Russmann Leasing GmbH & Co. KG

63843 Niedernberg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Aschaffenburg HRA 6019
Eingetragen
21.6.2019

Finanzübersicht

Historie

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Management

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Gesellschafter

1 Gesellschafter

Kommanditgesellschaft (KG)

Persönlich haftender Gesellschafter
Germany

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Russmann Leasing GmbH & Co. KG

Niedernberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Anhang

1. Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft wurde von 2008 bis zum 21.06.2019 unter der Firma Russmann Leasing GmbH beim Handelsregister Aschaffenburg unter der Nummer HRB 10498 geführt. Aufgrund eines Rechtsformwechsels mit notariellem Vertrag vom 13.06.2019 wurde die Russmann Leasing GmbH rückwirkend zum 01.01.2019 in die Personengesellschaft Russmann Leasing GmbH & Co. KG umgewandelt. Die im Handelsregister ausgewiesene Pflichteinlage beträgt EUR 25.000,00 und wurde durch den Kommanditisten Peter Rußmann geleistet. Persönlich haftender Gesellschafter (Komplementär) ohne Kapitalbeteiligung ist die Russmann Betriebs GmbH mit Sitz in Niedernberg. Der Komplementär wird vertreten durch den Geschäftsführer Peter Rußmann. Der Rechtsformwechsel wurde am 21.06.2019 im Handelsregister Aschaffenburg unter HRA 6019 eingetragen.

Der Sitz der Gesellschaft und des Komplementärs wurde im Jahr 2020 von Aschaffenburg nach Niedernberg verlegt.

Da keine natürliche Person als Vollhafter an der Russmann Leasing GmbH & Co. KG beteiligt ist, gelten die Vorschriften für Kapitalgesellschaften entsprechend § 264a HGB.

Der Jahresabschluss der Russmann Leasing GmbH & Co. KG wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Kreditwesengesetzes aufgestellt. Hierbei wurde die Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (Kreditinstituts-Rechnungslegungsverordnung - RechKredV) beachtet.

Der Russmann Leasing GmbH & Co. KG wurde ursprünglich am 11.12.2013 durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Erlaubnis erteilt, als Finanzdienstleistung das Finanzierungsleasing zu erbringen. Da Personengesellschaften Gewerbe- und Kreditwesen rechtlich keine eigene Rechtspersönlichkeit besitzen und daher auch nicht Träger einer Erlaubnis nach § 32 KWG sein können, ist für die Russmann Leasing GmbH & Co. KG Erlaubnisträger die persönlich haftende Gesellschafterin, die Russmann Betriebs GmbH. Der Russmann Betriebs GmbH wurde in ihrer gesellschaftsrechtlichen Funktion als persönlich haftende Gesellschafterin der Russmann Leasing GmbH & Co. KG gemäß § 32 Abs. 1, Abs. 2 Satz 1 des Gesetzes über das Kreditwesen (KWG) die Erlaubnis, als Finanzdienstleistung das Finanzierungsleasing (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 10 KWG) zu erbringen, am 19.02.2020 erteilt.

Soweit Wahlrechte für Angaben in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang ausgeübt werden können, erfolgte der Vermerk in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung.

Die Bilanz wurde nach dem Formblatt 1 und die Gewinn- und Verlustrechnung in Staffelform nach dem Formblatt 3 der RechKredV erstellt.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen wird die Gesellschaft als mittlere Kapitalgesellschaft eingestuft.

2. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung einschließlich steuerrechtlicher Maßnahmen

Aufgrund des Rechtsformwechsels wurden die bisherigen Buchwerte fortgeführt.

Im Posten "Forderungen an Kreditinstitute" und im Posten "Forderungen an Kunden" sind weder verbriefte noch unverbriefte Forderungen an verbundenen Unternehmen und auch keine verbrieften oder unverbrieften Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten.

Im Posten "Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten" und im Posten "Verbindlichkeiten gegenüber Kunden" sind ebenfalls keine verbrieften oder unverbrieften Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und ebenso keine verbrieften oder unverbrieften Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten.

Die Forderungen an Kunden haben eine Restlaufzeit < 1 Jahr. Forderungen mit längerer oder unbestimmter Laufzeit liegen nicht vor.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben eine vereinbarte Laufzeit < 1 Jahr. Verbindlichkeiten mit längerer oder unbestimmter Laufzeit liegen nicht vor.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben eine Restlaufzeit < 1 Jahr. Verbindlichkeiten mit längerer Laufzeit liegen nicht vor.

