Stammdaten

Register
Amtsgericht Ludwigshafen a.Rhein (Ludwigshafen) HRB 66322
Vorher
Mainsee 1184. V V GmbHVESCON Automation Group GmbH
Eingetragen
11.10.2018
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Erwerb und das Halten von Beteiligungen an Unternehmen in der Bundesrepublik Deutschland und im Ausland, einschließlich der Beteiligung an Grundbesitzgesellschaften sowie ferner die Erbringung von zentralen Dienstleistungen (z.B. strategischen, M&A-bezogenen, administrativen und/oder kaufmännischen Dienstleistungen) gegen Entgelt an in- und ausländische Tochter- und andere Gruppengesellschaften, an denen die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar eine Beteiligung hält.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Hans-Peter Zobl
seit 11.1.2024
Geschäftsführer
Marion Moana Holla
seit 10.11.2023
Prokura
Prokura
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

SCIO Automation Holding GmbH

Frankenthal

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Inhalt

I. Konzernabschluss

1. Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

2. Konzern-Gesamtergebnisrechnung

3. Konzernbilanz

4. Konzernkapitalflussrechnung

5. Entwicklung des Konzerneigenkapitals

II. Konzernlagebericht

1. Grundlagen des Konzerns

1.1 Geschäftsmodell

1.2 Entwicklung

1.3 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.2 Geschäftsverlauf

2.3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

2.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1 Prognosebericht

3.2 Chancen-und Risikobericht

3.3 Gesamtbild der Chancen- und Risikolage

III. Konzernanhang

1. Allgemeine Angaben

2. Konzerngeschäftsjahr-Entstehung des Konzerns

3. Konsolidierungskreis und Unternehmenserwerb

4. Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze und -methoden

5. Einschätzungen und Ermessensentscheidungen

6. Erläuterungen der Konzernbilanz

7. Sonstige Angaben zu Finanzinstrumenten

8. Erläuterungen der Konzern-Gewinn-und-Verlust Rechnung

9. Sonstige Erläuterungen

I. KONZERNABSCHLUSS

1. KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG

€ in Tausend Konzernanhang Nr. 2021 2020
Umsatzerlöse 8.1. 148.675 122.685
Veränderung des Bestands an unfertigen Leistungen (12) (1.106)
Andere aktivierte Eigenleistungen 8.2. 5.911 2.703
Sonstige betriebliche Erträge 8.3. 6.515 4.548
Gesamtleistung 161.089 128.830
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 8.4. 46.134 32.508
Aufwendungen für bezogene Leistungen 8.4. 26.129 23.631
Materialaufwand 72.263 56.139
Löhne und Gehälter 8.5. 52.040 41.228
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 8.5. 9.508 8.161
Personalaufwand 61.548 49.389
Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 6.1./6.3./6.4. 17.657 12.945
Sonstige betriebliche Aufwendungen 8.6. 16.206 20.110
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) (6.585) (9.753)
Finanzerträge 8.7. 116 26
Finanzaufwand 8.7. 7.938 5.768
Ergebnis vor Ertragsteuern (14.407) (15.495)
Ertragssteuern 6.10. 2.689 2.808
Konzernergebnis (11.718) (12.687)
Zuordnung des Konzernergebnisses:
Nicht beherrschte Anteile 1.401 925
Gesellschafter des Muterunternehmen (13.119) (13.612)
EBITDA 11.072 3.192

2. KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

€ in Tausend Konzernanhang Nr. 2021 2020
Konzernergebnis (11.718) (12.687)
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen 6.14. 48 (31)
Unterschied aus Währungsumrechnung 1.138 745
Gesamtergebnis (10.532) (11.973)
Nicht beherrschte Anteile 1.681 848
Gesellschafter des Muterunternehmen (12.213) (12.821)

3. KONZERNBILANZ

Aktiva

€ in Tausend Konzernanhang Nr. 2021 2020
Immaterielle Vermögenswerte 6.1. 134.429 127.696
Geschäfts- oder Firmenwerte 6.2. 47.043 46.274
Sachanlagen 6.3. 14.889 14.723
Nutzungsrechte 6.4. 9.769 9.911
Finanzielle Vermögenswerte 6.5. - 232
Sonstige Vermögenswerte 6.6. 667 649
Aktive latente Steuern 6.10. 582 640
Langfristige Vermögenswerte 207.379 200.125
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6.7. 4.337 8.909
Vorräte 6.8. 5.203 9.910
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.9. 21.445 14.794
Vertragsvermögenswerte 6.9. 30.183 26.281
Finanzielle Vermögenswerte 311 496
Sonstige Vermögenswerte 6.9. 2.184 1.804
Ertragsteueransprüche 6.10. 540 930
Kurzfristige Vermögenswerte 64.203 63.124
Bilanzsumme Aktiva 271.582 263.249

Passiva

Gezeichnetes Kapital 6.11. 10.516 10.019
Kapitalrücklage 6.12. 95.312 90.809
Gewinnrücklagen 6.13. (38.529) (25.410)
Sonstige Rücklagen 6.14. 1.673 767
Summe Eigenkapital des Mutterunternehmens 68.972 76.185
Anteile anderer Gesellschafter 6.15. 13.968 8.824
Eigenkapital 82.940 85.009
Rückstellungen für Pensionen 6.16. 140 495
Finanzschulden 6.17. 85.767 84.587
Leasingverbindlichkeiten 6.17. 7.114 7.515
Sonstige Verbindlichkeiten 6.17. 737 701
Passive latente Steuerschulden 6.10. 34.955 35.420
Langfristige Schulden 128.713 128.718
Finanzschulden 6.17. 947 1.266
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.17. 13.510 6.867
Vertragsverbindlichkeiten 6.17. 18.713 8.660
Sonstige Verbindlichkeiten 6.17. 21.893 25.924
Leasingverbindlichkeiten 6.17. 3.214 2.960
Sonstige Rückstellungen 6.18. 1.386 3.257
Ertragsteuern 6.10. 266 588
Kurzfristige Schulden 59.929 49.522
Bilanzsumme Passiva 271.582 263.249

4. KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

€ in Tausend 2021 2020
Cashflow aus betrieblichen Tätigkeit
Konzernfehlbetrag (11.718) (12.687)
Anpassung zur Überleitung des Konzernergebnisses zum Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
Abschreibungen 17.657 12.945
Ertragsteuern (2.689) (2.808)
Finanzergebnis, netto 7.822 5.742
Sonstige zahlungswirksame Erträge/Aufwendungen (1.302) (1.680)
Veränderungen des Nettoumlaufvermögens 5.178 2.834
Vorräte 4.802 4.969
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (5.615) 1.223
Vertragsvermögenswerte (3.691) (1.689)
Sonstige Forderungen 181 1.917
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.692 (1.700)
Vertragsverbindlichkeiten 9.368 (4.164)
Sonstige Verbindlichkeiten (5.559) 2.278
(Gewinne)/Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen (64) -
Gezahlte Ertragssteuern (1.306) (2.357)
Erhaltene Zinsen 116 26
Cashflow aus betrieblichen Tätigkeit 13.694 2.015
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Nutzungsrechte (10.504) (8.121)
Nettoauszahlungen für Akquisitionen (5.334) (19.756)
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 61 -
Cashflow aus der Investitionstätigkeit (15.777) (27.877)
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Gezahlte Zinsen (7.422) (5.329)
Einzahlungen aus Eigenkapitalerhöhungen 5.000 3.500
Aufnahme von langfristigen Finanzierungsdarlehen 1.940 30.884
Aufnahme von sonstigen Finanzschulden 3.167 4.321
Tilgung von sonstigen Finanzschulden (5.335) (5.735)
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (2.650) 27.641
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (4.733) 1.779
Auswirkungen von Wechselkurseffekten auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 161 (47)
Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (4.572) 1.732
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 1.1. 8.909 7.177
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31.12. 4.337 8.909

5. ENTWICKLUNG DES KONZERNEIGENKAPITALS

Mutterunternehmen
€ in Tausend Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage
Anhang 6.11. 6.12.
Stand 1. Januar 2020 9.671 87.657
Konzernergebnis 2020 - -
Sonstiges Ergebnis - -
Gesamtergebnis - -
Transaktionen mit Gesellschaftern
Kapitalerhöhung 348 3.152
Änderungen im Konsolidierungskreis - -
Gewinnausschüttungen - -
Stand 31. Dezember 2020 10.019 90.809
Konzernergebnis 2021 - -
Sonstiges Ergebnis - -
Gesamtergebnis - -
Transaktionen mit Gesellschaftern
Kapitalerhöhung 497 4.503
Änderungen im Konsolidierungskreis - -
Gewinnausschüttungen
Stand 31. Dezember 2021 10.516 95.312
Mutterunternehmen
€ in Tausend Gewinnrücklage Währungsdifferenzen d. Eigenkapitals (Sonstige Rücklagen) Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste (Sonstige Rücklagen) Eigenkapital
Anhang 6.13. 6.14. 6.14.
Stand 1. Januar 2020 (11.798) (8) (16) 85.506
Konzernergebnis 2020 (13.612) - - (13.612)
Sonstiges Ergebnis - 822 (31) 791
Gesamtergebnis (13.612) 822 (31) (12.821)
Transaktionen mit Gesellschaftern
Kapitalerhöhung - - - 3.500
Änderungen im Konsolidierungskreis - - - -
Gewinnausschüttungen - - - -
Stand 31. Dezember 2020 (25.410) 814 (47) 76.185
Konzernergebnis 2021 (13.119) - - (13.119)
Sonstiges Ergebnis - 858 48 906
Gesamtergebnis (13.119) 858 48 (12.213)
Transaktionen mit Gesellschaftern
Kapitalerhöhung - - - 5.000
Änderungen im Konsolidierungskreis - - - -
Gewinnausschüttungen -
Stand 31. Dezember 2021 (38.529) 1.672 1 68.972
Anteile anderer Gesellschafter Konzerneigenkapital
€ in Tausend Eigenkapital Konzerneigenkapital
Anhang 6.15.
Stand 1. Januar 2020 246 85.752
Konzernergebnis 2020 925 (12.687)
Sonstiges Ergebnis (77) 714
Gesamtergebnis 848 (11.973)
Transaktionen mit Gesellschaftern
Kapitalerhöhung - 3.500
Änderungen im Konsolidierungskreis 7.731 7.731
Gewinnausschüttungen (1) (1)
Stand 31. Dezember 2020 8.824 85.009
Konzernergebnis 2021 1.401 (11.718)
Sonstiges Ergebnis 280 1.186
Gesamtergebnis 1.681 (10.532)
Transaktionen mit Gesellschaftern
Kapitalerhöhung - 5.000
Änderungen im Konsolidierungskreis 3.463 3.463
Gewinnausschüttungen -
Stand 31. Dezember 2021 13.968 82.940

II. KONZERNLAGEBERICHT

1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

1.1GESCHÄFTSMODELL

Die letzten Jahre haben gezeigt, gesellschaftspolitischer, wirtschaftlicher und sozialer Wandel erfolgt auch aufgrund der Digitalisierung immer schneller. Die Corona-Pandemie hat die Schwächen der globalen Lieferketten und Produktionssysteme und gleichzeitig die Notwendigkeit der Digitalisierung von Fabriken hin zur Smart Factory noch deutlicher aufgezeigt. Cyber-physische Systeme und die intelligente Vernetzung von Maschinen und Produkten bilden die Basis für die Smart Factory. Die Optimierung von Fertigungs- und Logistikprozessen durch intelligente Automatisierungslösungen und die Nutzung von Echtzeitdaten sind spätestens jetzt flächendeckend in den Industrien angekommen. Unternehmen müssen auf die nachhaltige Smart Factory setzen, um die Effizienz und Qualität zu steigern, Produktions- und Logistikprozesse abzusichern und somit langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die SCIO Automation steht als internationale Automatisierungsplattform im Zentrum der digitalen Transformation und unterstützt durch die Automatisierung von Produktions- und Logistikprozessen ihre Blue-Chip Kunden weltweit bei dessen Realisierung. Das Ergebnis sind innovative Automatisierungslösungen und -produkte für die gesamte Wertschöpfungskette erwachsenaus dem Fachwissen und jahrzehntelanger Erfahrung der SCIO Mitarbeiter.

Grundsätzlich hat SCIO bei all seinen Leistungen ein duales Rollenverständnis: In der Rolle als Integrator, ist SCIO in der Lage jedwede bestehende Hard- und Software in die Produktions- und Softwarelandschaft der Kunden zu integrieren. Auf der anderen Seite ist SCIO als technischer Innovator in der Lage, überall dort wo geeignete Hard- oder Software nicht existieren oder den Kundenanforderungen nicht entsprechen, werden kundenspezifische Lösungen, größtenteils patentgeschützt, entwickelt. Die Fokussierung auf Automatisierungslösungen für Fertigung und Intralogistik bedeutet einen der entscheidenden Vorteile von SCIO gegenüber den meisten Wettbewerbern: SCIO setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz und betrachtet Produktion und Logistik in der Smart Factory als eine Einheit, die in einem übergreifenden System integriert sein muss. SCIO-eigene Technologien, tiefe Softwareentwicklungsexpertise gepaart mitausgezeichnetem anwendungstechnischen Fachwissen erlauben es SCIO beide Rollen gewinnbringend für die Kunden einnehmen zu können.

Zu SCIO gehören 9 Unternehmensmarken, die ihre eigene Identität wahren und jahrzehntelange Erfahrung in ihren jeweiligen Nischensegmenten mitbringen. Gruppenintern werden Synergien über eine integrierte, unternehmensübergreifende Organisation erschlossen. Mehr als 1.000 Mitarbeiter an über 30 Standorten in 8 Ländern weltweit unterstützen Kunden aus 6 verschiedenen Sektoren: Industrial, E-Commerce & Cargo, Food & Beverage, Technology, Life Science, Environment. Sie werden von SCIO während des gesamten Automatisierungsprozesses unterstützt, von der Planung über die Implementierung bis hin zum After-Sales-Support.

Die SCIO Unternehmensmarken profitieren von einem aus der Plattform begründeten wirtschaftlichen Wachstumspotenzial. Als Teil der größeren Unternehmensgruppe ergeben sich vielfältige Möglichkeiten wie der Zugriff auf gruppenweite Ressourcen und der kontinuierliche Austausch auf allen operativen Ebenen. Definierte Querschnittsfunktionen sind das Bindeglied und unterstützen die Unternehmen, in dem sie ein stabiles Umfeld schaffen, in dem sich die Unternehmen weiterentwickeln können. Für die Kunden bietet die Automatisierungsplattform ein breiteres Leistungsspektrum des Partners in Kombination mit dem Rückhalt und der damit verbundenen Ressourcensicherheit einer größeren Gruppe. Dies erlaubt die Vergabe von größeren Projektvolumina an die SCIO-Gruppenunternehmen und damit die Erschließung weitere Marktsegmente.

SCIOs Unternehmensmarken sind jede für sich eine über Jahrzehnte gewachsene Erfolgsgeschichte. Die Gründung der SCIO Plattform verbindet nun deren Wissen, Erfahrung mit den Vorteilen einer Partnerschaft mit anderen erfolgreichen Unternehmensmarken im gleichen oder angrenzenden Industrieumfeld.

Komplementäre Unternehmensmarken: Lokale Teams, die von einem gruppenweiten, klaren, strategischen Fokus unterstützt werden.

Erfahrenes Management: Viele Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit mit Kunden in verschiedenen industriellen Produktionsbereichen weltweit.

Kundenorientierte Spezialisierung: Integration innovativer Automatisierungslösungen und Entwicklung von Produktinnovationen, flankiert durch problemlösende und wertschöpfende Dienstleistungen.

Zusammenfassend steht SCIO für Qualität, Zuverlässigkeit und Wertigkeit. SCIO ist der Partner seiner Kunden auf dem Weg zur nachhaltigen Smart Factory.

Im Konzerngeschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2021 hat die SCIO Gruppe (einschließlich Gesamtleistung der Modumaq Group für den Zeitraum 01.01. bis 31.12.2021) eine pro forma operative Gesamtleistung von 160.741 T€ (Vorjahr: 166.984 T€) erwirtschaftet. Diese ist als Summe aus Umsatzerlösen, Veränderung des Bestandes an unfertigen Erzeugnissen und aktivierter Eigenleistung definiert. Mit über 30 Niederlassungen und Büros in 8 Ländern, schöpft SCIO ihre Stärke aus dem Know-how lokal ausgerichteter Teams und einer klaren strategischen Vision der Unternehmensgruppe. Dabei ist SCIO auf den wichtigsten Automatisierungsmärkten mit Standorten in Deutschland, USA, Mexiko, China, Österreich, Ungarn, Slowakei und Spanien direkt präsent.

Die SCIO Automation Holding GmbH übt als Konzernmuttergesellschaft die Leitung und Verwaltung der Konzernaktivitäten der Unternehmensgruppe aus - die operative Geschäftstätigkeit erfolgt in den jeweiligen Tochtergesellschaften. Im Folgenden wird die Unternehmensgruppe als SCIO GROUP oder SCIO bezeichnet.

Die Umsetzung der Strategie spiegelt sich wieder in der Aufteilung der Tätigkeiten in drei Geschäftsfelder mit entsprechenden Business Segmenten:

Advanced Intralogistics

Warehouse Solutions

Autonomous Mobile Robots (AMR) & Cobots

Storage & Material Handling

Intelligent Automation

Discrete Automation

Process Automation

Innovative Services

Energy

Product Services

Digital Factory/ Software

Das mit der Struktur verfolgte Hauptziel ist die Vereinfachung und Beschleunigung von Entscheidungsprozessen, indem inhaltlich vergleichbare Leistungen zusammengeführt werden. Die so erreichte gruppenübergreifende Integration ermöglicht die Erschießung von Synergiepotentialen und bedeutet letztlich eine stärkere Ausrichtung auf die Bedürfnisse der verschiedenen Kundengruppen.

Die SCIO GROUP expandiert kontinuierlich strategisch durch gezielte Akquisitionen von mittelständischen Unternehmen mit offerierten Leistungen im High-End Bereich. Neue SCIO Unternehmen profitieren von gruppenweiten Ressourcen, die ihnen helfen, sich kontinuierlich und in einem stabilen Umfeld weiterzuentwickeln. Dabei erfahren sie die strategische Unterstützung der Dachgesellschaft und dessen Management, während sie operativ unabhängig von einem starken lokalen Management geführt werden. Um für die Kunden umfangreichere Lösungen zu erarbeiten, arbeiten SCIO Unternehmen vermehrt in Projekten übergreifend zusammen.

Advanced Intralogistics

Die SCIO GROUP ist ein internationaler Lösungsanbieter für innovative Automatisierungslösungen in den Bereichen der Intralogistik und Fördertechnik. Die relevanten Bereiche der Elektrotechnik und Softwareintegration werden ebenso durch eigene Ressourcen abgedeckt wie sämtliche steue- rungs- sowie robotertechnischen Anwendungen. Als integrativer Anbieter für Intralogistik-Anlagen bietet SCIO in diesem Bereich ein umfassendes Leistungsangebot: Förder- und Lagertechnik, fahrerlose Transportsysteme, Cobots, Material Handling Systeme, Lagermanagement-Software sowie umfangreiche Service-Angebote und Anlagenmodernisierungen. Durch die Verknüpfung von traditionellen Materialfluss- und Lagerlösungen mit autonomen mobilen Robotern (AMR) und deren Flexibilität, befindet sich SCIO in der einzigartigen Situation seinen Kunden Lösungen für die gesamte Bandbreite intralogistischer Prozesse anzubieten. Sei es als Integrator oder als Innovator - SCIO ist in der Lage den Kunden ganzheitliche Lösungen angepasst auf die jeweiligen Bedürfnisse anzubieten.

SCIOs automatisierte und ganzheitliche Lagerlösungen lassen sich nahtlos in die IT-Systeme der Kunden einfügen und erfüllen dank ihrer maximalen Flexibilität jegliche Anforderungen an einen modernen Materialfluss. Von schlüsselfertigen Hochregallager-Lösungen bis hin zur Nachrüstung von Bestandslagern: Das Ergebnis sind intelligente interne Lieferketten und die vollständige Vernetzung mit der gesamten Kundeninfrastruktur. SCIO ermöglicht so Effizienzsteigerungen der Kunden durch nahtlose Software-Integration in die IT-Systeme der Kunden - unabhängig von der verwendeten IT-Sprache und Programmierumgebung.

Ein Beispiel für SCIOs Leistungen ist die schlüsselfertige Errichtung von Hochregallagern in verschiedenen Wirtschaftssektoren mit vollständiger Integration in die bestehende Werksinfrastruktur. Um den Erfolg von Projekten und mithin die Zufriedenheit der Kunden sicherzustellen, setzt SCIO als Generalunternehmer auf eine detaillierte und effiziente Planung von Beginn an sowie eine konsequente und nachhaltige Koordination mit internen wie auch externen Partnern über die gesamte Dauer des Projekts hinweg. Den technischen Kern des Lages stellen flexible Warenmanagement-Softwarelösungen dar, welche reibungslose und vollintegrierte Prozesse auch über die Projektzeit hinaus gewährleisten. Maßgeschneidert auf spezifische Anforderungen sorgen diese für volle Transparenz durch Synchronisation der realen und digitalen Materialflüsse.

Längere Strecken, steigende Kosten, ineffektive Lieferketten: SCIOs autonome Intralogistikfahrzeuge, wie z.B. Routenzug- und Cobot-Lösungen, sind die perfekte Antwort auf diese Herausforderungen. Sie stellen die marktführende industrielle Technologie für flexible autonome mobile Roboter für Lager und komplette Materialfluss-Lieferketten in Produktionsanlagen und Fertigung dar. SCIOs AMRs und Cobots liefern komplett autonome Fahrtechnik, die flexibel und effizient Warenlager und Produktionsanlagen verbindet, inklusive Be- und Entladevorgängen. Dies sorgt für einen intelligenten internen Lieferketten-Prozess - überall dort, wo starre Fördersysteme an ihre Grenzen stoßen, und mehr Flexibilität gefragt ist. Dank künstlicher Intelligenz, reibungsloser Integration in bestehende IT-Strukturen und konturbasierter Lokalisierung über 3D-Navigation bieten die AMR- und Cobot-Lösungen von SCIO maximale Sicherheit bei größtmöglicher Flexibilität und Effizienz. Sie verstehen und interpretieren ihre direkte Umgebung und sorgen so für Präzision auf höchstem Niveau. Cloudanbindung und Smartwatch sorgen für eine vollständige Vernetzung von SCIOs Lösungen mit den MES- und ERP-Systemen auf Kundenseite. Dank der dynamischen und flexiblen Softwarestruktur ist der Integrationsaufwand sehr gering und kundefreundlich.

Egal ob in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, der Halbleiter- oder Biotech-Industrie, für Blue-Chip-Kunden sind SCIOs flexible Lager- und Materialflusslösungen die erste Wahl, gerade wenn externe Anforderungen die Komplexität erhöhen: Beispielsweise ermöglicht die hauseigene Edelstahl-Kompetenz, gezielt Kunden zu bedienen, deren interne Logistik hohen Hygienestandards unterliegt - konkret beispielsweise die Lebensmittelbranche. Gleiches zeigt sich in der Elektronik- und Halbleiterindustrie, wo explizit Lager- und Logistiklösungen für den Reinraumbereich gefordert sind: SCIOs Lagerlösungen und Fördersysteme decken die gesamte Logistikkette ab und erfüllen dabei die Anforderungen bis Reinraumklasse ISO- 3. Kaum ein anderer europäischer Anbieter verfügt über ein gleichermaßen breites wie technisch anspruchsvolles Logistikportfolio für diese Zukunftsindustrie, das mit seiner Flexibilität nicht nur bei neuen Produktionsstätten sondern auch beim Retrofit von Bestandsanlagen immer die passende Lösung bietet. SCIO ist Experte darin, Software- und Produktlösungen in bestehende IT-Systeme zu integrieren, sie erfolgreich zu verbinden und die Kunden so auf dem Weg zu Industrie 4.0 zu unterstützen - auch wenn es sich um bereits ältere Standorte handelt

Zu den Kunden zählen mittelständische und große Unternehmen verschiedenster Branchen. SCIO erarbeitet gemeinsam mit ihnen kreative und innovative Lösungswege, welche von der Konstruktion, bis hin zu Montage und Inbetriebnahme inklusive der Integration in die Systemlandschaft umgesetzt werden. In der Konsequenz ist es so möglich, flexibel sowohl auf dem Markt zu findende Standardlösungen als auch spezifisch für das Projekt entwickelte Lösungen zum Einsatz zu bringen, um Kundenanforderungen bestmöglich zu erfüllen. SCIO agiert im Geschäftsfeld Advanced Intralogistics als Systemintegrator für komplexe intralogistische Anlagen, wobei attraktive Nischen durch eigene, patentierte Produktlösungen angesprochen werden. Als Innovator entwickelt SCIO Intralogistik-Produktinnovationen wie Autonome Mobile Roboter sowie Lager- und Fördertechniklösungen für die Lebensmittelbranche und die komplexe und anspruchsvolle Reinraumumgebung. SCIO ist der einzige europäische Anbieter von maßgeschneiderten und patentierten Intra-Reinraum-Logistiklösungen.

Intelligent Automation

Discrete Automation

SCIO ist im Bereich Discrete Automation Hersteller und Automatisierungsdienstleister von Sondermaschinen und deckt alle Leistungen entlang des Lebenszyklus einer Maschine von der konzeptionellen Lösungsentwicklung bis zur Produktion ab, einschließlich Sicherheitsanalysen, Dienstleistungen und Wartung. Als Anbieter von schlüsselfertigen Neuanlagen und Nachrüstung von Bestandsanlagen mit hohen Wiederholhäufigkeiten, geht SCIO auf individuelle Kundenanforderungen ein und findet genau die richtige Lösung. SCIOs Aktivitäten konzentrieren sich auf attraktive Nischensegmente mit hoher Taktrate und komplexen Prozessen. In diesen Sektoren ist SCIO vertrauensvoller Partner führender Global Player und Hidden Champions, die das ganzheitliche Leistungsspektrum aus einer Hand schätzen.

Im Bereich der Montagetechnik gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, aus einzelnen Komponenten ein fertiges Produkt herzustellen. Ebenso vielfältig sind die Anforderungen, die an moderne Montageprozesse gestellt werden. SCIOs Lösungen erfüllen diese Anforderungen und sorgen für einen sicheren Prozess sowie eine fehlerfreie und zeitsparende Verkettung der einzelnen Schritte. Fehlerfreie Produkte in gewünschter Taktzeit und Qualität sind das Ergebnis. Egal, ob eine Lösung für eine Batterie-, Scheinwerfer-, Kabel-, Schiebedach- oder Aktuator-Montage benötigt wird - SCIO kümmert sich um die Konstruktion und den Bau dieser Anlage und sorgt für eine hocheffiziente Automatisierung des gesamten Prozesses. SCIO baut automatisierte Anlagen, die Zeit und Kosten sparen, und unterstützt dabei, den nächsten Schritt zur Smart Factory zu gehen. Dabei versteht SCIO Automatisierung als Dienstleistung und bietet laufend neue Services an, um den weltweiten Kunden das gesamte Spektrum aktueller, individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittener Leistungen anzubieten. Zu SCIOs Kompetenzen gehören die Hochsprachenprogrammierung, die Entwicklung von SPS-Frameworks, die Prozessautomatisierung sowie die Fabrikautomatisierung.

SCIO kümmert sich branchen-, hersteller-, und produktunabhängig um die sichere Konzeption und rechtskonforme Umsetzung der europäischen Maschinenrichtlinie. So werden alle sicherheitstechnischen und regulatorischen Anforderungen in der Produktion lückenlos eingehalten. SCIOs tiefes Automatisierungs-Know-how und Expertise zu Steuerungstechnik und Quellcodes ermöglicht es, die Maschinenrichtlinie auch in Bestandsanlagen umzusetzen, um die volle Konformität zu gewährleisten. Damit die Produktion jederzeit reibungslos und ohne Produktionsausfälle läuft, stehen SCIOs Automatisierungsexperten den Kunden rund um die Uhr mit ihrem Know-how und ihrer Kompetenz zur Seite. SCIOs Support hört keineswegs mit der Inbetriebnahme und Übergabe auf; SCIO ist immer da, um Probleme zu beheben, damit die Produktion nicht stillsteht. Seit Jahrzehnten automatisiert SCIO hocheffiziente Montagelinien und entwickelt maßgeschneiderte Lösungen für OEMs und Tier-1-Zulieferer. Der traditionelle Schwerpunkt von SCIOs Aktivitäten liegt dabei in der Steuerungstechnik für Maschinenbauer und Kunden in der Automobilindustrie. SCIO hat zahlreiche Projekte rund um den Globus erfolgreich abgeschlossen, die im Wesentlichen die gesamte Wertschöpfungs- kette der Rohbau- und Montagefertigung abdecken. Mit SCIOs High-End-Steuerungstechnik und Kompetenz in der SPS-Programmierung sind unterschiedliche Programmierstandards der Kunden kein Problem. So entwickelt und gewährleistet SCIO komplette Systemlösungen und -integrationen für die intelligente Steuerung komplexer Produktionsprozesse. Eine standardisierte Kontrolle von Zykluszeiten bei automatisierten Montagelinien mit hohem Produktionsvolumen wie z.B. Lackieranlagen ist erforderlich, um eine kontinuierliche Optimierung und Verbesserung zu gewährleisten. SCIO stellt sich dieser Verantwortung und bringt ein tiefes Verständnis der IT-Landschaft mit, um die Produktionslinie nahtlos in bestehende Softwaresysteme zu integrieren. SCIO koordiniert alle Phasen von der Planung über die Realisierung bis hin zu den Dienstleistungen, je nach den spezifischen Anforderungen und Bedürfnissen des Kunden. Seit vielen Jahren ist SCIO bevorzugter Lieferant von anspruchsvollen Premium-OEM-Kunden, mit denen vertrauensvolle Partnerschaften aufgebaut wurden. SCIO ist Experte für den gesamten elektrotechnischen Bereich der hochkomplexen Anlagen, liefert also beispielsweise Rohbauanlagen und zugehörige Dienstleistungen von der Elektroplanung und Softwareentwicklung über die Elektrofertigung und Montage bis hin zur Roboter- und SPS-Inbetriebnahme mit Wartung und Instandhaltung. Dabei setzt SCIO auf ein Höchstmaß an Flexibilität und passt sich während der gesamten Projektphase an die Produktionsbedingungen der Kunden an. Übertragen wurde das über Jahre gewonnene Wissen ebenfalls auf das Zukunftsfeld der Montage von Batteriemodulen, welches völlig neue Herausforderungen an die Automatisierung von Fertigungsprozessen stellt. Gerade hier positioniert sich SCIO als Partner auf Augenhöhe, der gemeinsam mit den Kunden Entwicklungen in einem neuen Feld vorantreibt und darüber hinaus intern zukunftsweisendes Know-how gezielt aufbaut.

Process Automation

SCIO verfügt über langjährige Erfahrungen in der Konzeption & Planung von Dienstleistungen für die Prozess-, Energie- und Gebäudetechnik. Basierend auf vertrauensvollen Kundenbeziehungen wurden speziell auf die Anforderungen ausgerichtete Automatisierungsdienstleistungen entwickelt. Für SCIOs Blue-Chip-Kunden aus der Chemie-, Pharma-, Life-Science- und Trink-/Abwasserindustrie stellen Prozesstechnologie-Teams als externe Experten die effiziente Planung und Durchführung von Projekten in verschiedenen Schwerpunktbereichen sicher. In den letzten Jahrzehnten hat SCIO mehr als 1.000 erfolgreiche Projekte durchgeführt, die sowohl Verfahrenstechnik, M+A-Planung und Rohrleitungsbau als auch GMP-Consulting & Engineering umfassen. Die Grenzen zu den beiden anderen Geschäftsfeldern sind dabei oftmals fließend - ein zentraler Unterschied ist das verfahrenstechnische Element, dessen Kombination mit den automatisierungstechnischen Besonderheiten eine zentrale Herausforderung darstellt. Diese besteht insbesondere darin, dass Kenntnis über komplexe biologische oder chemische Prozesse die Voraussetzung dafür ist, die gewünschten Automatisierungsprozesse auch implementieren zu können. Weiterhin zeigt sich auch hier die hohe integrative Kompetenz von SCIO, da die Abbildung der komplexen Prozesse auf der Ebene der Prozessleitsysteme der Regelfall ist. SCIO ermöglicht es also, dass ganze Anlagen visualisiert und gesteuert werden können und dabei individuell in die einzelnen Prozessschritte eingegriffen werden kann. Den Kunden wird hierbei ein rundum Package geboten, dass nicht nur das ursprüngliche Setup umfasst, sondern auch die ratierliche Wartung sowie Verfügbarkeit bei notwendigen Änderungen oder aufkommenden Problemen. Dies kann vor Ort erfolgen, der Regelfall ist jedoch remote also via Fernwartung auf die Anlagen zuzugreifen und so den Kunden nahezu unmittelbar und kosteneffizient zur Verfügung zu stehen. SCIOs Process Automation Bereich liefert diese Leistungen auch für versorgungskritische Infrastruktur wie beispielsweise Wasserwerke - SCIOs Anspruch an höchste Qualität gepaart mit unbedingter Verlässlichkeit wird auch hier von unseren Kunden geschätzt, die ihrerseits die Verantwortung für die Versorgung von Millionen Menschen haben. Der Verantwortung ist sich SCIO bewusst und nimmt diese bereitwillig an.

SCIOs tiefes Verständnis für die individuellen Bedürfnisse gepaart mit absoluter Fachkompetenz, wissen auch die Kunden aus der anspruchsvollen Pharma- und Chemiebranche zu schätzen. Bereits seit Jahren, sind die SCIO-Teams verlässliche externe Partner sowohl bei der Optimierung und Modernisierung von Bestandsanlagen als auch bei der Konzeptionierung, Planung, Realisierung sowie Wartung von Neuanlagen.

