Otto Junker Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Angelika Michaela Sänger seit 3.5.2022 | Prokura |
Jan van der Lucht seit 3.5.2022 | Prokura |
Bodo Bendler seit 12.7.2021 | Geschäftsführer |
Elmar Dr. Westhoff seit 12.7.2021 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Otto Junker Stiftung | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Otto Junker Gesellschaft mit beschränkter HaftungLammersdorfKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Konzerneigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022Die Otto Junker GmbH hat ihren Sitz in 52152 Simmerath-Lammersdorf und ist beim Amtsgericht Aachen unter der Nummer HRB 9252 registriert. Der Konzernabschluss der Otto Junker GmbH wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Die Standards des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) zur Rechnungslegung, niedergelegt in den DRS (Deutsche Rechnungslegungs Standards), werden - soweit verpflichtend - angewendet. Die Gliederung der Konzernbilanz und Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach den Vorschriften des § 298 Abs. 1 Satz 1 HGB in Verbindung mit den §§ 266, 275 HGB. Für die Konzerngewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. 1. Konsolidierung 1.1 Konsolidierungskreis Nach der Methode der Vollkonsolidierung sind in den Konzernabschluss der Otto Junker GmbH grundsätzlich alle Unternehmen einbezogen, bei denen die Otto Junker GmbH oder ein Tochterunternehmen beherrschenden Einfluss gemäß § 290 Abs. 1 Satz 1 HGB ausübt. Folgende Tochterunternehmen wurden in den Konzernabschluss der Otto Junker GmbH einbezogen:
Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 wurde die Otto Junker India Pvt. Ltd. in Mumbai, Indien als Mantelgesellschaft erworben und anschließend das Kapital der Gesellschaft erhöht. Die Otto Junker GmbH hält 80 % der Anteile während die INDUGA Industrieöfen und Giesserei-Anlagen GmbH & Co. KG die weiteren 20 % der Anteile hält. 1.2 Konsolidierungsgrundsätze Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden zunächst unter Beachtung der jeweiligen landesrechtlichen Bilanzierungs- und Bewertungsbestimmungen aufgestellt. Anpassungen an eine konzerneinheitliche Bewertung gemäß § 308 HGB wurden unter Anwendung der Ausnahmeregelung von § 308 Abs. 2 Satz 3 HGB vorgenommen, soweit ihre Auswirkungen für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich waren. Alle konsolidierten Unternehmen haben den gleichen Abschlussstichtag wie die Otto Junker GmbH. Die Kapitalkonsolidierung wurde nach der Buchwertmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB a. F. vorgenommen. Seit dem 1. Januar 2010 wird die Neubewertungsmethode angewendet. Mit der Erstkonsolidierung werden die Beteiligungsbuchwerte der Muttergesellschaft gegen das im Zeitpunkt des Erwerbs vorhandene neubewertete Eigenkapital der Tochtergesellschaften aufgerechnet. Die hierbei entstandenen Firmenwerte aus der Erstkonsolidierung wurden über zehn Jahre abgeschrieben. Negative Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung werden offen ausgewiesen; soweit sie für zukünftige Verpflichtungen oder Verluste vorgesehen sind, werden sie passiviert oder ansonsten ergebniswirksam vereinnahmt. Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten innerhalb des Konzerns werden aufgerechnet, Umsätze, Aufwendungen und Erträge aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr eliminiert. Die in den Vorräten und im Sachanlagevermögen aus konzerninternen Lieferungen enthaltenen Zwischenergebnisse werden eliminiert, soweit nicht wegen Geringfügigkeit gemäß § 304 Abs. 2 HGB eine Korrektur unterbleibt. Passive latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen werden gemäß § 306 Satz 1 HGB gegen aktive latente Steuern verrechnet. Grundlage für die Konsolidierung bilden die von den jeweiligen Abschlussprüfern der Gesellschaften geprüften Jahresabschlüsse (HB I) sowie die von dem Abschlussprüfer der Otto Junker GmbH geprüfte Überleitung zur HB II, die im Wesentlichen deutschen Ansatz- und Bewertungsvorschriften entspricht. 1.3 Währungsumrechnung Die Währungsumrechnung erfolgt für die Konzernbilanz und die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gemäß § 308a HGB. Umrechnungsunterschiede werden ergebnisneutral im Eigenkapital ausgewiesen. Als Umrechnungskurse wurden folgende Devisenmittelkurse zum 31. Dezember 2021 bzw. zum 31. Dezember 2021/1. Januar 2022 zugrunde gelegt.
Die aus der Umrechnung des Eigenkapitals im Vergleich zum Vorjahr sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral als Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung innerhalb des Konzerneigenkapitals ausgewiesen. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung wurden mit den Periodendurchschnittskursen umgerechnet. Hierbei wurden folgende Kurse zugrunde gelegt:
2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze 2.1 Anlagevermögen Die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände umfassen aktivierte Entwicklungsaufwendungen. Sie werden mit ihren Herstellungskosten bewertet und mit Beginn der Nutzung planmäßig linear über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt. Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung werden ab dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung über eine voraussichtliche Nutzungsdauer von zehn Jahren abgeschrieben. Eine Nutzungsdauer von zehn Jahren ist aufgrund der langfristigen Innovationszyklen im Anlagenbau angemessen. Das Sachanlagevermögen ist mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und - soweit abnutzbar - unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt. Die beweglichen Anlagegüter wurden nach der linearen Methode abgeschrieben. Die Jahresabschreibung wurde anteilig je Zugangsmonat errechnet. Die Nutzungsdauer bei Gebäuden beträgt fünf bis dreißig Jahre, bei technischen Anlagen und Maschinen beträgt die Nutzungsdauer drei bis zwanzig Jahre, bei anderen Anlagen sowie bei Betriebs- und Geschäftsausstattung zwei bis fünfundzwanzig Jahre. Die geringwertigen Wirtschaftsgüter werden bis zu den national zulässigen Werten im Jahr ihres Zugangs aufwandswirksam erfasst. Für Anlagenzugänge eines Geschäftsjahres wird ein Sammelposten gebildet, wenn die Anschaffungskosten für das einzelne Anlagegut mehr als EUR 250,00, aber nicht mehr als EUR 1.000,00 betragen. Der jeweilige Sammelposten wird im Jahr der Bildung und in den vier folgenden Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel ergebniswirksam abgeschrieben. Wertpapiere des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit den niedrigeren beizulegenden Werten am Stichtag angesetzt. 2.2 Umlaufvermögen Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. zu niedrigeren Stichtagspreisen. Bestandsrisiken, die sich aus langer Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit sowie technischer Veralterung ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt. Die unfertigen Erzeugnisse und Leistungen sind zu Herstellungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die gemäß § 255 Abs. 2 Satz 2 HGB aktivierungspflichtigen Kosten (Material- und Fertigungseinzelkosten, Sonderkosten der Fertigung, Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens, der durch die Fertigung veranlasst ist). Die Kosten der allgemeinen Verwaltung und Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebes, für freiwillige soziale Leistungen und für betriebliche Altersversorgung sowie Fremdkapitalkosten werden nicht aktiviert. Wertabschläge zur Berücksichtigung der drohenden Verluste in den angearbeiteten Beständen werden gebildet, falls die Erlöse die erwarteten Selbstkosten der Aufträge unterschreiten. Bei den zu Nennwerten angesetzten Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen werden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Forderungen in ausländischer Währung sind mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls bewertet. Verluste aus Kursänderungen werden zum Bilanzstichtag berücksichtigt, Gewinne nur soweit die zugrunde liegenden Forderungen eine Restlaufzeit von unter einem Jahr haben. Bei Deckung durch Sicherungsgeschäfte werden Fremdwährungsforderungen mit dem Sicherungskurs angesetzt. 2.3 Latente Steuern Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen der Konzernbilanz (HGB) und der Steuerbilanz sowie für Verlustvorträge ermittelt. Es wurden folgende Steuersätze angewendet:
