Rohstoffe sowie ausgehende Produkte um die Verfügbarkeit und Qualität der Produkte sicherzustellen.

Währungsrisiko

Der vollständige Rohstoffbedarf wird in der EURO-Zone beschafft, wodurch das Währungsrisiko ausgeschlossen werden kann. Auch auf dem Absatzmarkt werden sämtliche Verträge in EURO abgeschlossen. Jedoch werden auch Kunden außerhalb der EURO-Zone beliefert, sodass sich Änderungen im jeweiligen Wechselkurs auf die dortige Nachfrage auswirken können, woraus ein operatives Risiko resultiert.

IV. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten.

Die Gesellschaft verfügt im Wesentlichen über einen solventen Kundenstamm. Forderungsausfälle sollen durch das straffe Debitorenmanagement weitgehend vermieden werden. Zudem besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit einem Großteil der Kunden.

Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zudem besteht eine Warenkreditversicherung. Darüber hinaus informieren wir uns vor Eingehung einer neuen Geschäftsbeziehung stets über die Bonität unserer Kunden.

Im kurzfristigen Bereich finanziert sich die GLACONCHEMIE überwiegend mittels Lieferantenkrediten und über Kreditlinien bei Kreditinstituten.

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Gesellschaft ist die Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen signifikante finanzielle Risiken. Zur Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko wird wöchentlich und monatlich der Liquiditätsplan aktualisiert, der einen Überblick über die Geldaus- und -eingänge vermittelt.

IV. Prognosebericht

Durch die beiden Produktionsanlagen mit ihren hohen Auslastungen ist die GLACONCHEMIE in der Lage pharmazeutisches Glycerin an einen deutlich größeren Kundenkreis zu vertreiben. Da in diesen beiden Produktionsanlagen verschiedene Rohstoffe zum Einsatz kommen ist die GLACONCHEMIE mit der zweiten Produktionsanlage flexibler bei der Beschaffung des Rohstoffes und durch die höherwertigen Zertifizierungen (koscher, halal) auch flexibler im Verkauf.

Durch asiatische Importe ist der Preis für Glycerin im zweiten Halbjahr 2023 stark gefallen. Dadurch fiel der Preis für Glycerin von 800 €/t auf 530 €/t ab. Aktuell hat sich der Preis für Glycerin wieder stabilisiert und liegt bei rund 730 €/t (August 2024).

Ziel ist es im Jahr 2024 die D1 wieder auf einem höheren Niveau als in 2023 auszulasten. Dies soll durch den erfolgten Umbau in der D1 auf Rohglycerin erreicht werden. Durch unsere gute Lieferantenbindung gelingt es uns die D2 voll auszulasten. Selbst unsere D1 sollte durch eine höhere Nachfrage eine Auslastung von 70 % in 2024 erreichen. Dies ist möglich, weil wir langfristige Verträge mit Lieferanten und Kunden geschlossen haben und weitere Rohstoffquellen erschließen konnten.

Im Jahr 2016 wurden Investitionen zur Senkung von Energieverbräuchen und zur Verbesserung der Auslastung der neuen Produktionsanlage umgesetzt. Durch die Maßnahmen wurden bis 2022 unser Energiebedarf um 15 % gesenkt. Im Jahr 2023 wurde unser Dampfkessel umgebaut, so dass wir nun auch flüssige Energieerzeugnisse zur Wärmeerzeugung nutzen können.

Damit liegen die kurzfristigen Ziele der GLACONCHEMIE in der weiteren Optimierung der Energieverbräuche, sowie in der Verbesserung der Ausbeuten aus den vorhandenen Rohstoffen. Ein weiteres Ziel ist die Erhöhung der Verfügbarkeit, was die wesentlichen beeinflussbaren Parameter für die Ertragslage des Unternehmens sind.

Mittelfristig sind die strategischen Ziele der GLACON die erreichte starke territoriale Marktposition zu sichern und nachhaltig weiter auszubauen sowie die zielgerichtete Erweiterung in anwendungsorientierte Märkte mit Glycerinderivaten voranzutreiben.

Die Versuchsanlage für Glycerinfolgeprodukte ist Anfang 2015 in Betrieb genommen worden. Die Anlage dient dazu u.a. Glycerinderivate im Industriemaßstab zu produzieren und die Verfahren zu verbessern. Mit einem Partner wurde eine Anlage errichtet, um die Glycerinderivate im Industriemaßstab zu fertigen.

