Qlar Group GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Peter Groll seit 30.8.2019 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 50.00% | |
| 50.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Platin 1425. GmbHDarmstadtKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20191 Grundlagen des Konzerns Der Konzern unter der Führung der Platin 1425. GmbH wird nachfolgend als Schenck Process Gruppe bezeichnet. 1.1 Geschäftsmodell Die Schenck Process Gruppe ist ein weltweit führender Technologiekonzern im Bereich der hochwertigen Verfahrens- und Messtechnik für industrielle Prozesse. Mit hochverfügbaren und zuverlässigen Lösungen und maßgeschneiderten Dienstleistungen optimiert die Gruppe vor allem Schüttgut-Prozesse, die für sehr viele Industrien erfolgskritisch sind. Dabei liefert die Gesellschaft ebenso die verfahrenstechnischen Produkte zum Dosieren, Mischen, Zerkleinern, Filtern und Sieben, wie auch passend dazu hochentwickelte Hard- und Software zum Messen, Automatisieren und Überwachen. Zur Gruppe gehören Gesellschaften in Europa, Nord- und Südamerika, China, Indien, Australien und Südafrika. Sie bedient einen breit gefächerten Kundenstamm aus den verschiedensten Industriesektoren, z.B. Lebensmittel, Rohstoffe, Baustoffe, Chemie, Metalle, Kunststoffe, Transport, Schienenverkehr und Energieerzeugung. Insgesamt verfügt die Schenck Process Gruppe weltweit über 33 Standorte mit mehreren Niederlassungen. 1.2 Organisationsstruktur Im August 2019 führte die Schenck Process Gruppe ein regionales Geschäfts- und Berichterstattungsmodell ein, das die bisherige Matrixstruktur ersetzt, um die Rechenschaftspflicht und Reaktionsfähigkeit des Unternehmens zu verbessern, das in den lokalen Märkten vorhandene Potenzial bestmöglich zu nutzen sowie Wachstums- und Rentabilitätsziele zu erreichen. Hierdurch können diese selbständiger, schneller und eigenverantwortlicher handeln und damit flexibel auf verändernde lokale Kundenwünsche reagieren. In dieser neugeschaffenen, schlankeren Struktur ist jede Region für alle Aspekte ihres Geschäfts verantwortlich. Damit wird dem regionalen Management ein erweiterter unternehmerischer Entscheidungsraum gegeben, um die Kontakte zum und die Zusammenarbeit mit dem Kunden auszubauen. Die neue Organisations- und Berichtsstruktur wird durch die drei Regionen Americas (Nord- und Südamerika), APAC (Asien, Indonesien und Australien) und EMEA (Deutschland, übriges Europa und Afrika) abgebildet. Die neue Struktur wird durch das Group Leadership Team (GLT) repräsentiert, in dem neben der Geschäftsführung (CEO und CFO) die Regionalleiter Americas, APAC und EMEA sowie der Chief Commercial Officer (CCO), der Chief Technology Officer (CTO) und der Chief Human Resources Officer(CHRO) vertreten sind. Zudem sind weitere wichtige Unterstützungsfunktionen (Corporate functions) im Corporate Center wie Forschung und Entwicklung, IT, Accounting, Controlling, HR, Legal und weitere Funktionen mit einer weltweiten Verantwortung ausgestattet. Aufgabe dieser Zentralfunktionen ist die effiziente Unterstützung der Regionen durch das Erarbeiten von - wo sinnvoll - globalen Lösungen und sicherzustellen, dass mittels gleichgerichteter, globaler Prozesse und Methoden gesetzliche Bestimmungen sowie regulatorische Standards eingehalten werden. Im Folgenden ist die neue Organisations- und Berichtsstruktur zusammenfassend dargestellt:
Um international mit den Kunden nachhaltig und nachweisbar erfolgreich zu sein, unterteilt die Schenck Process Gruppe ihr Geschäft innerhalb der Regionen in die zwei Geschäftsbereiche Original Equipment (OE) und Aftermarket (AM). Durch OE wird der Verkauf spezifischer Produkte oder umfassenderer produktbasierter Anlagen und Lösungen sichergestellt, die die installierte Basis an Equipment der Gruppe ergänzen. Im Gegensatz dazu bietet AM Dienstleistungen, Ersatzteile und Verbrauchsgüter an, die es den Kunden ermöglichen, unsere Geräte und Anlagen wirtschaftlich und erfolgreich zu warten und zu betreiben. Um den Erfolg strategischer, industriebezogener Initiativen zu erarbeiten, umzusetzen und zu messen, ein detailliertes Verständnis für Geschäftsprozesse und die Branche zu entwickeln sowie eine effiziente Steuerung der Verkaufs- und Vertriebsaktivitäten zu ermöglichen, werden die jeweiligen Geschäftsbereiche in die wesentlichen Industriesektoren eingeteilt, die grob den zwei Marktsegmenten FCP (Food, Chemicals & Plastics) und CMM (Construction, Mining & Metals) zugeordnet werden können. Dem FCP Marktsegment sind die Industrien Lebensmittel, Tierfutter, Chemie und Kunststoff zugeordnet. Es werden äußerst präzise, qualitativ hochwertige und hochverfügbare Lösungen für die verfahrenstechnische Prozesse dieser Industrien realisiert, die eine Vielzahl unterschiedlicher und teilweise sehr empfindliche und wertvolle Schüttgüter verarbeiten. Die Gruppe verfügt über ein herausragendes Know How zu diesen Kundenprozessen und darin verwendeten Schüttgütern. Sie ist mit entsprechend angepassten Standardprodukten in der Lage, die Kundenbedürfnisse optimal zu erfüllen. Die technischen Anwendungen - zuletzt verstärkt durch die Akquisition der PCL/Kemutec im vierten Quartal 2018 - umfassen das pneumatische und mechanische Handling von Schüttgütern, Wägen, Dosieren, Mischen, Klassifizieren, Entstauben, Sieben und Filtern sowie Lösungen für das Befüllen und Entleeren von Schüttgütern unterschiedlichster Eigenschaften. Fast immer sind intelligente, proprietäre Steuer-, Regel- und Automatisierungselemente Bestandteil dieser häufig prozessoptimierenden Applikationen. Für das Marktsegment CMM fokussiert sich die Gruppe auf Anwendungen und Lösungen für die Rohstoff-Gewinnung, den wichtigsten metallurgischen Prozessen (inkl. Kupfer und Gold) sowie für die Baustoffindustrie, dem Transport- und Logistikbereich und der Energieerzeugung. Im Fokus dieser Industrien stehen Prozesse mit sehr hohen Schüttgut-Durchsatzleistungen (Tonnen/Tag) oder hohem Wert des Schüttgutes selbst (Wert/Tonne). Die Gruppe bietet auch für diese Industrien maßgeschneiderte Anwendungen und Lösungen zur optimierten Verarbeitung und Verladung von Schüttgütern. Für Erze und Mineralien ist der Siebvorgang solcher Schüttgüter ein kritischer Schritt für alle Folgeprozesse, der oft und mit hoher Effizienz bereits nahe der Rohstoffgewinnung durchgeführt wird. Der nächste und dem Schüttgut deutlichen Wertzuwachs verschaffende Schritt, der durch die Akquisition der RBS in der zweiten Jahreshälfte 2018 optimiert wird, ist das Mahlen oder Pulverisieren dieser Schüttgüter, um das feinere Material in nachgelagerte Prozesse wie Metallurgie, Baustoffproduktion oder relevante thermische Prozesse einbringen zu können. Dazu zählen auch zunehmend Schüttgüter der Recycling-Industrie die vermehrt den primären Schüttgütern beigemischt werden. Zum Portfolio von Fördersystemen für Schüttgüter gehören hier ebenfalls pneumatische und mechanische Systeme. Für alle Kunden (beide Marktsegmente) liefert die Gruppe mechanische Filter und Hochspannungsschaltnetzteile (ModuPower) für Reinluftmodule, die zur Entstaubung und Abluftreinigung eingesetzt werden. Darüber hinaus vermarktet die Gruppe auch Versandautomationssysteme der LOGiQ-Reihe, mit denen die Effizienz der Anlagenlogistikprozesse bei ein- und ausgehenden Schüttgütern gesteigert werden kann. Im Weiteren werden den Kunden aus der Industrie und insbesondere der Bahnindustrie wegweisende Lösungen für logistische Wägesysteme und Diagnosesysteme angeboten. Das Produkt- und Leistungsangebot wird schrittweise "Internet of Things" (IoT) - fähig gemacht und um digitale Lösungen erweitert, die das bereits vorhandene Portfolio um weitere intelligente Steuerungen und Regelungen zur weiteren Effizienzsteigerung, Energieeinsparung, sowie Emissionsreduzierung der Prozesse unserer Kunden ergänzen. Beispielhaft zeigen sich in den letzten zwei Jahren zunehmend Erfolge im Bereich von Zustandsüberwachungssystemen von Siebanlagen, die unserem Kunden helfen, Stillstands-Zeiten zu vermeiden bzw. im Sinne der Verfügbarkeit Wartungseinsätze besser zu planen. 1.3 Externe Einflussfaktoren auf das Geschäftsmodell Die Schenck Process Gruppe beliefert und unterstützt ihre Kunden weltweit und ist über ein international verzweigtes Netzwerk aus Produktionsstandorten, Kompetenzzentren und Servicestützpunkten überall dort vertreten, wo es gilt, lokale Kundenbedürfnisse zufrieden zu stellen. Das Unternehmen ist in Bezug auf seine Kunden in deren wettbewerbsrelevanten Regionen tätig; zusammen mit der diversifizierten Kundenstruktur führt dies grundsätzlich zu einer geringen Abhängigkeit von einzelnen Regionen und Branchen. Die einzelnen Geschäftsbereiche verfügen über langfristige Beziehungen mit branchenführenden, weltweit tätigen Kunden. Vor diesem Hintergrund sind die branchenspezifischen Entwicklungen in den Zielmärkten von besonderer Bedeutung für die Schenck Process Gruppe. Dies betrifft unter anderem die Preisentwicklung auf den Rohstoffmärkten, die Investitionsentscheidungen in wichtigen Anwenderindustrien und somit das Wachstumspotential. Für das Marktsegment CMM und die Kunden in der Rohstoffgewinnung ist erfahrungsmäßig die Entwicklung der Nachfrage nach Eisenerz und anderen Rohstoffen, speziell auf dem chinesischen Markt, besonders relevant. Energiepolitische Entscheidungen und deren Auswirkungen auf Betreiber von konventionellen Kraftwerken können negative Auswirkungen ebenso wie die Zunahme von alternativen Brennstoffen positive Auswirkungen auf das Geschäft der Gruppe haben. Im Marktsegment FCP sind die Konsequenzen regulatorischer Vorgaben, wie zum Beispiel die zunehmend strengeren Hygiene- und Qualitätsstandards für Nahrungsmittelhersteller zu berücksichtigen. Ebenso können sich Veränderungen des Ölpreises, insbesondere im Verhältnis zum Gaspreis, auf die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden im Chemie- und Kunststoffsektor niederschlagen und ihre Investitionsentscheidungen beeinflussen. 1.4 Forschung und Entwicklung Insgesamt bedient die Schenck Process Gruppe ein weit gefächertes Netzwerk von Kunden verschiedener Größe, Industrien und regionaler Verteilung. Diese stellen hohe Ansprüche an unsere Produkte und legen vermehrt Wert auf intelligente Lösungen, die ihnen helfen, Rohmaterial- und Energiekosten zu minimieren, sowie Emissionen (z.B. CO 2, NOx und SOx), Einflüsse auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Deshalb ist es ein wichtiges Ziel, in den verschiedenen Kompetenzzentren der Länder bzw. Regionen herausragende, kundenspezifische, Produkte und Lösungen zu entwickeln. Alle Entwicklungsaktivitäten werden zentral gesteuert und koordiniert. Im Geschäftsjahr 2019 wurden folgende wesentliche Produkte entwickelt und teilweise bereits in den Markt eingeführt: Der Produktbereich der Dosierwaagen wurde um das Produkt ProFlex C 100 ergänzt. Mit Hilfe dieses hochgenauen Dosierers lassen sich speziell kleinere Dosierleistungen im Bereich von z.B. Extruder-Anwendungen realisieren. Diese Neuerung rundet den Produktbereich der Differentialdosierwaagen grundsätzlich ab und ermöglicht allgemein einen besseren Marktzugang in vielen Anwendungen im FCP Marktsegment. Mit der Coriolis Massendurchfluss-Messtechnik hat Schenck Process weltweit ein Alleinstellungsmerkmal und hält einen hohen Marktanteil in unterschiedlichen Industrien beider Marktgruppen. Zentrales Produkt für diese Applikation ist ein Messgetriebe zur hochgenauen Messung des Massendurchflusses. Die Gruppe hat erfolgreich Tests der nächsten (patentierten) Messgetriebegeneration abgeschlossen und führt das Produkt nun als Nachfolgeprodukt in den Markt ein. Mit den Vorteilen einer erhöhten Genauigkeit, eines besseren Luftspülungskonzeptes und geringerer Kosten verspricht dieses Produkt nicht nur im Bereich von Neuanlagen, sondern auch bei der installierten Basis den Marktanteil im Vergleich zu Lösungen des Wettbewerbs ausweiten zu können. Für die Rohstoffgewinnung wurde insbesondere für den chinesischen Markt ein neues, belagerregtes Sieb mit sogenannter flip flop-Technologie entwickelt. Hierbei wird durch hochdynamisches Spannen und Entlasten der Siebbeläge die Klassifikationsleistung gerade bei klebrigen Schüttgütern deutlich verbessert. Diese Entwicklung ist eine Weiterentwicklung der von der Schenck Process Gruppe in Europa entwickelten flip flop-Technologie durch unser Sieb-Kompetenzzentrum in Australien mit deutlichen Anpassungen an die Anforderungen der Kunden in China. Intensiv wurde an der Entwicklung der Nachfolge-Plattform der industriellen Mess- und Wäge-Controller gearbeitet, deren erste Ausführungs- / Applikations-Variante im ersten Halbjahr 2020 an den Markt gehen wird. Diese neue, industrielle Gerätgeneration wird erstmals eine intuitive Benutzerführung aufweisen und IoT-fähig sein. Die Ergonomie der neuen Software erhielt den reddot-Award 2019. Die Hardware- und Softwarearchitektur wird derzeit für Applikationen im Bereich von Sensor/Datenaufnahme und Datenverarbeitung mittels intelligenter Algorithmen für ergänzende Prozess-Zustandsüberwachungen bzw. Prozess-Regelsysteme vorbereitet. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Schenck Process Gruppe beinhaltet für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 20,1 Mio. € (Vorjahr: 14,5 Mio. €). Darüber hinaus wurden Entwicklungskosten in Höhe von 8,1 Mio. € (Vorjahr: 8,6 Mio. €) als immaterielle Vermögenswerte aktiviert. Die in den Forschungs- und Entwicklungskosten enthaltenen Abschreibungen auf kapitalisierte Entwicklungskosten betrugen 6,5 Mio. € (Vorjahr: 5,2 Mio. €). Die Summe der Forschungs- und Entwicklungsleistungen betrugen 3,2% (Vorjahr: 2,4%) des Umsatzes. 1.5 Unternehmenssteuerung Als wesentliche Steuerungsgröße der Geschäftsaktivitäten dienen erhaltene Kundenaufträge (als "Auftragseingang" bezeichnet), der Umsatz, die Profitabilitätskennzahl "Bereinigtes EBITDA" sowie die Liquiditätskennzahl "Free Cashflow". Die um Sondereinflüsse, Ertragsteuern, Zinsen, Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögensgegenstände bereinigte Darstellung des Betriebsergebnisses zeigt die operative Leistung des Unternehmens. Der Free Cashflow definiert sich als Mittelzufluss oder Mittelabfluss aus betrieblicher Tätigkeit und Investitionstätigkeit nach Steuern, aber vor Finanzierungstätigkeit und M&A Aktivitäten. Die Steuerung der Geschäftsaktivitäten erfolgt über die beschriebenen Finanzkennzahlen hinaus nach den Kennzahlen Unfallhäufigkeit (LTIFR; Lost Time Injury Frequency Rate), Reklamationsquote (CCR; Customer Compliant Ratio), Liefertreue (OTD; On Time Delivery) sowie Umsatzerlöse je Mitarbeiter der letzten 12 Monate (LTM-Sales per Head) sowie Working Capital, bestehend aus dem Vorratsvermögen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, vermindert um die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. 1.6 Umwelt-, Sozial- und Unternehmungsführungskriterien (Corporate Governance) Als internationales Unternehmen mit einem Angebot an Produkten für eine Vielzahl von Industrien ist es das Selbstverständnis der Gruppe, einen positiven gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Die Umwelt-, Sozial- und Corporate Governance-Aspekte sind sowohl für die Gruppe selbst als auch deren Eigentümer Blackstone von hoher Bedeutung, da sie einen wesentlichen Beitrag zu langfristiger und nachhaltiger Wertschaffung leisten werden. Bei der Umsetzung der Geschäftstätigkeit legt die Gruppe Wert auf ethisch korrekte Praktiken, die Einhaltung der Menschenrechte und der lokalen Gesetze sowie die positive Mitentwicklung von direkt und indirekt involvierten Gemeinschaften und Interessensgruppen in den Bereichen Sicherheit, Umweltschutz und soziale Verantwortung. Damit verpflichtet sich die Gruppe auch selbst, einen aktiven Beitrag zu den 17 von den Vereinten Nationen definierten "Sustainable Development Goals" zu leisten. Die angebotenen Lösungen für das Wägen, Dosieren, Luft-Filtrationstechnik, Automatisieren und Diagnostizieren, Fördern und Sieben in verschiedensten Marktsegmenten tragen zu optimierten Produktionsprozessen bei und können damit einen Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft dieses Planeten leisten. Darüber hinaus werden gezielt lokale und globale Aktivitäten unternommen, um die Einhaltung von Umwelt-, Sozial und Corporate Governance-Kriterien zu gewährleisten. Nebst der ausgesprochenen Selbstverpflichtung zur Einhaltung aller rechtlich gebotenen Umweltstandards engagiert sich die Schenck Process Gruppe auch darüber hinaus mit der Zertifizierung der Produktionsstandorte. Bisher wurden zwei Standorte nach ISO14001 zertifiziert, weitere Standorte werden folgen. Die Gruppe berücksichtigt bei der Gestaltung, Entwicklung und Herstellung ihrer Produkte die Auswirkung auf die Umwelt und bemüht sich insbesondere um Verbesserungen und Neuerungen, die zu einer Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen bei der Produktion wie auch im Regeleinsatz bei ihren Kunden führen. Die Arbeitssicherheit hat oberste Priorität für alle mit der Gruppe interagierenden Personen, weiterführende Informationen sind in Kapitel 3.4 aufgeführt. Die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter stehen als Tagesordnungspunkt auf allen Sitzungen des Managements und des Beirats. Der Fokus der Schenck Process Gruppe liegt klar auf der Prävention von Arbeitsunfällen mit dem Ziel "Null Arbeitsunfälle". In den seltenen Fällen von Arbeitsunfällen werden diese sorgfältig untersucht und die entsprechenden Prozesse geprüft, um sicherzustellen, dass die erforderlichen Verbesserungen an den Prozessen ausgeführt werden. Die Schenck Process Gruppe setzt sich gezielt auch für soziale Themen in den jeweiligen umliegenden Gemeinschaften ihrer Niederlassungen ein. Die daraus entstehenden Aktivitäten werden stets gleichermaßen von Mitarbeiterseite als auch Unternehmensvertretung unterstützt. Beispiele hierfür sind Flussreinigungsaktivitäten in Indien, Spendensammelaktionen im Rahmen von gemeinsamen Mittagessen für die Buschbrände in Australien oder die Unterstützung von weiterbildenden Maßnahmen für südafrikanische Bürger. Die Gruppe hat darüber hinaus klar strukturierte Regeln zur Unternehmensführung (Corporate Governance), die sich, soweit anwendbar, an den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex orientieren. Die Tätigkeit der Geschäftsführung wird von einem freiwillig gebildeten Beirat auf Ebene der Platin 1426 GmbH, die sich aus Vertretern der Gesellschafter sowie unabhängigen Experten zusammensetzt, beratend begleitet. Der Beirat tagt ca. zehnmal im Jahr und behandelt operative und strategische Themen. Der Beirat hat zwei Ausschüsse gebildet, einen Prüfungsausschuss (Audit Committee) und einen Vergütungsausschuss (Remuneration Committee). Das Audit Komitee unterstützt bei der Überwachung der Prozesse des Rechnungswesens und der Abschlusserstellung und wird unabhängig von Wirtschaftsprüfung und Innenrevision informiert. Das Vergütungskomitee befasst sich mit der Vergütung der oberen Führungskräfte sowie den Grundsätzen der variablen Vergütung im Unternehmen. 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Schenck Process Gruppe als weltweit aktiver Technologiekonzern sieht das Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP), das vom Internationalen Währungsfonds (IWF) berichtet wird, als wesentlichen Referenzwert für die eigene Entwicklung an. Nachdem die Weltwirtschaft in 2018 noch um 3,7 % gewachsen ist, geht der IWF für das Kalenderjahr 2019 von einem Wachstum der Weltwirtschaft von 2,9 % aus. Vor allem Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China dämpften die Stimmung in beiden großen Volkswirtschaften, deren Wachstumsraten laut IWF rückläufig waren. Auch im Hinblick auf Europa berichtete der IWF über geringere Wachstumsraten unter anderem aufgrund der Unsicherheiten um den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU.
1) Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, Quelle: Internationaler Währungsfonds (20. Januar 2020) 2.2 Branchenentwicklung nach Regionen Neben den aktuellen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben branchenspezifische Entwicklungen einen Einfluss auf die verschiedenen Regionen, die im Folgenden näher beleuchtet werden. Americas (Nord- und Südamerika) Die relevanten Branchen auf nordamerikanische Markt entwickelten sich insgesamt stabil, jedoch teilweise unterschiedlich im vergangenen Geschäftsjahr. Der in der Region Americas für Schenk Process wichtige Nahrungssektor für Mensch und Tier verzeichnet weiterhin ein stetiges Wachstum, obwohl eine Vielzahl von Investitionen in der Getreideindustrie aufgrund der Unsicherheiten auf den globalen Märkten und den fallenden Getreidepreisen verlangsamt wurden. Ein Wachstumstreiber waren in 2019 die steigenden Investitionen in pflanzenbasierte Fleischalternativen und Fertiggerichte. Die relevanten Industrien im FCP Marktsegment entwickeln sich mit relativ stabilen Umsatzzahlen. Aufgrund der diversifizierten Angebotspalette konnte die Schenck Process Gruppe sich auf attraktive Kundengruppen konzentrieren. So konnte beispielsweise der Rückgang in der petrochemischen Industrie durch Wachstum in technischen Kunststoffen (z.B. Compound) ausgeglichen werden. Ferner ersetzen einige Projekte in der Lebensmittelindustrie ein großes Projekt im Bereich Tiernahrungsmittel. Am Markt sind allerdings auch die generellen Unsicherheiten aufgrund der aktuellen Handelspolitik zu spüren. Auch der Nachfragerückgang in der Autoindustrie wirkte sich negativ auf die Marktentwicklung aus. In diesem Sektor hielten sich gleichwohl die Projektaufträge der Produzenten für Polyolefine und Polymere stabil, zeigten aber Anzeichen einer Verlangsamung. Auch sind hier Recycling und Nachhaltigkeit weiterhin wichtige Themen. Verschiedene Technologien konkurrieren derzeit um die künftige Vorherrschaft. Mit Blick auf die Rohstoffmärkte speziell in Südamerika und Kanada ergaben sich interessante Potentiale insbesondere im Zusammenhang mit der Förderung von metallischen Erzen (inkl. Kupfer und Gold) und Förderung und Weiterverarbeitung von Rohstoffen, die durch den Trend zur Elektromobilität (Akkumulatoren) deutlich stärker nachgefragt werden. Schenck Process passte seine Aktivitäten und Aufstellung im Marktsegment CMM entsprechend an. Der Baustoff-Sektor verzeichnete ein stabiles Wachstum aufgrund der Vielzahl von privaten und öffentlichen Infrastrukturprojekten. Wie erwartet hat sich der in Nord Amerika für das CMM Marktsegment traditionell hohe Geschäftsanteil im Energiesektor weiter reduziert. Im Metallurgie-Sektor startete Schenck Process zwar stark in das Jahr 2019, musste aber im weiteren Verlauf sinkende Umsätze verzeichnen. Dies lag insbesondere am starken Rückgang der Kraftfahrzeugproduktion. Das AM-Geschäft verzeichnete einen Zuwachs, das die Umsatzrückgänge im OE-Geschäft nahezu ausgleichen konnte und für den Anstieg des Betriebsergebnisses in der Region Americas verantwortlich ist. APAC (Australien, China, Indien, übriges Asien) In einem nach wie vor allgemein wachsenden Marktumfeld sind die Entwicklungen in den für die Schenck Process Gruppe relevanten Märkten sehr unterschiedlich und daher zum Teil deutlich abweichend von den allgemeinen Wachstumsraten der Gesamtmärkte. Es bestätigte sich der Trend der relativen Verlagerung der Umsätze von Neuinvestitionen zum Aftermarket. In Australien konnte die Schenck Process Gruppe auch in 2019 ihre starke Position im Bereich der Rohstoffindustrie - insbesondere für Eisenerz - behaupten. Grundsätzlich setzte die rohstoffgewinnende Industrie den allgemeinen Trend des Vorjahres in 2019 fort. Der Markt wuchs in nahezu allen größeren Sub-Regionen in APAC. Einzig in China stagnierte dieser Bereich, da hier der Rohstoffmarkt allgemein wie auch die Aktivitäten der Schenck Process Gruppe in der Vergangenheit noch stark auf die Kohleindustrie ausgerichtet waren. Wie auch in Americas ergeben sich hier gegenläufig neue Möglichkeiten für metallische Erze und zur Förderung und Weiterverarbeitung von Rohstoffen entsprechend dem Trend zur Elektromobilität. Der Zementbereich in China und Indien war insgesamt stabil, da der Bau von Neuanlagen (Greenfield) zwar rückläufig ist, sich aber kompensierend immer stärker zu einem Brownfield-/Modernisierungsmarkt entwickelt, der von Emissionsreduzierungen und Einsatz von alternativen Brennstoffen geprägt ist. Der Stahlbereich hingegen setzt die Entwicklungstrends der Vergangenheit fort. In China werden nach wie vor Überkapazitäten angepasst während in Indien aufgrund der lokalen Entwicklungen die Investitionsneigung weiterhin anhält. In den relevanten Märkten des FCP-Marktsegments, das einen geringen Teil der regionalen Aktivitäten darstellt, lagen die Wachstumsraten in etwa auf dem Niveau der allgemeinen Marktwachstumsraten der Region oder sogar darüber. Das Wachstum ist vor allem getrieben durch eine weiter steigende Bevölkerung und der damit einhergehenden wachsenden Nachfrage und dem ebenfalls steigendem Konsum. Dies führt zu einem allgemein positiven Trend mit steigenden Wachstumsraten. Die Gruppe setzt seine strategische Ausrichtung auf den Ausbau der Präsenz in den Lebensmittel-Märkten konsequent fort und konnte so in China in 2019 eine Verdopplung von Umsatz und Auftragseingang verzeichnen. Das Servicegeschäft (Aftermarket) ist für mehr als 50% der Umsätze der Region verantwortlich, die im Geschäftsjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen sind. Das Aftermarket-Geschäft trägt zu einem wesentlichen Anteil des Betriebsergebnisses bei. EMEA (Deutschland, übriges Europa und Afrika) Europa war in 2019 von einem schwierigen, teilweise rezessiven Umfeld geprägt, dem sich auch die Gruppe nicht völlig entziehen konnte. Das spiegelte sich auch im rückläufigen Auftragseingang im Neugeschäft (Original Equipments) wider. Während sich die Chemikalien- und Kunststoffindustrie im ersten Quartal noch sehr positiv entwickelt hatte, folgte in den darauffolgenden Quartalen ein Einbruch getrieben durch den starken Rückgang im Automobilsektor und den anhaltenden weltpolitischen Unsicherheiten. Die Nahrungsmittelindustrie befindet sich weiterhin auf einem moderaten Wachstumstrend in EMEA mit teilweise stärkerem Wachstum in verschiedenen Unterindustrien wie zum Beispiel in der Tierfutter- und Kaffeeindustrie. Durch unsere starke Präsenz in den einzelnen Ländern im Aftermarket konnten wir weiterhin die Umsätze steigern und die Profitabilität in der Region sichern. Positiv hat sich für die Schenck Process Gruppe im vergangenen Berichtsjahr die rohstoffgewinnende Industrie mit weiterhin positiven Wachstumsraten dargestellt. Dies gilt besonders für Russland, Ost-Europa und Afrika. 2.3 Wettbewerbssituation und Markstellung Das Marktumfeld der Schenck Process Gruppe ist geprägt von starkem Wettbewerb und ist einem gewissen Preisdruck ausgesetzt. Die Konkurrenz im Marktsegment FCP besteht aus einer Vielzahl von mittelständigen Anbietern, die vielfach nur regional tätig sind. Die Schenck Process Gruppe ist im Marktsegment FCP einer der weltweit führenden Anbieter von Systemen und Komplettanlagen sowie bei Produkten der Transport- und Dosiertechnik. Im Marksegment CMM konkurriert die Schenck Process Gruppe mit eher großen globalen Anbietern. Die Gruppe ist hier Marktführer bei Dosieranwendungen in der Zementindustrie und ist ein wesentlicher Anbieter von Lösungen der Wiege-, Verfüll-, und Siebtechniktechnik für die rohstoffgewinnenden Industrien. 2.4 Geschäftsverlauf 2.4.1 Überblick Schenck Process Gruppe Im Folgenden wird die Entwicklung der wesentlichen operativen Kennziffern (KPIs) der Schenck Process Gruppe für 2018 und 2019 dargestellt. Die Ergebnisgröße EBITDA einschließlich der Ergebniseffekte aus Akquisitionen wird dabei um die in der Darstellung der Ertragslage erläuterten Sondereinflüsse bereinigt wiedergegeben (bereinigtes EBITDA). Weiterführende Erläuterungen finden sich in den folgenden Abschnitten des Konzernlageberichts. Im Jahr 2016 beschloss die Gruppe den Ausstieg aus dem modularen Kohlekraftwerkgeschäft, das als Nicht-Kerngeschäft eingestuft wurde. In den darauffolgenden Jahren wurden der Lagebericht und die Geschäftsanalyse ohne Berücksichtigung des Nicht-Kerngeschäfts erstellt. Die Ergebniseffekte aus dem Nicht-Kerngeschäft waren 2018 jedoch gering und wirkten sich im Laufe des Jahres 2019 nicht mehr aus. Die Anpassungen sind in der unten stehenden Tabelle aufgeführt.
