Gruschwitz Textilwerke GmbH
Selbe AdresseGroßhandel mit Textilien
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Gruschwitz Textilwerke AktiengesellschaftLeutkirch im AllgäuJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022LageberichtAllgemeine wirtschaftliche Entwicklung Die Entwicklung der Weltwirtschaft wurde in 2022 durch hohe Inflation und steigende Zinsen stark gebremst. Nach einer kräftigen Erholung im Jahr 2021 (+5,9 %) ist das Welt-Bruttoinlandsprodukt in 2022 nach ersten Schätzungen nur mehr um +2,9 % gewachsen. (Weltbank-Report 1/2023). Vor dem Hintergrund der in vielen Ländern gestrafften Geldpolitik zur Eindämmung der sehr hohen Inflation, erwartet die Weltbank für 2023 eine deutliche Verlangsamung des globalen Wachstums und prognostiziert mit rd. +1,7 % das drittschwächste Wirtschaftswachstum seit fast drei Jahrzehnten. Überschattet wird diese Prognose von zahlreichen politischen Krisen sowie der extrem hohen Verschuldung vieler Staaten, die bei steigenden Zinsen weiter unter Druck geraten werden. Die europäische Wirtschaft wurde in 2022 durch die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs massiv beeinträchtigt, konnte aktuellen Schätzungen zufolge aber trotzdem um +3,5 % zulegen (Vorjahr: +5,3 %). Probleme bei den Lieferketten scheinen in der Zwischenzeit ihren Höhepunkt überschritten zu haben. Beträchtliche Einsparungen beim Gasverbrauch und gut gefüllte Gasspeicher machen eine Rationierung von Gas unwahrscheinlich. Zahlreiche staatliche Maßnahmen tragen dazu bei, die Folgen der gestiegenen Energiepreise abzufedern. Damit scheint zwar die Gefahr eines Wirtschaftseinbruchs gebannt, aber Experten erwarten in 2023 eine Konjunkturdelle und im Jahresdurchschnitt ein Stagnieren der europäischen Wirtschaft auf Vorjahresniveau. Die Inflationsrate (HVPI) im Euroraum lag im vergangenen Jahr mit 8,4 % weit über dem Zielwert der EZB (2,0 %). Durch steigende Zinsen und eine Stabilisierung der Energiepreise sollte die Inflationsrate in 2023 langsam auf 5,5 % sinken. Diese Einschätzung ist allerdings mit Blick auf die weitere Geldpolitik der EZB sowie die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Entwicklung der Energiepreise mit einigen Unsicherheiten verbunden. Die deutsche Wirtschaft litt in 2022 unter mehreren Angebotsschocks. Engpässe bei Energie, Vorprodukten und Arbeitskräften belasteten die Produktion und trieben die Inflation auf Rekordhöhe. Nach vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ist die deutsche Wirtschaft in 2022 nur um +1,9 % und damit deutlich langsamer als der Rest des Euroraums (+3,5 %) gewachsen. Trotzdem ging der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt weiter. Im Jahresschnitt 2022 wurde mit 45,6 Millionen erwerbstätigen Personen wieder ein neues Rekordniveau erreicht. Im Jahresdurchschnitt 2023 prognostizieren Experten für die deutsche Wirtschaft eine "milde Rezession" (-0,5 %). Hauptgründe dafür sind u. a. der massive Rückgang in der heimischen Bauwirtschaft sowie der inflationsbedingt schwache private Konsum. Lage der deutschen Textilindustrie Nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V. konnte die deutsche Textilindustrie in 2022 eine durchschnittliche Umsatzsteigerung von +7,7 % erzielen, wobei es große Unterschiede zwischen schwach wachsenden Bereichen wie Konfektion von Textilwaren (0,2 %) oder Textilveredelung (+3,3 %) und Wachstumsbereichen wie Herstellung von Vliesstoffen (+14,9 %), Herstellung von Teppichen (+13,9 %), sowie techn. Textilien (+8,8 %) gab. Der Bereich der technischen Textilien blieb mit einem jährlichen Umsatz von 2,88 Mrd€ weiterhin das mit Abstand größte und wichtigste Einzelsegment der deutschen Textilindustrie. Trotz der insgesamt positiven Branchenentwicklung war die Beschäftigung rückläufig. So ist die Anzahl der Textilbetriebe (> 50 Mitarbeiter) von 360 auf 354 Unternehmen (-1,7 %) gesunken und auch die durchschnittliche