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, aber bereits am Bilanzstichtag den Charakter von für das Finanzdienstleistungsinstitut typischen Verbindlichkeiten haben, sind bereits dem Posten der Passivseite der Bilanz zugeordnet worden, dem sie zugehören.

Das Leasingvermögen wird vermindert um planmäßige, steuerrechtlich zulässige Abschreibungen. Die Entwicklung des Leasingvermögens wird unten anstehend aufgezeigt und Forderungen wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Verbindlichkeiten wurden zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Es bestehen die branchenüblichen Sicherheiten.

Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Im Geschäftsjahr wurden für RECO-Schäden an PKWs in der Position "sonstige Rückstellungen" EUR 30.000,00 (Vorjahr: EUR 12.651,80) zurückgestellt. Für Fahrzeugverluste wurden 90.000 EUR zurückgestellt (VJ 0,00 EUR). Für Personalaufwendungen wurden in 2023 EUR 77.652,64 (Vorjahr EUR 61.445,82) zurückgestellt, davon 50.000 EUR für Inflationsprämie und EUR 27.652,63 für Urlaubsrückstellung. Für Abschlussprüfungen wurde ein Gesamthonorar von EUR 15.000,00 (Vorjahr: EUR 15.000,00) zurückgestellt. Dieses betrifft ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen.

Im Eigenkapital (EUR 5.284.904,23) wurden die im Handelsregister eingetragenen Pflichteinlagen von EUR 25.000,00 ausgewiesen, der Gewinnvortrag i. H. v. EUR 2.328.429,04, der Gewinn des laufenden Geschäftsjahres i. H. v. EUR 287.909,76, sowie Einlagen i. H. v. EUR 2.643.565,43

3. Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung

Im Posten "Zinsaufwendungen" sind Aufwendungen für Zinsen aus der kurzfristigen Finanzierung des Erwerbes von Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen (Vermietvermögen) ausgewiesen.

4. Sonstige Pflichtangaben

Die sonstigen betrieblichen Erträge resultieren aus Erlösen aus Kraftfahrzeugverkäufen mit EUR 156.676.817,99 (Vorjahr: EUR 78.182.149,69). Den sonstigen betrieblichen Erträgen von insgesamt EUR 156.676.817,99 (Vorjahr: EUR 78.182.149,69) stehen Aufwendungen aus Fahrzeugabgängen in Höhe von EUR 155.658.272,21 (Vorjahr: EUR 75.135.194,23) gegenüber, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden.

Jeder Posten der Bilanz entfällt auf das Leasing-Geschäft.

In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Abschreibungen auf Leasingvermögen in Höhe von EUR 4.268.554,82 (Vorjahr: EUR 5.221.742,49), sowie Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von EUR 2.328,00 (Vorjahr: EUR 7.054,00) ausgewiesen.

In den Leasingaufwendungen sind Aufwendungen für Leasingfahrzeuge von EUR 16.050.851,92 (Vorjahr: EUR 6.675.377,24) enthalten.

Zum Bilanzstichtag bestehen keine, auf fremde Währung lautende, Vermögensgegenstände oder Schulden.

Die Leasingverpflichtungen betragen EUR 2.073.817,20 Vorjahr: EUR 742.151,00) und die Mietverpflichtungen EUR 59.722,00 (Vorjahr: EUR 57.992).

Als Sicherheiten wurden keine Vermögensgegenstände übertragen. An den erworbenen Leasingfahrzeugen bestehen Eigentumsvorbehalte.

Zum Geschäftsführer ist Herr Peter Rußmann, Haibach, von Beruf Kaufmann, bestellt. Für die Tätigkeit von Herrn Rußmann sind keine Bezüge angefallen.

Im Berichtsjahr waren durchschnittlich 27 Mitarbeiter (Vorjahr: 24) Festangestellte beschäftigt.

Der Bilanzgewinn von EUR 2.616.338,80 wird auf neue Rechnung vorgetragen.

An Vorgängen von besonderer Bedeutung, die bereits vor dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt wurden, ist der Ukraine-Krieg zu nennen. Da kein kurzfristiger Mobilitätsbedarf zu decken ist, wird mit keinen finanziellen Verlusten gerechnet.