Innovative Services

Digital Factory/ Software

Die Automatisierungs- und Intralogistiklösungen von SCIO beruhen auf den neuesten Sensor- und Robotertechnologien, die eine Vielzahl von Datenpunkten pro Sekunde generieren. SCIO ist nicht nur Vorreiter bei Industrie 4.0 und setzt auf die Echtzeitnutzung dieser Datenmengen, sondern arbeitet mithilfe der Informationstechnologie auch an der Entwicklung zu cyber-physischen Systemen. Durch den nahtlosen Austausch von Informationen und Daten erzeugen diese Systeme vernetzte Lerneffekte und steigern die betriebliche Effizienz, so dass die Smart Factory der Zukunft schon heute Realität wird. Als Spezialist für Softwareprogrammierung ist SCIO vertrauensvoller Partner von Anlagenbauern und Produktionsbetreibern. SCIO unterstützt sie mit Know-how in einer Vielzahl von Hochsprachen-Programmierungen, die sich nahtlos in die bestehende Anlage integrieren und Maschinen reibungslos und profitabel laufen lassen. Dabei hat SCIO immer die Anforderungen und engen Zeitpläne der Kunden im Blick. Mit einem Team von engagierten Software-Experten, die anspruchsvolle Programmiersprachen beherrschen, ebnet SCIO den Weg für die innovative digitale Transformation der Kunden. Von der Lagerverwaltungssoftware bis hin zu grafischen Projektmanagement-Tools erfüllen die Softwarelösungen von SCIO alle Anforderungen der Kunden. So können Maschinen und Lager mühelos miteinander kommunizieren, Daten sammeln und melden. Die virtuelle Inbetriebnahme ist zu einem integralen Bestandteil fast aller größeren Automatisierungsprojekte geworden.

Energy

Für führende elektrische Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber in Deutschland und im benachbarten Ausland ist SCIOs Geschäftsbereich Energy ein zuverlässiger Partner, spezialisiert auf den Ausbau und die Modernisierung von Hoch- und Höchstspannungsanlagen. SCIOs Kernkompetenz liegt dabei im Bereich der Knoten-, Einspeise- und Lastabnahmepunkte, der Umspannwerke und Schaltanlagen. SCIOs umfangreiches Know-how in Planung, Montage und Inbetriebnahme sorgt für höchste Leistung, Sicherheit und Termintreue. Die Branche erlebt vor dem Hintergrund des Klimaschutzes eine beispiellose Energiewende, die große Herausforderungen mit sich bringt - SCIO unterstützt bei deren Bewältigung.

Product Services

SCIOs patentierte industrielle Kennzeichnungstechnologie setzt neue Industriestandards und ersetzt damit die traditionellen Technologien wie Siebdruck, Gravieren, Eloxieren, Vakuumdruck, Lasern und Plotten in einer Vielzahl von Anwendungsbereichen. Das Verfahren ist weltweit einzigartig und wird in der Automobil-, Maschinenbau-, Energie-, Chemie- und Pharmaindustrie für die kosteneffiziente Herstellung von langlebigen Etiketten umfassend eingesetzt.

Gesellschaftsstruktur

Die SCIO GROUP umfasst am 31. Dezember 2021 die SCIO Automation Holding GmbH, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung deutschen Rechts als Muttergesellschaft und 25 weitere Gesellschaften. Der Sitz des Unternehmens ist Deutschland, mit der Zentrale in Frankenthal/Pfalz. SCIO wird durch die Geschäftsleitung der SCIO Holding geführt. Dieser gehören der Vorsitzende (Chief Executive Officer, CEO) und der Chief Financial Officer (CFO) an. Die Mehrheit der Geschäftsanteile an den Unternehmen der VESCON Gruppe sowie der Schiller Gruppe wurde mit dem Closing vom 16. Januar 2019 von der SCIO Holding übernommen, womit die SCIO GROUP entstanden ist. Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 30. Juli 2019 wurden die Geschäftsanteile an den Unternehmen AUTKOM und tmp übernommen. Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. September 2020 wurde die Mehrheit der Geschäftsanteile an den Unternehmen der Industrial Automation LLC sowie der Mojin Robotics GmbH erworben. Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31. Dezember 2020 wurde die Mehrheit der Geschäftsanteile an den Unternehmen MFI GmbH sowie der nun umfirmierten VESCON AQUA GmbH (vormals Bilfinger Greylogix Aqua GmbH) erworben.

Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31. Dezember 2021 wurde die Mehrheit der Geschäftsanteile an dem spanischen Automatisierungs-Spezialisten Modumaq Group übernommen. Gegründet im Jahr 2001 mit Sitz in Toledo, Spanien, hat sich Modumaq auf die Integration kundenspezifischer Intralogistik-Systeme in bestehende Prozesswelten spezialisiert und entwickelt innovative Automatisierungslösungen für Materialfluss, Kommissionierung, Konfektionierung, Palettierung und Versandvorbereitung. Zu den Kunden zählen internationale Unternehmen im E-Commerce, Food & Beverage sowie Pharma/Life-Science.

Sämtliche Unternehmen der SCIO GROUP treten weiterhin selbständig am Markt auf.

Das breite Leistungsspektrum und die Vielzahl von zufriedenen Kunden in den einzelnen Branchen und Regionen erlaubt SCIO eine hervorragende Positionierung und Differenzierung gegenüber Wettbewerbern. Das Unternehmensziel ist die Fokussierung auf innovative Automatisierungslösungen verbunden mit ergänzendem Dienstleistungsportfolio - mit ihrem Know-how ist SCIO Vorreiter in den relevanten Märkten mit termin- und qualitätsgerechter Leistungserbringung sowie motivierten und erfahrenen Mitarbeitern als Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg.

1.2ENTWICKLUNG

SCIO ist für viele Kunden der bevorzugte Ansprechpartner für fortschrittliche Intralogistik- und intelligente Automatisierungslösungen sowie für die Umsetzung spezieller Kundenanforderungen und innovativer Dienstleistungen. SCIO entwickelt durch seine hochqualifizierten Mitarbeiter, deren Know-how global genutzt wird, das Leistungsportfolio zur Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit immer weiter. Neben den klassischen Geschäftsfeldaktivitäten gehören auch die Entwicklung und Evaluierung neuer Automatisierungsverfahren, die zur Erschließung neuer Geschäftsfelder beitragen, zu den Aktivitäten der Gruppe. Es wurden im Berichtsjahr 5.745 T€ (Vorjahr pro forma 3.220 T€) aus laufenden Entwicklungsprojekten aktiviert. Kapitalisierte Entwicklungskosten wurden im Jahr 2021 mit einem Gesamtbetrag von 3.213 T€ (Vorjahr: 2.406 T€) amortisiert. Die entsprechenden Aufwendungen sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in den Abschreibungen erfasst.

Die Schwerpunkte der Entwicklung liegen dabei auf den zukunftsweisenden Technologien:

Autonome Logistiklösungen für den effizienten und reibungslosen Materialfluss

Komplexe intralogistische Anlagen und Robotersysteme

Reinraumgerechte Lager- und Transportsysteme

Entwicklung von Softwarelösungen im Bereich der Industrie 4.0

Der Bereich Logistiklösungen legt bei seinen Entwicklungen den Fokus auf die autonom agierende Transportsysteme und Roboter als auch reinraumgerechte Lager- und Transportsysteme. In dem Bereich Autonome Logistiklösungen wurde neben der Entwicklung von Outdoorlösungen und hochflexiblen mobilen Handling-Robotern unter anderem eine übergreifende Plattform zur Steuerung und Visualisierung autonomer Fahrsysteme entwickelt. Dies beinhaltet auch die Entwicklung der Treiber und Schnittstellen. Ziel ist es mit einer einheitlichen Plattform verschiedene Produkte von SCIO betreiben zu können. Im Bereich Reinraum hat SCIO eine zentrale Plattform entwickelt, die für alle Cleanroom-Produkte eingesetzt wird. Die Plattform wird an die aktuellen Technologien und den Anforderungen der Kunden angepasst und auf Modulbauweise umgestellt. Zusätzlich wurden wichtige Cleanroom-Produkte weiterentwickelt und optimiert. Das Produktportfolio für lebensmittelherstellende Unternehmen wurde mit der Entwicklung von weiteren Sondermaschinen erweitert. Es wurden neue Stapelmaschinen und Dielendoppler entwickelt, wodurch die Anlagenleistungen teilweise verdoppelt werden konnten. Für industrielle teigverarbeitende Industrien wurden automatische Deckelpuffer mit Portalautomation entwickelt, wodurch ein vollautomatischer Transport und Handhabung von Teigbehältern gewährleistet werden, konnte. Die Entwicklungen wurden im Wesentlichen seitens des Vertriebs getriggert, um bei anstehenden Projekten in diesen Branchen, innovative Lösungen anbieten zu können. Analog zum bereits in den früheren Jahren entwickelten Baukastensystem für leichte Ladehilfsmittel wird nun die Entwicklung eines Baukastensystems für Palettentransporttechnik vorangetrieben welche in unterschiedlichsten Branchen, Umfängen und Konstellationen eingesetzt werden kann. Mit der Entwicklung und Einführung des Baukastensystems Palettentransporttechnik im SCIO Sortiment werden Abhängigkeiten von Dritten in Bezug auf Kosten, Termin und Qualität vermieden. Ebenso ermöglicht dies der SCIO die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der jeweiligen Kundenanforderung sowie örtlichen Begebenheit. Die Einführung des Baukastensystems Palettentransporttechnik schafft die Möglichkeit einen Projektmix aus Transport und Handhabung von Kleinladungsträgern und Palettentransport bzw. Ladehilfsmitteln bis zu 1,5 Tonnen Gewicht, aus einer Hand zu realisieren. Dabei sichert SCIO sich die marktspezifischen Alleinstellungsmerkmale, behält die Kontrolle über die Supply Chain und schafft dadurch weitere Potentiale im Bereich des After Sales durch Ersatzteile und Wartung.

Durch die Entwicklung der SCIO Digital Toolchain soll die Erschließung neuer Kundensegmente und neuer Geschäftsmodelle u.a. durch Digital Twin Angebote im Bereich After Sales Services wie z.B. Überwachung und Training, sowie Analytik, Optimierung, Qualitätsverbesserung, Predictive Maintenance erfolgen. Digitale Zwillinge verbinden und erweitern die bisherigen digitalen Modelle in der Entwicklung mit den neuartigen Hiberion Datenströmen des operativen Betriebs von Produkten, Maschinen und Dienstleistungen. Dies wird durch die Sicherstellung von gemeinsamen Standards, Datenbanken und Schnittstellen für digitale Assets (Engineering-Daten, Simulationsmodelle, Maschinen-/Prozessdaten) sichergestellt und generiert zahlreiche Vorteile in der Betriebsphase wie z. B. datengestützte Optimierung, Simulation von Änderungen und Schulung von Bedienern. Die Grundlage dafür stellt die SO3 Plattform da. SO3 für Projektmanagement & Engineering ist eine Cloud Lösung, welche der SCIO Gruppe aber auch als Software as a Service extern vermarktet wird.

Die Schwerpunkte liegen dabei auf transparentem Projektmanagement basierend auf technischem Anlagenlayout, Sichtbarkeit offener Punkte und unterschiedlicher Statusinformationen der Anlagenteile via Anlagenlayout oder Listen, Ortsunabhängige Einbindung aller Projektbeteiligten inkl. Realisierung der technischen Klärung und Überwachung des Projektfortschritts auf der Baustelle in Echtzeit. Das Anlagenlayout im SO3 bildet dabei das Kernelement und zentrales Kommunikationswerkzeug sowohl im Projektmanagement als auch im Engineering. Das Tool wird für die technische Klärung, Planung und Konstruktion genutzt. Somit erhält man alle notwendigen Daten, um bereits frühzeitig weitere Planungsbereiche einzubinden - und das lange bevor die CAD-Dokumentation stattfindet. Mit Hilfe einer Schnittstelle zu Eplan kann SO3 automatisch qualitativ hochwertige Dokumentationen im CAE-Zielsystem generieren. Die Softwareentwicklung beinhaltet ebenfalls den Ausbau der Dienstleistungen rund um den Digitalen Zwilling und virtuelle Inbetriebnahme. Die selbstentwickelte Softwarelösung ERP Biquanda wird intern genutzt und extern als Standardsoftwareprodukt vermarktet. Biquanda unterstützt den gesamten Projektzyklus von der Akquise über eine zeitnahe Überwachung der Kosten und Umsätze bis hin zur Leistungsabrechnung.

SCIO erbringt schwerpunktmäßig seine Entwicklungsaktivitäten in Deutschland, dabei teilweise auch im Rahmen von Kundenaufträgen. Die aus diesen Entwicklungen resultierenden Aufwendungen werden - soweit es sich um inhärente herstellungsprozessbezogene Leistungen handelt - unter den operativen Kosten ausgewiesen.

1.3 FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Überblick

Für die interne Steuerung haben wir ein finanzielles Zielsystem im Einsatz, welches uns beim Ziel den Unternehmenswert durch kapitaleffizientes Wachstum zu steigern, unterstützt. Es definiert Kennzahlen für das Wachstum der Gesamtleistung, die Profitabilität, den Kapitalfluss sowie die Kapitalstruktur. Des Weiteren legen wir Mindestanforderungen fest, die vor der Durchführung von Akquisitionen zu berücksichtigen sind. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren spielen für die interne Steuerung und Ressourcenallokation dagegen eine eher untergeordnete Rolle.

GESAMTLEISTUNG

Wir sind der Auffassung, dass ein profitables Wachstum der Gesamtleistung ein bedeutender Faktor für die langfristige Steigerung des Unternehmenswerts ist. Sowohl zum Vergleich mit unseren Wettbewerbern als auch für Zwecke der Messung und Steuerung des organischen Wachstums verwenden wir die Wachstumsrate der im Konzernabschluss ausgewiesenen Gesamtleistung.

Wachstum der Gesamtleistung wird definiert als Verhältnis der Gesamtleistung der Berichtsperiode zur Gesamtleistung der Vorjahresperiode. Die SCIO GROUP konnte sich im Jahr 2021 trotz großer Widrigkeiten am Mark gut behaupten. Pandemiebedingt und durch die Störungen der globalen Supply Chains konnte jedoch der hohe Auftragsbestand nicht wie geplant abgearbeitet werden, so dass die Gesamtleistung im Berichtszeitraum mit 160.741 T€ (pro forma) um 6.243 T€ bzw. 3,7 % unter Vorjahr 2020 (166.984 T€) geblieben ist. Gleichzeitig stieg jedoch im Ergebnis der Auftragsbestand im Berichtszeitraum von € 101.874 T€ auf €108.134 T€ (+6,1 %) und stellt damit ein Allzeithoch dar.

Der Geschäftsverlauf im Jahr 2021 war vor allem im Anbetracht des herausforderndes Marktumfeldes erfolgreich; zu den Einzelheiten verweisen wir an dieser Stelle auf die Darstellungen zum Geschäftsverlauf unter Abschnitt 2.2.

Profitabilität

SCIO hat das Ziel, über den gesamten Geschäftszyklus hinweg Margen zu erreichen, die sich am oberen Rand unserer Märkte orientieren. Wir streben an, die Profitabilität unseres Geschäfts weiter zu verbessern, indem wir unseren Kunden Premiumleistungen anbieten und uns so vom Wettbewerb qualitativ weiter absetzen. Dafür haben wir operative EBITDA-Margen für unsere Geschäftsaktivitäten festgelegt. Diese sind als Quotient aus operativem EBITDA zu der operativen Gesamtleistung definiert. Die operative Gesamtleistung ist als Summe aus Umsatzerlösen, Veränderung des Bestandes an unfertigen Erzeugnissen und aktivierte Eigenleistung definiert.

SCIO verwendet zur internen Steuerung als zentrale Ergebnisgröße das operative EBITDA, welches um Einmalaufwendungen und Sondereffekte bereinigt ist. Die nachfolgende Tabelle gibt hierzu zusätzliche Informationen.

€ in Tausend 2021 2020
EBITDA nach IFRS lt. Konzern-Gewinn-und-Verlust- Rechnung 11.072 3.193
zzgl. Industrial Automation (01.01.2020 - 31.08.2020) 988
zzgl. MFI GmbH / VESCON AQUA GmbH (01.01.2020 -31.12.2020) 3.650
zzgl. Modumaq Group (01.01.2021 - 31.12.2021) 2.194
zzg. Beratungs- und Transaktionskosten im Rahmen der Unternehmenserwerbe 778 3.205
zzgl. Restrukturierungs-, Einmalaufwendungen und Sonderprojekte 12.105 11.772
zzgl. Einmaleffekte im Zuge der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS 2.436
Operatives EBITDA - SCIO interne Steuerungsgröße 26.150 25.244

Operative EBITDA-Marge (SCIO interne Steuerungsgröße):

Ist 2020: 15.1% (bezogen auf pro forma operative Gesamtleistung inkl. IA/MFI/AQUA in Höhe von 166.984 T€)
Ist 2021: 16.3% (bezogen auf pro forma operative Gesamtleistung inkl. Modumaq Group in Höhe von 160.741 T€)
Zielband: 14.0%-18.0%

Im Geschäftsjahr 2021 wurde für die Messung und Steuerung der Profitabilität auf Konzernebene das operative EBITDA verwendet.

Kapitalstruktur

SCIO ist davon überzeugt, dass eine nachhaltige Entwicklung der Gesamtleistung und des Ergebnisses durch eine solide Kapitalstruktur unterstützt wird. Ausschlaggebend für die Steuerung der Kapitalstruktur ist es, sowohl einen breiten Kapitalmarktzugang über verschiedene Fremdfinanzierungsmittel als auch die Bedienung der Finanzschulden sicherzustellen. SCIO hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Kapitalstruktur-Zielkorridor (Leverage) von 3.0 bis 4.0 festgelegt und erfolgreich eingehalten.

Das Verhältnis ist definiert als Nettoverschuldung zu operativem EBITDA auf annualisierter Basis und ist hinsichtlich der Zusammensetzung und Ableitung in den geschlossenen Vereinbarungen mit den Finanzierungspartnern auf Gesamt-Konzernebene definiert.

Dieser finanzielle Leistungsindikator gibt Aufschluss darüber, wie viele Jahre es annähernd dauert, bis die Nettoverschuldung durch fortlaufende Einnahmen getilgt werden kann; dabei bleiben Sondereffekte, Zinsen, Steuern und Abschreibungen außer Betracht.

Weitere Kennzahlen

Zusätzlich zu den genannten finanziellen Leistungsindikatoren verwendet SCIO auch andere Finanzkennzahlen, um die wirtschaftliche Entwicklung der Geschäftsaktivitäten zu messen. Dabei analysieren wir im Rahmen der Liquiditätssteuerung unserer operativen Geschäftstätigkeit die Umschlagsfaktoren des operativen Nettoumlaufvermögens.

2 WIRTSCHAFTSBERICHTGESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN

Weltwirtschaftliche Lage

Nach den starken Belastungen der Weltwirtschaft durch die Corona-Pandemie im Vorjahr hat sich die Weltwirtschaft im Jahr 2021 erholt. Die Pandemie ist allerdings noch nicht überwunden, was auch die im vierten Quartal wieder deutlich steigenden Inzidenzen und neu auftretenden Virusvarianten belegten. Die deshalb gegen Ende des Berichtsjahres wiedereingeführten lokalen Mobilitätsbeschränkungen in vielen Ländern verhinderten dabei eine stärkere Erholung der Weltwirtschaft. Zudem beeinflussten die im Jahresverlauf spürbaren Unterbrechungen in den Lieferketten weltweit die Produktionstätigkeiten negativ. Die im Vergleich zum Vorjahr erkennbaren Erholungseffekte fielen in den Regionen und Wirtschaftssektoren unterschiedlich aus - beeinflusst sowohl von der jeweiligen Pandemie-Situation und dem Zugang zu Impfstoffen als auch vom Ausmaß der wirtschafts- und fiskalpolitischen Unterstützungsmaßnahmen. Die entwickelten Volkswirtschaften erreichten laut Internationalem Währungsfonds (IWF) im Gesamtjahr 2021 ein Wirtschaftswachstum von +5,0%. Die Eurozone lag mit +5,2% über diesem Wert, blieb damit aber hinter dem Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019 zurück. Dagegen verzeichneten die USA, unterstützt durch umfangreiche staatliche Konjunkturprogramme, mit +5,6% einen leicht überproportionalen Zuwachs, nachdem sie im Vorjahr geringere Einbußen zu verzeichnen hatten. Die Schwellen- und Entwicklungsländer steigerten ihre Wirtschaftsleistung um +6,5% nach einem Rückgang von lediglich -2,0% im Vorjahr. China lag mit +8,1% oberhalb dieser Wachstumsrate. Das Wirtschaftswachstum wurde dabei von starken Exporten und einem gestiegenen Inlandskonsum angetrieben. Die globale Wirtschaftsleistung erhöhte sich laut dem Internationalen Währungsfonds um +5,9%, womit der Rückgang des Vorjahres von -3,1% mehr als ausgeglichen wurde. Das im Vorjahr stark belastete Welthandelsvolumen (-8,2%) legte laut IWF im Berichtsjahr um +9,3% zu. Allerdings nahmen die Risiken für eine Fortsetzung des wirtschaftlichen Aufschwungs zum Jahresende wieder zu. Ursächlich dafür waren im Wesentlichen neben der Verbreitung der hochansteckenden Delta- und später Omikron-Variante des Coronavirus auch der eingeschränkte Zugang zu Impfstoffen in einkommensschwächeren Ländern, was regionale Unterschiede im Wirtschaftswachstum hervorrief. Zusätzlich nahmen Produktions- und Liefereinschränkungen als Folgewirkung der Pandemie im Jahresverlauf erheblich zu und führten zu Engpässen bei wichtigen Produktionsmitteln. Angetrieben durch höhere Rohstoff- und Energiepreise, Lieferengpässe sowie eine verstärkte Verbrauchernachfrage, nahm die Inflation in den letzten Monaten weltweit zu. Im Euro-Raum lag die Inflationsrate im September 2021 bei 3,4 %. Für 2021 erwartete die EU-Kommission eine Preissteigerung um 2,4 %. Im Vergleich dazu lag die US-Inflationsrate im Oktober bei 6,2 % und erreichte damit sogar ein 30-Jahreshoch. Für die hohen Inflationsraten gab es mehrere Gründe. Ein Teil des Inflationsanstiegs war auf Basiseffekte zurückzuführen. Aufgrund der niedrigeren Preise im Vorjahr fiel der Unterschied vergleichsweise hoch aus. In Deutschland war die Inflation im Jahr 2020 mit nur 0,5 % so niedrig wie zuletzt 2009. Außerdem war auch die Absenkung der Mehrwertsteuer im Jahr 2020 verantwortlich dafür, den in der Pandemie eingebrochenen Konsum anzukurbeln. Trotz der wachsenden Inflationsgefahren blieb die Geld- und Fiskalpolitik expansiv ausgerichtet, wenngleich sich gegen Jahresende erste Leitzinsanhebungen in den USA abzeichneten.

Marktumfeld in wichtigen Zielmärkten

Produktions- und Logistiklösungen, Robotik und Automatisierung

Nach Angaben der International Federation of Robotics (IFR), kommen weltweit 3 Millionen Industrieroboter in Produktions- und Logistikunternehmen zum Einsatz - ein Anstieg von 10%. Trotz der globalen Pandemie im Jahr 2020, stieg der Absatz neuer Roboter um 0,5%, mit 384.000 weltweit ausgelieferten Einheiten. Dominiert wurde dieser Trend von der positiven Marktentwicklung in China, die die Rückgänge auf anderen Märkten kompensierte. Nach 2018 und 2017 ist dies das dritterfolgreichste Jahr in der Geschichte der Robotikbranche. Laut IFR erlebten die Volkswirtschaften Nordamerikas, Asiens und Europas ihren Covid-19-Tiefpunkt nicht zur selben Zeit. Im zweiten Quartal 2020 begannen die Aufträge und Produktion in der chinesischen Fertigungsbranche zu steigen. In der zweiten Hälfte des Jahres 2020 begann die Nordamerikanische Wirtschaft sich zu erholen und wenig später zog auch Europa nach. Weiterhin wird damit gerechnet, dass sich die weltweiten Roboterinstallationen stark erholen und bis 2021 um 13% auf 435.000 Einheiten ansteigen, womit das Rekordniveau von 2018 übertroffen wird. Der IFR prognostiziert für Nordamerika einen Installationsanstieg um 17% auf knapp 43.000 Einheiten. Für Europa wird erwartet, dass die Installationen um 8% auf fast 73.000 Einheiten steigen werden. Roboterinstallationen in Asien sollen die 300.000er-Marke überschreiten und 15% zum Vorjahresergebnis beitragen. Demzufolge sollen im Jahr 2021 nahezu alle südostasiatischen Märkte zweistellig wachsen. Der Installationsrückgang von 8% in Europa spiegelt die schwierigen Zeiten wider, die die beiden Hauptabnehmerbranchen Automobil und Elektro/Elektronik erlebt haben. Die Nachfrage aus der Automobilindustrie ging um weitere 20% zurück, während allerdings die Nachfrage aus der allgemeinen Industrie um 14% stieg. Deutschland gehört neben China, Japan, USA und Korea zu den fünf größten Robotermärkten der Welt. 33% der Gesamtinstallationen in Europa sind auf Deutschland zurückzuführen. Die Zahl der in Deutschland installierten Roboter lag im Jahr 2020 bei rund 22.300 Einheiten. Dies ist die dritthöchste installierte Zahl in der Geschichte und das trotz der Pandemie-Situation, die das Jahr 2020 dominierte.

Der globale Material-Handling-Markt, der Flurförderzeuge und Supply-Chain-Lösungen umfasst, hat im Jahr 2021 erneut die Dynamik der Weltwirtschaft übertroffen. Bedingt durch das schnelle Wachstum im Bereich E-Business entstehen zahlreiche neue Groß-, Zwischen- und Endverteillager in allen Konsumbereichen. Der Markt für Flurförderzeuge verzeichnete insbesondere im ersten Halbjahr, getrieben durch Nachholeffekte und vorgezogene Kundenaufträge aufgrund von drohenden Lieferengpässen sowie erwarteten Preiserhöhungen, ein starkes Wachstum, während in der zweiten Jahreshälfte eine Normalisierung einsetzte. Insbesondere in den im letzten Jahr von der Corona-Pandemie besonders stark betroffenen Regionen EMEA und Americas war ein starkes Wachstum zu beobachten. Zugleich legte die Nachfrage nach Lagerautomatisierung und Lösungen für Sortierung und automatisierten Warentransport weiter zu, was auch mit der Schaffung zusätzlicher Lagerkapazitäten für den stark wachsenden E-Commerce-Markt zusammenhing.

Der Weltmarkt für Supply-Chain-Lösungen ist im Berichtsjahr laut dem Research-Institut Interact Analysis deutlich gewachsen. Nach einer lediglich moderaten Aufwärtsbewegung im Vorjahr geht Interact Analysis davon aus, dass der weltweite Umsatz mit Lösungen für die Lagerautomatisierung im Jahr 2021 um rund 21% erheblich zugenommen hat. Gemäß Interact Analysis war das Wachstum auch auf die Abarbeitung eines im Vorjahr gebildeten hohen Auftragsbestands zurückzuführen. Hintergrund ist, dass die starke Hinwendung der Konsumenten zu Onlineeinkäufen während der Corona-Pandemie schon im Vorjahr vermehrt Investitionen in Omnichannel-Ansätze und automatisierte Lagerumgebungen auslöste, sich das Umsatzwachstum jedoch aufgrund von Verzögerungen beim Projektabschluss und Einschränkungen in der Lieferkette erst im Jahr 2021 auswirkte.

Fortschreitenden Automatisierung der Lebensmittelproduktion

Die Nahrungsmittelindustrie gehört zu den großen Wachstumsmärkten der Automatisierungsbranche. Ob bei der Herstellung von Lebensmitteln, der Primär- oder Sekundärverpackung. Roboter melken Kühe, schneiden Käse, sortieren Backwaren, verpacken Salatköpfe, palettieren Getränke und sind aus kaum einem Prozess wegzudenken. Ob Back-, Teig- und Süßwaren, Fleisch und Fisch, Molkereierzeugnisse, Tiefkühlkost oder Obst und Gemüse, in allen Anwendungsbereichen innerhalb der Lebensmittelproduktion sorgen automatisierte Lösungen für Output und Wirtschaftlichkeit. Die Innovationskraft und die Dynamik der Branche entwickelte sich bereits vor der Corona-Pandemie sehr stark und wurde nur noch weiter beschleunigt. Die weltweite Marktgröße für Automatisierung der Lebensmittelproduktion wird bis 2025 ein Volumen in Höhe von ca. 3 Mrd. EUR erreichen und bei einer jährlichen Wachstumsrate von 13,1% wachsen. Moderne Produktionslinien erreichen einen Ausstoß, der vor Jahren als undenkbar galt. Gerade bei der Prozessschritten, bei welchen die Maschinen mit offenen Lebensmitteln in Berührung kommen, gelten besondere Hygienevorschriften. Roboter in Standardbauform haben hier keinen Zutritt, Sonderausführungen sind gefragt. Dabei stehen Faktoren wie Reinraumtauglichkeit, Befüllung mit lebensmittelgeeignetem Öl sowie dauerhafte Verfügbarkeit trotz aggressiver Reinigungsprozeduren an erster Stelle. Für diese anspruchsvollen Applikationen ist das Angebot an geeigneten Robotern und darauf spezialisierten Lösungsanbietern noch deutlich überschaubarer als im Bereich der Standardanwendungen.

Reinraum Halbleiterindustrie

Der globale Markt für Halbleiterproduktionsanlagen wurde 2021 auf 95 Mrd. USD geschätzt. Trotz der negativen Auswirkung durch die Corona-Pandemie im Jahr 2020 und 2021 zählen zu den Hauptfaktoren des Wachstums die steigende Nachfrage nach Halbleiterfertigungsanlagen, die wachsende Halbleiterindustrie, die zunehmende Nachfrage nach Halbleitern in Elektro- und Hybridfahrzeugen sowie in Unterhaltungselektronik und die steigende Nachfrage nach KI-Chips, die durch zukünftige Workloads und KI-gesteuerte Anwendungen angetrieben wird. Im Gegensatz zur weitgehend automatisierten Chipproduktion weist die Intralogistik in vielen Unternehmen einen geringen Grad an Automatisierung auf. Anders als die Produktionsanlagen in den mikroelektronischen Fertigungsstätten, die über einen relativ hohen Automatisierungsgrad und modernster Technik verfügen, ist der innerbetriebliche Materialfluss und die Lagerung der Komponenten oft noch ein manuelles Unterfangen. In diesem Spezialsegment hat sich in den letzten Jahren bei den wichtigsten Halbleiterherstellern eine zunehmende Nachfrage nach entsprechenden Lösungen entwickelt. Bedingt durch die stark steigende Nachfrage bei Halbleiterprodukten, den Erfahrungen aus den COVID19 bedingten Lieferkettenunterbrechungen gibt es zahlreiche neue Fabrikprojekte der Halbleiterindustrie in allen wichtigen Weltregionen wodurch eine nachhaltige Nachfrage nach Reinraumprodukten der SCIO Group entsteht. Der Ausbau der diffizilen Produktions- und Montageeinrichtungen schreitet dabei langsamer als die Marktnachfrage voran.

2.2 GESCHÄFTSVERLAUF

Operative Gesamtleistung- und Ergebnisentwicklung

Das Konzerngeschäftsjahr 2021 verlief für die SCIO GROUP in Anbetracht des anspruchsvollen Marktumfeldes erfreulich. Die positive Umsatzentwicklung der Gruppenunternehmen der vergangenen Jahre konnte pandemiebedingt zwar nicht vergleichbar fortgesetzt werden, jedoch konnte eine sehr solide Basis für das Jahr 2022 gelegt werden bei annähernd konstanter Gesamtleistung trotz Corona und der Störungen der weltweiten Wertschöpfungsketten. Im Berichtszeitraum 2021 erzielte SCIO eine operative Gesamtleistung von 160.741 T€ pro forma (Vorjahr 166.984 T€). Das operative Ergebnis auf Basis EBITDA (adjustiert) beträgt 26.150 T€ (Vorjahr 25.244 T€); der Konzernfehlbetrag nach Berücksichtigung der Abschreibungen und der akquisitionsbedingten Einmalaufwendungen, Sonderprojekte und Zinsbelastung infolge der Finanzierung der Unternehmenserwerbe im Dezember 2021 beträgt -11.718 T€ (Vorjahr- -12.687 T€).

Liquidität und Kapitalstruktur

Der im Geschäftsjahr 2021 erwirtschaftete Free Cashflow, bestehend aus dem Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit, abzüglich Cashflow aus Investitionstätigkeit (CAPEX), ohne Berücksichtigung der Nettoauszahlungen für Akquisitionen war mit 3.251 T€ (Vorjahr: -6.106 T€) positiv. Aufgrund der Lieferengpässe konnten viele Projekte mit Kunden noch nicht abgeschlossen werden, was sich in einem hohen Stand an Halbfertigen (Work in Progress) nieder schlägt. Die laufenden Investitionen von -10.504 T€ (Vorjahr -8.121 T€) erfolgten vollständig aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit. Die Finanzierung der Akquisitionen im Jahr 2021 erfolgte über Investitionen der Gesellschafter in Eigenkapital (5.000 T€) und Fremdkapitalfinanzierung von externen Finanzierungspartnern (2.000 T€).

2.3 ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Die SCIO GROUP ist in ihrer aktuellen Zusammensetzung infolge der Beteiligungserwerbe der SCIO Holding in den Geschäftsjahren 2019-2021 sukzessive entstanden. Aus diesem Grund sind die Zahlen des vorliegenden Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2021 nur bedingt mit den Daten der Vorjahre vergleichbar. Die Konzernbilanzdaten sowie die Angaben in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Konzernkapitalflussrechnung haben nur eingeschränkte Aussagefähigkeit, da die Unternehmensgruppe in der jetzigen Form zumeist infolge von unterjährigen Beteiligungserwerben entstanden ist.

