Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 106562
Vorher
gatus 287. GmbHRISER Informationsdienst GmbH
Eingetragen
15.3.2007
Branche
Bauträger für WohngebäudeKauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und NichtwohngebäudenBauträger für andere Gebäude und Bauwerke
Gegenstand
Die Entwicklung, Bereitstellung in jeglicher Form, der Betrieb und die Vermarktung eines europaweiten Einwohnermeldeauskunftdienstes und die Entwicklung und der Vertrieb von Software, der Betrieb von online-Diensten sowie die Erbringung aller damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen. Sie kann bebaute und unbebaute Grundstücke sowie grundstücksgleiche Rechte erwerben und veräu- ßern, soweit dies nicht Erlaubnispflichtig nach § 34c Gewerbeordnung ist.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Peter Grundmann
seit 11.7.2025
Prokura
Ute Fuchs
seit 26.9.2022
Prokura
Carsten Welp
seit 2.9.2021
Prokura
Arne Baßler
seit 4.10.2016
Geschäftsführer
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Deutsche Post Adress GmbH & Co. KG
Germany
200.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

RISER ID Services GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Beschreibung der Geschäftsmodells der Gesellschaft

Die RISER ID Services GmbH (RISER) ist ein One-Stop-Service-Provider für die Melderegisterauskunft aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die aktuelle Adresse wird im Kundenauftrag datenschutzgerecht 1 und auf Grundlage des Bundesmeldegesetzes direkt beim zuständigen Einwohnermeldeamt ermittelt. RISER realisiert für Unternehmen und Organisationen unterschiedlichster Branchen eine gebündelte elektronische Adressauskunft aus dem amtlichen Melderegister der Gemeinden, Kommunen und Bundesländer sowie die gesamte prozessuale Abwicklung und Abrechnung. Das Produkt- und Leistungsangebot der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2023 im Wesentlichen unverändert zum Vorjahr.

Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft

Im Jahr 2023 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands rund 4,12 Billionen €, nominal ist das BIP dabei kräftig gestiegen. 2 Dies liegt allerdings in der Inflation begründet, preisbereinigt ist die deutsche Wirtschaft im letzten Jahr in eine Rezession gerutscht. Das reale Bruttoinlandsprodukt sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 %. Nach der Corona-Krise und dem wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 erhoffte sich die deutsche Wirtschaft eine Regeneration in den Folgejahren. Durch den Krieg in der Ukraine, steigende Energiepreise und Rekordinflation fiel die ökonomische Regeneration im Jahr 2022 jedoch geringer aus, im Jahr 2023 kam es zu einer Rezession. 3

Im 4. Quartal 2023 ist das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem 3. Quartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 % gesunken. Im ersten Quartal des Jahres gab es ein leichtes Wachstum von 0,1 %. In den zwei folgenden Quartalen stagnierte die Wirtschaftsleistung. Im Vergleich zum 4. Quartal des Vorjahres sank das BIP preisbereinigt um 0,4 %. Durch den Krieg in der Ukraine stiegen die Energiekosten in Deutschland massiv an und lösten eine Energiekrise aus. In nahezu allen Konsumbereichen kam es zu einem Preisanstieg, die Inflation kletterte in Rekordhöhen. All diese Faktoren wirken sich negativ auf die konjunkturelle Lage in Deutschland aus und bremsen das Wirtschaftswachstum. 4

1 Gemäß EuroPriSe-Datenschutzsiegel
2 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4878/umfrage/bruttoinlandsprodukt-von-deutschland-seit-dem-jahr-1950/
3 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2112/umfrage/veraenderung-des-bruttoinlandprodukts-im-vergleich-zum-vorjahr/
4 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157047/umfrage/entwicklung-des-bip-in-deutschland/

Die konjunkturelle Lage in Deutschland im Jahr 2023 war somit von den Auswirkungen einer Reihe von krisenhaften Erscheinungen geprägt, die u.a. im Zusammenhang mit der Bewältigung der Folgen der weltweiten Corona-Pandemie und dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine ausgelöst wurden und die gerade in 2022 anlaufende konjunkturelle Erholung wieder zunichtemachte.

