UniWork DrillTec GmbH
Selbe AdresseTest- und Suchbohrung
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Waldemar Schmidt seit 16.2.2022 | Prokura |
Yvonne Doll seit 16.2.2022 | Prokura |
Carsten Lutz seit 16.2.2022 | Prokura |
Tomislav Curic seit 16.2.2022 | Prokura |
Gerrit Bielack seit 21.1.2021 | Geschäftsführer |
Andreas Mechler seit 21.1.2021 | Geschäftsführer |
Thorsten Franke seit 25.8.2017 | Prokura |
Stefan Rüdiger Kahle seit 6.11.2015 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Strassing GmbHBad Soden-SalmünsterJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Anhang für das Geschäftsjahr 2021A. Allgemeine Hinweise Die Strassing GmbH mit Sitz in Bad Soden-Salmünster ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Hanau (HRB 90333). Die Gesellschaft hat zwei operativ tätige Standorte in Erfurt und Bad Wünnenberg. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG und des Gesellschaftsvertrags aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir Angaben zu einzelnen Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung bezüglich der Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon Vermerke in diesem Anhang gesondert erläutert. B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Bei der Bilanzierung und Bewertung sind die Vorschriften des HGB für große Kapitalgesellschaften angewandt worden. Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden linear über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 1-5 Jahren vorgenommen. Das Sachanlagevermögen ist mit den aktivierungspflichtigen Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Für die Gebäudeabschreibungen gelten die Grundsätze des § 7 EStG. Die beweglichen Anlagegüter werden nach Maßgabe der jeweils kürzesten steuerlich für zulässig gehaltenen Nutzungsdauer (in der Regel linear) abgeschrieben. Von der Möglichkeit des Übergangs von der degressiven Methode auf die lineare Methode wird Gebrauch gemacht, sobald dies zu einer höheren Abschreibung führt. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von netto mehr als 250 € aber maximal 800 € , welche einer selbstständigen Nutzung fähig sind, werden im Jahr der Anschaffung, Herstellung oder Einlage sofort als Betriebsausgabe abgezogen (§ 6 Abs. 2 EStG). Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden, unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips, zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Zeitwerten bewertet. Die unfertigen Erzeugnisse wurden zu Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 HGB bewertet. Für einzelne, zum Bilanzstichtag nicht fertig gestellte Bauvorhaben, wurden Abwertungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Die Herstellungskosten enthalten die Einzelkosten sowie die Fertigungs- und Materialgemeinkosten. Kosten der allgemeinen Verwaltung, Zinsen für Fremdkapital sowie Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebes, für soziale Leistungen und für betriebliche Altersversorgung wurden nicht aktiviert. Die erhaltenen Anzahlungen auf die unfertigen Erzeugnisse werden saldiert ausgewiesen, soweit die Anzahlungen die unfertigen Erzeugnisse übersteigen, wird der übersteigende Betrag unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die geleisteten Anzahlungen sind ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich mit ihrem Nennbetrag angesetzt. Allen erkennbaren Risiken wird durch angemessene Abwertung Rechnung getragen. Für das allgemeine Kreditrisiko ist eine Pauschalwertberichtigung zu Forderungen gebildet. Die flüssigen Mittel beinhalten Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände. Diese sind zum Nennwert angesetzt. Das Eigenkapital wird nach § 272 Abs. 1 HGB zum Nennwert bilanziert. Die Pensionsrückstellungen werden gemäß § 253 HGB nach versicherungsmathematischen Berechnungen unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck) und eines Rententrends von 2,0 % ermittelt. Die Bewertung der Verpflichtungen erfolgte nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit"- Methode). Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wurde in Anwendung des Wahlrechts nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB der von der Deutsche Bundesbank ermittelte und veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten zehn Jahre in Höhe von 1,87 % (i.Vj.: 2,31 %) verwendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Gewinne dürfen nur ausgeschüttet werden, wenn die nach der Ausschüttung verbleibenden frei verfügbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrages und abzüglich eines Verlustvortrages mindestens diesem Unterschiedsbetrag entsprechen. Die übrigen Rückstellungen berücksichtigten alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Pauschale Rückstellungen für Garantieleistungen wurden in Höhe von 0,65 % der Umsätze der letzten fünf Jahre abzüglich der Inanspruchnahme gebildet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutsche Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst. Die Verbindlichkeiten sind grundsätzlich zum Erfüllungsbetrag angesetzt. C. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung I. Bilanz 1. Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens der Strassing GmbH wird im folgenden Anlagenspiegel dargestellt: Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021
