Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 93806
Vorher
EOS Health Honorarmanagement Aktiengesellschaft
Eingetragen
26.5.2005
Branche
Vermittlungstätigkeiten für medizinische, zahnärztliche und andere GesundheitstätigkeitenInstitute für Factoring-GeschäfteTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von pharmazeutischen Erzeugnissen, medizinischen Artikeln, Krankenhaus-, Dental- und Altenpflegebedarf
Gegenstand
Ankauf von Forderungen von Ärzten, Zahnärzten, Krankenhäusern und sonstigen Leistungserbringern im Gesundheitswesen gegen deren Patienten aus ärztlicher, zahnärztlicher oder sonstiger Behandlung im Rahmen des echten oder unechten Factorings und der Vertrieb und die Vermittlung von weiteren Dienstleistungen einschließlich Forderungsinkasso.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Haris Hajro
seit 29.1.2026
Vorstandsmitglied
Tobias Griess
seit 29.1.2026
Vorstandsmitglied
Sybille Magarin
seit 12.5.2025
Prokura
Robert Hebenstreit
seit 28.5.2024
Prokura
Prokura

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Health Coevo AG

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Health Coevo AG

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Health Coevo AG, Hamburg - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie den Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Health Coevo AG, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats nach § 171 Abs. 2 AktG verantwortlich. Im Übrigen sind gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Bericht des Aufsichtsrats, von dem wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, aber nicht den Jahresabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Lageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, 6. Mai 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Bühring, Wirtschaftsprüfer

Weike, Wirtschaftsprüfer

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

der Health Coevo AG, Hamburg

Aktiva

EUR 12/2023
EUR
12/2022
TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 32.556,85 32.556,85 26
2. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 4.805.976,58 4.805.976,58 3.530
3. Forderungen an Kunden
a) Forderungen an Patienten 166.239.870,21 155.700
b) Forderungen an Ärzte 30.979.764,76 22.266
c) übrige 781.815,47 198.001.450,44 25
4. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 6.129.968,00 5.965
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 209.022,00 6.338.990,00 267
5. Sachanlagen 379.278,00 389
6. Sonstige Vermögensgegenstände 1.144.878,98 2.313
darunter: Forderungen aus Verlustübernahme EUR 0,00 (VJ: TEUR 0)
7. Rechnungsabgrenzungsposten 175.607,98 524
Summe der Aktiva 210.878.738,83 191.004

Passiva

EUR 12/2023
EUR
12/2022
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 33.306.628,07 28.317
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 100.000.000,00 133.306.628,07 100.000
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) andere Verbindlichkeiten
aa) täglich fällig 393.852,74 354
ab) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 41.792.266,58 42.186.119,32 36.137
darunter: Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen EUR 0,00 (VJ: TEUR 0)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 4.152.645,68 1.875
4. Rechnungsabgrenzungsposten 1.039.210,05 1.032
4a. Passive latente Steuern 1.641.644,28 1.420
5. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 578.580,00 590
b) Steuerrückstellungen 2.554.793,99 1.406
c) andere Rückstellungen 943.012,70 4.076.386,69 1.172
6. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 2.000.000,00 2.000
b) Gewinnrücklagen
ba) gesetzliche Rücklage 200.000,00 200
c) Bilanzgewinn 22.276.104,74 24.476.104,74 16.502
Summe der Passiva 210.878.738,83 191.004

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

der Health Coevo AG, Hamburg

EUR 2023
EUR
2022
TEUR
1. Zinserträge 17.156.393,40 16.141
2. Zinsaufwendungen -2.958.324,69 -686
3. Erträge aus Factoringdienstleistungen 12.634.548,10 11.617
4. Aufwendungen aus Factoringdienstleistungen -2.090.740,41 -1.908
5. Sonstige betriebliche Erträge 930.611,72 1.273
6. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter -5.556.975,58 -5.938
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -1.084.781,28 -6.641.756,86 -1.071
darunter: für Altersversorgung EUR 1.048,80 (VJ: TEUR 2)
b) andere Verwaltungsaufwendungen -8.307.442,48 -6.594
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen -702.512,15 -746
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -48.137,96 -15
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen -2.060.231,80 -4.205
10. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen 580.116,92 1.191
11. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 8.492.523,79 9.060
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.718.282,50 -2.936
13. Jahresüberschuss 5.774.241,29 6.124
14. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 16.501.863,45 10.378
15. Bilanzgewinn 22.276.104,74 16.502

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Health Coevo AG, Hamburg

1. Allgemeines

Bei der Health Coevo AG handelt es sich um ein Finanzdienstleistungsinstitut nach § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 9 KWG. Die notwendige Erlaubnis für das Factoring-Geschäft wurde durch die fristgerechte Anzeige an die BaFin am 29. Januar 2009 nach § 64j KWG erwirkt.

Die Health Coevo AG (nachfolgend HAG) mit Sitz in Hamburg ist beim Amtsgericht Hamburg unter der Nummer HRB 93806 im Handelsregister eingetragen.

Die HAG ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der BAWAG Group Germany GmbH, die ihrerseits Teil des Konzerns der BAWAG Group AG (nachfolgend BAWAG Group) mit Sitz in Wien ist.

Das Geschäftsjahr der Gesellschaft ist das Kalenderjahr.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind unverändert zum Vorjahr.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 der Health Coevo AG, Hamburg, wurde nach den für Finanzinstitute geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und den ergänzenden Bestimmungen des Aktiengesetzes sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde gemäß § 2 Abs. 1 Satz 1 RechKredV in Staffelform nach Formblatt 3 der RechKredV aufgestellt. Die Angaben im Formblatt wurden zur Erhöhung der Klarheit um factoring-spezifische Posten erweitert.

Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt. Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach dem Grundsatz der Vollständigkeit.

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und der Generalnorm aufgestellt, welche die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens fordern.

Dem Vorsichtsprinzip wurde insofern Rechnung getragen, als nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen und alle erkennbaren Risiken und drohende Verluste bei der Bewertung berücksichtigt wurden.

Bewertung von Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen

Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten abzüglich angemessener Einzelwertberichtigungen (EWB) gegenüber Zahnärzten sowie Pauschalwertberichtigungen (PWB) gegenüber Zahnärzten (unechtes Factoring) und pauschaler Einzelwertberichtigungen (pEWB) auf Patientenforderungen (echtes Factoring) angesetzt. Die folgenden Wertberichtigungen werden auf monatlicher Basis gerechnet:

Einzelwertberichtigungen (EWB)werden für individuelle Forderung gegenüber Zahnärzten gerechnet. Die Berechnungsmethode basiert auf der standardmäßigen Methodik, in welcher die Differenz zwischen den von Experten ermittelten, erwarteten Cash Flows und dem aktuellen Forderungsstand ermittelt wird.

Pauschalwertberichtigungen (PWB) gegenüber Zahnärzten werden auf Portfolioebene gerechnet. Für die Ermittlung der PWB kommt eine Eintreibungsquote auf den Forderungsbestand zur Anwendung. Die Eintreibungsquote basiert auf den historischen Eintreibungserlösen in HAG.

Pauschale Einzelwertberichtungen (PEWB) werden für die Patientenforderungen pro jeweilige Mahnstatus berechnet. Zur Ermittlung der PEWB wird der jeweilige Forderungswert mit der relevanten Eintreibungsquote multipliziert.

IFRS 9 ELCs werden, folgend der BAWAG PSK IFRS 9 ECL Methodik, Stage 1 ECLs (one-year) and Stage 2 ECLs (life time) unter Berücksichtigung eines deutschlandspezifischen, makroökonomischen Szenarios berechnet.

Die Berechnung der Wertminderung von Finanzinstrumenten stützt sich auf drei grundlegende Parameter:

1. Ausfallwahrscheinlichkeit (PD - Probability of Default)

2. Verlustquote bei Ausfall (LGD - Loss Given Default)

3. ausstehende Kreditsumme bei Ausfall (EAD - Exposure at Default).

Diese Parameter bestimmen gemeinsam die Bewertung der erwarteten Kreditverluste und werden mit Hilfe interner Modelle geschätzt. Für Portfolien, für die keine auf internen Ratings basierenden Risikomodelle eingesetzt werden, d.h. Standardansatz oder LGDs für F-IRB-Modelle, werden andere interne Modelle verwendet. Es werden die folgenden notwendigen Anpassungen vorgenommen, um die Einhaltung der IFRS-9-Richtlinie zu gewährleisten:

Erweiterung des Prognosehorizonts von einem Jahr auf die gesamte Kreditlaufzeit

Anpassung der Through-the-Cycle-Parameter um eine Zeitpunktbetrachtung (Point-in-Time) um die jüngsten Trends widerzuspiegeln

Berücksichtigung zukunftsgerichteter Informationen bei der ECL-Schätzung,

Die Parameter werden in beiden Stufen angewandt. Die Anwendung in der endgültigen Wertminderungsberechnung unterscheidet sich je nach Stufe des einzelnen finanziellen Vermögenswerts.

Für die Schätzung der Risikoparameter für die Gesamtlaufzeit von Portfolios, mit unterschiedlichen Risiken, wurden separate Modelle entwickelt. Die Genauigkeit der Modelle wird durch eine jährliche interne Modellvalidierung kontinuierlich und rigoros überprüft.

Die Lifetime-Risikoparameter nach IFRS 9 bestehen aus einer zyklusübergreifenden (Through-the-Cycle) und einer zeitpunktbezogenen (Point-in-Time) Komponente. Die Through-the-Cycle-Komponente erfasst die idiosynkratischen Risiken der Finanzinstrumente, die im Zeitablauf stabil sind und durch den langfristigen Durchschnitt der Risikoparameter gemessen werden. Die zeitpunktbezogene Komponente misst die systematischen Risiken, die in der Regel durch makroökonomische Prognosen und den Kreditrisikozyklus des Portfolios dargestellt werden.

Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens und Sachanlagen

Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und das Sachanlagenvermögen werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet.

Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben, die Abschreibungsdauer liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 4 bis 15 Jahren. Die HAG hat zum Stichtag 31. Dezember 2023 unter den immateriellen Vermögenswerten selbstentwickelte Software in Höhe von TEUR 6.130 (VJ: TEUR 5.965) aktiviert.

Die Abschreibungen der Sachanlagen erfolgen pro rata temporis gemäß § 7 Abs. 1 EstG unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Die Abschreibungsdauer liegt bei Einbauten in Gebäude zwischen 7 und 10 Jahren, bei Hardware zwischen 3 und 7 Jahren und bei sonstigem Sachanlagevermögen zwischen 7 und 15 Jahren.

Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Entfallen die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung, erfolgt eine Zuschreibung bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten gemäß § 253 Abs. 5 EstG.

Anschaffungs-/Herstellungskosten von geringwertigen Wirtschaftsgütern in einer Spanne von EUR 250 bis EUR 800 werden entsprechend dem Wahlrecht im Jahr des Zugangs in voller Höhe als Aufwand erfasst und im Anlagenspiegel als Zugang und Abgang im selben Geschäftsjahr gezeigt. Entsprechend erfolgt eine ergebniswirksame Erfassung des geringwertigen Wirtschaftsgutes im Jahr der Anschaffung.

Bewertung von Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Rückstellungen für Pensionen sind mit ihrem Erfüllungsbetrag gemäß versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der Projected Unit Credit Method (PUC-Methode unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Gehalts- und Rentenanpassungen angesetzt.