2024 wird mit dem Bau weiterer Anlagen am Standort Merseburg begonnen. In diesen Anlagen sollen zum einen eine weitere Grundchemikalie aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, als auch eine weitere Anlage errichtet werden, um unseren eigenen Energiebedarf weiter zu reduzieren. Damit erweitert die GLACON ihre Produktpalette und wird ein Stück weit unabhängiger von ihrem Hauptprodukt dem Glycerin. Weiterhin soll durch den Bau der Anlagen eine größere Unabhängigkeit von unserem Hauptenergieträger, dem Erdgas, erreicht werden.

Die regelmäßig durchgeführten Audits zum Qualitätsmanagement sind auch weiterhin Grundlage für die erfolgreiche kundenorientierte Markterweiterung.

V. Gesamtaussage

Risiken der künftigen Entwicklung sehen wir weiterhin in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld mit starken Preisschwankungen für Glycerin sowie Rohstoffglycerin, die auch am Rohstoffmarkt rechtzeitig durchgesetzt werden müssen.

Mit den durchgeführten und den schon begonnenen Investitionen sehen wir uns aber für den Markt gut gerüstet, da wir hiermit die spezifischen Produktionskosten deutlich senken können. Für 2024 erwarten wir allerdings ein verschlechtertes, negatives Jahresergebnis im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der anhaltenden Marktlage.

VI. Bericht über Zweigniederlassungen

Zweigniederlassungen werden von der Gesellschaft nicht unterhalten.

 

Merseburg, 5. September 2024

Walter Kanzler, Geschäftsführer der GLACONCHEMIE GmbH

Bilanz zum 31. Dezember 2023

der GLACONCHEMIE GmbH, Merseburg

Aktiva

Stand am 31.12.2023
EUR
Stand am 31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 302.477,33 351.662,33
2. Entgeltlich erworbene EDV-Software und Lizenzen an solchen Rechten und Werten 493.111,38 572.296,19
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0,50 0,50
795.589,21 923.959,02
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 2.677.559,10 2.747.673,85
2. Technische Anlagen und Maschinen 9.679.833,45 11.192.972,45
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 264.795,59 223.540,52
4. Anlagen im Bau 2.301.094,72 715.711,52
14.923.282,86 14.879.898,34
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 856.065,75 1.644.149,37
2. Fertige Erzeugnisse 339.701,72 577.109,90
3. Geleistete Anzahlungen 1.318,25 15.770,05
1.197.085,72 2.237.029,32
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.176.473,69 2.425.534,95
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.091.401,46 301.582,43
3. Sonstige Vermögensgegenstände 747.488,69 585.086,51
5.015.363,84 3.312.203,89
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.119.769,91 4.910.733,15
C. Rechnungsabgrenzungsposten 90.835,43 351.260,76
23.141.926,97 26.615.084,48

Passiva

Stand am 31.12.2023
EUR
Stand am 31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 2.767.000,00 2.767.000,00
II. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 75.000,00 75.000,00
III. Gewinnvortrag 2.197.760,67 305.557,11
IV. Jahresfehlbetrag (i. V. Jahresüberschuss) -1.367.142,98 1.892.203,56
V. Genussrechtskapital 8.500.000,00 8.500.000,00
12.172.617,69 13.539.760,67
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse 28.900,00 43.900,00
C. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 143.339,85 143.339,85
2. Sonstige Rückstellungen 137.180,88 429.567,96
280.520,73 572.907,81
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.786.936,36 2.609.625,96
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 67.526,24 25.407,34
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.197.581,90 2.395.630,91
4. Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter 5.853.360,00 5.874.962,10
5. Stille Beteiligung 1.000.000,00 1.000.000,00
6. Sonstige Verbindlichkeiten 754.484,05 552.889,69
davon aus Steuern: EUR 49.563,37 (i. V. EUR 47.608,99)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 1.070,14 (i. V. EUR 3.527,13)
10.659.888,55 12.458.516,00
23.141.926,97 26.615.084,48

