Wiesmann Immobilien GmbH
Selbe AdresseVermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Rolf Dr. Haferkamp seit 4.6.2012 | Geschäftsführer |
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Wiesmann GmbHDülmenJahresabschluss zum 31. Dezember 2010 und Lagebericht 2010LageberichtI. Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungena) Tätigkeit des Unternehmens Die deutsche Sportwagenmanufaktur Wiesmann baut puristische Sportwagen in klassischem Design gepaart mit modernster Technik. In der vor 20 Jahren von den Brüdern Friedhelm und Martin Wiesmann gegründeten Manufaktur werden individuelle Sportwagen bis ins kleinste Detail von Hand gefertigt. Die hochwertige Ausstattung orientiert sich dabei an den persönlichen Wünschen der Kunden. Jeder Wiesmann Roadster und GT ist damit ein echtes Unikat und steht wie kein anderer Sportwagen für exklusiven und individuellen Fahrspaß. Über 750 Roadster- und mehr als 300 GT-Fahrer kommen weltweit in diesen einzigartigen Genuss. In der Manufaktur - im Stammsitz des Unternehmens - im westfälischen Dülmen, bei ausgesuchten nationalen und internationalen Vertriebspartnern sind die Modelle Wiesmann Roadster MF3, Wiesmann Roadster und GT MF4 und Wiesmann Roadster GT und MF5 erfahrbar. b) Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und Branchenentwicklung Die Weltwirtschaft war in 2010 von der Weltwirtschaftskrise der Vorjahre geprägt, die in einer Zurückhaltung bei Konsumausgaben ihren Ausdruck fand. Die nachlassende Weltkonjunktur führte zu massiven Investitionsrückgängen, die vor allen Dingen den Bereich der Luxusgüter getroffen hat. Die Automobilindustrie musste massive Umsatzeinbrüche hinnehmen. Mittlerweile ist die Krise zwar in Deutschland überstanden, allerdings ist das Umfeld gerade durch die Finanzkrise anderer europäischer Länder nach wie vor instabil. Im abgelaufenen Jahr erzielte die deutsche Automobilindustrie Umsätze in Höhe von mehr als 317 Mrd. Euro (+20 Prozent). Dabei stammten 118 Mrd. Euro aus dem Inlandsgeschäft (+5 Prozent), knapp 200 Mrd. Euro setzen die Unternehmen auf den Auslandsmärkten um. Die Bedeutung der Auslandsaktivitäten hat sich in den letzten Jahren weiter verstärkt. 1996 erzielten die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie letztmals mehr Umsatz auf dem Inlands- als auf dem Auslandsmarkt, seither ist der Anteil auf aktuell nur noch 37 Prozent zurückgegangen. Die Unternehmen der Herstellergruppe I - die Hersteller von Pkw und Nutzfahrzeugen - haben im abgelaufenen Jahr einen Umsatz von 249 Mrd. Euro erzielt (+20 Prozent). Erwartungsgemäß reduzierte sich im Jahr nach der Umweltprämie der Inlandsumsatz (-3 Prozent). Die Auslandsaktivitäten der deutschen Hersteller stiegen um 33 Prozent und markierten mit 175 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert. Das Vorkrisenniveau wurde damit bereits nach einem Jahr wieder erreicht bzw. sogar übersprungen. c) Geschäftsverlauf Entgegen der gesamtwirtschaftlich unsicheren Entwicklung verzeichnete Wiesmann sehr starke Umsatzzuwächse. Es wurden in 2010 entgegen aller vorherigen Planungen insgesamt 179 Fahrzeuge produziert. Die Bilanzsumme betrug im Geschäftsjahr 2010 T€ 22.829 gegenüber T€ 22.563 im Vorjahr Das wirtschaftliche Eigenkapital berücksichtigt Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sowie ausstehende Einlagen und beläuft sich auf T€ 1.577 (Vorjahr T€ 1.624). In der in 2008 in Betrieb genommenen neuen Manufaktur haben sich die Prozesse im Tagesgeschäft bereits weitestgehend eingespielt. Im Geschäftsjahr wurden Nettoinvestitionen in Höhe von T€ 744 in