2.4 Rückstellungen Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken sowie ungewissen Verpflichtungen. Die Gesellschaft ermittelt die Pensionsrückstellung nach der Projected-Unit-Credit- Methode (Anwartschaftsbarwertverfahren). Verpflichtungen gegenüber Witwen/Witwern werden nach der kollektiven Methode ermittelt. Sie wurden unter Verwendung der im Juli 2018 veröffentlichten Richttafeln von Prof. Dr. Klaus Heubeck zum Erfüllungsbetrag ermittelt. Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen wurde § 253 Abs. 2 HGB angewandt und die Abzinsung pauschal mit dem durchschnittlichen, von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre für Laufzeiten von 15 Jahren vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein Diskontierungszinssatz von 1,79 % (i. Vj. 1,87 %) verwendet. Auf Basis eines 7-Jahres-Durchschnitts hätte der Diskontierungszinssatz bei 1,45 % (i. Vj 1,35 %) gelegen, was zu einer Erhöhung der Pensionsrückstellung um TEUR 1.281 (i. Vj. TEUR 2.105) geführt hätte. Der Berechnung der Pensionsrückstellung werden unverändert zum Vorjahr erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,50 % p. a. und eine jährliche Fluktuation von 4,5 % zugrunde gelegt. Als Rentenerhöhungen werden 0,25 % (i. Vj. 0,25 %) p. a. zugrunde gelegt. Da es sich bei den Pensionszusagen der INDUGA Industrieöfen und Giessereianlagen GmbH & Co. KG nicht um gehaltsabhängige Zusagen handelt, wurden bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen keine Lohn- und Gehaltssteigerungen berücksichtigt. Die Pensionsrückstellungen für Pensionsverpflichtungen gegenüber Mitarbeitern der INDUGA wurden mit dem Erfüllungsbetrag unter Berücksichtigung eines Zinsfußes von 1,78 % (i. Vj. 1,9 %) bewertet. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 2 (i. Vj. TEUR 10). Aus den Bewertungsvorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes ergab sich im Vergleich zu dem Bilanzansatz zum 31. Dezember 2009 per 1. Januar 2010 ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 9.057. Die Gesellschaft nimmt das Wahlrecht nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB in Anspruch und führt den Betrag bis zum 31. Dezember 2024 in jedem Geschäftsjahr mit mindestens einem Fünfzehntel zu. Bei der Bemessung der übrigen Rückstellungen wird allen erkennbaren bilanzierungspflichtigen Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten Rechnung getragen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zur Bewertung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird ein von der Restlaufzeit abhängiger Rechnungszinsfuß, der von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wird, zugrunde gelegt. Bei der Bestimmung der drohenden Verluste aus Verkaufsgeschäften werden auch voraussichtliche Verpflichtungsüberhänge aus den bis zum Bilanzstichtag abgegebenen Angeboten und noch nicht angearbeiteten Beständen berücksichtigt, soweit bis zur Erstellung des Jahresabschlusses ein Auftrag eingegangen ist und soweit nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung im Einzelfall mit einer Inanspruchnahme zu rechnen ist. Die Inanspruchnahme der Rückstellungen wird bei den jeweiligen Aufwandsposten erfasst, sodass der entsprechende Verbrauch der Rückstellung als Gegenposten im Primäraufwand ausgewiesen wird. 2.5 Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Im Abschluss werden Verbindlichkeiten in fremder Währung mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls bewertet. Verluste aus Kursänderungen werden zum Bilanzstichtag berücksichtigt, Gewinne nur insoweit die zugrunde liegenden Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von unter einem Jahr haben. 2.6 Derivative Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente werden als schwebende Geschäfte in der Regel nur dann bilanziert, wenn Verluste drohen. Gewinne aus Sicherungsgeschäften, die keinem bestimmten Grundgeschäft zugeordnet werden können, werden erst bei Fälligkeit realisiert. Unrealisierte Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten werden ergebniswirksam zurückgestellt. Bei der Bildung von Bewertungseinheiten wird das Finanzinstrument mit einem Grundgeschäft zusammengefasst und gemeinsam auf drohende Verluste hin untersucht. Zu diesem Zweck werden Derivate, die mit bilanziellen Grundgeschäften eine Bewertungseinheit bilden, zunächst in dem Umfang, in dem sich die Ergebnisauswirkung von Grund- und Sicherungsgeschäft aus dem abgesicherten Risiko kompensieren, miteinander verrechnet. Nachfolgend wird die Bewertungseinheit insgesamt auf drohende Verluste untersucht. 3. Bilanzerläuterungen 3.1 Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Konzernanlagespiegel als Anlage zum Anhang dargestellt. Im Berichtsjahr wurden von den Forschungs- & Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 1.350 insgesamt TEUR 709 als selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert. 3.2 Vorräte Für erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen stellte der Konzern am Bilanzstichtag Bankbürgschaften bzw. -garantien in Höhe von TEUR 22.993 (i. Vj. TEUR 12.675). 3.3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben TEUR 777 (i. Vj. TEUR 857) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. 3.4 Latente Steuern Latente Steuern werden wie folgt erfasst:
Die sich ergebenden aktiven latenten Steuern beruhen auf zeitlichen Unterschieden aus handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Bilanzansätzen sowie aus Konsolidierungsmaßnahmen. Da die Nutzbarkeit der aktiven latenten Steuern aus Verlustvorträgen bei den ausländischen Konzerngesellschaften innerhalb der kommenden fünf Jahre fraglich erscheint, besteht eine Wertberichtigung in Höhe von TEUR 1.097. 3.5 Eigenkapital Das Stammkapital wird allein von der Otto-Junker-Stiftung, Simmerath, gehalten und ist in voller Höhe erbracht, es beläuft sich unverändert zum Vorjahr auf TEUR 17.946. Infolge der Aktivierung von selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen (TEUR 709; i. Vj. TEUR 0) sowie von latenten Steuern (TEUR 3.134, i. Vj. TEUR 3.485) und des Ansatzes des 10-Jahres-Durchschnitts bei dem Pensionsdiskontierungszinssatz (TEUR 1.151, i. Vj. TEUR 1.898) besteht eine Ausschüttungssperre bei der Otto Junker GmbH i. H. v. TEUR 4.994 (i. Vj. TEUR 5.383). Der Bilanzverlust des Vorjahres der Muttergesellschaft in Höhe von TEUR 1.928 wurde auf neue Rechnung vorgetragen Der Konzernbilanzverlust entwickelte sich wie folgt:
3.6 Rückstellungen Aus den neuen Bewertungsvorschriften des BilMoG ergab sich per 1. Januar 2010 eine Erhöhung der Rückstellung bei Pensionen um TEUR 9.057 im Vergleich zu dem Bilanzansatz zum 31. Dezember 2009. Die Gesellschaft nimmt das Wahlrecht nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB in Anspruch und führt den Betrag bis zum 31. Dezember 2024 in jedem Geschäftsjahr zu mindestens einem Fünfzehntel (= TEUR 604) zu. Im Geschäftsjahr wurden insgesamt TEUR 604 zugeführt, wonach der noch verbleibende Zuführungsbetrag zum 31. Dezember 2022 TEUR 908 beträgt. Die Pensionsrückstellungen der Gesellschaft sind im Vergleich zum Vorjahresstichtag um TEUR 447 auf TEUR 32.380 (i. Vj. TEUR 32.827) gesunken. Aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen resultieren Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 619 (i. Vj. TEUR 791). Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Beträge für nachlaufende Kosten, Reklamationen und Gewährleistungen, Gratifikationen, Tantiemeverpflichtungen, Prozessrisiken sowie Urlaubs- und Vergütungsansprüche an die Belegschaft. 3.7 Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind besichert. Die übrigen Verbindlichkeiten sind, ausgenommen üblicher Eigentumsvorbehalte, unbesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind wie im Vorjahr in voller Höhe durch Grundpfandrechte, Verpfändungen von Wertpapieren bzw. der Wertpapierdepots gesichert. Die Gesellschaft hat Wertpapiere mit einem Gesamtwert von TEUR 24.818 und sonstige Ausleihungen von TEUR 1.390 zum Bilanzstichtag zur Absicherung von Bankkrediten sowie Bank- und Kreditversicherungsavalen verpfändet. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten u. a., Vertreterprovisionen sowie Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung. 3.8 Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Das Bestellobligo bewegt sich im üblichen Rahmen. 3.9 Derivative Finanzinstrumente/Bewertungseinheiten Otto Junker nutzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken. Sicherungsgeschäfte werden mit Banken erster Adresse abgeschlossen. Die Sicherungsgeschäfte dienen der Absicherung von Kursschwankungen aus schwebenden Lieferungs- und Leistungsbeziehungen. Es handelt sich um Micro-Hedge Sicherungen. Zur Absicherung von Wechselkursrisiken bestehen zum 31. Dezember 2022 Devisentermingeschäfte bzw. Währungsswaps für US-Dollar und CNH. Die Finanzinstrumente haben folgende Nominalwerte und nachstehende beizulegende Zeitwerte:
Die Ermittlung der Zeitwerte der abgeschlossenen Fremdwährungsderivate und Währungsswaps erfolgt auf Basis des Volumens zum Forwardkurs durch die entsprechenden Kreditinstitute. Im Falle negativer Zeitwerte von Devisentermingeschäften und Währungsswaps stehen die erwarteten Zahlungsflüsse des Grundgeschäfts gegenüber. Derivate Finanzinstrumente werden, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, mit den abgesicherten Grundgeschäften zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst. Es existieren folgende Bewertungseinheiten:
Bei den schwebenden Geschäften handelt es sich um vor 2022 vertraglich fixierte Geschäfte mit Kunden aus dem Bereich Anlagenbau sowie um Geschäfte mit Lieferanten, die jedoch zum Bilanzstichtag noch nicht fällig sind. Zur bilanziellen Abbildung der Bewertungseinheit wurde die Einfrierungsmethode verwendet. Die gegenläufigen Wertänderungen aus Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich grundsätzlich aus, da die beiden Geschäfte dem identischen Risiko unterliegen. Die gegenläufigen Wertänderungen der Fremdwährungsgeschäfte, d. h. der Grund- und Sicherungsgeschäfte, gleichen sich bis März 2023 aus. Die Wirksamkeit der Bewertungseinheit wird sowohl prospektiv als auch retrospektiv auf Basis der einschlägigen Methoden zur Effektivitätsmessung nachgewiesen. Für den ineffektiven Teil einer Bewertungseinheit ist eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften für ein Devisentermingeschäft zu bilden. Derzeit bestehen keine ineffektiven Teile im Zusammenhang mit einer Bewertungseinheit. Eine Rückstellung für drohende Verluste wurde dementsprechend zum 31. Dezember 2022 - wie auch im Vorjahr -nicht gebildet. 4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 4.1 Umsatzerlöse
4.2 Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten unter anderem Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 3.433 (i. Vj. TEUR 2.550) enthalten. Sie resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen. Darüber hinaus werden Erträge aus Kursgewinnen in Höhe von TEUR 52 (i. Vj. TEUR 178) ausgewiesen. 4.3 Personalaufwand Im Jahr 2022 hat die Otto Junker GmbH an Ihre Mitarbeiter Kurzarbeitergeld ausbezahlt. In Höhe der ausgezahlten Beträge erfolgt monatlich die Einbuchung einer Forderung gegen die Bundesagentur für Arbeit und diverse Krankenkassen. In der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt eine ergebnisneutrale Darstellung: Das als Personalaufwand gebuchte ausbezahlte Kurzarbeitergeld wird mit der Erstattung durch die Bundesagentur für Arbeit saldiert. Abweichend hierzu stellen die pauschalierten Erstattungen der vom Arbeitgeber zu tragenden Aufwendungen zur Sozialversicherung keinen durchlaufenden Posten dar, da das bilanzierende Unternehmen in Bezug auf die Sozialversicherungsbeiträge primär verpflichtet bleibt und diese Aufwendungen somit als Personalaufwand zu erfassen hat. Daher wird dieser Sachverhalt in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position Personalaufwand ausgewiesen. Im Personalaufwand 2022 sind Erträge aus der pauschalierten Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen für Kurzarbeitergeld in Höhe von TEUR 56 (i. Vj. TEUR 463) enthalten. 4.4 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten u. a. Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen einschließlich Vorsorge für Risiken und Verluste aus dem Auftragsbestand, für fehlende Kosten, Reklamationen, Garantien und Kulanz. Weiterhin beinhalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen Versicherungsprämien sowie den Verwaltungs- und Vertriebsaufwand einschließlich Provisionen, Verkaufsfrachten, Rechts- und Beratungskosten, Reisekosten und Miet- und Pachtaufwendungen, Kosten des Geldverkehrs sowie den Instandhaltungsaufwand. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 378 (i. Vj. TEUR 341) enthalten. Darüber hinaus sind Aufwendungen aus Kursverlusten in Höhe von TEUR 391 (i. Vj. TEUR 663) enthalten. Die ratierliche Zuführung (1/15) zu den Pensionsrückstellungen aufgrund der Umstellung auf BilMoG erfolgte im Geschäftsjahr mit 1/15 des Unterschiedsbetrages = TEUR 604 (i. Vj. TEUR 604). 5. Sonstige Angaben 5.1 Belegschaft im Jahresdurchschnitt
5.2 Gesamthonorar des Abschlussprüfers Insgesamt sind für den Abschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft folgende Honorare für erbrachte Dienstleistungen als Aufwand erfasst worden:
5.3 Gesamtbezüge der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates sowie ehemaliger Mitglieder der Geschäftsführung Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung des Mutterunternehmens betrugen im Geschäftsjahr 2022 nach § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB TEUR 657. Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen für das Geschäftsjahr TEUR 164. Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung und deren Hinterbliebenen sind TEUR 1.306 zurückgestellt. Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder der Geschäftsführung einschließlich Rentenzahlungen in 2022 betrugen TEUR 161. 5.4 Mitglieder des Aufsichtsrates
5.5 Geschäftsführung
5.6 Ergebnisverwendung des Mutterunternehmens Die Geschäftsführung beabsichtigt der Gesellschafterversammlung vorzuschlagen, den zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Bilanzverlust in Höhe von TEUR 2.467, der sich zusammensetzt aus dem Verlustvortrag in Höhe von TEUR 1.928 sowie dem Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von TEUR 539 auf neue Rechnung vorzutragen. 5.7 Inanspruchnahme von § 264b bzw. § 264 Abs. 3 HGB Die Otto Junker CM GmbH, Simmerath, und die INDUGA Industrieöfen und Giessereianlagen GmbH & Co. KG, Simmerath, haben von den Befreiungsvorschriften gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB Gebrauch gemacht.
Simmerath, den 31. Mai 2023 Otto Junker GmbH Erik Mίček Rainer Kiechl Entwicklung des Anlagevermögens im Konzern
Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022Die Otto Junker GmbH übt als Obergesellschaft die Leitungsfunktion im Konzern aus. Der Lagebericht der Otto Junker GmbH wird gemäß § 315 Abs. 5 HGB mit dem des Otto Junker Konzerns zusammengefasst. Die Risiken und Chancen der Otto Junker GmbH als Obergesellschaft sind untrennbar mit denen des Konzerns verbunden. In diesem Lagebericht enthaltene Informationen beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf den Konzern. Die Informationen zur Lage der Obergesellschaft Otto Junker GmbH sind in einem separaten Kapitel aufgeführt. Der Otto Junker Konzernabschluss und der Einzelabschluss der Otto Junker GmbH sind nach den Grundsätzen des deutschen Handelsrechts (HGB) aufgestellt. I. Grundlagen des Konzerns 1. Geschäftsmodell und Steuerungsgrößen Otto Junker versteht sich als globaler Technologie- und Systempartner für Schmelz- und Thermoprozesse vor allem der Aluminium-, Kupfer-, Gießerei- und Halbzeugindustrie. Zusätzlich ist Otto Junker als Spezialanbieter für Edelstahl-Gussprodukte und auf dem Gebiet der maschinellen Bearbeitung verschiedener Werkstoffe aktiv. Als Lösungsanbieter im Bereich der Metalle gliedert sich der Otto Junker Konzern in die Geschäftsfelder Anlagenbau (Induktionsschmelzöfen und Thermoprozessanlagen), Service und Gießerei einschließlich mechanischer Bearbeitung. Während das Unternehmen im Anlagenbau mit seinen Induktionsschmelzanlagen ein breites Spektrum an Metallen abdeckt, fokussiert man sich bei den Thermoprozessanlagen auf die Wärmebehandlung von Aluminium und Kupfer. Konzeption und Zusammenbau aller Anlagen sind das Ergebnis langjähriger Erfahrung, intensiver Entwicklungsarbeit und hoher technischer und technologischer Kompetenz. Der Anlagenbau beliefert Gießereien und Halbzeug-Hersteller der Aluminium- und Kupferindustrie; indirekt auch die Mobilitätsindustrie (Automobil, Luftfahrt, Schiene und Wasser), die Energiewirtschaft (inkl. Wind-, Solar- und Wasserkraft), die chemische Industrie und den allgemeinen Maschinen- und Anlagenbau. Der weltweite Absatzmarkt für Otto Junker Anlagen bildet Schwerpunkte in Europa, China und Nordamerika sowie in Middle East und der Türkei. Größere Einzelprojekte führen geschäftstypisch zu sich jährlich ändernden Umsatzanteilen der genannten Regionen. Das Russlandgeschäft, dessen Anteil am Geschäftsvolumen in der Vergangenheit durchschnittlich ca. 5% betrug, ist infolge des Ukraine Krieges und den damit verbundenen Sanktionsbestimmungen weitestgehend zum Erliegen gekommen. Im Bereich Service werden verschiedene After Sales Aktivitäten wie Ersatzteillieferungen, Modernisierungen und technische Servicedienstleistungen an den Kundenanlagen gebündelt. Die mit Beginn des Geschäftsjahres 2021 durch Ausgliederung selbständig als Otto Junker CM GmbH agierende Edelstahlgießerei hat ihre Kompetenz im Bereich der präzisen mechanischen Bearbeitung für große, hochwertige Bauteile in 2022 weiter ausgebaut und ein erheblich erhöhtes Geschäftsvolumen erreichen können. Als Systemlieferant für Anlagenkomponenten mit hoch anspruchsvollen Anwendungsfällen in den Bereichen Chemie-, Pharma-, Lebensmittelindustrie, Maschinenbau, Umwelt- und Marinetechnik sowie der Halbleitertechnik war das Geschäftsjahr 2022 sehr erfolgreich. Die Absatzmärkte sind unverändert vor allem Deutschland und Westeuropa. Die Otto Junker GmbH ist zu 100 % im Besitz der Otto Junker Stiftung und hält ihrerseits verschiedene Beteiligungen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die nachfolgend abgebildete aktuelle Gruppenstruktur ab Januar 2022 um die Otto Junker India Pvt. Ltd. erweitert.
