Interzero Material Supplies GmbH

Nortorfer Straße 2, 24613 Aukrug, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Kiel HRB 12402 KI
Vorher
RDB plastics GmbH
Eingetragen
1.3.2001
Branche
Großhandel mit NE-Erzen, NE-Metallen und NE-MetallhalbzeugGroßhandel mit Eisenerzen, Eisen, Stahl, Eisen- und StahlhalbzeugHerstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Gegenstand
Die Durchführung von Handelsgeschäften mit Wertstoffen aller Art bzw. deren Vermarktung, die Vornahme und Übernahme von Speditionen aller Art sowie die kaufmännische und die nicht genehmigungsbedürftige technische Begleitung von Projekten zum Betrieb von Anlagen zur Trennung und Aufbereitung von Wertstoffen sowie der Bau und Betrieb solcher Anlagen sowie die Vermarktung der Anlagentechnologie

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Marcel Thor
seit 25.3.2024
Prokura
Katherine Buch
seit 25.3.2024
Geschäftsführer
Jasdan Pariwar
seit 25.3.2024
Geschäftsführer
Wenjing Feng
seit 26.9.2023
Prokura
Hui Yuan
seit 26.9.2023
Prokura
Min Hou
seit 12.7.2023
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Christian Schneller
seit 19.5.2023
Prokura
Oliver Gnass
seit 11.2.2019
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
200.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Interzero Plastics Recycling GmbH (vormals: ALBA International Recycling GmbH)

Berlin

Konzernabschluss für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVA

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.072 3.163
2. Geschäfts- oder Firmenwert 8.639 10.711 37.681 40.844
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.075 15.756
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.024 8.155
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 738 3.303
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.635 7.472 1.817 29.031
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 10 10
2. Sonstige Beteiligungen 13 23 28 38
18.206 69.913
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 158 1.307
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 0 1.204
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 4.151 10.741
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -1.144 3.165 -2.371 10.881
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.506 54.573
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1 36
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 10 45
4. Sonstige Vermögensgegenstände 1.794 9.311 38.516 93.170
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 71.059 13.079
83.535 117.130
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 74 181
101.815 187.224

PASSIVA

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 25 25
II. Kapitalrücklage 144.551 144.551
III. Konzernbilanzverlust -61.456 83.120 -84.805 59.771
B. SONDERPOSTEN FÜR INVESTITIONSZUSCHÜSSE ZUM ANLAGEVERMÖGEN 0 7
C. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 0 10.879
2. Steuerrückstellungen 327 343
3. Sonstige Rückstellungen 6.366 6.693 49.255 60.477
D. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 423 621
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.114 56.569
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 28 0
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3 5
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.487 11.055 5.504 62.699
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 0 11
F. PASSIVE LATENTE STEUERN 947 4.259
101.815 187.224

Konzerngewinn- und -verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022

2022
TEUR
2021
TEUR
1. Umsatzerlöse 289.059 473.111
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 1.364 -845
3. Sonstige betriebliche Erträge 21.708 3.557
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -207.612 -343.773
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -21.335 -228.947 -38.578 -382.351
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -18.345 -26.440
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung (davon für Altersversorgung TEUR -294; Vorjahr TEUR -199) -3.768 -22.113 -5.511 -31.951
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -4.905 -15.135
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -29.644 -38.861
8. Erträge aus Beteiligungen 0 70
(davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 0; Vorjahr TEUR 70)
9. Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 0 -3.629
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.162 1.838
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (davon an verbundene Unternehmen TEUR 0; Vorjahr TEUR 0) -1.421 -2.086
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (davon aus latenten Steuern TEUR 212; Vorjahr TEUR 414) -3.542 -3.570
13. Ergebnis nach Steuern 23.721 148
14. Sonstige Steuern -372 -162
15. Konzernjahresüberschuss oder -fehlbetrag 23.349 -14
16. Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis 0 -1
17. Verlustvortrag -84.805 -84.790
18. Konzernbilanzverlust -61.456 -84.805

Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2022

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
TEUR
Konzernbilanzgewinn/-verlust
TEUR
Summe
TEUR
Stand am 1. Januar 2021 25 175.987 -46 -84.790 91.176
Verrechnung Anteilseinziehung mit Rücklagen -31.436 -31.436
Währungsumrechnung 46 46
Änderungen des Konsolidierungskreises
Konzernjahresfehlbetrag -15 -15
Stand am 31. Dezember 2021 25 144.551 0 -84.805 59.771
Konzernjahresüberschuss 23.349 23.349
Stand am 31. Dezember 2022 25 144.551 0 -61.456 83.120
Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
Nicht beherrschende Anteile vor Jahresergebnis
TEUR
Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Ergebnisse
TEUR
Summe
TEUR
Summe
TEUR
Stand am 1. Januar 2021 17 -3 14 91.190
Verrechnung Anteilseinziehung mit Rücklagen 0 -31.436
Währungsumrechnung 0 46
Änderungen des Konsolidierungskreises -17 2 -15 -15
Konzernjahresfehlbetrag 1 1 -14
Stand am 31. Dezember 2021 0 0 0 59.771
Konzernjahresüberschuss 23.349
Stand am 31. Dezember 2022 0 0 0 83.120

Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

01.01. - 31.12.2022
TEUR
01.01. - 31.12.2021
TEUR
1. Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
Konzernergebnis (einschließlich Ergebnisanteil von Minderheiten) 23.349 -14
Abschreibungen (einschließlich Zuschreibungen) 4.905 15.135
Veränderung Pensionsrückstellungen 84 -350
Veränderung latente Steuern -211 -414
Gewinne aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -82 -285
Gewinne aus Entkonsolidierung (Vj.: Verluste) -18.970 1.652
Veränderung Sonderposten -1 -2
Zahlungsunwirksam übernommene Ergebnisse assoziierter Unternehmen 0 3.628
Sonstige Beteiligungserträge 0 -70
Zinsaufwendungen/ (Zinserträge) -741 249
Ertragsteueraufwand 3.755 3.984
Ertragsteuerzahlungen -4.644 -5.646
Erträge aus erhaltenen Zuschüssen/Zuwendungen 0 -180
Veränderung Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva 4.517 -21.009
Veränderung sonstiger Rückstellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Passiva -15.637 41.630
Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit -3.677 38.309
2. Cash-Flow aus Investitionstätigkeit
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens und immateriellen Vermögensgegenständen 145 428
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -21 -4
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -3.429 -3.353
Einzahlungen aus Abgängen des Finanzanlagevermögens 0 989
Einzahlungen im Zusammenhang mit Konsolidierungskreisänderungen 61.907 0
Auszahlungen im Zusammenhang mit Konsolidierungskreisänderungen 0 -1.000
Erhaltene Zinsen 2.041 223
Erhaltene Ausschüttung 35 35
Einzahlung aus Ergebnisabführungen 7.374 0
Darlehensgewährungen/-rückzahlungen 24.764 -24.764
Veränderung Cashpool -974 0
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit 91.842 -27.447
3. Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit
Auszahlung für Rückerwerb von Anteilen des ehemaligen Mehrheitsgesellschafters -31.436 0
Veränderung der Bankschulden -197 -382
Auszahlung zur Tilgung von Verbindlichkeiten aus Mietkauf- und Leasingverträgen -451 -60
Veränderung sonstige Darlehensverbindlichkeiten -4.010 0
Einzahlung aus Gesellschafterdarlehen 20.000 0
Auszahlungen zur Tilgung von Gesellschafterdarlehen -12.748 -22.100
Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen/Zuwendungen 0 180
Gezahlte Zinsen -1.342 -3.023
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -30.185 -25.385
4. Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes 57.980 -14.522
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 13.079 27.601
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 71.059 13.079

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

Allgemeine Angaben

Die Interzero Plastics Recycling GmbH, Berlin, ist eine Holding-Gesellschaft und hält Unternehmensanteile an verschiedenen Gesellschaften aus Deutschland, Polen, Slowenien und China, die in ausgewählten Bereichen des Recycling-Geschäfts tätig sind. Neben ihrer Holding-Funktion ist die Interzero Plastics Recycling GmbH auch in der Erledigung verschiedener Handels- und Dienstleistungsgeschäfte in der Recyclingbranche tätig.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Die Muttergesellschaft Interzero Plastics Recycling GmbH hat ihren Sitz in Berlin und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Charlottenburg, HRB180142 B.

Konsolidierungskreis und Stichtag

In den Konzernabschluss sind neben dem Mutterunternehmen alle direkt und indirekt gehaltenen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, sofern nicht wegen untergeordneter Bedeutung von einer Einbeziehung abgesehen wird. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Bilanzstichtag sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogener Unternehmen ist der 31.Dezember2022.

Tochterunternehmen, bei denen die Interzero Plastics Recycling GmbH einen beherrschenden Einfluss im Sinne von § 290 Abs. 2 HGB ausübt, werden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen.

Übt ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik eines nicht einbezogenen Unternehmens aus, an dem das Konzernunternehmen zu mindestens 20 % beteiligt ist, wird zur Ermittlung des Beteiligungsbuchwerts des assoziierten Unternehmens die Equity-Methode angewendet.

Gesellschaften ohne Geschäftstätigkeit oder mit geringem Geschäftsumfang wurden gemäß §296 Abs. 2 und § 311 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen, da sie auch in der Gesamtheit für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind.

Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich folgende Veränderungen des Konsolidierungskreises:

Einbeziehung Stand 01.01.2022 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2022
voll 8 0 4 4
at equity 1 0 0 1
Summe 9 0 4 5

Im Geschäftsjahr wurden folgende vollkonsolidierte Gesellschaften entkonsolidiert:

- ALBA Wertstoffmanagement GmbH, Berlin

- ALBA Electronics Recycling GmbH, Eppingen

- ALBA Metall Süd Franken GmbH, Sennfeld

- ALBA Metall Süd Rhein-Main GmbH, Frankfurt am Main.

Die Auswirkungen der Konsolidierungskreisänderungen des Geschäftsjahres auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden bei den Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzern-GuV dargestellt.

Der Kreis der in den Konzernabschluss der Interzero Plastics Recycling GmbH einbezogenen Unternehmen ist der Konzernanteilsbesitzliste zu entnehmen, welche einen integralen Bestandteil dieses Konzernanhangs darstellt. In dieser Aufstellung sind auch die wegen untergeordneter Bedeutung nicht einbezogenen Tochtergesellschaften angegeben.

Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Neubewertungsmethode (§ 301 Abs. 1 Satz 2HGB) durch Verrechnung der Buchwerte der Anteile mit dem auf den Konzern entfallenden Eigenkapital der einbezogenen Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung. Sofern bei neu erworbenen Unternehmen wesentliches Grundvermögen existiert, wird bei dessen Neubewertung auf qualifizierte Gutachten zurückgegriffen. Passive latente Steuern werden entsprechend berücksichtigt.

