Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft

Provinzialplatz 1, 40591 Düsseldorf, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Düsseldorf HRB 41241
Vorher
Pro-Jekt Verwaltungs AGProvinzial Rheinland Versicherung AG Die Versicherung der Sparkassen
Eingetragen
6.9.2001
Branche
Tätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertreternTätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklernManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit aktivem Versicherungsgeschäft
Gegenstand
a) Der Betrieb aller Arten der Schaden- und Unfallversicherung sowie die Versicherung von Beistandsleistungen, von Krankheit (Tagegeld) sowie von Kredit (Abzahlungsgeschäfte) und Kaution (Sicherung der Zahlungsverpflichtungen von Darlehnsnehmern gegen Arbeitseinkommensverlust). b) der Betrieb der Mit- und Rückversicherung sowie die Vermittlung von Versicherungsverträgen auch in Zweigen, die es nicht selbst betreibt, c) die Vermittlung von Sparverträgen, Bausparverträgen und sonstigen Geschäften, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Versicherungsbetrieb stehen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Vorstandsmitglied
Isabel Fleermann
seit 6.11.2025
Prokura
Frank Hecker
seit 25.7.2025
Prokura
Marie-Luise Ziegler
seit 25.7.2025
Prokura
Michael Biermann
seit 8.4.2025
Prokura
Nina Schmal
seit 10.3.2025
Vorstandsmitglied
Wiebke Salhoffen
seit 9.12.2024
Prokura
André Nakonetzki
seit 9.12.2024
Prokura
Christian Bagh
seit 9.12.2024
Prokura
Elisa Beyer
seit 9.12.2024
Prokura
Florian Knackstedt
seit 26.6.2024
Prokura
Prokura
Patrick Köper
seit 26.6.2024
Prokura
Stephan Kaiser
seit 26.6.2024
Prokura
Gerrit Prüter
seit 26.6.2024
Prokura
Alexander Böhm
seit 22.1.2024
Prokura
Olga Morduchovitch
seit 19.12.2023
Prokura
Birgit Niggemann
seit 19.12.2023
Prokura
Jens Wunderlich
seit 19.12.2023
Prokura
Oliver Vogt
seit 19.12.2023
Prokura
Andreas Teupen
seit 29.9.2023
Prokura
Eva Kleinemeier
seit 29.9.2023
Prokura
Peter Anders
seit 29.9.2023
Prokura
Annette Loechelt
seit 29.9.2023
Prokura
Gitta Dyballa
seit 29.9.2023
Prokura
Rainer Sommer
seit 21.6.2023
Vorstandsmitglied
Wolfgang Breuer
seit 13.1.2021
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied
Sabine Krummenerl
seit 15.7.2009
Vorstandsmitglied
Patric Fedlmeier
seit 13.5.2009
Vorstandsmitglied
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Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Geschäftsbericht

Tätigkeitsbereiche des Vorstands

Dr. Wolfgang Breuer


Vorsitzender des Vorstands,


Ressort Vorstandsvorsitz, Kunden & Marken

Sabine Krummenerl


Mitglied des Vorstands, Ressort Komposit, Maklervertrieb

Dr. Ulrich Scholten


Mitglied des Vorstands, Ressort Finanzen und Kapitalanlagen

Patric Fedlmeier


Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands, Ressort Personal, Konzernservices, Ausschließlichkeitsvertrieb, Sparkassenvertrieb

Guido Schaefers


Mitglied des Vorstands, Ressort Leben

Dr. Rainer Sommer


Mitglied des Vorstands seit 1. Juni 2023, Ressort Vertragsservice & Schaden Komposit, Technologie, Betriebsorganisation


Die Angaben im Kapitel Vorstand sind Bestandteil des Anhangs.

Aufsichtsrat

Prof. Dr. Liane Buchholz


Präsidentin des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe, Vorsitzende

Ansgar Pöppelmann


Vorsitzender des Betriebsrats des Gemeinschaftsbetriebs der Provinzial am Standort Münster, Mitglied des Konzernbetriebsrats der Provinzial Holding AG - freigestellt -


Stellvertretender Vorsitzender

Sören Börding


Stv. Vorsitzender des Betriebsrats des Gemeinschaftsbetriebs der Provinzial am Standort Düsseldorf, Mitglied des Konzernbetriebsrats der Provinzial Holding AG - freigestellt -

Götz Bormann


Vorsitzender des Vorstands der Förde Sparkasse

Dr. Martin Creutz


Bereichsleiter der Provinzial Versicherung AG

Eva Irrgang


Landrätin des Kreises Soest, Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Landschaftsversammlung des Landschaftsverbands


Westfalen-Lippe

Rainer Jahnke


Vorsitzender des Vorstands der Stadtsparkasse


Wermelskirchen

Prof. Dr. Christoph Landscheidt


Bürgermeister der Stadt Kamp-Lintfort

Kristin Lange


Gewerkschaftssekretärin ver.di Bezirk Düssel-Rhein-Wupper

Ulrike Lubek


Direktorin des Landschaftsverbands Rheinland

Dr. Georg Lunemann


Landesdirektor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe

Mira Mende


2. stv. Vorsitzende des Betriebsrats der Provinzial am Standort Düsseldorf, Mitglied des Konzernbetriebsrats der Provinzial Holding AG - freigestellt -

Friederike Michels-Funcke


Mitglied des Betriebsrats der Provinzial am Standort Münster, Mitglied des Konzernbetriebsrats der Provinzial Holding AG - freigestellt -

Anke Paletta


Vorsitzende des Betriebsrats des Gemeinschaftsbetriebs der Provinzial am Standort Düsseldorf, Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der Provinzial Holding AG - freigestellt -

Dr. Eckhard Ruthemeyer


Bürgermeister der Stadt Soest

Frank Schischefsky


Pressesprecher ver.di


Landesbezirk Nord

Manfred Schnur


Landrat der Kreisverwaltung


Cochem-Zell

Peter Scholten


(bis 31. Dezember 2023)


Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Rhein-Nahe i. R.

Alexandra Skubella


Gewerkschaftssekretärin ver.di Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland

Anne Wimmersberg


2. stv. Vorsitzende des Betriebsrats des


Gemeinschaftsbetriebs der Provinzial am Standort Münster - freigestellt -


Die Angaben im Kapitel Aufsichtsrat sind Bestandteil des Anhangs.

Lagebericht

Das Geschäftsjahr 2023 im Überblick


Die Provinzial Versicherung AG blickt auf ein starkes selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft im Jahr 2023 zurück. Bei einem über dem Marktdurchschnitt liegenden Beitragswachstum sowie einer rückläufigen Schadenbelastung wurde ein sehr gutes versicherungstechnisches Bruttoergebnis erzielt. Hohe Abgaben an die Rückversicherer sowie hohe, substanzstärkende Zuführungen zu den Schwankungsrückstellungen führten jedoch zu einem negativen versicherungstechnischen Nettoergebnis. Das Kapitalanlageergebnis lag leicht unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt wurde ein Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von 31,0 (Vorjahr: 62,0) Mio. Euro erzielt.


Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen:

Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen des selbst abgeschlossenen Geschäfts wuchsen um 8,9 % auf 3.192,1 (2.930,3) Mio. Euro. Das deutlich über dem Marktniveau von 6,8 % liegende Wachstum war insbesondere auf inflationsbedingte Indexanpassungen in der Sachversicherung, aber auch auf Sanierungserfolge im Großkundengeschäft zurückzuführen.

Die bilanziellen Bruttoschadenaufwendungen im selbst abgeschlossenen Geschäft verringerten sich trotz inflationsbedingt gestiegener Bau-, Material- und Lohnkosten auf 2.023,4 (2.142,3) Mio. Euro. Dazu trugen sowohl das deutlich verbesserte Ergebnis aus der Abwicklung der Vorjahresschäden als auch die verhältnismäßig geringe Kumulschadenbelastung bei. Die bilanzielle Bruttoschadenquote verbesserte sich deutlich auf 64,1 (73,6) %.

Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb im selbst abgeschlossenen Geschäft erhöhten sich auch aufgrund der infolge des guten Neugeschäfts gestiegenen Provisionen um 9,7 % auf 775,0 (706,2) Mio. Euro. Die Kostenquote im selbst abgeschlossenen Geschäft lag mit 24,5 (24,3) % oberhalb des Vorjahresniveaus.

Die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote) im selbst abgeschlossenen Geschäft verbesserte sich auf 88,6 (97,8) %. Sie lag damit deutlich unter dem Marktdurchschnitt von voraussichtlich 99 %. Das selbst abgeschlossene versicherungstechnische Geschäft schloss mit einem Bruttoergebnis in Höhe von 308,6 (27,9) Mio. Euro. Dies stellt eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem durch die Winterstürme und das Unwetterereignis "Emmelinde" belasteten Vorjahr dar.

Im Gegensatz zum Vorjahr, in dem die Rückversicherer das Ergebnis mit 12,4 Mio. Euro unterstützt hatten, profitierten sie im Geschäftsjahr in Höhe von 170,9 Mio. Euro vom guten Bruttoergebnis. Den Schwankungsrückstellungen wurden per saldo 157,5 (38,2) Mio. Euro zugeführt. Damit konnte die Substanz der Provinzial Versicherung AG deutlich gestärkt werden. Insgesamt lag das versicherungstechnische Nettoergebnis im selbst abgeschlossenen Geschäft bei -19,8 (2,0) Mio. Euro.

Das Beitragsvolumen im übernommenen Geschäft wuchs auf 164,9 (144,7) Mio. Euro. Das versicherungstechnische Nettoergebnis des in Rückdeckung übernommenen Geschäfts belief sich auf -26,8 (-2,5) Mio. Euro.

Im Gesamtgeschäft ergab sich somit für die Provinzial Versicherung AG ein versicherungstechnisches Nettoergebnis von -46,6 (-0,5) Mio. Euro.

Das Kapitalanlageergebnis verringerte sich insbesondere aufgrund geringerer Fondsausschüttungen auf 82,4 (104,4) Mio. Euro. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen lag mit 1,4 (1,8) % entsprechend unterhalb des Vorjahreswerts. Aufgrund des leicht gesunkenen, aber weiterhin relativ hohen Zinsniveaus und der positiven Entwicklungen an den Aktienmärkten stiegen die Bewertungsreserven auf 821,6 (535,1) Mio. Euro. Die Reservequote erhöhte sich auf 13,6 (9,2) %.

Insgesamt betrug das Jahresergebnis vor Steuern der Provinzial Versicherung AG 31,5 (63,7) Mio. Euro. Da die Provinzial Holding AG als Trägerin der ertragsteuerlichen Organschaft den Ertragsteueraufwand für den Organkreis ausweist, entspricht das Jahresergebnis nach Steuern in Höhe von 31,0 (62,0) Mio. Euro im Wesentlichen dem Jahresergebnis vor Steuern. Der Jahresüberschuss wird im Rahmen des bestehenden Gewinnabführungsvertrags vollständig an die Provinzial Holding AG abgeführt.

Geschäftsmodell

Einbindung in den Provinzial Konzern


Die Provinzial Versicherung AG ist Teil des Provinzial Konzerns. Die dem Provinzial Konzern zugehörigen Versicherungsunternehmen werden im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der Provinzial Holding AG einbezogen. Unter dem Dach der Provinzial Holding AG mit Sitz in Münster agieren folgende Versicherungsunternehmen:

Schaden- und Unfallversicherer

Provinzial Versicherung AG, Düsseldorf,

Provinzial Nord Brandkasse AG, Kiel,

Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG, Hamburg,

Lippische Landesbrandversicherung AG, Detmold,

ProTect Versicherung AG, Düsseldorf,

Sparkassen DirektVersicherung AG, Düsseldorf,

andsafe AG, Münster.

Lebensversicherer

Provinzial NordWest Lebensversicherung AG, Kiel,

Provinzial Rheinland Lebensversicherung AG, Düsseldorf.


Die Asset-Management-Aktivitäten sind in der Provinzial Asset Management GmbH gebündelt. Die Gesellschaft wird durch Mandatserteilung mit der Betreuung der Vermögensanlagen beauftragt und platziert diese - unter Abwägung von Chancen und Risiken - bestmöglich am Markt. Die Funktionen des Kapitalrisikomanagements bleiben Aufgabe der Konzerngesellschaften.

Aktionäre der Provinzial Holding AG


Der Aktionärskreis der Provinzial Holding AG setzt sich aus der Provinzial Rheinland Holding AöR (44,50 %), der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH (ca. 23,02 %), dem Sparkassenverband Westfalen-Lippe (22,20 %) sowie dem Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein (ca. 10,28 %) zusammen. Gewährträger der Provinzial Rheinland Holding AöR sind der Rheinische Sparkassen- und Giroverband mit 34 %, der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz mit 33 ⅓ % und der Landschaftsverband Rheinland mit 32 ⅔ %.

Geschäftstätigkeit, Produkte und Marktposition


Die Geschäftstätigkeit der Provinzial Versicherung AG erstreckt sich auf das selbst abgeschlossene sowie das in Rückdeckung übernommene Schaden-und Unfallversicherungsgeschäft. Sie gehört zur Gruppe der öffentlichen Versicherer und ist Mitglied der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Schaden- und Unfallversicherung umfasst die Haftpflicht-, Unfall-, Kraftfahrt-, Sach- und Sonstigen Versicherungen. Das ebenfalls betriebene aktive Rückversicherungsgeschäft wird am nationalen Markt gezeichnet. Es beschränkt sich neben der Rückversicherung des Erstversicherungsgeschäfts ebenfalls zum Provinzial Konzern gehörender Gesellschaften im Wesentlichen auf Pool-Gemeinschaften der deutschen Versicherungswirtschaft. Eine Übersicht über das selbst betriebene und das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft gibt das Kapitel Betriebene Versicherungszweige und Versicherungsarten.


Die Provinzial Versicherung AG betreibt das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft in Nordrhein-Westfalen mit Ausnahme des ehemaligen Landes Lippe (in den Grenzen von 1924) sowie in den in Rheinland-Pfalz gelegenen ehemaligen Regierungsbezirken Koblenz und Trier. Mit einem Gesamtbeitragsvolumen von rund 3,4 Mrd. Euro ist die Provinzial Versicherung AG Marktführer in ihrem Geschäftsgebiet mit einer Bevölkerung von nahezu 20 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern.


In der Lebensversicherung werden in Westfalen die Produkte der Provinzial NordWest Lebensversicherung AG und im übrigen Geschäftsgebiet die Produkte der Provinzial Rheinland Lebensversicherung AG vermittelt. In der privaten Krankenversicherung werden die Produkte der Union Krankenversicherung AG (UKV) und in der Rechtsschutzversicherung die Produkte der ÖRAG Rechtsschutzversicherungs-AG angeboten. Hierbei handelt es sich um Gemeinschaftsunternehmen der öffentlichen Versicherer, die in ihren Geschäftsfeldern eine gute Marktposition aufbauen konnten.

Unsere Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartner


Der Vertrieb der Produkte der Provinzial Versicherung AG erfolgt über selbstständige Geschäftsstellenleiterinnen und -leiter sowie über die Sparkassen im Geschäftsgebiet. Im Firmenkundengeschäft arbeiten wir darüber hinaus mit ausgewählten Maklerinnen und Maklern zusammen. Gemeinsam mit unseren Vertriebspartnerinnen und -partnern legen wir besonders großen Wert auf eine bedarfsgerechte Beratung und Betreuung der Kundinnen und Kunden. Alle Vertriebspartnerinnen und -partner und alle in der Versicherungsvermittlung tätigen Bereiche der Regionalversicherer im Provinzial Konzern sind dem Verhaltenskodex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für den Vertrieb von Versicherungsprodukten verpflichtet.

Agenturen


Bei den selbstständigen Agenturleiterinnen und -leitern handelt es sich um Handelsvertreter gemäß § 84 HGB, die ausschließlich die Produkte der in der jeweiligen Region tätigen Erstversicherer vermitteln. Mit insgesamt 1.048 Agenturen (inkl. Zweigstellen) ist die Provinzial Versicherung AG flächendeckend im Geschäftsgebiet präsent und somit für die Kundinnen und Kunden gut erreichbar. Das Neugeschäft konnte gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden. Insbesondere in der Kraftfahrtversicherung waren die Agenturen sehr erfolgreich.


Der persönliche Kundenkontakt hat auch in Zeiten der Digitalisierung einen hohen Stellenwert. Aus diesem Grund setzt die Provinzial auf die hybride Agentur, die die Chancen der Digitalisierung mit den Vorteilen des persönlichen Kontakts und des regionalen Know-hows kombiniert. Der Bereich Vertriebsmanagement betreut die Ausschließlichkeitsorganisation im gesamten Konzerngebiet und strebt mit dem Fokus auf die Besonderheiten der Agenturen die nachhaltige Stärkung und Weiterentwicklung des Vertriebswegs an. Im Mittelpunkt stehen dabei Vergütungssysteme, die Entwicklung der Agenturen sowie Beraterinnen und Berater, Marketingunterstützung sowie die Vertriebskonzeption. Die operative Betreuung der Agenturen erfolgt über regional aufgestellte und ausgerichtete Vertriebs- und Gebietsdirektionen. Hier stehen das Erreichen der Vertriebsziele sowie die Sicherstellung und kontinuierliche Verbesserung der Betreuung im Mittelpunkt.


Am Ende des Berichtsjahres beschäftigten die 1.291 selbstständigen Versicherungskaufleute u. a. 1.048 Kundenbetreuerinnen und -betreuer in ihren Agenturen. Zusätzlich wurden 538 Auszubildende in den Provinzial Agenturen zu Kaufleuten für Versicherungen und Finanzen ausgebildet.

Sparkassen


Ein weiterer wichtiger Baustein unserer Vertriebsstrategie ist die enge Partnerschaft mit den Sparkassen. Die hohen Marktanteile und die Kundenbestände der 87 Sparkassen mit ihren Geschäftsstellen im Geschäftsgebiet bilden ein wertvolles Potenzial, das es gemeinsam weiter zu erschließen gilt. Das Neugeschäft lag leicht über dem Vorjahresniveau.


Der Versicherungsvertrieb durch die Sparkassen wird von der Provinzial eng begleitet und unterstützt.


Dem Bereich Vertriebsmanagement Sparkassen obliegt dabei die Steuerung und Planung, das Erarbeiten von sparkassenbezogenen Vertriebskonzepten und die Marketingunterstützung. Die Vertriebskonzepte richten sich bewusst an der Prozess- und Verkaufswelt sowie der Omnikanalstrategie der Sparkassen aus. Für die operative Umsetzung der Unternehmens- und Vertriebsstrategie, insbesondere für das Erreichen der Vertriebsziele sowie die fachliche und vertriebliche Betreuung der Sparkassen, sind die regionalen Vertriebs- und Gebietsdirektionen zuständig.

Maklervertrieb


Der Vertriebsweg Makler ist vor allem für das großvolumige Firmenkundengeschäft von großer Bedeutung. Vor allem durch ein erfolgreiches Neugeschäft in der Kraftfahrtversicherung konnte das Vorjahresergebnis deutlich übertroffen werden.

Dank an die Vertriebspartnerinnen und -partner


Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Vertriebspartnerinnen und -partnern, den Agenturleiterinnen und -leitern, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Sparkassen im Geschäftsgebiet sowie den Geschäftspartnerinnen und -partnern im Maklervertrieb für die gute Zusammenarbeit im Geschäftsjahr 2023.

Wirtschaftsbericht


Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Rückgang des Bruttoinlandsprodukts


Die deutsche Wirtschaft konnte im Jahr 2023 den Erholungskurs nach der Corona-Pandemie nicht fortsetzen. Eine weiterhin hohe, wenn auch unter dem Vorjahresniveau liegende Inflationsrate, die Auswirkungen der strafferen Geldpolitik sowie die geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland belasteten die wirtschaftliche Entwicklung. Das Bruttoinlandsprodukt sank preisbereinigt um 0,3 %.


Der Arbeitsmarkt verlor aufgrund der konjunkturellen Schwäche an Dynamik, erwies sich jedoch als robust. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm weiter zu. Höhere Tarifabschlüsse führten zu einem Anstieg der nominell verfügbaren Einkommen. Dennoch bedingten hohe Verbraucherpreise und die wirtschaftliche Unsicherheit einen Rückgang des privaten Konsums. Gleichzeitig war der staatliche Konsum deutlich rückläufig, nachdem dieser aufgrund staatlich finanzierter Corona-Maßnahmen in den vergangenen Jahren massiv angestiegen war. Die Bauinvestitionen sanken aufgrund hoher Kredit- und Baukosten. Insbesondere im Wohnungsbau führte die Zinswende zu Stornierungen und ausbleibenden Neuaufträgen. Auch die Industrie konnte keine Wachstumsimpulse liefern, zumal sich die globale Nachfrage nach Investitionsgütern reduzierte. Vor allem energieintensive Wirtschaftszweige wie die Chemie- oder Metallindustrie litten weiterhin unter den Folgen der Energiekrise.


Veränderung des realen Bruttoinlandsprodukts in Deutschland %

Zinsentwicklung an den Finanzmärkten


Im Jahr 2023 setzten die Notenbanken ihren geldpolitischen Straffungskurs aus dem Vorjahr zunächst fort und erhöhten die Leitzinsen mehrfach. Aufgrund des mittlerweile erreichten Zinsniveaus sowie des Rückgangs der Inflation verzichteten sie dann aber auf weitere Zinsschritte. So entschieden die US-Notenbank im Sommer 2023 sowie die EZB im Oktober 2023, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Außerdem reduzierte die EZB im Laufe des Jahres den Bestand der in den Anleihekaufprogrammen erworbenen Vermögenstitel langsam. Infolgedessen stiegen die Kapitalmarktzinsen bis zum Herbst deutlich an, sanken dann aber unter das Niveau zu Jahresbeginn. So belief sich die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen zum Ende des Geschäftsjahres auf 2,02 (2,57) %.

Rendite für zehnjährige Bundesanleihen %

Entwicklung der Aktienmärkte


Insgesamt entwickelten sich die Aktienmärkte positiv. Zwar war im Herbst ein deutlicher Rückgang zu beobachten, aber seit November haben die Aktienmärkte diese Verluste wieder aufgeholt. Der DAX erreichte im Dezember sogar mit 16.794 Punkten einen historischen Höchststand und notierte zum Jahresende knapp darunter bei 16.752 (13.924) Punkten. Der EURO STOXX 50 schloss bei 4.522 (3.794) Punkten.

DAX-und EURO STOXX 50-Entwicklung

Marktentwicklung in der Schaden- und Unfallversicherung


Nach Hochrechnung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verzeichnete die Schaden- und Unfallversicherung im Geschäftsjahr 2023 ein Beitragsplus von rund 6,8 % auf ca. 84,5 Mrd. Euro. In der privaten Sachversicherung wuchsen die gebuchten Beiträge aufgrund von inflationsbedingten Summen- und Beitragsanpassungen um 13,5 %. In der Verbundenen Wohngebäudeversicherung erhöhten sich die Beiträge sogar um 16,5 %. Der Anstieg in der nicht-privaten Sachversicherung betrug insgesamt 12,0 %. Neben den inflationsbedingten Anpassungen der Versicherungssummen wirkten sich die weiterhin steigende Nachfrage nach Elementardeckungen sowie die Absicherung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien positiv aus.


In der Allgemeinen Haftpflichtversicherung nahmen die Beiträge aufgrund steigender Lohn- und Umsatzsummen sowie der Beitragsanpassungsmöglichkeit zum 1. Juli 2023 um 3,0 % zu. In der Kraftfahrtversicherung erhöhten sich die gebuchten Beiträge um 4,8 %. Die Beiträge in der Unfallversicherung stagnierten, weil sich der Bestandsabrieb auch im Jahr 2023 fortsetzte.


Inflationsbedingt wuchs der Schadenaufwand im Jahr 2023 mit hoher Dynamik. In der privaten Sachversicherung, insbesondere in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung, verbesserte sich die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote) dennoch gegenüber dem von mehreren Sturmereignissen geprägten Vorjahr. In der nicht-privaten Sachversicherung erhöhte sie sich dagegen. In der Kraftfahrtversicherung führten der starke Anstieg der Preise für Ersatzteile sowie Engpässe in Werkstätten und bei Mietwagen zu einem erheblichen versicherungstechnischen Verlust. Die Allgemeine Haftpflicht- und insbesondere die Allgemeine Unfallversicherung verzeichneten dagegen weiterhin eine gute Ertragslage. Insgesamt verschlechterte sich die branchenweite Combined Ratio auf 99 (94,6) %.

Ertragslage


Die Provinzial Versicherung AG betreibt das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft und in geringerem Umfang auch das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft. Das aktive Rückversicherungsgeschäft wird überwiegend am nationalen Markt gezeichnet. Es beschränkt sich im Wesentlichen auf Gesellschaften des Provinzial Konzerns und auf Pool-Gemeinschaften der deutschen Versicherungswirtschaft. Gemessen an den Gesamtbeitragseinnahmen kommt dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft eine untergeordnete Bedeutung zu.

Beitragseinnahmen


Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen der Provinzial Versicherung AG im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft wuchsen um 8,9 % auf 3.192,1 (2.930,3) Mio. Euro. Damit lag das Beitragswachstum über dem vom GDV für das Geschäftsjahr 2023 hochgerechneten branchenweiten Beitragsanstieg von 6,8 % und über der im letztjährigen Prognosebericht erwarteten Steigerungsrate von 5,0 %.

Entwicklung der gebuchten Bruttobeiträge des selbst abgeschlossenen Geschäfts

* Rückwirkend zum 1. Januar 2021 wurde die Westfälische Provinzial Versicherung AG auf die zur Provinzial Versicherung AG umfirmierte Provinzial Rheinland Versicherung AG verschmolzen.


Wachstumstreiber war insbesondere die Verbundene Wohngebäudeversicherung, die mit 1.050,5 (901,4) Mio. Euro das größte Beitragsvolumen aufwies. Inflationsbedingte Indexanpassungen, aber auch ein sanierungsbedingtes Wachstum im Geschäft mit Wohnungsunternehmen führten zu einem Plus von 16,5 %. Ebenso verzeichneten die Feuer-, Sturm-, Leitungswasser- und die Extended Coverage (EC)-Versicherung ein überdurchschnittliches Wachstum. In der Kraftfahrt-, Haftpflicht- und Unfallversicherung stiegen die gebuchten Beiträge moderat.


Im in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft spiegelte sich die Entwicklung der anderen Versicherungsunternehmen im Konzern insbesondere in der Versicherung der Feuerrisiken wider. Daher ergab sich ein Anstieg der gebuchten Beitragseinnahmen auf 164,9 (144,7) Mio. Euro. Insgesamt erhöhten sich die Bruttobeitragseinnahmen des Gesamtgeschäfts um 9,2 % auf 3.357,0 (3.075,1) Mio. Euro.

Schadenaufwand


Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle gingen gegenüber dem durch die Wintersturmserie und das Unwetterereignis "Emmelinde" belasteten Vorjahr zurück. Die Geschäftsjahresschadenaufwendungen stiegen leicht an, wobei sich die Entwicklung in den einzelnen Versicherungszweigen unterschiedlich darstellte. Spürbar gestiegene Reparatur- und Ersatzteilkosten führten insbesondere in der Kraftfahrtversicherung zu einem deutlichen Anstieg der Geschäftsjahresschäden. In der Feuerversicherung sanken sie trotz einer wiederum hohen Großschadenbelastung leicht. Da die Schadenaufwendungen trotz der Unwetterereignisse "Lambert" und "Zoltan" sowie des Hochwassers im Dezember im Vergleich zu den Kumulschäden des Vorjahres erheblich geringer ausfielen, nahmen die Geschäftsjahresschäden in der Verbundenen Wohngebäude- und in der Sturmversicherung deutlich ab.


Zum Rückgang der Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle trug das Ergebnis aus der Abwicklung von Vorjahresschäden bei. Es normalisierte sich, nachdem es im Vorjahr insbesondere aufgrund von Nachreservierungen für das im Jahr 2021 eingetretene Unwetterereignis "Bernd" deutlich niedriger ausgefallen war.


Insgesamt verringerten sich die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle im selbst abgeschlossenen Geschäft auf 2.023,4 (2.142,3) Mio. Euro. Die bilanzielle Bruttoschadenquote im selbst abgeschlossenen Geschäft verbesserte sich deutlich auf 64,1 (73,6) %.

Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle des selbst abgeschlossenen Geschäfts

* Rückwirkend zum 1. Januar 2021 wurde die Westfälische Provinzial Versicherung AG auf die zur Provinzial Versicherung AG umfirmierte Provinzial Rheinland Versicherung AG verschmolzen.


Die Bruttoschadenaufwendungen für Versicherungsfälle des übernommenen Geschäfts erhöhten sich um 14,1 % auf 102,5 (89,8) Mio. Euro. Im Gesamtgeschäft betrugen die Schadenaufwendungen 2.125,8 (2.232,2) Mio. Euro. Die Bruttoschadenquote verbesserte sich auf 63,9 (73,0) %.

Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb


Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb im selbst abgeschlossenen Geschäft, bestehend aus Provisionsaufwendungen und Betriebskosten, stiegen im Berichtsjahr um 9,7 % auf 775,0 (706,2) Mio. Euro. Die Provisionsaufwendungen erhöhten sich infolge der Beitragsentwicklung auf 423,9 (368,6) Mio. Euro. Die Betriebskosten nahmen um 4,0 % auf 351,1 (337,6) Mio. Euro zu. Entsprechend stieg die Bruttokostenquote im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft auf 24,5 (24,3) %.


Im übernommenen Geschäft stiegen die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb auf 58,0 (53,8) Mio. Euro. Im Gesamtgeschäft betrugen die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 833,0 (760,0) Mio. Euro. Dies entsprach einer Bruttokostenquote von 25,1 (24,9) %.

Versicherungstechnisches Bruttoergebnis


Infolge dieser Einzelentwicklungen verbesserte sich die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote) im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft auf 88,6 (97,8) %. Sie lag damit deutlich unter der kritischen Marke von 100 % und unter dem Marktdurchschnitt von 99 %.


Die versicherungstechnische Ergebnissituation verbesserte sich erheblich im Vergleich zum Vorjahr. Im selbst abgeschlossenen Geschäft konnte ein versicherungstechnisches Bruttoergebnis in Höhe von 308,6 (27,9) Mio. Euro erzielt werden. Einen positiven Beitrag zum Bruttoergebnis lieferten insbesondere die Verbundene Wohngebäude-, die Haftpflicht-, die Verbundene Hausrat- und die Unfallversicherung. Die Kraftfahrtversicherung wies dagegen ein negatives versicherungstechnisches Bruttoergebnis aus, wozu auch die Bildung einer Drohverlustrückstellung in Höhe von 10,6 Mio. Euro beitrug.


Das versicherungstechnische Bruttoergebnis im in Rückdeckung übernommenen Geschäft verbesserte sich auf 0,2 Mio. Euro nach einem Verlust in Höhe von -3,3 Mio. Euro im Vorjahr. Im Gesamtgeschäft belief sich das versicherungstechnische Bruttoergebnis auf 308,9 (24,6) Mio. Euro.

Versicherungstechnisches Nettoergebnis


Im Gegensatz zum Vorjahr, als die Rückversicherer das Ergebnis im selbst abgeschlossenen Geschäft mit insgesamt 12,4 Mio. Euro gestützt hatten, nahmen sie im Geschäftsjahr mit 170,9 Mio. Euro am positiven Bruttoergebnis teil. Insbesondere in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung fiel der Rückversicherungssaldo aufgrund der moderaten Schadenbelastung deutlich zugunsten der Rückversicherer aus. Die Rückversicherung erfolgte in dieser Sparte nahezu ausschließlich konzernintern bei der Provinzial Holding AG.


Die gesetzlich gebotenen Schwankungsrückstellungen, die in schadenarmen Jahren als Ausgleich für schadenreiche Jahre gebildet werden, erhöhten sich per saldo um 157,5 (38,2) Mio. Euro. Zuführungen in Höhe von 165,6 Mio. Euro betrafen die Versicherungszweige Verbundene Wohngebäude-, Sturmund Extended Coverage (EC)-Versicherung. In diesen Zweigen waren die Schwankungsrückstellungen durch Entnahmen infolge des Unwetterereignisses "Bernd" im Jahr 2021 vollständig aufgelöst worden. Durch die Zuführungen im Berichtsjahr wurde die Substanz der Provinzial Versicherung AG wieder deutlich gestärkt. Entnahmen aus den Schwankungsrückstellungen waren dagegen vor allem in der Leitungswasserversicherung geboten. Insgesamt schloss das selbst abgeschlossene Geschäft im Berichtsjahr mit einem Nettoergebnis von -19,8 (2,0) Mio. Euro.


Im übernommenen Geschäft partizipierten die Rückversicherer nach einem ausgeglichenen Ergebnis im Vorjahr mit 15,6 Mio. Euro am Ergebnis. Den Schwankungsrückstellungen und den ähnlichen Rückstellungen waren per saldo 11,4 Mio. Euro zuzuführen nach einer Entnahme in Höhe von 0,7 Mio. Euro im Vorjahr. Somit schloss das versicherungstechnische Nettoergebnis mit -26,8 (-2,5) Mio. Euro.


Im Gesamtgeschäft betrug das versicherungstechnische Nettoergebnis -46,6 (-0,5) Mio. Euro.


Nähere Einzelheiten zur Entwicklung in den Versicherungszweigen sind dem Kapitel Geschäftsverlauf in den Versicherungszweigen zu entnehmen.

Versicherungstechnisches Ergebnis des selbst abgeschlossenen Geschäfts 2023 2022
Mio. EUR Mio. EUR
Versicherungstechnisches Bruttoergebnis 308,6 27,9
Rückversicherungsergebnis -170,9 12,4
Versicherungstechnisches Nettoergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung 137,7 40,2
Veränderung der Schwankungsrückstellung * -157,5 -38,2
Versicherungstechnisches Nettoergebnis -19,8 2,0

* - = Zuführung zur Schwankungsrückstellung.

Kapitalanlageergebnis


Das Kapitalanlageergebnis der Provinzial Versicherung AG wurde mit 82,4 (104,4) Mio. Euro niedriger ausgesteuert als im Vorjahr. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen verringerte sich entsprechend auf 1,4 (1,8) % und lag damit unter der im letztjährigen Prognosebericht geäußerten Erwartung von 2,1 %.


Die Gesamterträge aus Kapitalanlagen betrugen im Berichtsjahr 130,5 (146,4) Mio. Euro. Die darin enthaltenen laufenden Erträge aus Kapitalanlagen verringerten sich auf 124,1 (133,6) Mio. Euro. Zugunsten des Substanzaufbaus reduzierte Erträge aus Fondsausschüttungen wurden nur teilweise durch höhere Erträge aus Beteiligungen sowie höhere Zinsen auf Einlagen bei Kreditinstituten kompensiert. Die außerordentlichen Erträge gingen auf 6,4 (12,9) Mio. Euro zurück. Wesentlicher Bestandteil waren Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen in Höhe von 5,9 (12,6) Mio. Euro, die fast ausschließlich aus dem Verkauf eines Wertpapierfonds des Umlaufvermögens resultierten. Erträge aus Zuschreibungen fielen in Höhe von 0,5 (0,2) Mio. Euro an.


Die gesamten Aufwendungen für Kapitalanlagen stiegen um 14,4 % auf insgesamt 48,1 (42,1) Mio. Euro. Hierin enthalten waren Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen in Höhe von 22,8 (12,4) Mio. Euro. Diese resultierten fast ausschließlich aus dem Verkauf von Inhaberpapieren, die zu einem späteren Zeitpunkt zurückgekauft wurden. Die Abschreibungen auf Kapitalanlagen reduzierten sich auf 11,2 (14,7) Mio. Euro. Sie entfielen vor allem auf Anteile an verbundenen Unternehmen sowie Investmentfonds. Die Aufwendungen für die Verwaltung der Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstigen Aufwendungen betrugen 14,1 (14,9) Mio. Euro.

Nettoverzinsung und laufende Durchschnittsverzinsung der Kapitalanlagen %

* Rückwirkend zum 1. Januar 2021 wurde die Westfälische Provinzial Versicherung AG auf die zur Provinzial Versicherung AG umfirmierte Provinzial Rheinland Versicherung AG verschmolzen.

Sonstiges nichtversicherungstechnisches Ergebnis


Das sonstige nichtversicherungstechnische Ergebnis schloss mit -2,5 (-37,0) Mio. Euro. Sonstigen Erträgen in Höhe von 344,5 (271,4) Mio. Euro standen dabei sonstige Aufwendungen in Höhe von 347,0 (308,4) Mio. Euro gegenüber.


Beide Positionen beinhalten zum Großteil Erträge bzw. Aufwendungen aus Dienstleistungen. Darunter fallen z. B. Dienstleistungen für verbundene Unternehmen, die aus der gesellschaftsübergreifenden Arbeitsorganisation im Provinzial Konzern resultieren. Auch die Versicherungsvermittlung für die Provinzial NordWest Lebensversicherung AG sowie die Vermittlung von Rechtsschutzversicherungen für die ÖRAG sind Teil des Dienstleistungssaldos. Zwar ist das Verrechnungsvolumen insgesamt hoch, der Effekt daraus jedoch weitgehend ergebnisneutral, da Dienstleistungs- und Vermittlungserträgen entsprechende Aufwendungen gegenüberstehen.


Eine weitere wichtige Position bilden die Zinsen auf die personenbezogenen Rückstellungen, insbesondere auf Pensionsrückstellungen für Versorgungsberechtigte der ehemaligen Provinzial Rheinland Versicherung AG. Infolge des seit Anfang des Jahres 2022 beobachteten Zinsanstiegs stieg der als zehnjähriger Durchschnitt ermittelte Rechnungszinssatz für die Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen erstmalig leicht an (von 1,78 % auf 1,82 %). Der Rechnungszinssatz für sonstige langfristige personenbezogene Rückstellungen erhöhte sich von 1,44 % auf 1,74 %. Somit entstanden Zinsänderungserträge in Höhe von per saldo 6,7 Mio. Euro. Im Vorjahr fielen dagegen per saldo Zinsänderungsaufwendungen in Höhe von 10,5 Mio. Euro an. Insgesamt gingen die saldierten Zinsen auf personenbezogene Rückstellungen unter Berücksichtigung der zugehörigen Rückdeckungsversicherungen auf 8,4 (26,1) Mio. Euro zurück. Darüber hinaus fielen sonstige Zinsaufwendungen und Aufwendungen für das Unternehmen als Ganzes unter das sonstige nichtversicherungstechnische Ergebnis.

Jahresergebnis vor und nach Steuern


Insgesamt ergab sich ein Gesamtergebnis vor Gewinnabführung und Steuern in Höhe von 31,5 (63,7) Mio. Euro. Die im letztjährigen Prognosebericht geäußerte Erwartung eines Jahresergebnisses im Bereich von 170 bis 180 Mio. Euro wurde insbesondere aufgrund der im Vergleich zur Prognose mehr als doppelt so hoch ausfallenden Zuführungen zu den Schwankungsrückstellungen nicht erreicht.


Aufgrund der ertragsteuerlichen Organschaft führt die Provinzial Holding AG als Organträgerin die Ertragsteuern der Provinzial Versicherung AG ab. Somit wird die Ergebnisrechnung nur durch ertragsunabhängige Steuern in Höhe von 0,5 (1,7) Mio. Euro belastet. Das Jahresergebnis nach Steuern in Höhe von 31,0 (62,0) Mio. Euro wurde im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrags in voller Höhe an die Provinzial Holding AG abgeführt.

Entstehung und Verwendung des Jahresüberschusses 2023 2022
Mio. EUR Mio. EUR
Versicherungstechnisches Nettoergebnis Gesamtgeschäft -46,6 -0,5
Nichtversicherungstechnisches Ergebnis 78,1 64,1
davon Kapitalanlageergebnis 82,4 104,4
Gesamtergebnis vor Steuern 31,5 63,7
Steuern -0,5 -1,7
Gesamtergebnis nach Steuern 31,0 62,0
Gewinnabführung an die Provinzial Holding AG -31,0 -62,0
Jahresüberschuss - -

Geschäftsverlauf in den Versicherungszweigen

Bruttobeitragseinnahmen nach Versicherungszweigen 2023 2022 Veränd. Anteil
Mio. EUR Mio. EUR % %
Unfallversicherung 177,3 174,6 1,5 5,3
Haftpflichtversicherung 306,7 297,7 3,0 9,1
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 487,5 482,0 1,2 14,5
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 382,6 372,1 2,8 11,4
davon Fahrzeugvollversicherung 332,6 322,4 3,2 9,9
davon Fahrzeugteilversicherung 50,0 49,7 0,7 1,5
Feuerversicherung 183,3 158,6 15,6 5,5
davon Feuer-Industrie-Versicherung 34,4 27,7 24,4 1,0
davon Landwirtschaftliche Feuerversicherung 38,5 35,1 9,9 1,1
davon Sonstige Feuerversicherung 110,4 95,8 15,2 3,3
Verbundene Hausratversicherung 178,9 172,4 3,8 5,3
Verbundene Wohngebäudeversicherung 1.050,5 901,4 16,5 31,3
Sonstige Sachversicherung 361,7 314,5 15,0 10,8
davon Einbruchdiebstahl- und Raubversicherung 45,8 42,5 7,6 1,4
davon Leitungswasserversicherung 72,4 60,9 18,9 2,2
davon Glasversicherung 39,8 35,8 11,2 1,2
davon Sturmversicherung 82,2 70,1 17,3 2,4
davon Technische Versicherungen 45,7 42,7 7,1 1,4
davon Extended Coverage (EC)-Versicherung 73,3 60,2 21,8 2,2
davon übrige Sachversicherungen 2,5 2,4 4,4 0,1
Transport- und Luftfahrtversicherung 11,3 10,1 11,9 0,3
Beistandsleistungsversicherung 11,5 10,9 5,1 0,3
Sonstige Versicherungen 40,8 36,1 13,0 1,2
davon Betriebsunterbrechungsversicherung 29,9 26,7 12,2 0,9
davon übrige Versicherungen 10,8 9,4 15,3 0,3
Selbst abgeschlossenes Geschäft 3.192,1 2.930,3 8,9 95,1
In Rückdeckung übernommenes Geschäft 164,9 144,7 13,9 4,9
Gesamte Bruttobeitragseinnahmen 3.357,0 3.075,1 9,2 100,0

Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung


Die Bruttobeitragseinnahmen in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung wuchsen im Geschäftsjahr leicht auf 487,5 (482,0) Mio. Euro. Die Bruttoschadenaufwendungen erhöhten sich aufgrund spürbar gestiegener Reparatur- und Ersatzteilkosten um 21,3 % auf 446,4 (368,0) Mio. Euro. Dazu trug auch das verringerte Ergebnis aus der Abwicklung von Vorjahresschäden bei. Insgesamt stieg die Combined Ratio auf 109,9 (92,8) %. Sie lag damit über dem Branchendurchschnitt von voraussichtlich 101 %. Folglich verringerte sich das versicherungstechnische Bruttoergebnis deutlich auf -51,0 (32,3) Mio. Euro. Die Rückversicherer entlasteten das Ergebnis um 11,6 (1,3) Mio. Euro. Dennoch war das Nettoergebnis mit -39,5 (33,6) Mio. Euro negativ.

Bruttoschadenaufwendungen in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung

* Rückwirkend zum 1. Januar 2021 wurde die Westfälische Provinzial Versicherung AG auf die zur Provinzial Versicherung AG umfirmierte Provinzial Rheinland Versicherung AG verschmolzen.

Sonstige Kraftfahrtversicherungen


Im Versicherungszweig Sonstige Kraftfahrtversicherungen sind die Fahrzeugvoll- und die Fahrzeugteilversicherung zusammengefasst.


In der Fahrzeugvollversicherung stiegen die gebuchten Bruttobeiträge u. a. infolge von Tarifanpassungen im Bestand und im Neugeschäft um 3,2 % auf 332,6 (322,4) Mio. Euro. Die Bruttoschadenaufwendungen stiegen inflationsbedingt um 11,7 % auf 330,9 (296,3) Mio. Euro. Die Combined Ratio betrug 117,5 (110,5) % und lag damit wiederum oberhalb der kritischen 100-Prozent-Grenze. Folglich sank das Bruttoergebnis auf -69,4 (-34,8) Mio. Euro. Trotz des negativen Bruttoergebnisses wurden 2,8 (4,0) Mio. Euro an die Rückversicherer abgeführt, da es im Geschäftsjahr keine Unwetterereignisse oberhalb des Eigenbehalts gab. Ein Ausgleich durch eine Entnahme aus der Schwankungsrückstellung war nicht möglich, da diese bereits im Jahr 2021 vollständig aufgelöst worden war. Insgesamt verringerte sich das versicherungstechnische Nettoergebnis auf -72,2 (-38,8) Mio. Euro.

Bruttoschadenaufwendungen in der Fahrzeugvollversicherung

* Rückwirkend zum 1. Januar 2021 wurde die Westfälische Provinzial Versicherung AG auf die zur Provinzial Versicherung AG umfirmierte Provinzial Rheinland Versicherung AG verschmolzen.


In der Fahrzeugteilversicherung lagen die gebuchten Beiträge mit 50,0 (49,7) Mio. Euro geringfügig über dem Vorjahresniveau. Die Bruttoschadenaufwendungen verringerten sich vor allem aufgrund der gesunkenen Schadenanzahl um 2,4 % auf 29,2 (29,9) Mio. Euro. Somit verbesserte sich das versicherungstechnische Bruttoergebnis deutlich auf 2,5 (1,5) Mio. Euro. Das Nettoergebnis betrug 2,0 (0,7) Mio. Euro.

Haftpflichtversicherung


Die Beitragseinnahmen in der Haftpflichtversicherung nahmen um 3,0 % auf 306,7 (297,7) Mio. Euro zu. Ursächlich sind einerseits die positive Neugeschäftsentwicklung, andererseits eine Beitragsanpassung zum 1. Juli 2023. Höhere Geschäftsjahresschäden sowie ein geringeres Ergebnis aus der Abwicklung von Vorjahresschäden führten zu einem Anstieg der Bruttoschadenaufwendungen auf 143,5 (124,5) Mio. Euro. Die Combined Ratio betrug 81,0 (74,3) %. Insgesamt verringerte sich das Bruttoergebnis auf 57,9 (77,0) Mio. Euro, wovon 3,6 (2,9) Mio. Euro an die Rückversicherer abgeführt wurden. Es ergab sich ein versicherungstechnisches Nettoergebnis in Höhe von 54,3 (74,1) Mio. Euro.

Unfallversicherung


Das Unfallversicherungsgeschäft umfasst die Allgemeine Unfall- und die Kraftfahrt-Unfallversicherung sowie die Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr. Die Bruttobeiträge in dieser Sparte nahmen um 1,5 % auf 177,3 (174,6) Mio. Euro zu. Die Bruttoschadenaufwendungen sanken aufgrund geringerer Geschäftsjahresschäden um 20,1 % auf 56,6 (70,8) Mio. Euro. Deshalb verbesserte sich die Combined Ratio auf 60,5 (68,1) %. Insgesamt wurde ein versicherungstechnisches Nettoergebnis in Höhe von 70,2 (58,0) Mio. Euro erzielt.

Verbundene Wohngebäudeversicherung


Die gebuchten Beitragseinnahmen in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung konnten um 16,5 % auf 1.050,5 (901,4) Mio. Euro gesteigert werden. Hier wirkten sich neben den inflationsbedingten Indexanpassungen auch erfolgreiche Bestandssanierungen im Großkundengeschäft aus. Die Bruttoschadenaufwendungen sanken gegenüber dem von mehreren Unwetterereignissen belasteten Vorjahr um 27,9 % auf 631,0 (875,2) Mio. Euro. Dies ist zum einem auf gesunkene Geschäftsjahresschäden zurückzuführen, da die Unwetterereignisse "Lambert" und "Zoltan" sowie das Hochwasser im Dezember zu deutlich geringeren Kumulschadenaufwendungen als im Jahr 2022 führten. Zum anderen entstand im Geschäftsjahr wieder ein Gewinn aus der Abwicklung der Vorjahresschäden, zu dem auch die weitere Abwicklung der Schäden des Unwetterereignisses "Bernd" beitrug. Im Vorjahr hatten Nachreservierungen für noch offene Schäden im Zusammenhang mit diesem Ereignis zu einem Abwicklungsverlust geführt. Die Combined Ratio lag mit 82,5 (119,3) % deutlich unter der kritischen Grenze von 100 % und auch unter dem voraussichtlichen Marktdurchschnitt von 102 %.

Bruttoschadenaufwendungen in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung

* Rückwirkend zum 1. Januar 2021 wurde die Westfälische Provinzial Versicherung AG auf die zur Provinzial Versicherung AG umfirmierte Provinzial Rheinland Versicherung AG verschmolzen.


Insgesamt verbesserte sich das versicherungstechnische Bruttoergebnis erheblich auf 153,7 (-194,3) Mio. Euro. Während die Rückversicherer das Bruttoergebnis im Vorjahr um 43,7 Mio. Euro entlastet hatten, nahmen sie im Berichtsjahr mit 104,8 Mio. Euro daran teil. Trotz der Kumulschäden war im Vorjahr keine Entlastung durch die Schwankungsrückstellung möglich gewesen, da diese nach dem verheerenden Unwetterereignis "Bernd" im Jahr 2021 durch eine Entnahme in Höhe von 160,7 Mio. Euro vollständig aufgelöst worden war. Im Berichtsjahr stärkte die gebotene Zuführung zur Schwankungsrückstellung in Höhe von 113,1 Mio. Euro die Substanz in erheblichem Umfang. Unter Berücksichtigung dieser Effekte wurde trotz des sehr guten Bruttoergebnisses ein versicherungstechnischer Nettoverlust in Höhe von -64,2 (-150,7) Mio. Euro ausgewiesen, allerdings verbunden mit einer erheblichen Substanzstärkung.

Verbundene Hausratversicherung


Die gebuchten Bruttobeiträge in der Verbundenen Hausratversicherung konnten um 3,8 % auf 178,9 (172,4) Mio. Euro gesteigert werden. Die Bruttoschadenaufwendungen stiegen aufgrund einer höheren Schadenbelastung durch Einbruchdiebstahl nach dem Ende der Corona-Pandemie auf 60,4 (48,7) Mio. Euro. Folglich erhöhte sich die Combined Ratio auf 64,5 (58,9) %, sodass das Bruttoergebnis 58,3 (66,4) Mio. Euro betrug. An die Rückversicherer waren 20,1 (17,8) Mio. Euro abzuführen. Insgesamt sank das versicherungstechnische Nettoergebnis auf 38,2 (48,6) Mio. Euro.

Bruttoschadenaufwendungen in der Verbundenen Hausratversicherung

* Rückwirkend zum 1. Januar 2021 wurde die Westfälische Provinzial Versicherung AG auf die zur Provinzial Versicherung AG umfirmierte Provinzial Rheinland Versicherung AG verschmolzen.

Feuerversicherung


Die gebuchten Bruttobeiträge in der gesamten Feuerversicherung wuchsen um 15,6 % auf 183,3 (158,6) Mio. Euro. In der Sonstigen Feuerversicherung konnten die Beiträge um 15,2 % auf 110,4 (95,8) Mio. Euro gesteigert werden. Die Beitragseinnahmen in der Landwirtschaftlichen Feuerversicherung erhöhten sich um 9,9 % auf 38,5 (35,1) Mio. Euro. Auch die Beitragsentwicklung in der Feuer-Industrie-Versicherung verlief mit einer Steigerung um 24,4 % auf 34,4 (27,7) Mio. Euro positiv. Die Bruttoschadenbelastung in der gesamten Feuerversicherung sank um 12,8 % auf 101,8 (116,7) Mio. Euro. Einerseits sanken die Geschäftsjahresschäden trotz einer wiederum hohen Großschadenbelastung leicht. Andererseits erhöhte sich das Ergebnis aus der Abwicklung von Vorjahresschäden. Insgesamt war das versicherungstechnische Bruttoergebnis in der Feuerversicherung mit 21,0 (-11,5) Mio. Euro positiv. Das Rückversicherungsergebnis schloss mit 16,4 (1,7) Mio. Euro zugunsten der Rückversicherer. Der Schwankungsrückstellung waren 2,2 Mio. Euro zuzuführen nach einer Entnahme in Höhe von 2,0 Mio. Euro im Vorjahr. Somit belief sich das versicherungstechnische Nettoergebnis auf 2,4 (-11,1) Mio. Euro.

Bruttobeitragseinnahmen in der Feuerversicherung

* Rückwirkend zum 1. Januar 2021 wurde die Westfälische Provinzial Versicherung AG auf die zur Provinzial Versicherung AG umfirmierte Provinzial Rheinland Versicherung AG verschmolzen.

Transport- und Luftfahrtversicherung


In der Transport- und Luftfahrtversicherung wuchsen die Beitragseinnahmen auf 11,3 (10,1) Mio. Euro. Die Bruttoschadenaufwendungen stiegen auf 7,5 (6,8) Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der Rückversicherung und der Veränderung der Schwankungsrückstellung lag das versicherungstechnische Nettoergebnis mit -2,2 (-2,0) Mio. Euro unterhalb des Vorjahresniveaus.

Beistandsleistungsversicherung


Die Beitragseinnahmen in der Beistandsleistungsversicherung erhöhten sich auf 11,5 (10,9) Mio. Euro. Gleichzeitig stiegen die Bruttoschadenaufwendungen auf 7,0 (5,3) Mio. Euro, sodass das versicherungstechnische Nettoergebnis auf 1,2 (1,8) Mio. Euro sank.

Sonstige Sachversicherung


In der Sonstigen Sachversicherung sind insbesondere die Sturm-, Leitungswasser-, Glas-, Einbruchdiebstahl- und Raubversicherung sowie die Technischen Versicherungen und die Extended Coverage (EC)-Versicherung zusammengefasst. Die Beitragseinnahmen stiegen um 15,0 % auf insgesamt 361,7 (314,5) Mio. Euro.


Größter Geschäftszweig innerhalb der Sonstigen Sachversicherung ist die Sturmversicherung. Hier konnte auch aufgrund von Tarifanpassungen ein Beitragswachstum von 17,3 % auf 82,2 (70,1) Mio. Euro erzielt werden. Gegenüber dem durch die Wintersturmserie sowie das Unwetterereignis "Emmelinde" geprägten Vorjahr gingen die Bruttoschadenaufwendungen um 75,5 % auf 17,8 (72,7) Mio. Euro zurück. Das Bruttoergebnis verbesserte sich daher auf 38,8 (-24,3) Mio. Euro. Daran nahmen die Rückversicherer mit 24,3 Mio. Euro teil, nachdem sie das Ergebnis im Vorjahr in Höhe von 9,6 Mio. Euro entlastet hatten. Die Schwankungsrückstellung konnte durch die gebotene Zuführung in Höhe von 27,7 (-) Mio. Euro wieder aufgebaut werden, nachdem sie im Jahr 2021 nach dem Unwetterereignis "Bernd" durch eine Entnahme in Höhe von 34,7 Mio. Euro vollständig aufgelöst worden war. Insgesamt entstand daher im Berichtsjahr mit -13,2 (-14,7) Mio. Euro wieder ein versicherungstechnischer Nettoverlust.


In den Technischen Versicherungen stiegen die gebuchten Beiträge um 7,1 % auf 45,7 (42,7) Mio. Euro. Die bilanziellen Bruttoschadenaufwendungen gingen leicht auf 13,5 (14,0) Mio. Euro zurück. Unter Berücksichtigung der Beteiligung der Rückversicherer am Ergebnis in Höhe von 2,9 (3,2) Mio. Euro erhöhte sich das versicherungstechnische Nettoergebnis auf 14,2 (11,4) Mio. Euro.