Im Laufe des Jahres kamen sich verstärkende Effekte aus Flüchtlingsbewegungen, Turbulenzen an den internationalen Energiemärkten und Rekordinflation hinzu. Durch die anhaltenden Zinssteigerungen der Europäischen Zentralbank endete auch die jahrelange Niedrigzinsphase, was einen starken Einfluss auf den Finanzsektor hatte. Die Auswirkungen auf das Geschäft der RISER sind dabei genereller Natur und äußern sich vor allem in gestiegenen bzw. weiter steigenden Kosten für Gebühren und öffentlich-rechtliche Entgelte, Miete, Personal und Energie. Auf der Nachfrageseite erholten sich die Anfragevolumina aus dem privatwirtschaftlichen Sektor in der Anschriftenermittlung z.B. im Zuge der gestiegenen Volumina im Forderungsmanagement und weiter steigender gesetzlichen Vorgaben zur kontinuierlichen Validierung von Kundendaten in der Finanzwirtschaft und im gesetzlich regulierten Gesundheitssektor.

Darstellung des Geschäftsverlaufs und der Lage der Gesellschaft

Die Umsatzerlöse stiegen im Geschäftsjahr 2023 um 2,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Dies war auf eine Steigerung der privatwirtschaftlichen Anfragen aus dem Finanzsektor (Banken, Versicherungen, Inkasso) sowie Anfragesteigerungen behördlicher Anfrager (z.B. für Adressbestätigungen für gesetzliche Krankenkassen, berufsständische Rentenversorgungswerke, Unternehmen der öffentlichen Hand) zurückzuführen. Durch die weitere Anbindung von Kommunen an digitale Melderegisterverfahren sind proportional geringere Aufwendungen für bezogene Leistungen (in Form von transaktionsbezogenen Gebühren und öffentlich-rechtlichen Entgelten der Gemeinden, Kommunen und Bundesländer für die Erteilung der elektronischen Adressauskünfte) angefallen. Dem entgegen wirkte im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg bei den Personalkosten und den sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Letztere haben im Zuge von gestiegenen Gebäudeinklusive der Nebenkosten sowie Einmalaufwand für einen Standortwechsel zugenommen. Hinzu kamen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Verbesserung der IT-Sicherheit sowie Kosten im Zusammenhang mit der erneuten Zertifizierung des EuroPriSe-Datenschutz-Siegels, welche am Ende des Geschäftsjahres erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Der Jahresüberschuss verzeichnete in Summe der zuvor erläuterten Effekte vor allem aufgrund des Umsatzwachstums und der nur unterproportional gestiegenen Aufwendungen für bezogene Leistungen im Geschäftsjahr 2023 einen Anstieg von 9,9 % auf T€ 2.330 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Gesellschaft stieg zum Bilanzstichtag auf T€ 7.296 (Vorjahr: T€ 6.751). Erläuterungen zum Anlagevermögen enthält der Abschnitt "Investitionen". Das Umlaufvermögen machte mit T€ 7.237 den wesentlichen Teil des Vermögens aus. Es stieg gegenüber dem Vorjahr um T€ 614 im Wesentlichen aufgrund zum Stichtag um T€ 736 höherer Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie zum Stichtag um T€ 78 höherer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen T€ 3.911 auf Forderungen aus dem Cash-Pooling mit der Gesellschafterin Deutsche Post Adress GmbH & Co. KG, Gütersloh (DP Adress).

Die sonstigen Vermögensgegenstände sanken von T€ 311 im Vorjahr auf T€ 111. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung der Forderungen aus Körperschaft- und Gewerbesteuer.

Das Eigenkapital beträgt T€ 2.559. Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2022 von T€ 2.120 wurde in voller Höhe ausgeschüttet. Bezogen auf die Bilanzsumme ergibt sich eine unveränderte Eigenkapitalquote von 35 %.

Die Rückstellungen erhöhten sich zum Vorjahr um T€ 278. Im Wesentlichen durch gestiegene Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen stiegen die sonstigen Rückstellungen um T€ 222 über die Höhe des Vorjahres auf T€ 3.844 (Vorjahr: T€ 3.622) und waren hauptursächlich für die Erhöhung.

Die Verbindlichkeiten stiegen in Summe um T€ 57 auf T€ 605. Die Verbindlichkeiten aus dem Liefer- und Leistungsverkehr verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um T€ 164 und die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sanken um T€ 13. Die sonstigen Verbindlichkeiten stiegen um T€ 208. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer in Höhe von T€ 317 (Vorjahr: T€ 105) sowie aus Lohnsteuer in Höhe von T€ 17 (Vorjahr: T€ 19) enthalten.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Die Umsatzerlöse stiegen im Geschäftsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 2,8 % von T€ 29.184 auf T€ 30.003.