Ein verbleibender Unterschiedsbetrag wird gemäß § 301 Abs. 3 HGB, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.

Forderungen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden gegeneinander aufgerechnet.

Gewinne und Verluste aus den konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen wurden ebenso eliminiert wie Beteiligungserträge aus einbezogenen Unternehmen.

Konzerninterne Umsatzerlöse und Erträge wurden mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet.

Steuerabgrenzungen waren aufgrund der Anwendung von konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sowie der Durchführung von Konsolidierungsmaßnahmen vorzunehmen.

Assoziierte Unternehmen

Die für die assoziierten Unternehmen ermittelten Equity-Werte basieren auf der Buchwertmethode.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der assoziierten Unternehmen entsprechen grundsätzlich den dargestellten für vollkonsolidierte Unternehmen.

In der Entwicklung des Anlagevermögens werden die Zugänge bzw. Abgänge zum anteiligen Eigenkapital der "at equity" bewerteten Unternehmen als Zugang bzw. Abgang innerhalb der Anschaffungskosten ausgewiesen. Konzerninterne Ergebnisse aus Lieferungen und Leistungen mit assoziierten Unternehmen wurden wegen geringer Bedeutung nicht eliminiert. Das Ergebnis von assoziierten Unternehmen wird nach Steuern in den Konzern übernommen.

Währungsumrechnung

Die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Einzelabschlüsse erfolgt nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Dabei wurden alle Bilanzposten der einbezogenen ausländischen Konzernunternehmen mit Ausnahme des Eigenkapitals (gezeichnetes Kapital, Rücklagen, Ergebnisvortrag), das zu historischen Kursen umgerechnet wurde, mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags in Euro umgerechnet. Die aus der Veränderung der Devisenkurse entstehenden Differenzen aus der Umrechnung wurden erfolgsneutral in die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung im Eigenkapital eingestellt.

Die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge erfolgte mit dem Jahresdurchschnittskurs. Das Jahresergebnis der umgerechneten Gewinn- und Verlustrechnung wurde in die Bilanz übernommen und die Differenz erfolgsneutral in den Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung eingestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden in Übereinstimmung mit einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien erstellt. Gegebenenfalls wurden notwendige Anpassungen der Abschlüsse an die einheitlich im Interzero Plastics Recycling Konzern geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften vorgenommen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Sofern die Nutzungsdauer eines entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstands nicht bestimmbar ist (beispielsweise einer Dachmarke), wird eine unbegrenzte Nutzungsdauer unterstellt und dieser immaterielle Vermögensgegenstand nicht planmäßig abgeschrieben. Gemäß § 253 Abs. 3Satz 5 HGB werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen, wenn eine voraussichtlich dauernde Wertminderung vorliegt. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Die bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte sind infolge der Kapitalkonsolidierung in den Geschäftsjahren 2017 und 2020 entstanden und werden je nach Einzelfall über einen Zeitraum von 17 bzw. 10 Jahren linear abgeschrieben. Es handelt sich um Geschäfts- oder Firmenwerte für das im Wesentlichen in Deutschland gelegene Bestandsgeschäft der Gruppe sowie Geschäftschancen aus der Akquisition einer Unternehmensgruppe im Bereich Kunststoffrecycling. Bei der Ermittlung der Nutzungsdauern wurde für beide Geschäfts- oder Firmenwerte auf die durchschnittliche Dauer wesentlicher Kundenbeziehungen sowie die Fluktuationsrate von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen abgestellt. Es wird zudem jährlich anhand von Wertminderungsindikatoren geprüft, ob Anzeichen für eine außerplanmäßige Wertminderung vorliegen. Sollten solche Anzeichen gegeben sein, wird ein Werthaltigkeitstest vorgenommen. Bei den Wertminderungsindikatoren werden sowohl interne als auch externe Faktoren berücksichtigt. Hinsichtlich der Entwicklung der Geschäfts- oder Firmenwerte wird auf die Anlage 5 (Anlagenspiegel) verwiesen.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert (§253 Abs. 3 HGB). Diese erfolgen nach der linearen Methode. Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Die planmäßigen Abschreibungen auf Zugänge erfolgen zeitanteilig.

In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Gemeinkosten gemäß § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB sowie Fremdkapitalkosten werden nicht angesetzt.

Erhaltene Investitionszuschüsse werden auf der Passivseite als Sonderposten ausgewiesen und über die entsprechende Nutzungsdauer der geförderten Vermögensgegenstände ertragswirksam vereinnahmt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von 250 Euro wurden sofort im Aufwand erfasst und innerhalb der Wertgrenze von 250 Euro bis 800 Euro aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die geringwertigen Wirtschaftsgüter werden unter den entsprechenden Anlagenklassen ausgewiesen.

Bei den Finanzanlagen werden Anteile an assoziierten Unternehmen mit dem anteiligen Reinvermögen (Equity-Methode) nach der Buchwertmethode ausgewiesen.

Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie Wertpapiere des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung, mit den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Wurden in Vorjahren Wertberichtigungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens vorgenommen und sind die Gründe für die Wertminderung in der Zwischenzeit ganz oder teilweise entfallen, erfolgt eine Wertaufholung bis höchstens zu den Anschaffungskosten bzw. zu den um zwischenzeitlich vorzunehmende planmäßige Abschreibungen verminderten fortgeführten Anschaffungskosten.

Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Für bestimmte Vorratsposten werden die Werte mit Hilfe zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren unter Beachtung des Niederstwertprinzips ermittelt. Erhaltene Anzahlungen auf Vorräte werden offen von den Vorräten abgesetzt. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder zu niedrigeren beizulegenden Werten am Bilanzstichtag aktiviert.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen entsprechend dem handelsrechtlichen Mindestumfang berücksichtigt werden. Fremdkapitalkosten werden nicht angesetzt. Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert. In allen Fällen wird gemäß § 253 Abs. 4 HGB verlustfrei bewertet.

Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, werden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Für drohende Verluste aus Liefer- und Abnahmeverpflichtungen sind in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden - soweit sie un- oder niedrigverzinslich sind - mit dem abgezinsten Wert angesetzt.

Flüssige Mittel werden zum Nennwert ausgewiesen.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung resultiert aus der Verrechnung von Vermögensgegenständen (Deckungsvermögen) im Sinne des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB, die dem Zugriff aller Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersteilzeitverpflichtungen dienen, mit den entsprechenden passivierten Verpflichtungen. Der aktivische Überhang des Deckungsvermögens ist gemäß § 266 Abs. 2 HGB gesondert ausgewiesen.

Für die Ermittlung latenter Steuern gem. § 274 i. V. m. § 298 Abs. 1 und § 306 HGB aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen, oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst.

Eine insgesamt nach Verrechnung der aktiven und passiven latenten Steuern verbleibende Steuerbelastung (passiver Überhang) auf Ebene des Organträgers, beziehungsweise einer nicht zum Organkreis gehörenden Gesellschaft, wird als passive latente Steuer angesetzt. Insofern sich für die nach § 274 HGB ermittelten latenten Steuern insgesamt eine Steuerentlastung (aktiver Überhang) ergibt, wird vom Wahlrecht gemäß § 274 HGB Gebrauch gemacht und auf die Aktivierung verzichtet.

Aufwand oder Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesen.

Die Steuerrückstellungen sowie die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten nach § 250 Abs. 2 HGB umfassen Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie einen Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Auf Fremdwährung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden gemäß § 256a HGB am Bilanzstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Soweit die Restlaufzeit mehr als ein Jahr beträgt, erfolgt die Währungsumrechnung unter Berücksichtigung des Realisations- und Imparitätsprinzips sowie des Anschaffungskostenprinzips. Kassenbestände und Bankguthaben in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Bewertungseinheiten werden gemäß § 254 HGB gebildet. Hierbei schließen Konzerngesellschaften zur Absicherung von Grundgeschäften (Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen) gegenläufige Sicherungsgeschäfte ab, um die aus den Grundgeschäften resultierenden Risiken zu eliminieren. Für die Darstellung der Bewertungseinheit wird grundsätzlich die sogenannte "Einfrierungsmethode" angewandt, nach der für Zeitraum und Umfang der Bewertungseinheit weder Wertschwankungen des Grund- noch des Sicherungsgeschäfts in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.

Erläuterungen zur Bilanz

Die Veränderung des Konsolidierungskreises wirkte sich in der Bilanz wesentlich auf die im Folgenden dargestellten Posten aus. Der im immateriellen Anlagevermögen enthaltene Geschäfts- oder Firmenwert verminderte sich um TEUR -27.151. Der Geschäfts- oder Firmenwert resultierte aus der Einbringung verschiedener Gesellschaften im Jahr 2017 und repräsentierte das europäische Recyclinggeschäft der Gruppe. Eine Untergliederung nach Abfallfraktionen erfolgte nicht. Zum Zwecke der Entkonsolidierung wurden die relativen Zeitwerte der fünf aus der Erstkonsolidierung relevanten Einheiten anhand ihres Beitrags zum Konzern-EBIT ermittelt und der Geschäfts- und Firmenwert entsprechend diesem Wertbeitrag im Rahmen der Entkonsolidierung berücksichtigt. Der Anlagenspiegel zeigt darüber hinaus die übrigen davon betroffenen Posten des Anlagevermögens.

Die Verminderung bei den Vorräten beträgt TEUR -8.828. Davon entfallen auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe TEUR -1.279, auf unfertige Erzeugnisse TEUR -1.204 und fertige Erzeugnisse und Waren TEUR -6.841.

Die Auswirkung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist TEUR -47.313. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände verminderten sich um TEUR -2.986, wovon überwiegend Steuererstattungsansprüche (TEUR -1.577) und debitorische Kreditoren (TEUR -777) betroffen sind.

Die Pensionsrückstellungen verminderten sich um TEUR -10.879. Die sonstigen Rückstellungen sind mit TEUR -12.356 betroffen. Davon entfallen auf ausstehende Rechnungen TEUR -9.225, Verpflichtungen im Personalbereich TEUR -1.616, Rückbauverpflichtungen TEUR -887, Rechtsstreitigkeiten und Prozessrisiken TEUR -149 und Jahresabschluss- und Prüfungskosten TEUR -21.

Die Auswirkung bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist TEUR -38.310. Die sonstigen Verbindlichkeiten verminderten sich um TEUR -330. Das betrifft überwiegend Verbindlichkeiten aus Steuern (TEUR -171), Leasingverbindlichkeiten (TEUR -42) und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit (TEUR -34).

Aufgrund der Veränderung des Konsolidierungskreises verminderten sich die aktiven latenten Steuern um TEUR -86 und die passiven latenten Steuern um TEUR -3.324.