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

der GLACONCHEMIE GmbH, Merseburg

2023
EUR
2022
EUR
1. Rohergebis 6.640.529,38 11.146.682,06
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 2.443.979,44 2.054.547,56
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 504.875,84 443.210,06
davon für Alterversorgung: EUR 6.344,00 (i. V. EUR 6.564,00)
2.948.855,28 2.497.757,62
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachlagen 1.816.381,46 1.818.801,46
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.200.958,86 4.373.979,73
-1.325.666,22 2.456.143,25
5. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 36.822,22 174,39
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 65.246,78 412.972,57
7. Ertragsteuern 9.711,86 146.904,39
38.136,42 559.702,57
8. Ergebnis nach Steuern -1.363.802,64 1.896.440,68
9. Sonstige Steuern 3.340,34 4.237,12
10. Jahresfehlbetrag (i. V. Jahresüberschuss) -1.367.142,98 1.892.203,56

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

der GLACONCHEMIE GmbH, Merseburg

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss der GLACONCHEMIE GmbH, Merseburg (Amtsgericht Stendal, HRB 214344) wurde auf der Grundlage der Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Regelungen des GmbH-Gesetzes beachtet.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 i.V.m. Abs. 4 HGB auf. Die größenabhängigen Erleichterungen gemäß § 288 Abs. 2 Satz 2 HGB i.V.m. § 285 Nr. 4 und 29 HGB sowie § 288 Abs. 2 Satz 3 und 4 HGB i.V.m. § 285 Nr. 17 HGB wurden in Anspruch genommen.

Die Darstellung und Gliederung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen.

Aus Gründen der Bilanzklarheit wird gemäß § 265 Abs. 5 HGB die Bilanz um den Posten Stille Beteiligung ergänzt. Gemäß § 265 Abs. 6 HGB wurde außerdem die Bezeichnung einiger Posten ihrem tatsächlichen Inhalt entsprechend angepasst.

Der Jahresabschluss wird vor Ergebnisverwendung aufgestellt.

II. Angaben zu Bilanzierung- und Bewertungsmethoden

Im Jahresabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist.

Das Anlagevermögen weist nur Gegenstände aus, die dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb dauernd zu dienen. Aufwendungen für die Gründung des Unternehmens und für die Beschaffung des Eigenkapitals wurden nicht bilanziert.

Rückstellungen wurden nur im Rahmen des § 249 HGB und Rechnungsabgrenzungsposten wurden nach den Vorschriften des § 250 HGB gebildet.

Die Wertansätze der Eröffnungsbilanz des Geschäftsjahres stimmen mit denen der Schlussbilanz des vorangegangenen Geschäftsjahres überein. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Die Vermögensgegenstände und Schulden wurden einzeln bewertet.

Es ist vorsichtig bewertet worden, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt worden, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind.

Gewinne sind nur berücksichtigt worden, wenn sie bis zum Abschlussstichtag realisiert wurden. Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung berücksichtigt worden.

Einzelne Posten wurden wie folgt bewertet:

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen bewertet. Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde gemäß § 246 Abs. 1 Satz 4 i.V.m. § 253 Abs. 3 HGB planmäßig über die Geschäftsjahre verteilt, in denen er voraussichtlich genutzt wird.

Erstmals im Geschäftsjahr 2010 hat die Gesellschaft selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände zu Herstellungskosten aktiviert und in den Vorjahren fortgeführt. Die gesamten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betragen im Geschäftsjahr 2023 insgesamt TEUR 106 (Vj. TEUR 97). Davon wurden TEUR 0 (Vj. TEUR 0) als Entwicklungskosten aktiviert. Die Abschreibungen in 2023 betrugen TEUR -142 (Vj.

TEUR 165).

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen bilanziert. Die Abschreibungen erfolgen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear.

Die Bilanzierung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren erfolgt zu Anschaffungskosten gemäß § 255 Abs. 1 HGB. Seit 2012 findet nicht mehr die Durchschnittsmethode, sondern das FiFo-Verfahren nach § 256 HGB Anwendung. Liegen zum Stichtag niedrigere Marktpreise vor, werden diese gemäß § 253 Abs. 43 HGB zur Bewertung herangezogen (Niederstwertprinzip). Die Bewertung der fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 Satz 2 - 4 HGB. Einbezogen werden die direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten, die Kosten des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit diese durch die Fertigung veranlasst waren. Des Weiteren werden die Kosten der allgemeinen Verwaltung in die Ermittlung der Herstellungskosten einbezogen. Produktionsbedingt können die Herstellungskosten nicht direkt einem Produkt zugeordnet werden. Deshalb erfolgt mit Hilfe der Kuppelkalkulation eine sachgerechte Verteilung der gesamten Herstellungskosten auf die Produkte. Dabei kommt eine Kombination aus Verteilungs- und Restwertmethode zum Einsatz.