Die Umsatzentwicklung ist im Wesentlichen auf zwei gegenläufige Effekte zurückzuführen.

Erstens sank die gruppeninterne Nachfrage nach Einwohnermeldeamtsanfragen mit der Gesellschafterin DP Adress erneut leicht im Vergleich zum Vorjahr. Dieses war auf eine kontinuierliche Verschiebung der Wertschöpfung hin zu alternativen, effizienteren und kostengünstigeren Recherche-Produkten zurückzuführen. Der zweite Effekt war eine Steigerung der Nachfragemengen gruppenexterner Großkunden, welche durch ebenfalls gesteigerte externe Neu- und Bestandskundenmengen außerhalb dieses Segments (z.B. von öffentlichen Einrichtungen wie gesetzlichen Krankenkassen) verstärkt werden konnten.

Der Umsatz-Planwert von T€ 31.957 wurde mit einer Abweichung von -6,5 % nicht vollständig erreicht, da der erstgenannte Effekt stärker als geplant auf den Umsatz wirkte und die Planüberschreitung durch den zweitgenannten Effekt überkompensierte.

Das Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss stieg um T€ 210 bzw. 9,9 % auf T€ 2.330 gegenüber T€ 2.120 im Geschäftsjahr 2022. Das erzielte EBIT von T€ 3.313 übertraf mit 2,6 % den Planwert von T€ 3.230 und den Vorjahreswert von T€ 3.000.

Hier wirkten sich bei gestiegenem Gesamtumsatz vor allem die nur unterproportional gestiegenen Aufwendungen für bezogene Leistungen (aufgrund verändertem Umsatz-Mix hin zu öffentlichen Anfragern in Verbindung mit verbesserter Anbindungsquote in der digitalen Melderegisterauskunft) ergebnisverbessernd aus.

Durch die forcierte Neuanbindung weiterer Kommunen an die digitale Melderegisterauskunft konnten zudem innerhalb der bezogenen Leistungen kostenintensive schriftliche Anfragen durch günstigere elektronische Auskünfte ersetzt werden. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um T€ 175 resultiert vor allem aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 10,2 % bzw. T€ 70 über das Niveau des Vorjahres. Hauptursache hierfür waren gestiegene Gebäudekosten, u.a. für Mietsteigerungen und Auszugsvorbereitung am alten Bürostandort, sowie Suchkosten und Aufwendungen im Rahmen der Umzugsvorbereitung an einen neuen, kostengünstigeren Bürostandort im ersten Quartal 2024. Hinzu kamen vor dem Hintergrund der höheren Reise- und Veranstaltungsfrequenz gestiegene Ausgaben für Marketing und Vertrieb sowie für die Verbesserung der IT-Sicherheit und Zertifizierung des Datenschutzniveaus mit dem EuroPriSe-Siegel. Der Personalaufwand stieg im Zuge von Gehaltssteigerungen, Inflationsausgleichszahlungen und Altersteilzeitaufwendungen um 4,6 % bzw. T€ 70.

Investitionen

In 2023 erfolgten Investitionen von über T€ 24 in das Anlagevermögen im Wesentlichen in Betriebs- und Geschäftsausstattung mit Anschaffungen für die Umsetzung der Schutzmaßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit der RISER sowie für die Modernisierung der IT-Ausstattung und Kommunikationstechnologie im Zuge des mobilen Arbeitens.

Finanzierungsmaßnahmen bzw. -vorhaben

In 2023 ergaben sich keine Finanzierungsmaßnahmen. Die Gesellschaft weist keine Fremdmittelaufnahmen aus. Die Finanzierung erfolgt aus Eigenmitteln. Wesentliche Finanzierungsvorhaben bestehen nicht.

Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Risiken in Bezug auf behördliche Gebühren und Entgelte:

Mit Unsicherheit behaftet bleibt ebenfalls die Entwicklung der Einwohnermeldeamtsgebühren und -entgelte. Im Geschäftsjahr 2023 wurden erneut für einige Bundesländer unterjährig teilweise erhebliche Erhöhungen umgesetzt und fanden ihren Niederschlag in den Geschäftszahlen. Aufgrund der stark steigenden Personal- und Sachkosten seitens der kommunalen Betreiber der IT-gestützten Melderegister (u.a. durch Tarifabschlüsse, IT-Fachkräftemangel und anhaltend hohen IT-Investitionsbedarf aufgrund von steigenden Cyberrisiken, hohe Inflation und gestiegene Energiepreise) wird für die Folgejahre mit weiteren Gebühren- und Entgeltsteigerungen gerechnet.

Infolgedessen besteht aufgrund der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anhaltend das Risiko, dass die Nachfrage nach Einwohnermeldeamtsanfragen aufgrund einer Verlagerung von Adressrecherchen auf kostengünstigere staatliche oder privatwirtschaftliche Alternativangebote sinken könnte. Damit würden auch Menge, Umsatz und Rohertrag negativ beeinflusst. Durch Prozessoptimierungen und anhaltend hohe Serviceorientierung soll die Wirtschaftlichkeit im Bereich der Adressrecherche auch zukünftig sichergestellt werden.

IT-Sicherheits- und Datenschutzrisiken:

Aufgrund des transaktionsorientierten, digitalen Geschäftsmodells der RISER bestehen insbesondere Risiken im Bereich der IT- und Netzwerksicherheit sowie in Bezug auf Datenschutz. Treten diese ein, kann die RISER ihre Kernleistung nicht oder nur zeitlich bzw. regional eingeschränkt erbringen, so dass es bei Eintritt unmittelbar zu einer Verringerung der geplanten Mengen und damit des Umsatzes und des Rohertrags kommen könnte.

2023 wurde der gruppenübergreifenden Maßnahmenplan zur Verbesserung der IT-, Daten- und Netzwerk-Sicherheit in Form von zahlreichen technischen und organisatorischen Anpassungen fortgeführt. Zudem wurde intensiv an der weiteren Verbesserung des internen Kontrollsystems für das Risikomanagement gearbeitet.

Der Abschluss des Programms wurde mit Erreichen des entsprechenden konzernintern ermittelten Reifegrades in 2023 erreicht und wird nun überwacht und gehalten. Zudem wurde die RISER im Rahmen eines konzerninternen Reviews durch die Konzernobergesellschaft Deutsche Post AG überprüft.

Darüber hinaus wurde die Datenschutz-Rezertifizierung von RISER durch die Verleihung des EuroPriSe-Zertifikats abgeschlossen. Im Dezember 2023 wurde ein entsprechendes Siegel mit Gültigkeit bis 2026 durch die Zertifizierungsstelle EuroPriSe Cert GmbH, Bonn, erteilt. 5 Dabei kam erstmals ein grundsätzlich überarbeiteter, von der Datenschutzaufsichtsbehörde in Nordrhein-Westfalen genehmigter Kriterienkatalog für Auftragsverarbeiter in Vorbereitung einer späteren Zertifizierung gemäß Artikel 42 der Europäischen Datenschutzgrundverordnung zur Anwendung. Im Januar 2024 erhielt die EuroPriSe Cert GmbH als eine der ersten Zertifizierungsstellen eine Akkreditierung gemäß Artikel 43 der Europäischen Datenschutzgrundverordnung. 6

Durch Priorisierung des Bereiches Datenschutz und das stringente Geschäftsmodell der reinen Einwohnermeldeamtsanfragen im Wege der Auftragsverarbeitung wird davon ausgegangen, dass den zukünftigen gesetzlichen Rahmenbedingungen bestens entsprochen werden kann.

Chancen und Risiken durch weitere Digitalisierung der Melderegisterauskunft und des behördlichen Identitätsmanagements:

Aufgrund des transaktionsorientierten, digitalen Geschäftsmodells der RISER bestehen insbesondere Chancen durch die weitere Digitalisierung der Kernleistung der RISER. Der Eintritt dieser Chancen könnte unmittelbar zu einer Erhöhung der geplanten Mengen und damit des Umsatzes und des Rohertrags führen, da digitale Melderegisterauskünfte stärker nachgefragt werden als konventionelle Anfragen auf schriftlichem oder persönlichem Weg direkt im Amt und ohne Einschaltung eines Auftragsverarbeiters. Bei Eintritt der Risiken wäre mit einer Verringerung der Mengen und damit des Umsatzes und des Rohertrags zu rechnen.