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Auswirkungen aus Veränderungen des Konsolidierungskreises werden in gesonderten Spalten ausgewiesen.

Der unter den immateriellen Vermögensgegenständen ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert stammt aus der Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen zur Begründung des Konzerns zum 31. März 2017 sowie der Erstkonsolidierung von zwei zum 31.August 2020 erworbenen Gesellschaften.

Assoziierte Unternehmen

Die ALBA Shanghai Automobile Recycling Co., Ltd., Shanghai / China, wird nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, da aufgrund der satzungsmäßigen Bestimmungen derzeit keine Beherrschung vorliegt. Zum 31. Dezember 2022 betragen die fortgeschriebenen Anschaffungskosten TEUR0. Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert wird grundsätzlich über einen Zeitraum von zehn Jahren linear abgeschrieben. Im Vorjahr wurde unter dem Gesichtspunkt des Vorsichtsprinzips eine vollständige Wertberichtigung vorgenommen, denn es ist davon auszugehen, dass bei einem Verkauf der Gesellschaft kein nennenswerter Kaufpreis erzielt werden kann. Die an der Gesellschaft gehaltenen Kapitalanteile von 51 % entsprechen den Stimmrechten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Steuererstattungsansprüche (TEUR 1.648). Die ebenfalls in den sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen anderen Forderungen gegen nahestehende Unternehmen reduzierten sich um TEUR-33.658 aufgrund der Rückzahlung von Darlehen (TEUR -24.764) plus Zinsen (TEUR -1.987) und durch Abtretung und Verrechnung mit Gesellschafterverbindlichkeiten (TEUR -7.155).

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält vor allem vorausbezahlte Beträge für Werbeleistungen, Versicherungen und Kfz-Steuern.

Eigenkapital

Die Entwicklung des Eigenkapitals einschließlich der nicht beherrschenden Anteile ist im Konzerneigenkapitalspiegel dargestellt.

Das gezeichnete Kapital der Interzero Plastics Recycling GmbH beträgt zum 31. Dezember 2022 unverändert TEUR 25.

Die Kapitalrücklage resultiert nahezu ausschließlich aus der Einbringung von verbundenen Unternehmen im März 2017 in die Interzero Plastics Recycling GmbH und wurde im Jahr 2019 durch eine Sachzuzahlung eines Gesellschafters (§272 Abs. 2 Nr. 4 HGB) um < TEUR 1 erhöht. Die Einlage bestand in einer Forderung, die mit dem beim einlegenden Unternehmen bilanzierten Buchwert erfasst wurde. Im Geschäftsjahr 2021 kam es zum Rückerwerb und Einziehung von Anteilen des ehemaligen Mehrheitsgesellschafters, wodurch sich die Kapitalrücklage um TEUR 31.436 verringerte.

Im Rahmen der Einziehung wurden die Geschäftsanteile neu geordnet. Im Ergebnis beträgt das Stammkapital weiterhin TEUR 25 und ist unterteilt in 25.000 Geschäftsanteile zu je EUR 1.

Das Konzernjahresergebnis und seine Aufteilung sowie Verwendung sind in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung dargestellt.

Der Jahresüberschuss der Interzero Plastics Recycling GmbH für das Geschäftsjahr 2022 beträgt TEUR364 (Jahresüberschuss im Vorjahr: TEUR 709) und soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Sonderposten

Der Sonderposten beinhaltet Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen.

Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 327 (im Vorjahr: TEUR 343) betreffen Grunderwerbsteuer, Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag sowie Gewerbesteuer.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden insbesondere für ausstehende Rechnungen (TEUR 4.951; im Vorjahr: TEUR13.118), sonstige Verpflichtungen im Personalbereich (TEUR 1.096; im Vorjahr: TEUR 2.486) und Jahresabschluss- und Prüfungskosten (TEUR 100; im Vorjahr: TEUR 347) gebildet.

Die im Vorjahr gebildete Rückstellung für den Abfindungsbetrag zum Rückerwerb von Anteilen des ehemaligen Mehrheitsgesellschafters wurde in 2022 vollständig in Anspruch genommen (TEUR -31.436). Das für die Bestimmung der Abfindungsbetrages notwendige Bewertungsgutachten wurde finalisiert und die Abfindungszahlung an den Insolvenzverwalter geleistet.

Verbindlichkeiten

Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich wie folgt:

31.12.2022 Gesamtbetrag Laufzeit
TEUR < 1 Jahr > 1 bis 5 Jahre > 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 423 135 262 26
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.114 9.114 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 28 28 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3 3 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 1.487 959 528 0
Summe 11.055 10.239 790 26
31.12.2021 Gesamtbetrag Laufzeit
TEUR < 1 Jahr > 1 bis 5 Jahre > 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 621 212 356 53
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 56.569 56.569 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5 5 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 5.504 1.464 4.040 0
Summe 62.699 58.250 4.396 53

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 423) sind durch Grundpfandrechte besichert.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Steuern (TEUR 346; im Vorjahr: TEUR 611), Leasingverbindlichkeiten (TEUR 624) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit (TEUR 17; im Vorjahr: TEUR34). Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Dritten wurden in 2022 in Höhe von TEUR -4.010 getilgt.

Passive latente Steuern

Insgesamt ergibt sich im Konzernabschluss der Interzero Plastics Recycling GmbH ein Passivüberhang an latenten Steuern, der insbesondere aus passiven latenten Steuern aus Konsolidierungsvorgängen nach § 306 HGB resultiert. Die passiven latenten Steuern betreffen vor allem Unterschiede in der Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen, Sachanlagen sowie Kapitalkonsolidierungsvorgänge. Der Passivüberhang an latenten Steuern wurde teilweise durch aktive latente Steuern gemindert. Ein Teil der aktiven latenten Steuern wird jedoch aufgrund eines sich ergebenden Aktivüberhangs und der Nutzung des Wahlrechts nach § 274 HGB in den Einzelabschlüssen in Einklang mit den konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nicht bilanziert. Die aktiven latenten Steuern beruhen im Wesentlichen auf Unterschieden in der Bewertung von Grundstücken, Finanzanlagen sowie immateriellen Vermögensgegenständen, Pensions- und sonstigen Rückstellungen. Steuerliche Verlustvorträge bestehen nicht.

Für die Steuerberechnung wurden die in den jeweiligen Ländern relevanten Ertragsteuersätze verwendet. In Deutschland setzen sich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer zusammen. Für die Berechnung der latenten Steuern wurden ein Körperschaftsteuersatz von 15,0 % zuzüglich eines auf die Körperschaftsteuerbelastung entfallenden Solidaritätszuschlags von 5,5 % sowie ein effektiver Gewerbesteuersatz von 10,85 % bis 18,20 % angewandt. Für die Ermittlung der latenten Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen wurde in Bezug auf die in einen ertragsteuerlichen Organkreis eingebundenen Unternehmen ein kombinierter Ertragsteuersatz von 29,79 % zugrunde gelegt. Tabellarisch setzen sich die latenten Steuern wie folgt zusammen:

Aktive latente Steuern
TEUR
Passive latente Steuern
TEUR
Saldo (passivisch ausgewiesen)
TEUR
31.12.2021 86 4.345 4.259
31.12.2022 0 947 947
Veränderung -86 -3.398 -3.312

Die passiven latenten Steuern resultieren aus folgenden Sachverhalten:

Latente Steuerschulden auf Differenzen bilanzieller Wertansätze von 31.12.2022
TEUR
Grund und Boden 51
Technische Anlagen und Maschinen 45
Konzessionen 594
Gebäude 257
Gesamt 947

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag betragen die sonstigen finanziellen Verpflichtungen TEUR 10.266 (davon gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen TEUR 600). Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Zahlungsverpflichtungen aus Miet-, Leasing- und Dienstleistungsverträgen 8.441 27.059
Bestellobligo und Investitionsvorhaben 1.798 581
Altersversorgung 7 6
Übrige 20 49
Gesamt 10.266 27.695

Factoring

Zur Betriebsmittelfinanzierung und Übertragung von Ausfallrisiken nutzen grundsätzlich ausgewählte Gesellschaften des Interzero Plastics Recycling Konzerns ein revolvierendes Factoring-Programm. Im Rahmen dieses Programms veräußern die Gesellschaften (Forderungsverkäufer) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis eines einheitlichen Forderungskaufvertrages an eine Factoring-Gesellschaft (Factor). Es handelt sich um ein so genanntes "stilles Factoring".

Der Kaufpreis der Forderungen entspricht deren Nennbetrag abzüglich Zinsen bis zum tatsächlichen Zahlungseingang der Forderungen beim Factor bzw. Delkrederefall. Das Factoringentgelt dient der Abdeckung des Bonitätsrisikos der veräußerten Forderungen. Vom Kaufpreis wird für die veräußerten Forderungen ein Sicherheitseinbehalt von regelmäßig 7% des Forderungsnennbetrags einbehalten, der das Veritätsrisiko abdecken soll und bei Zahlungseingang durch den Kunden bzw. im Delkrederefall an den Forderungsverkäufer erstattet wird. Die Vorteile des Factorings liegen insbesondere in einer Verbesserung der Liquidität sowie in der Übertragung des Forderungsausfallrisikos auf den Factor.

Im Zeitpunkt des Verkaufs und der Übertragung der Forderung an den Factor werden die Forderungen ausgebucht und der Sicherheitseinbehalt unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert. Zum Bilanzstichtag existieren keine veräußerten Forderungen (im Vorjahr: TEUR 421). Aufgrund der ausreichend vorhanden Liquidität der IPR-Gruppe hat die Geschäftsführung entschieden das Factoring-Programm zu beenden.

Derivative Finanzinstrumente

Im Konzern wurden zur Absicherung des Währungsrisikos aus in Fremdwährung fakturierten Lieferungen und Leistungen Devisentermingeschäfte abgeschlossen, denen jeweils ein entsprechendes Grundgeschäft mit gleicher Höhe und Fristigkeit zugrunde gelegen hat. Der Buchwert der abgesicherten Forderungen beträgt zum Bilanzstichtag umgerechnet TEUR 1.087 (im Vorjahr: TEUR 839). Die Sicherungsinstrumente weisen einen Marktwert von TEUR51 (im Vorjahr: TEUR -24) auf. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wurde mit der Critical Term Match-Methode nachgewiesen. Die eingegangenen Devisensicherungsgeschäfte haben ausnahmslos eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Erläuterungen zur Konzerngewinn- und Verlustrechnung

Bis zum Zeitpunkt des Verkaufs der Gesellschaften, die zu Paper, WEEE und ELV/SSA gehörten, wurden deren Erträge und Aufwendungen zeitanteilig in der Konzern-GuV berücksichtigt. Darin enthalten sind Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 173.884 (Vorjahr: TEUR 392.650). Das EBIT der verkauften Geschäftsbereiche beträgt TEUR 7.846 (Vorjahr: 17.067).