2. Vorräte Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe beinhalten im Wesentlichen Baustoffe (1.306 T€) sowie Bauhilfsstoffe und Ersatzteile (278 T€). Unfertige Erzeugnisse in Höhe 8.931 T€ (i.Vj.: 4.759 T€) betreffen Forderungen aus Abschlagsrechnungen für noch unfertige Bauleistungen, die saldiert mit den erhaltenen Anzahlungen ausgewiesen werden. 3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Sämtliche Forderungen haben eine Laufzeit bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren ausschließlich aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 45 T€ (i.Vj.: 878T€). Es bestehen im Geschäftsjahr keine Forderungen gegen den Gesellschafter. Sonstige Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Urlaubsgeld gegen die SOKA-BAU (313 T€; i.Vj.: 397 T€). 4. Eigenkapital Das Eigenkapital beträgt 18.813 T€ (i.Vj.: 22.480 T€). Die Veränderung resultiert aus der Einstellung des Vorjahresergebnisses in den Gewinnvortrag sowie dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres in Höhe von 2.333 T€ und einer Gewinnausschüttung an den Gesellschafter i.H.v. 6.000 T€. 5. Steuerrückstellungen Die Steuerrückstellungen entfallen mit 497 T€ (i.Vj.: 550 T€) auf Körperschaftsteuer und mit 414 T€ (i.Vj.: 469 T€) auf Gewerbesteuer. 6. Pensionsrückstellungen Der nach § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB zu ermittelnde Unterschiedsbetrag aus der Verzinsung stellt sich wie folgt dar:
7. sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Garantieleistungen, Personalkosten und andere Risiken im Zusammenhang mit dem laufenden Geschäft. Die Zusammensetzung der sonstigen Rückstellungen ergibt sich wie folgt:
8. Verbindlichkeiten Verbindlichkeitenspiegel per 31.12.2021
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit einer Laufzeit über 1 Jahr bis 5 Jahre resultieren ausschließlich aus Sicherheitseinbehalten für Gewährleistungsverpflichtungen, welche von den Subunternehmern nicht mittels Bürgschaft abgelöst wurden. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 8.837 T€ (i.Vj.: 7.936 T€) bestehen mit 7.725 T€ (i.Vj.: 7.358 T€) gegenüber dem Gesellschafter. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern von 229 T€ (i.Vj.: 217 T€) sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit von 123 T€ (i.Vj.: 268 T€). II. Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse werden ausschließlich in Deutschland erwirtschaftet und ergeben sich aus den Bereichen Straßen- und Tiefbau sowie Brückensanierung/-abdichtung und Wasserbau. Auf eine weitere Aufgliederung der Umsatzerlöse wird nach § 286 Abs. 2 HGB verzichtet. 2. Bestandsveränderung Die Bestandsveränderung resultiert ausschließlich aus noch nicht abgerechneten unfertigen Arbeiten und langlaufenden Bauzeiten verschiedener, größerer Bauleistungen im Geschäftsjahr um 17.702 T€ auf 19.946 T€ erhöht. 3. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge bestehen im Wesentlichen aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen (2.560 T€; i.Vj.: 2.039 T€), Anlageabgängen durch Ersatzbeschaffungen (655 T€; i.Vj.: 440 T€) sowie aus Ergebnisanteilen an Argen (462 T€, i.Vj.: 2.029 T€). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie aus der Auflösung von zu erwartenden Rechnungskürzungen (2.560 T€; i.Vj.: 2.039 T€) enthalten. 4. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die Position der sonstigen betrieblichen Aufwendungen entfällt im Wesentlichen auf:
5. Zinsaufwendungen und Zinserträge Die Zinsen und ähnliche Erträge betreffen in Höhe von 37 T€ (i.Vj.: 2 T€) Zinsen aus Forderungen und zu 31 T€ aus Steuererstattungen (i.Vj. 0 T€). Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen betreffen in Höhe von 52 T€ (i.Vj.: 52 T€) Zinsaufwand aus Steuern, in Höhe von 38 T€ (i.Vj.: 38 T€) die Aufzinsung von Rückstellungen, in Höhe von 1 T€ (i.Vj. 1 T€) Verwahrentgelt an Banken sowie in Höhe von 1 T€ (i.Vj.: 1 T€) eine Kreditprovision. 6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer des aktuellen Geschäftsjahres sowie aus Vorjahren. D. Sonstige Angaben 1. Beteiligungsverhältnisse Die Gesellschaft ist am Bilanzstichtag an der Strassing-Limes Bau GmbH i.L., Erfurt, beteiligt:
Der Beteiligungsbuchwert ist, bis auf einen Erinnerungsbuchwert in Höhe von 1€, vollständig abgeschrieben. 2. Personal Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt 436 (i.Vj.: 454) Mitarbeiter, davon 296 (i.Vj.: 300) Gewerbliche, 101 (i.Vj.: 105) Angestellte und 39 (i.Vj.: 49) Auszubildende. Bei den Auszubildenden handelt es sich um 28 (i.Vj.: 35) gewerbliche und 11 (i.Vj.: 14) kaufmännische Auszubildende. 3. Organe der Geschäftsführung
Die Gehaltsabrechnung der Geschäftsführer wird durch die Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Aktiengesellschaft (MHI), Hanau durchgeführt. Personal- und von MHI verauslagte Sachkosten der Geschäftsführer werden der Gesellschaft durch die Managementumlage weiterberechnet und jährlich abgestimmt. 4. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Die Strassing GmbH unterhielt mit nahestehenden Unternehmen und Personen verschiedene vertraglich vereinbarte Geschäftsbeziehungen. Alle Geschäfte wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen. 5. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Mit MHI besteht eine umsatzsteuerliche Organschaft. Gemäß § 73 AO haftet die Strassing GmbH für Steuern des Organträgers, soweit sie auf die Organgesellschaft entfallen. Die Gesellschaft hat sonstige finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Mietverhältnissen mit verbundenen Unternehmen. Dies führt zu jährlichen Mietaufwendungen von 179 T€ (i.Vj.: 179 T€). Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich insgesamt nach den Gesamtlaufzeiten der zu Grunde liegenden Verträge wie folgt:
6. Konzernzugehörigkeit Die Strassing GmbH, Bad Soden-Salmünster, wird in den Konzernabschluss der MHI einbezogen. Der Konzernabschluss der MHI wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Als verbundene Unternehmen im Sinne von § 271 Abs. 2 HGB werden diejenigen Gesellschaften behandelt, die in den Konzernabschluss der MHI einbezogen werden. 7. Abschlussprüferhonorar Die Angaben zum Abschlussprüferhonorar werden gem. der Erleichterungsvorschrift des § 285 Nr. 17 letzter Satzteil HGB im Konzernanhang der Muttergesellschaft angegeben. 8. Ergebnisverwendung Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss von 2.332.625,72 € auf neue Rechnung vorzutragen. Der Bilanzgewinn entwickelt sich wie folgend:
9. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres im Sinne des § 285 Nr. 33 HGB sind nicht eingetreten.