In der Leitungswasserversicherung erhöhten sich die Beitragseinnahmen auf 72,4 (60,9) Mio. Euro. Der Bruttoschadenaufwand stieg auf 67,8 (52,0) Mio. Euro. Insgesamt war das versicherungstechnische Nettoergebnis unter Berücksichtigung der Rückversicherung und der Veränderung der Schwankungsrückstellung mit -9,2 (-7,3) Mio. Euro erneut negativ. Bei gestiegenen Beitragseinnahmen in Höhe von 39,8 (35,8) Mio. Euro und Bruttoschadenaufwendungen in Höhe von 12,6 (10,9) Mio. Euro verbesserte sich das versicherungstechnische Nettoergebnis in der Glasversicherung auf 10,8 (10,3) Mio. Euro. In der Einbruchdiebstahl- und Raubversicherung stiegen die Beitragseinnahmen auf 45,8 (42,5) Mio. Euro. Die Bruttoschadenaufwendungen erhöhten sich infolge häufigerer Schäden deutlich auf 19,3 (14,2) Mio. Euro. Der Schwankungsrückstellung waren 1,4 Mio. Euro zu entnehmen nach einer Zuführung in Höhe von 4,5 Mio. Euro im Vorjahr. Insgesamt stieg das versicherungstechnische Nettoergebnis auf 12,2 (8,8) Mio. Euro.


In der Extended Coverage (EC)-Versicherung konnte ein Beitragswachstum auf 73,3 (60,2) Mio. Euro erzielt werden. Die Bruttoschadenaufwendungen stiegen auf 30,0 (20,8) Mio. Euro, sodass ein Bruttoergebnis in Höhe von 25,2 (20,1) Mio. Euro erzielt wurde. Das Rückversicherungsergebnis schloss mit 17,6 (6,5) Mio. Euro zugunsten der Rückversicherer. Durch eine gebotene Zuführung zur Schwankungsrückstellung in Höhe von 24,8 (31,8) Mio. Euro wurde weiter Substanz aufgebaut. Insgesamt wurde ein negatives Nettoergebnis in Höhe von -17,3 (-18,3) Mio. Euro erwirtschaftet.

Sonstige Versicherungen


Größter Geschäftszweig der Sonstigen Versicherungen ist die Betriebsunterbrechungsversicherung, deren Beitragseinnahmen um 12,2 % auf 29,9 (26,7) Mio. Euro anstiegen. Die Bruttoschadenaufwendungen erhöhten sich großschadenbedingt deutlich auf 42,9 (13,6) Mio. Euro. Unter Berücksichtigung des zugunsten der Provinzial Versicherung AG ausfallenden Rückversicherungsergebnisses in Höhe von 15,7 (-5,9) Mio. Euro ergab sich mit -7,4 (-2,8) Mio. Euro insgesamt erneut ein negatives Nettoergebnis.

In Rückdeckung übernommenes Geschäft


Das von der Provinzial Versicherung AG in Rückdeckung übernommene Geschäft wird überwiegend am nationalen Markt gezeichnet und betrifft vor allem die Verbundene Wohngebäude-, Feuer-, Kranken (Restschuld)- und Haftpflichtversicherung. Es beschränkt sich im Wesentlichen auf Gesellschaften des Provinzial Konzerns. Dabei übernimmt die Provinzial Versicherung AG konzernintern insbesondere Feuerrisiken und sonstige Risiken, während die Provinzial Holding AG die Sturm- und Elementarrisiken zusammenführt. Weiterhin ist die Provinzial Versicherung AG Mitglied in Pool-Gemeinschaften der deutschen Versicherungswirtschaft. Die gebuchten Beitragseinnahmen stiegen im Geschäftsjahr 2023 auf 164,9 (144,7) Mio. Euro. Die periodengerecht auf das Geschäftsjahr abgegrenzten, verdienten Bruttobeitragseinnahmen beliefen sich auf 166,8 (145,4) Mio. Euro. Der Anstieg spiegelte im Wesentlichen die Entwicklung der Erstversicherer wider.


Der größte Anteil der gebuchten Bruttobeitragseinnahmen im in Rückdeckung übernommenen Geschäft entfiel auf die Verbundene Wohngebäudeversicherung. Bei einem Beitragsvolumen von 52,6 (44,1) Mio. Euro erhöhten sich die Bruttoschadenaufwendungen auf 25,9 (22,9) Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der Rückversicherung und der gebotenen Zuführung zur Schwankungsrückstellung in Höhe von 0,8 (12,7) Mio. Euro belief sich das versicherungstechnische Nettoergebnis auf insgesamt -1,5 (0,1) Mio. Euro.


Bruttobeitragseinnahmen in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung (übernommenes Geschäft)

* Rückwirkend zum 1. Januar 2021 wurde die Westfälische Provinzial Versicherung AG auf die zur Provinzial Versicherung AG umfirmierte Provinzial Rheinland Versicherung AG verschmolzen.


Die gebuchten Beiträge in der Feuerversicherung erhöhten sich auf 34,2 (25,7) Mio. Euro. Auch die Bruttoschadenaufwendungen stiegen auf 27,3 (23,3) Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der versicherungstechnischen Ausgleichmechanismen betrug das versicherungstechnische Nettoergebnis -4,2 (-0,2) Mio. Euro.


In die Sparte Krankenversicherung (Restschuldversicherung) fließt hauptsächlich das in Rückdeckung übernommene Restkreditversicherungsgeschäft der ProTect Versicherung AG ein. Rückversichert wird in dieser Sparte in erster Linie die Gefahr der Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit. Der Ausweis in der externen Rechnungslegung erfolgt unter dem Versicherungszweig Krankenversicherung (betrieben nach Art der Schadenversicherung als Arbeitsunfähigkeitsversicherung). Die gebuchten Bruttobeiträge lagen mit 22,4 (21,8) Mio. Euro über dem Vorjahresniveau. Die Schadenaufwendungen erhöhten sich unter Berücksichtigung des Verlusts aus der Abwicklung von Vorjahresschäden auf 15,4 (13,3) Mio.


Euro. Nach einer Entlastung durch die Rückversicherer in Höhe von 1,7 (-3,8) Mio. Euro betrug das versicherungstechnische Nettoergebnis 2,1 (-2,9) Mio. Euro.


Das Beitragsvolumen in der Haftpflichtversicherung erhöhte sich auf 15,4 (13,2) Mio. Euro. Die Bruttoschadenaufwendungen stiegen auf 7,0 (4,6) Mio. Euro. Das versicherungstechnische Nettoergebnis war unter Berücksichtigung der Zuführung zu den Schwankungs- und ähnlichen Rückstellungen in Höhe von 8,2 (6,0) Mio. Euro mit -12,1 (-11,1) Mio. Euro erneut negativ.

Finanzlage

Eigenkapital


Das Eigenkapital der Provinzial Versicherung AG am 31. Dezember 2023 betrug unverändert 1.002,8 (1.002,8) Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote sank auf 39,7 (42,4) % der gebuchten Nettobeitragseinnahmen. Bezogen auf die Bilanzsumme belief sich die Eigenkapitalquote auf 15,6 (16,0) %.

Versicherungstechnische Rückstellungen


Die versicherungstechnischen Rückstellungen für eigene Rechnung betrugen im Geschäftsjahr 4.047,4 (3.852,6) Mio. Euro. Das entspricht 160,2 (163,0) % der gebuchten Nettobeitragseinnahmen bzw. 63,1 (61,6) % der Passiva.


Die nach Abzug der Rückversicherungsanteile verbleibenden Nettoschadenrückstellungen beliefen sich auf 3.180,3 (3.206,8) Mio. Euro, das sind 125,9 (135,7) % der gebuchten Nettobeitragseinnahmen.


Die nach den Rechnungslegungsvorschriften zu bildenden Schwankungsrückstellungen dienen dazu, Schwankungen im Schadenverlauf über mehrere Jahre auszugleichen. Sie erhöhten sich inkl. der ähnlichen Rückstellungen auf insgesamt 356,2 (187,2) Mio. Euro. Aufgrund der moderaten Schadenbelastung waren Zuführungen vor allem in der Verbundenen Wohngebäude- und Sturmversicherung geboten. In diesen Sparten bestand aufgrund der hohen Schadenbelastungen in den beiden Vorjahren zu Geschäftsjahresbeginn keine Schwankungsrückstellungen. Weitere Zuführungen ergaben sich in der vom Unwetterereignis "Bernd" im Jahr 2021 ebenfalls erheblich betroffenen Extended Coverage (EC)-Versicherung. Entnahmen aus den Schwankungsrückstellungen fielen im Berichtsjahr insbesondere in der Leitungswasserversicherung an. Insgesamt stärkten die gebotenen Zuführungen zu den Schwankungsrückstellungen die Substanz der Provinzial Versicherung AG deutlich.

Andere Rückstellungen


Die Bilanzposition Andere Rückstellungen belief sich auf 921,3 (936,5) Mio. Euro. Größter Einzelposten unter dieser Bilanzposition sind die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. Im Vergleich zu den von erheblichen Zinsänderungsaufwendungen geprägten Vorjahren führte der seit Anfang des Jahres 2022 beobachtete Zinsanstieg im Jahr 2023 erstmalig zu Zinsänderungserträgen aufgrund der Erhöhung des Rechnungszinses und trug dadurch zu dem Rückgang der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen auf 826,7 (844,4) Mio. Euro bei.

Verbindlichkeiten


Die Verbindlichkeiten der Provinzial Versicherung AG verringerten sich zum Bilanzstichtag auf insgesamt 439,7 (459,8) Mio. Euro; das sind 6,9 (7,4) % der Bilanzsumme. Die darin enthaltenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betrugen 212,1 (229,1) Mio. Euro. Hierzu zählten - neben den Verbindlichkeiten aus dem laufenden Abrechnungsverkehr und konzerninternen Rückversicherungsbeziehungen - vor allem die Verbindlichkeit aus der Gewinnabführung an die Provinzial Holding AG.


Weitere Verbindlichkeiten in Höhe von 138,9 (149,9) Mio. Euro entfielen auf Versicherungsnehmer, 23,0 (19,8) Mio. Euro auf Versicherungsvermittler. Die übrigen Verbindlichkeiten in Höhe von 65,7 (61,0) Mio. Euro betrafen die noch abzuführende Versicherungsteuer, Lohn- und Kirchensteuer, Verbindlichkeiten aus externen Rückversicherungsbeziehungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Zusammensetzung der versicherungstechnischen
Rückstellungen für eigene Rechnung
2023 Anteil 2022 Anteil
Mio. EUR % Mio. EUR %
Rückstellung für Beitragsüberträge 430,4 10,6 383,0 9,9
Deckungsrückstellung 43,1 1,1 43,7 1,1
Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 3.180,3 78,6 3.206,8 83,2
Rückstellung für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige
Beitragsrückerstattung
17,3 0,4 16,7 0,4
Schwankungsrückstellungen und ähnliche Rückstellungen 356,2 8,8 187,2 4,9
Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen 20,1 0,5 15,1 0,4
Gesamt 4.047,4 100,0 3.852,6 100,0

Liquidität


Ihre Zahlungsverpflichtungen konnte die Provinzial Versicherung AG im Berichtsjahr uneingeschränkt erfüllen. Auch sind aktuell keine Liquiditätsengpässe erkennbar. Am Bilanzstichtag betrugen die laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 28,9 (27,5) Mio. Euro. Darüber hinaus stehen Tages- und Termingelder bzw. kurzfristig liquidierbare Mittel in einem Wertpapierspezialfonds im Umlaufvermögen zur Verfügung. Informationen zum Liquiditätsmanagement sind im Risikobericht enthalten.

Vermögenslage


Die Aktiva der Provinzial Versicherung AG umfassten am Bilanzstichtag 6.411,4 (6.251,7) Mio. Euro. Hiervon entfielen 94,3 (93,0) % auf die Kapitalanlagen.

Kapitalanlagen


Um das vorhandene Risikokapital möglichst effizient zu nutzen und das Verhältnis von Rendite und Risiko zu optimieren, wird die Portfoliozusammensetzung kontinuierlich angepasst. Vor dem Hintergrund der Zinswende im Vorjahr wurde im Geschäftsjahr 2023 der Bestand an Staats- und Unternehmensanleihen u. a. zulasten risikoreicherer Assetklassen ausgebaut. Überdies wurde der Bestand an illiquiden Assets im Portfolio vergrößert.


Der Kapitalanlagenbestand zu Buchwerten erhöhte sich im Vergleich zum Bilanzstichtag des Vorjahres um 4,0 % auf 6.042,9 (5.812,6) Mio. Euro. Die Bruttoneuanlagen hatten im Berichtsjahr 2023 ein Volumen von insgesamt 709,8 (390,7) Mio. Euro. Das leicht gesunkene, aber weiterhin relative hohe Zinsniveau - die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen lag bei 2,02 (2,57) % - und die positive Entwicklung an den Aktienmärkten führten zu einem Anstieg der Reserven. Dazu trug auch die Thesaurierung ordentlicher Erträge innerhalb der Investmentfonds bei. Infolgedessen erhöhten sich die Bewertungsreserven auf insgesamt 821,6 (535,1) Mio. Euro. Die Reservequote betrug entsprechend 13,6 (9,2) %.


Die Bilanzposition Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere bildete mit einem Buchwert von 4.463,0 (4.292,3) Mio. Euro weiterhin den größten Posten der Aktiva. Der Anteil am gesamten Kapitalanlagenbestand belief sich zum Jahresende auf 73,9 (73,8) %. Hierbei handelte es sich vor allem um gemischte Investmentfonds, die sowohl Aktien als auch Rentenpapiere beinhalten. Die Aktienquote zu Marktwerten verringerte sich als Ergebnis der strategischen Asset Allocation auf 16,5 (17,9) %. Der Großteil der eingesetzten Aktienkonzepte weist durch implementierte Sicherungsstrategien gegenüber reinen Aktieninvestments in adversen Kapitalmarktphasen defensivere Risikoprofile auf. Das marktwertige Aktienexposure, das u. a. die Maßnahmen zur Risikobegrenzung der Aktienbestände berücksichtigt, betrug 17,2 (15,8) %.


Die Anteile an verbundenen Unternehmen erhöhten sich gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres auf 557,6 (490,4) Mio. Euro. Der deutliche Anstieg war insbesondere auf die Übernahme weiterer Anteile an der S-Direkt-Verwaltungs-GmbH & Co. KG zurückzuführen. Durch den Anteilserwerb hielt die Provinzial Versicherung AG am Bilanzstichtag sämtliche Kommanditanteile an der Gesellschaft. Der Bestand an Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen ging auf 30,2 (33,4) Mio. Euro zurück. Der Anteil der Sonstigen Ausleihungen (Namenspapiere, Schuldscheinforderungen, Darlehen und übrige Ausleihungen) betrug 3,5 (3,9) %. Die Einlagen bei Kreditinstituten hatten einen Anteil von 2,5 (1,1) % an den Kapitalanlagen.

Einsatz derivativer Finanzinstrumente


Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Währungsrisiken sowie im Rahmen der Aktienkonzepte und spezieller Rentenfondskonzepte eingesetzt.

Zusammensetzung des Kapitalanlagenbestands 31.12.2023 Anteil 31.12.2022 Anteil
Mio. EUR % Mio. EUR %
Grundstücke 8,2 0,1 11,0 0,2
Anteile an verbundenen Unternehmen 557,6 9,2 490,4 8,4
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 125,0 2,1 125,0 2,2
Beteiligungen 197,4 3,3 197,5 3,4
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht
- - - -
Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen
und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
4.463,0 73,9 4.292,3 73,8
Inhaberschuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
293,6 4,9 370,9 6,4
Hypotheken, Grund- und Rentenschulden 30,2 0,5 33,4 0,6
Sonstige Ausleihungen 214,2 3,5 224,5 3,9
Einlagen bei Kreditinstituten 151,5 2,5 65,4 1,1
Andere Kapitalanlagen 1,9 0,0 1,9 0,0
Depotforderungen aus dem in Rückdeckung
übernommenen Geschäft
0,1 0,0 0,3 0,0
Kapitalanlagen gesamt 6.042,9 100,0 5.812,6 100,0

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter


Wesentliche nichtfinanzielle Erfolgsfaktoren sind die hohe Mitarbeiterloyalität, die in einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit und einer niedrigen Fluktuationsrate zum Ausdruck kommt, sowie die Fachkompetenz und Lernbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


Um den fusionierten Konzern zu gestalten, wurden auch im Jahr 2023 die organisatorischen und prozessualen Integrationsaktivitäten mit viel Engagement erfolgreich weiter vorangetrieben. Drei Jahre nach dem Zusammenschluss wurde der Fokus der Aktivitäten und Initiativen zunehmend von "Fusion" in Richtung "Transformation" weiterentwickelt. Hierzu gehört vor allem auch der weitere Ausbau cross-funktionaler Zusammenarbeit und die Nutzung agiler Arbeitsmethoden.


Die Gestaltung neuer und moderner Arbeitswelten geht im Projekt "LevelUp" (Nachfolgeprojekt von "#OurNewWork") weiter voran - auf diversen Pilot- und Testflächen werden Erfahrungen gesammelt, ausgewertet und weiterentwickelt. Die klare Digitalisierungsstrategie, verbunden mit der Verfolgung nachhaltiger Ziele und Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen wird dabei durch die Auszeichnung vom Deutschen Innovationsinstitut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung als "Arbeitgeber der Zukunft" belegt.


Der im Jahr 2022 gestartete Kulturprozess, in den sich ein großer Anteil der Belegschaft engagiert eingebracht hat, fördert die weitere Vernetzung zwischen den Bereichen und Standorten und legt einen wichtigen Grundstein für zukunftsorientierte Zusammenarbeit mit einem modernen Führungsverständnis, das in einem konzernweiten Führungsleitbild konkretisiert wurde. Die gemeinsame "Kultur der Nähe" wurde u. a. im Rahmen des gemeinsamen Betriebsfests mit sehr hoher Mitarbeiterbeteiligung deutlich.


Konzernweit einheitliche Maßnahmen der Führungskräfte- und Personalentwicklung schaffen zusätzliche Begegnungsmöglichkeiten und Perspektiven. Der Auf- und Ausbau von Karrierewegen im Konzern wurde im Jahr 2023 weiter vorangetrieben. Diese reichen von Nachwuchs- bis hin zu Karriereprogrammen und umfassen neben der Führungs- auch die Projektlaufbahn. Damit tragen sie wesentlich zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei und sind in einem sich steigernden Wettbewerb um Arbeitnehmerinnen und -nehmer von hoher Bedeutung.


Top-Bewertungen und hohe Weiterempfehlungsraten auf Arbeitgeberplattformen wie kununu sind Zeichen unserer starken Arbeitgebermarke, die aus der Zufriedenheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter resultiert. Die Bereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sich innerhalb unseres Konzerns beruflich zu verändern, zeigt das Vertrauen in den Konzern und die Motivation, sich weiterzuentwickeln und bestmöglich einzubringen.

Personalbestand leicht gesunken


Im Geschäftsjahr 2023 waren bei der Provinzial Versicherung AG durchschnittlich 3.651 (3.672) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Auszubildende) beschäftigt. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten betrug 46,3 Jahre, die durchschnittliche Beschäftigungsdauer 18,4 Jahre. Der Anteil der Mitarbeiterinnen belief sich auf 46,1 %. Der Anteil der weiblichen Führungskräfte betrug auf der 1. Führungsebene 18,2 % und auf der 2. Führungsebene 31,2 %.

Entwicklungen im Bereich der Erstausbildung


Zum Ende des Geschäftsjahres wurden 791 Auszubildende von der Provinzial Versicherung AG und ihren Vertriebspartnerinnen und -partnern betreut. Diese verteilen sich wie folgt:

538 Auszubildende in den Provinzial Agenturen,

27 Auszubildende in den Sparkassenagenturen,

226 Auszubildende in der Direktion, davon 67 im dualen Studium.


Bereits zum Start der Ausbildung steht die intensive Begleitung der Auszubildenden im Fokus. Zahlreiche Ausbilderinnen und Ausbilder sowie weitere persönliche Ansprechpartnerinnen und -partner im Innen-und Außendienst fördern die Persönlichkeitsentwicklung und vermitteln Fachwissen. Die Auszubildenden nutzen intensiv den - persönlichen und digitalen - standortübergreifenden Austausch und die Chance, schon früh zum Zusammenwachsen im Provinzial Konzern beizutragen.


Die Provinzial nutzt insbesondere ihr konzernweites Instagram-Profil "provi.azubi", um sich als attraktiver Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb vorzustellen. Weitere Aktivitäten stärken den Konzern im Bewerbermarkt. Dazu zählen das Angebot von vielfältigen Ausbildungsgängen, Informationen zu Perspektiven für junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Teilnahme an Berufsveranstaltungen und Messen und das Angebot von Bewerbertrainings. Die Kooperation mit ausgewählten Schulen sowie Praktika gewähren Einblicke in das Versicherungsleben.

Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter


Anspruchsvolle Markt- und Kundenanforderungen sowie die weitere Umsetzung der Integration haben unsere Organisation auch im Jahr 2023 gefordert. Die damit verbundenen organisatorischen, prozessualen und kulturellen Veränderungen haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereitwillig angenommen und sich beim weiteren Zusammenwachsen unseres Konzerns und der zukunftsfähigen Aufstellung engagiert eingebracht. Wir bedanken uns ausdrücklich bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Vertrauen, ihre Loyalität sowie ihr Engagement und ihre herausragenden Leistungen.

Etablierte Marke, hohe Kundenzufriedenheit und Kundennähe als immaterielle Assets


Zu den immateriellen Assets gehören neben der hohen Mitarbeiterloyalität für die Provinzial Versicherung AG vor allem der hohe Bekanntheitsgrad der Marke Provinzial, die Kundenzufriedenheit und unsere Vertriebskanäle.


Die Provinzial Versicherung AG ist in ihrem Geschäftsgebiet traditionell gut etabliert. Die Marke und das Unternehmen sind im Geschäftsgebiet eine bekannte Größe. In gestützten Befragungen zur Bekanntheit liegt sie auf Platz 2 aller hier tätigen Versicherungsunternehmen. Beim Abschluss von Versicherungsverträgen gilt die Provinzial im Vergleich zu Wettbewerbern überdurchschnittlich häufig als "erste Wahl" und gehört in der Region zu den Top 3 aller hier tätigen Versicherungen. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Marke ein hohes Vertrauen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern genießt. Auch die Werbebotschaften mit dem Schutzengel und das Markenversprechen "Immer da. Immer nah." sind gut im Bewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher etabliert. Regelmäßige Kundenbefragungen durch unabhängige Marktforschungsinstitute zeichnen immer wieder die sehr gute Kundenbetreuung und Serviceleistungen aus und belegen eine hohe Kundenzufriedenheit und eine starke Kundenbindung.


Auch unsere Vertriebsorganisation stellt einen wichtigen immateriellen Vermögenswert dar. Mit einem sehr dichten Netz von Geschäftsstellen sowie den Sparkassen sind wir für unsere Kundinnen und Kunden im gesamten Geschäftsgebiet überall schnell und persönlich zu erreichen. Hier bieten wir ihnen eine qualifizierte Beratung und einen hervorragenden Service.

Hinweis zur nichtfinanziellen Erklärung


Die Provinzial Versicherung AG gibt aufgrund der Einbeziehung in den Konzernlagebericht der Provinzial Holding AG keine eigenständige nichtfinanzielle Erklärung ab.


Der Provinzial Konzern orientiert sich in seiner nichtfinanziellen Erklärung im Rahmen des Corporate-Social-Responsibility(CSR)-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes an dem Berichtsstandard auf Basis der Standards der Global Reporting Initiative (GRI). Der CSR-Bericht wird gemeinsam mit dem Konzernlagebericht im Bundesanzeiger offengelegt. Zusätzlich wird der CSR-Bericht im Konzernportal der Provinzial unter dem Link https://www.provinzial-konzern.de/ nachhaltigkeit/nachhaltigkeit-uebersicht.html veröffentlicht.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage der Gesellschaft


Die Provinzial Versicherung AG blickt auf ein starkes selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft im Jahr 2023 zurück. Bei einem über dem Marktdurchschnitt liegenden Beitragswachstum sowie einer rückläufigen Schadenbelastung wurde ein sehr gutes versicherungstechnisches Bruttoergebnis erzielt. Hohe Abgaben an die Rückversicherer sowie hohe Zuführungen zu den Schwankungsrückstellungen, die die Substanz stärkten, führten jedoch zu einem negativen versicherungstechnischen Nettoergebnis.


Das Kapitalanlageergebnis lag leicht unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt wurde ein Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von 31,0 (62,0) Mio. Euro erzielt. Vor dem Hintergrund der herausfordernden gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen bewerten wir den Geschäftsverlauf im Berichtsjahr insgesamt als zufriedenstellend. Das gute versicherungstechnische Bruttoergebnis erlaubte eine deutliche Stärkung der Substanz durch Zuführungen zu den Schwankungsrückstellungen. Mit Blick auf die Finanz- und Vermögenslage ist die Provinzial Versicherung AG weiterhin gut aufgestellt.

Risikobericht


Das Risikomanagement der Provinzial Versicherung AG ist in das Risikomanagementsystem des Provinzial Konzerns integriert. Die Übernahme und Steuerung der Risiken seiner Kundinnen und Kunden ist das Kerngeschäft des Provinzial Konzerns. Die gegebenen Versprechen zur Vorsorge und Risikoabsicherung müssen wir jederzeit erfüllen können; daher sind die Festigung der Finanzkraft und die Erhaltung der Sicherheitslage der Unternehmen des Provinzial Konzerns von besonderer Bedeutung. Unternehmerische Risiken, wie sie beispielsweise vom Kapitalmarktumfeld ausgehen, werden durch die zielgerichteten Risikomanagementaktivitäten konzernweit gesteuert, die in einen umfangreichen Risikomanagementprozess eingebettet sind. Dieser Prozess wird nachfolgend detaillierter beschrieben.

Der Risikomanagementprozess


Die Risikostrategie stellt die Basis für die Risikomanagementaktivitäten des Provinzial Konzerns dar. Sie setzt den strategischen Rahmen für das Management von Risiken und beschreibt die Auswirkungen der Geschäftsstrategie auf die Risikosituation des Konzerns, den Umgang mit den vorhandenen Risiken und die Fähigkeit, neu hinzugekommene Risiken zu tragen.


Dezentrales und zentrales Risikomanagement Das darauf aufbauende ganzheitliche und in einer eigenständigen Leitlinie geregelte Risikomanagementsystem, das sich an den aufsichtsrechtlichen Vorgaben von Solvency II orientiert, besteht aus zentralen und dezentralen Komponenten. Zu den wesentlichen Komponenten gehört die Durchführung eines Own-Risk-and-Solvency-Assessment(ORSA)-Prozesses, der einen mehrjährigen Betrachtungshorizont für die Risikolage der einzelnen Konzernunternehmen beinhaltet. Dezentral werden in den zuständigen Fach- und Funktionsbereichen Einzelrisiken identifiziert, analysiert, bewertet, kommuniziert sowie individuell innerhalb der zulässigen Limite gesteuert. Durch diesen dezentralen Risikomanagementansatz werden die langjährigen Erfahrungen und Kenntnisse der Fachbereiche bezüglich der Risiken ihres Geschäftsfelds und ihrer Arbeitsprozesse in das Risikomanagementsystem integriert. Ergänzt wird diese wichtige Komponente durch das zentrale Risikomanagement, das die unabhängige Risikocontrollingfunktion (uRCF) bei der bereichsübergreifenden und konzernweiten Überwachung der Risikosituation unterstützt. Kernaufgaben sind neben der Koordination und Integration der Risikomanagementaktivitäten insbesondere die Pflege, Aktualisierung und Auswertung der aus den Fachbereichen gemeldeten Risikoinformationen, die Risikoaggregation, ein regelmäßiges Maßnahmencontrolling sowie eine umfangreiche Berichterstattung an den Vorstand. Dieser kombinierte Ansatz ermöglicht es, Risiken frühzeitig zu erkennen, einzuschätzen und vorausschauend zu steuern, um dadurch eine bestandsgefährdende Situation zu vermeiden. Darüber hinaus prüft die Interne Revision die Funktionsfähigkeit der Systeme der gesamten Geschäftsorganisation in einem risikoorientierten Turnus, wobei auch Bestandteile des Risikomanagements mitbetrachtet werden.


Das Risikomanagement stellt als integraler Bestandteil der Unternehmensführung einen kontinuierlichen Prozess dar. Es ist in die bestehende Organisation und die vorhandenen Berichtswege integriert. Auf diese Weise ist eine feste Verankerung mit allen Unternehmensbereichen und Geschäftsprozessen gewährleistet. Die Verknüpfung mit der operativen Planung sorgt für eine frühzeitige Identifikation und Erfassung von wesentlichen Risiken.