Umsatzerlöse

Die von den Segmenten erzielten Außenumsatzerlöse (nach Konsolidierung der Umsatzerlöse zwischen den Segmenten) entfallen wie folgt auf das In- und Ausland:

Segment 2022
TEUR
2021
TEUR
Inland
Plastics 50.507 38.159
Paper 1) 52.409 166.320
WEEE 2) 36.782 66.451
ELV/SSA 3) 71.401 110.880
Summe: 211.100 381.810
Ausland
Plastics 64.668 42.302
Paper 5.318 18.236
WEEE 4.684 13.174
ELV/SSA 3.290 17.589
Summe: 77.959 91.301
Konzern Summe: 289.059 473.111

1) Paper - Verkauf zum 31.03.2022

2) Waste Electrical and Electronic Equipment - Verkauf zum 01.07.2022

3) End of Life Vehicles/Specialized Services Automotive - Verkauf zum 01.07.2022

Der Rückgang der Umsatzerlöse resultiert mit TEUR -218.766 aus dem Verkauf der Segmente Paper, WEEE und ELV/SSA. Dagegen verzeichnete das verbliebene Segment Plastics eine Steigerung der Umsatzerlöse um TEUR 34.714.

Sonstige betriebliche Erträge

Ausgewiesen werden Erträge aus der Entkonsolidierung in Höhe von TEUR 18.970, periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 709; im Vorjahr: TEUR 957) sowie andere periodenfremde Erträge (TEUR 200; im Vorjahr: TEUR 565) z. B. aus Stromsteuerentlastung und aus Erstattungen von Warenkreditversicherungen. Darüber hinaus sind Buchgewinne aus Anlagenabgängen (TEUR160; im Vorjahr: TEUR319) sowie Erträge aus der Währungsumrechnung (TEUR 684; im Vorjahr: TEUR 504) und der Herabsetzung von Einzelwertberichtigungen (TEUR 46; im Vorjahr: TEUR 105) enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Der Posten enthält vor allem Betriebs- (TEUR 11.330; im Vorjahr: TEUR 17.642), Vertriebs- (TEUR7.398; im Vorjahr: TEUR8.687) und Verwaltungsaufwendungen (TEUR 9.101; im Vorjahr: TEUR 8.758), Buchverluste aus Anlageabgängen (TEUR 60; im Vorjahr: TEUR 33) sowie Aufwendungen aus Einzelwertberichtigungen auf Forderungen (TEUR101; im Vorjahr: TEUR 164) und andere periodenfremde Aufwendungen (TEUR 170; im Vorjahr: TEUR 445). Darüber hinaus werden hier Aufwendungen aus der Währungsumrechnung (TEUR 723; im Vorjahr: TEUR343) ausgewiesen.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

In diesem Posten sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 218 (im Vorjahr: TEUR 758) enthalten.

Sonstige Angaben

Kapitalflussrechnung

Der Finanzmittelbestand umfasst grundsätzlich die Posten Schecks, Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und die Wertpapiere des Umlaufvermögens. Im Berichtsjahr sowie im Vorjahr enthält der Finanzmittelbestand ausschließlich den Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. Der Finanzmittelbestand unterlag im Geschäftsjahr keinen Verfügungsbeschränkungen.

Der Verkauf der vier vollkonsolidierten Gesellschaften führte im Cashflow aus der Investitionstätigkeit zu einer Einzahlung in Höhe von TEUR 71.094 bei einem gleichzeitig veräußerten Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR -9.187.

Im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wirkt sich die Abfindungszahlung (TEUR -31.436) zum Rückerwerb von Anteilen des ehemaligen Mehrheitsgesellschafters an den Insolvenzverwalter aus.

Im Berichtsjahr wurden Gesellschafterverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 7.252 durch die Abtretung von sonstigen Darlehensforderungen (Vermögensgegenständen) getilgt. Bei der Tilgung handelt es sich um eine nicht zahlungswirksame Transaktion der Finanzierungstätigkeit.

Im Vorjahr lagen keine zahlungsunwirksamen Transaktionen der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit vor.

Geschäftsführung

Zum Geschäftsführer der Interzero Plastics Recycling GmbH waren im Geschäftsjahr 2022 bestellt:

Stephan Schwarz, CEO (bis 01.11.2022),

Florian Werner, CEO (vom 01.12.2022 bis 20.03.2023),

Sebastian Waßermann, CFO,

Uwe Küber, COO (seit 01.08.2022),

Jacobus de Haas, CCO (seit 01.08.2022).

Gem. § 286 Abs. 4 HGB unterbleibt die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung, da zwei der Geschäftsführer nicht bei der Gesellschaft angestellt sind. Die Geschäftsführer führen ihre Tätigkeit hauptberuflich aus.

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter ergibt sich nach Köpfen wie folgt:

2022
Administration 86
Vertrieb 50
Produktion 213
Sonstige 36
386

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter gemäß Vollzeitäquivalent beträgt 360,5.

Honorar des Konzernabschlussprüfers

Das vom gesetzlichen Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2022 berechnete Gesamthonorar im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr.9 HGB beträgt TEUR 158 und entfällt mit TEUR 156 auf Abschlussprüfungsleistungen sowie mit TEUR 2 auf andere Bestätigungsleistungen.

Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB

Die Gesellschaften, die die Befreiungsvorschriften nach § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch nehmen, sind aus der Konzernanteilsbesitzliste ersichtlich.

Nachtragsbericht

Die strategische Ausrichtung des IPR Konzerns mit der Fokussierung auf das Kunststoff-Recycling führte auch in 2023 zur Anpassung des Beteiligungsportfolios.

Mit Wirkung zum 01. Januar 2023 wurde die ALBA Recycling GmbH, Berlin, zu einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag erworben. Der Kaufpreis wurde bereits vollständig bezahlt. Die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften Abfallverwertung Leipzig GmbH und Walldürn Grundstücks GmbH werden künftig als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss der Interzero Plastics Recycling GmbH einbezogen.

 

Berlin, 29. März 2023

Geschäftsführung

Sebastian Waßermann

Uwe Küber

Jacobus de Haas

Entwicklung des Konzernanlagevermögens

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2022
TEUR
Veränderung Konsolidierungskreis
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
Umbuchungen
TEUR
31.12.2022
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 21.901 -6.240 0 -37 0 15.624
2. Geschäfts- oder Firmenwert 135.773 -27.151 21 0 0 108.643
157.674 -33.391 21 -37 0 124.267
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 33.838 -28.794 163 -506 0 4.701
2. Technische Anlagen und Maschinen 41.350 -32.880 1.144 -5.327 1.523 5.810
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 19.617 -13.924 733 -1.433 3 4.996
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.817 -62 2.406 0 -1.526 2.635
96.622 -75.660 4.446 -7.266 0 18.142
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 10 0 0 0 0 10
2. Sonstige Beteiligungen 28 0 0 -15 0 13
38 0 0 -15 0 23
254.334 -109.051 4.467 -7.318 0 142.432
Abschreibungen
01.01.2022
TEUR
Veränderung Konsolidierungskreis
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
31.12.2022
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 18.738 -5.550 401 -37 13.552
2. Geschäfts- oder Firmenwert 98.092 0 1.912 0 100.004
116.830 -5.550 2.313 -37 113.556
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 18.082 -15.409 452 -499 2.626
2. Technische Anlagen und Maschinen 33.195 -25.521 1.389 -5.277 3.786
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.314 -11.379 751 -1.428 4.258
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
67.591 -52.309 2.592 -7.204 10.670
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 0
2. Sonstige Beteiligungen 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0
184.421 -57.859 4.905 -7.241 124.226
Restbuchwerte
31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.072 3.163
2. Geschäfts- oder Firmenwert 8.639 37.681
10.711 40.844
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.075 15.756
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.024 8.155
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 738 3.303
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.635 1.817
7.472 29.031
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 10 10
2. Sonstige Beteiligungen 13 28
23 38
18.206 69.913

Konzernanteilsbesitzliste zum 31. Dezember 2022

lfd. Nr. Name und Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil
in %
Anteilseigner Fußnote
I. In den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen
1. Vollkonsolidierte Unternehmen
1 Interzero Plastics Recycling GmbH, Berlin / Deutschland 100,00
2 Interzero Plastics Processing GmbH, Liebenau / Deutschland 100,00 1 1)
3 Container Dienst Zundel GmbH, Barsinghausen / Deutschland 100,00 2 1)
4 RDB plastics GmbH, Aukrug / Deutschland 100,00 1 1)
2. Assoziierte Unternehmen
5 ALBA Shanghai Automobile Recycling Co., Ltd., Shanghai / China 51,00 1
II. Nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen
1. Verbundene Unternehmen
6 RDB Plastics d.o.o., Dekani / Slowenien 100,00 4
7 RDB Plastics Sp. z o.o., Danzig / Polen 100,00 4
2. Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
8 Ersatzbrennstoff Liebenau GmbH, Liebenau / Deutschland 50,00 2

1) Inanspruchnahme der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januarbis 31. Dezember 2022

Inhalt

A. Grundlagen des Konzerns

A.1. Geschäftsaktivitäten und Organisationsstruktur

A.2. Produkte und Dienstleistungen

A.3. Steuerungssystem

B. Wirtschaftsbericht

B.1. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

B.2. Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen

B.3. Geschäftsverlauf

B.4. Lage

B.4.1 Ertragslage

B.4.2 Vermögenslage

B.4.3 Finanzlage

B.5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Interzero Plastics Recycling Konzerns

C. Chancen- und Risikobericht

C.1. Chancenmanagement

C.2. Risikomanagementsystem

C.3. Chancen und Risiken

D. Weitere Angaben

E. Prognosebericht

A. Grundlagen des Konzerns

Interzero Plastics Recycling ist ein Zusammenschluss von zum Bilanzstichtag vier (i. Vj.: acht) voll konsolidierten Gesellschaften sowie eines assoziierten Unternehmens, die mit insgesamt etwa 220 Mitarbeitern, überwiegend in Deutschland, aber auch in Europa und Asien innerhalb der Recyclingbranche aktiv sind.

A.1. Geschäftsaktivitäten und Organisationsstruktur

Die strategische Ausrichtung des Interzero Plastics Recycling Konzerns mit der Fokussierung auf Kunststoffrecycling wurde im Jahr 2022 fortgesetzt. Wachstumspotentiale werden überwiegend im Geschäftsbereich Plastics erwartet, welcher den Handel, die Produktion sowie die Verarbeitung von diversen Kunststoffen umfasst. Im Rahmen der strategischen Ausrichtung der Unternehmensgruppe hat sich die Geschäftsführung dazu entschieden, die Geschäftsbereiche Paper, ELV/SSA sowie WEEE im Jahr 2022 zu veräußern. In diesen Geschäftsbereichen werden begrenzte Wachstumschancen gesehen. Die Veräußerung des Geschäftsbereichs Paper konnte die Interzero Plastics Recycling Gruppe bereits zum 31. März 2022 abschließen. Mit Wirkung zum 01. Juli 2022 wurden die Geschäftsbereiche ELV/SSA und WEEE veräußert.

