Stammdaten

Register
Amtsgericht Gütersloh HRB 9374
Vorher
Reiling-MS-Recycling-GmbHReKo GmbH
Eingetragen
4.1.1988
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
der Erwerb und die Verwaltung von Beteiligungen sowie die Übernahme der persönlichen Haftung und der Geschäftsführung bei Handelsgesellschaften

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Bernhard Reiling
seit 19.3.2013
Geschäftsführer
Oliver Heil
seit 19.3.2013
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
28.600 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Reiling GmbH & Co. KG

Harsewinkel

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr zum 31.12.2021

Reiling GmbH & Co. KG, Harsewinkel

1. Grundlagen des Konzerns

1.1. Organisatorische Struktur und Geschäftsfelder des Konzerns

Die Reiling GmbH & Co. KG ist das Mutterunternehmen des Konzerns der zur Reiling-Unternehmensgruppe gehörenden Unternehmen. Der Konzern ist in der Recyclingbranche tätig und hat mit seinem Mutterunternehmen seinen Sitz in Harsewinkel. Die Geschäftsadresse lautet: Bussemasstraße 49, 33428 Marienfeld.

Die Gesellschaft wird beim Amtsgericht Gütersloh unter der Handelsregisternummer HRA 4058 geführt. Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 umfasst neben der Gesellschaft als Muttergesellschaft insgesamt 26 Gesellschaften (zusammen Reiling-Unternehmensgruppe), wovon 23 Gesellschaften im Rahmen der Vollkonsolidierung nach den Vorschriften gem. § 300 ff. HGB in den Konzernabschluss einbezogen werden. Mit Ausnahme von drei Gesellschaften, deren Anteilsquote zwischen 70 % und 85,65 % liegt, hält die Reiling GmbH & Co. KG dabei unmittelbar oder mittelbar 100 % der Anteile.

Darüber hinaus werden drei Gesellschaften mit einer Anteilsquote zwischen 8 % und 50 % nach der Equity-Methode gemäß § 312 HGB einbezogen.

Mit Wirkung ab dem 31.05.2021 wurden von der Reiling GmbH & Co. KG, die bereits 51 % der Gesellschaftsanteile gehalten hat, die restlichen 49 % an der Reiling Nutzfahrzeugservice GmbH von Herrn Hartmut Reiling erworben, so dass dieses Unternehmen nun zu 100 % von der Reiling GmbH & Co. KG gehalten wird.

Des Weiteren wurden mit Wirkung ab dem 01.09.2021 von der Reiling Kontor GmbH die Gesellschaftsanteile an der Schaumglas Husum GmbH aus Husum und der Veriso GmbH aus Berlin zu 100 % erworben, so dass zwei neue Gesellschaften zur Reiling-Unternehmensgruppe hinzugekommen sind. Für das Folgegeschäftsjahr 2022 ist eine Verschmelzung dieser beiden Unternehmen vorgesehen, aber aktuell noch nicht abschließend verwirklicht.

Nachdem die Geschäftsbereiche der Reiling MS-Recycling GmbH & Co. KG mit Wirkung zum 01.01.2021 veräußert wurden, sind im Berichtsjahr die Planungen vorangeschritten, am Standort in Münster das Photovoltaik-Recycling zu betreiben, so dass eine Liquidation der Gesellschaft inzwischen nicht mehr angedacht ist.

Die Reiling GmbH & Co. KG leitet eine Gruppe von Unternehmen, die insbesondere im Glas-, Kunststoff- und Holzrecycling tätig sind und in diesen Geschäftsbereichen zu den führenden Aufbereitern in Deutschland zählen.

In der Reiling GmbH & Co. KG sind die Zentralbereiche, wie beispielsweise Finanz- und Steuerwesen, Rechtswesen, Controlling, EDV, Einkauf, Personalmanagement, Produktmanagement und -entwicklung, Bauwesen, Marketing, integrierte Managementsysteme sowie die Buchhaltung angesiedelt. Ihre Aufgaben und Dienstleistungen erstrecken sich auf die mit ihr verbundenen Tochterunternehmen.

Wir unterhalten derzeit 18 Standorte in Deutschland, Polen, Dänemark und Schweden, an denen wir im Vordergrund Altglas, PET-Flaschen und Altholz recyceln.

1.2. Forschung, Entwicklung und Innovation

Unsere Aktivitäten in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovation stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit und bilden damit die Basis für einen langfristigen und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.

Die bereits im Vorberichtsjahr vorgestellten Forschungsprojekte mit Beteiligung der Reiling Unternehmensgruppe ("MaxScherben", "GlasCycle" und "Ko-Rec") wurden in 2021 planungsgemäß gestartet bzw. den jeweiligen Projektplanungen entsprechend weiter fortgesetzt.

Zunächst ist zu bemerken, dass der sich nach wie vor im Aufbau befindende Geschäftsbereich "PV-Modul-Recycling" im Betrachtungszeitraum einige wesentliche Fortschritte erfahren hat. So wird aktuell, basierend auf den in den letzten Jahren gesammelten Forschungsergebnissen, am Aufbau eines "Kompetenzzentrums für das Photovoltaik-Recycling" mit einer spezialisierten Aufbereitungsanlage gearbeitet. Diese, ausschließlich auf das Solarmodul-Recycling ausgerichtete Einrichtung, entsteht nun an unserem Standort in Münster und wird voraussichtlich noch in diesem Jahr ihren Betrieb aufnehmen. Wesentliche Bestandteile der neuen Aufbereitungsanlage sind Technologien, die wir im Rahmen vorausgegangener Projekte erforscht und für diese Spezialanwendung weiterentwickelt haben (Trenntisch, exzentrisches Wirbelstromaggregat, triboelektrische Sortierung, etc.).

Der Bereich "Forschung und Entwicklung" hat sich im Jahr 2021 in außergewöhnlicher Intensität mit zahlreichen Anfragen zu neuen Anwendungen für das recycelte Glasgranulat, speziell im Feinkornbereich < 8 mm befasst. Der bestehende Mangel an industriegeeigneten Sanden veranlasst bislang nicht mit Recyclingglas arbeitende Industrien, sich mit dem alternativen Einsatz unserer Produkte auseinanderzusetzen. Dazu kommt das wachsende Interesse, bislang aus reinen Primärrohstoffen bestehende Produkte zumindest mit einem Recyclinganteil herstellen zu können, um hier der auch von Endverbrauchern zunehmend geäußerten Forderung nach Nachhaltigkeit der Produkte gerecht werden zu können. In Summe macht die von uns geleistete Mitarbeit in diesen Projekten aktuell einen großen Teil der geleisteten Tätigkeit aus.

Eine weitere Aufgabenstellung ergibt sich aus der im September 2021 vollzogenen Übernahme einer Schaumglasproduktion durch die Reiling Unternehmensgruppe. Auch hier ist viel Entwicklungsarbeit gefordert, um den bestehenden Herstellungsprozess an unsere hohen Ansprüche bezüglich der Altglasverwendung, der Energieeinsparung und der Produktqualität zu erfüllen. Dazu finden aktuell Forschungstätigkeiten direkt an der Schaumglas-Produktionsanlage statt, wobei wir mit externen, von Reiling beauftragten Sachverständigen, zusammenarbeiten.

Durch die Beteiligung der Reiling Unternehmensgruppe an dem Forschungsnetzwerk "AsmoM" erhoffen wir uns zukünftig einen weiteren Erkenntnisgewinn, um den neuen Geschäftsbereich Schaumglasherstellung weiter ausbauen und optimieren zu können.

Die in 2021 intensivierte Beschäftigung mit den beim Glasrecycling anfallenden Glas-Feinfraktionen ist zum einen der oben geschilderten Nachfrage aus bislang nicht bedienten Industriebereichen geschuldet. Zudem haben grundlegende technische Änderungen unserer Altglas-Aufbereitungsstrategie dazu geführt, dass neue Materialqualitäten für diese Anwendungen zur Verfügung stehen.

Gemeint ist hier der weitere Ausbau unserer Kapazität zur Scherben-Trocknung, die nun auch am Standort Lünen in einer neu errichteten Anlage eine weitergehende Aufbereitung besonders belasteter Materialströme ermöglicht. Dadurch können signifikante, zusätzliche Glasmengen für bekannte, aber auch neue Anwendungen zur Verfügung gestellt werden.

Der Unternehmensbereich Forschung und Entwicklung hat sich bezogen auf die Aufgabenstellungen und den allgemeinen Arbeitsumfang rückblickend auf die vergangenen Jahre sehr stark weiterentwickelt. Mit Blick auf den allgemein diskutierten Fachkräftemangel haben wir sehr früh Strategien gegen drohende Defizite in diesem wichtigen Unternehmensbereich ergriffen, indem wir uns dort intensiv um eine Ausweitung unserer Personalressourcen gekümmert haben.

So haben wir Studenten aus fachtechnisch relevanten Studienrichtungen schon vor einiger Zeit die Möglichkeit gegeben, ihr Fachpraktikum in unserem Hause zu absolvieren. Daraus folgend wurde in 2021 ein Praktikant erfolgreich zu seinem Bachelorabschluss (Umwelt- und Recyclingtechnik, Hochschule Nordhausen) begleitet und anschließend als neuer Mitarbeiter in die Abteilung Forschung und Entwicklung in unserem Hause übernommen.

Aktuell betreuen wir nach Erreichen des Bachelor-Abschlusses in ähnlicher Fachrichtung eine Studien- und Masterarbeit an der Technischen Universität Clausthal. Auch hier wurde der Student bereits über eine Festanstellung in den Bereich Forschung und Entwicklung integriert. Von universitärer Seite erfahren diese Maßnahmen eine große, äußerst positive Resonanz, was uns weitere Kooperationen im Forschungsbereich ermöglicht. So besteht aktuell die Idee zum Aufbau eines neuen, dualen Studiengangs "Umwelt- und Recyclingtechnik" in Kooperation der Hochschule Nordhausen mit der Reiling Unternehmensgruppe. Erste organisatorische Schritte zur Umsetzung des Vorhabens werden aktuell vorbereitet.

Einen abschließenden Einblick in den Status unserer Tätigkeiten soll die Erwähnung eines besonders spannenden und hochaktuellen Projekts geben. Als Forschungspartner des Automobilherstellers Audi arbeitet Reiling an einem Recyclingverfahren, durch das im Automobil-Rückbau anfallende Autoscheiben so effizient aufbereitet werden, dass dieses Granulat für die Herstellung neuer Autoscheiben des aktuellen Modells "Audi Q4 e-tron" verwendet werden kann. Aufgrund des extremen Qualitätsanspruchs bei der Herstellung von Automotiv-Verglasung ist dieses Projekt für uns ebenfalls extrem herausfordernd mit viel Innovationspotential verbunden.

1.3. Mitarbeiter

Die Zahl der Beschäftigten (inklusive Aushilfen und Auszubildende, aber ohne Leiharbeitnehmer) ist im Geschäftsjahr 2021 an den deutschen Standorten vom 01.01.2021 von 519 Mitarbeitern zum 31.12.2021 auf 504 Mitarbeiter gesunken. Das Sinken der Mitarbeiterzahl resultierte insbesondere aus dem Verkauf der Geschäftsbereiche der Reiling MS-Recycling GmbH & Co. KG im Rahmen eines Asset Deals. 40 Mitarbeiter verließen das Unternehmen und fanden eine Neuanstellung bei der Käuferin oder aber bei einem anderen Unternehmen.

Teilweise konnte das Absinken der Mitarbeiterzahl in 2021 durch Hinzukommen neuer Mitarbeiter kompensiert werden. Zunächst wurden mit Wirkung zum 01.09.2021 die Geschäftsanteile an den Gesellschaften Schaumglas Husum GmbH in Husum und Veriso GmbH in Berlin mit insgesamt 12 Mitarbeitern übernommen.

Eine weitere Aufstockung des Personals war in der Reiling Kunststoff GmbH & Co. KG an unserem Standort in Burgbernheim im Laufe des Jahres 2021 zu verzeichnen, hier kamen 11 Mitarbeiter hinzu.

Durch die in 2021 begonnene Standortschließung der Reiling Kunststoff GmbH & Co. KG von Marienfeld zum Standort Hamm, wo Mitarbeiter an den Standort nach Hamm wechseln oder am Standort Marienfeld bei einer anderen Konzerngesellschaft neu beschäftigt werden, ergab sich eine Mitarbeiterverschiebung innerhalb der Reiling-Unternehmensgruppe, die jedoch keine signifikanten Auswirkungen auf die Mitarbeiterzahl hatte.

An den ausländischen Standorten in Polen, Dänemark und Schweden ist die Zahl der Beschäftigten im abgelaufenen Geschäftsjahr vom 01.01.2021 von 106 Mitarbeitern zum 31.12.2021 auf 103 Mitarbeiter auch leicht zurückgegangen.

Die Ausbildungsquote an den deutschen Standorten der Reiling-Unternehmensgruppe lag im Jahr 2021 bei 5,35 %. Wir bilden konstant 27 Auszubildende in kaufmännischen und gewerblichen Berufen an den deutschen Standorten aus. Weiterhin wird eine kaufmännische Auszubildende an unserem ausländischen Standort in Dänemark ausgebildet.

Die Anzahl der Leiharbeitnehmer ist an den deutschen Standorten der Reiling-Unternehmensgruppe in 2021 von zu Beginn des Jahres entliehenen 26 Arbeitskräften auf zu Ende des Jahres eingesetzten 20 Arbeitskräften zurückgegangen. Dieses geht konform mit unserer Unternehmensphilosophie Mitarbeiter immer mit eigenen Arbeitsverträgen uns gegenüber auszustatten, so dass sie an den in der Reiling-Unternehmensgruppe üblichen Sozialleistungen teilnehmen können, weshalb der Einsatz von Leiharbeitnehmern nur noch zur Deckung von Personalengpässen durchgeführt wird. Verbunden damit ist die Steigerung der Mitarbeitermotivation, auch werden Kosten eingespart, wenn Leiharbeitnehmer weniger eingesetzt werden.

Aufgrund des guten Unternehmensergebnisses war es möglich, mit der Lohnabrechnung Dezember 2021 allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neben der schon in November 2021 ausgezahlten Erfolgsprämie eine einmalige Sonderzahlung zukommen zu lassen.

Die auch in 2021 noch existente Coronavirus-Pandemie wirkte sich, auch aufgrund eines guten Krisenmanagements innerhalb der Reiling-Unternehmensgruppe, nicht negativ auf unsere Personalsituation aus. Durch konsequentes Handeln und die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben konnten coronabedingte Ausfälle auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten werden.

Aufgrund der auch in 2021 weiterhin getätigten Investitionen in die Digitalisierung konnten wir den während der Corona-Pandemie sich deutlich geänderten Anforderungen an die Arbeitsplätze (Videokonferenzen) bzw. des Arbeitsumfelds (Homeoffice, Bürotrennung) der Mitarbeiter reagieren. Zudem wurde aufgrund der allein schon durch die stetige Zunahme der Videokonferenzen sich ergebende Kontaktreduzierung im geschäftlichen Umfeld u. a. auch der Belegaustausch und die Kommunikation weiter automatisiert bzw. digitalisiert.

Zur Mitarbeitergewinnung haben wir im Berichtsjahr weiterhin an unserer Internetseite, insbesondere das Karriereportal verbessert, um potentielle Bewerber bzw. zukünftige Mitarbeiter für eine Arbeitsaufnahme in unserem Team gewinnen zu können.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

"Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war auch im Jahr 2021 von der Corona-Pandemie geprägt. Gebremst durch die andauernde Pandemiesituation und zunehmende Liefer- und Materialengpässe konnte sich die deutsche Wirtschaft nach dem Einbruch im Jahr 2020 nur allmählich erholen. Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes war das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,7 % höher als 2020. Das reichte jedoch nicht, um den starken Rückgang des Vorberichtsjahres aufzuholen. Mehr noch, im Vergleich zum Jahr 2019, also dem Jahr vor der Krise, war das Bruttoinlandsprodukt 2021 noch um 2,0 % niedriger. Die konjunkturelle Entwicklung im Jahresverlauf war auch im Jahr 2021 stark abhängig vom Infektionsgeschehen und den damit einhergehenden Corona-Schutzmaßnahmen. Zum Jahresbeginn befand sich Deutschland mitten in der zweiten Coronawelle und in einem Lockdown. Das führte im 1. Quartal zu einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts. Als die Beschränkungen im Verlauf des Jahres 2021 nach und nach wegfielen, erholte sich die deutsche Wirtschaft spürbar. Die zunehmenden Liefer- und Materialengpässe dämpften jedoch die Erholung, die zum Jahresende durch die vierte Coronawelle und erneute Verschärfungen der staatlichen Schutzmaßnahmen gestoppt wurde.

Die Prognose des wirtschaftlichen Erholungsprozesses ist weiter mit Unsicherheiten behaftet. Insbesondere die weltweiten Produktions- und Lieferschwierigkeiten haben sich noch nicht gelegt. Auch die Produktions- und Lieferengpässe könnten länger anhalten und weiteren Aufwärtsdruck auf die Preise erzeugen.

Im Jahr 2021 dürfte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen nochmals niedriger ausgefallen sein als im Vorjahr und damit ein neues Rekordtief erreicht haben. Von Januar bis Oktober gab es lediglich 11.738 Unternehmensinsolvenzen - rund 14 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Ein größerer Anstieg deutet sich auch zum Jahresende 2021 nicht an.

Die Vorausschätzungen zur Wachstumsrate in 2022 bewegen sich in einer Spannweite von 3,5 bis 4,9 %. Ende 2022 dürfte die deutsche Wirtschaft das Vorkrisenniveau der wirtschaftlichen Auslastung wieder deutlich übertreffen. Die Europäische Kommission erwartet für die 27 Mitgliedstaaten der EU sowie für die 19 Staaten der Eurozone für das Jahr 2021 einen Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 5,0 %. Damit würde das Vorkrisenniveau von 2019 in EU und Eurozone noch nicht wieder erreicht. Die deutsche Wirtschaft verzeichnete mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 2,7 % im Jahr 2021 voraussichtlich den geringsten Zuwachs aller EU-Staaten. Die Wirtschaftsleistung war allerdings im Jahr 2020 in Deutschland auch deutlich weniger eingebrochen als in den anderen großen EU-Staaten. Ausgehend von den EU-Prognosen dürften Italien und Spanien deutlicher und Frankreich in ähnlichem Umfang wie Deutschland (-2,0 %) hinter ihrem Vorkrisenniveau zurückbleiben. Insgesamt wurde die Konjunktur in Europa im weltweiten Vergleich stärker von der Coronakrise getroffen. In den USA schrumpfte die Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 lediglich um 3,4 %. Für die Vereinigten Staaten erwartet die Europäische Kommission im Jahr 2021 ein Wirtschaftswachstum von 5,8 % und damit mehr Wachstum als in Deutschland und der EU. Die Wirtschaft im Vereinigten Königreich wird den Prognosen der Europäischen Kommission zufolge nach ihrem vergleichsweise starken Einbruch im Vorjahr (-9,7 %) wieder stärker wachsen (+6,9 %) als in Deutschland und der EU. Für die Volksrepublik China wird ein Wachstum von 7,9 % erwartet.

