Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 158701
Eingetragen
26.8.2019
Branche
Großhandel mit Brennstoffen und MineralölerzeugnissenWärme- und KältehandelGroßhandel mit chemischen Erzeugnissen
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist der Handel mit Waren aller Art, insbesondere mit Mineralöl- und chemischen Produkten und Produkten der Wärmetechnik, die Bereitstellung und Lieferung von Wärme, der Umschlag, die Einlagerung, Lagerung, Auslagerung, Mischung, Be- und Aufarbeitung von Mineralölen, Derivaten, sonstigen Flüssigkeiten, Gasen und anderen Produkten der Energiewirtschaft, und alle damit im Zusammenhang stehenden Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Nicholas John Pike
seit 6.10.2025
Geschäftsführer
Ian Bruce Woodcook
seit 15.1.2024
Geschäftsführer
Sven Braun
seit 13.7.2022
Prokura
Stephan Linndorf
seit 13.7.2022
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
PRAX LIMITEDGBR
89.90%
PRAX LIMITEDGBR
10.10%

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
8.994.496 €
89.90%
PRAX LIMITED
United Kingdom
1.010.504 €
10.10%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

OIL! Tankstellen GmbH

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 30.11.2023

Bilanz zum 30. November 2023

Aktiva

30.11.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 276.179,67 261.589,81
2. Kundenstämme und Vertragsrechte 111.667,67 387.847,34 114.723,23 376.313,04
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.264.500,40 10.661.811,61
2. Technische Anlagen und Maschinen 9.853.837,10 9.701.353,71
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.787.372,93 5.034.447,57
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 630.215,43 25.535.925,86 1.136.276,94 26.533.889,83
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 14.493.997,62 14.493.997,62
2. Beteiligungen 137.625,84 14.631.623,46 137.625,84 14.631.623,46
40.555.396,66 41.541.826,33
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Handelswaren 16.990.650,64 18.624.211,34
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 37.842.780,95 38.061.582,38
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 144.901,04 66.824.596,80
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 199.742,42 212.154,78
4. Sonstige Vermögensgegenstände 83.817,72 38.271.242,13 233.504,97 105.331.838,93
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 19.238.363,47 0,00
74.500.256,24 123.956.050,27
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.028.707,19 1.549.991,13
116.084.360,09 167.047.867,73

Passiva

30.11.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 10.005.000,00 10.005.000,00
II. Kapitalrücklage 10.220.000,00 10.220.000,00
III. Jahresüberschuss 0,00 0,00
20.225.000,00 20.225.000,00
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 312.399,00 324.328,00
2. Steuerrückstellungen 1.506.000,00 0,00
3. Sonstige Rückstellungen 9.245.978,09 10.262.123,08
11.064.377,09 10.586.451,08
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 76.638.571,38 3.556.777,64
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.006,41 130.320.644,60
3. Sonstige Verbindlichkeiten 8.153.405,21 2.358.994,41
84.794.983,00 136.236.416,65
116.084.360,09 167.047.867,73

 

Hamburg, den 31. Mai 2024

Ian Woodcock

Vladimír Langhamer

Winston Sanjeevkumar Soosaipillai

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 30. November 2023

1.1.-30.11.2023 2022
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 1.251.271.476,43 1.435.491.061,36
2. Sonstige betriebliche Erträge 3.168.745,72 1.720.601,61
davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 0,00 (i.Vj. EUR 4.544,65 )
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für bezogene Waren -1.170.601.995,44 -1.359.902.659,78
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -13.013.815,70 -1.183.615.811,14 -14.045.018,01 -1.373.947.677,79
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -5.789.021,37 -5.450.557,66
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -763.544,18 -6.552.565,55 -858.543,20 -6.309.100,86
- davon für Altersversorgung EUR EUR 191.657,19 (i.Vj. EUR 206.063,10 ) -
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -4.490.011,66 -5.249.356,44
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -27.000.420,01 -28.427.853,43
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 3.614,36 (i.Vj. EUR 958,90 ) -
7. Erträge aus Beteiligungen 12.294.292,55 1.314.441,30
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 12.094.025,13 (i.Vj. EUR 1.102.286,52 ) -
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.501.756,60 248.341,25
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 1.500.953,28 (i.Vj. EUR 248.341,25 ) -
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -14.114,20 -35.146,73
- davon an verbundene Unternehmen EUR 115,97 (i.Vj. EUR 126,74 ) -
- davon Aufwendungen aus der Aufzinsung EUR 13.000,94 (i.Vj. EUR 29.962,90 ) -
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.506.000,00 7.948,07
11. Ergebnis nach Steuern 45.057.348,74 24.813.258,34
12. Sonstige Steuern -117.493,07 -115.297,36
13. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführter Gewinn -44.939.855,67 -24.697.960,98
14. Jahresüberschuss 0,00 0,00

 

Hamburg, den 31. Mai 2024

Ian Woodcock

Vladimír Langhamer

Winston Sanjeevkumar Soosaipillai

Anhang 2023

I. Allgemeine Angaben

Die OIL! Tankstellen GmbH hat ihren Sitz in der Koreastraße 7 in Hamburg und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Hamburg (HRB 15 8701).

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB.

Die OIL! Tankstellen GmbH, Hamburg war bis zum 30. November 2023 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der MABANAFT GmbH & Co KG, Hamburg. Im Oktober 2023 gab die MABANAFT GmbH & Co KG bekannt, dass eine Vereinbarung über den Verkauf der OIL! Tankstellen GmbH und ihre drei Tochtergesellschaften an die PRAX Group getroffen worden ist. Die Prax Group mit Hauptsitz im Vereinigten Königreich ist ein britischer multinationaler, unabhängiger globaler Energiekonzern, der mit Mineralölprodukten und Biokraftstoffen handelt. Die Prax Group mit Niederlassungen in London, Houston und Singapur ist vollständig über die gesamte Öl-Wertschöpfungskette integriert - von Upstream bis hin zu Downstream.

Am 1. Dezember 2023 ging die Gesellschaft durch einen Share-Deal in den Besitz der Prax Group über. Als Bedingung für den Verkauf wurde vereinbart, dass die Gesellschaft zum 30. November 2023 ein Rumpfgeschäftsjahr einlegt. Die Änderung des Geschäftsjahres wurde noch im November 2023 beschlossen und zur Eintragung in das Handelsregister angemeldet. Die Gesellschaft hat daher ihren Jahresabschluss einschließlich Anhang für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 30. November 2023 aufgestellt.

Hinsichtlich der letztmaligen Durchführung des mit der MABANAFT GmbH & Co. KG geschlossenen Ergebnisabführungsvertrags und dessen Beendigung verweisen wir auf Abschnitt V.1 des Anhangs.

Der Jahresabschluss für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. November 2023 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie des GmbHG aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde gemäß § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und beinhaltet das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 30. November 2023.

Die Vergleichbarkeit mit den Zahlen und Angaben des Vorjahres ist insofern eingeschränkt. Die Darstellung des Abschlusses wurde gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften maßgebend:

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet und werden linear über die erwartete Nutzungsdauer abgeschrieben. Die angesetzten Nutzungsdauern für Kundenstämme und Vertragsrechte betragen zwischen zehn und 15 Jahren.

Auf Vertragsrechte mit unbefristeter Laufzeit erfolgen keine planmäßigen Abschreibungen (Buchwert zum 30. November 2023 T€ 100, Vorjahr: T€ 100).