Mit Wirkung zum 01. Januar 2023 wurde die ALBA Recycling GmbH, Berlin, erworben. Die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften Abfallverwertung Leipzig GmbH und Walldürn Grundstücks GmbH gehören zum Geschäftsbereich Plastics Sorting und Processing und werden künftig als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss der Interzero Plastics Recycling GmbH einbezogen.

Das Geschäftsjahr der Muttergesellschaft Interzero Plastics Recycling GmbH, Berlin, entspricht dem Kalenderjahr.

A.2. Produkte und Dienstleistungen

Die zu Interzero Plastics Recycling gehörenden Unternehmen erfassen bzw. sammeln unterschiedlichste Abfallarten, bereiten diese auf und vermarkten sie.

Plastics

Wesentliche Abfallarten des Interzero Plastics Recycling Konzerns sind Kunststoffe. Zu den vermarkteten Kunststoffen gehören insbesondere Folien, PET und diverse Hartkunststoffe sowie Kunststoffe, die bei der Sortierung von Post-Industrial-Materialien anfallen. Die Kunststoffproduktion erweitert die Wertschöpfungskette um die Aufbereitung von Altkunststoffen sowie die Herstellung von Mahlgütern und Regranulaten zur Rückführung in den Wirtschaftskreislauf. Verarbeitet und vermarktet werden dabei vor allem PE - Polyethylen (Typen: HDPE - High Density Polyethylen und LDPE - Low Density Polyethylen), PP - Polypropylen und EPS - expandiertes Polystyrol.

Die Kunststoffe werden größtenteils in Deutschland und Europa vermarktet, jedoch teilweise auch nach Asien geliefert. Die Handelsaktivitäten stellen einen überwiegenden Anteil am Geschäft des sogenannten Handelshauses RDB plastics GmbH, Aukrug, dar.

ELV/SSA und WEEE

Dieser Geschäftsbereich wurde bis zum Zeitpunkt der Veräußerung in den Konzernabschluss und in das Konzernreporting einbezogen. Die Aufbereitung von Produktions-, Gewerbe- und Konsumschrott zu hochwertigem Shredder-, Scheren- und Paketierschrott für den internationalen Handel erfolgt in industriellen Anlagen und mit modernen Trenntechniken. Nach ihrer Aufbereitung werden Stahlwerke, Gießereien und Metallhütten mit Eisen- und Nichteisenmetallen versorgt.

Im Geschäftsbereich ELV/SSA wurden neben der Sammlung, Trennung und Verwertung von Eisen- und Stahlschrotten durch die Zerlegung von Altfahrzeugen auch wiederverwertbare Fahrzeugkomponenten für den Gebrauchtwagenmarkt gewonnen.

Der Geschäftsbereich WEEE übernahm die umweltschonende Sammlung und stoffliche Verwertung von Elektro- und Elektronikaltgeräten und deren Komponenten.

Paper

Dieser Geschäftsbereich wurde ebenfalls bis zum Verkauf in den Konzernabschluss und in das Konzernreporting einbezogen.

Die im Geschäftsbereich Paper gehandelte Fraktion PPK (Papier/Pappe/Kartonagen) umfasst im Wesentlichen alle Produktionsarten der Zellstoff- und Papierfabriken. Mit PPK werden vornehmlich Papierfabriken in Deutschland beliefert.

A.3. Steuerungssystem

Bei der Unternehmensgruppe Interzero Plastics Recycling werden zur Steuerung verschiedene Kennzahlen genutzt und auf Konzernebene ermittelt. Umsatzerlöse, EBIT nach Beteiligungsergebnis sowie Investitionen waren als wesentliche Steuerungsgrößen der Gruppe auch im Geschäftsjahr 2022 definiert. Darüber hinaus waren für die Geschäftsaktivitäten von Interzero Plastics Recycling die Mengen Fe bzw. NE, die Menge PPK sowie die Mengen an PET, Folien, EPS und PE/PP Regranulaten relevant.

Diese Kennzahlen werden der Interzero Plastics Recycling Geschäftsführung monatlich vorgelegt.

Steuerungsgrößen

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des Interzero Plastics Recycling Konzerns setzen sich aus Erlösen aus der Erbringung von Dienstleistungen sowie aus Erlösen aus dem Verkauf von Waren und fertigen Erzeugnissen abzüglich Erlösschmälerungen zusammen.

EBIT (Earnings Before Interest and Taxes) nach Beteiligungsergebnis

Effizienz und Ertragskraft des operativen Geschäfts des Interzero Plastics Recycling Teilkonzerns werden anhand des EBIT, definiert als Umsatzerlöse zuzüglich Bestandsveränderungen und aktivierter Eigenleistungen sowie sonstiger betrieblicher Erträge und Beteiligungsergebnisse, abzüglich sonstiger betrieblicher Aufwendungen, sonstiger Steuern und Abschreibungen sowie Material- und Personalaufwand, gemessen.

Investitionen

Die absolute Größe der Investitionen zeigt die langfristige Bindung finanzieller Mittel im Anlagevermögen ohne Finanzierungsleasing und Finanzanlagen. Bei Investitionsentscheidungen steht die zielgerichtete Verwendung der Finanzmittel im Mittelpunkt.

Mengen PET/Folien/EPS und PE/PP Regranulate

Im Bereich der Kunststoffe dienen die Mengen PET/Folien/EPS als zentrale Steuerungsgröße. Bei den gelieferten Mengen wird auf eine hohe Qualität geachtet. Für die Plastikaufbereitung ist der Leistungsindikator die Tonnage an PE/PP Regranulaten.

B. Wirtschaftsbericht

B.1. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Plastics

Im Jahr 2022 hatte die Kunststoffindustrie zahlreiche wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen. Es musste mit Rekordpreisen für Rohstoffe und Energie umgegangen werden sowie mit den Verwerfungen in den Lieferketten vieler Unternehmen. Die hohe Inflation und ein Rückgang der Nachfrage durch die abschwächende Konjunktur infolge des Ukraine-Kriegs prägten die wirtschaftliche Entwicklung. Zusätzliche Schwierigkeiten brachten die Lockdowns wichtiger Häfen und ganzer Regionen in China.

Bei Altkunststoffen war in der ersten Jahreshälfte ein hohes Preisniveau zu verzeichnen, das durch eine konstant hohe Nachfrage gestützt wurde. Hinzu kam ein schwaches Mengenangebot an Produktionsabfällen beispielsweise von Kunststoffverarbeitern aus dem Automobilsektor. Hier wirkte sich die Kurzarbeit bei mehreren deutschen Autoherstellern wegen der corona- und kriegsbedingt durcheinandergewirbelten Lieferketten aus. Ab Mitte des Jahres gab es nur noch eine verhaltene Nachfrage nach Kunststoffabfällen. Dies führte in Verbindung mit vollen Lägern zu einem Preisdruck.

Zu Jahresbeginn setzte sich der Preisauftrieb für gebrauchte PET-Flaschen und Regranulate zunächst noch fort, was auch auf verknappte Mengen von PET-Ware aus dem asiatischen Markt zurückzuführen war. Recycler und Verarbeiter von Rezyklaten hatten mit Beginn des Krieges in der Ukraine höhere Energiekosten und Frachtraten zu verkraften, die aber nur zum Teil im Verkauf weitergegeben werden konnten. Die Preisschere zwischen Neuware und Rezyklat ging weiter auseinander, was bei den Abnehmern zu einer geringeren Nachfrage führte. In den Sommermonaten kam es aufgrund der anhaltend hohen Temperaturen zu einem stark erhöhten Aufkommen an PET-Flaschen. PET-Recycler in Deutschland konnten deshalb eine günstigere Rohstoffbeschaffung vornehmen und auch zusätzliche Lager aufbauen. In den Folgemonaten verstärkte sich der Druck auf die Preise aufgrund schwächerer Nachfrage der Verarbeiter und billigerer Neuware aus dem Ausland.

Beherrschendes Thema ist für die energieintensive Branche aber die Preisexplosion am Energiemarkt.

B.2. Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen

Am 1. Januar 2023 tritt die Mehrwegpflicht im Handel für Einwegkunststoff-Lebensmittelverpackungen und Einweggetränkebecher nach dem Verpackungsgesetz in Kraft. Diese soll den Verbrauch und damit die entstehenden Abfälle aus Einwegverpackungen in Deutschland reduzieren. Bei Lebensmittelverpackungen bleiben die Vorgaben auf Plastikverpackungen beschränkt. Bei Getränkebechern sind alle Materialarten relevant.

Am 1. August 2023 tritt die Mantelverordnung (Verordnung zur Einführung einer Ersatzbaustoffverordnung, zur Neufassung des Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung und zur Änderung der Deponieverordnung und der Gewerbeabfallverordnung) in Kraft. Den Kern des Vorhabens bilden die Einführung einer Ersatzbaustoffverordnung (EBV) und die Neufassung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung. Im Zusammenhang damit werden auch die Deponieverordnung und die Gewerbeabfallverordnung geändert. Mit der EBV sollen die Anforderungen für den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe in technischen Bauwerken geregelt, die Ziele der Kreislaufwirtschaft gefördert und die Akzeptanz für den Einsatz von Ersatzbaustoffen verbessert werden. Das wird nach Inkrafttreten im Jahr 2023 dazu führen, dass mehr recycelte Baustoffe genutzt und natürliche Ressourcen geschont bleiben.

B.3. Geschäftsverlauf

Im Geschäftsbereich Plastics bestimmten extreme Preisschwankungen den Geschäftsverlauf. In der ersten Jahreshälfte war der Markt aufgrund der hohen Nachfrage völlig überhitzt, so dass die Verkaufspreise deutlich über dem Vorjahr lagen. Für die einzelnen Stoffströme konnten hier Margen erzielt werden, die über den langjährig erzielten Durchschnittsmargen lagen. Allerdings musste jederzeit mit einer deutlichen Preiskorrektur gerechnet werden. So brach in der zweiten Jahreshälfte der Altkunststoffmarkt stark ein. Mit dem andauernden Ukrainekrieg, begleitet von massiven Preissteigerungen bei Strom und Gas, reduzierten sich die Preise drastisch. Inländische, europäische und türkische Verarbeiter erwarben zudem deutlich weniger Ware. Entgegen dieser Entwicklung kauften die Verarbeiter aus Südostasien zu stabilen Preisen ein. Bei den Stoffströmen PET und EPS Regranulat konnten mit den vorhandenen Mengen überdurchschnittlich hohe Vermarktungserlöse erzielt werden. Die guten Einkaufsstrukturen sorgten dafür, dass die Nachfrage bedient werden konnte. Mit Beginn der zweiten Jahreshälfte veränderten sich die Marktbedingungen. Durch die Absicherung der Vertragsmengen kam es aber nicht zu negativen Auswirkungen bei der Vermarktung von PET. Die Hochpreisphase führte auch dazu, dass viele Warenkreditversicherungen der Abnehmer ausgeschöpft waren und teilweise nur mit Vorkassen gearbeitet werden konnte. Auch der Annahmestopp durch volle Lager bei Verwertern gestaltete die Vermarktung der Mengen zum Jahresende schwieriger und führte teilweise zu einem Aufbau von Lagerbeständen. Bei EPS konnte die überdurchschnittliche Nachfrage an Regranulaten aufgrund von Produktionsengpässen nur teilweise erfüllt werden.