Bad Soden-Salmünster, den 14. April 2022 STRASSING GMBH Geschäftsführung Gerrit Bielack Jürgen Faupel Stefan Kahle Andreas Mechler Christian Schürner Entwicklung des Anlagevermögens der Strassing GmbH, Bad Soden-Salmünster im Geschäftsjahr 2021
Bilanz 31. Dezember 2021Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung 31.12.2021
Lagebericht für das Geschäftsjahr 20211. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Geschäftstätigkeit 1.1. Entwicklung der Gesamtwirtschaft und Branchendaten Die Strassing GmbH, Bad Soden-Salmünster ("Strassing") ist Konzerngesellschaft der mittelständisch geprägten MHI Gruppe ("MHI"), die über drei Standorte (Bad Soden-Salmünster, Erfurt, Bad Wünnenberg) in ihrem Kernmarkt Hessen und Thüringen sowie in den angrenzenden Regionen tätig ist. Die Strassing besorgt letztlich den Einbau eigener und fremder Schüttgüter, des Asphaltmischguts und Transportbetons und ergänzt diese Einbautätigkeiten durch zusätzliche Gewerke wie beispielsweise Kanalbau und Brückensanierung. Eigene Forschungs- und Entwicklungsleistungen sind branchentypisch von untergeordneter Bedeutung. Die deutsche Wirtschaft hat sich 2021 von dem coronabedingten Einbruch des Vorjahres erholt, wenn gleich weniger deutlich als ursprünglich prognostiziert. Die 1. Jahreshälfte 2021 war noch von anhaltenden Lockdowns und damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen geprägt. In den anschließenden Sommermonaten setzte eine wirtschaftliche Erholungsphase ein, wodurch sich die teilweise Unterauslastung der deutschen Wirtschaft spürbar verringerte. Die Dienstleistungsbereiche profitierten von allmählichen Corona-Lockerungen besonders. Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete hingegen eine schrumpfende Wertschöpfung, da die gestiegenen Auftragseingänge aufgrund von Lieferengpässen nicht zeitgerecht abgearbeitet werden konnten. Die unzureichende Verfügbarkeit diverser Rohstoffe und Zwischenprodukte störte die Lieferketten in Verbindung mit dem Aufkommen einer neuen Coronamutation zum Jahresende stark, so dass das deutsche Wirtschaftswachstum im Schlussquartal wieder spürbar gedämpft wurde. Das Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) lag 2021 per Saldo bei 2,7 % (i.Vj.: - 5,0 %). Der Anstieg des Wachstums spiegelt sich auch in den Importen (+ 8,6 %) und Exporten (+ 9,4 %) sowie den Ausrüstungsinvestitionen (+ 3,2 %) wider. Der private Konsum (+- 0,0 %) und die Investitionen in neue Bauvorhaben (+ 0,5 %) blieben hingegen auf Vorjahresniveau. Staatliche Investitionen (+ 0,9 %) sowie der privatwirtschaftliche Bau (+ 9,8 %) waren wiederum Stabilitätsanker. Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen im Vorjahresvergleich um + 6,5 %, wobei sich die Bauinvestitionen um + 8,3 % (preisbereinigt + 0,5 %) positiv entwickelten. Anfang 2021 sah sich die Bauwirtschaft erstmals seit mehreren Jahren wieder mit witterungsbedingten Einschränkungen des Winters konfrontiert. Laut dem Branchenverband "Bauindustrie" meldeten mehr als doppelt so viele Unternehmen Behinderungen ihrer Produktion durch die Witterungsbedingungen. Zudem waren Ende 2020 aufgrund des Auslaufens des temporär, verminderten Mehrwertsteuer-Regelsatzes von 16 % zu erheblichen Vorzieheffekten kam. Zusätzlich haben Lieferengpässe, Materialmangel und Preissteigerungen die Bauwirtschaft in der 2. Jahreshälfte 2021 beeinträchtigt. So sorgte die Materialknappheit vor allem bei Holz und Stahl für Verzögerungen in der Produktion. Zudem minderten die starken Preisanstiege die realen Umsätze. Diese Effekte haben die Produktion im Jahr 2021 negativ beeinflusst Gleichwohl stellt der Branchenverband fest, dass die deutsche Bauwirtschaft bisher weitgehend ohne größere Einbußen durch die Pandemie gekommen ist. Das Bauhauptgewerbe blieb mit einem Umsatz von 144,8 Mrd. € auf Vorjahresniveau. Daraus ergibt sich ein nominales Umsatzplus von 1,2 % (real - 6,0 %). Ein Grund für diese Differenz sind die starken Preissteigerungen bei Baumaterialien im Jahr 2021. Bei einem nominalen Umsatzplus von + 2,3 % hat der Wirtschaftsbau mit dem größten Zuwachs abgeschnitten. Knapp dahinter folgt der Wohnungsbau mit einer Umsatzsteigerung von 2,0 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Gegensatz dazu verzeichnete der öffentliche Bau einen Umsatzrückgang von - 1,2 %. Hier hat sich die fehlende Kompensation der Gewerbesteuerausfälle bei den Gemeinden durch Bund und Länder negativ ausgewirkt. In unserem Kernmarkt Hessen lag der für die MHI Gruppe wichtige baugewerbliche Umsatz im Straßenbau mit 1,0 Mrd. € insgesamt um 6,2 % (- 65 Mio. €) unter Vorjahr. 