5. Leasingvermögen

Das Leasingvermögen setzt sich aus Vermietfahrzeugen zusammen und hat sich wie folgt entwickelt:

Bestand an Leasingvermögen / Vermietfahrzeugen

Anschaffungskosten vom 31.12.2022 44.590.302,30
Zugänge 140.034.536,11
Abgänge zu Anschaffungskosten 161.018.363,69
Kumulierte Abschreibungen 2.070.422,06
Buchwert zum 31.12.2023 21.536.052,66
Buchwert zum 31.12.2022 36.508.660,34
Abschreibungen des Geschäftsjahres 2023 4.268.554,82

Die Anschaffungskosten vom 31.12.2022 betragen It. Vorjahresbericht EUR 39.481.770,80.

Die kumulierte Abschreibung zu Anfang des Geschäftsjahres beläuft sich auf EUR 2.973.110,46.

 

Niedernberg, den 31.05.2024

Peter Rußmann

Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2023

Russmann Leasing GmbH & Co. KG, Niedernberg

Anschaffungs- und Herstellungskosten 01.01.2023 Zugänge 2023 Abgänge Umbg. 2023 kumulierte Abschreibungen 31.12.2023 Abschreibungen Zuschreibg. 2023
Euro Euro Euro Euro Euro
A. Anlagevermögen
Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen (Konto 0421) 18.567,34 0,00 0,00 18.567,34 1.463,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.057,43 0,00 0,00 3.460,43 865,00
1.andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 24.624,77 0,00 0,00 22.027,77 2.328,00
2. Leasingvermögen 44.590.302,30 140.034.536,11 161.018.363,69 2.070.422,06 5.221.742,49
Sachanlagen 44.784.527,07 140.034.536,11 161.187.963,69 2.092.449,83 5.224.070,49
Anlagevermögen 44.784.527,07 140.034.536,11 161.187.963,69 2.092.449,83 5.224.070,49
Buchwert 31.12.2023 Buchwert 31.12.2022
Euro
A. Anlagevermögen
Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen (Konto 0421) 0,00 1.463,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.597,00 3.462,00
1.andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.597,00
2. Leasingvermögen 21.536.052,66 36.508.660,34
Sachanlagen 21.538.649,66 36.513.585,34
Anlagevermögen 21.538.649,66 36.513.585,34

6. Wiedergabe des Bestätigungsvermerks und Schlussbemerkung

An die Russmann Leasing GmbH & Co. KG, Niedernberg

Prüfungsurteile

Ich habe den Jahresabschluss der Russmann Leasing GmbH & Co. KG, Niedernberg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus habe ich den Lagebericht der Russmann Leasing GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erkläre ich, dass meine Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Ich habe meine Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Meine Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und habe meine sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens -, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Meine Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und des Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung übe ich pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifiziere und beurteile ich die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, plane und führe Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinne ich ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteile ich die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehe ich Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich zu dem Schluss komme, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteile ich die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteile ich den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führe ich Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehe ich dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteile die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen gebe ich nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Ich erörtere mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Prüfung feststelle.

 

Oberursel, den 17. Juni 2024

Dipl.-Kfm. Alfred Zech, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

der Russmann Leasing GmbH & Co. KG

Aktivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
1. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 2.096.582,56 11.390.725,39
2. Forderungen an Kunden 51.604.655,00 2.258.367,80
3. Anlagevermögen und Leasingvermögen 21.706.576,27 36.710.431,32
4. Sonstige Vermögensgegenstände 1.910.947,42 1.200,00
5. Rechnungsabgrenzungsposten 5.198.835,54 2.755.739,79
Summe Aktiva 82.517.596,79 53.116.464,30

Passivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 44.551.971,43 36.353.147,85
2. Verbindlichkeiten 23.671.978,99
a) andere Verbindlichkeiten
aa) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 7.684.573,28
3. Sonstige Verbindlichkeiten 2981725,72
a) Umsatzsteuer 312.034,26
b) andere sonstige Verbindlichkeiten 296.700,00
c) Verb. Lohn- u. Kirchensteuer 23.249,41
0,00 631.983,67
71.205.676,14 44.669.704,80
4. Passive Rechnungsabgrenzung 5.570.047,00 3.048.362,82
5. Rückstellungen 456.969,43
a) Steuerrückstellungen 194.316,80 160.316,80
b) andere Rückstellungen 262.652,63 125.869,09
456.969,43 286.185,89
6. Eigenkapital 5.284.904,22 5.112.210,79
a) Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
b) Bilanzgewinn 5.259.904,22 5.087.210,79
5.284.904,22 5.112.210,79
Summe Passiva 82.517.596,79 53.116.464,30