Im Vergleich zum Krisenjahr 2020, in dem die Produktion im Zuge der Corona-Pandemie teilweise massiv eingeschränkt war, hat sich die Wirtschaftsleistung im Jahr 2021 in fast allen Wirtschaftsbereichen erhöht. Die Bruttowertschöpfung stieg sowohl im verarbeitenden Gewerbe (+4,4 %) als auch in den meisten Dienstleistungsbereichen deutlich an. So nahm die Wirtschaftsleistung der Unternehmensdienstleister, zu denen Forschung und Entwicklung, Rechts- und Steuerberater sowie Ingenieurbüros zählen, stark zu (+5,4 %). Im zusammengefassten Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe (+3,0 %) waren es vor allem der Verkehr und das Gastgewerbe, die zulegten, allerdings ausgehend vom sehr niedrigen Niveau des Jahres 2020. Die Bruttowertschöpfung im Handel nahm gegenüber 2020 nur leicht zu. Hier kam es zu deutlichen Verschiebungen vom stationären Einzelhandel zum Online-Handel. Im Baugewerbe, in dem die Corona-Pandemie im Jahr 2020 kaum Spuren hinterlassen hatte, ging die Wirtschaftsleistung 2021 leicht zurück (-0,4 %). Kapazitätsengpässe bei Personal und Material sowie die damit einhergehende, stark anziehende Baupreisentwicklung schwächten die weitere Entwicklung des Sektors deutlich.

Leichte Verluste bei der Wertschöpfung wiesen 2021 auch die Finanzdienstleister auf. Diese waren aber im Gegensatz zu den meisten anderen Dienstleistungsbereichen im ersten Coronajahr noch stabil durch die Krise gekommen und hatten leichte Zuwächse zu verzeichnen gehabt (+0,5 %). Ein Rückgang gab es auch bei Land und Forstwirtschaft, die freilich nur einen Anteil von weniger als 1 % der gesamten Wertschöpfung der deutschen Wirtschaft verkörpert.

Die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft, die im Jahr 2021 rund 10,8 % der gesamten Bruttowertschöpfung erzeugte, konnte um 1 % zulegen, ähnlich stark wie im Vorkrisenjahr 2019. Lediglich im ersten Coronajahr 2020 war sie leicht um 0,5 % gesunken. Für gewöhnlich erreicht die Wachstumsrate der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft nur moderate Werte und ist zudem nur geringen Schwankungen unterworfen. Gerade aufgrund dieser Beständigkeit beweisen die Immobiliendienstleister ihre stabilisierende Funktion, die sie auch in den Krisenjahren 2020/2021 unter Beweis stellen konnten. Nominal erzielte die Grundstücks- und Immobilienwirtschaft 2021 eine Bruttowertschöpfung von 347 Mrd. €.

Die Bedeutung der Immobilienwirtschaft als Stabilitätsanker zeigt sich vor allem beim Vergleich mit dem Vorkrisenjahr 2019. Trotz der Zuwächse im Jahr 2021 und der Tatsache, dass vier Arbeitstage mehr zur Verfügung standen als im Jahr 2019, hat die Wirtschaftsleistung in den meisten Wirtschaftsbereichen noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Ausnahmen waren das Baugewerbe (+3,3 %), der Bereich Information und Kommunikation (+2,3 %) sowie die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft (+0,6 %), die sich in der Pandemie behaupten und ihre Wirtschaftsleistung im Vergleich zu 2019 messbar steigern konnten. Demgegenüber lag die Wirtschaftsleistung im verarbeitenden Gewerbe trotz des Anstiegs im Jahr 2021 noch 6 % unter dem Niveau von 2019. Die sonstigen Dienstleister, zu denen neben Sport, Kultur und Unterhaltung auch die Kreativwirtschaft zählt, waren besonders stark von der anhaltenden Corona-Pandemie beeinträchtigt. Hier erreichte die Bruttowertschöpfung 2021 lediglich ein Niveau von 90 % des Vorkrisenstandes.

Der Arbeitsmarkt zeigte nach Coronaeinbruch noch keine Erholung, blieb aber stabil. Der plötzliche und gravierende Einbruch der Wirtschaftsleistung im Frühjahr 2020 setzte den Arbeitsmarkt massiv unter Druck. Damit endete der über 14 Jahre anhaltende Anstieg der Erwerbstätigkeit in Deutschland, der sogar die Finanz- und Wirtschaftskrise aus den Jahren 2008/2009 überdauert hatte. Im Jahr 2021 wurde die Wirtschaftsleistung von durchschnittlich 44,9 Mio. Erwerbstätigen erbracht. Das waren insgesamt etwa gleich viele Erwerbstätige wie im Vorjahr. Gegenüber dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 blieb die Beschäftigung weiterhin klar zurück (-363.000 Personen bzw. -0,8 %). Allerdings arbeiteten viele Erwerbstätige nun in anderen Wirtschaftsbereichen oder anderen Beschäftigungsverhältnissen als zuvor. Die größten Beschäftigungszuwächse gab es im Bereich der öffentlichen Dienstleister (+2,2 %), zu dem auch Erziehung und das besonders stark ausgeweitete Gesundheitswesen gehören. Ebenfalls deutlich wuchs die Beschäftigung im Bereich Information und Kommunikation (+2,4 %) sowie im Baugewerbe (+1,2 %). Dagegen kam es im Handel, Verkehr und Gastgewerbe, wie schon im Jahr zuvor, zu größeren Beschäftigungsverlusten (-1,8 %). Von Beschäftigungsverlusten betroffen waren vor allem geringfügig Beschäftigte und Selbstständige (einschließlich mithelfender Familienangehöriger), deren Zahl wie bereits im Vorjahr jeweils weiter abnahm. Dagegen waren mehr Erwerbstätige sozialversicherungspflichtig beschäftigt und es wurde deutlich weniger Kurzarbeit in Anspruch genommen als noch im Jahr 2020. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit beziffert die jahresdurchschnittliche Kurzarbeiterzahl 2021 mit rund 1,85 Mio. deutlich geringer als 2020 (2,9 Mio.).

Die Zahl der Arbeitslosen ist 2021 um 82.000 Personen gesunken. Dies entspricht einem Rückgang um 3 % der im Jahresschnitt 2,6 Mio. registrierten Erwerbslosen. Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 5,9 % auf 5,7 %. Für den Anstieg im Vorjahr 2020 war auch relevant, dass Übergänge von Arbeitslosen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie Fortbildungskurse während der Pandemie nur eingeschränkt stattfanden oder etwa kurzfristige Arbeitsunfähigkeitsmeldungen von Arbeitslosen in geringerem Umfang als gewohnt erfolgten. Auch diese Effekte sind 2021 zurückgegangen, was die Arbeitslosigkeit zusätzlich senkte. Demografisch bedingt nimmt das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland bereits seit längerem ab. Der Trend einer alternden Bevölkerung bewirkt, dass sich mehr Personen in den Ruhestand zurückziehen als neu in das Erwerbsleben eintreten. Nach Berechnungen des Institutes für Arbeitsmarkt und Berufsforschung schrumpfte das Erwerbspersonenpotenzial - die Alterung der Bevölkerung isoliert betrachtet - im Jahr 2021 und im Jahr 2022 jeweils um 350.000 Arbeitskräfte.

Damit das Arbeitskräfteangebot in Deutschland auch in Zukunft nicht nennenswert schrumpft, müsste die Nettozuwanderung nach Modellrechnungen des Institutes für Arbeitsmarkt und Berufsforschung bis 2050 in einer Spanne von 346.000 Personen (bei extrem steigenden Erwerbsquoten) bis 533.000 Personen (bei realistisch steigenden Erwerbsquoten) pro Jahr liegen. Im Jahr 2021 hat sich die Nettozuwanderung nach Deutschland zunächst vom Coronatief des Jahres 2020 erholt. Nach ersten groben Berechnungen ist von einer Zunahme des Wanderungssaldos auf rund 280.000 Personen auszugehen. Für das laufende Jahr wird sich dieser Trend voraussichtlich weiter fortsetzen, so dass für 2022 mit einer Nettozuwanderung in Höhe von 300.000 Personen gerechnet werden kann. Damit dürfte sich die Bevölkerungszahl Deutschlands, die 2020 erstmals seit langem leicht abgenommen hatte, wieder stabilisieren. Ein Ausgleich des abnehmenden Erwerbspersonenpotenzials ist mit dieser Zuwanderung allerdings noch nicht gewährleistet. Der Fachkräftemangel wird zunehmend zur Belastung für die deutsche Wirtschaft. Bei 43,0 % der Unternehmen in Deutschland wird die Geschäftstätigkeit vom Fachkräftemangel mit steigender Tendenz behindert. Langfristig gesehen zeigt der Verlauf, dass sich der Fachkräftemangel seit 2009 deutlich erhöht hat. Zwischen 2009 und 2011 stieg der Indikator von ca. 10 % auf knapp 20 % sichtlich an. Im April 2018 erreichte der Indikator einen zwischenzeitlichen Höchststand von 36,2 %, der mit Ablauf des Geschäftsjahres 2021 nun nochmals übertroffen wurde. Angesichts des demografischen Wandels dürfte Arbeitskräfteknappheit auch in Zukunft eine große Herausforderung für die deutsche Wirtschaft darstellen.

Auf der Nachfrageseite waren im zweiten Coronajahr erneut die privaten Haushalte besonders von den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie betroffen. Die privaten Konsumausgaben stagnierten 2021 auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres. Nachdem im Jahr 2020 aufgrund der temporär gesenkten Mehrwertsteuersätze noch besonders viele langlebige Konsumgüter nachgefragt wurden, gab es 2021 eine starke Gegenbewegung. Käufe langlebiger Gebrauchsgüter gingen zurück. Kurzlebige Konsumgüter wurden hingegen wieder etwas mehr nachgefragt als im Vorjahr. Auch für Reisen gaben die Menschen wieder mehr Geld aus. Zieht man den Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 wird deutlich, dass die privaten Konsumausgaben 2021 noch weit von ihrem Niveau vor dem Coronaeinbruch entfernt waren (-5,8 %).

Die Konsumausgaben des Staates waren auch im Jahr 2021 eine Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft. Sie stiegen im zweiten Jahr der Corona-Pandemie, ausgehend von dem bereits hohen Vorjahresniveau, um weitere 3,4 %. Der Staat gab vor allem mehr Geld aus, um die im Frühjahr 2021 flächendeckend eingeführten kostenlosen Antigen-Schnelltests und die Corona-Impfstoffe zu beschaffen sowie Test- und Impfzentren zu betreiben. Im Vorkrisenvergleich haben sich die Staatsausgaben in den zwei Pandemiejahren sogar um 7,0 % erhöht. Die Bauinvestitionen legten im Jahr 2021 nach fünf Jahren mit teilweise deutlichen Zuwächsen nur noch um 0,5 % zu. Gründe hierfür sind - trotz hoher Nachfrage - voll ausgelastete Kapazitäten im Bau, bedingt durch fehlende Arbeitskräfte und Materialmangel als Folge von Lieferengpässen.

In Ausrüstungen - das sind vor allem Investitionen in Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge - wurde im Jahr 2021 preisbereinigt 3,2 % mehr investiert als im Vorjahr. Nach dem zweistelligen Rückgang im Jahr 2020 wurde zumindest ein Teil der Investitionen nachgeholt. Während die Ausrüstungsinvestitionen 2021 noch weit von ihrem Vorkrisenniveau entfernt waren (-8,3 %), entwickelten sich die Bauinvestitionen über die beiden Pandemiejahre sehr gut. Sie lagen im Jahr 2021 insgesamt 3,0 % höher als vor der Krise. Der Außenhandel Deutschlands lag 2021 noch unter dem Niveau des Jahres 2019 (jeweils -0,8 %). Während bereits wieder etwas mehr Waren exportiert (+0,9 %) und importiert (+3,0 %) wurden als vor Beginn der Corona-Pandemie, lagen die Exporte (-7,5 %) und Importe (-13,1 %) von Dienstleistungen noch immer deutlich unter dem Vorkrisenniveau.

Sowohl die allgemeinen Lebenshaltungskosten als auch die Baupreise haben im Laufe des Jahres 2021 hohe Steigerungsraten verzeichnet. Die Inflationsrate in Deutschland - gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat - erreichte im Dezember 2021 mit 5,3 % einen historischen Höchststand. Eine höhere Inflationsrate gab es zuletzt vor fast 30 Jahren. Im Juni 1992 hatte die Inflationsrate bei 5,8 % gelegen. Vor allem die Preise für Energieprodukte lagen mit 22,1 % deutlich über der Gesamtteuerung. Die Teuerungsrate für Energie hat sich bis Dezember 2021 den fünften Monat in Folge erhöht. Mit 101,9 % verdoppelten sich die Preise für Heizöl binnen Jahresfrist, ferner wurden die Kraftstoffe merklich teurer (+43,2 %). Auch die Preise für andere Haushalt-Energieprodukte wie Erdgas (+9,6 %) und Strom (+3,1 %) erhöhten sich. Neben den Basiseffekten durch die sehr niedrigen Energiepreise im November 2020 wirkte sich auch die zu Jahresbeginn eingeführte CO 2-Abgabe preiserhöhend aus. Im Jahresdurchschnitt 2021 haben sich die Verbraucherpreise 3,1 % gegenüber dem Vorjahr verteuert.

Auch bezogen auf den Jahresdurchschnitt muss man fast 30 Jahre zurückblicken, um eine höhere Jahresteuerungsrate zu finden (1993: +4,5 %). Neben den bereits erwähnten Energiepreisen trugen zuletzt auch Lebensmittel zur stärkeren Preissteigerung bei. Die Nettokaltmieten verteuerten sich 2021 nur um 1,3 % und dämpften, gerade auch aufgrund ihres bedeutsamen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte, die Gesamtteuerung spürbar. Die Preise für den Neubau von Wohngebäuden in Deutschland sind im November 2021 um 14,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat angestiegen. Dies ist der höchste Anstieg der Baupreise seit August 1970 (+17,0 %). Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend: Zum einen steigen die Preise aufgrund der Rücknahme der befristeten Mehrwertsteuersenkung im 2. Halbjahr 2020 deutlich an. Aber auch ohne die Mehrwertsteuersenkung hätte der Preisanstieg rein rechnerisch immer noch 11,6 % betragen.

Zum anderen setzt die hohe Nachfrage nach Baumaterialien die Bauunternehmen unter einen erheblichen Preisdruck. Vor allem Holz, Stahl und Dämmstoffe sind teurer, da die weltweite Nachfrage nach Baustoffen mit Abflauen der Coronakrise sprunghaft gestiegen ist. Diese Materialknappheit scheint sich nur langsam abzubauen, sodass weiterhin von einem hohen, wenn auch sinkenden Preisdruck von der Materialseite auszugehen ist. Im Jahresschnitt stiegen die Baupreise 2021 um 9,1 %. Auch im Jahresmittel ist dies der höchste Anstieg seit den frühen 80er-Jahren. Zum Vergleich: Bereits vor der Coronakrise hatte die Baupreisentwicklung mit einer Rate von rund 4 % einen Höhepunkt der letzten Jahrzehnte erreicht (2018: +4,4 %). Entsprechend des Preisdrucks durch Materialknappheit verteuerten sich 2021 die Rohbauarbeiten (+10,2 %) deutlich stärker als die Ausbauarbeiten (+8,2 %). Spitzenreiter unter den Gewerken waren 2021 Zimmer- und Holzbauarbeiten, die sich um fast 30 % verteuerten.

Personalmangel, Lieferengpässe, Materialknappheit und die daraus folgenden Preissteigerungen haben die konjunkturelle Dynamik der Bauwirtschaft 2022 deutlich gebremst. Die Bauinvestitionen legten preisbereinigt nur noch um 0,5 % zu, nachdem sie zuvor fünf Jahre in Folge stärker gewachsen waren. Investitionen in den Hoch- und Tiefbau von Nicht-Wohnbauten sind 2021 sogar um 0,5 % zurückgegangen. Deutlich brach insbesondere der öffentliche Bau ein (-1,3 %) aber auch der gewerbliche Nichtwohnungsbau war rückläufig. Entgegen dem allgemeinen Wirtschaftstrend stemmt sich vor allem der Wohnungsbau weiterhin erfolgreich gegen die Coronakrise sowie ihre Folgewirkungen und konnte um 1,2 % überdurchschnittlich zulegen. Damit bewies sich der Wohnungsbausektor einmal mehr als Triebfeder des Bausektors.

In Neubau und Modernisierung der Wohnungsbestände flossen 2021 rund 257 Mrd. €. Anteilig konnte der Wohnungsbau seine Position innerhalb der Bauinvestitionen weiter ausbauen. 2021 flossen 62 % der Bauinvestitionen in den Neubau und die Modernisierung von Wohnungen. Zehn Jahre zuvor hatte der Anteil bei 56 % gelegen. Insgesamt umfassen die Bauinvestitionen über alle Immobiliensegmente einen Anteil von 11 % des Bruttoinlandsproduktes. Derweil bleibt die Nachfrage nach Wohnraum hoch, die Zinsen verharren dank der sehr expansiv ausgerichteten Geldpolitik auf historisch niedrigem Niveau. Dank staatlicher Intervention blieben die Einkommen der privaten Haushalte trotz wirtschaftlicher Krise weitgehend stabil. Nicht zuletzt deshalb und wegen begrenzter Konsummöglichkeiten haben viele Haushalte in den vergangenen beiden Krisenjahren mehr Geld auf die hohe Kante gelegt, das in Zukunft auch für Wohnungsbauinvestitionen genutzt werden dürfte. Trotz der anhaltenden Preissteigerung werden die Wohnungsbauinvestitionen damit auch 2022 Motor der Bauwirtschaft bleiben" (GdW Information 163, Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland 2021/2022).

2.2. Änderung rechtlicher Rahmenbedingungen

"Mit einer Änderung des Klimaschutzgesetzes hat die Bundesregierung die Klimaschutzvorgaben verschärft und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 verankert. Bereits bis 2030 sollen die Emissionen um 65 % gegenüber 1990 sinken. Die Gesetzesnovelle ist am 31. August 2021 in Kraft getreten. Deutschland soll bis 2045 klimaneutral werden.

Deutschlands Weg zur Klimaneutralität ist im Klimaschutzgesetz vorgezeichnet. Nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 29. April 2021 und mit Blick auf das europäische Klimaziel für das Jahr 2030 hat die Bundesregierung am 12. Mai 2021 das geänderte Klimaschutzgesetz vorgelegt. Der Bundestag hat die Klimaschutznovelle am 24. Juni 2021 beschlossen. Sie hat am 25. Juni 2021 auch den Bundesrat passiert. Der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts verpflichtet den Staat aktiv vorzubeugen, so dass es in Zukunft nicht zu unverhältnismäßigen Einschränkungen der Freiheitsgrundrechte der heute jüngeren Menschen kommt.

Mit dem geänderten Klimaschutzgesetz werden die Zielvorgaben für weniger CO 2-Emissionen angehoben. Das Minderungsziel für 2030 steigt um 10 Prozentpunkte auf mindestens 65 %. Das heißt, Deutschland soll bis zum Ende des Jahrzehnts seinen Treibhausgas-Ausstoß um 65 % gegenüber dem Jahr 1990 verringern. Die höheren Ambitionen wirken sich auch auf die CO 2-Minderungsziele bis zum Jahr 2030 in den einzelnen Sektoren aus: in der Energiewirtschaft, der Industrie, im Verkehr, im Gebäudebereich und in der Landwirtschaft. Die Klimaziele werden kontinuierlich per Monitoring überprüft. Der Expertenrat für Klimafragen wird erstmals ab 2022 alle zwei Jahre ein Gutachten vorlegen über die bisher erreichten Ziele, Maßnahmen und Trends. Werden die Budgets nicht eingehalten, steuert die Bundesregierung umgehend nach.

