Raiffeisenbank eG UnterwesterwaldLiquidiert

Arzbach

Stammdaten

Register
Amtsgericht Koblenz GnR 438
Eingetragen
15.3.1900
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Gegenstand, des Unternehmens ist die Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften sowie des Waren- und Dienstleistungsgeschäfts, insbesondere a) die Pflege des Spargedankens, vor allem durch Annahme von Spareinlagen; b) die Annahme von sonstigen Einlagen; c) die Gewährung von Krediten aller Art; d) die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen sowie die Durchführung von Treuhandgeschäften; e) die Durchführung des Zahlungsverkehrs; f) die Durchführung des Auslandsgeschäfts einschließlich des An- und Verkaufs von Devisen und Sorten; g) die Vermögensberatung, Vermögensvermittlung und Vermögensverwaltung; h) der Erwerb und die Veräußerung sowie die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und anderen Vermögenswerten; i) die Vermittlung oder der Verkauf von Bausparverträgen, Versicherungen und Reisen; j) der Handel mit sonstigen Waren und Erbringung sonstiger Dienstleistungen; k) Vermittlung und Verkauf von Immobilien.

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Konzern- und Jahresabschlüsse

Raiffeisenbank eG Unterwesterwald

Arzbach

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

Raiffeisenbank eG Unterwesterwald, Arzbach

Gliederung des Lageberichts

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

b) Finanzlage

c) Vermögenslage

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

C. Risiko- und Chancenbericht

D. Prognosebericht

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

Als Genossenschaftsbank besteht unsere Kernaufgabe darin, die wirtschaftliche Entwicklung unserer Mitglieder und Kunden zu fördern. Darin gründet auch die enge regionale Bindung an unser Geschäftsgebiet.

Wir unterstützen die heimische Wirtschaft und unsere Mitglieder sowie Kunden mit problemorientierten Lösungen in allen Finanzierungsangelegenheiten sowie im traditionellen genossenschaftlichen Warengeschäft. Hierzu zählen insbesondere die Kreditversorgung, die Vermögensbildung, die Vermögenssicherung und die Versorgung mit Brennstoffen. Darüber hinaus nutzen wir das Leistungsangebot innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe.

Unser Personalbestand stellt sich gegenüber dem Vorjahresende nahezu unverändert da. Er umfasst zum 31. Dezember 2021, einschließlich der beiden hauptamtlichen Vorstandsmitglieder, fünf Vollzeitkräfte, zwei Aushilfskräfte und sechs im Bankgeschäft tätige Teilzeitbeschäftigte sowie eine ausschließlich im Warenverkehr tätige Person.

Die Bank ist der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) angeschlossen. Die Sicherungseinrichtung gewährt den einbezogenen Banken einen umfassenden Institutsschutz.

Darüber hinaus gehört die Raiffeisenbank eG Unterwesterwald der BVR Institutssicherung GmbH an, die ein amtlich anerkanntes Einlagensicherungssystem darstellt und die Anforderungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gemäß Einlagensicherungsgesetz erfüllt.

Dieses duale System des Institutsschutzes und der Einlagensicherung gewährleistet die Stabilität und das Vertrauen in die genossenschaftliche Bankengruppe.

Im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit unterhalten wir eine Zweigniederlassung in Girod unter der Firma "Direktbank Westerwald", Zweigniederlassung der Raiffeisenbank eG Unterwesterwald.

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

Konjunktur in Deutschland

Wirtschaft auf Erholungskurs

Im Jahr 2021 erholte sich die deutsche Wirtschaft weiter von dem durch die Corona-Pandemie ausgelösten Konjunktureinbruch des 1. Halbjahres 2020. So expandierte das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich um deutliche 2,9 %, nachdem es 2020 um massive 4,6 % zurückgegangen war. Dabei hätte das Wirtschaftswachstum allerdings noch höher ausfallen können, wenn die Konjunktur nicht weiter durch die Folgen der anhaltenden Pandemie gedämpft worden wäre.

Stagnation des Privatkonsums

Mit den schrittweisen Lockerungen von Infektionsschutzmaßnahmen und den durch Impfungen und Testungen erzielten Fortschritten bei der Pandemiebekämpfung setzte sich die im 2. Halbjahr 2020 begonnene Erholung der privaten Konsumausgaben fort. Begünstigt wurde das Konsumklima auch durch die Lohn- und Einkommenszuwächse vieler Privathaushalte sowie einige fiskalpolitische Maßnahmen, wie die Abschaffung des Solidaritätszuschlags für die meisten Steuerzahler und die Erhöhung des Kindergeldes. Wegen der pandemiebedingt weiterhin schwierigen Lage stagnierte der preisbereinigte Privatkonsum auf Jahressicht allerdings lediglich auf dem niedrigen Vorjahresniveau; der Staatsverbrauch in 2021 legte erneut um 3,1 % zu.

Investitionsklima stabilisiert sich

Angesichts des verbesserten globalen Konjunkturumfelds, der steigenden Auslastung der Wirtschaft und der insgesamt nach wie vor günstigen Finanzierungsbedingungen mit anhaltend niedrigen Zinsen, erhöhten sich die Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge um 3,4 %. Dabei hätte das Wachstum der Investitionsausgaben ohne die hohen Rohstoffpreise und Materialengpässe aber deutlich stärker ausfallen können. Dies gilt auch für die Bauinvestitionen, deren langjähriger Aufwärtstrend sich abgeschwächt fortsetzte.

Wachstumsimpulse vom Außenhandel

Im Zuge der weltwirtschaftlichen Belebung und des vielfach erfolgten Abbaus von pandemiebedingten Reisebeschränkungen nahm der grenzüberschreitende Handel der deutschen Wirtschaft spürbar an Fahrt auf. Eine Ausnahme bildete allerdings der Warenhandel mit dem Vereinigten Königreich, der sich wegen dem zum Jahresanfang vollzogenen Austritts des Landes aus der Europäischen Union vergleichsweise schwach entwickelte. Angesichts kräftig steigender Exporte bei gleichzeitig leicht weniger dynamisch expandierender Importe lieferte der Außenhandel als Ganzes rechnerisch einen positiven Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum. Die vor Krisenausbruch erreichten Niveaus konnten aber auch hier noch nicht wiedererlangt werden.

Staat erneut mit hohem Finanzierungsdefizit

Trotz der Konjunkturerholung blieb die Situation der öffentlichen Haushalte 2021 angespannt. So schloss der Staat das zweite Jahr in Folge mit einem hohen Finanzierungsdefizit ab. Der gesamtstaatliche Fehlbetrag lag bei 132,5 Mrd. EUR, was 3,7 % des Bruttoinlandsprodukts entsprach. Hierzu trug auch bei, dass die staatlichen Mehrausgaben zur Abfederung der negativen Pandemiefolgen vielfach andauerten, wie die Zahlung von Überbrückungshilfen an Unternehmen und die Verlängerung des verbesserten Zugangs zum Kurzarbeitergeld.

Rückläufige Arbeitslosigkeit

Vor dem Hintergrund der voranschreitenden Erholung und wegen der demografisch bedingt wieder zunehmenden Arbeitskräfteknappheiten ging die Arbeitslosigkeit etwas zurück. Die Arbeitslosenzahl sank im Jahresdurchschnitt 2021 gegenüber dem Vorjahr um 82 Tsd. auf rund 2,6 Mio. Menschen. Dies führte zu einem minimalen Rückgang der Arbeitslosenquote von 5,9 % auf 5,7 %.

Kräftiger Anstieg der Inflationsrate

Nach vielen Jahren mit moderater Entwicklung haben die Verbraucherpreise 2021 merklich angezogen. Die Inflationsrate stieg nahezu stetig bis auf 5,3 % zum Jahresultimo. Im Jahresdurchschnitt verteuerten sich die Preise dadurch um rund um 3,1 %. Für den Anstieg der Inflationsrate waren hierbei verschiedene Effekte verantwortlich, u. a. die Ölpreiserholung, Lieferengpässe sowie die nationale CO 2-Bepreisung.

EZB hadert mit Inflationsgefahren

Die EZB hat ihren ultralockeren geldpolitischen Kurs im Jahr 2021 fortgesetzt. Die Anleihebestände erreichten ein Niveau von knapp 40 % des Euroraum-Bruttoinlandsprodukts.

Dem Anstieg der Inflationsrate auf Werte oberhalb der 2 %-Marke zum Beginn der zweiten Jahreshälfte und im Dezember auf rd. 5,0 % in der Spitze, begegnete die EZB zunächst mit Gelassenheit. Eine Zinserhöhung im Jahr 2022 wurde von EZB-Präsidentin Christine Lagarde als "sehr unwahrscheinlich" bezeichnet.

DAX schließt mit solidem Plus

Das Aktienjahr 2021 ist insgesamt positiv verlaufen. Zum Jahresende schloss der DAX mit 15.884,86 Punkten. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs um 15,8 %.

Geschäftsentwicklung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in 2021

Auch im Jahr 2021 konnten die Volks- und Raiffeisenbanken, PSD-Banken, Sparda-Banken sowie genossenschaftlichen Spezialbanken trotz der Pandemie an ihre Geschäftsergebnisse der Vorjahre anknüpfen. Sie wuchsen stabil sowohl im Einlagen- als auch im Kreditgeschäft. Das Wachstum zeigt, dass die Kunden dem nachhaltigen Geschäftsmodell der Kreditgenossenschaften vertrauen. So stiegen die bilanziellen Kundeneinlagen der Kreditgenossenschaften auf 833 Mrd. EUR (+5,4 %). Das Volumen der Kredite stieg ebenfalls deutlich. So erhöhten sich die Forderungen an Nichtbanken auf 710 Mrd. EUR (+6,9 %).

Der Konsolidierungsprozess unter den Volksbanken und Raiffeisenbanken setzte sich mit 42 vollzogenen Fusionen in leicht erhöhtem Umfang weiter fort. Die Zahl der Kreditgenossenschaften lag zum Ende des Jahres 2021 bei 772 Banken. Die Zahl der Bankstellen ging um 492 auf 8.074 zurück (-5,7 %).

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Über unsere strategische Eckwert- und Kapitalplanung planen und steuern wir die Entwicklung unseres Institutes auf Grundlage von Kennzahlen und Limiten. Dabei verwenden wir die folgenden bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren, die sich auch aus unserer Geschäfts- und Risikostrategie ableiten lassen und die wir mithilfe unseres internen Berichtswesens regelmäßig überwachen.

Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Rentabilität der Bank wird die Relation des Betriebsergebnisses vor Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme (nachfolgend: "Betriebsergebnis vor Bewertung/dBS") festgelegt. Die Kennzahl Betriebsergebnis vor Bewertung/dBS misst die Ertragskraft der Bank in Relation zum Geschäftswachstum, gemessen als durchschnittliche Bilanzsumme. Hierbei bleiben betriebswirtschaftlich außerordentliche sowie periodenfremde Ergebnisfaktoren unberücksichtigt.