1) Geschäftsjahr 2018: 660,4 Mio. € - 1,6 Mio. € Nicht-Kerngeschäft = 658,8 Mio. € bereinigter Auftragseingang 2) Geschäftsjahr 2018: 609,3 Mio. € - 2,5 Mio.€ Nicht-Kerngeschäft = 606,8 Mio. € bereinigte Umsatzerlöse 3) Geschäftsjahr 2018: 89,6 Mio. € + 4,8 Mio. € EBITDA der in 2018 erworbenen Unternehmen = 94,4 Mio. € bereinigtes EBITDA 4) Positiver EBITDA-Effekt aus der Einführung der neuen Leasingbilanzierung nach IFRS 16 zum 1.1.2019 von 11,6 Mio. € 2.4.2 Auftragseingang und -bestand nach Regionen und Geschäftsarten Nachstehend wird die Entwicklung der Auftragseingänge sowie des Auftragsbestands für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 dargestellt. Dabei erfolgt zum einen eine Unterteilung in die Steuerungsregionen und zum anderen nach den Geschäftsarten der Schenck Process Gruppe nach Regionen.
1) Geschäftsjahr 2018: 660,4 Mio. € - 1,6 Mio. € Nicht-Kerngeschäft = 658,8 Mio. € bereinigter Auftragseingang Der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2019 blieb aufgrund von unterstützenden, wenn auch geringen Wechselkurseffekten im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert. Der Rückgang in Original Equipment (OE) ist neben der allgemein verhaltenen Investitionsneigung auf zwei außergewöhnlich große Einzelaufträge in Nordamerika und Australien im Jahr 2018 zurückzuführen. Dieser Rückgang im Jahr 2019 konnte durch die positive Entwicklung des FCP-Marktsegments in der Region EMEA nur zum Teil kompensiert werden. Dagegen war die Entwicklung der Auftragseingänge im Bereich Aftermarket (AM) positiv. Dies ist insbesondere auf die Zunahme des durch die rohstoffgewinnende Industrie geprägten Geschäfts in Australien und Südamerika zurückzuführen. In Nordamerika lag dies vor allem in der ganzjährigen Einbeziehung der im Vorjahr getätigten Akquisitionen begründet.
Abschließend wird für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 der Auftragsbestand nach den Geschäftsarten Original Equipments und Aftermarket dargestellt.
Der Auftragsbestand konnte mithilfe des Rückenwindes vom Devisenmarkt um 12,5 % auf einen Rekordwert in Höhe von 275,3 Mio. € gesteigert werden und legte damit eine solide Grundlage für den Start ins Jahr 2020. 2.4.3 Umsatzerlöse nach Regionen und Geschäftsarten
1) Geschäftsjahr 2018: 609,3 Mio. € - 2,5 Mio.€ Nicht-Kerngeschäft = 606,8 Mio. € bereinigte Umsatzerlöse Insgesamt stiegen die Umsatzerlöse der Gruppe um 4,2 % auf 632,4 Mio €. Das Wachstum wurde durch Wechselkurseffekte angetrieben. Akquisitionen trugen 57,5 Mio. € dazu bei (Vorjahr: 24,5 Mio. €). Das Wachstum in der Region Americas resultiert hauptsächlich aus dem AM-Geschäft mit +19,7%, das den Rückgang im OE-Geschäft mit 6,8% mehr als kompensieren konnte. Die Verminderung der Umsatzerlöse in OE geht einerseits auf einen bereits weitgehend angearbeiteten, sehr großen Einzelauftrag des Vorjahres zurück, dem andererseits im abgelaufenen Jahr die zurückhaltende Auftragsvergabe der Kunden vor allem bei Großprojekten gegenübersteht. Der Anstieg der Umsatzerlöse in AM mit 19,5 Mio. EUR ist wesentlich auf die ganzjährige Einbeziehung der im Jahr 2018 getätigten Akquisitionen zurückzuführen, die zudem einen vergleichsweise hohen Umsatzanteil des AM-Geschäfts aufweisen. Maßgeblich für das Umsatzwachstum in der Region APAC war die starke Nachfrage im Aftermarket-Geschäft, das insbesondere vom CMM Marktsegment in China und Indien getragen wird. Das Geschäft in Indien wurde zusätzlich durch den erstmalig ganzjährigen Beitrag, des im Vorjahr erworbenen Geschäfts der RBS India, im OE-Geschäft positiv beeinflusst. In Australien wirkte sich ein Ende 2018 erhaltener Großauftrag positiv auf die Umsatzentwicklung des Neuanlagengeschäfts aus. Den leichten Umsatzrückgang in der Region EMEA konnten die geringfügig steigenden Erlöse in AM nur teilweise auffangen, da sie den stärker sinkenden Erlösen in OE gegenüberstehen. In dieser Entwicklung spiegelte sich auch die durch die aktuellen Handelskonflikte sowie die vom Brexit in einer gebremsten Ausgabeneigung vieler Kunden insbesondere in konjunktursensiblen Branchen wider. Die erstmalig ganzjährige Einbeziehung von Akquisitionen des Vorjahres beeinflusste die Umsatzentwicklung hingegen positiv.
1) Geschäftsjahr 2018: 609,3 Mio. € - 2,5 Mio.€ Nicht-Kerngeschäft = 606,8 Mio. € bereinigte Umsatzerlöse Der weltweite Umsatz von OE blieb ausschließlich akquisitionsbedingt konstant im Vergleich zum Vorjahr. Das insbesondere in Nordamerika starke Marktsegment FCP konnte sein im Vorjahr durch ein Großprojekt im Bereich Futtermittelherstellung erreichtes, hohes Umsatzniveau nicht halten. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass Kunden im abgelaufenen Jahr die durchschnittlichen Projektvolumen reduziert und verstärkt nur Teilaufträge wie z.B. für das Engineering vergeben haben. Dagegen führten neue Aufträge in Europa und in China - wenngleich noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau - zu steigenden Neuanlagenumsätzen im Marktsegment FCP. Das Marktsegment CMM hat insbesondere in Europa vor dem Hintergrund der geringeren Investitionsbereitschaft von Kunden der Zement- und Stahlindustrie als auch von Betreibern fossiler Kraftwerke sinkende Umsätze im Neuanlagengeschäft zu verzeichnen, wohingegen in Indien ein erheblicher Umsatzanstieg in diesem Kundensegment zu verzeichnen war. Das AM-Geschäft hat im Geschäftsjahr 2019 - überwiegend akquisitionsbedingt - um 7,7% zugenommen. Gleichwohl konnten insbesondere in den durch die rohstoffgewinnenden Industrie geprägten Märkten der südlichen Hemisphäre ebenfalls leichte Umsatzzuwächse aus Wartungsverträgen und Ersatzteilverkäufen (insbesondere Siebbeläge) verzeichnet werden. 2.4.4 Wesentliche Veränderungen Neue Organisations- und Berichtsstruktur In 2019 hat die Schenck Process Gruppe ihre Organisations- und Berichtsstruktur angepasst. Um eine verstärkte Zusammenarbeit und eine größere Entscheidungsnähe zu den Kunden der Gruppe zu erzielen, wurde mit Wirkung zum 1. August 2019 ein neues, vereinfachtes gruppenweites Betriebsmodell durch die Einrichtung einer regionalen Struktur umgesetzt. In dieser schlankeren Struktur ist jede Region für alle Aspekte ihres Geschäfts verantwortlich. Damit wird dem regionalen Management unternehmerischen Raum zum Nutzen der Kunden gegeben. Die neue Struktur ist ausführlich im Kapitel 1.2 Organisationsstruktur beschrieben. Effizienz-Programm Angesichts der Herausforderungen des Marktes verstärkte die Schenck Process Gruppe ihre Bemühungen, ihre Effizienz und Kostenwettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern. Kosteneinsparungsmaßnahmen wurden und werden derzeit umgesetzt, wobei der Schwerpunkt auf strukturellen Verbesserungen in den Holdinggesellschaften und der Reduzierung der globalen Produktionsfläche liegt. Hierzu gehören insbesondere der Abbau von Zentralfunktionen im Zuge der jüngsten Umstrukturierung, die Verlegung eines Produktionsstandorts von Großbritannien nach Tschechien sowie die Schließung eines Werks in den USA mit Übernahme der Produktion durch das Hauptwerk im amerikanischen Bundesstaat Kansas. Weitere Maßnahmen für das Jahr 2020 wurden im Rahmen der laufenden Strategieerstellung und des Budgetprozesses für das Geschäftsjahr festgelegt. 3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 3.1 Ertragslage Überleitung EBITDA (bereinigt inkl. Akquisitionen) Das Management bereinigt Sondereinflüsse, um eine Vergleichbarkeit der Jahresergebnisse sicher zu stellen. Im Geschäftsjahr 2019 stieg das bereinigte EBITDA auf 102,1 Mio. € (Vorjahr 94,5 Mio. €). Im Folgenden wird das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 dargestellt.
1) Geschäftsjahr 2018: 89,6 Mio. € + 4,8 Mio. € EBITDA der in 2018 erworbenen Unternehmen = 94,4 Mio. € bereinigtes EBITDA Nicht Kerngeschäft Im Geschäftsjahr 2019 gab es nachlaufende Kosten aus der Abwicklung eines in der Vergangenheit eingestellten Geschäftsbereichs in China. Personal/Abfindungen/Restrukturierung Die im Geschäftsjahr 2019 entstandenen Abfindungs- und Restrukturierungsaufwendungen betrafen ganz überwiegend den operativen Geschäftsbetrieb in Deutschland, Anpassungen in der Struktur der Holding sowie die Schließung oder Verkleinerung von Standorten in den USA, Großbritannien und Brasilien. Due Diligence/Akquisitionen/Transaktionskosten Due Diligence, Akquisitionen und Transaktionskosten beinhalten Rechts- und Sorgfaltskosten im Zusammenhang mit der Integration der jüngsten Akquisitionen. Gewinne &Verluste aus Verkauf Anlagevermögen Buchgewinne und -verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen werden ebenfalls bereinigt. Sondereinflüsse Sondereinflüsse enthielten insbesondere Strategie- und Effizienzberatungsprojekte (2,0 Mio. €) und Kosten im Zusammenhang mit der neuen internen Organisationsstruktur (1,1 Mio. €). Die Umsatzrendite bezogen auf das bereinigten EBITDA liegt im Geschäftsjahr 2019 bei 16,1 % (Vorjahr: 15,6 %) und damit im Rahmen der im Vorjahr prognostizierten Höhe. Bereinigung EBITDA Die folgende Tabelle stellt die um Abschreibung und Wertminderung und Sondereffekte bereinigten Werte der Gewinn- und Verlustrechnung des Schenck Process Gruppe in der Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 den Vorjahreswerten gegenüber.
1) Geschäftsjahr 2018: 609,3 Mio. € - 2,5 Mio.€ Nicht-Kerngeschäft = 606,8 Mio. € bereinigte Umsatzerlöse 2) Geschäftsjahr 2018: 89,6 Mio. € + 4,8 Mio. € EBITDA der in 2018 erworbenen Unternehmen = 94,4 Mio. € bereinigtes EBITDA Margenentwicklung Die Entwicklung der Umsatzerlöse ist unter Abschnitt 2.4.3 dargestellt. Die gestiegene Bruttoergebnis-Marge lässt sich auf den anfänglichen Vorteil der Umstrukturierung, einen im Vergleich zum Jahr 2018 leicht gestiegenen Anteil des Aftermarket-Geschäfts und Verbesserungen bei den Materialkosten zurückführen. Die bereinigten Funktionskostenbereiche entwickelten sich wie folgt: Marketing- und Vertriebskosten reduzierten sich auf 107,2 Mio. € (Vorjahr: 129,2 Mio. €) im Wesentlichen durch geringere Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit einer kurzen Nutzungsdauer, die im Rahmen der Kaufpreisallokationen aus den Unternehmenserwerben in 2017 und 2018 resultieren. Die Forschungs- und Entwicklungskosten beliefen sich auf 19,9 Mio. € (Vorjahr 14,5 Mio. €), was im Wesentlichen aus höheren Abschreibungen gegenüber dem Vorjahr resultiert. Die Erhöhung der Verwaltungskosten auf 41,6 Mio. € (Vorjahr: 35,4 Mio. €) resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Personalaufwendungen und dem Ganzjahreseffekt der Akquisitionen im letzten Jahr. Neben der ganzjährigen Einbeziehung der im Vorjahr erworbenen Tochterunternehmen ergaben sich positive Effekte auf das bereinigte EBITDA hauptsächlich aufgrund der Einführung der neuen Leasingbilanzierung nach IFRS 16 (11,6 Mio. €). Kosteneinsparungen im operativen Geschäft inklusive des Einkaufs, ein gestiegener Anteil des Aftermarket-Geschäfts mit entsprechend höheren Margen und geringe positive Wechselkurseffekte trugen ebenfalls dazu bei. Letztendlich haben der Anstieg der Umsatzerlöse sowie das um 6,9 Mio. € gesunkene nicht bereinigte Finanzergebnis trotz eines Anstiegs der Ertragssteueraufwendungen von 13,4 Mio. € zu einem im Vergleich zum Vorjahr um 15,8 Mio. € verbesserten Konzernjahresfehlbetrag von 25,4 Mio. € geführt. 3.2 Finanzlage 3.2.1 Kapitalstruktur und Liquidität
Die Gruppe finanziert sich im Wesentlichen durch zwei Unternehmensanleihen (Senior Secured Notes), die im Rahmen des Eigentümerwechsels und im Geschäftsjahr danach für Akquisitionen aufgenommen wurden, weiterhin durch Gesellschafterdarlehen, durch Lieferantenverbindlichkeiten sowie durch den operativen Cash Flow. Die Unternehmensanleihen mit einem Buchwert in Höhe von 550 Mio. € sind am 15. Juni 2023 fällig. Die Emissionen erfolgten mit 425 Mio. € am 21. Dezember 2017 mit einem Nominalzinssatz von 5,375% sowie mit 125 Mio. € am 3. August 2018 mit einem Nominalzinssatz von 6,875% in Zusammenhang mit dem Erwerb der RBS Gruppe. Die halbjährlichen, festen Kuponzahlungen sind jeweils am 15. Juni und 15. Dezember eines Jahres vereinbart. Die für den Zeitraum ab dem letzten Zinszahlungszeitpunkt bis zum Bilanzstichtag angefallenen Zinsen wurden zeitanteilig abgegrenzt und in Höhe von 1,3 Mio. € unter den Zinsaufwendungen erfasst. Zum 31. Dezember 2019 beläuft sich der Buchwert der Anleihen auf 534,1 Mio. € (Vorjahr: 530,2 Mio. €). Neben den Unternehmensanleihen bestehen Kredit- und Avallinien mit Banken in Höhe von 169,4 Mio. €. Diese setzen sich aus 94,3 Mio. € Garantielinien und 75,1 Mio. € Barkreditlinien zusammen. Mit Wirkung vom 18. Dezember des Berichtsjahres wurde die Garantielinie unter dem Konsortialkredit um 10 Mio. € erhöht. Zum Stichtag 31. Dezember 2019 wurden Avale in Höhe von 61,2 Mio. € in Anspruch genommen, davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr mit 43,3 Mio. € und mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 17,9 Mio. €. Bei dem ausgewiesenen Betrag der in Anspruch genommenen Avale sind im Geschäftsjahr herausgelegte Kreditbesicherungsgarantien in Höhe von 20,9 Mio. €. enthalten. Zum 31. Dezember 2019 belaufen sich die gesamten nicht in Anspruch genommenen Kredit- und Avallinien auf 108,2 Mio. €. Am 21. Dezember 2017 wurde mit der BCP Pinot S.à r.l., Luxemburg als Darlehensgeber, die mittelbar zu 100% an der Platin 1425. GmbH beteiligt ist, und der Platin 1425. GmbH als Darlehensnehmer ein Darlehensvertrag in Höhe von 187,0 Mio. € abgeschlossen. Das Darlehen hat eine Laufzeit von 15 Jahren und ist endfällig, kann aber auf Anforderung des Darlehensnehmers jederzeit vorzeitig getilgt werden, aber erst nachdem die Verbindlichkeiten gegenüber Anleihegläubigern komplett rückgezahlt wurden. Die Verzinsung des Darlehens beträgt 7% p.a. auf den Nominalwert des Darlehens, die Zinsen werden jeweils zum Jahresende kapitalisiert. Ein Betrag von 184,1 Mio. € wurde in 2017 an den Darlehensnehmer ausgezahlt. Der Restbetrag von 2,9 Mio. € ist im Januar 2018 zugeflossen. Zum 31. Dezember 2019 beläuft sich das Darlehen auf Grund der aufgelaufenen Zinsen auf 213,6 Mio. € (Vorjahr: 200,5 Mio. €) Die langfristen Verbindlichkeiten zum 31.12.2019 belaufen sich auf 920,9 Mio. € (Vorjahr: 878,1 Mio. €). Neben den bereits beschriebenen Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sowie Verbindlichkeiten aus Anleihen setzen sich die langfristigen Schulden vor allem aus latenten Steuerschulden zusammen. Diese passiven latenten Steuern von 128,8 Mio. € (Vorjahr: 130,4 Mio. €) betreffen überwiegend latente Steuern aus Unterschiedsbeträgen aus den im Rahmen der Erstkonsolidierung erfolgten Kaufpreisallokation. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten belaufen zum 31.12.2019 auf 232,6 Mio. € (Vorjahr: 229,1 Mio. €). Diese resultieren neben Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 89,1.Mio. € (Vorjahr: 87,5 Mio. €) vor allem aus sonstigen Verbindlichkeiten 30,6 Mio. € (Vorjahr: 38,6 Mio. €) und sonstige Rückstellungen 40,7 Mio. € (Vorjahr: 34,8 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2019 wurde ein Cash Flow von 3,0 Mio. € (Vorjahr 16,8 Mio. €) erzielt.
Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit vor M&A ist hauptsächlich auf kapitalisierte Entwicklungskosten und Investitionen in das Sachanlagevermögen zurückzuführen. Der Free Cash Flow vor M&A überstieg mit 58,1 % den im Vorjahr prognostizierten Wert von 50 % des bereinigten EBITDA. 3.2.2 Investitionen Das Investitionsvolumen (ohne IFRS 16 Effekte) der Gruppe im Geschäftsjahr 2019 belief sich konzernweit auf 17,2 Mio. € (Vorjahr: 17,4 Mio. €). Davon entfielen 11,3 Mio. € (Vorjahr: 10,6 Mio. €) auf das immaterielle Anlagevermögen. Hierauf entfielen, gemäß den Ansatzkriterien des IAS 38, 8,0 Mio. € (Vorjahr: 8,6 Mio. €) auf aktivierte Entwicklungskosten. Des Weiteren wurden 6,0 Mio. € (Vorjahr: 6,7 Mio. €) auf Investitionen in das Sachanlagevermögen vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2019 sind keine Investitionen durch Akquisitionen (Neuzugänge im Konsolidierungskreis) erfolgt (Vorjahr: 107,4 Mio. €). Das Sachanlagevermögen verzeichnet vor allem Zugänge in den Bereichen technische Anlagen und Maschinen (2,6 Mio. €; Vorjahr: 3,4 Mio. €), bei der Anlagen-, Betriebs- und Geschäftsausstattung (2,9 Mio. €; Vorjahr: 1,7 Mio. €) sowie im Bereich Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Gebäude (0,4 Mio. €; Vorjahr: 0,7 Mio. €). Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen beliefen sich im Geschäftsjahr 2019 auf 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €). 3.3 Vermögenslage
Die langfristigen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen aus Kaufpreisallokationen resultierende Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 347,6 Mio. €, was 30% der Bilanzsumme (Vorjahr: 341,4 Mio. €; ca. 30% der Bilanzsumme) entspricht, sowie immaterielle Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen, Markenrechte und Technologien in Höhe von 428,1 Mio. €; ca. 37% der Bilanzsumme (Vorjahr: 448,5 Mio. €; ca. 39% der Bilanzsumme). Der Anstieg der langfristigen Vermögenswerte resultiert im Wesentlichen aus den in das Sachanlagevermögen getätigten Investitionen, der positiven Fair Value Bewertung der eingebetteten Derivaten sowie den Effekten aus der IFRS 16- Erstanwendung. Die kurzfristigen Vermögenswerte belaufen sich zum 31. Dezember 2019 auf 284,7 Mio. € (Vorjahr: 279,0 Mio. €) und resultieren überwiegend aus dem Vorratsvermögen mit 56,2 Mio. € (Vorjahr: 54,8 Mio. €), den Zahlungsmitteln in Höhe von 71,0 Mio. € (Vorjahr: 68,0 Mio. €) sowie den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 84,6 Mio. € (Vorjahr: 91,8 Mio. €). Der Bestand an Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden beträgt zum 31. Dezember 2019 44,3 Mio. € (Vorjahr: 30,7 Mio. €) und hat maßgeblich zur Erhöhung der kurzfristigen Vermögenswerte beigetragen. Zum 01.01.2019 wurde die Stock Equipment Company Inc. auf die Schenck Process LLC. verschmolzen. Da die Schenck Process LLC. bereits über mehrere Standorte in den USA verfügt, wurde die Aufgabe und die Veräußerung des Standortes in Chagrin Falls beschlossen. Die technischen Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sind im Zuge der Verschmelzung auf die Schenck Process LLC. übergegangen. Das noch zur Verfügung stehende Grundstück mit Gebäuden wird als zur Veräußerung gehaltener Vermögenswert klassifiziert. Inflations- und Wechselkurseinflüsse haben bei der Darstellung der Vermögenswerte keinen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Vermögenshöhe genommen. 3.4 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und weitere Faktoren 3.4.1 Sicherheit Das Thema Sicherheit hat auch in 2019 für die Schenck Process Gruppe allerhöchste Priorität, was durch die erfolgreiche Etablierung einer Arbeitsgruppe mit Vertretern aus allen relevanten Standorten weiter systematisiert wurde. Die Schenck Process Gruppe überwacht die Arbeitssicherheit im Rahmen eines integrierten Managementsystems u.a. mit Hilfe der Kennzahlen LTIFR (Lost Time lnjuries Frequency Rate) und LTlSR (Lost Time lnjuries Severity Rate, jeweils auf Basis von 200.000 Stunden). Für das Geschäftsjahr 2019 konnte eine weitere Reduzierung der meldepflichtigen Arbeitsunfälle von 19 (2018) auf 10 erreicht werden, wodurch die Kennzahl LTIFR von 0,84 (2018) auf 0,42 verbessert werden konnte. Die LTISR ist hingegen aufgrund eines äußerst tragischen Unfalls in unserem Werk in Sabetha von 6,6 Tagen (2018) auf 20,0 Tage (2019) angestiegen. Der Unfall wurde von der amerikanischen Arbeitssicherheitsbehörde OHSA untersucht und es konnte kein Verschulden des Unternehmens festgestellt werden, gleichwohl wurden weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit eingeleitet. 3.4.2 Qualitätsmanagement Das integrierte Managementsystem der Gruppe verbindet Aspekte des Qualitäts-, Umwelt- und Risikomanagement sowie Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und soziales Engagement. Durch den Blick auf die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden und Mitarbeiter werden diese erfasst und von allen Unternehmensbereichen eingeplant, stetig verbessert und umgesetzt. Seit 2017 ist die Gruppe in einer internationalen Matrix-Zertifizierung nach der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001:2015 zertifiziert, die zwischenzeitlich 26 Standorte umfasst und künftig in weiteren Standorten implementiert werden soll. So ist bereits für den Re-Zertifizierungszyklus im 1. Quartal 2020 die Aufnahme des mit dem in 2018 akquirierten Unternehmens "Process Component Ltd." hinzugekommenen Standorts Manchester/UK geplant. In 2019 wurde u.a. neben der erfolgreichen Einbindung unserer Standorte in Tschechien, die auch in das europäische ATEX Zertifikat mit aufgenommen wurden, ein externes Audit nach SMETA (Sedex Members Ethical Trade Audit) erfolgreich an drei Standorten der Gruppe durchgeführt. Einzelne Standorte integrieren weitere Standards in das Managementsystem: Das Qualitätsmanagementsystem der Schenck Process Europe GmbH am Standort Darmstadt ist zusätzlich nach OHSAS 18001 für Arbeitssicherheit, der DIN EN 1090-1:2009+A1:2011 sowie nach den EU-Richtlinien 2014/31/EU (NAWID), 2014/32/EU (MID) und 2014/34/EU (ATEX) zertifiziert. Die Schenck Process UK Ltd. am Standort Doncaster ist ebenfalls nach 2014/34/EU (ATEX) sowie nach OHSAS 18001: 2007 für Arbeitssicherheit und ISO 14001: 2004 für Umweltmanagement zertifiziert. Zertifikate der ISO 14001: 2004 für Umweltmanagement und OHSAS 18001: 2007 für Arbeitssicherheit hält ebenso die Schenck Process Austral S.A. am Standort Santiago de Chile. Schenck Process Australia Pty Ltd. ist auch nach OHSAS 18001: 2007 für Arbeitssicherheit zertifiziert. Die wichtigste Kennzahl des Qualitätsmanagements ist die Reklamationsquote. Diese hat sich im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 0,22pp auf 0,53% verbessert. Ferner wird die Liefertreue betrachtet, diese ist im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 1,1pp auf 83,2% gestiegen. 4 Risiko-, Chancen- und Prognosebericht 4.1 Risikomanagement Im Zuge der unternehmerischen Aktivitäten und angesichts der Vielfalt von weltweiten Geschäftstätigkeiten kommt die Schenck Process Gruppe mit zahlreichen Risiken und Chancen in Berührung, die die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns negativ oder positiv beeinflussen können. Die Betrachtung von Chancen und Risiken sowie der bewusste Umgang mit der unternehmerischen Unsicherheit sind ein wichtiger Bestandteil der Corporate Governance der Gruppe. Zur frühzeitigen Identifizierung und erfolgreichen Steuerung von operativen und strategischen Risiken und zur Nutzung von Chancen stützen wir uns auf mehrere aufeinander abgestimmte Risikomanagement- und Kontrollinstrumente. Das Risiko-/Chancenmanagement ist ein integraler Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse in der Gruppe und unterstützt so die nachhaltige Sicherung unseres zukünftigen Unternehmenserfolgs. Unterstützt wird das Risikomanagement durch die Funktion des Internal Audits, das im Rahmen seiner Tätigkeit systematisch Organisations-, Prozess- und Kontrollrisiken in den auditierten Einheiten überprüft. Auf Basis der monatlichen Berichterstattung wird die Geschäftsentwicklung jeder operativen Gesellschaft kontinuierlich überwacht und evaluiert. Darüber hinaus werden im Rahmen der quartalsweisen Prognose (Forecast) die zukünftige Entwicklung aller Konzerneinheiten sowie potentielle Chancen und Risiken betrachtet, im Falle von signifikanten Abweichungen werden Korrekturmaßnahmen definiert und umgesetzt. In der Gesamtbetrachtung haben die Risiken aus Großaufträgen, Märkten und Know-How-Management die größte Bedeutung. Aufgrund der internationalen Ausrichtung und der Finanzstruktur der Gruppe sind gleichermaßen Währungs-, Zins- und Finanzierungsrisiken zu beachten. Die Risiken aus der Abwicklung von Aufträgen werden gezielt gesteuert und dadurch begrenzt. Zur Vermeidung bzw. Minimierung von Finanz-, Liquiditäts- und Rechtsrisiken werden alle betroffenen Abteilungen der Schenck Process Gruppe im Rahmen der Auftragsklärung und Auftragsabwicklung rechtzeitig eingeschaltet. Sowohl die stetige Weiterentwicklung der Fähigkeiten und Kenntnisse unserer Mitarbeiter weltweit als auch die Bindung unserer erfahrenen Mitarbeiter sind Grundlage und Stabilisator unserer Geschäftsaktivitäten. 4.2 Chancen und Risiken der Geschäftstätigkeit Chancen Unsere globale Präsenz sowie die breite technologische Aufstellung ermöglicht es uns, auch von einem ungleichmäßig verteilten globalen Aufschwung zu profitieren. Wichtige asiatische Schwellenländern, allen voran China und Indien, sind durch eine weiterhin positive Entwicklung gekennzeichnet, wenn auch mit zeitweisen Eintrübungen. Von dieser in Summe positiven Entwicklung profitieren mehrere wichtige Abnehmerindustrien der Gruppe wie die Stahl- und Zementerzeugung, aber auch die vorgelagerte Minenindustrie. In der Lebensmittel- und Tiernahrungsindustrie besteht aufgrund der zunehmend strengeren Hygieneanforderungen und Qualitätsstandards in den etablierten Märkten Europas und Nordamerikas weiteres Potential für Anlagenmodernisierungen. Verbraucher entwickeln zunehmend ein ausgeprägtes Bewusstsein für hochwertige und sichere Nahrungsmittel. Eine steigende Nachfrage nach verarbeiteten Lebensmitteln in den Schwellenländern eröffnet zusätzliche Wachstumschancen in diesem Sektor. In der Chemie- und Kunststoffindustrie ergeben sich unter anderem Chancen aus dem Bedarf für Anlagen zur Erzeugung bzw. Verarbeitung neuartiger auch wiederverwertbaren Werkstoffe bzw. Materialien. Eine ausgeprägte Kunden- und Serviceorientierung, hohe Produktqualität sowie technologische Weiterentwicklungen sind dabei wichtige Differenzierungsmerkmale. Die solide gewachsene installierte Kundenbasis verspricht weiterhin ein großes Potential im Aftermarket-Geschäft. Dieses Potential soll weiter ausgebaut werden. Zudem ergeben sich Möglichkeiten, die Wettbewerbsposition und die zukünftige Ertragslage zu verbessern. Diese resultieren aus einer konsequenten Optimierung von Geschäftsprozessen sowie der fortlaufenden Umsetzung von Initiativen zur Kostensenkung. Es werden ferner Ergebniseffekte aus Maßnahmen zur Optimierung der Versorgungskette umgesetzt. Diese Maßnahmen sind auf die Optimierung unseres Supply Chain Managements ausgerichtet, um damit Einsparungen zu erzielen. Auf der Produktseite nutzt die Gruppe die Chancen, die sich aus Innovationen und der Digitalisierung ergeben und verstärkt gerade hier die Anstrengungen. Risiken Markt- und Branchenrisiken Durch die breite Verankerung in unterschiedlichen Branchen und Regionen wird das Markt- und Branchenrisiko breit gestreut. Der hohe und weniger volatile AM-Anteil wirkt zusätzlich risikominimierend. Die Gruppe beobachtet regelmäßig volkswirtschaftliche, rechtliche und politische Entwicklungen. Gerade die Einführung von Handelshemmnissen und Zöllen sowie steigende politische Unsicherheiten können belastend auf das Geschäft wirken. Beschaffungsrisiken Das Geschäftsmodell der Schenck Process Gruppe hängt maßgeblich von einer robusten, reaktionsschnellen und kosteneffektiven Lieferkette ab. Hohe Auslastung der Zulieferer, regulatorische Anforderungen, die wachsende Unsicherheit im internationalen Handel und Zoll-Hemmnisse können zu erhöhten Kosten und langen Lieferzeiten mit negativen Effekten für die Lieferkette führen. Mit Hilfe des Einkaufs werden Chancen der weltweiten Märkte genutzt, Kosten gesenkt bzw. den Auswirkungen der genannten Risiken entgegengewirkt. Epidemien (z. B. COVID-19) können zu Unterbrechungen der globalen Lieferkette führen, wodurch auch einige unserer Standorte betroffen wären. Dank der regionalen Aufstellung und Lieferkette der Gruppe können solche Risiken zumindest reduziert werden. Innovationsrisiken Unser Geschäftserfolg hängt maßgeblich von der Entwicklung innovativer Produkte und herausragender Services ab. Neue Trends oder Technologiewechsel können auch bei uns entsprechende Anpassungen erforderlich machen. Es besteht grundsätzlich das Risiko, dass neue Produkte vom Markt nicht akzeptiert werden. Um dem Risiken entgegenzutreten, ist in der neuen Organisationsstruktur daher eine weltweite Verantwortung für Forschung- und Entwicklung verankert. Personalrisiken Die zunehmende Verknappung von qualifizierten Arbeitskräften sowie geänderte Anforderungen z.B. in der Technik, im Service oder im Bereich der Digitalisierung erfordern weltweit zusätzliche Anstrengungen bei der Personalbeschaffung. Risiken der IT Die IT-Systeme der Gruppe werden regelmäßig überwacht. Zur Modernisierung der bestehenden ERP-Landschaft hat die Geschäftsführung entsprechende Programme beschlossen, die in 2019 gestartet wurden und in 2020 in die Umsetzungsphase gehen werden. Der Schutz und die Verfügbarkeit der Systeme hat hohe Priorität und wird von der zentralen IT-Abteilung in enger Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern sichergestellt. Während die generellen IT-Risiken als gering eingeschätzt werden, könnten die Effekte von möglichen Cyber-Attacken gleichwohl schwerwiegend sein. Risiken aus Großprojekten Der Abwicklung von Großprojekten sind erhebliche Risiken inhärent, zu denen Mängel bei der Vertragsgestaltung, Fehler in der Auftragskalkulation, veränderte wirtschaftliche und technische Bedingungen nach Vertragsabschluss oder mangelhafte Leistungen von Subauftragnehmern oder Projektpartnern zählen. Die Gruppe minimiert diese Risiken durch ein umfassendes Projekt- und Auftragscontrolling. Zinsänderungs- und Währungskursrisiko Finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs- und Zinsrisiko werden zentral durch Gruppe Treasury mit dem Einsatz derivativer Finanzinstrumente verringert. Zu den potenziellen Risiken im Finanzbereich zählen negative Ergebniseffekte aus Schwankungen von Zinsen und Währungen (Translationsrisiken). Durch den fixen Charakter des halbjährlich fälligen Zinskupons der Unternehmensanleihen besteht kein Zinsänderungsrisiko aus den Akquisitionsfinanzierungen. Im Factoring besteht ein Zinsänderungsrisiko aus der variablen Finanzierungskomponente der Factoring-Kosten, diversifiziert auf die unterschiedlichen lokalen Zinsniveaus in den beteiligten Ländern. Weitere Währungsrisiken entstehen aus dem operativen Exportgeschäft bei Rechnungsstellung in Fremdwährung. Die Steuerung und Begrenzung dieser Risiken sind Bestandteil des konzernweit tätigen Treasury Managements. Um Zins- und Fremdwährungsrisiken abzusichern, werden derivative Finanzinstrumente, im Schwerpunkt Finanztermingeschäfte, verwendet. Diese werden ausschließlich im Zusammenhang mit bestehenden Grundgeschäften und nicht zu Handels- oder Spekulationszwecken eingesetzt. Ziel der Absicherung durch Fremdwährungs- und Zinsderivate ist die Minimierung von Risiken aufgrund von Wechselkursschwankungen bei Fremdwährungsgeschäften oder Zahlungsstromschwankungen bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten. Aus dem Risiko sich verändernder Kapitalmarktzinsen resultiert bei festverzinslichen Finanzinstrumenten (z. B. Festsatzswaps, Festsatzkredite) ein Wertänderungsrisiko, da die beizulegenden Zeitwerte in Abhängigkeit von den Zinssätzen schwanken. Bei Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten unterliegt die Umrechnung beim Zahlungsvorgang einem Kursänderungsrisiko. Bei Währungsrisiken erfolgt die Absicherung eines wesentlichen Teils der vertraglichen und vorhersehbaren Risiken im Wesentlichen durch den Einsatz von Devisentermingeschäften. Die Gruppe betreibt kein Hedge Accounting. Rechtsrisiken Als weltweit tätiges Unternehmen unterliegt die Gruppe im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Risiken im Zusammenhang mit Rechtsverfahren. Hierzu zählen insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Produktfehler, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Schutzrechtsverletzungen sowie Umweltschutz. Rechtsstreitigkeiten, die einen wesentlichen Einfluss auf die finanzielle Lage haben könnten, sind derzeit nicht anhängig. Für bestimmte rechtliche Risiken werden branchenübliche Versicherungen unter Zuhilfenahme eines internationalen Versicherungsmaklers abgeschlossen, die die Geschäftsführung als angemessen ansieht. Für Rechtsstreitigkeiten werden Rückstellungen gebildet, sofern es nach der Einschätzung wahrscheinlich ist, dass entsprechende, nicht oder nicht vollständig durch Versicherungen abgedeckte Risiken entstehen und eine adäquate Schadenschätzung möglich ist. Chancen und Risiken aus Tochterunternehmen Die Gruppe verfolgt eine Wachstumsstrategie, die auch Akquisitionen umfasst. Wir prüfen regelmäßig, ob sich entsprechende Chancen für Zukäufe bieten. Vor Zukäufen erfolgt eine gründliche Due Diligence, um die mit der Akquisition verbundenen Chancen und Risiken besser zu verstehen. Der Integration von Akquisitionen kommt eine wesentliche Bedeutung zu, die damit verbundenen Projekte werden sorgsam überwacht. Die Konzernbilanz weist Geschäfts- und Firmenwerte aus Akquisitionen i.H.v. 347,6 Mio. € (Vorjahr: 341,4 Mio. €) aus, die regelmäßig auf Werthaltigkeit geprüft werden. Durch Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Lage oder wesentlichen Veränderungen in der Wettbewerbslandschaft können Wertberichtigungen auf die Geschäfts- und Firmenwerte nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Finanzielle Chancen und Risiken Das Liquiditätsrisiko der Gruppe besteht grundsätzlich darin, den finanziellen Verpflichtungen (z.B. Rückzahlung von Darlehen, Lieferantenkrediten, Zinsen etc.) jederzeit nachkommen zu können. Die Gruppe verfügt über hinreichende liquide Mittel sowie eine nicht durch Ziehung von Liquidität vorhandene Barkreditlinie i.H.v. 73,8 Mio. €. Die Finanzierung des Konzerns ist darüber hinaus über zwei Bonds i.H.v. 550 Mio. €, die am 15. Juni 2023 fällig werden, sichergestellt. Weitere Risiken ergeben sich aus der Bonität von Kunden, die zum Ausfall von Forderungen führen kann. Diese Risiken werden durch ein systematisches Debitorenmanagement auch in Zusammenarbeit mit externen Ratingagenturen und Kreditversicherungsunternehmen, mit konsequentem Mahnwesen und Factoring begegnet. Aktuell ergeben sich keine Risiken aus der Nichteinhaltung bestimmter kreditvertraglicher Kennzahlen, da keine aktiven Covenants unter den neu begebenen Senior Secured Notes bestehen. Dies kann sich allerdings ändern, wenn eine definierte Grenze in der Ziehung der Barkreditlinien überschritten wird. Die im Berichtsjahr erfolgten Barkreditziehungen lagen immer unter der definierten Grenze, so dass keine Überprüfung eines Covenants erfolgen musste. Im Falle eines aktivierten Covenants beschränkt sich dies auf die Überwachung des EBITDA zur Nettoverschuldung. Die Geschäftsführung schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Aktivierung des Covenants als sehr gering ein. Gesamteinschätzung der Risikosituation Bei der Erstellung dieses Berichts waren keine Risiken bekannt, die eigenständig oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand der Gruppe gefährden könnten 4.3 Prognosebericht Marktentwicklung und -wachstum Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Januar 2020 seine globalen Wachstumsprognosen für das Jahr 2020 geringfügig abgeschwächt. Dennoch geht der IWF nach wie vor von einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,3 % für 2020 und 3,4 % für 2021 aus. Die Abwärtsrevision resultiert in erster Linie aus negativen wirtschaftlichen Entwicklungen in einigen Schwellen- und Entwicklungsländern, was weitgehend auf länderspezifische Faktoren zurückzuführen ist, die die Inlandsnachfrage belasteten. Auch zunehmende soziale Unruhen führten zu einer Neubewertung der Wachstumsraten. Dennoch sah der IWF frühe Anzeichen einer Stabilisierung, die anhalten und schließlich die Verbindung zwischen den immer noch widerstandsfähigen Verbraucherausgaben und verbesserten Unternehmensausgaben verstärken könnten.
1) Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, Quelle: IWF (20. Januar 2020) Die Risiken für ein reduziertes Wachstum sind jedoch nach wie vor groß. Hierunter zählen insbesondere die zunehmenden geopolitischen Spannungen, insbesondere zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, die Verschärfung sozialer Unruhen, eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Handelspartnern insbesondere China sowie eine Verschärfung der wirtschaftlichen Spannungen zwischen anderen Ländern. Zuletzt stellten der Ausbruch von COVID-19 und die weltweite Ausbreitung dieser Epidemie ein erhebliches Risiko für die Weltwirtschaft und damit für die Wachstumsprognosen dar. Die Auswirkungen lassen sich derzeit jedoch noch nicht in Zahlen ausdrücken. In der Tat warnte die OECD Ende Februar, dass sich das weltweite Wirtschaftswachstum in diesem Jahr aufgrund von COVID-19 mehr als halbieren könnte, was sich auf die meisten Industriesektoren auswirken würde. Des Weiteren rechnen in jüngster Zeit Wirtschaftsfachleute sogar mit einer Rezession. Erwartungen für die Geschäftsentwicklung Während es im ersten Quartal aufgrund von COVID-19 bereits Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe in China und daraus resultierende Lieferverzögerungen für bestimmte Produkte in Deutschland und Australien gegeben hat, werden sich die mittlerweile globale Dimension des Ausbruchs und der sich hieraus ergebende Rückgang der Geschäftsaktivitäten auf die gruppenweiten Tätigkeiten auswirken. Die Auswirkungen auf die folgenden Quartale werden davon abhängen, wie schnell die gewöhnliche Geschäftstätigkeit wieder aufgenommen werden kann. Es ist noch zu früh, um die kurz- und mittelfristigen Gesamtauswirkungen auf die Gruppe einzuschätzen. Aufgrund eines Auftragsbestands auf Rekordniveau zu Beginn des Jahres und denzu erwartenden positiven Effekte der eingeleiteten strategischen Maßnahmen hatten wir noch zu Jahresbeginn mit einem Anstieg des Auftragseingangs und einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen sowie in den Erträgen im hohen einstelligen Prozentbereich gerechnet. Angesichts der sich rasch und fast täglich ändernden Lage sind Prognosen zu Umsatz, Rentabilität und Free Cash-Flow ungewiss und es besteht ein erhebliches Risiko, dass unsere Finanzkennzahlen unter dem Niveau von 2019 liegen werden. Während unser unmittelbarer Fokus dem Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeiter gilt, überprüfen wir ständig unsere Prognosen und konzentrieren uns mit Nachdruck auf jedwede Maßnahmen, die zum Schutz des Unternehmens und zur Gewährleistung seiner langfristigen Nachhaltigkeit erforderlich sind. Dieser Ausblick und andere Kapitel des Konzernlageberichts enthalten Aussagen über zukünftige Entwicklungen. Diese Aussagen sind, ebenso wie jedes unternehmerische Handeln in einem globalen Umfeld, stets mit Unsicherheiten verbunden. Sollten die genannten Risiken oder andere Unwägbarkeiten eintreten oder sich die den Aussagen zu Grunde liegenden Annahmen abweichend entwickeln, können die tatsächlichen Ergebnisse von den prognostizierten abweichen.
