Stammdaten

Register
Amtsgericht Düsseldorf HRB 81203
Eingetragen
9.4.1992
Branche
Großhandel mit chemischen ErzeugnissenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von kosmetischen Erzeugnissen, Körperpflegemitteln, Putz- und ReinigungsmittelnTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Brennstoffen, Erzen, Metallen und technischen Chemikalien
Gegenstand
Der sichere und umweltgerechte Handel und Vertrieb einschließlich Rücknahme und Aufarbeitung von chemischen Erzeugnissen. Dazu gehören insbesondere halogenhaltige und halogenfreie Lösemittel, der Handel mit Erzuegnissen aller Art, die für den Vertrieb und die Vermarktung dieser Stoffe dienlich sind, ihr Im- und Export, die Übernahme der in diesem Rahmen anfallenden Dienstleistungen, die Tätigkeit als Handelsvertreter oder Kommissionär in dem vorgenannten Geschäftsbereich sowie die Vornahme aller Geschäfte, die hiermit in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Marco Codognola
seit 29.4.2024
Geschäftsführer
Manfred Josef Holzleg
seit 31.7.2017
Geschäftsführer
Steffen Säcker
seit 31.7.2017
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
ITELYUM PURIFICATION S.P.A.ITA
90.19%
9.81%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Sparrow Bidco GmbH
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

SAFECHEM Europe GmbH

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

I. Grundlagen des Unternehmens

Geschäftsmodell

Hauptgeschäftsgegenstand der SAFECHEM Europe GmbH (nachfolgend auch kurz: SAFECHEM) ist die Kreislaufführung und Vermarktung von recyclingfähigen chemischen Erzeugnissen für einen sicheren und umweltfreundlichen Einsatz in den Marktsegmenten "Me- talloberflächenreinigung", "Textilreinigung" und "Asphaltanalytik". Die Kreislaufführung erfolgt hierbei bevorzugt in Sicherheitsgebinden unter der Markenbezeichnung SAFE-TAINERTM. Werksfrisches Markenlösemittel wird im SAFE-TAINERTM für Frischware geliefert und die Alt- ware wird im SAFE-TAINERTM für Altware zur anschließenden Entsorgung bzw. Wiederver- wertung zurückgenommen.

SAFECHEM erzielt den überwiegenden Anteil des Umsatzes mit der Vermarktung von chlo- rierten und nichtchlorierten Lösemitteln im geschlossenen Kreislauf durch Belieferung und Rücknahme im Sicherheitsgebinde, dem SAFE-TAINERTM System. Daneben vertreibt SAFECHEM ein umfangreiches Serviceangebot für ganzheitliche Lösungen.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Geschäftsjahr 2023 war zu Beginn von einem hohen Preisniveau für Rohstoffe und Ener- gie geprägt. Auch der andauernde russische Angriffskrieg in der Ukraine sowie die Angst vor einer Rezession beeinflussten die wirtschaftliche Entwicklung. Die Verfügbarkeit von Vorpro- dukten hat sich verbessert, jedoch blieb das Zinsniveau hoch und bremste die Wirtschaftsleistung und Investitionsbereitschaft. Im Laufe des Jahres sanken die Preise für Rohstoffe gegenüber dem Vorjahr deutlich und es kam zu Preissenkungen auch auf den Absatzmärkten. Wäh- rend die EU-Wirtschaft im Jahr 2023 lediglich um 0,4 % stieg, sanken die Umsätze des deutschen Chemiehandels im Vergleich zum Vorjahr um rd. 18,0 %, obwohl die Gesamttonnage um 5,0 % stieg. Bei der für SAFECHEM relevanten Produktgruppe der Lösemittel war der Mengenabsatz der Chemiehandel-Branche um 2,5 % im Vergleich zum Vorjahr rückläufig.

Einkaufsseitig werden sowohl Lösemittel und andere Chemikalien als auch Bestandteile des SAFE-TAINERTM Systems sowie Zubehör- und Ersatzteile bezogen. Sämtliche der genannten Einkaufsprodukte unterliegen den aktuellen Entwicklungen auf den globalen Rohstoffmärkten.

Der Absatz der Chemiehandel-Branche unterliegt zum größten Teil den aktuellen Entwicklungen der metallverarbeitenden Industrie aus dem Automobilsektor, dem Luftfahrtsektor und dem Werkzeugmaschinenbau. So stieg die PKW-Produktion in Deutschland im Jahr 2023 um 18,0 % gegenüber dem Vorjahr. Auch die Nachfrage anderer Industrien wie Medizintechnik, Uhren- und Schmuckindustrie oder Textilreinigung haben einen - wenn auch geringeren - Einfluss auf den Absatz.

Insgesamt sorgten die Verknappung von Rohstoffen und die Schwierigkeiten in den Lieferket- ten in der Vergangenheit für steigende Preise, förderten alternative Lösungen und veränderten Markt- und Branchenstrukturen.

2. Investitionen

Im Jahr 2023 wurde weiterhin das Geschäft in Großbritannien über die in 2020 gegründete SAFECHEM Chemical Product Services Ltd., London/Großbritannien, (nachfolgend kurz: SAFECHEM UK) abgewickelt. Damit hat SAFECHEM den Entwicklungen im Zusammenhang mit dem BREXIT Rechnung getragen und kann mit einer eigenen Niederlassung in London/Großbritannien an allen vorteilhaften Regelungen, die nur einheimischen Unternehmen vorbehalten sind, partizipieren.

Zudem wurde das bestehende Geschäft in den USA im Jahr 2023 durch die im Dezember 2021 gegründete SAFECHEM North America Inc., New York/USA, (nachfolgend kurz: SAFECHEM USA) intensiviert und ausgebaut.