Das Wachstum der bilanziellen Kundeneinlagen und -kredite definieren wir als Indikator für die Generierung von Erträgen im aktuellen Niedrigzinsumfeld. Wir streben ein strategisches Wachstum zwischen 1,0 % bis 3,0 % an.

Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bank durch nachhaltiges Wachstum werden im Kontext steigender Kapitalanforderungen angemessene Eigenmittel benötigt. Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Kapitalausstattung dient die aufsichtsrechtlich festgelegte Gesamtkapitalquote.

Die Darstellung, Analyse und Beurteilung der einzelnen finanziellen Leistungsindikatoren erfolgt in den nächsten Abschnitten.

Daneben haben wir folgende bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikatoren definiert, die die Entwicklung unserer Bank maßgeblich beeinflussen:

Mitglieder- und Kundenzufriedenheit

Kundenorientierung steht im Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns. Unsere Produkte und unsere Organisationsstruktur sind auf das Ziel maximaler Nutzenstiftung für die Mitglieder und Kunden ausgerichtet.

Mitarbeiteridentifikation und -qualität

Mitarbeiteridentifikation und -qualität sind für die Kundenbeziehung und -bindung von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus sind eine geringe Fluktuation und starkes Engagement ein elementarer Faktor im Zusammenhang mit der Etablierung einer dauerhaften Geschäftsbeziehung.

Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren haben wir bislang nicht in das System der Gesamtbanksteuerung integriert.

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Auch das Jahr 2021 war durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Alle diesbezüglich notwendigen Maßnahmen zum gesundheitlichen Schutz unserer Kunden und Mitarbeiter/innen wurden konsequent umgesetzt. So waren wir jederzeit in der Lage, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten.

Die Entwicklung der von uns definierten bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2021 stellt sich wie folgt dar:

Unser finanzieller Leistungsindikator Betriebsergebnis vor Bewertung/dBS verminderte sich von 0,43 % auf 0,22 %.

Das geplante Wachstum der Kundenkredite konnten wir wegen einer verhaltenen Kreditnachfrage, hoher Sondertilgungen und dem Abbau problembehafteter Kredite nicht erreichen; die Forderungen an Kunden sind daher um 4,2 % abgeschmolzen. Bei den Kundeneinlagen haben wir ein Wachstum von 7,2 % erzielt und liegen über unserer Erwartung. Die Entwicklung ist durch einen Großeinleger beeinflusst.

Die Gesamtkapitalquote blieb nahezu unverändert bei 18,5 % gegenüber 18,6 % im Vorjahr.

Die Entwicklung des Betriebsergebnisses vor Bewertung/dBS hat unsere Prognose von 0,42 % nicht erreicht. Ursächlich für die Planabweichung ist eine deutlich unter dem Planwert liegende Zinsspanne, bedingt durch den Rückgang der Kundenforderungen.

Berichtsjahr 2020 Veränderung zu 2020
TEUR TEUR TEUR %
Bilanzsumme 64.223 59.592 4.631 7,8
Außerbilanzielle Geschäfte *) 1.173 601 572 95,2

*) Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten), 2 (Andere Verpflichtungen)

Die Bilanzsumme stellt sich im Vergleich zum Vorjahr - analog dem Trend der Entwicklung der Volks- und Raiffeisenbanken auf Bundesebene - um 4.631 TEUR oder 7,8 % erhöht dar. Ursächlich für die Entwicklung der Bilanzsumme ist dabei im Wesentlichen die Ausweitung der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden.

Die außerbilanziellen Geschäfte liegen aufgrund von gestiegenen unwiderruflichen Kreditzusagen über Vorjahresniveau.

Aktivgeschäft Berichtsjahr 2020 Veränderung zu 2020
TEUR TEUR TEUR %
Kundenforderungen 31.729 33.105 -1.376 -4,2
Wertpapieranlagen 3.686 5.276 -1.590 -30,1
Forderungen an Kreditinstitute 22.552 14.763 7.789 52,8

Die bilanziell ausgewiesenen Kundenforderungen ermäßigten sich im Wesentlichen bedingt durch Sondertilgungen, eine verhaltene Kreditnachfrage sowie die Rückführung der NPL-Quote (non-performing-loans) um 1.376 TEUR. Dabei entfällt die Reduzierung sowohl auf den Kontokorrent- als auch auf den Darlehensbereich. Insgesamt ist der Bestand der Kundenforderungen nach Höhe und Laufzeit breit gestreut.

Freie Liquidität haben wir - neben der Finanzierung des Kundenkreditgeschäftes - bei der Zentralbank disponiert.

Passivgeschäft Berichtsjahr 2020 Veränderung zu 2020
TEUR TEUR TEUR %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.104 2.398 706 29,4
Spareinlagen 17.931 17.388 544 3,1
andere Einlagen 36.663 33.563 3.099 9,2

Die Bankenrefinanzierungen haben sich im Wesentlichen in Folge der Inanspruchnahme von Förderkrediten aus Sonderprogrammen - bei gleichzeitig stattgefundenen Tilgungen und Sondertilgungen im Bereich der zweckgebundenen Refinanzierungsmittel - entsprechend erhöht und belaufen sich zum Jahresende auf 3.104 TEUR.

Im Einlagenbereich verlief die Entwicklung differenziert. Während sich das Volumen der Spareinlagen erhöhte, ist bei den befristeten Einlagen eine leichte Reduzierung festzustellen. Die gestiegenen Volumina bei den täglich fälligen Verbindlichkeiten sind maßgeblich durch Großeinlagen beeinflusst.

Dienstleistungsgeschäft Berichtsjahr 2020 Veränderung zu 2020
TEUR TEUR TEUR %
Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften 13 13 0 -1,6
Vermittlungserträge 83 49 34 68,3
Erträge aus Zahlungsverkehr 222 229 -8 -3,3

Die Erträge aus dem Provisionsgeschäft - welches in starkem Maße durch die Erträge aus dem Zahlungsverkehr determiniert ist - stellen sich im Vergleich zum Vorjahr um 24 TEUR erhöht dar. Bei gleichbleibenden Erträgen aus den Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften und nur unwesentlich veränderten Erträgen aus dem Zahlungsverkehr haben sich die Vermittlungserträge aufgrund von erhöhten Provisionen aus der Immobilienvermittlung sowie den Bestandsprovisionen für Fondsanlagen um 34 TEUR verbessert.

Warengeschäft Berichtsjahr 2020 Veränderung zu 2020
TEUR TEUR TEUR %
Warenumsatz 2.040 1.999 41 2,1
Warenbestand 18 17 2 11,2
Rohergebnis 95 195 -100 -51,2

Der Heizölvertrieb dominiert mit 98,4 % des Rohergebnisses das Warengeschäft. Der Warenumsatz ist mengenbezogen zum Vorjahr um 25,7 % gefallen. Der Jahresumsatz in Euro hat sich jedoch preisbedingt um 41 TEUR erhöht. Das Rohergebnis stellt sich infolge rückläufiger Absatzmengen sowie der Einengung der Margen um 100 TEUR ermäßigt dar.

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Genossenschaft haben sich im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:

Erfolgskomponenten Berichtsjahr 2020 Veränderung zu 2020
TEUR TEUR TEUR %
Zinsüberschuss 1) 1.251 1.324 -73 -5,5
Provisionsüberschuss 2) 325 302 22 7,3
Rohergebnis aus Warenverkehr und Nebenbetrieben 95 195 -100 -51,2
Verwaltungsaufwendungen 1.485 1.537 -52 -3,4
a) Personalaufwendungen 911 971 -61 -6,2
b) andere Verwaltungsaufwendungen 574 566 8 1,5
Betriebsergebnis vor Bewertung 3) 259 322 -62 -19,4
Bewertungsergebnis 4) 33 -17 50 -298,9
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 293 305 -12 -4,0
Steueraufwand 100 97 3 3,4
Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 100 100 0 0,0
Jahresüberschuss 93 108 -15 -14,3

1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2 zuzüglich GuV-Posten 3

2) GuV-Posten 5 abzüglich GuV-Posten 6

3) Saldo aus den GuV-Posten 1 bis 12

4) Saldo aus den GuV-Posten 13 bis 16

Die unverändert niedrigen Kapitalmarktzinsen und die flache Zinskurve belasten nach wie vor die Zinsspanne. Dabei stellt sich der Zinsüberschuss insbesondere aufgrund von negativen Volumeneffekten im Kundenkreditgeschäft um 73 TEUR reduziert dar. Das zinsabhängige Kundengeschäft ist für unser Kreditinstitut von grundlegender wirtschaftlicher Bedeutung. Dabei werden sinkende Margen zukünftig den Zinsüberschuss der Bank weiter schmälern.

Den Schwerpunkt des Provisionsergebnisses bilden die Erträge aus dem Zahlungsverkehr und der Kontoführung. Das Vermittlungsgeschäft hat sich unterschiedlich entwickelt. Während die Erträge aus der Immobilenvermittlung und den Bestandsprovisionen für Fondsanlagen ausgebaut werden konnten, waren in den Bereichen der Vermittlung von Versicherungen und der Kreditvermittlung die Erträge nahezu auf Vorjahresniveau.

Der Sachaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um 8 TEUR erhöht. Ursache hierfür waren erhöhte Raumaufwendungen und gestiegene Prüfungs- und Beratungsaufwendungen die nicht durch ermäßigte Aufwendungen für die Datenverarbeitung kompensiert werden konnten.

Der Rückgang des Personalaufwands ist auf einen niedrigeren Mitarbeiterstand zurückzuführen.

In der Folge der vorgenannten Entwicklung hat das Betriebsergebnis vor Bewertung - betriebswirtschaftlich gesehen - im abgelaufenen Geschäftsjahr eine deutliche Ermäßigung erfahren. Es liegt mit 0,22 % dBS deutlich unter dem Niveau vergleichbarer Banken im Verbandsgebiet (0,57 % dBS).

Bei einem positiven Ergebnisbeitrag aus dem Bewertungsergebnis sowie einem Veräußerungserlös aus einer ehemals genutzten Filiale war es uns möglich, eine Stärkung des Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB zu generieren und einen Jahresüberschuss von rd. 93 TEUR auszuweisen.

b) Finanz- und Liquiditätslage

Die Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur der Bank ist maßgeblich geprägt durch das Kundengeschäft als Basis der Liquiditätsausstattung. Durch unsere Refianzierungsstruktur besteht eine Unabhängigkeit von Entwicklungen am Geld- und Kapitalmarkt.

Die Zahlungsfähigkeit unseres Instituts war im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Art, Höhe und Fristigkeit gegeben. Die monatlichen Meldungen der Liquidity Coverage Ratio (LCR) wiesen im Berichtszeitraum einen Wert von mindestens 280,0 % aus. Zum Bilanzstichtag lag die Kennzahl bei 282,5 %. Die quartalsweisen Meldungen der Net Stable Funding Ratio (NSFR) wiesen für den Berichtszeitraum stets einen Wert von mindestens 100,0 % aus. Zum Bilanzstichtag lag die Kennzahl bei 118,9 %.