Die Absatzziele im Geschäftsbereich Plastics unterschritten mit einem umgesetzten Volumen von 9 tto bei EPS und 10 tto bei Regranulat PE/PP nur knapp die Erwartungen und lagen auch für die Stoffströme PET und Folien mit gehandelten Volumina von 33 tto bzw. 84 tto unter der Prognose. Die prognostizierten Absatzmengen konnten aufgrund der konjunkturellen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen nicht erreicht werden.

Die Unternehmensgruppe erzielte im Geschäftsjahr Umsatzerlöse von 289,1 Mio. Euro (i. Vj.: 473,1 Mio. Euro). Auf Plastics entfallen davon 115,2 Mio. Euro (i. Vj.: 80,5 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung der dargestellten Preisentwicklung und des veränderten Konsolidierungskreises wurden die Erwartungen deutlich übertroffen.

Auf Konzernebene betrug das EBIT nach Beteiligungsergebnis 26,2 Mio. Euro. Darin enthalten sind Erträge aus der Entkonsolidierung in Höhe von 19 Mio. Euro. Bereinigt um diesen Effekt wurde das prognostizierte EBIT signifikant überschritten. Dies ist trotz geringer Absatzmengen auf die positiven Preiseffekte zurückzuführen, die zu über dem langjährigen Durchschnitt liegenden Margen führten.

Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen in Höhe von 3,5 Mio. Euro (i. Vj.: 3,4 Mio. Euro) unterschritten das erwartete Niveau, da bestimmte Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in das Folgejahr verschoben wurden oder nicht zustande kamen.

Die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden im folgenden Kapitel B.4. dargestellt.

B.4. Lage

B.4.1 Ertragslage

Der Verkauf der Geschäftsbereiche Paper, ELV/SSA und WEEE hatte einen erheblichen Einfluss auf die Ertragslage des Konzerns. So erzielte Interzero Plastics Recycling im Geschäftsjahr 2022 einen Konzernjahresüberschuss in Höhe von 23,3 Mio. Euro, während das Vorjahresergebnis nahezu ausgeglichen war.

Es konnten Umsatzerlöse in Höhe von 289 Mio. Euro erzielt werden. Der Rückgang um 184,0 Mio. Euro (39 %) resultiert mit 218,8 Mio. Euro aus den verkauften Geschäftsbereichen, die nur anteilig bis zum jeweiligen Verkaufszeitpunkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung einbezogen wurden. Dagegen verzeichnete der verbliebene Geschäftsbereich Plastics eine Steigerung der Umsatzerlöse um 34,7 Mio. Euro. Diese Steigerung basierte aus den positiven Preiseffekten bei den wesentlichen Fraktionen.

Der Materialaufwand sank um 153,4 Mio. Euro (40 %) auf 228,9 Mio. Euro. Davon entfallen auf die verkauften Geschäftsbereiche 184,9 Mio. Euro Die Preisentwicklung spiegelt sich auch beim Materialaufwand wider. Dieser stieg im Geschäftsbereich Plastics um 30,8 Mio. Euro.

Der Personalaufwand liegt bei 22,1 Mio. Euro und ist somit um 9,8 Mio. Euro (31 %) gesunken. Der Rückgang ist auf die Verringerung des durchschnittlichen Personalbestands von 595 auf 360 Mitarbeiter (FTE) zurückzuführen.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge resultiert aus dem Entkonsolidierungsergebnis in Höhe von 19,0 Mio. Euro.

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf 29,6 Mio. Euro (i. Vj.: 38,9 Mio. Euro) entfällt mit 12,6 Mio. Euro auf die veräußerten Geschäftsbereiche. Gegenläufig erhöhten sich die IT-Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Mio. Euro. Dies ist auf die IT-Migration in eine neue Systemlandschaft zurückzuführen. Einen weiteren Faktor stellen die erhöhten Stromkosten, Treibstoffkosten sowie Aufwendungen aus Währungskurseffekten dar.

Der Geschäftsbereich Plastics erzielte ein EBIT in Höhe von 7,8 Mio. Euro (i. Vj.: 5,1 Mio. Euro). Die deutliche Steigerung um 2,7 Mio. Euro ist auf die positive Preisentwicklung in 2022 zurückzuführen.

Der Zinsaufwand, welcher insbesondere Darlehen sowie die Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen betrifft, konnte durch Zinserträge aus gewährten Darlehen an nahestehende Unternehmen mehr als ausgeglichen werden.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten Aufwendungen aus laufenden Ertragsteuern in Höhe von 3,8 Mio. Euro (i.Vj.: 4,0 Mio. Euro) sowie Erträge aus latenten Steuern in Höhe 0,2 Mio. Euro (i. Vj.: 0,4 Mio. Euro).

B.4.2 Vermögenslage

Die Veränderung des Konsolidierungskreises wirkte sich ebenfalls stark auf die Vermögenlage der Interzero Plastics Recycling Gruppe aus.

Im Vergleich zum Vorjahr sank die Bilanzsumme um 85,4 Mio. Euro (46 %) auf 101,8 Mio. Euro.

Auf der Aktivseite hat sich das Anlagevermögen um 51,7 Mio. Euro auf 18,2 Mio. Euro reduziert. Im Wesentlichen ist dies auf den Abgang von Anlagevermögen aus dem Konsolidierungskreis in Höhe von 51,2 Mio. Euro zurückzuführen. Der Geschäfts- oder Firmenwert sank durch die Entkonsolidierung um 27,2 Mio. Euro sowie durch planmäßige Abschreibungen um 1,9 Mio. Euro. Das Sachanlagevermögen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 21,6 Mio. Euro, wovon der Entkonsolidierungseffekt 23,4 Mio. Euro beträgt. Der Buchwert des Finanzanlagevermögens verminderte sich aufgrund des Abgangs einer Beteiligung.

Das Umlaufvermögen hat sich zum 31. Dezember 2022 um 33,6 Mio. Euro auf 83,5 Mio. Euro reduziert. Der Abgang von Vorratsvermögen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus dem Konsolidierungskreis beträgt 56,1 Mio. Euro. Die sonstigen Vermögensgegenstände verminderten sich um 36,7 Mio. Euro. Im Wesentlichen war dies der Effekt aus der Rückzahlung von sonstigen Forderungen gegen ein nahestehendes Unternehmen aus einem gewährten Darlehen in Höhe von 26,8 Mio. Euro, durch Abtretung und Verrechnung von Forderungen mit Gesellschafterverbindlichkeiten in Höhe von 7,2 Mio. Euro und betrifft mit 3,0 Mio. Euro den Abgang von sonstigen Vermögensgegenständen aus dem Konsolidierungskreis. Dagegen erhöhten sich die liquiden Mittel um 58,0 Mio. Euro, welches maßgeblich durch die Veräußerung von Geschäftsbereichen bedingt war.

Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital durch den erzielten Jahresüberschuss um 23,3 Mio. Euro auf 83,1 Mio. Euro. Darin enthalten ist ein Ertrag aus der Entkonsolidierung in Höhe von 19,0 Mio. Euro. Bei einem Eigenkapital von 83,1 Mio. Euro beläuft sich die Eigenkapitalquote somit zum 31. Dezember 2022 auf 81,6 % (i. Vj.: 31,9 %).

Die Rückstellungen sind um 53,8 Mio. Euro auf 6,7 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr gesunken. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Inanspruchnahme einer Rückstellung in Höhe von 31,4 Mio. Euro für den Abfindungsbetrag zum Rückerwerb von Gesellschafter-Anteilen zurückzuführen. Zudem trägt die Veränderung des Konsolidierungskreises mit dem Abgang von Pensionsrückstellungen (11,2 Mio. Euro) sowie sonstigen Rückstellungen (12,4 Mio. Euro) zu der Verringerung der Rückstellungen bei.

Die Verbindlichkeiten sind um 51,6 Mio. Euro auf 11,1 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr gesunken. Aufgrund der Konsolidierungskreisveränderung reduzierten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 38,3 Mio. Euro und die sonstigen Verbindlichkeiten um 0,3 Mio. Euro. Zudem verminderten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber nahestehenden Unternehmen deutlich. Durch die Tilgung von Darlehensverbindlichkeiten um 4 Mio. Euro sanken die sonstigen Verbindlichkeiten.

Darüber hinaus werden passive latente Steuern in Höhe von 0,9 Mio. Euro ausgewiesen (i. Vj.: 4,3 Mio. Euro), die größtenteils aus im Rahmen der Erstkonsolidierung aufgedeckten stillen Reserven resultieren. Aufgrund der Veränderung des Konsolidierungskreises verminderten sich die passiven latenten Steuern um 3,3 Mio. Euro.

B.4.3 Finanzlage

Finanzmanagement

Wichtigstes Ziel des Finanzmanagements ist es, die Liquidität des Interzero Plastics Recycling Konzerns sicherzustellen, um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten. Hierzu nehmen die Interzero Plastics Recycling GmbH als Cashpool-Führerin und die mit ihr verbundenen Tochtergesellschaften an einem Cashpooling-Verfahren teil. Die liquiden Mittel werden gruppenweit zusammengefasst, überwacht und nach einheitlichen Grundsätzen investiert. Weitere Informationen zur Steuerung der Kredit-, Liquiditäts-, Zins- und Währungsrisiken finden sich unter C. Chancen- und Risikobericht.

Die Interzero Plastics Recycling Unternehmensgruppe ist in der Lage, sich aus der operativen Tätigkeit und vorhandenen finanziellen Mitteln zu finanzieren. Es bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 0,4 Mio. Euro (i.Vj.: 0,6 Mio. Euro). Zudem hat der Konzern eine Kontokorrentkreditlinie mit einer Bank abgeschlossen, die bislang ungenutzt ist.