das Anlagevermögen getätigt. Ein Großteil der Investitionen betraf die Produktion von Vorführwagen. In den vergangenen Jahren aufgebaute Geschäftsbeziehungen wurden beibehalten und an verschiedenen Stellen intensiviert und ausgebaut. Die Einkaufskonditionen konnten im Wesentlichen bei branchenüblichen Preissteigerungen gehalten werden, die der Entwicklung der steigender Rohstoff- und Energiepreise genüge getan hat. Die Mitarbeiteranzahl hat sich im Geschäftsjahr 2010 produktionsbedingt von 88 auf 105 erhöht. Insgesamt konnte in 2010 durch den weitaus höheren Absatz an Neufahrzeugen ein operativ leicht positives Ergebnis vor Zinsen erzielt werden. Dies stellt eine Verbesserung um € 3,2 Mio. gegenüber 2009 dar. Durch Zinsaufwendungen in Höhe von € 1,3 Mio. ist das Ergebnis insgesamt dann negativ ausgefallen. II. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und ErtragslageNachfolgend ist zum Einblick in die Vermögens- und Finanzlage die Bilanz zum 31. Dezember 2010 nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten (Bindung des Vermögens sowie Fristigkeit der Fremdmittel) aufbereitet und den Vergleichszahlen des Vorjahres gegenübergestellt: a) Vermögenslage
Die Vermögensstruktur ist durch einen Anteil vom Anlagevermögen an der Gesamtsumme von 68,1% (Vorjahr: 67,9%) gekennzeichnet. Die immateriellen Vermögensgegenstände haben sich um T€ 151 auf T€ 886 verringert. Die Investitionen im Zusammenhang mit dem Airbag-Projekt und der Einführung eines betriebswirtschaftlichen Softwaresystems betrugen im Geschäftsjahr 2010 T€ 45. Das Sachanlagevermögen verringerte sich um T€ 489. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betreffen im Wesentlichen Vorführwagen. Die Zugänge beim Fuhrpark betrugen im Geschäftsjahr 2010 T€ 554. Dem stehen Abgänge zu Restbuchwerten in Höhe von T€ 164 gegenüber. Das Vorratsvermögen hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht um T€ 166 vermindert. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um T€ 39 vermindert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden um T€ 430 vermindert. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich um T€ 364. b ) Finanzlage
Die Kapitalflussrechnung der Gesellschaft zeigt einen negativen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von T€ 499, einen negativen Cashflow aus Investitionstätigkeit in Höhe von T€ 272 und einen positiven Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von T€ 353. Im Wesentlichen führte der Abbau von Working Capital (Vorjahr Aufbau) und der geringe Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit zu einer Verminderung des operativ entstandenen Liquiditätsverlustes. Die Finanzierung der Mittelabflüsse erfolgte im Wesentlichen durch eine Zunahme der Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern. Zum Bilanzstichtag 31.12.2010 wurden Darlehen von Kreditinstituten in Höhe von € 6,7 Mio (Vorjahr: € 7,5 Mio.) in Anspruch genommen. Kontokorrentlinien waren in Höhe von € 7,0 Mio. bereitgestellt. Die Verbindlichkeiten sind teilweise durch Grundpfandrechte, Sicherungsübereignungen sowie Eigentumsvorbehalte gesichert. Darüber hinaus wurden Bürgschaften von den Gesellschaftern übernommen. c ) Finanzierung der Gesellschaft Es wurde eine Tilgungsaussetzung der Commerzbank und der Sparkasse Westmünsterland ab März 2012 bis Ende 2013 und Aufrechterhaltung aller bestehender bzw. Wiedereinsetzung der Finanzierungslinien und Darlehen bis mindestens 31.12.2013 oder alternative Finanzierung (per Bankensitzung vom 24.04.2012) unter Erfüllung nachfolgender Auflagen bestätigt:
Die Auflagen wurden seitens der Wiesmann GmbH erfüllt. Damit ist die Finanzierung nach unserer bestehenden Liquiditätsplanung bis zum 31. Dezember 2013 sichergestellt. d ) Ertragslage Im Geschäftsjahr 2010 konnte insbesondere aufgrund des gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Fahrzeugabsatzes im Bereich Neufahrzeuge operativ wieder ein leicht positives Ergebnis erzielt werden; das Gesamtergebnis ist jedoch aufgrund der Zinsaufwendungen dann wieder negativ ausgefallen. Die Umsatzerlöse stiegen gegenüber dem Vorjahr um 61,7%. Im Geschäftsjahr 2010 wurden 179 Fahrzeuge (109 Fahrzeuge in 2009) produziert. Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen T€ 388. Das Rohergebnis stieg von T€ 4.550 auf T€ 8.769. Die Materialeinsatzquote (Materialaufwand im Verhältnis zur Gesamtleistung) betrug 68,2% (Vorjahr: 76,1%). Der Rückgang der Materialeinsatzquote ist darauf zurückzuführen, dass im Geschäftsjahr 2010 der Handel mit Gebrauchtwagen um € 1,2 Mio auf € 4,3 Mio gesunken ist und ein positives Ergebnis aus Gebrauchtwagen von € 0,3 Mio erzielt werden konnte (Vorjahr € -0,7 Mio). Im Zuge der Erhöhung der Stückzahlen wurde das Personal im vergangenen Jahr aufgestockt. Daher stiegen die Personalkosten im Vergleich zum Vorjahr um T€ 959. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken gegenüber dem Vorjahr um T€ 799. Wertberichtigungen bei Gebrauchtwagen wurden in Höhe von T€ 207 (Vorjahr T€ 495) durchgeführt. Die Forderungsverluste und Wertberichtigungen auf Forderungen betrugen im Geschäftsjahr T€ 3 (Vorjahr T€ 161). Das Finanzergebnis verminderte sich im Geschäftsjahr 2010 um T€ 86 auf T€ -1.269 aufgrund gestiegener Zinsaufwendungen. Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) beträgt T€ 47 (Vorjahr T€ -3.170). Die Geschäftsführung bezeichnet die Geschäftsentwicklung als nicht zufriedenstellend. III. NachtragsberichtIn 2011 hat die Gesellschaft wieder einen deutlich negativen Geschäftsverlauf gehabt. Dies liegt darin begründet, dass Ende 2011 Liquiditätsengpässe zu Zahlungsverzögerungen bei Lieferanten geführt haben, obwohl ausreichend Auftragsbestand nach wie vor vorhanden ist. Dadurch konnten deutlich weniger Fahrzeuge in 2011 produziert und fakturiert werden als in 2010 (Ergebnisauswirkung €-1,9 Mio.). Darüber hinaus haben Einzelwertberichtigungen und Anpassungen von Rückstellungen in Höhe von € -0,6 Mio. das Ergebnis belastet. Zudem sind höhere Personalkosten € -0,8 Mio. sowie Messeaufwendungen für u.a. IAA 2011 in Höhe von € -0,2 Mio. zu verbuchen gewesen. Insgesamt wurde ein Verlust in Höhe von € -4,95 Mio. erwirtschaftet. Durch ein weiteres Darlehen eines der Gesellschafter wurden Anfang 2012 sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten beglichen. Dadurch konnte die Produktion sukzessive wieder hochgefahren werden und wird im Sommer 2012 wieder auf normalem Niveau arbeiten können. Die Gesellschaft wird durch optimierte Produktionsabläufe und Mehrarbeit die Anfang 2012 entstandene Produktionsdelle aufholen. Da sich die Versorgungsengpässe bis in 2012 fortgesetzt haben ist auch das Ergebnis Januar - April 2012 negativ ausgefallen; das Ergebnis wurde zusätzlich durch die Erstellung eines Sanierungsgutachtens sowie zusätzlicher operativer Unterstützung von Unternehmensberatern wie auch durch die Tätigkeit eines interimistisch eingesetzten Geschäftsführers Hartmann erheblich belastet. Anfang Mai 2012 liegt ein Sanierungsgutachten mit positiver Fortführungsprognose vor, so dass aktuell die Insolvenzgefahr bei positiver Liquiditätssituation nicht besteht. Ende März 2012 hat der kaufmännische