Die Otto Junker Solutions GmbH übt weiterhin keine Geschäftstätigkeit aus. Wesentliche Kennzahlen und damit Steuerungsgrößen des Otto Junker Konzerns sind weiterhin
Daneben sind sowohl der Cash Flow als auch die Entwicklung des Personalbestandes und die Auslastung in den produktiven Bereichen Bestandteile der Unternehmenssteuerung. 2. Forschung und Entwicklung Es wurden in der Berichtsperiode in der Otto Junker GmbH neben der auftragsspezifischen Entwicklung im Anlagenbau auch auftragsunabhängige F&E Projekte bearbeitet. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung wurden mit EUR 1,4 Mio. im Vergleich zum Vorjahr (EUR 1,8 Mio.) geringfügig verringert. Das entspricht Entwicklungsaufwendungen von rd. 2,5% vom Umsatz (Vorjahr 2%). Es wurden Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 700 für zur Marktreife gelangende Einzelprojekte 2022 als Eigenleistungen aktiviert. Die Themen in der Forschung und Entwicklung waren auch im Jahr 2022 geprägt von der Entwicklung CO 2 -freier Beheizungstechnologien und von der Entwicklung neuer Produkte. Mit den neuen Produkten sollen schnell wachsende Zukunftsmärkte für das Unternehmen erschlossen werden. Der Dekarbonisierung und den daraus entstehenden Marktpotentialen wird mit einer umfassenden Strategie für den Einsatz von grünem Strom und von grünem Wasserstoff Rechnung getragen. Die elektrische Beheizung für Wärmebehandlungsanlagen wurde zur Marktreife entwickelt und wird nun aktiv vertrieben. Mit der Entwicklung nachrüstbarer induktiver Heizmodule können die Kunden aus dem Bereich der Aluminiumgießereien zukünftig vollständig auf den Einsatz fossiler Brennstoffe verzichten. In beiden Bereichen wurden erste Kundenprojekte gewonnen. Gemeinsam mit der RWTH Aachen entwickelt Otto Junker einen neuen Recyclingprozess für Batterien aus der Elektromobilität. Auch hier konnte die erste kommerzielle Anlage im Markt platziert werden. Die Entwicklung eines Drehtrommelofens für die Entlackung von Dosenschrott wurde erfolgreich durchgeführt. Mit der entwickelten Drehrohrtechnik wurden neue Recyclingprojekte gestartet. Die Trocknung von beschichtetem Elektroblech ist eine neue Anwendung, die mit der Weiterentwicklung der vorhandenen Bandschwebetechnik erschlossen werden konnte. In einem Verbundforschungsvorhaben mit der Fachhochschule Aachen entwickelt Otto Junker Power-to-Heat Module, die thermische Speicher mit Wärme aus erneuerbaren Energien beladen. In einem der ersten europäischen Industrieprojekte wurde Otto Junker als Lieferant ausgewählt. Zur Klärung spezifischer Fragen zum Schmelzen, Gießen, Anwärmen und Kühlen stehen verschiedene Anlagen im Werk Lammersdorf bereit, die bei Bedarf jeweils auf die spezielle Fragestellung hin angepasst werden können. Von großer Bedeutung ist, dass diese Anlagen im Betriebsmaßstab ausgeführt sind, sodass eine Extrapolation der Ergebnisse auf größere Anlagen risikoarm möglich ist. Bei Fragen zu metallurgischen-, gieß- und verfahrenstechnischen Grundlagen greift Otto Junker auf seine Partner an der RWTH Aachen sowie an der Fachhochschule Aachen zurück. Vorteilhaft ist der Zugriff auf die umfangreiche analytische Ausstattung der genannten Hochschulen. Digitale Lösungen, welche die Kunden dabei unterstützen, notwendige Betriebsunterbrechungen z.B. für den Wechsel eines Schmelztiegels verlässlich vorherzusagen, wurden entwickelt. Otto Junker verfolgt das Ziel, den Kunden Partner bei der Gießautomation im Bereich Gießereianlagen zu sein. Es wurden Datensammler installiert und erste Schritte im Datamining ermöglicht. Auswertungen mittels neuronaler Netze liefern neue Erkenntnisse, sodass dieser Ansatz in Form eines wertschöpfenden Produkts weiter verfolgt wird. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Konjunkturelle Lage 2022-Weltwirtschaftliches Umfeld Im Jahr 2022 haben sich die weltweiten Beeinträchtigungen durch das SARS-Cov-2-Virus spürbar reduziert und die weltweite Nachfrage zeigte deutliche Aufholungstendenzen. Dies galt jedoch nicht in allen Regionen der Welt; insbesondere China war in der ersten Jahreshälfte 2022 noch von enormen Einschränkungen gekennzeichnet, die im Anschluss an die politisch verfügten Lockdowns dann unvermittelt in die vollständige Aufgabe von Infektionsschutzmaßnahmen umschlugen. Die durch Corona und den Russland-Ukraine-Krieg ausgelösten Störungen in den weltweiten Lieferketten waren teilweise jedoch weiterhin erheblich spürbar. Die globale Wirtschaftsleistung stieg im Jahr 2022 um 3,4 % nach dem hohen Anstieg von 6,1 % in 2021, der sich vor allem durch das geringe Niveau aus 2020 erklärt. Quelle: IMF World Economic Outlook Update April 2023 Deutsche Konjunktur Das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes preisbereinigt um 1,9 % gestiegen (Vorjahr: Anstieg um 2,6 %). Die Bruttoanlageninvestitionen wuchsen im Jahr 2022 mit 11,2 % nach 6,5 % im Vorjahr erneut erheblich an und lagen über dem Vergleichswert im Vor-Corona Jahr 2019 (4,7 %). Der VDMA hat das reale Umsatzwachstum im deutschen Maschinen- und Anlagenbau für das Jahr 2022 mit +1,6 % gegenüber dem Vorjahr errechnet. Die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen gingen im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr deutlich nach oben; die Exporte um 14,3 %, die Importe um 24,1 %. (Quelle: Statistisches Bundesamt; VDMA Publikation Maschinenbau in Zahl & Bild 2023) 2. Wirtschaftliches Umfeld In 2022 stabilisierte sich die Eisen- und Stahlgussproduktion in Europa, erreichte aber noch nicht das Niveau vor der Corona-Pandemie. Der generell rückläufige Bedarf an Ver-brennungsmotoren sowie Lieferengpässe und fehlende Materialien belasten nach wie vor die Investitionsbereitschaft der Kunden. Sowohl in Gießereien für Eisen als auch für Aluminium wurden Substitutionen von fossilen Ofenanlagen durch CO 2 neutrale Induktionsöfen vollzogen. Die Investitionsbereitschaft in der Kupfer- und Schwermetallbranche ist bedingt durch die generelle Elektrifizierung stark angestiegen. Da hier meist Induktionsrinnenöfen zum Einsatz kommen, wirkt sich diese Entwicklung vor allem positiv auf das Geschäftsvolumen der Induga aus. Projekte mit dem Ziel des ressourcenschonenden Materialrecycling z.B. von Spänen oder Prozessschlacken wurden verstärkt realisiert. In den USA werden derzeit im Zuge der Deglobalisierung Produktionskapazitäten z.B. für Rohre und Kupferhalbzeuge wieder aufgebaut. Generell ist eine Verlagerung der Projekt-anfragen nach Nord und Mittelamerika zu beobachten. Ein wesentliches Marktvolumen der Thermoprozessanlagen generiert sich aus der Weiter-verarbeitung von Aluminium. Die Nachfrageentwicklung für Aluminium-Halbzeuge ist aufgrund der zunehmenden Nachfrage nach Leichtbaumaterialen und aufgrund der sehr guten Recyclebarkeit von Aluminium nach wie vor robust. Die Nachfrage hat aufgrund der geopolitischen Krise um den Ukraine-Krieg in 2022 einen zeitweisen Rückgang gezeigt. Der Verbrauch von Aluminium stieg in 2022 weltweit von t 93,5 Mio. auf t 95,3 Mio. (+1,9%) 1. Für 2023 wird ein weiterer Anstieg auf t 96,9 Mio. prognostiziert (+1,7%) 1. Die geopolitische Entwicklung verbunden mit Zöllen auf russische und chinesische Halbzeuge haben zu einem starken Nachfrageschub aus Nord- und Südamerika geführt (Decoupling). Insbesondere Indien mit seinem enormen Marktvolumen hat die Covid-Abschottung Chinas genutzt, um große Investitionsvorhaben nach jahrelangem Stillstand umzusetzen. Nach Aufhebung der Covid-Maßnahmen in China sind dort Aufholinvestitionen zu erwarten. Für die relevanten Anwendungsbereiche Flat-Rolled-Products (FRP) und Extrusions werden bei etwa gleichem Gesamt-Marktanteil jährliche Steigerungen von ca. 2 % p.a. prognostiziert 1. 46% der weltweit hergestellten FRP-Produkte wurden für (recyclebare) Verpackungen verwendet 1.
