RAD-x GmbH
Selbe AdresseVerwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Corius AG | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Corius Group GmbHMünchenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 17.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVSEITE
PASSIVSEITE
Konzern-GuV
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 20221 Allgemeine Angaben Die Corius Group GmbH (nachfolgend "CGG" oder "Gesellschaft") ist unter HRB 279151 im Handelsregister des Amtsgerichts München eingetragen. Die CGG wurde am 17. Januar 2022 gegründet. Mit Wirkung zum 20. April 2022 hat die CGG 100% der Anteile der Corius AG übernommen. Diese war die bisherige Muttergesellschaft der Corius Gruppe. Der 1. Mai 2022 wurde als Erstkonsolidierungszeitpunkt gewählt. Alleinige Gesellschafterin der CGG ist die Corius LuxHoldCo S.a.r.l. mit Sitz in Luxemburg (Luxemburg) (nachfolgend "LuxHoldCo"). Der Konzernabschluss (nachfolgend "Konzernabschluss") der CGG, des Rumpfgeschäftsjahres vom 17. Januar bis 31. Dezember 2022 (nachfolgend "Berichtsjahr") wurde unter Beachtung der Vorschriften der §§ 290 ff. HGB und unter Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten. Da der Konzern im Berichtsjahr erst entstanden ist, entfallen sämtliche Vorjahresangaben. Die Konzernbilanz ist gemäß § 266 HGB und die Konzerngewinn- und Verlustrechnung gemäß § 275 HGB (Gesamtkostenverfahren) gegliedert. Die Postenbezeichnungen des Konzernabschlusses wurden teilweise nach § 265 Abs. 6 HGB dem Posteninhalt angepasst. Angaben, die wahlweise in der Konzernbilanz, in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung oder im Konzernanhang gemacht werden können, sind grundsätzlich im Konzernanhang aufgeführt. Die CGG und die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind im Inland, in den Niederlanden und in der Schweiz tätig. 2 Konsolidierungsgrundsätze 2.1 Konsolidierungskreis Die CGG ist die Konzernholding und bildet den Gesamtkonzern (nachfolgend "Corius- Konzern") der Corius-Gruppe. Neben der CGG wurden die nachfolgend aufgeführten Tochterunternehmen nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen: Gesellschaften mit Sitz in Deutschland:
* aufgrund eines
Ergebnisabführungsvertrages
Gesellschaften mit Sitz in der Schweiz:
Gesellschaften mit Sitz in den Niederlanden:
Alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wenden im Wesentlichen die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an. Im Berichtsjahr hat die CGG die Corius AG und sämtliche Tochtergesellschaften erworben. Deren Erstkonsolidierung erfolgte zum 1. Mai 2022. Weiterhin wurde die niederländische Gruppe "Mauritsklinieken" (nachfolgend "MK Health") im Rahmen eines Share Deals erworben. Deren Erstkonsolidierung erfolgte zum 1. Oktober 2022. Weiterhin waren mit den MVZ-V10 bis MVZ V17 acht Konzerngesellschaften als Neuzugänge zu verzeichnen. Diese wurden als Vorratsgesellschaften neu gegründet. Der Corius-Konzern stellte sich zum Bilanzstichtag in der folgenden Struktur dar:
2.2 Konsolidierungsmethoden Konzerninterne Transaktionen und Salden zwischen Mutter- und Tochterunternehmen bzw. zwischen Tochterunternehmen wurden eliminiert. Bilanzstichtag aller in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. Dezember 2022 und das Geschäftsjahr aller in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist das Kalenderjahr. 2.2.1 Kapitalkonsolidierung Die Kapitalkonsolidierung der vollkonsolidierten Tochterunternehmen erfolgte in Übereinstimmung mit DRS 23 nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 HGB mit dem neubewerteten anteiligen Eigenkapital der erworbenen Unternehmen zum Zeitpunkt, in dem die Unternehmen Tochterunternehmen geworden sind. Dabei wird der Wertansatz, der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Erstkonsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten entspricht. Der für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und der für die Kapitalkonsolidierung maßgebliche Zeitpunkt ist grundsätzlich der, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Ein aus der Neubewertung entstandener aktiver Unterschiedsbetrag wird in einem ersten Schritt unter Aufdeckung von stillen Reserven und von stillen Lasten bzw. passiven latenten Steuern auf die übernommenen Vermögensgegenstände bzw. Verbindlichkeiten allokiert. Der verbleibende aktive Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert ("Goodwill") aktiviert. Ein technischer passiver Unterschiedsbetrag ("Badwill") wird ergebnisneutral in die Gewinnrücklagen eingestellt. Auf die Aufdeckung von stillen Reserven im Sachanlagevermögen im Zuge der Erstkonsolidierungen wurde im Jahr 2022 aus Wesenlichkeitsgründen verzichtet, auch weil die anzusetzende Nutzungsdauer des Sachanlagevermögens nahezu der des somit höher ausgewiesenen Geschäfts- und Firmenwerts entspricht und daher kein Ergebniseffekt resultiert hätte. 2.2.2 Schuldenkonsolidierung Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen aufgerechnet. Aus der Schuldenkonsolidierung haben sich keine Unterschiedsbeträge ergeben. 2.2.3 Aufwands- und Ertragskonsolidierung Bei der Konsolidierung der Aufwands- und Ertragsposten wurden die Umsatzerlöse sowie die anderen Erträge der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen mit den ihnen entsprechenden Aufwendungen der empfangenden Unternehmen verrechnet. 2.2.4 Zwischenergebniseliminierung Zwischengewinne sind nicht entstanden. 2.2.5 Latente Steuern Auf die durch die Kapitalkonsolidierung aufgedeckten stillen Reserven wurden entsprechende passive latente Steuern gebildet, die über die zugrunde gelegte Nutzungsdauer der aufgedeckten stillen Reserven steuermindernd aufgelöst werden. 3 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wenden für Konzernzwecke - soweit nachfolgend nicht abweichend vermerkt - einheitliche und Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach den Vorschriften des HGB an. 3.1 Anlagevermögen Im Grundsatz werden historische Wertansätze gewählt. Dabei wird das Sachanlagevermögen zu Anschaffungswerten abzüglich der betriebswirtschaftlich notwendigen Abschreibungen bilanziert. Die Bilanzierung der immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung nutzungsbedingter planmäßiger Abschreibungen. Grundlage der planmäßigen Abschreibung ist die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes. Die beweglichen Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Die Praxiswerte und der Goodwill werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bzw. zum am Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert bewertet, soweit von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung ausgegangen wird. Die im Konzernabschluss enthaltenen Praxiswerte und der Goodwill werden über eine Dauer von sieben Jahren linear abgeschrieben, da sich dieser Zeitraum im Zeitpunkt der Aktivierung aufgrund der Marktgepflogenheiten als betriebliche Nutzungsdauer voraussehen lässt. Gegenstände des beweglichen Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis 250,00 € (netto) werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst. Eine im Berichtsjahr ausgegebene Bilanzierungsrichtlinie schreibt u.a. Nutzungsdauern sowie sämtliche hier genannten Bilanzierungsgrundsätze auch den ausländischen Tochterunternehmen vor. Folgende Nutzungsdauern werden angewendet:
Das Finanzanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet. Die Aufdeckung der stillen Reserven aus asset deals und share deals auf Ebene der Tochtergesellschaft erfolgte ausschließlich in der Geschäfts- und Betriebsausstattung im Sachanlagevermögen. Für die Ermittlung der stillen Reserven wurden die Anschaffungen zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Abschreibungen wie folgt angesetzt:
Für die Ermittlung der Nutzungsdauer wurde auf die ursprüngliche Nutzungsdauer zurückgegriffen, wobei diese aus Wesentlichkeitsgründen auf maximal fünf Jahre begrenzt wurde. Für Vermögensgegenstände mit einem Wert von maximal 800,00 € (netto) wurde eine Nutzungsdauer von einem Monat angenommen. 3.2 Umlaufvermögen Bei den Vorräten werden die Waren und Verbrauchsmaterialien zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des strengen Niederstwertprinzips angesetzt. Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und flüssige Mittel wurden zu Nominalwerten bewertet (§ 253 Abs. 1 S. 1 HGB). Nach einer fallbezogenen Einzelwertberichtigung wurde bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten das Ausfallrisiko durch eine zeitbezogene Pauschalwertberichtigung auf die verbleibenden Forderungen berücksichtigt. Forderungen, die in schweizer Franken lauten, wurden zum Stichtagskurs umgerechnet. Ausgaben, die auf einen bestimmten Zeitraum entfallen und nachfolgenden Berichtsjahren zuzurechnen sind, werden abgegrenzt und als aktive Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Die Rechnungsabgrenzungsposten sind mit dem Nennwert angesetzt. 3.3 Rückstellungen Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutsche Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst. 3.4 Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag ausgewiesen. 4 Erläuterungen zur Konzernbilanz 4.1 Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist dem Konzernanlagespiegel - Anlage zum Konzernanhang zu entnehmen. Hieraus ergeben sich auch die Abschreibungen des Berichtsjahres. Grundsätzlich erfolgt der Ausweis von Zugängen aus Unternehmenstransaktionen unter Fortführung der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie der kummulierten Abschreibungen. Im speziellen Fall des Erwerbs der MK Health Gruppe in den Niederlanden waren diese Daten kurzfristig nicht valide verfügbar weshalb lediglich der Nettozugang von EUR 33,8 Mio. (brutto EUR 45,4 Mio.) ausgewiesen wird. 4.2 Vorräte Die Vorräte beinhalten im wesentlichen Waren und Verbrauchsmaterial. 4.3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Von den Forderungen haben alle eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. 4.4 Sonstige Vermögensgegenstände Von den Sonstigen Vermögensgegenständen haben alle eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. 4.5 Flüssige Mittel Die Position enthält den Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten. Die Bankguthaben unterliegen keinen Verfügungsbeschränkungen. 4.6 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet ein Damnum (4.282 Tsd. €), das aufwandswirksam ratierlich über die Laufzeit der Akquisitionsfinanzierung bis 2028 verteilt wird, sowie vorausbezahlte Aufwendungen. 4.7 Eigenkapital Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals ist aus dem Konzerneigenkapitalspiegel ersichtlich. Das gezeichnete Kapital der CGG in Höhe von 26 Tsd. € ist voll eingezahlt. Im Berichtsjahr hat die Gesellschafterin LuxHoldCo 158.943 Tsd. € in die Kapitalrücklage eingezahlt. Der Konzernbilanzverlust beinhaltet lediglich den Jahresfehlbetrag. 4.8 Sonstige Rückstellungen Die Sonstigen Rückstellungen teilen sich auf die folgenden Positionen auf:
4.9 Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt und haben die folgenden Restlaufzeiten:
Im Rahmen des Kreditvertrags für die Akquisitionsfinanzierung mit einem Debt Fund haften alle konsolidierten Gesellschaften als Kreditnehmer und/oder als Garanten unter dem Kreditvertrag. Darüber hinaus haben alle operativen Gesellschaften im Rahmen einer Globalzession sämtliche Forderungen an den Debt Fund abgetreten sowie sämtliche Bankkonten an den Debt Fund verpfändet. Des Weiteren hat die CGG sämtliche Geschäftsanteile an ihren wesentlichen Tochtergesellschaften an den Debt Fund verpfändet. Bei den Erhaltenen Anzahlungen handelt es sich ausschließlich um in Vorkasse vereinnahmte Anzahlungen für zukünftige Behandlungen. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen handelt es sich ausschließlich um Verbindlichkeiten für Waren- und Dienstleistungsbezüge. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich ausschließlich um nachrangige Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin betreffend einer Darlehensfinanzierung. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen unverzinsliche Kaufpreisverbindlichkeiten. Abgesehen von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind die Verbindlichkeiten entweder gar nicht besichert oder es bestehen in geringem Umfang branchenübliche Eigentumsvorbehalte. 4.10 Latente Steuern Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und ihren steuerlichen Wertansätzen werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbelastung bzw. Steuerentlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Passive latente Steuern bestanden im Berichtsjahr im Corius-Konzern aufgrund eines abweichenden Wertansatzes von Sachanlagevermögen durch die Aufdeckung von stillen Reserven im Rahmen von früheren Kapitalkonsolidierungen auf Ebene der Enkelgesellschaften. Dabei kamen Steuersätze zwischen 15,8 und 43,5 % zur Anwendung. 5 Erläuterungen zur Konzerngewinn- und Verlustrechnung 5.1 Umsatzerlöse Nachfolgend sind die Umsätze nach Tätigkeitsbereichen aufgegliedert:
Die Umsatzerlöse enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von 14 Tsd. €. 5.2 Sonstige betriebliche Erträge Die Sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten mit 653 Tsd. € periodenfremde Erträge aus Vorjahren. Diese entfallen mit 452 Tsd. € auf die Jahre 2017-2019., mit 33 Tsd. € Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, mit und mit 13 Tsd. € Erträge aus der Herabsetzung von Wertberichtigungen. 5.3 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten mit 192 Tsd. € periodenfremde Aufwendungen aus Vorjahren und mit 21 Tsd. € Aufwand aus dem Abgang von Anlagevermögen. 5.4 Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die Zinsaufwendungen beinhalten Zinsaufwendungen für die Inanspruchnahme von Akquisitionsfinanzierung, Zinsaufwendungen für die Inanspruchnahme von Gesellschafterdarlehen sowie Arrangierungsgebühren. 5.5 Steuern vom Einkommen und Ertrag Im Berichtsjahr stehen Steueraufwendungen in Höhe von 1.046 Tsd. €, Steuererstattungen für Vorjahre in Höhe von 14 Tsd. € und die Auflösung von passiven latenten Steuern in Höhe von 34 Tsd. € gegenüber. 5.6 Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung Im Berichtsjahr wurden Aufwendungen in der Höhe von -2.480 Tsd. € erfasst, die nicht dem gewöhnlichen Geschäftsgang zuzurechnen waren. Diese setzen sich zusammen aus Aufwendungen aus Personalaufwendungen für Karenzgelder und außergewöhnliche Boni (811 Tsd. €), M&A Kosten und Beratungskosten (593 Tsd. €), Rechtsaufwendungen (468 Tsd. €), periodenfremden Aufwendungen (192 Tsd. €) und sonstige Aufwendungen (416 Tsd. €). 6 Angaben zur Kapitalflussrechnung Der Finanzmittelfonds beinhaltet ausschließlich die flüssigen Mittel gemäß Konzernbilanz. 7 Ergänzende Angaben 7.1 Sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum Stichtag bestehen neben den in der Konzernbilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen (§ 285 Nr. 3a HGB):
7.2 Eventualverbindlichkeiten Im Rahmen der Zulassung der medizinischen Versorgungszentren aller operativ tätigen MVZ des deutschen Teilkonzerns unter der MNC durch die zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen hat die MNC gegenüber den entsprechenden Kassenärztlichen Vereinigungen Bürgschaften für etwaige Rückforderungen der entsprechenden Kassenärztlichen Vereinigungen aus Abrechnungen abgegeben. Es sind keine Tatsachen bekannt, wonach eine Inanspruchnahme der MNC aus den Bürgschaften durch Kassenärztliche Vereinigungen wahrscheinlich ist. 7.3 Anzahl Mitarbeiter Jahresdurchschnittlich beschäftigte der Corius-Deutschlandkonzern 817 Mitarbeiter, die den folgenden Ländergruppen zuzuordnen sind:
7.4 Zusammensetzung der Organe 7.4.1 Geschäftsführer Die Geschäftsführung der CGG setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
Als Beruf üben Heidi Niemöller die Stellung als CEO und Gary Rölle die Stellung als CFO der Corius- Gruppe aus. 7.5 Konzernzugehörigkeit Die Gesellschaft erstellt den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen. 7.6 Gesamthonorar der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Das aufwandswirksam erfasste Honorar des Konzernabschlussprüfers beträgt 130 Tsd. €. Aufwendungen für andere als Abschlussprüfungsleistungen sind nicht angefallen. 7.7 Ergebnisverwendung Der Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von -46.931 Tsd. € wird auf neue Rechnung vorgetragen. 7.8 Ereignisse nach dem Stichtag (Nachtragsbericht) Zum 1. Januar 2023 hat die MVZ-Öhringen ihre MVZ-Zulassung erhalten und den operativen Betrieb aufgenommen. Der Vollzug des Erwerbs des MVZ-Koblenz hat am 1. Mai 2023 stattgefunden. Weiterhin wurde zum 4. April 2023 eine weitere MVZ-Gruppe in den Niederlanden, die "Ceulen Klinieken" dazu erworben.
München, 28. Juni 2023 Heidi Niemöller, Geschäftsführerin/CEO Gary Rölle, Geschäftsführer/CFO Entwicklung des Anlagevermögens 2022
Konzerneigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2022
Konzernlagebericht für das Berichtsjahr 20221 Allgemeine Angaben Die Corius Group GmbH, München (nachfolgend "CGG" oder "Gesellschaft"), ist die Muttergesellschaft des Gesamtkonzerns (nachfolgend "Corius Gruppe"). Die Gesellschaft wurde am 17. Januar 2022 gegründet. Mit Wirkung zum 20. April 2022 hat die CGG 100% der Anteile der Corius AG übernommen. Diese war die bisherige Muttergesellschaft der Corius Gruppe. Der 1. Mai 2022 wurde als Erstkonsolidierungszeitpunkt gewählt. Der Konzernlagebericht bezieht sich somit auf das Rumpfgeschäftsjahr. Die Corius Gruppe wurde im Jahr 2017 initiiert und hat sich zum Ziel gesetzt, durch eine Buy-and- Build-Strategie die führende dermatologische Praxis- und Klinikgruppe in Europa aufzubauen, die einerseits medizinisch-kurative Leistungen erbringt und andererseits medizinisch-ästhetische Behandlungen anbietet. Die fachliche Ausrichtung der Corius Gruppe wurde im Jahr 2018 um die operative Lymphologie und im Jahr 2020 um die Phlebologie erweitert. Neben den operativen Aktivitäten der Corius Gruppe in Deutschland betreibt die Corius Gruppe seit dem Jahr 2018 auch dermatologische und phlebologische Arztpraxen in der Schweiz. Seit September 2022 wurden die Aktivitäten weiter auf das europäische Ausland ausgeweitet. Der erste Schritt war die Akquisition der MK Health Gruppe in den Niederlanden. Nukleus des Teilkonzerns in Deutschland ist die "Gesellschaft für Mikroneurochirurgie mbH", Gensingen (nachfolgend "MNC"), mit der angegliederten "MVZ für Neurochirurgie/Neuroradiologie GmbH", Gensingen (nachfolgend "MVZ-Neuro"). Die MNC ist ein nach § 108 Abs. 3 SGB V zugelassenes Krankenhaus mit Versorgungsvertrag, das sich seit mehr als 30 Jahren auf die minimalinvasive Behandlung von Wirbelsäulenleiden spezialisiert hat und damals Vorreiter bei der Einführung von Pauschalen für diagnosebezogene Fallgruppen ("DRG-Fallpauschalen") in Deutschland war. Aufgrund der Krankenhauszulassung nach § 108 Abs. 3 SGB V besitzt die MNC die sogenannte "Gründereigenschaft", Medizinischen Versorgungszentren in der Rechtsform von GmbHs gründen und sich an solchen als Gesellschafterin beteiligen zu können. Im Rahmen der Buy-and-Build-Strategie erwirbt die MNC in Deutschland dermatologische oder phlebologische Arztpraxen über die Zulassung von Medizinischen Versorgungszentren in der Rechtsform von GmbHs. Dies geschieht in der Regel im Rahmen von Nachfolgeregelungen unter enger und partnerschaftlicher Einbeziehung der ehemaligen Praxiseigentümer. Die erworbenen Arztpraxen nehmen einerseits an der kassenärztlichen Versorgung teil und behandeln andererseits Privatpatienten und Selbstzahler. Je nach Behandlungsschwerpunkt der erworbenen Arztpraxen wird ein Umsatzanteil auch mit individuellen Gesundheitsleistungen ("IGeL") bzw. Selbstzahlerleistungen sowie mit medizinisch-ästhetischen Behandlungen erzielt. In den Niederlanden und der Schweiz werden die Gesellschaften jeweils von den Landesholdings erworben. Auch hier werden sowohl Versicherungs- als auch Privatleistungen erbracht. Zudem gehört zur erworbenen Gruppe in den Niederlanden eine rein ästhetische Klinik. 2 Geschäftsbereiche Im Berichtsjahr konnte die Corius Gruppe seine Geschäftsaktivitäten durch weitere Praxiserwerbe deutlich ausweiten.