Zur weiteren Expansion der Unternehmensgruppe in Nordamerika wurde im November 2022 die SAFECHEM de México S.R.L. de C.V., Mexiko-Stadt/Mexiko, gegründet. Hier beschäftigt SAFECHEM einen erfahrenen Mitarbeiter, der den Absatz der SAFECHEM Produkte und Dienstleistungen zusammen mit lokalen Distributoren aufbaut. Ziel ist insbesondere die hier ansässige Automobilindustrie für Nordamerika.

Im Geschäftsjahr 2023 wurden Sachanlageinvestitionen in ein Entwicklungsprojekt für digitale Services vorgenommen.

3. Beschaffung

Dem angekündigten Produktionsende von Trichlorethylen bei einem der Hauptlieferanten bis Ende des Jahres 2021 begegnete SAFECHEM mit neuen Lieferverträgen und der Anmietung von Lagerkapazitäten bis über das Jahr 2022 hinaus, so dass die Versorgungssicherheit der Kunden gewährleistet bleibt. Darüber hinaus hat SAFECHEM im Rahmen des OLIN Asset Deals unter anderem die Registrierung und relevante Zulassungen des unter REACH gesetz- lich reglementierten Trichlorethylen erworben und vertreibt dieses Produkt seit 2022 eigenständig.

4. Lage

a) Ertragslage

TEUR 2023 2022 Veränderung
Rohergebnis 15.649 14.845 804
- Personalaufwand 3.433 3.008 425
- Abschreibungen 406 382 24
- sonstige betriebliche Aufwendungen 5.138 4.523 615
Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung) 6.672 6.932 -260

Das Rohergebnis1 hat sich um insgesamt TEUR 804 (+5,4 %) auf TEUR 15.649 verbessert. Auf diese Verbesserung haben sich die folgenden, zum Teil gegenläufigen Faktoren ausge- wirkt:

Die Umsatzerlöse sind im Geschäftsjahr 2023 leicht um 1,1 % gesunken. Dies ist auf die rückläufige Nachfrage nach chlorierten Lösemitteln im Bereich der Metallreinigung zurückzuführen. Demgegenüber konnten die Absatzpreise an die Endkunden auf dem im Jahre 2022 erreichten, höheren Niveau gehalten werden, während die Beschaffungspreise für Rohstoffe im Laufe des Jahres 2023 weiter gesunken sind. Insgesamt hat sich der Materialaufwand um 5,4 % (und damit überproportional zur Umsatzentwicklung) verringert, so dass sich das Roher- gebnis um 5,4 % und entsprechend die Bruttomarge2 von 42,4 % in 2022 auf 45,2 % erhöht haben.

Die von TEUR 108 auf TEUR 223 gestiegenen sonstigen betrieblichen Erträge sind insbesondere auf die höheren Erträge aus der Auflösung von nicht mehr benötigten sonstigen Rückstellungen zurückzuführen.

Der Personalaufwand ist bei einer im Vorjahresvergleich nahezu konstanten durchschnittlichen Arbeitnehmeranzahl von 33 (Vorjahr: 32) um TEUR 425 (+14,1 %) auf insgesamt TEUR 3.433 gestiegen. Der Anstieg des Personalaufwands resultiert insbesondere aus den getätigten Einmalzahlungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um TEUR 615 (+13,6 %) auf TEUR 5.138 stark gestiegen. Dies resultiert im Wesentlichen sowohl aus den um TEUR 508 höheren Aufwendungen für Gewährleistungen im Zusammenhang mit einer präventiven Produktwarnung für das Textilreinigungsprodukt SENSENETM als auch aus den nach der vollständigen Aufhe- bung der coronabedingten Maßnahmenbeschränkungen um TEUR 107 gestiegenen Reise- und Bewirtungskosten.

In Folge der vorgenannten Entwicklungen ist das Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung) um TEUR 260 (-3,8 %) auf TEUR 6.672 gesunken.

b) Vermögens- und Finanzlage

Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme der Gesellschaft ist um TEUR 1.251 (-11,2 %) auf TEUR 9.917 gesunken. Bei unverändertem Eigenkapital hat sich die Eigenkapitalquote entsprechend von 17,4 % im Vorjahr auf 19,6 % in 2023 erhöht.

Folgende Effekte haben im Wesentlichen zu dieser Entwicklung beigetragen:

Die immateriellen Vermögensgegenstände bewegen sich hauptsächlich abschreibungsbe- dingt unter dem Vorjahresniveau. Die Zugänge zu den immateriellen Vermögensgegenständen wurden im Geschäftsjahr 2023 durch Abschreibungen überkompensiert, sodass die im- materiellen Vermögensgegenstände um TEUR 288 auf TEUR 1.350 gesunken sind.

Die um TEUR 719 auf TEUR 807 gesunkenen Vorräte haben den rückläufigen Trend der Bilanzsumme weiter verstärkt. Neben gesunkenen Beschaffungspreisen für Rohstoffe hat insbesondere folgender Sachverhalt zur Verringerung beigetragen: Zum 31. Dezember 2021 wurden wegen der Stilllegung der Produktion beim bisherigen Lieferanten große Mengen des Pro- dukts Trichlorethylen auf Lager genommen. Die Restbestände aus der damaligen Bevorratung wurden im Geschäftsjahr 2023 durch Verkäufe vollständig abgebaut.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich um TEUR 831 auf TEUR 2.823 verringert. Diese Entwicklung resultiert aus den im Vorjahresvergleich gesunkenen Umsätzen vor dem Bilanzstichtag.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betragen zum Stichtag TEUR 1.453 und liegen damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres von TEUR 882. Die Verbundforderungen entfallen wie im Vorjahr zum größten Teil (TEUR 974; Vorjahr: TEUR 840) auf die SAFECHEM UK, die von SAFECHEM größere Mengen für den Absatz in Großbritannien bezogen hat, sowie auf die SAFECHEM USA (TEUR 327; Vorjahr: TEUR 42). Hinzu kommen die im Geschäftsjahr 2023 erstmalig begründeten Lieferforderungen gegen die SAFECHEM Mexíco in Höhe von TEUR 152 (Vorjahr: TEUR 0), die in 2023 ihren operativen Geschäftsbetrieb aufgenommen hat.