Ertragslage

Ertragslage - Gesamtleistung

Geschäftsbereich 2021 2021 2020 2020
(pro forma) in T€ in % in T€ in %
Advanced Intralogistics 89.694 52% 83.807 49%
Intelligent Automation 65.581 38% 67.798 39%
Innovative Services 16.854 10% 15.928 9%
Übrige Produkte und Dienstleistungen 339 0% 4.469 3%
SCIO GROUP vor Konsolidierung 172.468 100% 172.001 100%
Konsolidierung -11.727 -5.017
SCIO GROUP (pro forma) 160.741 166.984

Advanced Intralogistics

Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie sowie der als Folge eingetretenen Lieferketten-Problematik konnte das Geschäftsfeld Advanced Intralogistics im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut ein Wachstum verzeichnen. Der Anteil an der Gesamtleistung in der klassischen Fördertechnik, in der SCIO historisch hauptsächlich als Nachunternehmer auftrat, war dabei weiter rückläufig. Die Ausrichtung auf die Abwicklung von großen und mittleren GU-Projekten im Bereich Lager- und Produktionslogistik sowie auf das Geschäft mit innovativen Eigenprodukten in den Geschäftsbereichen "Reinraumtechnik" und "Autonome Fahrsysteme" (AMR)" hingegen hat sich als richtig und erwiesen und zeigte weiter erfreuliches Wachstum. Diese genannten Bereiche machten im Berichtsjahr den Hauptanteil des Geschäftsfelds aus. Es ist zudem gelungen sowohl für Reinraumprodukte als auch bei den Autonomen Fahrsystemen neue Kunden mit großem Absatzpotenzial zu gewinnen und langfristige Rahmenverträge abzuschließen bzw. zu erneuern, was gleichzeitig einen sehr komfortablen Auftragsbestand zu Beginn des neuen Geschäftsjahres bedeutet.

Intelligent Automation

Discrete Automation

Das Business Segment Discrete Automation war im Geschäftsjahr 2021 von erheblichen Herausforderungen im operativen Projektgeschäft sowie im Vertrieb geprägt. Der, u.a. auf die Corona-Pandemie zurückzuführende Drosselung zahlreicher Automobilwerke bedingt, rückläufige Auftragseingang im Vorjahr führte zu einer niedrigeren Auslastung sowie einer Konsolidierung des bestehenden Kundenumfelds. Dem daraus resultierenden, sowie dem zusätzlichen Wegfall des bisherigen Hauptlieferanten für Elektrokomponenten und Montagearbeiten geschuldeten Margendruck wurde mit einer Restrukturierung, Zusammenführung und Stärkung der Abteilungen sowie deren Einkauf und Vertrieb entgegengewirkt. Mit dem Ende des Geschäftsjahres schlugen sich zudem die Auswirkungen der globalen Supply-Chain-Krise in Verzögerungen bei der Lieferung maßgeblicher Komponenten in zahlreichen Großprojekten nieder. Im Geschäftsjahr 2021 konnte der angestrebte Wachstumskurs im Bereich Automation Services, welcher sich auf das Dienstleistungsangebot für Software und Inbetriebnahme bezieht, trotz der anhaltenden Pandemie sowohl Umsatz- als auch Ertragsseitig stabilisiert und ausgebaut werden. Ein besonderer Fokus lag hierbei auf der Intensivierung der divisions- und gruppenübergreifenden Zusammenarbeit mit weiteren Schwesterunternehmen der SCIO Group. Sowohl die Rückkehr zu Bestandskunden als auch die Gewinnung von Neukunden, gleichermaßen in der Zielbranche der Automotive-Industrie, wie auch darüber hinaus, bieten eine komfortable Ausgangssituation für das kommende Geschäftsjahr.

In den Bereichen Sondermaschinenbau und Montageapplikationen war zum Jahresbeginn trotz eines hinreichenden Auftragsbestandes keine vollständige Auslastung der operativen Bereiche möglich. Sowohl interne als auch kundenseitig COVID19 bedingte Personalausfälle führten ebenso zu zahlreichen Verschiebungen im Baustellenbetrieb, wie auch die fehlende Bereitstellung essenzieller Kernkomponenten der Anlagen vor Ort. Zur Jahresmitte sowie der zweiten Jahreshälfte war eine erhebliche Verbesserung der Auslastungs- und damit auch der Umsatzsituation auf dem europäischen sowie dem amerikanischen Markt erkennbar. Ebenso Fokus und erreichtes Ziel innerhalb der Division war eine länderübergreifende Zusammenarbeit in strukturellen, prozessualen und schlussendlich auch operativen/ vertrieblichen Aufgaben sowie Verantwortlichkeiten als Voraussetzung für eine reibungslose Abwicklung und Steuerung der Geschäfte im kommenden Jahr.

Process Automation

Der geplante Umsatz und Gewinn im Segment Process Automation konnte trotz der weiterhin präsenten pandemiebedingten Schwierigkeiten übertroffen werden. Die relevanten Branchen verzeichneten nach einem schwachen Vorjahr wirtschaftliche Aufholeffekte und SCIO war gut positioniert von dieser Entwicklung zu profitieren. Dennoch führte die Pandemie im Bereich Life-Science teils zu einem Umdenken bezüglich der geplanten Projekte bei einigen Kunden und zu damit verbundenen Verschiebungen. Trotzdem konnten dank des hervorragenden Auftragsbestands die aufkommenden Lücken effizient geschlossen werden sowie auf Basis der starken über Jahre etablierten Referenzen zusätzliches Geschäft generiert werden, dass die Übererfüllung der Ziele mit ermöglichte. Erfreulich war außerdem das Cluster "Chemie", in dem bei den absoluten Top-Brands der Branche, Projekte in einer Höhe gewonnen und auch abgewickelt wurden, die im Jahresrückblick ebenfalls ein Erreichen bzw. Übertreffen der Ziele zur Folge hatte. Der Ausbau des Geschäftes im Bereich "Electrical Engineering" ist ebenfalls weiter fortgeschritten und es ist bereits gelungen Projekte mit anderen Abteilungen des Geschäftsbereichs erfolgreich zu realisieren und damit die Integration weiter voranzutreiben. Eine Stärke des Bereichs, welche sich in einem Jahr der Herausforderungen erneut zeigte, ist die stabile Kundenstruktur und Resilienz der Endmärkte gegen Krisen. Genannt werden kann hier in erster Linie der Bereich Aqua, da dieser fast ausschließlich Projekte in versorgungskritischen Bereichen abwickelt. Hier gab es nahezu keine negativen Effekte der Pandemie zu verzeichnen und es konnten mehrere Großprojekte abgeschlossen werden sowie ein gesunder Auftragsbestand für das Folgejahr aufgebaut werden. In Summe blickt der Bereich Process Automation zurück auf das erfolgreichste Geschäftsjahr seiner Geschichte.

Innovative Services

Digital Factory/ Software

Im Bereich SO3 starteten 2021 wie geplant diverse Marketing und Vertriebsaktivitäten. Mitte des Jahres konnte bereits der erste Kunde gewonnen werden. Im zweiten Halbjahr wurde mit SO3 die Gelegenheit genutzt, an einer Ausschreibung eines der großen deutschen Automobilhersteller teilzunehmen - die sehr umfangreiche technische Due-Diligence wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Fokussierung des Entwicklungsplans und die Ausrichtung der Kapazitäten auf die entscheidenden Features wurden in 2021 ebenfalls erfolgreich abgeschlossen. Das Biquanda Team schloss die Neuentwicklung der Version 2.0 erfolgreich ab und rollte die neue Version der Software sehr erfolgreich aus. Ende des Jahres wurden bereits die ersten Bestandskunden auf die neue Version umgestellt und es wurde mit den Marketingvorbereitungen für den externen Vertrieb begonnen. Nach Analyse der Markt- und Technologietrends wurde der Ausbau der Dienstleistungen rund um den Digitalen Zwilling als ein strategisches Ziel festgelegt. In diesem Kontext wurde das Team um die virtuelle Inbetriebnahme neu aufgestellt und ausgebaut.

Energy

Im Bereich der Energie- und Hochspannungstechnik haben die Kunden auch weiterhin in den kommenden Jahren ein stark steigendes Investitionsvolumen für den erforderlichen Netzausbau in Europa angekündigt. Das Geschäftsfeld hat durch den Aufbau der Vertriebskapazitäten eine kontinuierliche Steigerung der Angebotsbearbeitung im Anlagenbau erreicht und gleichzeitig den aktuellen Kundenstamm gefestigt. Im Bereich der Anlagenplanung wurde durch Rahmenverträge die Auslastung weiter gesichert und gestärkt. Der Geschäftsbereich ist durch die Auftragslage und künftig zu erwartenden Anfragen weiterhin wachstumsorientiert ausgerichtet.

Product Services

Im Jahr 2021 wurde wir eine deutliche Steigerung der Gesamtleistung erzielt. Die Vermarktung des neuen Drucksystems und die Erweiterung der Druckdienstleistung sowie eine Etablierung eines Kennzeichnungsstandard bei wichtigen Großkunden verlief weiterhin sehr erfolgreich. Neben der organischen Steigerung der Umsatzleistung im Hauptkundensegment Automotive, wurde dieser Zuwachs v.a. durch den Aufbau, respektive die Erweiterung um weitere Kundensegmente in den Bereichen Energie sowie Chemie/ Pharma erreicht. Daneben konnten Großkunden zum Abschluss von Jahresabrufverträgen bewegt werden, was insbesondere zur Reduzierung etwaiger Volatilitäten in den Monatsabschlüssen beiträgt. Die konsequente Verbesserung der Kostenbasis, der einzelnen Betriebsabläufe und Prozesse sowie die Umstrukturierung vieler Unternehmensbereiche haben sich weiterhin sehr positiv ausgewirkt.

Entwicklung wesentlicher Komponenten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Für das Geschäftsjahr 2021 ergibt sich ein um Einmalaufwendungen und Sondereffekte bereinigtes operatives EBITDA lt. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung von 26.150 T€ (Vorjahr 25.244 T€):

Konzern- Gewinn- und- Verlustrechnung

€ in Tausend 2021 2020
Umsatzerlöse 148.675 122.685
Veränderung des Bestands an unfertigen Leistungen (12) (1.106)
Andere aktivierte Eigenleistungen 5.911 2.703
Sonstige betriebliche Erträge 6.515 4.586
Gesamtleistung 161.089 128.830
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 46.134 32.508
Aufwendungen für bezogene Leistungen 26.129 23.631
Materialaufwand 72.263 56.139
Löhne und Gehälter 52.040 41.228
Soziale Abgaben und Aufw. für Altersversorgung und Unterstützung 9.508 8.161
Personalaufwand 61.548 49.389
Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 17.657 12.945
Sonstige betriebliche Anwendungen 16.206 20.110
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) (6.585) (9.753)
Finanzerträge 116 26
Finanzaufwand 7.938 5.768
Ergebnis vor Ertragsteuern (14.407) (15.495)
Ertragsteuern 2.689 2.808
Konzernergebnis (11.718) (12.687)
Zuordnung des Konzernergebnisses:
Nicht beherrschte Anteile 1.401 925
Gesellschafter des Mutterunternehmens (13.119) (13.612)
EBITDA nach IFRS lt. Konzern-Gewinn-und- Verlust- Rechnung 11.072 3.192
zzgl. Industrial Automation (01.01.2020 - 31.08.2020) 988
zzgl. MFI GmbH/ VESCON AQUA GmbH (01.01.2020 - 31.12.2020) 3.650
zzgl. Modumaq Group (01.01.2021 - 31.12.2021) 2.194
zzg. Beratungs- und Transaktionskosten im Rahmen der Unternehmenserwerbe 778 3.205
zzgl. Restrukturierungs-, Einmalaufwendungen und Sonderprojekte 12.105 11.772
zzgl. Einmaleffekte im Zuge der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS 2.436
Operatives EBITDA- SCIOinterne Steuerungsgröße 26.150 25.244

Finanzlage

Kapitalstruktur

Die angestrebte nachhaltige Umsatz- und Ergebnisentwicklung kann nur auf Basis einer soliden Kapitalstruktur erreicht werden. Die finanzielle Stabilität von SCIO wird durch das eingesetzte Eigenkapital sowie die Akquisitionsfinanzierungsmittel dargestellt.

Zum Jahresende 2021 bestehen akquisitionsbedingte Verpflichtungen zum Nominalbetrag von 85.750 T€ (Vorjahr 83.750 T€).

Die Darlehen der Finanzierungspartner wurden im Zuge der Akquisitionsfinanzierungen in den Jahren 2019-2021 ausbezahlt, sind endfällig und haben eine Laufzeit bis zum Jahr 2026.

Mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 1. Januar 2020 besteht ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag zwischen der VESCON GmbH sowie den Gesellschaften der VESCON Gruppe, SCHILLER, AUTKOM und tmp.

Die Anteile an der SCIO Holding sowie an allen Gesellschaften der SCIO Unternehmensgruppe (und weiterer Gesellschaften des Verbunds) sind zu Gunsten der externen Darlehensgeber zur Sicherheit abgetreten. Der Nominalbetrag der Verpflichtungen gegenüber diesen Gläubigern beläuft sich am 31. Dezember 2021 auf 85.750 T€ (Vorjahr 83.750 T€).

Für Informationen zu Veränderungen des Eigenkapitals und der Finanzschulden verweisen wir auf Abschnitt 2.3.3 Vermögenslage.

Investitionen

Die Zugänge durch Investitionen zu sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen im Jahr 2021 betragen insgesamt 7.970 T€ (4.591 T€). Davon entfällt der Großteil von ca. 75% auf zukunftsgerichtete Wachstumsinvestitionen im Rahmen der Aktivierung von Entwicklungskosten i.H.v. insgesamt 5.911 T€ (Vorjahr 3.220 T€), wobei die restlichen ca. 25% oder 2.059 T€ (Vorjahr 1.371 T€), auf Erhaltungsinvestitionen entfallen. Seit dem Geschäftsjahr 2019 werden die Investitionen in neue Leasingvereinbarungen nach IFRS 16 unter den Investitionen (CAPEX) erfasst. Im Geschäftsjahr 2021 wurden in neue Nutzungsrechte der beweglichen Betriebsausstattung sowie von Immobilien 2.534 T€ (Vorjahr 4.122 T€) investiert.

Cashflows

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit wird dabei nach der indirekten Methode dargestellt, was bedeutet, dass der Cashflow durch eine Anpassung des Konzernergebnisses (nach Steuern) im Rahmen einer Überleitungsrechnung ermittelt wird. Bei dieser Überleitung werden sowohl zahlungsunwirksame Effekte berücksichtigt als Veränderungen bei Vermögenswerten und Schulden während der jeweiligen Berichtsperiode, insbesondere von Posten des Nettoumlaufvermögens, sowie alle anderen Sachverhalte bei denen die Zahlungswirkungen der Investitionstätigkeit oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit und der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit werden jeweils nach der direkten Methode ermittelt.

SCIO berichtet, neben den aus der Konzern-Kapitalflussrechnung unmittelbar ersichtlichen Cashflows, den Free Cashflow als ergänzende Liquiditätskennzahl, definiert als Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit abzüglich der Mittelabflüsse aus Zugängen zu immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten. Ziel ist es dabei, einen positiven Free Cashflow zu erwirtschaften, da dieser es uns nach unserer Ansicht ermöglicht, eine gesunde Kapitalstruktur zu erhalten, darüber hinaus ist sie eine wichtige Kennziffer, da sie einen Hinweis auf unsere Fähigkeit gibt, langfristig Mittelzuflüsse aus der Geschäftstätigkeit von SCIO zu generieren. Darüber hinaus informiert sie über die Fähigkeit von SCIO, sowohl bereits feststehende als auch noch entstehende Mittelabflüsse begleichen zu können. Hierzu gehören beispielsweise Auszahlungen für die Bedienung von Finanzschulden und Akquisitionen.

In den folgenden Erläuterungen werden unsere Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit, Investitionstätigkeit sowie Finanzierungstätigkeit für den Berichtszeitraum 2021 analysiert:

Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit. Der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 13.694 T€ (Vorjahr Mittelzufluss 2.015 T€). Im Geschäftsjahr 2021 betrug der größte Bestandteil der Mittelzuflüsse das operative Konzernergebnis -11.718 T€ (Vorjahr -12.687 T€) vor Abschreibungen 17.657 T€ (Vorjahr -12.945 T€) mit einem Überschuss von insgesamt 5.939 T€ (Vorjahr- 258 T€). Ein (weiterer) Abbau des Nettoumlaufvermögens führte im Geschäftsjahr 2021 zu Mittelzuflüssen von 5.178 T€ (Vorjahr: Mittelzuflüsse 2.835 T€) und demnach einer entsprechenden Working-Capital Entwicklung im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2021. Trotz der Mittelzuflüsse im Berichtszeitraum ist das Working-Capital noch immer deutlich erhöht: Aufgrund der Lieferengpässe als Folge der Corona-Pandemie konnten viele Projekte mit Kunden noch nicht abgeschlossen werden, was sich in einem hohen Stand an Halbfertigen (Work in Progess) niederschlägt.

Cashflow aus Investitionstätigkeit - Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2021 insgesamt -15.777 T€ (Vorjahr -27.877 T€), wovon insgesamt -5.334 T€ (Vorjahr -19.756 T€) für Nettosauzahlungen für die Akquisitionen (abzüglich erworbener Liquiditätsguthaben) ausbezahlt wurden. Zudem wurden im Jahr 2021 eigene Entwicklungskosten von 5.911 T€ (Vorjahr 3.220 T€) aktiviert. Die Investitionen in neue Leasingvereinbarungen werden nach IFRS 16 unter den Investitionen (CAPEX) erfasst. Im Geschäftsjahr 2021 wurden in neue Nutzungsrechte an Immobilien und der beweglichen Betriebsausstattung 2.534 T€ (Vorjahr 4.122 T€) investiert.

Konzernkapitalflussrechnung

€ in Tausend 2021 2020
Cashflow aus betrieblichen Tätigkeit
Konzernfehlbetrag (11.718) (12.687)
Anpassung zur Überleitung des Konzernergebnisses zum Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
Abschreibungen 17.657 12.945
Ertragsteuern (2.689) (2.808)
Finanzergebnis, netto 7.822 5.742
Sonstige zahlungswirksame Erträge / Aufwendungen (1.302) (1.680)
Veränderungen des Nettoumlaufvermögens 5.178 2.834
Vorräte 4.802 4.969
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (5.615) 1.223
Vertragsvermögenswerte (3.691) (1.689)
Sonstige Forderungen 181 1.917
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.692 (1.700)
Vertragsverbindlichkeiten 9.368 (4.164)
Sonstige Verbindlichkeiten (5.559) 2.278
(Gewinne)/Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen (64) -
Gezahlte Ertragssteuern (1.306) (2.357)
Erhaltene Zinsen 116 26
Cashflow aus betrieblichen Tätigkeit 13.694 2.015
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Nutzungsrechte (10.504) (8.121)
Nettoauszahlungen für Akquisitionen (5.334) (19.756)
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 61 -
Cashflow aus der Investitionstätigkeit (15.777) (27.877)
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Gezahlte Zinsen (7.422) (5.329)
Einzahlungen aus Eigenkapitalerhöhungen 5.000 3.500
Aufnahme von langfristigen Finanzierungsdarlehen 1.940 30.884
Aufnahme von sonstigen Finanzschulden 3.167 4.321
Tilgung von sonstigen Finanzschulden (5.335) (5.735)
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (2.650) 27.641
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (4.733) 1.779
Auswirkungen von Wechselkurseffekten auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 161 (47)
Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (4.572) 1.732
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 1.1. 8.909 7.177
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31.12. 4.337 8.909

Der Free Cashflow beträgt 3.251 T€ (Vorjahr -6.106 T€) bedingt durch den Ausbau der Geschäftstätigkeit sowie trotz des immer noch erhöhten Working-Capital Stand.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit lag im Geschäftsjahr 2021 bei -2.650 T€ (Vorjahr 27.641 T€). Das abgelaufene Geschäftsjahr beinhaltete Mittelzuflüsse aus gewährten Akquisitionsdarlehen von 1.940 T€ (Vorjahr 30.884 T€) und Eigenkapitaleinzahlungen von 5.000 T€ (Vorjahr 3.500 T€), die für die Finanzierung der im Jahr 2021 durchgeführten Akquisitionen und Investitionen vereinnahmt wurden. Im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit sind ebenfalls die Neuaufnahmen von Leasingfinanzierungen 3.167 T€ (Vorjahr 4.321 T€) sowie geleistete Zinszahlungen -7.422T€ (Vorjahr - -5.329 T€) ausgewiesen.

Finanzausstattung - Zusätzlich zu Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind künftige Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit die wesentlichen Liquiditätsquellen.

Finanzschulden - Die Summe der Finanzschulden besteht aus kurz- und langfristig fälligen Finanzierungsdarlehen.

Liquidität - Die Summe der Liquidität bezieht sich auf die liquiden Vermögenswerte, die uns zum jeweiligen Stichtag zur Finanzierung des operativen Geschäftsbetriebs sowie zur Zahlung kurzfristig fälliger Verpflichtungen zur Verfügung steht. Sie besteht aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, wie sie in der Konzernbilanz ausgewiesen sind.

Nettoverschuldung - Die Nettoverschuldung ergibt sich aus den Finanzschulden abzüglich Liquidität.

Net Debt

€ in Tausend 31.12.2021 31.12.2020
Kurzfristige Finanzschulden 678
Langfristige Finanzschulden 89.096 87.932
Summe Finanzschulden 89.096 88.610
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.337 8.909
Summe Liquidität 4.337 8.909
Nettoverschuldung 84.759 79.701

Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2021 ergab sich aus der Relation der Liquidität zu den Finanzschulden eine Nettoverschuldung von 84.759 T€ (Vorjahr 79.701 T€), die sich aus den getätigten Übernahmen und somit betrieblichen Cashflow begründet.

Die Investitionsausgaben für Akquisitionen wurden durch die Kapitaleinzahlung der Gesellschafter und die Akquisitionsdarlehen finanziert.

Kreditlinien - Zum Geschäftsjahresende 2021 bestehen nicht ausgenutzte freie Betriebsmittellinien bei unseren Hausbanken von insgesamt 20.000 T€ (Vorjahr 20.000 T€). Im Zusammenhang mit den Kundenanzahlungen für laufende Projekte werden dem Kunden Avale zur Verfügung gestellt. Das ausgereichte Avalvolumen betrug zum Ende des Geschäftsjahrs über die SCIO Automation GmbH 28.040 T€ (Vorjahr 20.003 T€) sowie weitere 8.910 T€ (Vorjahr 5.597 T€) über lokale Linien.

Aufgrund der dargestellten Liquiditätssituation gehen wir davon aus, dass der Konzern in der Lage ist, den derzeitigen und künftigen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen.

Vermögenslage

Zum Jahresende 2021 erhöhte sich die Konzernbilanzsumme trotz des Konzernfehlbetrags 2021 auf 271.582 T€ (Vorjahr 263.249 T€). Das negative Gesamtergebnis 2021 von 10.532 T€ (Vorjahr 11.973 T€) reduzierte das Konzerneigenkapital, wohingegen die Gesellschaftereinzahlungen das Konzerneigenkapital erhöhten.

Konzernbilanz

Aktiva

€ in Tausend 2021 2020
Immaterielle Vermögenswerte 134.429 127.696
Geschäfts- oder Firmenwerte 47.043 46.274
Sachanlagen 14.889 14.723
Nutzungsrechte 9.769 9.911
Finanzielle Vermögenswerte - 232
Sonstige Vermögenswerte 667 649
Aktive latente Steuern 582 640
Langfristige Vermögenswerte 207.379 200.125
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.337 8.909
Vorräte 5.203 9.910
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21.445 14.794
Vertragsvermögenswerte 30.183 26.281
Finanzielle Vermögenswerte 311 496
Sonstige Vermögenswerte 2.184 1.804
Ertragsteueransprüche 540 930
Kurzfristige Vermögenswerte 64.203 63.124
Bilanzsumme Aktiva 271.582 263.249

Die folgenden Erläuterungen beschreiben die Zusammensetzung der Konzernbilanz zum Ende des Geschäftsjahres 2021:

Die Summe der langfristigen Vermögenswerte hat sich infolge der durchgeführten Akquisitionen im Dezember 2021 (akquisitionsbedingte Erhöhung Geschäfts- oder Firmenwerte um 235 T€ sowie der Kundenbeziehungen und des Auftragsbestands um insgesamt 12.162 T€) erhöht.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte sind zum Bilanzstichtag gegenüber dem jeweiligen Erwerbszeitpunkt (vor Währungsdifferenzen) unverändert. Die in den Jahren 2019-2021 erworbenen Kundenbeziehungen, Auftragsbestandswerte sowie Technologien haben sich durch anteilige planmäßige Amortisationen entsprechend der jeweilig angenommenen Nutzungsdauer vermindert. Außerplanmäßige Wertminderungen sind nicht eingetreten.

Die Buchwerte der Sachanlagen und Nutzungsrechte sind gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert (Erhöhung um 24 T€), davon akquisitionsbedingte Erhöhung 421 T€. Reinvestitionsrate und Abschreibungen sind weitestgehend ausgeglichen.

Die kurzfristigen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen die Vermögenswerte des operativen Working-Capitals sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Für weitere Informationen vgl. die Ausführungen zur Finanzlage / Cashflows unter Punkt 2.3.2.

Der vornehmliche Grund für die weitere Erhöhung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vertragsvermögenswerte ist die operative Geschäftsausweitung im Geschäftsjahr 2021.

Die Passivseite ist hauptsächlich durch die Darlehen aus den Akquisitionsfinanzierungen von SCIO geprägt. Die investierten Gelder aus den Akquisitionsdarlehen stehen SCIO langfristig zur Verfügung. Die Darlehen haben eine Laufzeit bis zum Jahr 2026 und sind endfällig zu tilgen. Für weitere Informationen vgl. die Ausführungen zur Finanzlage / Cashflows und Finanzschulden unter Punkt 2.3.2.

Der wesentliche Grund für die Steigerung der Vertragsverbindlichkeiten sowie der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger Bestandteile des Working-Capital im Laufe des Geschäftsjahres 2021 ist im Wesentlichen auf die Optimierung des Working-Capitals zurückzuführen.

Die passiven latenten Steuerschulden sind im Zuge der Akquisition entstanden und entfallen zum Stichtag am 31. Dezember 2021 im Wesentlichen auf immaterielle Vermögenswerte: erworbene Kundenbeziehungen, Technologiewerte und kapitalisierte Entwicklungskosten.

Passiva

€ in Tausend 2021 2020
Gezeichnetes Kapital 10.516 10.019
Kapitalrücklage 95.312 90.809
Gewinnrücklagen (38.529) (25.410)
Sonstige Rücklagen 1.673 767
Summe Eigenkapital des Mutterunternehmens 68.972 76.185
Anteile anderer Gesellschafter 13.968 8.824
Eigenkapital 82.940 85.009
Rückstellungen für Pensionen 140 495
Finanzschulden 85.767 84.587
Leasingverbindlichkeiten 7.114 7.515
Sonstige Verbindlichkeiten 737 701
Passive latente Steuerschulden 34.955 35.420
Langfristige Schulden 128.713 128.718
Finanzschulden 947 1.266
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.510 6.867
Vertragsverbindlichkeiten 18.713 8.660
Sonstige Verbindlichkeiten 21.893 25.924
Leasingverbindlichkeiten 3.214 2.960
Sonstige Rückstellungen 1.386 3.257
Ertragsteuern 266 588
Kurzfristige Schulden 59.929 49.522
Bilanzsumme Passiva 271.582 263.249

Bei einem Konzernergebnis von - 11.718 T€ (Vorjahr -12.687 T€) lag das bilanzielle Eigenkapital nach IFRS am 31. Dezember 2021 bei 82.940 T€ (Vorjahr 85.009 T€). Dabei erhöhten sich die Anteile anderer Gesellschafter insbesondere in Folge der Mehrheitserwerbe in 2021 signifikant um 3.463 T€ sowie (positiven) Ergebnisanteilen von 1.401 T€ und Währungsdifferenzen (280 T€) auf 13.968 T€.

Gesellschaftsrechtliche Bedeutung hat im Inland vor allem das Eigenkapital der Konzernmuttergesellschaft SCIO Automation Holding GmbH im Jahresabschluss nach deutschem Handelsrecht. Dieses betrug zum 31. Dezember 2021 insgesamt 105.083 T€ (Vorjahr 100.473 T€).

2.4 GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Im Geschäftsjahr 2021 beläuft sich unsere operative pro forma Gesamtleistung auf 160.741 T€ (Vorjahr 166.984), womit wir unser Zielspanne erreicht haben. Gleiches gilt für die Prognose des operativen EBITDA-Ergebnisses.

Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage und unseres Dienstleistungs- und Produktportfolios sehen wir für die nächsten Jahre gute Voraussetzungen für weiteres, beschleunigtes Wachstum. Die Finanzlage sowie die geschlossenen Finanzierungsvereinbarungen mit den externen Kapitalgebern auf Gesamt-Gruppenebene gestatten uns weiterhin notwendige Investitionen vorzunehmen und so den bestehenden Vorsprung im Wettbewerb zu manifestieren.

Die Konzernleitung beurteilt den Verlauf der Geschäftsentwicklung im Jahr 2021 trotz der Corona- Pandemie und der Beeinträchtigung der Supply Chain als erfolgreich. Insgesamt wurde die Zielspanne hinsichtlich des operativen Ergebnisses und der Kapitalstruktur erreicht. Die akquisitions- und sonderprojektbedingten Einmaleffekte werden in dieser Größenordnung in den kommenden Jahren nicht mehr auftreten.

3 PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHTPROGNOSEBERICHT

Voraussichtliche Marktentwicklung

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Der IWF erwartet für das Jahr 2022 einen Anstieg der Weltwirtschaftsleistung von 4,4% (Vorjahr: 5,9%). In den einzelnen Regionen wird von einer unterschiedlich hohen Wachstumsdynamik ausgegangen. Das höhere Wachstum für das Jahr 2021 war durch die erwarteten Aufholeffekte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie geprägt. Für die entwickelten Volkswirtschaften rechnet der IWF im Jahr 2022 mit einem Wachstum von 3,9% und damit unterhalb dem des Jahres 2021 (+5,0%). Dabei werden die USA den Erwartungen zufolge mit 4,0% leicht oberhalb des Durchschnittswerts von 3,9% für die entwickelten Volkswirtschaften liegen, während für die Eurozone ein Plus von 3,9% erwartet wird. Die Schwellen- und Entwicklungsländer werden laut IWF mit 4,8% erheblich langsamer wachsen als im Vorjahr (+6,5%). Insbesondere für China wird nach einem Wachstum von 8,1% im zurückliegenden Jahr lediglich ein Anstieg von 4,8% für das Jahr 2022 prognostiziert. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die Anspannungen im Immobiliensektor sowie die mit der Null-COVID-Strategie einhergehenden wirtschaftlichen Einschränkungen. Das Welthandelsvolumen wird gemäß IWF im Jahr 2022 mit 6,0% ebenfalls deutlich langsamer wachsen als im durch Aufholeffekte beeinflussten Jahr 2021 (+9,3%).

Risiken für die makroökonomische Prognose liegen laut dem IWF unter anderem im Auftreten neuer SARS-CoV-2-Varianten, die die Pandemie verlängern und zu erneuten wirtschaftlichen Störungen führen könnten. Darüber hinaus bedeuten Unterbrechungen der Lieferketten, Energiepreisvolatilität und lokaler Lohndruck, dass die Unsicherheit in Bezug auf die Inflationsentwicklung und die daraus resultierenden Folgen hoch ist. Russlands Krieg gegen die Ukraine beschleunigt nach Einschätzung des ifo-Instituts den Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland deutlich. Die Inflationsrate dürfte in diesem Jahr auf den höchsten Stand seit 1982 steigen. Die Münchner Forscher rechnen nun mit 5,1% bis 6,1% für das Jahr 2022. Das wäre die höchste Rate seit 40 Jahren. Im Dezember hatten die ifo-Experten hier noch 3,3 Prozent vorhergesagt.

Die mögliche Anhebung von Leitzinsen in fortgeschrittenen Volkswirtschaften könnte Risiken für die Finanzstabilität und die Kapitalströme, Währungen und die Finanzsituation der Schwellen- und Entwicklungsländer nach sich ziehen. Andere globale Risiken könnten sich herausbilden, da die geopolitischen Spannungen hoch bleiben und der anhaltende Klimanotstand die Wahrscheinlichkeit größerer Naturkatastrophen erhöht.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der russische Einmarsch in der Ukraine die Erholung der Weltwirtschaft von den Folgen der Corona-Krise bremsen könnte. Wirtschaftsverbände erwarten zunehmende Störungen von Lieferketten, die bereits in der Autoindustrie Produktionsstopps verursacht haben. Dazu kommt, dass es bei Rohstoffen aus Russland zu einer Knappheit kommen könnte und damit steigende Energiepreise Wirtschaft stark belasten würden.

Entwicklung des Automatisierungsmarktes

Globale Megatrends, der rasante Wandel sowie der Drang effizientere Automatisierungslösungen in Produktions- und Logistikumgebungen zu schaffen waren bereits vor der Corona-Pandemie im Gange. Jedoch forderte die globale Pandemie Unternehmen verstärkt dazu auf ihre Strategien in Bezug auf die Lagerautomatisierung zu optimieren. Die Erfahrungen aus der Pandemie zeigten, dass Megatrends wie der demographische Wandel, Globalisierung, Gesundheit & Sicherheit, Mobilität, grüne Logistik, autonome Welt, Individualisierung und Digitalisierung stärker als bisher berücksichtigt und gewichtet werden müssen, um solchen Herausforderungen gewachsen zu sein. Die zunehmende Ausbreitung des E-Commerce und der dringende Wunsch nach Effizienz, Kostensenkung und Flexibilität beschleunigen den Bedarf nach Automatisierung im Supply-Chain-Betrieb, weswegen man in den kommenden Jahren von einem deutlichen Wachstum im Intralogistiksegment ausgehen kann. Nach Angaben des Forschungsberichts des Fact.MR zufolge, wird der globale Intralogistikmarkt voraussichtlich bis 2030 mit einer CAGR von 15,5% wachsen. Unternehmen überdenken aufgrund von aufkommenden Trends und zur Sicherung des Marktes innerhalb der Werke die interne Supply-Chain mit der Integration der Intralogistik zu optimieren. Die IIoT-Implementierung (IIoT = Industrial Internet of Things) zur Steigerung der Produktivität von Anlagen durch kürzere Überbrückungswege und einen reibungslosen Materialfluss und die Einführung von 5G in der Fertigungsindustrie, sorgen für ein hohes Marktwachstum.