Für das Jahr 2040 gilt ein Minderungsziel von mindestens 88 %. Auf dem Weg dorthin sieht das Gesetz in den 2030er Jahren konkrete jährliche Minderungsziele vor. Bis zum Jahr 2045 soll Deutschland Treibhausgasneutralität erreichen: Es muss dann also ein Gleichgewicht zwischen Treibhausgas-Emissionen und deren Abbau herrschen. Nach dem Jahr 2050 strebt die Bundesregierung negative Emissionen an. Dann soll Deutschland mehr Treibhausgase in natürlichen Senken einbinden, als es ausstößt" (Pressemitteilung Bundesregierung, Klimaschutzgesetz 2021).

"Das Ende 2020 geänderte Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) führte mit Beginn des Jahres 2021 eine Bepreisung für den CO 2-Ausstoß ein, der bei der Verbrennung von Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel entsteht. Es wurde zunächst ein Preis von € 25,00 pro t CO 2 festgelegt, der in weiteren Schritten bis 2025 auf € 55,00 ansteigen wird. Der erhöhte Preis für LKW-Kraftstoffe führt zu einer Verteuerung der Aufbereitung und Logistik" (IHK Darmstadt, Nationales Imissionshandelsgesetz).

2.3. Marktentwicklung Glasindustrie und Glasrecycling

"Die Glasindustrie hat das Jahr 2021 mit einem Umsatzplus von 9,0 % auf 10,2 Mrd. € abgeschlossen. Inlands- und Auslandsumsatz tragen gleichermaßen zu dem starken Wachstum bei: Der Inlandsumsatz stieg um 9,1 % auf 6,01 Mrd. €, der Auslandsumsatz um 8,7 % auf 4,18 Mrd. €. Die Anzahl der Beschäftigten in der Glasindustrie lag bei rund 54.000 Mitarbeitern" (BV Glas, Zahlen und Fakten Jahr 2021).

Zu betrachten sind im nachfolgenden Rückblick auf das Jahr 2021 bei der Glasindustrie die Geschäftssegmente der Behälterglas- und der Flachglasherstellung.

"Der Absatz von Behälterglas in Tonnen ist im Jahr 2021 um 3,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum stark angestiegen. Auch die getrennt zu betrachtenden Entwicklungen im Inland (+1,7 %) und der Auslandsabsatz (+8,3 %) waren klar positiv. Der Absatz der einzelnen Segmente im Behälterglasbereich entwickelte sich unterschiedlich und war erneut durch die anhaltende Corona-Pandemie geprägt. Gegenläufig zum Vorjahr gab es jedoch eine verstärkte Verschiebung aus dem häuslichen Bereich heraus, da Verbraucher noch von den im Jahr 2020 angelegten Vorräten zehrten, andererseits wurden Feieranlässe wieder stärker genutzt.

Der Absatz im Segment Getränkeflaschen zeigt sich 2021 im Vergleich zum Vorjahr positiv, er betrug +4,7 %. Der Blick auf die Teilsegmente zeigt einen Absatzzuwachs in den Segmenten Bier und Spirituosen (+5,7 %) sowie Wein und Schaumwein (+9,2 %). Einen Absatzrückgang von 10,8 % verzeichnen hingegen die nicht-alkoholischen Getränke (Wasser, Milch und Saft). Dieser Absatzrückgang relativiert sich, wenn man berücksichtigt, dass die Steigerungen bei den nicht-alkoholischen Getränken in den letzten beiden Jahren jeweils etwa 10 % betrugen. Die weitgehende Aufhebung Corona-bedingter Einschränkungen führte in den Segmenten für alkoholische Getränke zu einer Erholung.

Das Segment Verpackungsglas für Lebensmittel und Verpackungsglas für Pharma und Kosmetik hat das Jahr 2021 positiv mit einer Absatzentwicklung von 2,3 % abgeschlossen. Die Teilsegmente entwickelten sich dabei unterschiedlich: Bei Verpackungsglas für Lebensmittel ohne OGS (Obst, Gemüse und Sauerkonserven) sank der Absatz 2021 um 1 %. Das Teilsegment Verpackungsglas mit OGS schloss das Gesamtjahr mit einem Plus von 6,8 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab.

Auch das Jahr 2021 stand noch unter dem Zeichen der Corona-Pandemie, hat aber bei den Segmenten der Behälterglasindustrie zu einer weitgehenden Umkehr der Ergebnisse des vorangegangenen Jahres geführt. Verbraucher hatten Vorräte angelegt und dafür auf Glasbehälter gesetzt, in dem Wissen, das Lebensmittel und Getränke darin bestmöglich geschützt sind und auch längerfristig keine Wechselwirkung zwischen Inhalt und Verpackung stattfinden wird. Einen besseren Vertrauensbeweis für Behälterglas gibt es kaum" (bvse, Deutscher Behälterglasmarkt 2021).

"Im Geschäftssegment der Flachglasherstellung ist zunächst zu bemerken, dass aufgrund des COVID-19-Ausbruchs die meisten Produktionsanlagen geschlossen wurden. Die Automobilproduktion wurde stark beeinträchtigt und beeinträchtigte die Produktionsanlagen aufgrund der Sperrung für mehrere Monate. Die Lieferkette auf der ganzen Welt wurde unterbrochen. Die wirtschaftliche Instabilität aufgrund des Ausbruchs der Pandemie hat auch Entwickler sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor dazu veranlasst, ihre Projekte zu überdenken, da die Schulden stiegen.

Wesentliche Wachstumstreiber sind mittelfristig die steigende Nachfrage nach elektronischen Displays sowie die steigende Nachfrage nach Unterhaltungselektronik wie Fernseher, Smartphones, Tablets, Laptops, Wearables und andere Geräte. Auf der anderen Seite wird erwartet, dass schwankende Rohstoffpreise und die Auswirkungen von COVID-19 das Wachstum des Marktes behindern werden.

Der asiatisch-pazifische Raum wird voraussichtlich den größten Anteil am Flachglasmarkt haben, wobei der größte Verbrauch aus Ländern wie China, Japan, den ASEAN-Ländern usw. resultiert.

Flachglas ist eine Glasart, die ursprünglich in ebener Form hergestellt wurde und üblicherweise für Fenster, Glastüren, transparente Wände und Windschutzscheiben verwendet wird. Für moderne Architektur- und Automobilanwendungen wird das Flachglas manchmal nach der Herstellung der ebenen Platte gebogen. Der Flachglasmarkt ist nach Produkttyp, Endverbraucherbranche und Geografie segmentiert. Nach Produkttyp ist der Markt in getempertes Glas, Beschichtungsglas, reflektierendes Glas, verarbeitetes Glas und Spiegel unterteilt. Auf der Grundlage der Endverbraucherbranche wird der Markt in Bau-, Automobil-, Solar- und andere Endverbraucherbranchen unterteilt.

Jüngste Fortschritte bei Flachglas haben es dem Material ermöglicht, Selbstreinigungsfähigkeiten zu zeigen. Organischer Schmutz wird durch das ultraviolette Licht im Sonnenlicht abgebaut. Bei Regen wird der abgebaute Schmutz einfach und nahezu streifenfrei von den Scheiben abgewaschen, statt wie bei herkömmlichem Glas Tropfen zu bilden, bildet das Wasser einen Film, der sich über die gesamte Glasfläche legt und den Schmutz mitnimmt, wie es abläuft. So bietet selbstreinigendes Glas bei Regen eine bessere Sicht als herkömmliches Glas.

Das Wachstum der Bau- und Infrastrukturentwicklung ist direkt mit der Nachfrage nach Flachglas verbunden, die tendenziell das Wachstum des Marktes antreibt. Der jüngste Trend deutet auf einen schnellen Wandel in der Gebäudearchitektur hin, wobei der Einsatz von Flachglas in Fassaden und Dächern das natürliche Tageslicht optimiert.

China ist der größte Flachglasproduzent der Welt. Viele Hersteller in China sind darauf ausgerichtet, Produkte herzustellen, die den westlichen Produktionsniveaus und Umweltstandards entsprechen.

Während der Pandemie mussten Flachglashersteller in China das produzierte Flachglas für die Neuproduktion zerbrechen, da die Glasverarbeitungsunternehmen den Betrieb nicht aufgenommen hatten und alle chinesischen Inlands- und Exportprojekte eingestellt wurden.

Der Flachglasmarkt ist in 2021 konsolidiert, wobei die Top-5-Player rund die Hälfte des Flachglasmarktes ausmachen. Der Markt ist äußerst wettbewerbsintensiv, da verschiedene große Hersteller strategische Partnerschaften eingehen, um ihren Marktanteil auszubauen. Einige der Hauptakteure (in keiner bestimmten Reihenfolge) auf dem Markt sind unter anderem Saint-Gobain, AGC Inc., GUARDIAN GLASS LLC, Nippon Sheet Glass Co. Ltd und die Sisecam Group" (Mordor Intelligence, Flachglasmarkt-Wachstum, Trends, Auswirkungen von Covid-19 und Prognosen).

In 2021 gab es beim Glasrecycling keine signifikanten Änderungen zum Vorberichtsjahr 2020, so dass lediglich nachfolgend auf die Bedeutung und den Umweltschoneffekt des Glasrecycling näher einzugehen ist.

"Glasrecycling bedeutet, Altglas für die Produktion von neuen Glasbehältern sowie Flachglasprodukten einzusammeln und zu einer Qualität aufzubereiten, die als schmelzofenfähiges Glasgranulat den ursprünglichen Rohstoffen für die Glasherstellung entspricht. Der große Vorteil des Werkstoffes Glas ist seine unendliche Wiederverwendbarkeit bei gleichbleibender Qualität.

Der Altglas-Einsatz in den Glashütten bewirkt neben einer deutlichen Energieeinsparung und einer Schonung natürlicher Ressourcen auch eine Verminderung der Schadstoffemissionen. Darüber hinaus wird Abfall vermieden.

Die Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes bvse, wo wir auch federführend im Fachverband Glasrecycling tätig sind, zählen gemeinsam mit der Glasindustrie zu den Pionieren des Anfang der 70er-Jahre aus der Taufe gehobenen Kreislaufsystems für Altglas. Seit dieser Zeit haben sie sich ein spezielles Know-how erarbeitet und die technologischen Entwicklungen für das Glasrecycling entscheidend mitgeprägt. Optimierte Sammelsysteme und hochmoderne Aufbereitungsanlagen stehen zur Verfügung, um den stetig wachsenden Bedarf der Glashütten am Sekundärrohstoff Altglas zu decken.

Für alle Altglasrecycler besitzt die Einhaltung der von der Glasindustrie vorgegebenen strengen Produktspezifikationen für die Scherbenqualität höchste Priorität. Der in Deutschland zugelassene Wert für Verunreinigungen beträgt für KSP (Keramik, Steingut, Porzellan) 25 g/t und für NE-Metalle 5 g/t, wobei diese Werte nur beispielhaft erwähnt seien, jede Glashütte hat insoweit seine eigenen Regularien. Der aufbereitete Sekundärrohstoff Altglas weist heute einen Reinheitsgrad von über 99,5 % auf, was die hohen Anforderungen, die die Glasrecycler zu erfüllen haben, schon auf den ersten Blick offenlegt.

Dem Umweltgedanken kommt Glasrecycling auf vierfacher Weise nach. Natürliche Ressourcen werden geschont (Sand, Soda, Kalk und andere Zusatzstoffe werden durch Altglas nahezu vollständig ersetzt). Der Energieverbrauch wird reduziert (durch den Einsatz von Altglas statt natürlicher Rohstoffe kann bei der Glasherstellung ca. 1/3 an Energie eingespart werden). Die Emissionen werden verringert (durch weniger Einsatzmengen an Energie bzw. Heizöl kommt es beim Schmelzprozess zu Emissionsabnahmen von Staub, Stickoxiden (NOx), Schwefeldioxid (SO2) und Kohlendioxid (CO 2). Und schließlich wird Abfall vermieden durch die gegebene geschlossene Kreislaufführung" (bvse, Altglasqualitäten, Glasrecycling).

In der Öffentlichkeitsarbeit besteht auch im bevorstehenden Geschäftsjahr weiterhin noch Nachholbedarf in der Glasrecyclingbranche, wobei gerade auf unsere Unternehmensgruppe bezogen festzustellen ist, dass wir in 2021 aktiv weiterhin über unseren Internetauftritt sowie der Präsenz in den sozialen Medien zur Steigerung der Akzeptanz des Glasrecyclings in der Bevölkerung qualitativ und quantitativ beitragen konnten.

2.4. Marktentwicklung Kunststoffindustrie und Kunststoffrecycling

"Eigentlich hatte das Jahr 2021 für die deutsche Kunststoffindustrie hoffnungsvoll begonnen. Bezüglich der Corona-Pandemie schien das Schlimmste überstanden zu sein. Die Konjunktur zog an, und die Wirtschaft erholte sich schneller, als die Experten es zu prognostizieren gewagt hatten. Auch in der Kunststoffbranche machte sich so etwas wie Aufbruchstimmung breit. Doch dann schlug die Stimmung um. Force Majeure-Meldungen über ungeplante Anlagenausfälle und Produktionsstillstände häuften sich, die Versorgung mit Vorprodukten und Rohstoffen stockte immer mehr, Allokationen allerorten, die Lieferketten gerieten vollkommen aus dem Tritt und die Preise schossen in astronomische Höhen" (Kunststoff Information, Jahresrückblick 2021).

"Zweckpessimismus auf breiter Front: Das zweite Jahr der Coronapandemie hat die Kunststoffbranche Zurückhaltung gelehrt. Durch die Bank blicken die Unternehmen mit gemischten Gefühlen zurück - und auch in die Zukunft. Von Aufbruchstimmung ist in dem Wirtschaftssegment wenig zu spüren - mit einer Ausnahme: Bei den Unternehmen, die sich mit Kunststoffrecycling beschäftigen, boomt es" (Kunststoff Information, Konjunktur in der Kunststoffbranche).

"Auch wenn die Zahlen für 2021 bei Abfassung dieses Berichtes noch nicht vorlagen, ist nach ersten Informationen positiv zu bemerken, dass für die europäische Kunststoffindustrie ein deutliches Plus für 2021 erwartet wird. Denn auf den starken Produktionsrückgang 2020 aufgrund der Corona-Pandemie in der ersten Jahreshälfte 2020 folgte eine noch stärkere Erholung.

Die europäischen Kunststoffhersteller profitierten im Jahr 2021 von der hohen Nachfrage nach Kunststoffen. Auch wenn die Produktion von Kunststoffen in Primärformen in Europa in 2019 um 3,6 % und 2020 um 5,2 % zurückging, so ist für 2021 endlich wieder ein Plus, und zwar ein kräftiges, um 8,5 % vorausgesagt. Allerdings hatten viele Unternehmen insbesondere ab der zweiten Jahreshälfte 2021 mit Unterbrechungen der Lieferketten, Engpässen bei Vorprodukten und steigenden Energiepreisen zu kämpfen" (K Zeitung, Kunststoffproduktion in Europa).

"Der Branchenumsatz der deutschen Kunststoffverarbeitung stieg im Jahr 2021 um 12,6 % auf 69,4 Mrd. €. Dennoch stehen die Unternehmen unter starkem Ergebnisdruck. Gründe dafür sind die Kostenexplosionen bei Rohstoffen und Energie sowie die vielfältigen Lieferverzögerungen und dadurch bedingte Auftragsaussetzungen, insbesondere in der Automobil-Zulieferung. Insgesamt wurden 2021 in Deutschland 15 Mio. t (+5,6 %) Kunststoffe verarbeitet, davon 2,2 Mio. t recycelte Kunststoffe. Die Anzahl der Beschäftigten blieb mit knapp 322.000 stabil." (Plastverarbeiter, Jahresbilanz Kunststoffverarbeiter 2021)

"Das vergangene Jahr 2021 ist bei den deutschen Kunststofferzeugern von wirtschaftlichen Aufs und Abs geprägt gewesen, so dass Stabilität nie wirklich einkehrte. Lockdowns, Materialmangel und eine volatile Situation bei den Lieferketten beeinflussten demnach ebenso das Marktgeschehen, wie die sprunghaft gestiegenen Preise für Vorprodukte und Energie. Gerade in diesem Kontext hat sich die Branche wacker geschlagen und ein erfolgreiches Geschäftsjahr verbucht. So stieg die Kunststoffproduktion in Deutschland 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 17,2 % auf 21,3 Mio. t. Der Gesamtumsatz (im In- und Ausland) der Kunststofferzeuger stieg um 33,8 % auf 31 Mrd. € und resultierte zu gleichen Teilen aus dem Mengenwachstum und gestiegenen Preisen. Ursache für den signifikanten Preisanstieg waren die hohe Nachfrage nach Kunststofferzeugnissen sowie erhöhte Produktionskosten bei den Kunststofferzeugern - letzteres zurückzuführen auf die gestiegenen Rohstoff-, Transport- und Energiepreise. Die Resilienz der Branche ging sowohl auf die Möglichkeit zurück, Preissteigerungen aufgrund der hohen Nachfrage teilweise weitergeben zu können, als auch auf die Flexibilität der Unternehmen, etwa über Umstellungen ihrer Kunden auf Kunststoffe, die eine höhere Liefersicherheit hatten oder mit externen Zukäufen von Vorprodukten, die üblicherweise intern hergestellt werden.

Die wirtschaftliche Volatilität der Pandemiezeit ist nicht mit den Herausforderungen und Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, welcher am 24. Februar 2022 begann, vergleichbar. So gefährdet der Krieg in Osteuropa die Rohstoffsicherheit, verteuert die Energie maßgeblich und stört oder unterbricht Transportwege sogar komplett. Insgesamt droht aufgrund deutlich höherer Produktionskosten in Kombination mit einer eingetrübten Weltkonjunktur ein Einbruch bei Kaufkraft und Nachfrage. Inwiefern Kunststofferzeuger in diesem Umfeld Preissteigerungen weitergeben können, wie noch in 2021, ist demnach fraglich" (Plastverarbeiter, Pressekonferenz Plastic Europe Deutschland).

"Zum Kunststoffrecycling im Geschäftsjahr 2021 ist zunächst festzustellen, dass die Kunststoffmärkte selten so volatil gewesen sind wie in den zurückliegenden Jahren. Die Pandemie hat die Situation verschärft. Die Volatilitäten nehmen zu und Sondereffekte sorgen für weitere Unruhe. Schon im Vorgeschäftsjahr, im März 2020 - während der Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus - seien PET-Getränkeflaschen von Verbrauchern eingelagert worden, was wiederum zu Verknappungen bei dieser Kunststoffsorte führte, die wiederum das PET-Recycling beflügelten. Aber schon im April des gleichen Jahres war dieser Sondereffekt vorbei, die PET-Nachfrage bei Neuware sank ebenso wie der Bedarf an Recycling-PET. Hinzu kam, dass die ab März 2020 gesunkenen Rohölpreise die Neuware verbilligten, woraufhin Kunststoffrezyklate nicht mehr so attraktiv waren. Nur einige Monate später, im Oktober 2020, gab es aufgrund der verknappten Transportkapazitäten zu Wasser und zu Lande, die zudem höhere Logistik-Kosten nach sich zogen, erneut zu wenig Kunststoffneuware auf den Märkten, weshalb die Nachfrage nach Rezyklaten stark zunahm. Für sekundäre Ware wurde sogar mehr gezahlt als für Neuware. Und diese Situation, dass Rezyklate die Neuware ökologisch und ökonomisch vorteilhaft ergänzen, besteht heute noch immer. Um es klar zu sagen: Rezyklate können Neuware idealerweise ergänzen, aber keinesfalls verdrängen. Im September 2021 hat das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie einen Bericht veröffentlicht, nach dem die bestehenden Materialknappheiten noch Monate lang andauern sollen. In diesem Zusammenhang kündigte der Vorsitzende des bvse-Fachverbands Kunststoffrecycling - Dr. Dirk Textor - an, dass die Interessenvertretung sich zur Wehr setzen will, wenn bei künftigen Marktumschwüngen zugunsten von Primärkunststoffen Rezyklate in ein schlechteres Licht gesetzt werden, um die Preise zu drücken.