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
1. Leasingerträge 27.765.119,36 18.572.634,98
2. Leasingaufwendungen 16.050.851,92 6.675.377,24
3. Zinserträge 3.293,16
4. Zinsaufwendungen 1.689.104,58 818.851,70
5. Sonstige betriebliche Erträge 41.376.559,73 7.276.732,46
6. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 1.131.762,27 1.218.918,37
ab) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersvorsorge und Unterstützung 256.797,68 222.159,42
b) andere Verwaltungsaufwendungen 67.741,95 75.003,07
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des 2.328,00 63.587,00
b) auf Leasingvermögen 4.268.554,82 5.221.742,49
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 44.096.774,22 9.664.511,35
9. Abschreibungen auf Forderungen 1.255.853,89 439.904,56
10. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 321.909,76 1.452.605,40
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 34.000,00 161.422,92
12. Sonstige Steuern
13. Jahresüberschuss 287.909,76 1.291.182,48
14. Einlagen 2.643.565,40 2.758.781,75
15. Gewinnvortrag 2.328.429,06 1.037.246,56
Bilanzgewinn 5.259.904,22 5.087.210,79

Lagebericht

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1. Rechtliche Struktur

Die Russmann Leasing GmbH & Co. KG wurde 2008 gegründet und ist seit Gründung im ausschließlichen Besitz des geschäftsführenden Gesellschafters Peter Rußmann. Zum 11.10.2023 wurde Frau Christine Meyer als Geschäftsführerin abberufen.

Die Gesellschaft ist gemäß §§ 32 Abs.1, 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 10 KWG als Finanzdienstleistungsinstitut eingestuft und unterliegt der Aufsicht der BaFin und der Bundesbank. Die Registrierung bei der BaFin erfolgte unter der Registrierungsnummer: 0476825.

1.2. Standorte

Die Gesellschaft hat neben ihrer Zentrale in Niedernberg keine weiteren Standorte.

1.3. Personal

Die Personalausstattung richtet sich nach den betriebsinternen Erfordernissen, den Geschäftsaktivitäten sowie der Risikosituation der Gesellschaft. Die Abwesenheit oder das Ausscheiden einzelner Mitarbeiter führt in der Regel nicht zu nachhaltigen Störungen der Betriebsabläufe.

2. Geschäftsmodell

2.1. Strategie

Die Gesellschaft betreibt in der Hauptsache das Leasinggeschäft (Teilamortisation) mit Laufzeiten von 6 - 18 Monaten, im Rahmen des Direkt-Leasings. Die strategische Ausrichtung beinhaltet im Wesentlichen den systematischen Ausbau des B2B-Geschäftes mit mittelständischen Unternehmen in Deutschland und einem Umsatz > 2 Mio. EUR.

2.2. Absatzmärkte

Das Geschäftsgebiet der Gesellschaft ist Deutschland.

2.3. Kundengruppen

Die Gesellschaft bedient hauptsächlich gewerbliche Kunden.

2.4. Leasingobjekte

Ausschließlich mobile Wirtschaftsgüter (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 7,49 t) mit einer Vertragslaufzeit zwischen 6 und 18 Monaten.

2.5. Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft tätigt außerhalb innovativer Finanzprodukte, in den zum Geschäftsmodell passenden Sektoren, keinerlei Produktentwicklungen.

3. Wirtschaftsbericht

3.1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 4. Quartal 2023 gegenüber dem 3. Quartal um 0,3 % gesunken. Nachdem die deutsche Wirtschaft in den ersten drei Quartalen in etwa stagnierte, nahm die Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2023 ab. "Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken", sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes Ruth Brand bei der Pressekonferenz "Bruttoinlandsprodukt 2023 für Deutschland" in Berlin. "Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen aufgrund steigender Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort", so Brand weiter.

3.2. Geschäftsentwicklung der Gesellschaft

Das bilanzwirksame, abgerechnete Leasinggeschäft ist um 64 % auf 30,5 Mio EUR (Vorjahr 18,6 Mio. EUR) angestiegen. Aufgrund der schwierigeren Marktbedingungen, des gestiegenen Zinsniveaus und der konjunkturellen Abschwächung verlangsamte sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte deutlich.