Abschließend werden die so ermittelten Herstellungskosten pro Produkt mit den erzielbaren Umsatzerlösen verglichen, um der verlustfreien Bewertung Rechnung zu tragen.

Die Bilanzierung der geleisteten Anzahlungen erfolgt zum Nominalwert abzüglich gegebenenfalls notwendiger Wertberichtigungen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalwert gemäß § 253 Abs. 1 HGB bilanziert. Soweit notwendig, wurden Einzelwertberichtigungen gebildet.

Die liquiden Mittel sind zum Nennwert bilanziert.

Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten werden Auszahlungen vor dem Stichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, ausgewiesen.

Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert.

Der Sonderposten für Investitionszuschüsse wird gemäß der HFA-Stellungnahme 1/1984 des Instituts der Wirtschaftsprüfer e.V. bilanziert. Die Auflösung erfolgt über die Laufzeit der geförderten Vermögensgegenstände.

Die sonstigen Rückstellungen werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Abzinsungen werden nicht vorgenommen.

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt mit ihrem Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB.

III. Angaben zur Bilanz

Anlagevermögen

Zur Darstellung des Anlagevermögens wird auf den als Anlage 1 beigefügten Brutto-Anlagenspiegel, aus dem die Entwicklung des Anlagevermögens 2023 ersichtlich ist, verwiesen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Gewinnrücklagen

In den Gewinnrücklagen werden die durch die Umstellung gemäß BilMoG entstandene Aktive latente Steuer zum 1. Januar 2010 in Höhe von TEUR 75 bilanziert (Art. 67 Abs. 6 Satz 1 EGHGB).

Genussrechtskapital

Zum 17. Dezember 2012 wurde das bestehende Darlehen vom 1. Dezember 2004 (mit Nachtrag vom 21. Juni 2010) zwischen der Kanzler Verfahrenstechnik GmbH, Graz/Österreich und der GLACONCHEMIE GmbH in Höhe von EUR 1.517.000,00 in ein Genussrecht umgewandelt. Zum 1. Juli 2022 wurden das Genussrechtskapital durch die Umwandlung weitere Gesellschafterdarlehen auf EUR 8.500.000 aufgestockt. Das Genussrechtskapital ist unter dem Eigenkapital ausgewiesen. Die Laufzeit des Genussrechts ist unbestimmt. Dabei sind die Kriterien der Nachrangigkeit der Kapitalüberlassung, der Verlustteilnahme bis zur vollen Höhe (TEUR 8.500), der Erfolgsabhängigkeit der Vergütung sowie der Längerfristigkeit erfüllt.

Das bestehende Genussrecht kann ordentlich frühestmöglich zum 31. Dezember 2027 gekündigt werden.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Personalkosten (TEUR 103; Vj. TEUR 74) und ausstehende Rechnungen (TEUR 27, Vj. TEUR 349).

Verbindlichkeiten

Zur laufzeitbezogenen Aufgliederung des Gesamtbetrages der Verbindlichkeiten und zur Besicherung der Verbindlichkeiten wird auf den zu diesem Anhang als Anlage 3-1 beigefügten Verbindlichkeitenspiegel verwiesen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 53 (Vj. TEUR 0) sowie sonstige Verbindlichkeiten betreffend einem Darlehen in Höhe von TEUR 5.800 (Vj. TEUR 5.895).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die stillen Beteiligungen stellen ein mit qualifiziertem Rangrücktritt versehenes stilles Beteiligungskapital dar. Die Beteiligung (TEUR 1.000) aus dem Jahr 2014 hat eine Laufzeit bis 30. Juni 2026 der Tilgungsbeginn ist der 31. März 2024.

Ausschüttungssperre

Zum 31. Dezember 2023 bestehen ausschüttungsgesperrte Beträge gemäß § 285 Nr. 28 i.V.m. § 268 Abs. 8 Satz 2 HGB in Höhe von TEUR 106 (Vj. TEUR 352), die auf Aktive latente Steuern und auf die aktivierten Entwicklungskosten entfallen.

Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2023 bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 700 (Vj. TEUR 514) aus Leasing-, Dienstleistungs- und Mietverträgen. Das Bestellobligo beträgt am Bilanzstichtag insgesamt TEUR 1.485 (Vj. TEUR 1.010).