Der Risikomanagementprozess beginnt mit der Identifizierung der Risiken in den dezentralen Geschäftsbereichen. Im Anschluss daran erfolgt die Risikoanalyse. Hier werden die identifizierten Risiken bezüglich ihrer Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Bei der Risikobewertung werden bereits ergriffene Maßnahmen und vorhandene Steuerungsinstrumente berücksichtigt und, sofern notwendig, weitere Maßnahmen geplant. Ziel dieser Risikoinventur ist es, alle Risiken entsprechend ihrem Gefährdungspotenzial in eine Rangordnung zu bringen, um die Risikosteuerung effizient auszurichten. Die Risikoinventur mündet in regelmäßigen Berichten an die Unternehmensleitung mit dem Ziel einer zeitnahen und bedarfsgerechten Versorgung der Entscheidungsträger mit Risikoinformationen, um Transparenz und Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.


Im Rahmen der Risikoüberwachung werden in den dezentralen Einheiten regelmäßig die entsprechenden Risikoeinflussfaktoren (auch Risikoindikatoren genannt) beobachtet. Bei einer kritischen Entwicklung der Einflussfaktoren werden das zentrale Risikomanagement und die Unternehmensleitung informiert.


Das Risikomanagementsystem des Provinzial Konzerns sieht zudem ein umfassendes Berichtswesen vor. Dabei gibt es neben regelmäßigen Risikoberichten zur gesamten Risikosituation im Bedarfsfall auch die Sofortberichterstattung zur kurzfristigen Information über negative Risikoentwicklungen oder neue Risiken.

Unterstützung des Risikomanagementsystems durch eine Komiteestruktur


Weitere Bestandteile des Risikomanagementprozesses sind verschiedene Komitees, die sich mit der Würdigung, Koordination und Kommunikation risikorelevanter Themen befassen.


Die Komiteestruktur besteht aus dem Konzern-Risikokomitee, dem Asset-Liability-Management(ALM)-Komitee, dem Komitee Methoden, Instrumente und Modelle (MIM), dem Investmentkomitee, dem Nachhaltigkeitsboard und dem Sanierungskomitee.


Das Konzern-Risikokomitee dient der Abstimmung und Steuerung der zentralen und dezentralen Risikomanagementaktivitäten.


Daneben nimmt das Investmentkomitee die Aufgabe wahr, ein hohes Maß an Transparenz über die Kapitalanlagen zu schaffen und die Entscheidungsprozesse bei der Risikonahme bereichs- und ressortübergreifend zu verbessern. In dem Komitee werden alle wichtigen Entscheidungen in der Kapitalanlage besprochen. Es dient ferner dazu, zeitnahe und angemessene Reaktionen auf besondere, sich ad hoc ergebende Risiken oder Chancen sicherzustellen, insbesondere Maßnahmen im Rahmen der Asset Allocation.


Die ALM-Komitees jeweils für die Kompositversicherung und die Lebensversicherung verknüpfen die Risikomanagementaktivitäten des zentralen Risikomanagements mit der in den Fachbereichen stattfindenden Risikosteuerung und dienen zudem der risiko- und ertragsorientierten Abstimmung von Aktiva und Passiva.


Des Weiteren befassen sich die sog. MIM-Komitees für die Kompositversicherung und die Lebensversicherung mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung der im Provinzial Konzern verwendeten Modelle, die zur Unternehmenssteuerung wie auch für aufsichtsrechtliche Zwecke herangezogen werden.


Ferner ergänzt ein Sanierungskomitee auf Konzernebene die Komiteestruktur. Das Sanierungskomitee übernimmt eine koordinierende Rolle bei der Einhaltung, Pflege und Umsetzung des allgemeinen Sanierungsplans der Provinzial Gruppe.


Eine weitere, nicht institutionalisierte Möglichkeit zur Besprechung risikoorientierter Themen bilden Risikogespräche. Bei den Risikogesprächen handelt es sich um anlassbezogene Zusammenkünfte von Risikoverantwortlichen sowie Expertinnen und Experten zur Erörterung von Risiken und risikobehafteten Sachverhalten. Diese Gespräche sind je nach Themenstellung unterschiedlich besetzt, stets jedoch unter Beteiligung des zentralen Risikomanagements. Mit den Risikogesprächen sollen die Transparenz und die Risikokommunikation, die einen wesentlichen Beitrag zur Risikofrüherkennung leisten, weiter gefördert werden.

Unser Risikomanagementsystem

Versicherungstechnische Risiken


Für einen Schaden- und Unfallversicherer sind zwei wesentliche Arten der versicherungstechnischen Risiken von Bedeutung:

Zeichnungsrisiken, d. h. die Beiträge reichen nicht aus, um die zukünftigen Schäden und Kosten des Anfalljahres zu decken;

Reserverisiken, d. h. Risiken einer Abweichung zwischen dem endgültigen Schadenaufwand und dem als Schadenrückstellung in der Bilanz zurückgestellten Schadenaufwand.


Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die Inflationsrate in Deutschland zwar deutlich zurückgegangen, befindet sich jedoch immer noch auf einem hohen Niveau. Die Preissteigerungen führen zu einer Erhöhung des realisierten und erwarteten Schadenaufwands (Schadeninflation) in der Schaden- und Unfallversicherung. Durch eine anhaltend hohe Schadeninflation können sich sowohl das Prämien- als auch das Reserverisiko erhöhen. Zur Reduktion des Prämienrisikos stehen in der Versicherungstechnik aber ausreichende Instrumente (beispielsweise Beitrags- und Indexanpassungen) zur Verfügung. Das Reserverisiko wird durch eine das Inflationsgeschehen adäquat berücksichtigende Reservesetzung im Schadenmanagement minimiert. Zusammenfassend wird eine deutliche Reduktion der Risikotragfähigkeit aufgrund der erhöhten Schadeninflation derzeit nicht erwartet.


Risiken aus Naturgefahren wie Sturm oder Überschwemmung und sonstige Großrisiken stellen für Schaden- und Unfallversicherungsunternehmen wesentliche Treiber von Bruttozeichnungsrisiken dar; bei der Provinzial Versicherung AG dominieren die Risiken aus Naturgefahren und hier insbesondere die Sturm- und Überschwemmungsrisiken. Diese Schadenfälle können als Folge von Naturkatastrophen auch kumulativ eintreten. Dies kann dazu führen, dass das Schadenvolumen in einem Geschäftsjahr deutlich von den für ein Normal- bzw. Durchschnittsjahr kalkulierten Aufwendungen abweicht.

Genaue Beobachtung und Analyse des Schadenverlaufs


Zur Beurteilung der aktuellen Schadensituation und Abschätzung der künftigen Entwicklung wird der Schadenverlauf in den verschiedenen Geschäftsfeldern und Versicherungszweigen monatlich genau beobachtet und von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe analysiert. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der aktuell erhöhten Schadeninflation. Um möglichen Risiken aus der vorherrschenden Inflation zu begegnen, werden die Entwicklungen laufend durch eine gegründete interdisziplinäre Arbeitsgruppe beobachtet und analysiert. Dieses Vorgehen dient dazu, erforderliche Maßnahmen frühzeitig abzuleiten und Inflationsszenarien betrachten zu können. Indikator für die Auskömmlichkeit der geforderten Versicherungsprämien sind die Schadenquoten.


In der folgenden Grafik sind die Schadenquoten nach Abzug der auf die Rückversicherer entfallenden Anteile der letzten zehn Jahre für das Gesamtgeschäft dargestellt.

Bilanzielle Schadenquoten für eigene Rechnung*

* Bezogen auf das Gesamtgeschäft.

Schadenrückstellungen angemessen dotiert


Das sog. Reserverisiko besteht darin, dass zukünftige Auszahlungen für eingetretene Schäden die dafür gebildeten Rückstellungen übersteigen. Für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle bilden wir vorsichtig bemessene Rückstellungen. Ihre Abwicklung wird ständig überwacht, und die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen wiederum in die aktuellen Bedarfsschätzungen ein.


In der nachfolgenden Grafik sind für die letzten zehn Jahre die Abwicklungsergebnisse im Verhältnis zur Eingangsschadenrückstellung dargestellt.


Zum Ausgleich jährlicher Schwankungen des Schadenverlaufs werden darüber hinaus gesetzlich vorgeschriebene Schwankungsrückstellungen gebildet.

Abwicklungsergebnisse im Verhältnis zu den Eingangsschadenrückstellungen für eigene Rechnung* %

* Bezogen auf das Gesamtgeschäft.

Rückversicherung zur Begrenzung von Zeichnungsrisiken


Zur Begrenzung der eigenen Haftung gibt die Provinzial Versicherung AG einen Teil der übernommenen Risiken an Rückversicherer weiter. Um Größenvorteile, Synergieeffekte und die konzernweite Diversifikation der versicherungstechnischen Risiken effizient zu nutzen, werden große Teile der Rückversicherungsaktivitäten der Provinzial Gesellschaften durch die Provinzial Holding AG und die Provinzial Versicherung AG gebündelt.


Der am 1. Januar 2022 eingerichtete gruppeninterne Naturkatastrophen-Schadenpool der öffentlichen Versicherer federt die mögliche Schadenbelastung nach einem regional konzentrierten, extremen Naturgefahrenereignis ab. Hierdurch wird der bestehende Rückversicherungsschutz gegen Elementarrisiken erweitert. Im Falle eines extremen Elementarereignisses profitiert die Provinzial von den Rückversicherungsleistungen der anderen öffentlichen Versicherer.

Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft


Forderungen im Versicherungsgeschäft ergeben sich insbesondere aus Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern sowie Rückversicherern. Die am 31. Dezember 2023 bestehenden Forderungen (fällige Ansprüche) gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern werden in der folgenden Tabelle zusammengefasst dargestellt.

Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern 31.12.2023
Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern Mio. EUR 98,0
davon älter als 90 Tage Mio. EUR 62,9
Durchschnittliche Ausfallquote * der letzten drei Geschäftsjahre % 0,2

* Bezogen auf die gebuchten Bruttobeiträge im selbst abgeschlossenen Geschäft.


Potenziellen Forderungsausfallrisiken wird durch die Bildung einer angemessenen Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Aufgrund der breiten Diversifikation von Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern wird das Risiko unerwarteter Verluste in diesem Bereich als vernachlässigbar gering eingestuft. Jedoch könnte das Forderungsausfallrisiko im Zuge einer schwachen konjunkturellen Entwicklung zunehmen.


Aus unseren Rückversicherungsbeziehungen resultierten am Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von insgesamt 800,6 Mio. Euro. Forderungsausfälle waren in den letzten Jahren nicht zu verzeichnen. Aufgeteilt nach externen Ratingklassen gliederte sich dieser Forderungsbestand wie in der folgenden Tabelle dargestellt.

Forderungen gegenüber
Rückversicherern
31.12.2023
Mio. EUR
Anteil
%
Ratingklasse gemäß Standard & Poor's
AA 69,4 8,7
A 297,5 37,2
Not rated* 433,7 54,2
Gesamte Forderungen 800,6 100,0

* Die unter "Not rated" aufgeführten Forderungen betreffen fast ausschließlich die von den öffentlichen Versicherern getragene VöV Rückversicherung KöR bzw. die Provinzial Holding AG. Die VöV Rückversicherung KöR verfügt über ein Rating der Assekurata von A+.

Risiken aus Kapitalanlagen


Bei den Risiken im Kapitalanlagenbereich ist hauptsächlich zwischen Markt-, Liquiditäts- und Kreditrisiken zu unterscheiden.

Strenge Anlagevorgaben minimieren Marktrisiken


Marktrisiken entstehen vor allem durch Zins-, Kurs- und Währungsschwankungen. Hieraus kann ein dauerhafter Wertverlust der Kapitalanlagen resultieren. Ziel unseres Kapitalanlagemanagements ist eine Vermögensanlage, deren Qualitätsstandards gewährleisten, dass unter Berücksichtigung der Kapitalmarktrisiken und definierter Risikolimite die Kapitalanlagen zur Bedeckung der versicherungstechnischen Passiva ausreichen, sodass alle vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten jederzeit bedient werden können. Gleichzeitig sollen die Kapitalerträge dazu beitragen, den Unternehmenswert nachhaltig zu sichern und langfristig zu steigern. Zu diesem Zweck investieren wir in sorgfältig ausgewählte Anlagen unter Wahrung angemessener Mischung und Streuung. Dem Sicherheitsaspekt wird auch durch spezielle Sicherungsstrategien Rechnung getragen.


Die Anlagen erfolgen vor allem in festverzinslichen Wertpapieren sowie in Aktien, Immobilien und Beteiligungen. Falls es bei entsprechenden Marktentwicklungen notwendig ist, nutzen wir Termingeschäfte zu Absicherungszwecken, z. B. zur Absicherung von Fremdwährungsbeständen.

Regelmäßiges Risikocontrolling


Das Marktrisikomanagement ist organisatorisch vollständig vom Asset Management getrennt, das durch die Provinzial Asset Management GmbH vorgenommen wird. Das Marktrisikomanagement umfasst die laufende Beobachtung und Steuerung von Risiken und Erträgen aus den Kapitalanlagen und soll gewährleisten, dass die Risiken aus Kapitalanlagen stets in Einklang mit der Risikotragfähigkeit stehen. Sollte eine Kapitalmarktsituation drohen, deren Risiken das festgelegte Maximalniveau übersteigen, werden frühzeitig Maßnahmen zur Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen eingegangenem Risiko und Risikotragfähigkeit ergriffen.

Ausführliche Szenarioanalysen


Einen Schwerpunkt bei der laufenden Risikobewertung bilden Szenarioanalysen. Die Berechnungen werden einerseits regelmäßig für den standardmäßigen Risikomanagementprozess mit fixierten Stressparametern eingesetzt. Andererseits werden zusätzliche Risikoanalysen durchgeführt, um die Risikotragfähigkeit in extremen Kapitalmarktszenarien sicherstellen zu können.

Ausgewogenes Chance-Risiko-Profil


Die Kapitalanlageziele sollen durch eine klar definierte Portfoliokonstruktion erreicht werden. Hierzu wird ein systematischer Risikosteuerungsmechanismus angewandt, der sowohl die Erreichbarkeit des Zielergebnisses im Erwartungswert als auch die Realisierbarkeit eines definierten Mindestergebnisses in einem adversen Kapitalmarktumfeld laufend überwacht.


Auch im Jahr 2023 hat die Europäische Zentralbank infolge der Inflationsentwicklung den Leitzins zunächst weiter erhöht, gegen Ende des Jahres jedoch auf weitere Zinsschritte verzichtet. Die Chancen und Risiken des volatilen Marktumfelds werden laufend überwacht. Bei der Portfoliozusammenstellung wird dabei vor allem auf eine breite Diversifikation der Risikoquellen sowie hohe Transparenz, Fungibilität und Steuerbarkeit geachtet.


Vor dem Hintergrund des veränderten Marktumfeldes hat der Vorstand im Herbst 2023 eine neue strategische Asset Allocation beschlossen. Dabei wurde im Wesentlichen der weitere moderate Aufbau von Rentenbausteinen zulasten risikoreicherer Anlagen verabschiedet.

Diversifizierte Aktieninvestments


Risiken aus Aktienanlagen resultieren für die Provinzial Versicherung AG ausschließlich aus den Aktien im Fondsbestand. Die Aktienbestände werden im Wesentlichen in speziellen Zielfonds gehalten, die jeweils spezifische Aktienkonzepte zur Erzielung von Kurs-, Dividenden- und Selektionserträgen sowie zur Vereinnahmung von Optionsprämien beinhalten. Der Großteil der eingesetzten Aktienkonzepte weist durch implementierte Sicherungsstrategien gegenüber reinen Aktieninvestments in adversen Kapitalmarktphasen defensivere Risikoprofile auf.


Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 betrug das marktwertige Aktienexposure 17,2 %. Das Aktienrisiko wird im Rahmen des Marktrisikomanagements regelmäßig anhand definierter Stressszenarien überwacht, und insbesondere die bilanzielle Stabilität der Konzepte wird überprüft.

Private Markets


Zur Risikostreuung investiert die Provinzial Versicherung AG einen Teil ihrer Anlagen in Private-Market-Investments. Aus diesen Investments können verschlechterte Refinanzierungsmöglichkeiten und eingetrübte Geschäftsaussichten als Folge negativer wirtschaftlicher Gesamtentwicklungen zu Ertragsausfällen bzw. Abschreibungen führen. Im Rahmen des Marktrisikomanagements werden diese Risiken ebenfalls regelmäßig anhand definierter Stressszenarien überwacht.


Die Provinzial Versicherung AG war per Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 mit einem Marktwert von 491,3 Mio. Euro in Private Markets investiert. Dies entsprach 7,2 % der gesamten Kapitalanlagen.

Inhabertitel mit gutem Rating vermindern Kreditrisiken


Kreditrisiken umfassen neben dem Ausfall von Schuldnern auch deren mögliche Bonitätsverschlechterung und Marktwertverluste aufgrund von Bewertungsabschlägen. Diese Risiken begrenzen wir durch eine breite Streuung und eine sorgfältige Auswahl der Emittenten unter Hinzuziehung von Ratings anerkannter Agenturen sowie auf Basis eines eigenen Ratingprozesses. So verfügten über 96 % der verzinslichen Inhaberpapiere der Provinzial Versicherung AG zum Bilanzstichtag über ein Investmentgrade-Rating (Kategorien AAA bis BBB-). Marktwertig waren 67 % der Zinsträger in Unternehmensanleihen investiert, während 33 % auf Pfandbriefe, Staatsanleihen und Anleihen mit Gewährträgerhaftung sowie Hypotheken entfielen. Daneben wurde ein geringer Anteil der Zinsträger über Renten-Publikumsfonds gehalten.


Zur Überwachung des Rentenbestands haben wir darüber hinaus einen Ausfall-Vermeidungsprozess implementiert, der die Vereinnahmung der Risikoprämien ermöglicht und gleichzeitig die negative Betroffenheit aus Ratingherabstufungen und Kreditereignissen minimiert. Neben der gezielten Analyse der Emittenten besteht ein Emittenten-Limitsystem, das über alle Assetklassen und Bilanzpositionen hinweg die Entstehung von Klumpenrisiken laufend überwacht und verhindert.

Zinsträger Marktwert
31.12.2023
Mio. EUR
Staatsanleihen / Gewährträgerhaftung 401,1
Pfandbriefe 736,9
Hypotheken 30,4
Unternehmensanleihen 2.369,9
Renten-Publikumsfonds 12,9
Summe 3.551,2

Anlageschwerpunkt Europa mindert Währungsrisiko


Währungsrisiken begrenzen wir, indem wir unsere Kapitalanlagen schwerpunktmäßig im Euroraum tätigen und für das Fremdwährungsexposure derivative Sicherungsinstrumente einsetzen. Das Management möglicher Wechselkursverluste von Anlagen in Fremdwährung wird durch ein monatliches Berichtswesen über eingegangene Währungsrisiken unterstützt.


Insgesamt betrug der Umfang der ungesicherten, in Fremdwährung notierten Kapitalanlagen am Jahresultimo 2023 20,3 % des gesamten Marktwertbestands. Der Großteil der ungesicherten Fremdwährungsbestände entfällt auf US-Dollar, britische Pfund und Schweizer Franken.

Immobilieninvestments bewirken weitere Risikostreuung


Zur weiteren Risikodiversifikation hält die Provinzial Versicherung AG einen Teil ihrer Anlagen in Immobilien. Zum Bilanzstichtag war die Provinzial Versicherung AG mit 476,9 Mio. Euro Marktwert bzw. 6,9 % der Kapitalanlagen in breit diversifizierten und hauptsächlich deutschen Immobilien engagiert. Die Marktpreisrückgänge auf dem Immobilienmarkt im Jahr 2023 hatten kaum Einfluss auf die Bewertungsreserven der Provinzial Versicherung AG. Aufgrund der hohen Reserven auf den Bestand an Immobilienbeteiligungen und Immobilienfonds ist das bilanzielle Risiko für die Provinzial Versicherung AG auch bei weiteren Marktpreisrückgängen am Immobilienmarkt gering.

Liquiditätsrisiken gut beherrschbar


Die Planung und Kontrolle der Liquiditätslage erfolgt über ein konzerneinheitliches Liquiditätsmanagement, das die planmäßigen Ein- und Auszahlungen erfasst, um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Das spezifische Cashflow-Profil mit dem zeitlichen Auseinanderfallen von Beitragsvereinnahmung und Leistungserbringung berücksichtigen wir bereits im Rahmen der Portfoliokonstruktion, indem wir ein separates Liquiditätsportfolio dotieren, das durch Geldmittel und Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten die Liquiditätserfordernisse bestmöglich abbildet.


Das Liquiditätsrisiko ist definiert als das Risiko, dass Zahlungsverpflichtungen nicht termingerecht oder nicht in voller Höhe bedient werden können. Für die Provinzial Versicherung AG mit ihrem stabilen Zahlungsstrom aus den Prämieneinnahmen resultiert das Liquiditätsrisiko vor allem aus Schwankungen im Schadenverlauf. Für hoch exponierte Sparten enthalten unsere Rückversicherungsverträge deshalb Klauseln, die eine schnelle Bereitstellung liquider Mittel durch die Rückversicherer vorsehen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, unvorhergesehenen Liquiditätsbedarf im Konzernverbund auszugleichen.

Quantifizierung der Marktrisiken über Stresstests


Marktrisiken beinhalten die Gefahr möglicher Wertverluste der gehaltenen Kapitalanlagen aufgrund von Veränderungen von Marktpreisen. Der Messung und dem Controlling der gegebenen Marktrisiken kommt eine zentrale Bedeutung zu. Zur Quantifizierung der Marktrisiken aus Kapitalanlagen führen wir neben weiteren Szenariorechnungen folgenden Stresstest durch:

Stresstest 31.12.2023
Mio. EUR
Zeitwert der Aktien und der Aktien in Investmentfonds 1.180,5
Wertverlust durch
10-prozentigen Kursverfall
-118,0
Wertverlust durch
20-prozentigen Kursverfall
-236,1
Zeitwert der festverzinslichen
Wertpapiere und Ausleihungen
3.551,2
Wertverlust durch Anstieg der Zinskurve um 1 Prozentpunkt -240,3
Wertzuwachs durch Rückgang der Zinskurve um 1 Prozentpunkt 240,3


Ein Marktwertrückgang aufgrund eines Zinsanstiegs hat lediglich unmittelbar bilanzielle Konsequenzen für Titel, die im Umlaufvermögen geführt und gemäß dem strengen Niederstwertprinzip bewertet werden. In der Provinzial Versicherung AG werden Zinsträger im Direktbestand (589,5 Mio. Euro) sowie drei gemischte Wertpapierspezialfonds (4.205,2 Mio. Euro) nach den Bewertungsgrundsätzen des Anlagevermögens bilanziert. In den vorgenannten gemischten Wertpapierspezialfonds werden überwiegend Zinsträger und sämtliche Aktien gehalten, sodass sich die in der Tabelle dargestellten Wertverluste nicht vollständig bilanziell niederschlagen würden.


Im Umlaufvermögen werden gemäß den Vorschriften des strengen Niederstwertprinzips ein Wertpapierspezialfonds mit kurz laufenden Anleihen und ein alternativer Investmentfonds mit einem Volumen von insgesamt 364,9 Mio. Euro geführt.

Risiken durch extreme Kapitalmarktschwankungen


Der weiter anhaltende Krieg in der Ukraine, die sich im Jahresverlauf abschwächende Inflation und der seit Oktober herrschende Krieg im Nahen Osten waren prägende Ereignisse im Jahr 2023. Die Aktienmärkte zeigten sich davon weitestgehend unbeeindruckt und entwickelten sich auf Jahressicht deutlich positiv. Zusammen mit dem Zinsrückgang führte dies zu einem Anstieg der Bewertungsreserven. Der Kapitalmarktverlauf führte unter Einhaltung der internen Risikovorgaben zu einer positiven Entwicklung der Kapitalanlageergebnisse. Trotz aller Vorkehrungen lassen sich negative Auswirkungen von extremen Ausschlägen der Kapitalmärkte auch in der Zukunft nicht vollständig ausschließen.

Operationelle Risiken


Unter operationellen Risiken verstehen wir die Risiken von Verlusten aufgrund unzulänglicher oder fehlgeschlagener interner Prozesse, aufgrund mitarbeiter-, systembedingter oder aufgrund externer Vorfälle. Hierunter fallen insbesondere auch Rechtsänderungs- und Cyberrisiken. Zu den operationellen Risiken gehören ebenso die Störung bzw. der Ausfall von Gebäuden und technischen Systemen oder der Informationstechnik. Auch Verstöße der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegen relevante Gesetze, Vorschriften, Verordnungen, Richtlinien oder die Satzung wie auch interne kriminelle Handlungen und Bearbeitungsfehler werden hier erfasst.

Prozessrisiken


Im Rahmen des Notfallmanagements wurden vorbeugende Maßnahmen erarbeitet, um die Arbeitsfähigkeit in kritischen Prozessen und Abläufen auch in Notfällen und Krisensituationen auf einem zuvor festgelegten Mindestniveau (Notbetrieb) sicherzustellen und eine schnelle Wiederherstellung des Normalbetriebs zu ermöglichen.


Alle Verpflichtungsgeschäfte und Zahlungsströme basieren auf der funktionsorientierten Vergabe angemessener Entscheidungs- und Zahlungsanweisungsvollmachten sowie Zugriffsberechtigungen auf IT-Anwendungen und deren Daten. Im Rahmen der Ablauforganisation regeln Arbeitsanweisungen sowie Prozess- und Risikobeschreibungen das Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Abwicklung von Geschäftsvorfällen. Manuelle (organisatorische) und maschinelle (programmierte) Kontrollen sind in die Arbeitsabläufe eingebaute Sicherungsmaßnahmen. Sie sollen Fehler und Manipulationen verhindern und die Sicherheit erhöhen. Beispiele sind programmierte Plausibilitätsprüfungen in den IT-Anwendungen, Soll-Ist-Vergleiche und das durch entsprechende Freigaberegelungen hinterlegte Vieraugenprinzip.


Unsere Führungskräfte sind angehalten, die Wirksamkeit der Sicherungsmaßnahmen und Kontrollen zu überwachen und beim erkennbaren Eintritt wesentlicher Vorkommnisse die uRCF zu informieren.

IT-Risiken


Umfassende Zugangskontrollen und Schutzvorkehrungen gewährleisten die Sicherheit der Datenhaltung, der DV-Programme, der Netzverbindungen und des laufenden Betriebs. Der Betrieb eines SIEM (Security-Information-und-Event-Management) und eines rund um die Uhr erreichbaren SOC (Security Operations Center) verbessert neben der Überwachungsautomatisierung auch die Reaktionsgeschwindigkeit bei potenziellen Sicherheitsvorfällen.


Ein ordnungsgemäßes Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) ist durch die Leitlinie zur Informationssicherheit und geeignete organisatorische Maßnahmen gewährleistet sowie nach ISO/IEC 27001 zertifiziert.


Neben der Etablierung und Weiterentwicklung verbindlicher Vorgaben für Informationssicherheit und Notfallmanagement sowie der Wahrnehmung von Überwachungsaufgaben erfolgt auch die Einbindung der zuständigen Organisationseinheiten in relevante Vorgänge und Projekte. Weiterhin ist ein Business-Continuity-Managementsystem (BCMS) etabliert und nach ISO 22301 zertifiziert.


Die inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung des Informationssicherheitsmanagements und des Notfallmanagements ist konzernweit vereinheitlicht.


Essenziell für den Versicherungsbetrieb ist die Absicherung der Daten, Anwendungen, IT-Infrastrukturen und Ausgliederungen. Eine Vielzahl von Maßnahmen bis hin zum Betrieb eines SIEM (Security-Informa-tion-und-Event-Management) verbessern die Verhinderung von Sicherheitsvorfällen sowie Erkennung und Reaktion auf sicherheitsrelevante Ereignisse.


Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird u. a. durch externe Expertinnen und Experten im Rahmen von Pentests und Audits bestätigt. Eine kontinuierliche Analyse und Bewertung der Risiko- und Bedrohungslage finden fortlaufend statt, um angemessene Schutzmaßnahmen weiterzuentwickeln.