1 AlCircle Global Aluminium Industry - Outlook
2023
Die Kupfersparte zeigte in 2022 eine Wiederbelebung nach Corona, vorrangig in Europa und - trotz Lockdown - auch in China. Aufgrund des für die Energiewende notwendigen hohen Bedarfs an Kupfer-Produkten und aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung ist von einer stabilen Nachfrage auszugehen. Eine offshore Windkraftanlage beispielsweise bedarf ein-schließlich Netzanbindung ca. 8 t Kupfer pro MW installierter Leistung im Vergleich zu 1,1 t bis 1,4 t pro MW bei Gas-, Kohle oder Atomstrom 2.
2 Aluminium Praxis Magazin 01.23, Energiewende
erhöht Rohstoffbedarf, S. 8ff.
Mit den neuentwickelten Produkten für den Bereich Thermoprozessanlagen konnten erste Erfolge erzielt werden, die auf eine positive Entwicklung der dahinter stehenden Märkte schließen lassen: Rollbond-Ofenanlage für EV 3 -Batterie-Kühlboxen, Lacktrockner für Elektroblech 4 , thermische Energiespeicher (TESS), Recycling ausgedienter EV-Batterien 3.
3 EV = electrical vehicle, Elektroautos
4 Elektroblech = Stahlblech für
Elektroanwendungen, vorrangig Elektromotoren und
Transformatoren
Das starke Entwicklungspotential der neuen Produkte kombiniert mit der geopolitisch verstärkten Entwicklung der traditionellen Märkte bietet Chancen durch die daraus resultierende Markt-Expansion. 3. Geschäftsverlauf und Ertragslage Gruppe Mit dem sukzessiven Rückgang der Beeinträchtigungen durch die Corona Pandemie im Geschäftsjahr 2022 zeigte sich eine deutliche Belebung der Nachfrage für die Produkte der Otto Junker Gruppe. Mit den vor allem in der zweiten Jahreshälfte kaum noch eingeschränkten Reiseaktivitäten konnten die internationalen Vertriebsaktivitäten und die Steuerung der ausländischen Tochtergesellschaften vor Ort wieder aufgenommen werden. Montagen und Inbetriebnahmen vor Ort bei den Kunden waren wieder möglich. Die Geschäftsentwicklung des Otto Junker Konzerns in 2022 war nach dem Vorjahr erneut von einem signifikanten Wachstum geprägt. Der Auftragseingang der Gruppe lag mit EUR 163,9 Mio. nochmal erheblich über dem Vorjahr (EUR 132,4 Mio.) und überstieg den Budgetwert (EUR 156,8 Mio.). Das bereits im Vorjahr erkennbare Aufholverhalten bei aufgeschobenen Investitionen in Neuanlagen zeigte sich deutlich. Das Service-Geschäftsvolumen im Bereich der Otto Junker GmbH erreichte mit EUR 23,5 Mio. einen im Vergleich zum Vorjahr nochmal leicht angestiegenen Wert. Erheblich war der Anstieg des Bestellvolumens bei der Otto Junker CM GmbH. Nach EUR 32,8 Mio. im Vorjahr erreichte die - bis 2020 als rechtlich unselbständiger Gießereibereich der Otto Junker GmbH agierende - Gesellschaft einen Auftragseingang von EUR 45,8 Mio. Der Umsatz der Otto Junker Gruppe erreichte im Berichtsjahr EUR 119,8 Mio. und lag damit um EUR 1,9 Mio. unter dem Vorjahreswert. Gegenüber dem Budget zeigte sich eine Steigerung von EUR 1,9 Mio. Aufgrund der langen Abwicklungsdauer der Anlagenaufträge ist die Fertigstellung und Abrechnung regelmäßig erst in den der Hereinnahme folgenden Geschäftsjahren möglich. Daraus resultiert der im Vergleich zum Auftragseingang im Berichtsjahr noch niedrige Umsatz. Mit EUR 134,6 Mio. stieg die Gesamtleistung im Berichtsjahr um EUR 25,6 Mio. gegenüber dem Vorjahreswert von EUR 109,0 Mio. Gegenüber dem Budget ergab sich eine Unterschreitung von EUR 16,0 Mio. Hier wirkten sich gegenüber der Planung zeitlich spätere Auftragshereinnahmen aus. Die regionale Aufgliederung des Umsatzes in der Gruppe war wie folgt: Mit etwa 69 % des Gesamtumsatzes stellen die Länder Europas (57 % entfallen auf Deutschland und die europäische Union) weiter den bedeutendsten Absatzmarkt für den Otto Junker Konzern dar. China ist als weiterer bedeutender Absatzmarkt mit 14 % hinter dem Vorjahreswert (21 %) geblieben. Die vor dem Hintergrund der Corona Krise ab 2020 notwendigen Personalanpassungsmaß-nahmen waren in 2022 abgeschlossen. Notwendig war angesichts des noch niedrigen Umsatzvolumens die Fortführung kostensenkender Maßnahmen und der Abschluss eines Sondertarifvertrages zur Standortsicherung mit der IG Metall. Dies wurde mit einer Laufzeit bis Ende 2024 zwischen den Tarifvertragsparteien erfolgreich vereinbart. Einsparungen erfolgten weiterhin bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen soweit möglich. Investitionsvorhaben wurden - mit Ausnahme des Neubaus eines Fräszentrums für die Otto Junker CM GmbH am Standort Lammersdorf - auf notwendige Ersatzinvestitionen begrenzt mit dem klaren Ziel, das geplante Wachstum der Gruppe dennoch zu ermöglichen. Forschungs- und Entwicklungsvorhaben wurden jeweils einzeln bewertet und freigegeben; das insgesamt geplante Volumen blieb konstant. Der Personalbestand im Konzern blieb mit 633 Mitarbeitern im Jahresdurchschnitt unverändert gegenüber dem Vorjahr. Bei den Löhnen und Gehältern ergab sich mit EUR 31,6 Mio. ein Anstieg um EUR 1,3 Mio. gegenüber dem Vorjahr. Dies resultiert im Wesentlichen aus der geringeren Notwendigkeit zur Inanspruchnahme von Kurzarbeit aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens. Die Aufwendungen für soziale Abgaben und Altersversorgung sind infolge dessen im Berichtsjahr mit EUR 6,8 Mio. gegenüber dem Vorjahr (EUR 6,2 Mio.) um EUR 0,6 Mio. gestiegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in 2022 betrugen EUR 15,6 Mio. Damit wurde eine Reduzierung um EUR 1,2 Mio. gegenüber dem Vorjahr erreicht. Das EBIT erreichte einen positiven Wert von EUR 1,5 Mio. und überstieg den Vorjahreswert damit um EUR 1,4 Mio. Gegenüber dem Budget ergab sich eine Unterschreitung von EUR 0,8 Mio., die vor allem aus der im Budgetvergleich geringeren Gesamtleistung resultiert. Das Zinsergebnis im Konzern lag 2022 mit EUR -1,6 Mio. um EUR 0,1 Mio. schlechter als im Vorjahr. Insgesamt wird in 2022 ein nahezu ausgeglichenes EBT und ein leicht negatives Konzernjahresergebnis in Höhe von EUR -0,6 Mio. ausgewiesen. Gegenüber dem budgetierten EBT ergab sich damit eine Unterschreitung von rd. EUR 0,9 Mio., die im Wesentlichen aus der geringeren Gesamtleistung in Folge später als geplant realisierter Auftragseingänge resultiert. Tochtergesellschaften Die seit 2021 rechtlich selbständige Otto Junker CM GmbH hat in 2022 einen nochmal erheblich angestiegenen Auftragseingang von EUR 45,8 Mio. erzielt. Dies entspricht einer Erhöhung um EUR 13,0 Mio. oder 40% gegenüber dem Vorjahreswert. Der Anstieg resultiert insbesondere aus der weiter erheblich gesteigerten Nachfrage bei der maschinellen Bearbeitung der Aluminiumproduktionsblöcke für einen Mikrochiphersteller und ermöglichte auch den erheblichen Umsatzsprung von EUR 30,8 Mio. (2021) auf EUR 43,7 Mio. (2022). Mit dem gesteigerten Umsatz konnte auch das Jahresergebnis 2022 gegenüber dem Vorjahr von EUR 1,3 Mio. auf EUR 1,8 Mio. verbessert werden. Aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags mit der Otto Junker GmbH ist der Jahresüberschuss ausgeglichen. Weiter erhöhen konnte das Auftragseingangsvolumen auch die Induga GmbH & Co. KG. Gegenüber 2021 stieg das Bestellvolumen mit EUR 16,2 Mio. um EUR 0,8 Mio. In 2022 wurde ein Umsatz in Höhe von EUR 13,1 Mio. und damit ein Zuwachs um EUR 5,1 Mio. gegenüber dem Vorjahr erreicht. Die Gesamtleistung lag mit EUR 12,8 Mio. um EUR 2,5 Mio. über dem Vorjahreswert. Resultierend aus dem erhöhten Umsatzvolumen konnte die Induga GmbH & Co. KG ihren Jahresüberschuss auf EUR 0,7 Mio. nach EUR 0,3 Mio. im Vorjahr steigern. In der tschechischen Gesellschaft Junker Industrial Equipment (JIE) wurde in 2022 wie im Vorjahr ein Auftragseingang in Höhe von EUR 9,9 Mio. erreicht und die Planung damit erfüllt. Der Umsatz erreichte EUR 9,6 Mio. und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um EUR 1,9 Mio. an. Noch zu verzeichnende Auslastungsschwankungen waren ursächlich für das leicht negative Ergebnis vor Steuern in Höhe von EUR -0,3 Mio. (Vorjahr EUR -0,2 Mio.). In 2022 realisierte die Otto Junker Metallurgical Equipment Shanghai (JMS) ein Bestellvolumen von nur EUR 7,8 Mio. und blieb damit erheblich hinter dem Vorjahr (EUR 14,8 Mio.) und den Erwartungen zurück. Ausschlaggebend waren im Berichtsjahr weiter andauernde coronabedingte Einschränkungen in China, die erst in der zweiten Jahreshälfte gelockert wurden. Nach Beendigung der Beschränkungen war dann eine spürbare Belebung der Nachfrage zu erkennen; die erzielten Auftragseingänge wurden überwiegend im letzten Quartal des Berichtsjahres erzielt. Vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage und der wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft wurde zu Beginn des Jahres 2023 das Geschäftsmodell der JMS mit externer Beratungsunterstützung analysiert und die erreichbaren Märkte hinsichtlich ihres Volumens und ihrer Attraktivität bewertet. Die Ergebnisse der Analyse stützen die grundsätzlichen Potenziale und Annahmen der im Dezember 2022 verabschiedeten Budgetplanung der Gesellschaft für die kommenden Jahre. Dies zeigt sich auch in dem erheblichen Anwachsen des Bestellvolumens zu Beginn des Jahres 2023. Basierend auf den Erkenntnissen aus der erstellten Studie ist die Geschäftsführung der JMS beauftragt, in Abstimmung mit der Muttergesellschaft einen detaillierten Business- und Maßnahmenplan zu erstellen und dem Aufsichtsrat im laufenden Jahr zur Verabschiedung vorzulegen. Die JMS erreichte in 2022 einen Umsatz von EUR 12,3 Mio. nach EUR 8,6 Mio. im Vorjahr. Infolge der geringen Auslastung im Berichtsjahr ergab sich nochmal ein leicht negativer Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR -0,2 Mio. nach EUR -1,3 Mio. in 2021. Die US-Gesellschaften Otto Power LLC und Junker Inc. erfüllten die Erwartungen und erreichten in 2022 ein summiertes Bestellvolumen von EUR 5,5 Mio. Damit konnte der Vorjahreswert von EUR 4,8 Mio. um rd. 15% übertroffen werden. Neben dem Schwerpunkt Servicegeschäft enthielt der Auftragseingang auch einen größeren Konstruktionsauftrag für die Otto Junker GmbH, der über die Junker Inc. hereingenommen wurde. Der Gesamtumsatz lag im Berichtsjahr mit EUR 5,9 Mio. deutlich über dem Vorjahr (EUR 3,0 Mio.). Insgesamt wurde im Berichtsjahr wieder leicht positives Jahresergebnis erzielt. Nach dem Erwerb der Anteile an der Otto Junker India Pvt. durch die Otto Junker GmbH (80%) und die Induga (20%) wurde die Gesellschaft im Januar 2022 mit einem gezeichneten Kapital in Höhe von rd. TEUR 40 ausgestattet. Anschließend wurde der Geschäftsbetrieb mit 3 Mitarbeitern aufgenommen. Die Gesellschaft erzielte in ihrem ersten Geschäftsjahr einen Auftragseingang und Umsatz von jeweils EUR 0,1 Mio. und ein ausgeglichenes Ergebnis. Finanzlage Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit liegt im Berichtsjahr bei positiv EUR +1,2 Mio. verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahr um EUR 3 Mio. Positiv ausgewirkt hat sich in 2022 die nochmals verbesserte Relation zwischen Vorräten und erhaltenen Anzahlungen. Nachdem im Vorjahr die Vorräte bereits zu 80% durch Anzahlungen gedeckt waren konnte dieser Wert im Berichtsjahr weiter auf 89% gesteigert werden. Beim Cash Flow aus Investitionstätigkeit in Höhe von EUR -0,3 Mio. (Vorjahr EUR -0,9 Mio.) stehen den vergleichsweise hohen Investitionen in das Sachanlagevermögen (EUR 4,6 Mio., Vorjahr: EUR 0,9 Mio.) insbesondere für den Neubau eines Fräszentrums am Standort Lammersdorf und der Anlage von Festgeldern im Finanzanlagevermögen (EUR 1,4 Mio.), der Verkauf von Fondsanteilen (EUR 5,4 Mio.) und eines nicht betriebsnotwendigen Grundstückes (EUR 0,2 Mio.) gegenüber. Nach Zinszahlungen (EUR 1,0 Mio. Vorjahr EUR 0,8 Mio.) ergab sich im Berichtsjahr nur ein geringer Finanzierungsbedarf von EUR 0,1 Mio. (Vorjahr EUR 7,1 Mio.) Die Finanzierung war im Berichtszeitraum durch die zum Zeitpunkt der Berichterstellung (Mai 2023) bestehenden unbefristeten Kreditlinien in Höhe von insgesamt EUR 48,6 Mio. (davon EUR 18,3 Mio. für Kontokorrentkredite und EUR 30,3 Mio. für Avale) gesichert. Der Anstieg der Kreditlinien gegenüber dem Vorjahr ergibt sich aus der Erhöhung bestehender Kredit-linien sowie der Hinzunahme neuer Kreditgeber. Im Jahr 2022 wurde ein neues Darlehen in Höhe von EUR 2,5 Mio. zur Finanzierung eines Hallenumbaus für das neue Fräszentrum der Otto Junker CM GmbH aufgenommen. Die unbefristeten Kreditlinien sind teilweise mit Wertpapieren des Anlagevermögens und sonstigen Ausleihungen der Otto Junker GmbH in Höhe von EUR 26,2 Mio. abgesichert. Das frei verfügbare Wertpapiervermögen beläuft sich zum Zeitpunkt der Berichterstellung auf EUR 5,6 Mio. Für den geplanten Finanzbedarf der Otto Junker Gruppe ist das Volumen zusammen mit den kurzfristig in Liquidität wandelbaren Wertpapieren des Anlagevermögens, die nicht zur Besicherung von Kreditlinien genutzt werden, auch unter Berücksichtigung von etwaigen Volatilitäten ausreichend. Vermögenslage Im Berichtszeitraum hat sich die Bilanzsumme mit EUR 95,4 Mio. gegenüber dem Vorjahr (EUR 96,3 Mio.) um EUR 0,9 Mio. reduziert. Das Anlagevermögen von EUR 51,4 Mio. hat sich gegenüber dem Niveau des Vorjahres (EUR 53,3 Mio.) abschreibungsbedingt und durch den Verkauf von Fondsanteilen im Geschäftsjahr verringert; das Finanzanlagevermögen ist im Berichtsjahr auf EUR 32,1 Mio. von EUR 36,4 Mio. gesunken. Das Umlaufvermögen ist gegenüber dem Vorjahr (EUR 38,1 Mio.) leicht auf EUR 39,4 Mio. gestiegen. Ausgewirkt haben sich hier gegenüber dem Vorjahr die verbesserte Finanzierung des Vorratsvermögens aus erhaltenen Anzahlungen. Dem steht die Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten gegenüber. Das Net Working Capital (Umlaufvermögen ./. Kassenbestand ./. kurzfristige Verbindlichkeiten) sank von EUR 14,6 Mio. im Vorjahr im Berichtsjahr auf EUR 12,4 Mio. Die Eigenkapitalquote sank geringfügig gegenüber dem Vorjahr (16,4 %) auf 15,8 %. Die Rückstellungen sind neben den Pensionsrückstellungen im Wesentlichen geprägt durch Kostenabgrenzungen aus Aufträgen und weiteren Abgrenzungen im Personalbereich. Zusammenfassende Beurteilung Die Geschäftsentwicklung in 