Die zeitliche Entwicklung im Bereich der flächendeckenden elektronischen Abwicklung von Meldeauskünften (unter Anderem unterstützt durch die Neuauflage des Onlinezugangsgesetzes) bietet eine anhaltende Chance zur weiteren Digitalisierung der Melderegisterauskunft und damit einen begünstigenden Faktor für das Geschäft der RISER. Neue Verwaltungsvorhaben wie die Registermodernisierung, Gesetzesinitiativen zum Bundesmeldegesetz, zur elektronischen Patientenakte (ePA) im Gesundheitswesen oder die Digitalisierungsvorhaben der Bundesregierung im Bereich digitale Identitäten (elD) bieten sowohl Risiken als auch Chancen je nach der praktischen Umsetzung als Alternativ-Angebot oder unter Nutzung der RISER-Leistungen.

5 https://euprivacyseal.com/europrise-zertifikatslisten/
6 https://euprivacyseal.com/europrise-neuigkeiten/

Chancen ergeben sich kontinuierlich aus der Erschließung neuer Services (z.B. Dienstleistungen im Bereich des digitalen Identitätsmanagements (elD), Postrücklauf-Management für Massenaussendungen wie elektronische Gesundheitskarten (für die ePA) durch die öffentliche Verwaltung bzw. sonstige öffentliche Stellen), die im Jahr 2023 weiter erfolgreich am Markt platziert werden konnten. Durch eine internationale Ausrichtung und das Vorhandensein der technischen Voraussetzungen in Form von automatisierten und elektronisch abgewickelten Prozessen, qualifiziertem Personal und technologischen Plattformen ist das Unternehmen diesbezüglich gut aufgestellt.

Als Technologieunternehmen zeichnet sich RISER durch Kompetenz in den Bereichen technische Innovationskraft, Prozesseffizienz und Kundenservice aus. Dadurch soll die erbrachte Marktleistung in Bezug auf Datenschutz, Kosten, Geschwindigkeit und Qualität im Bereich der Melderegisterauskunft auch zukünftig stetig verbessert und kontinuierlich um weitere, kerngeschäftsnahe Dienste (z.B. auf dem Gebiet der ePA bzw. elD) erweitert werden.

Forderungsausfall- und Liquiditätsrisiken:

Liquiditätsrisiken ergeben sich aufgrund des Geschäftsmodells der RISER in der begrenzten Zeitspanne zwischen Abrechnung der öffentlich-rechtlichen Gebühr einer digitalen Melderegisterauskunft mit dem entsprechenden Amt und der (Weiter-)Berechnung der entsprechenden RISER-Transaktion an den jeweiligen Auftraggeber. Dem wird durch Gestaltung und Überwachung der entsprechenden Zahlungsziele entgegengewirkt. Insbesondere das Liquiditätsrisiko wird, auch aufgrund der entsprechenden Cash-Pooling-Vereinbarungen mit der Gesellschafterin, als gering eingeschätzt.

Dem Forderungsausfallrisiko wird durch Wertberichtigung auf Forderungen Rechnung getragen. Hinzu kommt für ausgewählte Forderungen eine Forderungsausfall-Versicherung. Das Schadens-Risiko diesbezüglich wird daher als gering eingeschätzt.

Geschäftsplanung und Ausblick

Die Geschäftsplanung der RISER beruht auf einer detaillierten Absatzplanung pro Bestandskunde bzw. im Kundensegment der Neukunden. Hierzu werden unter Zuhilfenahme historisch basierter Hochrechnungen, aktueller Informationen und persönlicher Einschätzungen des Vertriebsbereichs Annahmen für die Anfragemengen, -gebühren und -preise getroffen und daraus Umsatz- und Rohertragswerte prognostiziert. Darüber hinaus wird eine detaillierte Prognose der erwarteten Personal- und Sachaufwendungen erstellt, so dass sich ein erwarteter Planwert für das EBIT ergibt.

Für die Geschäftsplanung wird auf dieser Basis davon ausgegangen, dass der Umsatz von T€ 30.003 auf T€ 30.530 und das EBIT (von T€ 3.313 auf T€ 3.502) im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 erneut gesteigert werden können.