Die Pensionsrückstellungen wurden mit einem Rechnungszinssatz von 1,83% (VJ: 1,78%) unter Verwendung der Richttafeln von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Dieser Zinssatz entspricht dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten zehn Jahre, der sich laufzeitadäquat auf Basis einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt

Darüber hinaus wurde bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen ein Gehaltstrend von 2,0% (VJ: 2,0%) angesetzt. Zur Berücksichtigung des Rententrends wurden gemäß § 16 BetrAVG der Verbraucherpreisindex in Höhe von 2,0% bzw. die 1,0% Anpassung zugrunde gelegt (VJ: 1,5% bzw. die 1,0% Anpassung).

Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen

Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung für ungewisse Steuer- und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrags entsprechend der Bestimmungen in § 249 HGB gebildet.

Bewertung von Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bewertet.

Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft die bereits geleisteten Ausgaben für Aufwendungen des kommenden Geschäftsjahres.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft bereits erhaltene Beträge für das Modul Liquiditätssicherung, die das neue Geschäftsjahr betreffen.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Barreserve

Als Barreserve wird das Guthaben auf der Frankiermaschine zum Stichtag ausgewiesen.

Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen gegenüber Kreditinstituten betragen TEUR 4.806 (VJ: 3.530 TEUR) und sind täglich fällig. Darin sind Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen aus Bankguthaben innerhalb der BAWAG-Gruppe in Höhe von TEUR 660 (VJ: TEUR 580) sowie Guthaben bei externen Banken in Höhe von TEUR 4.146 (VJ: TEUR 2.950) enthalten.

Forderungen an Kunden

Die Forderungen an Kunden sind zum Buchwert abzüglich Wertberichtigungen angesetzt und betreffen im Wesentlichen Forderungen an Ärzte und an Patienten. Im Berichtsjahr 2023 wurde Prozess für die Abgrenzungen der Provisionen für QLICK automatisiert. Da sich diese Provisionen eindeutig einem Grundgeschäft zuordnen lassen, wird der daraus resultierende Betrag in den Kundenforderungen unter dem Posten "Übrige" ausgewiesen. Die Forderungslaufzeiten sind durch Ratenzahlungsvereinbarungen festgeschrieben.

in TEUR bis 3 Monate 3 Monate bis 1 Jahr 1 Jahr bis 5 Jahre über 5 Jahre Summe
Patienten 103.597 30.087 30.566 1.990 166.240
Ärzte 30.980 0 0 0 30.980
Übrige 12 1 169 599 782
134.589 30.088 30.736 2.589 198.001

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem beigefügten Anlagenspiegel.

Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

Die Zugänge zum Sachanlagevermögen betreffen im Wesentlichen Elektrofahrzeuge

Die Betriebs- und Geschäftsausstattung beläuft sich zum Stichtag auf TEUR 377 (VJ: TEUR 351). Die Einbauten in fremde Gebäude belaufen sich zum Stichtag auf TEUR 2 (VJ: TEUR 38).

Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens werden gemäß § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB als Aktivposten in der Bilanz ausgewiesen. Die Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten des Anlagevermögens führt zur Beschränkung der Ausschüttungsfähigkeit des Gewinns. Dabei bestehen die Zugänge zu den immateriellen Anlagen bestehen in erster Linie aus der selbsterstellten Software und anderer erworbener Software. Das immaterielle Anlagevermögen setzt sich zum Stichtag aus erworbener und selbsterstellter Software TEUR 6.339 (VJ: TEUR 6.204) und aus sonstigen immateriellen Vermögensgegenständen in Entwicklung TEUR 0 (VJ: TEUR 28) zusammen.

Sonstige Vermögensgegenstände

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind im Wesentlichen Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 400 (VJ: TEUR 1.558) aus Leistungsverrechnungen und Forderungen aus der Umsatzsteuer-Organschaft enthalten. Weiter sind unter dem Posten auch Forderungen gegenüber dem Finanzamt in Höhe von TEUR 32 (VJ: TEUR 32) ausgewiesen.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

In diesem Posten sind aktive Rechnungsabgrenzungen aus Vorauszahlungen und Lizenzverträge von TEUR 176 (VJ: TEUR 210) enthalten.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Alle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 133.307 (VJ: TEUR 128.317) bestehen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 100.000 (VJ: TEUR 100.000), wobei die gesamte Summe eine Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr aufweist. Zusätzlich dazu bestehen auch Verbindlichkeiten aus dem laufenden Verrechnungsverkehr mit einer täglichen Fälligkeit in Höhe von TEUR 33.307 (VJ: TEUR 28.317).

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden setzen sich im Wesentlichen aus dem operativen Geschäft zusammen und bestehen, wie im Vorjahr, zur Gänze gegenüber Ärzten. Darin enthalten sind täglich fällige Verbindlichkeiten aus vereinnahmten Überzahlungen in Höhe von TEUR 394 (VJ: TEUR 354). Die restlichen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 41.792 (VJ: TEUR 36.137) weisen eine Restlaufzeit von bis zu 3 Monaten auf, da das maximale Auszahlungsziel 90 Tage beträgt.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus USt-Zahllasten der Vormonate in Höhe von TEUR 321 (VJ: TEUR 213), Lohnsteuer in Höhe von TEUR 69 (VJ: TEUR 68) sowie offene Lieferantenrechnungen in Höhe von TEUR 306 (VJ: TEUR 327) und Verbindlichkeiten aus Konzernverrechnungen in Höhe von TEUR 2.522 (VJ: TEUR 623). Weiter sind in diesem Posten schwebende Verrechnungen in Höhe von TEUR 935 (VJ: TEUR 644) enthalten.

Passive latente Steuern

Der Überhang der passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 1.642 (VJ: TEUR 1.420), der entsprechend nach HGB bilanziert wurde, setzt sich aus passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 1.978, die im Wesentlichen aus der Aktivierung von selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenständen im Rahmen der Entwicklung einer Software resultieren und aus aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 337, welche zu weiten Teile auf steuerlich nicht anerkannten Rückstellungen und dem Expected Credit Loss (ECL) basieren, zusammen. Für die Berechnung der latenten Steuern gelangt ein Prozentsatz von 32,275% zur Anwendung.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen exklusive Jubiläumszusagen erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit dem von der Bundesbank zum 31. Dezember 2023 veröffentlichten Rechnungszinsfuß von 1,83% (VJ: 1,78 %). Dabei handelt es sich um den 10-Jahres-Durchschnittszins. Aufgrund der geänderten Bewertung der Pensionsverpflichtungen durch die erstmalige Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes im Geschäftsjahr 2010/11 ergibt sich ein Zuführungsbetrag, der in Anwendung des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB linear über einen Zeitraum von 15 Jahren angesammelt wird. Unter Ausübung dieses Wahlrechtes wird der zum 31. Dezember 2023 verbleibende Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 2 über die nächsten zwei Jahre zugeführt.

Zum Abschlussstichtag wurden TEUR 2 des Unterschiedsbetrags den Pensionsrückstellungen zugeführt. Der nicht passivierte Unterschiedsbetrag beträgt TEUR 2.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beläuft sich auf 7 TEUR.

Die Pensionsrückstellung beträgt TEUR 579 (VJ: TEUR 590).

Im Jahr 2023 wurden auf Basis einer Betriebsvereinbarung die Zahlungen von Jubiläumsgelder geändert. Die kürzere Anwartschaften und jährlichen Zuwendungen ist die Bildung der gegenständlichen Rückstellung nicht mehr erforderlich.

Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 2.555 (VJ: TEUR 1.406) setzen sich aus der Körperschaftsteuer-Rückstellung in Höhe von TEUR 1.418 der Rückstellung für Gewerbesteuern in Höhe von TEUR 1.059 sowie der Rückstellung im Zusammenhang mit dem Solidaritätszuschlag in Höhe von TEUR 78 zusammen.

Andere Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen setzen sich aus Rückstellungen für Jubiläumsgelder TEUR 0 (VJ: TEUR 41), Überstunden TEUR 40 (VJ: TEUR 42), Boni TEUR 287 (VJ: TEUR 318), nicht konsumierte Urlaube TEUR 55 (VJ: TEUR 62), Lieferantenrechnungen und Honorare TEUR 280 (VJ: TEUR 285), Drohverluste aus Leerständen TEUR 50 (VJ: TEUR 269) sowie sonstige Rückstellungen TEUR 232 (VJ: TEUR 156) zusammen.

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Verpflichtungen gegenüber Kunden gebildet.

Da die anderen Rückstellungen erwartungsgemäß eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr haben, erfolgt keine Abzinsung der Rückstellungen gemäß § 253 Abs. 2 HGB.

Eigenkapital

Das gezeichnete Eigenkapital beträgt TEUR 2.000 und ist in 2.000 vinkulierte Namensaktien im Nennbetrag von je TEUR 1 eingeteilt.

Die gesetzliche Rücklage beträgt TEUR 200.

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 1.1.2023 bis 31.12.2023

Health Coevo AG, Hamburg

Anschaffungskosten
Alle Angaben
in Euro
01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 6.725.910,55 688.337,33 27.860,00 0,00 7.386.387,88
b) Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.123.197,19 0,00 1.326,00 0,00 2.121.871,19
c) Software-Lizenz 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
8.849.107,74 688.337,33 29.186,00 0,00 9.508.259,07
II. Sachanlagevermögen
a) Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 435.319,85 0,00 260.994,72 0,00 174.325,13
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung, Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.793.124,04 140.110,00 391.035,83 0,00 1.542.198,21
c) Geringwertige Wirtschaftsgüter 0,00 19.703,32 19.703,32 0,00 0,00
2.228.443,89 159.813,32 671.733,87 0,00 1.716.523,34
11.077.551,63 848.150,65 700.919,87 0,00 11.224.782,41
Kumulierte Abschreibungen
Alle Angaben
in Euro
01.01.2023 Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 761.260,05 495.159,83 0,00 0,00 1.256.419,88
b) Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.856.380,19 56.469,00 0,00 0,00 1.912.849,19
c) Software-Lizenz 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2.617.640,24 551.628,83 0,00 0,00 3.169.269,07
II. Sachanlagevermögen
a) Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 397.066,85 28.371,00 253.469,72 0,00 171.968,13
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung, Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.442.066,04 102.809,00 379.597,83 0,00 1.165.277,21
c) Geringwertige Wirtschaftsgüter 0,00 19.703,32 19.703,32 0,00 0,00
1.839.132,89 150.883,32 652.770,87 0,00 1.337.245,34
4.456.773,13 702.512,15 652.770,87 0,00 4.506.514,41
Buchwerte
Alle Angaben
in Euro
31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 6.129.968,00 5.964.650,50
b) Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 209.022,00 266.817,00
c) Software-Lizenz 0,00 0,00
6.338.990,00 6.231.467,50
II. Sachanlagevermögen
a) Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.357,00 38.253,00
b) Betriebs- und Geschäftsausstattung, Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 376.921,00 351.058,00
c) Geringwertige Wirtschaftsgüter 0,00 0,00
379.278,00 389.311,00
6.718.268,00 6.620.778,50

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge

Die Zinserträge resultieren im Wesentlichen aus den angebotenen Modulen Liquiditätssicherung in Höhe von TEUR 6.982 (VJ: TEUR 6.988) und Risikoschutz in Höhe von TEUR 6.265 (VJ: TEUR 5.929) sowie aus Ratenzahlungsvereinbarungen in Höhe von TEUR 3.898 (VJ: TEUR 2.986) und werden in Deutschland erwirtschaftet.