3.3. Ertragslage

Im Berichtsjahr beträgt der Jahresüberschuss 288 TEUR (Vorjahr 1.291 TEUR) und konnte die Erwartungen für das Jahr 2023 nicht ganz erfüllen.

Der Rückgang des Jahresüberschusses ist im abgelaufenen Geschäftsjahr im Wesentlichen auf Umstrukturierungsmaßnahmen (insbesondere im Vertrieb und im Flotteneinkauf) und eine erhöhte Risikovorsorge zurückzuführen.

Das negative Ergebnis aus Risikoengagements (-983 TEUR; Vorjahr -369 TEUR) resultiert im Wesentlichen aus dem Zahlungsausfall eines einzelnen Großkunden.

2023 2022 2021
EBITA 6.282.008,64 22,63% 7.554.515,76 40,63% 5.280.883,60 36,00%
EBIT 2.011.014,34 7,24% 2.268.163,94 12,20% 871.061,29 5,94%
EBT 321.909,76 1,16% 1.452.605,40 7,81% 460.078,21 3,14%
Überschuss 287.909,76 1,04% 1.291.182,48 6,94% 411.100,61 2,80%

3.4. Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögenslage ist zum 31. Dezember 2022 weiterhin durch die Kundenforderungen sowie das Leasingvermögen und dessen Refinanzierung geprägt.

Die Bilanzsumme ist um 29,4 Mio. EUR auf 82,4 Mio. EUR (Vorjahr 53,1 Mio. EUR) angestiegen. Das bilanzielle Eigenkapital beträgt 5,29 Mio. EUR (Vorjahr 5,11 Mio. EUR), was einer Eigenkapital- Quote von 6,42 % (Vorjahr 9,62 %) entspricht. Unter Berücksichtigung des Substanzwertes der Gesellschaft (gemäß BDL-Schema, Nettomethode) ergibt sich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ein Eigenkapital von 7,9 Mio. EUR oder 9,56%.

Mit den bestehenden Refinanzierungslinien verfügt die Gesellschaft über ausreichend Linien, um ein Geschäftsvolumen, wie dieses im Jahr 2023 erzielt wurde, zu refinanzieren. Die Gesellschaft ist jedoch bestrebt die Kreditlinien weiter auszubauen.

Die Liquidität war 2023 jederzeit gewährleistet. Nach der internen, laufend aktualisierten Liquiditätsplanung sollte dies auch in Zukunft sichergestellt sein. Die Finanz- und Liquiditätslage ist mehr als ausreichend.

3.5. Aussage der Geschäftsführung zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Insgesamt beurteilt die Geschäftsführung die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft als geordnet.

3.6. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Für den langfristigen Unternehmenserfolg der Gesellschaft sind neben definierten finanziellen Steuerungsgrößen auch nicht-finanzielle Leistungsindikatoren von Bedeutung. Die finanziellen Steuerungsgrößen sowie auch nicht finanzielle Leistungsindikatoren werden definiert. Dabei handelt es sich um besondere Stärken und Fähigkeiten, deren Relevanz sich aus den jeweiligen Unternehmensbereichen ableitet. Dazu zählen insbesondere die Kundenzufriedenheit sowie die Fähigkeiten und das Engagement unserer Mitarbeiter.

4. Risikomanagement

4.1. Gesetzliche Normen des Risikomanagements

Die Gesellschaft ist gemäß § 1 Abs. 1a KWG als Finanzdienstleistungsinstitut eingestuft und unterliegt damit aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Besonderes Augenmerk erfordern in diesem Zusammenhang die qualitativen Anforderungen an eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation gemäß § 25a KWG, die durch die "Mindestanforderungen an das Risikomanagement" ("Ma-Risk") konkretisiert sind.

Nach § 25a Abs. 1 KWG muss eine Leasinggesellschaft über eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation verfügen, die die Einhaltung der von den Instituten zu beachtenden gesetzlichen Bestimmungen garantiert. Insbesondere beinhaltet eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation auch ein internes Kontrollsystem, das geeignete Regelungen zur Steuerung und Überwachung der Risiken umfasst.