Der Zahlungsmittelbestand in der Kapitalflussrechnung umfasst zum 31. Dezember 2022 die in der Bilanz ausgewiesenen liquiden Mittel in Höhe von 71,1 Mio. Euro (i. Vj.: 13,1 Mio. Euro).

Cashflows

Nachfolgend werden die in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellten Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit erläutert.

Im Geschäftsjahr 2022 beträgt der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit -3,7 Mio. Euro. Das Konzernjahresergebnis konnte im Vergleich zum Vorjahr mit 23,3 Mio. Euro deutlich gesteigert werden. Darin enthalten sind Erträge aus der Entkonsolidierung in Höhe von 19,0 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr wirkten sich maßgeblich gestiegene Mittelabflüsse in Zusammenhang mit Liefer- und Leistungsbeziehungen, insbesondere zu nahestehenden Unternehmen, aus.

Der Mittelzufluss aus der Investitionstätigkeit resultiert maßgeblich aus dem Verkauf der Geschäftsbereiche Paper, ELV/SSA und WEEE. Zudem wurde ein gewährtes Darlehen an ein nahestehendes Unternehmen in Höhe von 24,8 Mio. Euro zurückgezahlt. Die erhaltenen Zinsen stellen überwiegend den Ertrag aus dem gewährten Darlehen dar. Die Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 3,4 Mio. Euro lagen auf Vorjahresniveau. In den erhaltenen Dividenden sind die gemäß Ergebnisabführungsvertrag abgeführten Gewinne der verkauften Unternehmensbereiche enthalten.

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit resultiert im Berichtsjahr im Wesentlichen aus einer Zahlung in Höhe von 31,4 Mio. Euro für den Rückerwerb von Gesellschafteranteilen. Zur kurzfristigen Finanzierung wurden vom Gesellschafter finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, die zum Ende des Jahres wieder zurückgeführt werden konnten. Zudem kam es zur Tilgung von Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von 4,0 Mio. Euro. Die Zinszahlungen erfolgten im Wesentlichen für Darlehen.

B.5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Interzero Plastics Recycling Konzerns

Der Geschäftsverlauf wurde in besonderem Maße durch den Verkauf der Geschäftsbereiche Paper, ELV/SSA und WEEE beeinflusst mit den dargestellten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Interzero Plastics Recycling. Durch die erfreuliche Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten wurde die wirtschaftliche Lage auch in 2022 positiv beeinflusst. Die planmäßigen Folgeeffekte aus der Erstkonsolidierung sämtlicher Tochtergesellschaften haben das Konzernergebnis insgesamt mit 2,4 Mio. Euro (i. Vj.: 4,1 Mio. Euro) belastet. Insgesamt konnte im Berichtsjahr ein positives Konzernjahresergebnis erzielt werden, da die Interzero Plastics Recycling Gruppe neben den Sondereffekten aus der Konsolidierungskreisänderung von ihrer operativen Leistungsfähigkeit profitiert hat.

C. Chancen- und Risikobericht

C.1. Chancenmanagement

Interzero Plastics Recycling agiert in einem dynamischen Marktumfeld, in dem sich ständig neue Chancen eröffnen. Diese systematisch zu erkennen und zu nutzen - und dabei unnötige Risiken zu vermeiden - ist ein wesentlicher Faktor für ein nachhaltiges Wachstum des Interzero Plastics Recycling Konzerns.

Im Rahmen des Chancenmanagements werden Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie Umfeldszenarien ausgewertet. Des Weiteren befasst sich Interzero Plastics Recycling mit der Ausrichtung des Produktportfolios, den Strukturkosten sowie den potenziellen Erfolgsfaktoren der Branche.

Der Konzern verfügt über zuverlässige Steuerungsstrukturen. Diese stellen sicher, dass Chancen auf der Basis ihrer Potenziale, der notwendigen Investitionen und ihres Risikoprofils bewertet und verfolgt werden. Sofern es wahrscheinlich ist, dass Chancen eintreten, hat Interzero Plastics Recycling diese bereits in ihre Geschäftspläne aufgenommen. Der Abschnitt C.3 konzentriert sich daher neben möglichen Risiken auf zukünftige Trends oder Ereignisse, die zu einer für Interzero Plastics Recycling positiven Abweichung zum Ausblick für das Jahr 2023 führen können.

C.2. Risikomanagementsystem

Als international agierende Unternehmensgruppe der Recyclingbranche ist Interzero Plastics Recycling neben diversen Chancen auch einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Unter dem Begriff "Risiko" werden alle Ereignisse und Entwicklungen innerhalb und außerhalb des Unternehmens verstanden, die sich im Rahmen eines vorgegebenen Betrachtungszeitraums nachteilig auf die prognostizierte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können.

Ziel ist nicht die Vermeidung aller Risiken, sondern die Schaffung von Handlungsspielräumen, die ein bewusstes Eingehen aufgrund umfassender Kenntnisse der Risiken und Risikozusammenhänge ermöglichen. Die Steuerung dieser Risiken ist unter Beachtung von Grenzen für die Risikobereitschaft Grundvoraussetzung für den Unternehmenserfolg. Unternehmerische Risiken werden nur eingegangen, wenn diese kalkulierbar sind und die ihnen gegenüberstehenden Chancen eine angemessene Wertsteigerung erwarten lassen.

C.3. Chancen und Risiken

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Auswirkungen zunehmender staatlicher Eingriffe in Form von Marktregulationen können weiterhin zu einem signifikanten zusätzlichen Margendruck führen und sich nachhaltig auf die Ergebnissituation auswirken. Interzero Plastics Recycling begegnet diesem Risiko mit kontinuierlicher Beobachtung der Rahmenbedingungen in den wichtigsten Absatzmärkten, um rechtzeitig reagieren zu können.

Neben möglichen Risiken aus diesen Rahmenbedingungen können sich auch Chancen in Form von Marktzutrittsbarrieren für andere Wettbewerber und neuen Geschäftsfeldern ergeben. Auch diese Chancen werden durch eine stetige Marktbeobachtung identifiziert und bewertet.

Insgesamt werden die Risiken aus rechtlichen Rahmenbedingungen aufgrund steigender Verwertungsanforderungen für Kunststoffverpackungsabfälle durch Gesetze und Verordnungen als mittel eingestuft.

Markt und Wettbewerb

Interzero Plastics Recycling steht im Wettbewerb mit anderen Unternehmen der Recyclingbranche. Durch Markt- und Wettbewerbsbeobachtung werden Risiken für die eigene Marktposition regelmäßig analysiert, um frühzeitig geeignete Gegenmaßnahmen und Aktionen einleiten zu können. Ebenso wird der Markt hinsichtlich sich ergebender Chancen beobachtet. Diese ergeben sich insbesondere aus möglichen Akquisitionen zur Vertiefung der Wertschöpfungskette oder der Fokussierung auf margenträchtige Geschäftsfelder. Mit dem Erwerb der ALBA Recycling GmbH als bedeutender Marktteilnehmer in der Kunststoffrecyclingbranche zu Beginn des Jahres 2023 werden die Chancen der IPR hinsichtlich Wachstum und Stärkung der Wettbewerbsposition deutlich gesteigert.

Auf den Bereich Plastics Trading könnten sich Einfuhrrestriktionen von Abnehmerländern im asiatischen Raum für diverse Abfallarten nachteilig auswirken. Aber auch verschärfte europäische Auflagen für die Ausfuhr von Altkunststoffen könnten einen negativen Einfluss auf das Handelsgeschäft haben. Dennoch zeigt sich, dass durch die vorhandene sehr gute Vernetzung und Markterfahrung von Interzero Plastics Recycling mögliche Chancen im Handel mit anderen Abnehmerstaaten genutzt werden konnten und auch künftig bestehen. Mit dem möglichen Wiedereintritt der inländischen, europäischen und türkischen Verarbeiter am Altkunststoffmarkt, könnten sich die Einkaufspreise deutlich erhöhen. Dies würde zu einer spürbaren Verschärfung des Wettbewerbes und nachfolgend zu sinkenden Margen führen. Die Erweiterung von PET-Recyclingkapazitäten stellt eine Herausforderung dar, um die Marktposition im Plastics Trading erhalten zu können. Der Zugriff auf PET Pfandflaschen aus dem deutschen Pfandsystem wird aufgrund von Marktteilnehmern angestrebter geschlossener Kreisläufe schwieriger. Dies kann durch Importe aus dem Ausland kompensiert werden. Die starke Marktposition von Interzero Plastics Recycling im Bereich Trading unterstützt maßgeblich die Wachstumsmöglichkeiten im Bereich Processing von Interzero Plastics Recycling durch die Sicherung des Zugriffs auf postindustrielle Recycling-Rohstoffe.

Dem wachsenden Risiko einer Unwirtschaftlichkeit bestimmter Stoffgruppen durch stetige Zunahme recycelter Kunststoffverpackungsabfälle bei zugleich steigenden Verwertungsanforderungen durch Gesetze und Verordnungen wirkte die Interzero Plastics Recycling Gruppe durch Investitionen im Bereich Plastics Processing und hier zur Erweiterung der Wertschöpfungskette und Verbesserung der Marktpositionierung entgegen. Erfolgte Investitionen in Sortier- und Verwertungstechnik, wie auch ein Ausbau europäischer Absatzmärkte für Rezyklate innerhalb der kunststoffverarbeitenden Industrie, bieten zugleich Chancen einer besseren Marktpositionierung aus den sich ändernden Wettbewerbsgegebenheiten. Durch die vielfältigen Möglichkeiten diverse Kunststoffe zu granulieren, kann sich die Interzero Plastics Recycling Gruppe zügig auf unterschiedliche Nachfragen einstellen und das entsprechende Material produzieren. Hierbei spielt aber die Mengenverfügbarkeit eine wichtige Rolle. Bei rückläufigen Handelsvolumina der Fraktion PET können insbesondere geplante Investitionen zur Abbildung eines geschlossenen Kreislaufs die Marktsituation des Konzerns im Segment Plastics stärken.

Aufgrund der strategischen Fokussierung auf Kunststoffrecycling entfallen Chancen und Risiken in den Geschäftsbereichen Paper, WEEE und ELV/SSA. Somit tangiert der volatile Stahl- und Metallmarkt aufgrund der strukturellen Neuausrichtung künftig die Interzero Plastics Recycling nicht mehr.

Die Risiken aus Markt und Wettbewerb sind zwar geringer als im Vorjahr, werden aber insgesamt unverändert als mittleres Risiko eingestuft.