Beschäftigungszahl hat von 48.578 auf 48.564 Beschäftigte leicht abgenommen. Der ifo-Geschäftsklimaindex der Industrie hat sich in den letzten Monaten stetig verbessert und befindet sich am Anfang des Jahres 2023 wieder etwa auf dem Niveau zur Jahresmitte 2022. Insgesamt folgen die Unternehmen der Textilindustrie dem Trend der gesamten Industrie, allerdings auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Geschäftsverlauf der Gruschwitz Textilwerke AG Der Geschäftsverlauf wurde sehr stark durch den Ukraine-Krieg und, damit verbunden, explodierende Energiepreise sowie hohe Inflation geprägt. Die Umsätze blieben in den ersten drei Quartalen deutlich unter dem Vorjahreszeitraum, bevor sie im letzten Quartal wieder kräftig anstiegen. Im Vertriebssegment 1 (Mobiltech / Protech) werden Kunden aus dem Bereich der Automobilzulieferindustrie und der persönlichen Schutzausrüstung betreut. Anhaltender Chipmangel sowie massiv gestiegene Energiekosten belasten die europäische Automobilindustrie. Um dem steigenden Kostendruck erfolgreich begegnen zu können, kommen optimierte Zwirnkonstruktionen und zunehmend kostengünstigere Alternativmaterialien zum Einsatz. Der Umsatzanteil dieses Segmentes erhöhte sich geringfügig von 27,1 % auf 27,6 %. Im Vertriebssegment 2 (Medtech / Aerotech) werden neben einem Key Account (Bandweberei), Kunden aus dem Bereich der Medizintechnik und der Luftfahrtindustrie betreut. Nach dem Ende der Corona-bedingten Reisebeschränkungen erholte sich das Geschäft mit Luftfahrt-Kunden rasch und erreichte wieder das Niveau von vor der Pandemie. Der Umsatzanteil des gesamten Vertriebssegmentes erhöhte sich von 16,3 % auf 18,7 %. Im Vertriebssegment 3 (Indutech / Buildtech / Hometech) werden Kunden aus den Bereichen allgemeine Industrieanwendungen, textiles Bauen und Heimtextilien betreut. Die wirtschaftliche Entwicklung der Kunden in diesem Segment verlief branchenabhängig sehr unterschiedlich. Während manche Kunden mit ihren Produkten von der Normalisierung der Wirtschaft profitierten, schwächten sich Marktsegmente, die während der Corona-Pandemie boomten, teilweise deutlich ab. Der Umsatzanteil dieses Segmentes reduzierte sich von 40,6 % auf 36,4 %. Im Vertriebssegment 4 (Sewtech) werden branchenunabhängig alle Kunden betreut, die unsere Spezialnähfäden benötigen. Die positive Geschäftsentwicklung bei vielen Bestandskunden sowie die Akquisition einiger Neukunden führten in Summe zu einem kräftigen Umsatzwachstum. Der Umsatzanteil dieses Segmentes erhöhte sich von 16,0 % auf 17,3 %. Durch die sehr unterschiedliche Umsatzentwicklung in den einzelnen Vertriebssegmenten (VS1: +1,7 %, VS2: +14,7 %, VS3: -10,5 %, VS4: +7,7 %) lag der Gesamtumsatz (nach Kundenskonti) nur geringfügig über dem Vorjahreswert. Die Exportquote blieb mit 30,2 % unter dem Vorjahreswert von 33,8 %. Nach einem starken 1. Quartal wurden die Auftragseingänge durch den Ausbruch des Ukraine-Kriegs gedämpft und blieben im 2. und 3.Quartal unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums, bevor sie sich im 4. Quartal wieder kräftig erholten. In Summe lagen die Auftragseingänge in 2022 um 15,6 % über dem Niveau des Vorjahres und erreichten damit wieder das Vorkrisenniveau von 2019. Der Auftragsbestand betrug zum Jahresende 9.754 T€ (Vorjahr: 7.617 T€). Um den hohen Qualitätsanforderungen unserer Kunden gerecht zu werden, betreiben wir ein prozessorientiertes Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001: 2015. Zusätzlich sind wir für Kunden aus dem Bereich Medizintechnik nach der EN ISO 13485:2016 (QM-System für Medizinprodukte) zertifiziert und für Kunden aus dem Bereich Luftfahrtindustrie nach Teilen der EN 9100:2003 (QM-System für Luftfahrtindustrie) auditiert. Vermögens- und Finanzlage Das Gesamtanlagevermögen reduzierte sich aufgrund planmäßiger Abschreibungen und dem Verkauf eines Grundstücks bei gleichzeitig geringer Investitionstätigkeit um 972 T€ auf 6.733 T€. Der Abbau des Vorratsvermögens um -272 T€ auf 6.325 T€ beruht auf deutlich reduzierten Beständen an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (-917 T€), leicht reduzierten Beständen an unfertigen Erzeugnissen (-65 T€), einem gegenläufigen Anstieg im Bereich der fertigen Erzeugnisse und Waren (+547 T€), sowie geleistete Anzahlungen (+163T€). Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 79 T€ auf 876 T€ angestiegen. Diese werden laufend überprüft und lagen zum Jahreswechsel weitgehend innerhalb der vereinbarten Zahlungsziele. Das Umlaufvermögen beläuft sich in Summe auf 7.273 T€ und liegt um 255 T€ unter dem Wert des Vorjahres. Das Eigenkapital der Gruschwitz Textilwerke AG wird zum 31.12.2022 mit 7.717 T€ ausgewiesen. Die Eigenkapitalquote beträgt 55,0 % (Vorjahr: 51,5 %). Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden planmäßig um 989 T€ auf 4.205 T€ abgebaut, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (pdm Holding AG) erhöhten sich geringfügig um 11 T€ auf 568 T€. Investitionen Im Geschäftsjahr 2022 beliefen sich die Gesamtinvestitionen der Gruschwitz Textilwerke AG auf rd. 28 T€. In ein neues Zeiterfassungssystem (inkl. Software und Terminal) sowie den letzten Teil eines Kalkulationsmoduls wurden in Summe rd. 15 T€ investiert. Betriebs- und Geschäftsausstattung wurde für rd. 13 T€ angeschafft. Ertragslage Die Gesamtleistung konnte - aufgrund einer Umsatzsteigerung (+13 T€) und eines Bestandsaufbaus (+482 T€) - auf 19.212 T€ gesteigert werden und liegt damit deutlich über dem Vorjahreswert (18.425 T€). Trotz deutlich gestiegener Rohstoffpreise und Energiekosten gelang durch optimierten Einkauf und umfangreiche Energiesparmaßnahmen eine leichte Reduktion der Materialtangente von 67,3 % auf 66,9 %. Das Rohergebnis (ohne sonst. betr. Erträge) verbesserte sich gegenüber Vorjahr um 318 T€ auf 6.352 T€ (+5,3 %). Die Umsetzung des gesetzlichen Mindestlohns führte im Personalaufwand zu einer kräftigen Erhöhung um 291 T€ auf 4.866 T€ und zu einem Anstieg der Personalkostenquote von 24,8 % auf 25,3 %. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit 1.445 T€ um rd. 91 T€ über dem Vorjahreswert (1.355 T€). Darin enthalten sind unter anderem 267 T€ für Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten, 257 T€ für Verpackungsmaterial und Ausgangsfrachten, sowie 242 T€ für die Instandhaltung von Gebäuden, Maschinen und Anlagen. Der Zinsaufwand stieg aufgrund des stark gestiegenen Zinsniveaus, trotz reduzierter Bank- und Gesellschafter-Darlehen, um 18 T€ auf 119 T€. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) ist mit -119 T€ negativ (Vorjahr: -472 T€). Darin enthalten ist der Erlös aus dem Verkauf eines nicht betriebsnotwendigen Grundstückes iHv. 388 T€. Es wird ein Jahresfehlbetrag von 143 T€ ausgewiesen (Vorjahr: Jahresfehlbetrag: 496 T€). Auch im 3. Jahr der Pandemie konnte keines der umfangreichen staatlichen Corona-Hilfsprogramme in Anspruch genommen werden, die Krise musste gänzlich ohne staatliche Unterstützung bewältigt werden. Forschung und Entwicklung Grundlagenforschung wird im Unternehmen nicht betrieben. Entwicklung bedeutet für uns die Erfüllung kundenorientierter Anforderungen. Gemeinsam mit unseren Kunden und Lieferanten wurde in 182 Projekten sowohl an der kundenspezifischen Optimierung und Weiterentwicklung des bestehenden Produktportfolios (164) als auch an der Entwicklung von neuen Produkten (18) gearbeitet. Schwerpunkte unserer Aktivitäten waren u.a. Versuche und Freigabeprüfungen für eine PFC-freie Hydrophobierung unserer Nähfäden, Musterung von gefärbten und nicht gefärbten Leinenzwirnen, sowie Optimierung von PU- und RFL-gedippten Zwirnkonstruktionen. Chancen und Risiken Durch ein strukturiertes Risikomanagement, das ständig überprüft und weiterentwickelt wird, sind alle Mitarbeiter in die Detektion und Beseitigung potenzieller Risiken eingebunden. Dabei werden