Bei Liquiditätsschwankungen kann die Bank auf ausreichende Liquiditätsreserven in Form von Bankguthaben zurückgreifen. Durch die Einbindung in die genossenschaftliche FinanzGruppe, den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund und die Refinanzierungsfazilitäten der EZB bestehen weitere Refinanzierungsmöglichkeiten.

Vor diesem Hintergrund ist die Fähigkeit der Kreditgenossenschaft zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen für den Prognosezeitraum nach unser Planung gegeben.

Liquiditätsbelastungen aus außerbilanziellen Verpflichtungen haben sich nicht ergeben.

c) Vermögenslage

Die Eigenkapitalstruktur der Bank ist geprägt von Geschäftsguthaben der Mitglieder, erwirtschafteten Rücklagen sowie dem Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB. Im Geschäftsjahr wurde das Eigenkapital durch Zuführung zu den Rücklagen und zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gestärkt. Der Anteil des bilanziellen Eigenkapitals an der Bilanzsumme hat sich von 5.862 TEUR auf 6.038 TEUR erhöht.

Die in unserem Institut getroffenen Vorkehrungen zur ordnungsgemäßen Ermittlung des Kernkapitals und des Ergänzungskapitals im Rahmen der bankaufsichtlichen Meldungen sind angemessen. Nach den vertraglichen sowie satzungsmäßigen Regelungen erfüllen die angesetzten Kapitalinstrumente die Anforderungen der CRR zur Anrechnung als aufsichtsrechtlich anerkanntes Kern- und Ergänzungskapital.

Die Kapitalrendite gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG beläuft sich auf 0,14 %.

Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten stellen sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:

Berichtsjahr 2020 Veränderung zu 2020
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital laut Bilanz 1) 6.038 5.862 176 3,0
Eigenmittel (Art. 72 CRR) 6.220 6.278 -58 -0,9
Harte Kernkapitalquote 17,0 % 16,7 %    
Kernkapitalquote 17,0 % 16,7 %    
Gesamtkapitalquote 18,5 % 18,6 %    

1) Hierzu rechnen die Passivposten 11 (Fonds für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital).

Angemessene Eigenmittel, auch als Bezugsgröße für eine Reihe von Aufsichtsnormen, bilden neben einer stets ausreichenden Liquidität die unverzichtbare Grundlage einer soliden Geschäftspolitik. Die vorgegebenen Anforderungen der CRR und des KWG wurden von uns im Geschäftsjahr 2021 eingehalten.

Unter Berücksichtigung einer vom Vorstand und Aufsichtsrat zur kontinuierlichen Stärkung des Eigenkapitals beschlossenen Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen, die noch der Zustimmung der Generalversammlung bedarf, sowie einer Vorwegzuweisung in Höhe von 0,1 Mio. EUR zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB ergibt sich ein Kernkapital von rd. 5,7 Mio. EUR; das sind rd. 9,0 % der Bilanzsumme.

Nach unserer Kapitalplanung ist von einer Einhaltung der Kapitalquoten, bei dem erwarteten Gechäftsvolumenzuwachs sowie durch die geplanten Rücklagenzuführungen und bei der vorgesehenen Einwerbung von Geschäftsguthaben, auszugehen.

Unser Eigenkapital (Passivposten 12) ist im Vergleich zu anderen Genossenschaftsbanken leicht unterdurchschnittlich ausgeprägt. Dies ist die Folge des Bilanzsummenwachstums, das maßgeblich durch die Großeinlage einer Unternehmensgruppe beeinflusst ist.

Die Wertpapieranlagen der Genossenschaft entwickelten sich wie folgt:

Wertpapieranlagen Berichtsjahr 2020 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Anlagevermögen 3.686 5.276 -1.590 -30,1

Unsere Wertpapieranlagen sind dem Anlagevermögen zugeordnet und werden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Die Marktpreis- und Adressenausfallrisiken der Eigenanlagen werden im Rahmen der Risikosteuerung überwacht. Von den Wertpapieranlagen entfallen 21,6 % auf Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere und 78,4 % auf Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 6). Letztgenannte beinhalten dabei ausschließlich Investmentanteile der Union Investment.

Verpfändete Wertpapiere für Refinanzierungszwecke bestehen nicht.

Überschüssige Liquidität wird zur Finanzierung der Kundenforderungen eingesetzt, beziehungsweise als Liquiditätsreserve bei der Zentralbank geparkt.

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die Raiffeisenbank eG Unterwesterwald verfügt über eine solide Finanz- und Vermögenslage. Die Bilanzstruktur ist ausgewogen, die Vermögensverhältnisse sind geordnet und die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Eigenkapital und die Liquidität werden erfüllt. Die Eigenkapitalausstattung wurde durch die Zuführungen zu den Rücklagen und die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken verbessert. Für erkennbare Risiken wurde in ausreichendem Umfang Vorsorge getroffen.

Insgesamt beurteilen wir die Ertragslage unseres Hauses im Vergleich zum Vorjahr im Vergleich zu anderen ähnlich großen Kreditgenossenschaften als ungünstig bzw. perspektivisch nicht ausreichend. Mit einem Wert von 2,40 % dBS liegt der Verwaltungsaufwand deutlich über dem vorläufigen externen Vergleichswert von 2,05 % dBS. Die überdurchschnittlichen Verwaltungsaufwendungen betreffen sowohl die Personalaufwendungen als auch die Aufwendungen für Datenverarbeitung und externe Beratungs- und Prüfungskosten.

Das Wachstum des für die Bank wichtigsten Geschäftsbereichs, dem Geschäft mit Kunden überwiegend aus der Region verlief differenziert. Während im Einlagengeschäft die Erwartungen aus der Eckwertplanung deutlich übertroffen wurden, haben wir unseren Planwert im Kreditgeschäft bedingt durch eine verhaltene Kreditnachfrage, hohe außerplanmäßige Tilgungen sowie den Abbau problembehafteter Engagements nicht erreicht.

Finanzlage und Liquiditätsausstattung entsprechen den aufsichtsrechtlichen und betrieblichen Erfordernissen.

C. Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem und -prozess

Unsere im Risikohandbuch dokumentierte Geschäfts- und Risikostrategie basiert auf einem Strategieprozess und ist ausgerichtet auf das Kundengeschäft mit Mitgliedern und Kunden aus unserer Region. Wesentliche Bestandteile der Geschäftsstrategie sind die aus der Risikotragfähigkeit der Bank abgeleiteten Teilstrategien für die wesentlichen Geschäftsaktivitäten.

Grundsätzlich konsistent zu unserer Geschäfts- und Risikostrategie wurde eine Unternehmensplanung entwickelt, die eine langfristige und umfassende Begleitung unserer Mitglieder und Kunden im Hinblick auf Finanzierungswünsche, Vermögensanlagen und Dienstleistungen rund um den Zahlungsverkehr sicherstellt.

Mit Hilfe einer strategischen Eckwert- und Kapitalplanung für einen Zeitraum von 5 Jahren steuern wir die Entwicklung unseres Instituts. Die Annahmen für die Markt- und Volumenentwicklungen erfolgen hierbei durch Experten auf Basis von Marktprognosen. Die abgeleiteten Ertrags- und Vermögenswirkungen werden anhand von Simulationsrechnungen mit Unterstützung der Steuerungssoftware VR-Control ermittelt.

Die Geschäfts- und Risikostrategie sowie die Teilstrategien werden im Rahmen des von uns festgelegten Strategieprozesses regelmäßig überprüft.

Ziel unserer Risikostrategie ist nicht die Vermeidung von Risiken, sondern die Wahrung eines angemessenen Chancen-Risiko-Profils unserer Risikopräferenz entsprechend.

Wir haben ein System zur Früherkennung von Risiken implementiert. Vor dem Hintergrund wachsender Komplexität der Märkte im Bankgeschäft sehen wir dies als eine zentrale Aufgabe an, welche auf Vorstandsebene angesiedelt ist. In diesem Rahmen ist ein Risikocontrolling- und Managementsystem mit entsprechenden Instrumenten eingerichtet, um bei Bedarf gegensteuernde Maßnahmen einleiten zu können.

Ziel des Risikomanagements unserer Bank ist es, Risiken, die den Erfolg wesentlich beeinflussen oder gar den Fortbestand gefährden können, frühzeitig zu erkennen sowie umfassend zu messen, zu überwachen und zu steuern. Integraler Bestandteil ist dabei die fortlaufende Sicherstellung der Risikotragfähigkeit.

Unser Risikotragfähigkeitskonzept basiert auf einer GuV-/bilanzorientierten Ableitung des Risikodeckungspotenzials aus der Geschäftsstrategie und dem Kapitalplanungsprozess. Dabei setzt sich das Risikodeckungspotenzial aus Ergebnis- und Substanzkomponenten zusammen und wird vierteljährlich ermittelt.

Als wesentliche Risiken werden das Adressenausfall-, Marktpreis-, Liquiditäts- und das operationelle Risiko eingestuft. Auf der Grundlage von Risikotragfähigkeitsberechnungen hat die Bank für alle wesentliche Risken Risikolimite definiert. Die Auslastung wird regelmäßig durch vierteljährliche Risikoberechnungen seitens des Vorstands ermittelt. Die Ergebnisse finden ihren Niederschlag in MaRisk-Risikoreporten, welche gegenüber dem Ausichtrat reportet werden.

Neben den aufsichtsrechtlich wesentlichen Risiken per Legaldefinition gelten sonstige (weitere) Risiken für uns als wesentlich, wenn sie in der betriebswirtschaftlichen Beurteilung pro Risikoart für die Risikotragfähigkeit für uns eine hohe bzw. mittlere Bedeutung haben. Unabhängig von der aufsichtsrechtlichen Einschätzung erfolgt eine weitere Einstufung der einzelnen Risiko-/Unterrisikoarten bzw. deren Risikofaktoren (Risikotreibern) in betriebswirtschaftliche Kategorien nach ihrer Bedeutung für die Bank.

Hierfür werden - in strenger Abgrenzung zur aufsichtsrechtlichen Formulierung - die Begrifflichkeiten "keine Bedeutung", "geringe Bedeutung", "mittlere Bedeutung" und "hohe Bedeutung" verwendet. Diese Einstufung ist vor dem Hintergrund der möglichen Belastung der Ertrags- bzw. Vermögenslage sowie Liquiditätslage durch eventuell eintretende Schadensfälle zu qualifizieren. Sie dient vor allem der Identifizierung von Risikokonzentrationen.

Im Rahmen der Risikoinventur werden die Risiken auf Gesamtbankebene regelmäßig sowie anlassbezogen erhoben und deren Wesentlichkeit beurteilt. Hierbei werden auch mit wesentlichen Risiken verbundene Risikokonzentrationen berücksichtigt.