Geschäftsführer Herr Rainer Hartmann sein Mandat niedergelegt. Herr Dr. Rolf Haferkamp ist Anfang Mai 2012 zum kaufmännischen Geschäftsführer neu ernannt worden und setzt die Sanierungsarbeit fort. IV. RisikoberichtAllgemeine Risiken und Risiken in der Branche Wiesmann-Fahrzeuge sind im Bereich der Luxusgüter angesiedelt. Selbst bei weltweiten Wirtschaftskrisen ist davon auszugehen, dass die Vermögen prädestinierter Personenkreise solche Krisen weitestgehend schadlos überstehen. Es entspricht jedoch den Erfahrungen, dass in Wirtschaftskrisen eine allgemeine Kaufzurückhaltung gerade von Luxusgütern festzustellen ist. Dabei werden Käufe auf Zeitpunkte nach der Krise verschoben, also nicht grundsätzlich abgesagt. Davon war Wiesmann insbesondere in 2009 betroffen. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung im Juni 2012 sind keine besonderen Marktrisiken festzustellen. Typisch für das Luxussegment ist, dass die Kaufbereitschaft bei einer wohlhabenden Klientel schneller positiv umschlägt als eine Erholung beim Rest des Marktes. Derzeit werden speziell im Bereich der Automobilindustrie wieder Zuwachsraten vor allem auf den Exportmärkten (Asien / USA) generell hohe Zuwachsraten im Luxussegment verzeichnet. Beschaffungsrisiken Die Auswahl der Lieferanten, deren regelmäßige Überprüfung und die Generierung von Redundanz der Lieferkanäle (Austauschbarkeit von Lieferanten) beschränken die Risiken für den unterbrechungsfreien Materialfluss in der Produktion. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung wird im Unternehmen in vollem Umfang eine neue Software für die Produktions-Planung und Steuerung der betrieblichen Prozesse, der Material- und Lagerwirtschaft mit voll integrierter Finanzbuchhaltungs-, Controlling- und Reportingsoftware implementiert. Dieser Prozess wird bis Mitte 2012 abgeschlossen sein und ist die Basis für eine transparente und effiziente Steuerung des Unternehmens und unterstützt bei der zukünftigen Wachstumsstrategie. Mit dieser Plattform können Beschaffungsrisiken weiter optimiert werden. Durch die angespannte Liquiditätssituation Anfang 2012 kam es zu Engpässen im Bereich Teileversorgung, da einige Lieferanten ihre Kapazitäten heruntergefahren hatten. Produktrisiken Permanente Verbesserungen in der technischen Planung und Entwicklung sowie der Dokumentation von Arbeitsabläufen tragen kontinuierlich zur Verbesserung der Produktqualität und damit zur Senkungen von Produktrisiken bei. Produktrisiken sind zudem über eine Produkthaftpflichtversicherung abgedeckt. Risiken im Finanzierungsbereich/ bestandsgefährdende Risiken Das finanzwirtschaftliche Risiko besteht in der seit 2008 andauernden Verlustsituation verbunden mit einem negativen operativen Cashflow. Die Liquidität und die Finanzierung der Gesellschaft sind nach der aktuellen Unternehmensplanung derzeit durch hinreichend befristete Kreditzusagen, den im Mai 2012 vom Hauptgesellschafter ausgesprochenen Rangrücktritt sowie einen voraussichtlich positiven Cashflow bis zum 31. Dezember 2013 sichergestellt. Bei einer unvorhergesehenen, erheblichen negativen Geschäftsentwicklung oder einem Scheitern der eingeleiteten weiteren Restrukturierungsmaßnahmen könnte der Bestand der in der Krise befindlichen Gesellschaft lang- und mittelfristig gefährdet sein, insbesondere wenn die bestehenden Kontokorrentkredite der finanzierenden Banken nicht über 2013 hinaus verlängert werden sollten. Darüber hinaus ist der Fortbestand der Gesellschaft aufgrund der vorgesehenen Rückänderung des § 19 Abs. 2 InsO zum 1. Januar 2014 von der