Zinsaufwendungen

In den Zinsaufwendungen sind ausschließlich Zinsen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 2.958 (VJ: TEUR 686) enthalten.

Erträge aus Factoring-Dienstleistungen

Die Erträge aus Factoring-Dienstleistungen resultieren überwiegend aus gegenüber Dritten erbrachten Dienstleistungen. Diese beinhalten im Wesentlichen Erträge des Produktmoduls Debitorenmanagement in Höhe von TEUR 8.174 (VJ: TEUR 7.992). Daneben zählen dazu noch Erträge aus Inkasso in Höhe von TEUR 1.250 (VJ: TEUR 1.225).

Die Erträge aus der Kreditverwaltung, im Wesentlichen Mahngebühren, stehen in Höhe von TEUR 1.462 (VJ: TEUR 1.319) zu Buche.

Aufwendungen aus Factoring-Dienstleistungen

Die Aufwendungen aus Factoring-Dienstleistungen setzen sich aus den dem Factoring-Geschäft direkt zuordenbaren Kosten zusammen. Diese beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für die Übernahme des Delkredererisikos und Inkassokosten in Höhe von TEUR 1.817 (VJ: TEUR 1.697).

Die Aufwendungen aus dem Zahlungsverkehr stehen in Höhe von TEUR 140 (VJ: TEUR 147) zu Buche.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge in Höhe von TEUR 363 (VJ: TEUR 630) enthalten, welche aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten ansonsten Erträge aus der Leistungsverrechnung in Höhe von TEUR 568 (VJ: TEUR 564).

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Neben den Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 6.642 (VJ: TEUR 7.009) beinhalten die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen auch sonstige Verwaltungsaufwendungen in Höhe von TEUR 8.307 (VJ: TEUR 6.594). Die sonstigen Verwaltungsaufwendungen setzen sich hauptsächlich aus den Kosten der Geschäftsabwicklung zusammen. Sie enthalten insbesondere Aufwendungen aus Postgebühren TEUR 1.577 (VJ: TEUR 1.625), Beratungskosten TEUR 1.309 (VJ: TEUR 1.491), diverse Mietkosten TEUR 1.455 (VJ: TEUR 1.416) sowie Werbekosten TEUR 695 (VJ: TEUR 657).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Mindererlöse aus Anlagenverkäufe enthalten.

Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen (WB, PWBs, PEWB) auf Forderungen sind nach vernünftiger kaufmännischer Einschätzung vorgenommen worden und betreffen im Wesentlichen Forderungen gegen Patienten und Ärzte TEUR 1.480 (VJ: TEUR 3.014) in Deutschland.

Wertberichtigungen auf sonstige Forderungen waren zum Abschlussstichtag nicht vorhanden. In diesen Risikokosten sind ebenfalls bereits die Wertberichtigungen, welche auf der ECL-Berechnungslogik der BAWAG P.S.K. basieren, in Höhe einer Auflösung von TEUR -310 (VJ: TEUR 957) enthalten.

Die aktuelle Wertberichtigungsmethodik (EWB, PWB, PEWB) wird in 2024 von BAWAG PSK durch eine neues loss rate Model ersetzt.

5. Sonstige Angaben

Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Geschäftsjahr 2023 fanden keine Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen oder Personen zu nicht marktüblichen Konditionen statt.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB stellt sich insgesamt wie folgt dar:

in TEUR bis 1 Jahr 1 Jahr bis 5 Jahre über 5 Jahre Summe
Raummieten 137 0 0 137
Inventarmieten, Wartungs- und sonstige Verträge 465 452 0 917
603 452 0 1.055

Mindestbesteuerungsgesetz

Das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen (Mindeststeuergesetz) und weiterer Begleitmaßnahmen wurde am 27. Dezember 2023 im Bundesgesetzblatt verkündet und ist am 28. Dezember 2023 in Kraft getreten. Die neue Regelung führt ab 2024 eine globale Mindestbesteuerung von 15 Prozent für alle Großkonzerne ein. Die Health AG ist Teil des BAWAG Group Konzerns und dieser unterliegt der neuen Gesetzgebung zur Umsetzung der globalen Mindeststeuer. Die Gruppe geht derzeit nicht davon aus, dass es aufgrund der globalen Mindeststeuer zu Änderungen der Besteuerung der Health AG kommen wird. Unsere aktuelle Analyse auf Basis der länderbezogenen Berichterstattung (siehe Note 65 im Konzernabschluss der BAWAG Group AG) zeigt, dass der effektive Steuersatz (basierend auf tatsächlichen Steuern ohne Berücksichtigung latenter Steuern) der BAWAG in allen relevanten Rechtsterritorien über dem Mindeststeuersatz liegt. Es gibt keine Auswirkungen auf die laufenden oder latenten Steuern für das Jahr 2023.

Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres 2023 beschäftigten Arbeitnehmer ohne Mitarbeiter in Elternzeit (umgerechnet auf Vollzeit) betrug 98 Mitarbeiter:.

2023 2022
Kaufmännische Angestellte 90 99
Köpfe Vollzeitäquivalente
Jahresdurchschnitt 2023 2022 2023 2022
Aktive Mitarbeiter 109 111 98 99
Männlich 36 36 35 29
Teilzeit 2 2 1 1
Vollzeit 34 34 34 28
Weiblich 73 75 63 70
Teilzeit 35 40 25 35
Vollzeit 38 35 38 35
Mitarbeiter in Elternzeit 4 5 2 4
Weiblich 4 5 2 4
Teilzeit 4 5 2 4
Gesamt 113 116 100 103

Organe

Mitglieder des Aufsichtsrats sind:

Dr. Guido Jestädt, Wien (Vorsitzender)

Mitglied des Vorstandes (CAO), BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse AG, Wien

Dr. Andreas Putz, Wien (stellvertretender Vorsitzender)

Bereichsleiter Retail Operations & Analytics, BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse AG, Wien

Nikita Tschursin, MBA BSc Wien

Chief Operating Officer, BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse AG, Wien

Mitglieder des Vorstands sind:

Haris Hajro, Wien (Vorstandsvorsitzender)

Chief Executive Officer und Chief Financial Officer, Health Coevo AG, Hamburg

Gerd Adler, Hamburg (Mitglied des Vorstandes)

Chief Commercial Officer, Health Coevo AG, Hamburg

Hinsichtlich der Vergütung für den Vorstand wird die Schutzklausel gem. § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen. Die Aufsichtsratsvergütung betrug im Geschäftsjahr TEUR 0 (VJ: TEUR 0).

Unter den Pensionsrückstellungen sind TEUR 529 für ehemalige Organmitglieder vorgesehen. Laufende Rentenzahlungen an ehemalige Organmitglieder beliefen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 16 (VJ: TEUR 15)

Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das im Berichtsjahr erfasste Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt für die Abschlussprüfungsleistungen TEUR 131, davon entfällt ein Betrag in Höhe von TEUR 1 auf Leistungen, die im Vorjahr erbracht wurden.

Ausschüttungsgesperrter Betrag

Aus der Änderung der Bewertung von Rückstellungen für Pensionen ergibt sich ein ausschüttungsgesperrter Betrag in Höhe von TEUR 7.

Für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens angepasst um passive latente Steuern ergibt sich gemäß § 268 Abs. 8 HGB ein weiterer ausschüttungsgesperrter Betrag in Höhe von TEUR 4.152.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 22.276 (Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 5.774 und Gewinnvortrag in Höhe von TEUR 16.502), TEUR 6.500 auszuschütten und den Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, haben sich nicht ergeben.

Konzernklausel

Die Gesellschaft ist Mitglied des Konsolidierungskreises der BAWAG Group AG mit Sitz in Wien. Die BAWAG Group AG ist das oberste Mutterunternehmen, in dessen Konzernabschluss die Gesellschaft einbezogen wird. Der Konzernabschluss der BAWAG Group AG wird aufgrund der Bestimmungen des §59a BWG nach International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt, wird im Internet veröffentlicht (www.bawaggroup.com/BAWAGGROUP/IR/DE/Finanzergebnisse) und liegt am Sitz der BAWAG Group AG (größter Konsolidierungskreis) in Wien auf.

Die BAWAG P.S.K. erstellt aufgrund der Bestimmungen des § 59a BWG einen Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRS). Dieser Konzernabschluss liegt am Sitz der BAWAG P.S.K. (kleinster Konsolidierungskreis) in Wien auf.

Mit der BAWAG Group Germany GmbH mit Sitz in Eschborn als herrschendem Unternehmen ist am 03.05.2019 ein Beherrschungsvertrag samt Verlustübernahmevereinbarung nach § 302 AktG geschlossen worden.

Die Health Coevo AG befindet sich in einer Umsatzsteuer Organschaft mit der Südwestbank, eine Betriebsstätte der BAWAG P.S.K. AG (ehemals: Südwestbank AG, Stuttgart) und der BAWAG Group Germany GmbH. Mit Wirkung zum 01.03.2021 hat die Health Coevo AG die Funktion der Organträgerin von der Südwestbank übernommen.

 

Hamburg, am 03 05.2024

Health Coevo AG, Hamburg

Hans Hajro

Gerd Adler

Lagebericht Geschäftsjahr 2023

1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Nach dem die Jahre 2020 und 2021 stark von dem Corona-Virus geprägt waren, hat sich 2022 die Situation entspannt. Allerdings kamen weitere Krisen wie der Russland-Ukraine-Krieg und die darauffolgende Energiekrise hinzu, die auch in 2023 noch stark präsent waren.

Die deutsche Wirtschaftsleistung ist, gemessen am preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP), im Jahr 2023 um 0,3% 1 (Vorjahr: 1,8%) gesunken. Das BIP ist im 4. Quartal 2023 im Vergleich zum 3. Quartal 2023 um 0,3% gesunken, während in den ersten drei Quartalen (0,1%, +0,0%, +0,0%) das BIP schwach anstieg bzw. dann stagnierte 2 Für das Kalenderjahr 2024 geht die Europäische Kommission von einem Wachstum von ca. 0,3% aus.

Das BIP in Deutschland sank 2023 um 0,3%. Im Laufe das Jahres 2023 erholten sich zwar die privaten Konsumausgaben leicht, allerdings gingen die Investitionen deutlich zurück. Die Dienstleistungsbranche konnte allerdings im 4. Quartal 2023 sogar einen leichten Zuwachs bei der preisbereinigten Bruttowertschöpfung verzeichnen.

Aufgrund von geopolitischen Konflikten und wirtschaftlichen Entwicklungen mit potenziell erheblichen Auswirkungen bleibt die genaue Entwicklung unklar. Die Gefahr von zu niedrigen Zinsen und einer damit einhergehenden zu hohen Inflation ist ebenso gegeben wie zu hohe Zinsen und damit verbundene Beeinträchtigungen der wirtschaftlichen Erholung. Allerdings ist ein immer wahrscheinlicheres Szenario ein ausgewogenerer Ansatz, der zu einem Rückgang der Inflation ohne ausgeprägte Rezession führt. Die EZB könnte in 2024 mit Zinssenkungen beginnen.