Darmstadt, 17. März 2020 Keith Cochrane Thomas Spitzenpfeil KonzernbilanzAktiva
Konzerngewinn- und -verlustrechnung und Konzerngesamtergebnisrechnung
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung
Konzern-Kapitalflussrechnung
* In dem Betrag ist eine nachträgliche Kaufpreiszahlung von 6 Mio.EUR enthalten, die aus variablen Kaufpreisbestandteilen beim Erwerb der Schenck Process Gruppe Ende 2017 resultiert. Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2019I. GRUNDLAGEN Allgemeine Grundlagen Die Platin 1425. GmbH (Registergericht: Amtsgericht Darmstadt; Eintragungsnummer 98243) mit Sitz in Darmstadt ist das Mutterunternehmen der Schenck Process Gruppe. Die Unternehmen der Schenck Process Gruppe sind weltweit führend in ausgewählten Bereichen der Mess- und Verfahrenstechnik und bieten eine Vielfalt an Lösungen, Produkten, Systemen und Komponenten, in denen sich prozesstechnisches Know-how und bewährte Technologien vereinen. Der vorliegende Konzernabschluss der Platin 1425. GmbH für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2019, einschließlich der Vorjahresangaben, wird in Einklang mit den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretation Committee (IFRS IC) aufgestellt. Des Weiteren werden die nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt. Der Konzernabschluss ist in Euro (€) erstellt. Soweit nicht anders angegeben, werden alle Beträge in tausend Euro (T€) ausgewiesen. Alle Werte werden kaufmännisch gerundet. Dementsprechend kann es zu Rundungsdifferenzen bei Prozentangaben und in Summen kommen. Die Gliederung der Konzernbilanz erfolgt in Anwendung des IAS 1 nach dem Prinzip der Fristigkeit. Die Bilanzposten werden deshalb in lang- und kurzfristige Vermögenswerte bzw. Schulden aufgeteilt. Vermögenswerte und Schulden werden grundsätzlich dann als kurzfristig eingestuft, wenn sie eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr haben. Entsprechend werden Vermögenswerte und Schulden dann als langfristig klassifiziert, wenn die Restlaufzeit mehr als ein Jahr beträgt. Die Bewertung aller Vermögenswerte und Schulden erfolgt unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Umsatzkostenverfahren angewendet. Der Konzernabschluss der Platin 1425. GmbH wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht. Die Offenlegung soll mit befreiender Wirkung gem. § 264 Abs. 3 HGB für den Einzelabschluss der Platin 1426. GmbH, der Schenck Process Holding GmbH, der Schenck Process Europe GmbH und der e-nizing GmbH erfolgen, an denen die Platin 1425. GmbH unmittelbar oder mittelbar zu 100% beteiligt ist. Wir verweisen auf Abschnitt 35 des Konzernanhangs. Die Geschäftsführung hat für den Konzernabschluss am 17. März 2020 die Genehmigung zur Veröffentlichung erteilt. Konzerngeschäftsjahr Das Konzerngeschäftsjahr entspricht grundsätzlich dem Kalenderjahr. Die Stichtage der Einzelabschlüsse der einbezogenen Unternehmen entsprechen dem Stichtag der Muttergesellschaft Platin 1425. GmbH (31. Dezember), mit Ausnahme von zwei Gesellschaften in Indien, deren Stichtage wegen statutarischer Erfordernisse auf den 31. März fallen. Für diese Gesellschaften werden Zwischenabschlüsse zum 31. Dezember erstellt. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen haben für 2019 einen Zwischenabschluss erstellt für den Zeitraum, ab dem sie in den Konzernabschluss einbezogen wurden. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss werden alle wesentlichen in- und ausländischen Gesellschaften einbezogen, bei denen die Platin 1425. GmbH die Beherrschung im Sinne von IFRS 10 ausübt. Diese Unternehmen werden beginnend mit dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem die Platin 1425. GmbH die Möglichkeit der Beherrschung erlangt. Endet diese Möglichkeit, scheiden die Gesellschaften aus dem Konsolidierungskreis aus. Aus dem Erwerb der Anteile an der Schenck Process Holding GmbH Ende 2017 besteht noch eine Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von 40.000 T€, die am 31. Dezember 2020 zur Zahlung an den Verkäufer fällig wird. Bei Vorliegen verschiedener, im Kaufvertrag definierter Ereignisse können die 40.000 T€ auch entsprechend früher, nämlich bei Eintreten der Ereignisse, fällig werden. Durch die BCP Pinot S.a.r.l., Luxemburg (Mutterunternehmen der Platin 1424. GmbH), wurde im Jahr 2017 eine Kapitalerhöhung in Höhe von 40.000 T€ in der Platin 1424. GmbH (Mutterunternehmen der Platin 1425. GmbH) vorgenommen. Die Platin 1424. GmbH hat wiederum eine Kapitalerhöhung in Höhe von 40.000 T€ in der Platin 1425. GmbH vorgenommen. In der letzten Stufe hat dann die Platin 1425. GmbH eine Kapitalerhöhung in Höhe von 40.000 T€ in der Platin 1426. GmbH, als Käufer der Anteile an der Schenck Process Holding GmbH, durchgeführt. Durch Aufrechnung der Zahlungsverpflichtungen aus den Kapitalerhöhungen mit der Kaufpreisverbindlichkeit hat die BCP Pinot S.a.r.l., Luxemburg, die Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von 40.000 T€ an den Verkäufer übernommen. Weiterhin gibt es zusätzliche variable Kaufpreisbestandteile, die sich in einer Bandbreite von 0 T€ bis 15.000 T€ bewegen und bei Vorliegen von im Kaufvertrag festgelegten Ereignissen zur Zahlung fällig werden. Zum einen ist dies ein Rechtsstreit, der aus der Abwicklung eines Kundenauftrages resultiert. Zum anderen gibt es Nettoumlaufvermögenspositionen aus Bereichen, in denen die Schenck Process Gruppe aktuell nicht mehr tätig ist. Sollten aus diesen Nettoumlaufvermögenspositionen Zahlungszuflüsse an die Schenck Process Gruppe erfolgen, sind diese Beträge abzüglich interner und externer Kosten ebenfalls an den Verkäufer zu zahlen. Da mittlerweile aus den Nettoumlaufvermögenspositionen Zahlungszuflüsse erfolgt sind, entstand in 2019 eine Verpflichtung zu einer nachträglichen Kaufpreiszahlung an den Verkäufer. Im Februar 2019 wurde eine erste Zahlung in Höhe von 5.153 T€ an den Verkäufer gezahlt. Im Dezember 2019 wurden weitere 826 T€ an den Verkäufer gezahlt. Die Differenz zu den bereits in 2018 abgegrenzten 6.944 T€ wurde erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Damit sind nun alle Ansprüche aus den beiden genannten Sachverhalten komplett abgegolten. Zum 31. Dezember 2019 wurden insgesamt 47 Unternehmen im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen, davon 4 im Inland und 43 im Ausland. In 2019 wurden 4 ausländische Gesellschaften auf andere Konzerngesellschaften verschmolzen, weiterhin wurden 2 ausländische Gesellschaften neu gegründet. An folgenden Unternehmen ist die Platin 1425. GmbH mittelbar bzw. unmittelbar beteiligt:
1) Bei den Angaben handelt es sich, sofern nicht anders erläutert, um die in den Konzernabschluss einbezogenen Beträge nach IFRS. Die Umrechnung in die Konzernwährung erfolgt für das Eigenkapital mit dem Stichtagskurs, für das Jahresergebnis mit dem Durchschnittskurs. 2) Das Jahresergebnis ist vor Ergebnisabführung ausgewiesen. 3) Die Gesellschaft macht von der Befreiung im Sinne des § 264 Abs. 3 HGB in Bezug auf die Offenlegung Gebrauch. 4) Tochterunternehmen mit einem Eigenkapital und Jahresergebnis unter gerundet 1 T€. 5) Die Gesellschaft wird aus Wesentlichkeitsgründen nicht in die Konsolidierung einbezogen. 6) Anteile der Muttergesellschaft an dieser Gesellschaft sind verpfändet (siehe Abschnitt 14). 7) Die Stock Equipment Company Inc., Raymond Bartlett Snow Holding LLC und Raymond Bartlett Snow LLC wurden auf die Schenck Process LLC. verschmolzen. Weiterhin wurde die Raymond Bartlett Snow Equipamentos Ltda. auf die Schenck Process Equipamentos Industriais Ltda. verschmolzen. Die Transaktionen haben keine Auswirkung auf die Konzernbilanz oder Konzerngewinn- und -verlustrechnung. 8) 1% der Kapitalanteile werden von 2 Einzelpersonen gehalten. 9) 25% der Kapitalanteile werden von einem südafrikanischen Treuhänder gehalten. 10) Die Gesellschaften wurden in 2019 neu gegründet. Nicht konsolidierte Gesellschaften Eine Gesellschaft mit ruhender oder nur geringer Geschäftstätigkeit, die für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nur von untergeordneter Bedeutung ist (Beijing Schenck Process Engineering Co. Ltd., Beijing, China), wird nicht konsolidiert. Diese Gesellschaft wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und bei Wertminderung abgeschrieben. Die Summe des Vermögens und des Eigenkapitals dieser Gesellschaft beträgt weniger als 1% des jeweiligen Konzernwerts. Konsolidierungsgrundsätze Die für Konsolidierungszwecke erstellten Jahresabschlüsse nach IFRS der einbezogenen Tochterunternehmen werden auf Grundlage einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge werden eliminiert. Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen einbezogenen Unternehmen werden konsolidiert. Sofern im Anlagevermögen und in den Vorräten Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen enthalten sind, werden entsprechende Zwischenergebnisse eliminiert. Auf temporäre Bewertungsunterschiede zwischen den Steuerbilanzen und der Konzernbilanz nach IFRS werden latente Steuern gebildet. Die erstmalige Bilanzierung von erworbenen Unternehmen wird unter Anwendung des IFRS 3 nach der Erwerbsmethode ("Acquisition Method") vorgenommen. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch die Verrechnung der Anschaffungskosten mit den beizulegenden Zeitwerten der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbszeitpunkt. Dabei werden die identifizierten erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten mit ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Ein positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem anteiligen, zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapital wird als Geschäfts- oder Firmenwert einer oder mehreren zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units, CGU) zugeordnet. Ein negativer Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem anteiligen, zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapital wird als Ertrag des Geschäftsjahres erfasst. Die CGU werden einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwertes mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft und grundsätzlich im Falle einer Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben. Fremdwährungsumrechnung Bei der Umrechnung von in ausländischer Währung aufgestellten Abschlüssen einbezogener Gesellschaften wird das Konzept der funktionalen Währung gemäß IAS 21 angewendet. Die funktionale Währung der einbezogenen Gesellschaften entspricht der jeweiligen Landeswährung bzw. einer Währung eines Drittlandes, da diese Unternehmen ihre Geschäftsaktivitäten in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig führen. Vermögenswerte und Schulden sowie Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag, das Eigenkapital zu historischen Kursen umgerechnet. Geschäfts- oder Firmenwerte sowie die aufgedeckten stillen Reserven aus Unternehmenserwerben werden in der jeweiligen funktionalen Währung geführt und zum Stichtagskurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Umrechnung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt zum Durchschnittskurs. Die daraus resultierenden Differenzen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Scheiden operative Konzerngesellschaften aus dem Konsolidierungskreis aus, werden bestehende Währungsdifferenzen ergebniswirksam erfasst. In den in lokaler Währung aufgestellten Jahresabschlüssen der einbezogenen Gesellschaften erfasste Geschäftsvorfälle in Fremdwährungen werden in die entsprechende funktionale Währung der einzelnen Einheiten zum Transaktionsstichtag umgerechnet. Aus der Umrechnung zu einem späteren Zeitpunkt entstehende Kursgewinne bzw. Kursverluste werden grundsätzlich erfolgswirksam im Finanzergebniserfasst. Im Berichtsjahr wurden Netto-Kursgewinne in Höhe von 5.498 T€ (Vorjahr: 7.315 T€) erfolgswirksam erfasst. Folgende Wechselkurse waren im Wesentlichen für die Währungsumrechnung im Konzern maßgebend:
Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Immaterielle Vermögenswerte Unter den immateriellen Vermögenswerten werden Geschäfts- oder Firmenwerte, Markenrechte und aktivierte Entwicklungskosten sowie andere immaterielle Vermögenswerte (Kundenbeziehungen, Patente, Software, Lizenzen, ähnliche Rechte) ausgewiesen. Entgeltlich erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die immateriellen Vermögenswerte mit Ausnahme der Geschäfts- oder Firmenwerte und der Nutzungsrechte an der Marke Schenck Process weisen eine bestimmbare Nutzungsdauer auf. Sie werden über den Zeitraum ihrer Nutzung planmäßig linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer bewegt sich dabei zwischen einem Jahr und 25 Jahren. Sofern es Anzeichen für eine Wertminderung gibt, werden die planmäßig abnutzbaren immateriellen Vermögenswerte einem Impairment Test unterzogen und gegebenenfalls auf den erzielbaren Betrag im Sinne von IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten) abgeschrieben. Ist der Grund für eine früher erfolgte Erfassung einer Wertminderung entfallen, werden Zuschreibungen vorgenommen, die sich maximal auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten belaufen. Dies gilt nicht für Geschäfts- oder Firmenwerte. Geschäfts- oder Firmenwerte haben eine zeitlich unbestimmte Nutzungsdauer und werden nicht planmäßig abgeschrieben. Sie werden mindestens jährlich, bei Anzeichen für eine Wertminderung gegebenenfalls auch anlassbezogen, einer Werthaltigkeitsprüfung (Impairment-Test) nach Maßgabe des IAS 36 unterzogen. Die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt auf Ebene der CGU. Der erzielbare Betrag einer CGU wird durch Ermittlung des Nutzungswerts, unter Anwendung eines kapitalwertorientierten Verfahrens, bestimmt. Hierbei werden zukünftige Zahlungsströme auf den Bewertungsstichtag, unter Zugrundelegung von Kapitalmarktparametern (WACC) diskontiert. Die erworbenen Markenrechte, die die Marke Schenck Process betreffen, werden nicht planmäßig abgeschrieben, da es sich um einen im Markt eingeführten alten Markennamen handelt, der einem weiten Kundenkreis bekannt ist. Die Einstellung des Marktauftritts der Schenck Process Gruppe in Bezug auf diese Markenrechte ist nicht vorgesehen oder beabsichtigt. Den Markenrechten liegt entsprechend eine zeitlich unbestimmte Nutzungsdauer zugrunde. Sie werden mindestens einmal jährlich einer Werthaltigkeitsüberprüfung (Impairment-Test) nach Maßgabe des IAS 36 unterzogen. Als Verfahren dient die Lizenzpreisanalogiemethode. Bei Bedarf findet eine Abwertung auf den erzielbaren Betrag in Form des Nutzungswerts statt. Die im Rahmen der Akquisitionen in 2018 erworbenen Markenrechte werden planmäßig über bestimmte Nutzungsdauern abgeschrieben. Entwicklungskosten werden dann aktiviert, wenn die Voraussetzungen des IAS 38.57 erfüllt sind; hierzu müssen die nachfolgenden Nachweise erbracht werden:
Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten umfassen dabei alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der entwicklungsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten sind im Berichtszeitraum nicht angefallen. Die Abschreibung erfolgt linear ab dem Zeitpunkt der Nutzbarkeit über die vorgesehene Nutzungsdauer der entwickelten Lösungen bzw. Technologien, die im Allgemeinen zwei bis fünfzehn Jahre beträgt. Für immaterielle Vermögenswerte werden unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Nutzbarkeit im Konzern folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt:
Sachanlagen Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Die Herstellungskosten beinhalten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch dem Erstellungsprozess zuzurechnende Gemeinkosten auf Basis der normalen Betriebskapazität. Die Gemeinkosten umfassen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie zurechenbare Abschreibungen des Anlagevermögens. Sofern es Anzeichen für eine Wertminderung gibt, werden die planmäßig abnutzbaren Vermögenswerte einem Impairment Test unterzogen und gegebenenfalls auf den erzielbaren Betrag im Sinne von IAS 36 abgewertet. Sofern der Grund für eine früher vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung bis höchstens auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Geringwertige Anlagegüter werden aus Wesentlichkeitsgesichtspunkten im Jahr des Zugangs aufwandswirksam erfasst. Finanzierungskosten im Sinne des IAS 23 sind im Berichtszeitraum nicht angefallen. Die Nutzungsdauern der Sachanlagen wurden wie folgt geschätzt:
Werthaltigkeitsprüfungen Werthaltigkeitsprüfungen (Impairment Tests) werden beim Geschäfts- oder Firmenwert sowie bei Markenrechten mit unbestimmter Nutzungsdauer (wenn sie nicht Teil einer Goodwill-haltenden CGU sind) mindestens jährlich durchgeführt. Bei immateriellen Vermögenswerten mit bestimmter Nutzungsdauer sowie bei Sachanlagen und übrigen Vermögenswerten ist ein Werthaltigkeitstest nur bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte (sog. Triggering events) vorzunehmen. Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst, soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag des einzelnen Vermögenswerts bzw. der Cash Generating Unit (CGU) wird grundsätzlich ermittelt als Nutzungswert (Value in Use) oder als beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Fair Value less Costs of Disposal). Entfällt der Grund für eine im Vorjahr erfasste Wertminderung, erfolgt, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, eine Wertaufholung bis höchstens auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Leasing IAS 17 - vor dem 1. Januar 2019 angewendete Methode Für Verträge, die vor dem 1. Januar 2019 abgeschlossen wurden, hat der Konzern wie folgt eingeschätzt, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis war oder enthielt:
i Die Schenck Process Gruppe als Leasingnehmer Leasingverhältnisse werden als Finanzierungsleasing klassifiziert, wenn alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum des Leasinggegenstandes verbunden sind, auf den Leasingnehmer übertragen werden. Alle anderen Leasinggeschäfte sind so genannte "Operating Leases". Die Gesellschaften der Schenck Process Gruppe schließen Leasingverträge ausschließlich als Operating Lease-Verträge ab. Dabei wurden die Operating-Leasingverhältnisse nicht in der Bilanz des Konzerns erfasst. Die geleisteten Zahlungen wurden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear im Gewinn oder Verlust erfasst. Erhaltene Leasinganreize wurden als Bestandteil des Gesamtleasingaufwands über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst. ii Die Schenck Process Gruppe als Leasinggeber In der Vorvergleichsperiode trat die Schenck Process Gruppe nicht als Leasinggeber auf. IFRS 16 - ab dem 1. Januar 2019 angewendete Methode Der Konzern hat IFRS 16 nach dem modifiziert retrospektiven Ansatz angewendet und daher die Vergleichsinformationen nicht angepasst, sondern weiterhin nach IAS 17 und IFRIC 4 dargestellt. Die Details der Rechnungslegungsmethoden nach IAS 17 und IFRIC 4 werden separat dargestellt. Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Um zu beurteilen, ob ein Vertrag das Recht zur Kontrolle eines identifizierten Vermögenswertes beinhaltet, legt der Konzern die Definition eines Leasingverhältnisses nach IFRS 16 zugrunde. Am Bereitstellungsdatum oder bei Änderung eines Vertrages, der eine Leasingkomponente enthält, teilt der Konzern das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf. i Die Schenck Process Gruppe als Leasingnehmer Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um am oder vor dem Bereitstellungsdatum geleistete Zahlungen, zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten sowie der geschätzten Kosten zur Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswertes oder zur Wiederherstellung des zugrunde liegenden Vermögenswertes bzw. des Standortes, an dem dieser sich befindet, abzüglich etwaiger erhaltener Leasinganreize. Anschließend wird das Nutzungsrecht vom Bereitstellungsdatum bis zum Ende des Leasingzeitraums linear abgeschrieben, es sei denn, das Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert geht zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern über oder in den Kosten des Nutzungsrechtes ist berücksichtigt, dass der Konzern eine Kaufoption wahrnehmen wird. In diesem Fall wird das Nutzungsrecht über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswertes abgeschrieben, welche nach den Vorschriften für Sachanlagen ermittelt wird. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht fortlaufend um Wertminderungen, sofern notwendig, berichtigt und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst. Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteten Leasingzahlungen, abgezinst mit dem dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz oder, wenn sich dieser nicht ohne weiteres bestimmen lässt, mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns. Normalerweise nutzt der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz als Abzinsungssatz. Zur Ermittlung seines Grenzfremdkapitalzinssatzes erlangt der Konzern Zinssätze von verschiedenen externen Finanzquellen und macht bestimmte Anpassungen unter Berücksichtigung der beiden begebenen Anleihen, um die Leasingbedingungen und die Art des Vermögenswertes zu berücksichtigen. Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen umfassen:
Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet. Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder Zinssatzänderung verändern, wenn der Konzern seine Schätzung zu den voraussichtlichen Zahlungen im Rahmen einer Restwertgarantie anpasst, wenn der Konzern seine Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert oder sich eine de facto feste Leasingzahlung ändert. Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwertes des Nutzungsrechtes vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich der Buchwert des Nutzungsrechtes auf Null verringert hat. In der Bilanz weist der Konzern Nutzungsrechte in den Sachanlagen und Leasingverbindlichkeiten in den Finanzverbindlichkeiten aus. ii Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen Die Schenck Process Gruppe hat beschlossen, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse, nicht anzusetzen. Der Konzern erfasst die mit diesen Leasingverhältnissen in Zusammenhang stehenden Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear als Aufwand. iii Die Schenck Process Gruppe als Leasinggeber Die Schenck Process Gruppe hat keine Leasingverträge, in denen diese als Leasinggeber auftritt. Latente Steuern Aktive und passive latente Steuern werden entsprechend IAS 12 (Income Taxes) nach der bilanzorientierten Methode auf Grundlage des zum Zeitpunkt der Realisation gültigen Steuersatzes für sämtliche temporären Differenzen zwischen den Wertansätzen der Steuerbilanz und der IFRS-Bilanz gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit hinreichender Sicherheit gewährleistet ist. Vorratsvermögen Die Vorräte sind zu dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt zu Durchschnittskosten oder nach der "First in - First out" (Fifo)-Methode. Abschläge wegen fehlender Gängigkeit und Nichtveräußerbarkeit / -verwertbarkeit werden entsprechend den in den Gruppenrichtlinien festgelegten Zeiträumen mit einem gestaffelten Prozentsatz von 15% bis 90% vorgenommen. Die Herstellungskosten beinhalten gemäß IAS 2 (Vorräte) neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch dem Produktionsprozess zuzurechnende Gemeinkosten auf Basis der normalen Betriebskapazität. Die Gemeinkosten umfassen Material- und Fertigungsgemeinkosten, produktionsbezogene Verwaltungsgemeinkosten sowie Abschreibungen auf Fertigungsanlagen. Fremdkapitalzinsen im Sinne des IAS 23 sind im Berichtszeitraum nicht angefallen. Soweit erforderlich, wird der niedrigere Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Nettoveräußerungswert ist der im normalen Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös abzüglich der noch anfallenden Fertigungskosten und der Vertriebskosten. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden Nach IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" ist jeder unbedingte Anspruch auf Erhalt einer Gegenleistung gesondert als Forderung - getrennt von den Vertragsvermögenswerten - auszuweisen. Demgemäß werden mit Erstanwendung des IFRS 15 Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten als separate Posten, Vertragssalden, in der Bilanz ausgewiesen. Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden nach der Percentage of Completion Methode (PoC-Methode) bilanziert. Nach IFRS 15 werden die Auftragserlöse und -kosten eines Fertigungsauftrags, bei dem das Ergebnis verlässlich geschätzt werden kann, entsprechend dem tatsächlichen Leistungsfortschritt als Erträge bzw. Aufwendungen erfasst. Ein erwarteter Verlust wird als Wertminderungsaufwand erfolgswirksam berücksichtigt. Der Leistungsfortschritt bzw. der Fertigstellungsgrad wird aus dem Verhältnis zwischen den bislang angefallenen Auftragskosten und den geschätzten Gesamtkosten zum jeweiligen Stichtag errechnet (Cost-to-Cost-Method). Ist das Ergebnis eines Fertigungsauftrags nicht zuverlässig ermittelbar, werden Erlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst (Zero-Profit-Method). Der Ausweis der Aufträge erfolgt unter dem Posten Vertragsvermögenswerte bzw. Vertragsverbindlichkeiten. Erhaltene Anzahlungen werden von den Herstellungskosten und dem anteiligen Ergebnis des Fertigungsauftrags abgesetzt. Soweit die kumulierten Leistungen (angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Gewinne) die Anzahlungen im Einzelfall übersteigen, erfolgt der Ausweis der Fertigungsaufträge unter dem Posten Vertragsvermögenswerte. Verbleibt nach Abzug der erhaltenen Anzahlungen ein negativer Saldo, erfolgt der Ausweis unter dem Posten Vertragsverbindlichkeiten. Weiterhin werden Teilabrechnungen, die die Herstellungskosten zuzüglich dem anteiligen Ergebnis des Fertigungsauftrages übersteigen, ebenfalls unter dem Posten Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Finanzinstrumente Der Konzern klassifiziert die nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte gemäß IFRS 9 in die folgenden Kategorien: finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden und finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Der Konzern stuft nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten ein als finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden oder als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. i. Nicht derivative finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten - Ansatz und Ausbuchung Der Konzern bilanziert Kredite und Forderungen ab dem Zeitpunkt, zu dem sie entstanden sind. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden erstmals am Handelstag erfasst, wenn das Unternehmen Vertragspartner nach den Vertragsbestimmungen des Instruments wird. Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Cash Flows aus einem Vermögenswert auslaufen oder er die Rechte zum Erhalt der Cash Flows in einer Transaktion überträgt, in der auch alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswertes verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden. Eine Ausbuchung findet ebenfalls statt, wenn der Konzern alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen weder überträgt noch behält und er die Verfügungsgewalt über den übertragenen Vermögenswert nicht behält. Jeder Anteil an solchen übertragenen finanziellen Vermögenswerten, die im Konzern entstehen oder verbleiben, wird als separater Vermögenswert oder separate Verbindlichkeit bilanziert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden verrechnet und in der Bilanz als Nettowert ausgewiesen, wenn der Konzern einen gegenwärtigen, durchsetzbaren Rechtsanspruch hat, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen und es beabsichtigt ist, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. ii. Nicht derivative finanzielle Vermögenswerte - Bewertung Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden Ein finanzieller Vermögenswert wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, falls er zu Handelszwecken gehalten oder bei erstmaligem Ansatz entsprechend bestimmt wird. Zurechenbare Transaktionskosten, Zins- und Dividendenerträge werden im Gewinn oder Verlust erfasst, sobald sie anfallen. Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden Solche Vermögenswerte werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. iii. Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten - Bewertung Eine finanzielle Verbindlichkeit wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, falls sie zu Handelszwecken gehalten oder bei erstmaligem Ansatz entsprechend bestimmt wird. Direkt zurechenbare Transaktionskosten und Zinsaufwendungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst, sobald sie anfallen. Andere nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. iv. Derivative Finanzinstrumente Der Konzern hält derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken. Eingebettete Derivate werden unter bestimmten Voraussetzungen vom Basisvertrag getrennt und separat bilanziert. Die derivativen Finanzgeschäfte werden nur mit Banken mit hohem Rating abgeschlossen. Ihr Einsatz ist in einer Richtlinie geregelt, erfolgt nicht zu spekulativen Zwecken und unterliegt einer strengen Überwachung. Die Schenck Process Gruppe wendet das Hedge Accounting nicht an. Derivate werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet; zurechenbare Transaktionskosten werden bei Anfall im Gewinn oder Verlust erfasst. Im Rahmen der Folgebewertung werden Derivate mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Sich daraus ergebende Änderungen werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst. Absicherung von Zahlungsströmen Bei Derivaten, die zur Absicherung gegen das Risiko schwankender Zahlungsströme bestimmt sind, werden die Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes des Derivats in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Forderungen Im Rahmen von Factoring-Verträgen werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf revolvierender Basis an Banken verkauft. Die Vereinbarungen haben eine unbestimmte Laufzeit, der Kaufpreis entspricht dem Nominalbetrag der Forderung unter Abzug von Gebühren und Zinsen. Es bestehen Factoring-Vereinbarungen mit drei Gesellschaften der Schenck Process Gruppe. Bei einer Vereinbarung werden alle Chancen und Risiken übertragen, sodass die kreditrisikobedingten Ausfälle und das Risiko verspäteter Zahlung von der jeweiligen Bank komplett getragen werden. Bei den übrigen Vereinbarungen werden im Rahmen eines anhaltenden Engagements die übertragenen Forderungen nicht vollständig (nur in Höhe von 85%) ausgebucht. Der maximale kreditrisikobedingte Ausfall bei diesen Vereinbarungen beträgt 15% der übertragenen Forderungen und ist von der Schenck Process Gruppe zu tragen. Entsprechend wird eine verbundene Verbindlichkeit passiviert. Die übrigen kreditrisikobedingten Ausfälle und das Risiko verspäteter Zahlung übernimmt die Bank. Wertminderungen i. Nicht derivative finanzielle Vermögenswerte Ein finanzieller Vermögenswert, der nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert eingestuft ist, wird an jedem Abschlussstichtag überprüft, um festzustellen, ob es einen objektiven Hinweis darauf gibt, dass eine Wertminderung eingetreten ist. Als objektive Hinweise, dass bei finanziellen Vermögenswerten Wertminderungen eingetreten sind, gelten