3 Wirtschaftsbericht 3.1 Wirtschaftliches Umfeld Im abgelaufenen Jahr 2022 wurden die gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen immer noch durch den Krieg in der Ukraine sowie die Covid-19-Pandemie und damit in Zusammenhang stehende behördlich Maßnahmen beeinflusst. Eine Erholung trat durch die voranschreitende Impfkampagne und den Rückgang des Infektionsgeschehens im Laufe des Jahres ein. 3.1.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Das Wachstum der Weltwirtschaft wurde im Jahr 2022 durch den Ausbruch des Kriegs in der Ukraine sowie weltweit steigende Inflationsraten und Zinsen belastet. Steigende Energie- und Rohstoffpreise verteuerten viele Produkte und dämpften die Kaufkraft der Konsumenten. Eine verlässliche Prognose über die tatsächliche Entwicklung der deutschen Wirtschaft kann aktuell nicht abgegeben werden. Die wirtschaftliche Entwicklung wird maßgeblich von der Dauer des Ukraine- Konflikts und der damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Auswirkungen abhängen. 3.1.2 Branchenentwicklung Grundsätzlicher Wachstumstreiber im Gesundheitswesen sind der steigende Bedarf an medizinischer Behandlung, der medizinisch-technische Fortschritt, ein erhöhtes Gesundheitsbewusstsein und die demografische Entwicklung. Die vorgenannten Faktoren, eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz von Schönheitsbehandlungen sowie Einflüsse von Social Media sorgen für eine grundsätzlich höhere Bereitschaft für medizinisch-ästhetische Eingriffe. Insbesondere minimal-invasive Eingriffe wie Faltenunterspritzungen, Botulinumbehandlungen und Laserbehandlungen gehören zu den am gefragtesten Schönheitsbehandlungen. Somit ist der Gesundheitssektor weiterhin ein attraktiver Wachstumsmarkt mit einer erwartungsgemäß konjunkturresistenten, mittelfristig steigenden Nachfrage. Laut Bundesärztekammer 1 ist die Zahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte im Jahr 2022 geringfügig um 1,2 Prozent auf rund 421.000 berufstätige Ärztinnen und Ärzte gestiegen. Nachdem das Wachstum der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte schon in den Pandemiejahren 2020 und 2021 (je +1,7 % zum Vorjahr) hinter den Erwartungen zurückblieb, fiel das Wachstum im Jahre 2022 ebenfalls spürbar geringer aus als noch im Jahr vor der Pandemie (+2,5 %). Das Wachstum im ambulanten (+1,1 %) und stationären (+1,2 %) Bereich fiel in etwa gleich stark aus, wohingegen die Zahl an niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten um 3,8 Prozent sank. Ungebrochen ist der Trend zu Angestelltenverhältnissen im ambulanten Bereich: hier wurde ein Rekordwachstum von 12,6 % im Vergleich zum Vorjahr festgestellt. Bei der Zahl der Facharztanerkennungen wurde ein leichter Rückgang um -0,2 % gemeldet, nachdem in den Vorjahren noch moderate Wachstumsraten von 1,9 % (2021) und 0,6 % (2020) verzeichnet wurden. Erfreulicher entwickelte sich die Zahl der neu erworbenen Zusatz- Weiterbildungen, die um 3,3 % im Vergleich zum Vorjahr anwuchs. Die Zahl an Zusatz- Weiterbildungen zeigt als eine der wenigen Indikatoren Zeichen eines Aufholprozesses nach den Pandemiejahren, in denen die Entwicklung der neu vergebenen Zusatz-Weiterbildungen beeinträchtigt war.
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https://www.bundesaerztekammer.de/baek/ueber-uns/aerztestatistik/2022
3.2 Geschäftsverlauf 3.2.1 Finanzielle Performance Das Berichtsjahr ist das erste Jahr der Geschäftstätigkeit der neu geformten Corius Gruppe. Aufgrund unterjähriger Zugänge operativer Einheiten/Praxiserwerbe zum Konsolidierungskreis sowie insb. aufgrund der oben beschriebenen neuen Konzernstruktur sind das Berichtsjahr und das Vorjahr nur eingeschränkt miteinander vergleichbar, weshalb zu Vergleichbarkeitszwecken, wenn möglich, eine Pro-forma-Darstellung herangezogen wird. Mit pro-forma-Darstellung ist die ganzjährige Einbeziehung von Praxis- bzw. Unternehmenserwerben unabhängig vom MVZ-Zulassungsstichtag bzw. Erstkonsolidierungszeitpunkt gemeint. Als geschäftsführende Holding plant und steuert die CGG die Buy-and-Build- bzw. die Wachstumsstrategie der Corius Gruppe. Die Corius Deutschland GmbH (nachfolgend "CDG") erbringt für sämtliche direkten und indirekten Tochtergesellschaften zentrale Dienstleistungen wie Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Personalwesen/Rekrutierung, Marketing, Strategie und Organisation, Praxiskoordination, Steuern/Recht sowie IT/Datenschutz. Daneben betreibt die CDG kleinere Kosmetikinstitute und den Verkauf von Kosmetikprodukten. Die medizinisch-kurativen und medizinischästhetischen Leistungen werden ausschließlich von den Tochtergesellschaften erbracht. Im Berichtsjahr betrug der Konzernumsatz 59.781 Tsd. € wobei das Rumpfgeschäftsjahr nur 8 Monate mit Geschäftstätigkeit enthält. Weiterhin wurden Teile des MVZ München (zwei Erwerbe von Privatpraxen), das MVZ Corius Koblenz und das MVZ Corius Lüneburg aufgrund des Erwerbs im Spätjahr nur zu teilen berücksichtigt. Ebenso wurde der niederländische Teilkonzern erst ab Oktober 2022 in den Konsolidierungskreis einbezogen Bei einer Pro-forma-Darstellung hätte der Konzernumsatz im Berichtsjahr 106.604 Tsd. € betragen. Auf Deutschland entfallen dabei 76.114 Tsd. €. In der Schweiz wurden Pro-forma Umsatzerlöse in Höhe von 11.604 Tsd. € erzielt, in den Niederlanden 18.886 Tsd. €. Der für 2022 auf Pro-forma-Basis geplante Konzernumsatz in Höhe von 113.446 Tsd. € wurde im Berichtsjahr um 6.842 Tsd. € unterschritten, was insbesondere auf die Nachwirkungen der Corona Pandemie sowie der Kaufzurückhaltung aufgrund des Ukraine Krieges zurückzuführen ist. Die neben den Umsatzerlösen wesentliche finanzielle Leistungskennzahl EBITDA betrug im Rumpfgeschäftsjahr 12.444 Tsd. €. Bei einer Pro-forma-Darstellung hätte das EBIDTA im Berichtsjahr 24.122 Tsd. € betragen. Das für 2022 auf Pro-forma-Basis geplante EBITDA in Höhe von 32.771 Tsd. € wurde im Berichtsjahr um 8.649 Tsd. € unterschritten, was fast ausschließlich auf die erwähnten fehlenden Umsatzerlöse und nicht geplante zu normalisierende Aufwendungen zurückzuführen ist. 3.2.2 Nicht-Finanzielle Performance Zur Steuerung werden auch nicht-finanzielle Leistungsindikatoren genutzt. Für die ambulanten Einrichtungen werden die Fallzahlen für Kassen- und Privatpatienten sowie Selbstzahlerleistungen herangezogen. Im Rumpfgeschäftsjahr beliefen sich diese auf etwa 325.000 für GKV-Fälle, 191.000 für PKV-Fälle