Die Inflation laut dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) betrug in Deutschland in 2023 6%. Es wird ein Absinken um etwas mehr als die Hälfte auf 2,8% in 2024 erwartet.

Der Factoringmarkt konnte im Jahr 2023 erneut ein Umsatzwachstum verzeichnen. Das Gesamtergebnis 2023 (bezogen auf die Umsätze der Mitglieder des Deutschen Factoring-Verbands) ergab ein Wachstum von mehr als 3,1% auf gesamt EUR 384,4 Mrd. Die zweitgrößte Schwerpunktbranche im Factoring war auch 2023 das Gesundheitswesen wie in den zwei Jahren zuvor.. (Jahresbericht 2023 Deutscher Factoring-Verband, DFV).

Die jährliche Umfrage des Deutschen Factoring-Verband unter den Mitgliedern zeigt im Vergleich zu 2022 eine leicht rückläufige Konjunkturerwartung für 2023 mit einer Note von 2,5 im Vergleich zu 2,2 im Jahr 2022. Allerdings konnten im 1. Halbjahr 2023 die Mitglieder des DFV ein solides Umsatzwachstum erreichen mit einer Steigerung von 5,7% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Pressemitteilung des Deutschen Factoring-Verbands vom 1.8.2023).

Diese Tendenz wird durch Umfragen unter den Factoring-Gesellschaften, wonach die befragten Factoring-Gesellschaften 2023 weitergewachsen sind, bestätigt. Laut dem Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM) lag das mittlere Wachstum von Factoring-Unternehmen 2023 verglichen mit 2022 bei 13% und damit über der Inflationsrate. Die angespannte Wirtschaftslage führt dazu, dass viele mittelständische Unternehmen Bedarf an einem schnelleren und konstanten Liquiditätsfluss haben, welcher durch Factoring gedeckt werden kann. Ein weiterer Vorteil von Factoring-Anbietern ist ihre Expertise im Management von Forderungen und Schuldnern bzw. im Bereich des Mahnwesen, da hier den Kunden oft die entsprechenden Fachkräfte fehlen. Für 2024 gehen mehr als 70% der befragten Factoring Unternehmen davon aus, dass sich das Geschäftswachstum fortsetzen wird. In Bezug auf das Neukundengeschäft erwarten ca. 65% eine positive Entwicklung, während im Bestandskundengeschäft auch für 2024 ein schwieriges Jahr erwartet wird. Weitere Themen, die die Branche beschäftigen, sind wie im Vorjahr die Digitalisierung und die Fachkräftesicherung. Der Schutz vor Cyberkriminalität wird dabei zu einem immer größeren und kostenintensiveren Thema. Hingegen werden im Vergleich zum Vorjahr die kontinuierlich steigenden Anforderungen von aufsichtsrechtlicher Seite als weniger belastend empfunden. (Vergleich BFM).

Die Gesundheitsausgaben steigen in Deutschland seit Jahren. Dieses betrifft sowohl die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen als auch die Eigenleistungen, die von Patienten privat erbracht werden. Jüngste und finale Zahlen liegen für 2021 vor. Danach betrugen die Gesamtausgaben EUR 474,1 Mrd. Das sind EUR 33,1 Mrd. (+7,5%) mehr als in 2020. Im Jahr 2022 stiegen die Ausgaben laut statistischem Bundesamt um EUR 24 Mrd. auf rund EUR 498,1 Mrd. weiter an.

Gemessen an der Wirtschaftsleistung gab Deutschland 2021 mit 13,2% des BIP für Gesundheit aus. Dies bedeutet einen Anstieg um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zu 2020.

Für das Geschäft der Health Coevo AG (HAG) ist insbesondere das Volumen der Privatzahler (Eigenleistungen plus Leistungen der Privaten Krankenversicherungen) relevant.

1 Economic Forecast for Germany - European Commission Economic forecast for Germany (europa.eu) (13.02.2023)
2 Statistisches Bundesamt KORREKTUR: Bruttoinlandsprodukt: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2022 - Statistisches Bundesamt (desta-tis.de)

Merkmal 2019 2020 2021 2022£
Ausgabenträger insgesamt 414.489 441.030 474.134 498.126
Öffentliche Haushalte 18.153 31.172 40.943 48.673
Gesetzliche Krankenversicherung 233.018 241.491 255.162 265.547
Soziale Pflegeversicherung 42.124 47.183 51.661 57.660
Gesetzliche Rentenversicherung 5.025 4.761 5.056 5.227
Gesetzliche Unfallversicherung 6.378 6.245 6.271 6.276
Private Krankenversicherung^ 34.632 35.406 36.728 38.132
Arbeitgeber 17.247 17.628 18.125 18.501
Private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbszweck 57.912 57.144 60.188 58.109

Quelle: Gesundheitsausgaben nach Ausgabenträgern - Statistisches Bundesamt (destatis.de), 2022 wurde auf Basis bereits vorliegender und fortgeschriebener Werte geschätzt.

2. Geschäftstätigkeit und Entwicklung

Die HAG wurde als EOS Health Honorarmanagement AG im Jahr 2005 gegründet und nach dem Verkauf an die BAWAG Group Germany GmbH (nachfolgend BAWAG Germany) im Mai 2019 in Health Coevo AG (nachfolgend HAG) umbenannt. Hauptgegenstand der Geschäftstätigkeit war und ist das Factoring im Gesundheitswesen. Die Kunden sind zu ca. 90 Prozent niedergelassene Zahnärzte, Kieferorthopäden oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen. Fachärzte, Dentallabore, Industrie- und Handelsunternehmen sowie Dienstleistungsunternehmen, die im Gesundheitswesen tätig sind, stellen die weiteren Kundengruppen dar. Das Factoring besteht aus den frei wählbaren Modulen "Rechnungsmanagement" (incl. Patientenratenzahlung und Erstattungsservice), "Liquiditätssicherung" (=Vorfinanzierung) und "Risikoschutz". Das Factoringangebot wird ergänzt durch eine Reihe von wählbaren Zusatzleistungen. Hierbei handelt es sich überwiegend um Unterstützungsleistungen im Bereich des Honorarmanagements und der Fortbildung. Den Debitoren (Patienten) bietet die HAG die Rechnungszahlung in Raten an, je nach Laufzeit und Vereinbarung mit dem Kunden zinsfrei oder zinspflichtig. Weiterhin unterstützt die HAG Praxen im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung bei der eigenen Abrechnung.

Seit Mitte 2022 versucht die HAG auch bei Konsumentenfinanzierungen im Rahmen ihres Factoring-Geschäftsmodells, über den Ankauf von Rechnungen von ausgewählten Einzelhändlern mit dem Produkt "Qlick Ratenkauf" Fuß zu fassen. Ziel ist die Etablierung einer IT-Lösung für Einzel- und eCommerce-Händler, um deren Kunden eine alternative Finanzierungsmöglichkeit zur Verfügung zu stellen.

Die Gesellschaft erbringt ihre Dienstleistungen am Standort Hamburg und ist bundesweit tätig.

Die HAG ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der BAWAG Group Germany GmbH, die ihrerseits Teil des Konzerns der BAWAG Group AG (nachfolgend BAWAG Group) mit Sitz in Wien ist. Es besteht ein Beherrschungsvertrag zwischen der BAWAG Germany und der HAG und die daraus resultierende Verlustübernahme. Von anderen Gesellschaften der BAWAG Group nimmt die HAG einzelne Leistungen wie beispielsweise das Personalmanagement, Risikomanagement oder das Rechnungswesen in Anspruch. Umgekehrt erbringt die HAG Leistungen für deutsche Schwesterunternehmen. Auch hierfür werden marktübliche Verrechnungspreise erhoben. Spezielle Dienstleistungen (unter anderem Rechtsberatung, Marketing) bezieht die HAG von konzernfremden Dienstleistern. Ferner gibt es Provisionsvereinbarungen mit vertrieblich tätigen Empfehlungsgebern bzw. Kooperationspartnern. Unter der Marke Health AG vertreibt die HAG ihre Dienstleistungen am Markt.

Da sich der Factoring-Dentalmarkt unverändert durch einen sich steigernden Preis- und Wettbewerbsdruck kennzeichnet, wurden auch in diesem Geschäftsjahr Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit umgesetzt. Die Optimierung von Prozessen und die Nutzung von vorhandenen Synergien innerhalb der BAWAG Group war auch 2023 im Fokus und ermöglicht schlanke Unternehmensstrukturen. Die Zahl der Mitarbeiter blieb nahezu konstant und stieg von 96 (Stichtag 31.12.2022) auf 98 Vollzeitarbeitsstellen ("FTE") zum Stichtag 31.12.2023 gestiegen.

in EUR

Geschäftsverlauf 31.12.2023 31.12.2022 Ver. in %
(1) Factoringvolumen 918,738,744.92 876,153,613.94 42,585,130.98 4.9%
(2) Finanzergebnis 14.198,060.71 15,455,730.12 -1,257,661.41 -8.1%
(3) Ergebnis aus Factoring 10,540,807.69 9,708,487.31 835,320.38 8.6%
(4) sonstige betriebliche Erträge 930,611.72 1,273,151.53 -342,539.81 -26.9%
(5) Erträge aus der Zuschreibung zu Forderungen 580,116.92 1.191,156.69 -611,039.77 -51.3%
(6) Summe Ertrag (Summe aus 2 bis 5) 26,252,605.04 27,628,525.65 -1,375,920.61 -5.0%
(7) Verwaltungsaufwendungen 14,949,199.34 13,602,832.73 1,346,366.61 9.9%
(8) Abschreibungen 702,512.15 745,796.88 -43,284.73 -5.8%
(9) sonstige betriebliche Aufwendungen 48,137.96 15,221.38 32,916.58 216.3%
(10) Wertberichtigungen 2,060,231.80 4,204,890.81 -2,144,659.01 -51.0%
(11) Summe Aufwand (Summe aus 7 bis 9) 17,760,081.25 18,568,741.80 -808,660.55 -4.4%
(12) Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit 8,492,523.79 9,059,783.85 -567,260.06 -6.3%

Das Ergebnis zum 31.12.2023 lag trotz anhaltender pandemiebedingter Unsicherheiten und einem durch geopolitische Konflikte belasteten wirtschaftlichem Umfeld im Bereich der budgetierten Erwartungen. Das Factoringvolumen lag 3% (EUR 919 Mio. vs, EUR 950 Mio.) unter dem Budgetwert, wodurch der Factoringumsatz ebenfalls um 3% zurückging (EUR 22,3 Mio. vs. EUR 23.1 Mio.).

Zur internen Steuerung der HAG wird vor allem auf die Entwicklung des Factoringsvolumens, der Factoringquote, der Neugeschäftsmargen, des Ergebnisses und der Bilanz wertgelegt. Die Entwicklung dieser Kennzahlen wird in regelmäßigen Terminen besprochen und Plan-Istabweichungen analysiert.

Im Folgenden werden diese und ihre Treiber näher erläutert.