Im Rahmen der Digitalisierung ergibt sich durch die direkte Einbindung der Kundinnen und Kunden sowie Interessentinnen und Interessenten in unsere Abläufe im Zusammenhang mit einer zunehmend angespannten Cyber-Bedrohungslage eine potenzielle Risikoerhöhung. Zur Risikominimierung erfolgt im Projekt und Vorhaben begleitend eine Risikoanalyse, um Datenschutz und Informationssicherheit sowie die Erfüllung sonstiger Anforderungen zu gewährleisten. Die Sicherheit wird in der Entwicklung und im Betrieb durch entsprechende technische, methodische und architektonische Maßnahmen gewährleistet, z. B. durch automatisierte Schwachstellenscans und Schulungsmaßnahmen zur sicheren Softwareentwicklung.


Neue Verfahren und Technologien werden regelmäßig vor ihrem Einsatz hinsichtlich der Informationssicherheitsrisiken durch externe Expertinnen und Experten überprüft.

Umgang mit aktuellen IT-Risikoentwicklungen


Der Aufbau und die Einführung einer gemeinsamen IT-Landschaft - von der Infrastruktur über Entwicklungsplattformen bis hin zur Anwendungslandschaft - stellen durch ihre hohe Veränderungsrate und gleichzeitig wachsende regulatorische Anforderungen eine potenzielle Risikoquelle für die nächsten Jahre dar. Um diese zu managen, werden strenge Kriterien für den Übergang in die neuen System- und Anwendungslandschaften festgelegt.


Zur Absicherung der Einhaltung gesetzlicher und regulatorischer Vorgaben, u. a. aus dem IT-Sicherheitsgesetz und den Versicherungsaufsichtsrechtlichen Anforderungen an die IT (VAIT) aber auch in Bezug auf den Umgang mit neuen regulatorischen Anforderungen wie EU-DORA oder dem European AI Act, wurde für die IT-Organisation die Hauptabteilung "IT Governance" als Instanz für Informationssicherheit, Notfallmanagement, IT-Regulatorik und IT-Prozessmanagement etabliert.


Als konsequente Fortführung des Projektes "VAIT 2.0" zur Sicherstellung der Umsetzung bestehender Anforderungen aus VAIT wurde ein Folgeprojekt zur Sicherstellung der Effizienz und Wirksamkeit unter Beachtung neuer Anforderungen aus EU-DORA initiiert.


Durch einen einheitlichen Regelungsrahmen zur IT-Governance ist das Steuerungssystem der IT in Bezug auf die internen und externen Anforderungen zusammengefasst und transparent. Durch die Bündelung dieser Funktionen wird eine bestmögliche Vernetzung und das Heben von Synergieeffekten im Vorgaben-, Audit- und Risikomanagement unterstützt.


Die inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung von IT-Governance, Informationssicherheitsmanagement und Notfallmanagement ist konzernweit vereinheitlicht.

Rechtliche Risiken


Rechtliche Risiken ergeben sich aus Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, den Vorgaben von Behörden, Änderungen der obergerichtlichen Rechtsprechung und dem Inhalt vertraglicher Regelungen.

Nachhaltigkeitsrisiken


Nachhaltiges Handeln und die Berücksichtigung der drei ESG-Kriterien (ökologische, soziale und Governance-Kriterien) stehen in allen Unternehmensbereichen des Provinzial Konzerns im Fokus. Dies verdeutlichen einerseits das Gremium des Nachhaltigkeitsboards auf Gruppenebene, das die strategische Ausrichtung in den wesentlichen Handlungsfeldern Kapitalanlage, Digitalisierung, Versicherungsprodukte, Kundenbegeisterung, Arbeitgeberattraktivität sowie Ressourcenschonung vorantreibt, und andererseits die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in die etablierten Risikoarten und -prozesse durch das zentrale Risikomanagement.

Als Nachhaltigkeitsrisiken werden Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung definiert, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation des Provinzial Konzerns haben können. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Kontrolle und Steuerung der physischen Klimarisiken, wie beispielsweise Extremwetterereignisse, der transitorischen Risiken, wie beispielsweise potenzielle Wertverluste von Kapitalanlagen in CO 2-intensiven Branchen, sowie der Reputationsrisiken durch klimaschädliches Handeln.


Aufgrund der globalen Erderwärmung ist zukünftig sowohl mit häufigeren als auch mit schwereren Überschwemmungsereignissen zu rechnen. Auch die Anzahl und Intensität schwerer Sturm- und Hagelereignisse wird voraussichtlich zunehmen. Dazu werden die Risikobewertungsmodelle für die Schaden-und Unfallversicherungsgesellschaften jeweils an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst, sodass die Folgen des Klimawandels in den Berechnungen des versicherungstechnischen Risikos der Schaden-und Unfallversicherer bestmöglich Berücksichtigung finden.

Zusätzlich bilden die mit dem Klimawandel verbundenen potenziellen Wertverluste der Kapitalanlage, die sich durch die Transformation zu einer CO 2-neutralen Wirtschaft ergeben könnten, eine große Herausforderung insbesondere für die Lebensversicherungen des Konzerns. Das wesentliche Mittel, um diesem entgegenzuwirken, ist die eigene Dekarbonisierungsstrategie der Kapitalanlage. Der Beitritt des Konzerns zur Net Zero Asset Owner Alliance (NZAOA) untermauert dieses Vorhaben. Zudem hat sich der Konzern zu den Principles for Responsible Investment (UN PRI) verpflichtet.


Der Provinzial Konzern berücksichtigt diese Risiken in der Geschäfts- und Risikostrategie und integriert sie sukzessive in die etablierten Risikoarten und -prozesse. Zudem werden Stress- und Szenarioanalysen im Rahmen der unternehmenseigenen Solvabilitäts- und Risikobeurteilung durchgeführt, um das Risiko des Klimawandels zu quantifizieren und um die Risikotragfähigkeit des Provinzial Konzerns zu jeder Zeit sicherzustellen. Zusätzlich arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Provinzial Konzerns aktiv in entsprechenden Arbeitsgruppen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft mit, die sich intensiv mit diesen Problematiken beschäftigen.

Sonstige Risiken


Zu den sonstigen Risiken gehören vor allem Reputationsrisiken, Risiken aus Pensionsrückstellungen sowie geopolitische Risiken.

Reputationsrisiken


Zu den wesentlichen sonstigen Risiken gehört das Reputationsrisiko. Das Reputationsrisiko ergibt sich aus einer möglichen Beschädigung des Rufs infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Reputationsrisiken entstehen in der Regel im Zusammenhang mit operationellen Risiken, können jedoch auch als isolierte Einzelrisiken auftreten. Die Kontrolle und die Entwicklung von Maßnahmen zur Vermeidung von Reputationsrisiken erfolgt durch das Risikomanagement, die Rechtsabteilung und die Konzernkommunikation, die sich hierzu anlassbezogen austauschen.

Risiken aus Pensionsrückstellungen


Nach den von erheblichen Zinsänderungsaufwendungen geprägten Vorjahren führte der seit Anfang des Jahres 2022 beobachtete Zinsanstieg im Jahr 2023 erstmalig zu einem moderaten Anstieg des Rechnungszinssatzes zur Bewertung der Pensionsverpflichtungen, der sich aufgrund der mehrjährigen Durchschnittsbildung in den Folgejahren fortsetzen und dann zu spürbaren bilanziellen Entlastungen führen kann. Bei einem neuerlichen Zinsrückgang könnten sich künftig allerdings auch weitere Zinsänderungsaufwendungen ergeben.


Außerdem könnte im Falle einer nachhaltigen Zinswende mit länger anhaltenden Inflationstendenzen und steigenden Tarifabschlüssen eine spürbare Erhöhung des bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen zu berücksichtigenden Gehalts- und Rententrends erforderlich werden und zu entsprechenden Kostenbelastungen führen. In den Jahren 2022 und 2023 wurden bereits sukzessive Stärkungen dieser Bewertungsparameter vorgenommen.

Geopolitische Risiken


Unter geopolitischen Risiken wird die ungewisse Gefahr eines möglichen Verlusts durch das Handeln politischer Akteure, durch politische Ereignisse oder sich verändernde politische Bedingungen verstanden. Die Bedrohung durch derartige Risiken hat deutlich zugenommen und die deutsche Volkswirtschaft, die Kapitalmärkte und damit auch die Versicherungswirtschaft vor Herausforderungen gestellt. Der Abbruch politischer und wirtschaftlicher Beziehungen infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, die Umkehr der Energiepolitik des letzten Jahrzehnts, zunehmende Handelsbarrieren und die weltweite Suche nach neuen Partnerinnen und Partnern für dringend benötigte Rohstoffe läuten eine Zeitenwende in der Geopolitik ein.

Zusammenfassende Darstellung der Risikolage


Das vorhandene Risikomanagementsystem gewährleistet die rechtzeitige Identifikation, Bewertung und Kontrolle der Risiken, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Provinzial Versicherung AG haben könnten.


Die Provinzial Versicherung AG kann den Verpflichtungen aus den bestehenden Versicherungsverträgen selbst bei unterstellten extremen Stressszenarien nachkommen. Bestandsgefährdende Risiken zeichnen sich derzeit nicht ab. Außergewöhnliche Entwicklungen im Unternehmensumfeld durch die Veränderungen der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, die zunehmenden Handelsbarrieren sowie weiterhin Inflationssorgen könnten die Risikolage jedoch stark beeinträchtigen.

Bedeckung nach Solvency II


Die Solvenzkapitalanforderungen nach Solvency II werden von der Provinzial Versicherung AG jederzeit erfüllt. Die Solvenzquote liegt dauerhaft oberhalb der aufsichtsrechtlich geforderten Quote von 100 %.


Die Veröffentlichung der Solvenzquote zum 31. Dezember 2023 erfolgt innerhalb der gesetzlich vorgegebenen Frist im Solvency and Financial Condition Report (SFCR). Der SFCR ist nicht Bestandteil des Lageberichts und wird durch die Abschlussprüfer nicht geprüft.

Chancenbericht

Chancenmanagement


Der demografische Wandel, die notwendige Nachhaltigkeitswende sowie die Digitalisierung verändern unser Umfeld genauso wie die makroökonomischen Entwicklungen, z. B. das inflationäre Umfeld. Diese Themen beeinflussen die unternehmerischen Tätigkeiten und stellen Herausforderungen dar, eröffnen aber auch neue Chancen. Die Chancen zu nutzen, ist ein wesentlicher Faktor für nachhaltiges Wachstum und die Steigerung der Profitabilität. Hierbei dürfen die mit der Nutzung von Chancen verbundenen Risiken nicht außer Acht gelassen werden.


Die Nutzung von Chancen setzt zunächst einmal die Identifikation der künftigen Handlungs- und Wachstumsfelder voraus. Mit dem Innovationsmanagement sollen innovative Produkt-, Dienstleistungs- sowie Geschäftsideen systematisch generiert, bewertet und erfolgreich implementiert werden. Im Provinzial Konzern ist der Bereich Innovation deshalb auch organisatorisch fest verankert und eng mit dem Digitalisierungs- und Projektmanagement verknüpft.

Chancen für das laufende Geschäftsjahr 2024


Im Prognosebericht geben wir einen Überblick darüber, wie sich unser Geschäft unter den genannten Rahmenbedingungen im laufenden Geschäftsjahr 2024 voraussichtlich entwickeln wird. Die Chancen, dass sich unser Geschäft in den verbleibenden Monaten des Geschäftsjahres besser entwickelt als prognostiziert, sind auf diese kurze Sicht naturgemäß begrenzt. So dürfte etwa eine positivere wirtschaftliche Gesamtentwicklung unser Versicherungsgeschäft erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung beleben.


Allerdings könnte das versicherungstechnische Ergebnis im laufenden Jahr trotz inflationsbedingter Belastungen von einem günstigeren Schadenverlauf profitieren. Auch ein gegenüber unseren Prognoseannahmen besseres Ergebnis aus Kapitalanlagen würde unmittelbar positiv auf das erwartete Jahresergebnis wirken.

Mittel- und langfristige Chancenpotenziale


Bei den mittel- und langfristigen Chancen handelt es sich um externe oder interne Entwicklungspotenziale, die es ermöglichen können, die Planziele der nächsten Jahre zu übertreffen.

Chancen durch positive externe Rahmenbedingungen


Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit sowie auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Sollten sich die wirtschaftlichen Perspektiven für die Verbraucherinnen und Verbraucher stabilisieren bzw. verbessern, könnten hierdurch die Nachfrage nach Versicherungsprodukten und damit unsere Beitragseinnahmen stärker steigen als geplant. Zudem hätte eine günstigere als die in der Planung angenommene Entwicklung der Inflationsrate unmittelbar entlastende Wirkung auf die Höhe der zukünftigen Schadenaufwendungen.

Chancen durch die Zusammenarbeit im Konzernverbund


Im Provinzial Konzern kombinieren wir die Tradition und Regionalität der Tochterunternehmen mit den Marktchancen und der Leistungskraft eines großen deutschen Versicherungskonzerns. Um die Position des Konzerns im Markt weiter zu festigen, arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Ressourcen zu bündeln, IT-Systeme zu vereinheitlichen und Prozesse im Sinne unserer Kundinnen und Kunden zu optimieren. Hierzu wurde im Jahr 2023 im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung u. a. ein neues Kfz/Mobilitäts-System ausgewählt. Dies deckt perspektivisch ein breites Produktangebot für alle Provinzial Gesellschaften ab. Zudem wird es mit diesem System möglich sein, alle Kundensegmente und Vertriebswege zu bedienen.

Chancen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter


Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein entscheidender Faktor für den langfristigen Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit des Provinzial Konzerns. Auch angesichts des demografischen Wandels ist es wichtig, in die Gewinnung, Bindung und Entwicklung von Arbeitnehmerinnen und -nehmern zu investieren. Ziel der Provinzial ist es, ein zukunftsfähiger und attraktiver Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb in den Regionen zu bleiben. Daher wurde für den Konzern eine zeitgemäße langfristige Personalstrategie erarbeitet, die fortlaufend weiterentwickelt wird. Hohe Empfehlungsraten auf Arbeitgeber-Bewertungsplattformen wie kununu bestätigen den bisherigen Erfolg der Provinzial. Außerdem widmen wir uns in diesem Zusammenhang der fortlaufenden Entwicklung einer zukunftsweisenden Unternehmenskultur.

Chancen durch agile Arbeitswelten


Um im Wettbewerb vorne zu liegen, benötigt es agile zukunftsorientierte Arbeitsmodelle. Wir sind daher ständig bestrebt, moderne und effiziente Arbeitsweisen zu etablieren. So finden agile Vorgehensweisen u. a. bei Projekten Anwendung und schaffen durch eine schnelle Reaktion auf unvorhergesehene Veränderungen einen Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig entwickeln wir unter dem Arbeitstitel "LevelUP" unsere Arbeitswelten kontinuierlich weiter. Dies betrifft die Büroorganisation im Unternehmen, aber auch die Zusammenarbeit im Homeoffice. Auf diese Weise sichern wir langfristig die Effizienz unserer Geschäftsprozesse und erhöhen die Arbeitgeberattraktivität.

Chancen durch Digitalisierung


Die Digitalisierung betrifft sämtliche Bereiche des Versicherungsgeschäfts und führt zu einer großen Bandbreite an technologischen Möglichkeiten für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Wir nutzen bereits die Möglichkeit, Geschäftsprozesse durch digitale Technologien zu unterstützen und zu optimieren. Gleichwohl ist die Digitalisierung ein dynamischer Prozess, der immer wieder neue Potenziale mit sich bringt. So ergeben sich beispielsweise durch Künstliche Intelligenz neue Dimensionen der Datennutzung, die es auszuschöpfen gilt. Versicherer müssen daher eine agile und gut ausgerüstete IT besitzen, um den digitalen Wandel voranzubringen. Wir ergreifen diese Chance und investieren laufend in Digitalisierungsprojekte. Daneben stärken wir die digitalen Fähigkeiten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Communities wie bspw. der ada-Community erlernen sie neue Digital- und Zukunftskompetenzen und erarbeiten innovative Lösungen für eine digitalisierte Zukunft.

Chancen durch nachhaltiges Handeln


In der öffentlichen Wahrnehmung hat das Thema Nachhaltigkeit deutlich an Bedeutung gewonnen. Auch unsere Vertriebs- und Kooperationspartnerinnen und -partner erwarten Fortschritt in Bezug auf eine nachhaltige Transformation. Wir sehen in dieser Entwicklung die Chance, uns weiterhin als verlässlicher Partner zu positionieren, der Verantwortung für soziale und gesellschaftliche Themen übernimmt. Überdies lassen Kundinnen und Kunden Nachhaltigkeitsaspekte zunehmend in ihre Kaufentscheidungen einfließen. Dabei gewinnen nachhaltige Produkte vor allem in jüngeren Altersgruppen an Bedeutung, die mitunter noch wenig abgesichert sind. Auch um diese Marktpotenziale zu heben, wurde das Nachhaltigkeitsmanagement fest in der Organisationsstruktur des Provinzial Konzerns verankert. In den sechs Handlungsfeldern Kapitalanlage, Versicherungsprodukte, Kundenbegeisterung, Digitalisierung, Ressourcenschonung und Arbeitgeberattraktivität werden die Nachhaltigkeitsinitiativen des Konzerns vorangetrieben. Konkrete Umsetzungsaspekte wurden im sog. GREENPRINT schriftlich festgehalten. Ein wichtiger Meilenstein im Jahr 2023 war die Realisation eines nachhaltigen Beschaffungsprozesses von Hardware, sodass zukünftig mithilfe des X-Degree Compatibility Models der Klimaschutz in den Einkaufsprozess einfließt.

Vertriebliche Wachstumschancen durch veränderte Kundenbedürfnisse


Die Menschen in den Regionen sehen sich durch die allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen zunehmend Unsicherheiten von außen ausgesetzt. Sie entwickeln dadurch ein erhöhtes Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit. Für unsere Vertriebspartnerinnen und -partner ergibt sich aus dieser Situation die Chance, den Menschen mit unseren vielfältigen Absicherungsmöglichkeiten zur Seite zu stehen. Als äußerst förderlich erweist sich dabei unser Geschäftsmodell der Nähe und der Präsenz in den Regionen. Es ist die Grundlage eines nachhaltigen und engen Vertrauensverhältnisses zu unseren Kundinnen und Kunden. Dies zeigt sich auch an einer Studie des F.A.Z.-Instituts und ServiceValue, in der wir im Jahr 2023 die Top-Auszeichnung "Höchst vertrauenswürdiges Unternehmen" erhielten.


Neben persönlichen Kontakten vor Ort gehört die Nutzung digitaler Angebote für viele Menschen auch beim Abschluss von Versicherungsprodukten zur Normalität. Gewünscht ist ein hybrider Zugang zu Versicherungsprodukten. Diese hybride Welt, in der persönliche Kontakte und Digitales fließend ineinander übergehen, ermöglicht unseren Vertriebspartnerinnen und -partnern neue Zugangsmöglichkeiten zu den Kundinnen und Kunden. Daher setzen wir auf beides: den persönlichen Kontakt vor Ort und digitale Angebote wie das Kundenportal MeineProvinzial.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Stagnation der Wirtschaftsleitung


Im laufenden Jahr 2024 wird sich die deutsche Wirtschaft kaum erholen. So geht die Bundesregierung von einem preisbereinigten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 % aus. Die Prognose ist aufgrund der weltpolitischen Lage, aber auch der ungewissen Auswirkungen der Geldpolitik auf die Nachfrage weiterhin mit hohen Unsicherheiten behaftet. Die Inflationsrate wird im laufenden Jahr voraussichtlich deutlich zurückgehen. Dies führt zusammen mit dem Anstieg der Arbeitseinkommen und der monetären Sozialleistungen zu höheren Realeinkommen. Daher werden die privaten Konsumausgaben moderat steigen. Der Außenhandel kann dagegen kaum Wachstumsimpulse liefern.


Aufgrund der nachlassenden Inflation werden nach der deutlichen Straffung der Geldpolitik seit dem Jahr 2022 im laufenden Jahr stabile, ggf. sinkende Leitzinsen erwartet. Die Aktienmärkte setzten zu Beginn des Jahres den Aufwärtstrend fort. Geopolitische Krisen, wie beispielsweise in der Ukraine oder im Nahen Osten, könnten die Finanzmärkte aber erheblich belasten.

Marktentwicklung in der Schaden- und Unfallversicherung


Für das laufende Jahr 2024 geht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) davon aus, dass es trotz nachlassender Inflation zu einem höheren Beitragswachstum als im Jahr 2023 kommt. Ursächlich dafür sind auch Versicherungszweige, in denen die bisherigen Beitragserhöhungen die gestiegenen Schadenkosten nicht kompensieren konnten.


Die Beitragsentwicklung in der privaten Sachversicherung wird weiterhin durch die Baupreis- und Lohnkostenentwicklung geprägt, sodass der GDV in diesem Geschäftszweig ein Beitragswachstum von 10,5 % prognostiziert. In der Verbundenen Wohngebäudeversicherung wird aufgrund der nötigen Tarifanpassungen ein Anstieg von 13,0 % erwartet. Die gebuchten Beiträge in der nicht-privaten Sachversicherung werden voraussichtlich um 10,0 % steigen.


Trotz des intensiven Wettbewerbs in der Kraftfahrtversicherung prognostiziert der GDV aufgrund der hohen Transparenz bezüglich der gestiegenen Kosten und des Drucks, die Rentabilität zu erhöhen, einen Beitragsanstieg in Höhe von 10,0 %. In der Allgemeinen Haftpflichtversicherung entfaltet die Beitragsanpassungsmöglichkeit aus dem Jahr 2023 die volle Wirkung, sodass die Beiträge um voraussichtlich 4,0 % steigen werden.


Insgesamt erwartet der GDV für die Schaden- und Unfallversicherung im laufenden Jahr 2024 einen Beitragszuwachs von 8,0 %.

Voraussichtliche Geschäftsentwicklung 2024


Die globalen unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erschweren die Prognose. Die nachfolgenden Aussagen stehen unter dem Vorbehalt, dass die Geschäftsentwicklung der Provinzial Versicherung AG im weiteren Jahresverlauf nicht von außergewöhnlichen Schadenereignissen sowie negativen Entwicklungen an den Kapitalmärkten belastet wird.

Beitragswachstum erwartet


Die Provinzial Versicherung AG plant im laufenden Geschäftsjahr 2024 im selbst abgeschlossenen Geschäft eine Steigerung der gebuchten Bruttobeiträge um etwa 6,2 %. Ursächlich sind weiterhin hohe inflationsgetriebene Indexanpassungen in der Sachversicherung sowie Sanierungen im Geschäftsfeld Wohnungsunternehmen. Darüber hinaus werden höhere Beiträge in der Kraftfahrtversicherung aufgrund einer Tarifanpassung erwartet. Die Beiträge im in Rückdeckung übernommenen Geschäft werden voraussichtlich deutlich zunehmen.

Erneut hohes versicherungstechnisches Bruttoergebnis


Im laufenden Jahr 2024 werden sich die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle im selbst abgeschlossenen Geschäft insbesondere in der Sachversicherung und in der Unfallversicherung gegenüber dem Berichtsjahr erhöhen. Kumulereignisse werden mithilfe mathematischer Simulationsmodelle geplant. Zudem wird von einem inflationsbedingten Anstieg der Schadendurchschnitte ausgegangen. Insbesondere die Prognose der Inflationsauswirkungen ist jedoch mit hohen Unsicherheiten behaftet.


Höhere Betriebskosten sowie die auch aufgrund des Beitragswachstums steigenden Provisionen führen zu einer Zunahme der Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb im selbst abgeschlossenen Geschäft. Die bilanzielle Kostenquote wird sich angesichts des Beitragswachstums dennoch verbessern. Unter den genannten Annahmen wird sich die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote) im selbst abgeschlossenen Geschäft auf etwa 90 % erhöhen.


Das versicherungstechnische Bruttoergebnis im selbst abgeschlossenen Geschäft wird voraussichtlich im Bereich von 300 bis 320 Mio. Euro liegen. Die Rückversicherer werden daran wieder zu beteiligen sein. Zugleich werden die Schwankungsrückstellungen durch Zuführungen in Höhe von rund 70 Mio. Euro sukzessive weiter aufgefüllt. Insgesamt wird ein deutlich positives versicherungstechnisches Nettoergebnis im selbst abgeschlossenen Geschäft prognostiziert. Im in Rückdeckung übernommenen Geschäft wird ein deutlich positives versicherungstechnisches Bruttoergebnis erwartet. Ein Betrag in etwa gleicher Größenordnung wird an die Rückversicherer abgeführt, sodass sich ein ausgeglichenes versicherungstechnisches Nettoergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellungen ergibt. Daher wird das in Rückdeckung übernommene Geschäft voraussichtlich mit einem leicht negativen versicherungstechnischen Nettoergebnis in Höhe der moderaten Dotierung der Schwankungsrückstellungen schließen. Im Gesamtgeschäft wird folglich ein positives versicherungstechnisches Nettoergebnis in der Größenordnung von 50 bis 60 Mio. Euro erwartet.

Verbessertes Jahresergebnis


Das Kapitalanlageergebnis wird im Jahr 2024 deutlich höher als im Berichtsjahr ausfallen, sodass eine Nettoverzinsung der Kapitalanlagen von 3,3 % geplant wird. Insgesamt erwartet die Provinzial Versicherung AG ein Jahresergebnis in der Größenordnung von 240 bis 250 Mio. Euro.

Erklärung zur Unternehmensführung

Angaben zum Frauenanteil gemäß § 289f Abs. 4 in Verbindung mit Abs. 2 Nr. 4 HGB


Der Aufsichtsrat der Provinzial Versicherung AG hat für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und im Vorstand Zielquoten festgelegt. Auch der Vorstand der Provinzial Versicherung AG hat für den Frauenanteil auf der 1. und 2. Führungsebene unterhalb des Vorstands Zielquoten bestimmt. Die 1. Führungsebene umfasst alle leitenden Angestellten, die 2. Führungsebene alle Führungskräfte, die nicht gleichzeitig leitende Angestellte sind. Im Rahmen der strategischen Personalentwicklung werden insbesondere auch Mitarbeiterinnen gezielt auf die Übernahme von Führungsverantwortung vorbereitet.