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet.

Die Abschreibungen erfolgen über die voraussichtliche Nutzungsdauer. Bei voraussichtlicher dauernder Wertminderung erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert.

Geringwertige Vermögensgegenstände mit einem Wert bis zu € 250,00 werden sofort aufwandswirksam erfasst. Geringwertige Vermögensgegenstände mit einem Wert über € 250,00 bis zu € 1.000,00 werden in einem Sammelposten zusammengefasst aktiviert und über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert werden bei voraussichtlicher dauernder Wertminderung vorgenommen.

Die Vorräte sind zu Anschaffungskosten mit dem gleitenden Durchschnittspreis unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Dabei erfolgt nur eine Betrachtung mit den Verkaufspreisen.

Die Forderungen werden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Erkennbaren Risiken wird durch Abschreibungen oder Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Zur Abdeckung des allgemeinen Ausfallrisikos wurde eine angemessene Pauschalwertberichtigung auf die nicht einzelwertberichtigten Forderungen gebildet.

Die flüssigen Mittel werden mit dem Nennwert bzw. Nominalwert (Guthaben bei Kreditinstituten) angesetzt.

Von der Gesellschaft wurde in entsprechender Ausübung des handelsrechtlichen Wahlrechts auf den Ansatz aktiver latenten Steuern im Jahresabschluss verzichtet.

Die Pensionsrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt und mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (Pensionsrückstellungen) bzw. sieben Jahre (sonstige Rückstellungen) abgezinst worden.

Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt entsprechend den maßgeblichen Regelungen des HGB nach dem Teilwertverfahren. Der Bewertung wurde der Zinssatz (10-Jahres-Ø) in Höhe von 1,82% p.a. sowie eine Rentendynamik von 2,25% p.a. zugrunde gelegt. Als biometrische Berechnungsgrundlagen wurden die "@Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck gewählt. Der Unterschiedsbetrag gem. §253 Abs.6 HGB im Vergleich zur Berechnung mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 7 Jahre beträgt T€ 2 (im Vorjahr: T€ 9).

Die Bewertung der Jubiläumsrückstellungen nach handelsrechtlichen Vorschriften richtet sich nach den maßgeblichen Regelungen des HGB nach dem Teilwertverfahren mit einem Rechnungszinssatz von 1,72 %.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr in fremder Währung werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit diese Aufwendungen für einen Zeitraum nach dem Abschlussstichtag darstellen.

Die Umsatzerlöse und der Materialaufwand beinhalten die Mineralölsteuer, die auf den Verkauf von Kraftstoffen anfällt.

Zum Bilanzstichtag waren die BEPS Pillar 2 Regelungen noch nicht in deutsches Recht überführt (MinStG). Das MinBestRL-UmsG (MinStG) ist mit Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 27.12.2023 in Kraft getreten. Gem. § 101 MinStG finden die Regelungen des Mindeststeuergesetzes erstmalig auf Wirtschaftsjahre Anwendung, die nach dem 30.12.2023 beginnen und sind daher noch nicht für das Berichtsjahr anwendbar.

III. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Aufgliederung und die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr sind aus dem nachfolgend dargestellten Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

2. Handelswaren

Bei den Handelswaren waren keine Abwertungen auf den niedrigeren Marktpreis am Abschlussstichtag erforderlich.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Mit Ablauf des 30. November 2023 sind die ehemals verbundenen Unternehmen des Marquardt und Bahls Konzerns keine verbundenen Unternehmen der Gesellschaft mehr.

Dementsprechend werden die Forderungen gegen diese Gesellschaften zum 30. November 2023 in Höhe von T€ 1.772 (Vorjahr: T€ 1.491) nicht mehr in den Forderungen gegen verbundene Unternehmen, sondern in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Die ausgewiesenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren zum 30. November 2023 mit T€ 145 (Vorjahr: T€ 0) aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Gesellschaften der OIL !- Gruppe.

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind infolge der Beendigung des Cash-Pooling zum 30. November 2023 mit dem ehemaligen Gesellschafter keine (Vorjahr: T€ 65.334) Forderungen mehr gegen den Gesellschafter in Höhe aus Cash-Pooling enthalten.

Die Verpflichtungen aus Lebensarbeitszeitmodellen wurden gemäß § 246 Abs. 2 S.2 HGB in Höhe von T€ 185 (Vorjahr: T€ 166) mit den Vermögensgegenständen, die ausschließlich zur Erfüllung dieser Verpflichtungen dienen, verrechnet.

Sämtliche ausgewiesenen Forderungen der Gesellschaft haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

4. Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen resultieren mit T€ 1.506 (Vorjahr: T€ 0) aus der Umwandlung durch Rechtsformwechsel. Die Gesellschaft wurde rückwirkend zum 31. Dezember 2018 von einer Personengesellschaft in die Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung steuerneutral gemäß §§ 20 Abs. 2, 25 UmwStG umgewandelt. Durch den Verkauf der Anteile an der Gesellschaft kommt es aufgrund eines Verstoßes seitens des bisherigen Gesellschafters gegen die Haltefrist zu einer rückwirkenden Versteuerung des Einbringungsgewinns nach § 23 Abs. 3 UmwStG, welcher auf Ebene der Gesellschaft der Gewerbesteuer unterliegt.

Die Sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen ausstehende Rechnungen, Rückvergütungen, sonstige Personalkosten sowie Rückbauverpflichtungen für Tankstellen.

Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen werden für Tankstellen gebildet, die auf befristet gepachteten Grundstücken oder auf Grundstücken, die mit einem Erbbaurecht belastet sind, errichtet wurden (Bestand zum 30.11.2023: T€ 4.831 (Vorjahr: T€ 6.286)). Die Höhe der Rückstellung bestimmt sich nach dem anteiligen Barwert der erwarteten Rückbaukosten, der auf die bereits abgelaufene Pachtzeit entfällt, und nach der Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Rückstellung. Die Gesellschaft hat den Barwert der zukünftigen Rückbaukosten zum 30.11.2023 auf T€ 6.792 (Vorjahr: T€ 9.575) geschätzt, dabei sind jährliche Preissteigerungen von 2,66% (Vorjahr: 4,53%) berücksichtigt. Die Zuführung zur Rückstellung erfolgt ratierlich über die Vertragslaufzeit der Mietverträge der jeweiligen Tankstelle. Die Gesellschaft hat hierbei eine Option zur Verlängerung des Pachtzeitraums berücksichtigt. Abgezinst werden die Abbruchkostenrückstellungen gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre.

5. Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten der Gesellschaft haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Mit Ablauf des 30. November 2023 sind die ehemals verbundene Unternehmen des Marquardt und Bahls Konzerns keine verbundenen Unternehmen der Gesellschaft mehr.

Dementsprechend werden die Verbindlichkeiten gegen diese Gesellschaften zum 30. November 2023 in Höhe von T€ 72.627 (Vorjahr: T€ 130.321) nicht mehr in den Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen, sondern in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren mit T€ 3 (Vorjahr: T€ 105.623) aus Lieferungen und Leistungen. Im Vorjahr wurden in diesem Posten Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter aus dem Ergebnisabführungsvertrag in Höhe von T€ 24.698 ausgewiesen. Die Verbindlichkeit aus der Abführung des Jahresergebnisses für das Rumpfgeschäftsjahr, unter Berücksichtigung einer unterjährigen Abschlagszahlung in Höhe von T€ 38.700, beträgt T€ 6.240 und wird am Abschlussstichtag unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von T€ 132 (Vorjahr: T€ 0) und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von T€ 0 (Vorjahr T€ 9).