Die Fortschreitung der technologischen Möglichkeiten hinsichtlich roboterbasierten Automatisierungslösungen eröffnen zusätzliche Wachstumsaussichten. Die globalen Auswirkungen der Pandemie waren überwältigend, dennoch verzeichnete die industrielle Automatisierungsbranche ein stetiges Wachstum. Die ansteigende Nachfrage ist auf das Aufkommen der drahtlosen 5G-Technologie, der Mensch-Maschine-Kollaboration, den IIoT-Lösungen (IIoT = Industrial Internet of Things) mit cloudbasierten Systemen und auf die Einführung der Industrie 4.0 zurückzuführen. Die globale Marktgröße für industrielle Automatisierung belief sich laut Business Fortune Insight im Jahr 2021 auf 192 Mrd. USD und soll bis 2029 auf 395 Mrd. USD wachsen. Im Prognosezeitraum wird ein stetiges Wachstum des industriellen Automatisierungsmarktes mit einer CAGR von 9,8% erwartet. Die Nachfrage nach präziser Produktion, hoher Qualität und vor allem aufgrund weiterer notwendiger Modernisierungsmaßnahmen und erforderlicher Umrüstungen in bestehenden Produktionsstätten treibt den Markt für industrielle Automatisierung weiterhin hoch. Die globalen Megatrends wie die Digitalisierung und Automatisierung wirken sich auf alle Branchen aus und verändern die Arbeitswelt. Für SCIO eröffnen sich dadurch neue Chancen und Wachstumsmöglichkeiten.

Entwicklung wichtiger Zielmärkte

Durch die anhaltend gute Auftragslage, der Nachfrage nach digitaler Technologie und den steigenden Kundenanforderungen wird der weltweite Markt für Lagerautomatisierungslösungen bis 2026 voraussichtlich mit einer CAGR von 14% auf 30 Mrd. USD wachsen. Weitere Schlüsselfaktoren, die zukünftiges Wachstum begünstigen ist die Nachfrage nach modernster Technologie und Automatisierungslösungen wie dem industriellen Internet der Dinge (IIoT) und die Einführung von 5G-Technologien. Der Wunsch nach gesteigerter Effizienz & Produktivität und der Beginn von Industrie 4.0 zwingt Unternehmen ihre Lieferkettennetzwerke zu automatisieren. Darüber hinaus nimmt der intelligente Einsatz von Technologie in der Lieferkette zu und Unternehmen investieren stark in aktuelle Lagerverwaltungssoftware, um eine intelligente Lieferkette aufzubauen. Die Fähigkeit, den Materialfluss zwischen verschiedenen Stationen in einem Unternehmen zu steuern, ist ein entscheidender Faktor für das Wachstum des globalen Intralogistikmarktes. Die Automatisierung intralogistischer Prozesse eröffnet viele neue Potenziale, denn gerade der Einsatz von robotergesteuerten Logistiklösungen wird zunehmend attraktiver. Unternehmen haben den Einsatz von Industrierobotern durch die Bereitstellung von Cobots, also kollaborativen Robotern, verbessert - diese Cobots verringern die körperliche Anstrengung der menschlichen Arbeiter und erfüllen entsprechende Sicherheitsvorgaben wie das Einhalten von Mindestabständen.

Der Markt für Lebensmittelautomatisierung und Lebensmittelrobotik entwickelt sich aufgrund von stetig steigenden automatisierten Lösungen, zunehmenden Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit, Investitionen in Roboter für die Nahrungsmittelindustrie und der Digitalisierung schnell. Die globale Marktgröße für Lebensmittelrobotik wird Prognosen zufolge bis 2031 6 Mrd. USD erreichen - mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 10,4%. Technologische Weiterentwicklungen in der Automatisierungsbranche und die strengen Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit in Bezug auf die Lebensmittelhygiene fördern das Wachstum des Marktes positiv. Weiterhin wird die erhöhte Nachfrage von Robotern in Schwellenländern das Wachstum dieses Marktes ankurbeln. Intralogistiklösungen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie bieten immense Vorteile wie Simulationsmodelle, vorherige Datenanalyse zur Bestätigung des Produktmix und die Verarbeitung von Materialien.

Das weltweite Wachstum für den Halbleitermarkt wird der stärkeren Nachfrage nach Unterhaltungselektronik und Elektro- und Hybridfahrzeugen zugeschrieben. Der globale Trend zur Elektrifizierung von Fahrzeugen sowie der erhöhte umweltbewusste Einsatz von Elektro- und Hybridfahrzeugen schafft Wachstumschancen für den Markt von Halbleiterfertigungsanlagen. Die weltweite Marktgröße für Halbleiterfertigungsanlagen wurde im Jahre 2021 auf 95 Mrd. USD geschätzt und soll bis 2027 mit einer CAGR von 8,5% auf 175 Mrd. USD anwachsen. Die positive Marktentwicklung und die erhöhte Nachfrage von Mikrocontrollern, Hochleistungsmodulen, diskreten Bauelementen und anderen Leistungshalbleitern erfordern den Ausbau weiterer Produktionsstätten. Infolgedessen werden intelligente, flexible und automatisierte Lösungen für Produktions- und Logistikumgebungen gefordert, um Ineffizienzen zwischen Produktion und Materialfluss zu beseitigen.

Auch im Jahr 2021 dominierte die globale Corona-Pandemie die weltwirtschaftliche Lage. Sie bot aber auch Erfahrungen hinsichtlich Megatrends, Modernisierungen und Digitalisierungen, die während der Pandemie stärker berücksichtigt und höher gewichtet werden mussten. Moderne und fortschreitende Technologien wie Robotik, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz verändern und ersetzen starre Anlagen zu intelligenten und flexible Automatisierungslösungen. Langfristig gesehen führen immer mehr Unternehmen Industrie 4.0-Technologien und Automatisierungen in ihren Produktionslinien ein und kurbeln somit die Marktnachfrage für Industrieroboter an. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts Allied Market Research wird die Marktgröße für Industrieroboter im Prognosezeitraum zwischen 2021 bis 2030 mit einer CAGR von ca. 11,7% auf voraussichtlich 117 Mrd. USD steigen. Die Einführung und das Angebot von modernen Robotertechnologien werden demnach immer breiter.

Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf SCIO abzufedern hat SCIO verschiedene Maßnahmen eingeführt und hält diese unverändert aufrecht - unter anderem eine Corona Pandemie-Taskforce, regelmäßige Management Abstimmungen nach innen und nach außen, sowie umfangreiche Information der Mitarbeiter. Die Außenkommunikation umfasst alle Stakeholder, besonders aber unsere Kunden und Lieferanten. Das SCIO Management setzt in dieser Zeit auf klares und konsequentes Handeln, um insbesondere etwaige Ansteckungsraten im Betrieb auf ein Minimum zu begrenzen. In Bezug auf die Auswirkungen der Supply Chain Störungen wurde ebenfalls ein Maßnahmenpacket implementiert.

Die folgenden Bereiche stehen dabei täglich im Fokus:

Generelle Einschätzung

Beschaffung / Logistik

Absatz

Internes Personal

Stakeholder Management

Das tägliche Liquiditätstracking unter Berücksichtigung der oben genannten Fokusbereiche stellt die Handlungsfähigkeit von SCIO sicher. Alle eingeleiteten bzw. umgesetzten sowie noch umzusetzenden Maßnahmen dienen zum einen der Gesundheitsversorgung mit dem Ziel des Schutzes unserer Mitarbeiter und Stakeholder vor einer Ansteckung bzw. der Verbreitung des Virus und Sicherstellung unserer Lieferfähigkeit. Zum anderen dienen sie damit zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes.

Für die Prognose von SCIO gehen wir, soweit einschätzbar, von den vorgenannten Erwartungen zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung, aber vor allem von den Erwartungen der für uns relevanten Zielmärkte aus. Wir weisen darauf hin, dass es sich hierbei um einen laufenden Prozess handelt, der stetigen Änderungen ausgesetzt ist.

Wie die Staaten in den nächsten Monaten mit der Bekämpfung der Pandemie als auch mit den Folgen des Krieges in der Ukraine und dessen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft umgehen, wie lange die staatlichen Unterstützungsprogramme andauern und wie sich das auf den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft auswirkt, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwer vorhersagen. So bleibt das aktuelle Marktumfeld unverändert herausfordernd und führt dazu, dass sich Kunden mit Investitionen teilweise zurückhalten. Vorausgesetzt wird dabei, dass das prognostizierte Wachstum nicht wieder von weiteren Corona-Wellen und weiteren Eskalation des Konfliktes in der Ukraine, die zu Standortschließungen führen, zunichte gemacht wird. Basierend auf diesen Erwartungen sowie unter Abwägung der aktuellen Risiko- und Chancenpotenziale rechnet SCIO für 2022 mit einem Anstieg der Nachfrage.

Für SCIO zeichnen sich trotz der aktuellen angespannten weltwirtschaftlichen Situation Entwicklungschancen im Jahr 2022 ab. Der Auftragseingang bzw. der starke Auftragsbestand von SCIO in den letzten Monaten im Jahr 2021 belegt diesen positiven Trend bereits für unser Unternehmen. Neben den aktuellen Auswirkungen durch die Corona-Pandemie und geopolitischen Krisen erwarten wir durch die aktuelle Situation mittelfristig einen weiteren Schub hin zu mehr Digitalisierung und Automatisierung. An diesem Wachstum werden wir mit unserem Produkt- und Dienstleistungsportfolio überdurchschnittlich partizipieren.

Voraussichtliche Geschäftsentwicklung

Wachstum der Gesamtleistung

Ohne Berücksichtigung von Effekten aus der Corona-Pandemie, Störungen der Lieferketten und geopolitischer Spannungen würden wir im Geschäftsjahr 2022 ein deutliches Wachstum der Gesamtleistung erwarten. Im Hinblick auf die bereits genannten Risiken, wurden alle eingeleiteten bzw. noch einzuleitenden Maßnahmen mit dem Ziel definiert die Gesamtleistung im Jahr 2022 zu steigern bzw. mindestens auf dem Niveau von 2021 zu halten. Das prognostizierte Marktwachstum unserer Zielmärkte würde sich unter normalen Voraussetzungen in einer Bandbreite zwischen 5 % und 10 % in den nächsten 5 Jahren bewegen.

Advanced Intralogistics

Die Folgeerscheinungen der Corona-Pandemie sowie die bereits spürbaren aber in ihrer ganzen Tragweite noch nicht absehbaren Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges lassen auch für das Geschäftsjahr 2022 nur unsichere Prognosen zu. Für das Geschäftsfeld Advanced Intralogistics sieht die SCIO trotz allem weiteres Wachstumspotenzial. Eine Voraussetzung für das avisierte Wachstum ist auch die weitere Integration bzw. das Zusammenwachsender Einzelgesellschaften innerhalb des Geschäftsfelds. Vor allem Cross-Selling wird hier als starkes Instrument für weiteren Erfolg gesehen, da vor allem die Marken SCHILLER und MFI zum Teil vergleichbare Technologien anbieten, jedoch in völlig unterschiedlichen Märkten.

Intelligent Automation

Discrete Automation

Der Fokus für das Business Segment im Geschäftsjahr 2022 liegt weiterhin auf einer Festigung der Bestandsprojekte sowie der vertrieblichen Konzentration des gesamten Bereiches. Grundlage hierfür bieten die hohe Kundenzufriedenheit in den Kerngeschäften Rohbau und Batteriemontage sowie infolgedessen die Möglichkeit zusätzlicher Integrationen und Umfänge in den entsprechenden Werken bzw. Produktionslinien. Darüber hinaus ist die Akquisition neuer Projekte sowohl bei Bestands- als auch bei Neukunden oder der Wiederaufnahme bestehender Geschäftsbeziehungen ein essenzieller Baustein zur Stabilisierung des Geschäftsmodelles. Vertriebliche Erfolge zum Ende des Geschäftsjahres 2021 bzw. zu Beginn 2022 bestätigen den grundsätzlich positiven Entwicklungstrend gleichermaßen, wie auch der Aufbau zusätzlichen Personals im osteuropäischen Raum zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.

Ziel für das kommende Jahr im Bereich der Automation Services ist es, den kontinuierlichen Wachstumskurs beizubehalten, mit dem Ziel, sich durch die gleichbleibend hohe Qualität der Automatisierungsdienstleistungen gegenüber dem Wettbewerb strategisch optimal zu positionieren. Voraussetzung für eine solche Kontinuität ist zudem, alle internen Prozesse auf das angestrebte Wachstum anzupassen und auszurichten. Mitarbeiterbindung und -qualifikation stehen zudem ganz im Fokus der innerbetrieblichen Aktivitäten für 2022. Um die positive Nachfrageseite vollumfänglich bedienen zu können, gilt es als zentrale Aufgabe aber auch als Herausforderung, die auf dem Arbeitsmarkt stark limitiert verfügbaren Fachkräfte hinzugewinnen und in das bestehende Team integrieren zu können.

Die durch den globalen Mangel an verfügbaren Komponenten - wie z.B. Halbleitern - zurückgefahrenen Produktionszahlen in der Automotive-Industrie schlagen sich unmittelbar in zurückgehaltenen Investitionen der Tier-1/2-Zulieferer nieder. Eine weitere Verschärfung des Komponentenmangels und der langsameren Regeneration der Supply-Chain-Ketten droht zudem durch die gegenwärtige Ukraine-Krise und dem damit verbundenen lokalen Produktionsausfall insbesondere von Kabelbäumen. Daraus resultierend gilt für das Geschäftsjahr 2022 in den Bereichen Sondermaschinenbau und Montageautomatisierung die Ausrichtung auf vertriebliche Aktivitäten im europäischen, wie gleichermaßen auch im nord- und mittelamerikanischen Markt. Auch wenn in letzterem die Versorgungssicherheit durch lokale Hersteller weniger gefährdet ist, gilt es auch hier wieder eine mittel- und langfristig verbesserte Auslastungssituation zu erreichen. Weiteres Kernziel ist zudem, den Qualitätsstandard und damit die Margensituation bei laufenden Projekten zu stabilisieren und diese durch sich stetig weiterentwickelndes Qualitäts- und Projektmanagement zu verbessern.

Process Automation

Im Geschäftsbereich Planung und Services planen wir trotz des weltweiten Mangels an Hardware unser Geschäft weiter auszubauen. Die Lieferengpässe führen zwar zu einer Verschiebung von geplanten Projekten, unser breites Spektrum und die Kundentreue helfen uns aber bei der Bewältigung dieser Problematik. Wir erhalten vermehrt Anfragen von großen Anlagenbauern welche dringende Unterstützung in Planungsleistungen benötigen. Ein erster Rahmenvertrag mit einem weltweit tätigen Anlagenbauer wurde bereits abgeschlossen. Die Betreiber erwarten bei Ausschreibungen an Anlagenbauer neuerdings die Übernahme der Planungsleistungen, welche diese regelmäßig nicht anbieten können und sich so an externe Spezialisten wenden. Hierfür ist der Bereich Process durch die Abdeckung fast aller Prozessgewerke sehr gut aufgestellt. Des Weiteren erhalten wir vermehrt Anfragen unserer Bestandskunden über gewerkeübergreifende Planung von kleinen bis mittelgroßen Investitionsprojekten. Das Geschäftsfeld Wasser und Abwasser startet ins neue Jahr mit sehr gutem Auftragsbestand. Hier ist die Geschäftsentwicklung stärker abhängig von der Preisentwicklung und Verfügbarkeit entsprechender Hardware, vor allem bei den elektronischen Bauteilen, wie Automatisierungsgeräte und Umrichter. Ausbau der Montageleistungen mit neuem Standort in Schuby, Entwicklung von neuen IT Sicherheitslösungen zur Anlagenüberwachung, sowie ein Ausbau des Bestandskundengeschäfts und Abschluss von weiteren Wartungsverträgen stehen hier besonderes im Fokus.

Innovative Services

Digital Factory/ Software

Übergreifendes Ziel ist die Bündelung der SCIO Kompetenzen SO3, VIBN und Betriebsdatenerfasssung/SO3 HIBERION und Integration in ein durchgängiges Portfolio an digitalen Dienstleistungen rund um den Digitalen Zwilling. Nukleus dieser Aktivitäten wird zunächst die Virtualisierung von Produktionsanlagen im Segment Intelligent Automation sein. Aber auch in der Intralogistik sollen Kompetenzen im Bereich Simulation ausgebaut werden, um in einer frühzeitigen Projektphase Unternehmen in der Planung von komplexen Lösungen - insbesondere das Zusammenspiel Fördertechnik, Lager, AMRs - anzubieten. Bei den ERP Softwareprodukten liegt der Fokus auf Marketing und Vertrieb mit Schwerpunkt Akquisition von Neukunden. Ferner ist geplant alle Bestandskunden auf die neuen Versionen umzustellen. Das Entwicklerteam fokussiert sich zum einen auf die Optimierungen und zum anderen auch um die Weiterentwicklung unterschiedliche Apps für Smartphones und Dashboards.

Energy

Der Geschäftsbereich Energy wurde erfolgreich zu Beginn des Jahres in eine separate Gesellschaft ausgegründet, um die Marktposition zu festigen und weiter auszubauen. Durch die neugeschaffene Flexibilität ist der positive Trend für das weitere Wachstum im Jahr 2022 gesichert. Zusätzlich wird das Kerngeschäft von den Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern zukünftig weiter bei der Energy ausgebaut. Die SCIO GROUP steht als zuverlässiger Partner an der Seite der Netzbetreiber, um die künftigen Aufgaben des Netzausbaus in den kommenden Jahren zu meistern.

Product Services

Der klare Fokus für das Jahr 2022 liegt in der Umsetzung des Programms "Customers Determine Our Success". Dies findet sich wieder in der Fortführung der bereits begonnen Neustrukturierung von Sales. Hierbei liegt ein Hauptaugenmerk auf die weitere Marktdurchdringung in Bestandsmärkten sowie der Marktentwicklung in neuen Märkten. Daneben wird im zweiten Halbjahr dieses Jahres unser neuentwickeltes Drucksystem in den Markt eingeführt werden, in welchem wir ein weiteres wichtiges Wachstumsinstrument sehen. Hieran anschließend erkennen wir in der langfristigen Kundenbindung einen der Hauptsäulen für weiteres organisches Wachstum. Untermauert wird diese strategische Ausrichtung, zum einen, mit dem neu eingeführten Treuepaket (Service) welches größere Kundennähe und -zufriedenheit schafft. Zum anderen wird die Fertigungstiefe erweitert, um neben weiteren Kostenersparnissen, Lieferantenabhängigkeiten ab- und die Lieferperformance weiter aufzubauen.

Profitabilität

Für das Geschäftsjahr 2022 gehen wir, ebenfalls ohne Berücksichtigung von Corona-Pandemie, Störungen der Lieferketten und geopolitischer Spannungen von einer weiterhin attraktiven EBITDA-Marge in der Bandbreite von 15 % bis 16 % aus. Dies wollen wir durch die weitere Fokussierung auf margenstärkere innovative Projekte sowie dem Ausbau des Geschäftsvolumens insgesamt erreichen. Dazu beitragen wird auch die weitere Integration der Gruppe und die Ausnutzung von Cross-Selling Effekten. Ebenfalls im Hinblick auf die erwähnten Risiken wurden die oben genannten Maßnahmen ergriffen, um die Profitabilität des Unternehmens zu sichern. Durch die Organisation der SCIO GROUP in Geschäftsbereiche, sollen die Marktpotentiale deutlich stärker gehoben und Synergien weiter in der gesamten Gruppe konsequent realisiert werden.

Kapitalstruktur

Auf mittelfristige Sicht haben wir uns bei SCIO für unsere Kapitalstruktur ein Ziel gesetzt, welches durch den Quotienten aus der Nettoverschuldung und dem operativen EBITDA definiert ist. Unser mittelfristiges Ziel ist es, dass dieser Quotient in einem Zielband zwischen 3,0 und 4,0 liegt. Für das Geschäftsjahr 2022 gehen wir davon aus, dass wir diese Bandbreite erreichen werden.

Im Investitionsbereich planen wir zur Sicherung von Marktanteilen und Wettbewerbsvorteilen durch technologische Innovationen eine gegenüber 2021 stabile Investitionstätigkeit. Diese beinhaltet weitere Investitionen in den Kapazitätsausbau zur Entwicklung, Produktion und zum Vertrieb neuer Lösungen und eigener Produkte, die im Rahmen unserer Fertigungsprojekte an unsere Kunden vertrieben werden. Darüber hinaus werden wir notwendige Ersatzinvestitionen in unser Anlagevermögen tätigen.

Weiteres Wachstum soll 2022 auch durch mögliche Akquisition weiterer Unternehmen realisiert werden. Die abgeschlossenen Finanzierungsvereinbarungen (gemessen als Nettoverschuldung in Relation zum operativen EBITDA auf annualisierter Basis) sind langfristig ausgerichtet, so dass die Kapitalstruktur von SCIO - abgesehen von akquisitionsbedingten Einmaleffekten - in absehbarer Zeit unverändert bleiben wird.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Entwicklung

Bedingt durch unseren guten Auftragsbestand und die erwartete Entwicklung unserer Zielmärkte gehen wir trotz der Corona-Pandemie, Störungen der Supply Chain und geopolitischen Krisen mindestens von einer Gesamtleistung (bereinigt um akquisitionsbedingte Effekte) auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2021 aus. Die Auftragslage sehen wir weiterhin positiv, allerdings sind unsere Zielmärkte auch nach wie vor von einem erhöhten Wettbewerbsdruck geprägt. Es wird trotz der aktuellen Wirtschaftslage mit einer Ergebnismarge auf Basis EBITDA von 15% bis 16% gerechnet.

Dieser Ausblick beruht auf den Annahmen, dass die von SCIO eingesetzten Maßnahmen in Hinblick auf die Corona-Pandemie weiterhin greifen und eine gewisse Normalisierung der weltweiten geopolitischen sowie der allgemeinen Liefersituation und Materialverfügbarkeit staatfindet. Von dieser Prognose sind Auswirkungen aufgrund unerwarteter rechtlicher und regulatorischer Änderungen ausgenommen. Die tatsächliche Entwicklung unseres Unternehmens kann aufgrund der nachfolgend beschriebenen Chancen und Risiken sowohl positiv als auch negativ von unseren Prognosen abweichen.

3.2 CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Chancen- und Risikomanagement

Risikomanagement ist ein Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern, ist es nach Auffassung der Geschäftsleitung daher unerlässlich, die Risiken effektiv zu identifizieren, zu analysieren, zu dokumentieren und durch geeignete Steuerungsmaßnahmen zu beseitigen oder zu begrenzen. Unser aktives Risikomanagement eröffnet uns somit auch Chancen. Wir haben eine Reihe von aufeinander abgestimmten Risikomanagement- und Kontrollsystemen, die uns unterstützen, Entwicklungen, die den Fortbestand von SCIO gefährden können, frühzeitig zu erkennen. Besonderes Gewicht haben dabei unsere konzernweiten Prozesse für die strategische Planung und das interne Berichtswesen.

Für alle relevanten Risiken und Chancen werden Verantwortlichkeiten definiert. In einem ersten Schritt erfordert die Übernahme der Verantwortung für ein spezifisches Risiko oder für eine spezifische Chance die Festlegung einer beziehungsweise die Kombination mehrerer allgemeiner Reaktionsstrategien. Bezogen auf den Umgang mit den identifizierten Risiken haben wir folgende Handlungsalternativen definiert: Vermeiden, übertragen, vermindern oder akzeptieren. Bezogen auf Chancen gilt: Teilweise oder vollständig realisieren. In einem zweiten Schritt beinhaltet die Risiko- bzw. Chancenverantwortung das Entwickeln, Initiieren und Überwachen geeigneter Maßnahmen entsprechend der Reaktionsstrategie.

Zur Überwachung und Steuerung der einzelnen Teil-Prozesse und um die Integration und Vereinheitlichung der Kontrollaktivitäten in Einklang mit den rechtlichen und operativen Anforderungen weiter voranzutreiben, wurden das Controlling im Rahmen der Geschäftsfelder zentralisiert und erweitert sowie mit den Vertriebsverantwortlichen für die Chancen- und Risikobeurteilung prozessual verknüpft. Die aggregierte Berichterstattung über Chancen und Risiken erfolgt unmittelbar an die Leiter der Divisionen und an den CEO/CFO und der gesamten Unternehmensgruppe. Umsetzung, Durchführung und Überwachung des Chancen- und Risikomanagements sowie des internen Kontrollsystems liegen in der Gesamtverantwortung der Mitglieder der Geschäftsführung der SCIO Holding.

Auch im Hinblick auf die Corona-Pandemie ist das Risikomanagement ein entscheidender Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Die in 3.1.1 beschriebenen Maßnahmen werden täglich auf internationaler und lokaler Ebene überwacht und gesteuert. Auch hier ist die Umsetzung, Durchführung und Überwachung sowohl durch die Geschäftsführung der SCIO Holding, aber auch durch die divisionalen und lokalen Geschäftsführungen sichergestellt.

Aus dem Russland-Ukraine-Krieg können sich für SCIO weitreichende Risiken ergeben. Derzeit betreibt SCIO selbst keine laufenden Geschäftsaktivitäten in Russland oder der Ukraine noch werden in diesen Ländern (wesentliche) Vermögenswerte gehalten. Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage im Jahr 2022 können zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der volatilen geopolitischen Lage können die Auswirkungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht quantifiziert werden. Dies beinhaltet ebenfalls etwaige mittelbare Konsequenzen. Der Krieg kann sich insbesondere negativ auf die Einkaufs- und Logistikprozesse niederschlagen, beispielsweise durch Unterbrechungen in den Lieferketten und der Energiebelieferung oder Engpasssituationen bei Bauteilen sowie Rohstoffen und Vorprodukten. Auch höhere Cyberrisiken können nicht ausgeschlossen werden. Daneben ist die Zusammenarbeit mit Partnern und Kooperationen mit höheren Risiken behaftet.

Branchen- und länderspezifische Handelshemmnisse in für SCIO wichtigen ausländischen Märkten könnten sich sowohl negativ auf die Produktionskosten (insbesondere: Energiebelieferung) als auch auf die gesamte Wertschöpfungskette auswirken.

Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

Das übergeordnete Ziel unseres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems lautet, die Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung im Sinne einer Übereinstimmung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts mit allen einschlägigen Vorschriften sicherzustellen.

Den konzeptionellen Rahmen für die Erstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes bilden im Wesentlichen die in ständiger Weiterentwicklung befindlichen konzernweit einheitlichen Bilanzierungsrichtlinien sowie das integrierte Konzernberichtswesen, in das alle Gesellschaften der SCIO GROUP eingebunden sind. Neue Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere offizielle Verlautbarungen werden laufend bezüglich ihrer Relevanz und ihrer Auswirkungen auf unseren Konzernabschluss und den Konzernlagebericht analysiert. Die sich hieraus ergebenden Änderungen werden in unseren Bilanzierungsrichtlinien und - soweit erforderlich - im Reportingtool angepasst. Sowohl unterjährig als auch rechtzeitig im Vorfeld der Aufstellung der Jahresabschlüsse werden die Abteilungen des Rechnungswesens der Gesellschaften der Unternehmensgruppe insgesamt über aktuelle Themen (in allen Ländern), die die Rechnungslegung und den Abschlusserstellungsprozess betreffen, sowie über die einzuhaltenden Termine informiert.

Die Datengrundlage für die Erstellung des Konzernabschlusses bilden die von der SCIO Holding und den Tochtergesellschaften berichteten Abschlussinformationen, die wiederum auf den in den Einheiten vor Ort erfassten Buchungen basieren. Die Erstellung der Abschlussinformationen für den Konzernabschluss wird teilweise durch externe Dienstleister unterstützt. Darüber hinaus sind weitere Rechnungslegungsaktivitäten, die Governance und Überwachung betreffen, auf regionaler Ebene zusammengefasst. Zusätzlich bedienen wir uns bei einigen Themen, die Spezialkenntnisse erfordern, zum Beispiel bei der Durchführung von Kaufpreisallokationen und Wertminderungstests nach IFRS, der Unterstützung externer Dienstleister. Auf Basis der berichteten Abschlussinformationen wird der Konzernabschluss mittels einer zentralen Konsolidierungssoftware konsolidiert. Die zur Erstellung des Konzernabschlusses durchzuführenden Schritte / Konsolidierungsmaßnahmen werden zentral auf Ebene der Konzernmuttergesellschaft dokumentiert und kontrolliert.

Die Fortführung der Implementierung und Vereinheitlichung der Prozesse innerhalb des ERP Systems hat auch im Jahr 2021 weitere große Fortschritte gemacht. Hierbei steht die Abbildung aller Geschäftsprozesse im Vordergrund, angefangen von der Materialwirtschaft und dem Projektmanagement, über das Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Forschung und Entwicklung bis hin zum Dokumentenmanagement. Durch die Standardisierung der Prozesse und durch die höhere Transparenz wurde ein weiterer Beitrag zum Risikomanagement geleistet.

In den Rechnungslegungsprozess einbezogene Mitarbeiter werden bei ihrer Auswahl hinsichtlich ihrer fachlichen Eignung überprüft und regelmäßig geschult. Grundsätzlich gilt das Vier-Augen-Prinzip und die Abschlussinformationen müssen bestimmte Freigabeprozesse durchlaufen. Weitere Kontrollen sind Soll-Ist-Vergleiche sowie Analysen über die inhaltliche Zusammensetzung und Veränderungen einzelner Posten.

Um systematisch die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die definierten Compliance-Anforderungen in allen relevanten Geschäftsprozessen eingehalten und so Regelverstöße vermieden werden, baut die SCIO GROUP konsequent ein Compliance System inkl. einer Compliance Officer Funktion aus. Dies beinhaltet die Konzipierung eines Regel- und Wertesystems für das Unternehmen, laufende Information und Schulung der Mitarbeiter sowie die kontinuierliche Überwachung der Einhaltung.

Bericht über Chancen und Risiken des Konzerns

Überblick

Im Rahmen unseres managementorientierten Chancen- und Risikomanagement-Ansatzes, der in die SCIO-Organisation integriert ist, befassen wir uns sowohl mit den Risiken als auch den Chancen, die sich in den jeweiligen Geschäftsbereichen ergeben und handeln entsprechend.

Die nachfolgend beschriebenen Chancen sind nicht notwendigerweise t die einzigen, die sich uns bieten. Unsere Einschätzung der Chancen ist fortlaufenden Änderungen unterworfen, da sich SCIO selbst sowie unsere Märkte und Technologien kontinuierlich weiterentwickeln. Daraus können sich neue Chancen ergeben, bereits existierende Chancen können an Bedeutung verlieren oder gewinnen. Wir bewerten unsere Chancen nach bestem Wissen und Gewissen und legen für diese Beurteilung Annahmen zugrunde, die die Marktentwicklung, das Marktpotenzial von Technologien, Lösungen oder Produkten sowie die erwartete Entwicklung von Kundennachfrage und Absatzpreisen betreffen. Wenn Chancen realisiert werden, können Sie einen geringeren Einfluss haben, als ursprünglich erwartet. Auch können Chancen, die wir heute sehen, möglicherweise niemals realisiert werden. Nach unserer Einschätzung hat sich die Chancenlandschaft im Laufe des Geschäftsjahres nicht grundlegend verändert.

Die dargestellten Risiken können erheblich nachteilige Auswirkungen auf unsere Geschäftslage sowie unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Die aufgeführten Risiken spiegeln unsere gegenwärtige Einschätzung für SCIO wider. Dabei ist zu beachten, dass Risiken mit einem gegenwärtig niedriger eingeschätzten Risikomaß potentiell auch eine höhere Schadenswirkung haben können als Risiken mit einem derzeit höher eingeschätzten Risikomaß. Zusätzliche Risiken, die uns weder im Berichtsjahr noch bis zum Zeitpunkt der Berichterstattung bekannt waren bzw. sind, oder Risiken die wir als unwesentlich einschätzen, können unsere Geschäftsaktivitäten ebenfalls negativ beeinflussen.

Chancen und Risiken verstehen wir als mögliche positive beziehungsweise negative Abweichung von den Zukunftserwartungen und Prognosen.

Im Rahmen der internen Berichterstattung der Risiken und Chancen erfolgt keine quantifizierende Darstellung der möglichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Daher erfolgt auch im Konzernlagebericht nur eine verbale Beschreibung der wesentlichen Chancen und Risiken.

Märkte

Die wirtschaftlichen Chancen und Risiken für SCIO liegen vor allem in den globalen Absatzmärkten für Automatisierungstechnik. Die technologischen Fortschritte in der Automatisierung bieten hohe zusätzliche Wachstumschancen. Vor allem aufgrund notwendiger Modernisierungsmaßnahmen und erforderlicher Umrüstungen in bestehenden Produktionsstätten bleibt auch das Potenzial in den Industrieländern weiterhin hoch. Auch die produzierenden Unternehmen bieten aufgrund von immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen, dem Wunsch der Verbraucher nach individuelleren Produkten und einem höheren Wettbewerbsdruck große Potentiale. Das Absatzpotenzial für die Automatisierungsbranche ist dementsprechend hoch. Auch die Auswirkungen der Pandemie treiben zahlreiche Hersteller dazu, den Automatisierungsgrad weiter zu erhöhen und damit die Stabilität und Effizient der Produktion sicherzustellen. Darüber hinaus wird der weltweit steigende Konsum generell den Ausbau der Produktionskapazitäten erfordern und sich damit positiv auf das Wachstum auswirken. Die globalen Megatrends wie die Digitalisierung und Automatisierung werden sich auf alle Branchen auswirken und sie werden die Arbeitswelt verändern. Für SCIO eröffnen sich dadurch neue Chancen und Wachstumsmöglichkeiten.

Aus der internationalen und branchenübergreifenden Ausrichtung der operativen Geschäftsaktivitäten von SCIO ergeben sich insbesondere Möglichkeiten, kurzfristig auftretende Nachfrageschwankungen zu kompensieren und Wachstumspotenziale zu nutzen. Chancen sehen wir dabei insbesondere im Wachstumspotenzial der etablierten Märkte. Mit Tochtergesellschaften und Niederlassungen in den Wachstumsmärkten, insbesondere EU, USA, Mexiko und China ist SCIO an der dynamischen Entwicklung dieser Regionen beteiligt.