 

Berlin, den 12. Februar 2024

Arne Baßler, Geschäftsführer

HRB Nr. 106562 Amtsgericht Charlottenburg

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software sowie gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 628,00 1.841,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 548,00 679,00
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 56.023,00 85.748,00
57.199,00 88.268,00
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.305.745,03 1.227.829,67
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 5.820.018,31 5.083.559,88
3. Sonstige Vermögensgegenstände 110.971,52 310.872,07
7.236.734,86 6.622.261,62
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 340,90 578,30
7.237.075,76 6.622.839,92
C. Rechnungsabgrenzungsposten 2.127,00 40.062,99
7.296.401,76 6.751.170,91

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 200.000,00 200.000,00
II. Gewinnvortrag 28.401,00 28.401,00
III. Jahresüberschuss 2.330.118,73 2.119.738,16
2.558.519,73 2.348.139,16
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 236.027,00 233.479,00
2. Steuerrückstellungen 53.214,10 0,00
3. Sonstige Rückstellungen 3.843.928,89 3.621.662,68
4.133.169,99 3.855.141,68
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 222.127,95 386.442,09
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 40.449,95 27.378,45
3. Sonstige Verbindlichkeiten 342.134,14 134.069,53
(davon aus Steuern € 333.865,55; Vorjahr € 124.567,51)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 2.910,24; Vorjahr € 2.733,21)
604.712,04 547.890,07
7.296.401,76 6.751.170,91

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
1. Umsatzerlöse 30.003.325,49 29.184.039,40
2. Sonstige betriebliche Erträge 237.760,00 62.444,89
(davon aus Währungsumrechnung € 36,59; Vorjahr: € 0,00)
30.241.085,49 29.246.484,29
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen -24.516.807,73 -23.965.725,29
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -1.396.419,47 -1.334.027,46
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -221.753,13 -213.659,87
(davon für Altersversorgung € 879,48; Vorjahr: € 9.051,22)
-1.618.172,60 -1.547.687,33
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen -39.692,65 -49.562,29
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -753.276,53 -683.583,20
(davon aus Währungsumrechnung € 375,70; Vorjahr: € 0,00)
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 37.276,58 4.528,44
(davon aus verbundenen Unternehmen € 37.276,58; Vorjahr: € 3.852,44)
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -9.276,00 -3.950,00
(davon aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen € 9.276,00; Vorjahr: € 3.950,00)
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.011.017,83 -880.766,46
10. Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss 2.330.118,73 2.119.738,16

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben

Die Firma RISER ID Services GmbH hat ihren Sitz in Berlin. Die Gesellschaft ist unter der Handelsregister-Nummer HRB 106562 im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin (Charlottenburg) eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss unserer Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 ist nach den allgemeinen handelsrechtlichen Vorschriften (§§ 238 ff. HGB) und den ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften und bestimmte Personenhandelsgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) aufgestellt worden. Ergänzend hierzu waren die Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung zu beachten.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

II. Bilanzierung und Bewertung

Die im Vorjahr angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden grundsätzlich beibehalten.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten unter Berücksichtigung linearer Abschreibungen bewertet. Die Nutzungsdauern entsprechen den betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern von 3 - 5 Jahren.

Die Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten, vermindert um lineare Abschreibungen, bewertet. Abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die selbständig nutzungsfähig sind und deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten € 800 nicht übersteigen (Geringwertige Wirtschaftsgüter), werden, in analoger Anwendung des § 6 Abs. 2 EStG, im Jahr der Anschaffung sofort abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis € 250 werden sofort als Aufwand gezeigt und nicht mehr im Anlagengitter ausgewiesen. Von € 250 bis € 800 erfolgt eine sofortige Abschreibung in voller Höhe. Bei Anschaffungskosten über € 800 erfolgt eine Aktivierung und Abschreibung über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Die Nutzungsdauern der einzelnen Anlagenklassen orientieren sich an den amtlichen Afa-Tabellen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Kassenbestände und die Guthaben bei Kreditinstituten sind mit dem Nennbetrag angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wird zum Nennwert der Ausgaben vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das Eigenkapital ist zum Nominalwert angesetzt.

Die Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfolgt nach der Projected-Unit-Credit-Methode. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "HEUBECK-RICHTTAFELN 2018 G" verwendet. Der Marktzinssatz beläuft sich per 31. Dezember 2023 auf 1,83 % p.a. (Vorjahr: 1,78 % p.a.). Der Rententrend wurde unverändert mit 2,25 % p.a. (unmittelbare einzelvertragliche Altersversorgungszusagen) bzw. 1,00 % p.a. (Verpflichtungen aus Deferred Compensation) berücksichtigt. Die Fluktuation wurde mit 1,7 % p.a. berücksichtigt, der Trend der Entgelte mit 3 % p.a.