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse werden ausschließlich im Inland erzielt und betreffen Erlöse aus Kraftstoffverkäufen an Tankstellen nach Erlösschmälerungen (T€ 1.126.819; Vorjahr: T€ 1.306.464), aus dem Warengeschäft in den Tankstellenshops (T€ 107.782; Vorjahr: T€ 112.557), Mieterlöse (T€ 6.578; Vorjahr: T€ 6.799), Provisionserlöse (T€ 8.536; Vorjahr: T€ 7.769) sowie sonstige Erlöse (T€ 1.556; Vorjahr: T€ 1.902).

2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus mit dem Tankstellengeschäft zusammenhängenden Nebenaktivitäten, Erträge aus Kostenerstattungen sowie Erträge aus weiterbelasteten Kreditkarten- und EC-Cash-Gebühren.

3. Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung und/oder Bedeutung

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde und außergewöhnliche Erträge in Höhe von T€ 1.780 (Vorjahr T€ 373) enthalten. Diese resultieren aus der Auflösung von Rückstellungen (T€ 1.644; Vorjahr T€ 261) sowie der Ausbuchung von Verbindlichkeiten (T€ 136; Vorjahr T€ 113).

Unter dem Posten Auflösung von Rückstellungen resultiert der wesentliche Betrag in Höhe von T€ 1.466 (Vorjahr T€ 57) aus der Auflösung von Abbruchkostenrückstellungen.

4. Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind unter anderem Aufwendungen für Tankstellenmieten, Reparaturen, Servicegebühren für Kreditkarteninstitute, EDV- und Kassenkosten, Wertberichtigungen auf Forderungen sowie Umlagen für Konzernleistungen enthalten.

5. Periodenfremde Aufwendungen

Periodenfremde Aufwendungen sind einmal im Personalaufwand in Höhe von T€ 192 (Vorjahr T€ 206) enthalten und betreffen die Zuführung zur betrieblichen Altersvorsorge durch die Unterstützungskasse. Des Weiteren sind Buchverluste aus Anlagenabgänge in Höhe von T€ 8 (Vorjahr T€ 49) enthalten.

6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Aufwand zu Bildung der oben beschriebenen Steuerrückstellung für die Nachversteuerung in Höhe von T€ 1.506 stellt Aufwand von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung dar.

V. Sonstige Angaben

1. Unternehmensverträge

Der zwischen der Gesellschaft und der MABANAFT GmbH & Co.KG mit dem Sitz in Hamburg (Amtsgericht Hamburg, HRA 99132) als herrschender Gesellschaft bestehende Ergebnisabführungsvertrag vom 18. Oktober 2019 wurde aufgrund der außerordentlichen Kündigungserklärung der Mabanaft GmbH & Co.KG vom 30. November 2023 mit Wirkung zum 30. November 2023, 24:00 Uhr beendet. Für das Rumpfgeschäftsjahr der OIL! Tankstellen GmbH vom 1. Januar bis zum 30. November 2023 erfolgt letztmalig die Abführung des Ergebnisses auf Basis des genannten Vertrags.

Ab dem 1. Dezember 2023 ist die Gesellschaft nicht mehr in eine steuerliche Organschaft mit der MABANAFT GmbH & Co. KG eingebunden.

2. Belegschaft

Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt 46 ( m 29/ w 17/ d 0) Arbeitnehmer (Vorjahr: 50).

3. Geschäftsführung

Im Rumpfgeschäftsjahr 2023 und bis zum Aufstellungszeitpunkt des Jahresabschlusses erfolgte die Geschäftsleitung der Gesellschaft durch die hauptberuflichen Geschäftsführer:

Florian Hausen, Ahrensburg (bis 30. November 2023)

Vladimír Langhamer, London / Vereinigtes Königreich (ab 01. Dezember 2023) - "Geschäftsführer Operationen in Europa und Afrika"

Winston Sanjeevkumar Soosaipillai, Weybridge / Vereinigtes Königreich (ab 01. Dezember 2023), - "Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer Prax Group"

Ian Bruce Woodcock, Culcheth / Vereinigtes Königreich (ab 01. Dezember 2023), - "Geschäftsführer OIL! Tankstellen GmbH"

4. Konzernabschluss

Die Gesellschaft wird bis zum 30. November 2023 in den Konzernabschluss der Marquard & Bahls Aktiengesellschaft, Hamburg, (größter Kreis von Unternehmen) einbezogen. Dieser Konzernabschluss wird beim Bundesanzeiger zur Offenlegung beim Unternehmensregister eingereicht. Darüber hinaus wird die Gesellschaft in den Teilkonzernabschluss der MABANAFT GmbH & Co. KG, Hamburg, und der MABANAFT Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg, (kleinster Kreis von Unternehmen) einbezogen.

Dieser Teilkonzernabschluss wird nicht offengelegt.

Die OIL! Tankstellen GmbH gehört bis zum 30. November 2023 zum Konzern der Marquard & Bahls Aktiengesellschaft, Hamburg, die einen befreienden Konzernabschluss und Konzernlagebericht gemäß § 291 HGB aufstellt. Wir nehmen die Befreiung nach § 291 HGB in Anspruch. Die Marquard & Bahls Aktiengesellschaft stellt ihren Konzernabschluss nach den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden der International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie von der EU übernommen wurden. Dieser Konzernabschluss wird im Unternehmensregister offengelegt.

Mit Wirkung vom 1. Dezember 2023 ist die OIL! Tankstellen GmbH ein Teil der Prax Group. Die unmittelbare Muttergesellschaft des Unternehmens ist die Prax Limited, eine in England und Wales eingetragene Gesellschaft. Das oberste Mutterunternehmen ist die Prax Group Holdings Limited, ein in England und Wales eingetragenes Unternehmen. Der größte Konzern, für den ein Konzernabschluss erstellt wird, ist die von Prax Group Holdings Limited geführte Unternehmensgruppe (größter Kreis von Unternehmen). Die kleinste Gruppe, für die ein konsolidierter Abschluss erstellt wird, ist die von Prax Limited geführte Unternehmensgruppe (kleinster Kreis von Unternehmen). Der Konzernabschluss Prax Group Holdings zum 29. Februar 2024 Limited wird im Unternehmensregister offengelegt. Konsolidierte Jahresabschlüsse sind beim Companies House, Crown Way, Cardiff, CF14 3UZ, Vereinigtes Königreich, erhältlich.

5. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Mietverpflichtungen für Tankstellen sowie aus Abbruchverpflichtungen, soweit nicht zurückzustellen.

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellt sich wie folgt dar:

Innerhalb 1 Jahr > 1 Jahr Insgesamt
Mietverpflichtungen Tankstellen T€ 9.662 T€ 69.802 T€ 79.464
Abbruchverpflichtungen, soweit nicht zurückzustellen T€ 0 T€ 1.922 T€ 1.922
Leasing- und andere Mietverträge T€ 235 T€ 3.232 T€ 3.467
Gesamt T€ 9.897 T€ 74.956 T€ 84.853

6. Haftungsverhältnisse

Gegenüber der OIL Tankstellen GmbH, Wien/Österreich, hat die Gesellschaft eine Patronatserklärung für das Unternehmen OMV Reining & Marketing GmbH, Trabrennstraße 6-8, 1020 Wien abgegeben.