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vermögenswerte aus Verträgen mit Kunden gemäß IFRS 15 und sonstige Vermögenswerte werden bei der Schenck Process Gruppe zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Aufgrund der Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten fällt die Ermittlung von Wertminderungen in den Anwendungsbereich des IFRS 9 unter das Modell zur Ermittlung erwarteter Kreditverluste (Expected Credit Losses, ECL). Der allgemeine Wertminderungsansatz unterscheidet danach, ob für finanzielle Vermögenswerte Wertberichtigungen in Höhe der erwarteten 12-Monats-Kreditverluste (12-month ECL, Stufe 1) oder über die erwarteten Kreditausfälle der gesamten Laufzeit des Instrumentes (Lifetime ECL, Stufe 2) berechnet werden. Finanzielle Vermögenswerte, bei denen objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, fallen unter die Stufe 3 (Lifetime ECL, credit impaired) und werden einzelwertberichtigt. Finanzinstrumente werden erstmalig in die Stufe 1 eingeordnet. Für Finanzinstrumente in dieser Stufe ist eine Risikovorsorge in Höhe der Kreditausfälle zu erfassen, deren Eintritt innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartet wird. Bei der Schenck Process Gruppe werden Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vermögenswerte aus Verträgen mit Kunden mit Hilfe des vereinfachten Ansatzes erfasst. Beim vereinfachten Ansatz erfolgt die Erfassung der Wertberechtigung aller über die gesamte Restlaufzeit erwarteten Kreditausfallverluste (Lifetime ECL). Im Vergleich zu dem allgemeinen Ansatz entfällt damit die Stufe 1 und die Forderungen werden direkt der Stufe 2 zugeordnet. Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte werden im Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern (EBIT) unter dem Posten Wertminderungsaufwendungen, netto dargestellt. Wenn ein nach der Erfassung der Wertberichtigung eintretendes Ereignis eine Verringerung der Höhe der Wertberichtigung zur Folge hat, wird die Verringerung der Wertberichtigung im gleichen Posten erfasst. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte werden ausgebucht, wenn nach angemessener Einschätzung keine Realisierbarkeit mehr gegeben ist (Ausfallereignis 'Default'). Wie im Vorjahr wurden Hinweise auf Wertminderungen für nicht derivative finanzielle Vermögenswerte sowohl auf der Ebene des einzelnen Vermögenswertes als auch auf kollektiver Ebene berücksichtigt. Alle Vermögenswerte, die für sich genommen bedeutsam waren, wurden im Hinblick auf spezifische Wertminderungen beurteilt. Diejenigen, die sich als nicht spezifisch wertgemindert herausstellten, wurden anschließend kollektiv auf etwaige Wertminderungen beurteilt, die eingetreten, aber noch nicht identifiziert wurden. Vermögenswerte, die für sich genommen nicht bedeutsam waren, wurden kollektiv auf Wertminderungen beurteilt, indem Vermögenswerte mit ähnlichen Risikoeigenschaften in einer Gruppe zusammengefasst wurden. Bei der Beurteilung kollektiver Wertminderungen verwendete der Konzern historische Informationen über den zeitlichen Anfall von Einzahlungen und die Höhe der eingetretenen Verluste. Eine Wertminderung wurde als Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der geschätzten künftigen Cash Flows berechnet, abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des Vermögenswertes. Zahlungsmittel Der Bestand an Zahlungsmitteln umfasst alle flüssigen Mittel, d. h. Kassenbestände, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten, die ausnahmslos kurzfristig verfügbar sind. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen ebenfalls den Wertminderungsvorschriften von IFRS 9, aufgrund der kurzen Laufzeit der Bankguthaben und der hohen Bonität der beteiligten Kreditinstitute ist der erwartete Wertminderungsaufwand jedoch unwesentlich. ii. Nicht finanzielle Vermögenswerte Die Buchwerte der nicht finanziellen Vermögenswerte des Konzerns - mit Ausnahme von Vorräten und latenten Steueransprüchen - werden an jedem Abschlussstichtag überprüft, um festzustellen, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt. Ist dies der Fall, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes ist der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten. Bei der Beurteilung des Nutzungswertes werden die geschätzten künftigen Cash Flows auf ihren Barwert abgezinst, wobei ein Abzinsungssatz vor Steuern verwendet wird, der gegenwärtige Marktbewertungen des Zinseffekts und der speziellen Risiken eines Vermögenswertes widerspiegelt. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der Buchwert eines Vermögenswertes seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Wertminderungsaufwendungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Ein Wertminderungsaufwand eines Vermögenswertes wird nur insofern aufgeholt, als der Buchwert des Vermögenswertes den Buchwert nicht übersteigt, der abzüglich der Abschreibungen oder Amortisationen bestimmt worden wäre, wenn kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte IFRS 5 Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die Vermögenswerte und Schulden umfassen, werden als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft, wenn es höchstwahrscheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung oder Ausschüttung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden. Im Allgemeinen werden diese Vermögenswerte oder die Veräußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Ein etwaiger Wertminderungsaufwand einer Veräußerungsgruppe wird zunächst dem Geschäfts- oder Firmenwert und dann den verbleibenden Vermögenswerten und Schulden auf anteiliger Basis zugeordnet - mit der Ausnahme, dass den Vorräten, finanziellen Vermögenswerten, latenten Steueransprüchen, Vermögenswerten im Zusammenhang mit Leistungen an Arbeitnehmer, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien oder biologischen Vermögenswerten, die weiterhin gemäß den sonstigen Rechnungslegungsmethoden des Konzerns bewertet werden, kein Verlust zugeordnet wird. Wertminderungsaufwendungen bei der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten und spätere Gewinne und Verluste bei Neubewertung werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben und jedes nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen wird nicht mehr nach der Equity-Methode bilanziert, sobald sie als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft sind. Zum 01.01.2019 wurde die Gesellschaft Stock Equipment Company Inc. in Chagrin Falls, USA auf die Gesellschaft Schenck Process LLC. in Kansas City, USA verschmolzen. Da die Schenck Process LLC. bereits über mehrere Standorte in den USA verfügt, wurde eine vollständige Aufgabe und die Veräußerung des Standortes in Chagrin Falls beschlossen. Hiervon sind wertmäßig hauptsächlich das Grundstück und die Gebäude betroffen. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes wurde auf Basis eines externen Gutachtens ermittelt. Pensionsrückstellungen Für die Mitarbeiter einzelner Gesellschaften der Schenck Process Gruppe existieren leistungsorientierte Pensionspläne. Die Pensionsverpflichtungen unterscheiden sich aufgrund der jeweiligen rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des betreffenden Landes und sind von der Betriebszugehörigkeit und Vergütungsstufe des Mitarbeiters abhängig. Die Leistungszusagen sind durch Rückstellungen abgedeckt. Diese enthalten sowohl Verpflichtungen aus laufenden Pensionen als auch Anwartschaften auf künftig zu zahlende Pensionen. Die versicherungsmathematische Bewertung der Pensionsrückstellungen basiert auf dem in IAS 19 (Employee Benefits) vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen. Die Rückstellungen für Pensionen sind ausschließlich den langfristigen Rückstellungen zugeordnet. Planvermögen im Sinne von IAS 19 wird von den Pensionsverpflichtungen abgesetzt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in dem Jahr ihres Entstehens als Teil der Pensionsrückstellung bilanziert und in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen, der Zinsanteil der Rückstellungszuführung im Zinsergebnis. Sonstige Rückstellungen Gemäß IAS 37 (Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets) werden Rückstellungen gebildet, wenn eine rechtliche oder faktische Außenverpflichtung besteht, die tatsächliche Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und eine zuverlässige Schätzung des Mittelabflusses möglich ist. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt mit dem wahrscheinlichen Wert der Inanspruchnahme. Sie werden nicht mit Rückgriffansprüchen verrechnet. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die am Bilanzstichtag zu berücksichtigenden Kostensteigerungen. Rückstellungen für Gewährleistungsansprüche werden unter Zugrundelegung des bisherigen bzw. geschätzten zukünftigen Schadensverlaufes gebildet. Langfristige Rückstellungen werden mit dem Barwert der Verpflichtung angesetzt, sofern der Effekt wesentlich ist, und in Folgeperioden aufgezinst. Eventualverbindlichkeiten Eventualverbindlichkeiten stellen mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten dar, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Konzerns stehen, erst noch bestätigt werden muss. Eventualverbindlichkeiten entstehen auch aus einer gegenwärtigen Verpflichtung, die auf vergangenen Ereignissen beruht, die jedoch nicht bilanziert werden, weil der Abfluss von Ressourcen nicht wahrscheinlich ist beziehungsweise die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann. Umsatzrealisierung Umsatzerlöse werden gemäß IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) erfasst, wenn durch Übertragung eines zugesagten Guts oder einer zugesagten Dienstleistung auf einen Kunden eine Leistungsverpflichtung erfüllt wird. Ein Vermögenswert gilt als übertragen, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über diesen Vermögenswert erlangt. Kommt ein Unternehmen einer Leistungsverpflichtung nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt nach, wird sie über einen bestimmten Zeitraum erfüllt. Die Umsatzerlöse der Schenck Process Gruppe enthalten im Wesentlichen Verkäufe von Produkten und Dienstleistungen. Sie werden vermindert um Skonti, Preisnachlässe, Kundenboni und Rabatte ausgewiesen. Kosten der umgesetzten Leistungen Die Kosten der umgesetzten Leistungen umfassen die Kosten der verkauften Erzeugnisse und Waren sowie der erbrachten Dienstleistungen. Daneben umfassen sie die Kosten, die auf die Umsätze aus Auftragsfertigung gemäß IFRS 15 nach der PoC-Methode entfallen. Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten auch die indirekten Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf die Produktionsanlagen sowie die Abwertungen auf Vorräte. Die Kosten der umgesetzten Leistungen umfassen auch die Zuführungen zu Auftragsrückstellungen (hierunter fallen u.a. Garantie-Einzelrückstellungen und Nachlaufkostenpauschalen). Forschungs- und Entwicklungskosten Forschungskosten und nicht aktivierbare Entwicklungskosten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie entstehen. Ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert, der sich aus der Entwicklungstätigkeit ergibt, wird nur erfasst, wenn die Nachweise entsprechend IAS 38.57 erbracht wurden. Der Betrag, mit dem ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert erstmalig aktiviert wird, ist die Summe der entstandenen Aufwendungen von dem Tag an, an dem der immaterielle Vermögenswert die oben genannten Bedingungen erstmals erfüllt hat. Wenn ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert nicht aktiviert werden kann bzw. die oben genannten Kriterien für die Aktivierung bis zum Bilanzstichtag noch nicht erfüllt sind, werden die Entwicklungskosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie entstehen. In den Folgeperioden werden selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte genauso wie erworbene immaterielle Vermögenswerte zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Finanzergebnis Das Finanzergebnis beinhaltet Zinserträge aus der Anlage von liquiden Mitteln, Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten, Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten, die erfolgswirksam erfasst werden, sowie Zinsaufwand aus Pensionsrückstellungen und Erträge aus Planvermögen. Bewertung zum beizulegenden Zeitwert Einige Rechnungslegungsmethoden und Anhangangaben des Konzerns erfordern die Ermittlung beizulegender Zeitwerte für finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte und Schulden. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, zu dem am Bewertungsstichtag in einem geordneten Geschäftsvorfall im Hauptmarkt oder, wenn keiner vorhanden, im vorteilhaftesten Markt, zu dem der Konzern zu diesem Zeitpunkt Zugang hat, ein Vermögenswert verkauft oder eine Schuld übertragen werden würde. Der beizulegende Zeitwert einer Schuld spiegelt das Risiko der Nichterfüllung wider. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet der Konzern, soweit möglich, am Markt beobachtbare Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen der Fair Value-Hierarchie eingeordnet: Stufe 1: Notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden: Sofern verfügbar, ermittelt der Konzern den beizulegenden Zeitwert eines Finanzinstruments auf Basis notierter Preise auf einem aktiven Markt für dieses Instrument. Ein Markt wird dann als aktiv angesehen, wenn Transaktionen für den jeweiligen Vermögenswert oder die jeweilige Verbindlichkeit in ausreichender Frequenz und in ausreichendem Umfang stattfinden, sodass Preisinformationen fortlaufend zur Verfügung stehen. Stufe 2: Bewertungsparameter, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten, notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt als Ableitung von Preisen) beobachten lassen. Sofern keine notierten Preise auf einem aktiven Markt existieren, verwendet der Konzern Bewertungstechniken, die die Verwendung relevanter beobachtbarer Inputfaktoren maximieren und die Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren minimieren. In die verwendete Bewertungstechnik fließen alle Faktoren ein, die die Marktteilnehmer bei der Preisfindung einer solchen Transaktion berücksichtigen würden. Stufe 3: Bewertungsparameter für Vermögenswerte oder Schulden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen. Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Fair Value-Hierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Fair Value-Hierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist. Hat ein Vermögenswert oder eine Schuld, der bzw. die mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet wird, einen Geld- und einen Briefkurs, dann bewertet der Konzern Vermögenswerte bzw. Long-Positionen mit dem Geldkurs und Schulden bzw. Short-Positionen mit dem Briefkurs. Der beste Nachweis für den beizulegenden Zeitwert beim erstmaligen Ansatz eines Finanzinstruments ist grundsätzlich der Transaktionspreis, das heißt der beizulegende Zeitwert der übertragenen oder erhaltenen Gegenleistung. Stellt der Konzern fest, dass beim erstmaligen Ansatz der beizulegende Zeitwert vom Transaktionspreis abweicht und der beizulegende Zeitwert weder (a) durch einen notierten Preis auf einem aktiven Markt für einen identischen Vermögenswert oder eine identische Schuld nachgewiesen wird noch (b) auf einer Bewertungstechnik basiert, in der alle nicht beobachtbaren Inputfaktoren als unwesentlich betrachtet werden können, dann ist dieses Finanzinstrument beim erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Dieser Betrag wird zur Abgrenzung der Differenz zwischen beizulegendem Zeitwert und Transaktionspreis angepasst. Im Rahmen der Folgebewertung ist diese Differenz in einer angemessenen Weise über die Laufzeit des Instruments, allerdings nicht später als bei vollumfänglicher Bewertung durch beobachtbare Marktdaten oder Ausbuchung der Transaktion, im Gewinn oder Verlust zu erfassen. Neue Rechnungslegungsvorschriften Anwendung neuer Standards Neue Standards oder Änderungen, die erstmals 2019 anzuwenden sind, werden in der folgenden Übersicht dargestellt:
IFRS 16 - Leasingverhältnisse Die Schenck Process Gruppe wendet IFRS 16 erstmalig zum 1. Januar 2019 an. Der Konzern hat IFRS 16 nach der modifiziert retrospektiven Methode angewendet. Daher wurden die Vergleichsinformationen für 2018 nicht angepasst, das heißt wie zuvor gemäß IAS 17 und den damit verbundenen Interpretationen dargestellt. Die Einzelheiten zu den Änderungen der Rechnungslegungsmethoden sind nachstehend aufgeführt. Darüber hinaus wurden die Angabepflichten in IFRS 16 nicht generell auf die Vergleichsinformationen angewendet. i Implementierung von IFRS 16 Die Schenck Process Gruppe hat ein konzernübergreifendes Projekt zur Implementierung des neuen Standards aufgesetzt. Im Rahmen einer umfassenden Vertragsanalyse wurde der Gesamtumfang der nach IFRS 16 zu bewertenden Verträge identifiziert und nach der Vertragsart geclustert und entsprechend der Vertragslaufzeit aufgeteilt. Mit Hilfe einer neu implementierten Software wurden die identifizierten Verträge abgebildet und bewertet. ii Definition eines Leasingverhältnisses Bis zum 31.12.2018 bestimmte der Konzern bei Vertragsbeginn, ob eine Vereinbarung gemäß IFRIC 4 "Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält" ein Leasingverhältnis enthielt oder war. Der Konzern beurteilt nun, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis ist oder enthält, basierend auf der Definition eines Leasingverhältnisses, wie im Anhang im Abschnitt "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze - Leasing" erläutert. iii Die Schenck Process Gruppe als Leasingnehmer Als Leasingnehmer least der Konzern viele Vermögenswerte. Diese unterteilen sich in Grundstücke und Gebäude, Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Der Konzern hat Leasingverhältnisse bisher als Operating-Leasingverhältnis eingestuft, basierend auf seiner Einschätzung, ob das Leasingverhältnis im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des zugrunde liegenden Vermögenswertes verbundenen Risiken und Chancen auf den Konzern übertragen hat. Gemäß IFRS 16 bilanziert der Konzern für die meisten dieser Leasingverträge Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten, das heißt, diese Leasingverträge sind in der Bilanz ausgewiesen. Am Bereitstellungsdatum oder bei Änderung eines Vertrags, der eine Leasingkomponente enthält, teilt der Konzern das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelpreise auf. Für Immobilien-Leasingverträge hat der Konzern jedoch beschlossen, von einer Trennung der Nichtleasingkomponenten abzusehen und stattdessen Leasing- und damit verbundene Nichtleasingkomponenten als eine einzige Leasingkomponente zu bilanzieren. iv Leasingverhältnisse, die nach IAS 17 als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft wurden Bisher hat der Konzern Leasingverhältnisse nach IAS 17 als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft. Beim Übergang wurden die Leasingverbindlichkeiten für diese Leasingverträge mit dem Barwert der verbleibenden Leasingzahlungen bewertet, abgezinst mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns zum 1. Januar 2019 (siehe im folgenden Abschnitt vii Auswirkungen auf den Abschluss). Nutzungsrechte werden wie folgt bewertet:
Der Konzern hat seine Nutzungsrechte zum Zeitpunkt des Übergangs auf Wertminderung geprüft und ist zu dem Schluss gekommen, dass keine Anhaltspunkte für eine Wertminderung der Nutzungsrechte vorliegen. Der Konzern hat eine Reihe von Erleichterungsvorschriften bei der Anwendung des IFRS 16 auf Leasingverhältnisse genutzt, die nach IAS 17 als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft wurden. Im Einzelnen hat der Konzern:
v Leasingverhältnisse, die nach IAS 17 als Finanzierungsleasing eingestuft wurden Im Konzern liegen keine Leasingverträge vor, die nach IAS 17 als Finanzierungsleasing klassifiziert wurden. vi Die Schenck Process Gruppe als Leasinggeber Der Konzern hat keine Leasingverträge, in denen dieser als Leasinggeber auftritt. vii Auswirkungen auf den Abschluss Beim Übergang auf IFRS 16 hat der Konzern Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten erfasst. Die Auswirkungen im Zeitpunkt des Übergangs werden im Folgenden zusammengefasst: *
* Im Hinblick auf die Auswirkung des IFRS 16 auf die Gewinn- und Verlustrechnung der Periode sowie das EBITDA siehe Anhangangabe "V Sonstige Angaben 27. Leasing". Für Einzelheiten in Bezug auf die Rechnungslegungsmethoden nach IFRS 16 und IAS 17 siehe Anhangangabe "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze - Leasing". Leasingverbindlichkeiten Der Konzern hat bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten aus Operating-Leasingverhältnissen die Leasingzahlungen mit seinem Grenzfremdkapitalzinssatz zum 1. Januar 2019 abgezinst. Der gewichtete Durchschnittszinssatz beträgt 7,96%.
Leasingverhältnisse als Leasingeber Bei der Schenck Process Gruppe liegen keine Leasingverhältnisse als Leasinggeber vor. Änderungen an IFRS 9 - Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung Die Anpassungen betreffen eine begrenzte Anpassung der für die Klassifikation von finanziellen Vermögenswerten relevanten Beurteilungskriterien. Finanzielle Vermögenswerte mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung ("prepayment feature with negative compensation") dürfen unter bestimmten Voraussetzungen zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis anstatt erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss Schenk Process Gruppe. IFRIC 23 - Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung IFRIC 23 stellt die Anwendung von Ansatz und Bewertungsvorschriften des IAS 12, wenn Unsicherheit bzgl. der ertragsteuerlichen Behandlung besteht, klar. Für den Ansatz und die Bewertung sind Schätzungen und Annahmen zu treffen, z.B. ob eine Einschätzung gesondert oder zusammen mit anderen Unsicherheiten vorgenommen wird, ein wahrscheinlicher oder erwarteter Wert für die Unsicherheit herangezogen wird und ob Änderungen im Vergleich zur Vorperiode eingetreten sind. Das Entdeckungsrisiko ist für die Bilanzierung unsicherer Bilanzpositionen unbeachtlich. Die Bilanzierung erfolgt unter der Annahme, dass die Steuerbehörden den fraglichen Sachverhalt untersuchen und ihnen alle relevanten Informationen vorliegen. Zu den genannten Schätzungen, Annahmen sowie Ermessensentscheidungen sind jeweils Anhangangaben zu machen. Zudem sind Angaben zu potenziellen Auswirkungen der Unsicherheit als steuerbezogene Eventualverbindlichkeit nach IAS 12.88 zu machen. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Schenk Process Gruppe. Änderungen an IAS 28 - Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen Die Änderungen enthalten eine Klarstellung, dass IFRS 9 auf langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen anzuwenden ist, deren Bilanzierung nicht nach der Equity-Methode erfolgt. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Schenk Process Gruppe. Änderungen an IAS 19 - Planänderung, -kürzung oder -abgeltung Nach IAS 19 sind die Pensionsverpflichtungen bei Planänderungen, -kürzungen und Abgeltungen auf Basis aktualisierter Annahmen zu bewerten. Die Änderung stellt klar, dass nach einem solchen Ereignis der Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen für den Rest der Periode auf Basis aktualisierter Annahmen zu berücksichtigen sind. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Schenk Process Gruppe. Jährliche Verbesserungen an den IFRS-Standards (Zyklus 2015-2017) Durch die Annual Improvements to IFRSs (2015-2017) wurden vier IFRSs geändert. In IFRS 3 wird klargestellt, dass ein Unternehmen bei Erlangung der Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb, an dem es zuvor im Rahmen einer gemeinsamen Tätigkeit (joint operation) beteiligt war, die Grundsätze für sukzessive Unternehmenszusammenschlüsse anzuwenden hat. Der bislang vom Erwerber gehaltene Anteil ist neu zu bewerten. In IFRS 11 wird festgelegt, dass eine Partei bei Erlangung einer gemeinschaftlichen Führung (joint control) an einem Geschäftsbetrieb, an dem er zuvor im Rahmen einer gemeinschaftlichen Tätigkeit (joint operation) beteiligt war, den bisher gehaltenen Anteil nicht neu bewertet. IAS 12 wird dahingehend geändert, dass alle ertragssteuerlichen Konsequenzen von Dividendenzahlungen in gleicher Weise zu berücksichtigen sind, wie die Erträge, auf denen die Dividenden beruhen. Zuletzt wird im IAS 23 festgelegt, dass bei der Bestimmung des Finanzierungskostensatzes, wenn ein Unternehmen allgemein Mittel für die Beschaffung von qualifizierenden Vermögenswerten aufgenommen hat, Kosten für Fremdkapital, das speziell im Zusammenhang mit der Beschaffung von qualifizierenden Vermögenswerten aufgenommen wurde, bis zu deren Fertigstellung nicht zu berücksichtigen sind. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Schenk Process Gruppe. Neue Verlautbarungen Das IASB hat Standards und Interpretationen veröffentlicht, die im Geschäftsjahr 2019 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Zum Teil ist für diese Änderungen das Endorsement-Verfahren zur Übernahme in das EU-Recht noch nicht abgeschlossen. Außer den im Folgenden aufgeführten Standards und Interpretationen, die einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben können, wurden eine Reihe weiterer Standards und Interpretationen verabschiedet, die jedoch erwartungsgemäß keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben werden:
Änderungen an IAS 1 und IAS 8 - Definition von "wesentlich" Mit den Änderungen wird in den IFRS ein einheitlicher und genauer umrissener Definitionsbegriff der Wesentlichkeit von Abschlussinformationen geschaffen und durch begleitende Beispiele ergänzt. In diesem Zusammenhang findet eine Harmonisierung der Definitionen aus dem Rahmenkonzept, IAS 1, IAS 8 und dem IFRS Practice Statement 2 Making Materiality Judgements statt. Die Änderungen sind zum 1. Januar 2020 erstmalig anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Die Schenk Process Gruppe geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in den IFRS-Standards Das überarbeitete Rahmenkonzept besteht aus einem neuen übergeordneten Abschnitt Status and purpose of the conceptual framework sowie aus nunmehr acht vollständig enthaltenen Abschnitten. Dabei sind jetzt Abschnitte zu The reporting entity und Presentation and disclosure enthalten; der Abschnitt Recognition wurde um Derecognition ergänzt. Zudem wurden Inhalte geändert: So wurde beispielsweise die Unterscheidung von income in revenues einerseits und gains andererseits aufgegeben. Einhergehend mit dem geänderten Rahmenkonzept wurden Referenzen auf das Rahmenkonzept in diversen Standards angepasst. Der Schenk Process Gruppe geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen Die Aufstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der Rechnungslegungsgrundsätze des IASB erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung von Nutzungsdauern, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, die Bewertung des immateriellen Anlagevermögens (vor allem die Bewertung der im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten Markenrechte, Kundenbeziehungen und Technologien sowie der aktivierten Entwicklungskosten), die Teilgewinnrealisierung bei Fertigungsaufträgen sowie die Realisierbarkeit von Forderungen durch entsprechende Berücksichtigung von Wertberichtigungen und zukünftigen Steuerentlastungen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Zu den Buchwerten, Prämissen und Annahmen bei den getroffenen Ermessensentscheidungen und Schätzungen verweisen wir auf die einzelnen Abschnitte im Anhang (siehe u.a. Anhangangaben zu Immateriellen Vermögenswerten, zu Pensionsrückstellungen, zu Sonstigen Rückstellungen und zu Eventualverbindlichkeiten). Geschäfts- oder Firmenwerte Der Konzern untersucht jährlich, ob eine Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte vorliegt. Eine Wertminderung ist gegeben, wenn der erzielbare Betrag der CGU den Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts unterschreitet. Als erzielbarer Betrag gilt der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert des Vermögenswerts. Die Werthaltigkeitsprüfungen basieren dabei auf Bewertungsparametern wie Wachstumsraten, Kapitalisierungszinssatz (WACC), Kapitalmarktdaten und Zahlungsstromprognosen. Bewertungsparameter können sich aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen wesentlich auf die Höhe des Abwertungsbedarfs auswirken. Verträge mit Kunden nach IFRS 15 Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden im Konzernabschluss, der Percentage of Completion (PoC)-Methode folgend, nach der entsprechend dem Auftragsfortschritt erwartete Auftragsergebnisse anteilig realisiert werden, bewertet. Für die Anwendung der PoC-Methode werden die anfallenden Kosten ins Verhältnis zu den geschätzten Gesamtkosten gesetzt. Notwendige Voraussetzungen hierfür sind die Schätzungen der bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, der Gesamtkosten und damit des Auftragsergebnisses. Diese Schätzungen sind durch die Auftragskalkulation unterlegt. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten nach IFRS 9 Die Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte beruhen auf Annahmen zum Ausfallrisiko und zu den erwarteten Verlustquoten. Die Schenck Process Gruppe übt bei der Aufstellung dieser Annahmen und der Auswahl der Inputfaktoren für die Berechnung der Wertminderung Ermessen aus, basierend auf den Erfahrungen des Konzerns aus der Vergangenheit, bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsorientierten Schätzungen zum Ende jeder Berichtsperiode. Die wichtigsten verwendeten Annahmen und Inputfaktoren werden in der Anhangangabe 32 - Management von Finanzrisiken im Einzelnen dargestellt. Pensionsverpflichtungen Pensionsverpflichtungen werden nach der Projected Unit Credit Methode gemäß IAS 19 ermittelt. Der Barwert der Pensionsverpflichtungen hängt von versicherungsmathematischen Annahmen ab. Diese Annahmen umfassen Diskontierungszinssatz, erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen, erwartete Renditen auf das Planvermögen sowie Sterblichkeitsraten. Sie können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den künftigen tatsächlichen Entwicklungen abweichen und sich damit wesentlich auf die Höhe der Verpflichtung und der dazugehörigen Aufwendungen auswirken. Sonstige Rückstellungen Änderungen in der Wahrscheinlichkeitsschätzung einer gegenwärtigen Verpflichtung oder eines wirtschaftlichen Ressourcenabflusses können dazu führen, dass bislang als Eventualverbindlichkeiten eingestufte Sachverhalte als Rückstellung zu passivieren sind bzw. Rückstellungsbeträge sich ändern. Ertragsteuern und latente Steuern Die Schenck Process Gruppe ist in einer Vielzahl von Ländern tätig und unterliegt damit verschiedenen Steuerhoheiten. Die Bestimmung der Steuerverbindlichkeiten erfordert eine Reihe von Einschätzungen des Managements. Das Management geht davon aus, eine vernünftige Einschätzung der steuerlichen Unwägbarkeiten getroffen zu haben. Gleichwohl kann nicht zugesichert werden, dass der tatsächliche Ausgang der Unwägbarkeiten mit den angenommenen Einschätzungen übereinstimmt. Etwaige Abweichungen können sich in dem Jahr der Entstehung auf die Höhe der Steuerverbindlichkeiten oder der latenten Steuern auswirken. Bei der Einschätzung der Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern beurteilt das Management, in welchem Ausmaß mehr Gründe für als gegen eine Realisierung sprechen. Ob die aktiven latenten Steuern tatsächlich realisiert werden können, hängt davon ab, ob zukünftig in ausreichendem Maße steuerliches Einkommen erwirtschaftet werden kann, gegen welches temporäre Differenzen bzw. steuerliche Verlustvorträge verrechnet werden können. Hierfür betrachtet das Management die Zeitpunkte der Umkehrung der passiven latenten Steuern sowie die zukünftig erwarteten steuerlichen Einkommen. Die aktiven latenten Steuern verringern sich, wenn sich die Schätzung der geplanten steuerlichen Einkommen mindert oder der Umfang der künftigen Steuervorteile durch Gesetzesänderungen der Höhe nach oder in zeitlicher Hinsicht beschränkt wird. II. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 1 Immaterielle Vermögenswerte
Von den immateriellen Vermögenswerten sind 109.394 T€ (Vorjahr: 115.540 T€) an die Schenck Process Gruppe finanzierenden Anleihegläubiger sicherungsübereignet. Geschäfts- oder Firmenwerte und Markenrechte Geschäfts- oder Firmenwerte Der zum 31. Dezember 2019 bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 347.601 T€ (Vorjahr: 341.407 T€) resultiert aus dem Erwerb aller Anteile an der Schenck Process Holding GmbH durch die Platin 1426. GmbH mit Wirkung zum 28. Dezember 2017, dem Erwerb der Anteile an der Raymond Bartlett Snow (RBS) Gruppe mit Wirkung zum 29. Juni 2018 und der Process Components Limited mit Wirkung zum 29. September 2018. Der im Rahmen eines Erwerbs entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wird einer CGU (Cash Generating Unit) zugeordnet und dort jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Als CGU definiert die Schenck Process Gruppe jede operative Gesellschaft oder jede Gruppe von operativen Gesellschaften, die unabhängig von anderen operativen Gesellschaften Mittelzuflüsse erzeugt und die auf Basis der Geschäftseinheiten festgelegt wurden. Der erzielbare Betrag der CGU wird von Schenck Process grundsätzlich als Nutzungswert (Value in Use) unter Anwendung des Discounted Cash Flow-Verfahrens berechnet. Die Berechnung des Zeitwerts wird auf der Grundlage von Cash Flow-Prognosen erstellt, die auf von der Geschäftsführung von einem Zeitraum von drei Jahren genehmigten Finanzplänen (2020 bis 2022) basieren. Anschließend wurde eine Grobplanungsphase für die Jahre 2023 bis 2024 eingefügt, in der Wachstumsraten für die Umsatzplanung angesetzt wurden, die auf die ewige Rente mit einem Wachstum von 1,5% bis 2,0% überleiten. Die angesetzten Wachstumsraten berücksichtigen entsprechend den Regelungen des IAS 36 keine kapazitätserweiternden Investitionen, für die noch keine Mittelabflüsse stattgefunden haben. Die Planungen beruhen auf gesammelten Erfahrungen, den aktuellen Geschäftsergebnissen und der bestmöglichen Schätzung der Geschäftsführung zur zukünftigen Entwicklung einzeln zu berücksichtigender Einflussfaktoren. Hierunter sind unter anderem Rohstoffpreise, Gewinnmargen und Markterwartungen zu subsummieren. Spezifische Marktannahmen, wie beispielsweise der Konjunkturverlauf, das Marktwachstum sowie (zukünftige) Zins- und Fremdwährungskurse, werden unter Berücksichtigung externer makroökonomischer und industriespezifischer Quellen miteinbezogen. Die Kapitalkosten ergeben sich aus dem gewogenen Mittel der Fremd- und Eigenkapitalkosten. Hierbei wird für die Berechnung der Eigenkapitalkosten ein Beta-Faktor anhand von Kapitalmarktdaten sowie der Kapitalstruktur vergleichbarer Unternehmen ermittelt. Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte im Geschäftsjahr 2019 auf Ebene der jeweiligen CGU führte zum 31. Dezember 2019 zu keinem Abwertungsbedarf. Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrages für die CGUs verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Weiterhin wird angegeben um wieviel der geschätzte erzielbare Ertrag der einzelnen CGUs deren Buchwert übersteigen (Headroom).