2.1 Factoringvolumen

Das Factoringvolumen beinhaltet "echtes" und "unechtes" Factoring - HNV und belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf EUR 918,7 Mio., gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Anstieg von 4,9%. Das Geschäft wurde überwiegend, zu 99%, mit dem Factoring im Gesundheitswesen erwirtschaftet. Trotz des herausfordernden wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeldes konnte das Produkt Qlick Ratenkauf, EUR 11 Mio. zum Factoringvolumen beitragen. Die Vertriebsaktivitäten konnten in 2023 aufgrund des Wegfalls der pandemiebedingten Einschränkungen wieder voll aufgenommen werden. Die Anzahl der Neuverträge ging im Vergleich 2022 zu 2023 um 3% leicht zurück, allerdings war das Bestandsgeschäft stark. Das Budget für 2023 sah ein Factoring-Volumen von insgesamt EUR 950 Mio. vor und wurde damit um 3,3% unterschritten, 14 Millionen davon sind auf den Qlick Ratenkauf zurückzuführen.

2.2 Ertrag

Wesentlicher Treiber für den steigenden Ertrag ist das Factoring-Volumen, welches sich von EUR 876,2 Mio in 2022 auf EUR 918,,7 Mio in 2023 erhöht hat. Des Weiteren ist ebenfalls die Factoringquote von 2,42% im Jahr 2022 auf 2,46% im Jahr 2023 angestiegen, die Neugeschäftsmarge betrug 8,18%. Für die Berechnung der Factoringquote werden die Erträge aus den Modulen Liquiditätssicherung, Risikoschutz, Patientenbuchhaltung und Zusatzleistungen durch das Honorarnotenvolumen dividiert.

Im Zinsergebnis sind die Erträge aus den Modulen Ratenzahlungsvereinbarung, Liquiditätssicherung und Risikoschutz enthalten, die im Geschäftsjahr folgende Entwicklung zeigen:

in EUR

Modul 31.12.2023 31.12.2022 Ver. in %
Ratenzahlungsvereinbarung (Zinsen) 3.898 2.986 912 30,5%
Liquiditätsslcherung 6.982 6.988 -6 -0,1%
Risikoschutz 6.265 5.929 336 5,7%

Im Factoring-Ergebnis sind die Erträge aus dem Modul Patientenbuchhaltung sowie aus Ratenzahlungsvereinbarungen enthalten, mit der folgenden Entwicklung im Geschäftsjahr:

in EUR

Modul 31.12.2023 31.12.2022 Ver. In %
Patientenbuchhaltung S.174 7.992 182 2,3%
Ratenzahlungsvereinbarung (Gebühr) 598 523 75 14,3%

2.3 Aufwand

Der Anstieg im sonst Verwaltungsaufwand ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass Bereichsdienstleistungen sachgerecht zugeordnet wurden und es dadurch zu einer Verschiebung von Aufwänden zwischen Personalaufwand und sonstigem VA kam. Die Personalaufwendungen gingen im Geschäftsjahr 2023 zurück, steigende Gehälter wurden durch eine verbesserte Zuteilung von Bereichsdienstleistungen bzw. durch eine Verschiebung von Aufwendungen zum sonstigen Verwaltungsaufwand überkompensiert.

Die wesentlichstes Aufwandspositionen haben sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:

in EUR

Aufwände 31.12.2023 31.12.2022 Ver. in %
Provisionsaufwand Inkassoleistungen 1.422 1.366 56 4.1%
Personalaufwand 6.642 7.009 -367 -5,2%
sonstiger Verwaltungsaufwand 8.307 6.594 1.714 26,0%
Risikovorsorge-Kosten 1.480 3.014 -1.534 -50,9%

2.4 Ergebnis

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ging gegenüber dem Vorjahr um EUR 0,6 Mio. auf EUR 8,5 Mio zurück. Die EZB erhöhte im Jahr 2023 zehnmal die Zinsen, was einen starken Effekt auf die Refinanzierungskosten der HAG hatte. Die Erträge aus dem Kundengeschäft stiegen aufgrund des höheren Honorarnotenvolumens. Im Berichtsjahr 2023 zeigte sich in der HAG eine positive Entwicklung der Ertragslage.

2.5 Finanzlage

Das Grundkapital der HAG beträgt unverändert EUR 2,0 Mio., alleiniger Aktionär ist die BAWAG Group Germany.

Die Finanzierung der HAG erfolgt vollständig über die SÜDWESTBANK - BAWAG AG Niederlassung Deutschland, die ebenfalls zur BAWAG Group gehört. Der HAG steht ein ausreichend hoher Kreditrahmen iHv. EUR 155 Mio. zur Verfügung. Die durchschnittliche Auslastung der Kontokorrentlinie betrug im Berichtszeitraum rd. 28,3%. Die folgende Tabelle zeigt die gute Liquiditätssituation der HAG.

in TEUR 2023 2022 Ver. in %
Kurzfristige Forderungen Banken 4.806 3.530 1.276 36%
Kurfristige Forderungen Kunden 164.677 149.839 14.838 10%
Kurzfristige Verbindlichkeiten Banken 33.307 28.317 4.990 18%
Kurfristige Verbindlichkeiten Kunden 42.186 36.490 5.696 16%
Kurzfristige Liquidität 93.990 88.562 5.429 13%

Die Liquidität der HAG war im Berichtsjahr jederzeit gegeben.

2.6 Vermögenslage

Die Aktiva der Gesellschaft besteht im Wesentlichen aus Forderungen gegenüber Patienten iHv. EUR 166,2 Mio. (VJ: EUR 155,7 Mio.) und gegenüber Zahnärzten iHv. EUR 31,0 Mio. (VJ: EUR 22,3 Mio.).

Zur Abdeckung der Adressausfallrisiken gegenüber Patienten wurden pauschalierte Einzelwertberichtigungen (pEWB) gebildet und monatlich überprüft. Zum Bilanzstichtag betragen die pauschalierten Einzelwertberichtigungen 3,5% (VJ: 3,5%) des Forderungsbestands aus dem echten Factoring gegenüber Patienten bzw. EUR 6,0 Mio. (VJ: EUR 5,6 Mio.)..

Auch die Adressenausfallrisiken gegenüber Praxen (= Kundenebene) werden durch die HAG selbst getragen. Das Risiko wird unter anderem dadurch begrenzt, dass die Praxiseigentümer zu einem hohen Anteil Privatpersonen sind und hier ein Rückgriff auf das Privatvermögen möglich ist. Das Risiko auf Kundenebene wird durch Einzelwertberichtigungen (EWB) und Pauschalwertberichtigungen (PWB) abgesichert. Zum Bilanzstichtag beläuft sich der Bestand an EWB und PWB auf insgesamt EUR 0,8 Mio. (VJ: 0,6 Mio.).

Das Adressenausfallrisiko im Labor- sowie im Industrie- und Handelsfactoring, bei denen Forderungen gegenüber Zahnärzten und Ärzten angekauft werden, ist durch eine Warenkreditversicherung abgeschirmt.

Die Forderungsabschreibungen beliefen sich für das Geschäftsjahr auf rund EUR 0,6 Mio. (VJ: EUR 1,2 Mio.). Die Risikovorsorge insgesamt wird als angemessen und ausreichend beurteilt. Stille Reserven oder Stille Lasten sind nicht vorhanden.

Die gesetzlich vorgeschriebene Gewinnrücklage beträgt seit Jahren EUR 0,2 Mio. Darüber hinaus bestehen ausschüttungsgesperrte Beträge in Höhe von EUR 4,2 Mio. (VJ: EUR 4,1 Mio.). Als Factoringinstitut unterliegt die HAG nicht den Eigenkapitalvorschriften der Capital Requirement Regulation (CRR) und der CRD IV. Im Falle eines Jahresverlustes wird dieser aufgrund der Gewinnabführungs- / Verlustübernahmeverpflichtung durch die BAWAG Group Germany gemäß § 302 Abs. 1 AktG ausgeglichen.

Die Vermögenslage der HAG war im gesamten Berichtsjahr stabil.

2.7 Geschäftsorganisation

Als Finanzinstitut unterliegt die HAG unter anderem den Regelungen des Kreditwesengesetzes (KWG) und den MaRisk (Mindestanforderungen an das Risikomanagement in Finanzinstituten). Demnach hat sich die HAG in die Bereiche Markt und Marktfolge organisiert. Beide Bereiche werden grundsätzlich durch einen Vorstand geführt. Hinzu kommen zwei Prokuristen auf der Marktfolgeseite.

Dem Bereich Markt sind die Bereiche Vertrieb & Vertriebssupport, Kundenbetreuung, Gebührenmanagement/Praxissupport & Abrechnungsdienstleistungen, Patientenservice und Business Development & Media zugeordnet. Dem Bereich Marktfolge sind die Bereiche Risikomanagement, Finanzen, Controlling, Compliance, Datenschutz & IT-Sicherheit, Inkasso & Betreibungen, IT (Betrieb und Entwicklung) und Personal zugeordnet. Ende 2023 wurde die zusätzliche Funktion des Chief Operating Officer als Ebene unter dem Vorstand der Marktfolge eingeführt. Mit dieser Position ist für 2024 eine noch kunden- und serviceorientiertere Organisationsaufteilung der Abteilungen geplant.

Wesentliche Risikothemen sowohl auf Portfolio- als auch auf Einzelkundenebene werden im monatlich tagenden Risikoausschuss behandelt, der auch die notwendigen Entscheidungen trifft. Hier sind sowohl Markt- als auch Marktfolgemitarbeiter (inkl. Compliance und Inkasso & Betreibungen) eingebunden.

Das Risikomanagement ist seit dem 6. August 2021 an die BAWAG Group ausgelagert. Die BAWAG Group unterstützt und berät die HAG in allen Risikothemen. U.a. im Management ihrer operationellen Risiken, Business Continuity Management, Entwicklung und regelmäßige Überarbeitung von Richtlinien und Rahmenvorgaben, Monitoring Maßnahmen, Reporting, Key Risk Indikatoren (KRI), Risk Control Self-Assessment (RCSA).

Die Einführung neuer Produkte und der Eintritt in neue Märkte ist durch den Produkteinführungsprozess geregelt, der an die Prozesse der BAWAG Group angepasst wurde. So wird weiterhin sichergestellt, dass alle betroffenen Fachabteilungen inkl. des IT-Bereichs, der internen Revision sowie der Compliance- und Risikocontrollingfunktionen, in den Prozess eingebunden sind.

Die Revision ist an die BAWAG Group ausgelagert, die ihre Prüfungskapazitäten bei Bedarf erhöht. Die HAG hat einen Revisionsbeauftragten benannt, der u.a. dafür gesorgt hat, dass ein risikoorientierter Prüfungsplan für das Geschäftsjahr erstellt und die Revisionsprüfungen wie geplant durchgeführt wurden.

In der Zentrale in Hamburg sind die meisten Mitarbeiter des Unternehmens beschäftigt. Die Zweigstelle in Berlin, in der Mitarbeiterinnen des Gebührenmanagements und des Praxissupports arbeiteten, wurde 2023 aufgelöst, wobei die Mitarbeiter nun mobil arbeiten. Hinzu kommen bundesweit verteilte Vertriebsmitarbeiter, die ihr jeweiliges Vertriebsgebiet betreuen.

Die bestehenden Strukturen und Kapazitäten der HAG insbesondere in den Bereichen IT-Administration und -Entwicklung, Patientenservice / Telefonie sowie Kundenbetreuung erlauben es der BAWAG Germany zusammen mit dem Unternehmen, Services für Schwestergesellschaften anzubieten und Synergien in verschiedenen Bereichen zu entwickeln.