Risiken unter Berücksichtigung definierter Risikobereiche (Umwelt / Wettbewerb / Intern) identifiziert, hinsichtlich Schadenhöhe (spürbar / bedeutsam / erheblich / schwerwiegend) und Eintrittswahrscheinlichkeit (gering / mittel / hoch / sehr hoch) bewertet und durch die Umsetzung geeigneter Maßnahmen reduziert. Die Überwachung des Risikomanagements ist Aufgabe des Vorstands. Der Aufsichtsrat wird regelmäßig unterrichtet. Die verschiedenen Risiken, welche mit den geschäftlichen Aktivitäten des Unternehmens untrennbar verbunden sind, werden nach Möglichkeit minimiert bzw. vermieden, um potentielle Schäden abzuwenden. Risiken werden bewusst nur eingegangen, wenn sie kalkulierbar sind und diese im Rahmen der Nutzung günstiger Geschäftsgelegenheiten zur Steigerung des Unternehmenswertes unvermeidbar sind. Im Rahmen der betrieblichen Tätigkeiten ergeben sich vielfältige Risiken, die die Vermögens- und Ertragslage erheblich beeinträchtigen könnten. Hierzu zählen mögliche Ausfälle der Energieversorgung, technische Ausfälle, insbesondere auch durch EDV-Störungen, Brände, Wasserschäden und ähnliche Ereignisse, die zwar potentiell hohe Schäden verursachen können, deren Eintrittswahrscheinlichkeit jedoch verhältnismäßig gering ist. Solchen Risiken wird durch Abschluss von Versicherungen in ausreichendem Umfang sowie zusätzlich durch Präventivmaßnahmen - wie Brandschutz und regelmäßige technische Wartung - begegnet. Der Ausbruch des Russland-Ukraine-Konflikts im ersten Quartal 2022 verdrängte über Nacht subjektiv alle Probleme, die mit SARS-CoV-2 in Zusammenhang standen und führte zu großen Herausforderungen in allen energieintensiven Industriezweigen. Das schon vor dem Russland-Ukraine-Konflikt sehr hohe europäische Energiepreisniveau stieg weiter und erreichte im 3. Quartal den Höhepunkt, bevor es im 4. Quartal wieder zu einer leichten Entspannung kam. Europäische Faserlieferanten passten die Verkaufspreise in 2022 zum Teil monatlich an die gestiegenen Energiekosten an, wohingegen die Preise für Chemiefasern aus Fernost stagnierten bzw. aufgrund gesunkenen Transportkosten teilweise sogar rückläufig waren. Die Versorgungslage für Hightech-Fasern stabilisierte sich in 2022, allerdings bei weiter gestiegenen Preisen. Der Brand in einem europäischen Werk eines bekannten Aramid-Faserherstellers wird aber in 2023 wieder zu Beeinträchtigungen führen. Die Versorgungslage im Bereich Leinen war in 2022 weiterhin angespannt und durch lange Lieferzeiten sowie einen extremen Preisanstieg gekennzeichnet. Aufgrund besonders hoher Qualitätsanforderungen, zunehmender Einflüsse auf Flachs-Anbau und -Ernte durch den Klimawandel, sowie steigender Nachfrage am Weltmarkt, erwarten wir auch in Zukunft eine angespannte Versorgungslage. Lieferbeziehungen und Abhängigkeiten mit bzw. von autokratischen Staaten werden aufgrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen noch sensibler bewertet. Europa sollte noch intensiver daran arbeiten, solche Abhängigkeiten zu vermeiden. Vermehrtes Recycling könnte zukünftig ein Beitrag dazu sein. Die erfolgreiche Freiprüfung von neuen Leinen- und Aramid-Lieferanten, sowie eine technologische Weiterentwicklung des Beschichtungsprozesses eröffnen Chancen für die Erschließung interessanter neuer Kunden und Märkte. Basierend auf einer klaren Gesellschafts-, Organisations- und Kontrollstruktur existieren abgestimmte Planungs-, Reporting- sowie Controlling-Prozesse. Diese gewährleisten eine ganzheitliche Analyse und Steuerung der vermögens-, finanz- und ertragsrelevanten Einfluss- und Risikofaktoren. Damit wird die zutreffende Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von rechnungslegungsrelevanten Sachverhalten und deren angemessene Übernahme in die einzelnen Instrumente der Rechnungslegung sichergestellt. Risiken im Finanzierungsbereich sind nicht erkennbar, da das Unternehmen keine Derivate in Anspruch nimmt. Mitarbeiter Im