Anhaltspunkte für Risikokonzentrationen sehen wir für unsere Bank, sofern einem Risikofaktor bzw. Risikotreiber eine hohe Bedeutung beigemessen wird:

Eine hohe Bedeutung sehen wir in Bezug auf die Vermögenslage ab einer Belastung von> 50 % des Risikodeckungspotenzials. Bezogen auf die Dimension Ertragslage wurde hier ein Wert von> 25 % des durchschnittlichen Betriebsergebnisses der letzten 3 Jahre definiert. Im Bereich der Liquiditätslage wird dies bei Unterschreitung des Überlebenshorizonts unter sechs Monate angenommen.

Die eingerichteten Systeme und Verfahren des Risikomanagements sind dem Profil und der Geschäfts- und Risikostrategie der Bank sowie ihrer Größe angemessen und entsprechen grundsätzlich den Anforderungen der MaRisk.

Risiken

Adressenausfallrisiko

Das Adressenausfallrisiko stellt das Risiko des teilweisen oder vollständigen Ausfalls von Forderungen oder anderen schuldrechtlichen Instrumenten dar. Es beinhaltet das Kreditrisiko, das Emittentenrisiko und das Kontrahentenrisiko (jeweils einschließlich des Länderrisikos).

Das Kreditrisiko reflektiert die Gefahr, dass Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls von Geschäftspartnern, der Migration und oder der adressbezogenen Spreadveränderung das erwartete Maß übersteigen. Dabei wird ausschließlich auf die potenzielle Erfolgswirkung abgestellt.

Das Adressenausfallrisiko im Kundenkreditgeschäft wird sowohl auf Ebene des einzelnen Kreditnehmers als auch auf Ebene des Gesamtkreditportfolios gesteuert. Auf Portfolioebene stehen hierzu insbesondere Strukturanalysen zu Bonitäten, Größenklassen, Blankoanteilen und Branchenkonzentrationen im Vordergrund.

Ausweislich der Risikoinventur stufen wir das Adressrisiko im Kundengeschäft als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich, auch im Hinblick auf den Anteil der Kundenforderungen an der Bilanzsumme, von hoher Bedeutung ein.

Zur Steuerung des Adressenausfallrisikos setzen wir im Kundengeschäft auf Einzelengagementebene ein Risikoeinstufungsverfahren (vereinfachtes Bonitierungsverfahren) ein. Dabei werden die Kreditengagements in Abhängigkeit vom Bonitätsurteil und unter Berücksichtigung der gestellten Sicherheiten in die Risikogruppen 1, 2 und 3, welche der Risikogruppenstruktur der PrüfbV-alt (Fassung vom 17. Dezember 1998) entsprechen, klassifiziert.

Daneben ermittelt die Bank seit dem letzten Quartal 2021 zukünftig vierteljährlich mit Hilfe des Moduls Kreditportfoliomodell für Kundengeschäfte (KPM-KG) unter VR-Control einen erwarteten und einen unerwarteten Verlust (Credit Value at Risk) aus dem Kundenkreditgeschäft. Die Berechnung erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren, dem sowohl die aggregierten Blankoanteile in den Risikoklassen bzw. -gruppen des Forderungsbestandes als auch Ausfallwahrscheinlichkeiten und Branchenparameter zugrunde liegen.

Bei den Eigenanlagen nutzen wir für den Fondsbestand die Risikoinformationen der Fondsgesellschaft Union Investment.

Turbulenzen an den Finanzmärkten begegnen wir durch eine breite Streuung der Eigenanlagen, Diversifikation in viele Anlageklassen und Beschränkung auf gute Bonitäten.

Der berechnete erwartete Verlust wird bei der Ermittlung des Risikodeckungspotenzials berücksichtigt und regelmäßig mit dem aufgelaufenen Bewertungsergebnis verglichen. Sofern höhere Belastungen als erwartet auftreten, wird der Überschreitungsbetrag als zusätzliches Risiko in der Auslastung des Limits für die Adressenausfallrisiken angesetzt. Zum 31. Dezember 2021 wird das bankinterne Limit mit 25,5 % ausgelastet.

Marktpreisrisiken

Das Marktpreisrisiko umfasst das Risiko aus nachteiligen Veränderungen von Marktpreisen oder Marktparametern (Zinsstrukturkurve, Aktienkurse, Devisenkurse), in deren Folge sich Abweichungen vom geplanten Ergebnis ergeben. Dabei wird ausschließlich auf die Erfolgswirkung abgestellt.

Im Rahmen des Risikomanagements wird das Marktpreisrisiko unterschieden in das Zinsspannenrisiko (Zinsänderungsrisiko) und das Kursänderungsrisiko.

Das Zinsänderungsrisiko stuft die Bank anhand der Risikoinventur als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich hoch ein, mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und einem hohen potenziellen Schaden, der sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage maßgeblich auswirken kann.

Im Rahmen der GuV-orientierten Steuerung des Zinsspannenrisikos werden vierteljährlich die Veränderung des Zinsergebnisses zum Jahresende und jeweils ab dem 30.06. auch für das Folgejahr unter Berücksichtigung verschiedener Zinsszenarien simuliert. Grundlage der Berechnung sind auf Expertenschätzung basierende Zinselastizitäten auf Basis einer konstanten Geschäftsstruktur. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls ZINSMANAGEMENT unter VR-Control.

Neben der GuV-orientierten Steuerung erfolgt auch eine barwertige Betrachtung. Darunter fällt insbesondere die Ermittlung der Auswirkungen auf den Barwert des Zinsbuches bei den von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vorgegebenen Zinsveränderungen (Standardtests sowie Frühwarnindikatoren gemäß EBA-Leitlinien).

Für die Risiko- und Stressmessung nutzt die Bank die von der parcIT GmbH zur Verfügung gestellten VRZinsszenarien. Diese dienen einem Großteil der Institute der genossenschaftlichen FinanzGruppe für die Messung und Steuerung der Zinsänderungsrisiken im Going-Concern-Ansatz gemäß Annex.

Auf Basis der vorgenannten Zinsszenarien werden zur Quantifizierung des Zinsspannenrisikos Simulationsrechnungen vorgenommen. Dabei wird bei den Stressszenarien das jeweils schlechteste Ergebnis, bezogen auf die Summe der Marktpreisrisiken, dargestellt. Kursrisiken bei Fonds werden mit Value at Risk Ansätzen (VaR) gemessen.

Das Währungsrisiko hat für die Bank nur eine geringe Bedeutung. Grundsätzlich sind Währungsrisiken nur in Eigenanlagen institutioneller Fonds der Union Investment enthalten. Zur Simulation von Kursänderungsrisiken bei verzinslichen Wertpapieren nutzt die Bank die vorgenannten Veränderungen der Zinsstrukturkurve. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls ZINSMANAGEMENT unter VR-Control.

Alle Risiken wurden limitiert. Anhand der Risikoinventur stufen wir das diesbezügliche Risiko aufsichtsrechtlich als wesentlich ein. Betriebswirtschaftlich ist das Zinsänderungsrisiko insgesamt von mittlerer Bedeutung. Das Kurswertrisiko und die sonstigen Marktpreisrisiken haben ebenfalls insgesamt eine mittlere Bedeutung. Zum 31. Dezember 2021 wird das bankinterne Limit mit 73,7 % ausgelastet.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken können grundsätzlich in der Form des Zahlungsunfähigkeitsrisikos, des Refinanzierungsrisikos und des Marktliquiditätsrisikos auftreten.

Zahlungsunfähigkeitsrisiken treten ein, wenn Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht oder nicht in ausreichender Höhe erfüllt werden können. Refinanzierungsrisiken entstehen, wenn die Liquidität nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann oder die Refinanzierungsmittel nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Marktliquiditätsrisiken treten ein, wenn Anlagen nicht zum gewünschten Zeitpunkt oder in der geplanten Höhe liquidiert werden können.

Liquiditätsablaufbilanzen dienen als Frühwarnindikator für eine mögliche Zahlungsunfähigkeit und stellen dabei insbesondere den Überlebenshorizont dar. Stresstests für einen Zeitraum von fünf Jahren führen wir anhand institutseigener, marktweiter und kombinierter Szenarien für Liquiditätsrisiken durch. Durch die Anrechnung auf die Liquiditätspuffer wird auf dieser Grundlage der Überlebenshorizont ermittelt. Dabei werden auch adverse Entwicklungen außerhalb unseres Erwartungshorizontes reflektiert.

Liquiditätsrisiken werden darüber hinaus von der Bank anhand von Fälligkeitslisten überwacht.

Das Liquiditätsrisiko wird anhand der aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahl Liquidity Coverage Ratio (kurz: LCR) überwacht. Unsere Risikotoleranz haben wir über die Festlegung einer Mindest-LCR-Quote von 120 % definiert. Für die Net Stable Funding Ratio (kurz: NSFR) liegt der Wert bei 110 %.

Die Bank erachtet das Liquiditätsrisiko insgesamt als wesentlich im Sinne des Aufsichtsrechts und betriebswirtschaftlich als Risiko von geringer Bedeutung.

Operationelle Risiken

Operationelle Risiken betreffen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unzulänglichkeit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten.

Die Bank hat eine einheitliche Festlegung und Abgrenzung der operationellen Risiken zu den anderen betrachteten Risikokategorien vorgenommen und diese in den Organisationsrichtlinien fixiert.

Wesentliche operationelle Risiken werden jährlich identifiziert und analysiert. Hierzu wird auf eine Schadensfalldatenbank zurückgegriffen, in die eingetretene Schäden eingestellt werden.

Das IT-Risiko stellt ein spezielles operationelles Risiko dar. Hier betrachten wir insbesondere die Teilbereiche "Zentrales Rechenzentrum" und "IT-Risiken Bank". Über die IT-Risiken, die das Rechenzentrum betreffen, erhalten wir regelmäßige Berichte vom IT-Dienstleister einschließlich Darstellung der eingeleiteten Maßnahmen bei Problemen. Über die Beseitigung der im Rahmen von Sonderprüfungen durch die Finanzaufsicht ermittelten Mängel beim IT-Dienstleister wurde zeitnah an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Die vereinbarte Meilensteinplanung wurde eingehalten.

Für alle wesentlichen Schadensereignisse in Bezug auf bankinterne IT-Risiken besteht ein umfassender Versicherungsschutz. Betriebliche Notfallplanungen wurden insbesondere auf die Anforderungen aus dem IT-Bereich abgestimmt.

Rechtlichen Risiken begegnen wir durch die Verwendung der im Verbund entwickelten Formulare sowie durch die Inanspruchnahme juristischer Beratung im Fall von Rechtstreitigkeiten.

Für operationelle Risiken werden angemessene Beträge in der Berechnung der Risikotragfähigkeit vorab im Risikobudget berücksichtigt.

