Westigo GmbH Eisenbahnverkehrsunternehmen
Selbe AdressePersonenbeförderung im Eisenbahnverkehr
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Guido Schneeloch seit 19.5.2026 | Prokura |
Marcel Winter seit 12.5.2026 | Vorstandsmitglied |
Laura Alexandra Rohlmann seit 10.2.2026 | Vorstandsmitglied |
Norbert Raimondo seit 14.2.2025 | Prokura |
Sonja Lorsy seit 1.10.2024 | Prokura |
Dennis Scharrenbroich seit 8.4.2024 | Prokura |
Peter Ulmer seit 8.8.2022 | Prokura |
Mark Hol seit 30.5.2022 | Prokura |
Florian Römer seit 30.5.2022 | Prokura |
Martin Süß seit 29.1.2021 | Prokura |
Pamela Winkelmann seit 2.11.2020 | Prokura |
Christian-Harald Burk seit 25.7.2018 | Prokura |
Anja Höhn seit 12.10.2017 | Prokura |
Hans Peter Densborn seit 10.6.2013 | Vorstandsmitglied |
Gunther Höhn seit 14.4.2009 | Prokura |
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% | |
| 100.00% | |
| 51.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Kölner Verkehrs-Betriebe AktiengesellschaftKölnJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023GESCHÄFTSBERICHT 2023→ Vorwort → Lagebericht → Abschluss KÖLNER VERKEHRS-BETRIEBE AG KENNZAHLEN 01 FAHRGÄSTE IN MIO. Nach Ende der Covid-19-Pandemie mit teils massiven Fahrgastrückgängen haben sich die FAHRGASTZAHLEN wieder STABILISIERT. Sie liegen indes weiterhin unter dem früheren Niveau. Einer der Gründe dafür ist ein verändertes Mobilitätsverhalten der Menschen.
02 STAMMKUNDSCHAFT IN TSD. Die KVB konnte im Jahr 2023 wieder viele NEUE Stammkundinnen und Stammkunden GEWINNEN. Die Entwicklung nähert sich damit wieder dem Niveau vor Pandemie an. 03 WAGENKILOMETER IN MIO. KM Die Betriebsleistung der Stadtbahnen und Omnibusse lag 2023 etwa auf dem Niveau des Vorjahres und des langjährigen Mittels. Trotz weiterhin herausfordernder personalbedingter Ausfälle konnte die KVB die ZAHL DER WAGENKILOMETER somit STABILISIEREN.
04 BESCHÄFTIGTE ANZAHL, STAND 31.12.2023 Die Zahl der Beschäftigten bei der KVB wächst seit vielen Jahren nahezu ungebrochen. Zum Ende des Jahres 2023 arbeiteten 4.159 MENSCHEN bei der KVB - über 100 mehr als im Vorjahr. Wir weisen darauf hin, dass im gesamten Geschäftsbericht bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben aufgrund kaufmännischer Rundungen Differenzen auftreten können. INHALTSVERZEICHNIS Vorwort des Vorstandes Bericht des Aufsichtsrates Aufsichtsrat und Vorstand Unternehmensstruktur der Kölner Verkehrs-Betriebe AG Unternehmensbeteiligungen der Kölner Verkehrs-Betriebe AG Unternehmensleitbild LAGEBERICHT Grundlagen der Gesellschaft Berichterstattung gemäß § 108 III Nr. 2 GO NRW Unternehmensstrategie Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Geschäftsverlauf Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Arbeiten bei der KVB Logistik Umwelt- und Klimaschutz Nachhaltigkeit Wesentliche Ereignisse des Geschäftsjahres Innovationen Risiken- und Chancenbericht Prognosebericht Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit JAHRESABSCHLUSS Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung Anhang Allgemeine Erläuterungen Erläuterungen der Bilanz Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung Sonstige Angaben Entwicklung des Anlagevermögens Kapitalflussrechnung BESTÄTIGUNGSVERMERK Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers ANLAGEN Zehnjahresübersichten VORWORT DES