Aufgrund der finanziellen Ausstattung der Unternehmen, denen gegenüber Haftungsverhältnisse eingegangen wurden, ist von der Haftungsinanspruchnahme nicht auszugehen.

7. Anteilsbesitz

Die Aufstellung über den zuletzt festgestellten Anteilsbesitz zum 30. November 2023 ergibt sich aus der folgenden Übersicht:

Beteiligungsquote Eigenkapital am 31. Dez 2022* 30. Sep 2022** Ergebnis am 31. Dez 2022* 30. Sep 2022**
%
BAT Auerswalde Nord Verwaltungs GmbH, Heidenau 49 41.695,08 ** 1.505,42**
BAT Auerswalde Nord GmbH & Co. KG, Heidenau 49 610.000,00** 432.285,07**
OIL! Tankstellen AG, Rüti/Schweiz (WK 0,9847) 100 2.909.796,12* 1.386.370,04*
OIL Tankstellen GmbH, Wien/Österreich 100 8.841.361,59* 2.883.308,51*
OIL! tank & go ApS, Vejle/Dänemark (WK 7,4365) 100 17.652.207,60* 4.079.442,20*

8. Gesamthonorar Abschlussprüfer

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, ist mit der Jahresabschlussprüfung 2023 beauftragt.

Das Gesamthonorar für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. November 2023 gliedert sich wie folgt auf:

Abschlussprüfung 63 T€
Sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen 20 T€
Steuerberatungsleistungen 0 T€
Sonstige Leistungen 0 T€
Gesamt 83 T€

Die sonstigen Bestätigungs- und Bewertungsleistungen stehen primär im Zusammenhang mit der im Jahr 2023 erbrachten Überprüfung der Datenmigration im ERP- System JD Edwards EnterpriseOne.

9. Nachtragsbericht

Am 1. Dezember 2023 erwarb Prax Limited das gesamte Stammkapital der OIL! Tankstellen GmbH.

Am 23. Februar 2024 wurden 89,9 % der Anteile an der OIL! Tankstellen GmbH von Prax Limited im Rahmen einer konzerninternen Transaktion auf die Harvest Energie Retail GmbH, Hamburg, übertragen.

Sonstige Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind nach dem Schluss des Rumpfgeschäftsjahres nicht eingetreten.

 

Hamburg, den 31. Mai 2024

OIL! Tankstellen GmbH

Ian Woodcock

Vladimír Langhamer

Winston Sanjeevkumar Soosaipillai

Entwicklung des Anlagevermögens im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 30. November 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge 30.11.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 1.820.980,86 111.504,48 0,00 0,00 1.932.485,34
2. Kundenstämme, Vertragsrechte 3.054.913,81 0,00 0,00 0,00 3.054.913,81
4.875.894,67 111.504,48 0,00 0,00 4.987.399,15
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 42.801.961,70 147.314,99 0,00 0,00 42.949.276,69
2. Technische Anlagen und Maschinen 43.409.382,86 1.775.121,77 705.945,55 822.579,36 45.067.870,82
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 25.783.508,84 1.182.393,12 95.376,39 940.272,80 26.121.005,55
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.136.276,94 295.260,43 -801.321,94 0,00 630.215,43
113.131.130,34 3.400.090,31 0,00 1.762.852,16 114.768.368,49
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 14.493.997,62 0,00 0,00 0,00 14.493.997,62
2. Beteiligungen 137.625,84 0,00 0,00 0,00 137.625,84
14.631.623,46 0,00 0,00 0,00 14.631.623,46
132.638.648,47 3.511.594,79 0,00 1.762.852,16 134.387.391,10
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2023 Abschreibungen des Rumpf-geschäfts jahres Abgänge 30.11.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 1.559.391,05 96.914,62 0,00 1.656.305,67
2. Kundenstämme, Vertragsrechte 2.940.190,58 3.055,56 0,00 2.943.246,14
4.499.581,63 99.970,18 0,00 4.599.551,81
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 32.140.150,09 544.626,20 0,00 32.684.776,29
2. Technische Anlagen und Maschinen 33.708.029,15 2.322.637,54 816.632,97 35.214.033,72
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 20.749.061,27 1.522.777,74 938.206,39 21.333.632,62
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
86.597.240,51 4.390.041,48 1.754.839,36 89.232.442,63
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
91.096.822,14 4.490.011,66 1.754.839,36 93.831.994,44
Buchwerte
30.11.2023 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 276.179,67 261.589,81
2. Kundenstämme, Vertragsrechte 111.667,67 114.723,23
387.847,34 376.313,04
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.264.500,40 10.661.811,61
2. Technische Anlagen und Maschinen 9.853.837,10 9.701.353,71
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.787.372,93 5.034.447,57
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 630.215,43 1.136.276,94
25.535.925,86 26.533.889,83
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 14.493.997,62 14.493.997,62
2. Beteiligungen 137.625,84 137.625,84
14.631.623,46 14.631.623,46
40.555.396,66 41.541.826,33

 

Hamburg, den 31. Mai 2024

lan Woodcock

Vladimir Langhamer

Winston Sanjeevkumar Soosaipillai

Lagebericht für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 30. November 2023

der OIL! Tankstellen GmbH, Hamburg

1. Geschäftsverlauf und Lage

1.1. Grundlagen der Gesellschaft

Die OIL! Tankstellen GmbH, Hamburg war eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der MABANAFT GmbH & Co KG, Hamburg. Im Oktober 2023 gab MABANAFT bekannt, dass eine Vereinbarung über den Verkauf der OIL! Tankstellen GmbH und ihre Tochtergesellschaften an die PRAX-Gruppe getroffen wurde, einen britischen multinationalen, unabhängigen globalen Energiekonzern, der mit Mineralölprodukten und Biokraftstoffen handelt. Am 1. Dezember 2023 ging das Unternehmen durch einen Share-Deal in den Besitz der PRAX-Gruppe über. Als Bedingung für den Verkauf wurde vereinbart, dass die Gesellschaft zum 30. November 2023 ein Rumpfgeschäftsjahr einlegt. Die Änderung des Geschäftsjahres wurde noch im November 2023 beschlossen und zur Eintragung in das Handelsregister angemeldet. Dieser Lagebericht bezieht sich daher auf das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 30. November 2023.

Die Vergleichbarkeit mit den Angaben für das Geschäftsjahr 2022 ist insofern eingeschränkt.

Die Gesellschaft betreibt ein deutschlandweites Tankstellennetz. Die Gesellschaft ist mit der beim Kunden bekannten Marke OIL! am Markt mit 228 Tankstellen präsent (inkl. 2 Bundesautobahntankstellen; Stand 30. November 2023). Die Gesellschaft betreibt 20 Automatentankstellen (Stand 30. November 2023).

Bis auf die 20 Automatentankstellen werden alle Tankstellen auf B-Preisniveau betrieben, d. h. der Verkaufspreis liegt bei OIL! in der Regel unter dem Niveau der großen Tankstellenketten.

Über die Tochter der MABANAFT GmbH & Co. KG, der MABANAFT Deutschland GmbH, werden die Tankstellen mit Diesel und Ottokraftstoffen versorgt. Die Bundes-Autobahn-Tankstellen werden über Shell beliefert und auch unter Shell Markenkraftstoffen verkauft.