2.8 Forschung und Entwicklung

Die HAG entwickelt eine neue eigene, auf das Factoringgeschäft zugeschnittene Software ("Hbox"), um die bisherige Eigenentwicklung (ARES) abzulösen. Aufgrund der Digitalisierung/Industrie 4.0 ist der Bedarf an digitalen Lösungen und Prozessen in den vergangenen Jahren auch im Gesundheitswesen und Dentalmarkt stetig gestiegen. Um auch zukünftig technologisch handlungsfähig zu sein, liegt der Schwerpunkt u. a. in der nachhaltigen Entwicklung innerbetrieblicher Prozesse und der Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit durch die Erschließung neuer Dienstleistungen. Die Inbetriebnahme der Hbox erfolgte im November 2020. Neue Features werden weiterhin entwickelt und implementiert, sowie bestehende Fehler (Bugfixing) behoben. 2023 stand der Umstieg auf die BAWAG Infrastruktur im Fokus. Es wurden zahlreiche Applikationen migriert sowie die Hardware auf neue Notebooks ausgetauscht. Mit dem Umstieg wird die Arbeitsumgebung noch sicherer und die HAG wächst enger mit der BAWAG Group zusammen. Der Umstieg auf die Infrastruktur der BAWAG wurde mit Jahresende abgeschlossen. Kleinere Nacharbeiten wie die Umstellung von Reports erfolgten im ersten Quartal 2024.

Für die Erschließung neuer Märkte und Branchen neben der Medizin- und Dentalbranche hat die HAG im dritten Quartal 2021 das Projekt "Qlick Ratenkauf" gestartet. Anfang 2022 hat die Umsetzung auf Basis der Hbox begonnen. Ziel ist die Etablierung einer IT-Lösung für Einzel- und eCommerce-Händler, um deren Kunden eine alternative Finanzierungsmöglichkeit zur Verfügung zu stellen. Im Juni 2022 ging "Qlick Ratenkauf" live. Im Jahr 2023 wurde ein Factoringvolumen von EUR 10,975 Mio. erzielt, dies bedeutet eine Steigerung von 89% im Vergleich zum Vorjahr. Für 2023 war als neues Feature die Mobile Journey geplant. Durch die Mobile Journey soll der Kunde einen Ratenkauf auf seinem Smartphone selbst beantragen können. Ziel ist, dass der Kunde einen QR-Code scannt ins entsprechende Portal weitergeleitet wird und dort dann seinen Ratenplan berechnet, persönliche Daten erfasst und dann die Genehmigung oder Ablehnung bekommt. Im Falle der Genehmigung werden die notwendigen Daten wie Produktdetails sowie seine Rechnungs- oder Auftragsnummer vom Partner erfasst. Dieser prüft wie bisher die Legitimation und eingegebenen Finanzierungbetrag und kann den Vorgang dann abschließen. Diese bedeutet nicht nur eine Zeitersparnis, sondern ebenso eine moderne, noch zeitgemäßere Antragsstrecke. Die Umsetzung der Mobile Journey wurde aufgrund der laufenden IT-Migration und der damit verbundenen Ressourcenbindung verschoben. Allerdings wurde der "Qlick Ratenkauf" für in Österreich ansässige Kunden erweitert. Dieses neue Feature ging im Dezember 2023 live.

3. Voraussichtliche Entwicklung sowie Chancen und Risiken der Gesellschaft

3.1 Wesentliche Chancen

Die Ertrags- und Ergebnisentwicklung der Gesellschaft hängt im Wesentlichen von folgenden Parametern ab:

Neukundengewinnung

Halten der Bestandskunden

Entwicklung der Umsätze (Privatleistungen und Zuzahlungen) der Bestandskunden

Entwicklung der Preise und damit der Ertragsquote

Entwicklung der durchschnittlichen Rechnungshöhe

Entwicklung der Personal- und Sachaufwandsquote

Entwicklung des Ratenzahlungsvolumens

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Die Chancen des Geschäftsmodells der HAG beruhen unter anderem auf der Privatisierung der Medizin infolge dieser Trends:

Die Alterung der Gesellschaft:

Damit ist zwangsläufig eine steigende Nachfrage nach medizinischen Leistungen verbunden.

Der medizinisch-technische Fortschritt:

Dieser wirkt sich ebenfalls positiv auf die Nachfrage nach medizinischen Leistungen aus.

Ein doppeltes Wachstumspotenzial:

Viele Zahnärzte sind noch ohne Abrechnungsdienstleister. Zusätzlich sind der Gesundheitsmarkt und speziell der Dentalmarkt Wachstumsmärkte.

Stetiges Wachstum:

Hierdurch kann die HAG Skalenerträge realisieren und damit ihre wirtschaftliche Basis stärken.

Der Trend zu größeren Behandlungseinheiten:

Zahnärztliche Medizinische Versorgungszentren, kurz "Z-MVZ", sind arbeitsteilig organisiert und stehen darum einer Zusammenarbeit mit einem Abrechnungsdienstleister wie der HAG tendenziell offener gegenüber als Ein-und Zweibehandlerpraxen.

Die Abkoppelung der GKV-Finanzierung (gesetzliche Krankenversicherung) vom medizinisch-technischen Fortschritt:

Moderne und sich verteuernde Behandlungen werden immer weniger von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Das erhöht tendenziell Anzahl und Volumen der privatärztlichen Leistungen und damit das Geschäftspotenzial der HAG.

Die zunehmende Digitalisierung:

Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung innerhalb von Zahnarztpraxen wird zu effizienteren Abläufen und neuen Geschäftsmodellen führen. Die HAG versucht diesen Trend zu nutzen und die Praxen in deren digitaler Zukunft zu unterstützen.

Mit der "Privatisierung" der Medizin erlangt das Thema Risiko- und Forderungsmanagement für die Leistungserbringer eine zunehmende Bedeutung.

Die HAG will auch in den nächsten Geschäftsjahren wachsen, sowohl im Kerngeschäft dem Factoring im Gesundheitswesen als auch mit dem neuen Produkt Qlick Ratenkauf.

Unsere Kernkompetenz besteht dabei in der Übernahme von Forderungen gegenüber Patienten und Konsumenten bzw. gegenüber freiberuflich tätigen Medizinern, die mit ähnlichen Risikobeurteilungsinstrumenten wie die Patienten bewertet werden können. Mit dem Qlick Ratenkauf können nun auch andere Branchen die Leistungen der HAG in Anspruch nehmen.

3.2 Wesentliche Risiken

3.2.1. Risikomanagement

Auf der Basis von § 25a KWG, der die organisatorischen Pflichten von Instituten mit Blick auf das institutsinterne Risikomanagement regelt, geben die MaRisk einen ganzheitlichen Rahmen für das Management aller wesentlichen Risiken vor. Die MaRisk ist ein bindendes Rahmenwerk und das Risikomanagement der HAG wurde, um diesen regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden, entsprechend ausgerichtet und etabliert.

Grundsätzlich ist für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg der HAG ein erfolgreiches Management bestehender und neu auftretender Risiken entscheidend. Um Erfolgspotenziale ausschöpfen zu können, müssen in angemessenem Umfang auch Risiken getragen werden. Die Geschäftsführung ist verantwortlich für die Einrichtung eines angemessenen und wirksamen Risikomanagementsystems und der Festlegung der Geschäfts- und Risikostrategie unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit.

Die Interne Revision prüft regelmäßig und prozessunabhängig die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse, unabhängig davon, ob diese ausgelagert sind. Zur Wahrung Ihrer Aufgaben wurde der Internen Revision ein vollständiges und uneingeschränktes Informationsrecht eingeräumt.

Das Risikomanagement der HAG hat die Aufgabe, mögliche Risiken zu identifizieren, diese zu analysieren, zu bewerten sowie zu überwachen und ggf. geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung vorzuschlagen. Es werden Auskunfteien und ein internes Risikoklassifizierungsverfahren ("Health Score") zur Beurteilung von Risiken aus Geschäftsbeziehungen genutzt und die Einhaltung der eingerichteten Limite kontrolliert. Eine transparente und offene Kommunikation sowie eine angemessene Aufbau- und Ablauforganisation unterstützen die Risikokultur. Die Risikopositionen werden von der HAG proaktiv gesteuert. Grundsätzlich ist die HAG risikoneutral und akzeptiert Risiken nur, wenn sie entsprechend honoriert werden. Die HAG hat zu diesem Zweck risikopolitische Grundsätze in Ihrer Risikostrategie festgelegt.

Im Rahmen der Risikoinventur, dem sogenannten Risk Self-Assessment Prozess, werden alle potenziellen Risiken anhand eines gruppenkonformen Risikokatalogs, die im Zusammenhang mit der Umsetzung der Geschäftsstrategie entstehen können, analysiert, ihrer Schwere nach eingeschätzt, quantifiziert und in weiterer Folge - bei Bedarf - mit ökonomischem Kapital unterlegt. Die Risikoinventur wird in regelmäßigen Abständen (zumindest auf jährlicher Basis) durchgeführt.

Darüber hinaus hat die HAG zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit die ICAAP ökonomische Perspektive implementiert. Dabei wird in regelmäßigen Abständen überprüft, ob alle erwarteten und unerwarteten Verluste, denen die HAG ausgesetzt ist und die auf einem vordefinierten Konfidenzniveau eintreten können, entsprechend durch das zur Verfügung stehende interne Kapital gedeckt sind. Dabei gelangen ein Baseline-Szenario und mindestens ein Adverse-Szenario unter Berücksichtigung diverser ökonomischer Schocks zur Anwendung. Das interne Kapital zum Stichtag 31.12.2023, das potenzielle Verluste decken soll und somit risikotragend ist, beläuft sich in Summe auf EUR 23 Mio. Das Gesamtrisiko per 31.12.2023 belief sich auf EUR 16,8 Mio. (Baseline) bzw. auf EUR 17,7 Mio. (Adverse), siehe dazu die unten angeführte Tabelle, die die ICAAP Resultate per 31.12.2023 sowie (für Vergleichszwecke) die Ergebnisse per 31.12.2022 darstellt.

31.12.2022 31.12.2023
(EUR Mio.) Baseline Adverse Baseline Adverse
Internes Kapital 24.4 24.4 23.0 23.0
MB-Puffer * 6.5 6.5 1.6 1.6
Alloziiertes Kapital 18.0 18.0 21.4 21.4
Gesamtrisiko 12.6 12.7 16.8 17.7
Interne Kapital Auslastung 51% 52% 73% 77%
ICAAP Limit Auslastung 70% 71% 79% 83%

* mindestens 5% des Internen Kapitals für das Geschäftsjahr 2023

Die HAG überwacht die Entwicklung der Risiken in regelmäßigen Abständen auf quartalsweiser Basis. Die Einhaltung der in der Risikostrategie definierten Risikoappetit-Limits werden ebenfalls im Rahmen der Erstellung des Risiko Reports überprüft und entsprechend kommuniziert. Das Reporting sorgt für eine angemessene Kommunikation der Risikosituation und -entwicklung im Unternehmen und ermöglicht Entscheidungen über notwendige Risikominderungs-Maßnahmen zu treffen. Im Fall der Erreichung bzw. Überschreitung von definierten Schwellwerten, wird der Aufsichtsrat unverzüglich durch den Vorstand unterrichtet.