erfolgreichen Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Vermeidung einer etwaigen insolvenzrechtlichen Überschuldung abhängig. Personalrisiko Die Fertigungstiefe im Unternehmen bedingt in vielen Bereichen das Know-How von Spezialisten. Bedingt durch die Teambildung in nahezu allen Stufen der Herstellung ist ein Know-How-Transfer verteilt auf verschiedene Mitarbeiter weitestgehend gegeben. Die Suche nach neuem Personal gestaltet sich durch den enormen Bekanntheitsgrad der Marke "Wiesmann" und das Alleinstellungsmerkmal einer Manufaktur in Deutschland in diesem Bereich vergleichsweise unproblematisch. Selbstverständlich können sich aus den aufgeführten Risikobereichen Probleme für das Unternehmen ergeben, die im Bedarfsfalle jedoch durch die Geschäftsleitung gemanagt werden können. V. PrognoseberichtZum Zeitpunkt der Berichterstattung steht die nachhaltige Sanierung des Unternehmens im Fokus. In allererster Linie müssen die bereits begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen weitergeführt und darüber hinaus intensiviert werden, um einen positiven Geschäftsverlauf ab 2013 zu ermöglichen und die Sanierung umzusetzen. Erhebliche Verbesserungen in Beschaffung & Produktion sowie in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sollen das operative Ergebnis signifikant verbessern. Obwohl schon die ersten Sanierungsmaßnahmen in 2012 greifen werden, ist noch mit einem deutlich negativen Ergebnis in 2012 zu rechnen (laut Sanierungsgutachten -T€ 2.593). Den Turn around wird die Gesellschaft dann in 2013 vollzogen haben und wieder ein positives Ergebnis ausweisen. Wiesmann wird sich noch stärker als bisher im Bereich der Luxusgüter und mit verbesserter Positionierung bei der entsprechenden Käuferklientel präsentieren. Dabei wird sich eine Qualität mit "handmade in Germany" mit hoher Individualisierung bei der Ausstattung noch stärker als bislang als Unterscheidungsmerkmal positiv auswirken. Umsatz-, Produktions- und Personalentwicklung Die Geschäftsleitung plant im Jahr 2012 mit einem weiterhin negativen Ergebnis. Ab 2013 sollen dann durch eine erhöhte Produktivität und damit verbunden einem weitaus höheren Ab- und Umsatz deutlich positive Ergebnisse erzielt werden. Aktuell wird mit einem konstanten Personalbedarf geplant. Die Modellpallette wird zunächst beibehalten, möglicherweise werden Modelle jedoch aus dem Programm genommen, sollten sie nicht nachhaltig zur Strategie und Absatzsteigerung beitragen. Dülmen, den 31. Juli 2012
Wiesmann GmbH Dr. Rolf Haferkamp BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangI. Allgemeine Angaben zum JahresabschlussDie Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft auf. Aufgrund dessen hat die Gesellschaft größenabhängige Erleichterungen gemäß § 285 Satz 1 Nr. 4 HGB in Verbindung mit § 288 HGB in Anspruch genommen. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (in der Fassung des vom Bundesrat verabschiedeten Gesetzes vom 3. April 2009 (BilMoG)) und den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Ausweis- und Gliederungsvorschriften wurden den gesetzlichen Vorschriften entsprechend befolgt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unverändert. Die Umstellung auf BilMoG hatte für den Jahresabschluss der Wiesmann GmbH keine Auswirkungen. Die Vorjahreszahlen wurden unter Inanspruchnahme des Wahlrechtes gem. Art 67 Abs. 8 EGHGB nicht an die infolge des BilMoG geänderten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angepasst. II. Gliederung von Bilanz und Gewinn- und VerlustrechnungDie Gliederung der Bilanz erfolgte entsprechend den Vorschriften des § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte nach § 275 Abs. 2 HGB (Gesamtkostenverfahren). III. Angaben zu Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Bewertung wurde grundsätzlich unter Beachtung der allgemeinen Bewertungsgrundsätze nach § 252 HGB vorgenommen. Im Einzelnen wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet: Die immateriellen Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen, bewertet. Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Soweit Gegenstände des Sachanlagevermögens selbst erstellt wurden, wurden die retrograd ermittelten Herstellungskosten angesetzt. Die Betriebs- und Geschäftsausstattung enthält auch Vorführwagen iHv. T€ 555. Bei der Bemessung der Abschreibungen wird auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgestellt. Die Abschreibung erfolgt linear. Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- und Herstellungskosten € 150,00 nicht übersteigen, wurden im Jahr der Anschaffung oder Herstellung in voller Höhe abgeschrieben. Bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten über € 150,00 aber nicht mehr als € 1.000,00 wurde ein Sammelposten gebildet, der über 5 Jahre linear abgeschrieben wird. Für die vor dem 1. Januar 2008 zugegangenen beweglichen Gegenstände des Sachanlagevermögens wurde aus steuerlichen Gründen (§§ 254, 279 Abs. 2 HGB a.F.) bisher die degressive Abschreibungsmethode angewandt. Mit Inkrafttreten des BilMoG ist die umgekehrte Maßgeblichkeit der Steuerbilanz für die Handelsbilanz zwar entfallen, es wurde von dem Wahlrecht des Art. 67 Abs. 4 EGHGB zur Fortführung der bisherigen Wertansätze unter Anwendung der für sie bis zum Inkrafttreten des BilMoG geltenden Vorschriften Gebrauch gemacht. Das Finanzanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten bewertet. Die Bewertung der Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zum gleitenden Durchschnitt bewertet. Bei den fertigen und unfertigen Erzeugnissen erfolgt die Ermittlung der Herstellungskosten retrograd unter Berücksichtigung des Fertigstellungsgrades der Fahrzeuge mit angemessenen Abschlägen vom Auftragswert. Die Bewertung der Forderungen erfolgte grundsätzlich zum Nennwert. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen in ausreichender Höhe berücksichtigt. Dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko wurde durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Die sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit dem Nennwert angesetzt. Liquide Mittel wurden mit dem Nennwert angesetzt. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Aktive latente Steuern aufgrund bestehender steuerlicher Verlustvorträge wurden im Hinblick auf das Wahlrecht des § 274 Abs.1 Satz 2 HGB nicht angesetzt. IV. Angaben zur BilanzHinsichtlich der Entwicklung des Anlagevermögens verweisen wir auf die Anlage zu diesem Anhang. Die Forderungen gegen Gesellschafter betragen insgesamt € 495.394,68 (Vorjahr: € 452.130,68). Die Darlehen werden mit 3,85% p.a. verzinst. Die Verrechnungskonten der Gesellschafter werden mit 2,12% p.a. verzinst. Der Gesamtbetrag der Forderungen gegen Gesellschafter mit einer Restlaufzeit über einem Jahr beträgt € 495.394,68 (Vorjahr € 266.699,16). Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von T€ 837 (Vorjahr T€ 723) beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (T€ 172), Urlaub (T€ 117), Überstunden (T€ 117) sowie Rechts- und Beratungskosten (T€ 279). Die Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundpfandrechte und Sicherungsübereignungen gesichert. Ferner haben Gesellschafter Bürgschaften übernommen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind durch branchenübliche Eigentumsvorbehalte gesichert. Der Gesamtbetrag der gesicherten Verbindlichkeiten beträgt € 15.949.731,46 (Vorjahr: € 16.742.940,45). V. Angaben zur Gewinn- und VerlustrechnungDie sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge in Höhe von € 17.672,43 (Vorjahr € 5.837,56) sowie Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von € 112,02 (Vorjahr € 88,57). Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betreffen ausschließlich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. VI. Sonstige AngabenIm Jahresdurchschnitt 2010 wurden 105 Mitarbeiter beschäftigt, davon 34 Angestellte und 71 gewerbliche Arbeitnehmer. Geschäftsführer der Gesellschaft:
Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2010 wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Mitglieder des Beirates waren im Berichtsjahr Herr Stefan Breuer Herr Matthias Kerstan (bis 6. September 2010) und Herr Bernd Wiesmann. Die Mitglieder des Beirats erhielten in 2010 Beiratsvergütungen in Höhe von € 12.000,00. Den Mitgliedern der Geschäftsführung wurden Darlehen in Höhe von € 276.967,08 (Vorjahr € 266.699,16) gewährt. Die Darlehen werden mit 3,85% p.a. verzinst. Die Gesellschaft hat Zinsbegrenzungsgeschäfte getätigt. Der Marktwert der zwei abgeschlossenen Zinscaps beträgt per 31.12.2010 € 0,01, ermittelt nach der mark to market-Methode. Zur Begrenzung des Zinsrisikos aus einer variabel verzinslichen Darlehensverbindlichkeit im Volumen von € 2,82 Mio wurde ein Sicherungsgeschäft mit einem beizulegenden Zeitwert von € -0,23 Mio abgeschlossen. Es sichert die Gesellschaft im Wege des Mikro-Hedging über die Restlaufzeit der Darlehensverbindlichkeit vollständig gegen Änderungsrisiken bei zinsabhängigen Zahlungsströmen. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wird nach der Critical-Terms-Match-Methode beurteilt. Für ein weiteres derivatives Finanzinstrument (Zinsderivat) im Volumen von € 1,14 Mio wurde keine Sicherungsbeziehung bilanziert. Der negative Marktwert dieses Zinsderivats beträgt zum Bilanzstichtag T€ 40. Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen im Zusammenhang mit bestehenden Leasingverträgen und Mietverträgen beträgt zum 31.12.2010 T€ 453. Haftungsverhältnisse bestehen in Höhe von 49.538,55 € (Bankavale).
Dülmen, den 31. Juli 2012 Wiesmann GmbH Dr. Rolf Haferkamp Entwicklung des Anlagevermögens
Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Wiesmann GmbH, Dülmen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der Geschäftsführer der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführer sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Pflichtgemäß weisen wir darauf hin, dass der Fortbestand der Gesellschaft durch Risiken bedroht ist, die in Abschnitt IV. "Risikobericht" des Lageberichts dargestellt sind. Dort ist ausgeführt, dass der mittel- und langfristige Fortbestand der Gesellschaft von der weiteren planmäßigen Umsetzung der erforderlichen Restrukturierungsmaßnahmen, der Verlängerung bestehender Kreditlinien durch die finanzierenden Kreditinstitute sowie aufgrund der vorgesehenen Rückänderung des § 19 Abs. 2 InsO zum 1. Januar 2014 von der erfolgreichen Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Vermeidung einer etwaigen insolvenzrechtlichen Überschuldung abhängig ist.
Osnabrück, den 1. August 2012 PricewaterhouseCoopers
Georg Stegemann, Wirtschaftsprüfer ppa. Melanie Huster, Wirtschaftsprüferin Der Jahresabschluss wurde noch nicht festgestellt. |
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