1.2. Betriebsleistung Im Wirtschaftsjahr 2021 sank die Betriebsleistung um 6 % auf 81.728 T€ (i.Vj.: 87.060 T€). Die Betriebsleistung wurde im Wesentlichen in den Geschäftsfeldern Straßenbau- und Tiefbau, Kanalbau, Wasserbau sowie dem Bau von Außenanlagen für Industrie und Gewerbe erbracht. Weiterhin unterhält die Gesellschaft einen Recyclingplatz. Zum Leistungsspektrum mit erheblichem Anteil am Gesamtumsatz zählen auch der Gussasphaltdeckenbau sowie die Bauwerkssanierung. Das Haupttätigkeitsgebiet lag, wie auch in den vorangegangenen Jahren, in Hessen, jedoch wurden wiederum ebenso wesentliche Bauleistungen in angrenzenden Bundesländern erbracht. 2. Ertragslage Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist es gelungen, Kostensteigerungen sowie Materialpreiserhöhungen am Markt weiterzugeben. Daraus resultiert - bereinigt um periodenfremde und neutrale Ergebnisbestandteile - ein positives Betriebsergebnis. Das Ergebnis vor Steuern beläuft sich auf 3.525 T€ (i.Vj.: 5.628 T€). 3. Investitionen Die Investitionen beliefen sich im Berichtsjahr auf 4.963 T€ (i.Vj.: 5.200 T€). Es wurde vorrangig in Leistungsgeräte wie Beschicker, Bagger, Radlader und Walzen investiert. Darüber hinaus wurden diverse Fahrzeuge und Anlagegegenstände der Baustellenausstattung angeschafft, wobei es sich nahezu ausschließlich um Ersatzinvestitionen gehandelt hat. 4. Vermögens- und Finanzlage Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt aus dem operativen Cashflow und Investitionen wurden vollständig durch eigene Mittel erbracht. Die liquiden Mittel betrugen zum Berichtszeitpunkt 8.164 T€ (i.Vj.: 14.113 T€). Die Fähigkeit zur Erfüllung aller Zahlungsverpflichtungen war jederzeit gewährleistet. Die Eigenkapitalquote liegt mit 44,1 % (i.Vj.: 50,5 %) deutlich über dem Branchenschnitt. Die Verbindlichkeiten ohne Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 6.455 T€ (i.Vj.: 5.284 T€) sind mit Ausnahme der Sicherheitseinbehalte von 425 T€ (i.Vj.: 218 T€) kurzfristig. Für Risiken der Inanspruchnahme aus sonstigen Verpflichtungen wurden Rückstellungen von insgesamt 8.514 T€ (i.Vj.: 8.782 T€) gebildet. 5. Belegschaft Im Jahresdurchschnitt wurden 437 (i.Vj.: 454) Mitarbeiter beschäftigt, davon 296 (i.Vj.: 300) gewerbliche Arbeitnehmer und 101 (i.Vj.: 105) Angestellte. Die Gesellschaft beschäftigte darüber hinaus durchschnittlich 39 Auszubildende (i.Vj.: 49). Zum 31.12.2021 betrug die Anzahl der Mitarbeiter insgesamt 431 (i.Vj.: 438). Im Geschäftsjahr wurden strategische und personelle Umstrukturierungen vorgenommen. 6. Risiko- und Chancenmanagement Die Strassing ist durch ihre Tätigkeit im Straßen- und Tiefbau einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Eines der wichtigsten Ziele beim Risikomanagement ist es, negative Entwicklungen im Betriebsverlauf zu erkennen, schnellstmöglich Einfluss darauf zu nehmen und die Risiken permanent zu überwachen. Die Einzelrisiken bewerten wir derzeit wie folgt: Marktrisiken Nach wie vor ist die Gesellschaft in der Sparte Straßen- und Tiefbau und damit letztlich auch in den zentralen Baustoffgeschäftsfeldern wesentlich von Ausgaben der öffentlichen Hand abhängig. Das Ausgabeverhalten steht in Abhängigkeit der jeweiligen Finanzsituation von Bund, Ländern und Kommunen. Die Haushalte wurden insbesondere durch stützende Maßnahmen zur Bewältigung der finanziellen Folgen der Pandemie stark belastet. Die daraus folgenden langfristigen fiskalischen Auswirkungen sind noch nicht vorhersehbar. Zudem könnten die öffentliche Bautätigkeit sowie der privatwirtschaftliche Bau durch den Anstieg des Refinanzierungszinssatzes in Folge der eingeleiteten Zinswende weniger expansiv als notwendig entwickeln. Hinzu kommt die weiterhin diskontinuierliche Ausschreibungspraxis der öffentlichen Hand. Wir begegnen diesen Risiken durch flexible Produktions- und Arbeitszeiten und Verlagerung von turnusmäßigen Reparaturen in die Zeiten einer witterungsbedingt schwächeren Auslastung. Unsere Investitionen in moderne