Darüber hinaus hat die HAG zusätzlich die ICAAP normative Perspektive implementiert - im Rahmen dessen wird eine mehrjährige Bewertung (3-Jahres-Horizont) der Risiken unter Anwendung verschiedener makroökonomischer (Stress)-Szenarien (baseline und adverse) durchgeführt. Sie umfasst alle Säule I Risiken sowie die für die HAG als wesentlich definierten Säule II Risiken. Für die Risikoquantifizierung wird dabei ein Konfidenzniveau von 99,9% festgelegt.

Die unten angeführten Abbildungen sollen einen Überblick über die ICAAP Risikotragfähigkeitsrechnungen (ökonomische und normative Perspektive) zum Stichtag 31.12.2023 geben:

ICAAP & Stress test - Economic Perspective
as of December 2023

ICAAP - Internal Capital Actual Historie
(in € m) Dec-23 Q3.2023 ΔQTD Q4.2022 Δ YTD
Internal Capital 23,0 28,4 -5,4 24,4 -1,4
Buffer at MB discretion 1,6 6,0 -4,4 6,5 -4,8
Internal Capital affocateci to risks 21,4 22,4 -1,0 18,0 3,4
Total Risk 16,8 15,2 1,6 12,6 4,2
Internal Capital utilization 73,0% 53,5% 19,4% 51,5% 21,5%
Average Limit utilization 78,5% 67,9% 10,6% 70,0% 8,5%

Abbildung 1: ICAAP & Stress Test - Ökonomische Perspektive

ICAAP & Stress test - Normative Perspective
as of December 2023

Capital ratio

Actual Scenarios
Q4.2023 Q4.2024 Q4.2025 Q4.2026
Baseline 8,8% 8,4% 8,9% 8,8%
Adverse 8,8% 7,8% 7,9% 7,3%

Capital ratio

Abbildung 2: ICAAP & Stress Test - Normative Perspektive

3.2.2. Risikoarten

Die wesentlichen Risiken für die künftige Entwicklung der HAG, die im Rahmen des RSA-Prozesses 2023 evaluiert wurden, liegen:

im Kreditausfallsrisiko

im Kreditmigrationsrisiko

im Zinsänderungsrisiko

im Illiquiditätsrisiko sowie

im operationellen Risiko im engeren Sinne.

Kreditausfallrisiken stellen aufgrund des Geschäftsmodells die zentrale Risikoart für die HAG dar. Das Marktpreisrisiko (MPR) mit seinen Unterrisikoarten Zinsänderungsrisiko, Währungsrisiko, Preisrisiko von Eigenkapital, Rohstoffen und Sonstige sowie Marktliquiditätsrisiko wird in den MaRisk explizit als wesentliches Risiko genannt. Die HAG hält keine Wertpapier-, Rohstoff- oder sonstigen Anlagen sowie keine Positionen in Fremdwährungen, daher beschränkt sich das MPR auf das Zinsänderungsrisiko.

Kreditausfallsrisiko

Das Kreditausfallsrisiko wird von der HAG angelehnt an die MaRisk als wesentliches Risiko klassifiziert. Die Übernahme des Kreditausfallsrisikos ist Teil des Geschäftsmodells der HAG. Das Kreditausfallsrisiko bezeichnet die Gefahr von Verlusten aus dem Ausfall von Gegenparteien (Kreditnehmer, Kontrahenten, Emittenten). Hierzu zählt auch das Veritätsrisiko und die damit verbundene Gefahr, dass Forderungen gegenüber Dritten nicht bestehen oder ihren Bestand verlieren.

Das Kreditausfallsrisiko besteht für das echte Factoring in der Regel gegenüber den Patienten, für das unechte Factoring gegenüber den Kunden. Rund 91 % des Geschäfts entfallen auf das echte Factoring in 2023.

Zur Risikoidentifikation und Risikobewertung erfolgt eine Beurteilung der Bonität der Patienten. Regelmäßig und anlassbezogen werden externe Auskunfteien hinzugezogen. Das interne Risikoklassifizierungsverfahren für die Kunden ist der "Health Score" welcher sich aus selbst erhobenen Risikokennzahlen, eingeholten Auskünften und ggf. den Erfahrungen des kundenverantwortlichen Mitarbeiters mit dem jeweiligen Kunden zusammensetzt.

Zur Vermeidung von Forderungsausfällen ist ein Risikofrühwarnsystem sowohl auf Portfolio- als auch Einzelkundenebene installiert. Das Forderungsmanagement, insbesondere das Mahnwesen und die anwaltliche Betreibung von offenen Forderungen, vollzieht sich auf Basis eines implementierten Prozesses. Dem Forderungsausfallrisiko wird durch Bildung von Wertberichtigungen in sachgerechter Höhe Rechnung getragen (siehe hierzu 2.6).

Im Rahmen der ökonomischen Perspektive wird das Kreditausfallsrisiko durch Anwendung des asymptotischen Merton-Modells unter Eliminierung von regulatorischen Parametern sowie unter Berücksichtigung von ökonomischen, nicht regulatorischen, Pointin-Time (Pit) Risikoparametern und unter der Annahme eines gegebenen makroökonomischen Szenarios quantifiziert. Die Pit-Risikoparameter, insbesondere PD und LGD, werden mit IFRS 9-konformen internen Modellen abgeleitet, die auch für die monatliche Schätzung der erwarteten Kreditverluste (ECL) verwendet werden. Das Modell geht von einem perfekt diversifizierten Portfolio von Kreditnehmern aus, wobei die Renditen auf die Vermögenswerte jedes einzelnen Kreditnehmers als normal verteilt und linear abhängig von einem einzigen systematischen Faktor, in der Regel die Marktrendite, und einer idiosynkratischen Komponente -unabhängig von den Renditen jedes anderen Assets - sind. Auf dieser Grundlage werden der erwartete und unerwartete Verlust (bei einem bestimmten Konfidenzniveau) für jede einzelne Position und folglich für das gesamte Konzernportfolio abgeleitet. Bei intransparenter Risikolage oder methodischen Zweifelsfällen ist dem Vorsichtsprinzip der Vorzug zu geben.

Die HAG ist aufgrund ihres Geschäftsfeldes und der gesetzlichen Rahmenbedingungen auf den deutschen Markt konzentriert. Die Kunden und Patienten der HAG sind in Deutschland und vereinzelt in Österreich ansässig. Daher erwartet das Unternehmen für 2024 ein stabiles Wachstum und Erfolg am deutschen Markt. Die Wachstumserwartung basiert auf der Fokussierung des Unternehmens auf den deutschen Markt, der Anpassung an den gesetzlichen Rahmen und der Präsenz seiner Kunden und Patienten in Deutschland und Österreich.

Ermittlung des Bewertungsaufwands

Pauschalierte Einzelwertberichtigung

Bei der Ermittlung des notwendigen Bestands an pauschalierten Einzelwertberichtigungen (pausch. EWBs) wird wie folgt vorgegangen:

Monatlich berechnet die verantwortliche Person in HAG den notwendigen Bestand an pausch. EWBs anhand des OP-Volumens, das auf die mit Risikoschutz angekauften Forderungen entfällt.

Jährlich überprüft die Risikosteuerung die Entwicklung der Inkassoquote je Rechnungsstatus und passt gegebenenfalls das Ermittlungsverfahren an.

Gleiches Vorgehen gilt für die Einbringungsquote.

EWB und PWB

EWB und PWB dienen zur Abschirmung des Kreditausfallrisikos auf Kundenebene (in der Regel aus dem unechten Factoring). Bei den Problemengagements (zur Einstufung als Problemengagement: siehe Arbeitsanweisung Intensiv- und Problemengagements) wird das Kreditausfallsrisiko vollständig abgeschirmt (EWB), bei allen anderen Engagements pauschal und mit folgendem Ansatz (PWB):

Bemessungsgrundlage Sollsaldo OP-Volumen
EWB Problemengagements 100% Individuelle Stornoquote plus 5%
PWB Alle anderen Engagements 0,5% 0,5%

Grundlage für die monatliche Ermittlung durch die Risikosteuerung sind das ohne Risikoschutz angekaufte offene Posten-Volumen (ORS-OP-Volumen, das RS-OP-Volumen wird über die pEWB abgeschirmt) und die Sollsalden zum Ultimo des Vormonats. Das Ergebnis der Aktualisierung erhält der Bereich Finanzen zur weiteren Verarbeitung. Die Parameter für die Berechnung werden im jährlichen Backtesting durch die Risikosteuerung überprüft und ggf. verändert.

Die Resultate von den monatlichen pEWBs, EWBs und PWBs werden an BAWAG Credit risk controlling (RXC) monatlich spätestens am 1 Arbeitstag nach Monatsultimo zugesendet für die Inkludierung in die Risikokosten der BAWAG Group und ihre Abstimmung mit der Buchung in der Bilanz und P&L der BAWAG Group.

Abschreibungen:

Stellt sich heraus, dass eine Forderung gegen einen Patienten oder einen Kunden uneinbringlich ist, wird sie abgeschrieben. Beispiele sind der Abschluss eines Insolvenzverfahrens beim Schuldner oder der Tod des Schuldners, wobei keine erbberechtigten Personen bestehen, Umzug des Schuldners an eine unbekannte oder ausländische Adresse. Kenntnis von derartigen Sachverhalten erhalten in der Regel die Kundenbetreuung, die Risikoanalyse oder die Rechtsabteilung. Hinzu kommen die Forderungen, die an den Deutschen Inkassodienst (DID) zum Einzug abgegeben wurden und dort als uneinbringlich eingestuft werden ("Inkasso Ruhephase"). Diese Forderungen werden monatlich vom DID übermittelt und automatisch abgeschrieben.

Für detailliertere Informationen darf auf den Anhang des Unternehmens verwiesen werden.

Kreditmigrationsrisiko

Das Migrationsrisiko bezeichnet das Risiko der Wertminderung von Forderungen aufgrund der Verschlechterung der Bonität des Schuldners, ohne dass es bereits zu einem Ausfall gekommen ist. Das Kreditmigrationsrisiko ergibt sich dabei aus der Verschlechterung des Ratings des Schuldners. Bilanziell wirken sich solche Risiken auf Schuldtitel im Eigenbestand aus, wenn die daraus resultierenden Marktwertverluste zu einer erfolgswirksamen Rückstellung führen. Aus ökonomischer Sicht sind sie jedoch für alle Forderungen aus Krediten oder erworbenen Schuldtiteln relevant.

Zur Abdeckung potenzieller Verluste aus Bewertungsveränderungen des Performing-Portfolios, die nicht durch Ausfälle, sondern durch Migrationen innerhalb des Performing-Rating-Spektrums verursacht werden, wurde im Geschäftsjahr 2023 der vereinfachte VaR-Ansatz im Rahmen der ökonomischen Perspektive implementiert. Dabei wurde als erwarteter Verlust die Veränderung der erwarteten Kreditverluste innerhalb eines einjährigen Zeithorizonts im Rahmen der normativen Perspektive unter der Annahme des Basisszenarios berücksichtigt, während die Volatilitätskomponente, die zur Bestimmung des unerwarteten Verlusts verwendet wird, aus historischen Veränderungen der erwarteten Kreditverluste, die auf ein jährliches Niveau skaliert und auf die aktuellen Portfoliobestände angewandt wurden, abgeleitet wurde.