Entsprechend § 253 Abs. 2 HGB erfolgte die Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen auf Grundlage eines zehnjährigen Durchschnittszinssatzes. Hierbei wird eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen.

Die Bewertung der Altersteilzeitverpflichtungen erfolgte für die Handelsbilanz nach den Regelungen der IDW-Stellungnahme IDW RS HFA 3 vom 19. Juni 2013. Sie wurden mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Jahre gemäß § 253 Abs. 2 HGB auf den Bilanzstichtag abgezinst. Es wurden ein Zinssatz von 0,99 % p.a. und ein Gehaltstrend von 2,0 % p.a. zugrunde gelegt. Sofern im Einzelfall die Restlaufzeit der Altersteilzeitverpflichtung weniger als 12 Monate beträgt, wird bei der Rückstellungsermittlung keine Abzinsung berücksichtigt.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der Posten des Anlagevermögens ist dem beigefügten Anlagenspiegel zu entnehmen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind wie zum Vorjahresstichtag innerhalb eines Jahres fällig mit Ausnahme des ausgewiesenen Rückgriffanspruchs aus der Verpflichtung aus Deferred Compensation. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen im Wesentlichen gegen die Gesellschafterin Deutsche Post Adress GmbH & Co. KG, Bonn, (im Folgenden: DP Adress) und resultieren in Höhe von T€ 3.911 (Vorjahr: T€ 3.460) aus Cash-Pooling. In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 1.804 (Vorjahr: T€ 1.518) enthalten. Für Verpflichtungen aus Deferred Compensation nach der Versorgungsordnung Deferred Compensation Post für außertarifliche Mitarbeiter wurden T€ 105 (Vorjahr: T€ 105) zurückgestellt. Aufgrund vertraglicher Vereinbarungen besteht ein Rückgriffsanspruch gegen die Deutsche Post AG in gleicher Höhe, der unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen wird.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beläuft sich unverändert auf T€ 200. Der Jahresüberschuss des Vorjahres (T€ 2.120) wurde in voller Höhe ausgeschüttet.

Rückstellungen

Die Pensionsrückstellungen belaufen sich auf T€ 236. Sie betreffen mit T€ 130 zwei unmittelbare einzelvertragliche Altersversorgungszusagen.

Für Verpflichtungen aus Deferred Compensation nach der Versorgungsordnung Deferred Compensation Post für außertarifliche Mitarbeiter wurden weitere T€ 106 (Vorjahr: T€ 105) zurückgestellt, für die ein Rückgriffsanspruch gegen die DPAG in gleicher Höheunter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen wird.

Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit dem zehnjährigen Durchschnittszinssatz und dem siebenjährigen Durchschnittszinssatz beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf T€ 3 (Vorjahr: T€ 16).

Die sonstigen Rückstellungen bestehen im Wesentlichen aus Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen in Höhe von T€ 3.477 (Vorjahr: T€ 3.358) und aus Verpflichtungen gegenüber dem Personal in Höhe von T€ 300 (Vorjahr: T€ 213).

Verbindlichkeiten

Alle Verbindlichkeiten haben wie zum Vorjahresstichtag eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und sind nicht besichert.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Sie bestehen in Höhe von T€ 29 (Vorjahr: T€ 26) gegenüber der Gesellschafterin DP Adress.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen mit T€ 358 Mietverpflichtungen (bis 2027) und mit T€ 55 Firmenwagen (Laufzeit bis zu 4 Jahre).

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse nahmen im Vergleich zum Vorjahr um T€ 819 auf T€ 30.003 zu und betreffen mit T€ 29.843 vor allem über RISER prozessierte Einwohnermeldeamtsanfragen. Die Erlöse wurden nahezu ausschließlich in Deutschland erzielt.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge resultieren in Höhe von T€ 213 (Vorjahr: T€ 33) aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen.