Die neugeordnete grenzüberschreitende Verbringung von Altkunststoffen der EU sieht vor, dass Kunststoffabfälle zunächst in der Europäischen Union zu verarbeiten sind. Allerdings ist diesbezüglich auch zu beachten, dass nur durch europäische und internationale Märkte die international gültigen Preise und die international gehandelten Qualitäten ermittelt werden können. Der internationale Austausch von Kunststoffabfällen und Rezyklaten ist daher wichtig, um bestehende Märkte zu erhalten und neue Märkte zu erschließen. Die jetzt in der EU existierenden Beschränkungen in der Verbringung von Altkunststoffen bedeute, dass beispielsweise in Tunesien, Ghana oder Kenia gesammelte PET-Getränkeflaschen nicht mehr in europäische Märkte gelangen können und die Exporteure in den sendenden Drittstaaten keine Möglichkeit mehr hätten, Geld zu verdienen. Andererseits habe Deutschland im ersten Halbjahr 2021 rund 355.600 t an Kunststoffabfällen exportiert, aber auch 207.000 t an Kunststoffabfällen importiert. Um das ins rechte Bild zu rücken: Deutschland hat ein so starkes Kunststoffrecycling aufgebaut, dass die Abfälle die bestehenden Recyclingkapazitäten nicht auslasten. Darüber hinaus sei die Bundesrepublik auf Importe aus dem Ausland angewiesen, da es im Bereich der Erfassung von Verpackungsabfällen an Qualitäten mangelt, die den Ansprüchen der Recycler gerecht werden. Hier sind wirksame Kampagnen gefragt, die die Sammlung von Leichtverpackungen deutlich verbessern.

Im Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die hochwertige Verwertung von Verpackungen (VerpackG) geht es in § 21 um die ökologische Gestaltung von Beteiligungsentgelten. Für die Umsetzung des "Design for Recycling" hat das Umweltbundesamt verschiedene Modelle entwickelt. Im bvse, einem der führenden Bundesverbände in der Recyclingwirtschaft, wird befürwortet, dass gut recycelbare Verpackungen in der Lizenzierung vorteilhaft berücksichtigt werden. Allerdings sind die bisher von Sachverständigen vorgenommenen Bewertungen von Verpackungen häufig unzureichend, insbesondere deshalb, als hier immer wieder sehr unterschiedliche Ergebnisse für die gleiche Verpackung erzielt werden. Aus Verbandssicht ist jedoch entscheidend, wie Recyclingunternehmen die Recyclingfähigkeit von Verpackungen beurteilen. Gemäß dem Positionspapier "Kunststoffe für Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz" solle das "Design for Recycling" auf alle Kunststoffprodukte angewandt werden. Dennoch werden leider trotz einer möglicherweise konsequenten Umsetzung des "Design for Recycling" weiterhin Kunststoffverpackungen in den Markt kommen, die systembedingt keine oder nur eine geringe Recyclingfähigkeit aufweisen. Darüber hinaus würden auch nicht alle Mischkunststoff-Fraktionen beseitigt. Untersuchungen haben gezeigt, dass die anfallenden 420.000 t aus Mischkunststoffen bei verbesserten Rahmenbedingungen (Sortierung, Design for Recycling) auf maximal die Hälfte der Menge reduziert werden könnten. Die Mengen aus anderen Herkunftsbereichen wie Gewerbe und Industrie sind hier nicht berücksichtigt. Es ist künftig mit etwa 400.000 t an Mischkunststoffen zu rechnen. Die Recyclingunternehmen verfügen über genügend Kapazitäten, um aus diesem Kunststoffmix sekundäre Rohstoffe für viele Produkte herzustellen" (EU-Recycling, bvse, Altkunststoffe: Steile Karriere in Zeiten knapper Neuware).

2.5. Marktentwicklung Altholzrecycling

"Dass das Altholzjahr 2021 in die Geschichte eingeht, ist zweifelsohne klar. Hatte die Branche mit Beginn der Pandemie im März 2020 noch deutlich kurzfristigere Auswirkungen beim Mengenaufkommen erwartet, erwischte es den Altholzmarkt speziell im 2. Halbjahr 2021 und damit erst ein Jahr später. Dass der Altholzmarkt sich stetig verändert und wandelt, ist nichts Neues, jedoch bereiten die Geschwindigkeit und die Dynamik zum Teil den Altholzrecyclern Kopfzerbrechen.

Das erste Halbjahr 2021 verlief erstaunlich wenig turbulent. Das als kritisch bekannte Quartal eins wurde souverän gemeistert und man blickte optimistisch in das Frühjahr, zumal Ostern als Wendepunkt beim Mengenaufkommen gilt. Eine bessere Witterung, erste Kraftwerksstillstände sowie ein trockener Brennstoff sorgten in der Regel für ein stabiles Altholzaufkommen, teilweise sogar für einen deutlichen Mengenüberhang im Sommer. In 2021 blieb der Mengenschub aber aus. Eine sehr stabile Nachfrage der Holzwerkstoffindustrie sorgte für stets aufgeräumte Aufbereitungsplätze. Relativ schnell wurde deutlich, dass Revisionen der Kraftwerke genutzt wurden, um das Lager am Kraftwerk wieder aufzufüllen, anstatt den Vorlieferanten die Mengen abzusagen.

Während sich die Höfe über die Sommerferien ebenfalls nicht mit Altholz füllten, hoffte man auf die Kehrtwende im Spätsommer. In der Vergangenheit sorgten auch hier Stillstände erneut für ein erhöhtes Mengenaufkommen. Doch 2021 war alles anders. Spätestens mit Beginn des vierten Quartals brachen die vorhandenen Mengen nochmals deutlich ein und die Preise bei stofflichen wie thermischen Verwertern stiegen stetig. Die Krux beim Altholz ist, dass durch höhere Verwertungspreise erfahrungsgemäß nicht mehr Altholz bei den Ersterzeugern produziert wird. Ganz im Gegenteil. Es entstand der Eindruck, dass das Bewusstsein für den Rohstoff Holz in 2021 deutlich gestiegen ist. Aufgrund der Bauholzknappheit Mitte des Jahres überlegt sich bspw. der Zimmermann nun zwei Mal, was er mit seinen Holzabfällen macht. Der Entsorger steht hier zurzeit meist hinten an. Einzig von Vorteil für die Branche waren die günstig gelegenen Feiertage rund um Weihnachten und Neujahr. Die Logistikketten konnten stabiler aufrechterhalten werden als in anderen Jahren.

Die Marktteilnehmer wissen um die Volatilität des Altholzmarktes. In der Vergangenheit hat sich bewiesen, dass der größte Fehler der ist, zu glauben, dass es immer so weitergeht. Die Faktoren zur Einschätzung des Marktes sind wesentlich vielschichtiger geworden. EEG, RED II, Strompreise, Im- und Exporte, Ausstieg aus der Kohle, Entwicklung der Spanplattenindustrie und neue Kraftwerksprojekte sind nur wenige von vielen wichtigen sowie komplexen Themen, die den Altholzmarkt entscheidend lenken werden. Bei dieser Komplexität eine sichere Prognose zur Marktentwicklung für 2022 zu wagen, ist nicht möglich. Bei den vorgenannten vielzähligen Faktoren ist bei den Altholzrecyclern weiterhin eine hohe Wachsamkeit gefragt" (Brüning Group, Altholzmarkt - Ein Blick zurück und in die Zukunft).

2.6. Zur Entwicklung der Geschäftsbereiche bei der Reiling GmbH & Co. KG

2.6.1. Altglasrecycling

Im Geschäftsbereich Glas ist für das Geschäftsjahr 2021 in der Reiling-Unternehmensgruppe zunächst festzustellen, dass bei insgesamt stabiler Mengenentwicklung im Eingang im Vergleich zum Vorjahr der Umsatz gestiegen ist. Dieses konnte durch Mehrverkauf und Preisanpassungen letztendlich erreicht werden. Gleichfalls gegebene Kostensteigerungen haben zwar einen Teil der Umsatzsteigerung wieder reduziert, dennoch konnte das Ergebnis signifikant gesteigert werden.

Die stabile Menge im Input ist beim Hohlglas mit der fortwährenden pandemischen Lage zu erklären. Beim Flachglas konnte der Mengenschwund beim Automotive-Bereich durch einen stabilen Baubereich insgesamt ausgeglichen werden. Es fand eine Verschiebung von Nord nach Süd statt. Mehrere Glashütten in Deutschland erhöhten ihren Bedarf und die Nachfrage, so dass auch weitere Entfernungen zurückgelegt werden konnten. Eine Ergebnisverbesserung ging mit der Mengensteigerung im Verkauf einher, so dass wir mit Blick auf die Ergebnisse all unserer Glasstandorte auf ein positives Geschäftsjahr zurückblicken können. Lagerbestände wurden im Laufe des Jahres reduziert.

Zum Geschäftsverlauf unserer Standorte in Naestved und Vamdrup in Dänemark ist zu bemerken, dass hier eine gewisse Mengenverschiebung in Richtung Deutschland stattgefunden hat, da insgesamt genügend aufbereitete Scherben vorhanden waren, um die lokalen Abnehmer zu versorgen. Es konnten Scherben vom Lager genommen werden und mit der neuesten Aufbereitungstechnologie so aufbereitet werden, dass sie verkaufsfertig sind. Dadurch ergaben sich Möglichkeiten, andere Mengen zu verkaufen bzw. umzusteuern. Trotz der hohen Transportkosten konnte so eine Ergebnisverbesserung erzielt werden.

Die kommunale Eingangsqualität in Dänemark hat sich im Vergleich zu den Vorjahren verbessert, ist aber aufgrund der heterogenen Sammelform immer noch von kommunalen Sammelqualitäten anderer Länder weit entfernt. Sowohl Glasfarbe wie Fremdstoffanteil stellen uns vor Herausforderungen. Insgesamt ziehen wir mit der Glasindustrie und dem dänischen Umweltministerium an einem Strang und versuchen die Sammelqualität positiv zu beeinflussen.

Zu der Geschäftsentwicklung in 2021 der deutschen Glasstandorte ist festzustellen, dass durch die Coronavirus-Pandemie insgesamt kein normaler Jahresverlauf zu beobachten war, da aber das Vorjahr ebenfalls schon Corona-bedingt untypisch war, sind keine großen Verschiebungen im Wareneingang zu beobachten gewesen.

Die Hohlglas- und Flachglashütten waren insgesamt gut ausgelastet, was eine gute Nachfrage nach Scherben zur Folge hatte. Teilweise verkürzte Produktzyklen in der Glasproduktion führten zu veränderten Bestellungen, aber insgesamt konnten wir durch eine sehr enge Kommunikation mit den Glashütten die Versorgung sicherstellen. Der Konsum war in 2021 weiter geprägt von einem hohen Konsum zuhause, dieses verstärkt durch den im Arbeitsleben nach wie vor gegebenen hohen Homeofficeanteil, dieses im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie. Der Auswärtskonsum in Gaststätten, Kantinen, Konzerten, Messen und Veranstaltungen war weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Glashütten haben ihre Produktion entsprechend angepasst. Der Inlandkonsum ist weiter auf hohem Niveau, wobei der Export vieler Glasprodukte weiter als schwach bezeichnet werden kann. Insgesamt überwiegt aber der positive Effekt durch den erhöhten Inlandskonsum an den Glashütten.

Auf konstant gutem Niveau entwickelte sich an den deutschen Standorten auch der Wareneingang. Bei Warenausgang war eine leichte Steigerung zu erkennen, die durch das angesammelte Lager gut bedient werden konnte.

Der Trend zu höheren Qualitätsanforderungen seitens der Glashütten bleibt bestehen. Durch die Modernisierung unserer Anlagen folgen wir dem Trend oder lösen ihn zugegebenermaßen sogar selber aus. Mit dem Neubau unserer Recyclinganlage in Lünen ist hier ein gutes Beispiel zu nennen. Die uns selbst gesteckten Ziele "Weniger Ausschuss" und "Bessere Produktqualität" laufen bei gleichbleibender Eingangsqualität zwangläufig auseinander. Mit dem Bau der neuen Anlage konnten wir zeigen, dass dies nicht so sein muss.

Zudem wurde in Gladbeck unsere Recyclinganlage elektrisch modernisiert und technisch, da wo es notwendig war, teilmodernisiert. Durch diesen Schritt konnte auch an diesem Standort die Qualität gesteigert, der Ausschuss reduziert und die Anlagenverfügbarkeit gesteigert werden.

Des Weiteren wurde ein mobiler Schredder zum Abfangen von Eingangsspitzen angeschafft. Durch das mobile System können besonders im Flachglasrecycling große Aufträge schnell abgewickelt und Wartungen von stationären Zerkleinerungseinheiten abgefangen werden.

An unserem Standort in Polen in Dabrowa Gornicza konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorgeschäftsjahr gesteigert werden, so dass letztendlich auch eine Ergebnisverbesserung erreicht werden konnte. Die bestehenden Geschäftsbeziehungen zu den Glashütten konnten ausgebaut werden und auch Gespräche mit neuen potentiellen Abnehmern wurden begonnen. Insgesamt haben wir auch in Polen einen Teil der Umsatzsteigerung durch den Abbau des angehäuften Lagerbestandes erzielt.

Die Geschäftsbeziehungen zu Zulieferern konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr auf dem stabilen Niveau des Vorjahres gehalten werden.

Der deutsche Hohlglasbereich hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie vergleichbar des Vorjahres entwickelt. Insgesamt konnte bei den Glaserfassungsausschreibungen der Bestand des Vorjahres gehalten werden, somit sämtliche bisherigen Verträge, anders als bisher nur über Arbeitsgemeinschaften, dieses Mal direkt mit unserer im Glasbereich tätigen Hauptgesellschaft gehalten werden.

Schließlich ist zu bemerken, dass im Altglasrecycling in 2021 die Entwicklung unserer in- und ausländischen Standorte in Marienfeld, Gladbeck, Torgau, Osterweddingen, Lünen, Lauenburg, Naestved, Vamdrup, Askersund, Dabrowa Gornicza und Ujazd im Berichtsjahr in der Summe gesehen planmäßig verlaufen ist, sodass wir insoweit mit dem Geschäftsverlauf sehr zufrieden sind, weitere Bemerkungen - als zuvor aufgezeigt - zum Glassegment erübrigen sich daher.

2.6.2. Kunststoffrecycling

Hinsichtlich des Geschäftsverlaufes im Geschäftsjahr 2022 ist bezüglich unseres Recyclingbereiches Kunststoffrecycling zunächst festzustellen, dass entgegen den beiden Vorgeschäftsjahren eine deutliche Umsatzsteigerung erreicht wurde. Letztendlich ergab sich ein damit einhergehender positiver Effekt auf das erzielte Jahresergebnis, welches sich ebenfalls deutlich verbesserte. Daher konnte das Geschäftsjahr trotz der vielen, auch in 2021 gegebenen widrigen Umstände mit einem mehr als zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen werden.

Während das Jahr 2020 coronabedingt von vielen Unsicherheiten und schwacher Nachfrage geprägt war, trat an dieser Stelle in 2021 eine deutliche Verbesserung ein. Die führte zu einer Steigerung der Verkaufsmenge im zweistelligen Prozentbereich. Diese Nachfrageverbesserung wurde natürlich auch durch die über das Jahr 2021 ständig steigenden Ölpreise und die in der Folge steigenden Preise für PET-Neuware getrieben. Dies ermöglichte deutliche Preissteigerungen im Verkauf. Letztlich konnte so eine Umsatzsteigerung von mehr als 60 % gegenüber dem sehr schwachen Jahr 2020 erreicht werden.

Infolge der gegebenen Preisrallyes zogen jedoch ab Mitte des Jahres 2021 auch die Rohstoffkosten nach, so dass am Ende des Jahres die Rohstoffquote rd. 17 % höher als zu Anfang lag. Dies wurde auch durch die, verglichen mit 2019, nach wie vor verhaltene Konsumsituation verschärft, weshalb die verfügbaren Mengen an gebrauchten Flaschen eher knapp bemessen und daher am Markt zunehmend gefragt waren. Deshalb lagen auch die Gesamtkosten für die Materialbeschaffung rund 50 % über Vorjahresniveau.

Im Personalbereich ist eine Kostensteigerung zu verzeichnen gewesen, welche insbesondere auf die Personalzunahme in Burgbernheim sowie erforderliche Lohnanpassungen zurückzuführen ist.

Auch die Kosten für die Produktionsstandorte haben in 2021 gegenüber 2020 um mehr als 47 % zugelegt. Treiber hierfür waren Pachten und Energiekosten.

Insgesamt konnte das Ergebnis trotzdem erheblich gegenüber 2020 verbessert werden, wenn auch noch nicht ganz auf das Niveau vor Corona.

Im Übrigen wurde seitens der Geschäftsführung, nachdem der neue Standort in Burgbernheim nunmehr erfolgreich im 2-Schichtbetrieb betrieben wird, eine Standortverlegung unseres Standortes Marienfeld an unseren Hauptstandort nach Hamm entschieden. Weil wir in Hamm die Bebaubarkeit eines schon in 2014 gekauften Grundstücks mit einer nutzbaren Fläche von 17.000 m 2 im Einvernehmen mit den zuständigen Behörden erreichen konnten, kann der Betriebsteil, der bisher am Standort in Marienfeld ansässig war, in Hamm mitbetrieben werden. Für die nach und nach vorzunehmende Standortverlegung von Marienfeld nach Hamm haben wir einen Zeitrahmen von maximal 2 Jahren bis Ende des aktuell laufenden Geschäftsjahres vorgesehen. Nachdem die Standortverlegung den Mitarbeitern bereits im Dezember des Vorberichtsjahres mitgeteilt wurde, wurde als erste Maßnahme im April 2021 der 3-Schichtbetrieb auf einen 2-Schichtbetrieb umgestellt. 3 Mitarbeiter wechselten nach Hamm, weitere Mitarbeiter wechselten am Standort in Marienfeld in eines unserer dort ansässigen Tochterunternehmen.

Im Dezember des Berichtsjahres wurde mit dem Aufbau einer neuen Waschlinie für PET-Flaschen am Standort in Hamm begonnen, welcher im April 2022 abgeschlossen werden sollte. Nach Installation bzw. Fertigstellung der Waschlinie in Hamm ist geplant, die bisherig in Marienfeld betriebene Waschlinie abzustellen. In den Folgemonaten sollte die Siloanlage sowie der Trockner in Marienfeld ab- und in Hamm wieder aufgebaut werden.