VORSTANDES SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN, das Jahr 2023 war geprägt von nach wie vor schwierigen Rahmenbedingungen, die das gesamte Unternehmen vor große Herausforderungen gestellt haben: eine anhaltend angespannte Personalsituation, unter der die gesamte Nahverkehrs-Branche leidet, dazu große Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Materialien und Ersatzteilen insbesondere für Stadtbahnen und Busse und eine deutlich verzögerte Auslieferung unserer neuen Niederflur-Stadtbahn-Generation. Das waren externe Faktoren, die unsere Betriebsqualität erheblich beeinflusst haben - eine Entwicklung, die weder unsere Fahrgäste noch uns selbst zufriedenstellt. Erschwert wurde und wird die Situation zudem dadurch, dass wir uns im Spannungsfeld befinden zwischen den Anforderungen der Mobilitätswende und der Herausforderung, diese unter den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch zu finanzieren. »TROTZ SCHWIERIGER RAHMENBEDINGUNGEN HABEN WIR ES GESCHAFFT, UNSERE ZU HALTEN. DAS IST ANSPORN FÜR UNS, AN UNSERER QUALITÄT WEITER ZU ARBEITEN, UM UNSERE ROLLE ALS DER UMWELT- UND KLIMAFREUNDLICHE MOBILITÄTSDIENSTLEISTER IN DER STADT UND DER REGION BEHAUPTEN UND WEITER ZU STÄRKEN.« Stefanie Haaks, VORSITZENDE DES VORSTANDES DER KÖLNER VERKEHRS-BETRIEBE AG In diesem schwierigen Umfeld hat unser #TeamHerzschlag im Jahr 2023 mit großen Kraftanstrengungen erneut eine enorme Leistung vollbracht. Wir haben zahlreiche Projekte umgesetzt und Themen bewegt, um unsere Rolle als der umwelt- und klimafreundliche Mobilitätsdienstleister der Stadt und der Region zu behaupten und weiter zu stärken: Die Flotte der neuen Hochflur-Stadtbahnen ist komplett, auch die E-Bus-Flotte ist deutlich gewachsen. Das KVB-Rad verzeichnete mit mehr als 3,6 Millionen Ausleihen einen neuen Ausleih-Rekord. Außerdem wurden zwei große Gleisbaumaßnahmen trotz der schwierigen Rahmen- und schlechten Wetterbedingungen erfolgreich bewältigt. Der neue Elektro-Busbetriebshof in Porz ist mit seinem ersten Bauabschnitt inzwischen eröffnet worden, und in einem Kraftakt vieler Kolleginnen und Kollegen wurde das Deutschlandticket rechtzeitig zum 1. Mai an den Start gebracht. Sehr erfreulich war die Eröffnung des Gebäudekomplexes mit 41 Wohnungen für Mitarbeitende und deren Familien sowie einer Kindertagesstätte in Sülz am Hermeskeiler Platz. Besonders an diesem Projekt ist, dass es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen nahezu termingerecht und unter Einhaltung des geplanten Kostenrahmens umgesetzt wurde. »MIT ZWEI GROSSEN, ERFOLGREICH UMGESETZTEN GLEISBAUPROJEKTEN HABEN WIR AUF WICHTIGEN STRECKEN INFRASTRUKTUR ERNEUERT UND DAMIT DIE BASIS GESCHAFFENEN FÜR EINEN SICHEREN ÖPNV.« Jörn Schwarze, VORSTAND DER KÖLNER VERKEHRS-BETRIEBE AG Ein besonderes Highlight war unser Tag der offenen Tür, zu dem wir als KVB anlässlich des 100. Geburtstages der Hauptwerkstatt in Weidenpesch im Sommer eingeladen haben: Mehr als 6.000 Menschen warfen einen Blick hinter die Kulissen des Werkstattbetriebes - ein Beleg für das große Interesse an unserem Unternehmen und unseren Leistungen. Und auch die Fahrgastzahlen sind 2023 trotz der aufgezeigten schwierigen Rahmenbedingungen im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben. Im vorigen Jahr waren 235,8 Mio. Menschen mit den Bussen und Bahnen der KVB unterwegs, das waren 0,1 Prozent weniger als 2022 (236,1 Mio.). »UNSERE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER HABEN ES MIT EINER ENORMEN KRAFTANSTRENGUNG GESCHAFFT, DASS UNSERE KUNDEN ZUM START DES DEUTSCHLANDTICKET IM MAI DAS NEUE ANGEBOT AUCH NUTZEN KONNTEN.