sowie ca. 2.000 Operationen Als Beispiel hatten wir in der CG Lympha GmbH, Köln im Jahr 2022 868 Operationen im Vergleich zu 1.166 Operationen im Vorjahr. Bei der Gesellschaft für Mikroneurochirurgie mbH, Gensingen hatten wir 908 Operationen zu 904 Operationen im Vorjahr. Alle Mitarbeiter der Corius Gruppe orientieren sich in der täglichen Arbeit in erster Linie an den Bedürfnissen von Patienten/Patientinnen und Kunden/Kundinnen. Ausgezeichnete medizinische Qualität, Vertrauen, individuelle Betreuung und moderne Behandlungsmethoden sind wesentliche Inhalte der Kundenorientierung und gleichzeitig Treiber des weiteren Wachstums. Ausweislich selbst durchgeführter Bewertungsverfahren sowie Beobachtung der Bewertungsportale genießen wir weiterhin eine sehr hohe Patientenzufriedenheit. Zentraler Bestandteil der Entwicklung des Konzerns sind die Mitarbeitenden. Deren Zufriedenheit ist eine Schlüsselgröße. Konzernintern ist daher die Fluktuationsquote eine entscheidende Steuerungsgröße. Mit verschiedenen Mitteln wird die Zufriedenheit in regelmäßigen Abständen abgefragt und es werden Maßnahmen vorgenommen und weiterentwickelt, die die Zufriedenheit der Mitarbeitenden aufrechterhält und weiter steigert. 3.3 Ertragslage Die Corius Gruppe arbeitet operativ profitabel, die wirtschaftliche Lage ist gut. Für die interne Unternehmenssteuerung und um die ganzjährige Vergleichbarkeit herzustellen, werden einerseits für Umsatz und EBITDA Pro-forma-Darstellungen herangezogen, und andererseits Normalisierungen vorgenommen. "Normalisiert" bedeutet die Korrektur um Einmal- und Sondereffekte sowie um Aufwendungen für den Konzernaufbau und für die Umsetzung der Buy-and-Build-Strategie. Das EBITDA normalisiert und Pro-forma hat sich mit 27.861 Tsd. € weiter gut entwickelt. 3.3.1 Umsatzerlöse Die Pro-forma Umsatzerlöse in Deutschland teilen sich wie folgt auf die vier Geschäftsbereiche auf:
Dazu kommen Pro-forma Umsatzerlöse in der Schweiz in Höhe von 11.605 Tsd. € - davon 10.001 Tsd. € in der Dermatologie sowie Pro-forma Umsatzerlöse in den Niederlanden in Höhe von 18.887 Tsd. €. 3.3.2 Materialaufwand Der Pro-forma Materialaufwand der Gruppe beträgt 15.443 Tsd. € und ist entsprechend der Steigerung der Pro-forma Umsatzerlöse um 4% zum Jahr 2021 gestiegen. Die Materialaufwandsquote ist somit fast identisch zum Vorjahr (14,5% zu 14,4% im Vorjahr). 3.3.3 Personalaufwand Der Pro-forma Personalaufwand der Gruppe beträgt 49.429 Tsd. € und ist im Pro-forma Vorjahresvergleich aufgrund von Personalbesetzungen zur Sicherstellung des Patientenwohls und Gehaltssteigerungen aufgrund des kompetitiven wirtschaftlichen Umfelds und der Kostensteigerungen sowie aufgrund Sonderzahlungen wie z.B. der Inflationsausgleichsprämie um 11% gestiegen. Die Personalaufwandsquote ist dadurch von 42,4% auf 46,4% gestiegen. Wir sind damit aber personell sehr gut aufgestellt und können gerade in den Zentralfunktionen das weiter geplante Wachstum sehr gut auffangen, was wiederum zu einer Reduzierung der Personalaufwandsquote führen wird. 3.3.4 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen Die Pro-forma Abschreibungen in der Höhe von 32.666 Tsd. € beinhalten im Wesentlichen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (28.987 Tsd. €;) und Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen (3.679 Tsd. €;). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände sind insbesondere geprägt von Abschreibungen der Praxiswerte und von der Amortisation des Geschäfts- oder Firmenwerts. 3.3.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die Pro-forma sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen im Berichtsjahr bei 15.717 Tsd. € und damit 12% höher als im Pro-forma Vorjahresvergleich. In Relation zum Umsatz sind diese stärker gestiegen durch Mietkostensteigerungen aufgrund der hohen Inflation, erhöhten IT-Aufwand für z.B. Verbesserungen im Cyber-Schutz sowie temporär extern hinzugebuchte Dienstleister im Finanzbereich. 3.3.6 Finanzergebnis Das Finanzergebnis in Höhe von 12.627 Tsd. € beinhaltet Zinsaufwendungen sowie weitere Kosten im Zusammenhang mit der Akquisitionsfinanzierung (Arrangierungsgebühren, Bereitstellungsprovisionen und Zinsabsicherungskosten). 3.4 Vermögenslage Die Aktivseite der Bilanz der Corius Gruppe ist geprägt von hohen Werten an immateriellen Vermögensgegenständen, die aus der Allokation der Kaufpreise auf die erworbenen Vermögensgegenstände resultieren, d.h. der Überschuss des Kaufpreises über die gekauften Anlagegüter wird als Praxiswert bzw. Geschäfts- und Firmenwert bilanziert. Zudem weist die Konzernbilanz einen überschaubaren Forderungsbestand und eine solide Liquidität auf. Die Passivseite der Konzernbilanz spiegelt die Private-Equity-typische Finanzierungsstruktur mit einem soliden Anteil an Eigenkapital und eigenkapitalersetzenden Instrumenten wie nachrangige, langfristige Gesellschafterdarlehen sowie die Akquisitionsfinanzierung wider. Aufgrund der hohen Praxiswert- und Goodwillabschreibungen, über eine kurze Nutzungsdauer, spiegelt das Konzernbilanzergebnis die starke operative Ertragslage des Corius-Deutschlandkonzerns nicht wider. 3.4.1 Anlagevermögen Das Anlagevermögen der Corius Gruppe besteht zu 98 % aus immateriellen Vermögensgenständen, die fast ausschließlich aus den Praxis- und Unternehmenserwerben resultieren. Lediglich 2 % des Anlagevermögens entfällt auf Sachanlagen. 3.4.2 Umlaufvermögen Das Umlaufvermögen der Corius Gruppe beinhaltet mit 52 % im Wesentlichen liquide Mittel sowie darüber hinaus Drittforderungen mit sehr geringer Ausfallwahrscheinlichkeit. 3.4.3 Eigenkapital Das Eigenkapital ist im Wesentlichen durch die Kapitalrücklage geprägt. Nachrangige Gesellschafterdarlehen bestehen zum Stichtag in Höhe von 160.536 Mio. €. Die rechnerische Eigenkapitalquote beträgt 24 %. Das wirtschaftliche Eigenkapital (unter Einbeziehung der nachrangingen, langfristigen Gesellschafterdarlehen) ist 58 %. 3.4.4 Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen entfallen zu mehr als der Hälfte auf Personalrückstellungen. 3.4.5 Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten werden von langfristigen Verbindlichkeiten aus der Akquisitionsfinanzierung, Gesellschafterdarlehen sowie Kaufpreisverbindlichkeiten geprägt. Sämtliche Finanzkennzahlen per 31. Dezember 2022 im Zusammenhang mit der Akquisitionsfinanzierung unterschreiten die gemäß Vertrag maximal zulässigen Schwellenwerte (sog. Covenants). Der Anteil der Verbindlichkeiten an der gesamten Bilanzsumme beträgt 75 %. 