Geschäftsjahr 2022 waren im Schnitt nach HGB 93 Mitarbeiter, davon 65 Lohnempfänger und 28 Gehaltsempfänger, beschäftigt. Das Unternehmen bildet fünf Auszubildende aus (drei Auszubildende im gewerblichen Bereich, zwei Auszubildende im kaufmännischen Bereich). An dieser Stelle danken wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit großem Einsatz dazu beigetragen haben, die zahlreichen Herausforderungen des abgelaufenen Geschäftsjahres zu bewältigen. Umweltbericht Die in den Produktionsprozessen eingesetzten Stoffe sind überwiegend nicht als Gefahrstoffe klassifiziert. Für verwendete Gefahrstoffe werden die Anforderungen zum Schutz von Gesundheit und Umwelt eingehalten. Garnreste und Produktionsabfälle werden jeweils sortenrein gesammelt und den etablierten Wiederverwertungskreisläufen zugeführt. Durch entsprechende bauliche Maßnahmen ist gewährleistet, dass die gesetzlichen Grenzwerte für Lärmemissionen eingehalten werden. Mit der auf Halle 15/16 installierten Photovoltaikanlage (107 kWp) und der auf dem Logistikzentrum/Halle10 installierten Photovoltaikanlagen (287 kWp) konnten in 2022 rd. 17,5% (Vorjahr: rd. 14,9 %) der benötigten elektrischen Energie selbst erzeugt werden. In 2022 wurde das System zur Verbesserung der Energieeffizienz (§4 Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung) erneut erfolgreich auditiert. Erklärung des Vorstands nach § 312 Abs. 3 AktG Die Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und anderen Maßnahmen im Geschäftsjahr nach den Umständen, die in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, jeweils eine angemessene Gegenleistung erhalten und wurde dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt. Ausblick Die Wirtschaft im Euroraum dürfte im 1. Halbjahr 2023 weiter unter der hohen Inflation sowie dem steigenden Zinsniveau leiden. Mit einer schrittweisen Stabilisierung der Energiepreise sowie einer langsamen Entspannung der globalen Lieferkettenprobleme, sollte es in der 2. Jahreshälfte zu einem leichten Aufschwung kommen. Risikofaktoren für die wirtschaftliche Erholung sind neben Inflation und Zinsniveau, die zahlreichen Krisen sowie der zunehmende Fachkräftemangel aufgrund des demografischen Wandels. Vor diesem Hintergrund erwarten Experten für 2023 im Euroraum eine stagnierende Wirtschaft (0,0 %) und in Deutschland eine milde Rezession (-0,5 %). Da unsere Produkte nicht an Endverbraucher geliefert werden, sondern an weiterverarbeitende Industrien unterschiedlicher Branchen, sind wir neben der allgemeinen Konjunkturentwicklung auch von der Entwicklung dieser Branchen abhängig. Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf unsere Kunden sind allerdings zum aktuellen Zeitpunkt kaum seriös abschätzbar. Basierend auf der Wachstumsprognose für Europa und Deutschland, sowie den Einschätzungen unserer Kunden, erwarten wir daher in 2023 nur ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Bestandsgefährdende Risiken sind derzeit nicht erkennbar. Durch unsere geografische Lage (allgemein niedrige Arbeitslosenquote, Region mit wenig Textilindustrie), sind wir von den Folgen des demografischen Wandels in besonders hohem Maße betroffen. Wir investieren daher unverändert in die Aus- und Weiterbildung eigener Mitarbeiter und bieten in Kooperation mit den lokalen Schulen weiterhin zahlreiche Ausbildungsplätze an. Das Investitionsprogramm für das laufende Geschäftsjahr (rd. 90 T€) ist nach Prioritäten gestaffelt und wird entsprechend dem Konjunkturverlauf eingeleitet. Es sieht u.a. Investitionen im Bereich der EDV (u.a. Ausbau der Betriebsdatenerfassung BDE), sowie Ersatzinvestitionen in Betriebs- und Produktionsanlagen vor. Neuentwicklungen mit nachhaltigen Rohstoffen und Beschichtungsmitteln sowie die laufende Optimierung der Produktions- und Beschaffungsprozesse tragen dazu bei, unsere Kunden auch in Zukunft erfolgreich "Von der Idee bis zum fertigen Produkt" begleiten zu können.