Darstellung der Gesamtwirtschaft und Branche

Kraftstoffabsatzdaten 1

2022 wurden in Deutschland 52,2 Mio. Tonnen Kraftstoff verbraucht. Der Verbrauch liegt damit auf Vorjahresniveau (52,1 Mio.t.). Neben Dieselkraftstoff mit 62,3% (Vorjahr 63,3%) und Ottokraftstoff mit 31,1% (Vorjahr 30,3%) lag der Anteil biogener Kraftstoffe bei 5,9% und somit leicht unter dem des Vorjahres (6,5%) - bezogen auf den Energiegehalt.

Biodiesel bleibt mit ca. 2,5 Mio. Tonnen in 2022 der wichtigste Biokraftstoff in Deutschland. Er wird als Reinkraftstoff und vor allem über die Beimischung zu normalem Diesel genutzt. Pflanzenölkraftstoff fand ausschließlich als Reinkraftstoff in angepassten Motoren Verwendung, während Bioethanol nahezu vollständig über die Beimischung zu Ottokraftstoff vertrieben wurde. Der Bioethanolabsatz in Deutschland blieb im Jahr 2022 bei annähernd 1,2 Mio. t.

1 (Quelle: FNR nach AGEB, BAFA, BLE, DVFG (2022)), Daten 2023 liegen noch nicht vor. Daher wurde hier Bezug auf das Jahr 2022 genommen

Tankstellenentwicklung in Deutschland

Die Anzahl der Straßen- und Bundesautobahntankstellen in Deutschland stagniert nach wie vor. Per Ende Juni 2023 (letzte derzeit verfügbare Zahl) ist die Gesamtanzahl im Vergleich zum Vorjahresende 2022 leicht gestiegen auf:

14.464 Tankstellen (14.1062 Straßentankstellen und 358 3 Autobahntankstellen). Dabei wächst die Infrastruktur für Elektro-, Wasserstoff- und LNG-Fahrzeuge stetig an. 4

Auch zur Jahreshälfte 2023 führt die ARAL mit 2.263 Stationen die meisten Straßentankstellen im Netz. Zum Vorjahresende waren es 2.226. Weiterhin sind dies deutlich mehr Standorte als der Wettbewerb: Shell (1.949), Total (1.158) und Esso (930). Die großen drei Ölgesellschaften Aral, Shell und Total decken somit auch in diesem Jahr über ein Drittel des Tankstellennetzes ab. 2

Marktveränderungen durch den Krieg in der Ukraine

Im Jahr 2022 stiegen die Strompreise in Europa sprunghaft an. Dies war das Ergebnis einer Vielzahl von Faktoren, darunter eine erhöhte Heizungsnachfrage aufgrund kalter Winter, einem Rückgang der Windenergieerzeugung aufgrund niedriger Windgeschwindigkeiten und einer Wasserknappheit im Sommer, die zu einer geringeren Wasserkrafterzeugung führte. Die Verknappung dieser fossilen Brennstoffe während der wirtschaftlichen Erholung nach der COVID- 19-Krise und nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine führte zu einem Anstieg der Erdgas- und Kohlepreise. Seit Anfang 2023 sind die Preise wieder rückläufig. Die deutsche Wirtschaft war 2022 vom Anstieg der Preise für fossile Brennstoffe betroffen, da diese mehr als 35 % des Energiemixes des Landes ausmachen und größtenteils importiert werden. Anfang 2023 waren die deutschen Strompreise immer noch nicht wieder auf dem Niveau vor der Pandemie. Im Vergleich dazu ist der durchschnittliche Großhandelsstrompreis in Deutschland im Januar 2024 um fast 40 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die beiden vorangegangenen Jahre waren aufgrund von Covid und dem Einmarsch in der Ukraine außerordentlich herausfordernd. Während es immer noch Herausforderungen durch zusätzliche Kosten gibt, haben sich der Markt und die Handelsbedingungen deutlich verbessert.

1.2. Darstellung der Entwicklung der Gesellschaft

Nach dem Vorjahr und den Herausforderungen durch die Cyber-Attacke im Vorjahr gab es 2023 keine derartigen Vorfälle innerhalb der Gruppe.

2 https://www.bft.de/daten-und-fakten/strassentankstellen-deutschland
3 https://www.bft.de/daten-und-fakten/autobahntankstellen-deutschland
4 Quelle: Bundesverband freier Tankstellen e.V., EID Tankstellen 2/2023 (Stand: 30.06.2023)

Das Unternehmen wurde bisher insbesondere anhand der Kennzahlen Rohergebnis und Jahresergebnis vor Steuern und vor Ergebnisabführung gesteuert. Letzteres wird künftig durch das Jahresergebnis ohne Beteiligungserträge vor Steuern und vor Ergebnisabführung ersetzt.

Das Rohergebnis der Gesellschaft belief sich im Berichtsjahr auf insgesamt T€ 70.824 (Vorjahr: T€ 63.264).

Im Berichtsjahr wurde ein Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung in Höhe von T€ 44.940 erzielt (Vorjahr: T€ 24.698). Die Prognosen aus dem Vorjahr für das komplette Geschäftsjahr 2023 wurde trotz des eingelegten Rumpfgeschäftsjahres deutlich übertroffen. Wir verweisen dazu auf die Analyse der Ertragslage im Abschnitt 2.3 des Lageberichts.

Das Unternehmen ist freier Mineralölhändler und konnte im Berichtszeitraum (und auch zukünftig) neben der MABANAFT GmbH & Co. KG, Hamburg, auch bei anderen Mineralölgesellschaften oder unabhängigen Großhändlern einkaufen. Die Bundes-Autobahn- Tankstellen werden von der Shell Deutschland Oil GmbH beliefert.

2. Darstellung der Lage

2.1. Vermögenslage

Die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens beliefen sich auf T€ 3.512 (Vorjahr: T€ 4.203).

Es wurde in die Verbesserung der betrieblichen Abläufe und des technischen Standes der Anlagen und Tanktechnik investiert. Im Wesentlichen wurden im Sachanlagevermögen Erhaltungs- und Erweiterungsinvestitionen i. H. v. T€ 3.400 getätigt. Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände betragen im Rumpfgeschäftsjahr T€ 112.

Der Bestand der OIL! Tankstellen GmbH eigenen Tankstellen und Belieferungstankstellen (exklusive BAT= Bundes-Autobahn-Tankstellen) hat sich wie folgt entwickelt.

Anzahl 2023 Anzahl 2022
Stand am 1.1. 226 231
Zugänge 0 1
Abgänge 0 -6
Stand am Geschäftsjahresende 226 226

Außerdem besitzt die OIL! Tankstellen GmbH am 30.11.2023 Einlieferungsrechte an zwei BAT (Sittensen, Zweidorfer Holz). Die Einlieferungsrechte für die Tankstelle Büttelborn bestehen seit Januar 2023 nicht mehr. An der BAT Auerswalde Nord GmbH & Co. KG ist die OIL! Tankstellen GmbH mit 49% beteiligt, ohne dass Einlieferungen erfolgen.

Die Tankstellen werden von selbständigen Tankstellenbetreibern geführt, teils auf Agentur-, teils auf Kommissionsbasis. Sie lassen sich zum Bilanzstichtag (exklusive BAT) aufteilen in:

Eigentümer-/ Miet- TS 172 (Vorjahr 171)
Partner-TS 52 (Vorjahr 53)
Belieferungs-TS 2 (Vorjahr 2)

Bei den Eigentümer- und Miet-TS ist die Gesellschaft Eigentümerin aller oder zumindest der wesentlichen Vermögensgegenstande.