3.5 Finanzlage der Corius Gruppe Die Konzern-Kapitalflussrechnung ist Bestandteil des Konzernabschlusses. Im Berichtsjahr war eine Zunahme des Finanzmittelfonds in Höhe von 17.717 Tsd. € zu verzeichnen. Der deutlich positive Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (18.740 Tsd. €) unterstreicht die finanzielle Leistungsfähigkeit der Corius Gruppe und den Erfolg unserer Buy-and-Build-Strategie. Die Corius Gruppe wird fortan von einem Debt Fund finanziert. Sämtliche in 2023 geplanten Akquisitionen können durch diese finanziert werden. Somit stehen ausreichend Mittel für das weitere Wachstum der Corius Gruppe zur Verfügung. 4 Prognosebericht 4.1 Budget 2023 Die Konzernleitung beurteilt die zukünftige Entwicklung des Corius-Deutschlandkonzerns positiv und geht von einer nachhaltigen Fortsetzung des organischen Wachstums sowie von einer weiterhin erfolgreichen Umsetzung der Buy-and-Build-Strategie aus. Im Jahr 2023 wurden bereits weitere Praxen in Deutschland sowie eine Gruppe in den Niederlanden integriert. Weitere Add-on-Akquisitionen sind für das Jahr 2023 geplant. Für das laufende Budgetjahr 2023 wurde gemäß Konsolidierungslogik ein Konzernumsatz in Höhe von 116.346 Tsd. € und ein EBITDA in Höhe von 25.974 Tsd. € budgetiert. Der geplante Pro-forma-Umsatz soll 155.959 Tsd. € betragen. Dabei entfällt das geplante Pro-forma- Umsatzwachstum mehrheitlich auf Add-on-Akquisitionen. Das budgetierte normalisierte Pro-forma- EBITDA im laufenden Budgetjahr 2023 soll 39.887 Tsd. € (+30 % zum Vorjahr) betragen. Dabei entfällt das geplante normalisierte Pro-forma- EBITDA Wachstum mehrheitlich auf Add-on-Akquisitionen. In den Geschäftsbereichen Dermatologie und Phlebologie gehören im laufenden Budgetjahr 2023 neben der Steigerung der Fallzahlen, der weitere Auf- und Ausbau des Arbeitgebermarketings, die aktive Rekrutierung von Fachärzten/Fachärztinnen und potenziellen Nachfolgern/Nachfolgerinnen, die Implementierung einer einheitlichen IT-Strategie, der Know-how-Transfer zwischen den einzelnen Einrichtungen sowie die weitere Umsetzung einer gruppeninternen Weiterbildungsordnung zum Facharzt zu den nicht-finanziellen Unternehmenszielen. Dem Arbeitgebermarketing und der gruppeninternen Facharztweiterbildungsordnung kommt eine besondere Bedeutung zu, um bestehende Fachärzte zu binden, neue Weiterbildungsassistenten und Fachärzte zu gewinnen und weitere Nachfolgeregelungen einzuleiten und umzusetzen. Im Geschäftsbereich Lymphologie gelten ähnliche nicht-finanzielle Unternehmensziele wie für die Geschäftsbereiche Dermatologie und Phlebologie. Hauptaugenmerk liegt hier im Budgetjahr 2023 auf der Steigerung der OP-Fallzahlen. Nicht-finanzielle Unternehmensziele für den Geschäftsbereich Neurochirurgie sind im laufenden Budgetjahr 2023 die Steigerung der Fallzahlen insbesondere durch das Eingehen von Kooperationen - und die Verbesserung der Abläufe. Die Planung beruht auf getroffenen Annahmen hinsichtlich angestrebter Fallzahlsteigerungen, Anpassung von Preisen sowie des Einpreisens der gestiegenen Inflation. Bei der Planung werden dezidierte Annahmen auf Basis jeder einzelnen Entität getroffen, was zu einem nicht unerheblichen Aufwand, zeitgleich aber zu einer hohen Zuverlässigkeit und Qualität der Planung führt. 4.2 Laufendes Geschäftsjahr Q1/2023 Die Geschäftsentwicklung des ersten Quartals im Budgetjahr 2023 ist gut, d.h. Umsatz als auch EBITDA liegen leicht über Budget. 5 Risiko- und Chancenbericht In Summe sieht sich die Corius Gruppe mit einer Vielzahl von Risiken konfrontiert, die von der Konzernleitung mit einer geringen Eintrittswahrscheinlich bewertet werden. Aus Vollständigkeitsgründen werden diese jedoch im Risikobericht aufgeführt. Es sind keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar. Im Chancenbericht hingegen werden Geschäftsmöglichkeiten aufgezeigt, die nach Einschätzung der Konzernleitung eine erhebliche Eintrittswahrscheinlichkeit aufweisen und einen signifikanten Einfluss auf das zukünftige Umsatz- und EBITDA-Wachstum der Corius Gruppe haben werden. 5.1 Risikobericht 5.1.1 Risikomanagementsystem Die Corius Gruppe nutzt ein Risikomanagementsystem zur systematischen Identifizierung signifikanter und bestandsgefährdender Risiken, um deren Auswirkungen zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu erarbeiten. Das Ziel des Risikomanagementsystems besteht im Wesentlichen darin, finanziellen Verluste, Ausfälle oder Störungen zu vermeiden oder geeignete Gegenmaßnahmen unverzüglich umzusetzen sowie regulatorische und Zulassungsrisiken frühzeitig zu erkennen bzw. zu vermeiden. Wichtige Mechanismen der Früherkennung bilden dabei die Überwachung der Geschäfts- und Ergebnisentwicklung sowie der Liquidität und Zahlungsverpflichtungen. Die Überwachung der operativen Entwicklung und die Ermittlung rechtzeitiger Planabweichungen ist Aufgabe des Controllings. Falls notwendig, entscheiden die jeweiligen Verantwortlichen der Tochtergesellschaften gemeinsam mit der Konzernleitung über die angemessene Strategie und Maßnahmen bei der Steuerung der Risiken. 5.1.2 Geschäftsmodell- und brancheninhärente Risiken Regulatorische Risiken/Zulassungsrisiken Aufgrund der hohen Regulierung des Gesundheitssektors sieht sich die Corius Gruppe mit einer Vielzahl von Risiken, die sich aus der Zulassung zur gesetzlichen und privaten Gesundheitsversorgung ergeben, konfrontiert. Medizinische Versorgungszentren, Privatkliniken und Krankenhäuser sind von einer Zulassung, Konzession oder von einem Versorgungsvertrag abhängig. Da sich die Ausgestaltung des Gesundheitswesens laufend verändert, sind regulatorische Veränderungen in der (Neu-)Zulassung von Gesundheitseinrichtungen und in der Bewertung von Versorgungsverträgen nicht auszuschließen. Diesem Risiko wird durch ständige Weiterbildung des eigenen Personals sowie durch Konsultation externer Berater begegnet. Die Erlössituation des Corius-Deutschlandkonzerns ist in hohem Maße von der Entwicklung in den Regelwerken über die Vergütung in der gesetzlichen Krankenversicherung bzw. über die Gebührenordnung für Ärzte (GoÄ) abhängig. Auch der Arztberuf bzw. die ärztliche Tätigkeit unterliegt einer Vielzahl von gesetzlichen und standesrechtlichen Vorschriften, die es sorgfältig einzuhalten gilt. Verstöße dagegen können vom Verlust der Abrechnungserlaubnis bis zum Entzug der