Anlagentechnik helfen, flexibel auf Beschäftigungsschwankungen im Baubereich reagieren zu können. Damit können wir die Risiken einer Unterbeschäftigung abfedern. Größtes Augenmerk liegt auf der Akquisition langfristiger Bauaufträge. Im vergangenen Jahr ist es gelungen, Aufträge mit größerem Bauvolumen zu akquirieren. Das hat sich positiv auf die Auslastung von Personal und Gerät ausgewirkt. Eine kontinuierlicherer Personal- und Geräteeinsatz geht damit einher. Das abgelaufene Geschäftsjahr war durch massiv steigende staatliche Ausgaben zur Eindämmung der Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Dies beeinträchtigt auch die Entwicklung der Baustoff- und Bauaktivitäten, da diese traditionell wesentlich vom Ausgabeverhalten der öffentlichen Hand abhängig sind. Zukünftig können zudem Haushaltsbeschränkungen den Spielraum für Investitionen in die öffentliche Infrastruktur weiter beschränken. Die neu gegründete Autobahn GmbH zeigte im vergangenen Jahr eine erwartbar schwierige Anlaufphase. Weiter gibt einige Abwicklungsprobleme in der Zusammenarbeit. Unverändert werden Rechnungen erst nach einer langen Vorlaufzeit bezahlt. Dies erfordert ein vorrausschauendes Cashmanagement. Darüber hinaus ist die Ausschreibung und Vergabe längerfristiger (Groß-) Projekte ins Stocken geraten. Der ohnehin bereits geringe Personalbestand in den Straßenbauverwaltungen (Planung und Überwachung) wurde zugespitzt und führt dazu, dass zugewiesene Mittel teilweise nicht verausgabt werden können. Die dauerhaft hohe Zuweisung erheblicher Mittel für Brückenbauten und -sanierung schränkt darüber hinaus den Anteil möglicher Baustoffausgaben in der Straßenerhaltung ein. Gewährleistungsrisiken Es besteht das Risiko, dass die Gesellschaft für Qualitätsmängel ihrer Produkte oder Bauleistungen in Anspruch genommen wird. Die Geschäftsführung begegnet diesem Risiko durch verstärkte Implementierung von Qualitätssicherungs- und -kontrollmaßnahmen. Hierfür werden Betriebsabläufe angepasst und modifiziert. Sowohl die gewerblichen Mitarbeiter als auch die Angestellten werden hierzu entsprechend geschult. Die nachhaltige Erfüllung der steigenden Qualitätsanforderungen ist für das Unternehmen von großer Bedeutung. Darüber hinaus bestehen grundsätzlich Rückgriffsmöglichkeiten gegenüber Nachunternehmern und Baustofflieferanten. Finanzielle Risiken Risiken innerhalb und außerhalb der Gesellschaft überwachen wir mit bewährten Kontroll- und Steuerungsinstrumenten zeitnah. Die Erfassung aller finanziellen Risiken erfolgt durch das Berichtswesen. Die Überwachung der finanziellen Entwicklung erfolgt durch monatlichen Abgleich der Ist- mit den Vorjahreszahlen und einer unterjährigen Budgetkontrolle mit Überprüfung und eventueller Anpassung der Planvorgaben. Beginnend mit dem Monat März werden monatlich Abschlüsse erstellt. Bereits vorhandene Auswertungsmöglichkeiten werden permanent verbessert und erweitert, um die wichtigen betrieblichen Kennzahlen noch schneller und präziser zu ermitteln. Personalrisiken Der Erhalt und die weitere Verbesserung der Arbeitgeberattraktivität sind zentrale Unternehmensziele, um unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Der Fachkräftemangel wird sich mittelfristig verstärkt durch die nachteilige demografische Entwicklung deutlich verschärfen. Diese Rahmenbedingungen können sich dauerhaft negativ auf die Wirtschaftlichkeit und Wachstumsmöglichkeiten der Gesellschaft auszuwirken. Recruiting, Personalmanagement und Personalentwicklung hat eine immer höhere strategische Bedeutung für den Unternehmenserfolg. Der Ausbau der Aktivitäten und personellen Kapazitäten in diesen Bereichen steht im Fokus der Personalarbeit. Dieser strategischen Herausforderung begegnen wir mit unserer zusammengeführten und durch unser Mutterhaus zentral unterstützten Personalabteilung. Die Recruitingbemühungen um Auszubildende wurden weiter intensiviert mit dem Ziel höherer Ausbildungsquoten sowie der Gewinnung junger Absolventen von Techniker- und (Fach)-Hochschulen. Diesen werden attraktive Bedingungen und schnelle Aufstiegsmöglichkeiten, bei denen das Leistungsprinzip im Fokus steht, geboten. Bei bestehendem Personal müssen wir u.a. mit wertschätzender Führungskultur und guten Arbeitsbedingungen überzeugen und damit eine hohe Arbeitnehmerzufriedenheit