Gemäß den MaRisk hat die Geschäftsführung - unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit der Gesellschaft - auf der Grundlage einer Analyse der geschäftspolitischen Ausgangssituation sowie der Einschätzung der mit dem Leasinggeschäft verbundenen Risiken eine Geschäftsstrategie und eine konsistente Risikostrategie formuliert.

4.2. Maßnahmen der Gesellschaft

Die Gesamt-Risikosteuerung ist in weiten Teilen mit der des klassischen Finanzierungssektors, unter Anpassungen an die Besonderheiten des Leasing-Geschäfts, vergleichbar. Im "Zusammenspiel" der Mitarbeiter wird das frühzeitige Erkennen und Bewerten von Risiken sichergestellt und an die Geschäftsleitung eskaliert.

4.2.1. Risikoarten

Im Folgenden werden die Risikoarten, die sich aus dem Geschäftsmodell ergeben, dargestellt, wobei nur das Adressausfallrisiko als wesentliches Risiko eingestuft wird.

4.2.1.1. Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken stellen sich für die Gesellschaft als nicht wesentlich dar. Es existiert kein Liquiditätsrisiko im engeren Sinne.

Die Gesellschaft konnte bisher stets ihren Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommen und durch tägliche Liquiditätsplanung sicherstellen.

Große Schwankungen der Zahlungsströme sind nicht gegeben, da mittel- bis langfristige Verträge mit Kunden (Zahlungseingänge) und andererseits mittel- bis langfristige Refinanzierungen (Zahlungsausgänge) existent sind.

Flankierend werden als weitere Bausteine unseres aktiven Liquiditäts-managements täglich die Zahlungsunregelmäßigkeiten überwacht und eskaliert.

4.2.1.2. Refinanzierungsrisiko

Ein Refinanzierungsrisiko wird von der Gesellschaft ausgeschlossen, da sie sich nur bindet, wenn die Finanzierung durch Eigenmittel oder im Rahmen bestehender Kreditlinien abgebildet werden kann. Durch revolvierende Kreditlinien mit verschiedensten Kreditinstituten liegt absehbar kein Refinanzierungsrisiko vor.

4.2.1.3. Marktpreisrisiken

Marktpreisrisiken bilden den möglichen Verlust ab, der sich wegen nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussenden Parametern ergeben könnte. Das Risiko unterteilt sich in Zinsänderungs-, Währungs- und Restwertrisiken.

Zinsänderungsrisiken sind aufgrund der überwiegend fristenkongruenten Finanzierung so gut wie ausgeschlossen.

Da sowohl die Refinanzierung als auch die Einnahmen der Gesellschaft in EUR kontrahiert sind, bestehen keine Währungsrisiken.

O Restwertrisiken geht die Gesellschaft i.d.R. nicht ein.

4.2.1.4. Operationelle Risiken

Operationelle Risiken werden durch den Einsatz von standardisierter Software und -verträgen, sowie durch klar strukturierte Arbeitsabläufe im Zusammenhang mit effizienten Kontrollsystemen vermieden bzw. vorgebeugt. Insofern sind die operationellen Risiken nicht als wesentlich einzustufen.

4.2.1.5. Adressausfallrisiken

Adressausfallrisiken sind die wesentlichen Risiken der Gesellschaft, auf die auch der Fokus gerichtet ist und die insbesondere bei der Gestaltung des Risikomanagements bzw. bei der Identifizierung, Bewertung, Überwachung und Steuerung der Risiken ihren Niederschlag findet.

Die bestehenden Systeme gewährleisten eine permanente Beobachtung und frühzeitige Erkennung der Risiken und beziehen sich in erster Linie auf das Bonitäts- und Adressausfallrisiko. Als Ausfluss der geschäftspolitischen Ausrichtung auf mittelständische Firmenkunden ist die Kreditsteuerung zunächst auf die Analyse von Einzelrisiken gebündelt. Diesem Risiko wird u.a. im Rahmen der Bonitätsprüfung vor Kontrahierung der Verträge Rechnung getragen, indem alle bonitätsrelevanten Faktoren, die sich insbesondere aus der Bilanzanalyse, aus Wirtschaftsauskünften, aus eigenen vorhandenen (Zahlungs-) Erfahrungen mit dem Kunden, aus der Qualität des Managements, der Marktpositionierung, der Branchensituation und den wirtschaftlichen Perspektiven ergeben, zusammengestellt und bewertet werden. Unterstützt wird die Risikobeurteilung durch ein Risikoklassifizierungsverfahren, das auf der Grundlage von quantitativen und qualitativen Unternehmensdaten Ausfallwahrscheinlichkeiten berechnet. Das sich ergebende Rating ist Grundlage der Gesamtbeurteilung des Adressausfallrisikos.