2022 lag im Hinblick auf das Volumen der eingegangenen Bestellungen nochmal deutlich über dem Vorjahr und übertraf auch die mit dem Budget verabschiedeten Erwartungen. Die Marktbelebung nach Überwindung der weltweiten Infektionsschutzmaßnahmen zeigte sich hier deutlich. Mit dem Anwachsen des Geschäftsvolumens und den damit verbundenen Anzahlungen konnte nun auch wieder ein positiver operativer Cash Flow erzielt werden. Auch im Hinblick auf die Ergebnissituation zeigte sich mit dem geringfügig negativen Vorsteuerergebnis die Wirksamkeit der in 2020 eingeleiteten Strukturmaßnahmen und die ab der Mitte des Berichtsjahres verbesserte Kapazitätsauslastung im überwiegenden Teil der Gruppengesellschaften. Das nochmal leicht negative Nachsteuerergebnis hat keine operativen Ursachen sondern ergibt sich auch aus der bilanziellen Bewertung der latenten Steuern. Otto Junker GmbH (Einzelabschluss) Der Auftragseingang der Otto Junker GmbH betrug im Berichtsjahr EUR 98,2 Mio. Dies entspricht einem Anstieg von rd. 39% gegenüber dem Vorjahr (EUR 70,9 Mio.) und liegt um 11% über dem budgetierten Wert. Der Auftragseingang im Bereich Induktionsofenanlagen des Anlagenbaus konzentrierte sich im Geschäftsjahr vor allem auf Vertragspartner in Deutschland, Europa und Nordamerika. Mit EUR 19,6 Mio. wurden ca. 60 % des Auftragseingangs der Induktionsanlagen in Europa realisiert. Darüber hinaus konnte ein Großprojekt in Nordamerika mit EUR 9,9 Mio. realisiert werden. Im Bereich der Thermoprozessanlagen verteilte sich der Auftragseingang mit 52% auf Europa und mit je 20% auf Indien und Amerika. In China wurden Auftragseingänge in Höhe von EUR 2,7 Mio. erzielt. Der Auftragseingang im Servicebereich generierte sich zu 80 % weiterhin fast ausschließlich in Europa. Infolge des geringen Auftragseingangsvolumens in den von Corona beeinflussten Vorjahren lag der Umsatz mit EUR 59,3 Mio. deutlich unter dem Vorjahreswert (EUR 74,0 Mio.). Die Gesamtleistung stieg dagegen auf EUR 71,5 Mio. nach EUR 59,6 Mio. in 2021 und lag aufgrund zeitlicher verzögerter Auftragseingänge gegenüber der Planung aber um etwa 20% unter Budget. Mit dem Bestandsaufbau in den Halbfabrikaten erhöhte sich die Materialaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung gegenüber dem Vorjahr. Das EBIT in Höhe von EUR -1,1 Mio. hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht um EUR 0,2 Mio. verbessert. Ursächlich für die Abweichung zum Budgetwert EUR -0,3 Mio. ist die noch zu geringe Gesamtleistung. Ergebnisveränderungen im Bereich der Auftragsabwicklung bewegten sich auf dem Niveau der Erwartungen. Das EBT in Höhe von EUR -0,1 Mio. beinhaltet mit EUR 1,8 Mio. das Ergebnis aus der Gewinnabführung der Otto Junker CM GmbH und liegt um EUR 1,0 Mio. über dem Vorjahreswert von EUR -1,1 Mio. Die Bilanzsumme ist mit EUR 94,2 Mio. gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Das Anlagevermögen ist dabei im Wesentlichen durch den Verkauf von Fondsanteilen um EUR 2,3 Mio. gesunken. Das Umlaufvermögen erhöhte sich um EUR 4,4 Mio. insbesondere aufgrund gestiegener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (EUR 2,0 Mio.) und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (EUR 2,3 Mio.). Die Eigenkapitalquote reduzierte sich leicht von 22,8 % im Vorjahr auf nun 21,8 %. Die Rückstellungen sind im Wesentlichen geprägt durch Pensionsrückstellungen und noch ausstehende Rechnungen für abgerechnete Projekte. III. Prognosebericht Weltwirtschaft Aufgrund der aktuellen geopolitischen Situation bleibt auch der Ausblick auf 2023 wieder von hoher Unsicherheit geprägt. Zwar ist die Corona-Pandemie aus jetziger Sicht weitgehend überstanden aber die in ihrer Folge aufgetretenen Störungen in den internationalen Liefer- und Wertschöpfungsketten dauern - wenn auch in geringerem Umfang - noch an. Die im vergangenen Jahr in China über einen langen Zeitraum hinweg verfügten Einschränkungen aufgrund der umfangreichen Lockdowns wurden vollständig aufgehoben und haben eine seit Ende 2022 deutlich sichtbare Belebung der Nachfrage ermöglicht, die in unserer lokalen Gruppengesellschaft JMS nach langer Durststrecke zu nennenswerten Auftragseingängen im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023 geführt haben. Der im Februar 2022 begonnene Angriffskrieg Russlands in der Ukraine dauert zum Zeitpunkt der Berichterstellung unverändert an. Die seit Kriegsbeginn kontinuierlich verschärften Sanktionsmaßnahmen der Europäischen Union gegen Russland und Weißrussland haben die Geschäftsbeziehungen zu diesen Absatzmärkten für die Otto Junker Gruppe weitestgehend zum Erliegen gebracht. Das damit in der Vergangenheit durchschnittlich erreichte Umsatzvolumen hatte einen schwankenden Anteil von rd. 5% am Gesamtumsatz und muss zukünftig kompensiert werden. Der Internationale Währungsfonds hat seine Erwartungen zur wirtschaftlichen Entwicklung im April 2023 unter Einbeziehung dieser Weltlage turnusgemäß veröffentlicht. Er geht nach 2022 (+3,4 %) von einem zukünftig weiteren Wachstum der Weltwirtschaft aus, das nun für die Jahre 2023 und 2024 mit +2,8 % und +3,0 % prognostiziert wird. Erwartet wird für die Industriestaaten nach einer Inflationsrate von 7,3 % in 2022 für 2023 ein weiterhin hohes Inflationsniveau von 4,7 % und eine Reduktion auf 2,6 % in 2024. In den wesentlichen Absatzmärkten des Otto Junker Konzerns lauten die aktuellen Prognosen des IWF zum Wirtschaftswachstum 2023 wie folgt:
Quelle: IMF World Economic Outlook Update April 2023 Deutsche Konjunktur Für das Gesamtjahr 2023 erwartet der Sachverständigenrat der Bundesregierung eine nur leichte Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von 0,2 % mit einem Anstieg auf 1,3 % im Folgejahr 2023. Auch wird von einer weiterhin sehr hohen Inflationsrate von 6,6 % in 2023 ausgegangen, die im Folgejahr auf 3,0 % zurückgehen soll. Quelle: Pressemitteilung aktualisierte Konjunkturprognose 2023 des Sachverständigenrats der Bundesregierung, März 2023 Otto Junker Konzern Die konjunkturelle Entwicklung, der Leistungs- und Kostenverlauf, die technologische Entwicklung und die Finanzierungssicherheit bedingen den Gesamterfolg der Otto Junker Gruppe. Das anhaltend hochvolatile geopolitische Umfeld führt weiter zu erheblichen Unsicherheiten im Hinblick auf verbindliche Auftragseingangs- und Geschäftsprognosen. Der turnusmäßige Budgetierungsprozess im Otto Junker Konzern wurde Ende 2022 abgeschlossen und am 15.12.2022 im Aufsichtsrat verabschiedet. Im Anlagenbau der Otto Junker GmbH gehen wir für 2023 von einem ähnlich hohen Bestellvolumen wie im Berichtsjahr aus; auch das Servicegeschäft ist auf dem Niveau von 2022 geplant. Die zusätzliche Fokussierung auf den Service ist ausschlaggebend für das in den Folgejahren geplante weitere stabile Wachstum. In 2023 und den anschließenden Planjahren wird für alle Tochtergesellschaften von einer stetig positiven Entwicklung ausgegangen. Der erfreuliche Geschäftsanstieg der Otto Junker CM GmbH wird durch die zwischenzeitlich in