Marktpreisrisiko

Das Marktpreisrisiko der HAG betrifft das Zinsänderungsrisiko (ZÄR). Unter Zinsänderungsrisiken werden alle Risiken verstanden, die mit einer Veränderung des Marktzinses einhergehen. Die Ermittlung der Risikowerte für das ZÄR erfolgt mittels VaR, welcher auf Basis der historischen Simulation und der generalized hyperbolic distribution für den Zeithorizont von 1 Jahr und das Konfidenzlevel von 99.9.% ermittelt wird. Das Limit, welches auch in der Risikotragfähigkeit für die Kapitalallokation angesetzt wird.

Der Price Value of a Basis Point (PVBP) ist ein weiteres Maß, um Zinsänderungsrisiken zu messen. Der PVBP entspricht der Wertveränderung des Institutsportfolios, wenn sich die Markt-Rendite um 1 Basispunkt (=0,01%) verändert. Die Berechnung des PVBP erfolgt unter Zuhilfenahme der Modified Duration.

Illiquiditätsrisiko

Als Illiquiditätsrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die Firma ihren Verpflichtungen bei Fälligkeit nicht nachkommen kann. Dies kann durch den plötzlichen Entzug von Finanzierungsquellen (z. B. Abhebung von Einlagen) oder die unerwartete Inanspruchnahme von Kreditzusagen (z. B. erhebliche Inanspruchnahme zugesagter Kreditlinien) verursacht werden. Dieses Risiko ist kein ICAAP-relevantes Risiko und damit sind auch keine Kapitalanforderungen verbunden. Im Zusammenhang mit dem Illiquiditätsrisiko stellt die HAG einen Liquidity Buffer.

Das Liquiditätsrisiko wird vom BAWAG Treasury verwaltet. Die Linien der HAG gelten als stabil, da eine Kürzung die Geschäftsmöglichkeit einschränken würde, was dann zulasten des Ergebnisses der HAG und damit auch des Konzerns gehen würde. Die Health AG überprüft regelmäßig die Auslastung der Refinanzierungslinie und die Möglichkeit, den Darlehensanteil zu erhöhen.

Zur Überwachung der Höhe des Liquiditätsrisikos wird die Liquiditätsablaufbilanz mit konservativen Annahmen quartalsweise berechnet.

Operationelles Risiko im engeren Sinn

Unter dem operationellen Risiko im engeren Sinn wird das Risiko eines Verlustes verstanden, der durch menschliches Verhalten, technologisches Versagen, unangemessene bzw. fehlerhafte Prozesse/Projektmanagement sowie durch externe Ereignisse hervorgerufen wird. Hierzu gehören im Berichtszeitraum das Rechtsrisiko, das Vertriebsrisiko, das IT-Risiko, das Personalrisiko, das Auslagerungsrisiko und das Compliance-Risiko. Instrumente der Risikoüberwachung sind das Beschwerdemanagement, die Schadensfalldatenbank sowie quartalsweise der Risikoreport. Das Honorarnotenvolumen wird kontinuierlich beobachtet, tendenziell kann mit steigendem Geschäftsvolumen eine Steigerung der operationellen Risiken verbunden sein. Trotz des wachsenden Volumens konnten bis dato keine erhöhten Risiken festgestellt werden.

Innerhalb der BAWAG Group wird jährlich das operationelle Risiko im engeren Sinn anhand eines strukturierten "Risk Control Self-Assessment" (RCSA) identifiziert und beurteilt. Die HAG hat im Geschäftsjahr 2023 ein RCSA durchgeführt. Die Qualitätssicherung erfolgte wie im Vorjahr durch die SpezialistInnen der BAWAG Group.

Bezüglich der Reputationsrisiken ist eine systematische Medienbeobachtung implementiert.

Die Ableitung von Maßnahmen zur Minderung bzw. Vermeidung von Risiken werden durch ein internes Kontrollsystem (inkl. des Vier-Augen-Prinzips) unterstützt, Funktionstrennungen werden vorgenommen, hinzu kommen laufend Prozess- und Qualitätsverbesserungen im Kundenprozess sowie in den IT-gestützten Abläufen. Die MitarbeiterInnen besuchen regelmäßig Aus- und Fortbildungen. Alle Ablaufprozesse werden laufend an den internen und externen Erfordernissen angepasst. Versicherbare Gefahrenpotenziale hat die HAG durch Versicherungsverträge im üblichen Umfang abgeschirmt, soweit dies günstiger erschien, als das Risiko selbst zu tragen.

3.3 Prognose

Factoringmarkt

Der erwartete positive Trend für das Gesamtjahr 2024 wird auch durch die Unternehmen bestätigt, wonach mehr als 70% der befragten Unternehmen mit einer positiven Entwicklung beim Umsatz und Neukundengeschäft rechnen. Beim Bestandskundengeschäft wird von einem schwierigen Jahr ausgegangen, für das Neukundengeschäft rechnen ca. zwei Drittel mit einer positiven Entwicklung. (Vergleich 1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen)

Factoringvolumen

Der bisherige Geschäftsverlauf der HAG in 2024 bestätigt die positive Einschätzung mit einem im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Januar - Mitte Februar 2023) um 2,3% höherem Factoringvolumen. Für das Gesamtjahr 2024 wird erwartet, dass das Factoringvolumen bei EUR 937,2 Mio. liegt, was einer Steigerung von ca. 3% im Vergleich zu 2023 entspricht. Zusätzlich wird mit einer Steigerung des Neugeschäftsvolumens des Produkts "Qlick Ratenkauf" auf EUR 28,4 Mio. für das Gesamtjahr 2024 gerechnet. Hier ist berücksichtigt, dass das Produkt mittlerweile auch am österreichischen Markt ausgerollt ist. Auch in 2024 ist der Trend zu größeren Praxiseinheiten ungebrochen, außerdem bilden Investoren sogenannte Praxisketten, indem sie insbesondere Ein- und Zweibehandlerpraxen kaufen und in die Kette integrieren. Großen Praxiseinheiten und auch Praxisketten ist eine ausgeprägte Arbeitsteilung gemein. Das bedeutet in der Regel auch die Auslagerung des Rechnungs- und Risikomanagements an einen Factoringdienstleister wie die HAG. (siehe 2.1 Factoringvolumen)

Für das Geschäftsjahr 2023 wird mit einem leichten Rückgang der Ausgaben im Gesundheitswesen von 0,6% gerechnet, wie das Statistische Bundesamt kürzlich veröffentlichte. Der Rückgang wird durch die Reduktion der coronabedingten Ausgaben getrieben, wohingegen bei der gesetzlichen sowie privaten Krankenversicherung ein Anstieg zu beobachten ist. Die HAG konnte daher keinen negativen Einfluss auf das Geschäftsjahr feststellen. Für 2024 lässt sich derzeit keine verlässliche Prognose abgeben, es wird erwartet, dass es keinen maßgeblichen Einfluss auf die HAG geben wird. Ob und in welchem Umfang das weitere Pandemiegeschehen und die makroökonomischen Folgen aktueller geopolitischer Konflikte auf das Geschäft durchschlägt, lässt sich derzeit nicht verlässlich abschätzen. Wir gehen in beiden Fällen von keinen wesentlichen Effekten für die HAG aus.

Die HAG will sich weiter als Qualitätsanbieter von Wettbewerbern absetzen und verspricht sich mittel- und langfristig ein konstantes Wachstum in Umsatz und Ertrag. So ist im Vergleich zum Vorjahr, das Factoringvolumen im ersten Monat des Geschäftsjahres 2024 leicht um 3% auf EUR 59,2 Mio. gestiegen. Der Trend des abgelaufenen Geschäftsjahrs wird hierdurch bestätigt und stimmt positiv für den weiteren Verlauf des Jahres 2024. Wir planen mit einem Rückgang der operativen Ausgaben um ca. 6% im Vergleich zum Vorjahr. Diese resultieren u.a. aus dem weiteren Rückgang der Miet-, IT-, Marketingkosten. Die Gesellschaft befindet sich weiterhin in einem Preis- und Wettbewerbsdruck, welcher sich bei einer verändernden Zinspolitik von Seiten der Europäischen Zentralbank noch verstärken wird. Um einen hieraus steigenden Zinsaufwand abzumildern, hat die Gesellschaft die Refinanzierungen von variabel in fest umgeschichtet, lediglich das Refinanzierungskonto ist variabel verzinst. Trotz eingeleiteter Maßnahmen gehen wir von einem Anstieg der Zinsaufwendungen in den folgenden Geschäftsjahren aus, was auch aus dem starken Anstieg beim Produkt Qlick Ratenkauf resultiert. Zudem gehen wir von ansteigenden Risikokosten und ihre Auswirkung auf die Debitoren und Kunden aus. Die HAG plant mit einem konstant wachsenden Bestandsgeschäft und der Fortführung des erfolgreichen Ausbaus des Neukundengeschäfts. Für das Geschäftsjahr 2024 sind wir zuversichtlich, die Unternehmensziele erreichen zu können und erwarten aufgrund der genannten Effekte und Maßnahmen ein um ca. 3% niedrigeres Jahresergebnis als in 2023.

 

Hamburg. 03 05.2024

Health Coevo Aktiengesellschaft

Hans Hajro, Vorstand

Gerd Adler, Vorstand

Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat in seinen vier Sitzungen, die sich etwa gleichmäßig über das Geschäftsjahr verteilten, die Geschäftsleitung durch Erörterung mit den Mitgliedern des Vorstandes, durch Einsicht in die Geschäftsunterlagen und anhand schriftlicher Berichterstattung laufend geprüft.

Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat zudem regelmäßig, zeitnah und umfassend auch zwischen den Aufsichtsratssitzungen über grundsätzliche Fragen der Geschäftspolitik sowie über sonstige wichtige Ereignisse.

Der Jahresabschluss des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2023 und der Lagebericht des Vorstandes sind durch die EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft worden. Dem Bericht über die Prüfung haben wir nichts hinzuzufügen.

Der Aufsichtsrat hat nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung zum Bericht des Abschlussprüfers und zum Jahresabschluss keine Einwendungen zu machen. Er billigt den Jahresabschluss in der vorgelegten Form. Der Jahresabschluss ist damit gemäß § 172 Aktiengesetz festgestellt.

 

Hamburg, 16. Mai 2024

Dr. Guido Jestädt, Vorsitzender des Aufsichtsrates

Gewinnverwendungsvorschlag Geschäftsjahr 2023

Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von EUR 22.276.104,74 wie folgt zu verwenden:

Auszahlung einer Dividende in Höhe von: EUR 6.500.000,00
Vortrag auf neue Rechnung in Höhe von: EUR 15.776.104,74

Gewinnverwendung Geschäftsjahr 2023

Der Beschlussvorschlag des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurde bei gültiger Vertretung des gesamten Grundkapitals in der Hauptversammlung am 4. Juni 2024 einstimmig mit allen vertretenen und stimmberechtigten Stimmen ohne Gegenstimmen und ohne Stimmenthaltungen angenommen.

Der Vorsitzende stellte das Beschlussergebnis fest und gab es bekannt:

Auszahlung einer Dividende in Höhe von: EUR 6.500.000,00
Vortrag auf neue Rechnung in Höhe von: EUR 15.776.104,74

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