TECHNOLOGIE

Die SCIO GROUP ist kontinuierlich bestrebt, neue Technologien, Lösungen und Produkte zu entwickeln sowie bestehende weiter zu verbessern. Wir investieren in neue Technologien, die nach unserer Erwartung die künftige, an den Megatrends wie demografischer Wandel, Urbanisierung, Globalisierung und Digitalisierung orientierte, weltweite Nachfrage abdecken werden.

PROZESSE / REDUKTION DER KOSTEN

Wir befinden uns in einem Prozess der permanenten Entwicklung und Implementierung von Maßnahmen zur Kostensenkung, Kapazitätsanpassung, Prozessverbesserung und Portfoliobereinigung. In einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld ist eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur eine notwendige Voraussetzung, um den Wettbewerbsvorteil der Innovationskraft zu ergänzen. Wir glauben, dass eine Verbesserung unserer Kostenposition unsere globale Wettbewerbsposition stärkt und unsere Marktposition gegenüber Wettbewerbern verbessert.

ORGANISATION / VERBESSERUNG DER MARKTDURCHDRINGUNG

SCIO befindet sich in einem fortgeschrittenen Prozesse der Optimierung der regionalen Organisationen. Dabei werden die gesellschaftsrechtlichen Strukturen für Zwecke der operativen Berichtswege durchbrochen, um durch diese Maßnahmen letztendlich den Kundenkontakt zu intensivieren und regionales Geschäft auszubauen. Wir erwarten vor allem aufgrund der neuen Segmentstruktur, hieraus eine Verbesserung der Marktdurchdringung zu erreichen.

STRATEGISCHE RISIKEN

WIRTSCHAFTLICHE UND POLITISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

Aufgrund der deutlichen Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im März 2022 im Zusammenhang mit den geopolitischen Spannungen um den Ukraine-Konflikt und den daraus resultierenden Verwerfungen auf vielen Märkten sowie der immer noch vorherrschenden Corona-Pandemie ist die Prognose hinsichtlich der zukünftigen Marktentwicklung weiterhin mit hohen Unsicherheiten behaftet. Die SCIO GROUP geht daher im Vergleich zur Darstellung im Risikobericht 2021 von höheren Marktrisiken aus.

Investitionsentscheidungen von Kunden hängen in hohem Maß von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der Situation in der jeweiligen Kundenbranche ab. Bei einer hohen wirtschaftlichen Unsicherheit oder Konjunkturabschwüngen, auch im Zusammenhang mit externen Schocks wie etwa weltweiten Pandemien oder militärischen Konflikten, neigen Kunden dazu, Investitionen hinauszuschieben. Die Nachfrage nach Serviceleistungen reagiert weniger zyklisch als das Neugeschäft mit Anlagen.

Nach dem im Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie ausgelösten Abschwung der Weltwirtschaft in eine tiefe jedoch regional unterschiedliche Rezession, folgte im Jahr 2021 eine sichtbare wirtschaftliche Erholung sowohl in den entwickelten Volkswirtschaften als auch in den Schwellenländern. Ausgebremst wurde diese durch die massiven Störungen der Lieferketten in der Folge der Pandemie und sprunghaften Anstieg der Nachfrage. Risiken für diese Basisprognose resultieren insbesondere aus der Eskalation der geopolitischen Spannungen und einem ungünstigen Verlauf der Corona-Pandemie mit weiteren Infektionswellen, die Produktions- und Liefereinschränkungen nach sich ziehen. Vor allem weitere geopolitischen Spannungen können den Erholungskurs der Weltwirtschaft ausbremsen. Auf mittlere Sicht könnten neue Handelsbarrieren die Produktion spürbar beeinträchtigen und, selbst nach Überwindung der Corona-Pandemie, zu einer neuerlichen Unterbrechung globaler Lieferketten führen. Hinzu treten Finanzmarktrisiken, etwa in Form höherer Risikoprämien für Schwellenländer, welche die Finanzierung von Investitionen erschweren. In Summe könnte sich dies negativ auf die Investitionsbereitschaft der Kunden und die daraus resultierende Nachfrage nach Produkten der SCIO auswirken. Ob jedoch diese Marktrisiken relevant werden und dann einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäfts- und Ertragslage haben, ist zurzeit nicht absehbar. Der weitere Verlauf der Corona-Pandemie wird ebenso wie die geopolitische Lage engmaschig beobachtet. Ein weiteres Risiko stellt die in vielen Regionen aktuell sehr hohe Inflation dar. Sollte die Inflation längere Zeit hoch bleiben, würden die steigenden Preise die Kosten erhöhen und die Nachfrage bremsen. Auch die zu erwartenden Zinserhöhungen durch die Notenbanken haben einen dämpfenden Effekt. Hohe Energiepreise stellen neben anderen Faktoren einen wesentlichen Treiber der zuletzt außergewöhnlich stark gestiegenen Inflationsraten in den Vereinigten Staaten sowie einigen europäischen und lateinamerikanischen Volkswirtschaften dar. Sollte die Inflation im Jahresverlauf deutlich höher bleiben als momentan erwartet, könnten der Privatkonsum, das Wirtschaftswachstum und die Nachfrage darunter leiden. Zudem könnten sich wichtige Notenbanken durch diese Entwicklung zu übermäßigen Zinserhöhungen gezwungen sehen, was Turbulenzen an den Finanzmärkten, eine geringere Konsumnachfrage, Zurückhaltung bei den Unternehmensinvestitionen und ins gesamt eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung zur Folge haben könnte.

Bereits im Berichtsjahr hat die SCIO GROUP unterschiedliche Maßnahmen ergriffen, um die Kostenstruktur soweit möglich an die veränderte Nachfragesituation anzupassen. Der nach Branchen und Regionen diversifizierte Kundenstamm, das wachsende, gegenüber Konjunkturschwankungen weitgehend resiliente Geschäft im Geschäftsfeld Innovative Services sowie der Ausbau der segmentübergreifenden Dienstleistungsaktivitäten tragen ebenfalls zur Risikobegrenzung bei.

Ein weiteres Risiko besteht in der Sicherstellung von ausreichend Liquidität zur Finanzierung des angestrebten, beschleunigten Wachstums. Trotz umfangreicher Maßnahmen zur Liquiditätssicherung besteht ein Risiko im Hinblick auf das wirtschaftliche Verhalten der Kunden und Finanzpartnern, welches es gilt durch die beschriebenen Maßnahmen unter 3.1.1 einzuschätzen.

Ein wesentlicher Fall von Cyber-Kriminalität und/oder ein terroristischer Großangriff bzw. eine Reihe solcher Attacken oder Vorfälle in großen Volkswirtschaften könnte die globale Wirtschaftstätigkeit weiter signifikant beeinträchtigen und das Geschäftsklima und Konsumentenvertrauen einbrechen lassen.

Wettbewerbsintensive Märkte

Die nationalen und internationalen Märkte für unsere Dienstleistungen und Produkte sind hinsichtlich Preisbildung, Produkt- und Servicequalität, Entwicklungs- und Implementierungszeiten, Kundenservice und Finanzierungsbedingungen hochgradig wettbewerbsintensiv. In vielen Geschäftsfeldern sehen wir uns mit Preisdruck konfrontiert oder könnten Nachfragerückgängen und/oder einem langsameren Wachstum ausgesetzt sein. Diese Bedingungen könnten sich durch rückläufige Investitionstätigkeit und sinkende Kundennachfrage weiter verschärfen. Einige Branchen, in denen unsere Kunden tätig sind, durchlaufen Konsolidierungen, die zu einer Veränderung unserer relativen Marktposition führen könnten. Diese Faktoren könnten für sich allein oder in Kombination einen negativen Einfluss auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Technologische Veränderungen

Die Märkte, an denen wir agieren, sind infolge der Einführung innovativer Technologien rasanten und signifikanten Änderungen unterworfen. Um die Bedürfnisse unserer Kunden in diesen Bereichen zu erfüllen, müssen wir fortwährend neue Lösungen, Dienstleistungen und Produkte entwickeln, bestehende Technologien weiterentwickeln und in zukunftsträchtige Technologien investieren. Unsere Umsatzerlöse und Ergebnisse könnten negativ beeinflusst sein, wenn neue bzw. fortentwickelte Technologien nicht wie erwartet funktionieren oder nicht die erwartete Marktakzeptanz finden. Die Geschäftsergebnisse von SCIO hängen wesentlich von unserer Fähigkeit ab, Änderungen an den Märkten zu antizipieren und uns an diese anzupassen sowie die Kosten zu senken. Schwierigkeiten im Zuge der Anpassung an die vorbeschriebenen Faktoren können einen negativen Einfluss auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

OPERATIVE RISIKEN

Fachkräfte

Der Wettbewerb um hochqualifizierte Mitarbeiter ist in den Branchen und Regionen, in denen die Geschäftseinheiten von SCIO agieren, weiterhin sehr intensiv. Wir beabsichtigen, in einigen Bereichen unsere Aktivitäten neu zu organisieren und auszubauen. Dafür werden wir hochqualifizierte Mitarbeiter benötigen. Der künftige Erfolg bei SCIO hängt zum Teil davon ab, inwieweit es uns dauerhaft gelingt, Programmierer, Ingenieure, Techniker und anderes Fachpersonal einzustellen, zu integrieren, weiterzuentwickeln und dauerhaft an SCIO zu binden. Wir begegnen diesem Risiko mit vielfältigen Maßnahmen, zum Beispiel durch Leben einer offenen, integrativen Unternehmenskultur zur Bindung der Mitarbeiter an den Arbeitgeber oder durch vielfältige Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen. Es besteht jedoch keine Garantie, dass es uns nachhaltig weiter gelingen wird, all die hochqualifizierten Mitarbeiter und Kompetenzträger, die wir in Zukunft bei SCIO brauchen werden, in den jeweiligen Regionen gewinnen und an uns binden zu können. Sollte uns dies nicht gelingen, könnte das erhebliche negative Auswirkungen auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Projektgeschäft

Fertigungsaufträge bilden einen Großteil unseres Geschäfts. Solche Projekte werden in der Regel im Rahmen eines Bieterverfahrens vergeben. Einige dieser Verträge können die Übernahme von Risiken vorsehen, die mit der Fertigstellung des Projekts sowie mit den Gewährleistungsverpflichtungen nach Abnahme des Projekts verbunden sind. Die aus Festpreisverträgen erzielbaren Ergebnismargen könnten durch Änderungen der Kosten z.B. bei starken Veränderungen der Rohstoffpreise und/oder der Produktivität von den ursprünglichen Projektplanungen abweichen. Manchmal tragen wir das Risiko unerwarteter Projektmodifikationen, des Mangels an qualifizierten Fachkräften, von Qualitätsproblemen, finanziellen Schwierigkeiten unserer Kunden, Kostenüberschreitungen oder Vertragsstrafen aufgrund unerwarteter technischer Probleme, von unvorhersehbaren Entwicklungen vor Ort, von unvorhergesehenen Änderungen oder Schwierigkeiten innerhalb des rechtlichen und politischen Umfelds, Liefer- und Leistungsproblemen bei Subunternehmern, Zulieferern oder Konsortialpartnern oder aufgrund weiterer logistischer Schwierigkeiten. Diese Anforderungen könnten, wenn sie nicht erfüllt werden, für SCIO Konsequenzen nach sich ziehen. Obwohl wir ein ausgeprägtes Projektcontrolling haben, können wir nicht vollumfänglich garantieren, dass alle unsere Verträge und Projekte, insbesondere jene mit langer Laufzeit und Festpreiskalkulation, stets wirtschaftlich profitabel abgeschlossen werden. Zusätzlich sehen wir durch Störung der Lieferketten und Corona-Pandemie ein Verschiebungsrisiko der geplanten Umsätze, bedingt durch vom Endkunden eingeführte, präventive Maßnahmen zum Schutz der bestehenden Produktion und somit Effektivitätsverluste in der geplanten Ausführung.

Informationssicherheit

Unsere Geschäftstätigkeit ist auf digitale Technologien angewiesen. Die von uns beobachtete weltweite Zunahme von Bedrohungen für die Informationssicherheit und eine größere Professionalität in der Computerkriminalität führen zu Risiken in Bezug auf die Sicherheit der Produkte, Systeme und Netzwerke sowie zu Risiken hinsichtlich der Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Daten. Wir ergreifen zur Risikominimierung eine Reihe von Maßnahmen, unter anderem die Schulung von Mitarbeitern, umfassende Überwachung unserer Netzwerke und Informationssysteme sowie Einsatz von Sicherungs- und Schutzsystemen wie Firewalls und Virenscannern. Unsere Vereinbarungen mit IT-Dienstleistern zielen darauf ab, dass diese Risiken in ausreichendem Maße verringert werden. Dennoch bleiben unsere Systeme, Produkte, Lösungen und Dienstleistungen und die unserer Dienstleister potenziell anfällig für Angriffe. Diese könnten potenziell zur Offenlegung, Verfälschung oder zum Verlust von Informationen, Missbrauch von Informationssystemen oder zu Produktfehlern und Lieferengpässen führen.

FINANZMARKTRISIKEN

Währungs- und Zinsrisiken

Wir unterliegen nur in einem beschränkten Maße dem Einfluss von Wechselkursschwankungen. Bestimmte Währungsrisiken sind fallbezogen durch derivative Finanzinstrumente abgesichert. SCIO wendet kein Hedge Accounting an und berücksichtigt im Einzelfall die eingesetzten Instrumente zur Währungssicherung zum jeweiligen Stichtag mit ihrem Marktwert der offenen Positionen. Es wird dadurch erreicht, dass die eingesetzten Währungssicherungsinstrumente als Korrektiv zu den Forderungen und Liquiditätsguthaben von SCIO wirken und somit die Abweichungen gegenüber den Prognosewerten - im Umfang der eingesetzten Vertragswerte und über die vereinbarte Laufzeit - ausgleichen.

Unsere Forderungen sind Gegenstand von Kreditrisiken. Aufgrund der Größe unseres Kundenstamms sowie der Verteilung unseres Umsatzes auf verschiedene Branchen, Länder und Regionen sehen wir allerdings kein gebündeltes Kreditrisiko gegenüber einzelnen Kunden. Da nahezu sämtliche Kredite bzw. Darlehen sich in einer vertraglich vereinbarten Bandbreite befinden, bestehen keine wesentlichen Risiken aus zukünftigen Zinsänderungen. Demzufolge können insbesondere Wechselkursschwankungen, in eingeschränktem Maße auch Zinsschwankungen, zu einer höheren Volatilität führen und unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen.

Kapitalkosten und Verfügbarkeit von Kreditlinien

SCIO erhält von einer Gruppe von Finanzdienstleistern Bar- und Avalkreditlinien, die vertraglich vereinbarten Covenants unterliegen. Unsere derzeitige Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird wesentlich durch die bereits erreichten und die erwarteten Ergebnisse von SCIO beeinflusst. Eine unerwartete Verschlechterung unserer Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage könnte zu einer Verschlechterung im Rahmen des vereinbarten Margengitters führen und unsere Kapitalkosten erhöhen bzw. zum Bruch von Covenants und dementsprechend Vertragsstrafen oder -kündigungen führen.

COMPLIANCE-RISIKEN

Regulatorische Risiken

Im Zusammenhang mit unserer internationalen Geschäftstätigkeit sind wir regulatorischen Risiken ausgesetzt. Protektionismus in der Handelspolitik und Änderungen im politischen und regulatorischen Umfeld an Märkten, an denen wir Geschäfte machen, Import- und Exportkontrollen, Zollbestimmungen, Handelshemmnisse, Preis- und Währungsbeschränkungen an verschiedenen nationalen Märkten können einen negativen Einfluss auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Darüber hinaus könnte die Unsicherheit im rechtlichen Umfeld mancher Regionen unsere Möglichkeiten einschränken, unsere Rechte durchzusetzen, und dazu führen, dass wir steigenden Kosten zur Rechtsdurchsetzung und/oder der Umsetzung angemessener Compliance-Programme unterliegen.

Untersuchungen von Steuer- und Finanzbehörden / Änderungen in den Steuergesetzen und - Regelungen im In- und Ausland

Wir sind in einer Vielzahl von Ländern tätig und unterliegen damit vielfältigen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Änderungen der Steuergesetze und -Regelungen in diesen Jurisdiktionen könnten zu höheren Steueraufwendungen und höheren Steuerzahlungen führen und weiterhin die Höhe der bilanzierten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sowie unserer aktiven und passiven latenten Steuern beeinflussen. Als global tätige Unternehmensgruppe agieren wir auch in Ländern mit komplexen steuerlichen Regelungen, die auch unterschiedlich ausgelegt werden können. Künftige Auslegungen beziehungsweise Entwicklungen der Steuersysteme könnten unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beeinflussen. Wir werden regelmäßig von den Finanzbehörden in verschiedenen Jurisdiktionen geprüft.

3.3 GESAMTBILD DER CHANCEN- UND RISIKOLAGE

Die Herausforderungen und Chancen wurden in den voranstehenden Kapiteln genannt. Die Risiken aus dem makroökonomischen Umfeld - und dabei insbesondere die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen und der Corona-Pandemie - sind dabei für uns die derzeit wesentlichsten. Unter Berücksichtigung des aktuellen Geschäftsplans hat sich unsere Chancen- und Risikosituation im Vergleich zur Risikoberichterstattung im Vorjahr insgesamt nicht wesentlich verändert. Aus dem konzernweiten Risikofrüherkennungssystem wie auch nach der Einschätzung der Konzern-Geschäftsführung waren im aktuellen Prognosezeitraum keine Risiken absehbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit des Fortbestandes des Konzerns gefährden. Diese drohen auch nicht in absehbarer Zukunft.

Wir erwarten, die sich bietenden Chancen unseres Geschäfts nutzen zu können, um die sich aus den vorstehend dargestellten Risiken ergebenden Herausforderungen mit Erfolg, soweit abschätzbar, meistern zu können. Die wesentlichen Chancen für SCIO sind die Acquisition und Realisierung von Großprojekten finanziell und kapazitiv ermöglicht durch die Gruppegröße, integrative Realisierung von Cross-Selling Potentialen innerhalb der neuen Geschäftssegmentstruktur, Optimierung der Kostenstruktur, hochqualifizierten Mitarbeiter und verlässliche operative Prozesse.

Einige der im Konzernlagebericht gemachten Angaben enthalten zukunftsbezogene Aussagen. Diese wurden auf der Grundlage unserer Erwartungen und Einschätzungen über künftige uns betreffende Ereignisse formuliert. Solche in die Zukunft gerichteten Aussagen unterliegen naturgemäß Risiken und Ungewissheiten, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse davon abweichen können.

 

Frankenthal, den 14. April 2022

SCIO Automation Holding GmbH

Michael Goepfarth

Sergej Kristal

III. KONZERNANHANG

1. ALLGEMEINE ANGABEN

SCIO bietet intelligente Automatisierungslösungen, ergänzende Zusatzleistungen sowie innovative Softwarelösungen an. Die in das Handelsregister des Amtsgerichts Ludwigshafen am Rhein eingetragene SCIO Automation Holding GmbH (HRB 66375) hat ihren Sitz in Frankenthal, Deutschland. Der von der SCIO Automation Holding GmbH aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 ist nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) London, den Interpretationen des IFRS-Interpretations Committee (IFRIC) sowie den zusätzlich nach § 315 e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt worden. Die SCIO Automation Holding GmbH wendet die IFRS gemäß § 315e Abs. 3 HGB freiwillig an.

Die Bewertung aller Vermögenswerte und Schulden erfolgt nach dem Grundsatz der Unternehmensfortführung.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte auf der Grundlage historischer Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden. Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten basieren im Allgemeinen auf dem beizulegenden Zeitwert, der im Austausch für den Vermögenswert entrichteten Gegenleistung. Eine entsprechende Erläuterung erfolgt im Rahmen der wesentlichen Rechnungslegungsgrundsätze und -methoden.

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2021 werden beim Bundesanzeiger eingereicht und veröffentlicht.

Die SCIO Automation Holding GmbH übt als Konzernmuttergesellschaft die Leitung und Verwaltung der Konzernaktivitäten aus. Die operative Geschäftstätigkeit erfolgt in den jeweiligen Tochtergesellschaften. Im Folgenden wird die Unternehmensgruppe als "SCIO" oder "SCIO Group" bezeichnet. Die funktionale Währung von SCIO ist, wie die Berichtswährung dieses Konzernabschlusses, der Euro.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt worden. Die Bilanzgliederung erfolgt nach der Fristigkeit der Vermögenswerte und Schulden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, wenn sie innerhalb eines Jahres oder aber innerhalb des normalen Geschäftszyklus des Unternehmens bzw. Konzerns - beginnend mit der Be-schaffung der für den Leistungserstellungsprozess notwendigen Ressourcen bis zum Erhalt der Zahlungsmittel bzw. Zahlungsmitteläquivalente als Gegenleistung für die Veräußerung der in diesem Prozess erstellten Produkte oder Dienstleistungen - fällig sind oder veräußert werden sollen.

Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögens werte und -verbindlichkeiten sowie Vorräte werden grundsätzlich als kurzfristige Posten, soweit nicht abweichende vertragliche Regelungen bestehen, ausgewiesen. Latente Steueransprüche bzw. -verbindlichkeiten werden als langfristig dargestellt.

Die Anteile der Minderheitsgesellschafter am Konzerneigenkapital werden in der Bilanz als gesonderter Posten innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind die Gewinn- und Verlustanteile der Minderheitsgesellschafter Bestandteil des Konzernergebnisses. Die Zuordnung des Konzernergebnisses auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens und die Minderheitsgesellschafter wird gesondert dargestellt. Die Darstellung der Veränderung des Eigenkapitals ist um die Minderheitsbestandteile erweitert.

Die folgenden Erläuterungen umfassen Angaben und Bemerkungen, die nach den IFRS neben der Bilanz, der Gesamtergebnisrechnung, der Entwicklung des Eigenkapitals und der Kapitalflussrechnung als Konzernanhang in den Konzernabschluss aufzunehmen sind.

Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (T€) angegeben. Rundungen können in Einzelfällen dazu führen, dass sich Werte in diesem Bericht nicht exakt zur angegebenen Summe aufaddieren und dass sich Prozentangaben nicht exakt aus den dargestellten Werten ergeben.

Die Jahresabschlüsse der konsolidierten Unternehmen sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt.

Die Geschäftsführung hat den Konzernabschluss am 14. April 2022 zur Weitergabe an die Gesellschafterversammlung im Sinne des IAS 10.17 freigegeben. Die Gesellschafterversammlung wird den Konzernabschluss prüfen und erklären, dass sie den Konzernabschluss billigt.

2. KONZERNGESCHÄFTSJAHR-ENTSTEHUNG DES KONZERNS

Das Konzerngeschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Stichtag der Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen entspricht dem Stichtag der Muttergesellschaft SCIO Automation Holding GmbH (31. Dezember). Die Vergleichsperiode umfasst den Berichtszeitraum 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020.

Die SCIO Automation Holding GmbH wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 5. Oktober 2018 unter der Firma Mainsee 1183. VV GmbH gegründet mit dem Gesellschaftszweck der Verwaltung eigener Vermögenswerte. Mit Gesellschafterbeschluss vom 6. November 2018 wurde der Gesellschaftsvertrag geändert bzgl. Firma und Gegenstand des Unternehmens. Die Firma wurde geändert in VESCON Automation Holding GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main und der Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb und das Halten von Beteiligungen im In- und Ausland. Weitergehend wurde mit Gesellschafterversammlung vom 15. Januar 2019 die Sitzverlegung nach Frankenthal beschlossen. Mit Beschluss vom 17. April 2019 wurde die Firma geändert in SCIO Automation Holding GmbH, Sitz Frankenthal.

Zum 31.12.2018 hielt die SCIO Automation Holding GmbH 100% der Anteile an der SCIO Automation GmbH, Frankenthal.

Im Laufe des Geschäftsjahres 2019 hat die SCIO Automation Holding GmbH dann durch weitere Akquisitionen folgende Unternehmensgruppen erworben:

VESCON-Gruppe (insgesamt 8 Gesellschaften, davon 5 Gesellschaften in Deutschland, 1 Gesellschaft in Österreich und 2 Gesellschaften in der Slowakei ansässig)

Schiller-Gruppe (3 Gesellschaften, davon 2 Gesellschaften in Deutschland ansässig und 1 Gesellschaft in China)

Autkom-Gruppe (3 Gesellschaften, alle in Deutschland)

tmp GmbH automation & engineering, Dinslaken (Deutschland)

Der Erwerb der VESCON und Schiller fand jeweils auf den 16. Januar 2019 statt. Die Unternehmenswerbe Autkom und tmp jeweils am 30. Juli 2019.

Im Laufe des Geschäftsjahres 2020 hat die SCIO Automation Holding GmbH dann durch weitere Akquisitionen folgende Unternehmensgruppen bzw. Unternehmen erworben:

IA-Group (insgesamt 3 Gesellschaften, davon 2 Gesellschaften in den USA, 1 Gesellschaft in Mexiko)

Mojin Robotics GmbH, Stuttgart

VESCON Aqua GmbH, Flensburg

MFI GmbH, Benningen am Neckar

Der Erwerb der IA-Group und von Mojin Robotics fand jeweils auf den 1. September 2020 statt. Die Unternehmenswerbe der Vescon Aqua und MFI erfolgte jeweils am 15. Dezember 2020.

Am 15. Dezember 2021 hat die SCIO Automation Holding GmbH durch weitere Akquisitionen die spanische Gruppo Modumaq (bestehend aus 3 Gesellschaften in Spanien) erworben.

Die erworbenen Tochtergesellschaften wurden zu den angegebenen Erwerbsstichtagen jeweils erstmalig konsolidiert.

Darüber hinaus wurde am 14.12.2021 die VESCON Energy GmbH gegründet; die Gesellschaft hat im Berichtsjahr 2021 noch keine Geschäftsaktivitäten ausgeübt.

3. KONSOLIDIERUNGSKREIS UND UNTERNEHMENSERWERB

Der Konzernabschluss umfasst die SCIO Automation Holding GmbH sowie alle von ihr beherrschten Unternehmen. Die SCIO Automation beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, sofern es Verfügungsgewalt über dieses hat. Danach liegt Beherrschung vor, wenn das Mutterunternehmen die Entscheidungsgewalt aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten über das Tochterunternehmen hat, es an positiven und negativen variablen Rückflüssen aus dem Tochterunternehmen partizipiert und diese Rückflüsse durch seine Entscheidungsgewalt beeinflussen kann. Die SCIO Automation Holding GmbH ist demgemäß unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte des gezeichneten Kapitals an ihren Tochtergesellschaften beteiligt und kann über die Finanz- und Geschäftspolitik dieser Unternehmen bestimmen. Die Entscheidungshoheit über die Partizipierung an positiven und negativen Rückflüssen ist somit gewährleistet. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch die Muttergesellschaft nicht mehr besteht.

Zum Konzern der SCIO Automation Holding GmbH als Mutterunternehmen gehörten im Geschäftsjahr 2021 folgende Tochterunternehmen:

Vollkonsolidierte Tochtergesellschaften Beteiligungsquote Stichtag Erstkonsolidierung
SCIO Automation GmbH, Frankenthal 100 31.12.2018
VESCON GmbH, Frankenthal 100 16.01.2019
VESCON Automation GmbH, Frankenthal 100 16.01.2019
PrintoLUX GmbH, Frankenthal 100 16.01.2019
VESCON Automation s.r.o., Ružinov, Slowakei 100 16.01.2019
VESCON Process GmbH, Frankenthal 100 16.01.2019
VESCON Systemtechnik GmbH, Gleisdorf, Österreich 75 16.01.2019
VESCON Slovakia s.r.o., Martin, Slowakei 99 16.01.2019
Schiller Automatisierungstechnik GmbH, Osterhofen 100 16.01.2019
Schiller Industrial Automation (Shenyang) Co., Ltd., Shenyang, China 100 16.01.2019
AUTKOM GmbH, Ladenburg 100 31.07.2019
tmp GmbH automation & engineering, Dinslaken 100 31.07.2019
SCIO Automation US Holding Inc., Delaware, USA 100 01.09.2020
IA New HoldCo LLC, Michigan, USA 65 01.09.2020
Industrial Automation LLC, Michigan, USA 65 01.09.2020
IA Mexiko S.R.L., Mexiko 65 01.09.2020
Mojin Robotics GmbH, Stuttgart 75 01.09.2020
VESCON Aqua Holding GmbH, Frankenthal 75 15.12.2020
VESCON Aqua GmbH, Flensburg 75 15.12.2020
MFI Holding GmbH, Frankenthal 75 15.12.2020
MFI GmbH, Benningen am Neckar 75 15.12.2020
VESCON Energy GmbH, Frankenthal 100 14.12.2021
SCIO Automation Spain, S.L. 65 15.12.2021
Modumaq Soluciones Technólogicas, S.L., Toledo, Spanien 65 15.12.2021
Automatización Technólogica y Mantenimiento, S.L., Toledo, Spanien 65 15.12.2021

Die Gesellschaften SCIO Automation GmbH, VESCON GmbH, VESCON Automation GmbH, VESCON Process GmbH, PrintoLUX GmbH, Schiller Automatisierungstechnik GmbH, AUTKOM GmbH und tmp GmbH nehmen Befreiungen nach § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch.

Zum 31.12.2021 wurden insgesamt 25 Gesellschaften (Vorjahr: 21) im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Es haben sich im Laufe des Geschäftsjahres 2021 die folgenden Veränderungen des Konsolidierungskreises ergeben:

Im Zuge des Erwerbs der Unternehmen der Gruppo Modumaq zum 15.12.2021 wurde die Tochtergesellschaft Scio Automation Spain S.L.U. gegründet, die ihrerseits jeweils sämtliche Geschäftsanteile (100%) an den Unternehmen der Gruppo Modumaq erworben hat. Im Zuge der Transaktion hat SCIO 65% der Geschäftsanteile an der Modumaq-Group erworben.

Die VESCON GmbH hat zum 14.12.2021 die 100%-ige Tochtergesellschaft VESCON Energy GmbH im Wege der Bargründung errichtet.

Weitere Veränderungen den Konsolidierungskreises haben sich nicht ergeben.

Alle konzerninternen Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital, Erträge, Aufwendungen und Cashflows im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen zwischen Konzernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig eliminiert.

Die Ergebnisse der erworbenen Tochtergesellschaften sind seit dem Erwerbszeitpunkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Gesamtergebnisrechnung enthalten.

3.3.1 Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2021:

Die folgenden Übersichten stellen zusammenfassend die für die Unternehmenserwerbe übertragenen Gegenleistungen sowie die Werte, der jeweils zum Erwerbszeitpunkt identifizierten Vermögenswerte und übernommenen Schulden dar.

€ in Tausend Gruppo Modumaq Akquisitionsbedingte Zugänge 15.12.2021
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte 235 235
Langfristige Vermögenswerte 12.602 12.602
Kurzfristige Vermögenswerte 1.498 1.498
(davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) 1.036 1.036
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 817 817
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 15.152 15.152
Schulden 5.046 5.046
Insgesamt erworbene Schulden 5.046 5.046
Erworbenes Reinvermögen 10.106 10.106
Anteile anderer Gesellschafter 3.455 3.455
Kaufpreis 6.651 6.651
Davon durch Zahlungsmittel beglichen 6.151 6.151
Davon ausstehende Kaufpreiszahlung 500 500
Transaktionskosten des Unternehmenserwerbs
(enthalten in den Cashflows der betrieblichen Tätigkeit) 364 364

Der im Zuge des Erwerbs der Mehrheitsbeteiligungen an der Gruppo Modumaq entstandenen Geschäfts- oder Firmenwert beruht im Wesentlichen auf der Tatsache, dass Synergien und der Mitarbeiterstamm keine separierbaren Vermögenswerte im Sinne des IAS 38 sind.

Die beizulegenden Zeitwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechen jeweils dem Bruttobetrag. Keine der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen war wertgemindert und die gesamten vertraglich festgelegten Beträge sind voraussichtlich einbringlich.

SCIO hat bei dem Erwerb der Gruppo Modumaq bedingte Kaufpreisbestandteile, die in Abhängigkeit von künftig erwarteten Ergebnisentwicklungen bedingt sind, vereinbart. Die ausstehenden Kaufpreiszahlungen (earn-out) aus dem Erwerb werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Hätte der Unternehmenszusammenschluss Modumaq zu Beginn des Jahres 2021 stattgefunden, hätten die zum 15.12.2021 erworbenen Unternehmen mit 5.811 T€ zu den Umsatzerlösen und mit 2.102 T€ zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns beigetragen.

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der immateriellen Vermögenswerte (Kundenbeziehungen (11.718 T€) und Auftragsbestand (444 T€)) sowie die Ableitung des Netto-Kaufpreises für die im Dezember 2021 durchgeführte Akquisition (Kaufpreisallokation) beruhen jeweils auf vorläufigen Werten. Wenn innerhalb eines Jahres vom Erwerbszeitpunkt an neue Informationen über Tatsachen und Umstände bekannt werden, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden und die zu Berichtigungen der oben genannten Beträge oder zu zusätzlichen Rückstellungen geführt hätten, wird die Bilanzierung des Unternehmenserwerbs angepasst.

Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2020:

Die folgenden Übersichten stellen zusammenfassend die für die Unternehmenserwerbe übertragenen Gegenleistungen sowie die Werte, der jeweils zum Erwerbszeitpunkt identifizierten Vermögenswerte und übernommenen Schulden dar.