Die um TEUR 229 gestiegenen sonstigen Rückstellungen betreffen insbesondere die höheren Rückstellungen für Gewährleistungen (TEUR + 508) im Zusammenhang mit einer präventiven Produktwarnung für das Textilreinigungsprodukt SENSENETM. Gegenläufig sind umsatzbe- dingt die sonstigen Rückstellungen für die Entsorgungskosten (TEUR - 98), für ausstehende Rechnungen (TEUR - 86) sowie für die Frachtkosten (TEUR - 40) gesunken. Auch die sonstigen Rückstellungen für Tantiemen verzeichnen einen Rückgang um TEUR 65.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind im Saldo um TEUR 1.581 auf TEUR 4.779 gesunken und beinhalten im Wesentlichen die Gewinnabführungsverpflich- tungen gegenüber der Gesellschafterin, der Sparrow Bidco GmbH, Düsseldorf (TEUR 6.672, Vorjahr: TEUR 6.932), die mit den (im Vergleich zum Vorjahresstichtag um TEUR 1.348 gestiegenen) Forderungen gegen die Gesellschafterin verrechnet wurden. Der Anstieg der verrechneten Forderungen gegen die Gesellschafterin ergibt sich im Wesentlichen aus üblichen stichtagsbedingten Schwankungen des Abrechnungskontos.

Liquidität

Die Finanzlage der Gesellschaft lässt sich anhand einer Kapitalflussrechnung wie folgt darstellen:

2023
TEUR
2022
TEUR
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 7.061 8.047
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -6.932 -7.442
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -103 -241
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 26 364
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 1.263 899
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 1.289 1.263

Der Finanzmittelfonds besteht wie im Vorjahr aus dem Kassenbestand und dem Guthaben bei Kreditinstituten.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrifft die Zahlungsmittelabflüsse im Zuge der Gewinnabführung des Vorjahres.

Die in 2023 erfolgten Zahlungsmittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit stehen überwiegend im Zusammenhang mit einem Entwicklungsprojekt für digitale Services.

5. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

a) Finanzielle Leistungsindikatoren

Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren der Gesellschaft sind wie im Vorjahr das Rohergebnis und das Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung). Zur Entwicklung der beiden Leistungsindikatoren im Vergleich zum Vorjahr verweisen wir auf die Ausführungen zur Ertragslage im vorstehenden Abschnitt.

Die Entwicklung des Rohergebnisses liegt mit 5,4 % über dem Vorjahr. Für das Geschäftsjahr 2023 hatte das Management mit einem bis zu 2,0 % höheren Rohergebnis als im Geschäftsjahr 2022 gerechnet. Es ist dem Management in 2023 jedoch besser als erwartet gelungen, trotz fallender Rohstoffpreise die Verkaufspreise auf dem höheren Niveau zu halten.

Das Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung) in 2023 liegt bei TEUR 6.672. Der Rückgang zu 2022 beträgt damit 3,8 %. Der Plan sah das Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung) im Vergleich zu 2022 bei +2,0 %. Grund für die Nichterfüllung der Vorgabe für das Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung) sind ungeplante sonstige betriebliche Aufwendungen aus der Zuführung zu der Gewährleistungsrückstellung im Zusammenhang mit einer präventiven Produkt- warnung für das Textilreinigungsprodukt SENSENETM in Höhe von TEUR 508. Bereinigt um diese einmaligen, ungeplanten Kosten liegt das Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung) bei TEUR 7.180 (+3,6 % über dem Vorjahr) und übertrifft damit das ursprünglich prognostizierte Wachstum von 2,0 %.

b) Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Den folgenden nichtfinanziellen Leistungsindikatoren wird von der Geschäftsführung eine hohe Priorität beigemessen, sie werden jedoch nicht unmittelbar zur Unternehmenssteuerung eingesetzt:

Personal- und Sozialbereich

Die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter ist für uns unabdingbare Voraussetzung zur Erreichung unserer Ziele. Schwerpunkte lagen im Bereich Marketing/Vertrieb und Technischer Service.

Umweltschutz

Der verantwortungsbewusste Umgang mit unserer Umwelt ist für uns selbstverständlich. So werden Prozessabläufe in unserem Unternehmen permanent angepasst und unter Umweltschutzaspekten weiterentwickelt.

Im Dezember 2022 hat SAFECHEM gemeinsam mit einem externen Berater erstmals den CO2-Fußabdruck in Anlehnung an ISO 14064-1 ermittelt. Der Bericht enthält die Scope 1-, Scope 2-, und Scope 3-Emissionen. Um den Klimaschutz zu unterstützen, hat sich SAFECHEM in Zusammenarbeit mit Stadtwerke München GmbH verpflichtet, im Jahr 2023 freiwillig 90 Tonnen unvermeidbare CO2-Emissionen durch die Unterstützung von Gold Stan- dard-zertifizierten, internationalen Klimaschutzprojekten auszugleichen. Mit diesem Engagement konnte SAFECHEM im Jahr 2023 für Scope 1- und 2-Emissionen klimaneutral arbeiten - weit vor den gesetzlichen Vorgaben der EU zur Klimaneutralität in Scope 1 und 2 ab 2030.

III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Prognosebericht

Ausblick auf die zukünftige Geschäftsentwicklung bei SAFECHEM

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2024 zeichnet sich ein Ende weiterer Preissenkungen bei Rohstoffen ab. In einigen Bereichen werden Preissenkungen wieder zurückgenommen, was sich möglicherweise negativ auf die Margen auswirken kann. Die Unsicherheiten aus dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine haben etwas abgenommen, die hohen Energiekosten sorgen weiterhin für Nervosität und beschleunigen die Entwicklung energiesparender Technologien.