Berufsausübungserlaubnis bzw. Institutionszulassung führen. Um politische Anliegen vorzutragen und um Falschaussagen und Vorurteilen in der Öffentlichkeit zu begegnen, ist die Corius Gruppe Mitglied im "Bundesverbands der Betreiber medizinischer Versorgungszentren e.V.". Dies erweist sich in den aktuellen politischen Diskussionen als sehr wertvoll, um diese auf eine sachliche Ebene zurückzubringen. In den Niederlanden bestehen ähnliche Risiken wie in Deutschland, insb. aufgrund der Direktverhandlungen der Abrechnungs-Budgets mit den Krankenkassen. In der Schweiz kommt die Begrenzung der Zulassung von Ärzten hinzu, die in 2022 in Kraft getreten ist und wonach neue Ärzte nur zugelassen werden, wenn die gleiche Anzahl von Ärzten aufhört zu arbeiten. IT-Risiken Die Corius Gruppe ist grundsätzlich von einer funktionierenden IT-Infrastruktur abhängig. Insbesondere Praxis- und Behandlungsabläufe werden von Praxissoftware unterstützt. Dabei kommen der Datenverfügbarkeit, Datenintegrität und Datensicherheit höchste Bedeutung zu. Aufgrund der inzwischen erreichten Größenordnung der Corius Gruppe werden IT-Standards, IT-Infrastruktur und IT- Anwendungen laufend weiterentwickelt, verbessert und vereinheitlicht. Datenschutz und Patientengeheimnis Die Anforderungen an einen Gesundheitsdienstleister im Umgang mit persönlichen Gesundheitsdaten sind besonders hoch. Vor dem Hintergrund der im Mai 2018 in Kraft getretenen EU- Datenschutzgrundverordnung ist die Corius Gruppe in besonderem Maße rechenschaftspflichtig und muss die Integrität und Vertraulichkeit der Datenverarbeitung nachweisen können. Durch Einbindung des internen Datenschutzkoordinators sowie eines externen Datenschützers begegnet die Konzernleitung diesem Risiko adäquat. Erlös-, Dokumentations- und Budgetrisiken Durch die starke gesetzliche Reglementierung bestehen hohe Anforderungen in den täglichen Falldokumentations- und Abrechnungsprozessen sowie bei der jährlichen Entwicklung von Erlösbudgets sowie teilweise unterschiedliche Auffassungen über Fall-, Abrechnungs- und Vergütungsspezifikationen mit den Leistungsträgern. Aufgrund der Größe der Corius Gruppe besteht einerseits die Möglichkeit des gruppeninternen Know-how-Transfers, um solchen Risiken begegnen zu können, sowie die Möglichkeit, Praxen und Kliniken vor Ort bei der Umsetzung solcher Themen zentral zu unterstützen. Wettbewerbsrisiken Im Bereich der Gesundheitsversorgung sind zahlreiche Wettbewerber auf lokaler sowie regionaler Ebene tätig. Zunehmend sind in Deutschland bundesweit tätige Wettbewerber in den Markt eingetreten. Im Ausland besteht dieser Wettbewerb bereits. Mit dem Eintritt neuer Marktteilnehmer besteht das Risiko, dass der eigene Marktanteil negativ beeinflusst wird. Die Corius Gruppe begegnet diesem Risiko mit einem anhaltend hohen Qualitätsniveau und dem Antizipieren von Trends, um das eigene Leistungsspektrum Innovationen und Marktgegebenheiten anzupassen. 5.1.3 Personalrisiken Zu den wichtigsten personellen Einzelrisiken gehören der Fachkräftemangel und die Abwanderung/das Ausscheiden von Schlüsselpersonen. Um dem Risiko des Fachkräftemangels zu begegnen, baut die Corius Gruppe die zentralen und dezentralen Rekrutierungs- und Personalentwicklungsprogrammen weiter aus. Durch die Corius Gruppe ergeben sich für die Mitarbeiter Möglichkeiten, wie sie in kleineren Strukturen nicht darstellbar sind, insbesondere im Bereich des Arbeitgebermarketings, der (gruppeninternen) Aus- und Weiterbildung und des Know-how-Transfers. Aufgrund der Zukäufe im Ausland werden zudem grenzüberschreitende Austausche ermöglicht und gefördert. 5.1.4 Finanzielle Risiken Leistungsrisiken Die gesetzlichen Regulierungen der Vergütungssysteme im In- und Ausland bergen bei Leistungssteigerungen und Budgetabweichungen finanzielle Risiken: So werden z.B. in Deutschland Leistungssteigerungen mit hohen Preisabschlägen vergütet. Budgetunterschreitungen oder Überschreitungen können ebenfalls ein Abschlagsrisiko bergen. Die Geschäftsführer vor Ort begegnen diesem Umstand, in dem sie ihre Budgets laufend hinsichtlich Erreichung, Überschreitung und Plausibilität prüfen. Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken Liquiditätsrisiken ergeben sich, wenn Finanzmittel nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen, um fällige Zahlungsverpflichtungen vollumfänglich und fristgerecht bedienen zu können oder ungeplante Ereignisse ungünstigere Finanzierungskonditionen bedingen. Um diesem Risiko zu begegnen, werden Instrumente wie Ergebnis und Cashflow-Prognosen erstellt, detaillierte Monatsanalysen vorgenommen und KPIs systematisch genutzt. Des Weiteren besteht das Risiko, dass in Kreditverträgen vereinbarte Finanzkennzahlen (Covenants) nicht erreicht werden und somit möglicherweise ein einseitiges Kündigungsrecht der finanzierenden Banken besteht. In enger Zusammenarbeit mit der finanzierenden Bank werden je nach Situation entsprechende Maßnahmen abgestimmt, sodass das Risiko der einseitigen Kündigung durch die finanzierende Bank als moderat eingeschätzt wird. Die Finanzkennzahlen werden regelmäßig berechnet sowie überwacht. Impairment immaterielles Anlagevermögen Die Konzernbilanz weist einen hohen Anteil an immateriellen Vermögensgegenständen (Praxiswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte) auf, die aus Kaufpreisen für Praxis- und Unternehmenserwerbe resultieren. Die Kaufpreise werden durch ertragswertorientierte Verfahren ermittelt. Da der kurz- bis mittelfristige Unternehmenserfolg in hohem Maße vom Verbleib des ehemaligen Praxisinhabers im Unternehmen abhängt, kann ein Rückgang der Ertragslage beim Ausscheiden eines solchen nicht ausgeschlossen werden. Ein Rückgang der Ertragslage könnte zum Impairment des Praxis- bzw. des Geschäfts- oder Firmenwerts führen. 5.1.5 Reputationsrisiken Als Anbieter von Gesundheits- und Schönheitsdienstleistungen und durch die zunehmende Integration und Präsenz unter einem einheitlichen Gruppenauftritt unterliegt die Corius Gruppe einer starken Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, sowohl im In- als auch im Ausland. Das Patientenvertrauen und die Reputation der Corius Gruppe und den Gruppenmitglieder sind somit ein hohes Gut. Gegebenenfalls negativer Berichterstattung in Presse sowie schlechten Patientenbewertungen und Mitarbeiterrezessionen würden mit einer gezielten, direkten und indirekten Kommunikation- und Dialogstrategie begegnet werden. 