€ in Tausend IA-Group Mojin Robotics Akquisitionsbedingte Zugänge 1.9.2020
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte 6.585 - 6.585
Langfristige Vermögenswerte 13.074 1.015 14.089
Kurzfristige Vermögenswerte 5.403 457 5.860
(davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) 1.258 51 1.309
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.001 520 1.521
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 26.063 1.992 28.055
Schulden 9.471 1.472 10.943
Insgesamt erworbene Schulden 9.471 1.472 10.943
Erworbenes Reinvermögen 16.592 520 17.112
Anteile anderer Gesellschafter 3.502 130 3.632
Badwill - Erwerb unter Marktwert - 34 34
Kaufpreis 13.090 356 13.446
Davon durch Zahlungsmittel beglichen 13.090 356 13.446
Davon ausstehende Kaufpreiszahlung - - -
Transaktionskosten des Unternehmenserwerbs (enthalten in den Cashflows der betrieblichen Tätigkeit) -1.730 -125 -1.855

Der im Zuge des Erwerbs der Mehrheitsbeteiligung an der IA-Group entstandene Geschäfts- oder Firmenwert beruht im Wesentlichen auf der Tatsache, dass Synergien und der Mitarbeiterstamm keine separierbaren Vermögenswerte im Sinne des IAS 38 sind.

Im Zuge der Kontrollerlangung an Mojin Robotics ist ein negativer Unterschiedsbetrag entstanden, der als Badwill zu klassifizieren war, da der Erwerb unter Marktwert erfolgt ist. Der Betrag wurde in voller Höhe mit 34 T€ als sofortiger Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2020 (Ausweis in den sonstigen betrieblichen Erträgen) erfasst.

Die beizulegenden Zeitwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechen jeweils dem Bruttobetrag. Keine der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen war wertgemindert und die gesamten vertraglich festgelegten Beträge sind voraussichtlich einbringlich.

Für diese Transkationen wurden weder bedingte Kaufpreisverpflichtungen vereinbart, noch bestehen am 31.12.2020 ausstehende Kaufpreiszahlungen.

Hätte der Unternehmenszusammenschluss IA-Group zu Beginn des Jahres 2020 stattgefunden, hätten die zum 1.9.2020 erworbenen Unternehmen mit 10.652 T€ zu den Umsatzerlösen und mit 1.184 T€ zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns beigetragen. IA-Group hat seit der erstmaligen Konsolidierung mit 3.885 T€ zu den Umsatzerlösen und mit 391 T€ zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns beigetragen.

Hätte der Unternehmenszusammenschluss Mojin Robotics zu Beginn des Jahres 2020 stattgefunden, hätte das zum 1.9.2020 erworbene Unternehmen mit 685 T€ zu den Umsatzerlösen und mit -574 T€ zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns beigetragen. Mojin Robotics hat seit der erstmaligen Konsolidierung mit 356 T€ zu den Umsatzerlösen und mit -158 T€ zum Ergebnis vor Eitragsteuern des Konzerns beigetragen.

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der immateriellen Vermögenswerte IA-Group-Kundenbeziehungen (10.642 T€) und des IA-Group-Auftragsbestand (399 T€) sowie der Mojin Robotics-Basistechnologie (225 T€) sowie die Ableitung des Netto-Kaufpreises für die im September 2020 durchgeführten Akquisitionen (Kaufpreisallokationen) beruht jeweils auf vorläufigen Werten. Wenn innerhalb eines Jahres vom Erwerbszeitpunkt an neue Informationen über Tatsachen und Umstände bekannt werden, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden und die zu Berichtigungen der oben genannten Beträge oder zu zusätzlichen Rückstellungen geführt hätten, wird die Bilanzierung des Unternehmenserwerbs angepasst.

€ in Tausend VESCON Aqua MFI Akquisitionsbedingte Zugänge 15.12.2020
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte 1.855 54 1.909
Langfristige Vermögenswerte 8.792 10.651 19.443
Kurzfristige Vermögenswerte 1.563 7.512 9.075
(davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) 288 811 1.099
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 995 2.976 3.971
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 13.205 21.193 34.398
Schulden 4.286 11.999 16.285
Insgesamt erworbene Schulden 4.286 11.999 16.285
Erworbenes Reinvermögen 8.919 9.194 18.113
Anteile anderer Gesellschafter 1.766 2.294 4.060
Kaufpreis 7.153 6.900 14.053
Davon durch Zahlungsmittel beglichen 6.703 5.100 11.803
Davon ausstehende Kaufpreiszahlung 450 1.800 2.250
Transaktionskosten des Unternehmenserwerbs
(enthalten in den Cashflows der betrieblichen Tätigkeit) -332 -943 -1.275

Die im Zuge des Erwerbs der Mehrheitsbeteiligungen an VESCON Aqua und MFI entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte beruhen im Wesentlichen auf der Tatsache, dass Synergien und der Mitarbeiterstamm keine separierbaren Vermögenswerte im Sinne des IAS 38 sind.

Die beizulegenden Zeitwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechen jeweils dem Bruttobetrag. Keine der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen war wertgemindert und die gesamten vertraglich festgelegten Beträge sind voraussichtlich einbringlich.

Die zum 31.12.2020 noch ausstehenden Kaufpreiszahlungen wurden zu Beginn des Jahre 2021 vertragskonform bezahlt. Darüber hinaus bestehen weiteren bedingten Verpflichtungen aus Kaufpreisbestandteilen.

Hätte der Unternehmenszusammenschluss VESCON Aqua zu Beginn des Jahres 2020 stattgefunden, hätten das zum 15.12.2020 erworbene Unternehmen mit 7.630 T€ zu den Umsatzerlösen und mit 1.432 T€ zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns beigetragen. Hätte der Unternehmenszusammenschluss MFI zu Beginn des Jahres 2020 stattgefunden, hätte das zum 15.12.2020 erworbene Unternehmen mit 20.146 T€ zu den Umsatzerlösen und mit 1.007 T€ zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns beigetragen.

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der immateriellen Vermögenswerte VESCON Aqua (Kundenbeziehungen (6.916 T€); Auftragsbestand (1.720 T€)) sowie bei MFI (Kundenbeziehungen (5.683 T€); Auftragsbestand (1.082 T€) sowie die Ableitung der Netto-Kaufpreise für die im Dezember 2020 durchgeführten Akquisitionen (Kaufpreisallokationen) beruhen jeweils auf vorläufigen Werten. Wenn innerhalb eines Jahres vom Erwerbszeitpunkt an neue Informationen über Tatsachen und Umstände bekannt werden, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden und die zu Berichtigungen der oben genannten Beträge oder zu zusätzlichen Rückstellungen geführt hätten, wird die Bilanzierung des Unternehmenserwerbs angepasst.

4. WESENTLICHE RECHNUNGSLEGUNGSGRUNDSÄTZE UND -METHODEN

Unternehmenszusammenschlüsse

Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten einer Akquisition werden nach den beizulegenden Zeitwerten der hingegebenen Vermögenswerte und der eingegangenen oder übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt bemessen. Eine vereinbarte bedingte Gegenleistung von SCIO als Erwerber wird zum Erwerbszeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert erfasst. Anschaffungsnebenkosten werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens aufwandswirksam erfasst. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen, identifizierbaren Vermögenswerte sowie die übernommenen Verbindlichkeiten (einschließlich bedingter Verbindlichkeiten) werden erstmalig mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet, unabhängig vom Umfang etwaiger nicht beherrschender Anteile. Bei sukzessiven Unternehmenserwerben wird eine Neubewertung zum beizulegenden Zeitwert von zum Zeitpunkt des Beherrschungsübergangs gehaltenen Anteilen vorgenommen. Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen, die nicht zu einem Beherrschungsverlust führen, werden erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktionen erfasst. Zum Zeitpunkt des Beherrschungsverlusts werden jegliche verbleibenden Anteile erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet.

Der sich aus den Unternehmenszusammenschlüssen ergebende Überschuss aus der übertragenen Gegenleistung und dem beizulegenden Zeitwert des zuvor vom Erwerber gehaltenen Eigenkapitals an den erworbenen Tochterunternehmen über dem Saldo der zum Erwerbszeitpunkt ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierten Vermögenswerte und übernommenen Schulden wird in der Konzernbilanz gesondert als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.

Fremdwährungsumrechnung und Fremdwährungsbewertung

Fremdwährungsumrechnung

Die Vermögenswerte, einschließlich Geschäfts- und Firmenwerte, und die Verbindlichkeiten ausländischer Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum Devisenkassamittelkurs am Ende des Berichtszeitraums umgerechnet. Aufwendungen und Erträge werden hingegen zu unterjährigen Durchschnittskursen umgerechnet. Die sich aus der Umrechnung ergebenden Unterschiedsbeträge werden im Eigenkapital ausgewiesen und erfolgswirksam umgegliedert, wenn der Gewinn oder Verlust aus dem Verkauf einer ausländischen Tochtergesellschaft erfasst wird. Die Posten der Konzern-Kapitalflussrechnung werden zu unterjährigen Durchschnittskursen, die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente hingegen zum Devisenkassamittelkurs am Ende des Berichtszeitraums umgerechnet. Die für die Fremdwährungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen von Nicht-Euro-Ländern entwickelten sich wie folgt:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
2021 2020 2021 2020
US-Dollar USD 1,13260 1,22710 1,13038 1,21697
Mexikanischer Peso MXN 23,14380 24,41600 23,61585 24,29143
Chinesischer Renminbi Yuan CNY 7,19470 8,02250 7,19927 7,96020

Fremdwährungsbewertung

Transaktionen, die auf eine von der funktionalen Währung einer Unternehmenseinheit abweichenden Währung lauten, werden in der funktionalen Währung zum Devisenkassamittelkurs am Tag ihrer erstmaligen Bilanzierung erfasst. Am Ende des Berichtszeitraums werden auf Fremdwährung lautende monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der funktionalen Währung mit dem dann gültigen Devisenkassamittelkurs bewertet. Gewinne und Verluste aus diesen Fremdwährungsbewertungen werden erfolgswirksam erfasst. Nicht monetäre Konzernbilanzposten in Fremdwährung werden zu historischen Wechselkursen fortgeführt.

Ertragsrealisierung

Realisierung von Umsatzerlösen

SCIO realisiert Umsatzerlöse, wenn die Verfügungsgewalt über abgrenzbare Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übergeht, d.h., wenn der Kunde die Fähigkeit besitzt, die Nutzung der übertragenen Güter oder Dienstleistungen zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen daraus zieht. Voraussetzung dabei ist, dass ein Vertrag mit durchsetzbaren Rechten und Pflichten besteht und unter anderem der Erhalt der Gegenleistung - unter Berücksichtigung der Bonität des Kunden - wahrscheinlich ist. Die Umsatzerlöse entsprechen dem Transaktionspreis, zu dem SCIO voraussichtlich berechtigt ist. Variable Gegenleistungen sind im Transaktionspreis enthalten, wenn es hochwahrscheinlich ist, dass es nicht zu einer signifikanten Rücknahme der Umsatzerlöse kommt, sobald die Unsicherheit in Verbindung mit der variablen Gegenleistung nicht mehr besteht. Der Betrag der variablen Gegenleistung wird entweder nach der Erwartungwertmethode oder mit dem wahrscheinlichsten Betrag ermittelt, abhängig davon, welcher Wert die variable Gegenleistung am zutreffendsten abschätzt. Wenn der Zeitraum zwischen der Übertragung der Güter oder Dienstleistungen und dem Zahlungszeitpunkt zwölf Monate übersteigt und ein signifikanter Nutzen aus der Finanzierung für den Kunden oder SCIO resultiert, wird die Gegenleistung um den Zeitwert des Geldes angepasst. Wenn ein Vertrag mehrere abgrenzbare Güter oder Dienstleistungen umfasst, wird der Transaktionspreis auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf die Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Falls Einzelveräußerungspreise nicht direkt beobachtbar sind, schätzt SCIO diese in angemessener Höhe. Für jede Leistungsverpflichtung werden Umsatzerlöse entweder zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen bestimmten Zeitraum realisiert.

Umsatzerlöse bei Verträgen im Projektgeschäft insb. Festpreisprojekte: Umsatzerlöse werden über einen bestimmten Zeitraum nach der Percentage-of-Completion-Methode (Methode der Gewinnrealisierung nach dem Fertigstellungsgrad) basierend auf dem Verhältnis der bereits angefallenen Kosten zu den geschätzten Gesamtkosten realisiert. SCIO vertritt die Auffassung, dass unsere Kunden die Verfügungsgewalt über von uns erstellte/verbesserte Vermögenswerte erhalten während diese erstellt oder verbessert werden. Ein erwarteter Verlust aus einem Vertrag wird sofort als Aufwand erfasst. Rechnungen werden gemäß den vertraglichen Bedingungen ausgestellt; dabei sehen die Zahlungsbedingungen üblicherweise eine Zahlung innerhalb von 30 - 60 Tagen nach Rechnungsstellung vor. Bei der Percentage-of-Completion-Methode ist die Einschätzung des Fertigstellungsgrads von besonderer Bedeutung; zudem kann sie Schätzungen hinsichtlich des Liefer- und Leistungsumfangs beinhalten, der zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen erforderlich ist. Diese wesentlichen Schätzungen umfassen die geschätzten Gesamtkosten, die gesamten geschätzten Umsatzerlöse, die Auftragsrisiken - einschließlich technischer, politischer und regulatorischer Risiken - und andere maßgebliche Größen. Nach der Percentage-of-Completion-Methode können Schätzungsänderungen die Umsatzerlöse erhöhen oder mindern. Außerdem ist zu beurteilen, ob für einen Vertrag dessen Fortsetzung oder dessen Kündigung das wahrscheinlichste Szenario darstellt. Für diese Beurteilung werden individuell für jeden Vertrag alle relevanten Tatsachen und Umstände berücksichtigt.

Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen: Umsatzerlöse werden linear über einen bestimmten Zeitraum realisiert oder - sofern die Leistungserbringung nicht linear erfolgt - entsprechend der Erbringung der Dienstleistungen, das heißt nach der Percentage-of-Completion-Methode, wie zuvor beschrieben. SCIO ist zu diesem Schluss gekommen, da dem Kunden der Nutzen aus der Leistung des Konzerns zufließt und er diesen gleichzeitig verbraucht. Die Tatsache, dass ein anderes Unternehmen die Dienstleistungen, die der Konzern bisher erbracht hat, nicht erneut erbringen müsste, beweist, dass dem Kunden der Nutzen aus der Leistung zufließt und er gleichzeitig die Leistung des Konzerns nutzt, während SCIO diese erbringt. SCIO ist der Ansicht, dass die inputbasierte Methode am besten geeignet ist, um den Fortschritt der Dienstleistungen zu ermitteln, da ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Arbeitsaufwand des Konzerns (d. h. den angefallenen Arbeitsstunden und ggf. eingesetzten Materialien) und der Übertragung der Dienstleistung auf den Kunden besteht. Der Konzern erfasst Erlöse auf der Basis der aufgewandten Arbeitsstunden im Verhältnis zu den gesamten erwarteten Arbeitsstunden für die Fertigstellung der Dienstleistung. Rechnungen werden gemäß den vertraglichen Bedingungen ausgestellt; dabei sehen die Zahlungsbedingungen üblicherweise eine Zahlung innerhalb von 30 - 60 Tagen nach Rechnungsstellung vor.

Verkauf von Gütern, insb. aus der Fertigung von Equipment: Umsatzerlöse werden zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem die Verfügungsgewalt auf den Erwerber übergeht, im Regelfall bei Lieferung der Güter. Rechnungen werden zu diesem Zeitpunkt ausgestellt; dabei sehen die Zahlungsbedingungen üblicherweise eine Zahlung innerhalb von 30 - 60 Tagen nach Rechnungsstellung vor.

Nutzungsentgelte: Nutzungsentgelte (Lizenzgebühren) werden periodengerecht in Übereinstimmung mit dem wirtschaftlichen Gehalt des zugrunde liegenden Vertrags erfasst.

Zinserträge

Zinsen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst.

Auftragsbezogene Aufwendungen und drohende Verluste

Den Aufwand für Rückstellungen für Produktgewährleistungen berücksichtigt SCIO zum Zeit-punkt der Umsatzlegung im Posten Sonstige betriebliche Aufwendungen. Die Höhe der Rückstellung wird individuell ermittelt. In die Höhe der Rückstellung gehen sowohl der tatsächlich angefallene Garantieaufwand der Vergangenheit ein als auch technische Informationen über Produktschwächen, die in der Konstruktions- und Testphase oder bei der Installation des Produkts entdeckt wurden. Bei neuen Produkten bezieht SCIO darüber hinaus auch Expertenmeinungen und Branchendaten mit ein. Drohende Verluste aus Aufträgen werden in dem Berichtszeitraum berücksichtigt, in dem die aktuell geschätzten Gesamtkosten die aus dem jeweiligen Vertrag zu erwartenden Umsatzerlöse übersteigen.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Entwicklungskosten des SCIO Konzerns werden mit den Herstellungskosten aktiviert, sofern alle Aktivierungsvoraussetzungen gem. IAS 38.57 erfüllt sind. Forschungskosten sind entsprechend IAS 38 nicht aktivierungsfähig und werden somit unmittelbar als Aufwand in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Geschäfts- und Firmenwerte

Der aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird zu Anschaffungskosten abzüglich ggf. erforderlicher Wertminderungen bilanziert und ist gesondert in der Konzernbilanz ausgewiesen. Geschäfts- und Firmenwerte unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung, sondern werden einmal jährlich auf Wertminderung überprüft. Eine Überprüfung erfolgt auch, wenn Ereignisse oder Umstände eintreten, die darauf hindeuten, dass der Buchwert möglicherweise nicht wiedererlangt werden kann. Die Überprüfung auf Wertminderung der Geschäfts- und Firmenwerte erfolgt auf der Ebene einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, die durch eine Region (oder entsprechende Einheit) repräsentiert wird. Die zahlungsmittelgenerierende Einheit stellt die unterste Ebene dar, auf der die Geschäfts- und Firmenwerte für interne Zwecke der Unternehmensleitung überwacht werden. Für die Überprüfung auf Wertminderung wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- und Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet, die erwartungsgemäß Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen soll. Übersteigt der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, deren erzielbaren Betrag, wird ein Wertminderungsaufwand für den dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwert erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert, abzüglich Veräußerungskosten, und dem Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Übersteigt einer dieser Beträge den Buchwert, ist es nicht immer notwendig, beide Werte zu ermitteln. Diese Werte beruhen grundsätzlich auf der Ermittlung abgezinster Zahlungsströme (Discounted-Cashflow-Bewertungen). Auch wenn der erzielbare Betrag den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, in künftigen Perioden übersteigt, werden keine Wertaufholungen auf abgeschriebene Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Separat, d.h. nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene sonstige immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen erfasst. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren direkt zurechenbaren Einzel- und Gemeinkosten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst und im Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert und in den Folgeperioden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

SCIO schreibt sonstige immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer auf den geschätzten Restwert ab. Die voraussichtliche Nutzungsdauer für Software, Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte beträgt in der Regel drei bis fünf Jahre, mit Ausnahme von immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen übernommen wurden. Diese bestehen insbesondere aus Kundenbeziehungen, Auftragsbeständen und Technologien. Die gewichteten durchschnittlichen Nutzungsdauern lagen bei den im Geschäftsjahr und im Vorjahr abgeschlossenen Transaktion bei 15-20 Jahren für die Kundenbeziehungen und in einer Bandbreite unter einem Jahr bis zu zwei für den erworbenen Auftragsbestand. Für die im Jahr 2020 erworbene Basistechnologie wurde einen Nutzungsdauer zwölf Jahren berücksichtigt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer sowie noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte aus aktivierten Entwicklungskosten für selbsterstellte immaterielle Vermögens-werte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich auf Wertminderung überprüft. Aktivierte Entwicklungskosten für selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte werden nach Abschluss der Entwicklungsphase und Beginn der Vermarktung linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der Technologie von in der Regel fünf bis zehn Jahren abgeschrieben.

Ein immaterieller Vermögenswert wird bei Abgang, oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen von seiner Nutzung oder seinem Abgang erwartet wird, ausgebucht. Der Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung wird im Zeitpunkt des Ausbuchens des Vermögenswertes in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Ausweis erfolgt in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. den sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Sachanlagen

Sachanlagen des SCIO Konzerns werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte, lineare Abschreibung, bewertet. In die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen werden neben direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Gemeinkosten einbezogen.

Eine Neubewertung des Sachanlagevermögens nach IAS 16 erfolgt nicht.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen konzerneinheitlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Nutzungsdauer in Jahren
Betriebs- und Geschäftsgebäude 14 bis 50
Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 18
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15

Wertminderungen auf Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte

SCIO überprüft Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte auf Wertminderung, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswerts möglicherweise nicht wiedererlangt werden kann. Darüber hinaus wird für immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie für noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte eine jährliche Überprüfung auf Wertminderung durchgeführt. Die Werthaltigkeit wird durch Vergleich des Buchwerts der jeweiligen Vermögenswerte mit dem erzielbaren Betrag bestimmt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert aus dem Nutzungswert des Vermögenswerts und dem beizulegenden Zeitwert, abzüglich Verkaufskosten. Falls ein Vermögenswert keine Mittelzuflüsse erzeugt, die weitgehend von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten unabhängig sind, wird die Überprüfung auf Wertminderung nicht auf Ebene eines einzelnen Vermögenswerts durchgeführt, sondern auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Vermögenswert zuzuordnen ist. Erachtet SCIO eine Abschreibung wegen Wertminderung als erforderlich, entspricht diese dem Betrag, um den der Buchwert den niedrigeren erzielbaren Betrag des Vermögenswerts beziehungsweise der zahlungsmittelgenerierenden Einheit übersteigt. Der Nutzungswert ist der sich durch Abzinsung der geschätzten künftigen Zahlungsströme ergebende Betrag. Sobald Hinweise vorliegen, dass die Gründe für die vorgenommene Wertminderung nicht länger existieren, überprüft SCIO die Notwendigkeit einer vollständigen oder teilweisen Wertaufholung.

Leasingverhältnisse

Ein Leasingverhältnis ist ein Vertrag, der das Recht auf Nutzung eines Vermögenswertes für einen bestimmten Zeitraum gegen Entgelt überträgt.

SCIO erfasst als Leasingnehmer generell alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Pflichten in der Bilanz. SCIO erfasst zu dem Zeitpunkt, zu dem der Leasinggegenstand dem Konzern zur Nutzung zur Verfügung steht, ein Nutzungsrecht und eine entsprechende Leasingverbindlichkeit.

Die Leasingverbindlichkeit beinhaltete dabei den Barwert folgender Leasingzahlungen:

Feste Zahlungen, abzüglich vom Leasinggeber zu leistender Leasinganreize,

Variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind

Beträge, die voraussichtlich im Rahmen von Restwertgarantien entrichtet werden müssen

den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn deren Ausübung hinreichend sicher eingeschätzt wurde

Strafzahlungen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass eine Kündigungsoption wahrgenommen wird

Die Leasingzahlungen werden zu dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz abgezinst, sofern dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Die Finanzierungsaufwendungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam erfasst. Der Buchwert der Leasingverbindlichkeiten wird bei Änderungen des Leasingverhältnisses oder bei einer Änderung der Beurteilung einer Kaufoption für den zugrunde liegenden Vermögenswert neu berechnet.

Nutzungsrechte werden mit den Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:

Betrag der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit,

Bei der Bereitstellung geleisteter Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize,

entstandene anfänglich direkte Kosten,

Rückbauverpflichtungen.

Die Folgebewertung erfolgt zu den Anschaffungskosten abzüglich der kumulierten linearen Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen. Das Nutzungsrecht wird linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Die Nutzungsrechte werden ebenfalls auf Wertminderung überprüft.

SCIO nimmt sowohl die Erleichterungsvorschriften für geringwertige Wirtschaftsgüter als auch für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als 12 Monate) in Anspruch. Die Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, deren Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, werden linear als Aufwand erfasst. Die neuen Vorschriften werden auch auf immaterielle Vermögenswerte angewendet. Eine Reihe von Verträgen, insbesondere von Immobilien enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragskonditionen bieten SCIO die Möglichkeit größtmöglicher betrieblicher Flexibilität. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeiten werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung bzw. Nicht-Ausübung solcher Optionen werden bei der Vertragslaufzeit nur dann berücksichtigt, wenn diese hinreichend sicher sind.

Als Leasinggeber bei einem Operating Lease weist SCIO das Leasingobjekt als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Sachanlagen aus. Die in der Periode vereinnahmten Leasingraten werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Als Leasinggeber bei einem Finanzierungsleasing setzt SCIO die Vermögenswerte in der Bilanz an und weist sie als Forderungen in Höhe des Nettoinvestitionswerts aus dem Leasingverhältnis aus.

Ertragsteuern

Die Ertragsteuern stellen die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar (IAS 12). Laufende Steuern werden auf Basis des Ergebnisses des Geschäftsjahrs und in Übereinstimmung mit den nationalen Steuergesetzen der jeweiligen Steuerjurisdiktion ermittelt. Erwartete und tatsächlich geleistete Steuernachzahlungen beziehungsweise -erstattungen für Vorjahre werden ebenfalls einbezogen.

Nach der Verbindlichkeiten-Methode (Liability Method) werden aktive und passive latente Steuern mit der künftigen Steuerwirkung angesetzt, die sich aus den Unterschieden zwischen den IFRS-Konzernbilanzwerten und steuerrechtlicher Bilanzierung von Aktiv- und Passivposten ergibt. Die Auswirkungen von Steuersatzänderungen auf die latenten Steuern erfasst SCIO - mit Ausnahme von Effekten, die direkt im Eigenkapital erfasste Posten berühren - erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in dem Berichtszeitraum, in dem das der Steuersatzänderung zugrunde liegende Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen oder weitgehend abgeschlossen ist. Latente Steueransprüche bilanziert SCIO, soweit wahrscheinlich ist, dass künftige zu versteuernde Gewinne verfügbar sein werden, gegen die die abzugsfähigen temporären Differenzen, noch nicht genutzte steuerliche Verluste sowie noch nicht genutzte Steuergutschriften aufgerechnet werden können.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme von: (1) latenten Steuerschulden aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts oder aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall entstehen, die kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handels-rechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, (2) latenten Steuer-schulden aus zu versteuernden temporären Differenzen, die in Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzter steuerlicher Verlustvorträge und nicht genutzter Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können, mit der Ausnahme von: (1) latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall entstehen, die kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, (2) latenten Steueransprüchen, die in Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen stehen, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden oder kein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können.

Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch zur Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Vorräte

Die Vorräte bilanziert SCIO mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Angesetzt wird ein Durchschnittswert der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Bestandteile der Herstellungskosten sind das Fertigungsmaterial, die Fertigungslöhne, die direkt zurechenbaren Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie die fertigungsbedingten Abschreibungen. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös, abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der Vertriebskosten.

Vertragsvermögenswerte, Vertragsverbindlichkeiten und Forderungen

Hat eine der Parteien des Vertrags mit dem Kunden ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, wird - abhängig vom Verhältnis zwischen der Leistungserbringung von SCIO und der Zahlung des Kunden - ein Vertragsvermögenswert, eine Vertragsverbindlichkeit oder eine Forderung ausgewiesen. Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten werden als kurzfristig ausgewiesen, da sie innerhalb des gewöhnlichen Geschäftszyklus entstanden sind. Forderungen werden ausgewiesen, wenn der Anspruch auf den Erhalt der Gegenleistung keiner Bedingung mehr unterliegt. Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte und Forderungen für Bonitätsrisiken werden entsprechend der Bewertungsmethode für Finanzielle Vermögenswerte - zu Anschaffungskosten bewertet - gebildet.

Rückstellungen für Pensionen

Die Rückstellungen für Pensionen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) gemäß IAS 19 ermittelt. Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartenden Steigerungen von Renten und Gehältern bei vorsichtiger Einschätzung der relevanten Einflussgrößen berücksichtigt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen.

Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste wirken sich unmittelbar in der Konzernbilanz aus und führen zu einer Erhöhung bzw. Verminderung der Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie zu einer Verringerung bzw. Erhöhung der sonstigen Rücklagen im Eigenkapital. Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung bleibt frei von Effekten aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, da diese im sonstigen Ergebnis zu erfassen sind. Die Nettopensionsverpflichtung wird mit dem Diskontierungszinssatz verzinst, der der Bewertung der Bruttopensionsverpflichtung zugrunde liegt. Da die Nettopensionsverpflichtung im etwaiges Planvermögen gekürzt ist, wird durch diese Berechnung für das Planvermögen eine Verzinsung in Höhe des Diskontierungszinssatzes angenommen. Der laufende und nachverrechnete Dienstzeitaufwand sowie die Nettozinsen werden ergebniswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Rückstellungen

SCIO bilanziert Rückstellungen, wenn das Unternehmen aus einem Ereignis in der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, es wahrscheinlich ist, dass wirtschaftliche Ressourcen abfließen, um diese Verpflichtung zu erfüllen, und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Dabei wird eine Abzinsung immer dann vorgenommen, wenn der Abzinsungseffekt wesentlich ist. SCIO setzt die Rückstellung in Höhe des Barwerts an, der sich aus der Abzinsung der erwarteten künftigen Zahlungsströme mit einem Vor-Steuerzinssatz ergibt. Dieser spiegelt die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinseffekt wider. Wenn aus einem Vertrag ein Verlust droht, erfasst das Unternehmen die gegenwärtige Verpflichtung aus dem Vertrag als Drohverlustrückstellung. Diese wird mit dem niedrigeren Betrag bewertet, um den die zu erwartenden Kosten bei Erfüllung des Vertrags oder die zu erwartenden Kosten bei Nichterfüllung des Vertrags den erwarteten wirtschaftlichen Nutzen aus dem Vertrag übersteigen. Zuführungen zu und Auflösungen von Rückstellungen erfasst SCIO grundsätzlich erfolgswirksam.

Finanzinstrumente

SCIO bewertet finanzielle Vermögenswerte nach IFRS zu fortgeführten Anschaffungskosten (amortised cost, AC). Es liegen nur finanzielle Vermögenswerte der Kategorie AC vor. Finanzielle Vermögenswerte beinhalten bei SCIO insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegenüber Kreditinstituten und Kassenbestände. Die Klassifizierung von Finanzinstrumenten basiert auf dem Geschäftsmodell, in welchem die Instrumente gehalten werden, sowie der Zusammensetzung der vertraglichen Zahlungsströme.

SCIO bewertet finanzielle Verbindlichkeiten nach IFRS 9 als Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten (amortised cost, AC). Es liegen nur Schulden der Kategorie AC vor. Finanzielle Verbindlichkeiten enthalten insbesondere erhaltene Darlehen von Finanzdienstleistern, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige finanzielle Verbindlichkeiten. Nach der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert werden die finanziellen Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Bei den einzelnen Klassen von finanziellen Vermögenswerten und Schulden stellen die Buchwerte jeweils grundsätzlich einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

Zu jedem Bilanzstichtag wird eine Wertberichtigung für finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, erfasst, welche die erwarteten Kreditverluste für diese Instrumente reflektiert. Nach derselben Methode wird ebenfalls die Wertberichtigung für unwiderrufliche Kreditzusagen sowie Finanzgarantien ermittelt. Der Ansatz der erwarteten Kreditverluste (expected credit losses) nutzt ein dreistufiges Vorgehen zur Allokation von Wertberichtigungen:

Stufe 1: erwartete Kreditverluste innerhalb der nächsten zwölf Monate

 

Stufe 1 beinhaltet alle Verträge ohne wesentlichen Anstieg des Kreditrisikos seit der erstmaligen Erfassung und beinhaltet regelmäßig neue Verträge und solche, deren Zahlungen weniger als 31 Tage überfällig sind. Der Anteil an den erwarteten Kreditverlusten über die Laufzeit des Instruments, welcher auf einen Ausfall innerhalb der nächsten zwölf Monate zurückzuführen ist, wird erfasst.

Stufe 2: erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit - keine beeinträchtigte Bonität

 

Wenn ein finanzieller Vermögenswert nach seiner erstmaligen Erfassung eine signifikante Steigerung des Kreditrisikos erfahren hat, allerdings nicht in seiner Bonität beeinträchtigt ist, wird er der Stufe 2 zugeordnet. Als Wertberichtigung werden die erwarteten Kreditverluste erfasst, welche über mögliche Zahlungsausfälle über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts bemessen werden.

Stufe 3: erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit - bonitätsbeeinträchtigt

 

Wenn ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt oder ausgefallen ist, wird er der Stufe 3 zugeordnet. Als Wertberichtigung werden die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts erfasst. Objektive Hinweise darauf, dass ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt ist, umfassen eine Überfälligkeit ab 91 Tagen sowie weitere Informationen über wesentliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners.

Saldierung von Finanzinstrumenten: Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden saldiert und der Nettobetrag in der Konzernbilanz berichtet, sofern zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein durchsetzbarer Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.

Neuerungen in der internationalen Rechnungslegung nach IFRS

Neue Rechnungslegungsstandards, die im Geschäftsjahr 2021 verpflichtend anzuwenden sind

SCIO hat diejenigen neuen/überarbeiteten Standards und Interpretationen angewendet, die für Abschlüsse verbindlich sind, deren Berichtsperiode am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnt.

Im laufenden Geschäftsjahr hat der Konzern sämtliche neue und überarbeitete Standards und Interpretationen angewendet, die vom International Accounting Standards Board (IASB) und dem International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) des IASB verabschiedet wurden und wie sie in der EU anzuwenden sind, sofern sie in den ab dem 1. Januar 2021 beginnenden Berichtsperioden anzuwenden sind. Folgende weitere Standards, Änderungen von Standards und Interpretationen waren für 2021 verpflichtend anzuwenden:

Änderungen an IFRS 16, Leasingverhältnisse - COVID-19-bezogene Mietzugeständnisse: Leasingnehmern wird es ermöglicht, unter bestimmten Voraussetzungen auf die Beurteilung, ob ein Mietzugeständnis im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie eine Leasingmodifikation darstellt, zu verzichten. Sind die Voraussetzungen erfüllt, ist das Mietzugeständnis so abzubilden, als handele es sich nicht um eine Leasingmodifikation. Die Änderung ist für am oder nach dem 1.6.2020 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden und gilt nur für relevante Leasingzahlungen mit Fälligkeit bis zum 30.6.2021. Es haben sich aus der Anwendung keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von SCIO ergeben.

Änderungen an IFRS 4, Versicherungsverträge - Verschiebung von IFRS 9: Der Zeitpunkt des Inkrafttretens von IFRS 17, der IFRS 4 ersetzen wird, wurde auf den 1.1.2023 verschoben. Damit wurde das festgelegte Auslaufen der vorübergehenden Ausnahme von der Anwendung von IFRS 9 in IFRS 4 ebenfalls auf den 1.1.2023 verschoben.