In China hat sich die Lieferkettenproblematik weiter entschärft. Auf unsere Lieferungen an Kunden und den Absatz im laufenden Jahr 2024 sollte sich diese Entwicklung positiv auswirken.

Insgesamt ist für 2024 mit einem bis zu 1,5 % höheren Rohergebnis als im Geschäftsjahr 2023 zu rechnen. Positiv wirken sich die an die Endkunden weitergegebenen Verkaufspreissteige- rungen aus, wobei die Verkaufsmengen u.a. aufgrund der Markttendenz leicht reduziert sind. Vor dem Hintergrund des Wegfalls der für die Ertragslage im Geschäftsjahr 2023 belastenden Zuführung zu der Gewährleistungsrückstellung in Höhe von TEUR 508 und der Rechts- und Beratungskosten im Vorfeld des Eigentümerwechsels wird ein um 10,0 % bis 12,0 % höheres Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung) für 2024 budgetiert.

Eigentümerwechsel bei der Sparrow Bidco GmbH

Zu Beginn des Geschäftsjahre 2024 hat die italienische Itelyum Group die Geschäftsanteile an unserer Gesellschafterin, der Sparrow Bidco GmbH, erworben (siehe die Ausführungen im Anhang unter Abschnitt "9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag").

Mit Sitz in Lodi, in der Nähe von Mailand, und einem Umsatz von rund Mio. EUR 600 hat sich Itelyum auf das Recycling komplexer Chemikalienströme und Abfälle spezialisiert. In den letzten 60 Jahren hat das Unternehmen in Italien eine führende Position bei der Aufbereitung von Altöl und Lösemitteln sowie der Entsorgung und Wiederverwertung von Industrieabfällen durch die erfolgreiche Umsetzung einer "One-Stop-Shop"-Strategie erreicht, die auf der Kreislaufwirtschaft basiert.

Innerhalb der Itelyum Group wird SAFECHEM weiterhin als eigenständige Einheit agieren und operative Autonomie bewahren. Wir erwarten, dass SAFECHEM zukünftig von den Ressour- cen und Fähigkeiten von Itelyum profitiert, um insbesondere neue Geschäftsfelder zu bedienen.

Mit ersten messbaren Auswirkungen auf das Geschäft von SAFECHEM ist vor 2025 nicht zu rechnen.

2. Risikobericht

Für alle bekannten Risiken wurden unter Berücksichtigung ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit in ausreichendem Umfang Rückstellungen gebildet. Hervorzuheben ist, dass die identifizierten Risiken weder einzeln noch in Wechselwirkung mit anderen Risiken bestandsgefährdende Auswirkungen auf die Gesellschaft als Ganzes haben.

Um mögliche Risiken zu reduzieren, verfügt SAFECHEM über standardisierte IT-Infrastruk- turen und Anwendungen, Back-up-Systeme, Viren- und Zugangsschutz sowie Verschlüsse- lungssysteme. Risikomanagement erfolgt dabei über einheitliche Regeln bei Organisation und Anwendung sowie durch ein darauf aufbauendes internes Kontrollsystem.

Risiken aus möglichen Rechts- oder Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme, rechtliche Schulungsmaßnahmen und ein zentrales Vertragsmanagement.

SAFECHEM hat im Oktober 2018 das Audit zur EN ISO 9001 und 14001 erfolgreich absolviert und die Zertifizierung mit einer Gültigkeit bis November 2024 erhalten. Im September 2022 sowie im September 2023 wurde die Zertifizierung jeweils durch ein Überwachungsaudit überprüft, und es wurde empfohlen, die Zertifizierung aufrecht zu erhalten. Damit wurden die bereits eingeführten Prozesse und Kontrollen bestätigt und weiter verbessert. Die Zertifizierung wird jährlich durch eine externe Gesellschaft überprüft und umfasst alle Geschäftsbereiche.

Auf der Beschaffungsseite vermindern wir das Preisrisiko dadurch, dass der größte Anteil der Waren durch langfristige Lieferverträge abgesichert wird. Im Absatzbereich ist das Risiko fallender Preise gering, da SAFECHEM mit seinen qualitativ hochwertigen und serviceorientier- ten Produkten immer bestrebt ist, ein Alleinstellungsmerkmal zu erzielen.

Risiken konjunktureller Nachfrageschwankungen verringern wir durch gezielte Ausweitung unseres Service-Geschäfts. Unsere Service-Elemente ermöglichen dem Kunden eine Optimierung seines Prozesses und bieten somit eine ökonomische Reinigungslösung für die Zukunft.

Zudem verringern wir die Risiken aus den Nachfrageschwankungen durch Diversifizierung. Die Produkte der DOWCLENETM-Linie trugen im Jahr 2023 erneut einen deutlichen Anteil zum Wachstum der Bruttomarge bei, insbesondere durch die neuen Produkte für die Optik-Industrie sowie durch die neue MAXISTAB S-Serie konnte neues Geschäft gewonnen werden.

Potenzielle Liquiditätsrisiken aus Schwankungen der Zahlungsströme erkennen wir frühzeitig im Rahmen unserer Liquiditätsplanung. Die derzeit erhöhten Unsicherheiten berücksichtigen wir durch zusätzliche Risikoszenarien sowie kurzfristige Aktualisierung unserer Liquiditäts- planung, um bei Bedarf umgehend entsprechende Maßnahmen einleiten zu können. Ausfall- risiken für den Forderungsbestand reduzieren wir, indem die Bonität und das Zahlungs- verhalten der Kunden ständig überwacht und entsprechende Kreditlimits festgelegt werden.