Risiken der betrieblichen Tätigkeit infolge des Erwerbs von Sorting und Processing

Neue Risiken resultieren aus Sorting und Processing infolge des Erwerbs der ALBA Recycling GmbH und deren Tochterunternehmen. An den Anlagen und Maschinen kann es zu Sachschäden und/ oder Betriebsunterbrechungen kommen. Der Ausfall von Sortier- und Produktionsanlagen kann zu Stillstandskosten führen, da mit langen Lieferzeiten bei Ersatzteilen zu rechnen ist. Folgende mögliche Auswirkungen sind zu berücksichtigen: steigendes Working-Capital für lagerndes Vormaterial, Reparatur- und Ersatzteilaufwendungen, Dispositions- und Transportkosten. Weiteren Risiken wie Sachschäden und Folgeschäden bei Bränden wird durch Versicherungen abzüglich eines Selbstbehalts sowie durch Innovationen wie die eigenständige Löschung von Anlagen entgegengewirkt. Die hohen Energiekosten stellen für den energieintensiven Betrieb von Kunststoffrecyclinganlagen eine Herausforderung dar. Hierbei traten jedoch bundesweite Regularien zur Strompreisbremse in Kraft, von denen die Interzero Plastics Recycling Gruppe profitiert. Es handelt sich insgesamt um mittlere Risiken.

Personal

Interzero Plastics Recycling beschäftigt eine Vielzahl an Mitarbeitern. Dem Risiko, qualifizierte Fach- und Führungskräfte aufgrund von Gründen wie altersbedingtem Ausscheiden, persönlicher Neuorientierung oder Fluktuation zu verlieren, stehen Chancen gegenüber, wenn es Interzero Plastics Recycling gelingt, Mitarbeiter zu qualifizieren, zu entwickeln und langfristig zu binden.

Trotz eingerichteter Kontrollsysteme sind dolose Handlungen möglich, die dem Unternehmen schaden können. Auch die eingerichteten Systeme können keine absolute Sicherheit gewährleisten.

Chancen ergeben sich insbesondere durch die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber innerhalb der Recyclingbranche. Insbesondere sind das Bewusstsein zur Nachhaltigkeit sowie die Wiederverwertung von Kunststoffen angesehene Leitziele des Unternehmens.

Die Personalrisiken werden aufgrund des Fachkräftemangels in den Regionen mit Niederlassungen von Interzero Plastics Recycling insgesamt als mittleres Risiko eingeschätzt.

Zins- und Währungsänderung

Aufgrund der Finanzierungen durch den Gesellschafter und durch Kreditinstitute zu einem festen Zinssatz bestehen im Interzero Plastics Recycling Konzern aktuell keine Zinsänderungsrisiken. Änderungen des Basiszinssatzes durch die EZB werden im Rahmen von Investitionsplanungen und Impairment Test berücksichtigt.

Währungskursrisiken resultieren aus der operativen Tätigkeit eines Teilbereichs (vorrangig USD-Forderungen), denen im Wesentlichen durch Sicherungsgeschäfte von Fremdwährungstransaktionen (FX-Forwards) begegnet wird.

Das Währungsänderungsrisiko wird daher unverändert als gering eingestuft.

Finanzwirtschaftliches Risiko

Dieses Risiko resultiert aus dem Erwerb der ALBA Recycling GmbH mit Wirkung zum 01. Januar 2023. Die Gewährung eines Konsortialkreditvertrags zur Finanzierung einer Recyclinganlage erfolgte gegen Vereinbarung üblicher Sicherheiten sowie von Finanzkennzahlen (Financial Covenants), über welche regelmäßig zu berichten ist. Die Nichteinhaltung einer oder mehrerer Covenants kann unter bestimmten Voraussetzungen zu einem Kündigungsgrund führen. Für den Fall, dass ein Kündigungsgrund eintritt, erhöht sich der Zinssatz per annum, und zwar für die Zeit ab dem Eintritt des Kündigungsgrundes bis zu seiner endgültigen Beseitigung. Die Berechtigung der Banken zur Geltendmachung von außerordentlichen Kündigungsrechten bleibt von einer Zinserhöhung unberührt. Die Einhaltung der Financial Covenants wird durch permanentes Monitoring überwacht, so dass bei Bedarf Gegenmaßnahmen unverzüglich eingeleitet werden können. Das Risiko wird deshalb als gering eingeschätzt.

Liquidität

Interzero Plastics Recycling war im Geschäftsjahr 2022 jederzeit in der Lage, alle finanziellen Verpflichtungen durch die zur Verfügung stehende Liquidität zu erfüllen.

Zur Erhöhung der finanziellen Flexibilität hat der Konzern eine Kontokorrentkreditlinie mit einem deutschen Kreditinstitut vereinbart, welche zum Stichtag ungenutzt ist.

Das Liquiditätsrisiko wird daher unverändert als geringes Risiko beurteilt.

Treasury

Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nur zu Sicherungszwecken gegen Währungsrisiken. Eingesetzt werden nur solche, die vom Bereich Treasury abgebildet und überwacht werden können und deren buchhalterische Erfassung geklärt ist. Das Treasury-Berichtswesen trägt dazu bei, dass zukünftige Liquiditätsentwicklungen und finanzielle Risikopositionen frühzeitig erkannt werden.

Das Risiko wird aufgrund der quantitativ untergeordneten Bedeutung der Finanzinstrumente unverändert als gering eingestuft.

Gesamteinschätzung

Die Interzero Plastics Recycling fokussiert sich auf Geschäftsbereiche mit großen Wachstumschancen und hoher Profitabilität. Mit dem Erwerb der ALBA Recycling GmbH ergeben sich im Bereich Sorting Wachstumschancen. Das Risikoprofil ändert sich, da die potentiellen Risiken aus dem Betrieb von Sortieranlagen und finanzwirtschaftliche Risiken im Zusammenhang mit der Finanzierung neuer Anlagen eine höhere Bedeutung haben.

Nach Abwägung der zuvor beschriebenen Chancen und Risiken ergibt sich nach Einschätzung der Geschäftsführung weder aus Einzelrisiken noch durch die aggregierte Risikoposition eine Bestandsgefährdung für Interzero Plastics Recycling. Insgesamt ist das Risikopotential als mittel einzustufen.

D. Weitere Angaben

Forschung und Entwicklung

Im Interzero Plastics Recycling Konzern haben Innovationen und die Weiterentwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle angesichts der Tätigkeitsfelder einen hohen Stellenwert. Forschung und Entwicklung im üblichen Sinne betreibt die Gruppe regelmäßig nicht.

E. Prognosebericht

Die Einschätzung der Entwicklung des Interzero Plastics Recycling Konzerns basiert auf derzeitigen Erwartungen und Annahmen bezüglich der Auswirkungen zukünftiger Ereignisse und wirtschaftlicher Bedingungen auf die operativ tätigen Gesellschaften.

Die strategische Ausrichtung des Interzero Plastics Recycling Konzerns sieht weiterhin das Wachstum im Kunststoffbereich vor, welcher den Handel, die Produktion, sowie die Sortierung von diversen Kunststoffen umfasst. Nachdem mit Erwerb der CPE Gruppe in 2020 der Grundstein für die innerbetriebliche Produktion gelegt wurde, konnte der Standort bereits in 2021 durch einen weiteren PE/PP Extruder erneuert werden. Im neuen Geschäftsjahr stehen Erweiterungen durch einen weiteren Extruder an. Diese spiegeln sich jedoch nicht nur in der Anschaffung neuer technischer Anlagen wider, sondern stellen darüber hinaus eine Diversifikation im Kunststoffbereich dar. Über die organische Entwicklung hinaus, wächst die Unternehmensgruppe ebenfalls anorganisch, indem die Interzero Plastics Recycling GmbH zum 01. Januar 2023 die ALBA Recycling GmbH mitsamt der Tochtergesellschaften Abfallverwertung Leipzig GmbH sowie Walldürn Grundstücks GmbH akquirierte. Diese Einheiten stellen nun den Geschäftsbereich Sorting dar. Innerhalb der Unternehmensgruppe sollen Synergien geschaffen werden, um die Ressourcen bestmöglich zu nutzen.

Auch im Jahr 2023 ist anzunehmen, dass die einzelnen Fraktionen hinsichtlich ihrer Absatzmenge sowie -möglichkeiten variieren. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass in dem Bereich Plastics Trading für die Fraktionen Folien und Sondersorten aufgrund des ausgeprägten Netzwerks eine Mengensteigerung erzielt werden kann. Während sich der PET-Handel zunehmend schwieriger gestaltet, da die großen Handelsketten vermehrt einen Closed Loop Ansatz verfolgen, werden innerhalb der Gruppe neue Möglichkeiten geschaffen. Hierbei können künftig eigene Verarbeitungstechnologien angeboten werden, was zu einer Erweiterung der Wertschöpfungskette führt. Der neu erworbene Geschäftsbereich Plastics Sorting und Processing beschäftigt sich insbesondere mit der LVP Sortierung und geht aufgrund neuer Geschäftsbeziehungen von einer Mengensteigerung im Vergleich zum Vorjahr aus. Insgesamt rechnet die Geschäftsführung mit einem Mengenanstieg um 15% im Geschäftsbereich Kunststoff.

Die Geschäftsführung fokussiert sich im Jahr 2023 bei der Kunststoffproduktion auf die horizontale Diversifikation, welche sich in Investitionen in technische Anlagen sowie Erweiterung des Knowhows äußern wird. Infolgedessen soll mithilfe der Teilbereiche Handel, Produktion sowie Sortierung ein breites Portfolio innerhalb des Bereiches Kunststoff angeboten werden können, welches den Interzero Plastics Recycling Konzern weiter stärkt.

Im Hinblick auf die maschinellen Erweiterungs- sowie Ersatzinvestitionen ist mit einem signifikanten Anstieg der Investitionen zu rechnen, welche aus der laufenden Geschäftstätigkeit finanziert werden.

Auf Basis der dargestellten Erwartungen bzw. Veränderungen wird für das Geschäftsjahr 2023 auf konsolidierter Ebene mit einem Anstieg der Umsatzerlöse um 31% gerechnet, welcher insbesondere auf den Kauf des Geschäftsbereiches Sorting und Processing zurückzuführen ist. Die Konzernprognose bezüglich des EBIT nach Beteiligungsergebnis liegt im niedrigen zweistelligen Mio. Euro Bereich. Somit geht die Geschäftsführung davon aus, dass sich das EBIT ohne Berücksichtigung der Sondereffekte aus der Entkonsolidierung gegenüber dem Berichtsjahr 2022 verdoppelt.

 

Berlin, 29. März 2023

Die Geschäftsführung

Sebastian Waßermann

Uwe Küber

Jacobus de Haas

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Interzero Plastics Recycling GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Interzero Plastics Recycling GmbH, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngewinn- und -verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Interzero Plastics Recycling GmbH, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

- vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Die Geschäftsführung ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

- holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

- beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 31. März 2023

Grant Thornton AG
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Niclas Rauscher, Wirtschaftsprüfer

Sebastian Koch, Wirtschaftsprüfer

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