Aufwendungen für bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen belaufen sich auf T€ 24.517 (Vorjahr: T€ 23.966). Hiervon entfallen T€ 24.508 (Vorjahr: T€ 23.929) auf Aufwendungen in Form von öffentlichen Gebühren und kommunalwirtschaftlichen Transaktionsentgelten für im Kundenauftrag getätigte Einwohnermeldeamtsanfragen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen nahmen um T€ 70 auf T€ 753 zu. Hiervon entfallen T€ 192 (Vorjahr: T€ 149) auf Mietaufwendungen und weitere T€ 122 auf Beratungskosten (Vorjahr T€ 136).

Zinserträge und Zinsaufwendungen

Die Zinserträge in Höhe von T€ 37 (Vorjahr: T€ 5) betreffen mit T€ 37 (Vorjahr: T€ 4) Zinsen aus dem Cash-Pooling mit der Gesellschafterin DP Adress. Die Zinsaufwendungen betreffen im Wesentlichen die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen in Höhe von T€ 9 (Vorjahr: T€ 4).

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten mit T€ 530 (Vorjahr: T€ 478) die voraussichtliche Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und mit T€ 481 (Vorjahr: T€ 433) die voraussichtliche Gewerbesteuer für das Geschäftsjahr.

Zum Bilanzstichtag bestehen zeitliche Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz bei den Pensionsrückstellungen sowie den sonstigen Rückstellungen. Da die Differenzen zu aktiven latenten Steuern führen, wurde von dem Wahlrecht des § 274 Abs. 1 S. 2 HGB Gebrauch gemacht und auf einen Ansatz verzichtet.

V. Sonstige Angaben

Geschäftsführer der Gesellschaft:

Herr Arne Baßler, Berlin, Hauptberufliche Tätigkeit: Geschäftsführer der RISER ID Services GmbH

Die Gesellschaft wird in den befreienden Konzernabschluss der Deutsche Post AG, Bonn, (im Folgenden: DPAG) die den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt, einbezogen. Der Konzernabschluss der DPAG wird im Unternehmensregister veröffentlicht.

Die Angaben zum Abschlussprüferhonorar sind im Konzernabschluss der DPAG enthalten. Auf die Veröffentlichung an dieser Stelle wird daher aufgrund der befreienden Konzernklausel des § 285 Nr. 17 HGB verzichtet.

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Geschäftsführers wird unter Verweis auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Gesellschafterin der RISER ID Services GmbH ist die Deutsche Post Adress GmbH & Co. KG, Bonn.

Die Gesellschaft beschäftigte während des Geschäftsjahres durchschnittlich 22 Mitarbeiter (Vorjahr: 21 Mitarbeiter), wovon 10 Mitarbeiter in Vertrieb, Verwaltung und Kundendienst, 11 in der IT, Entwicklung und im Betrieb sowie ein Mitarbeiter als Assistent der Geschäftsführung tätig waren. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Angestellte.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte im Sinne des § 285 Nr. 3 HGB sind nicht vorhanden.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres

Berichtspflichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag lagen nicht vor.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss 2023 von € 2.330.118,73, vorbehaltlich des Beschlusses durch die Gesellschafterversammlung, in voller Höhe auszuschütten.

 

Berlin, den 12. Februar 2024

Arne Baßler, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens in 2023

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software sowie gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 774.229,10 0,00 0,00 774.229,10
774.229,10 0,00 0,00 774.229,10
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 1.709,81 0,00 0,00 1.709,81
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 446.416,89 23.576,65 190.322,22 279.671,32
448.126,70 23.576,65 190.322,22 281.381,13
1.222.355,80 23.576,65 190.322,22 1.055.610,23
Abschreibungen
01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software sowie gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 772.388,10 1.213,00 0,00 773.601,10
772.388,10 1.213,00 0,00 773.601,10
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 1.030,81 131,00 0,00 1.161,81
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 360.668,89 38.348,65 175.369,22 223.648,32
361.699,70 38.479,65 175.369,22 224.810,13
1.134.087,80 39.692,65 175.369,22 998.411,23
Restbuchwerte
31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software sowie gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 628,00 1.841,00
628,00 1.841,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 548,00 679,00
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 56.023,00 85.748,00
56.571,00 86.427,00
57.199,00 88.268,00

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die RISER ID Services GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der RISER ID Services GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Dar- über hinaus haben wir den Lagebericht der RISER ID Services GmbH, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 5. April 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Martin C. Bornhofen, Wirtschaftsprüfer

Sebastian Paus, Wirtschaftsprüfer

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