Debt Covenants

Zur Besicherung des Bankenkreditvertrags der Gesellschafterin, der Sparrow Bidco GmbH, wurden seitens SAFECHEM umfangreiche Sicherheiten bestellt. Der Kreditvertrag sah bestimmte finanzielle Zielgrößen auf der konsolidierten Ebene der Sparrow Bidco GmbH (sog. Debt Covenants) vor. Insbesondere mit Rückblick auf den am 24. Februar 2022 begonnenen Ukraine-Krieg lag im Geschäftsjahr 2023 auf der Einhaltung und der Überwachung der Debt Covenants ein starker Fokus, um frühzeitig Planabweichungen und -verfehlungen zu erkennen und ggf. zu reagieren. Alle Debt Covenants wurden im Geschäftsjahr 2023 eingehalten. Mit dem Pay-Off Letter vom 30. Januar 2024 wurden im Zuge des Eigentümerwechsels die Verbindlichkeiten der Sparrow Bidco GmbH gegenüber den Kreditinstituten vorzeitig abgelöst. Dabei hat die neue Gesellschafterin der Sparrow Bidco GmbH, die Green BidCo GmbH, Düs- seldorf, im Namen und auf Rechnung der Sparrow Bidco GmbH TEUR 8.872 getilgt. Der ver- bleibende Darlehenssaldo von TEUR 2.200 wurde von der Sparrow Bidco GmbH zurückgeführt. Die Debt Covenants sind somit entfallen.

Gewährleistungsrisiko SENSENETM

Anfang März 2024 hat SAFECHEM eine präventive Produktwarnung herausgegeben, mit der unser Textilreinigungsprodukt SENSENETM vorsorglich als brennbar klassifiziert wurde, da ein Flammpunkt >60°C mit der ursprünglichen Formulierung nicht mehr sicher eingehalten werden kann. Der Grund dafür liegt in der Flammpunktveränderung einer seit jeher unverändert eingesetzten Einzelkomponente, auf die wir von Produzentenseite nicht hingewiesen wurden. Als Folge können Reinigungsanlagen ggf. nicht weiter betrieben werden, falls diese nicht für brennbare Produkte (Flammpunkt 60°C) zugelassen sind.

Die ersten Reinigungsanlagen wurden inzwischen von Herstellerseite bereits verbindlich für SENSENETM mit Flammpunkt 58°C freigegeben und können somit auch mit neu klassifizier- tem SENSENETM weiter betrieben werden.

Parallel arbeiten wir mit Hochdruck, beschleunigtem Verfahren und guten Fortschritten im Entwicklungslabor sowie in Abstimmung mit Rohmateriallieferanten und Anlagenherstellern an einer neuen SENSENETM Formulierung, die zeitnah verfügbar sein soll und dann wieder als nicht brennbar klassifiziert werden kann.

Wir haben die Risiken und Eintrittswahrscheinlichkeiten der Schadensfälle im Rahmen einer Szenarioanalyse bewertet. Vor diesem Hintergrund wurde in den Büchern der SAFECHEM Europe GmbH eine Rückstellung für Gewährleistungen in Höhe von TEUR 508 zum Stichtag gebildet (siehe die Erläuterungen im Anhang unter Abschnitt "9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag").

Debt Covenants

Zur Besicherung des Bankenkreditvertrags der Gesellschafterin, der Sparrow Bidco GmbH, wurden seitens SAFECHEM umfangreiche Sicherheiten bestellt. Der Kreditvertrag sah bestimmte finanzielle Zielgrößen auf der konsolidierten Ebene der Sparrow Bidco GmbH (sog. Debt Covenants) vor. Insbesondere mit Rückblick auf den am 24. Februar 2022 begonnenen Ukraine-Krieg lag im Geschäftsjahr 2023 auf der Einhaltung und der Überwachung der Debt Covenants ein starker Fokus, um frühzeitig Planabweichungen und -verfehlungen zu erkennen und ggf. zu reagieren. Alle Debt Covenants wurden im Geschäftsjahr 2023 eingehalten. Mit dem Pay-Off Letter vom 30. Januar 2024 wurden im Zuge des Eigentümerwechsels die Verbindlichkeiten der Sparrow Bidco GmbH gegenüber den Kreditinstituten vorzeitig abgelöst. Dabei hat die neue Gesellschafterin der Sparrow Bidco GmbH, die Green BidCo GmbH, Düs- seldorf, im Namen und auf Rechnung der Sparrow Bidco GmbH TEUR 8.872 getilgt. Der ver- bleibende Darlehenssaldo von TEUR 2.200 wurde von der Sparrow Bidco GmbH zurückgeführt. Die Debt Covenants sind somit entfallen.

Gewährleistungsrisiko SENSENETM

Anfang März 2024 hat SAFECHEM eine präventive Produktwarnung herausgegeben, mit der unser Textilreinigungsprodukt SENSENETM vorsorglich als brennbar klassifiziert wurde, da ein Flammpunkt >60°C mit der ursprünglichen Formulierung nicht mehr sicher eingehalten werden kann. Der Grund dafür liegt in der Flammpunktveränderung einer seit jeher unverändert eingesetzten Einzelkomponente, auf die wir von Produzentenseite nicht hingewiesen wurden. Als Folge können Reinigungsanlagen ggf. nicht weiter betrieben werden, falls diese nicht für brennbare Produkte (Flammpunkt 60°C) zugelassen sind.

Die ersten Reinigungsanlagen wurden inzwischen von Herstellerseite bereits verbindlich für SENSENETM mit Flammpunkt 58°C freigegeben und können somit auch mit neu klassifizier- tem SENSENETM weiter betrieben werden.