Reform der Referenzzinssätze (IBOR-Reform) - Phase 2 - Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, (IFRS 4 und IFRS 16): Die Änderungen sehen Erleichterungen bei der Abbildung von Änderungen an vertraglichen Zahlungsströmen und Sicherungsbeziehungen vor, die durch die IBOR-Reform notwendig wurden. Sie betreffen die tatsächliche Umstellung der Zinssätze. Auswirkungen auf den Konzernabschluss der SCIO Group haben sich dadurch nicht ergeben.

Neue Rechnungslegungsvorschriften, die durch die EU anerkannt wurden, deren verpflichtende Anwendung in der Zukunft liegt

Folgende Standards, Änderungen zu Standards und Interpretationen sind bereits durch die EU anerkannt worden. Eine verpflichtende Anwendung ist jedoch erst für die Zukunft vorgesehen:

Änderungen an IFRS 3, Verweis auf das Rahmenkonzept, (veröffentlicht am 14.5.2020 und anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1.1.2022 beginnen): Die Änderungen beinhalten eine Aktualisierung des Verweises in IFRS 3 auf das überarbeitete Rahmenkonzept der IFRS von 2018 sowie eine ergänzende Vorschrift, dass ein Erwerber bei der Identifizierung von übernommenen Verpflichtungen, die in den Anwendungsbereich von IAS 37 bzw. IFRIC 21 fallen, die Vorschriften von ebenda anstelle des Rahmenkonzepts anzuwenden hat. Ausgenommen hiervon sind Eventualverbindlichkeiten. Weiterhin verbietet der IFRS 3 den Ansatz von erworbenen Eventualforderungen. Es werden keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von SCIO erwartet.

Änderungen an IAS 16, Erlöse vor der beabsichtigten Nutzung einer Sachanlage (veröffentlicht am 14. Mai 2020 und anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen): Die Änderung stellt klar, dass von den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten einer Sachanlage keine künftig über Testkosten hinausgehenden Erträge aus dem Verkauf von Gegenständen, die während des Zeitraums, in der eine Sachanlage zu ihrem Standort und in ihren betriebsbereiten Zustand gebracht wird, hergestellt wurden, abgezogen werden dürfen. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von SCIO erwartet.

Änderungen an IAS 37, Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung (veröffentlicht am 14. Mai 2020 und anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen): Die Änderung konkretisiert die Definition von Erfüllungskosten eines Vertrages. Sämtliche Kosten der Vertragserfüllung, die dem Vertrag unmittelbar zurechenbar sind, sind bei der Ermittlung, ob der Vertrag belastend ist, zu berücksichtigen. Es werden sich aus der Anwendung keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von SCIO erwartet.

Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018 - 2020) (veröffentlicht am 14. Mai 2020 und anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen): Die Änderungen betreffen IFRS 1, Erstmalige Anwendung der IFRS, IFRS 9, Finanzinstrumente, IFRS 16, Leasingverhältnisse sowie IAS 41, Landwirtschaft. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von SCIO erwartet.

IFRS 17, Versicherungsverträge (veröffentlicht am 18. Mai 2017) einschließlich Änderungen an IFRS 17 (veröffentlicht am 25. Juni 2020 und anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen): Der Standard wird künftig IFRS 4, Versicherungsverträge, ablösen und regelt die Grundsätze in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben für Versicherungsverträge. Zielsetzung ist die Bereitstellung relevanter Informationen durch die bilanzierenden Unternehmen zum Zwecke einer glaubwürdigen Darstellung der Auswirkung von Versicherungsverträgen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Zahlungsströme eines Unternehmens. Die Auswirkungen auf den Konzern von SCIO werden zurzeit überprüft.

Aus der Anwendung neuer Standards und Interpretationen haben sich über die vorstehend genannten Auswirkungen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben. Unter Anwendung von IAS 1R wurden die Angaben im Anhang auf die für die Gruppe wesentlichen Bereiche beschränkt.

Darüber hinaus haben IASB und IFRIC im Geschäftsjahr 2021 und in Vorjahren weitere Standards, Änderungen zu Standards und Interpretationen verabschiedet, die für das Geschäftsjahr 2021 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Die Anwendung dieser IFRS, die für Geschäftsjahre vorgesehen ist, die am oder nach dem 1.1.2022 beginnen, setzt voraus, dass die noch ausstehende Anerkennung durch die EU erfolgt (Endorsement-Verfahren). Die Auswirkungen dieser Änderungen werden von SCIO derzeit überprüft.

5. EINSCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses werden vom Management Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen getroffen, die sich auf die Höhe der zum Stichtag ausgewiesenen Vermögenswerte, Schulden und die Angaben von Eventualverpflichtungen sowie auf die Aufwendungen und Erträge auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundenen Unsicherheiten könnten jedoch Ereignisse entstehen, die in zukünftigen Perioden zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte und Schulden führen.

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige an Stichtag wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres wesentliche Anpassungen der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein werden, werden nachstehend erläutert:

Entwicklungsleistungen werden aktiviert, wenn mit ihnen ein zukünftiger ökonomischer Nutzen verbunden ist und die übrigen Voraussetzungen des IAS 38.57 erfüllt werden.

Liegen Anhaltspunkte vor, die auf eine Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten hindeuten, oder ist eine jährliche Überprüfung auf Wertminderung erforderlich (immaterielle Vermögenswerte mit einer unbegrenzten Nutzungsdauer, immaterielle Vermögenswerte in der Entwicklungsphase und Geschäfts- oder Firmenwert), wird ein Werthaltigkeitstest durchgeführt.

Zur Durchführung des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert eines Vermögenswerts (beziehungsweise einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit) mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Für diesen Vergleich wird im ersten Schritt der Nutzungswert ermittelt. Sollte der Nutzungswert den Buchwert überschreiten, wird im zweiten Schritt der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bestimmt und mit dem Buchwert verglichen. Ist der beizulegende Zeitwert geringer als der Buchwert, wird eine entsprechende Wertminderung auf den höheren Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten erfasst.

Im Rahmen der Beurteilung der Werthaltigkeit sind Einschätzungen sowie Annahmen insbesondere hinsichtlich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse und Zahlungsmittelabflüsse sowie des Planungszeitraums zu treffen, die von den tatsächlichen Werten abweichen können. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen entwickeln.

SCIO ermittelt den Nutzungswert mithilfe eines Kapitalwertkalküls (der Discounted-Cashflow-Methode). Die zur Berechnung herangezogenen Zahlungsströme basieren auf der vom Management verabschiedeten langfristigen Unternehmensplanung. Die Diskontierung erfolgt mit marktbezogenen Kapitalisierungszinssätzen.

Die Cashflows bei der Überprüfung der Geschäfts- und Firmenwert werden in der Regel aus Detailplanungen der nächsten drei Geschäftsjahre abgeleitet. Das Umsatzwachstum am Ende des Planungszeitraums entspricht der langfristigen Wachstumsrate der jeweiligen Industriezweige und Länder, in welchem die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten tätig sind. Die Diskontierung erfolgt mit marktbezogenen Kapitalisierungszinssätzen. Werthaltigkeitstests der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erfolgt anhand eines risikoangepassten Kapitalkostensatzes (WACC) vor Steuern. Für die Werthaltigkeitstests der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden für die wesentlichen Annahmen Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um auszuschließen, dass für möglich gehaltene Änderungen an den Prämissen zur Bestimmung des erzielbaren Betrags zu einem Wertminderungsbedarf führen würden.

Für die Bilanzierung aktiver latenter Steuern, im Wesentlichen auf nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge, sind Einschätzungen und Ermessensentscheidungen der Unternehmensleitung in Bezug auf die Höge der zukünftig zur Nutzung der Verlustvorträge zur Verfügung stehenden zu versteuernden Einkommen zu treffen. Soweit hinreichend konkretisiert, werden dabei Steuerplanungsstrategien und die erwarteten Eintrittszeitpunkte der Ergebnisse daraus berücksichtigt. Aktive latente Steuern werden regelmäßig insoweit angesetzt, als aufrechenbare latente Steuerverbindlichkeiten in gleicher Höhe und gleicher Fristigkeit erwartet werden. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern nur dann angesetzt, wenn zukünftig mit hoher Wahrscheinlichkeit ausreichend zu versteuerndes Einkommen erwartet wird, um die latenten Steueransprüche aus Verlustvorträgen und temporären Differenzen nutzen zu können. Für diese Beurteilung wird das erwartete zu versteuernde Einkommen aus der Unternehmensplanung abgeleitet, welche nach den oben beschriebenen Grundsätzen erstellt wird. Bei Gesellschaften in Verlustsituationen werden aktive latente Steuern erst dann angesetzt, wenn sich der Turnaround abzeichnet bzw. mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass die zukünftigen positiven Ergebnisse erzielt werden können. Bei der Bemessung der Wertberichtigung für latente Steueransprüche aus Verlustvorträgen werden Regelungen zur Beschränkung der Verlustnutzung (Mindestbesteuerung) beachtet. Weitere Einzelheiten sind in der Textziffer 6.10. dargestellt

Der Altersversorgungsaufwand aus leistungsorientierten Plänen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Diese Bewertungen basieren auf Annahmen und Ermessensentscheidungen in Bezug auf Abzinsungssätze der Nettoverpflichtungen, die Sterblichkeit und die künftigen Rentensteigerungen. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung solcher Pläne unterliegen solche Schätzungen wesentlichen Unsicherheiten. Einzelheiten zu diesen Unsicherheiten bzw. Sensitivitäten sind in der Textziffer 6.16. dargestellt.

Für die Bilanzierung der Gewährleistungsrückstellungen werden die erwarteten Kosten aus den Kundenaufträgen herangezogen. Die Schätzungen für die Verpflichtungen beruhen auf den Erfahrungen der letzten Geschäftsjahre und haben in der Regel eine Laufzeit von zwischen einem und zwei Jahren ab dem Zeitpunkt der Abnahme. Es wird damit erwartet, den überwiegenden Teil der Rückstellungen für Gewährleistungen innerhalb der nächsten zwei Jahre zu begleichen. Weitere Einzelheiten sind unter Textziffer 6.18. zu finden.

Aufgrund der Regelungen des IFRS 15 besteht Ermessen hinsichtlich der Beurteilung, ob Umsätze zeitraumbezogen zu realisieren sind. SCIO ist zu dem Schluss gekommen, dass Erlöse für in hohem Maß kundenspezifische Projekte zeitraumbezogen und nicht zeitpunktbezogen erfasst werden, da regelmäßig Vermögenswerte erstellt werden, die keine alternative Nutzungsmöglichkeit aufweisen und SCIO einen Rechtsanspruch auf Vergütung inklusive Marge der bereits erbrachten Leistungen hat. SCIO hat festgestellt, dass die inputbasierte Methode am besten geeignet ist, um den Leistungsfortschritt zu bestimmen, da ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Fertigungsaufwand und dem Transfer der Leistung an dem Kunden besteht. Der Fertigstellungsgrad entspricht dem Verhältnis der bis zum Bilanzstichtag anfallenden auftragsbezogenen Kosten der Projekte. Schätzungsänderungen bzw. Abweichungen der tatsächlichen Kosten von geschätzten Kosten haben Auswirkung auf das realisierte Ergebnis der Projekte.

6. ERLÄUTERUNGEN DER KONZERNBILANZ

Immaterielle Vermögenswerte

Der Buchwert der immateriellen Vermögenswerte hat sich wie folgt entwickelt:

€ in Tausend Aktivierte Entwicklungskosten Kundenstamm / Auftragsbestand Technologien Übrige immaterielle Vermögensgegenstände Summe
31.12.2019 Anschaffungs- und Herstellungskosten 11.388 78.632 22.671 2.400 115.091
Kumulierte Abschreibung (1.339) (5.193) (1.193) (1.568) (9.294)
Nettobuchwert 10.049 73.439 21.478 831 105.797
Veränderungen in 2020
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Akquisitionsbedingte Zugänge 911 26.441 225 367 27.943
Zugänge 2.703 147 2.850
Abgänge (276) (882) (1.158)
Währungsdifferenzen (10) (10)
Abschreibungen
Acquisitionsbedingte Zugänge (325) (325)
Zugänge (2.406) (4.356) (1.201) (321) (8.283)
Abgänge 882 882
Umbuchungen -
Währungsdifferenzen -
Nettobuchwert 31.12.2020 11.256 95.249 20.502 689 127.696
31.12.2020
Anschaffungs- und Herstellungskosten 15.001 104.797 22.896 2.022 144.716
Kumulierte Abschreibung (3.746) (9.549) (2.394) (1.332) (17.020)
Nettobuchwert 11.256 95.248 20.502 689 127.696
Veränderungen in 2021
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Akquisitionsbedingte Zugänge 12.162 15 12.177
Zugänge 5.745 217 5.962
Abgänge (713) (196) (909)
Umbuchungen 472 472
Währungsdifferenzen 879 12 891
Abschreibungen
Acquisitionsbedingte Zugänge (2) (2)
Zugänge (3.213) (7.427) (1.216) (352) (12.208)
Abgänge 713 279 992
Umbuchungen (472) (472)
Währungsdifferenzen (148) (22) (170)
Nettobuchwert 31.12.2021 13.788 100.715 19.286 168 133.957
31.12.2021
Anschaffungs- und Herstellungskosten 20.033 117.838 22.896 2.542 163.309
Kumulierte Abschreibung (6.246) (17.124) (3.610) (1.901) (28.880)
Nettobuchwert 13.788 100.714 19.286 640 134.429

Im Berichtsjahr erfolgten aufgrund von Unternehmenszusammenschlüssen Zugänge der Nettobuchwerte bei den immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 12.175 T€ (Vorjahr: 27.943 T€), davon 12.162 T€ (Vorjahr: 26.441 T€) Kundenstamm/Auftragsbestand und 0 T€ (Vorjahr: 225 T€) Technologien.

Die aktivierten Entwicklungskosten betreffen die Weiterentwicklung von Software für Engineering-Projekte und Entwicklungsprojekte in den Geschäftsbereichen Reinraum-Lager- und Fördertechnik sowie "Smart Transportation Solutions (STS)".

Die übrigen immateriellen Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen fremdbezogenen Software.

Neben den planmäßigen Abschreibungen waren keine Wertminderungen gemäß IAS 36 erforderlich.

Geschäfts- oder Firmenwert

Der Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte hat sich wie folgt entwickelt:

€ in Tausend Geschäfts- oder Firmenwert
31.12.2019
Anschaffungs- und Herstellungskosten 37.958
Kumulierte Abschreibung -
Nettobuchwert 37.958
Veränderungen in 2020
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Akquisitionsbedingte Zugänge 8.494
Währungsdifferenzen (178)
Abschreibungen -
Nettobuchwert 31.12.2020 46.274
31.12.2020
Anschaffungs- und Herstellungskosten 46.274
Kumulierte Abschreibung -
Nettobuchwert 46.274
Veränderungen in 2021
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Akquisitionsbedingte Zugänge 235
Währungsdifferenzen 534
Abschreibungen -
Nettobuchwert 31.12.2021 47.043
31.12.2021
Anschaffungs- und Herstellungskosten 47.043
Kumulierte Abschreibung -
Nettobuchwert 47.043

Die ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte sind im Zuge der Akquisition in den Jahren 2019, 2020 und 2021 entstanden.

SCIO hat festgelegt, dass die erworbenen Einheiten jeweils die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten darstellt, die Mittelzuflüsse erzeugen, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten sind. Die jeweiligen Geschäfts- oder Firmenwerte sind somit vollständig den jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet worden. Dies entspricht auch der internen Berichtsstruktur.

Im Geschäftsjahr 2021 ergab sich wie in den Vorjahren kein Wertminderungsbedarf auf den Geschäfts- oder Firmenwert.

Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wurde wie im Vorjahr auf Basis einer Berechnung des Nutzungswertes unter Verwendung von Ertragsprognosen ermittelt. Diese sind aus einer Unternehmensplanung für einen Zeitraum von fünf Jahren abgeleitet, die auf dem verabschiedeten Budget für 2022 aufbaut. Die für die jeweilige Ertragsprognose verwendeten Nach-Steuer-Abzinsungssätze liegen in einer Bandbreite zwischen 8,3% - 10,4% (Vorjahr: 8,5% -10,3%). Erträge im Terminal Value werden unter Verwendung einer Wachstumsrate von 1,0% (Vorjahr: 1,0%) extrapoliert.

Insbesondere die Schätzungen des Managements über zukünftige Entwicklungen, wie zum Beispiel die Umsatzentwicklung, sind mit Unsicherheiten behaftet. Das Vorgehen entspricht somit Stufe 3 der Bewertungshierarchie gemäß IFRS 13. Der Nutzungswert wird hauptsächlich durch den Endwert (Barwert der ewigen Rente) bestimmt, der besonders sensitiv auf Veränderungen der Annahmen zur langfristigen Wachstumsrate und zum Abzinsungssatz reagiert. Abzinsungssätze spiegeln die gegenwärtige Marktbeurteilung der spezifischen Risiken der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wider und basieren auf gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der zugehörigen Einheiten. Die Wachstumsraten berücksichtigen externe makroökonomische Daten und branchenspezifische Trends.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Annahmen, die bei der Wertminderungsüberprüfung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde:

Bezeichnung der CGU Buchwert Goodwill in T€ Dauer des Planungszeitraums in Jahren Umsatzwachstum p.a. am Ende des Planungszeitraums Diskontierungszinssatz vor Steuern
VESCON 2021 34.299 5 1,0% 12,7%
2020 34.299 5 1,0% 13,1%
SCHILLER 2021 1.714 5 1,0% 13,7%
2020 1.714 5 1,0% 13,1%
AUTKOM 2021 1.308 5 1,0% 12,7%
2020 1.308 5 1,0% 13,1%
TMP 2021 637 5 1,0% 13,1%
2020 637 5 1,0% 13,8%
IA-Group 2021 6.942 5 1,0% 17,0%
2020 6.407 5 1,0% 17,1%
VESCON Aqua 2021 1.854 5 1,0% 12,3%
2020 1.854 5 1,0% 12,0%
MFI 2021 54 5 1,0% 13,7%
2020 54 5 1,0% 11,7%
MODUMAQ 2021 235 5 1,0% 13,5%
2020 -

Die Geschäftsführung von SCIO hat eine Sensitivitätsanalyse im Hinblick auf die Entwicklung der voraussichtlichen Erträge durchgeführt. Wenn sich herausstellt, dass die Erträge 10 % unter der Prognose liegen, geht die Geschäftsführung davon aus, dass der erzielbare Betrag der Zahlungsmittel generierenden Einheiten dennoch über dem Buchwert liegen würde.

Bei sämtlichen CGUs, die einen Geschäfts- oder Firmenwert enthalten, ist die SCIO Automation Holding GmbH der Auffassung, dass keine nach vernünftigen Ermessen möglich gehaltene Änderung einer zur Bestimmung des Nutzwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet wurden, getroffenen wesentlichen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert ihren erzielbaren Betrag übersteigt.

Sachanlagen

In den Sachanlagen waren weder im Geschäftsjahr 2021 noch in 2020 Wertminderungen gemäß IAS 36 in den Abschreibungen erforderlich.

Für die ausgewiesenen Sachanlagen bestehen keine Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen.

Die Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt:

€ in Tausend Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
31.12.2019
Anschaffungs- und Herstellungskosten 9.437 2.444 6.695 18 18.593
Kumulierte Abschreibung (993) (1.551) (4.131) - (6.675)
Nettobuchwert 8.444 893 2.564 18 11.918
Veränderungen in 2020
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Akquisitionsbedingte Zugänge 2.014 1.249 1.418 30 4.711
Zugänge 14 321 815 1.149
Abgänge (817) (1.057) (1.875)
Umbuchungen 18 -18 -
Währungsdifferenzen -7 -7
Abschreibungen
Akquisitionsbedingte Zugänge (496) (698) (1.194)
Zugänge (250) (321) (1.096) (1.667)
Abgänge 740 927 1.667
Umbuchungen -
Währungsdifferenzen 20 20
Nettobuchwert 31.12.2020 10.221 1.569 2.903 30 14.723
31.12.2020
Anschaffungs- und Herstellungskosten 11.465 3.197 7.881 30 22.572
Kumulierte Abschreibung (1.243) (1.628) (4.978) - (7.850)
Nettobuchwert 10.221 1.569 2.903 30 14.723
Veränderungen in 2021
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Akquisitionsbedingte Zugänge 54 143 197
Zugänge 44 629 1.227 108 2.008
Abgänge (113) (1.114) (1.227)
Umbuchungen 301 114 3 -30 388
Währungsdifferenzen 64 82 146
Abschreibungen
Akquisitionsbedingte Zugänge (25) (82) (107)
Zugänge (325) (398) (1.170) (1.893)
Abgänge 103 1.044 1.147
Umbuchungen (301) (117) (418)
Währungsdifferenzen (34) (41) (75)
Nettobuchwert 31.12.2021 9.940 1.846 2.995 108 14.889
31.12.2021
Anschaffungs- und Herstellungskosten 11.810 3.945 8.222 108 24.084
Kumulierte Abschreibung (1.869) (2.099) (5.227) - (9.196)
Nettobuchwert 9.940 1.846 2.995 108 14.889

Nutzungsrechte

Die folgende Tabelle zeigt die angesetzten Nutzungsrechte an Vermögenswerten, die im Rahmen eines Leasings bilanziert sind:

€ in Tausend Nutzungsrechte Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Software
31.12.2019
Anschaffungs- und Herstellungskosten 7.714 4.130 3.584
Kumulierte Abschreibung (2.117) (870) (1.247)
- - -
Nettobuchwert 5.597 3.260 2.337
Veränderungen in 2020
Akquisitionsbedingte Zugänge 2.235 2.172 63
Zugänge 4.122 1.925 2.197
Abgänge (17) (17) -
Währungsdifferenzen 5 7 (2)
Neubewertungen 964 863 101
Abschreibungen (2.995) (1.300) (1.695)
Nettobuchwert 31.12.2020 9.911 6.910 3.001
31.12.2020
Anschaffungs- und Herstellungskosten 14.456 9.196 5.260
Kumulierte Abschreibung (4.545) (2.286) (2.259)
Nettobuchwert 9.911 6.910 3.001
Veränderungen in 2021
Akquisitionsbedingte Zugänge 330 311 19
Zugänge 2.534 1.165 1.369
Abgänge -
Währungsdifferenzen 106 102 4
Neubewertungen 581 427 154
Vertragsmodifikationen (137) 272 (409)
Abschreibungen (3.556) (1.799) (1.757)
Nettobuchwert 31.12.2021 9.769 7.388 2.381
31.12.2021
Anschaffungs- und Herstellungskosten 16.953 11.373 5.580
Kumulierte Abschreibung (7.184) (3.985) (3.199)
Nettobuchwert 9.769 7.388 2.381

Angaben zu den korrespondierenden Verbindlichkeiten aus Leasing befinden sich unter Textziffer 6.17.

In den Zinsaufwendungen sind Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen in Höhe von 328 T€ (Vorjahr: 368 T€) enthalten. Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betragen 3.870 T€ (Vorjahr: 3.134 T€).

Finanzielle Vermögenswerte

Langfristige finanzielle Vermögenswerte im Vorjahr aus Ansprüchen aus Rückdeckungsverpflichtungen, die im Jahr 2021 zu Abfindungszwecken der Berechtigten verwertet wurden. Die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 311 T€ (Vorjahr: 496 T€) enthalten im Wesentlichen Kautionen.

Sonstige Vermögenswerte (langfristig)

Die Sonstigen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen Ansprüche aus Lebensversicherungen in Höhe von 482 T€ (Vorjahr: 419 T€), langfristig fällige Forderungen aus Untermietverhältnissen mit 154 T€ (Vorjahr: 192 T€) sowie verzinste langfristige Forderungen an Mitarbeiter aus Darlehn in Höhe von 30 T€ (Vorjahr: 37 T€)

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 4.337 T€ (Vorjahr: 8.909 T€) bestehen neben Kassenbeständen im Wesentlichen aus Guthaben bei Kreditinstituten. Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die dem Finanzmittelfonds gemäß IAS 7 entsprechen, ist in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellt. Die flüssigen Mittel werden in verschiedenen Währungen gehalten (EUR, USD, MXN, CNY). Die Salden werden zum Bilanzstichtagskurs in Euro bewertet und eventuelle Kursgewinne/ -verluste in der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Vorräte

Die Vorräte des SCIO Konzerns setzen sich wie folgt zusammen:

€ in Tausend 31.12.2021 31.12.2020
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.943 3.611
Unfertige Erzeugnisse 172 551
Fertige Erzeugnisse 1.016 961
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 72 4.787
Gesamt 5.203 9.910

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- und Herstellungskosten oder zu niedrigeren Zeitwerten abzüglich Vertriebsaufwand angesetzt.

Wertminderungen auf Vorräte sind zum 31.12.2021 in Höhe von 491 T€ (31.12.2020: 391 T€) berücksichtigt. Die Veränderung der Abwertungen wurde in 2021 mit 100 T€ als Aufwand (2020 als Ertrag: T€ 255) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und beruhen im Wesentlichen auf der Anpassung der üblichen verlustfreien Bewertungen und Gängigkeitsabschlägen zum jeweiligen Geschäftsjahresende.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und andere Vermögenswerte

€ in Tausend 31.12.2021 31.12.2020
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21.445 14.794
Vertragsvermögenswerte 30.183 26.281
Sonstige Vermögenswerte 2.184 1.804
Gesamt 53.812 42.879

Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Rechnungsabgrenzungsposten (814 T€; Vorjahr: 628 T€), Umsatzsteuerguthaben (464 T€; Vorjahr 0 T€) sowie Ansprüche aus Forschungsprämien (230 T€; Vorjahr: 300 T€) und kurzfristig fällige Forderungen aus Untermietverhältnissen 46 T€; Vorjahr: 52 T€).

Der Konzern wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditverluste zu bemessen; dem zufolge werden für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte, die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste herangezogen.

SCIO ist im operativen Geschäft und aus bestimmten Finanztransaktionen einem Ausfallrisiko ausgesetzt, wenn Vertragspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Alle Geldanlagen haben Laufzeiten von bis zu drei Monaten.

An den Bilanzstichtagen wird geprüft, ob aufgrund der Bonität der einzelnen Kontrahenten eine Wertminderung auf die positiven Marktwerte notwendig ist. Zum 31. Dezember 2021 war dies - wie auch am 31. Dezember 2020 - bei keinem (zusätzlichen) Kontrahenten der Fall. Aufgrund der heterogenen Kundenstruktur besteht keine Risikokonzentration. Der Gesamtbetrag der Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellt das maximale Ausfallrisiko dar.

Grundsätzlich sind finanzielle Vermögenswerte, gemäß dem Wertminderungsmodell des IFRS 9 "Expected-Credit-Loss", hinsichtlich eines zu erwartenden Kreditverlustes zu untersuchen. Expec- ted-Credit-Loss (ECL) im Sinne von IFRS 9 ist die wahrscheinlichkeitsgewichtete Schätzung von Kreditverlusten über die erwartete Laufzeit eines Finanzinstruments. Ein Zahlungsausfall ist die Differenz zwischen den Zahlungsströmen, die SCIO gemäß Vertrag zustehen, und den Zahlungsströmen, die SCIO erwartet. Da die erwarteten Kreditverluste die Höhe und den Zeitpunkt der Zahlungen berücksichtigen, entsteht ein Kreditverlust, auch wenn SCIO erwartet, dass er vollständig, aber später als bei vertraglicher Fälligkeit bezahlt wird.

SCIO verfügt lediglich über eine Art von finanziellen Vermögenswerten, die dem neuen Modell der erwarteten Kreditverluste unterliegt: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen ebenfalls den Wertminderungsvorschriften des IFRS 9. Der identifizierte Wertminderungsaufwand ist jedoch unwesentlich.

Der ECL wird auf Einzelpositionsebene, in Ausnahmefällen auf Portfolioebene gemessen. Dazu sieht der Standard ein Dreistufenmodell (Allgemeiner Ansatz) zur Ermittlung des Kreditverlustes vor. Ausgenommen davon sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, für die ein vereinfachtes Verfahren (Simplified Approach) zur Anwendung kommt.

Aus Kundenbeziehungen waren zum Bilanzstichtag Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 21.445 T€ (31.12.2020: 14.794 T€) innerhalb eines Jahres fällig. Sie werden primär mit der Zielsetzung gehalten, den Nominalwert der Forderungen zu vereinnahmen. Damit sind sie dem Geschäftsmodell "Halten zur Vereinnahmung vertraglicher Cashflows" zuzuordnen und zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und bei den Vertragsvermögenswerten entwickelte sich die Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste wie folgt:

€ in Tausend 2021 2020
Stand am 01.01. 302 111
Akquisitionsbedingte Zugänge - 40
Währungsdifferenzen 8 -
Zuführungen 688 287
Auflösungen / Inanspruchnahme (147) (136)
Stand am 31.12 851 302

Ertragsteuern

Die Steuerforderungen und -verbindlichkeiten resultieren ausschließlich aus Ertragssteuern nach IAS 12.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag setzen sich wie folgt zusammen:

€ in Tausend 2021 2020
Latente (Steueraufwendungen) / Steuererträge 3.068 2.740
Laufende (Steueraufwendungen) / Steuererträge -379 68
Gesamt 2.689 2.808

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. In Deutschland gilt ein Körperschaftssteuersatz von 15,0% zuzüglich des Solidaritätszuschlages von 5,5% und für die SCIO Automation Holding GmbH ein durchschnittlicher Gewerbesteuerhebesatz von 420%. Insgesamt ermittelt sich so für die inländischen Unternehmen ein Ertragssteuersatz von unverändert 30,0%. Im Ausland liegen die Steuersätze zwischen 10% und 30% (Vorjahr: 10,0% und 30,0%).

Der Bestand an aktiven und passiven latenten Steuern nach Bilanzpositionen zum 31. Dezember 2021 und zum 31. Dezember 2020 gliedern sich wie folgt:

€ in Tausend Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
2021 2020 2021 2020
Immaterielle Vermögenswerte 3.122 2.609 32.582 38.429
Sachanlagen 44 - 169 -
Finanzanlagen - - 1.156 -
Leasing - 114 27 19
Vorräte - 35 - 147
Vertragsvermögenswerte /- verbindlichkeiten 5.259 - 10.302 2.662
Forderungen 108 - - -
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 198 - - -
Steuerliche Verlustvorträge 1.352 3.563 - -
Pensionsverpflichtungen 71 105 - -
Finanzschulden 17 - 772 909
Sonstige Rückstellungen 443 675 - -
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 21 286 - -
Zwischensummme 10.635 7.387 45.008 42.166
Saldierungen (-) -10.053 -6.746 -10.053 -6.746
Gesamt 582 641 34.955 35.420

Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 0 T€ (Vorjahr: 19 T€ - Ertrag). In diesem Betrag ist die erfolgsneutrale Erfassung der Veränderung der latenten Steuern auf versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste nach IAS 19 für das Berichtsjahr 2021 mit 19 T€ - Aufwand (Vorjahr: 11 T€ - Ertrag) enthalten.

Ausschlaggebend für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ist die Einschätzung der Unternehmensleitung zur Realisierung der aktiven latenten Steuern. Dies ist abhängig von der Entstehung künftiger steuerpflichtiger Gewinne während der Perioden, in denen sich steuerliche Bewertungsunterschiede umkehren und steuerliche Verlustvorträge geltend gemacht werden können. Hierbei wird die Wahrscheinlichkeit der Umkehrung der passiven latenten Steuern sowie die künftigen steuerlichen Gewinne berücksichtigt.

Es bestehen zum 31. Dezember 2021 insgesamt steuerliche Verlustvorträge für inländische Konzerngesellschaften in Höhe von 45.359 T€ (Vorjahr: 23.077 T€) (Körperschaftsteuer) bzw. 40.770 T€ (Vorjahr: 24.019 T€) (Gewerbesteuer). Ferner bestehen steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 584 T€ (Vorjahr: 6.153 T€) (Körperschaftsteuer) bei ausländischen Konzernunternehmen.

Zum 31. Dezember 2021 wurden aktive latente Steuern für steuerliche Verlustvorträge von insgesamt 4.564 T€ (Vorjahr 5.013 T€) nicht angesetzt. Die zugrundeliegenden steuerlichen Verlustvorträge beliefen sich zum 31. Dezember 2021 im Inland für Körperschaftsteuer auf 16.872 T€ (Vorjahr: 14.131 T€), für Gewerbesteuer auf 13.360 T€ (Vorjahr-: 15.365 T€) und im Ausland für Körperschaftsteuer auf 0 T€ (Vorjahr: 2.579 T€).

Bei SCIO sind in einigen Ländern die Ertragsteuern mehrerer Jahre noch nicht endgültig durch die Finanzbehörden aufgrund laufender Betriebsprüfungen veranlagt. Hier sind adäquate Vorsorgen für die offenen Veranlagungsjahre gebildet worden.

Für ausschüttungsfähige Gewinne von Tochterunternehmen werden im Zusammenhang mit der Ausschüttung anfallende Ertragsteuern und Quellensteuern als passive latente Steuern erfasst, wenn entweder davon auszugehen ist, dass diese Gewinne einer entsprechenden Besteuerung unterliegen, oder beabsichtigt ist, sie nicht auf Dauer zu reinvestieren. Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2021 bestehen unverändert keine steuerlichen temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften, auf welche gemäß IAS 12.39 keine latenten Steuern passiviert worden sind, da weder die Veräußerungen noch zukünftige Gewinnausschüttungen geplant sind.