Anhand der Risikoinventur stufen wir das operationelle Risiko als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich von geringer Bedeutung ein.

Sonstige Risiken

Unter dieser Kategorie analysieren wir alle nicht bankspezifischen Risiken. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir dabei potenziellen Beteiligungsrisiken, dem Reputationsrisiko sowie den Risiken aus dem Betrieb des Warengeschäfts in Form von Umweltrisiken. Die Wesentlichkeit dieser Risiken überprüfen wir regelmäßig und anlassbezogen. Aktuell stufen wir alle sonstigen Risiken als unwesentlich ein.

Gesamtbild der Risikolage

Auf Grundlage unserer Verfahren des Risikomanagements zur Ermittlung der Risiken sowie des Risikodeckungspotenzials ist die Risikotragfähigkeit unter den von uns definierten Standardszenarien gegeben.

Bestandsgefährdende Risiken sind aufgrund der Zugehörigkeit zur genossenschaftlichen Sicherungseinrichtung nicht erkennbar.

Nach dem derzeitigen Planungsstand ist die Risikotragfähigkeit angesichts der Vermögens-/Substanzsituation des Instituts auch im Berichtszeitraum 2022 gegeben. Die dargestellten Risiken werden die künftige Entwicklung unserer Bank nicht wesentlich beeinträchtigen.

Insgesamt hat sich die Risikolage im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Die wesentlichen Risiken bestehen unverändert im Bereich der Adressenausfall- und Marktpreisrisiken. Diese sind durch ausreichende Limite und Verlustobergrenzen abgedeckt.

Den dargestellten Risiken stehen aber auch Chancen gegenüber. Sollten sich die ökonomischen Bedingungen, die Wachstumsaussichten, das Zinsumfeld und die Wettbewerbsbedingungen in der Finanzdienstleistungsbranche besser als angenommen entwickeln, könnte dies zu höheren Erträgen führen, die nur teilweise durch zusätzliche Aufwendungen aufgezehrt würden. Dies könnte mit einer Verbesserung des Ergebnisses vor Steuern und der Aufwands-/Ertrags-Relation sowie der regulartorischen Kennziffern einhergehen. Wenn Marktbedingungen, Preise und Volatilitäten sowie das Investorenverhalten sich besser als angenommen entwickeln, könnte dies auch unsere Erträge und unser Ergebnis positiv beeinflussen. Gleichermaßen könnten sich eine über den Erwartungen liegende Kundennachfrage und ein höherer Marktanteil positiv auf unser Ergebnis auswirken.

D. Prognosebericht

Der seit 24. Februar 2022 begonnene Russland-Ukraine-Krieg strahlt auch auf unsere Volkswirtschaft aus, was man durch den Anstieg der Energie-, Rohstoff- und Lebensmittelpreise deutlich spürt. Auch bei den Kapitalmarktzinsen ist ein deutlicher Anstieg festzustellen. Da unsere Planungsrechnung maßgeblich vor Beginn des Krieges erstellt wurde, können sich bei zahlreichen Prämissen mittlerweile deutliche Abweichungen ergeben. Unser Prognosebericht ist daher mit einer erhöhten Unsicherheit behaftet. Um kein falsches Bild der zukünftigen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage abzubilden, haben wir daher den Prognosezeitraum auf die einer ordnungsgemäßen Lageberichterstattung kodifizierten 12 Monate angepasst. Die Prognosedaten für das Geschäftsjahr 2022 basieren auf unserer Ergebnisvorschaurechnung vom 30. April 2022.

Nach dem Corona-bedingten Einbruch der Wirtschaftsleistung deutet sich für das Jahr 2022 eine weitere konjunkturelle Belebung an. Die wirtschaftliche Entwicklung wird dabei weiter maßgeblich vom Pandemieverlauf und den getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung beeinflusst. Die Wirtschaftsleistung von vor der Krise dürfte erst Mitte des Jahres 2022 wieder erreicht werden. Dabei haben die flankierenden Pandemiemaßnahmen und die gestiegenen Rohstoffpreise eine erhebliche Verlangsamung der Konjunkturdynamik bewirkt. Solange die Pandemie jedoch nicht wirklich überwunden ist, wird die Erholung insgesamt nicht gradlinig verlaufen. Der private Konsum dürfte auch in 2022 von Nachholeffekten geprägt werden.

Im Kundenkreditgeschäft erwarten wir für 2022 keine wesentlichen Veränderungen gegenüber der Vorjahresentwicklung und planen mit einem jährlichen Wachstum von 3,0 %. In diesem Zusammenhang arbeiten wir daran, den unterdurchschnittlichen Anteil der Kundenforderungen an der Bilanzsumme zu erhöhen. Den Zuwachs sehen wir primär im Privatkundengeschäft; das Firmenkundengeschäft wird sich vor dem Hintergrund der Struktur im Geschäftsgebiet eher moderat entwickeln. In beiden Bereichen steht eine risikoorientierte Kreditvergabe im Vordergrund.

Auch im Einlagengeschäft rechnen wir zukünftig grundsätzlich mit verhaltenen Wachstumsraten bei einem Planungswert von rund 2,5 %. Dabei erfordern es die vorhandenen Liquiditätsreserven nicht, aktiv Einlagenwerbungen zu tätigen, die unseren Zinsüberschuss belasten könnten.

Für 2022 erwarten wir ein deutlich rückläufiges ordentliches Betriebsergebnis vor Bewertung. Im Verhältnis zur dBS prognostizieren wir einen Wert von -0,29 % für 2022. Hierzu führen der deutlich rückläufige Zinsüberschuss und deutlich steigende Verwaltungsaufwendungen. Auf der Grundlage der derzeit erkennbaren Auflösungen von Risikovorsorgen und Eingängen aus abgeschriebenen Forderungen erwarten wir ein deutlich positives Bewertungsergebnis aus dem Kreditgeschäft. Bei der Bewertung der Eigenanlagen zeichnen sich infolge des Zinsanstiegs und der Ukraine-Krise deutliche zinsinduzierte Kurswertabschreibungen ab. Da wir alle Wertpapiere dem Anlagevermögen zugeordnet haben, werden wir die Entwicklung stets beobachten und bei der Jahresabschlusserstellung über die Bewertung entscheiden.

Die Gesamtkapitalquote erwarten wir auf Basis unserer Kapitalplanung mit 17,61 %.

Möglichkeiten und Chancen für die Ertragslage sehen wir in einer vergleichsweise noch guten Konjunkturentwicklung in Deutschland. Weitere Chancen erwarten wir bei einer Versteilerung der von uns erwarteten Zinsstrukturkurve und der damit verbundenen Verbesserung der Margen sowie einer positiven Börsenentwicklung. Auch eine schnelle Befriedung im Russland-Ukraine-Krieg könnte die Weltwirtschaft beruhigen und zu einer Stabilisierung der Energie-, Rohstoff- und Lebensmittelpreise beitragen und sich gegebenenfalls günstig auf unseren finanziellen Leistungsindikator Betriebsergebnis vor Bewertung/dBS auswirken. Chancen sehen wir auch, wenn es uns gelingt, die sich uns bietenden vertretbaren Geschäftsmöglichkeiten im Kreditneugeschäft zu nutzen und hierbei unsere Zinserträge über den Planwerten auszuweiten.

Risiken in der geschäftlichen Entwicklung bzw. der Ertragslage sehen wir in einer sich verschlechternden Konjunkturentwicklung, die zu einem Rückgang der Kreditnachfrage, steigenden Solvenzrisiken und Arbeitslosenquoten und damit perspektivisch auch zu steigenden Kreditausfällen führen könnten. Die Ergebnislage verschlechtert sich zudem, falls es zu deutlichen Verwerfungen an den Finanzmärkten kommen könnte. Die gleichen Auswirkungen könnten sich auch bei einer stärkeren und länger andauernden Corona-Krise ergeben. Ein weiteres zentrales Risiko für unsere Ertragslage stellt die zunehmende Bindung personeller und zeitlicher Ressourcen im Zusammenhang mit der Erfüllung aufsichtsrechtlicher Rahmenbedingungen bzw. nicht marktnaher Tätigkeiten dar. Weitere Risiken bestehen in einem langandauernden Russland-Ukraine-Krieg, der aufgrund der Sanktionspolitik und den Verwerfungen an den Energie-, Rohstoff- und Lebensmittelmärkten zu massiven Preissteigerungen, Energieknappheit und einer Rezession führen kann. Hierdurch dürfte sich unser finanzieller Leistungsindikator Betriebsergebnis vor Bewertung/dBS noch weiter reduzieren.

Aufgrund der Ergebnisstrukturen unserer Gewinn- und Verlustrechnung können die Nichtnutzung vertrieblicher Chancen sowie weiter steigende Verwaltungsaufwendungen zu einem weiteren Rückgang des finanziellen Leistungsindikators Betriebsergebnis vor Bewertung/dBS führen und perspektivisch eine Unternehmensfortführung unmöglich machen.

Aufgrund den vorgenannten Risiken sehen wir in naher Zukunft keine Generierung einer ausreichenden Ertragslage aus dem Bankgeschäft, die eine Abdeckung der banktypischen Risiken und eine angemessene Dotierung des Eigenkapitals ermöglichen. Die wirtschaftliche Entwicklung der Bank ist daher nachhaltig beeinträchtigt. Im Geschäftsjahr 2022 wird es bei Beibehaltung der im Jahresabschluss 2021 gewählten Bewertungsmaßstäbe nur durch die Generierung betriebswirtschaftlich außerordentlicher Veräußerungserlöse möglich sein, einen Jahresüberschuss auszuweisen. Daher gilt es für die Zukunft neue ertragbringende Geschäftsmodelle zu installieren beziehungsweise die strategische Ausrichtung der Bank neu aufzustellen oder aber die Verschmelzung zu einer leistungsstärkeren Bank anzustreben.

Akute bestandsgefährdende Risiken können wir aufgrund unserer Vermögens- und Finanzlage für den Prognosezeitraum nicht erkennen, sehen aber entwicklungsbeeinträchtigende Sachverhalte für die Entwicklung der Ertragslage.

Die Bank hat grundsätzlich angemessene Risikosteuerungs- und Controllingsprozesse eingerichtet, die eine Identifizierung, Beurteilung, Steuerung sowie Überwachung der wesentlichen Risiken und damit verbundener Risikokonzentrationen gewährleisten.

Die bankaufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung werden wir aus heutiger Sicht in 2022 einhalten.

Im Rahmen unserer Eckwert- und Kapitalplanung kommen wir zu dem Ergebnis, dass die Risikotragfähigkeit für den Prognosezeitraum gegeben ist.