und langfristige Bindung erreichen. Compliance-Risiken Gesetzestreues Handeln sowie eine transparente Berichterstattung bilden die Basis unserer unternehmerischen Verantwortung. Durch geeignete Schulungen und Richtlinien setzen wir die rechtlichen und internen Anforderungen im Arbeitsalltag um. Die konzernweite Compliance-Organisation umfasst neben einem allgemeingültigen Code of Conduct eine Kartellrichtlinie, eine IT-Richtlinie, eine Datenschutzrichtlinie und diverse andere Richtlinien mit praktischen Handlungsempfehlungen bspw. zur Arbeitssicherheit und Unfallprävention sowie weiteren Musterformularen. Ferner werden regelmäßige Überprüfungen der Compliance-Organisation durch interne Revisionsteams mit Unterstützung unserer externen Compliance-Verantwortlichen durchgeführt. Chancen Die Chancen der Gesellschaft ergeben sich einerseits durch den kontinuierlichen Instandhaltungs- und Reparaturbedarf der gesamten Verkehrsinfrastruktur in unserem Marktraum. Der Verfall aufgrund unterlassener bzw. aufgeschobener Sanierungsmaßnahmen verursachte bereits in den letzten Jahren und erfordert auch künftig einen höheren Sanierungsaufwand insbesondere im Bereich der Landes-, Kreis- und Kommunalstraßen. Von der für die kommenden Jahre beschlossenen Verstetigung der Straßenverkehrshaushalte des Bundes erwarten wir aufgrund der beschränkten Kapazitäten der öffentlichen Verwaltungen und der Planungsbüros nur geringe Wachstumsimpulse in unseren Märkten, auch weil in unseren Kernmärkten immer noch wesentliche Teile der in den Verkehrswegebau fließenden Mittel auf den Bau und die Sanierung von Brücken entfallen, der weniger rohstoffintensiv ist. Der bestehende Personalmangel der Verwaltungen wurde durch den schleppenden Start der Autobahn GmbH als zentraler Infrastrukturgesellschaft des Bundes verstärkt. Ferner ermöglichen größere regionale Infrastruktur- und Gewerbeprojekte Chancen zur Vermarktung unserer Produkte und Leistungen und können damit zu bedeutenden Absatz- und Umsatzsteigerungen führen. Eine starke Immobilien- und Industriekonjunktur wirkt sich ebenfalls positiv auf unsere Geschäfte aus und zieht auch weitere (z.B. kommunale) Investitionen nach sich. Gesamtbeurteilung Zusammenfassend beurteilt die Geschäftsführung die Chancen- und Risikosituation der Gesellschaft trotz der bereits bestehenden gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen und voraussichtlich noch weiterer kommender Restriktionen durch den Ukraine-Konflikt und die scheinbar abklingende, akute Corona-Pandemie unverändert als solide. Der Geschäftsführung sind keine Risiken ersichtlich, aus denen eine unmittelbare Gefährdung für den Fortbestand des Unternehmens abgeleitet werden konnte. 7. Ausblick 2022 Die erneute Mutation des Corona-Virus zum Jahresende 2021, bekannt als Omikron-Variante, bremst die wirtschaftliche Erholung in Deutschland vorerst aus. Die vierte Corona-Welle und ihre Folgen beeinträchtigten die deutsche Wirtschaft somit auch im 1. Quartal 2022. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ging bis zum Angriff Russlands auf sein Nachbarland Ukraine und dem damit ausgelösten Ausbruch des Ukraine-Kriegs davon aus, dass im Verlauf des Jahres 2022 eine konjunkturelle Erholung eintreten und das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,6 % zunehmen werde. Lieferengpässe bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen ebenso wie bei halbfertigen Materialen und Zwischenmitteln sollten sich im Jahresverlauf allmählich auflösen und die Industrie ihre Produktion wieder ausweiten. Dieser grundsätzliche Trend besteht nun gut 6 Wochen nach Ausbruch des Krieges zwar weiterhin, jedoch versehen mit einer Vielzahl von zusätzlichen Risiken und geprägt durch massive Preissteigerungen bei Brennstoffen und Rohstoffen aller Art aufgrund absehbarer Verknappungen am Weltmarkt. Eine Inflationsspirale scheint ausgelöst. Die Wachstumsprognosen der Bundesregierung wurden zwischenzeitlich mehrfach reduziert. Die aktuelle Inflationsprognose für Deutschland tendiert auf Jahressicht 2022 über 5 %. Die andauernde kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine beeinträchtigt den Markt für Roh- und Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle massiv. Die Abhängigkeit Deutschlands und der europäischen Wirtschaft von