Schließlich ist auch für das abgelaufene Geschäftsjahr 2021 darauf hinzuweisen, dass die weltweite auch im Berichtsjahr gegebene Coronavirus-Pandemie unser eigenes Geschäftsfeld im Recycling von PET-Flaschen und den für uns in Betracht kommenden weltweiten Markt des Kunststoffrecyclings stetig verändert hat. Zwischenmenschliche Kontakte sind wiederum zum Teil auf ein Minimum zurückgeschraubt worden, unser Konsumverhalten hat sich dadurch vehement verändert und damit auch die Sichtweise auf die Kunststoffverpackungen. Versorgungssicherheit, gesunde Lebensmittel sowie Vorratshaltung hat in den eigenen vier Wänden nach wie vor mehr denn je Einzug gehalten und dazu geführt, dass das eigentliche Produkt wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt ist. Dazu gehört auch die Wahrnehmung der Verpackung bzw. die Vermeidung von unnötigen Verpackungen. Das zeigt das hohe weiter wachsende Interesse der Bevölkerung sich wieder vermehrt Lebensmittel auf Wochenmärkten, fahrenden Supermärkten (vorzugsweise im ländlichen Raum) oder auch vermehrt allgemeine Bringdienste für Lebensmittel, etc. in Anspruch zu nehmen. Frische der Lebensmittel und erhöhtes Gesundheitsbewusstsein beim Verzehr rücken nach wie vor mehr und mehr in den Vordergrund. Der mit dem zuvor aufgezeigten, sich verändernden Verbraucherverhalten einhergehende Druck auf unsere Einkaufs- und Verkaufspreise sowie die Mengenentwicklung insgesamt konnten wir trotz angespannter Marktlage an unsere Lieferanten und Kunden mittels entsprechender Preisentwicklung angemessen weitergegeben.

Insgesamt konnte das Berichtsjahr unter den gegebenen schwierigen Rahmenbedingungen beim Kunststoffrecycling mit einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis beendet werden. Bei den gegebenen widrigen Marktbedingungen konnten wir unsere selbst gesteckten Ziele nahezu vollumfänglich erreichen.

2.6.3. Altholzrecycling

Der Geschäftsverlauf im Altholzrecycling gestaltete sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 schwierig und instabil. Dennoch konnte trotz der widrigen Umstände ein besseres Umsatzergebnis als im Jahr zuvor erzielt werden.

Der Input von AI-AIII-Hölzern war deutlich geringer als Vorjahr. Bis Ende April 2021 waren unsere Lager voll. In der Folge mussten wir aufgrund von weniger Inputware an unsere Lagerbestände gehen bzw. diese abbauen. Ab August des Geschäftsjahres verschlimmerte sich der Input-Rückgang, die Eingangsmaterialien gingen deutlich zurück. Dies führte dazu, dass Anfang November 2021 unser gesamtes Lager nahezu leer war, so dass wir immer nur das produziert haben, was an Input neu eingegangen ist. Geschuldet war diese Situation den starken Marktveränderungen im Altholzsektor. Zu Beginn des Berichtsjahres wurden Holzheizkraftwerke in Betrieb genommen. Zudem wurde im gesamten Energieerzeugungssektor Altholz als neutraler CO 2-Brennstoff eingesetzt. Da Altholz ein neutraler CO 2 Brennstoff ist, wurde dieser mehr denn je eingesetzt.

Beim A-IV-Holz war ein leichter Anstieg zum Vorjahr zu verzeichnen. Auch hier gab es Marktengpässe. Im gesamten Jahresverlauf haben wir mehrere Preisanpassungen vornehmen müssen. Leider waren diese Anpassungen nicht von positiver Entwicklung geprägt, da aufgrund der hohen Nachfrage die Preise drastisch gesunken waren. Zum Ende des Berichtsjahres befanden wir uns beim Inputpreis teilweise schon im Zuzahlungsbereich. Hier haben wir für Altholz zur stofflichen Verwertung bis zu 12,50 €/t bezahlt. Marktmengen haben wir beinahe täglich akquiriert und Preise mit Bestandskunden teilweise wöchentlich neu verhandelt. Im gesamten Jahresverlauf befanden wir uns im direkten Wettbewerb mit den Kraftwerken.

Der Output war höher als im Jahr zuvor. Dies war auch nur durch hohe Lagerbestände aus dem Jahr 2020 möglich. Aufgrund der hohen Nachfrage nach Altholz haben wir es geschafft, einen höheren Vergütungssatz mit unserem Hauptkunden zu vereinbaren. Der Vergütungssatz lag zum Jahresbeginn bei 39 €/t-lutro. Zum Jahresende haben wir für Hackschnitzel zur stofflichen Verwertung 70 €/t-lutro bekommen. Somit war es uns auch möglich, teilweise für Altholz im Input zu bezahlen. Dieses konnten wir durch die im Output sich ergebenden Zuzahlungen, die im Vorjahreszeitraum nicht gegeben waren, kompensieren.

Für Brennmaterial haben wir einen neuen Kunden gewinnen können. Auch haben wir im gesamten Jahresverlauf über ein Kontingent der Doga die Papierfabrik Kabel Hagen beliefern können.

Trotz der schwierigen Gesamtsituation haben wir im Oktober 2021 einen neuen Vorbrecher in Betrieb genommen. Dadurch haben wir unseren Durchsatz erhöhen können, was dazu führte, dass wir unsere Produktion von 3 Schichten auf 2 Schichten reduzieren konnten. Die Reduzierung der Schichten war aber auch dem Mengenrückgang geschuldet. Letztlich ergaben sich daraus nicht unerhebliche Kosteneinsparpotentiale.

Nach alledem bleibt festzuhalten, dass wir trotz der Corona-Pandemie und den erschwerten Marktbedingungen auch im Geschäftsjahr 2021 ein zufriedenstellendes Ergebnis erreichen konnten.

2.6.4. Vermögenslage

Neben den thesaurierten Gewinnen der Vorjahre führt auch der Jahresüberschuss im Berichtsjahr wieder zu einer Erhöhung des Eigenkapitals. Bei einer Bilanzsumme von 151.853 T€ (Vj. 141.744 T€) und einem absoluten Eigenkapital von 65.971 T€ (Vj. 57.907 T€) beträgt die Eigenkapitalquote (Eigenkapital / Bilanzsumme x 100) 43,44 % (Vj. 40,85 %).

Durch die teilweise fremd finanzierten Investitionen liegt der Verschuldungsgrad (Fremdkapital / Eigenkapital x 100) bei 130 % (Vj. 145 %).

Mit einem Anteil des Anlagevermögens (Anlagevermögen / Bilanzsumme x 100) von 64 % (Vj. 66 %) ist die Unternehmensgruppe als anlagenintensiv zu qualifizieren.

2.6.5. Finanzlage

Als Folge des hohen Eigenkapitals beträgt die Anlagendeckung des 1. Grades 68 % (Vj. 60 %). Die gesamten Verbindlichkeiten abzüglich der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sowie der liquiden Mittel führen zu einer absoluten Nettoverschuldung (Fremdkapital ./. liquide Mittel ./. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände) von 40.555 T€ (Vj. 44.430 T€).

2.6.6. Ertragslage

Der Return on Investment (ROI) (Jahresüberschuss + Zinsaufwendungen / Eigenkapital) liegt bei 22,16 % (Vj. 12,75 %), der Kapitalumschlag (Umsatzerlöse / Eigenkapital) beträgt 2,4 (Vj. 2,3).

Durch den hohen Bestand an liquiden Mitteln war es dem Unternehmen jederzeit möglich, seinen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen.

Im Geschäftsjahr 2021 steigt der EBIT gegenüber dem Vorjahr von 8.849 T€ auf 17.773 T€.

Diese Kennzahl verdeutlicht die gute Ertragslage vor Zinsen, Beteiligungserträgen, Steuern und Gewinnanteilen anderer Gesellschafter.

2.6.7. Investitionen

Die hohen Investitionen in Höhe von rd. 15 Mio. € (Vj. 25 Mio. €) führen zu einer Investitionsquote im Geschäftsjahr 2021 von 14,9 % (Vj. 26,5 %). Die Cashflow-Quote (Cashflow / Umsatzerlöse) liegt bei rd. 16,9 % (Vj. 13,5 %).

Der Cashflow (Jahresüberschuss vor Gewinnanteilen anderer Gesellschafter + Abschreibungen +/- Veränderung Pensionsrückstellung) beträgt 26,6 Mio. € (Vj. 17,8 Mio. €). Dies zeigt das hervorragende Innenfinanzierungspotenzial der Reiling-Unternehmensgruppe.

2.6.8. Umsatzentwicklung

Die Gesamtumsätze betragen 157,6 Mio. € (Vj. 132,4 Mio. €) und liegen damit über dem Vorjahresniveau.

Die Umsatzrendite (Jahresüberschuss vor Steuern und Gewinnanteilen anderer Gesellschafter / Umsatzerlöse) liegt bei 11,1 % (Vj. 6,4 %).

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1. Prognosebericht

"Der Krieg in der Ukraine belastet die Aussichten für die Wirtschaft und bringt große politische Unsicherheit mit sich. Anhaltend hohe Preise für Energie und Rohstoffe sowie der Ausfall von Nahrungsmittel- und Düngemittelexporten aus der Ukraine und Russland sind wahrscheinliche Folgen. Insbesondere in der Europäischen Union wird sich das Wirtschaftswachstum deutlich abschwächen. Vor allem die hohe Abhängigkeit von russischen Energieimporten stellt ein beträchtliches Risiko für einige Mitgliedstaaten dar. Nicht zuletzt können ein Lieferstopp oder ein Importembargo für russische Energieträger nicht ausgeschlossen werden. Vor Ausbruch des Krieges zeigte sich die weltweite konjunkturelle Entwicklung robust. Zwar hatte die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus (SARS-CoV-2) in vielen Staaten zu neuen Höchstständen bei den Neuinfektionen geführt. Die ökonomischen Auswirkungen der Pandemiewellen fallen aber zunehmend geringer aus. Dagegen verschärft der Krieg in der Ukraine und die im Gegenzug ergriffenen Sanktionen die Störungen weltweiter Wertschöpfungsketten und erhöhen den inflationären Druck. Diese angebotsseitigen Schwierigkeiten treffen voraussichtlich noch auf eine weiterhin robuste Konsumnachfrage. Insbesondere die kontaktintensiven Dienstleistungen dürften sich im Sommerhalbjahr 2022 weiter erholen. Im Zuge einer weiteren Normalisierung der Konsumstruktur zwischen Gütern und Dienstleistungen sollten zumindest die pandemiebedingten Engpässe im Verlauf des Jahres an Einfluss verlieren. Wachstumsimpulse dürften durch den teilweisen Abbau ungeplanter pandemiebedingter Ersparnisse und einen soliden Arbeitsmarkt entstehen. Der Sachverständigenrat prognostiziert im Euro-Raum für das Jahr 2022 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,9 %. Für die Prognose unterstellt der Sachverständigenrat, dass die Energiepreise im Prognosezeitraum erhöht bleiben, es jedoch nicht zu einem Stopp russischer Energielieferungen kommt. Das deutsche Bruttoinlandprodukt dürfte im Jahr 2022 um 1,8 % zulegen. Der Sachverständigenrat erwartet für den Euro-Raum eine Inflationsrate von 6,2 % im Jahr 2022 für Deutschland. Die große Abhängigkeit von russischen Energielieferungen birgt das erhebliche Risiko einer geringeren Wirtschaftsleistung bis hin zu einer Rezession bei gleichzeitig deutlich höheren Inflationsraten. Deutschland sollte umgehend alle Hebel in Bewegung setzen, um Vorkehrungen gegen einen Stopp russischer Energielieferungen zu treffen und die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zügig beenden. Auf Dauer ist eine höhere Energiesicherheit anzustreben, etwa durch Ausbau der erneuerbaren Energien und Diversifikation der Energieimporte" (Konjunkturprognose Sachverständigenrat 2022 und 2023).

Im Geschäftsbereich Altglasrecycling konnten wir auf der Zulieferer- und Abnehmerseite, vergleichbar dem Vorjahr, durch zu Ende des Jahres geschlossene vertragliche Vereinbarungen, für das Jahr 2022 bereits zu beiden Seiten hin mit unseren A-Kunden uns genügend Mengen sichern, so dass wir von einem guten Geschäftsjahr ausgehen. Insbesondere die erhöhten Energiekosten, die im Produktions- und Logistikbereich mit seit 40 Jahren nie da gewesenen Erhöhungen zu verzeichnen sind, beabsichtigen wir mit Preiserhöhungen bzw. einer Energiepauschale bei unseren Kunden zu kompensieren, so dass wir auch für 2022 ein zufriedenstellendes Ergebnis erwarten.

Im bevorstehenden Geschäftsjahr erwarten wir im Technikbereich teilweise deutlich steigende Kosten für den Anlagenbau, da die höheren Materialkosten durch die Zulieferer von Anlagenteilen an uns weitergereicht werden. Dem müssen wir durch Preiserhöhungen gegenüber unseren Kunden auf Zuliefer- und Abnahmeseite entgegenwirken.

Zudem ist eine schlechtere Verfügbarkeit bestimmter Komponenten, besonders von elektronischen Bauteilen (z. B. Frequenzumrichter, SPS-Steuerungskomponenten, etc.), zu erwarten. Dadurch können sich Lieferzeiten von Aufbereitungstechnik drastisch erhöhen. Dieses wird aber letztendlich abzuwarten sein.

Für das Geschäftsjahr 2022 sind wir sehr zuversichtlich, denn Rohstoffe sind weiterhin gefragt in einem für uns gegebenen guten Marktumfeld. Zwar bestehen Risiken durch zu erwartende Kostensteigerungen im Energiebereich, beim Personal (stetige Erhöhung des Mindestlohnes) und infolge der nicht auszuschließenden Lieferkettenproblemen, dennoch überwiegen aus unserer Sicht die Chancen. Glas ist weiter auf dem Vormarsch. Sowohl in der Verpackung (gutes Image) wie auch als Baustoff ist Glas ein mehr als gut geeigneter Wertstoff, um die Klimaziele erreichen zu können. Durch unser weiterhin zu erwartendes stabiles Wachstum und gutes Wirtschaften sehen wir noch Potential nach oben, um unsere Marktposition auszubauen und nachhaltig zu stärken.

Im Hinblick auf die Kunststoffindustrie sind keine rosigen Aussichten zu erkennen. "Derzeit ist von Optimismus bei den Unternehmen wenig bis nichts mehr zu spüren. Stattdessen herrschen Ungewissheit und Unsicherheit. Die Branche blickt bang in die Zukunft. Die Wirtschaftsforschungsinstitute warnen davor, dass die desaströse Versorgungslage die postcoronale Erholung der Wirtschaft massiv beeinträchtige. Dass der Automobilbau derzeit dramatisch schwächelt, erschwert die Lage zusätzlich. Hinzu kommt das schlechte Image, unter dem der Kunststoff als solcher in der breiten Öffentlichkeit leidet. Ob die Bemühungen der Branche, sich in Richtung Kreislaufwirtschaft zu entwickeln, zu einer reputativen Trendwende führen werden, bleibt abzuwarten. 2022 wird ein spannendes Jahr" (Kunststoff Information, Vom Wirtschaften in unsicheren Märkten).

"Der wirtschaftliche Ausblick auf das Jahr 2022 bleibt sehr gemischt und mit hohen Unsicherheiten bezüglich Kosten und Verzögerungen verbunden. Auch wenn die Hälfte der Unternehmen Umsatzzuwächse erwartet, rechnet gut ein Viertel mit weiter sinkenden Ergebnissen. In der Konsequenz denken etliche Unternehmen über Produktionsverlagerungen oder -einstellungen bis hin zur kompletten Betriebsaufgabe nach.

Trotz der unsicheren wirtschaftlichen Lage hält die Industrie an den Zielen Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz fest. Die Initiative "Wir sind Kunststoff" wurde neu gegründet, in der sich die Industrien der Kunststoff-Wertschöpfungskette von Erzeugung, Maschinenbau über die Verarbeitung bis hin zu Recycling und Entsorgung zusammengeschlossen haben. Allerdings bremsen die hohen Kosten des Erreichens der Ziele der Kreislaufwirtschaft und des Klimaschutzes die Investitionsbereitschaft. Insbesondere liegen dringend erforderliche Investitionen in Energieeffizienz, Klimaschutz, Modernisierung der Produktion und Digitalisierung derzeit auf Eis" (GKV Pressekonferenz, Kunststoffverarbeite halten Kurs auf Kreislaufwirtschaft).

Im Geschäftsbereich Kunststoffrecycling beurteilen wir die Aussichten für das Geschäftsjahr 2022 - auch mit Blick auf die Erfahrungen im zweiten Jahr der Coronavirus-Pandemie - bei den gegebenen Risiken als durchweg noch positiv, vorbehaltlich der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, welcher zu einer nicht vorhersehbaren Energieknappheit führen könnte, die letztendlich nicht vorhersehbar sind.

Mittelfristig werden die durch die EU vorgegebenen Ziele zum Rezyklateinsatz die Märkte für Sekundärrohstoffe formen. So sollen bis 2025 mindestens 25 % und bis 2030 mindestens 30 % Rezyklat in Kunststoffverpackungen eingesetzt werden. Dies wird unserer Einschätzung nach, den Bedarf an unseren Produkten weiter erhöhen.

Zudem muss angemerkt werden, dass wir das Kunststoffrecycling statt bisher an 3 Standorten ab Mitte 2022 nur noch mit 2 Standorten betreiben werden. Insoweit versprechen wir uns durch diese Maßnahme viele Synergieeffekte, die zu erheblichen Kosteneinsparungen führen können. Der Standort Marienfeld bzw. die dort bisher angesiedelten Kunststoff Recyclingaktivitäten werden wir vollumfänglich zum Standort nach Hamm integrieren, um eben die Kostenstruktur - wie zuvor schon angedeutet - weiter zu optimieren. Insbesondere trifft das auf die Energie, Transport und Lagerkosten zu. Einhergehen damit wird auch eine Personalkostensenkung, weil Mitarbeiter durch die Zusammenlegung eingespart werden können. Auch können wir im Rahmen des Umzuges technische Modernisierungen der Anlagen vornehmen. Durch den Umzug von Marienfeld nach Hamm rechnen wir allerdings mit einem Produktionsausfall von ca. 3 bis 5 Wochen, zurückzuführen auf den Zeitraum für die Demontage der Anlagen in Marienfeld und Neumontage am Standort in Hamm. In dieser Übergangszeit ist mit Umsatzeinbußen zu rechnen, die nur teilweise mit Lager-Abverkäufen wieder aufgefangen werden können.

Für das Jahr 2022 rechnen wir im Übrigen weiter mit steigenden Preisen für die PET Flaschenfraktionen (jeder Qualität) im Eingang und ebenso der Ausgangsfraktionen (PET Flake klar & bunt). Bedingt durch die weiter hohe Nachfrage an Recyclaten wird sich dieser Umstand weiter verfestigen. Das betrifft den innerdeutschen Markt sowie auch den europäischen Markt im Einkauf und Verkauf.

Im Altholzsegment erwarten wir, da immer noch ein großer Teil des verfügbaren Altholzes in die Kraftwerke geht, für das bevorstehende Geschäftsjahr 2022 einen hohen Wettbewerbsdruck. Verfügbare Mengen werden wir unserer Einschätzung nach größtenteils nur noch über Zuzahlungen bekommen. Damit die Spanplattenindustrie weiterhin ihren Bedarf decken kann, gehen wir hier von höheren Erlösen aus. Die Preise für Altholz (In- und Output) erwarten wir auch im bevorstehenden Jahr 2022 weiterhin nicht auf einem stabilen Niveau, so dass abrupte Änderungen wiederum nicht ausgeschlossen sind.

Im Geschäftsjahr 2022 werden wir, insbesondere wegen der weitreichenden Auswirkungen des Ukraine-Krieges, unsere vielzähligen Geschäftsbereiche und Geschäftsprozesse - wie schon im Vorberichtsjahr - weiterhin regelmäßig prüfen, um den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfolgreich entgegenwirken zu können. Auch werden wir in der durch den Ukraine-Krieg im bevorstehenden Geschäftsjahr 2022 zu erwartenden Rezession Kosteneinsparpotentiale noch eingehender wie in den Vorjahren ermitteln und ausnutzen müssen, um mit stetigen Kostenreduzierungen unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig in der gerade aktuell noch gegebenen weltweiten Krisensituation zu stärken.