Parallel arbeiten wir mit Hochdruck, beschleunigtem Verfahren und guten Fortschritten im Entwicklungslabor sowie in Abstimmung mit Rohmateriallieferanten und Anlagenherstellern an einer neuen SENSENETM Formulierung, die zeitnah verfügbar sein soll und dann wieder als nicht brennbar klassifiziert werden kann.

Wir haben die Risiken und Eintrittswahrscheinlichkeiten der Schadensfälle im Rahmen einer Szenarioanalyse bewertet. Vor diesem Hintergrund wurde in den Büchern der SAFECHEM Europe GmbH eine Rückstellung für Gewährleistungen in Höhe von TEUR 508 zum Stichtag gebildet (siehe die Erläuterungen im Anhang unter Abschnitt "9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag").

Die gesetzliche Verschärfung von Umweltbestimmungen auf europäischer Ebene und das sich ausbreitende Bewusstsein für Responsible Care® unterstützen unsere europäische Geschäftsinitiative. Der Aufnahme von Trichlorethylen in den Anhang XIV der REACH-Verordnung ("Autorisierungsliste") tragen wir durch intensive Kundenkommunikation, Bera- tung bei der Analyse von Alternativen sowie durch die erfolgte Einreichung der Zulassungsan- träge für bestimmte Anwendungen Rechnung. Die nachfolgende Tabelle zeigt die von der Eu- ropäischen Kommission erteilten und aktuell gültigen Zulassungen und deren Laufzeiten.

Zulassungsnummer Zugelassene Verwendungen Zugelassene Verwendungen
REACH/22/31/0/R1 Industrial use as process chemical (enclosed systems) in alcantara material production 31. Dezember 2030
REACH/18/9/3 Use of trichlorethylene in formulation 21. April 2028
REACH/18/9/2 Use of trichlorethylene in packaging 21. April 2028

Dem Produktionsstopp von Trichlorethylen im Dezember 2021 durch den bisherigen Lieferan- ten OLIN folgend hat SAFECHEM im Rahmen eines "Asset Deal" die Voraussetzungen geschaffen, um auch zukünftig die Vermarktung dieses Produktes sicherzustellen. In diesem Zusammenhang wurde auch die REACH-Registrierung und relevante Zulassungen, die den Ver- trieb von Trichlorethylen in Europa ermöglicht, im Februar 2022 an SAFECHEM übertragen. SAFECHEM war damit in der Lage, auch neue Kunden zu bedienen und wird das chlorierte Lösemittelgeschäft im Geschäftsjahr 2024 noch weiter ausbauen können.

 

Düsseldorf, den 6. September 2024

Die Geschäftsführung

Manfred Holzleg

Giovanni Angelo Brentana

Marco Codognola

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 3.284.768,45 3.585.791,31
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.349.741,39 1.637.601,07
II. Sachanlagen 53.873,81 68.548,15
1. technische Anlagen und Maschinen 26.778,75
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 27.095,06 42.493,15
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 26.055,00
III. Finanzanlagen 1.881.153,25 1.879.642,09
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.881.153,25 1.879.642,09
B. Umlaufvermögen 6.599.886,40 7.559.352,35
I. Vorräte 807.344,36 1.525.674,34
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.503.923,93 4.770.963,16
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.453.470,65 881.908,06
2. sonstige Vermögensgegenstände 3.050.453,28 3.889.055,10
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.288.618,11 1.262.714,85
C. Rechnungsabgrenzungsposten 31.994,25 22.391,46
Aktiva 9.916.649,10 11.167.535,12

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 1.940.000,00 1.940.000,00
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 1.915.000,00 1.915.000,00
III. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 0,00
B. Rückstellungen 1.886.526,00 1.657.614,00
C. Verbindlichkeiten 6.090.123,10 7.569.921,12
1. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4.778.522,01 6.359.445,34
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 4.778.522,01 6.359.445,34
2. sonstige Verbindlichkeiten 1.311.601,09 1.210.475,78
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 1.311.601,09 1.210.475,78
Passiva 9.916.649,10 11.167.535,12

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 15.648.694,24 14.845.459,75
2. Personalaufwand 3.432.667,13 3.008.236,14
a) Löhne und Gehälter 2.819.141,46 2.466.206,99
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 613.525,67 542.029,15
davon für Altersversorgung 26.642,21 27.578,90
3. Abschreibungen 406.085,43 382.077,17
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 406.085,43 382.077,17
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 5.138.153,56 4.522.754,86
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 36.727,76 48.677,27
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 17,09
6. Ergebnis nach Steuern 6.671.805,21 6.932.391,58
7. aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 6.671.805,21 6.932.391,58
8. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben

Die SAFECHEM Europe GmbH ("SAFECHEM") hat ihren Sitz in Düsseldorf und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Düsseldorf, Reg.-Nr. HRB 81203.

Es bestehen eine umsatz-, gewerbe- und körperschaftsteuerliche Organschaft sowie ein Er- gebnisabführungsvertrag mit der Sparrow Bidco GmbH, Düsseldorf.

Der Jahresabschluss der SAFECHEM wurde nach den Vorschriften des HGB und des GmbHG aufgestellt.

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt.

Unverändert zum Vorjahr werden die größenabhängigen Aufstellungs- und Offenlegungser- leichterungen teilweise in Anspruch genommen.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen sind grundsätzlich zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger und, soweit notwendig, außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Anlagengegenstände werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nut- zungsdauer linear abgeschrieben. Die geleisteten Anzahlungen beinhalten Vorauszahlungen auf den Kaufpreis vor der Verschaffung des wirtschaftlichen Eigentums.

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben.

Die Vermögensgegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung werden über eine Nut- zungsdauer von drei bis zehn Jahren abgeschrieben. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis EUR 800,00 werden im Jahr der Anschaffung voll aufwandswirksam erfasst.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet worden.