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt.

V. Sonstige Pflichtangaben

Im Jahresdurchschnitt waren 59 Mitarbeiter (Vj. 51) beschäftigt, davon 17 (Vj. 16) Angestellte und 42 (Vj. 35) gewerbliche Arbeitnehmer.

Im Geschäftsjahr 2023 erfolgt die Geschäftsführung der GLACONCHEMIE GmbH durch den Geschäftsführer:

Herrn Dipl.-Ing. Walter Kanzler, Graz/Österreich

Der Geschäftsführer ist einzelvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen gemäß § 181 BGB befreit.

Der Geschäftsführer hat im Geschäftsjahr 2023 keine Bezüge erhalten (Vj. TEUR 0).

Die GLACONCHEMIE GmbH wird in den Konzernabschluss der Kanzler Verfahrenstechnik GmbH, Graz/Österreich, einbezogen. Eine Offenlegung des Konzernabschlusses erfolgt nicht.

VI. Ergebnisverwendung

Der Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR -1.367 wird auf neue Rechnung vorgetragen.

 

Merseburg, 5. September 2024

Walter Kanzler, Geschäftsführer der GLACONCHEMIE GmbH

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

der GLACONCHEMIE GmbH, Merseburg,

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 771.056,76 0,00 0,00 0,00
2. Entgeltlich erworbene EDV-Software und Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.091.129,70 13.577,27 0,00 0,00
3. Geschäfts- oder Firmenwert 225.000,00 0,00 0,00 0,00
2.087.186,46 13.577,27 0,00 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 3.867.210,78 25.934,75 0,00 0,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 32.924.342,96 3.150,00 0,00 0,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 793.894,04 103.939,85 0,00 7.641,75
4. Anlagen im Bau 715.711,52 1.584.894,24 0,00 0,00
38.301.159,30 1.717.918,84 0,00 7.641,75
40.388.345,76 1.731.496,11 0,00 7.641,75
Kumulierte Abschreibungen
Stand am 31.12.2023
EUR
Stand am 1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 771.056,76 419.394,43 49.185,00 0,00
2. Entgeltlich erworbene EDV-Software und Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.104.706,97 518.833,51 92.762,08 0,00
3. Geschäfts- oder Firmenwert 225.000,00 224.999,50 0,00 0,00
2.100.763,73 1.163.227,44 141.947,08 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 3.893.145,53 1.119.536,93 96.049,50 0,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 32.927.492,96 21.731.370,51 1.516.289,00 0,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 890.192,14 570.353,52 62.095,88 7.052,85
4. Anlagen im Bau 2.300.605,76 0,00 0,00 0,00
40.011.436,39 23.421.260,96 1.674.434,38 7.052,85
42.112.200,12 24.584.488,40 1.816.381,46 7.052,85
Buchwerte
Stand am 31.12.2023
EUR
Stand am 31.12.2023
EUR
Stand am 31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 468.579,43 302.477,33 351.662,33
2. Entgeltlich erworbene EDV-Software und Lizenzen an solchen Rechten und Werten 611.595,59 493.111,38 572.296,19
3. Geschäfts- oder Firmenwert 224.999,50 0,50 0,50
1.305.174,52 795.589,21 923.959,02
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 1.215.586,43 2.677.559,10 2.747.673,85
2. Technische Anlagen und Maschinen 23.247.659,51 9.679.833,45 11.192.972,45
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 625.396,55 264.795,59 223.540,52
4. Anlagen im Bau 0,00 2.300.605,76 715.711,52
25.088.642,49 14.922.793,90 14.879.898,34
26.393.817,01 15.718.383,11 15.803.857,36

Beschlüsse

Der vorliegende Jahresabschluss wurde durch die Gesellschafterversammlung am 10. Oktober 2024 festgestellt.

sonstige Berichtsbestandteile

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Zum Zwecke der Offenlegung wird der Jahresabschluss im Rahmen der Offenlegungserleichterungen nach § 326 ff. HGB gekürzt wiedergegeben. Der nachfolgende Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den vollständigen Jahresabschluss und Lagebericht:

An die GLACONCHEMIE GmbH, Merseburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der GLACONCHEMIE GmbH, Merseburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der GLACONCHEMIE GmbH, Merseburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Leipzig, 5. September 2024

RSM Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Hartmut Pfleiderer, Wirtschaftsprüfer

Daniel Preißler, Wirtschaftsprüfer

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