Partner-TS sind dadurch gekennzeichnet, dass sich die wesentlichen Anlagen (Grundstück, Gebäude, wesentliche TS-Einrichtungen) im Eigentum des Vertragspartners befinden, der die Tankstelle betreibt.

Bei Belieferungs-TS bestehen lediglich Warenlieferungsrechte.

Der Anlagendeckungsgrad I beträgt zum Abschlussstichtag 49,9% (Vorjahr: 48,7%). Der Anlagendeckungsgrad II beträgt zum Abschlussstichtag 62,55% (Vorjahr: 64,6%).

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich um T€ 219 auf T€ 37.843, im Wesentlichen stichtagsbedingt.

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um T€ 66.680 auf T€ 145 verringert, im Wesentlichen bedingt durch im Vorjahr ausgewiesene Cash- Pool-Forderungen. Das Cash-Pooling wurde im Zuge des Gesellschafterwechsels eingestellt, was zu einer Verringerung der betreffenden Forderungen um insgesamt T€ 65.334 führte. Die übrigen Veränderungen resultieren aus den laufenden Ein- und Auszahlungen des Geschäftsjahres.

Infolge der beschriebenen Einstellung des Cash-Pooling weist die Gesellschaft am Abschlussstichtag Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von T€ 19.238 aus.

Das Eigenkapital ist gegenüber dem Vorjahr unverändert, das Ergebnis für das Rumpfgeschäftsjahr wurde letztmalig vollständig an die Mabanaft GmbH & Co. KG im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrags abgeführt.

Die Eigenkapitalquote hat sich infolge der gestiegenen Bilanzsumme erhöht und beträgt am Abschlussstichtag 17,42% (Vorjahr: 12,11%).

Die Rückstellungen sind gegenüber dem Vorjahr von T€ 10.586 auf T€ 11.064 angestiegen. Der Anstieg beruht im Wesentlichen aus der Bildung von Steuerrückstellungen (T€ 1.506) im Zusammenhang mit dem Gesellschafterwechsel und der Umwandlung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2019 durch Rechtsformwechsel. Die Gesellschaft wurde rückwirkend zum 31. Dezember 2018 von einer Personengesellschaft in die Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung steuerneutral gemäß §§ 20 Abs. 2, 25 UmwStG umgewandelt. Durch den Verkauf der Anteile an der Gesellschaft im Jahr 2023 kommt es aufgrund eines Verstoßes seitens des bisherigen Gesellschafters gegen die Haltefrist zu einer rückwirkenden Versteuerung des Einbringungsgewinns nach § 23 Abs. 3 UmwStG, welcher auf Ebene der Gesellschaft der Gewerbesteuer unterliegt.

Gegenläufig sind insbesondere die sonstigen Rückstellungen für zukünftige Rückbau- und Abbruchkosten um T€ 1.455 und für ausstehenden Rechnungen um T€ 374 gesunken.

Die Verbindlichkeiten nahmen im Vergleich zu 2022 um T€ 51.441 auf T€ 84.795 ab. Dabei haben sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen Leistungen um T€ 73.082 im Wesentlichen dadurch erhöht, dass Verbindlichkeiten gegenüber vormals verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 72.672 im Zuge des Gesellschafterwechsels am Abschlussstichtag als Verbindlichkeiten gegenüber Dritten ausgewiesen werden.

Die Abnahme der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um T€ 130.318 auf T€ 3 ist durch die beschriebene geänderte Klassifizierung der ehemals verbundenen Unternehmen am Abschlussstichtag bedingt.

Die Erhöhung der sonstigen Verbindlichkeiten ist auf die in diesem Posten enthaltene Verbindlichkeit aus der Ergebnisabführung für das Rumpfgeschäftsjahr 2023 zurückzuführen. Diese beläuft sich bei einem abzuführenden Ergebnis in Höhe von T€ 44.940 unter Berücksichtigung einer im Oktober 2023 geleisteten Abschlagszahlung in Höhe von T€ 38.700 am Abschlussstichtag noch auf T€ 6.240 zurückzuführen.

Der zwischen der Gesellschaft und der MABANAFT GmbH & Co.KG, Hamburg, als herrschender Gesellschaft abgeschlossene Ergebnisabführungsvertrag vom 18. Oktober 2019 wurde aufgrund der außerordentlichen Kündigungserklärung der Mabanaft GmbH & Co.KG vom 30. November 2023 mit Wirkung zum 30. November 2023, 24:00 Uhr beendet. Für das Rumpfgeschäftsjahr der OIL! Tankstellen GmbH vom 1. Januar bis zum 30. November 2023 erfolgt letztmalig die Abführung des Ergebnisses auf Basis des genannten Vertrags.

Ab dem 1. Dezember 2023 ist die Gesellschaft nicht mehr in eine steuerliche Organschaft mit der MABANAFT GmbH & Co. KG eingebunden.

2.2. Finanzlage

Die Liquidität der Gesellschaft war durch die Zugehörigkeit zur MABANAFT GmbH & Co. KG, als Tochterunternehmen der Marquard & Bahls Aktiengesellschaft, gesichert. Die Gesellschaft war bis zum 26. November 2023 in ein Cash-Pooling mit der MABANAFT GmbH & Co. KG eingebunden. Ab dem 1. Dezember 2023 nimmt das Unternehmen am Cash-Pooling der Prax-Gruppe teil.

Die Finanzierung der Gesellschaft war durch den eigenen operativen Cashflow gesichert.

2.3. Ertragslage

Das Jahresergebnis des Geschäftsjahres muss vor dem Hintergrund der künftig erforderlichen Investitionen für den Erhalt der Tankstellenqualität und den weiteren Geschäftsaufbau mit dem Ziel eines breiter und tiefer aufgestellten Unternehmens mit starker nationaler Marktpräsenz bewertet werden.

Die Umsatzerlöse von T€ 1.251.271 liegen durch das eingelegte Rumpfgeschäftsjahr und das gesunkene Preisniveau deutlich unter dem Vorjahresniveau (-12,8% zu 2022: T€ 1.435.491). Aufgrund der anhaltenden geopolitischen Lage infolge der Ukraine/Russland-Krise konnten zudem die Mengenziele nicht ganz erreicht werden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge von T€ 3.169 liegen insbesondere durch die Auflösung von Rückstellungen für Rückbau- und Abbruchkosten deutlich über dem Vorjahresniveau (T€ 1.721).

Die Materialaufwendungen von T€ 1.183.616 liegen ebenso wie die Umsatzerlöse unter dem Vorjahresniveau (-13,9% zu 2022: T€ 1.373.947), durch das eingelegte Rumpfgeschäftsjahr und das gesunkene Preisniveau. Der überproportionale Rückgang der Materialaufwendungen im Vergleich zu dem der Umsatzerlöse ist ein Resultat daraus, dass reduzierte Beschaffungspreise nicht im gleichen Maße über den Verkaufspreis weitergegeben wurden.

Der Anstieg der Personalaufwendungen per Saldo im Vergleich zum Vorjahr (T€ 6.553 gegenüber T€ 6.309 im Jahr 2022) resultiert im Wesentlichen aus den im Zusammenhang mit dem Verkauf der Gesellschaft geleisteten Prämien.