4.2.2. Sonstige Risiken

Alle Risiken, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen, werden als sonstige Risiken klassifiziert. Die sonstigen Risiken werden als nicht wesentlich eingestuft.

4.2.2.1. Strategische Risiken

Die Geschäfts- und Risikostrategie wird laufend, mindestens jedoch jährlich überprüft, Änderungen werden dokumentiert und kommuniziert.

Die Geschäftsleitung ist von der aktuellen strategischen Ausrichtung der Gesellschaft überzeugt.

4.2.2.2. Reputationsrisiko

Das Reputationsrisiko stuft die Gesellschaft als untergeordnet ein.

4.2.2.3. Ertrags- und Kostenrisiko

Mindererlöse oder Kostensteigerungen werden dem Management frühzeitig über die monatlichen Controlling Berichte angezeigt, sodass rechtzeitig entsprechende Steuerungsmaßnahmen ergriffen werden können.

4.2.2.4. Elektronische Datenverarbeitung

Die Server befinden sich ausnahmslos bei einem deutschen Anbieter in einem Rechenzentrum. In diesem Rechenzentrum werden die Daten in zwei Brandabschnitten transparent gespiegelt.

4.3. Risikokonzentrationen

Konzentrationsrisiken werden regelmäßig geprüft. Dabei werden die Adressausfallrisiken fortlaufend anhand von Erfahrungswerten, Größenklasse, Rating, Sicherheiten und Vertragslaufzeit untersucht. Insgesamt sind keine relevanten Risikokonzentrationen zu erkennen.

4.4. Risikotragfähigkeit

Die Risikotragfähigkeitsrechnung beruht auf der Gegenüberstellung des Risikodeckungspotenzials und den quantifizierten, wesentlichen Risiken (ausschließlich Adressausfallrisiken).

Die Gegenüberstellung von Risikodeckungspotenzial und quantifizierten wesentlichen Risiken ergeben eine deutliche Überdeckung der Risiken durch das Risikodeckungspotenzial als auch die Risikodeckungsmasse.

4.5. Zusammenfassende Darstellung der Risikolage

Die Gesellschaft hat Adressenausfallrisiken durch die Bildung angemessener Einzel- und Pauschalwertberechtigungen auf Forderungen Rechnung getragen. Im Bedarfsfall werden zudem außerplanmäßige Abschreibungen gebildet. Sonstige zum Bilanzstichtag bestehende Risiken, sofern vorhanden, wurden durch angemessene Rückstellungen berücksichtigt.

5. Prognose und Chancenbericht

Eine Prognose auf das Jahr 2024 fällt aufgrund der anhaltenden gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten, einer sich abzeichnenden Rezession sowie eines anhaltend hohen Zinsniveaus schwer. Die Geschäftsleitung analysiert diese Entwicklungen und bereitet sich auf die verschiedensten Szenarien vor.

Die politisch forcierte Abkehr von Verbrennungsmotoren, wird auch im kommenden Jahr für unser Geschäftsmodell noch keine Bedeutung haben. Allerdings sehen wir mittelfristig hier neue, zusätzliche Absatzmöglichkeiten.

Der zunehmenden Nachfrage nach Fahrzeug Abo-Modellen im B2C Bereich konnten wir gemeinsam mit einem Vertriebspartner mit einem entsprechenden Angebot begegnen.

Die Gesellschaft ist für 2024 auf moderates Wachstum ausgerichtet. Der Personalbestand wurde bereits zum Ende 2023 aufgestockt. Die Veränderungen bei den Personal- und den betrieblichen Aufwendungen wurden bereits eingeplant.

Das geplante Neugeschäftsvolumen ist bereits durch die vorliegenden Refinanzierungslinien gedeckt. Neben einer moderaten Volumenausweitung erwarten wir eine Steigerung des Jahresergebnisses. Die Geschäftsleitung erwartet unter zurückhaltender Planung einen Jahresüberschuss für 2024 in der Größenordnung von 2023.

 

Niedernberg, der 17.05.2024

Peter Rußmann

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