« Dr. Thomas Schaffer, VORSTAND DER KÖLNER VERKEHRS-BETRIEBE AG Sehr erfreulich ist die Entwicklung bei den Stammkunden: Ihre Zahl stieg von rund 275.500 im Jahr 2022 auf rund 298.100 im vorigen Jahr. Im Dezember 2023 nutzten rund 222.200 Kunden das Deutschlandticket. Es macht uns zuversichtlich, dass die Kunden uns trotz aller Beeinträchtigungen weiterhin die Treue halten. Das Unternehmensergebnis war mit einem Fehlbetrag von 131,4 Mio. € um 12,1 Mio. € besser als im Vorjahr. Das Planergebnis mit einem Fehlbetrag von 141,2 Mio. € wurde damit um fast zehn Mio. € verbessert. » UNSER RECRUITING-TEAM HAT MIT VIEL KREATIVITÄT SEINE ANSTRENGUNGEN ZUR PERSONALGEWINNUNG INTENSIVIERT. DIE GROSS ANGELEGTE KAMPAGNE ZEIGT ERSTE ERFOLGE. « Peter Densborn, VORSTAND DER KÖLNER VERKEHRS-BETRIEBE AG Das alles zeigt: Wir sind auf einem guten Weg, die wahrlich nicht geringen Herausforderungen zu bewältigen. Und das gelingt nur mit einem engagierten Team, das weiterwächst. Aber um die Verkehrswende zu gestalten, brauchen wir auch in Zukunft Fachpersonal: sowohl Fahrerinnen und Fahrer als auch Ingenieurinnen und Ingenieure, Handwerkerinnen und Handwerker, IT- Expertinnen und -Experten. Der Arbeitsmarkt ist hart umkämpft, und daher werden wir unsere breit gefächerten Recruiting- Aktivitäten weiter intensivieren. Unser Dank gilt allen, die sich mit großem Engagement Tag für Tag dafür einsetzen, Köln mobil zu halten.
Köln, im Juni 2024 Der Vorstand Stefanie Haaks Jörn Schwarze Dr.Thomas Schaffer Peter Densborn BERICHT DES AUFSICHTSRATES SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN, der Aufsichtsrat hat im Berichtszeitraum die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben unter Beachtung des Public Corporate Governance Kodex der Stadt Köln (PCGK Köln) wahrgenommen. Er hat den Vorstand entsprechend den ihm nach Gesetz und Satzung zugewiesenen Aufgaben regelmäßig beraten und sich von der Zweck- und Ordnungsmäßigkeit sowie der Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung überzeugt. Er ist vom Vorstand regelmäßig über den Gang der Geschäfte, die beabsichtigte Geschäftspolitik, grundsätzliche Fragen der zukünftigen Geschäftsführung und der strategischen Grundausrichtung, über die Lage und Entwicklung der Gesellschaft sowie über bedeutsame Geschäftsvorfälle oder Ad-hoc-Risikomeldungen eingehend schriftlich und mündlich unterrichtet worden und hat mit dem Vorstand hierüber beraten. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand mit dem Vorstand in ständigem Kontakt. Somit konnten wichtige Fragen der strategischen Ausrichtung, der Geschäftsentwicklung, des Risikomanagements sowie zu aktuell anstehenden Entwicklungen unverzüglich erörtert werden. Der Aufsichtsrat hat ferner den Compliance- und Datenschutz-Bericht zur Kenntnis genommen. Der Compliance-Bericht enthält grundsätzlich eine Zusammenfassung des Organisationsstandes, die Mitteilung über die eingerichteten Instrumentarien, einen Ausblick auf weitere Optimierungsaufgaben sowie den Report über konkrete Compliance-Vorfälle. Im Berichtszeitraum 