Die Vorräte sind zu Anschaffungskosten im Wege der Einzelbewertung unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Die geleisteten Anzahlungen auf Bestellungen sind zum Nominalwert angesetzt.

Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert abzü- glich erforderlicher Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt. Zur Deckung des allgemeinen Kreditrisikos bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1,0 % (Vorjahr: 1,0 %).

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt.

Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Die sonstigen Rückstellungen sind mit dem Erfüllungsbetrag ausgewiesen, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen nicht.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs am Rechnungstag eingebucht und zum Abschlussstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) und das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) beachtet.

Latente Steuern ergeben sich durch zeitlich abweichende Wertansätze in der Handels- und Steuerbilanz und dem erwarteten zukünftigen Ausgleich steuerlicher Verlustvorträge. Die Dif- ferenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen und den Steuerbilanzansätzen werden aufgrund des ertragsteuerlichen Organschaftsverhältnisses bei der Sparrow Bidco GmbH erfasst.

Die Erträge und Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung werden unabhängig von den Zahlungszeitpunkten im Jahresabschluss berücksichtigt, soweit sie dem Geschäftsjahr zuzuordnen sind.

Die Umsatzerlöse werden im Zeitpunkt der Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums bzw. im Zeitpunkt der Leistungserbringung erfasst.

III. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagengitter (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Die Gesellschaft hält folgenden Anteilsbesitz:

Name, Sitz Anteil am Kapital
%
Eigenkapital 31.12.2023
TEUR
Ergebnis des Geschäftsjahres 2023
TEUR
SAFECHEM Chemicals Trading (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai / China 100 1003 - 1) 234 - 1)
SAFECHEM Chemical Product Services Ltd., London/Großbritannien 100 296 - 2) 119 - 2)
SAFECHEM North America Inc., New York / USA 100 -153 - 3) -147 - 3)
SAFECHEM de México S.R.L. de C.V., Mexiko-Stadt/Mexiko 100 -148 - 4) -144 - 4)

1) 1 CNH = 0,13055 EUR (Durchschnittskurs); 1 CNH = 0,12737 EUR (Stichtagskurs)

2) 1 GBP = 1,14970 EUR (Durchschnittskurs); 1 GBP = 1,15068 EUR (Stichtagskurs)

3) 1 USD = 0,92481 EUR (Durchschnittskurs); 1 USD = 0,90498 EUR (Stichtagskurs)

4) 1 MXN = 0,05213 EUR (Durchschnittskurs); 1 MXN = 0,05341 EUR (Stichtagskurs)

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Restlaufzeit der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände beträgt wie im Vorjahr bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren mit TEUR 1.391 (Vorjahr: TEUR 882) aus Lieferungen und Leistungen und mit TEUR 62 (Vorjahr: TEUR 0) aus Darle- hensausreichungen.

3. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Entsorgungskosten (TEUR 714, Vorjahr: TEUR 812), Gewährleistungen (TEUR 508, Vorjahr: TEUR 0), ausstehende Rechnungen (TEUR 320, Vorjahr: TEUR 407), Personalverpflichtungen (TEUR 218, Vorjahr: TEUR 250) sowie Verpflichtungen aus noch zu erstellenden Gutschriften für Rabatte (TEUR 100, Vorjahr: TEUR 105).

4. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr sämtlich eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr und sind nicht mit Sicherheiten belegt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023
TEUR
Vorjahr
TEUR
Gegenüber der Gesellschafterin 6.672 6.932
- Verbindlichkeit aus Gewinnabführung -2.041 -693
- Forderungen aus dem laufenden Verrechnungsverkehr 4.631 6.239
Gegenüber übrigen verbundenen Unternehmen: 148 121
- Lieferungen und Leistungen 4.779 6.360

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen (TEUR 181, Vorjahr: TEUR 15).

V. Sonstige Angaben

1. Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten

Es bestanden zum Bilanzstichtag Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten in Gesamthöhe von TEUR 10.800 (Vorjahr: TEUR 14.860), davon in voller Höhe für Verbindlichkeiten von verbundenen Unternehmen. Die Verpflichtung zur Be- stellung von umfassenden Sicherheiten ergab sich aus dem Bankenkreditvertrag mit der Gesellschafterin, der Sparrow Bidco GmbH, als dem Darlehensnehmer.

Der Bankenkredit an die Sparrow Bidco GmbH war mit allen bestehenden und zukünftigen Forderungen der Gesellschaft und der Sparrow Bidco GmbH besichert. Zudem waren die Bankguthaben der beiden Gesellschaften verpfändet. Das verpfändete Bankguthaben der SAFECHEM belief sich zum Stichtag auf TEUR 1.241. Auch waren die Geschäftsanteile an der SAFECHEM an die kreditgebende Bank verpfändet.

Darüber hinaus wurden zur Besicherung der Akquisitionsfinanzierung der Sparrow Bidco GmbH durch CBPE Capital LLP, London/Großbritannien, in 2017 die wesentlichen Teile der Geschäfts- und Betriebsausstattung der SAFECHEM (insbesondere die SAFE-TAINER- Systeme) an die kreditgebende Bank sicherungsübereignet.

Wir schätzten die Wahrscheinlichkeit, aus den angegebenen Verbindlichkeiten aus Sicherhei- ten in Anspruch genommen zu werden, aufgrund der gegenwärtigen Bonität und des bisheri- gen Zahlungsverhaltens zum Bilanzstichtag als gering ein. Bezüglich der vorzeitigen Ablösung des Bankenkredits der Sparrow Bidco GmbH verweisen wir auf unsere Ausführungen in Abschnitt "9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".