russischen Einfuhren ist hoch. Bereits die Debatte um einen potenzieller Öl- und Gaslieferstopp ließ die Preise am Energiemarkt mit bisher nicht gesehener Dynamik dramatisch steigen. Die Volatilitäten sind enorm und die Sensitivität auf politische Tagesmeldungen kaum absehbar. Die Verfügbarkeit von raffinierten Erdölprodukten sowie von Gas ist weiter gegeben. Es wird jedoch teilweise mit Lieferengpässen gerechnet. In diesem Zusammenhang hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz vorsorglich Ende März die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Die Versorgungssicherheit sei jedoch weiter gewährleistet. Die Sicherung der Energieversorgung der deutschen und europäischen Wirtschaft stellt eine volkswirtschaftliche, aber auch unternehmerische Herausforderung dar. Weder Raffinerie- und Kraftwerksbetreiber noch Gas-Händler können derzeit langfristig am Energiemarkt planen, dadurch fällt es Unternehmen schwer mittel- und langfristige Lieferverträge für die Zukunft zu adäquaten Preisen abzuschließen. Eine mögliche Deeskalation des Ukraine-Konfliktes würde am Energiemarkt voraussichtlich für kurzfristige Entlastungen sorgen. Neben der durch den Ukraine-Krieg geprägten gesamtwirtschaftlichen Situation spielt 2022 die eingeleitete Straffung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) in 2022 voraussichtlich eine maßgebliche Rolle. Die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und private Haushalte werden schrittweise verschärft. Kredite werden somit absehbarer teurer. Begründet wird der Strategiewechsel der EZB u.a. mit der anziehenden Inflation. Sie stieg von + 0,5 % im Jahr 2020 auf + 3,1 % in 2021. Bereits dies setzt die EZB unter Druck ihre Geldpolitik zu straffen. Das allgemeine Zinsniveau wird in der Folge steigen. Trotzdem greift der Staat weiter auf allen Ebenen mit diversen Maßnahmen und Programmen unterstützenden für eine Vielzahl von Wirtschaftszweigen, konsumtiv sowie investiv mit in der jüngeren Geschichte nie dagewesenen Umfang ein. Allein die Rüstungsausgaben sollen in den kommenden Jahren durch ein Sondervermögen von 100 Mrd. € in hohem Maße ausgeweitet werden. Die auch nach den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 immer noch vergleichsweise solide Ausstattung des Bundeshaushalts ermöglicht diesen Handlungsspielraum. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe entwickelten sich 2021 mit einem Plus von nominal 9,4 % auf den ersten Blick sehr positiv im Vergleich zum Vorjahr. Preisbereinigt ergibt sich vor dem Hintergrund hoher Preissteigerungen vor allem bei einzelnen Baumaterialien ein deutlich geringeres Wachstum von 2,3 %. Der Auftragsbestand des Bauhauptgewerbes lag zum Jahresende 2021 bei 64,3 Mrd. € (+ 15,6 % ggü. Vorjahr). Im Januar 2022 war laut Angaben des Statistischen Bundesamtes real bereits ein Rückgang der Ordertätigkeit (- 4,4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat) zu verzeichnen. Trotz des realen Rückgangs erreichte der nominale Auftragsbestand im Januar 2022 mit einem Volumen von 7,0 Mrd. € den höchsten bisher gemessenen Wert in einem Januar. Der nominale Umsatz im Bauhauptgewerbe ist im Januar 2022 ggü. dem Vorjahresmonat um 20,1 % auf 4,9 Mrd. € gestiegen. Diese hohe Umsatzsteigerung ist auch auf einen besonders schwachen Jahresstart 2021 bedingt durch das Auslaufen der temporären Mehrwertsteuersenkung im Jahr 2020 sowie die stark gestiegenen Baupreise (real + 7,0 % ggü. Januar 2021) zurückzuführen. Dieses gespaltene Bild unterstreicht die Situation der Bauwirtschaft. Hervorgerufen auch durch die Lieferengpässe bei Baumaterialien sei es laut Angaben des Branchenverbands zu Verzögerungen bei vielen Projekten gekommen. Gehofft habe man, dass sich die Materialversorgung 2022 beruhigt und die Auftragsbestände zügig abgearbeitet werden könnten. Nunmehr sei auch durch den Ukraine-Krieg eine Fortsetzung der Probleme bei der Materialbeschaffung zu erwarten. Jedes dritte Bauunternehmen beziehe Baumaterial aus Russland oder der Ukraine. Eine deutliche Mehrheit von Umfrageteilnehmern des Branchenverbandes hätte aktuell in ihrer Bautätigkeit von Problemen berichtet. Hierzu zählten die Lieferengpässe und starken Preissteigerungen bei Baumaterialien. Selbst bei laufenden Projekten sei dies der Fall. Die Angebotsabgabe sei