2023 wurden keine Verstöße gegen Compliance-Vorschriften festgestellt. Manfred Richter, VORSITZENDER DES AUFSICHTSRATES Im Geschäftsjahr erfolgte eine Compliance-Prüfung im Auftrag des Aufsichtsrates mit Unterstützung der Stadtwerke Köln GmbH und externer Beratungsunternehmen vor dem Hintergrund von in der Presse veröffentlichten Berichten über etwaiges Fehlverhalten eines Vorstandsmitglieds. Verstöße gegen Compliance-Pflichten oder grobe Pflichtverletzungen waren nicht nachweisbar, sodass sich keine Handlungspflichten für den Aufsichtsrat ergaben. Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind nach einer Empfehlung im PCGK Köln gehalten, gegenüber dem Aufsichtsrat etwaige Interessenkonflikte offenzulegen. Dieser berichtet über offengelegte Interessenkonflikte sowie deren Behandlung in der Hauptversammlung. Alle Mitglieder des Aufsichtsrates haben die jährliche Erklärung nach Ziffer 2.9.3 des PCGK Köln darüber abgegeben, ob Interessenkonflikte bestehen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Interessenkonflikte nicht bekannt. Beratungsschwerpunkte Im Geschäftsjahr 2023 haben vier turnusmäßige Sitzungen des Aufsichtsrates am 16.03., 25.05., 24.08. und 24.11. sowie sechs außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrates am 12.01., 30.03., 27.04., 17.05., 07.06. und 12.10. stattgefunden. Ein Schwerpunkt der Beratungen im Aufsichtsrat war die laufende Erörterung des im ersten Quartal 2023 eingeführten ausgedünnten Fahrplans, dessen Ursachen sowie die eingeleiteten Gegenmaßnahmen der Kölner Verkehrs-Betriebe AG. Daneben standen die schwierige Personalsituation und die daraus resultierende Mitarbeitergewinnung der Kölner Verkehrs-Betriebe AG im Fokus der Aufsichtstätigkeit des Gremiums. Des Weiteren stellten insbesondere die Weiterentwicklung der wachstums- und klimaschutzorientierten Strategie der Kölner Verkehrs-Betriebe AG sowie die Ergebnisentwicklung vor dem Hintergrund der Einführung und nicht auskömmlichen Finanzierung des Deutschlandtickets Arbeitsschwerpunkte dar. Im Berichtszeitraum war weiterhin das Projekt Nord-Süd Stadtbahn und damit verbunden die kontinuierliche weitere Aufarbeitung des Unglücks am Waidmarkt ein Schwerpunktthema im Aufsichtsrat. Die jeweils aktuell vorliegenden Erkenntnisse und Sachstände zu den Folgen des Stadtarchiv-Einsturzes wurden durch den Vorstand ausführlich erläutert. Gegenstand der Beratungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrates waren gemäß den rechtlichen und satzungsgemäßen Vorgaben im Berichtszeitraum zudem folgende weitere Themen:
Nach pflichtgemäßer Prüfung hat der Aufsichtsrat am 25.05.2023 - gemeinsam mit dem Vorstand - für das Geschäftsjahr 2022 die Entsprechenserklärung im Zusammenhang mit der Erklärung der Geschäftsführung über die Corporate Governance des Unternehmens gemäß dem PCGK Köln in der im Jahr 2020 vom Rat der Stadt Köln beschlossenen Fassung abgegeben. In der Sitzung am 07.06.2023 hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und Lagebericht 2022 ausführlich beraten und gebilligt. Den Wirtschaftsplan 2024 mit den wesentlichen Daten für die Ergebnis-, Investitions- und Personalplanung hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 24.11.2023 nach ausführlicher Beratung beschlossen. Der Aufsichtsrat hat sich regelmäßig über bestehende Risiken und das