2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen betragen:

TEUR
2024 297
2025-2026 486
2027-2028 59
Gesamt 842

3. Arbeitnehmer

Im Jahresdurchschnitt waren 33 Arbeitnehmer (Vorjahr: 32) beschäftigt. Bei den Arbeitnehmern handelt es sich ausschließlich um Angestellte. Die Mitarbeitergruppen stellen sich wie folgt dar:

2023 2022
Management 2 2
Sales 13 12
Administration 18 18
Gesamt 33 32

4. Mutterunternehmen

Alleiniger Gesellschafter der SAFECHEM ist die Sparrow Bidco GmbH. Das Unternehmen, das zum Stichtag den Konzernabschluss für den größten und zugleich den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt, in den die SAFECHEM einbezogen wird, ist die Sparrow Topco Li- mited, Jersey/Großbritannien. Der Konzernabschluss wird in Großbritannien nicht offengelegt.

5. Konzernabschluss

Aufgrund der Unterschreitung der Größenmerkmale des § 293 HGB ist die SAFECHEM von der Verpflichtung, einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht aufzustellen und offenzulegen, befreit.

6. Angaben zur Geschäftsführung

Herr Manfred Holzleg, Düsseldorf, einzelvertretungsbefugt, übt seine Tätigkeit als Controlling- und Vertriebsgeschäftsführer hauptberuflich aus.

Im Zuge des Eigentümerwechsels bei der Gesellschafterin, der Sparrow Bidco GmbH, erfolgte mit dem Gesellschafterbeschluss vom 7. Februar 2024 die Bestellung von zwei weiteren, ein- zelvertretungsbefugten Geschäftsführern:

• Herr Giovanni Angelo Brentana, Mailand/Italien (Eintragung im Handelsregister am 14. Mai 2024)

• Herr Marco Codognola, Vailate/Italien (Eintragung im Handelsregister am 14. Mai 2024).

Die Geschäftsführer erhalten keine Bezüge von der Gesellschaft.

7. Ergebnisabführungsvertrag

Mit der Sparrow Bidco GmbH wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2017 ein Ergebnisabführungsvertrag geschlossen. Hierdurch verpflichtet sich die SAFECHEM, den gesamten Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung, vorbehaltlich der Bildung oder der Auflösung von Rücklagen, mit Abschluss des Geschäftsjahres an die Sparrow Bidco GmbH abzuführen. Die Sparrow Bidco GmbH verpflichtet sich wiederum, während der Dauer dieses Vertrags entsprechend § 302 Abs. 1 und 3 AktG in seiner jeweils gültigen Fassung jeden bei der SAFECHEM entstehenden Jahresfehlbetrag auszugleichen.

Im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 6.672 (Vorjahr: TEUR 6.932) erwirtschaftet. Dieser wird im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrags an die Gesellschafterin abgeführt.

8. Abschlussprüferhonorar

Das Honorar des Abschlussprüfers entfällt ausschließlich auf Abschlussprüfungsleistungen und beträgt für das Geschäftsjahr 2023 TEUR 39.

9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Eigentümerwechsel bei der Gesellschafterin, der Sparrow Bidco GmbH

SAFECHEM Europe GmbH ist eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Sparrow Bidco GmbH. Mit Wirkung zum 2. Februar 2024 (Closing Date) hat die italienische Itelyum Group, Lodi, Italien, die Anteile an der Sparrow Bidco GmbH erworben.

Mit einem Umsatz von rund Mio. EUR 600 hat sich die Itelyum Group auf das Recycling komplexer Chemikalienströme und Abfälle spezialisiert.

Innerhalb der Itelyum Group wird SAFECHEM weiterhin als eigenständige Einheit agieren und operative Autonomie bewahren.

Produktwarnung SENSENETM

Anfang März 2024 hat SAFECHEM eine präventive Produktwarnung herausgeben, mit der unser Textilreinigungsprodukt SENSENETM vorsorglich als brennbar klassifiziert wurde, da ein Flammpunkt >60°C mit der ursprünglichen Formulierung nicht mehr sicher eingehalten werden kann. Der Grund dafür liegt in der Flammpunktveränderung einer seit jeher unverändert eingesetzten Einzelkomponente, auf die wir von Produzentenseite nicht hingewiesen wurden. Als Folge können Reinigungsanlagen ggf. nicht weiter betrieben werden, falls diese nicht für brennbare Produkte (Flammpunkt 60°C) zugelassen sind.

Die ersten Reinigungsanlagen wurden inzwischen von Herstellerseite bereits verbindlich für SENSENETM mit Flammpunkt 58°C freigegeben und können somit auch mit neu klassifizier- tem SENSENETM weiter betrieben werden. Parallel arbeiten wir mit Hochdruck, beschleunig- tem Verfahren und guten Fortschritten im Entwicklungslabor sowie in Abstimmung mit Roh- materiallieferanten und Anlagenherstellern an einer neuen SENSENETM Formulierung, die zeitnah verfügbar sein soll und dann wieder als nicht-brennbar klassifiziert werden kann.

Im Rahmen einer Szenarioanalyse haben wir die Risiken und Eintrittswahrscheinlichkeiten der Schadensfälle bewertet. Vor diesem Hintergrund wurde in den Büchern der SAFECHEM Europe GmbH unter Beachtung des Wertaufhellungsprinzips eine Rückstellung für Gewährleistungsrisiken in Höhe von TEUR 508 zum Stichtag 31. Dezember 2023 gebildet.

Weitere Ereignisse nach dem Stichtag sind nicht eingetreten.

 

Düsseldorf, den 6. September 2024

Bericht des Aufsichtsrats

sonstige Berichtsbestandteile

 

Die Geschäftsführung

Manfred Holzleg

Giovanni Angelo Brentana

Marco Codognola

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 06.09.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die SAFECHEM Europe GmbH, Düsseldorf

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der SAFECHEM Europe GmbH, Düsseldorf, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der SAFECHEM Europe GmbH, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 6. September 2024

Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Detlef Herrel, Wirtschaftsprüfer

Lilia Grigo, Wirtschaftsprüferin

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