5.2 Chancenbericht Chancen im Buy-and-Build-Bereich Die große Erfahrung der Corius Gruppe in der Akquisition und bei der Integration von Praxen und Kliniken ermöglicht es ihr, Investitionschancen und Akquisitionspotenziale frühzeitig zu identifizieren und zu ergreifen. Inzwischen trägt das eigene Netzwerk maßgeblich zur Neuansprache von potenziellen Praxisverkäufern und neuen Gruppenmitgliedern bei. Die Konzernleitung sieht für das laufende Budgetjahr 2023 und darüber hinaus weitere Chancen, dermatologische und phlebologische Arztpraxen für einen Beitritt zur Corius Gruppe gewinnen zu können. Hierfür werden einerseits potenzielle Praxen bzw. Praxisinhaber systematisch durch die Corius Gruppe angesprochen und andererseits wenden sich interessierte Praxen bzw. Praxisinhaber zunehmend direkt an die Corius Gruppe. Dies gilt sowohl für Deutschland, aber auch für die Niederlande und die Schweiz. Im Jahr 2023 wurden bereits weitere Praxen in Deutschland sowie eine Gruppe in den Niederlanden integriert. Derzeit finden Unternehmensprüfungen für weitere Praxiserwerbe statt Darüber hinaus befinden sich Absichtserklärungen für weitere Praxiserwerbe in Verhandlungen. Die Konzernleitung geht davon aus, dass sich aus dieser "Pipeline" im Budgetjahr 2023 weitere, zusätzliche Praxiserwerbe realisieren und vollziehen lassen werden. Chancen durch Bekanntheit und Reputation In den vergangenen Jahren konnte die Corius Gruppe ihre Markenbekanntheit bei Praxisinhabern sowie bei Dermatologen und Phlebologen laufend steigern. Uns wird ein hervorragender Ruf bei dieser primären Zielgruppe zugetragen. Dazu beigetragen haben einerseits der sanfte, partnerschaftliche und professionelle Integrationsansatz nach einer Praxisübernahme, der "Proof of Concept" des Corius- Geschäftsmodells sowie die überwiegende Zufriedenheit der Alteigentümer, die sich bisher der Corius Gruppe angeschlossen haben. Diese Strahlkraft soll dazu genutzt werden, weitere Alteigentümer für einen Beitritt und für eine Zusammenarbeit mit der Corius Gruppe zu gewinnen und zu überzeugen. Chancen im Personalbereich Mit der zunehmenden Feminisierung des Arztberufes, einer abnehmenden Risikobereitschaft zur Selbständigkeit bzw. freiberuflichen Tätigkeit sowie dem steigenden Bedürfnis nach einer ausgeglichenen Work-Life-Balance und Trend zu Arztanstellung ergeben sich aus dem Geschäftsmodell der Corius Gruppe Chancen im Personalbereich. Durch ein gezieltes Arbeitgebermarketing in Richtung Weiterbildungsassistenten und Fachärzte sowie medizinisches Fachpersonal konnte die Corius Gruppe ihre Bekanntheit und Attraktivität steigern. Corius kann als Gruppe Arbeitgebervorteile (z.B. Mitarbeitervergünstigungen, Hospitationen, interne Aus- und Weiterbildungen, etc.) anbieten, über die eine Einzelpraxis nicht verfügt. Insbesondere im Bereich der Personalgewinnung und -rekrutierung werden die Praxen zielgerichtet, entlastend und effizient von der Zentrale der Corius Gruppe unterstützt. In Deutschland kommt der Facharztausbildung zum Dermatologen innerhalb der Corius Gruppe eine große Bedeutung zu: Diese kann vollständig innerhalb der Corius Gruppe absolviert werden, ohne dass weitere Ausbildungsschritte an anderen (stationären) Einrichtungen für den angehenden Facharzt erforderlich sind. Chancen durch Größenvorteile/Best Practice Mit zunehmender Unternehmensgröße ist es der Corius Gruppe möglich, bestimmte Aufgaben und Funktionen effizient und kostengünstig zu internalisieren und zu vereinheitlichen (z.B. IT-Manager, Datenschutzkoordinator, Buchhaltung etc.) bzw. Größenvorteile (z.B. im Einkauf und bei Investitionsprojekten) zu nutzen. Internalisierte Dienstleistungen werden von der Zentrale mit einheitlichen Standards und idealerweise zu günstigeren Kosten den Praxen angeboten. In diesem Zusammenhang kann die Corius Gruppe im Sinne von "Best Practice" vom Erfahrungsschatz der einzelnen Praxen profitieren und auf bereits bestehendes Know-how zurückgreifen. Dazu gehören auch Chancen zur weiteren Verbesserung der medizinischen Qualität und Erweiterung des Leistungsspektrums durch die Definition neuer Prozesse, durch den Einsatz von neuen Technologien und der Weiterbildung von Mitarbeitern, die durch die leitenden Ärzte zwei Mal jährlich anlässlich von einem "Medical Board" diskutiert werden. Insbesondere im Bereich der Integration von Arztpraxen kann die Corius Gruppe auf einen großen Erfahrungsschatz und reibungslose Prozesse zurückgreifen. Strategische Chancen Chancen ergeben sich einerseits aus globalen Trends und Entwicklungen und andererseits aus Investitionsprojekten, Akquisitionen, Stärkung der eigenen Marke sowie durch den Eintritt in neue Regionen und Länder. Strategische Chancen sieht die Corius Gruppe insbesondere im Bereich der Praxissoftware und bei der Digitalisierung. Einerseits hat Corius Gruppe im Berichtsjahr damit begonnen, einen einheitlichen Onlineterminkalender und eine Videosprechstunde einzuführen und plant diese Vorhaben im aktuellen Jahr auszuweiten. Andererseits prüft die Corius Gruppe die Einführung einer (dermatologischen) Gesundheits-Applikation im Sinne einer digitalen, einheitlichen Patientenkommunikation, -verwaltung und -dokumentation. Darüber hinaus wurden im aktuellen Jahr verschiedene Digitalisierungsprojekte in Bezug auf die Buchhaltung angestoßen bzw. umgesetzt.
München, 28. Juni 2023 Heidi Niemöller, Geschäftsführerin/CEO Gary Rölle, Geschäftsführer/CFO Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Corius Group GmbH, München Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Corius Group GmbH und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Rumpfgeschäftsjahr vom 17. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 17. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Corius Group GmbH, München für das Rumpfgeschäftsjahr vom 17. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, 28. Juni 2023 ETL
AG
Alfred Lein, Wirtschaftsprüfer Fritz Baldus, Wirtschaftsprüfer Billigung des Konzernabschlusses Die Gesellschafterin, vertreten durch Ihre Beiratsmitglieder Herr Dr. Dietrich Schrapper, Herr Andreas Joehle und Herr Marinus Schmitt haben am 29.11.2023 einstimmig diesen Konzernabschluss für das Wirtschaftsjahr 2022 gebilligt.
München, 29.11.2023 Herr Dr. Dietrich Schrapper, Beiratsmitglied Andreas Joehle, Beiratsmitglied Marinus Schmitt, Beiratsmitglied |
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