teilweise unterbrochen worden. Als Reaktion auf das kaum absehbare Umfeld am Energiemarkt und die in der Folge stark steigenden Preise für Vorprodukte und Baumaterialien aller Art plädiert der Branchenverband gegenüber den Auftraggebern für großzügigere Preisgleitungen. Ansonsten könne es zu Verzögerungen oder nicht Ausführung von Bauprojekten kommen und viele Bauunternehmen würden sich nicht mehr in der Lage sehen Angebote für ausgeschriebene Bauvorhaben abzugeben. Folglich kann sich die Situation bald auf die allgemeine Auftragslage der Branche auswirken, obwohl die hohen Auftragsbestände eine grundsätzlich gute Auslastung erwarten ließen. Moderate Tarifabschlüsse würden den Kostendruck der Bauwirtschaft mindern, sind jedoch derzeit nicht zu erwarten. Die Anzahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe ist 2021 weiter um 2,3 % gestiegen. Im Jahr 2022 wird für den öffentlichen Bau als einzige Bausparte ein nominaler Umsatzrückgang von - 3 % erwartet. Einer der Gründe für den Rückgang sind die Anlaufprobleme der Autobahn GmbH. Die neugeschaffene zentrale Struktur konnte die zugewiesenen Mittel für Investitionen in den Neu- und Ausbau des Bundesfernstraßennetzes nicht vollständig in reale Baumaßnahmen umsetzen. Bisher wurde der Investitionsstau nicht gelöst. Die Aussicht für 2022 war auf den ersten Blick positiver. Die alte Bundesregierung hatte in ihrem Haushaltsentwurf 2022 ein Investitionsvolumen von 19,2 Mrd. € vorgesehen, was einer Steigerung von 10 % im Vergleich zum Vorjahr entsprochen hätte. Zudem ist im neuen Koalitionsvertrag bereits festgelegt, dass die Mittel für Bundesfernstraßen bis zum Jahr 2025 schrittweise erhöht werden sollen. Der Fokus für die Mittelvergabe soll dabei auf den Erhalt und die Sanierung der bestehen Infrastruktur gelegt werden. Trotz dieser geplanten Investitionen ermittelte das Institut für Urbanistik 2021 einen Investitionsstau von 150 Mrd. €, wovon ein wesentlicher Teil auf die Verkehrsinfrastruktur entfalle. Von einer weiteren Zunahme des Investitionsrückstands sei im laufenden Jahr auszugehen. Mittelfristig kann die Bauwirtschaft jedoch von den angekündigten Investitionen in den Umbau der Infrastruktur und der Klimaschutzmaßnahmen profitieren. Strassing verfügt zum Jahresbeginn über sehr hohe Auftragsbestände. Die Bauleistung sollte folglich das Niveau des Vorjahres auch preisbereinigt leicht überschreiten. Trotz des hohen Preisdrucks seitens der Baumaterialien bei gleichzeitig unverändert umkämpfenden Märkten mit hohen Baukapazitäten, erwarten wir den Ergebnisbeitrag auf dem Niveau des Jahres 2021 zu stabilisieren. Der weitgehend ausgebliebene Winter in Hessen und Thüringen ermöglichte als Basis einen soliden Start ins Jahr. In den Jahren 2022 und 2023 werden wir für die Erneuerung unserer Mobilgeräte sowie für Erweiterungen der Anlagentechnik sowie Gebäudeinfrastruktur erforderlichen Investitionen durchführen. Die Investitionen bleiben auf hohem Niveau. Diese werden wie in der Vergangenheit aus der Innenfinanzierung abgedeckt werden können. 8. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Vorgänge von wesentlicher Bedeutung haben sich nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 nicht ereignet. Bestandsgefährdende Risiken oder Entwicklungen sind derzeit nicht erkennbar. Im Hinblick auf die durch den Ausbruch des Ukraine-Krieges seit Ende Februar 2022 nochmals verstärkten gesamtwirtschaftlichen Verwerfung durch erhebliche Preissteigerungen und absehbare, teilweise bereits auftretende Versorgungsengpässe bei wesentlichen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen verweisen wir auf unsere Ausführungen in Abschnitt 7 dieses Lageberichts.
Bad Soden-Salmünster, 14. April 2022 Strassing GmbH Geschäftsführung Gerrit Bielack Jürgen Faupel Stefan Kahle Andreas Mechler Christian Schürner Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Strassing GmbH, Bad Soden-Salmünster Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Strassing GmbH, Bad Soden-Salmünster, - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Strassing GmbH, Bad Soden-Salmünster, für das Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 14.04.2022 Grant
Thornton AG
Clemens, Wirtschaftsprüfer Heinrich, Wirtschaftsprüfer |
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