Leutkirch, am 20. März 2023 Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft Der Vorstand BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
Ergebnisverwendung
Anhang zum 31. Dezember 2022der Gruschwitz Textilwerke AGI. Allgemeine Angaben zum Unternehmen Die Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft hat ihren Sitz in Leutkirch im Allgäu. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm unter HRB 734349 eingetragen. II. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. Handelsgesetzbuch (HGB) unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) sowie des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Der vorliegende Jahresabschluss ist grundsätzlich unter Beibehaltung der für den Vorjahrsabschluss angewendeten Gliederungsgrundsätzen nach den für mittelgroße Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des HGB aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewandt. III. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen wurden zu den Anschaffungs- und Herstellungskosten aktiviert und planmäßig nach der linearen Methode abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von mehr als 250,00 € bis 1.000,00 € werden in einem Sammelposten erfasst, dieser wird im Jahr der Bildung und in den folgenden vier Jahren erfolgswirksam mit 1/5 aufgelöst. Alle übrigen beweglichen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einem Anschaffungswert bis 250,00 €, die einer selbständigen Nutzung fähig sind, werden im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge im Berichtsjahr erfolgten mit dem auf Monate umgerechneten zeitanteiligen Jahresabschreibungsbetrag. Diese Vorgehensweise entspricht unseres Erachtens dem Werteverzehr der in 2022 angeschafften Anlagegegenstände. Außerplanmäßige Abschreibungen waren im Berichtsjahr nicht erforderlich. Die Finanzanlagen betreffen Genossenschaftsanteile, welche mit den Anschaffungskosten bewertet wurden. Die Vorräte wurden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder den niedrigeren ihnen am Abschlussstichtag beizulegenden Werten angesetzt. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen werden Risiken durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen abgedeckt. Die Bewertung erfolgt mit dem Nennwert bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert. Die Pensionsrückstellungen werden auf Basis eines versicherungsmathematischen Gutachtens unter Anwendung der Richttafeln 2018 G nach Prof. Heubeck und des Anwartschaftsbarwertverfahrens ermittelt. Für den 31.12.2022 wurde ein Rechnungszinssatz von pauschal 1,78 % zugrunde gelegt. Die laufende Rente wird jährlich zum 1. Januar um 1 % ihres Vorjahresbetrages erhöht. Da es sich ausschließlich um laufende Renten und ausgeschiedene Anwärter handelt, wurde keine Fluktuation berücksichtigt. Der ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 HGB beträgt 7.320,00 €. Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre angesetzt. Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Das Niederst- bzw. Höchstwertprinzip für Fremdwährungsposten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird beachtet. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Vorjahres. IV. Erläuterungen zur Bilanz Aktiva Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ergibt sich aus dem Anlagenspiegel.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Zusammensetzung und Restlaufzeiten:
Passiva Das Grundkapital der Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft zum 31.12.2022 beträgt 510.000,00 € und ist in 497.550 Stückaktien mit einem auf die einzelne Aktie entfallenden rechnerischen anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,03 €. In der Hauptversammlung gewährt eine Stückaktie eine Stimme. Sämtliche Aktien lauten auf den Inhaber. Der Verlustvortrag beträgt 2.509.480,69 € (Vorjahr: Verlustvortrag 2.013 T€). Die sonstigen Rückstellungen betreffen vor allem Aufwendungen für den Personalbereich mit 268 T€. Gewährleistungsverpflichtungen wurden mit 19 T€ berücksichtigt. Für Abschlussprüfungs-, Beratungs-, Betriebsprüfungs- und Archivierungskosten wurden 58 T€ zurückgestellt. Für AR-Vergütung und fehlende Rechnungen wurden Rückstellungen in Höhe von 143 T€ gebildet. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hat ein Betrag in Höhe von 1.580 T€ (Vorjahr: 1.776 T€) eine Restlaufzeit über fünf Jahren. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit über ein und bis fünf Jahre bestehen in Höhe von 1.292 T€ (Vorjahr: 1.607 T€) und mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr in Höhe von 1.333 T€ (Vorjahr: 1.810 T€). Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen in Höhe von 60 T€ (Vorjahr: 6 T€), die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 299 T€ (Vorjahr: 337 T€), die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 568 T€ (Vorjahr: 557 T€) haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Von den sonstigen Verbindlichkeiten hat ein Betrag in Höhe von 40 T€ (Vorjahr: 88 T€) eine Restlaufzeit von über ein und bis fünf Jahre und ein Betrag in Höhe von 369 T€ (Vorjahr: 515 T€) von bis zu einem Jahr. Es bestehen Grundpfandrechte, Sicherungsübereignungen von Maschinen, technischen Anlagen, Warenlager und Abtretungsvereinbarungen für Einspeisevergütungen der Photovoltaikanlage zur Absicherung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Zur Absicherung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen ausschließlich gegenüber der Muttergesellschaft pdm Holding AG, Blaubeuren. Bewertungsunterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz bestehen lediglich bei der Pensionsrückstellung. Zum 31.12.2022 ergibt sich eine aktive latente Steuer, die aufgrund des Ansatzwahlrechtes nicht ausgewiesen wurde. Sonstige finanzielle Verpflichtungen: Für die am Bilanzstichtag bestehenden Miet-, Leasing- und Wartungsverträge sind voraussichtlich im Geschäftsjahr 2023 zu zahlen: 94 T€. Zinsverpflichtungen für das Geschäftsjahr 2023 bestehen in Höhe von 130 T€, wovon 7 T€ Zinsverpflichtungen gegenüber der Muttergesellschaft pdm Holding AG, Blaubeuren betreffen. Weitere nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte wurden im Geschäftsjahr 2022 nicht getätigt. V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung In den Lohn- und Gehaltsaufwendungen sind 32 T€ (Vorjahr: 0 T€) außergewöhnliche Erträge enthalten. Es handelt sich hierbei um die Erstattung der vom Arbeitgeber zu tragenden Energiepreispauschale, welche mit dem tatsächlich angefallenen Personalaufwand saldiert wurde. VI. Sonstige Angaben Die diversen Umlageerstattungen werden zu den im Dienstleistungsvertrag vom 02.08.2016 zwischen der pdm Holding AG, Blaubeuren und der Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft festgelegten Bedingungen berechnet. Es wurde Sorge dafür getragen, dass die Gesellschaft eine angemessene Gegenleistung erhält und nicht benachteiligt wird. Die Verzinsung der im Rahmen der Finanzierungsvereinbarung zur Verfügung gestellten Mittel erfolgt zu den zwischen der pdm Holding AG, Blaubeuren und der Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft festgelegten marktüblichen Bedingungen. Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer beträgt:
Organe der Gesellschaft a) Vorstand Zusammensetzung des Vorstands im Geschäftsjahr 2022 Ditmar Schultschik, Diplom-Ingenieur ausgeübter Beruf: Vorstandsvorsitzender der Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft Klaus Gudat, Diplom-Ingenieur ausgeübter Beruf: Vorstand der Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft Juan Serrano Mannsfeld, Diplom-Kaufmann ausgeübter Beruf: Vorstand der Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft b) Aufsichtsrat Dem Aufsichtsrat gehörten in 2022 an: Tammo Hess Vorsitzender des Aufsichtsrats Ausgeübter Beruf: Geschäftsführer Arnulf Hermann stellvertretender Vorsitzender ausgeübter Beruf: Geschäftsführer Prof. Dr. Stefan A. Laufer ausgeübter Beruf: ordentlicher Universitätsprofessor Bekanntmachung gemäß § 20 Abs. 6 AktG Herr Dr. Philipp Daniel Merckle, Blaubeuren, hat uns gemäß § 20 Abs. 1 und Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihm mittelbar mehr als der vierte Teil der Aktien unserer Gesellschaft und zugleich mittelbar eine Mehrheitsbeteiligung an unserer Gesellschaft gehört, da ihm die Beteiligung der von ihm abhängigen pdm Holding AG an unserer Gesellschaft nach § 16 Abs. 4 AktG zuzurechnen ist. Die pdm Holding AG, Blaubeuren, hat uns gemäß § 20 Abs. 1 und Abs. 3 AktG mitgeteilt, dass ihr mehr als der vierte Teil der Aktien unserer Gesellschaft unmittelbar und ohne Zurechnung gehört. Ferner hat die pdm Holding AG gemäß § 20 Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihr eine Mehrheitsbeteiligung an unserer Gesellschaft unmittelbar und ohne Zurechnung gehört. Vorschlag zur Verwendung des BilanzergebnissesAus dem Jahresfehlbetrag der Gruschwitz Textilwerke AG i.H.v. 143.354,47 € und dem Verlustvortrag i.H.v. 2.509.480,69 € ergibt sich für das Geschäftsjahr 2022 ein Bilanzverlust i.H.v. 2.652.835,16 €. Eine Ergebnisverwendung ist somit nicht erforderlich.