Die nachfolgende Tabelle zeigt, welche möglich gehaltenen Änderungen der obengenannten Annahmen für die CGUs, jeweils bei isolierter Betrachtung in Prozentpunkten erforderlich wären, damit der geschätzte Betrag dem Buchwert entspricht.
Markenrechte Bei den erworbenen Markenrechten handelt es sich um das Recht zur Nutzung der Marke "Schenck Process" mit einer unbestimmten Nutzungsdauer sowie um die Markenrechte "Raymond", "Bartlett Snow", "KEK", "KeK-Gardner", "MUCON" und "kemutec". Die Verteilung der Buchwerte der Nutzungsrechte auf die jeweiligen CGUs kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden. Die Zeitwerte der Marken-Nutzungsrechte für die jeweiligen CGUs wurden mittels der Lizenzpreisanalogiemethode ermittelt. IDW S 5 ("Grundsätze zur Bewertung immaterieller Vermögenswerte") empfiehlt die Verwendung von kapitalwertorientierten Verfahren bei der Bewertung von Markenrechten. Innerhalb des kapitalwertorientierten Verfahrens werden die Mehrgewinnmethode, die Residualwertmethode, die Methode der unmittelbaren Cash Flow-Prognose sowie die Methode der Lizenzpreisanalogie unterschieden. Da die Nutzungsrechte der Marke "Schenck Process" einer Unternehmensmarke entspricht, ist die Mehrgewinnmethode laut IDW S5, Tz. 62, nur eingeschränkt anwendbar. Des Weiteren ist die Residualwertmethode üblicherweise den immateriellen Vermögenswerten vorbehalten, die einen erheblichen Einfluss auf die Cash Flows des Unternehmens haben ("Leading Assets"). Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurden bereits die Kundenbeziehungen als "Leading Assets" identifiziert, weshalb die Residualwertmethode bei der Bewertung der Markenrechte keine Anwendung finden kann. Wesentliche Voraussetzung für die Anwendung der Methode der unmittelbaren Cash Flow-Prognose ist, dass die den immateriellen Vermögenswerten direkt zurechenbaren Cash Flows ermittelbar sind, was bei Markenrechten nicht der Fall ist. Als Ergebnis ist die Lizenzpreisanalogiemethode eine angemessene Methode für die Bewertung der Markenrechte. In der Praxis wird die Lizenzpreisanalogiemethode häufig für die Bewertung von Markenrechten verwendet. Die auf die markenrelevanten Umsatzerlöse angewendete Lizenzrate beträgt auf Basis einer Analyse vergleichbarer Verlizensierungen 1,0%. Die Prognose der Umsatzerlöse basiert auf den von der Geschäftsführung für einen Zeitraum von drei Jahren genehmigten Finanzplänen (2020 bis 2022). Anschließend wurde eine Grobplanungsphase für die Jahre 2023 bis 2024 eingefügt, in der Wachstumsraten für die Umsatzplanung angesetzt wurden, die auf die ewige Rente mit einem Wachstum der Umsatzerlöse von 1,5% überleiten. Die verwendeten Kapitalkosten wurden wie oben beschrieben ermittelt. Die Überprüfung der Werthaltigkeit für die erworbenen Markenrechte ergab wie bei den Geschäfts- oder Firmenwerten keinen Abwertungsbedarf zum 31. Dezember 2019. Der Wert des Nutzungsrechts der Marke basiert hauptsächlich auf der Planungsprognose für die Umsatzerlöse sowie den Lizenzraten. Daher sind die Wachstumsraten der Umsatzerlöse sowie die Lizenzraten die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen für die Bewertung des zukünftigen Abschreibungsrisikos der Markenrechte. Die CGUs, auf die die Geschäfts- oder Firmenwerte sowie die Markenrechte aufgeteilt wurden, stellen sich wie folgt dar:
* Die CGU SP Indonesia wird ab 2020 in der CGU SP Australien aufgehen, da die indonesische Gesellschaft von Australien gesteuert wird. Kundenbeziehungen/Auftragsbestände Die Werte der aktivierten Kundenbeziehungen und Auftragsbestände wurden mittels der Residualwertmethode ermittelt. Die Residualwertmethode berücksichtigt den Barwert der erwarteten Netto-CashFlows, die die Kundenbeziehungen und die Auftragsbestände erzeugen, mit Ausnahme aller Cash Flows, die mit unterstützenden Vermögenswerten verbunden sind. Während den Kundenbeziehungen Nutzungsdauern von sieben bis fünfundzwanzig Jahren zugrunde liegen, werden die aktivierten Auftragsbestände über ein halbes bis zwei Jahre abgeschrieben. Über die jeweiligen Nutzungsdauern werden die Vermögenswerte planmäßig (ratierlich) abgeschrieben. Per 31. Dezember 2019 betrug der Buchwert der langfristigen aktivierten Kundenbeziehungen 246.435 T€ (Vorjahr: 262.023 T€) und der Buchwert der kurzfristigen aktivierten Auftragsbestände 385 T€ (Vorjahr: 1.157 T€). Technologien/Schüttgutdatenbank Im Rahmen der Ermittlung der Zeitwerte der erworbenen Technologien wurde wie bei den Markenrechten die Lizenzpreisanalogiemethode angewendet. Die auf die technologierelevanten Umsatzerlöse angewendete Lizenzrate ist abhängig von der Art der Technologie und liegt in einer Bandbreite von 1,5% bis 6,0%. Die Prognose der Umsatzerlöse basiert auf den von der Geschäftsführung für einen Zeitraum von drei Jahren genehmigten Finanzplänen (2020 bis 2022) für jede entsprechende Technologie. Für die Berechnung der Umsatzerlöse nach den ersten drei Jahren bis zum Ende der erwartenden Nutzungsdauer der entsprechenden Technologie werden für 2023 und 2024 Wachstumsraten angenommen, die auf eine ab 2025 angenommene Wachstumsrate von 1,5% überleiten. Die verwendeten Abzinsungssätze werden wie oben beschrieben ermittelt. Bei der Ermittlung des Zeitwerts der Schüttgutdatenbank wurde auf die potentiellen, künftigen Wiederbeschaffungskosten abgestellt. Den identifizierten Technologien liegen Nutzungsdauern von vier bis sechzehn Jahren zugrunde, wohingegen die Schüttgutdatenbank über fünfzehn Jahre abgeschrieben wird. Über die jeweiligen Nutzungsdauern werden die Vermögenswerte planmäßig (ratierlich) abgeschrieben. Per 31. Dezember 2019 beliefen sich die Buchwerte der aktivierten Technologien inkl. der Schüttgutdatenbank auf 54.103 T€ (Vorjahr: 58.930 T€). Aktivierte Entwicklungskosten und Andere immaterielle Vermögenswerte Hierunter werden im Wesentlichen aktivierte Entwicklungskosten, Patente, Software, Produktzertifikate sowie sonstige Rechte ausgewiesen, deren Nutzungsdauern sich auf eins bis zehn Jahre belaufen. Diese Vermögenswerte werden planmäßig (ratierlich) über ihre Nutzungsdauern abgeschrieben. Per 31. Dezember 2019 belief sich ihr Buchwert auf 35.942 T€ (Vorjahr: 36.925 T€). Ein Entwicklungsprojekt in Anarbeitung, welches im Wesentlichen durch die norwegische Konzerngesellschaft bearbeitet wurde, wurde im Geschäftsjahr komplett abgeschrieben (1,9 Mio.€), da für diese Technologien keine weiteren Entwicklungen mehr stattfinden. 2 Sachanlagen
* Der Konzern hat IFRS 16 erstmals zum 1. Januar 2019 unter Anwendung des modifizierten retrospektiven Ansatzes angewendet. Bei diesem Ansatz werden die Vergleichsinformationen nicht angepasst. ** In den planmäßigen Abschreibungen für Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken sind 5.333 T€ für Abschreibungen auf Nutzungsrechte IFRS16 enthalten. In den planmäßigen Abschreibungen für Technische Anlagen und Maschinen sind 1.793 T€ für Abschreibungen auf Nutzungsrechte IFRS 16 enthalten. In den planmäßigen Abschreibungen für Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sind 1.891 T€ für Abschreibungen auf Nutzungsrechte IFRS 16 enthalten. 1) Umgliederungen in als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken) in Höhe von 1.882 T€. Im Berichtszeitraum sind keine Fremdkapitalzinsen im Sinne des IAS 23 angefallen. 3 Langfristige Finanzforderungen An einige Führungskräfte der Schenck Process Gruppe wurden langfristige Darlehen ausgegeben, die zur Finanzierung des Kaufes von Anteilen an der BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P. dienen (siehe auch Abschnitt 34). Diese Darlehen werden marktüblich verzinst und werden, vertraglich festgelegt, regelmäßig getilgt. Aus den am 21. Dezember 2017 und 3. August 2018 begebenen endfälligen Anleihen (siehe Abschnitt 14) wird jeweils ein eingebettetes Derivat (siehe Abschnitt 31) mit positivem Zeitwert in Höhe von insgesamt 4.327 T€ (Vorjahr: 43 T€) bilanziert. Folgebewertungen, die eine Anpassung an den Marktwert erforderlich machen, werden ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 4 Vorratsvermögen Die Vorräte und geleisteten Anzahlungen untergliedern sich wie folgt:
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden in Höhe von 16.215 T€ (Vorjahr: 19.140 T€) zu durchschnittlichen Anschaffungskosten und in Höhe von 16.586 T€ (Vorjahr: 12.630 T€) nach der "First in First out" (Fifo)-Methode bewertet. Diese Vorräte werden voraussichtlich innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten verbraucht. Im Rahmen der Herstellung der fertigen sowie unfertigen Erzeugnisse sind keine Fremdkapitalzinsen im Sinne des IAS 23 angefallen. 5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind von Kunden geschuldete Beträge für im gewöhnlichen Geschäftsverlauf verkaufte Güter bzw. erbrachte Dienstleistungen. Sie sind im Allgemeinen innerhalb von 30 Tagen zu begleichen und werden daher als kurzfristig eingestuft.
Im Folgenden wird die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Bilanzstichtag dargestellt:
Die Forderungen, die mehr als ein Jahr überfällig sind, betreffen im Wesentlichen Kundenforderungen im chinesischen Wirtschaftsraum. Die voraussichtlichen Ausfallrisiken dieser Forderungen wurden im Einzelnen analysiert. Von den Kundenforderungen, welche mehr als 1 Jahr fällig sind, sind zum Bilanzstichtag 9.869 T€ (Vorjahr: 10.060 T€) wertberichtigt. Einzelheiten zur Berechnung der Wertberichtigungen sind in der Anhangangabe 32 - Management von Finanzrisiken, enthalten. Mit verschiedenen Banken wurden Factoring-Verträge abgeschlossen. Bei einer Vereinbarung werden alle Chancen und Risiken übertragen, sodass 100% der zum Bilanzstichtag zum Buchwert übertragenen Forderungen in Höhe von 8.373 T€ (Vorjahr: 9.218 T€) ausgebucht wurden. Bei den übrigen Vereinbarungen verbleibt ein Teil der Chancen und Risiken bei der Schenck Process Gruppe (sog. anhaltendes Engagement). Dementsprechend wird von den verkauften Forderungen ein Kaufpreisabschlag in Höhe von 15% durch die Factoringbank einbehalten. Das daraus resultierende maximale Kreditausfallrisiko in Höhe von 15% beträgt zum 31. Dezember 2019 7.000 T€ (Vorjahr: 8.209 T€). 6 Vertragsvermögenswerte Die Vermögenswerte aus Kundenverträgen stellen sich wie folgt dar:
Unter den Vertragsvermögenswerten bzw. Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo werden die kundenspezifischen Fertigungsaufträge ausgewiesen, bei denen die angefallenen Herstellungskosten zuzüglich anteiliger Gewinnrealisierung die erhaltenen Anzahlungen übersteigen. 7 Finanzforderungen Die Finanzforderungen betreffen im Wesentlichen Forderungen, die in Zusammenhang mit Factoring-Verträgen stehen. Diese Forderungen entstehen durch den zeitlichen Unterschied zwischen dem Verkauf der Forderungen und dem Zahlungseingang bei der Schenck Process Gruppe von den Factoring-Gesellschaften. Der Wert der Finanzforderungen, die sich auf Factoring-Verträge beziehen, beträgt 11.770 T€ (Vorjahr: 12.150 T€). In Höhe von 86 T€ (Vorjahr: 118 T€) werden Devisentermingeschäfte mit positivem Zeitwert ausgewiesen. Die Schenck Process Gruppe betreibt in Deutschland einen leistungsorientierten Plan über die "Betriebspensionskasse der Carl Schenk AG VVaG", Darmstadt. Zur Sicherstellung der langfristigen Erfüllbarkeit der Verpflichtungen, insbesondere zur Verstärkung der Deckungsrückstellung im Hinblick auf Rechnungszins und Lebenserwartung, wurde im Jahr 2018 ein nachträglicher Gründungsstock aufgelegt. Auf die Schenck Process Gruppe als Trägerunternehmen entfällt dabei ein Betrag von 877 T€, den die Betriebspensionskasse bei Bedarf als unverzinsliches Darlehen einfordern kann. Von diesem Betrag wurde im Jahr 2019 ein Teilbetrag von 139 T€ (Vorjahr: 339 T€) abgerufen. Da nicht damit zu rechnen ist, dass es tatsächlich zu einer Rückzahlung dieses Darlehens kommt, wurde der Betrag vollständig wertberichtigt. Der verbleibende Betrag von 399 T€ (Vorjahr: 538 T€) kann von der Betriebspensionskasse in dem Umfang abgerufen werden, wie dies zur Deckung der Solvabilitätskapitalanforderungen erforderlich ist. Der Gründungsstock kann in Abstimmung mit der BaFin von der Kasse an die Trägerunternehmen zurückbezahlt werden, wenn diese hierzu finanziell wieder in der Lage ist. 8 Sonstige Vermögenswerte Die sonstigen Vermögenswerte betreffen:
Die aktiven Rechnungsabgrenzungen betreffen eine Vielzahl kleinerer Sachverhalte, die verursachungsgerecht abgegrenzt wurden. In dem Posten "Übrige" sind insbesondere Forderungen aus Mietsicherheiten in Höhe von 789 T€ (Vorjahr: 1:074 T€), Forderungen an Versicherungen in Höhe von 605 T€ (Vorjahr: 760 T€) und Forderungen aus Lieferantensalden enthalten, welche zum Bilanzstichtag einen aktivischen Saldo ausweisen (sog. debitorische Kreditoren); der Wert hierfür beläuft sich auf 91 T€ (Vorjahr: 68 T€). Weiterhin sind eine Vielzahl unwesentlich kleinerer Sachverhalte enthalten. 9 Zahlungsmittel Die Entwicklung der Zahlungsmittel, die den Finanzmittelfonds gem. IAS 7 bilden, ist in der Kapitalflussrechnung dargestellt. Von den Zahlungsmitteln sind 37.009 T€ (Vorjahr: 38.302 T€) an das die Schenck Process Gruppe finanzierende Bankenkonsortium sicherungsübereignet. 10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte Zum 01.01.2019 wurde die Stock Equipment Company Inc. auf die Schenck Process LLC. verschmolzen. Da die Schenck Process LLC. bereits über mehrere Standorte in den USA verfügt, wurde eine vollständige Aufgabe und die Veräußerung des Standortes in Chagrin Falls beschlossen. Die technischen Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sind im Zuge der Verschmelzung auf die Schenck Process LLC. übergegangen. Das noch zur Verfügung stehende Grundstuck mit den Gebäuden werden als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte klassifiziert. Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten eingestuft wurden Am 31. Dezember 2019 wurden die Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert wie folgt ausgewiesen:
Es liegen keine zur Veräußerung gehaltene Schulden vor. Kumulative Erträge oder Aufwendungen, die im sonstigen Ergebnis enthalten sind Es sind keine kumulativen Erträge oder Aufwendungen, die in Verbindung mit der Veräußerungsgruppe stehen, im sonstigen Ergebnis enthalten. Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte nach der Fair Value-Hierarchie Die nicht wiederkehrende Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der Veräußerungsgruppe von 1.882 T€ wurde, basierend auf den Inputfaktoren der verwendeten Bewertungstechniken, als ein beizulegender Zeitwert der Stufe 2 eingeordnet (siehe Abschnitt "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze - Bewertung zum beizulegenden Zeitwert"). Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes wurde mittels eines externen Gutachtens anhand von Vergleichsobjekten ähnlichen Zustandes und Lage abgeleitet. Eigenkapital 11 Eigenkapital Gezeichnetes Kapital Seit Gründung der Platin 1425. GmbH am 20. Juni 2017 beträgt das gezeichnete Kapital 25 T€. Das gezeichnete Kapital der Platin 1425. GmbH wird zu 100% von der Platin 1424. GmbH, Darmstadt, gehalten. Kapitalrücklage Die frei verfügbare Kapitalrücklage der Platin 1425. GmbH beträgt 86.823 T€. Bilanzverlust Der Bilanzverlust des Konzerns beläuft sich auf 74.900 T€ (Vorjahr: 49.544 T€). Übriges kumuliertes Eigenkapital Das übrige kumulierte Eigenkapital in Höhe von -2.768 T€ (Vorjahr: -4.471 T€).beinhaltet die erfolgsneutral erfassten Währungsdifferenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen, deren Berichtswährung nicht der Euro ist sowie versicherungsmathematische Verluste aus leistungsorientierten Pensionszusagen. Nicht beherrschende Anteile Im Rahmen des mittelbaren Erwerbs der Anteile an der Kemutec S. de R.L, Monterrey, Mexico, sind 1 % im Eigentum von zwei Einzelpersonen verblieben. Der Buchwert dieser nicht beherrschenden Anteile und die an die Eigentümer gezahlte Gegenleistung sind unwesentlich und werden daher nicht gesondert erfasst. Im Geschäftsjahr 2019 wurde die Schenck Process South Africa, (Pty.) Ltd., Johannesburg, Südafrika gegründet. An dieser Gesellschaft sind 25% im Eigentum eines südafrikanischen Treuhänders. Da die Gesellschaft bisher keinen Geschäftsbetrieb aufgenommen hat und das Eigenkapital unter 1 T€ beträgt, wurden bisher keine Minderheitenanteile gesondert ausgewiesen. RÜCKSTELLUNGEN 12 Pensionsrückstellungen Pensionsrückstellungen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften (tätige und ausgeschiedene Mitarbeiter der Schenck Process Gruppe) und auslaufenden Leistungen an berechtigte Rentner sowie deren Hinterbliebene nach IAS 19 (Employee Benefits) gebildet. Für die betriebliche Altersversorgung kann grundsätzlich zwischen beitrags- und leistungsorientierten Versorgungssystemen differenziert werden. Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen ("Defined Benefit Plans") besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, die zugesagten Leistungen an aktive und frühere Mitarbeiter zu erfüllen. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen der Schenck Process Gruppe sind durch Rückstellungen abgedeckt. Die Verpflichtungen und das vorhandene Planvermögen der bestehenden Pensionspläne unterliegen verschiedenen Risiken. Diese lassen sich wie folgt subsummieren:
Die Versorgungspläne der Schenck Process Gruppe gegenüber Mitarbeitern bestehen im Wesentlichen in Großbritannien (91%) und in Deutschland (7%). Am 31. Dezember 2019 lag die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Zusagen in Deutschland bei 12 Jahren (Vorjahr: 12 Jahre) und im Ausland bei 14 Jahren (Vorjahr: 15 Jahre). In Deutschland bestehen gegenüber vier ehemaligen Mitarbeitern einzelvertragliche Pensionszusagen. Neben der Altersleistung besteht Anspruch auf Invalidenleistung und Witwen-/Witwerleistung. Zum Bilanzstichtag setzt sich der Bestand aus drei Leistungsempfängern und einem unverfallbar Ausgeschiedenen zusammen. Die Schenck Process Gruppe unterhält in Großbritannien einen leistungsorientierten Plan, der für künftige dienstzeitabhängige Steigerungen geschlossen wurde. Für die Begünstigten des leistungsorientierten Plans ist ein Inflationsausgleich bis zum Rentenbeginn gesetzlich vorgeschrieben. Der leistungsorientierte Plan wird treuhänderisch verwaltet. Hierdurch werden die Interessen der Begünstigten vertreten und die zukünftige Erfüllbarkeit der Leistungen sichergestellt. Die notwendige Finanzierung wird alle drei Jahre durch technische Bewertungen nach Maßgabe der lokalen Vorschriften bestimmt. Das Planvermögen wird separat (unabhängig von den Vermögenswerten der Gesellschaft) verwaltet und ausschließlich zur Verpflichtungserfüllung gegenüber den Begünstigten verwendet. Die bilanzierten Rückstellungen lassen sich wie folgt aus den Barwerten der leistungsorientierten Versorgungszusagen ableiten:
Den Berechnungen der Pensionsverpflichtungen liegen zum Abschlussstichtag folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:
Die Berechnungen der in Deutschland erteilten Pensionszusagen basieren auf den biometrischen Grundwerten der am 20. Juli 2018 neu veröffentlichten Richttafeln 2018G nach Prof. Dr. Klaus Heubeck (Wahrscheinlichkeiten für Todes- und Invaliditätsfälle). Im Ausland werden landesspezifische Sterbetafeln angewendet. In Großbritannien werden die Sterbewahrscheinlichkeiten auf Grund der vom "Continous Mortality Investigation Bureau of the Institute and Faculty of Actuaries" publizierten Tabellen herangezogen. Der Barwert aller leistungsorientierten Versorgungszusagen hat sich wie folgt entwickelt:
Das Planvermögen für das Inland beträgt zum Stichtag 1.673 T€ (Vorjahr: 1.652 T€). Es hat sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt entwickelt:
Das Planvermögen für das Ausland beträgt zum Stichtag 30.346 T€ (Vorjahr: 27.047 T€). Es hat sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt entwickelt:
Die in obiger Tabelle angegebenen Beiträge zum Planvermögen umfassen sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerbeiträge. Die Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen im Inland betragen 0 T€, die Arbeitnehmerbeiträge 89 T€. Die Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen im Ausland betragen 1.179 T€, die Arbeitnehmerbeiträge zum Planvermögen betragen 0 T€. Die Verteilung des Planvermögens auf die verschiedenen Investmentklassen im Ausland stellt sich wie folgt dar:
Für fast alle Beteiligungen (Aktien) und das Fondsvermögen bestehen Preisnotierungen an einem aktiven Markt. Die Kategorie Anleihen enthält Schuldscheindarlehen, Pfandbriefe und Unternehmensanleihen, die im Rahmen von Privatplatzierungen erworben wurden. Gleichermaßen beinhaltet die Kategorie der Anleihen auch Staatsanleihen. Bei den Staatsanleihen handelt es sich vorwiegend um Anleihen von Ländern höchster Bonität. Für die in der Kategorie Anleihen ausgewiesenen Vermögensanlagen bestehen vorwiegend Preisnotierungen an einem aktiven Markt. Für die Vermögensanlagen in Immobilien besteht - von Ausnahmefällen abgesehen - kein aktiver Markt. Durch eine laufende Überwachung der Ausfallrisiken in Bezug auf ein vorgegebenes Risikobudget und die Bonität der Emittenten erfolgt bei geänderter Markteinschätzung gegebenenfalls eine Veränderung der Anlage des Planvermögens. Die gewichtete durchschnittliche erwartete Rendite des Planvermögens im Ausland beträgt 2,9% (Vorjahr: 2,5%). Die zum Abschlussstichtag bestehende Rendite des Planvermögens im Ausland beträgt 11% (Vorjahr: 2,7%). Bei Schenck Process UK Ltd., Edinburgh, Großbritannien, bestehen ein leistungsorientierter sowie ein beitragsorientierter Pensionsplan, der über die Firma Clyde Process Pension (Trustees) Ltd., Doncaster, Großbritannien, abgewickelt wird. Der leistungsorientierte Pensionsplan weist zum Bilanzstichtag ein Plandefizit von 13,6 Mio. € (Vorjahr: 11,1 Mio. €) aus. Schenck Process UK Ltd. und die verwaltenden Treuhänder des Pensionsplanes haben sich auf eine Reduzierung des Plandefizites geeinigt. Die Reduzierung wird durch jährliche Einzahlungen von Schenck Process UK Ltd. in den Pensionsplan erfolgen. Das Management überwacht die Entwicklung der Parameter und wird bei Bedarf weitere geeignete Maßnahmen ergreifen. Im Jahr 2019 wurde zum ersten Mal in der Konzernbilanz eine Vermögenswertanpassung nach IFRIC 14 bei Schenck Process UK Ltd. ausgewiesen. Zum Zeitpunkt der letztjährigen Berichtserstattung lagen die Informationen zu dem Asset Ceiling in Höhe von 0,8 Mio. € nicht vor. Eine Neubewertung des leistungsorientierten Pensionsplans ist alle drei Jahre durchzuführen. Die letzte Bewertung des leistungsorientierten Pensionsplans erfolgte per 30. Juni 2016. Die nächste Bewertung wird spätestens am 31. Juli 2020 erwartet. Der in der Konzernbilanz ausgewiesene Betrag aufgrund von Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen ergibt sich wie folgt:
Der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwand des Geschäftsjahres aus leistungsorientierten Pensionsplänen ergibt sich wie folgt:
1) Dieser Betrag beinhaltet die Administrationskosten von 385 T€ und den sofort erfassten Verlust von 36 T€ aus den pensionsähnlichen Verpflichtungen in Indien. Für das Jahr 2020 betragen die voraussichtlichen Beiträge zu leistungsorientierten Pensionsplänen 1.315 T€ (Vorjahr: 1.270 T€). Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Gewinne und Verluste haben sich wie folgt entwickelt:
Neben erfolgsneutral erfassten Gewinnen und Verlusten sind im Eigenkapital hierauf entfallende latente Steuern in Höhe von 292 T€ (Vorjahr: -97 T€) ausgewiesen. Bei einer Veränderung der wesentlichen zugrundeliegenden Berechnungsparameter hätte sich der Barwert der leistungsorientierten Versorgungszusagen im In- und Ausland wie folgt verändert:
Bei der Bestimmung der Auswirkungen auf die Höhe der Pensionsverpflichtung bei einer Änderung der jeweiligen zugrundeliegenden Annahme wurde eine alternative Bewertung der Pensionsverpflichtung durchgeführt. Dieser Bewertung liegt die Annahme zu Grunde, dass mit Ausnahme der geänderten Angabe die jeweiligen weiteren Parameter konstant, d.h. auf dem Wert gemäß der Gutachten gehalten werden. Eine lineare Extrapolation dieser Werte bei abweichenden Veränderungen der Annahmen oder die Addition bei Kombination der Veränderung einzelner Annahmen ist nicht möglich. Die Einzahlungen in das Planvermögen, die wir für 2020 erwarten, sowie die von den versicherungsmathematischen Gutachtern prognostizierten Leistungszahlungen der kommenden zehn Geschäftsjahre gestalten sich wie folgt:
1) zzgl. 787 T€ aus der Vermögenswertanpassung in UK. Die Schenck Process Gruppe betreibt darüber hinaus in Deutschland einen leistungsorientierten Plan über die "Betriebspensionskasse der Carl Schenk AG VVaG", Darmstadt. Dabei handelt es sich um einen multi-employer plan nach IAS 19. Die Altersversorgung ist paritätisch arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanziert. Die Beiträge werden als Prozentsatz der laufenden Vergütung ermittelt, wobei die maßgebende Vergütung durch einen Höchstbetrag gedeckelt ist. Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine Beiträge durch den Arbeitgeber gezahlt. Auch im kommenden Geschäftsjahr ist mit keinen weiteren Zahlungen zu rechnen. Da ausreichende Informationen für eine Bilanzierung als leistungsorientierter Plan nicht vorliegen, wird der Plan nach IAS 19.34 wie ein beitragsorientierter Plan behandelt. Bezogen auf die Deckungsrückstellung hat die Schenck Process Gruppe einen Anteil von etwa 15%. Zur Sicherstellung der langfristigen Erfüllbarkeit der Verpflichtungen, insbesondere zur Verstärkung der Deckungsrückstellung im Hinblick auf Rechnungszins und Lebenserwartung, wurde im Geschäftsjahr 2018 ein nachträglicher Gründungsstock aufgelegt. Auf die Schenck Process Gruppe entfällt dabei ein Betrag von 877 T€, den die Betriebspensionskasse bei Bedarf als unverzinsliches Darlehen einfordern kann. Von diesem Betrag wurde im Jahr 2019 ein Teilbetrag von 139 T€ (Vorjahr: 339 T€) abgerufen. Da nicht damit zu rechnen ist, dass es tatsächlich zu einer Rückzahlung dieses Darlehens kommt, wurde der Betrag vollständig wertberichtigt. Der verbleibende Betrag von 399 T€ (Vorjahr: 538 T€), den die Betriebspensionskasse in den Folgejahren noch abrufen kann, kann sich bei veränderter Zusammensetzung des Bestandes der Pensionskasse noch verändern. Da es sich hierbei um das Versprechen einer Darlehensgewährung handelt, ist eine Rückstellung nicht zu bilden. Eine darüber hinaus gehende Haftung für Verpflichtungen anderer an diesem Plan beteiligter Unternehmen besteht nicht. Eine Abwicklung des Plans oder das Ausscheidens des Unternehmens aus dem Plan ist in der Satzung nicht vorgesehen. Falls die Pensionskasse die Leistungen nicht mehr erfüllen kann, ist sie berechtigt, die Leistungen zu kürzen. Zu Nachschüssen käme es in diesem Fall nicht, allerdings müsste die Schenck Process Gruppe die Leistungen gegenüber den eigenen Versorgungsberechtigten wegen der gesetzlichen Einstandspflicht aufstocken. 13 Sonstige Rückstellungen Die Sonstigen Rückstellungen betreffen:
In den Auftragsrückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für Nachlaufkosten, für Garantien sowie für drohende Verluste im Auftragsbestand enthalten. Rückstellungen für Nachlaufkosten und drohende Verluste basieren im besonderen Maße auf prognostizierte Kosten, deren Ermittlung auf projektindividuelle Kostenkalkulationen und Erfahrungswerten beruhen. Die Rückstellungen für Garantien basieren auf historischen Daten ähnlicher Produkte und Dienstleistungen. Die Personalrückstellungen beinhalten hauptsächlich Rückstellungen für Tantiemen, für Jubiläumsaufwendungen sowie Verpflichtungen für Altersteilzeit. Die übrigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verpflichtungen. Der Ressourcenabfluss aus den langfristigen Rückstellungen wird für einen Zeitraum von zwei bis fünf Jahren erwartet. Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
14 Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und Finanzverbindlichkeiten
* Der Konzern hat IFRS 16 erstmals zum 1. Januar 2019 unter Anwendung des modifizierten retrospektiven Ansatzes angewendet. Bei diesem Ansatz werden die Vergleichsinformationen nicht angepasst. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern Am 21. Dezember 2017 wurde mit der BCP Pinot S.a.r.l., Luxemburg als Darlehensgeber, die mittelbar zu 100% an der Platin 1425. GmbH beteiligt ist, und der Platin 1425. GmbH als Darlehensnehmer ein Darlehensvertrag in Höhe von 187.041 T€ abgeschlossen. Das Darlehen hat eine Laufzeit von 15 Jahren und ist endfällig, kann aber auf Anforderung des Darlehensnehmers jederzeit vorzeitig getilgt werden, aber erst nachdem die Verbindlichkeiten gegenüber Anleihegläubigern komplett rückgezahlt wurden. Die Verzinsung des Darlehens beträgt 7% p.a. auf den Nominalwert des Darlehens, die Zinsen werden jeweils zum Jahresende kapitalisiert. Zum 31. Dezember 2019 beläuft sich das Darlehen auf Grund der aufgelaufenen Zinsen auf 213.598 T€. Verbindlichkeiten gegenüber Anleihegläubigern Der Unternehmenserwerb der Schenck Process Holding Gruppe am 28. Dezember 2017 wurde zu einem wesentlichen Teil durch eine Unternehmensanleihe (Senior Secured Notes) finanziert. Die Unternehmensanleihe mit einem Anleihevolumen in Höhe von 425.000 T€ wurde am 21. Dezember 2017 begeben und ist endfällig am 15. Juni 2023 zurückzuzahlen. Der Nominalzinssatz beträgt 5,375% p.a. Die halbjährlichen, festen Kuponzahlungen sind jeweils am 15. Juni und 15. Dezember eines Jahres zahlbar. Weiterhin wurden im Zusammenhang mit der Unternehmensanleihe Finanzierungsnebenkosten in Höhe von 20.880 T€ gezahlt, die vom Anleihevolumen bilanziell abgesetzt und über die Laufzeit der Unternehmensanleihe nach der Effektivzinsmethode amortisiert werden. Durch vorzeitige Kündigungsoption der Unternehmensanleihe ergab sich bei Erstbewertung ein separiertes eingebettetes Derivat mit positivem Marktwert in Höhe von 3.414 T€ (siehe hierzu Abschnitt 3 und 31). Zur Finanzierung des Erwerbs der Raymond Bartlett Snow (RBS) Gruppe sowie für allgemeine Unternehmenszwecke (einschließlich Akquisitionen) wurde von der Platin 1426. GmbH am 3. August 2018 eine weitere Unternehmensanleihe mit einem Anleihevolumen in Höhe von 125.000 T€ begeben, die am 15. Juni 2023 endfällig zurückzuzahlen ist. Der Nominalzinssatz beträgt 6,875%. Die halbjährlichen, festen Kuponzahlungen sind jeweils am 15. Juni und 15. Dezember eines Jahres zahlbar. In Zusammenhang mit der Unternehmensanleihe sind Finanzierungsnebenkosten in Höhe von 5.773 T€ angefallen, die vom Anleihevolumen bilanziell abgesetzt und über die Laufzeit der Unternehmensanleihe nach der Effektivzinsmethode amortisiert werden. Durch vorzeitige Kündigungsoption der Unternehmensanleihe ergab sich ein separiertes eingebettetes Derivat mit positivem Marktwert in Höhe von 308 T€ (siehe hierzu Abschnitt 3 und 31). Die zu den separierten eingebetteten Derivaten gehörenden Passivposten werden dem Anleihevolumen zugerechnet und über die Laufzeit der Unternehmensanleihe nach der Effektivzinsmethode amortisiert (681 T€). Die anteilige Amortisation der Finanzierungskosten für 2019 beträgt 4.550 T€ (Vorjahr: 3.706 T€), was somit zu einem Bilanzausweis per 31. Dezember 2019 in Höhe von insgesamt 534.061 T€ (Vorjahr: 530.192 T€) führt. Als Sicherheiten für die Unternehmensanleihen verpfändeten mehrere Konzerngesellschaften neben der Sicherungsübereignung von Vermögenswerten die Anteile an verbundenen Unternehmen. Bezüglich des Eigenkapitals der verbundenen Unternehmen, deren Anteile von der Verpfändung betroffen sind, verweisen wir auf die Anteilsbesitzliste in Abschnitt I "Grundlagen". Weiterhin wurden von einigen Konzerngesellschaften Forderungen gegenüber anderen Konzerngesellschaften in Höhe von 990.734 T€ (Vorjahr: 1.414.660 T€) verpfändet. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen die kurzfristige Inanspruchnahme in Höhe von 0 T€ (Vorjahr: 186 T€) aus der zur Verfügung gestellten Kreditlinie. Die folgende Tabelle zeigt die zur Verfügung stehenden Fazilitäten, sowie die Inanspruchnahmen zum Bilanzstichtag, jeweils umgerechnet zu dem zum Zeitpunkt der Gewährung gültigen Währungskurs. Mit Wirkung vom 18. Dezember des Berichtsjahres wurde die Garantielinie unter dem Konsortialkredit um 10 Mio. € erhöht.
1.) Der gemäß obiger Tabelle in Spalte 31.12.2019 ausgewiesene Betrag der in Anspruch genommenen Avale enthält die im Geschäftsjahr herausgelegten Kreditbesicherungsgarantien in Höhe von 20.940 T€ Verbindlichkeiten aus Factoring Die Verbindlichkeiten aus Factoring in Höhe von 9.260 T€ (Vorjahr: 9.540 T€) resultieren aus von mit Banken abgeschlossenen Factoring-Verträgen. Diese Verbindlichkeiten entstehen im Wesentlichen aus den zum Bilanzstichtag verkauften nicht bilanzierten Anzahlungsanforderungen. Weiterhin wird das maximale kreditbedingte, sowie das erwartete Ausfallrisiko der zum Bilanzstichtag durch Factoring übertragenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 7.027 T€ (Vorjahr: 8.209 T€) dargestellt. Verbindlichkeiten Zinsen Die Zinsverbindlichkeiten betreffen die für 2019 abgegrenzten Zinsen aus den beiden Unternehmensanleihen. Verbindlichkeiten aus Leasing Im Zuge der Einführung des IFRS 16 weist der Konzern die Verbindlichkeiten aus Leasing unter den Finanzverbindlichkeiten aus. Sonstige Finanzverbindlichkeiten In den sonstigen Finanzverbindlichkeiten werden im Wesentlichen Devisentermingeschäfte mit negativem Zeitwert ausgewiesen. Nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung der Änderungen der Finanzverbindlichkeiten, deren Einzahlungen und Auszahlungen in der Kapitalflussrechnung im Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit dargestellt sind.
* Der Konzern hat IFRS 16 erstmals zum 1. Januar 2019 unter Anwendung des modifizierten retrospektiven Ansatzes angewendet. Bei diesem Ansatz werden die Vergleichsinformationen nicht angepasst.
* Der Konzern hat IFRS 16 erstmals zum 1. Januar 2019 unter Anwendung des modifizierten retrospektiven Ansatzes angewendet. Bei diesem Ansatz werden die Vergleichsinformationen nicht angepasst. 15 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
16 Vertragsverbindlichkeiten
Unter den Vertragsverbindlichkeiten bzw. Fertigungsaufträgen mit passivischem Saldo werden die kundenspezifischen Fertigungsaufträge ausgewiesen, bei denen die erhaltenen Anzahlungen die Herstellungskosten zuzüglich Gewinn- und Verlustanteilen übersteigen. Weiterhin werden Fertigungsaufträge ausgewiesen, bei denen Teilabrechnungen die Herstellungskosten zuzüglich Gewinn- und Verlustanteilen übersteigen. 17 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
18 Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen:
Die übrigen Verbindlichkeiten setzen sich aus einer Vielzahl an kleineren Sachverhalten zusammen. III. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNGEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG 19 Umsatzerlöse i. Aufgliederung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden Nach IFRS 15 sind Erlöse aus Verträgen mit Kunden in Kategorien aufzugliedern, die den Einfluss wirtschaftlicher Faktoren auf Art, Höhe, Zeitpunkt und Unsicherheit von Erlösen und Zahlungsströmen abbilden. Die Schenck Process Gruppe hat entschieden, dass eine Aufgliederung der Erlöse nach Tätigkeitsbereichen und, ausgehend vom Sitz der Gesellschaften, nach Regionen sowie dem Zeitpunkt des Übergangs der Güter oder Dienstleistungen (zu einem bestimmten Zeitpunkt oder im Zeitablauf) für ihre Umstände angemessen ist.
ii. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden Die folgenden Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten wurden erfasst:
Die Vertragsvermögenswerte beinhalten Ansprüche der Schenck Process Gruppe auf Gegenleistung für geleistete Arbeiten in Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen, die zum Stichtag noch nicht in Rechnung gestellt wurden (Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo). Das Vertragsvermögen wird auf die Forderungen übertragen, wenn eine Leistungsverpflichtung erfüllt und dadurch ein unbedingter Rechtsanspruch auf Gegenleistung entstanden ist. Die Vertragsverbindlichkeiten betreffen die von Kunden erhaltenen Vorleistungen für Fertigungsaufträge, deren Umsatz im Zeitablauf realisiert wird (Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo). iii. In Zusammenhang mit Vertragsverbindlichkeiten erfasste Erlöse Der zu Beginn der Periode in den Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesene Betrag wurde im Geschäftsjahr im Wesentlichen als Umsatzerlös erfasst, dagegen fielen im Berichtszeitraum keine wesentlichen Erlöse aus erfüllten (oder teilweise erfüllten) Leistungsverpflichtungen früherer Perioden an. Aufwendungen für Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten werden unter Anhang 32 Management von Finanzrisiken dargestellt. 20 Kosten der umgesetzten Leistungen, Marketing- und Vertriebskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten und Verwaltungskosten Die Kosten der umgesetzten Leistungen, Marketing- und Vertriebskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten und die Verwaltungskosten im Geschäftsjahr 2019 beinhalten im Wesentlichen Personalaufwand und Abschreibungen. In den Kosten der umgesetzten Leistungen sind Materialaufwendungen in Höhe von 282.646 T€ (Vorjahr: 276.418 T€) enthalten. 21 Personalaufwand In den Aufwandsposten der Gewinn- und Verlustrechnung sind die folgenden Personalaufwendungen enthalten:
Mitarbeiterzahl im Jahresdurchschnitt
22 Abschreibungen und Wertminderungen nach Funktionskosten
* Der Konzern hat IFRS 16 erstmals zum 1. Januar 2019 unter Anwendung des modifizierten retrospektiven Ansatzes angewendet. Bei diesem Ansatz werden die Vergleichsinformationen nicht angepasst. Die Abschreibungen und Wertminderungen umfassen planmäßige Abschreibungen des Anlagevermögens sowie von Aufstockungsbeträgen aus Kaufpreisallokationen, die eine bestimmbare Nutzungsdauer haben und im Rahmen eines Unternehmenserwerbs zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden. Weiterhin sind Abschreibungen aus kurzfristigen immateriellen Vermögenswerten enthalten, die ebenfalls von Aufstockungsbeträgen aus Kaufpreisallokationen resultieren. 23 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen setzen sich aus Buchgewinnen und -verlusten aus Abgängen aus dem Anlagevermögen zusammen. Weiterhin sind eine Vielzahl wirtschaftlich unbedeutender Sachverhalte erfasst. 24 Finanzergebnis
* Der Konzern hat IFRS 16 erstmals zum 1. Januar 2019 unter Anwendung des modifizierten retrospektiven Ansatzes angewendet. Bei diesem Ansatz werden die Vergleichsinformationen nicht angepasst. Die Währungskursgewinne und -verluste resultieren im Wesentlichen aus Ausreichung konzerninterner Darlehen zur Finanzierung der Fremdwährungstöchter im Währungsbereich USD und AUD. Die übrigen Zins- und Finanzaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen aus der Amortisation der im Zusammenhang mit den beiden begebenen Anleihen angefallenen Transaktionskosten und weiterhin Factoringgebühren. 25 Ertragsteuern und latente Steuern Die Ertragsteuerforderungen und -schulden setzen sich wie folgt zusammen:
Die Steueraufwendungen und -erträge setzen sich wie folgt zusammen:
Die latenten Steuern, resultierend aus Posten, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden, belaufen sich auf 292 T€. Diese im sonstigen Ergebnis erfassten Posten resultieren aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten im Zusammenhang mit Pensionsrückstellungen. Der Körperschaftsteuersatz in Deutschland beläuft sich im Berichtsjahr auf 15% zuzüglich des Solidaritätszuschlages in Höhe von 5,5% der Körperschaftsteuerbelastung. Daraus ergibt sich unter zusätzlicher Berücksichtigung der Gewerbesteuer für die Schenck Process Gruppe ein erwarteter kombinierter Ertragssteuersatz von 31%. Dieser wurde bei der Berechnung der latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten für die deutschen Gesellschaften angesetzt. Für den Ansatz sowie die Bewertung latenter Steuerforderungen und -verbindlichkeiten in den ausländischen Gesellschaften wurden die jeweils gültigen landesspezifischen Steuersätze (zwischen 17% und 36,0%) angewandt. Nachfolgend wird die Überleitung vom erwarteten Steueraufwand/-ertrag zum ausgewiesenen Steueraufwand gezeigt:
Die Effekte aus nicht abzugsfähigen Aufwendungen und nicht steuerpflichtigen Erträgen ergeben sich insbesondere aus Transaktionskosten, gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen und Dividenden. Die Effekte aus Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern ergeben sich im Wesentlichen aus der Wertberichtigung aktiver latenter Steuerforderungen in den USA. Latente Steuern Der steuerliche Effekt aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen, die zu aktiven und passiven latenten Steuern führen, ergab sich wie folgt:
Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten wurden auf der jeweiligen Gesellschaftsebene saldiert, sodass pro Gesellschaft entweder latente Steuerforderungen oder latente Steuerverbindlichkeiten in einer Summe bilanziert werden. Der Konzern berücksichtigt keine latenten Steuerschulden für temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an ausländischen Tochtergesellschaften, sofern sich diese Differenzen nicht in absehbarer Zeit umkehren. Grundlage für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ist grundsätzlich die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, dass diese Positionen in Zukunft tatsächlich realisierbar sind. Zur Beurteilung der Realisierbarkeit der aktiven latenten Steuern werden insbesondere die zukünftige Umkehrung bestehender passiver latenter Steuern sowie die erwarteten zukünftigen steuerpflichtigen Gewinne berücksichtigt. Verlustvorträge/Zinsvorträge Zum 31. Dezember 2019 wurden latente Steuern auf Verlustvorträge und Zinsvorträge in Höhe von insgesamt 13.778T€ (Vorjahr: 18.267 T€) aktiviert. Die aktiven latenten Steuern betreffen Gesellschaften in den USA und Deutschland. Auf Verlustvorträge in Höhe von 35.721T€ wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Dies betrifft im Wesentlichen Tochtergesellschaften in Großbritannien. Zum 31. Dezember 2019 konnten Zinsaufwendungen nur beschränkt steuerlich geltend gemacht werden. Die Zinsvorträge in Höhe von 78.272T€ für Gesellschaften in den USA sind unbegrenzt nutzbar. Davon sind für 64.608T€ keine aktiven latenten Steuern aktiviert. IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG 26 Konzernkapitalflussrechnung Der in der Kapitalflussrechnung gem. IAS 7 betrachtete Finanzmittelfonds beinhaltet die Kassenbestände sowie Schecks und frei verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von insgesamt 70.994 T€ (Vorjahr: 68.047 T€). Die Einflüsse aus wechselkursbedingten Änderungen des Finanzmittelfonds betragen 432 T€ (Vorjahr: -857 T€). V. SONSTIGE ANGABEN 27 Leasing IFRS 16 Siehe Darstellung der Rechnungslegungsmethoden in Anhangangabe "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze - Leasing" i Leasingverhältnisse der Schenck Process Gruppe als Leasingnehmer Der Konzern hat Leasingverträge über: Grundstücke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Betriebs- und Geschäftsausstattung Grundstücke und Gebäude Die bedeutendsten Leasingverträge der Schenck Process Gruppe sind die Anmietung des Bürogebäudes mitsamt Fabrik- und Warenlager bei der Schenck Process Europe GmbH in Deutschland. Diese haben eine Laufzeit bis zum 31.03.2030. Die Leasingverträge beinhalten keine Verlängerungsoption. Daneben hat die Schenck Process Australia (Pty.) Ltd Leasingverträge mit unterschiedlicher Laufzeit abgeschlossen. Auch diese Leasingverträge enthalten keine Verlängerungsoption. Betriebs- und Geschäftsausstattung Der Konzern mietet eine Vielzahl von Fahrzeugen an. Die Leasingverträge haben eine vertragliche Laufzeit zwischen einem Jahr und fünf Jahren. Informationen über Leasingverhältnisse, in denen der Konzern Leasingnehmer ist, werden nachfolgend dargestellt. ii Nutzungsrechte
iii In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge
* die Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten sind im Finanzergebnis erfasst iv In der Kapitalflussrechnung erfasste Beträge Die Auszahlungen zur Tilgung der Leasingverbindlichkeiten werden dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zugeordnet. Zahlungen, die nicht in die Ermittlung der Leasingverbindlichkeit einbezogen wurden, und Zahlungen aus kurzlaufenden und geringwertigen Leasingverhältnissen, bei denen von den Erleichterungen Gebrauch gemacht wurde, sind dem Cashflow aus der operativen Tätigkeit zuzuweisen. Aus dieser gegenüber dem heutigen Ausweis der Leasingaufwendungen aus operativen Leasingverhältnissen geänderten Zuordnung resultiert eine Verbesserung der Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit um 10.311 T€. v Auswirkungen auf das EBITDA In der Gesamtergebnisrechnung werden die linearen Aufwendungen für Operating-Leasingverhältnisse dadurch ersetzt, dass eine Aufteilung der einzelnen Leasingraten in einen Zins- und einen Tilgungsanteil erfolgt. Während der über die Laufzeit des jeweiligen Leasingvertrags sinkende Zinsanteil das Finanzergebnis belastet, geht der dementsprechend kontinuierlich steigende Tilgungsanteil nicht mehr in die Gesamtergebnisrechnung ein. Das Konzernergebnis wird also in Höhe des Tilgungsanteils der einzelnen Leasingrate nicht mehr direkt belastet. Stattdessen wird das Konzernergebnis durch eine - über die Laufzeit des jeweiligen Leasingvertrages konstante (lineare) Abschreibung des aktivierten Nutzungsrechts gemindert. In 2019 summierten sich die (linearen) Abschreibungen der aktivierten Nutzungsrechte auf 9.017 T€. Davon entfielen auf Grundstücke und Gebäude 5.333 T€, auf Anlagen und Maschinen 1.793 T€ und auf Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.891 T€. Zwar ist die Summe der kontinuierlich steigenden Tilgungsanteile mit der Summe der linear verlaufenden Abschreibungsbeträge über die Gesamtlaufzeit des einzelnen Leasingvertrags identisch, jedoch schlägt sich in den ersten Perioden der Laufzeit des Leasingvertrags der Überhang der linear verlaufenden Abschreibungen über die zunächst geringeren Tilgungsanteile nachteilig im Konzernergebnis nieder ('Upfront'- Effekt). Aus diesem Grund wird das Konzernergebnis mit Einführung des IFRS 16 im Jahr 2019 in Höhe von 1.306 T€ gemindert. Dadurch dass in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung entsprechend Abschreibungen sowie der Zinsaufwand anstatt des Leasingaufwands erfasst wird, kommt es auf Basis der aktuellen Verträge zu einer Veränderung des EBITDA um 11.617 T€. vi Verlängerungsoptionen Bei der Schenck Process Gruppe sind nur wenige Leasingverträge vorhanden, die eine Verlängerungsoption beinhalten. Bei diesen Verträgen handelt es sich ausschließlich um Altverträge im Bereich Grundstücke und Gebäude sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Bei den vorliegenden Leasingverträgen mit Verlängerungsoption ist die Ausübung der Verlängerung hinreichend sicher. Die Schenck Process Gruppe hat keine neuen Leasingverhältnisse unter Berücksichtigung von Verlängerungsoptionen abgeschlossen. 28 Eventualverbindlichkeiten Bürgschaften/Avale Während des gewöhnlichen Geschäftsverlaufs gewähren Gesellschaften der Schenck Process Gruppe Kunden selektiv Bürgschaften/Avale von Dritten. Je nach Projekt werden diese Bürgschaften im Wesentlichen eingesetzt, um die Anzahlungen von Kunden zu schützen oder eine Entschädigungszahlung bereitzustellen, wenn die Gesellschaft ihren Leistungsverpflichtungen nicht nachkommt, oder um Gewährleistungsverpflichtungen abzudecken. Es werden Performance-Bürgschaften ausgestellt, um die vertragliche Erfüllung zu sichern; so werden beispielsweise der Durchsatz oder die Verfügbarkeit des Systems auf der Stufe des dazugehörigen Vertrags zugesichert. Es werden Gewährleistungsbürgschaften zum Vertragsende eingeräumt, um die Gewährleistungsausführung für einen bestimmten Zeitraum zu sichern. Bezüglich der Höhe der gewährten Drittbürgschaften verweisen wir auf Anhangangabe 14. Rechtliche Angelegenheiten Gesellschaften der Schenck Process Gruppe sind in einer begrenzten Anzahl von Rechtsstreitigkeiten und Verfahren im Zusammenhang mit ihren Geschäftstätigkeiten als global diversifiziertes Unternehmen als Beklagte benannt worden. Eine geringe Anzahl dieser Rechtsstreitigkeiten ist bisher noch nicht beziffert worden, weil sich die Verfahren entweder im Anfangsstadium befinden oder weil der Kläger bisher noch keinen Anspruchsbetrag für seine Klage nennen konnte. Auch wenn der Konzern sämtliche Anstrengungen unternimmt, um sich erfolgreich gegen die gegen ihn erhobenen Klagen zu verteidigen, kann der Ausgang solcher Verfahren nicht immer genau vorhergesagt werden, und in einigen Fällen kann es zu negativen Entscheidungen für den Konzern kommen. Zum Zeitpunkt des Konzernabschlusses waren einige rechtliche Angelegenheiten abgeschlossen. Für andere rechtliche Angelegenheiten wurden Verbindlichkeiten gebucht oder Rückstellungen gebildet. Eventualverbindlichkeiten aus weiteren rechtlichen Angelegenheiten wurden bilanziell nicht erfasst, da sie nach Einschätzung des Managements zum einen lediglich über eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit verfügen und zum anderen zu keinem materiellen Zahlungsmittelabfluss führen würden. Letztgenanntes trifft auch auf Eventualverbindlichkeiten aus rechtlichen Angelegenheiten zu, über die keine Aussage über die Eintrittswahrscheinlichkeit getroffen werden konnte. Die Geschäftsführung des Konzerns ergreift eine Reihe von Maßnahmen, um die finanziellen Interessen des Konzerns in Bezug auf Rechtsverfahren zu schützen. Insbesondere verfügt der Konzern über einen umfassenden Versicherungsschutz zur Absicherung gegen Verbindlichkeiten, die sich aus seinen Geschäftstätigkeiten ergeben können. Darüber hinaus verlässt der Konzern sich zur Verteidigung ihrer Interessen in Rechtsverfahren auf externe Rechtsberater. Aufgrund der entsprechend eingerichteten Schutzmaßnahmen und der bis zum heutigen Tag verfügbaren Informationen ist die Geschäftsführung des Konzernsder Auffassung, dass die laufenden Rechtsverfahren keine wesentlichen Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage oder die Liquidität haben werden. Andere rechtliche Risiken können aufgrund von Steuerforderungen entstehen, die hauptsächlich auf Steuerprüfungen und fortlaufenden Auseinandersetzungen mit Steuerbehörden basieren. 29 Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 13.483 T€ (Vorjahr: 10.756 T€), davon betreffen 9.127 T€ (Vorjahr: 3.933 T€) das Bestellobligo aus Kundenaufträgen und 4.356 T€ (Vorjahr: 6.823 T€) das Bestellobligo für sonstige finanzielle Verpflichtungen. Diese sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind im Wesentlichen innerhalb eines Jahres fällig. 30 Finanzinstrumente Für die Schenck Process Gruppe sind folgende Kategorien nach IFRS 9 relevant:
Alle weiteren Kategorien sind nur in unwesentlichem Umfang oder nicht vorhanden. Finanzinstrumente nach Kategorien Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Stufen in der Fair Value-Hierarchie.
Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten Im Folgenden werden die wesentlichen Methoden und Annahmen erläutert, die bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten angewendet werden: Zahlungsmittel werden zum Nominalwert bewertet. Kurzfristige Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt, die aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwerts darstellen. Die Buchwerte der sonstigen finanziellen Vermögenswerte und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten mit kurzen Laufzeiten entsprechen den beizulegenden Zeitwerten. Bei langfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten werden die Barwerte der zukünftigen Zahlungsströme in der Bilanz ausgewiesen. Es wird angenommen, dass die Barwerte einer Approximation der beizulegenden Zeitwerte entsprechen. Bei den festverzinslichen Darlehen gegenüber Gesellschaftern wird der beizulegende Zeitwert unter Berücksichtigung der abgezinsten vertraglichen Zahlungsströme geschätzt. Die Abzinsungssätze werden abgeleitet aus notierten Renditen von Wertpapieren mit ähnlicher Laufzeit und Bonität, die auf aktiven Märkten gehandelt werden, angepasst um eine Risikoprämie. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten aus den festverzinslichen Anleihen, für die Börsenkurse verfügbar sind, sind zahlbar bei Fälligkeit. Der beizulegende Zeitwert entspricht der Marktnotierung am Bilanzstichtag. Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten umfassen derivative Finanzinstrumente, die nicht in ein Hedge Accounting einbezogen sind und daher als zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu kategorisieren sind. Diese beinhalten Devisentermingeschäfte. Die beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften wurden auf der Basis von aktuellen Referenzkursen unter Berücksichtigung der Terminauf- bzw. -abschläge bestimmt. Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten langfristigen Finanzforderungen resultieren aus zwei eingebetteten Derivaten, die von den zugrundeliegenden Anleihen separiert wurden. Der beizulegende Zeitwert wurde unter Zuhilfenahme eines Bewertungsmodells ermittelt, das auf am Markt beobachtbaren Input-Parametern basiert, da für die Derivate keine Marktpreisnotierungen vorliegen. Die Zahlungsströme aus dem zugrundliegenden Basisvertrag ändern sich aufgrund der eingebetteten Derivate beispielsweise in Abhängigkeit von der Zinsentwicklung und der daraus resultierenden potentiellen Ausübung verschiedener Kündigungsoptionen. Die Bewertung der eingebetteten Derivate erfolgt insbesondere mit der Discounted-Cash Flow-Methode, die auf individuellen, nicht beobachtbaren Inputfaktoren - u. a. simulierten Zinsentwicklungen sowie daraus abgeleiteten Ausübungspreisen von Kündigungsoptionen - basiert. Nettogewinne und -verluste Die in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigten Nettogewinne oder -verluste von Finanzinstrumenten stellen sich wie folgt dar:
Die Nettogewinne bzw. -verluste der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten beinhalten Marktwertänderungen der Derivate. Wertberichtigungen auf Forderungen und Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte werden unter der Anhangangabe 32 - Management von Finanzrisiken aufgeführt. Gesamtzinsertrag und -aufwand Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, stellen sich wie folgt dar:
Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, beinhalten im Wesentlichen Zinsaufwendungen für die Unternehmensanleihe in Höhe von 31,8 Mio. € (Vorjahr: 27,5 Mio. €) und für das Gesellschafterdarlehen in Höhe von 13,1 Mio. € (Vorjahr: 13,1 Mio. €). 31 Derivative Finanzinstrumente Zinssicherungsgeschäfte Durch den fixen Zinskupon der Unternehmensanleihe besteht kein Zinsänderungsrisiko. Devisentermingeschäfte Die Schenck Process Gruppe nutzt Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Währungsrisiken. Risiken entstehen, wenn Geschäftstransaktionen nicht in der funktionalen Währung des Unternehmens abgewickelt werden (sog. Transaktionsrisiken). Zur Absicherung solcher Risiken werden Terminkontrakte, die von der zentralen Finanzabteilung abgeschlossen werden, eingesetzt. Die Finanzabteilung übernimmt die Sicherung der Nettoposition durch den Abschluss von Devisentermingeschäften mit Banken. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Positionen:
Die positiven und negativen Marktwerte werden ergebniswirksam im Finanzergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Das Nominalvolumen stellt die Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge derivativer Finanzgeschäfte dar. Die Marktwerte ergeben sich aus der Bewertung der offenen Positionen zu Marktpreisen ohne die Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Damit entsprechen sie den Aufwendungen oder Erträgen, die aus einer (theoretischen) Glattstellung zum Bilanzstichtag resultieren würden. Marktwertänderungen der Devisentermingeschäfte werden erfolgswirksam erfasst. Die Devisentermingeschäfte entfallen zum 31. Dezember 2019 mit 5.599 T€ auf US-Dollar, mit 3.372 T€ auf den Chinesischen Renminbi und mit 2.110 T€ auf die Tschechische Krone. Die Devisentermingeschäfte haben eine Laufzeit bis zu einem Jahr. Eingebettete Derivate Aus der am 21. Dezember 2017 begebenen endfälligen Anleihe (Senior Secured Notes) in Höhe von 425.000 T€ und der am 3. August 2018 begebenen endfälligen Anleihe (Senior Secured Notes) in Höhe von 125.000 T€, beide mit einer Laufzeit bis zum 15. Juni 2023, ergeben sich für die Gesellschaft verschiedene vorzeitige Kündigungsoptionen, die, in Abhängigkeit von der Zinsentwicklung, vorteilhaft für die Gesellschaft sein können. Da die Kündigungsoptionen nicht unabhängig voneinander betrachtet werden können, werden sie entsprechend IFRS 9.B4.3.4 gemeinsam bewertet. Da die Anleihen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden und zudem keine enge Verbindung zwischen Anleihen und Derivaten besteht, werden die eingebetteten Derivate separiert und getrennt wie freistehende Derivate mit ihren beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die positiven beizulegenden Zeitwerte der freistehenden Derivate betrugen zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung 3.414 T€ (21. Dezember 2017) und 308 T€ (3. August 2018) und wurden als sonstiger finanzieller Vermögenswert unter den langfristigen Finanzforderungen erfasst. Die Laufzeit der Derivate entspricht der Laufzeit der begebenen endfälligen Anleihen. 32 Management von Finanzrisiken Die Schenck Process Gruppe ist durch ihre Geschäftstätigkeit verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Vor allem die Änderung von Zinsen und Währungskursen kann sich wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die vor allem aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo und Finanzforderungen aus Factoring resultieren. Weiterhin bestehen Liquiditätsrisiken, die auf Zahlungsstromschwankungen zurückzuführen sind. Die Schenck Process Gruppe hat interne Richtlinien erlassen, welche Prozesse des Risikocontrollings zum Gegenstand haben und die den Einsatz von Finanzinstrumenten regeln und dabei eine eindeutige Funktionstrennung hinsichtlich der operativen Finanzaktivitäten, deren Abwicklung und Buchführung sowie des Controllings der Finanzinstrumente beinhalten. Die Leitlinien, die den Risikomanagementprozessen des Konzerns zugrunde liegen, sind darauf ausgerichtet, dass die Risiken konzernweit identifiziert und analysiert werden. Ferner zielen sie auf eine geeignete Limitierung und Kontrolle der Risiken ab sowie auf deren Überwachung. Der Konzern steuert und überwacht die Risiken aus operativen Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten bei Bedarf über den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Die Schenck Process Gruppe verwendet derivative Finanzinstrumente ausschließlich im Rahmen des Risikomanagements und nicht für spekulative Zwecke. Ohne deren Verwendung wäre der Konzern höheren finanziellen Risiken ausgesetzt. Kreditrisiken Das Kreditrisiko beschreibt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes, welcher dadurch entsteht, dass ein Kontrahent seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Das Kreditrisiko umfasst dabei das unmittelbare Ausfallrisiko aufgrund der Verschlechterung der Liquiditätslage des Vertragspartners, verbunden mit der Gefahr der Konzentration einzelner Risiken. Für die Schenck Process Gruppe besteht weder hinsichtlich der Kunden noch für einzelne Länder eine besondere Konzentration von Kredit- und Ausfallrisiken. Die Höhe der finanziellen Vermögenswerte gibt unter Beachtung bestehender Sicherheiten das maximale Ausfallrisiko für den Fall an, dass Kontrahenten ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können. Das maximale Kreditausfallrisiko beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 140.617 T€. Für alle den originären Finanzinstrumenten zugrundeliegenden Leistungsbeziehungen gilt, dass zur Minimierung des Ausfallrisikos in Abhängigkeit von Art und Höhe der jeweiligen Leistung Sicherheiten verlangt, Kreditauskünfte/Referenzen eingeholt oder historische Daten aus der bisherigen Geschäftsbeziehung, insbesondere dem Zahlungsverhalten, zur Vermeidung von Zahlungsausfällen genutzt werden. Daneben werden Kreditversicherungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgeschlossen. Zur Berücksichtigung des erkennbaren, nicht auszuschließenden Ausfallrisikos einzelner Forderungen sowie des allgemeinen Kreditrisikos des Konzerns werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte unterliegen bei der Schenck Process Gruppe dem Modell der erwarteten Kreditverluste (Expected Credit Losses, ECL). Der Konzern wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um erwartete Kreditverluste zu bemessen; demzufolge werden für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte alle über die gesamte Laufzeit erwarteten Kreditverluste herangezogen. Zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste werden von der Schenck Process Gruppe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte auf Basis gemeinsamer Kreditrisikomerkmale in vier Länderregionen, sogenannte Cluster, zusammengefasst. Die Vertragsvermögenswerte betreffen noch nicht fakturierte laufende Arbeiten und weisen im Wesentlichen die gleichen Risikomerkmale auf wie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für die gleichen Vertragsarten. Die Schenck Process Gruppe hat daher die Schlussfolgerung gezogen, dass die erwarteten Verlustquoten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einen angemessenen Näherungswert der Verlustquoten für Vertragsvermögenswerte darstellen. Die erwarteten Verlustquoten bzw. Ausfallwahrscheinlichkeiten der Länderregionen berechnen sich aus dem gewogenen Durchschnitt der Ist-Ausfälle im Verhältnis zu den relevanten Umsatzerlösen über eine Periode von 48 Monaten vor dem 31. Dezember 2019. Die erwarteten Kreditverluste (Wertberichtigungen) zum Bilanzstichtag ergeben sich durch Multiplikation des mit einem Ausfallrisiko behafteten Forderungsbestands ('Exposure at Default') mit der ermittelten erwarteten Verlustquote ('Probability of Default'). Auf dieser Grundlage wurde die Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte zum 31. Dezember 2019 ermittelt:
Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden auswirken, ihre Forderungen zu begleichen. Die Schenck Process Gruppe hat das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes der Länder, in denen sie Produkte und Dienstleistungen verkauft (GDP Growth Rate), als relevantesten Faktor identifiziert und passt die historischen Verlustquoten aufgrund der erwarteten Veränderungen dieses Faktors an. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Kreditausfallrisiko einer Länderregion sinkt, wenn die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts steigt und umgekehrt. Der Schlussbilanzwert der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte zum 31. Dezember 2019 wird wie folgt auf den Eröffnungsbilanzwert der Wertberichtigung übergeleitet:
Liquiditätsrisiken Das Liquiditätsrisiko ist definiert als das Risiko, dass eine Gesellschaft ihren finanziellen Verpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen kann. Diesem Risiko begegnet die Schenck Process Gruppe mit einer auf einen festen Planungshorizont ausgerichteten Liquiditätsvorschau für den gesamten Konzern. Die Schenck Process Gruppe steuert ihre Liquidität, indem sie neben dem Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Geschäft, hier im Wesentlichen den Zahlungsmittelzufluss aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, in ausreichendem Umfang liquide Mittel vorhält und Kreditlinien bei Banken unterhält. Zum 31. Dezember 2019 bestanden für die Schenck Process Gruppe kurz- und langfristige Kredit- und Avallinien von insgesamt 169.441 T€, von denen 108.220 T€ nicht in Anspruch genommen wurden. Die folgende Übersicht beschreibt den Verlauf der vertraglich fixierten, undiskontierten Rückzahlungs- und Zinsauszahlungen aus bilanzierten Verbindlichkeiten gegenüber Anleihegläubigern, der undiskontierten Auszahlungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Derivate werden mit ihren Nettozahlungsströmen einbezogen, soweit sie negative Marktwerte haben und daher Verbindlichkeiten darstellen. Diese werden normalerweise nicht vor ihrer vertraglichen Fälligkeit ausgeglichen. Derivate mit positiven Marktwerten sind Vermögenswerte und werden daher nicht berücksichtigt. Bei den Verbindlichkeiten aus Anleihen wird eine Tilgung zur Endfälligkeit zugrunde gelegt.
Das Darlehen gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 213.598 T€ ist endfällig mit einer Laufzeit von 15 Jahren. Das Darlehen kann jederzeit vorzeitig getilgt werden, nachdem die Verbindlichkeiten aus Anleihen zurückgezahlt wurden. Die Betriebsmittellinie in Höhe von 75.176T € wurde zum Bilanzstichtag nicht zur Ziehung von Liquidität in Anspruch genommen; hiervon wurden 1.398 T€ (Vorjahr: 186 T€) als Kreditbesicherungsgarantien ausgelegt, folglich beträgt die verbleibende Fazilität 73.778 T€. Marktrisiken Zinsänderungsrisiken Zinsänderungsrisiken bestehen aufgrund potenzieller Änderungen des Marktzinses und können bei festverzinslichen Instrumenten zu einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts und bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten zu Zinszahlungsschwankungen führen. Die bestehende Finanzierungsstruktur mit Anleihefinanzierung unterliegt keinem Zinszahlungsrisiko, da ein fester Zinssatz vereinbart ist. Es besteht aber das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts. Währungsrisiken Die Schenck Process Gruppe ist weltweit operativ tätig und demzufolge Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Hauptsächlich resultieren diese aus Veränderungen des US-Dollar-, des Australischen Dollar-, des Chinesischen Yuan- und des Britischen Pfund-Wechselkurses. Der Euro ist die Berichtswährung. Daher beeinflusst die Änderung von Wechselkursen zwischen dem Euro und den lokalen Währungen, in denen die Jahresabschlüsse der ausländischen Tochterunternehmen aus dem Nicht-Euroraum erstellt werden, das im Konzernabschluss ausgewiesene Jahresergebnis und Eigenkapital. Außerdem entstehen Risiken, wenn Geschäftstransaktionen nicht in der funktionalen Währung des Unternehmens abgewickelt werden (sog. Transaktionsrisiken). Zur Absicherung solcher Risiken werden Terminkontrakte, die von der Finanzabteilung abgeschlossen werden, eingesetzt. Die Finanzabteilung übernimmt die Sicherung der Nettoposition in der relevanten Fremdwährung durch den Abschluss von Devisentermingeschäften mit Banken. Bedeutung des Währungsrisikos Die zusammengefassten quantitativen Informationen zum Währungsrisiko des Konzerns stellen sich wie folgt dar.
Die angewendeten Wechselkurse können aus dem Abschnitt Fremdwährungsumrechnung aus dem Bereich Grundlagen entnommen werden. Sensitivitätsanalyse Eine für möglich gehaltene Stärkung (Schwächung) von Euro, US-Dollar, Australischen Dollar, Chinesischer Yuan oder Brasilianische Real gegenüber den anderen Währungen zum 31. Dezember hätte die Bewertung der Finanzinstrumente in fremder Währung beeinflusst und sich mit den unten dargestellten Beträgen auch auf das Eigenkapital und den Gewinn oder Verlust ausgewirkt. In der Analyse wird unterstellt, dass alle anderen Einflussfaktoren, vor allem die Zinssätze, konstant bleiben.
33 Kapitalmanagement Ein vorrangiges Ziel der Schenck Process Gruppe ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Die wertorientierten Kennzahlen unterstützen das Management in erster Linie bei strategischen Entscheidungen im Hinblick auf die Optimierung der Regionen sowie bei der Ressourcenallokation für Akquisitionen und Investitionen. Auf operativer Ebene stehen die Werttreiber mit Fokus auf Wachstum (Umsatz), Kosteneffizienz (EBITDA) und Kapitaleffizienz (Working Capital, Investitionsausgaben) im Mittelpunkt, da diese die Wertschaffung unmittelbar beeinflussen. Wir rechnen in den Folgejahren mit einem organischen Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Ebenso streben wir einen leichten Anstieg des EBITDA mit einer Marge auf dem Niveau von 2019 an. Die zukünftige Eigenkapitalsituation im Konzernabschluss der Platin 1425. GmbH ist wesentlich beeinflusst durch die Ertragslage der Gruppe, die geprägt ist durch die jährlichen Zinsbelastungen aus den Verbindlichkeiten aus Anleihen und dem Gesellschafterdarlehen sowie den planmäßigen Abschreibungen der Aufstockungsbeträge aus Kaufpreisallokationen. Die Eigenkapitalquote beträgt 0,8% (Vorjahr: 2,9%). Diese wird sich durch die geplante Ergebnissituation bis Ende 2022 leicht erhöhen. Durch die Bilanzierung von Leasingverbindlichkeiten nach IFRS16 ab dem 1.Januar 2019 hat sich die Eigenkapitalquote zum 31.Dezember 2019 nur unwesentlich verändert. Die Instrumente zur Steuerung der Kapitalstruktur des Konzerns bestehen in einer fortlaufenden Überwachung und Optimierung des Cash Flows der Konzerngesellschaften, der Möglichkeit der Aufnahme weiterer Fremdfinanzierung sowie zusätzlicher Einlagen der Gesellschafter. Aufgrund der breit gefächerten Produktpalette für verschiedenartige Industrien und der Präsenz auf globalen Märkten werden für die Folgejahre weiterhin Cash Flows erwartet, die eine fristgerechte Bedienung des zur Verfügung stehenden Fremdkapitals erlauben. 34 Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen Der Anteilseigner der Platin 1425. GmbH ist die Platin 1424. GmbH, Deutschland, die wiederum zu 100% von der BCP Pinot S.à.r.l., Luxemburg gehalten wird. Der Anteilseigner der BCP Pinot S.à.r.l. ist die BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P., Kaiman-Inseln. Die Anteile an der BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P. werden größtenteils vom Private Equity Investor Blackstone gehalten. Geschäftsführer und weitere ausgewählte Führungskräfte, sowie Mitglieder des Beirates der Schenck Process Gruppe (im Folgenden: Manager) halten über die BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P. Anteile an der BCP Pinot S.à.r.l. Sofern einer der Manager vor Beendigung der Investition durch den Finanzinvestor ausscheidet, hat die BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P. vorbehaltlich der weiteren Regelungen des Gesellschaftsvertrags das Recht (Option), diesen Manager dazu aufzufordern, seinen gesamten Anteil an die BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P. zu veräußern und zu übertragen. Bei Ausübung der Option hat der Manager einen Anspruch auf einen Verkaufspreis, der im Regelfall dem Marktwert entspricht. Bei Beendigung der Investition durch den Finanzinvestor ist der Manager am Veräußerungserlös nach vertraglich festgelegten Kriterien beteiligt. Bei Beendigung der Investitionsphase durch den Finanzinvestor kann der Manager durch die BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P. dazu angehalten werden, seine Anteile zu veräußern und/oder zu übertragen. Von der BCP Pinot S.à.r.l. wurde ein Darlehen an die Platin 1425. GmbH gewährt. Dieses wird mit 7% p.a. verzinst mit einer Laufzeit von 15 Jahren. Zum 31. Dezember 2019 besteht eine Darlehensforderung gegen die Platin 1425. GmbH in Höhe von 213.598 T€. Weiterhin besteht ein für die Schenck Process Gruppe gesellschaftsrechtlich festgelegter Beirat, der eine beratende Funktion ausübt. Herr Harry Kenyon-Slaney ist Beiratsmitglied mit einer fixen Beratungsgebühr und hält Anteile an der BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P. Weiterhin ist Herr Jeffrey Overly Beiratsmitglied mit einer fixen Beratungsgebühr. 35 Befreiungsregelung nach § 264 Abs. 3 HGB und § 291 HGB Die nachfolgend aufgeführten, in diesen Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen machen hinsichtlich ihres Jahresabschlusses von der Befreiungsregelung nach § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch:
Die nachfolgend aufgeführten, in diesen Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen machen hinsichtlich der Aufstellungspflicht für einen Konzernabschluss von der Befreiungsregelung nach § 291 HGB Gebrauch:
36 Prüferhonorare Die als Aufwand erfassten Honorare des Abschlussprüfers des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2019 teilen sich folgendermaßen auf:
37 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Angesichts der sich rasch und fast täglich ändernden Lage ist eine zuverlässige Prognose über die Auswirkungen von COVID-19 auf die Umsatzerlöse, die Rentabilität und den Free Cash Flow derzeit nicht möglich. Wir sehen jedoch ein erhebliches Risiko, dass unsere Finanzkennzahlen unter dem Niveau von 2019 liegen werden. Unsere Schwerpunkte sind gegenwärtig der Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeiter sowie die Sicherstellung der Geschäftskontinuität und langfristigen Rentabilität der Gruppe. Trotz der weltweit schwierigen Situation und auf Grundlage von Stresstestergebnissen sehen wir momentan kein allzu großes Risiko, das den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnte 38 Organe der Gesellschaft Geschäftsführung Die Geschäftsführer der Platin 1425.GmbH haben für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 Bezüge in Form kurzfristig fälliger Leistungen aus dem Arbeitsverhältnis in Höhe von 1.745 T€ erhalten. Darin enthalten waren Leistungen aus Anlass der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses in Höhe von 650 T€. Im Geschäftsjahr wurden keine Leistungen an ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung für die Zeit nach Beendigung ihrer Geschäftsführertätigkeit im Aufwand erfasst. Im Geschäftsjahr 2019 wurden keine Zuführungen zu Pensionsrückstellungen für die Geschäftsführer gemacht. Wie in den Vorjahren wurden keine Vorschüsse, Kredite, Bürgschaften oder Gewährleistungen an Mitglieder der Geschäftsführung gewährt. Für die Mitglieder der Geschäftsführung besteht eine D&O-Versicherung ohne Selbstbehalt. Mit Wirkung zum 1. März 2019 beendete Herr Andreas Evertz seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Platin 1425. GmbH. Gleichzeitig wurde Herr Keith Cochrane als Nachfolger berufen.
Darmstadt, 17. März 2020 Keith Cochrane Thomas Spitzenpfeil Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Platin 1425. GmbH, Darmstadt Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Platin 1425. GmbH, Darmstadt, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Platin 1425. GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 17. März 2020 KPMG
AG
Höfter, Wirtschaftsprüfer Amrhein, Wirtschaftsprüfer |
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