Schließlich ist wegen der unvorhersehbaren Entwicklung des Ukraine-Konfliktes und der ebenfalls schwer einzuschätzenden coronabedingten Situation in all unseren Geschäftsbereichen schwer einzuschätzen, ob eine Verbesserung des Konzernergebnisses des Berichtsjahres erreicht werden kann. Erste Einschätzungen für das bevorstehende Geschäftsjahr lassen aufgrund der schwierigen, insgesamt in der Welt gegebenen Rahmenbedingungen ein geringfügig niedrigeres, aber immer noch zufriedenstellendes Konzernergebnis erwarten.

3.2. Chancen- und Risikobericht

Die Reiling GmbH & Co. KG ist eine Holding- und Dienstleistungsgesellschaft. Die wesentlichen Chancen und Risiken der Reiling GmbH & Co. KG ergeben sich daher im Vordergrund aus den operativen Geschäftstätigkeiten der Tochtergesellschaften.

3.2.1. Chancen

Für die Reiling-Unternehmensgruppe bestehen vielfältige Chancen, die unseren künftigen langfristigen Unternehmenserfolg sichern. Die Kompetenz rund um das Recycling von Altglas, Altkunststoffen und Altholz sowie die dazu gehörigen vielzähligen Dienstleistungen sind fest verbunden mit der DNA der Reiling-Unternehmensgruppe und ein wesentlicher Erfolgsfaktor unserer über 60-jährigen Historie. Im Fokus steht dabei die Kombination aus Beschaffungs-, Recycling- und Herstellungskompetenz sowie Funktion und Qualität der von uns produzierten Sekundärrohstoffe, all dieses im Blickwinkel unseres technischen Know-how. Mit unseren Kunden auf der Abnehmerseite haben wir immer das Ziel, unsere Wertstoffe in einen nicht endenden Kreislauf der Wiederverwendung und -beschaffung einzuspeisen, um so zur Schonung der Energieressourcen der Erde dauerhaft beitragen zu können. Wir arbeiten in unserer eigenen Entwicklungsabteilung sowie mit ausgewählten Forschungspartnern an den Produktionsanlagen und dem Recyclingprodukt von morgen und sind der festen Überzeugung, dass wir uns hiermit auch zukünftig vom Wettbewerb abheben können.

Auch sehen wir zunehmend Chancen durch die fortschreitende Digitalisierung in all unseren Unternehmensbereichen, wie beispielsweise den elektronischen Rechnungsverkehr, die Mitarbeitergewinnung über die sozialen Medien oder auch die Schaffung einer zukunftsträchtigen Marketingstrategie, um die Menschen auf unseren Umweltauftrag und ihre äußerst wichtige Mithilfe zur Erreichung unserer Ziele sensibilisieren zu können. Wir haben unsere Strukturen und Investitionen im Bereich Digitalisierung in den vergangenen Jahren, insbesondere auch im Berichtsjahr, weiterhin auf hohem Level gehalten und richten nach wie vor unsere Aktivitäten darauf aus, unseren Kunden innovative und bedarfsgerechte Konzepte anzubieten. Ziel ist es, überall dort vertreten zu sein, wo der Kunde uns sucht. Im Vordergrund sind wir bestrebt, alle möglichen digitalen Medien und Plattformen für unseren gruppenweiten Unternehmensauftritt zu nutzen. Gerade online ist es gut möglich, unseren Kunden die vielfältige Produktpalette unserer Recycling- und Wertstoffherstellungsaktivitäten sowie unsere gegebene Produktvielfalt nahezubringen.

Auch in der Administration sehen wir Chancen durch die zunehmende Digitalisierung. Denn diese wirkt sich nicht nur positiv auf die Effizienz in all unseren administrativen Bereichen aus. Die Nutzung und Leistungssteigerung von einheitlichen IT-Systemen sowie der Einsatz neuer Technologien tragen erheblich zur kontinuierlichen Effizienzsteigerung bei. Das Optimierungspotenzial besteht in der konzernweiten Harmonisierung und Standardisierung von repetitiven Prozessen und betrifft grundsätzlich alle Funktionsbereiche. In den Bereichen Personal, Einkauf und Finanzen setzen wir zudem zunehmend auf die gebündelte Bearbeitung von Geschäftsvorfällen in unserer Zentrale in Marienfeld.

Des Weiteren sehen wir auch Chancen durch Akquisitionen bzw. Beteiligungen, denn neben einem organischen Wachstum bieten auch Akquisitionen oder Beteiligungen Potential für einen Ausbau unserer Geschäftsbeziehungen und -aktivitäten. Beispielhaft sei die bereits zuvor erwähnte Übernahme eines Schaumglas-Herstellers in Husum erwähnt. Aus diesem Grunde beobachten wir immer unser Umfeld, m. a. W. die Märkte und unsere Wettbewerber sehr genau. Überall, wo uns Synergieeffekte zu einer Erweiterung unserer Produktpalette attraktiv erscheinen, prüfen wir eine gesellschaftsrechtliche Übernahme oder aber eine für uns gewinnbringende Mehrheitsbeteiligung, dieses gilt letztendlich für alle unsere Unternehmensbereiche.

Auch in den schon in den Vorgeschäftsjahren seitens des Gesetzgebers eingeführten Änderungen des Verpackungsgesetzes sehen wir nach wie vor unsere Entwicklungschancen. Insbesondere gilt seit dem 1. Januar 2022 eine erweiterte Pfandpflicht für Einweggetränkeverpackungen (nahezu sämtliche Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff und sämtliche Getränkedosen). Auch wurde durch das Verpackungsgesetz ein Verbot von Plastiktüten (das Inverkehrbringen) ab dem vorgenannten Datum eingeführt.

Ab dem 1. Januar 2022 wurden zudem wiederum die Recyclingquoten, die die Dualen Systeme, die die haushaltsnahe Sammlung und Entsorgung von Verpackungsabfällen beim privaten Endverbraucher sicherstellen, auch in unseren Geschäftssegmenten erhöht. Verpackungen aus Glas müssen zu 90 % (zuvor 80 %) dem Recycling zugeführt werden. Auf 63 % (zuvor 58,5 %) erhöht sich für Kunststoffverpackungen die Quote zur werkstofflichen Verwertung.

Die Chancen betreffen im Ergebnis vollumfänglich die Segmente Glas-, Altholz- und Kunststoffrecycling.

3.2.2. Risiken

Unsere Geschäftspolitik ist darauf ausgerichtet, die Leistungsfähigkeit und Ertragskraft, einhergehend mit dem Wert unseres Unternehmensverbundes nachhaltig zu steigern. In diesem Zusammenhang eröffnen die Geschäftsaktivitäten der Reiling GmbH & Co. KG und der mit ihr verbundenen Tochterunternehmen zwar eine Vielzahl von Chancen, zugleich bringen sie fortwährend vielzählige Risiken mit sich. In unserem unternehmerischen Handeln unterliegen wir dabei allgemeinen konjunkturellen und spezifischen Branchenrisiken sowie den üblichen finanzwirtschaftlichen Risiken. Gemäß unseres Risikoverständnisses werden potentielle Geschäftsrisiken frühestmöglich identifiziert, bewertet und - soweit möglich - mittels anerkannter Methoden und Maßnahmen minimiert bzw. vollständig vermieden. Risiken gehen wir bewusst ein, wenn die damit verbundenen Erfolgsaussichten entsprechend attraktiv sind. Zudem müssen die vorliegenden Risiken kalkulierbar, in der Höhe verkraftbar und in ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit gering sein. Innerhalb unserer Unternehmensgruppe besteht ein Risikomanagement. Dieses System dient dazu, den Fortbestand des Konzerns zu sichern und das Erreichen unserer Unternehmensziele - vor allem finanzielle, operative oder strategische Ziele - zu gewährleisten.

Unter dem Begriff Risiko werden alle Ereignisse und Entwicklungen innerhalb und außerhalb des Unternehmensverbundes verstanden, die sich im Rahmen eines vorgegebenen Betrachtungszeitraumes nachteilig auf die prognostizierte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können.

Unser Risikomanagementsystem soll sämtliche Bereiche unseres Konzerns umfassen und allen Organisationseinheiten eindeutige Verantwortlichkeiten und Aufgaben zuordnen. Unser Ziel ist es, dass das operative Risikomanagement den gesamten Prozess von der Risikofrüherkennung bis hin zur Steuerung bzw. Handhabung der Risiken umfasst und soll einschließlich der gebotenen Gegenmaßnahmen in der Hand des Prozessmanagement, also dezentral in den betroffenen Unternehmensbereichen, liegen. Zusätzlich werden die Funktionen des Risikomanagements zur Gewährleistung eines konzerneinheitlichen und reibungslosen Prozessablaufs zentral koordiniert. Wichtiger Kernbereich des Risikomanagement ist das interne Berichtswesen und das interne Controlling. Hinzu kommt die vorhandene strategische Unternehmensplanung, die dazu dient, langfristige Risiken frühzeitig zu identifizieren, um geeignete strukturelle Maßnahmen ergreifen zu können.

Das Risikocontrolling soll sämtliche Risiken identifizieren, messen und bewerten. In unserem mittelständischen Unternehmensverbund werden die Funktionen des Risikomanagements zur Gewährleistung eines konzerneinheitlichen und reibungslosen Prozessablaufs zentral koordiniert bzw. gesteuert. Einen zentralen Bestandteil des Risikomanagements bildet das interne Kontrollsystem. Es soll die von der obersten inhabergesteuerten Geschäftsleitung eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherstellung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Finanzberichterstattung sowie zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften (Compliance) umfassen.

Allgemeine Beschaffungsrisiken umfassen insbesondere im kritischen Bereich des Wareneinkaufs Risiken aus nicht vorhersehbaren Preisentwicklungen, mangelnder Qualität gelieferter Eingangsmaterialien, Lieferanteninsolvenzen oder sonstige Störungen der Lieferkette. Für diese Risiken sind im Rahmen des Risikomanagements geeignete Gegenmaßnahmen definiert worden, wie die permanente Beobachtung der Märkte und der finanziellen Stabilität wesentlicher Lieferanten sowie die Definition und Umsetzung von Beschaffungsstrategien. Dazu gehört auch die weitestgehende Vermeidung von Single Sourcing-Situationen. Allerdings sehen wir uns in einigen Ausnahmefällen - davon auch teilweise im wichtigen Beschaffungsbereich von Altglas und Altkunststoffen sowie Altholz - mit Marktkonstellationen konfrontiert, in denen es wenig alternative Bezugsquellen gibt. Durch die weiterhin sehr hohe Nachfrage auf den Weltmärkten, insbesondere bei Gas, Öl, Transportdienstleistungen, Verpackungen und Rohstoffen, aber auch verschiedene Handelswaren, sind Lieferengpässe insbesondere in der ersten Jahreshälfte 2022 nicht auszuschließen. Wo möglich, planen wir mit längeren Wiederbeschaffungszeiten und versuchen durch Bevorratung den Risiken entgegenzuwirken.

Neben den zuvor genannten Versorgungsrisiken bestehen erhebliche Unsicherheiten bezüglich der künftigen Kostenentwicklung auf unseren Beschaffungsmärkten, insbesondere drohen weiter steigende Energiekosten sowie Aufwände für Transport und Logistik. Diese Kostensteigerungen machen Teuerungszuschläge gegenüber unseren Kunden unumgänglich.

Im einem unserer wesentlichen Geschäftsbereiche, dem Kunststoffrecycling, ist der Verkaufspreis bzw. der entsprechende Absatz immer abhängig vom aktuellen, gerade in Zeiten des Ukraine-Krieges und der Corona-Pandemie oft schwankenden, aktuell nur steigenden Ölpreis, denn umso niedriger dieser ist, umso eher greifen unsere Abnehmer lieber auf diesen Primärrohstoff zurück, bzw. können wir unsere im Recyclingprozess erzeugten PET-Flakes als Sekundärrohstoff nur niedrigpreisig bzw. nur zu geringeren Mengen absetzen, so dass auch hier auf der Abnehmer- bzw. Verkaufsseite nicht unwesentliche Risiken bestehen.

Da unsere Wettbewerbsposition sowie unsere Umsatz- und Ergebnisentwicklung in signifikanter Weise von der Entwicklung im Verkauf erfolgreicher Recyclingprodukte und Produktionstechnologien abhängen, investieren wir angemessene finanzielle Mittel in Forschung und Entwicklung. Die Entwicklungsprozesse erfordern einen hohen Zeit- und Ressourcenaufwand und unterliegen immer wieder neuen technischen Herausforderungen sowie regulatorischen Vorgaben.

Weiterhin sind Produktionsrisiken gegeben. Diese resultieren aus möglichen Betriebsunterbrechungen, die beispielsweise aufgrund von Maschinenausfällen entstehen, diese können erhebliche finanzielle Aufwendungen sowie eine Beeinträchtigung unseres Geschäftsergebnisses zur Folge haben. Aus diesem Grund stellen wir ein angemessenes Instandhaltungsbudget bereit, um regelmäßige Wartungen und Ersatzinvestitionen unserer Produktionsanlagen zu gewährleisten. Darüber hinaus wird ein schnelles Eingreifen bei eventuellen Betriebsproblemen durch unsere Techniker an den einzelnen Produktionsstandorten (Schlosser, Elektriker, etc.) sowie mittels spezieller Wartungsverträge mit unseren Maschinen- bzw. Ersatzteillieferanten sichergestellt. Sollte es trotz der umfangreichen Präventionsmaßnahmen zu einer Unterbrechung des Betriebsablaufs kommen, decken Versicherungen den etwaig verursachten finanziellen Schaden betriebswirtschaftlich sinnvoll ab.

Im Rahmen unserer Geschäfts- bzw. Aufbereitungstätigkeiten lassen sich Umweltbelastungen nicht vollständig vermeiden. Um damit einhergehenden Umweltschutzrisiken, gerade vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden Gesetzgebung, vorzubeugen, werden umweltschutz- und auch arbeitsschutzrelevante Gesetze in regelmäßigen Zeitabständen analysiert und nachfolgend bei entsprechender Relevanz organisatorische Maßnahmen eingeleitet.

Im vorgenannten Zusammenhang wurde für eine unserer Aufbereitungsanlagen seitens der Bezirksregierung Arnsberg für unseren Standort in Bönen mit einer Änderungsgenehmigung eine Sicherheitsleistung für die Lagerung von Abfällen verlangt, welche im März 2021 mittels einer Konzernbürgschaft der Bezirksregierung Arnsberg Kreis Unna gewährt wurde.

Als europaweit agierender Konzern sind wir nachvollziehbarerweise auch finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Diese sind im Besonderen: Bestands-, Ausfall- und Bonitätsrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Marktpreisrisiken (Währungskurs-, Zinsänderungs- und sonstige Preisänderungsrisiken).

Im Hinblick auf etwaige finanzwirtschaftliche Risiken ist zunächst zu bemerken, dass für das Sachanlagevermögen und für die Vorratsbestände ein Versicherungsschutz gegen die diversen Risiken eines physischen Untergangs besteht. Gegen das Risiko von Wertverlusten aufgrund eingeschränkter Verwertbarkeit des Vorratsvermögens ist ein detailliertes Berichtswesen bezüglich Höhe, Struktur, Reichweite und Veränderung der einzelnen auf unseren Betriebsgeländen lagernden Produkte eingerichtet.

Weiterhin können Ausfall- und Bonitätsrisiken bestehen, diese bezeichnen die Unsicherheit, dass eine Vertragspartei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Zur Minderung dieser Risiken sehen unsere Richtlinien vor, dass Geschäftsverbindungen lediglich mit kreditwürdigen Geschäftspartnern und, falls erforderlich, unter Einholung von Sicherheiten eingegangen werden. Im Geschäftsbereich Kunststoffrecycling wurde zur Absicherung offener Forderungen die schon bestehende Kreditversicherung für die Außenstände der größten Abnehmer im Geschäftsjahr 2021 weiterhin aufrechterhalten, so dass die wesentlichen Kundenforderungen durch eine Warenkreditversicherung abgesichert sind. Das Ausfallrisiko für den nicht versicherten restlichen Forderungsbestand wird durch ein Limit System und ein Berichtswesen gesteuert. Mögliche Ausfallrisiken begegnen wir gerade bei hochpreisigen Anlagenkäufen durch von unseren Auftragnehmern hinterlegte Sicherheiten wie insbesondere Bürgschaften.

Der nachhaltige Erfolg der Reiling-Unternehmensgruppe hängt maßgeblich von engagierten und leistungsfähigen Fach- und Führungskräften ab. Anlässlich der langfristigen Nachwuchs- und Knowhow-Sicherung legt der Konzern großen Wert auf eine zielgerichtete Personalpolitik, die sich inhaltlich mit der Rekrutierung bzw. Ausbildung neuer qualifizierter Mitarbeiter sowie der laufenden Fortbildung des Stammpersonals im Rahmen von Weiterbildungsmaßnahmen und fachbezogenen Lernprogrammen beschäftigt. Eine zunehmend größere Herausforderung für uns als Arbeitgeber ist der sich verschärfende Wettbewerb um die Gewinnung neuer Mitarbeiter, da gesellschaftliche Entwicklungen, wie vor allem der demografische Wandel, zu einer Verschiebung von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt führen. Notwendige Nachbesetzungen von qualifizierten Mitarbeitern in Schlüsselpositionen bedeuten teilweise länger andauernde Rekrutierungsprozesse. Dies kann zu Kapazitätsengpässen führen. Ferner müssen wir uns an die Änderungen der zukünftig benötigten Berufsbilder im Hinblick auf die Digitalisierung anpassen. Gerade in den letzten beiden abgelaufenen Geschäftsjahren hat sich, verursacht durch die ständig wechselnden gesetzlichen Vorgaben infolge der Corona-Pandemie, gezeigt, dass Homeoffice sowie Telefon- und Videokonferenzen inzwischen einen zunehmenden, ganz anderen Stellenwert im Geschäftsleben einnehmen. Nicht nur Flexibilität und Erreichbarkeit der Mitarbeiter wird durch die zunehmende Nutzung dieser medialen Möglichkeiten verbessert, auch Kosten werden nachhaltig auf Dauer eingespart.

Bezüglich bestehender rechtlicher Risiken aus den Bereichen Gewährleistungspflichten oder Sachmängel, Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, gewerbliche Schutzrechte sowie Ansprüchen aus Vertragsverstößen haben wir diese auch im Geschäftsjahr 2021 wiederum durch branchenübliche Versicherungen abgedeckt und bilden für darüberhinausgehende Verpflichtungen entsprechende Rückstellungen in ausreichendem Umfang. Um potentielle Kosten rechtlicher Risiken zu reduzieren, werden mit regelmäßiger Überwachung der Produktion und laufenden Verbesserungen hohe Qualitätsstandards unserer Produkte gewährleistet.

Im Zuge der weiter fortschreitenden Digitalisierung unserer Geschäfts- und Produktionsprozesse hat schließlich das Thema Cybersecurity wie schon in den Vorberichtsjahren massiv an Bedeutung gewonnen. Um uns vor potentiellen Bedrohungen bzw. IT-Risiken wirksam zu schützen, setzen wir an allen Konzernstandorten eine einheitliche Firewall-Technologie ein. Auch ist gruppenweit eine umfassende Datensicherung gewährleistet.