Risikomanagement der Gesellschaft, insbesondere im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Einführung des Deutschlandtickets, den Verzögerungen bei der Auslieferung und Inbetriebnahme bestellter Stadtbahnwagen und den Energiepreisen, informiert. Im Berichtsjahr 2023 hat der Aufsichtsrat bei der Ausübung seiner Überwachungsfunktion die Regelungen und Empfehlungen des PCGK Köln in der im Jahr 2020 vom Rat der Stadt Köln beschlossenen Fassung berücksichtigt, um die Transparenz und Effizienz bei kommunalen Beteiligungen weiter nachhaltig zu verbessern. Zur Anwendung der Regeln des PCGK Köln, zu Abweichungen von diesen und Begründungen für diese Abweichungen wird auf die von Geschäftsführung und Aufsichtsrat gemeinschaftlich abgegebene Entsprechenserklärung in der Anlage zum Jahresabschluss verwiesen. Ausschuss des Aufsichtsrates Der gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gebildete Ständige Ausschuss des Aufsichtsrates der Kölner Verkehrs-Betriebe AG hat im Geschäftsjahr 2023 achtmal getagt. Die Mitglieder des Ausschusses wurden über wichtige Geschäftsvorgänge unterrichtet und haben die Sitzungen des Aufsichtsrates vorberaten. Des Weiteren wurden Vorstandsangelegenheiten beraten. Mitglieder des Vorstandes nahmen an den Ausschusssitzungen regelmäßig teil, sofern sie nicht selbst betroffen waren. Der Aufsichtsrat wurde über die Arbeit im Ständigen Ausschuss des Aufsichtsrates durch den Aufsichtsratsvorsitzenden regelmäßig in Kenntnis gesetzt. Jahresabschlussprüfung Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 sind von dem von der Hauptversammlung gewählten und vom Aufsichtsrat beauftragten Abschlussprüfer, der WIBERA Wirtschaftsberatung AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht seinerseits geprüft. Der Bericht des Abschlussprüfers ist dem Aufsichtsrat durch den Aufsichtsratsvorsitzenden ausgehändigt worden. Der Bericht wurde in die Aussprache und Prüfung des Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat einbezogen. Der Abschlussprüfer hat an den Beratungen des Aufsichtsrates über den Jahresabschluss 2023 am 06.06.2024 teilgenommen, über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und für Erläuterungen zur Verfügung gestanden. Der Aufsichtsrat hat von dem Prüfungsergebnis Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfungen sind Einwendungen nicht zu erheben. Die Darstellung und Beurteilung der Lage der Gesellschaft, insbesondere die Darstellung und Einschätzung des Risikoszenarios, die der Vorstand im Lagebericht abgibt, teilt der Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss zum 31.12.2023 und empfiehlt in Übereinstimmung mit dem Vorstand dessen Feststellung durch die Hauptversammlung. Der Verlust wird gemäß § 4 des Organschaftsvertrages von der Stadtwerke Köln GmbH abgedeckt. Veränderungen im Aufsichtsrat und im Ständigen Ausschuss Im Aufsichtsrat der Kölner Verkehrs-Betriebe AG gab es im Jahr 2023 keine Veränderungen. Für die im Geschäftsjahr 2023 erbrachten Leistungen, für ihren Einsatz für die Verkehrswende und die erfolgreiche Arbeit in dem von Krisen geprägten und für alle Beschäftigten sehr herausfordernden Jahr spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand, dem Betriebsrat und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kölner Verkehrs-Betriebe AG seinen besonderen Dank aus.