Der ausgewiesene Ertrag aus Ertragsteuern (Vorjahr: Ertrag) im Geschäftsjahr 2021 in Höhe von 2.689 T€ (Vorjahr: 2.808 T€) ist um 1.633 T€ geringer (Vorjahr: um 1.841 T€ geringer) als der erwartete Ertrag aus Ertragsteuern, der sich theoretisch bei Anwendung des inländischen Steuersatzes von 30,0% ergeben würde. Der Unterschied ist auf folgende Ursachen zurückzuführen:

€ in Tausend 2021 2020
Ergebnis vor Steuern -14.407 -15.495
Steuersatz der SCIO Automation Holding GmbH (Muttergesellschaft) 30% 30%
Erwartete Ertragsteuern 4.322 4.649
Steuersatzunterschiede Ausland 274 -55
Nichtansatz steuerliche Verlustvorträge -1.560 -714
Steuermehrungen aufgrund nicht abzugsfähiger Betriebsausgaben saldiert mit Steuerminderungen aufgrund steuerfreier Erträge 501 -476
Steuerertrag (-) / Steueraufwand (+) für Vorjahre -494 -126
Sonstiges -354 -470
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.689 2.808

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der SCIO Automation Holding GmbH beträgt zum 31. Dezember 2021 10.516 T€ (Vorjahr: 10.019 T€).

Mit Gesellschafterbeschluss vom 13.12.2021 wurde das Gezeichnetes Kapital um 497 T€ im Wege der Bareinlage erhöht. Darüber hinaus haben die Gesellschafter beschlossen, insgesamt ein Aufgeld von 4.503 T€ in die Kapitalrücklage der SCIO Automation Holding GmbH einzuzahlen.

Die Summe der ergebnisneutralen Eigenkapitalveränderungen beträgt im Berichtsjahr 906 T€ (Vorjahr: T€ 791) und setzt sich neben den Veränderungen der Währungsdifferenzen und aus der Erfassung der versicherungsmathematischen Verluste aus Pensionen in den sonstigen Rücklagen zusammen. Zusätzlich veränderte sich das Eigenkapital durch die Ergebniszuweisung an Anteile anderer Gesellschafter um 671 T€ (Vorjahr: T€ 848), davon aus dem laufenden Ergebnis 1.401 T€ (Vorjahr: 925 T€) und aus akquisitionsbedingten Übernahmen (Vorjahr: 4.473 T€ (Vorjahr: 7.731 T€).

Angaben zum Kapitalmanagement

Eine starke Eigenkapitalausstattung ist für SCIO eine wichtige Voraussetzung, um den dauerhaften Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Hierfür wird das Kapital regelmäßig auf Basis der Kennzahl Eigenkapitalquote überwacht und gesteuert.

Die SCIO Group ist davon überzeugt, dass eine nachhaltige Entwicklung der Umsatzerlöse und des Ergebnisses durch eine solide Kapitalstruktur unterstützt wird. Ausschlaggebend für die Steuerung der Kapitalstruktur ist es, sowohl einen breiten Kapitalmarktzugang über verschiedene Fremdfinanzierungsmittel als auch die Bedienung der Finanzschulden sicherzustellen. SCIO hat im abgelaufenen Geschäftsjahr, wie im Vorjahr, einen Kapitalstruktur-Zielkorridor von 3,0 bis 4,0 festgelegt (leverage).

Das Verhältnis ist definiert als Nettoverschuldung zu angepasstem EBITDA auf annualisierter Basis und ist hinsichtlich der Zusammensetzung und Ableitung in den geschlossenen Vereinbarungen mit den Finanzierungspartnern auf Gesamt-Konzernebene definiert.

Dieser finanzielle Leistungsindikator gibt Aufschluss darüber, wie viele Jahre es annähernd dauert, bis die industrielle Nettoverschuldung durch fortlaufende Einnahmen getilgt werden kann; dabei bleiben Zinsen, Steuern und Abschreibungen außer Betracht.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt 95.312 T€ (Vorjahr: 90.809 T€). In der Kapitalrücklage sind ausschließlich Zuzahlungen gem. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB enthalten. Mit Beschluss vom 13.12.2021 wurde die Kapitalrücklage durch eine bare Zuzahlung der Gesellschafter um 4.503 T€ erhöht.

Gewinnrücklagen

Die ausgewiesene Gewinnrücklage enthält das Konzernergebnis für den jeweiligen Berichtszeitraum. Die Veränderung der Gewinnrücklagen ist der Entwicklung des Konzerneigenkapitals zu entnehmen.

Sonstige Rücklagen

Die ausgewiesenen sonstigen Rücklagen entwickelten sich unter Berücksichtigung von Steuereffekten im Geschäftsjahr 2021 wie folgt:

€ in Tausend Rücklagen für Pensionsverpflichtungen Währungsdifferenzen Summe
Stand 31.12.2020 -47 814 767
Bewertungsänderung 67 858 925
Mit dem Eigenkapital verrechnete Steuerposition -19 -19
Stand 31.12.2021 1 1.672 1.673

Die ausgewiesenen sonstigen Rücklagen entwickelten sich unter Berücksichtigung von Steuereffekten im Geschäftsjahr 2020 wie folgt:

€ in Tausend Rücklagen für Pensionsverpflichtungen Währungsdifferenzen Summe
Stand 31.12.2019 -16 -8 -24
Bewertungsänderung -42 822 780
Mit dem Eigenkapital verrechnete Steuerposition 11 11
Stand 31.12.2020 -47 814 767

Anteile anderer Gesellschafter

Im Geschäftsjahr 2021 waren Anteile anderer Gesellschafter in Höhe von 13.968 T€ (Vorjahr: 8.824 T€) vorhanden. Dieser Bilanzposten beinhaltet Ausgleichsposten für Anteile fremder Gesellschafter am konsolidierungspflichtigen Kapital aus der Kapitalkonsolidierung sowie die ihnen zustehenden Gewinne und Verluste. Die folgende Tabelle zeigt die Unternehmen, die die nicht beherrschenden Anteile betreffen:

€ in Tausend 31.12.2021 31.12.2020
IA-Group 4.655 4.395
MFI 2.228 2.138
VESCON Aqua 2.853 1.763
Mojin Robotics 20 88
VESCON Systemtechnik GmbH 761 440
VESCON Slovakia s.r.o. -
Gruppo Modumaq 3.450 -
Anteile anderer Gesellschafter 13.968 8.824

Das auf die nicht beherrschenden Anteile entfallende sonstige Ergebnis von 280 T€ (Vorjahr: -77 T€) betrifft Währungsumrechnungsdifferenzen.

Eine detaillierte Übersicht zur Zusammensetzung bzw. der Veränderung der einzelnen Eigenkapitalkomponenten des SCIO Konzerns im Geschäftsjahr 2021 sowie im Vorjahr ist in der Eigenkapitalentwicklung dargestellt.

Rückstellungen für Pensionen

Die Pensionsrückstellungen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften für berechtigte ehemalige und aktive Mitarbeiter der Gesellschaften des SCIO Konzerns sowie deren Hinterbliebenen gebildet. Je nach rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes bestehen unterschiedliche Formen der Alterssicherung, die in der Regel auf Beschäftigungsdauer und Höhe des Entgeltes der Mitarbeiter basieren.

Für die betriebliche Altersversorgung wird grundsätzlich zwischen beitrags- und leistungsorientierten Versorgungssystemen unterschieden.

Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen (Defined Contribution Plans) geht das jeweilige Unternehmen über die Entrichtung von Beitragszahlungen an zweckgebundene Fonds keine weiteren Verpflichtungen ein. Beitragszahlungen sind als Personalaufwand im laufenden Jahr erfasst.

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen (Defined Benefit Plans) besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, die zugesagten Leistungen an aktive Mitarbeiter zu erfüllen, wobei zwischen rückstellungs- und fondsfinanzierten Versorgungssystemen unterschieden wird. Die Höhe der Pensionsverpflichtung (Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen, sog. Defined Benefit Obligation) wurde nach versicherungsmathematischen Methoden berechnet. Hierbei sind neben den Annahmen zur Lebenserwartung, basierend auf der Heubeck'schen Richttafel 2018G für Verpflichtungen im Inland und die AVÖ 2018-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung für Verpflichtungen in Österreich.

Es handelt sich grundsätzlich um Individualzusagen, Versorgungswerke existieren nicht.

Sowohl die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen als auch das Planvermögen können im Zeitablauf Schwankungen unterliegen. Dadurch kann der Finanzierungsstatus negativ oder positiv beeinflusst werden. Die Schwankungen bei den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen resultieren im SCIO Konzern insbesondere aus der Änderung von finanziellen Annahmen wie den Abzinsungsfaktoren; aber auch aus der Änderung demografischer Annahmen wie einer veränderten Lebenserwartung.

in % Konzerndurchschnitt
2021 2020
Abzinsungsfaktor 1,10 - 1,50 0,90 - 1,00
Gehaltstrend - -
Rententrend - 0,00 - 0,25

Zur Ableitung der jeweiligen Diskontierungssätze wird auf die für das Ende des Wirtschaftsjahres von der HEUBECK AG veröffentlichten Bandbreiten für Zinssätze zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen sowie der Effektivverzinsung am Markt von hochrangigen Unternehmensanleihen am Bewertungsstichtag zurückgegriffen. Basierend auf diesen Werten, welche auf der Grundlage von Renditen für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen erstellt wurden, wird ein Zinssatz ermittelt, der die voraussichtlichen Auszahlungen der Leistungen widerspiegelt.

Folgende Beträge werden voraussichtlich in den nächsten Jahren in die leistungsorientierten Verpflichtungen eingezahlt.

€ in Tausend 2021 2020
Innerhalb der nächsten 12 Monate 2 16
Zwischen 2 und 5 Jahren 67 64
Zwischen 5 und 10 Jahren 75 76

Der Gehaltstrend umfasst erwartete zukünftige Gehaltssteigerungen, die unter anderem in Abhängigkeit von der Inflation und der Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen jährlich geschätzt werden. Da die abgeschlossenen Pensionszusagen bei den inländischen Gesellschaften unabhängig von zukünftigen Gehaltssteigerungen sind, wurde für die Ermittlung der entsprechenden Pensionsrückstellungen kein Gehaltstrend berücksichtigt.

Aus Erhöhungen oder Verminderungen entweder des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtungen oder des beizulegenden Zeitwerts des Fondsvermögens können versicherungsmathematische Gewinne und Verluste entstehen, deren Ursachen unter anderem Änderungen der Berechnungsparameter, Schätzungsänderungen bezüglich des Risikoverlaufs der Pensionsverpflichtungen und Abweichungen zwischen dem tatsächlichen und dem erwarteten Ertrag aus dem Fondsvermögen sein können. Der Nettowert der Pensionsrückstellungen stellt sich wie folgt dar:

€ in Tausend 31.12.2021 31.12.2020
Barwert der Versorgungszusagen (Bruttoverpflichtungen) 411 909
Zeitwert des Planvermögens -271 -414
Bilanzwert zum 31. Dezember (Nettoverpflichtungen) 140 495

Die Pensionsrückstellungen zum Stichtag entfallen mit 130 T€ (Vorjahr: 444 T€) zum überwiegenden Teil auf inländische Konzerngesellschaften. Im Berichtsjahr wurden inländische Verpflichtungen mit einem Nettoverpflichtungsumfang von 275 T€ gegen Einmalzahlung (Abfindungsvereinbarung) unwiderruflich abgegolten.

Die Zusammensetzung der Aufwendungen aus Pensionsverpflichtungen in Höhe von 11 T€ (Vorjahr: 30 T€) stellt sich wie folgt dar:

€ in Tausend 2021 2020
Dienstaufwand der Periode -8 -24
Zinsaufwand -8 -7
Zinsertrag auf das Planvermögen 5 1
Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen -11 -30

Aus der Abfindung gegen Einmalzahlung ist SCIO ein Ertrag 73 T€ entstanden, der in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst ist.

Die Überleitungen des Barwertes leistungsorientierter Verpflichtungen und der beizulegenden Zeitwerte des Planvermögens sowie deren Saldo stellen sich wie folgt dar:

€ in Tausend Barwert der Verpflichtung Beizulegender Zeitwert des Planvermögens Gesamt
Stand 1. Januar 2021 909 -414 495
Abfindung -348 73 -275
Pensionszahlung -94 70 -24
Dienstzeitaufwand der Periode 8 8
Zinsaufwand / Zinsertrag 8 -5 3
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste -72 5 -67
Stand 31. Dezember 2021 411 -271 140
€ in Tausend Barwert der Verpflichtung Beizulegender Zeitwert des Planvermögens Gesamt
Stand 1. Januar 2020 474 -74 400
Akquisitionsbedingte Zugänge 362 -193 169
Umgliederung - -146 -146
Dienstzeitaufwand der Periode 24 - 24
Zinsaufwand / Zinsertrag 7 -1 6
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste 42 - 42
Stand 31. Dezember 2020 909 -414 495

Die Versicherungsmathematischen Gewinne / Verluste bestehen im Wesentlichen aus Änderungen der finanziellen Annahmen.

Die erwarteten Beiträge in das Planvermögen in 2022 betragen 0 T€ (Vorjahr: 0 T€ für 2021). Die erwarteten Rentenzahlungen in 2022, die aus dem Planvermögen vorgenommen werden, betragen 12 T€ (Vorjahr erwartete Rentenzahlungen in 2021 16 T€).

Für beitragsorientierte Versorgungspläne (Beiträge zur Rentenversicherung) wurde im Geschäftsjahr 2021 ein Arbeitgeberanteil von 354 T€ (GuV Aufwand) (Vorjahr: 383 T€) aufgewendet.

Die Sensitivitäten der Gesamtpensionsverpflichtung auf Änderungen in den gewichteten Hauptannahmen betragen zum 31. Dezember 2021:

Auswirkungen auf die Verpflichtung

Veränderung der Annahme Erhöhung der Annahme Verminderung der Annahme
Rechnungszins 0,50% Verminderung um 11,2% Erhöhung um 12,9%
Rententrend - - -
Lebenserwartung - - -

Die Sensitivitäten der Gesamtpensionsverpflichtung auf Änderungen in den gewichteten Hauptannahmen betragen zum 31. Dezember 2020:

Auswirkungen auf die Verpflichtung

Veränderung der Annahme Erhöhung der Annahme Verminderung der Annahme
Rechnungszins 0,50% Verminderung um 8,82% Erhöhung um 9,60 %
Rententrend - - -
Lebenserwartung - - -

Die vorstehende Sensitivitätsanalyse basiert auf der Änderung einer Annahme, während alle anderen Annahmen konstant gehalten werden. Es ist unwahrscheinlich, dass sich dieses in der Realität ereignet und Veränderungen in einigen Annahmen könnten korrelieren. Bei der Berechnung der Sensitivität der leistungsorientierten Verpflichtung zu versicherungsmathematischen Annahmen wurde dieselbe Methode verwendet, mit der Pensionsrückstellungen in der Bilanz ermittelt werden.

Verpflichtungen

€ in Tausend Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit über 1 bis 5 Jahre Restlaufzeit über 5 Jahre Gesamt zum 31.12.2021
Finanzschulden 947 84.874 893 86.714
Vertragsverbindlichkeiten 18.713 - - 18.713
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.510 - - 13.510
Verbindlichkeiten aus Leasing 3.214 6.500 614 10.328
Sonstige Verpflichtungen 21.893 737 - 22.630
Gesamt 58.277 92.111 1.507 151.895
€ in Tausend Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit über 1 bis 5 Jahre Restlaufzeit über 5 Jahre Gesamt zum 31.12.2020
Finanzschulden 1.266 1.519 83.068 85.853
Vertragsverbindlichkeiten 8.660 - - 8.660
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.867 - - 6.867
Verbindlichkeiten aus Leasing 2.960 6.059 1.456 10.475
Sonstige Verpflichtungen 25.924 - 701 26.625
Gesamt 45.677 7.578 85.225 138.480

Finanzschulden bestehen gegenüber institutionellen Kreditgebern sowie gegenüber Kreditinstituten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und gegenüber institutionellen Kreditgebern verzinsten sich im Geschäftsjahr durchschnittlich in einer Bandbreite von 0,15% und 6,75% (Vorjahr: 2,25% - 6,75%).

Überleitung der Bewegungen der Verbindlichkeiten auf die Mittelveränderung aus der Finanzierungstätigkeit

Die folgende Tabelle gibt die Veränderungen der Finanzschulden sowie der Verbindlichkeiten aus Leasing durch zahlungswirksame und nicht zahlungswirksame Veränderungen an.

€ in Tausend 31.12.2020 Nicht zahlungswirksame Veränderungen durch Akquisitionen Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen Zahlungswirksame Veränderungen 31.12.2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten / Finanzschulden 85.853 39 516 306 86.714
Verbindlichkeiten aus Leasing 10.475 331 56 -534 10.328
Gesamt 96.328 370 572 -228 97.042
€ in Tausend 31.12.2019 Nicht zahlungswirksame Veränderungen durch Akquisitionen Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen Zahlungswirksame Veränderungen 31.12.2020
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten / Finanzschulden 55.572 1.927 439 27.915 85.853
Verbindlichkeiten aus Leasing 5.823 2.806 291 1.555 10.475
Gesamt 61.395 4.733 730 29.470 96.328

Die sonstigen Verpflichtungen setzen sich zum 31. Dezember 2021 wie folgt zusammen:

€ in Tausend Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit über 1 bis 5 Jahre Restlaufzeit über 5 Jahre Gesamt zum 31.12.2021
Verbindlichkeiten aus Steuern 5.458 - - 5.458
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 301 - - 301
Verbindlichkeiten aus Lohn- und Gehaltsverrechnungen 620 - - 620
Earn Outs und offene Kaufpreiszahlungen 760 - - 760
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 382 - - 382
Rückstellungen für Urlaubsansprüche 2.305 - - 2.305
Rückstellungen für Überzeiten 2.057 - - 2.057
Rückstellungen für Personalkosten 2.425 - - 2.425
Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten 664 - - 664
Seller Note VESCON Aqua - 737 - 737
Übrige Verpflichtungen 6.921 - - 6.921
Gesamt 21.893 737 - 22.630

Die sonstigen Verpflichtungen setzen sich zum 31. Dezember 2020 wie folgt zusammen:

€ in Tausend Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit über 1 bis 5 Jahre Restlaufzeit über 5 Jahre Gesamt zum 31.12.2020
Verbindlichkeiten aus Steuern 4.092 4.092
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 347 347
Verbindlichkeiten aus Lohn- und Gehaltsverrechnungen 647 647
Earn Outs und offene Kaufpreiszahlungen 4.250 4.250
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 837 837
Rückstellungen für Urlaubsansprüche 2.276 2.276
Rückstellungen für Überzeiten 2.162 2.162
Rückstellungen für Personalkosten 1.811 1.811
Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten 758 758
Seller Note VESCON Aqua - - 701 701
Übrige Verpflichtungen 8.744 8.744
Gesamt 25.924 - 701 26.625

Die übrigen Verpflichtungen enthalten im Wesentlichen ausstehende Rechnungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr.

Sonstige Rückstellungen

€ in Tausend 01.01.2021 Akquisitionsbedingte Zugänge Verbrauch Auflösung
Gewährleistungskosten 540 - -331
Drohverluste 2.603 - -2.476
Aufbewahrungskosten 114 - - -
Gesamt 3.257 - -2.807 -
€ in Tausend Zuführung 31.12.2021
Gewährleistungskosten 7 216
Drohverluste 924 1.051
Aufbewahrungskosten 4 118
Gesamt 935 1.385
€ in Tausend 01.01.2020 Akquisitionsbedingte Zugänge Verbrauch Auflösung
Gewährleistungskosten 129 57
Drohverluste 900 1.618 -1.147
Aufbewahrungskosten - 23
Gesamt 1.030 1.698 -1.147 -
€ in Tausend Zuführung 31.12.2020
Gewährleistungskosten 353 540
Drohverluste 1.232 2.603
Aufbewahrungskosten 91 114
Gesamt 1.676 3.257

Gewährleistungskosten

Rückstellungen für Gewährleistungskosten werden im Einklang mit IAS 1.70 als kurzfristig klassifiziert, da erwartet wird, dass der größte Teil der Kosten in Bezug auf Gewährleistungsansprüche aus Projekten im normalen Geschäftsprozesse anfallen werden.

Drohverlustrückstellungen

SCIO bildet Drohverlustrückstellungen, wenn die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher als der erwartete wirtschaftliche Nutzen aus dem Vertrag sind.

Eventualverpflichtungen

Es bestehen im Geschäftsjahr wie im Vorjahr keine Eventualverpflichtungen.

7. SONSTIGE ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN

In der nachfolgenden Tabelle sind die Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt.

31.12.2021 Bewertung nach IFRS 9
€ in Tausend Buchwert 31.12.2021 Davon im Anwendungsbereich des IFRS 7 Zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL)
Vermögenswerte 59.127 59.127 59.127 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.337 4.337 4.337 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21.445 21.445 21.445 -
Vertragsvermögenswerte 30.183 30.183 30.183 -
Sonstige Vermögenswerte 3.162 3.162 3.162 -
Schulden 133.182 122.854 122.854 -
Finanzschulden 86.714 86.714 86.714 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.510 13.510 13.510 -
Leasingverbindlichkeiten 10.328 - - -
Sonstige Verpflichtungen und Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter 22.630 22.630 22.630 -
31.12.2021 Bewertung nach IFRS 9
€ in Tausend Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVTOCI) Bewertung nach IFRS 16
Vermögenswerte - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - -
Vertragsvermögenswerte - -
Sonstige Vermögenswerte - -
Schulden - 10.328
Finanzschulden - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - -
Leasingverbindlichkeiten - 10.328
Sonstige Verpflichtungen und Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter - -
31.12.2020 Bewertung nach IFRS 9
€ in Tausend Buchwert 31.12.2020 Davon im Anwendungsbereich des IFRS 7 Zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL)
Vermögenswerte 53.165 53.165 53.165 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 8.909 8.909 8.909 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14.794 14.794 14.794 -
Vertragsvermögenswerte 26.281 26.281 26.281 -
Sonstige Vermögenswerte 3.181 3.181 3.181 -
Schulden 129.820 116.722 116.722 -
Finanzschulden 85.853 85.853 85.853 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.867 6.867 6.867 -
Leasingverbindlichkeiten 10.475 - - -
Sonstige Verpflichtungen und Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter 26.625 24.002 24.002 -
31.12.2020 Bewertung nach IFRS 9
€ in Tausend Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVTOCI) Bewertung nach IFRS 16
Vermögenswerte - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - -
Vertragsvermögenswerte - -
Sonstige Vermögenswerte - -
Schulden - 10.475
Finanzschulden - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - -
Leasingverbindlichkeiten - 10.475
Sonstige Verpflichtungen und Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter - -

Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Forderungen stellt sich zum 31. Dezember 2021 und 31. Dezember 2020 wie folgt dar:

€ in Tausend davon: Zum davon: Zum Abschlussstichtag in den folgenden Zeitbändern überfällig
Abschlussstichtag nicht überfällig bis zu 30 Tagen zwischen 31 und 60 Tagen
31.12.2021 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 46.582 4.204 197
31.12.2020 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 38.159 1.662 236
€ in Tausend davon: Zum Abschlussstichtag in den folgenden Zeitbändern überfällig
zwischen 61 und 90 Tagen über 90 Tagen
31.12.2021 8 637
31.12.2020 231 1.088

Das Ausfallrisiko, dem der SCIO Konzern aus seinen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten ausgesetzt ist, hängt maßgeblich von der Bonität des Kunden ab.

Die folgende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die undiskontierten Cashflows der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2021 und zum 31. Dezember 2020 auf die Liquiditätssituation des Unternehmens beeinflussen:

2021
€ in Tausend Buchwert 31.12.2021
Finanzschulden Akquisitionen 83.176
Finanzschulden, sonstige 3.538
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.510
Vertragsverbindlichkeiten 18.713
Verbindlichkeiten aus Leasing 10.328
Sonstige Verbindlichkeiten 22.630
2021 Cashflow 2022 Cashflow 2023 - 2026
€ in Tausend Zinsen Tilgung Zinsen Tilgung
Finanzschulden Akquisitionen 5.869 - 17.879 85.750
Finanzschulden, sonstige 88 947 174 1.698
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 13.510 - -
Vertragsverbindlichkeiten - 18.713 - -
Verbindlichkeiten aus Leasing 209 3.214 610 6.500
Sonstige Verbindlichkeiten - 21.893 210 700
2021 Cashflow nach 2026
€ in Tausend Zinsen Tilgung
Finanzschulden Akquisitionen - -
Finanzschulden, sonstige 22 893
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - -
Vertragsverbindlichkeiten - -
Verbindlichkeiten aus Leasing 577 614
Sonstige Verbindlichkeiten - -
2020
€ in Tausend Buchwert 31.12.2020
Finanzschulden Akquisitionen 80.720
Finanzschulden, sonstige 5.133
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.867
Vertragsverbindlichkeiten 8.660
Verbindlichkeiten aus Leasing 10.475
Sonstige Verbindlichkeiten 26.625
2020 Cashflow 2021 Cashflow 2022 - 2025
€ in Tausend Zinsen Tilgung Zinsen Tilgung
Finanzschulden Akquisitionen 5.732 - 22.942 -
Finanzschulden, sonstige 128 1.266 311 1.519
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 6.867 - -
Vertragsverbindlichkeiten - 8.660 - -
Verbindlichkeiten aus Leasing 443 2.960 946 6.059
Sonstige Verbindlichkeiten - 14.567 - -
2020 Cashflow nach 2025
€ in Tausend Zinsen Tilgung
Finanzschulden Akquisitionen 238 83.750
Finanzschulden, sonstige 59 2.348
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - -
Vertragsverbindlichkeiten - -
Verbindlichkeiten aus Leasing 329 1.456
Sonstige Verbindlichkeiten 210 700

Risikobericht und Risikomanagement werden im Konzernlagebericht (3.2. Chancen- und Risikobericht) erläutert.

8. ERLÄUTERUNGEN DER KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST RECHNUNG

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des SCIO Konzerns in Höhe sind erfasste Erlöse aus Verträgen mit Kunden. Die Erlöse aus Verträgen mit Kunden teilen sich nach geografischen Regionen wie folgt auf.

€ in Tausend 2021 2020
Deutschland 107.152 90.170
Übriges Europa 24.112 23.887
Nordamerika 13.562 3.375
Übriges Amerika 743 629
Asien 2.847 3.150
Rest of World 259 1.474
Gesamt 148.675 122.685

Die Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten des Konzerns haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

€ in Tausend 31.12.2021 31.12.2020
Vertragsvermögenswerte 30.183 26.281
Vertragsverbindlichkeiten 18.713 8.660

Die Umsatzerlöse wurden unabhängig von der geografischen Region überwiegend zeitraumbezogen realisiert.

Andere aktivierte Eigenleistungen

Die anderen aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 5.911 T€ (Vorjahr: 2.703 T€) beinhalten im Wesentlichen aktivierte Entwicklungskosten. Die aktivierten Eigenleistungen resultieren aus der selbsterstellten Software für Engineering-Projekte und aus Entwicklungsprojekten in den Geschäftsbereichen Reinraum-Lager- und Fördertechnik sowie "Smart Transportation Solutions (STS)".

Bzgl. der nach IAS 38 aktivierten Entwicklungskosten sei auf die Anmerkungen bei den immateriellen Vermögenswerten verwiesen.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 6.515 T€ (Vorjahr: 4.548 T€) bestehen neben den als periodenfremd zu bezeichnenden Erträgen aus der Auflösung von Wertberichtigungen und Rückstellungen (1.006 T€; Vorjahr: 1.284 T€) im Wesentlichen aus Forschungsprämien bzw. Entwicklungszuschüssen (652 T€; Vorjahr: 606 T€), Sachbezügen (1.051 T€; Vorjahr 1.193 T€) sowie Versicherungsentschädigungen und Schadensersatzleistungen (281 T€; Vorjahr: 129 T€).

Materialaufwand

Der Materialaufwand teilt sich in Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogenen Waren in Höhe von 46.134 T€ (Vorjahr: 32.508 T€) und Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von 26.129 T€ (Vorjahr: 23.631 T€) auf.

Personalaufwand

Innerhalb des SCIO Konzerns waren im Jahresdurchschnitt 1.063 Mitarbeiter (Vorjahr: 934 Mitarbeiter) inkl. Auszubildenden / Studenten (86; Vorjahr: 75) beschäftigt. Die Mitarbeiter im SCIO Konzern setzten sich im Jahresdurchschnitt sowie zum jeweiligen Geschäftsjahresende wie folgt zusammen:

ø 2021 31.12.2021
Total Headcount (excl. Azubis, Werkstudenten, Praktikanten) 977 1.007
Total Headcount Students (Azubis,Werkstudenten, Praktikanten) 86 83
Total Headcount überlassene Mitarbeiter (ANÜ) 10 8
Langzeitkranke / Ruhende Beschäftigungsverhältnisse 29 25
ø 2020 31.12.2020
Total Headcount (excl. Azubis, Werkstudenten, Praktikanten) 859 999
Total Headcount Students (Azubis, Werkstudenten, Praktikanten) 75 94
Total Headcount überlassene Mitarbeiter (ANÜ) 17 16
Langzeitkranke / Ruhende Beschäftigungsverhältnisse 23 22

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergeben sich wie folgt:

€ in Tausend 2021 2020
Raumkosten 3.484 2.432
Fahrzeugkosten 3.937 3.200
Werbe- und Reisekosten 2.607 2.015
Versicherungen und Beiträge 712 589
Kosten der Warenabgabe und des Vertriebs 395 922
Fortbildungskosten 315 234
Kommunikationskosten 696 494
Rechts- und Beratungskosten 2.454 2.450
Projektbezogene sonstige betriebliche Aufwendungen 23 986
Drohverluste 924 2.346
Aufwendungen aus der Währungsumrechung 355 411
Übrige Aufwendungen 304 4.031
Gesamt 16.206 20.110

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

€ in Tausend 2021 2020
Zinsen und ähnliche Erträge 116 26
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -7.938 -5.768
Finanzergebnis -7.822 -5.742

Den Zinsen und ähnlichen Erträgen in Höhe von 116 T€ (Vorjahr: 26 T€), stehen Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von 7.938 T€ (Vorjahr: 5.768 T€) gegenüber. Hierin enthalten sind Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen in Höhe von 328 T€ (Vorjahr: 368 T€).

9. SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN

Prüfungs- und Beratungsgebühren

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen für Honorare des Konzernabschlussprüfers RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Frankfurt am Main, in Höhe von insgesamt 203 T€ (Vorjahr 225 T€) enthalten. Das Honorar des Konzernabschlussprüfers setzt sich wie folgt zusammen:

€ in Tausend 2021 2020
Abschlussprüfungsleistungen 203 225
Steuerberatungsleistungen -
Andere Bestätigungsleistungen -
Gesamt 203 225

Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Unternehmen oder Personen im Sinne des IAS 24 - Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen - kommen grundsätzlich die Mitglieder des Beirates der SCIO Automation Holding GmbH sowie die Unternehmen des SCIO Konzerns in Betracht.

Die oberste beherrschende Gesellschaft des SCIO Konzerns ist die Luxembourg Gate S.ä.r.l., Luxemburg.

Erwerb von Anteilen durch Mitglieder des Managementteams und des Beirats

In 2019 wurde ein Managementbeteiligungsprogramm an der SCIO Automation Holding GmbH über die Automation Managementbeteiligungs GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, aufgelegt, welches weiter fortgeführt wird. Die Teilnehmer an dem Programm haben ihre Anteile sämtlich zum Zeitwert erworben. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes erfolgte im Zeitpunkt der Zusage auf Basis einer Unternehmensbewertung nach dem "Discounted Cash-Flow-Verfahren", die auch der Kaufpreisermittlung zugrunde gelegen hat. Die Einlagen der Personen in Schlüsselpositionen sowie der Mitglieder des Beirats in die Automation Managementbeteiligungs GmbH & Co. KG sowie die Automation Managementbeteiligungs GmbH erfolgten somit zu den gleichen Konditionen, wie sie von dem Hauptgesellschafter bei den Transaktionen gezahlt wurden. Bei dieser Beteiligung handelt es sich nicht um ein risikoloses Optionsmodell zur Motivation von Führungskräften, sondern um eine risikobehaftete Beteiligung, die nur im Falle eines sogenannten Exits der Investoren eine positive Rendite tragen kann.

Geschäftsführervergütung

Geschäftsführer der SCIO Automation Holding GmbH waren im Geschäftsjahr 2021 unverändert Herr Michael Goepfarth und Herr Sergej Kristal. Die Gesamtvergütung 2021 beläuft sich auf 679 T€ (Vorjahr: 613 T€).

Beiratsvergütung

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Beirats betrugen für das Geschäftsjahr 2021 90 T€ (Vorjahr: 72 T€).

Folgende Personen sind in den Beirat berufen:

Herr Jörg Mugrauer (Vorsitzender)

Herr Thomas Bauernhansl

Herr Bernd Eckel

Herr Bernd Stütz

Herr Dr. Klaus Schmitte

Herr Peter Bürger

Herr Ewald Schiller

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Russland-Ukraine-Krieg - Seit Ende Februar 2022 führt Russland Krieg gegen die Ukraine ("Russland-Ukraine-Krieg"). Die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs stellen ein wertbegründendes Ereignis dar und haben daher keine Auswirkungen auf Ansatz und Bewertung der Vermögenswerte und Schulden zum Abschlussstichtag. Derzeit betreibt SCIO selbst keine wesentlichen laufenden Geschäftsaktivitäten in Russland oder der Ukraine noch werden in diesen Ländern wesentliche Vermögenswerte gehalten. Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage im Jahr 2022 können zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der volatilen geopolitischen Lage können die Auswirkungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht quantifiziert werden. Dies beinhaltet ebenfalls etwaige mittelbare Konsequenzen.

Die für SCIO infolge des Russland-Ukraine-Kriegs erhöhten Risiken sind im Risiko- und Chancenbericht des Konzernlageberichts beschrieben. Die Risiken aus dem Russland-Ukraine-Krieg werden fortlaufend überwacht; mögliche Szenarien werden laufend an die aktuelle geopolitische Lage angepasst und analysiert.

Weitere berichtspflichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag lagen nicht vor.

 

Frankenthal, den 14. April 2022

SCIO Automation Holding GmbH

Michael Goepfarth

Sergej Kristal

"BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die SCIO Automation Holding GmbH:

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der SCIO Automation Holding GmbH und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der SCIO Automation Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut für Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EUR anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter -falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

 

Frankfurt am Main, den 14. April 2022

RSM GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

S. Varughese, Wirtschaftsprüfer

A. Kramer, Wirtschaftsprüfer

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