Die Abschreibung liegen infolge des eingelegte Rumpfgeschäftsjahres mit T€ 4.490 deutlich unter dem Vorjahresniveau (T€ 5.249).

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr um T€ 1.427 resultiert insbesondere aus gesunkenen Abbruch- und Rückbaukosten um T€ 1.944 und um T€ 1.132 gesunkenen sonstigen Betriebs- und Agenturkosten. Gegenläufige Effekte resultieren insbesondere aus EDV-Dienstleistungen und Umlagen, die um T€ 1.584 gestiegen sind.

Gewinnausschüttungen der Tochtergesellschaften, die im Zuge des Gesellschafterwechsels beschlossen und durchgeführt wurden, haben zu einer deutlichen Erhöhung der Erträge aus Beteiligungen geführt (T€ 12.294 gegenüber T€ 1.314 im Jahr 2022).

Durch das allgemein steigende Zinsniveau konnten höhere Zinserträge erzielt werden (T€ 1.502 gegenüber T€ 248 im Jahr 2022).

Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages mit der Mabanaft GmbH & Co. KG erfolgt die laufende Ergebnisversteuerung wie in den Vorjahren auf Ebene der Mabanaft GmbH &Co. KG. Aus der oben beschriebenen nachträglichen Versteuerung des Einbringungsgewinns aus der Umwandlung resultiert eine vororganschaftliche Steuerverbindlichkeit für die Gesellschaft. Diese führte zu einer entsprechenden Veränderung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (T€ 1.506 gegenüber T€ -8 im Jahr 2022).

Mit einem Rohergebnis (T€ 70.824; Vorjahr: T€ 63.264) und einem Jahresergebnis vor Ergebnisabführung (T€ 44.940; Vorjahr: T€ 24.698) wurden die ursprünglichen Prognosen für das Geschäftsjahr 2023, Ergebnisse jeweils im zweistelligen Millionen-Bereich und leicht über denen des Geschäftsjahres 2022, infolge der oben genannten Entwicklungen deutlich übertroffen.

Wesentliche Ursachen hierfür waren der im Vergleich zu den Umsatzerlösen überproportionale Rückgang des Materialaufwands sowie die in der Prognose nicht enthaltenen Erträge aus Beteiligungen.

2.4. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Trotz der weiterhin angespannten Situation durch die Ukraine/Russland-Krise, den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Entwicklung der Energiekosten sowie die nationale und globalen Konjunktur und vor dem Hintergrund der bereits sehr erfolgreichen Geschäftsjahre 2021 und 2022 berichtet das Unternehmen über eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung für das Berichtsjahr 2023 und wirtschaftliche Lage am Abschlussstichtag.

3. Voraussichtliche Geschäftsentwicklung mit Hinweis auf wesentliche Chancen und Risiken

3.1. Vorbemerkung

Mit Gesellschafterbeschluss vom 29. Februar 2024 wurde beschlossen, dass die Gesellschaft sich dem Geschäftsjahr der Prax Gruppe anpasst. Daher wurde vom 01. Dezember 2023 bis zum 29. Februar 2024 ein weiteres Rumpfgeschäftsjahr eingelegt. Die Änderung des Geschäftsjahres wurde noch im Februar 2024 zur Eintragung in das Handelsregister angemeldet und dort am 29. Februar 2024 eingetragen. Diese nachfolgenden zukunftsbezogenen Ausführungen beziehen sich auf den Zeitraum von 12 Monaten ab dem Abschlussstichtag (1. Dezember 2023 bis 30. November 2024).

3.2. Voraussichtliche Entwicklung

Durch die steigende Zahl von Elektrofahrzeugen und den kontinuierlichen, wenn auch langsamen Ausbau des Ladenetzes werden der Markt und das Volumen von kohlenwasserstoffhaltigen Kraftstoffen langfristig voraussichtlich zurückgehen. Für 2024 erwarten wir, dass der Absatz auf dem Niveau der Vorjahre bleibt.

Der Geschäftsbereich Kraftstoffe wird im Jahr 2024 voraussichtlich ein vergleichbares Umsatz- und Ertragsniveau wie im Vorjahr erreichen, wobei dies von der Preisentwicklung im Energie- und Kraftstoffsektor beeinflusst wird. Im Zuge der Neuausrichtung der PRAX-Gruppe erwarten wir, dass das Segment Convenience im Jahr 2024 ein steigendes Absatz- und Umsatzvolumen verzeichnen wird, unterstützt durch neue Shop-Konzepte und weitere Gespräche mit dem derzeitigen Shop-Anbieter.

Aufgrund der Übernahme durch die Prax-Gruppe und der damit verbundenen Sondierung des deutschen Marktes werden zunächst weniger Investitionen als in den Vorjahren erwartet. Die geplanten Investitionen im traditionellen Tankstellengeschäft werden inflationsbereinigt niedriger ausfallen als im Vorjahr. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Investitionen weiter zu erhöhen und Gewinne zu reinvestieren, wenn die Rentabilitätsziele erreicht werden.

Aufgrund des bisherigen Geschäftsverlaufs sowie den künftigen Erwartungen der Gesellschaft wird für den 12-Monats-Zeitraum ab dem 1. Dezember 2023 das Jahresergebnis ohne Beteiligungserträge vor Steuern und vor Ergebnisabführung voraussichtlich im zweistelligen Millionenbereich und leicht über dem entsprechenden Ergebnis des Rumpfgeschäftsjahres 2023 liegen. Das Rohergebnis wird voraussichtlich im zweistelligen Millionenbereich und sehr deutlich über dem des Rumpfgeschäftsjahres 2023 liegen.

3.3. Bericht über Chancen und Risiken

3.3.1. Allgemeine Erläuterungen zum Risikomanagements der Gesellschaft und der Prax-Gruppe

Das dynamische Management von Risiken und Chancen ist ein grundlegendes Element des Business Resilience Framework der Prax-Gruppe, welcher die Gesellschaft seit Dezember 2023 angehört. Prax verfolgt dabei einen strategischen, unternehmensweiten Ansatz für das Risikomanagement, der ein gemeinsames, integriertes Programm für das Management von Risiken und die Nutzung von Chancen innerhalb des Konzerns bietet. Die Integration der OIL! Tankstellen GmbH in das nachfolgend skizzierte Risikomanagementsystem des Konzerns ist schrittweise über einen Zeitraum von 12 Monaten ab dem Datum der Übernahme vorgesehen.

Die Geschäftsführung von Oil! ist für das Risikomanagement und die internen Kontrollsysteme der Gesellschaft sowie für die Überprüfung ihrer Wirksamkeit verantwortlich. Der Prüfungs- und Risikoausschuss der Prax-Gruppe definiert die Risikobereitschaft des Konzerns durch die Erstellung und regelmäßige Überprüfung der Erklärung zur Risikobereitschaft seiner Unternehmen auf Grundlage deren jeweiligen Erklärungen. Diese Erklärungen ermöglichen die Festlegung von Risikotoleranzniveaus auf Risikokategorie- und Risikoebene für alle Risiken in Konzernumfeld. Der Prüfungs- und Risikoausschuss überwacht das Risikoengagement, um sicherzustellen, dass Art und Umfang der wesentlichen Risiken, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, im Einklang mit den Zielen der Gruppe gesteuert werden.