Die aus dem Ukraine-Krieg und der noch andauernden Corona-Pandemie resultierenden Risiken sind weiterhin zurzeit insgesamt noch nicht final absehbar bzw. quantifizierbar, weshalb uns eine konkrete Risikoeinschätzung unter Berücksichtigung der zuvor genannten Geschehnisse auch für 2022 nicht möglich ist, jedoch konnten zuvor im Prognosebericht unsere Erwartungen bereits, soweit es uns möglich ist, dargestellt werden, darauf sei an dieser Stelle verwiesen. Auch zeigt das abgelaufene Berichtsjahr, welches zumindest vollständig als Zeitraum der Corona-Pandemie durchlaufen wurde, dass wir auch unter den gegebenen schwerer einzuschätzenden Rahmenbedingungen erfolgreich das Berichtsjahr 2021 haben beenden können, so dass wir selbstbewusst und mit positiver Blickrichtung in das bevorstehende Geschäftsjahr 2022 gehen.

 

Harsewinkel, den 31. Mai 2022

Die Geschäftsführung

gez. Bernhard Reiling

Konzernbilanz

Aktiva

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Anlagevermögen 97.591.581,05 94.074.371,20
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 2.961.051,14 722.515,11
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz- und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 96.316,00 209.729,50
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.864.735,14 512.785,61
II. Sachanlagen 94.298.751,12 92.996.988,53
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 48.615.710,36 48.576.181,47
2. technische Anlagen und Maschinen 20.482.256,97 21.275.226,53
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.373.749,16 18.436.849,21
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.827.034,63 4.708.731,32
III. Finanzanlagen 331.778,79 354.867,56
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 45.000,00 45.000,00
2. Beteiligungen 286.495,74 289.344,10
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 283,05 282,92
4. sonstige Ausleihungen 0,00 20.240,54
B. Umlaufvermögen 53.672.912,61 47.160.274,80
I. Vorräte 8.345.341,75 7.753.072,74
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.220.134,66 325.972,76
2. fertige Erzeugnisse und Waren 7.113.327,09 7.427.099,98
3. geleistete Anzahlungen 11.880,00 0,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 22.411.372,67 21.240.489,64
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19.400.549,07 18.406.830,02
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 481.465,74 486.844,71
3. sonstige Vermögensgegenstände 2.529.357,86 2.346.814,91
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 22.916.198,19 18.166.712,42
C. Rechnungsabgrenzungsposten 588.734,55 509.654,38
Bilanzsumme, Summe Aktiva 151.853.228,21 141.744.300,38

Passiva

   
31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Eigenkapital 65.971.107,66 57.906.706,01
I. Kapitalanteil der Kommanditisten 1.540.000,00 1.540.000,00
II. Rücklagen 17.067.672,58 15.520.444,41
III. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -305.076,15 -304.176,48
IV. Gewinnvortrag 32.855.286,70 33.546.319,79
V. Konzernjahresüberschuss 13.684.345,42 6.114.067,09
VI. Anteile anderer Gesellschafter 1.128.879,11 1.490.051,20
B. Rückstellungen 3.876.532,47 4.898.971,02
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.313.832,08 1.019.191,02
2. Steuerrückstellungen 467.457,48 877.005,72
3. sonstige Rückstellungen 2.095.242,91 3.002.774,28
C. Verbindlichkeiten 81.436.664,94 78.543.468,06
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 46.038.143,75 45.734.845,42
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 9.916.239,16 11.822.320,01
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.162.392,09 10.059.261,24
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 10.162.392,09 10.059.261,24
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 19.336.064,41 18.386.540,85
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 19.336.064,41 18.386.540,85
4. sonstige Verbindlichkeiten 5.900.064,69 4.362.820,55
davon aus Steuern 1.324.355,40 1.410.637,87
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 167.151,46 118.095,89
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 3.558.958,44 3.045.693,79
D. Rechnungsabgrenzungsposten 383.005,96 366.695,03
E. Passive latente Steuern 185.917,18 28.460,26
Bilanzsumme, Summe Passiva 151.853.228,21 141.744.300,38

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1.1.2020 - 31.12.2020
EUR
1. Umsatzerlöse 157.649.815,66 132.419.402,17
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -42.370,15 3.719,66
3. andere aktivierte Eigenleistungen 608.508,88 675.982,20
4. sonstige betriebliche Erträge 3.251.610,28 1.827.351,02
davon Erträge aus Währungsumrechnung 2.387,12 0,00
5. Materialaufwand 77.404.232,08 65.084.014,54
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 66.792.339,62 53.262.283,57
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 10.611.892,46 11.821.730,97
6. Personalaufwand 26.348.668,98 25.545.237,91
a) Löhne und Gehälter 21.776.449,91 20.882.759,89
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 4.572.219,07 4.662.478,02
davon für Altersversorgung 594.858,34 388.869,16
7. Abschreibungen 12.374.131,06 11.186.482,43
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 12.374.131,06 11.186.482,43
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 27.567.855,86 24.261.643,42
davon aus Währungskursverlusten 11.322,98 0,00
9. Erträge aus Beteiligungen 24.595,06 0,00
10. Erträge aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 271.522,32 458.186,74
11. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 37.574,72 139.637,25
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 660.493,71 973.187,16
davon aus Rückstellungszuführung 10.069,09 15.186,10
13. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 17.445.875,08 8.473.713,58
14. Steuern vom Einkommen und Ertrag 3.261.997,46 1.844.475,53
davon Erträge aus der Zuführung und Auflösung latenter Steuern 5.512,50 514.712,82
davon Aufwendungen aus der Zuführung und Auflösung latenter Steuern 162.969,42 385.322,85
15. Ergebnis nach Steuern 14.183.877,62 6.629.238,05
16. sonstige Steuern 213.564,35 202.875,26
17. Konzernjahresüberschuss vor Gewinnanteile anderer Gesellschafter 13.970.313,27 6.426.362,79
18. Gewinnanteile anderer Gesellschafter 285.967,85 312.295,70
Konzernjahresüberschuss 13.684.345,42 6.114.067,09

Konzernkapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung sind die Zahlungsströme nach den Cashflows für die Bereiche der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitions- und der Finanzierungstätigkeit gesondert dargestellt. Die Ermittlung erfolgt unter Anwendung des Deutschen Rechnungslegungs-Standards Nr. 21 (DRS 21).

In den Finanzmittelfonds wurden Zahlungsmittel einbezogen. Jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie andere kurzfristige Kreditaufnahmen, die zur Disposition der liquiden Mittel gehören, wurden nicht einbezogen, da diese von untergeordneter Bedeutung sind.

2021
T€
2020
T€
Veränderung
T€
Periodenergebnis (einschließlich Ergebnisanteil von Dritten) 13.970 6.426 7.544
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 12.374 11.187 1.187
Veränderung der Rückstellungen -613 1.022 -1.635
Veränderung der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -1.842 -1.502 -340
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 1.657 1.911 -254
Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -1.755 -191 -1.564
Zinserträge -38 -140 102
Zinsaufwendungen 650 958 -308
sonstige Beteiligungserträge -296 -458 162
Ertragsteueraufwand 3.262 1.845 1.417
Ertragsteuerzahlungen -3.514 -2.126 -1.388
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 23.855 18.932 4.923
Einzahlungen aus dem Abgang von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens 17 0 17
Einzahlungen aus dem Abgang von Gegenständen des Sachanlagevermögens 3.553 831 2.722
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen inklusive Geschäfts- oder Firmenwert -43 -154 111
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -14.618 -24.878 10.260
Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis -4.208 0 -4.208
erhaltene Zinsen 38 140 -102
erhaltene Dividenden 296 458 -162
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -14.965 -23.603 8.638
Veränderung der Forderung/Verbindlichkeiten gegen Gesellschafter -3.772 -1.774 -1.998
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 12.343 19.787 -7.444
Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten -12.039 -12.304 265
gezahlte Zinsen -650 -958 308
gezahlte Dividenden an Dritte 0 -6 6
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -4.118 4.745 -8.863
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes 4.772 74 4.698
Veränderung aufgrund von Änderungen des Konsolidierungskreises und der Währungsumrechnung -22 -20 -2
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 18.167 18.112 55
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 22.917 18.166 4.751

Konzerneigenkapitalspiegel

Eigenkapital des Mutterunternehmens Reiling GmbH & Co. KG, Harsewinkel
Kapitalanteile der Kommanditisten
sonstige Gewinnrücklagen
Stand am 01.01.2020 1.540.000,00 15.520.444,41
Erhöhung/Herabsetzung der Kapitalanteile    
Einforderung/Einzahlung bisher nicht eingeforderter Einlagen    
Gutschrift auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital    
Einstellung in / Entnahme aus Rücklagen    
Währungsumrechnung    
sonstige Veränderungen    
Änderungen des Konsolidierungskreises    
Konzernjahresfehlbetrag/-überschuss    
Stand am 31.12.2020 1.540.000,00 15.520.444,41
Stand am 01.01.2021 1.540.000,00 15.520.444,41
Erhöhung/Herabsetzung der Kapitalanteile    
Einforderung/Einzahlung bisher nicht eingeforderter Einlagen    
Gutschrift auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital    
Einstellung in / Entnahme aus Rücklagen   1.547.228,17
Währungsumrechnung    
sonstige Veränderungen    
Änderungen des Konsolidierungskreises    
Konzernjahresfehlbetrag/-überschuss    
Stand am 31.12.2021 1.540.000,00 17.067.672,58
Eigenkapital des Mutterunternehmens Reiling GmbH & Co. KG, Harsewinkel
Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
Gewinn-/ Verlustvortrag
Konzernjahresfehlbetrag/ -überschuss
Stand am 01.01.2020 13.578,39 37.616.605,38 0,00
Erhöhung/Herabsetzung der Kapitalanteile      
Einforderung/Einzahlung bisher nicht eingeforderter Einlagen      
Gutschrift auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital   -4.070.285,59  
Einstellung in / Entnahme aus Rücklagen      
Währungsumrechnung -317.754,87    
sonstige Veränderungen      
Änderungen des Konsolidierungskreises      
Konzernjahresfehlbetrag/-überschuss     6.114.067,09
Stand am 31.12.2020 -304.176,48 33.546.319,79 6.114.067,09
Stand am 01.01.2021 -304.176,48 39.660.386,88 0,00
Erhöhung/Herabsetzung der Kapitalanteile      
Einforderung/Einzahlung bisher nicht eingeforderter Einlagen      
Gutschrift auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital   -4.721.603,89  
Einstellung in / Entnahme aus Rücklagen   -1.547.228,17  
Währungsumrechnung -899,67    
sonstige Veränderungen   -536.268,12  
Änderungen des Konsolidierungskreises      
Konzernjahresfehlbetrag/-überschuss     13.684.345,42
Stand am 31.12.2021 -305.076,15 32.855.286,70 13.684.345,42
Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
Nicht beherrschende Anteile vor Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis
Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne/Verluste
Summe
Stand am 01.01.2020 1.241.323,02 0,00 0,00 55.931.951,20
Erhöhung/Herabsetzung der Kapitalanteile       0,00
Einforderung/Einzahlung bisher nicht eingeforderter Einlagen       0,00
Gutschrift auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital       -4.070.285,59
Einstellung in / Entnahme aus Rücklagen       0,00
Währungsumrechnung   -57.567,52   -375.322,39
sonstige Veränderungen -6.000,00     -6.000,00
Änderungen des Konsolidierungskreises       0,00
Konzernjahresfehlbetrag/-überschuss     312.295,70 6.426.362,79
Stand am 31.12.2020 1.235.323,02 -57.567,52 312.295,70 57.906.706,01
Stand am 01.01.2021 1.490.051,20 0,00 0,00 57.906.706,01
Erhöhung/Herabsetzung der Kapitalanteile       0,00
Einforderung/Einzahlung bisher nicht eingeforderter Einlagen       0,00
Gutschrift auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital       -4.721.603,89
Einstellung in / Entnahme aus Rücklagen       0,00
Währungsumrechnung   527,07   -372,60
sonstige Veränderungen -647.667,01     -1.183.935,13
Änderungen des Konsolidierungskreises       0,00
Konzernjahresfehlbetrag/-überschuss     285.967,85 13.970.313,27
Stand am 31.12.2021 842.384,19 527,07 285.967,85 65.971.107,66

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

Reiling GmbH & Co. KG, Harsewinkel

I. Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

Die Reiling GmbH & Co. KG wird beim Amtsgericht Gütersloh unter der Nummer HRA 4058 geführt.

Die Reiling GmbH & Co. KG hat als persönlich haftende Gesellschafterin eine Kapitalgesellschaft. Für die Rechnungslegung sind deshalb die ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) anzuwenden (§ 264a HGB). Komplementärin der Gesellschaft ist die Reiling Verwaltungs GmbH mit Sitz in Harsewinkel mit einem Stammkapital in Höhe von € 25.600,00.

II. Angaben zum Konsolidierungskreis und Konzernanteilsbesitz

In den Konzernabschluss werden folgende Unternehmen einbezogen:

Vollkonsolidierung gemäß § 300 ff. HGB:

Beteiligungsquote
in %
Reiling Glas Recycling GmbH & Co. KG, Harsewinkel 100
Reiling Geschäftsführungs GmbH, Harsewinkel 100
Reiling Kontor GmbH, Harsewinkel 100
Reiling Kunststoffrecycling GmbH & Co. KG, Harsewinkel 100
RKR Gesellschaft für Beteiligungen mbH, Harsewinkel 100
Ruhrglas Recycling GmbH & Co. KG, Lünen 100
RGR Gesellschaft für Beteiligungen mbH, Harsewinkel 100
Reiling MS-Recycling-GmbH & Co. KG, Münster 100
Reiling MS Gesellschaft für Beteiligungen mbH, Harsewinkel 100
Reiling Nutzfahrzeugservice GmbH, Harsewinkel 100
Reiling Holz Recycling GmbH & Co. KG, Bönen 100
RHR Gesellschaft für Beteiligungen mbH, Harsewinkel 100
R-Glas Recycling GmbH & Co. KG, Lauenburg/Elbe 100
R-Glas Gesellschaft für Beteiligungen mbH, Harsewinkel 100
Reiling Holding ApS, Vamdrup, Dänemark 100
Reiling Glasrecycling Danmark ApS, Vamdrup, Dänemark 100
Swede Glass United AB, Askersund, Schweden 100
ARGE Reiling Glas GbR, Harsewinkel 100
Schaumglas Husum GmbH, Husum 100
Veriso GmbH, Berlin 100
DSS Recykling Sp. z o.o., Dabrowa Gornicza, Polen 85,6
Photovoltaik Marienfeld GbR, Harsewinkel 70
Reiling Green Tech ApS, Naestved, Dänemark 52

Zum 31.12.2021 wurden die Anteile der Schaumglas Husum GmbH und der Veriso GmbH aufgrund des Neuerwerbs der Anteile erstmals vollkonsolidiert.

Der Reiling Konzern hält Anteile an drei weiteren Unternehmen im Umfang zwischen 8 % und 50 %, die at Equity (§ 312 HGB; 3 x) in den Konzernabschluss einbezogen sind. Gem. § 313 Abs. 3 HGB wird auf Nennung der Angaben gem. § 313 Abs. 2 HGB zulässigerweise verzichtet, weil dem Konzern erhebliche Nachteile entstehen können.

Eine weitere 100 %ige Beteiligung an der REGlas Environmental Services GmbH, Großenhein, die im Geschäftsjahr 2015 erworben wurde, wurde unter Bezugnahme auf § 296 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

Die Reiling Kontor GmbH, Harsewinkel, die Reiling Nutzfahrzeugservice GmbH, Harsewinkel, die Schaumglas Husum GmbH, Husum, und die Veriso GmbH, Berlin, sind nach § 264 Abs. 3 HGB von der Pflicht zur Aufstellung, Prüfung und Offenlegung eines Jahresabschlusses und Lageberichtes nach den Vorschriften des zweiten Abschnitts des dritten Buchs des HGB befreit.

Darüber hinaus sind die folgenden, vollkonsolidierten, verbundenen Unternehmen nach § 264b HGB von der Pflicht zur Aufstellung, Prüfung und Offenlegung eines Jahresabschlusses und Lageberichtes nach den Vorschriften des zweiten Abschnitts des dritten Buchs des HGB befreit:

Reiling GmbH & Co. KG, Harsewinkel

Reiling Glas Recycling GmbH & Co. KG, Harsewinkel

Ruhrglas Recycling GmbH & Co. KG, Lünen

Reiling MS-Recycling GmbH & Co. KG, Münster

R-Glas Recycling GmbH & Co. KG, Lauenburg/Elbe

Reiling Kunststoffrecycling GmbH & Co. KG, Harsewinkel

Reiling Holz Recycling GmbH & Co. KG, Bönen

Die Reiling Kontor GmbH, Harsewinkel, ist als Mutterunternehmen grundsätzlich nach § 290 HGB verpflichtet, einen Konzernabschluss aufzustellen. Die Gesellschaft ist jedoch in den Konzernabschluss ihrer Mutter, der Reiling GmbH & Co. KG, Harsewinkel, einbezogen und nimmt die Erleichterung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses gemäß § 291 HGB in Anspruch.

III. Konsolidierungsmethoden

Der Konzernabschlussstichtag (31.12.2021) entspricht den Abschlussstichtagen der Unternehmen des Reiling Konzerns.

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

Die Konsolidierungsgrundsätze gemäß §§ 300 ff. HGB wurden beachtet und wie folgt angewendet:

Die Kapitalkonsolidierung nach der Erwerbsmethode erfolgte in Form der Neubewertungsmethode gem. § 301 Abs. 1 S. 2 HGB. Maßgeblich sind dabei grundsätzlich die historischen Zeitwerte zum Zeitpunkt, in dem das Unternehmen Tochtergesellschaft geworden ist. Die Reiling GmbH & Co. KG hat bis 2020 gem. § 291 Abs. 1 HGB keinen Konzernabschluss erstellt, da sie in den Konzern der 3R GmbH & Co. KG einbezogen wurde.

Die Voraussetzung für die Befreiung nach § 291 Abs. 1 HGB durch Einbeziehung in den Konzernabschluss eines übergeordneten Mutterunternehmens ist zum 01.01.2020 entfallen. Da die Reiling GmbH & Co. KG bereits zuvor einen Teilkonzern innerhalb der 3R GmbH & Co. KG dargestellt hat, wird von der Ausnahme des § 301 Abs. 2 Satz 5 HGB Gebrauch gemacht und die historischen Zeitwerte werden anstelle der Wertansätze nach § 301 Abs. 2 Satz 3 HGB verwendet. Daher werden die Werte aus dem Konzernabschluss zum 31.12.2019 der 3R GmbH & Co. KG fortgeführt. Die Aufstockung von Anteilen an Tochterunternehmen wurde als Kapitalvorgang abgebildet.

Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung wurden die stillen Reserven und stillen Lasten der Vermögensgegenstände und Schulden der Tochterunternehmen vor der Verrechnung vom Beteiligungsbuchwert und Eigenkapital des Tochterunternehmens aufgedeckt. Der sich dabei ergebende Unterschiedsbetrag wurde gem. § 301 Abs. 3 Satz 1 HGB auf der Passivseite unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen und über die Folgejahre aufgelöst.

Gemäß § 303 HGB ( Schuldenkonsolidierung) wurden Forderungen und Verbindlichkeiten, geleistete und erhaltene Anzahlungen sowie Ausleihungen zwischen den in den Konzern eingebundenen Unternehmen im Konzern konsolidiert.

Zwischengewinne, die sich aus Lieferungen und Leistungen innerhalb der Konzernunternehmen ergaben, sind eliminiert worden (§ 304 HGB).

Im Zuge der Aufwands- und Ertragskonsolidierung wurden konzerninterne Lieferungen sowie sonstige Erträge und Aufwendungen zwischen Konzernunternehmen mit den entsprechenden Gegenposten verrechnet (§ 305 HGB).