Über Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahrs eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, wird gemäß § 285 Nr. 33 HGB unter Angabe ihrer Art und ihrer finanziellen Auswirkungen im Anhang des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2021 berichtet. Für die Prognose relevant ist dabei der Angriff durch Russland am 24. Februar 2022 auf die Ukraine, die Anordnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Berlin zur Einführung eines Kapitalpuffers für systemische Risiken in Höhe von 2,0 % auf im Inland belegene Risikopositionen, die durch Grundpfandrechte auf Wohnimmobilien besichert sind, sowie die Erhöhung des inländischen antizyklischen Kapitalpuffers von 0,0 % auf 0,75 %, die erst ab Februar 2023 einzuhalten sind.

 

Arzbach, 1. Juni 2022

Raiffeisenbank eG Unterwesterwald

Der Vorstand:

Winkler

Jasmund

1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2021

Raiffeisenbank eG Unterwesterwald, Arzbach

Genossenschaftsregisternummer 438 beim Amtsgericht Koblenz

Aktivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve          
a) Kassenbestand     3.540.028,37   3.883
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken     0,00   0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 0,00       (0)
c) Guthaben bei Postgiroämtern     0,00 3.540.028,37 0
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind          
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen     0,00   0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar 0,00       (0)
b) Wechsel     0,00 0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute          
a) täglich fällig     22.551.635,31   14.763
b) andere Forderungen     0,00 22.551.635,31 0
4. Forderungen an Kunden       31.728.741,32 33.105
darunter:          
durch Grundpfandrechte gesichert 7.086.621,09       (6.646)
Kommunalkredite 0,00       (1.241)
Warenforderungen 145.301,72       (77)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere          
a) Geldmarktpapiere          
aa) von öffentlichen Emittenten   0,00     0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00       (0)
ab) von anderen Emittenten   0,00 0,00   0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00       (0)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen          
ba) von öffentlichen Emittenten   0,00     0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00       (0)
bb) von anderen Emittenten   797.380,00 797.380,00   2.801
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00       (2.002)
c) eigene Schuldverschreibungen     0,00 797.380,00 0
Nennbetrag 0,00       (0)
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere       2.888.314,56 2.475
6a. Handelsbestand       0,00 0
6aa. Warenbestand       18.427,96 17
7. Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften          
a) Beteiligungen     1.320.550,66   1.321
darunter:          
an Kreditinstituten 62.662,88       (63)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00       (0)
b) Geschäftsguthaben bei Genossenschaften     320.000,00 1.640.550,66 315
darunter:          
bei Kreditgenossenschaften 306.950,00       (307)
bei Finanzdienstleistungsinstituten 0,00       (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen       0,00 0
darunter:          
an Kreditinstituten 0,00       (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00       (0)
9. Treuhandvermögen       0,00 0
darunter: Treuhandkredite 0,00       (0)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch       0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte          
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte     0,00   0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten     942,00   0
c) Geschäfts- oder Firmenwert     0,00   0
d) geleistete Anzahlungen     0,00 942,00 0
12. Sachanlagen       808.709,88 833
13. Sonstige Vermögensgegenstände       243.126,05 80
14. Rechnungsabgrenzungsposten       5.349,05 0
Summe der Aktiva       64.223.205,16 59.592

Passivseite

         
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten          
a) täglich fällig     0,00   0
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist     3.103.587,30 3.103.587,30 2.398
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden          
a) Spareinlagen          
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten   17.880.716,28     17.326
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten   50.481,61 17.931.197,89   61
b) andere Verbindlichkeiten          
ba) täglich fällig   32.483.827,71     28.652
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist   4.178.705,39 36.662.533,10 54.593.730,99 4.911
2a. Verpflichtungen aus Warengeschäften und aufgenommenen Warenkrediten       77.831,88 67
3. Verbriefte Verbindlichkeiten          
a) begebene Schuldverschreibungen     0,00   0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten     0,00 0,00 0
darunter:          
Geldmarktpapiere 0,00       (0)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 0,00       (0)
3a. Handelsbestand       0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten       0,00 0
darunter: Treuhandkredite 0,00       (0)
5. Sonstige Verbindlichkeiten       81.910,16 62
6. Rechnungsabgrenzungsposten       2.406,71 4
6a. Passive latente Steuern       0,00 0
7. Rückstellungen          
a) Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen     0,00   0
b) Steuerrückstellungen     124.368,71   78
c) andere Rückstellungen     201.652,45 326.021,16 171
8. [gestrichen]       0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten       0,00 0
10. Genussrechtskapital       0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00       (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken       2.150.000,00 2.050
darunter: Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00       (0)
12. Eigenkapital          
a) Gezeichnetes Kapital     554.367,75   572
b) Kapitalrücklage     0,00   0
c) Ergebnisrücklagen          
ca) gesetzliche Rücklage   1.400.000,00     1.350
cb) andere Ergebnisrücklagen   1.650.000,00 3.050.000,00   1.600
d) Bilanzgewinn     283.349,21 3.887.716,96 291
Summe der Passiva       64.223.205,16 59.592
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Eventualverbindlichkeiten          
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln   0,00     0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen   227.591,48     247
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten   0,00 227.591,48   0
2. Andere Verpflichtungen          
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften   0,00     0
b) Platzierungs- u. Übernahmeverpflichtungen   0,00     0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen   945.273,45 945.273,45   354
darunter: Lieferverpflichtungen aus zinsbezogenen Termingeschäften 0,00       (0)

2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus          
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften   1.181.472,99     1.292
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen   27.547,92 1.209.020,91   37
darunter: in a) und b) angefallene negative Zinsen 68.730,74       (47)
2. Zinsaufwendungen     64.601,79 1.144.419,12 67
darunter: erhaltene negative Zinsen 23.280,34       (24)
3. Laufende Erträge aus          
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren     64.192,70   61
b) Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften     42.330,81   1
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen     0,00 106.523,51 0
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen       0,00 0
5. Provisionserträge     355.913,17   332
6. Provisionsaufwendungen     31.273,16 324.640,01 29
7. Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands       0,00 0
7a. Rohergebnis aus Warenverkehr und Nebenbetrieben       95.140,62 195
8. Sonstige betriebliche Erträge       160.139,84 110
9. [gestrichen]       0,00 0
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen          
a) Personalaufwand          
aa) Löhne und Gehälter   769.870,92     822
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung   140.647,99 910.518,91   149
darunter: für Altersversorgung 120,00       (0)
b) andere Verwaltungsaufwendungen     574.197,67 1.484.716,58 566
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen       70.250,77 72
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen       16.716,75 1
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft     0,00   25
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft     55.081,76 55.081,76 0
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere     21.609,45   0
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren     0,00 -21.609,45 8
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme       0,00 0
18. [gestrichen]       0,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit       292.651,31 305
20. Außerordentliche Erträge     0,00   0
21. Außerordentliche Aufwendungen     0,00   0
22. Außerordentliches Ergebnis       0,00 (0)
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag     85.282,02   84
darunter: latente Steuern 0,00       (0)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen     14.567,59 99.849,61 12
24a. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken       100.000,00 100
25. Jahresüberschuss       92.801,70 108
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr       190.547,51 182
        283.349,21 290
27. Entnahmen aus Ergebnisrücklagen          
a) aus der gesetzlichen Rücklage     0,00   0
b) aus anderen Ergebnisrücklagen     0,00 0,00 0
        283.349,21 290
28. Einstellungen in Ergebnisrücklagen          
a) in die gesetzliche Rücklage     0,00   0
b) in andere Ergebnisrücklagen     0,00 0,00 0
29. Bilanzgewinn       283.349,21 291

3. Anhang für das Geschäftsjahr 2021

Raiffeisenbank eG Unterwesterwald, Arzbach

A. Allgemeine Angaben

Die Raiffeisenbank eG Unterwesterwald mit Sitz in Arzbach ist beim Amtsgericht Koblenz unter der Genossenschaftsregisternummer 438 eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank.

In der Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung ergaben sich zum Vorjahr nachfolgende Veränderungen:

Der im Unterausweis "durch Grundpfandrechte gesichert" zum Aktivposten 4 angegebene Vorjahresbetrag ist durch Änderungen in der Ermittlungslogik nicht vergleichbar. Im Vergleich zur im Vorjahr angewandten Ermittlungslogik ist der Darunter-Ausweis um 6,6 % höher.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden angewandt:

Barreserve

Die auf EUR lautende Barreserve wurde mit dem Nennwert angesetzt.

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden

Forderungen an Kreditinstitute wurden mit dem Nennwert angesetzt.

Forderungen an Kunden wurden grundsätzlich mit dem Nennwert angesetzt, wobei der Unterschiedsbetrag zwischen dem höheren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag - sofern Zinscharakter vorliegt - in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt wurde. Dieser Unterschiedsbetrag wird grundsätzlich planmäßig, und zwar zeitanteilig, aufgelöst.

Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet.

Die bei den Forderungen an Kunden erkennbaren Bonitätsrisiken sind durch Bildung von Einzelwertberichtigungen abgedeckt.

Für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft wurde erstmals eine versteuerte Pauschalwertberichtigung gemäß IDW RS BFA 7 gebildet. Die Pauschalwertberichtigung wurde dabei in Höhe der als Steuerungsgröße im Rahmen des internen Risikomanagements ermittelten erwarteten Verlusts über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne eine Anrechnung von Bonitätsprämien in einer vereinfachten Methodik berücksichtigt. Im Vorjahr wurde die Pauschalwertberichtigung für die latenten Kreditrisiken noch nach den Grundsätzen des BMF-Schreibens vom 10. Januar 1994 gebildet, wobei ein Verzicht auf den Abschlag von 40 % zum Ansatz gebracht wurde.

Zusätzlich bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Wertpapiere

Den gesamten Wertpapierbestand führen wir im Anlagevermögen. Sämtliche im Bestand befindliche Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den Wertpapiermitteilungen (WM Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen. Bei nachrangigen Anleihen mit einem Buchwert von EUR 797.380 wurde der beizulegende Wert anhand eines Bewertungsmodells ermittelt. Dabei wurden die künftigen Zins- und Tilgungszahlungen prognostiziert und mit risiko- und laufzeitadäquaten Zinssätzen auf ihren derzeitigen Barwert abgezinst (Discount Cashflow-Verfahren).

Strukturierte Finanzinstrumente werden, da sie keine wesentlich erhöhten oder zusätzlichen (andersartigen) Risiken oder Chancen aufweisen, als einheitlicher Vermögensgegenstand nach den allgemeinen Grundsätzen bilanziert und bewertet.

Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs

Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Geschäfte nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 (n. F.) verlustfrei bewertet. Hierzu werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt. Der sich daraus ergebene positive Differenzbetrag wird anschließend um die Risikokosten und die Bestandsverwaltungskosten vermindert. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang wird eine Drohverlustrückstellung gebildet, die unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen wird.

Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2021 war keine Rückstellung zu bilden.

Warenbestand

Bei der Bewertung des Warenbestandes wurde der Grundsatz der verlustfreien Bewertung beachtet.

Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften

Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften wurden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die Bewertung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgte zu den Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Die Abschreibungen wurden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, die sich grundsätzlich an den von der Finanzverwaltung veröffentlichten Abschreibungstabellen orientiert, vorgenommen. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250 wurden als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250 und bis zu EUR 1.000 wurden eine Poolabschreibung nach steuerrechtlichen Vorgaben vorgenommen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte nach den Grundsätzen des strengen Niederstwertprinzips.

Aktive latente Steuern

Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde.

Der Berechnung der Steuerlatenzen wurde ein Steuersatz von 28,63 % zugrunde gelegt.

Verbindlichkeiten

Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag.

Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung und aus Zuschlägen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Disagiobeträge aus langfristigen Kundenkrediten enthalten.

Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem Rechnungszins der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) abgezinst. Im Übrigen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet.

Angaben zur Behandlung von negativen Zinsen

Negative Zinsen auf finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung bei den betreffenden Zinserträgen bzw. Zinsaufwendungen in Abzug gebracht.

Der Umfang negativer Zinsen bei den Zinserträgen und Zinsaufwendungen wird abweichend vom Vorjahr aufgrund zunehmender Bedeutung und geänderter Rechtsauffassungen nicht mehr im Anhang, sondern in Form von Darunter-Vermerken in der Gewinn- und Verlustrechnung angegeben.

Verwendung des Jahresergebnisses

Der Jahresabschluss wurde vor Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

Abweichungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Von den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden des Vorjahres wurde in folgenden Fällen abgewichen:

Für vorhersehbare noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft wurde erstmals eine versteuerte Pauschalwertberichtigung auf Basis der IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung IDW RS BFA 7 gebildet. Es handelt sich dabei um eine Maßnahme im Hinblick auf eine künftige - ab dem Jahresabschluss per 31. Dezember 2022 - verpflichtende Anwendung des IDW RS BFA 7.

Gegenüber der bisherigen Berechnung nach den Grundsätzen des BMF-Schreibens vom 10. Januar 1994 ergibt sich ein zusätzlicher Aufwand in Höhe von EUR 101.000, der im Posten Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft (GuV 13) berücksichtigt worden ist.

C. Entwicklung des Anlagevermögens 2021

Anschaffungs- / Herstellungskosten zu Beginn des Zugänge (a) Zuschreibungen (b) Umbuchungen (a) Abgänge (b) Anschaffungs- / Herstellungskosten am Ende des
Geschäftsjahres im Geschäftsjahr Geschäftsjahres
EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte        
a) Selbstgeschaffene 0 0 (a) 0 (a) 0
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte   0 (b) 0 (b)  
b) entgeltlich erworbene 57.913 1.059 (a) 0 (a) 58.972
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten   0 (b) 0 (b)  
c) Geschäfts- oder 0 0 (a) 0 (a) 0
Firmenwert   0 (b) 0 (b)  
d) geleistete 0 0 (a) 0 (a) 0
Anzahlungen   0 (b) 0 (b)  
Sachanlagen        
a) Grundstücke und 1.997.308 100.299 (a) 0 (a) 1.887.631
Gebäude   0 (b) 209.975 (b)  
b) Betriebs- und 1.109.480 764 (a) 0 (a) 1.005.312
Geschäftsausstattung   0 (b) 104.932 (b)  
Summe a 3.164.701 102.122 (a) 0 (a) 2.951.915
    0 (b) 314.907 (b)  
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit
Abschreibungen zu Beginn des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Abschreibungen Geschäftsjahr (a) Zuschreibungen Geschäftsjahr (b)
EUR
Zugängen (a) Zuschreibungen (b)
EUR
Umbuchungen (a) Abgängen (b)
EUR
Abschreibungen am Ende des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Buchwerte Bilanzstichtag
EUR
Immaterielle Anlagewerte            
a) Selbstgeschaffene 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte   0 (b) 0 (b) 0 (b)    
b) entgeltlich erworbene 57.912 118 (a) 0 (a) 0 (a) 58.030 942
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten   0 (b) 0 (b) 0 (b)    
c) Geschäfts- oder 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
Firmenwert   0 (b) 0 (b) 0 (b)    
d) geleistete 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
Anzahlungen   0 (b) 0 (b) 0 (b)    
Sachanlagen            
a) Grundstücke und 1.300.672 28.398 (a) 0 (a) 0 (a) 1.174.244 713.386
Gebäude   0 (b) 0 (b) 154.825 (b)    
b) Betriebs- und 973.181 41.735 (a) 0 (a) 0 (a) 909.988 95.324
Geschäftsausstattung   0 (b) 0 (b) 104.928 (b)    
Summe a 2.331.765 70.251 (a) 0 (a) 0 (a) 2.142.262 809.652
    0 (b) 0 (b) 259.753 (b)    
Anschaffungskosten zu Beginn des Geschäftsjahres
EUR
Veränderungen (saldiert)
EUR
Buchwerte am Bilanzstichtag
EUR
Wertpapiere des Anlagevermögens 5.273.754 -1.588.059 3.685.695
Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 1.635.551 5.000 1.640.551
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0
Summe b 6.909.305 -1.583.059 5.326.246
Summe a und b 10.074.006   6.135.898

D. Erläuterungen zur Bilanz

Barreserve

Bei der Barreserve handelt es sich um Kassenbestände.

Forderungen an Kreditinstitute

In den Forderungen an Kreditinstitute (A 3) sind EUR 22.550.687 Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank enthalten.

Forderungen an Kunden

In den Forderungen an Kunden (A 4) sind EUR 1.618.925 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

In folgenden Posten sind enthalten:

börsenfähig davon:
EUR börsennotiert
EUR
nicht börsennotiert
EUR
nicht mit dem Niederstwert bewertete börsenfähige Wertpapiere
EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 797.380 0 797.380 0
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (A 6) 1.885.600 0 1.885.600 0

Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den Forderungen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Forderungen an
verbundene Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Forderungen an Kreditinstitute (A 3) 0 0 22.550.687 14.762.638
Forderungen an Kunden (A 4) 0 0 255.778 281.162
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 0 0 797.380 1.798.886

Beteiligungen

Beteiligungen von nicht untergeordneter Bedeutung bestehen zum 31. Dezember 2021 wie folgt:

Anteil am Gesellschafts- Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses
Name und Sitz kapital
%
Jahr TEUR Jahr TEUR
a) DZ Bank AG, Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main 0,00 2020 10.831.000 2020 255.000
b) DZ 1. Beteiligungs GmbH & Co. KG, Neu-Isenburg 0,09 2020 992.419 2020 -62
c) DZ Holding GmbH & Co. KG, Neu-Isenburg 0,02 2020 988.773 2020 -140
d) archimedes Leasing GmbH, Bad Ems 8,80 2020 -1.817 2020 556

Darüber hinaus bestehen weitere Beteiligungen im Sinne des § 271 Abs. 1 HGB, auf deren Angabe jedoch aufgrund der insgesamt untergeordneten Bedeutung verzichtet wurde.

Sachanlagen

Im Bilanzposten Sachanlagen (A 12) sind Grundstücke und Bauten, die wir im Rahmen eigener Tätigkeit nutzen, in Höhe von EUR 176.941 und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 95.324 enthalten.

Sonstige Vermögensgegenstände

In dem Bilanzposten Sonstige Vermögensgegenstände (A 13) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:

31.12.2021
EUR
Forderung aus dem Verkauf von Immobilien 155.000
Zur Rettung von Forderungen erworbene Grundstücke und Gebäude 40.522
Forderung aus der Verrechnung von Umsatzsteuer 33.695

Nachrangige Vermögensgegenstände

In dem folgenden Posten sind Vermögensgegenstände, für die eine Nachrangklausel besteht, enthalten:

Posten/Unterposten Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 797.380 798.886

Restlaufzeitenspiegel für Forderungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Forderungen an Kunden (A 4) 1.690.990 2.824.756 11.353.614 14.240.326

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Restlaufzeitenspiegel für Verbindlichkeiten

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 1b) 63.346 94.785 1.550.554 1.394.902
Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten (P 2a ab) 11.917 1.440 36.925 200
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 2b bb) 3.113.609 1.026.828 16.000 22.148

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) sind EUR 3.103.587 Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Sonstige Verbindlichkeiten

Im Bilanzposten Sonstige Verbindlichkeiten (P 5) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:

31.12.2021
EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 56.022
Verbindlichkeiten gegenüber unbekannten Gläubigern 13.126
Abführungsverpflichtungen aus Sozialabgaben 12.762

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten (P 6) sind Disagiobeträge, die bei der Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden, im Gesamtbetrag von EUR 2.407 (Vorjahr EUR 3.858) enthalten.

Passive latente Steuern

Latente Steuern sind nicht bilanziert. Passive latente Steuern sind nicht vorhanden. Die aktiven latenten Steuern stammen aus Differenzen zwischen handelsrechtlichem und steuerrechtlichem Wertansatz bei den Forderungen an Kunden. Für die Berechnung latenter Steuern wurde ein Steuersatz von 28,63 % zugrunde gelegt.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 0 0 3.103.587 2.397.639
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (P 2) 0 0 423.535 228.313

Eigenkapital

Die unter dem Passivposten Gezeichnetes Kapital (P 12a) ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

EUR
Geschäftsguthaben  
a) der verbleibenden Mitglieder 538.918
b) der ausscheidenden Mitglieder 15.450

Die Ergebnisrücklagen (P 12c) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Gesetzliche Rücklage
EUR
andere Ergebnisrücklagen
EUR
Stand 01.01.2021 1.350.000 1.600.000
Einstellungen    
- aus Bilanzgewinn des Vorjahres 50.000 50.000
Stand 31.12.2021 1.400.000 1.650.000

Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

Die in den Posten 1b) und 2c) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen unterliegen den für alle Kreditverhältnisse geltenden Risikoidentifizierungs- und -steuerungsverfahren, die eine rechtzeitige Erkennung der Risiken gewährleisten.

Akute Risiken einer Inanspruchnahme aus den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Haftungsverhältnissen sind nicht erkennbar. Die in den Posten 1b) und 2c) der unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen betreffen überwiegend Bürgschafts- und Gewährleistungsverträge für bzw. offene Kreditzusagen gegenüber Kunden.

Die Risiken wurden im Zuge einer Einzelbewertung der Bonität dieser Kunden beurteilt.

Die ausgewiesenen Beträge unter Posten 1b) zeigen nicht die zukünftig aus diesen Verträgen zu erwartenden tatsächlichen Zahlungsströme, da die überwiegende Anzahl der Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme auslaufen wird.

Durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesicherte Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten

Von den Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesichert:

Passivposten Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögenswerte
in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 3.053.587

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge und Zinsaufwendungen

Negative Zinsen aus Aktivgeschäften sind in den Zinserträgen (GuV-Posten 1) als Reduktion des Zinsertrags bzw. in den Zinsaufwendungen (GuV-Posten 2) aus Passivgeschäften als Reduktion des Zinsaufwands enthalten.