Bei der Integration des Risikomanagements der Prax-Gruppe in die Geschäftsplanungsprozesse auf Unternehmensebene werden insbesondere folgende Aspekte berücksichtig:

strukturierter und kontinuierlicher Prozess zur Ermittlung und Bewertung wesentlicher Risiken für die Erreichung der Geschäftsziele

Implementierung und Überwachung von Managementprozessen zur Abschwächung erheblicher Risiken, um sicherzustellen, dass sie innerhalb der festgelegten Toleranzgrenzen bleiben

Maßnahmen zur weiteren Verankerung des Risikomanagements in der Unternehmenskultur

Kontinuierliche Überwachung unseres internen und externen Umfelds auf Faktoren, die unser Risikoprofil verändern könnten

Identifizierung, Bewertung und Überwachung von neu auftretenden Risiken

In den folgenden Abschnitten sind die wesentlichen Risiken und Chancen für die Gesellschaft jeweils absteigend nach ihrer Bedeutung für die Gesellschaft angegeben.

3.3.2. Marktrisiken

Die OIL! Tankstellen GmbH agiert auf einem sehr wettbewerbsintensiven Markt. Langfristig wird mit sinkenden Absatzmengen im Mineralölmarkt und Kraftstoffmarkt im Speziellen gerechnet. Dies wird den Wettbewerb erhöhen und die Kraftstoffmargen langfristig unter Druck bringen. Überkapazitäten der Raffineriegesellschaften werden den Absatzdruck und den entsprechend erhöhten Druck auch auf die Margen im Markt verstärken. Das Marktrisiko hinsichtlich auskömmlicher Margen ist das größte Risiko für die Gesellschaft, da es nur in geringem Umfang durch die Gesellschaft selbst beeinflussbar wird.

Darüber hinaus wird sich der Wettbewerb durch die Transformation der Gesellschaft besonders durch Subventionen der Regierung für die E-Mobilität mittel- bis langfristig nachteilig für fossile Kraftstoffe auswirken.

Diesem zusätzlichen Wettbewerb und der Verschärfung des Wettbewerbs im fossilen Bereich, aufgrund wachsender oder neuer Mitbewerber im B-Marken-Segment, begegnet die OIL! Tankstellen GmbH mit Maßnahmen zur weiteren Effizienzsteigerung im operativen Geschäft aber auch im IT-Bereich proaktiv an. Alle wesentlichen Bereiche und Prozesse des Geschäftssystems werden kontinuierlich auf den Prüfstand gestellt.

Die hohe Volatilität der Märkte verlangt eine ständige Beobachtung der Preisentwicklung. Dabei nutzt die Gesellschaft die Chancen, die sich aus schwankenden Marktpreisen ergeben und wird das Geschäftsfeld der E-Mobilität und alternativer Kraftstoffe verstärkt angehen.

Wir fördern eine Kultur des Bewusstseins, der Verantwortlichkeit und des Verantwortungsbewusstseins in allen unseren Risikofunktionen mit einer schlanken Plattform für die Überwachung, Verwaltung und Berichterstattung von Risiken.

3.3.3. Produkthaftung und Kreditausfallrisiken

Für mögliche Schadensfälle aus betrieblichen Abläufen bestehen Versicherungen. Der Versicherungsschutz wird laufend überprüft und angepasst. Alle Kunden ab einem-Bruttoumsatz von T€ 5 sind kreditversichert. Der Anteil an Bar- und Girocard-Kartenzahlungen im Handelsgeschäft ist weiterhin hoch. Die bestehende Kooperation mit einem Inkassobüro verläuft erfreulich.

Im Zuge des Gesellschafterwechsel ist perspektivisch die Einbindung von OIL! in den Versicherungsschutz der Prax-Gruppe denkbar. Die Kreditversicherungspolice von OIL! ist unabhängig davon bis zum 31. Dezember 2024 verlängert worden.

3.3.4. Umweltrisiken

Die Gesellschaft betreibt für 226 Tankstellen das Kraftstoffgeschäft, die jeweils den aktuellen Umweltschutzbestimmungen entsprechen und fortlaufend überprüft werden. Es bestehen ausreichende Haftpflichtversicherungen.

3.3.5. Cyber-Risiko

Wir sind Risiken ausgesetzt, die mit Ausfällen von Technologiesystemen und Cybersicherheit verbunden sind. Der Betrieb vieler unserer Geschäftsprozesse hängt von der ununterbrochenen Verfügbarkeit unserer Informationstechnologiesysteme ab, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir sind zunehmend auf Automatisierung, zentralisierte Abläufe und neue Technologien angewiesen, um unsere komplexen Geschäfte zu verwalten und zu überwachen. Folglich könnte jeder lokale oder weit verbreitete Systemausfall, ob absichtlich oder unabsichtlich, nachteilige Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen haben. Bedrohungen für unsere industriellen Kontrollsysteme sind nicht geografisch begrenzt, da unsere digitale Infrastruktur miteinander verbunden und weltweit zugänglich ist. OIL! ist Teil der Prax-Gruppe und bedient sich nach dem Gesellschafterwechsel deren Expertise und Strukturen in diesem Bereich. Das engagierte und erfahrene IT-Team des Konzerns nutzt Cybersicherheitslösungen und defensive Praktiken, um den Konzern und somit auch OIL! vor Cyberkriminalität zu schützen Die Prax-Gruppe verfügt über Sicherheitsbarrieren, Richtlinien, Mitarbeiterschulungen, Simulationsübungen und Risikomanagementprozesse, welche die Informationssysteme und die digitale Infrastruktur vor einer Reihe von Sicherheitsbedrohungen schützen sollen.

Bestandsgefährdende Risiken für die Gesellschaft sind aktuell nicht erkennbar.

3.3.6. Marktchancen

Aufgrund der langfristigen und persönlichen Tankstellenbetreiberbeziehungen wird die eigene Position als hinreichend gefestigt angesehen, um auch künftig erfolgreich wirtschaften zu können. Darüber hinaus führt das Preisbewusstsein des Verbrauchers bei Kraftstoffen unter anderem zu den Absatzpotentialen einer B-Marke wie OIL!, so dass das Management der OIL! Tankstellen GmbH sich sicher ist, dass die Investitionen der Vorjahre und des Jahres 2023 das Unternehmen in die Lage versetzen werden, dem prognostizierten rückläufigen Markttrend zu begegnen.

In der marktöffnenden und technischen Entwicklung auf dem Energiesektor (inkl. des erneuerbare Energiesektors) und dem wachsenden Convenience-Bereich werden auch Chancen zur Erschließung möglicher neuer Geschäftsfelder gesehen.

Der weitere Ausbau und die Konsolidierung des Tankstellennetzes sowie Investitionen und Optimierungen für bestehende Anlagen werden die Geschäftsbasis und damit die Kosten- und Ertragseffizienz verbessern. Investitionen in den Convenience-Bereich ermöglichen weiterhin Chancen für zukünftiges Wachstum.

3.3.7. Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich das Tankstellengeschäft in schwierigen geopolitischen Zeiten als nachhaltig und zuverlässig erwiesen hat. Nach Einschätzung der Geschäftsführung bestehen keine bestandsgefährdenden Risiken.

 

Hamburg, den 31. Mai 2024

lan Woodcock

Vladimír Langhamer

Winston Sanjeevkumar Soosaipillai

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die OIL! Tankstellen GmbH, Hamburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der OIL! Tankstellen GmbH, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum 30. November 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 30. November 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der OIL! Tankstellen GmbH für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 30. November 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. November 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 30. November 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 14. Juni 2024

KPMG AG
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