Leutkirch, im März 2023 Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft Der Vorstand Bericht des Aufsichtsrats zum Geschäftsjahr 2022Die Gruschwitz Textilwerke AG ist entstanden durch formwechselnde Umwandlung der Gruschwitz Textilwerke GmbH, die am 23.11.2016 im Handelsregister der Gesellschaft eingetragen worden ist. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. In Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung waren, war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2022 sechs Sitzungen abgehalten (21.03.2022 2x, 25.05.2022, 27.06.2022, 19.09.2022, 12.12.2022). Bei fünf Sitzungen war der Aufsichtsrat vollzählig anwesend, bei einer Sitzung war ein Aufsichtsrat krankheitsbedingt entschuldigt. In seinen Sitzungen beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der Analyse der laufenden Umsatz- und Ertragsentwicklung der Gesellschaft, insbesondere mit den Auswirkungen der Ukraine-Krise, der Energiepreisentwicklung sowie dem steigenden Zinsniveau. Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität und zur Kostenreduktion im Bereich Personal und laufender Aufwand wurden intensiv beraten. Weitere Beratungsschwerpunkte waren Neuentwicklungen und laufende Projekte, sowie Personalentwicklung und die Planung des folgenden Geschäftsjahres. Am 21.03.2022 wurde der Aufsichtsrat in seiner aktuellen Zusammensetzung bestätigt. Da der Aufsichtsrat nur aus drei Personen besteht, wurde auch weiterhin auf die Einrichtung von Ausschüssen verzichtet. Der Jahresabschluss der Gruschwitz Textilwerke AG für das Geschäftsjahr 2022 wurde nach handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) aufgestellt. Der von der Hauptversammlung als Abschlussprüfer gewählte und vom Aufsichtsrat beauftragte Wirtschaftsprüfer Joachim Zapp, Schwäbisch Gmünd, hat den Jahresabschluss geprüft. Der Abschlussprüfer hat den Prüfungsbericht dem Aufsichtsrat vor der Bilanzsitzung am 20.03.2023 rechtzeitig ausgehändigt. Der Abschlussprüfer hat über seine Prüfung insgesamt und die einzelnen Prüfungsschwerpunkte in der Bilanzsitzung berichtet und alle Fragen des Aufsichtsrats eingehend beantwortet. Der Bestätigungsvermerk wurde ohne Einschränkung erteilt. Der Aufsichtsrat hat das Ergebnis der Prüfung zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhob der Aufsichtsrat keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss der Gruschwitz Textilwerke AG zum 31.12.2022, der damit gemäß § 172 Satz 1 AktG festgestellt ist. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand gemäß § 312 Aktiengesetz erstellten Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft und gebilligt. Er stimmt den Feststellungen des Abschlussprüfers in dessen Prüfungsbericht zum Abhängigkeitsbericht des Vorstands zu. Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers lautet: "Nach meiner pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätige ich, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen die am Schluss des Abhängigkeitsberichts abgegebene und in den Lagebericht aufgenommene Erklärung des Vorstands. Der Aufsichtsrat dankt den Vorständen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die geleistete Arbeit.
Leutkirch, 20. März 2023 Der Aufsichtsrat Tammo Hess, Vorsitzender sonstige BerichtsbestandteileAngaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 20.03.2023 festgestellt. BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft Prüfungsurteile Ich habe den Jahresabschluss der Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus habe ich den Lagebericht der Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erkläre ich, dass meine Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Ich habe meine Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Meine Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und habe meine sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Meine Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung übe ich pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifiziere und beurteile ich die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, plane und führe Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinne ich ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. • beurteile ich die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehe ich Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich zu dem Schluss komme, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteile ich die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. • beurteile ich den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. • führe ich Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehe ich dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteile die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen gebe ich nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Ich erörtere mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Prüfung feststelle.
Schwäbisch Gmünd, 20. März 2023 Joachim Zapp, Wirtschaftsprüfer |
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