Betrieb genommene Erweiterungsinvestition in eine CNC Fräsmaschine für die maschinelle Bearbeitung und den zugehörigen Hallenumbau erheblich unterstützt. Die Investition in eine Generalüberholung einer bereits vorhandenen weiteren Bearbeitungsmaschine wurde durch den Aufsichtsrat genehmigt und befindet sich in der Umsetzung. In den beiden US amerikanischen Tochtergesellschaften sind zusätzliche Service-Aktivitäten und damit verbunden eine leichte Steigerung des Geschäftsvolumens geplant. Für die JMS China ist in 2023 eine erhebliche Steigerung des Auftragseingangsvolumens gegenüber 2022 budgetiert. Vor diesem Hintergrund wurde der Konzernauftragseingang in 2023 mit EUR 184 Mio. (Ist 2022 EUR 164 Mio.) geplant. Das Gesamtleistungsbudget 2023 beträgt EUR 160 Mio. (Ist 2022 EUR 135 Mio.). Im Konzern wird für 2023 ein EBIT von EUR 2,5 Mio. und ein EBT von EUR 0,5 Mio. geplant. In der Planung des Konzernergebnisses 2023 erwarten alle Tochtergesellschaften ein positives EBT. Die Otto Junker GmbH plant für das Geschäftsjahr 2023 ein leicht negatives EBIT von EUR -0,7 Mio. und ein positives EBT von EUR 0,1 Mio. bei einem Umsatz von rd. EUR 69 Mio. Die im Bestand befindlichen Aufträge werden zum größten Teil nach 2023 ausgeliefert und können daher erst im Folgejahr abgerechnet werden. Wesentlich für die Ergebniserreichung ist die termin- und kalkulationsgerechte Bearbeitung der bestehenden und erwarteten Aufträge, um die Anarbeitung in die Gesamtleistung und die budgetierten Deckungsbeiträge zu erreichen. Geplant wurden ein Auftragseingang von EUR 98 Mio. und eine Gesamtleistung in Höhe von EUR 83 Mio. III. Chancen- und Risikobericht Der am 24. Februar 2022 begonnene Angriffskrieg Russlands verbunden mit dem Einmarsch in Grenzgebiete der Ukraine hat zeitlich nach der weitgehenden Überwindung der Corona Pandemie erneut erhebliche Unsicherheiten für die getroffenen Einschätzungen im Rahmen der Zukunftsprognosen zur Folge. Unterbrechungen und Verzögerungen in den weltweiten Liefer- und Leistungsketten bestehen weiterhin und können negative Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit nehmen. Wir sind davon überzeugt, dass mit den nachfolgend aufgeführten Maßnahmen sowie den vorhandenen Möglichkeiten zur Reaktion auf etwaige in mittlerer Sicht erneut auftretende Auslastungsschwankungen wirksame Instrumente für ein Gegensteuern (z. B. die Nutzung von Kurzarbeit) zur Verfügung stehen und im Bedarfsfall kurzfristig eingesetzt werden können. Wie bereits erwähnt belief sich der Anteil russischer und belarussischer Kundenaufträge am gesamten Geschäftsvolumen des Otto Junker Konzerns in den vergangenen Jahren auf durchschnittlich ca. 5 % und stellt damit kein existenzielles Risiko dar. Dennoch ist darauf hinzuweisen, dass das Ausmaß unvorhersehbarer weltweiter Folgen der Kriegsereignisse aktuell nicht abschließend beurteilt werden kann und daher auch die weiter oben genannten Prognosen für die deutsche und internationale Konjunkturentwicklung unter größerer Unsicherheit stehen. Dies gilt es erneut bei der Einordnung der nachfolgenden Erläuterungen zu berücksichtigen. Im Otto Junker Konzern wird ein umfassendes Risikomanagementsystem für das weitgehende Vermeiden und Reduzieren der im Anlagenbau typischen Vertrags- und sonstigen Risiken eingesetzt. Mögliche Abwicklungs- und Kostenerhöhungsrisiken werden im Rahmen von regelmäßigen Durchsprachen auf der Basis vorgegebener Berichtsformate möglichst frühzeitig identifiziert und bereits im Rahmen des Angebotserstellungsprozesses beurteilt und bewertet. Dies wird seit einigen Jahren auch durch die Nutzung sogenannter "Risk Gates" bei der Angebotsselektion und -erstellung unterstützt, anhand derer die Ermittlung, Einleitung und Überwachung von Gegenmaßnahmen gesteuert werden. Bestandteil der Maßnahmen zur Reduzierung von Abwicklungsrisiken ist auch die fortgeführte Stärkung des Projektmanagements. Auf der Basis der gewonnenen Einschätzungen werden bei der Angebotskalkulation zusätzlich spezifische und pauschale Sicherheitsreserven gebildet. Schwankende Rohstoff- und Komponentenbeschaffungspreise beinhalten Chancen aber auch Risiken für die Geschäftstätigkeit des Otto Junker Konzerns. Internationales Sourcing, frühzeitige und vorausschauende Bestellungen sowie die Sicherung von Lieferkontingenten und ergänzend die rechtzeitige Abstimmung des Vertriebs mit dem Einkauf zu erkennbaren Preisentwicklungen wirken hier risikoreduzierend. Dem Risiko, zukünftiger Nachfrage mangels fehlender Produkte nicht nachkommen zu können, stellt der Otto Junker Konzern seine zielgerichteten und seit Jahren unverändert umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten entgegen (siehe dazu den gesonderten Bericht). Dies bietet die klare Chance zur zusätzlichen positiven Differenzierung vom Wettbewerb und steht mit der langjährigen Zusammenarbeit mit den Partnern RWTH und FH Aachen auf einem soliden Fundament, das auch die Sicht von Externen in die eigene Arbeit einbezieht. Dem Risiko eines nicht ausreichend gedeckten Finanzbedarfs wird im Otto Junker Konzern durch bestehende kombinierte Bank- und Versicherungslinien für Aval- und Barkredite sowie durch zumindest liquiditätsneutrale Zahlungsbedingungen bei den Langfristaufträgen begegnet. Die auf Basis des vorhandenen Auftragsbestands und der budgetierten Auftragserwartungen erstellte Finanzplanung zeigt für das laufende Geschäftsjahr und die folgenden 2 Jahre eine ausreichende Durchfinanzierung des Unternehmens. Ein etwaiger ungeplanter und über die bestehenden Kreditlinien hinausgehender Finanzbedarf kann aus eigenen Mitteln, die in Form von kurzfristig liquidierbaren Wertpapieren in einem Umfang von mehr als EUR 5 Mio. vorhanden sind, befriedigt werden. Zur Vermeidung von Währungsrisiken werden für Aufträge der inländischen Gesellschaften überwiegend Zahlungen in Euro vereinbart; ansonsten werden Kurssicherungen in Form von Devisentermingeschäften vorgenommen. Für den Konzern übernimmt die Otto Junker GmbH als Obergesellschaft die Absicherung der Währungsrisiken. Die Otto Junker GmbH ist aufgrund der Exportorientierung politischen Risiken aus den Abnehmerländern ausgesetzt. Diese werden zeitnah beobachtet und soweit möglich durch geeignete Maßnahmen gemindert. Zur Mitarbeiterförderung hat die Otto Junker Gruppe bereits seit 2018 verschiedene Entwicklungsprogramme zur Qualifizierung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen initiiert und führt diese kontinuierlich fort.
Simmerath, 31. Mai 2023 Die Geschäftsführung Erik Mίček Rainer Kiechl Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Otto Junker GmbH, Simmerath Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Otto Junker GmbH, Simmerath, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Lagebericht") der Otto Junker GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 1. Juni 2023 KPMG
AG
Salzmann, Wirtschaftsprüferin Kaufmann, Wirtschaftsprüfer |
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