Die latenten Steuern (§ 306 HGB) auf der Konzernebene wurden mit den jeweiligen latenten Steuern aus den Jahresabschlüssen gemäß § 306 S. 6 HGB zusammengefasst. Der Ausweis der aktiven und passiven latenten Steuern erfolgt in der Bilanz in saldierter Form entsprechend § 274 Abs. 1 S. 3 HGB.

Bei der Bewertung der latenten Steuern wurden unternehmensindividuelle Steuersätze herangezogen. Für die deutschen Tochterunternehmen wird die Gewerbesteuer aufgrund unterschiedlicher Hebesätze von durchschnittlich ca. 430 % und der Steuermesszahl von 3,5 % ein Steuersatz von 15 % berücksichtigt. Für die ausländische Tochtergesellschaft Reiling Glasrecycling Danmark ApS und Reiling Green Tech ApS wird die dänische Unternehmensertragssteuer mit 22 % angesetzt. Für die polnischen Tochtergesellschaften DSS Recykling Sp. z o.o. und Simeko Recykling Sp. z o.o. liegt der Berechnung ein Ertragsteuersatz von 19 % zugrunde.

Gesellschaften, deren Anteilshöhe zu mehr als 50 % bestand, werden voll konsolidiert; assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode konsolidiert; bei einer Anteilshöhe von mehr als 20 % bis 50 % gilt die gesetzliche Vermutung eines assoziierten Unternehmens. Das Wahlrecht zur quotalen Einbeziehung bei einer Anteilshöhe von 50 % wurde nicht in Anspruch genommen.

Aus der Equity-Bilanzierung resultiert kein wesentlicher Unterschiedsbetrag zwischen den Buchwerten und den anteiligen Eigenkapitalen der jeweiligen Gesellschaften.

IV. Allgemeine Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1. Inhalt und Gliederung des Konzernabschlusses

Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für den Jahresabschluss (§§ 264 ff. HGB) und den Konzernabschluss (§§ 290 ff. HGB) aufgestellt.

Auf die Darstellung einer Überleitungsrechnung von der tatsächlichen zu der zu erwartenden Steuerlast nach DRS 18.67 wurde im Konzernanhang verzichtet und dieser um die Gesamtdifferenzbetrachtung der latenten Steuern (§ 314 Abs. 1 Nr. 22 HGB) ergänzt.

2. Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Die Bewertung im Konzern erfolgte einheitlich nach den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Muttergesellschaft.

Die Bewertung erfolgte nach den Vorschriften der §§ 252 bis 256a HGB.

Durch die Erstkonsolidierung der Schaumglas Husum GmbH und der Veriso GmbH zum 01.09.2022 ist ein Geschäfts- oder Firmenwert entstanden, der über seine voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben wird.

Der Geschäfts- oder Firmenwert, der durch die Erstkonsolidierung der Simeko Recykling Sp. z o.o. auf den 29.05.2019 entstanden ist, wird über seine voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die wertmäßige Veränderung vom Zeitpunkt der Erstkonsolidierung bis zum Ende des Geschäftsjahres ist auf die planmäßige Abschreibung zurückzuführen.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen wurden mit ihren Anschaffungskosten einschließlich Nebenkosten abzüglich planmäßiger, nutzungsbedingter Abschreibung bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen wurden überwiegend unter Anwendung der linearen Abschreibungsmethode vorgenommen. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten unter € 800,00 wurden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich Nebenkosten.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Das Niederstwertprinzip ist beachtet worden.

Fertige Erzeugnisse und Waren sind mit durchschnittlichen Herstellungskosten bewertet worden. In die Herstellungskosten wurden je nach Fertigungsverfahren neben den direkten Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbezogene Abschreibungen einbezogen. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Soweit die voraussichtlich zu erzielenden Verkaufserlöse abzüglich der noch anfallenden Vertriebs- und Verwaltungskosten niedriger sind, werden gemäß Niederstwertprinzip diese angesetzt. Die Bewertung entspricht den Grundsätzen der §§ 255 und 253 Abs. 4 HGB.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert bilanziert. Dem allgemeinen Ausfallrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde durch die Bildung einer Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Erkennbare Einzelrisiken wurden durch Einzelwertberichtigungen ausreichend berücksichtigt.

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, wurden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen wurden ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsverbindlichkeiten wurden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Die Währungsumrechnung der einbezogenen Aktiv- und Passivposten der ausländischen Tochterunternehmen erfolgte, mit Ausnahme des Eigenkapitals, welches zum historischen Kurs erfolgte, zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag. Gewinn- und Verlustrechnungen der ausländischen Tochterunternehmen erfolgte zum Jahresdurchschnitt des Devisenkassamittelkurses für das Kalenderjahr 2021.

Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, sind mit ihrem Zeitwert bewertet und gem. § 246 Abs. 2 S. 2 HGB mit den dazugehörigen Schulden verrechnet.

Der Kassenbestand sowie das Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert ausgewiesen.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten die Ausgaben, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen. Die Auflösung der Rechnungsabgrenzungsposten erfolgt zeitanteilig. Sie sind mit dem Nennwert bilanziert.

Die Kapitalanteile der Kommanditisten setzen sich aus den Pflicht-/Hafteinlagen des Kommanditisten zusammen, die nach dem Gesellschaftsvertrag als Festkapital zu führen sind.

Bei den Rückstellungen werden alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten berücksichtigt und in Höhe ihres voraussichtlichen Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Soweit zu ihrer Erfüllung Vermögensgegenstände dienen, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, sind diese Vermögensgegenstände mit ihrem beizulegenden Zeitwert verrechnet.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt worden.

V. Erläuterungen zur Bilanz

A. Aktiva

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ergibt sich aus dem nachfolgenden Anlagenspiegel gemäß § 268 Abs. 2 HGB. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird über eine angenommene Nutzungsdauer von zehn Jahren linear abgeschrieben.

Geringwertige Wirtschaftsgüter sind im Anlagenspiegel nicht ausgewiesen. Die Geschäftsjahresabschreibung enthält damit diese Beträge nicht.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Steuererstattungen und Darlehen an fremde Dritte. Ein Betrag von 129 T€ hat eine Fälligkeit von mehr als einem Jahr.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Disagien in Höhe von 30 T€.

B. Passiva

1. Eigenkapital

Bei der Position Kapitalanteil der Kommanditisten handelt es sich um die Kommanditeinlage bei der Reiling GmbH & Co. KG, Harsewinkel, in Höhe von 1.540 T€.

Die Rücklagen in Höhe von 17.068 T€ (Vj. 15.520 T€) bestehen im Wesentlichen aus der gesamthänderischen Rücklage der Reiling GmbH & Co. KG.

Anteile anderer Gesellschafter bestehen in Höhe von 1.129 T€ (Vj. 1.490 T€).

Die Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 2.477 T€ (Vj. 2.146 T€) wurden mit sog. Deckungsvermögen in Höhe von 1.163 T€ (Vj. 1.127 T€) saldiert ausgewiesen. Die Rückstellungen für Pensionen werden nach dem Projected Unit Credit Verfahren durch ein versicherungsmathematisches Gutachten bewertet. Grundlage für die Berechnung ist ein Zinssatz von 1,87 % und eine erwartete Gehalts- bzw. Rentensteigerung von 1,00 %. Die Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck finden Anwendung.

In diesem Zusammenhang wurde der Zinsaufwand aus der Aufzinsung des Erfüllungsbetrags der Rückstellung für Pensionen in Höhe von € 47.802,00 (Vj. € 51.595,00) sowie Aufwand aus der Zuführung in das Deckungsvermögen in Höhe von € 24.113,72 (Vj. € 23.975,65) mit dem Ertrag aus Versicherungen in Höhe von € 61.846,63 (Vj. € 60.384,45) saldiert, so dass ein Zinsaufwand in Höhe von € 10.069,09 (Vj. € 15.186,10) und ein Personalaufwand von € 216.674,00 (Vj. € 198.569,72) in der Gewinn- und Verlustrechnung verbleiben.

Die nach einem Barwertverfahren ermittelten Zeitwerte des Deckungsvermögens zum 31.12.2021 (Aktivwerte der Rückdeckungsversicherungen) betragen 1.162 T€ (Vj. 1.127 T€). Die Anschaffungskosten der Rückdeckungsversicherung betragen insgesamt 684 T€ (Vj. 664 T€), so dass sich keine Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 S. 3 HGB ergibt.

Der Verpflichtungsumfang nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Jahre beträgt zum Stichtag 31.12.2021 insgesamt € 2.573.613,00 (Vj. € 2.412.397,00). Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des siebenjährigen und des zehnjährigen Durchschnittszinssatzes beläuft sich daher auf € 210.391,00 (Vj. € 265.849,00). In diesem Umfang unterliegt der Gewinnvortrag einer Ausschüttungssperre gem. § 253 Abs. 6 HGB.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Personalkosten und Aufwand für Abraum- und Abfallbeseitigungen.

Die Zusammensetzung der Verbindlichkeiten ergibt sich aus dem Verbindlichkeitenspiegel.

Restlaufzeit bis zu einem Jahr
Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
Gesamtbetrag
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.916.239,16 23.056.014,70 13.065.889,89 46.038.146,75
  (11.822.320,01) (24.835.675,94) (9.076.849,47) (45.734.845,42)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.162.392,09 0,00 0,00 10.162.392,09
  (10.059.261,24) (0,00) (0,00) (10.059.261,24)
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 19.336.064,41 0,00 0,00 19.336.064,41
  (18.386.540,85) (0,00) (0,00) (18.386.540,85)
4. sonstige Verbindlichkeiten 3.558.958,44 2.341.106,25 0,00 5.900.064,69
  (3.045.693,79) (1.277.126,76) (40.000,00) (4.362.820,55)
  42.973.654,10 25.397.120,95 13.065.889,89 81.436.664,94
  (43.313.815,89) (26.112.802,70) (9.116.849,47) (78.543.468,06)
davon gesichert
Arten der Sicherheiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 46.038.146,75 Grundschulden, Sicherungsübereignungen
  (45.734.845,42)  
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0,00 1)
  (0,00)  
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0,00  
  (0,00)  
4. sonstige Verbindlichkeiten 2.432.004,37 Sicherungsübereignungen
  (1.510.183,28)  
  45.403.128,73  
  (47.245.028,70)  

1) zum Teil durch geschäftsübliche Eigentumsvorbehalte

In Höhe von 19.336 T€ (Vj. 18.387 T€) besteht eine Verbindlichkeit gegenüber Gesellschaftern. Hierbei handelt es sich um die Verbindlichkeit gegen zwei Kommanditisten (19.288 T€) und Verbindlichkeiten gegen den Komplementär (48 T€).

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten u. a. Darlehen gegenüber Leasinggesellschaften sowie Umsatz- und Lohnsteuerverbindlichkeiten gegenüber den Finanzämtern.

Die passiven latenten Steuern resultieren aus temporären Bewertungsdifferenzen in einbezogenen Jahresabschlüssen von Tochterunternehmen. Durch Saldierung mit aktiven latenten Steuern ergibt sich noch eine passive Steuerlatenz von 186 T€ (Vj. 28 T€).

Die latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Stand zum Beginn des Geschäftsjahres 01.01.2021
Stand zum Ende des Geschäftsjahres 31.12.2021
Veränderung
aktive latente Steuern -607.515,90 -131.144,54 476.371,36
passive latente Steuern 635.976,16 317.061,72 -318.914,44
Summe 28.460,26 185.917,18 157.456,92

VI. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Konzerngewinn- und Verlustrechnung umfasst die Gewinn- und Verlustrechnung der konsolidierten Unternehmen bereinigt um die innerhalb des Konzerns getätigten Leistungsbeziehungen.

Die Konzerngewinn- und Verlustrechnung ist auf Basis des Gesamtkostenverfahrens erstellt.

Von einer Aufgliederung der Umsatzerlöse gem. § 314 Abs. 1 Nr. 3 HGB wird abgesehen, da sich die Tätigkeitsbereiche und die geografisch bestimmten Märkte untereinander nicht erheblich unterscheiden.

VII. sonstige Angaben

Die Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung, Prüfung und/oder Offenlegung eines Jahresabschlusses gemäß § 264 Abs. 3 oder § 264b HGB haben/werden die unter II. genannten inländischen Gesellschaften in Anspruch genommen/nehmen.

Haftungsverhältnisse gem. § 251 HGB bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

Außerbilanzielle Geschäfte im Sinne von § 285 Nr. 3 HGB, die nicht nach § 251 HGB anzugeben sind, ergeben sich wie folgt:

2021
T€
davon innerhalb des nächsten Jahres fällig
T€
aus Miet- und Leasingverträgen 863 268

Hintergrund der eingegangenen Leasing- und Mietverträge ist die bilanzneutrale Verwendungsmöglichkeit von Vermögensgegenständen, die ansonsten dem Anlagevermögen zuzuordnen wären. Daneben wird durch diese Geschäfte eine Konvergenz zwischen Erträgen und Aufwendungen aus der Verwendung der Vermögensgegenstände erreicht. Sie dienen auch der Diversifikation der Finanzierung und damit zur Stärkung der unternehmerischen Unabhängigkeit. Die Eigenkapitalquote und der Verschuldungsgrad bleiben durch die Leasingfinanzierung im Wesentlichen unberührt. Die Risiken aus diesen Verträgen bestehen darin, dass die angegebenen Beträge die künftige Liquidität belasten, obwohl keine entsprechenden Verbindlichkeiten in der Bilanz enthalten sind.

Bedeutende finanzielle Verpflichtungen im Sinne von § 285 Nr. 3a HGB, die nicht nach § 251 HGB anzugeben sind, ergeben sich nicht.

Das Gesamthonorar im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB beträgt für die einzelnen Kategorien:

a) Abschlussprüfungsleistungen 70.000,00
b) andere Bestätigungsleistungen 0,00
c) Steuerberatungsleistungen 0,00
d) sonstige Leistungen 5.300,00

Durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten

Im Geschäftsjahr 2021 waren durchschnittlich 584 (Vj. 625) Mitarbeiter beschäftigt.

In Gruppen gegliedert ergibt sich folgende Aufteilung:

Kaufmännische Angestellte Gewerbliche Angestellte Gewerbliche Arbeitnehmer Summe
  128 38 418 584

Als Geschäftsführer der Muttergesellschaft, Reiling GmbH & Co. KG, im Berichtsjahr 2021 war bestellt:

- Reiling Verwaltungs GmbH

Die GmbH ist von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Als Geschäftsführer der Gesellschafterin, Reiling Verwaltungs GmbH, war bestellt:

- Bernhard Reiling, Steinhagen

Der Geschäftsführer ist einzelvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Einzelprokura:

- Oliver Heil, Esens

Keine Angabe über die Gesamtbezüge des derzeitigen Geschäftsführers des Mutterunternehmens analog § 286 Abs. 4 HGB.

Nachtragsbericht

Die aus dem Ukraine-Krieg und der noch andauernden Corona-Pandemie resultierenden Risiken sind weiterhin zurzeit insgesamt noch nicht final absehbar bzw. quantifizierbar, weshalb eine konkrete Risikoeinschätzung für das Geschäftsjahr 2022 nicht möglich ist.

 

Harsewinkel, den 31. Mai 2022

Die Geschäftsführung

gez. Bernhard Reiling

Konzernanlagespiegel

Anschaffungskosten
01.01.2021
Währungsumrechnung
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.075.560,26 0
2. Geschäfts- oder Firmenwert 609.250,23 0
  2.684.810,49 0
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 75.381.230,09 22.896,29
2. technische Anlagen und Maschinen 67.230.538,16 8.285,51
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 51.573.000,17 8.946,94
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.708.731,32 1.444,96
  198.893.499,74 41.573,70
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 45.000,00 0
2. Beteiligungen 289.344,10 0
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 282,92 0,13
4. sonstige Ausleihungen 20.240,54 0
  354.867,56 0,13
Anlagevermögen gesamt 201.933.177,79 41.573,83
Anschaffungskosten
Zugänge
Abgänge
Änderung Konsolidierungskreis
Umbuchungen
31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 43.030,62 67.739,60 2.500,00 0 2.053.351,28
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 2.496.077,12 0 3.105.327,35
  43.030,62 67.739,60 2.498.577,12 0 5.158.678,63
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.209.573,25 800.598,08 153.571,89 801.692,82 76.768.366,26
2. technische Anlagen und Maschinen 4.640.614,30 967.458,83 1.515.158,36 -751.851,72 71.675.285,78
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.275.092,97 7.194.660,10 736.685,50 216.205,64 49.615.271,12
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.391.211,95 0 0 -266.046,74 8.835.341,49
  14.516.492,47 8.962.717,01 2.405.415,75 0 206.894.264,65
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 45.000,00
2. Beteiligungen 151,64 3.000,00 0 0 286.495,74
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 0 0 283,05
4. sonstige Ausleihungen 0 20.240,54 0 0 0
  151,64 23.240,54 0 0 331.778,79
Anlagevermögen gesamt 14.559.674,73 9.053.697,15 4.903.992,87 0 212.384.722,07
Abschreibungen
01.01.2021
Währungsumrechnung
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.865.830,76 0
2. Geschäfts- oder Firmenwert 96.464,62 0
  1.962.295,38 0
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 26.805.048,62 3.528,41
2. technische Anlagen und Maschinen 45.955.311,63 7.562,95
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 33.136.150,96 4.736,74
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0
  105.896.511,21 15.828,10
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0
2. Beteiligungen 0 0
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0
4. sonstige Ausleihungen 0 0
  0 0
Anlagevermögen gesamt 107.858.806,59 15.828,10
Abschreibungen
Zugang
Abgang
Änderung Konsolidierungskreis
Umbuchungen
31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 121.296,12 32.590,60 2.499,00 0 1.957.035,28
2. Geschäfts- oder Firmenwert 144.127,59 0 0 0 240.592,21
  265.423,71 32.590,60 2.499,00 0 2.197.627,49
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.056.895,93 679.865,08 9.066,98 -42.018,96 28.152.655,90
2. technische Anlagen und Maschinen 4.861.691,04 918.460,83 1.286.924,02 0 51.193.028,81
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.083.847,96 5.608.398,48 583.165,82 42.018,96 33.241.521,96
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.306,86 0 0 0 8.306,86
  12.010.741,79 7.206.724,39 1.879.156,82 0 112.595.513,53
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 0
2. Beteiligungen 0 0 0 0 0
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 0 0 0
4. sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0
  0 0 0 0 0
Anlagevermögen gesamt 12.276.165,50 7.239.314,99 1.881.655,82 0 114.793.141,02
Restbuchwert Restbuchwert
31.12.2021
31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 96.316,00 209.729,50
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.864.735,14 512.785,61
  2.961.051,14 722.515,11
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 48.615.710,36 48.576.181,47
2. technische Anlagen und Maschinen 20.482.256,97 21.275.226,53
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.373.749,16 18.436.849,21
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.827.034,63 4.708.731,32
  94.298.751,12 92.996.988,53
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 45.000,00 45.000,00
2. Beteiligungen 286.495,74 289.344,10
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 283,05 282,92
4. sonstige Ausleihungen 0 20.240,54
  331.778,79 354.867,56
Anlagevermögen gesamt 97.591.581,05 94.074.371,20

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 16.09.2022 festgestellt.

BESTäTIGUNGSVERMERK DES UNABHäNGIGEN ABSCHLUSSPRüFERS

An die Reiling GmbH & Co. KG, Harsewinkel

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Reiling GmbH & Co. KG, Harsewinkel, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Reiling GmbH & Co. KG, Harsewinkel, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

• vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

• holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

• beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Münster (Westf.), den 29. August 2022

Dr. Steffen & Partner mbB, Münster
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Dr. Steffen, Wirtschaftsprüfer

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