Die Zielquoten per 15. Dezember 2025 sowie die Ist-quoten per 31. Dezember 2023 sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

Frauenquoten Istquote
31.12.2023
Zielquote
15.12.2025
% %
Aufsichtsrat 45,0 40,0
Vorstand 16,7 33,3
1. Führungsebene 18,2 21,0
2. Führungsebene 31,2 32,0

 

Münster, den 22. März 2024


Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft Der Vorstand

Dr. Wolfgang Breuer
Vorsitzender
Patric Fedlmeier
Stellvertretender Vorsitzender
Sabine Krummenerl
Guido Schaefers Dr. Ulrich Scholten Dr. Rainer Sommer

Betriebene Versicherungszweige und Versicherungsarten

Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft


Unfallversicherung (Allgemeine Unfallversicherung, Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr, Kraftfahrt-Unfallversicherung)


Haftpflichtversicherung (Allgemeine Haftpflichtversicherung, Luftfahrt-Haftpflichtversicherung)


Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung


Sonstige Kraftfahrtversicherungen (Fahrzeugvoll-, Fahrzeugteilversicherung)


Luftfahrtversicherung


Feuerversicherung (Feuer-Industrie-Versicherung, Landwirtschaftliche Feuerversicherung, Sonstige Feuerversicherung)


Einbruchdiebstahl- und Raubversicherung


Leitungswasserversicherung


Glasversicherung


Sturmversicherung


Verbundene Hausratversicherung


Verbundene Wohngebäudeversicherung


Technische Versicherungen


Transportversicherung


Kredit- und Kautionsversicherung


Versicherung zusätzlicher Gefahren zur Feuer- bzw. Feuer-Betriebsunterbrechungs- versicherung (Extended Coverage)


Betriebsunterbrechungsversicherung


Beistandsleistungsversicherung


Sonstige Schadenversicherung (Sonstige Sachschadenversicherung, Sonstige Vermögensschadenversicherung, Sonstige gemischte Versicherung, Vertrauensschadenversicherung)

In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft


Krankenversicherung (Restschuldversicherung)


Unfallversicherung (Allgemeine Unfallversicherung, Kraftfahrt-Unfallversicherung)


Haftpflichtversicherung (Allgemeine Haftpflichtversicherung, Luftfahrt-Haftpflichtversicherung)


Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung


Sonstige Kraftfahrtversicherungen (Fahrzeugvoll-, Fahrzeugteilversicherung)


Luftfahrtversicherung


Feuerversicherung (Feuer-Industrie-Versicherung, Landwirtschaftliche Feuerversicherung, Sonstige Feuerversicherung)


Einbruchdiebstahl- und Raubversicherung


Leitungswasserversicherung


Glasversicherung


Sturmversicherung


Verbundene Hausratversicherung


Verbundene Wohngebäudeversicherung


Hagelversicherung


Technische Versicherungen


Transportversicherung


Kredit- und Kautionsversicherung


Versicherung zusätzlicher Gefahren zur Feuer- bzw. Feuer-Betriebsunterbrechungs- versicherung (Extended Coverage)


Betriebsunterbrechungsversicherung


Beistandsleistungsversicherung


Sonstige Schadenversicherung (Sonstige Sachschadenversicherung, Sonstige Vermögensschadenversicherung)

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

Anhang
Nr.
2023
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
A. Immaterielle Vermögensgegenstände 1
I. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
3.812 6.469
II. Geschäfts- oder Firmenwert 11.631 13.292
15.442 19.761
B. Kapitalanlagen 1, 2
I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und
Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
3 8.221 10.965
II. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4 557.649 490.372
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 125.000 125.000
3. Beteiligungen 4 197.406 197.505
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
- -
880.055 812.876
III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen
und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
5 4.463.045 4.292.332
2. Inhaberschuldverschreibungen
und andere festverzinsliche Wertpapiere
293.615 370.923
3. Hypotheken-, Grundschuld-
und Rentenschuldforderungen
30.151 33.364
4. Sonstige Ausleihungen 6 214.238 224.531
5. Einlagen bei Kreditinstituten 151.500 65.400
6. Andere Kapitalanlagen 1.906 1.906
5.154.455 4.988.455
IV. Depotforderungen aus dem in Rückdeckung
übernommenen Versicherungsgeschäft
125 255
6.042.857 5.812.552
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen
Versicherungsgeschäft an:
1. Versicherungsnehmer 85.143 79.057
2. Versicherungsvermittler 12.879 10.616
98.023 89.673
II. Abrechnungsforderungen aus
dem Rückversicherungsgeschäft
34.866 152.595
davon an verbundene Unternehmen:
5.047 (42.054) Tsd. EUR
davon an Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht:
20.173 (40.146) Tsd. EUR
III. Sonstige Forderungen 170.776 116.276
davon an verbundene Unternehmen:
105.479 (67.195) Tsd. EUR
davon an Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht:
32.786 (28.082) Tsd. EUR
303.664 358.544
D. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 7.775 19.513
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten,
Schecks und Kassenbestand
28.862 27.525
III. Andere Vermögensgegenstände 416 343
37.053 47.381
E. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 9.843 9.793
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 2.034 3.273
11.877 13.066
F. Aktive latente Steuern 7 - -
G. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der
Vermögensverrechnung
8 471 352
Summe Aktiva 6.411.364 6.251.656
Matthias Löb
Der Treuhänder
Passiva Anhang
Nr.
2023
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
A. Eigenkapital
I. Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 9 100.000 100.000
abzüglich nicht eingeforderter ausstehender Einlagen - -
100.000 100.000
II. Kapitalrücklage 10 882.509 882.509
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 10.000 10.000
2. Andere Gewinnrücklagen 10.253 10.253
20.253 20.253
IV. Bilanzgewinn - -
1.002.762 1.002.762
B. Genussrechtskapital - -
C. Nachrangige Verbindlichkeiten - -
D. Versicherungstechnische Rückstellungen 11
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 460.460 427.933
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung
gegebene Versicherungsgeschäft
30.067 44.974
430.392 382.958
II. Deckungsrückstellung
1. Bruttobetrag 43.121 43.747
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung
gegebene Versicherungsgeschäft
- -
43.121 43.747
III. Rückstellung für noch nicht abgewickelte
Versicherungsfälle
1. Bruttobetrag 4.072.663 4.088.728
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung
gegebene Versicherungsgeschäft
892.320 881.905
3.180.343 3.206.823
IV. Rückstellung für erfolgsabhängige und
erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung
1. Bruttobetrag 12 17.344 16.717
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung
gegebene Versicherungsgeschäft
- -
17.344 16.717
V. Schwankungsrückstellung und ähnliche
Rückstellungen
356.169 187.205
VI. Sonstige versicherungstechnische
Rückstellungen
1. Bruttobetrag 20.112 9.267
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung
gegebene Versicherungsgeschäft
33 -5.861
20.079 15.128
4.047.448 3.852.579
E. Andere Rückstellungen
I. Rückstellungen für Pensionen
und ähnliche Verpflichtungen
13 826.665 844.442
II. Steuerrückstellungen 2.694 2.694
III. Sonstige Rückstellungen 14 91.968 89.339
921.327 936.474
F. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung
gegebenen Versicherungsgeschäft
- -
G. Andere Verbindlichkeiten 15
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen
Versicherungsgeschäft gegenüber:
1. Versicherungsnehmern 138.944 149.917
2. Versicherungsvermittlern 23.008 19.804
davon gegenüber verbundenen Unternehmen:
- (-) Tsd. EUR
161.952 169.721
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem
Rückversicherungsgeschäft
176.078 117.631
davon gegenüber verbundenen Unternehmen:
172.365 (115.835) Tsd. EUR
davon gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht:
- (-) Tsd. EUR
III. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - -
IV. Sonstige Verbindlichkeiten 101.705 172.484
davon gegenüber verbundenen Unternehmen:
39.691 (113.246) Tsd. EUR
davon gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht:
- (204) Tsd. EUR
davon aus Steuern:
38.704 (35.584) Tsd. EUR
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:
- (170) Tsd. EUR
439.734 459.836
H. Rechnungsabgrenzungsposten 94 5
I. Passive latente Steuern 7 - -
Summe Passiva 6.411.364 6.251.656


Ich bestätige hiermit entsprechend § 128 Abs. 5 VAG, dass die im Vermögensverzeichnis aufgeführten Vermögensanlagen den gesetzlichen und aufsichtsbehördlichen Anforderungen gemäß angelegt und vorschriftsmäßig sichergestellt sind.

 

Düsseldorf, den 22. März 2024


Versicherungsmathematische Bestätigung für die Unfall- und Haftpflichtversicherung gemäß § 2 Absatz 5 Nummer 1 der AktuarV:


Es wird bestätigt, dass die in der Bilanz unter dem Posten D. II. 1. und D. III. 1 der Passiva eingestellte Deckungsrückstellung unter Beachtung von § 341f und § 341g HGB sowie unter Beachtung der auf Grund des § 88 Absatz 3 VAG erlassenen Rechtsverordnungen berechnet worden ist.


Altbestand im Sinne des § 336 VAG ist nicht vorhanden.

 

Düsseldorf, den 8. März 2024

Gerd Romund
Verantwortlicher Aktuar

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Anhang
Nr.
2023
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
I. Versicherungstechnische Rechnung 16
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung (f. e. R.)
a) Gebuchte Bruttobeiträge 3.356.963 3.075.057
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge -830.946 -711.065
2.526.017 2.363.992
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge -32.527 -18.378
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer
an den Bruttobeitragsüberträgen
-8.205 -23.814
-40.732 -42.192
2.485.285 2.321.800
2. Technischer Zinsertrag f. e. R. 17 1.840 3.222
3. Sonstige versicherungstechnische Erträge f. e. R. 3.504 3.305
4. Aufwendungen für Versicherungsfälle f. e. R. 18
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag -2.142.054 -2.449.519
bb) Anteil der Rückversicherer 434.495 557.330
-1.707.559 -1.892.190
b) Veränderung der Rückstellung für noch
nicht abgewickelte Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 16.233 217.358
bb) Anteil der Rückversicherer 10.416 -7.670
26.649 209.688
-1.680.910 -1.682.502
5. Veränderung der übrigen versicherungs-
technischen Netto-Rückstellungen
a) Netto-Deckungsrückstellung 626 -262
b) Sonstige versicherungstechnische Netto-Rückstellungen -11.669 5.185
-11.043 4.923
6. Aufwendungen für erfolgsabhängige und
erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattungen f. e. R.
19 -7.466 -7.366
7. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f. e. R. -832.967 -759.988
a) Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 20 202.285 186.935
b) davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen
aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft
-630.683 -573.052
8. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen f. e. R. -38.118 -33.358
9. Zwischensumme 122.409 36.972
10. Veränderung der Schwankungsrückstellung
und ähnlicher Rückstellungen
-168.963 -37.434
11. Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. -46.554 -462
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung
1. Erträge aus Kapitalanlagen
a) Erträge aus Beteiligungen 49.602 15.662
davon aus verbundenen Unternehmen:
41.530 (7.251) Tsd. EUR
b) Erträge aus anderen Kapitalanlagen 21 69.883 114.031
davon aus verbundenen Unternehmen:
5.756 (5.759) Tsd. EUR
c) Erträge aus Zuschreibungen 489 239
d) Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen 5.898 12.630
e) Erträge aus Gewinngemeinschaften,
Gewinnabführungs- und
Teilgewinnabführungsverträgen
4.606 3.861
130.478 146.423
2. Aufwendungen für Kapitalanlagen
a) Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen,
Zinsaufwendungen und die Kapitalanlagen
-14.070 -14.939
b) Abschreibungen auf Kapitalanlagen 22 -11.235 -14.719
c) Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen -22.805 -12.412
d) Aufwendungen aus Verlustübernahme - -
-48.110 -42.070
82.369 104.353
3. Technischer Zinsertrag -1.840 -3.222
80.529 101.131
4. Sonstige Erträge 23 344.544 271.411
5. Sonstige Aufwendungen 23 -347.019 -308.418
-2.475 -37.007
6. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 31.500 63.662
7. Außerordentliche Erträge - -
8. Außerordentliche Aufwendungen - -
9. Außerordentliches Ergebnis - -
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 24 -85 -62
11. Sonstige Steuern -382 -1.612
-467 -1.674
12. Erträge aus der Verlustübernahme - -
13. Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs-
oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne
-31.033 -61.988
14. Jahresüberschuss - -
15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr - -
16. Einstellungen in Gewinnrücklagen
17. Bilanzgewinn - -

Anhang

Erläuterungen zum Jahresabschluss

Allgemeine Grundlagen


Die Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft mit Sitz in 40591 Düsseldorf, Provinzialplatz 1, ist im Handelsregister des Amtsgerichts Düsseldorf unter der Handelsregisternummer HRB 41241 eingetragen.


Der Jahresabschluss wurde nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen - Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) - und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) erstellt.


Fremdwährungen wurden entsprechend § 256a HGB zu den Kursen am Bilanzstichtag umgerechnet.


Die Zahlen des Jahresabschlusses sind auf volle Tausend Euro (gerundet) ausgewiesen. Die Addition der Einzelwerte kann daher von den Zwischen- und Endsummen um Rundungsdifferenzen abweichen. Auch in den Tabellen im Lagebericht, die die Daten des Jahresabschlusses auf einer höher verdichteten Ebene darstellen, wurden die Einzelwerte und Summen jeweils kaufmännisch auf- oder abgerundet. Betragsangaben in Klammern beziehen sich auf das Vorjahr.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Aktiva


Immaterielle Vermögensgegenstände wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich linearer Abschreibungen, die planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von fünf Jahren erfolgten, bewertet. Für die lineare Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts, der aus den zum 31. Dezember 2018 übernommenen Restkreditversicherungsverträgen resultierte, wurde entsprechend der angenommenen Vertragsdauer eine wirtschaftliche Nutzungsdauer von zwölf Jahren zugrunde gelegt.


Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken wurden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um plan- und ggf. außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 HGB, bewertet.


Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurden mit den Anschaffungskosten, ggf. vermindert um Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 HGB, bzw. mit dem auf Dauer beizulegenden Wert bewertet.


Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, die dem Umlaufvermögen zugeordnet waren, wurden zu Anschaffungskosten bzw. mit den niedrigeren Börsenwerten zum Bilanzstichtag bewertet. Bei ausländischen Wertpapieren wurden Währungskursveränderungen, soweit sie einen Abschreibungsbedarf ergaben, berücksichtigt. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, die nach § 341b Abs. 2 HGB dazu bestimmt waren, dem Geschäftsbetrieb dauerhaft zu dienen, wurden zu Anschaffungskosten bzw. mit dem zum Bilanzstichtag beizulegenden Wert bewertet. Diese Anteile an Investmentvermögen mit einem Buchwert von 4.056,8 Mio. Euro sowie einem Zeitwert von 4.219,4 Mio. Euro enthielten Lasten in Höhe von 33,1 Mio. Euro.


Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, die nach § 341b Abs. 2 HGB dazu bestimmt waren, dem Geschäftsbetrieb dauerhaft zu dienen, wurden zu Anschaffungskosten bzw. mit dem zum Bilanzstichtag beizulegenden Wert bewertet. Diese Inhaberschuldverschreibungen mit einem Buchwert von 293,6 Mio. Euro sowie einem Zeitwert von 260,7 Mio. Euro enthielten stille Lasten in Höhe von 33,3 Mio. Euro. Inhaberschuldverschreibungen im Anlagevermögen wurden planmäßig linear amortisiert.


Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen sowie Sonstige Ausleihungen wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich ggf. bis zum Stichtag zu leistender Tilgungen, ggf. vermindert um Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 HGB, bewertet. Sofern die Anschaffungskosten abweichend zum Nennwert waren, wurden Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen sowie Schuldscheindarlehen gemäß § 341c Abs. 3 HGB planmäßig nach der Effektivzinsmethode und Namensschuldverschreibungen linear amortisiert.


Sofern die Gründe für in Vorjahren vorgenommene Abschreibungen nicht mehr bestanden, wurden Zuschreibungen gemäß § 253 Abs. 5 HGB vorgenommen.


Einlagen bei Kreditinstituten, Andere Kapitalanlagen, Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft, Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft, Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft und Sonstige Forderungen wurden mit Nominalbeträgen bilanziert. Einzel- und Pauschalwertberichtigungen wurden vorgenommen, wenn es erforderlich war.


Sachanlagen wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich linearer Abschreibungen, die planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer erfolgten, bewertet. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis einschließlich 250 Euro wurden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben, Wirtschaftsgüter bis 1.000 Euro in einen Sammelposten eingestellt und über fünf Jahre linear abgeschrieben. Vorräte wurden mit den Anschaffungskosten bewertet.


Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand, Andere Vermögensgegenstände, Abgegrenzte Zinsen und Mieten und Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten wurden mit Nominalbeträgen angesetzt.


Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB sind Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und die ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, mit diesen Schulden zu verrechnen. Der die Verpflichtungen übersteigende Betrag ist nach § 246 Abs. 2 Satz 3 HGB als Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung auszuweisen. Dieser ergibt sich aus der Differenz der Zeitwerte der zum Zweck der Insolvenzsicherung von Altersteilzeitguthaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen und den für diese Verpflichtungen gebildeten Rückstellungen. Zudem wurden die Rückstellungen für die Verpflichtungen aus Langzeitguthaben sowie die Verpflichtungen aus den Versorgungsregelungen ProME und PZG zur Entgeltumwandlung mit dem Wertansatz für die zugehörigen Rückdeckungsversicherungen verrechnet. Die aus den Rückstellungen und den Rückdeckungsversicherungen resultierenden Zinserträge und Zinsaufwendungen wurden ebenfalls miteinander verrechnet.


Bei der Bewertung von rückgedeckten Pensionsverpflichtungen wurde der IDW RH FAB 1.021 angewendet. Für die unter diesen Rechnungslegungshinweis des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) fallenden Verpflichtungen wurden die Rückdeckungsansprüche zahlungsstrombasiert mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag der korrespondierenden Pensionsrückstellung ("Primat der Passivseite") bewertet.

Passiva


Die Berechnung der Beitragsüberträge erfolgte im Berichtsjahr für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft grundsätzlich nach dem 1 / 360-System. Hiervon abweichend basierte die Berechnung in der Bauleistungsversicherung auf dem 1 / 48-System. Bei einigen Bauleistungsverträgen mit Einmalzahlungen erfolgte die Aufteilung der Beitragsüberträge gemäß zeitlich linear wachsendem Risiko. Die Bruttobeitragsüberträge für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft sind für jeden Versicherungsvertrag - vor Abzug der nicht übertragungsfähigen Teile gemäß Schreiben des Bundesministers der Finanzen vom 30. April 1974 - einzeln berechnet worden. Für einen Teilbestand der Kraftfahrt-Moped-Versicherungsverträge wurde bei der Dotierung der Beitragsüberträge eine Pauschalmethode angewandt. Die Rückstellung für Beitragsüberträge für das in Rückdeckung übernommene Geschäft wurde nach den Aufgaben der abgebenden Versicherer ermittelt. Die Ermittlung des Anteils der Rückversicherer erfolgte unter Berücksichtigung der Rückversicherungsverträge.


Die Deckungsrückstellung wurde für die Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückgewähr sowie für jede von der Beitragszahlung freigestellte Kinder-Unfallversicherung einzelvertraglich und prospektiv berechnet.


Die in der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle des selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäfts enthaltenen Beträge sind für jeden am Bilanzstichtag noch nicht erledigten Schaden einzeln in Höhe des voraussichtlichen Bedarfs ermittelt worden. Die verrechneten Forderungen aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen wurden ebenfalls anhand der einzelnen Schadenfälle in Höhe der zweifelsfrei zu erwartenden Zahlungseingänge ermittelt. Die Rentendeckungsrückstellung wurde für jeden Rentenfall einzeln, prospektiv und mit explizit eingerechneten Kosten ermittelt. Für die noch unbekannten Schäden wurde eine Spätschadenrückstellung nach den Erfahrungen der Vorjahre unter Berücksichtigung aktueller Geschäftsentwicklungen gebildet. Die in der Rückstellung enthaltenen Regulierungskosten sind grundsätzlich entsprechend dem Schreiben des Bundesministers der Finanzen vom 2. Februar 1973 ermittelt worden; das Schadenereignis "Bernd" aus dem Jahr 2021 wurde weiterhin gesondert berücksichtigt. Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle des in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäfts wurde nach den Aufgaben der abgebenden Versicherer gebucht. Soweit keine Angaben vorlagen, wurden sie aufgrund von Erfahrungswerten der Vergangenheit sowie aktueller Geschäftsentwicklungen geschätzt. Der Anteil der Rückversicherer wurde unter Berücksichtigung der Rückversicherungsverträge bilanziert.


Die Rückstellung für Beitragsrückerstattung wurde entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen bzw. der Satzung gebildet. Der innerhalb der Rückstellung für Beitragsrückerstattung ausgewiesene Fonds für Schlussgewinnanteile der Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückgewähr wurde gemäß § 28 Abs. 9 RechVersV nach dem in § 28 Abs. 7 RechVersV beschriebenen Verfahren einzelvertraglich und prospektiv mit einem Diskontsatz von 4,0 % berechnet. Die Rückstellung für Beitragsrückerstattung des in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäfts wurde nach den Aufgaben der abgebenden Versicherer ermittelt. Der Anteil der Rückversicherer wurde entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen abgesetzt.


Die Schwankungsrückstellung und die der Schwankungsrückstellung ähnlichen Rückstellungen wurden gemäß § 341h HGB in Verbindung mit §§ 29, 30 RechVersV berechnet.

Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen


Die Stornorückstellung für Beitragsausfälle wurde aufgrund von Erfahrungswerten der Vergangenheit berechnet. Die Rückstellung für drohende Verluste wurde in Höhe der zukünftig zu erwartenden Verluste für unkündbare Verträge gebildet, wenn die vereinbarten Beiträge sowie die voraussichtlich zu erzielenden Kapitalerträge nicht die prognostizierten Schaden- und Verwaltungsaufwendungen decken können. Die Höhe der Rückstellung für vertragliche Beitragsnachverrechnungen wurde anhand des voraussichtlichen Beitragsgut habens ermittelt. Die Rückstellung aufgrund der Verpflichtungen aus der Mitgliedschaft im Verein Verkehrsopferhilfe e. V. wurde gemäß der Aufgabe des Vereins gebildet.


Die Sonstigen versicherungstechnischen Rückstellungen des in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäfts wurden nach den Aufgaben der abgebenden Versicherer ermittelt. Der Anteil der Rückversicherer wurde entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen abgesetzt.


Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurde unter Anwendung des international üblichen Anwartschaftsbarwertverfahrens mittels der sog. Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) in Verbindung mit § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB durchgeführt. Für die biometrischen Wahrscheinlichkeiten wurden die Heubeck-Richttafeln 2018 G zugrunde gelegt. Der mittlere Gehaltstrend, der einen altersindividuellen Karrieretrend beinhaltet, wurde insgesamt von 2,5 % auf 2,6 % angehoben. Für den Rententrend wurde eine Erhöhung von 1,9 % auf 2,0 % vorgenommen. Die Fluktuation wurde mit durchschnittlich 1,5 % berücksichtigt.


Für die unter den IDW RH FAB 1.021 fallenden rückgedeckten Pensionsverpflichtungen wurden die Rückdeckungsansprüche zahlungsstrombasiert mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag der korrespondierenden Pensionsrückstellung ("Primat der Passivseite") bewertet.


Die Abzinsung erfolgte entsprechend dem im März 2016 geänderten § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem von der Deutschen Bundesbank gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre. Nach Maßgabe des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB wurde eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen. Die Bewertung zum 31. Dezember 2023 erfolgte zu dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssatz von 1,82 %. Die Änderungen des Diskontierungszinssatzes wurden im Zinsergebnis berücksichtigt.


Die Steuerrückstellungen wurden nach ihrer voraussichtlichen Inanspruchnahme ermittelt.

Sonstige Rückstellungen


Die Bewertung der Rückstellungen für Jubiläen und Langzeitguthaben wurde - analog zu den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen - nach der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) in Verbindung mit den o. g. versicherungsmathematischen Rechnungsgrundlagen durchgeführt. Die Abzinsung erfolgte gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz der letzten sieben Jahre. Die für die Rückstellungen für Jubiläen und Langzeitguthaben angenommene Restlaufzeit betrug 15 Jahre. Für die Bewertung zum 31. Dezember 2023 wurde der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte Zinssatz von 1,74 % zugrunde gelegt.


Für Altersteilzeitverpflichtungen wurde von dem Wahlrecht, eine pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren anzunehmen, kein Gebrauch gemacht. Für die Bewertung zum 31. Dezember 2023 wurde der Zinssatz entsprechend der tatsächlichen Restlaufzeit von einem Jahr in Höhe von 0,99 % zugrunde gelegt.


Die übrigen sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem der Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.


Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft, Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft sowie Sonstige Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.


Der Rechnungsabgrenzungsposten wurde mit dem Nominalbetrag angesetzt.

Erläuterungen zu den Aktiva

1 Entwicklung der Aktivposten A, B I bis III

Aktivposten A, B I bis III Bilanzwerte
31.12.2022
Zugänge Umbuchungen Abgänge Zuschreibungen Abschreibungen
Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR
A. Immaterielle
Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
6.469 34 - 1.489 - 1.202
2. Geschäfts- oder
Firmenwert
13.292 - - - - 1.662
19.761 34 - 1.489 - 2.864
B. I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
10.965 - - 2.030 - 714
B. II. Kapitalanlagen in verbundenen
Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 490.372 88.554 - 12.762 271 8.785
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 125.000 - - - - -
3. Beteiligungen 197.505 - - - 8 107
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht
- - - - - -
812.876 88.554 - 12.762 279 8.892
B. III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen
und andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere
4.292.332 349.603 - 177.471 209 1.629
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 370.923 176.764 - 254.072 - -
3. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen 33.364 2.458 - 5.671 - -
4. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 166.611 - - 10.555 - -
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 57.494 6.141 - 5.953 - -
c) Darlehen und
Vorauszahlungen auf
Versicherungsscheine
- - - - - -
d) Übrige Ausleihungen 426 157 - 82 - -
5. Einlagen bei Kreditinst. 65.400 86.100 - - - -
6. Andere Kapitalanlagen 1.906 - - - - -
4.988.455 621.224 - 453.804 209 1.629
5.832.058 709.778 - 471.144 489 13.006
Aktivposten A, B I bis III Bilanzwerte
31.12.2023
Tsd. EUR
A. Immaterielle
Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
3.812
2. Geschäfts- oder
Firmenwert
11.631
15.442
B. I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
8.221
B. II. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 557.649
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 125.000
3. Beteiligungen 197.406
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht
-
880.055
B. III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen
und andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere
4.463.045
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 293.615
3. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen 30.151
4. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 156.055
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 57.682
c) Darlehen und
Vorauszahlungen auf
Versicherungsscheine
-
d) Übrige Ausleihungen 501
5. Einlagen bei Kreditinst. 151.500
6. Andere Kapitalanlagen 1.906
5.154.455
6.058.174

2 Kapitalanlagen

Angaben zum Zeitwert der Kapitalanlagen gemäß § 54 RechVersV

Buchwert Zeitwert Bewertungs-
reserven
31.12.2023 31.12.2023 31.12.2023
Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR
I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
8.221 151.581 143.360
II. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 557.649 1.052.230 494.581
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 125.000 123.049 -1.951
3. Beteiligungen 197.406 281.724 84.318
4. Ausleihungen an Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
- - -
880.055 1.457.002 576.947
III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und
andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
4.463.045 4.635.344 172.300
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
293.615 260.694 -32.921
3. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen 30.151 27.877 -2.274
4. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 156.055 130.062 -25.993
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 57.682 47.843 -9.839
c) Darlehen und Vorauszahlungen auf Versicherungsscheine - - -
d) Übrige Ausleihungen 501 501 -
5. Einlagen bei Kreditinstituten 151.500 151.500 -
6. Andere Kapitalanlagen 1.906 1.906 -
5.154.455 5.255.728 101.273
IV. Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen
Versicherungsgeschäft
125 125 -
6.042.857 6.864.437 821.580

Bewertungsmethoden zur Ermittlung der Zeitwerte


Die Zeitwerte der Grundstücke wurden grundsätzlich nach dem Ertragswertverfahren ermittelt. In Ausnahmefällen wurde zusätzlich das Sachwertverfahren angewandt. Die Grundstücksbewertung erfolgt jährlich.


Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen erfolgte in Abhängigkeit von dem jeweils zugrunde liegenden Gesellschaftszweck nach dem Net-Asset-Value-Verfahren, dem Ertragswertverfahren / DCF-Verfahren, unter Ansatz des (anteiligen) Eigenkapitals oder zu fortgeführten Anschaffungskosten. Sofern angezeigt, wurde in Einzelfällen der Buchwert angesetzt bzw. bei zeitnahem Erwerb als Zeitwert der Kaufpreis verwendet. In Ausnahmefällen erfolgte ggf. die Bewertung auf Basis des erwarteten Rückzahlungswerts.


Die Zeitwerte der Ausleihungen an verbundene Unternehmen, Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen sowie Namensschuldverschreibungen und Darlehen wurden anhand einer Barwertmethode unter Heranziehung von Zinsstrukturkurven zur Festlegung des Kalkulationszinssatzes ermittelt.


Für die Zeitwertermittlung der Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und anderer nicht festverzinslicher Wertpapiere wurde der Börsenkurs bzw. Rücknahmepreis am Bilanzstichtag herangezogen.


Bei Inhaberschuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren wurden als Zeitwerte die Kurse am Bilanzstichtag zugrunde gelegt. Waren für einzelne Wertpapiere keine Börsenkurse vorhanden, so wurde deren Zeitwert mittels finanzmathematischer Bewertungsmethoden unter Heranziehung von Zinsstrukturkurven ermittelt.


Die Zeitwerte der übrigen Ausleihungen, Einlagen bei Kreditinstituten, anderen Kapitalanlagen und Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft entsprachen den Buchwerten.

In die Überschussbeteiligung einzubeziehende Kapitalanlagen


Zum 31. Dezember 2023 betrugen die Gesamtsumme der fortgeführten Anschaffungskosten der in die Überschussbeteiligung einzubeziehenden Kapitalanlagen 137.038 Tsd. Euro, die Gesamtsumme des beizulegenden Zeitwerts selbiger Kapitalanlagen 91.675 Tsd. Euro und der sich daraus ergebende Saldo -45.362 Tsd. Euro.


Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß § 285 Nr. 18 HGB

Buchwert Beizulegender
Zeitwert
31.12.2023 31.12.2023
Tsd. EUR Tsd. EUR
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 125.000 123.049
Beteiligungen 10.000 8.888
Aktien, Investmentanteile und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 1.986.802 1.953.725
Inhaberschuldverschreibungen 225.094 191.769
Hypotheken 26.331 23.939
Sonstige Ausleihungen 203.265 166.862
2.576.492 2.468.232


Gründe für das Unterlassen einer Abschreibung gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB:


Bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen und den Beteiligungen handelt es sich um vorübergehende Wertminderungen. Aufgrund der Halteabsicht wurde auf außerplanmäßige Abschreibungen verzichtet.


Da der dauerhaft beizulegende Wert bei den Investmentanteilen über dem Zeitwert liegt und eine Halteabsicht besteht, wurden außerplanmäßige Abschreibungen vermieden.


Die unterlassenen Abschreibungen bei den Inhaberschuldverschreibungen resultieren aus deren Bewertung nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften und der damit erklärten Halteabsicht. Bis zur Fälligkeit wird mit einer vollständigen Wertaufholung gerechnet.


Bei den Hypotheken und Sonstigen Ausleihungen wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen, weil beabsichtigt ist, diese Anlagen bis zu ihrer Endfälligkeit zu halten, und von einer nicht dauerhaften Wertminderung auszugehen ist.

Angaben für nicht zum Zeitwert bilanzierte derivative Finanzinstrumente gemäß § 285 Nr. 19 HGB


Derivate Finanzinstrumente waren zum Bilanzstichtag nicht im Direktbestand.

3 Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken


Unter der Position wurden u. a. die eigengenutzten Verwaltungsgebäude und die Provinzial Akademie, Münster, Provinzial-Allee 1 und 2, ausgewiesen. Sie wurden auf einem Erbbaurechtsgrundstück mit 7.829 (10.544) Tsd. Euro bilanziert.

4 Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Angaben gemäß § 285 Nr. 11 HGB

Anteil am
Kapital
%
Eigenkapital
Tsd. EUR
Ergebnis
Tsd. EUR
Bilanzstichtag
Unmittelbare Beteiligungen
ALBAG Dienstleistungsgesellschaft für die Wohnungswirtschaft mbH, Essen 100,00 36.396 369 31.12.2022
Halle 11 GmbH, Düsseldorf 100,00 20.232 1.342 31.10.2023
Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG, Hamburg 100,00 67.657 2.281 31.12.2023
Immobilien-Gamma GmbH & Co. KG, Münster 100,00 67 -5 31.10.2023
PFB Provinzial-Feuer-Baubetreuungs-GmbH, Düsseldorf 100,00 11.468 321 31.10.2023
PR Equity GmbH, Düsseldorf 100,00 134.497 15.166 30.11.2023
ProKB Provinzial Rheinland Kapitalbeteiligungsgesellschaft mbH, Düsseldorf 100,00 7.102 462 31.10.2022
ProSA-Feuer Beteiligungsgesellschaft mbH, Münster 100,00 116.163 10.534 31.10.2023
ProTect Versicherung AG, Düsseldorf 100,00 20.000 - 31.12.2022
S-Direkt-Verwaltungs GmbH & Co. KG, Düsseldorf 100,00 37.046 2.463 31.12.2022
S-Direkt-Verwaltungs-GmbH, Düsseldorf 100,00 84 3 31.12.2022
proefa GmbH, Düsseldorf 95,00 94 -83 31.12.2022
KALVA Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. OHG, Grünwald 94,50 0 2.891 31.12.2023
Lippische Landesbrandversicherung AG, Detmold 89,90 52.445 - 31.12.2023
M-Immobilien Objekt Gerichtszentrum Koblenz GmbH & Co. KG, Düsseldorf 89,90 36.866 2.127 31.10.2023
N-Immobilien Objekt Tiefgarage Koblenz GmbH & Co. KG, Düsseldorf 89,90 10.100 502 31.10.2023
P-Immobilien Objekt Brühl GmbH & Co. KG, Düsseldorf 89,90 617 24 31.10.2023
Wohnungsbau und Treuhand AG (gbt), Trier 61,48 40.346 2.023 31.12.2022
ProLip-Service GmbH, Detmold 51,00 1.100 151 30.09.2022
ProImmo Provinzial-Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH, Münster 50,00 96 9 31.12.2023
codecentric AG, Solingen 45,02 22.571 3.116 31.12.2022
INIZIO Internationaler Immobilien Dachfonds Nummer Eins GmbH & Co. KG, Düsseldorf 42,70 72.674 1.823 31.12.2022
INIZIO Internationaler Immobilien Dachfonds Nummer Zwei GmbH & Co. KG, Düsseldorf 33,33 28.754 2.899 31.10.2023
Office Capital Partners GmbH, Düsseldorf 31,94 81.222 237 31.10.2022
VöV Rückversicherung KöR, Berlin und Düsseldorf 19,36 1) 85.816 2.107 31.12.2022
VRP Venture Capital Rheinland-Pfalz GmbH & Co. KG i. L., Mainz 16,65 892 1.199 31.12.2022
VRP Venture Capital Rheinland-Pfalz Nr. 2 GmbH & Co. KG i. L., Mainz 16,65 611 320 31.12.2022
NWAK GmbH Versicherungsmakler Netzwerk Assekuranzkontor
GmbH Versicherungsmakler, Lübeck
15,02 794 355 31.12.2022
Handwerksbau Niederrhein AG, Düsseldorf 14,26 30.718 1.747 31.12.2022
Lambda-Immobilien GmbH & Co. KG, Münster 10,10 99 -1 31.10.2023
Bauen für Menschen GmbH, Köln
(vormals: Rheinische Beamten-Baugesellschaft mbH, Köln)
10,00 32.122 1.642 31.12.2022
OEV Online-Dienste GmbH, Düsseldorf 9,81 2.719 -525 31.12.2022
Litos Immobilien AG, Pöcking 8,65 87.273 1.810 31.12.2022
COREplus Private Equity Partners GmbH & Co. KG, Düsseldorf 8,24 476 -37 31.03.2022
Gummersbacher Wohnungsbaugesellschaft mit beschränkter Haftung, Gummersbach 7,34 14.095 711 31.12.2022
MEDIA TOWER Fixtures GmbH, Hamburg 6,00 98 -14 31.12.2022
MEDIA TOWER GmbH, Hamburg 6,00 -17 -221 31.12.2021
GWG-Gladbecker Wohnungsbaugesellschaft mbH, Gladbeck 5,17 9.109 1.351 31.12.2022
Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft für die Städte-Region Aachen GmbH, Würselen 4,88 22.594 2.536 31.12.2022
Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG, Bonn 4,35 105.092 8.526 31.12.2022
EBZ Service GmbH, Bochum 4,20 6.857 615 31.12.2022
KTI Kraftfahrzeugtechnisches Institut und Karosseriewerkstätte GmbH & Co. KG, Lohfelden 3,63 822 248 31.12.2022
Bauverein Wesel Aktiengesellschaft, Wesel 3,53 33.012 1.561 31.12.2022
GEWOBAU Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mbH, Bad Kreuznach 2,96 28.820 1.210 31.12.2022
Wohnbau Dinslaken GmbH, Dinslaken 2,55 46.603 9.304 31.12.2022
Wohnstätte Krefeld Wohnungs-Aktiengesellschaft, Krefeld 1,61 93.708 9.483 31.12.2022
GEWAG Wohnungsaktiengesellschaft Remscheid, Remscheid 1,45 70.210 5.247 31.12.2022
GDV Dienstleistungs-GmbH, Hamburg 1,50 2) 30.866 1.213 31.12.2022
WRW Wohnungswirtschaftliche Treuhand Rheinland-Westfalen
Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Düsseldorf
1,24 1.449.186 240.848 31.12.2020
Baugesellschaft Nettetal Gemeinnütziges Wohnungsunternehmen
Aktiengesellschaft, Nettetal
0,68 14.930 498 31.12.2022
Mittelbare Beteiligungen
Pöppinghaus & Wenner Trocknungs-Service GmbH, Kerpen 100,00 3.494 294 31.12.2022
Sparkassen DirektVersicherung AG, Düsseldorf 100,00 15.079 - 31.12.2022
GRR AG, Nürnberg 29,76 101.939 6.196 31.05.2023
Crown Premium Private Equity VI GmbH & Co. geschlossene Investment KG, Hamburg 7,43 266.935 27.199 31.12.2022
Crown Premium Private Equity VIII Master S.C.S. SICAF-FIS, Luxemburg 1,14 1.206.155 123.473 31.12.2022

1) Unmittelbare Beteiligungsquote 17,88 %.
2) Unmittelbare Beteiligungsquote 1,39 %.


Auf die Angabe von mittelbaren Beteiligungen wurde gemäß § 286 Abs. 3 Nr. 1 HGB verzichtet, wenn diese für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung waren.

5 Investmentvermögen

Angaben gemäß § 285 Nr. 26 HGB

Name des Investmentvermögens Herkunftsstaat Buchwert Zeitwert Bewertungsreserve Ausschüttung
31.12.2023 31.12.2023 31.12.2023 2023
Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR
Gemischte Fonds
HI-WPV-Kernportfolio-1-Fonds Deutschland 1.588.973 1.593.508 4.534 2.033
HI-PRV-SAA-Fonds Deutschland 1.254.948 1.237.764 -17.184 20.069
HI-WPV-Chancenportfolio-1-Fonds Deutschland 1.203.809 1.373.921 170.112 -
HI-Credit-Short-Duration-Fonds Deutschland 182.545 184.153 1.608 -
Immobilienfonds
IntReal Parkhäuser und Tiefgaragen Deutschland 20.863 25.088 4.226 370
Hedgefonds / Alternative Fonds
HAL-PV-AI-Fonds Inhaber-Anteile Deutschland 177.049 180.722 3.673 2.900


Mit Ausnahme der Immobilienfonds können die hier aufgeführten Fonds börsentäglich zurückgegeben werden. Die Rückgaberechte des Immobilienfonds entsprechen dem § 98 KAGB, d. h. jeder Anleger hat das Recht, Anteilsscheine zurückzugeben. Die Bewertungsmethoden werden im Anhang im Abschnitt Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erläutert. Die aufgeführten Ausschüttungen wurden ertragswirksam vereinnahmt.

6 Sonstige Ausleihungen

2023 2022
Tsd. EUR Tsd. EUR
Namensschuldverschreibungen 156.055 166.611
Schuldscheinforderungen und Darlehen 57.682 57.494
Darlehen und Vorauszahlungen auf Versicherungsscheine - -
Übrige Ausleihungen 501 426
214.238 224.531

7 Latente Steuern


Es besteht eine steuerliche Organschaft mit der Provinzial Holding AG. Die latenten Steuern sind dem Organträger zuzuordnen. Insoweit sind keine Angaben gemäß § 285 Satz 1 Nr. 29 HGB zu machen.

8 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Angaben gemäß § 285 Nr. 25 HGB


Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB sind Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und die ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, mit diesen Schulden zu verrechnen. Der die Verpflichtungen übersteigende Betrag ist nach § 246 Abs. 2 Satz 3 HGB als Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung auszuweisen. Dieser ergibt sich aus der Differenz der Zeitwerte von verpfändeten Rückdeckungsversicherungen und den für die zugehörigen Verpflichtungen gebildeten Rückstellungen. Die betroffenen Rückdeckungsversicherungen wurden konzernintern bei der Provinzial NordWest Lebensversicherung AG und der Provinzial Rheinland Lebensversicherung AG abgeschlossen.

Zeitwert der
Rückdeckungs-
versicherung
Erfüllungsbetrag der
Rückstellung
Aktiver
Unterschiedsbetrag
31.12.2023 31.12.2023 31.12.2023
Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR
Verpflichtungen aus Altersteilzeitguthaben 1.053 583 471
Verpflichtungen aus Langzeitguthaben 40.351 52.962 -1)
Verpflichtungen aus der Versorgungsregelung PZG 4.231 4.231 -
Verpflichtungen aus der Versorgungsregelung ProME 111 176 - 2)
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 471

1) Da der Erfüllungsbetrag der Rückstellung höher ausfällt als der Zeitwert der Rückdeckungsversicherung, ist der Differenzbetrag in Höhe von 12.611 Tsd. Euro unter den Sonstigen Rückstellungen auszuweisen.
2) Da der Erfüllungsbetrag der Rückstellung höher ausfällt als der Zeitwert der Rückdeckungsversicherung, ist der Differenzbetrag in Höhe von 64 Tsd. Euro unter den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen auszuweisen.


Die aus den Rückstellungen und den zugehörigen Rückdeckungsversicherungen resultierenden Zinserträge und Zinsaufwendungen wurden miteinander verrechnet.

Zinsertrag Zinsaufwand Verbleibender
Zinsertrag /
-aufwand *
31.12.2023 31.12.2023 31.12.2023
Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR
Verpflichtungen aus Altersteilzeitguthaben 8 2 5
Verpflichtungen aus Langzeitguthaben 1.613 731 882
Verpflichtungen aus der Versorgungsregelung PZG -25 -25 0
Verpflichtungen aus der Versorgungsregelung ProME 2 3 -1

* Ein positiver Saldo stellt einen Zinsertrag, ein negativer Saldo einen Zinsaufwand dar. Der jeweils verbleibende Saldo wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter Sonstige Erträge bzw. Sonstige Aufwendungen ausgewiesen.

Erläuterungen zu den Passiva

9 Gezeichnetes Kapital


Das gezeichnete Kapital in Höhe von 100.000.002 (100.000.002) Euro ist eingeteilt in 100.000.002 (100.000.002) Namensstückaktien mit einem rechnerischen Wert von 1 Euro. Die Aktien können nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden. Das Recht auf Verbriefung ist ausgeschlossen. Die Aktien werden von der Provinzial Holding AG gehalten. Die Mehrheitsbeteiligung ist uns gemäß § 20 Abs. 4 AktG von der Provinzial Holding AG mitgeteilt worden.

10 Kapitalrücklagen

2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
Stand am 1. Januar 882.509 784.973
Sachkapitaleinlage im Zuge der Übertragung der Beteiligungen an der Hamburger Feuerkasse
Versicherungs-AG und der Lippischen Landesbrandversicherung AG
- 97.536
Stand am 31. Dezember 882.509 882.509

11 Versicherungstechnische Rückstellungen

Versicherungszweige Bruttorückstellungen
gesamt
Rückstellung für noch nicht
abgewickelte Versicherungsfälle
Schwankungsrückstellung und
ähnliche Rückstellungen
2023 2022 2023 2022 2023 2022
Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR
Unfallversicherung 445.741 446.047 381.351 381.178 - -
Haftpflichtversicherung 869.920 849.286 814.265 795.778 80 47
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 1.170.596 1.116.142 1.163.739 1.109.532 - -
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 120.076 91.884 106.584 88.980 - -
Feuer- und Sachversicherungen 1.896.367 1.878.430 1.372.554 1.544.706 232.449 73.707
davon Feuerversicherung 227.767 212.431 189.453 178.855 14.670 12.456
davon Verbundene
Hausratversicherung
94.097 89.831 46.189 45.227 - -
davon Verbundene
Wohngebäudeversicherung
1.075.561 1.042.287 797.479 897.745 113.052 -
davon Sonstige Sachversicherung 498.942 533.881 339.434 422.879 104.727 61.250
Transport- und Luftfahrtversicherung 14.732 13.293 7.055 6.143 5.744 5.812
Beistandsleistungsversicherung 2.208 2.287 2.096 2.057 - 141
Sonstige Versicherungen 101.930 86.746 87.601 72.041 9.732 10.763
Selbst abgeschlossenes Geschäft 4.621.571 4.484.116 3.935.246 4.000.416 248.005 90.470
In Rückdeckung
übernommenes Geschäft
348.298 289.481 137.418 88.312 108.164 96.735
Gesamtes Versicherungsgeschäft 4.969.869 4.773.597 4.072.663 4.088.728 356.169 187.205

12 Rückstellung für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung


Diese Bilanzposition beinhaltet die entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen bzw. der Satzung zu bildende Rückstellung für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung.


Die darin enthaltene vertragliche Beitragsrückerstattung in der Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückgewähr, die nach Art der Lebensversicherung betrieben wird, entwickelte sich wie folgt:

2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
Stand am 1. Januar 1.492 1.585
Entnahme im Geschäftsjahr 99 93
Zuweisung aus dem Überschuss des Geschäftsjahres - -
Stand am 31. Dezember 1.393 1.492
Hiervon entfallen auf
bereits festgelegte, aber noch nicht zugeteilte laufende Überschussanteile 20 22
bereits festgelegte, aber noch nicht zugeteilte Schlussüberschussanteile 104 97
den Fonds für Schlussüberschussanteile (ohne vorstehende Schlussüberschussanteile) 1.156 1.298
den ungebundenen Teil der Rückstellung für Beitragsrückerstattung 113 75


Die Anteilssätze für die Überschussbeteiligung in der Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückgewähr werden im Anhang unter den Sonstigen Angaben genannt und erläutert.


Die ebenfalls hier ausgewiesene Rückstellung für Beitragsrückerstattung für die in Teilen der Versicherungsbedingungen zur Allgemeinen Unfallversicherung beschriebene Überschussbeteiligung im Leistungsfall entwickelte sich folgendermaßen:

2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
Stand am 1. Januar 968 428
Entnahme im Geschäftsjahr 173 153
Zuweisung aus dem Überschuss des Geschäftsjahres - 693
Stand am 31. Dezember 795 968
Hiervon entfallen auf
bereits festgelegte, aber noch nicht zugeteilte laufende Überschussanteile 189 173
bereits festgelegte, aber noch nicht zugeteilte Schlussüberschussanteile - -
den Fonds für Schlussüberschussanteile (ohne vorstehende Schlussüberschussanteile) - -
den ungebundenen Teil der Rückstellung für Beitragsrückerstattung 606 795


Die Renten in der Kinder-Invaliditäts-Zusatzversicherung (KIZ) wurden zum 1. Januar 2024 um 0,35 % erhöht. Die überschussberechtigten Renten aus dem Produkt Unfall-Rente (ab Bedingungswerk AUB Mai 2009) wurden zum 1. Januar 2024 ebenfalls um 0,35 % erhöht.

13 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen


Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betrugen im Geschäftsjahr 826.665 (844.442) Tsd. Euro. Hierbei handelt es sich insbesondere um die arbeitgeberfinanzierten Pensionsverpflichtungen der ehemaligen Provinzial Rheinland Versicherung AG sowie um die Verpflichtungen aus den Versorgungsregelungen zur Entgeltumwandlung (VO 1999, ProME und PZG) und die Pensionsverpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen der ehemaligen Westfälischen Provinzial Versicherung AG. Die arbeitgeberfinanzierten Pensionsverpflichtungen der ehemaligen Westfälischen Provinzial Versicherung AG werden gemäß den geschlossenen Schuldbeitrittserklärungen grundsätzlich bei der Muttergesellschaft Provinzial Holding AG ausgewiesen. Im Vergleich zu den von erheblichen Zinsänderungsaufwendungen geprägten Vorjahren führte der seit Anfang 2022 beobachtete Zinsanstieg im Jahr 2023 erstmalig zu Erträgen aus der Erhöhung des Rechnungszinses und trug dadurch insgesamt zu dem Rückgang der Rückstellungen bei.

Angaben gemäß § 253 Abs. 6 HGB


Gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB wurde mit dem durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre abgezinst. Unter Anwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes über sieben Jahre in Höhe von 1,74 (1,44) % wären die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 9.633 (44.327) Tsd. Euro höher ausgefallen.

14 Sonstige Rückstellungen

2023
Tsd. EUR
2022
Tsd. EUR
Rückstellung für noch nicht abgerechnete Provisionen 42.945 33.924
Rückstellung für Langzeitguthaben* 12.611 9.653
Rückstellungen für Urlaubsansprüche und Gleitzeitguthaben 11.823 11.167
Rückstellung für Jubiläumszuwendungen 11.085 11.239
Rückstellung für ausstehende Rechnungen 3.815 9.966
Rückstellungen für Sonderzahlungen und Tantiemen 2.461 3.854
Rückstellung für Jahresabschlusskosten 1.795 1.887
Rückstellung für Ausgleichsansprüche gemäß § 89b HGB 1.604 2.066
Rückstellung für Unterhalt und Instandsetzung Verwaltungsgebäude 1.424 1.424
Rückstellungen für Altersteilzeit* 231 377
Übrige Rückstellungen 2.174 3.781
91.968 89.339

* Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 und 3 HGB wurden diese Rückstellungen mit den sie bedeckenden Rückdeckungsversicherungen verrechnet. Sofern die Zeitwerte der Rückdeckungsversicherungen den Erfüllungsbetrag überstiegen, wurden die die Rückstellungen übersteigenden Beträge auf der Aktivseite unter der Bilanzposition Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen.

15 Andere Verbindlichkeiten


In dieser Position befinden sich Verbindlichkeiten in Höhe von 216 (255) Tsd. Euro mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Sie betrafen vollständig die Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsnehmern. Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, bestanden nicht.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

16 Versicherungstechnische Rechnung

Versicherungszweige Gebuchte
Bruttobeiträge
Verdiente
Bruttobeiträge
Verdiente
Nettobeiträge
2023 2022 2023 2022 2023 2022
Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR
Unfallversicherung 177.292 174.634 176.828 174.246 175.954 173.256
Haftpflichtversicherung 306.693 297.700 305.193 297.244 295.489 287.792
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 487.539 481.954 487.496 481.942 484.664 479.193
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 382.607 372.076 382.571 372.064 378.628 368.168
Feuer- und Sachversicherungen 1.774.510 1.546.923 1.743.340 1.529.642 978.947 868.269
davon Feuerversicherung 183.318 158.573 180.876 157.108 115.737 98.792
davon Verbundene
Hausratversicherung
178.924 172.362 175.841 170.876 141.320 139.556
davon Verbundene
Wohngebäudeversicherung
1.050.530 901.441 1.030.638 891.282 475.089 411.572
davon Sonstige
Sachversicherung
361.737 314.547 355.985 310.376 246.801 218.350
Transport- und Luftfahrtversicherung 11.260 10.060 10.657 9.682 10.051 8.909
Beistandsleistungsversicherung 11.451 10.899 11.436 10.889 11.424 10.875
Sonstige Versicherungen 40.760 36.063 40.135 35.549 23.020 20.555
Selbst abgeschlossenes Geschäft 3.192.112 2.930.309 3.157.655 2.911.257 2.358.176 2.217.017
In Rückdeckung übernommenes Geschäft 164.851 144.749 166.781 145.422 127.109 104.783
Gesamtes Versicherungsgeschäft 3.356.963 3.075.057 3.324.436 3.056.679 2.485.285 2.321.800
Versicherungszweige Bruttoaufwendungen
für Versicherungsfälle
Bruttoaufwendungen für
den Versicherungsbetrieb
Rückversicherungssaldo gemäß
§ 51 Abs. 4 Nr. 1. f) RechVersV*
2023 2022 2023 2022 2023 2022
Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR
Unfallversicherung 56.595 70.842 50.394 47.876 -1.895 434
Haftpflichtversicherung 143.537 124.526 103.533 96.254 -3.555 -2.831
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 446.426 367.997 89.559 79.310 11.571 1.270
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 360.061 326.197 78.218 78.482 -3.341 -4.803
Feuer- und Sachversicherungen 956.210 1.225.586 428.682 381.446 -190.703 16.160
davon Feuerversicherung 101.789 116.730 50.121 45.107 -20.527 -5.336
davon Verbundene
Hausratversicherung
60.382 48.690 52.996 51.962 -20.065 -17.932
davon Verbundene
Wohngebäudeversicherung
630.963 875.223 219.046 187.724 -104.765 39.423
davon Sonstige
Sachversicherung
163.076 184.943 106.520 96.653 -45.346 5
Transport- und Luftfahrversicherung 7.537 6.760 5.318 4.932 -71 -310
Beistandsleistungsversicherung 7.002 5.261 3.395 3.661 -12 -14
Sonstige Versicherungen 45.999 15.173 15.887 14.232 12.751 -7.373
Selbst abgeschlossenes Geschäft 2.023.367 2.142.342 774.988 706.194 -175.255 2.534
In Rückdeckung übernommenes
Geschäft
102.454 89.819 57.979 53.793 -16.701 -818
Gesamtes Versicherungsgeschäft 2.125.821 2.232.162 832.967 759.988 -191.956 1.716

* - = Ertrag der Rückversicherer.

Versicherungszweige Versicherungstechnische Ergebnisse für
eigene Rechnung vor Veränderung
der Schwankungsrückstellung
Veränderung der Schwankungsrückstellung
und ähnlicher Rückstellungen*
Versicherungstechnische
Ergebnisse für eigene
Rechnung
2023 2022 2023 2022 2023 2022
Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR
Unfallversicherung 70.239 58.015 - - 70.239 58.015
Haftpflichtversicherung 54.353 74.157 -33 -10 54.320 74.147
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung -39.459 33.567 - - -39.459 33.567
Sonstige Kraftfahrtversicherungen -70.205 -38.124 - 0 -70.205 -38.124
Feuer- und Sachversicherungen 133.270 -85.997 -158.743 -35.832 -25.472 -121.830
davon Feuerversicherung 4.612 -13.156 -2.214 2.019 2.398 -11.137
davon Verbundene
Hausratversicherung
38.224 48.621 - - 38.224 48.621
davon Verbundene
Wohngebäudeversicherung
48.862 -150.664 -113.052 0 -64.190 -150.664
davon Sonstige
Sachversicherung
41.572 29.201 -43.477 -37.852 -1.905 -8.651
Transport- und Luftfahrtversicherung -2.264 -2.325 69 394 -2.195 -1.931
Beistandsleistungsversicherung 1.065 1.991 141 -141 1.206 1.850
Sonstige Versicherungen -9.268 -1.052 1.032 -2.594 -8.236 -3.645
Selbst abgeschlossenes Geschäft 137.732 40.233 -157.534 -38.183 -19.802 2.049
In Rückdeckung übernommenes Geschäft -15.323 -3.260 -11.429 749 -26.752 -2.512
Gesamtes Versicherungsgeschäft 122.409 36.972 -168.963 -37.434 -46.554 -462

* - = Zuführung zur Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen.

17 Technischer Zinsertrag für eigene Rechnung


In dieser Position ist die Zinszuführung zu den Brutto-Rentendeckungsrückstellungen aus dem selbst abgeschlossenen Unfall-, Haftpflicht- und Kraftfahrzeug-Haftpflichtgeschäft enthalten. Der technische Zinsertrag wurde hierfür mittels eines Rechnungszinses aus dem abgezinsten Jahresendbestand der Rückstellungen ermittelt. Dabei orientieren sich die Rechnungszinsen an den Regelungen zum jeweiligen Höchstrechnungszins gemäß Deckungsrückstellungsverordnung.


Die Position für die Kinder-Invaliditäts-Zusatzversicherung (KIZ) und die Unfall-Rente (ab Bedingungswerk AUB Mai 2009) beinhaltet außerdem den Zinsertrag des anteiligen Sicherungsvermögens in Höhe von 0,13 %.


Zudem umfasst die Position die Erträge aus den Kapitalanlagen des für die Brutto-Beitragsdeckungsrückstellung für die Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr gebildeten Sicherungsvermögens. Der technische Zinsertrag wurde mittels der für das Sicherungsvermögen ausgewiesenen Rendite ermittelt.

18 Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung


Die Gewinne aus der Abwicklung der Schadenrückstellung für Vorjahresversicherungsfälle für eigene Rechnung betrugen insgesamt 11,9 % der verdienten Beiträge für eigene Rechnung. Sie sind hauptsächlich auf die Unfall-, die Haftpflicht- sowie die Verbundene Wohngebäudeversicherung zurückzuführen.