Köln, im Juni 2024 Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Manfred Richter UNTERNEHMENSORGANE AUFSICHTSRAT
MdR = Mitglied des Rates der Stadt Köln Stand: 16.04.2024 VORSTAND
UNTERNEHMENSSTRUKTUR UNTERNEHMENSSTRUKTUR DER KÖLNER VERKEHRS-BETRIEBE AG ZUM 31.12.2023 KÖLNER VERKEHRS-BETRIEBE AG Der Vorstand
UNTERNEHMENSBETEILIGUNGEN UNTERNEHMENSBETEILIGUNGEN DER KÖLNER VERKEHRS-BETRIEBE AG ZUM 31.12.2023 STADT KÖLN
UNTERNEHMENSLEITBILD UNTERNEHMENSLEITBILD Die Kölner Verkehrs-Betriebe AG: kompetent, partnerschaftlich, attraktiv, nachhaltig WIR BIETEN MOBILITÄT IN STADT UND UMLAND. Wir, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kölner Verkehrs-Betriebe AG, bieten den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Köln und ihres Umlandes nachhaltige Mobilität. Unsere Bahnen und Busse verbessern die Lebensqualität und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Schonung der Umwelt. Wir bieten umweltfreundliche Mobilität, indem wir auch unsere Umweltaspekte regelmäßig bewerten, mit dem Ziel, unsere Energieeffizienz stetig zu steigern. Wir bieten ein leistungsfähiges, attraktives und zuverlässiges Mobilitätsangebot. Wir wollen damit mehr Fahrgäste für den Öffentlichen Personennahverkehr gewinnen und seinen Anteil am gesamten Verkehrsaufkommen deutlich und stetig erhöhen. WIR ORIENTIEREN UNS AN DEN WÜNSCHEN UNSERER KUNDINNEN UND KUNDEN. Dies gilt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren Aufgabenbereichen. Technik, Anlagen und Service sind auf die Anforderungen unserer Fahrgäste ausgerichtet. Zufriedene Kundinnen und Kunden sichern unsere Marktposition und bilden die Basis für den weiteren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Abstimmung mit dem Aufgabenträger. WIR HANDELN WIRTSCHAFTLICH. Unser Unternehmen befindet sich im Wettbewerb mit anderen Anbietern und vor allem dem Pkw. Deshalb handeln wir wirtschaftlich und kostenbewusst. Wir nutzen alle Möglichkeiten, Produktivität und Erträge zu steigern sowie Kosten zu senken. WIR HANDELN RECHTSKONFORM. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beachten alle relevanten gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften sowie internen Anweisungen, Richtlinien, Betriebsvereinbarungen, Tarifverträge und Arbeitsschutzbestimmungen. WIR SIND MOTIVIERT UND ENGAGIERT. Durch unsere Leistungen bestimmen wir Qualität und Wirtschaftlichkeit des Angebotes, den Erfolg unseres Unternehmens und die Sicherheit unserer Arbeitsplätze. Wir wissen, dass gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgreich sind. Durch Aus- und Weiterbildung fördert unser Unternehmen unsere persönliche und berufliche Entwicklung. Wir verpflichten uns, selbstständig, kollegial und verantwortungsbewusst zu handeln. Unser Unternehmen strebt weiterhin sichere Arbeitsplätze und humane Arbeitsbedingungen sowie eine Bezahlung an, die die Leistung des Einzelnen anerkennt. Unser Unternehmen positioniert sich als familienbewusster Arbeitgeber. Wir schaffen Rahmenbedingungen, die zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf führen. Auch die Sicherheit unserer Beschäftigten und der Schutz ihrer Gesundheit ist für unser Unternehmen ein Anliegen höchster Priorität. All diese Herausforderungen lassen sich nur auf Basis einer werteorientierten Zusammenarbeit bewältigen. Die KVB ist der Herzschlag der Stadt und ihre Mitarbeitenden sind das Team Herzschlag. Dies äußert sich in einem respektvollen, offenen, partnerschaftlichen Miteinander und Füreinander. Damit schaffen wir die wesentliche Voraussetzung dafür, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert und engagiert arbeiten und so nachhaltig zum Erfolg des Unternehmens beitragen. LAGEBERICHT GRUNDLAGEN DER GESELLSCHAFT BERICHTERSTATTUNG GEMÄSS § 108 III NR. 2 GO NRW UNTERNEHMENSSTRATEGIE LAGEBERICHTGrundlagen der Gesellschaft