In den Zinserträgen (GuV-Posten 1) sind EUR 68.731 (Vorjahr EUR 46.624) negative Zinsen aus Einlagen bei der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Provisionserträge

Die Provisionserträge aus für Dritte erbrachte Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung, insbesondere für die Kreditvermittlung, Vermögensverwaltungs- und beratungsprovisionen und die Vermittlung von Versicherungen nehmen in der Ertragsrechnung einen festen Bestandteil ein und machen 0,1 % der durchschnittlichen Bilanzsumme aus.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen (GuV-Posten 8) sind folgende nicht unwesentliche Einzelbeträge enthalten:

Art EUR
Mieterträge 21.535
Erstattung von Personalaufwendungen 32.871
Ertrag aus dem Verkauf einer Immobilie 99.846

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstige betrieblichen Aufwendungen betreffen mit EUR 699 (Vorjahr EUR 0) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Periodenfremde Erträge bzw. Aufwendungen

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 99.873 enthalten.

Hiervon entfallen auf:

lfd. Posten der GuV - Art Betrag Aufwand
EUR
Betrag Ertrag
EUR
GuV 8 - Ertrag aus dem Verkauf einer Immobilie 0 99.846

F. Sonstige Angaben

Vorstand und Aufsichtsrat

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen EUR 2.959.

Die Forderungen an und Verpflichtungen aus eingegangenen Haftungsverhältnissen betrugen für Mitglieder des Vorstands EUR 15.549 und für Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 3.807.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen in Höhe von insgesamt EUR 136.300. Darin enthalten sind Garantieverpflichtungen gegenüber der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V., Berlin, (Garantieverbund) in Höhe von EUR 131.300 sowie genossenschaftliche Haftsummenverpflichtung in Höhe von EUR 5.000.

Ferner besteht eine Beitragsgarantie gegenüber dem institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH, Berlin. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Personalstatistik

Die Zahl der 2021 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Sonstige kaufmännische Mitarbeiter 6 6
Gewerbliche Mitarbeiter 1 4
  7 10

Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr

Anzahl der Mitglieder Anzahl der Geschäftsanteile Haftsummen
EUR
Anfang 2021 865 3.711 556.650
Abgang 2021 27 116 17.400
Ende 2021 838 3.595 539.250
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermindert um EUR 17.400
Die Haftsummen haben sich im Geschäftsjahr vermindert um EUR 17.400
Höhe des Geschäftsanteils EUR 150
Höhe der Haftsumme je Anteil EUR 150

Besondere Offenlegungspflichten

Gemäß Teil 8 der CRR (Art. 435 bis 455) offenzulegende Inhalte sind zum Teil im Lagebericht enthalten. Wir beabsichtigen, die weiteren Angaben in einem separaten Offenlegungsbericht zu machen und auf unserer Homepage zu veröffentlichen.

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes

Der Name und die Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes lauten:

Genossenschaftsverband - Verband der Regionen e.V.

Wilhelm-Haas-Platz

63263 Neu-Isenburg

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Mitglieder des Vorstands, ausgeübter Beruf

Winkler, Jürgen, Vorstandssprecher der Raiffeisenbank eG Unterwesterwald, Ressort Markt

Jasmund, Gerhard, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank eG Unterwesterwald, Ressort Marktfolge

Mitglieder des Aufsichtsrats, ausgeübter Beruf

Görgen, Wolfgang, - Vorsitzender - , freiberuflicher Rechtsanwalt

Krämer, Jürgen, - stellvertretender Vorsitzender - , Versicherungsfachmann im Ruhestand

Bausch, Rolf, Vorsitzender der Geschäftsführung der Edelweiss GmbH & Co. KG

Hand, Dieter, Pensionär

Miller, Hans, freiberuflicher Handelsvertreter

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach dem Schluss des Geschäftsjahres wie folgt eingetreten:

Mit dem Angriff durch Russland am 24. Februar 2022 hat die Ukraine den Kriegszustand ausgerufen. Die aktuelle Situation ist geprägt von geopolitischen Spannungen, die weltweit in die Volkswirtschaften ausstrahlen. So haben zum Beispiel die Europäische Union sowie die USA zwischenzeitlich umfangreiche Sanktionspakete verabschiedet und verhängt. Es ist nicht auszuschließen, dass auf Ebene der Wirtschaftspolitik weitere Maßnahmen beschlossen werden, die einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und somit auch auf die Wirtschaftlichkeit des Handelns der Marktteilnehmer in den betroffenen Wirtschaftsräumen haben können. Ein Ende, dieser durch Ungewissheit geprägten Situation, ist nicht absehbar.

Durch die Auswirkungen auf die Finanzmärkte können sich negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage unter anderem bedingt durch Wertpapierabschreibungen ergeben.

In welchem Umfang sich die Auswirkungen explizit auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unserer Bank niederschlagen werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer abzuschätzen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Bonn, hat nach dem Bilanzstichtag mit Allgemeinverfügung vom 31. Januar 2022 die Quote des inländischen antizyklischen Kapitalpuffers von 0,0 % auf 0,75 % erhöht.

Darüber hinaus hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Bonn, im Januar 2022 eine Anhörung zur Anordnung eines Kapitalpuffers für systemische Risiken in Höhe von 2,0 % auf im Inland belegene Risikopositionen, die durch Grundpfandrechte auf Wohnimmobilien besichert sind, eingeleitet.

Bei Verabschiedung des Maßnahmenpakets sind beide Kapitalpuffer ab dem 1. Februar 2023 verpflichtend einzuhalten.

Wir haben die erwarteten Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage analysiert und kommen zu dem Ergebnis, dass unser Überschuss der Gesamteigenmittel in Höhe von EUR 3.527.193 mit ca. EUR 270.000 in Anspruch genommen wird.

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von EUR 92.801,70 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages von EUR 190.547,51 (Bilanzgewinn von EUR 283.349,21) - wie folgt zu verwenden:

EUR
Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen  
a) Gesetzliche Rücklage 50.000,00
b) Andere Ergebnisrücklagen 50.000,00
Vortrag auf neue Rechnung 183.349,21
  283.349,21

 

Arzbach, 1. Juni 2022

Raiffeisenbank eG Unterwesterwald

Der Vorstand

Winkler

Jasmund

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Raiffeisenbank eG Unterwesterwald, Arzbach

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Raiffeisenbank eG Unterwesterwald, Arzbach (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung der Forderungen an Kunden

a) Sachverhalt und Problemstellung

Die Genossenschaft ist hauptsächlich im Kundenkreditgeschäft tätig. Eine mögliche Verschlechterung der Kreditwürdigkeit von Kreditnehmern kann Auswirkungen auf die Höhe der zu bildenden Einzelwertberichtigungen bzw. Abschreibungen haben. Hieraus können sich erhebliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss und insbesondere auf die Ertragslage der Genossenschaft ergeben. Im Rahmen der Rechnungslegung ist zur Bewertung der Forderungen neben der Bonitätsbeurteilung in der Regel die Nutzung geschätzter Werte für gestellte Sicherheiten erforderlich.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung haben wir zunächst die Angemessenheit und Wirksamkeit des relevanten internen Kontrollsystems der Genossenschaft zur Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse, zur Risikoklassifizierung, zur Sicherheitenbewertung sowie zur Risikovorsorge beurteilt. In dem Zusammenhang haben wir uns von der regelmäßigen Überprüfung der Angemessenheit der Schätzannahmen durch die Genossenschaft überzeugt. Darüber hinaus haben wir die Bewertung der Kundenforderungen einschließlich der Sicherheiten auf Basis risikoorientiert ausgewählter Einzelfälle beurteilt und mit den Einschätzungen der Genossenschaft abgeglichen.

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Zur Bewertung der Forderungen an Kunden verweisen wir auf Abschnitt B des Anhangs und auf den Lagebericht.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Sonstige Informationen werden nach den uns erteilten Auskünften nicht erstellt.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Karl Josef Ruckes.

 

Düsseldorf, 6. Juli 2022

Genossenschaftsverband - Verband der Regionen e.V.

Franz Hermann Deres, Wirtschaftsprüfer

Karl Josef Ruckes, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung

Die Generalversammlung vom 13.09.2022 hat den Jahresabschluss zum 31.12.2021 festgestellt und die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 92.801,70 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages in Höhe von EUR 190.547,51 - wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen.

Bericht des Aufsichtsrates

Raiffeisenbank eG Unterwesterwald, Arzbach

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und traf die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat und den Kreditausschuss des Aufsichtsrates in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand.

In acht gemeinsamen Sitzungen von Vorstand und Aufsichtsrat bildeten die Beschlussfassungen über Anträge der zustimmungspflichtigen Kredite, die Risikosituation und das Risikomanagement die Schwerpunkte der regelmäßigen Beratungen. Des Weiteren wurden dem Aufsichtsrat im Rahmen seiner Überwachungsfunktion die strategische Ausrichtung der Bank und deren Umsetzung sowie die Resultate der erfolgten internen und externen Prüfungen dargelegt.

Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte unverändert einen Kreditausschuss eingerichtet.

Der Kreditausschuss tagte im Berichtsjahr einmal. Wesentliche Themen waren die Erörterung wichtiger Kreditangelegenheiten. Aus der Sitzung des Ausschusses ist dem Gesamtaufsichtsrat berichtet worden.

Der vorliegende Jahresabschluss 2021 mit Lagebericht wurde vom Genossenschaftsverband - Verband der Regionen e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Generalversammlung berichtet.

Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses - unter Einbeziehung des Gewinnvortrages - entspricht den Vorschriften der Satzung.

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Generalversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2021 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

Durch Ablauf der Wahlzeit scheiden in diesem Jahr die Herren Wolfgang Görgen und Jürgen Krämer aus dem Aufsichtsrat aus. Die Wiederwahl der ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates ist zulässig.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und den Mitarbeitern Dank für die geleistete Arbeit aus.

 

Arzbach, März 2022

Der Aufsichtsrat

Wolfgang Görgen, Vorsitzender

Raiffeisenbank eG Unterwesterwald, Arzbach

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG

zum 31. Dezember 2021

("Länderspezifische Berichterstattung")

Die Raiffeisenbank eG Unterwesterwald hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen aus dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Raiffeisenbank eG Unterwesterwald besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren. Im Rahmen Ihrer Tätigkeit betreibt die Raiffeisenbank eG Unterwesterwald auch den Verkauf von flüssigen Brenn- und Treibstoffen.

Die Raiffeisenbank eG Unterwesterwald definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Fondsanlagen, Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Rohergebnis aus Warenverkehr und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2021 TEUR 1.831.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 9,2.

Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 293.

Die Steuern auf Gewinn betragen TEUR 85 und betreffen laufende Steuern.

Die Raiffeisenbank eG Unterwesterwald hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

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