19 Aufwendungen für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattungen für eigene Rechnung

2023 2022
Tsd. EUR Tsd. EUR
erfolgsabhängig - 693
erfolgsunabhängig 7.466 6.673
7.466 7.366

20 Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb

2023 2022
Tsd. EUR Tsd. EUR
Abschlussaufwendungen 382.626 368.357
Verwaltungsaufwendungen 450.342 391.631
832.967 759.988

21 Erträge aus anderen Kapitalanlagen

2023 2022
Tsd. EUR Tsd. EUR
Erträge aus Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
13.533 10.035
Erträge aus anderen Kapitalanlagen 56.350 103.996
69.883 114.031

22 Abschreibungen auf Kapitalanlagen

2023 2022
Tsd. EUR Tsd. EUR
Abschreibungen auf Kapitalanlagen 11.235 14.719
davon außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB 8.892 377

23 Sonstige Erträge und Aufwendungen

2023 2022
Tsd. EUR Tsd. EUR
Sonstige Erträge 344.544 271.411
davon Zinserträge gemäß § 277 Abs. 5 HGB 6.647 437
davon Erträge aus der Währungsumrechnung gemäß § 277 Abs. 5 HGB 5 53
Sonstige Aufwendungen 347.019 308.418
davon Zinsaufwendungen gemäß § 277 Abs. 5 HGB 15.037 26.508
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung gemäß § 277 Abs. 5 HGB - 26

24 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag


Zwischen der Provinzial Versicherung AG und der Provinzial Holding AG besteht eine ertragsteuerliche Organschaft. Die Provinzial Holding AG führt als Organträgerin die Ertragsteuern der Provinzial Versicherung AG ab.

Angaben gemäß § 285 Nr. 30a HGB


Das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen (Mindeststeuergesetz) und weiterer Begleitmaßnahmen trat nach Verkündung im Bundesgesetzblatt vom 27. Dezember 2023 innerhalb des Berichtsjahres am 28. Dezember 2023 in Kraft und ist seit dem Jahr 2024 in Anwendung befindlich.


Die Provinzial Holding AG hat als verantwortliches Mutterunternehmen für den gesamten Provinzial Konzern den Sachverhalt geprüft und dahingehend eine Betroffenheitsanalyse vorgenommen. Die qualitative Betroffenheitsanalyse hat ergeben, dass der Konzern von dem Anwendungsbereich des § 1 MinStG umfasst wird, jedoch keine wirtschaftliche Betroffenheit besteht, da die Übergangsregelung bei untergeordneter internationaler Tätigkeit nach § 83 MinStG für den Provinzial Konzern greift und in Anspruch genommen wird. Auch für die Provinzial Versicherung AG wird die Übergangsregelung nach § 83 MinStG in Anspruch genommen. Aus diesem Grund wird diese Kapitalgesellschaft von der Mindeststeuer befreit, es ergibt sich kein tatsächlicher Steueraufwand/-ertrag nach dem Mindeststeuergesetz.


Für alle weiteren Handlungen wird die Provinzial Holding AG als Verantwortliche für den gesamten Provinzial Konzern tätig werden.

Sonstige Angaben

Angaben gemäß § 51 Abs. 4 Nr. 1. i) RechVersV

Anzahl der selbst abgeschlossenen mindestens
einjährigen Schaden- und Unfallversicherungsverträge
2023 2022
Versicherungszweige
Unfallversicherung 523.982 526.899
Haftpflichtversicherung 1.688.457 1.705.722
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 1.769.936 1.781.970
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 1.458.371 1.469.289
Feuer- und Sachversicherungen 3.720.781 3.747.675
davon Feuerversicherung 318.917 323.545
davon Verbundene Hausratversicherung 999.970 1.017.434
davon Verbundene Wohngebäudeversicherung 1.100.959 1.110.941
davon Sonstige Sachversicherung 1.300.935 1.295.755
Transport- und Luftfahrtversicherung 16.113 14.046
Beistandsleistungsversicherung 823.883 825.918
Sonstige Versicherungen 135.804 129.980
10.137.327 10.201.499

Angaben gemäß § 51 Abs. 5 RechVersV

Provisionen und sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter, Personalaufwendungen 2023 2022
Tsd. EUR Tsd. EUR
Provisionen jeglicher Art der Versicherungsvertreter im Sinne des
§ 92 HGB für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft
443.020 389.635
Sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB 11.082 10.120
Löhne und Gehälter 277.070 247.768
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 45.809 41.786
Aufwendungen für Altersversorgung 7.202 17.465
784.183 706.774

Angaben gemäß § 28 Abs. 8 Nr. 3 RechVersV in Verbindung mit § 28 Abs. 9 RechVersV Überschussbeteiligung für die Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückgewähr (UBR)


Alle Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr sind in der Bestandsgruppe UBR zusammengefasst. Sie erhalten eine Gewinnbeteiligung auf Grundlage der "Besonderen Bedingungen für die Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr" und der "Grundlagen für die Überschussbeteiligung in der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr". Danach erhalten beitragspflichtige UBR-Versicherungen einen Grundanteil sowie einen Zinsanteil gutgeschrieben.


Die gutgeschriebenen Gewinnanteile werden verzinslich angesammelt. Verträge, die die vertraglich vereinbarte Beitragszahlungsdauer erfüllt haben, erhalten bei Ablauf des Vertrags einen zusätzlichen Schlussüberschussanteil. Im Fall des vorzeitigen Todes werden die in der Rückstellung für Beitragsrückerstattung finanzierten Mittel für den Schlussgewinnanteil gezahlt.


Für die im Kalenderjahr 2024 beginnenden Versicherungsjahre werden folgende Überschussanteilssätze festgesetzt:

Grundanteil in % des
Jahresrückgewährbetrags
Zinsüberschussanteil in % des
Deckungskapitals zum Ende
des Versicherungsjahres vor
dem Zuteilungstermin
Schlussüberschussanteil in %
der erreichten Rückgewährsumme
Beitragspflichtige Versicherungen - (-) 0,0 % (0,0 %) 3,50 % (3,90 %)
Tariflich beitragsfreie Versicherungen - (-) 0,0 % (0,0 %) 3,50 % (3,90 %)
Beitragsfreie Versicherungen - (-) 0,0 % (0,0 %) - (-)


Versicherungen mit dem Überschussbeteiligungssystem "Verzinsliche Ansammlung" erhalten neben der Verzinsung mit dem tariflichen Rechnungszins einen zusätzlichen Ansammlungsüberschussanteil auf das mit dem Rechnungszins verzinste Vorjahresguthaben.

Rechnungszins Ansammlungs-
überschussanteil
2,75 % (2,75 %) 0,0 % (0,0 %)

Angaben gemäß § 251 HGB und § 285 Nr. 3 bzw. Nr. 3a HGB


Aufgrund der Mitgliedschaft im Solidaritätspool der öffentlichen Versicherer zur Deckung von Terrorismusschäden ist die Provinzial Versicherung AG verpflichtet, die für die Sicherstellung des Pool-Schutzes erforderlichen Mittel, ihrem Pool-Anteil entsprechend, bis zu einem Betrag von 52.473 (52.473) Tsd. Euro zur Verfügung zu stellen.


Aus der Mitgliedschaft der Provinzial Versicherung AG in der Pharma-Rückversicherungs-Gemeinschaft besteht für den Fall, dass eines der übrigen Mitglieder zahlungsunfähig wird, eine anteilige Bürgschaft. Gleichartige Verpflichtungen bestehen aufgrund von Verträgen mit dem Deutschen Luftpool. Der Deutsche Luftpool, der seit dem 1. Januar 2004 die aktive Risikozeichnung eingestellt und sich auf die Restabwicklung der Altverträge konzentriert hatte, wurde zum 31. Dezember 2022 aufgelöst. Aufgrund der gesetzlichen Nachhaftungsfristen besteht bis zum 31. Dezember 2027 weiterhin eine gesamtschuldnerische Haftung.


Die arbeitgeberfinanzierten Pensions- und Beihilfeverpflichtungen insbesondere für Versorgungsberechtigte der ehemaligen Westfälischen Provinzial Versicherung AG sowie die Verpflichtungen aus dem Gesetz zu Artikel 131 GG sind durch eine Schuldbeitrittserklärung mit Erfüllungsübernahme auf die Provinzial Holding AG übergegangen. Als schuldbeitretendes und bilanzierendes Unternehmen hat sich die Provinzial Holding AG verpflichtet, die Versorgungsleistungen zu übernehmen. Für die Provinzial Versicherung AG als ursprünglich verpflichtetes Unternehmen besteht weiterhin eine Gewährleistungsverpflichtung. Zum 31. Dezember 2023 belief sich diese Verpflichtung auf 911.132 (872.950) Tsd. Euro. Hingegen werden die arbeitgeberfinanzierten Pensionsverpflichtungen insbesondere für Versorgungsberechtigte der ehemaligen Provinzial Rheinland Versicherung AG sowie die Verpflichtungen aus dem Gesetz zu Artikel 131 GG in der Provinzial Versicherung AG selbst bilanziert. Die seitens der ehemaligen Provinzial Rheinland Versicherung AG bestehenden Beihilfeverpflichtungen wurden 2002 von der Provinzial Rheinland Holding AöR übernommen. Die Provinzial Versicherung AG haftet für diese Verpflichtungen, die einen Teil der in der Provinzial Rheinland Holding AöR bilanzierten Beihilfeverpflichtungen ausmachen, gesamtschuldnerisch in Höhe von 150.736 (153.802) Tsd. Euro.


Die Provinzial Versicherung AG war im Berichtsjahr Mitglied des Vereins Verkehrsopferhilfe e. V. Aufgrund dieser Mitgliedschaft ist sie verpflichtet, dem Verein die für die Durchführung der Vereinszwecke erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen, und zwar entsprechend ihrem Anteil an den Beitragseinnahmen, die die Mitgliedsunternehmen aus dem selbst abgeschlossenen Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungsgeschäft jeweils im vorletzten Kalenderjahr erzielt haben. Ferner war die Provinzial Versicherung AG im Berichtsjahr Mitglied des Vereins Deutsches Büro Grüne Karte e. V.


Die Provinzial Versicherung AG hat mit der ProTect Versicherung einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geschlossen. Ab dem 1. Januar 2024 besteht ebenfalls ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Sparkassen DirektVersicherung AG. Mit der Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG besteht ein Beherrschungsvertrag. Daraus ergibt sich die Pflicht der Provinzial Versicherung AG, eventuell auftretende Jahresfehlbeträge auszugleichen.


Gegenüber der ProSA-Feuer Beteiligungsgesellschaft und der PR Equity GmbH bestanden offene Zusagen über Kapitaleinzahlungen für Investitionstätigkeiten in Höhe von 20.000 (8.000) Tsd. Euro. Die Provinzial Versicherung AG hat im Berichtsjahr satzungsgemäß Anteile am Stammkapital der VöV Rückversicherung KöR gehalten. Die Anteile beliefen sich auf 2.325 (2.325) Tsd. Euro. Stammkapitaleinzahlungen wurden bisher nicht eingefordert. Weitere finanzielle Verpflichtungen bestanden gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 41.070 (37.420) Tsd. Euro. Gegenüber Beteiligungsunternehmen bestanden keine weiteren finanziellen Verpflichtungen. Im Vorjahr hatten sie 495 Tsd. Euro betragen.


Zudem bestanden Einzahlungsverpflichtungen in Wertpapier- und Immobilienfonds bis zu einer Höhe von 305.051 (603.210) Tsd. Euro sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 1.365 (341) Tsd. Euro aus zugesagten, noch nicht ausgezahlten Hypothekendarlehen. Bei den anderen Kapitalanlagen bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungssummen aus Genossenschaftsanteilen in Höhe von 4 (4) Tsd. Euro.


Nach unserem aktuellen Kenntnisstand gehen wir auch für die Zukunft davon aus, dass das Risiko der Inanspruchnahme aus den aufgeführten Haftungsverhältnissen wie in der Vergangenheit zu keinem wesentlichen zusätzlichen Aufwand für die Provinzial Versicherung AG führen wird.

Angaben gemäß § 285 Nr. 7 HGB


Im Geschäftsjahr 2023 waren bei der Provinzial Versicherung AG durchschnittlich 3.651 (3.672) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, von denen 1.914 (1.935) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über einen Doppelarbeitsvertrag auch bei der Provinzial Rheinland Lebensversicherung AG angestellt sind. Insgesamt entfielen auf den Innendienst 3.313 (3.321) und auf den Außendienst 338 (351) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Angaben gemäß § 285 Nr. 9. a) HGB

Bezüge der Mitglieder des Vorstands


Die nach den Vorgaben des § 285 Nr. 9. a) HGB berechneten Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands der Provinzial Versicherung AG betrugen 1.783 Tsd. Euro. Bezüge für die Tätigkeit in verbundenen Unternehmen sind in den Angaben nicht enthalten.

Mitglieder des Vorstands Gezahlte
fixe Bezüge
Gezahlte
variable
Bezüge für
Vorjahre
Sonstige
Bezüge 1)
Gesamtbezüge Ansprüche auf variable
Bezüge für das Geschäftsjahr 2)
2023 2023 2023 2023 2023
Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR Tsd. EUR
Dr. Wolfgang Breuer, Vorsitzender 184 52 64 300 78
Patric Fedlmeier, Stellvertretender Vorsitzender 292 91 185 568 99
Sabine Krummenerl 327 96 225 648 111
Guido Schaefers 64 44 38 146 18
Dr. Ulrich Scholten 152 38 71 261 52
Dr. Rainer Sommer (seit 1. Juni 2023) 142 - 51 192 36
Summe 1.161 320 634 2.116 395

1) Die sonstigen Bezüge umfassen Dienstzeitaufwendungen in Höhe von 407 Tsd. Euro bzw. Zahlungen zum Aufbau einer individuellen Altersversorgung sowie sonstige Sachbezüge (z. B. aus der Nutzung von Dienstfahrzeugen).
2) Hierbei handelt es sich um die Tantiemen für das Geschäftsjahr 2023 aufgrund der voraussichtlichen Zielerreichung im Jahr 2023 und unter der Annahme, dass die Gruppensolvabilität in den Jahren 2024, 2025 und 2026 jeweils mindestens 120 % beträgt.

Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats


Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat der Provinzial Versicherung AG betrugen 234.000 Euro. Bezüge für die Aufsichtsratstätigkeit in verbundenen Unternehmen sind hierin nicht enthalten. Das Vergütungssystem für die Aufsichtsräte beinhaltet keine erfolgsbezogenen Komponenten.

Mitglieder des Aufsichtsrats Fixe
Bezüge *
2023
EUR
Prof. Dr. Liane Buchholz, Vorsitzende 18.000
Ansgar Pöppelmann, Stellvertretender Vorsitzender 16.500
Sören Börding 12.000
Götz Bormann 12.000
Dr. Martin Creutz 9.000
Eva Irrgang 9.000
Rainer Jahnke 12.000
Prof. Dr. Christoph Landscheidt 9.000
Kristin Lange 9.000
Ulrike Lubek 15.000
Dr. Georg Lunemann 12.000
Mira Mende 12.000
Friederike Michels-Funcke 12.000
Anke Paletta 12.000
Dr. Eckhard Ruthemeyer 13.500
Frank Schischefsky 9.000
Manfred Schnur 9.000
Peter Scholten 12.000
Alexandra Skubella 9.000
Anne Wimmersberg 12.000
Gesamtbezüge 234.000

* Nach beamtenrechtlichen Grundsätzen werden die Bezüge einzelner Anteilseignervertreterinnen und -vertreter im Aufsichtsrat teilweise oder vollständig an den Dienstherrn im Hauptamt abgeführt. Nach Beschluss des Deutschen Gewerkschaftsbunds sind Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter im Aufsichtsrat, die Mitglied einer Gewerkschaft sind, ebenfalls dazu verpflichtet, ihre Vergütung teilweise oder vollständig an die Gewerkschaft abzuführen.

Angaben gemäß § 285 Nr. 9. b) HGB


Die Versorgungsbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands der Provinzial Versicherung AG und ihrer Hinterbliebenen betrugen 1.661 Tsd. Euro. Die Rückstellung für Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen früherer Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen hatte einen Bilanzwert von 26.397 Tsd. Euro.

Angaben gemäß § 285 Nr. 9. c) HGB


Am Bilanzstichtag bestanden Darlehensforderungen gegenüber Mitgliedern des Aufsichtsrats in Höhe von 79 Tsd. Euro. Der durchschnittliche Zinssatz betrug 3,2 %. Rückzahlungen erfolgten im Jahr 2023 in Höhe von 1 Tsd. Euro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Darlehensforderungen erlassen.

Angaben gemäß § 285 Nr. 10 HGB


Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind in den Kapiteln Vorstand und Aufsichtsrat aufgeführt. Diese Kapitel sind Bestandteil des Anhangs.

Angaben gemäß § 285 Nr. 14 HGB


Die Provinzial Versicherung AG wird in den Konzernabschluss der Provinzial Holding AG, Münster, einbezogen. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister bekannt gemacht. Die Gesellschaft ist somit gemäß § 291 Abs. 1 HGB von der Aufstellung eines eigenen Konzernabschlusses und Konzernlageberichts befreit.


Es besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Provinzial Holding AG.

Angaben gemäß § 285 Nr. 17 HGB


Die Angaben zu dem vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 berechneten Gesamthonorar sind in den Anhangangaben zum Konzernabschluss der Provinzial Holding AG enthalten. Die dort berücksichtigten Honorare für Abschlussprüfungsleistungen betrafen die Prüfung des Jahresabschlusses sowie der Solvabilitätsübersicht. Honorare für andere Bestätigungs- und Bewertungsleistungen fielen für weitere gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen an. Sonstige Leistungen wurden für projektbezogene Beratungen erbracht.

Angaben gemäß § 285 Nr. 21 HGB


Geschäfte zu nicht marktüblichen Bedingungen mit nahe stehenden Unternehmen und Personen, die für die Beurteilung der Finanzlage wesentlich sind, wurden im Berichtsjahr 2023 nicht getätigt.

Angaben gemäß § 285 Nr. 23 HGB


Bewertungseinheiten entsprechend § 254 HGB waren am Bilanzstichtag nicht vorhanden.

Angaben gemäß § 285 Nr. 33 HGB - Nachtragsbericht


Zum 1. Januar 2024 schied die S-Direkt-Verwaltungs-GmbH aus der S-Direkt-Verwaltungs-GmbH & Co. KG aus. Die Provinzial Versicherung AG, die nach dem Erwerb weiterer Anteile im Jahr 2023 sämtliche Kommanditanteile hielt, übernahm das Handelsgeschäft der Gesellschaft mit allen Aktiva und Passiva im Wege der Anwachsung. Somit ist die Sparkassen DirektVersicherung AG nun eine unmittelbare Beteiligung der Provinzial Versicherung AG.

 

Münster, den 22. März 2024


Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft


Der Vorstand

Dr. Wolfgang Breuer
Vorsitzender
Patric Fedlmeier
Stellvertretender Vorsitzender
Sabine Krummenerl
Guido Schaefers Dr. Ulrich Scholten Dr. Rainer Sommer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft, Düsseldorf

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft, Düsseldorf, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses


Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.


Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

Bewertung der Kapitalanlagen

Bewertung der Schadenrückstellungen


Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:


1. Sachverhalt und Problemstellung


2. Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse


3. Verweis auf weitergehende Informationen


Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:


- Bewertung der Kapitalanlagen


1. Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden Kapitalanlagen in der Bilanz in Höhe von T€ 6.042.857 (94,3 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die handelsrechtliche Bewertung der einzelnen Kapitalanlagen richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Wert. Nach § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB können gewisse Kapitalanlagen von Versicherungsunternehmen, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften bewertet werden. In diesem Fall werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen (gemildertes Niederstwertprinzip) und nur vorübergehende Wertminderungen als stille Lasten in Folgejahre vorgetragen.


Eine Bestimmung als dauernd dem Geschäftsbetrieb dienend setzen eine Dauerhalteabsicht und -fähigkeit für diese Kapitalanlagen voraus. Zur Ermittlung des beizulegenden Werts wird - soweit vorhanden - der Marktpreis der jeweiligen Kapitalanlage herangezogen. Bei Kapitalanlagen, deren Bewertung nicht auf Basis von Börsenpreisen oder sonstigen Marktpreisen erfolgt (wie z.B. bei Immobilien, Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen, Namensschuldverschreibungen sowie Schuldscheinforderungen und Darlehen) besteht aufgrund der Notwendigkeit der Verwendung von Modellberechnungen ein erhöhtes Bewertungsrisiko. In diesem Zusammenhang sind von den gesetzlichen Vertretern Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, auch im Hinblick auf mögliche Auswirkungen der makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren einschließlich der Zinsentwicklung auf die Bewertung der Kapitalanlagen zu treffen. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung der Kapitalanlagen haben. Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung der Kapitalanlagen für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft, des Umfangs der in Folge des gemilderten Niederstwertprinzips vorgetragenen stillen Lasten sowie der Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der Kapitalanlagen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.


2. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der Kapitalanlagen für das Gesamtgeschäft der Gesellschaft gemeinsam mit unseren internen Spezialisten für Kapitalanlagen, die von der Gesellschaft verwendeten und die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem unsere Bewertungsexpertise für Kapitalanlagen, unser Branchenwissen


und unsere Branchenerfahrung zugrunde gelegt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen der Gesellschaft zur Bewertung der Kapitalanlagen und Erfassung des Ergebnisses aus Kapitalanlagen gewürdigt. Hierauf aufbauend haben wir weitere analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung der Kapitalanlagen vorgenommen. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren einschließlich der Zinsentwicklung auf die Bewertung der Kapitalanlagen gewürdigt. Wir haben unter anderem auch die zugrundeliegenden Wertansätze und deren Werthaltigkeit anhand der zur Verfügung gestellten Unterlagen nachvollzogen und die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden und die Periodenabgrenzung überprüft. Darüber hinaus haben wir von der Gesellschaft erstellte sowie eingeholte Bewertungsgutachten (einschließlich der angewendeten Bewertungsparameter und getroffenen Annahmen) für Beteiligungen und (indirekt gehaltene) Immobilien der Gesellschaft gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung der Kapitalanlagen begründet und hinreichend dokumentiert sind.


3. Die Angaben der Gesellschaft zu den Kapitalanlagen sind in den Abschnitten "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie "Erläuterungen zur Bilanz" des Anhangs enthalten.


- Bewertung der Schadenrückstellungen


1. Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" versicherungstechnische Rückstellungen (sog. "Schadenrückstellungen") in Höhe von T€ 4.072.663 brutto (63,5 % der Bilanzsumme) bzw. T€ 3.180.343 netto (49,6 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Versicherungsunternehmen haben versicherungstechnische Rückstellungen insoweit zu bilden, wie dies nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen sicherzustellen. Die Festlegung von Annahmen zur Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen erfordert von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft neben der Berücksichtigung der handels- und aufsichtsrechtlichen Anforderungen eine Einschätzung zukünftiger Ereignisse und die Anwendung geeigneter Bewertungsmethoden. Dies beinhaltet auch die erwarteten Auswirkungen der makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren einschließlich gestiegener Inflationsraten auf die Bildung der Schadenrückstellungen in den betroffenen Sparten. Den bei der Ermittlung der Höhe der Schadenrückstellungen angewendeten Methoden sowie Berechnungsparametern liegen Ermessensentscheidungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung der Schadenrückstellungen haben. Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung dieser Rückstellungen für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft sowie der Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der Schadenrückstellungen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.


2. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der Schadenrückstellungen für das Gesamtgeschäft der Gesellschaft gemeinsam mit unseren internen Bewertungsspezialisten die von der Gesellschaft verwendeten Methoden und von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem unser Branchenwissen und unsere Branchenerfahrung zugrunde gelegt sowie anerkannte Methoden berücksichtigt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen der Gesellschaft zur Ermittlung und Erfassung von Schadenrückstellungen gewürdigt. Hierauf aufbauend haben wir weitere analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung der Schadenrückstellungen vorgenommen. Wir haben unter anderem auch die der Berechnung des Erfüllungsbetrags zugrunde liegenden Daten mit den Basisdokumenten abgestimmt. Damit einhergehend haben wir die berechneten Ergebnisse der Gesellschaft zur Höhe der Rückstellungen anhand der anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften nachvollzogen und die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden und die Periodenabgrenzungen über


prüft. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren einschließlich gestiegener Inflationsraten auf die betroffenen Sparten gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung der Schadenrückstellungen begründet und hinreichend dokumentiert sind.


3. Die Angaben der Gesellschaft zu den Schadenrückstellungen sind in den Abschnitten "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie "Erläuterungen zur Bilanz" des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen


Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Lageberichts.


Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.


Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.


Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.


Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO


Wir wurden von der Hauptversammlung am 17. Mai 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 11. Dezember 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2020 als Abschlussprüfer der Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft, Düsseldorf, tätig.


Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortliche Wirtschaftsprüferin


Die für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Christine Keller.

 

Düsseldorf, den 9. April 2024


PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christine Keller Patrik Bensch
Wirtschaftsprüferin Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats


Der Aufsichtsrat der Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft hat sich in vier ordentlichen Sitzungen durch mündliche und schriftliche Vorstandsberichte und im Rahmen der Quartalsberichterstattung über die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie alle wichtigen Geschäftsvorgänge der Gesellschaft unterrichten lassen und die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht. Ferner hat sich der Aufsichtsrat über die beabsichtigte Geschäftspolitik/Unternehmensplanung sowie über die Grundlagen des Risikomanagements und die Risikosituation informiert. Der Aufsichtsrat hat sich intensiv mit den aufsichtsrechtlichen Solvenzvorgaben (Solvency II) und deren Umsetzung im Unternehmen sowie mit den jährlichen ORSA-Berichten befasst. Außerdem wurden der Jahresbericht der Internen Revision sowie der Compliance-Bericht zur Kenntnis genommen.


Im Zuge der zum 1. September 2020 vollzogenen Fusion hat sich der Aufsichtsrat regelmäßig über die Entwicklung der Fusionsumsetzung im Konzern vom Vorstand berichten lassen. Daneben befasste sich der Aufsichtsrat mit der Geschäftsverteilung und Personalia im Vorstand.


Aufgrund der volatilen Entwicklungen der Kapitalmärkte sowie der deutlich gestiegenen Inflation hat sich der Aufsichtsrat über Berichte des Vorstands zu den Auswirkungen auf die Provinzial regelmäßig informiert.


Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben ferner - entsprechend den Vorgaben der Versicherungsaufsicht - eine jährliche Selbsteinschätzung über ihre Kenntnisse in wichtigen Themenfeldern abgegeben. Eine ausführliche Schulung der Aufsichtsratsmitglieder zu der Entwicklung von Nachhaltigkeit in der Versicherungswirtschaft sowie zur Risikosteuerung in der Lebensversicherung wurde im März 2023 abgehalten.


Über die Arbeit des Prüfungs- und Risikoausschusses wurde dem Aufsichtsrat berichtet. Im Prüfungs- und Risikoausschuss und im Aufsichtsrat wurden die Solvabilitätsübersicht für die Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie der diesbezügliche Bericht des Abschlussprüfers behandelt.


Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht der Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 rechtzeitig erhalten. Die Abschlussunterlagen wurden im Prüfungs- und Risikoausschuss am 14. Mai 2024 und in der Sitzung des Aufsichtsrats am 23. Mai 2024 beraten. Die Beratung hat zu keinen Einwendungen geführt.


Der Verantwortliche Aktuar hat an der Sitzung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse seines Erläuterungsberichts zur versicherungsmathematischen Bestätigung berichtet. Der Aufsichtsrat erhebt gegen den Bericht des Verantwortlichen Aktuars keine Einwendungen.


Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 sind von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft worden. Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk wurde erteilt. Der Prüfungsbericht wurde allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugeleitet.


An den Beratungen des Jahresabschlusses der Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft im Aufsichtsrat sowie an der vorbereitenden Sitzung des Prüfungs- und Risikoausschusses hat der Abschlussprüfer teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Der Prüfungs- und Risikoausschuss hat sich mit der Qualität der Abschlussprüfung sowie mit den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen befasst.


Der Aufsichtsrat erhebt gegen das Ergebnis der Abschlussprüfung durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft keine Einwendungen. Bemerkungen zum Bericht des Abschlussprüfers sind nicht zu machen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 am 23. Mai 2024 gebilligt. Der Jahresabschluss der Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 ist damit nach § 172 AktG festgestellt.


Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Leistungen und ihren Einsatz im Geschäftsjahr 2023.

 

Düsseldorf, den 23. Mai 2024


Für den Aufsichtsrat

Prof. Dr. Liane Buchholz
Vorsitzende

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

70 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
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