Berichterstattung gemäß § 108 III Nr. 2 GO NRW Unternehmensgegenstand der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) ist gemäß § 3 der Unternehmenssatzung die Bedienung des öffentlichen Verkehrs. Die KVB befördert Personen in Köln und auf abgehenden Linien im Umland mit Omnibussen, Stadtbahnen und im On-Demand-Verkehr. Darüber hinaus stellt sie in Köln auch ein in den ÖPNV-Tarif eingebundenes Radsharing-Angebot zur Verfügung. Sie übernimmt damit gemeinsam mit anderen Unternehmen aus dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH (VRS) die notwendige Aufgabe einer allgemeinen, flächendeckenden Daseinsvorsorge des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) für die Bevölkerung des Kölner Stadtgebietes sowie des näheren Umlandes. Das Leistungsangebot der KVB im Linienverkehr (Verbundverkehr) sowie das Radsharing-Angebot basieren auf Beschlüssen der zuständigen kommunalen Aufgabenträger. Dazu zählen im Wesentlichen die Stadt Köln sowie - für interlokale Verkehre - die tangierten Kommunen. Diese Beschlüsse sind im Nahverkehrsplan der Stadt Köln, in den ergänzenden Beschlüssen der zuständigen Ratsausschüsse sowie für die interlokalen Verkehre durch entsprechende Beschlüsse und Nahverkehrspläne der tangierten Kommunen dokumentiert. Zur Sicherstellung durchgehender und aufeinander abgestimmter Angebote ist dabei das auf dem "Integralen Taktfahrplan NRW" (ITF) beruhende Schienenpersonennahverkehr-(SPNV)-Angebot angemessen zu berücksichtigen und der Verbundtarif anzuwenden. Die KVB passt ihr Leistungsangebot im Liniennetz stetig an und erweitert es. Zudem ergreift sie laufend Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität, insbesondere beim Service und im technischen Umfeld. Die KVB verbessert den ÖPNV in Köln damit nachhaltig. Neben dem Linienverkehr, den die KVB als einer von 20 Partnern im Verkehrsverbund Rhein-Sieg bedient, betreibt sie mit ihren Bussen und Bahnen in geringerem Maße auch Sonder- und Gelegenheitsverkehr. Unternehmensstrategie Die Strategie der Kölner Verkehrs-Betriebe AG wird alle zwei Jahre im Rahmen eines konzernweiten Strategiechecks evaluiert und dem Aufsichtsrat vorgestellt. Der letzte Strategiecheck und die Verabschiedung des Strategiepapiers "Profil Zukunft 2035+" erfolgten im Frühjahr 2023. Darin wurde die Fortführung der bisherigen Wachstumsstrategie beschlossen. Im Rahmen des aktuellen Strategiepapieres wurde die strategische Ausrichtung der KVB vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen und der daraus resultierenden Herausforderungen erneut bewertet und weiterentwickelt. Da bereits im Geschäftsjahr 2022 eine Verschlechterung der Wirtschaftlichkeit vor dem Hintergrund der veränderten Rahmenbedingungen zu erkennen war, wurde der Aufsichtsrat hierüber am 7. Juni 2022 im Rahmen einer Sondersitzung informiert. Der Aufsichtsrat hat trotz der abzusehenden negativen wirtschaftlichen Entwicklung die strategische Ausrichtung der KVB hinsichtlich der 2021 beschlossenen Wachstumsstrategie erneut bestätigt. Über die Entwicklung ausgewählter Einsparmöglichkeiten durch Projekte und Effizienzmaßnahmen wurde der Aufsichtsrat seitdem regelmäßig unterrichtet. Das Strategiepapier "Profil Zukunft 2035+" wurde den Mitgliedern des Aufsichtsrates im Rahmen des Strategiechecks 2023 in der Aufsichtsratssitzung am 30. März 2023 erstmalig vorgestellt. Der Vorstand ist dabei insbesondere auf die bereits angekündigten erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen eingegangen, die hinsichtlich der Finanzierung der Mobilitätswende in Abstimmung zwischen Stadt, SWK und KVB betrachtet werden müssen. Der Aufsichtsrat hat die Ergebnisse des Strategiechecks 2023 in einer weiteren Sitzung am 27. April 2023 zur Kenntnis genommen und die Fortführung der bisherigen Wachstumsstrategie für den anstehenden Wirtschaftsplan und die Mittelfristplanung ausdrücklich befürwortet. Aufgrund der dargestellten Entwicklungen hat der Aufsichtsrat ebenfalls beschlossen, dass die Wirkung für die Folgejahre im Rahmen des Strategiechecks 2025 erneut betrachtet werden soll. Das im Geschäftsjahr gültige Strategiepapier der KVB richtet sich an den Rahmenbedingungen der Mobilitätsbranche aus. Diese werden maßgeblich durch die Klimaschutzziele der Bundesregierung beeinflusst und lassen dem gesamten Mobilitätssektor eine deutlich stärkere Bedeutung zukommen. Ziel der gesamten Branche und damit auch der KVB ist es, möglichst viele Menschen zum Umstieg auf den umweltfreundlichen ÖPNV zu bewegen und damit die bundesweite Mobilitätswende voranzutreiben. Hierfür ist es zwingend notwendig, den ÖPNV für die Kundinnen und Kunden deutlich attraktiver und zuverlässiger auszugestalten sowie ausreichende Kapazitäten für steigende Fahrgastzahlen zu schaffen. Die KVB versteht sich deshalb als der zentrale Mobilitätsdienstleister in Köln und bietet ihren Kundinnen und Kunden heute und in der Zukunft ein umfassendes, modernes und vernetztes Mobilitätsangebot an. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Relevanz der Mobilitätswende hat auch der Prozess zum Sustainable Urban Mobility Plan (SUMP) der Stadt Köln zur Verteilung des knappen städtischen Raums begonnen. Zusätzlich sind die Vorgaben der EU zum Klimaschutz deutlich verschärft worden. In Köln wurde bereits im Jahr 2019 der Klimanotstand ausgerufen. Aus diesem Grund verfolgt der Klimarat der Stadt Köln die Zielsetzung, die Umwelt- und Klimaschutzziele der Stadt, welche die Klimaneutralität in Köln bis 2035 vorsehen, zu erreichen. Aufgrund dieser Entwicklungen sieht die KVB ihre wichtige Rolle als Partner der Stadt bestätigt und hat ihre strategische Ausrichtung mit dem Fokus auf die Umsetzung der Mobilitätswende weiterentwickelt. Jedoch gibt es zahlreiche externe Faktoren, die auf die Nachfrage- und Kostensituation der KVB einwirken. Neben allgemeinen Entwicklungen, wie der steigenden Inflation, Lieferkettenstörungen, Lieferengpässen und allgemeinen Kostenerhöhungen sieht sich die KVB insgesamt zunehmend regulierenden Einflüssen wie beispielsweise der Umsetzung des Deutschlandtickets oder der Clean Vehicle Directive ausgesetzt. Die Einführung des Deutschlandtickets führt dabei zu einer deutlich verschlechterten Nutzerfinanzierung. Vorgaben und Entwicklungen dieser Art führen zu finanziellen Mehrbelastungen und bei relativ engen Realisierungsterminen zur Bindung von zusätzlichen Ressourcen. Auch wirkt der branchenweite Arbeitskräftemangel auf die betriebliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Weiterhin bestehen Planungsunsicherheiten, die beispielsweise durch Verzögerungen im Stadtbahnausbau und bei Brückensanierungen entstehen. Der Ausbau der Infrastruktur, der Betriebshöfe und der Abstellanlagen bleibt aber weiter erforderlich, damit der ÖPNV langfristig besser, flexibler, einfacher und innovativer gestaltet werden kann. Diese Erfordernisse führen jedoch auch zu einem wachsenden Finanzierungsbedarf für die Mobilitätswende. Dem entgegen steht die deutlich angespannte Haushaltssituation von Bund, Ländern und Kommunen, welche für die Finanzierung der Mobilitätswende eine Herausforderung darstellt. Im Ergebnis gerät die KVB durch die aufgezeigten Entwicklungen in ein Spannungsgefüge, welches sich aus den Anforderungen an die Umsetzung der Mobilitätswende auf der einen Seite und den entstehenden Finanzierungsherausforderungen auf der anderen Seite ergibt. Daher ist abzustimmen, in welcher Geschwindigkeit wie viel Wachstum als Beitrag zur Mobilitätswende finanzierbar ist. Zur Erreichung des Fahrgastpotenzials von rund 340 Mio. Fahrgästen im Jahr 2035 ist die Umsetzung zahlreicher Maßnahmen erforderlich. Hierzu zählen unter anderem der Ausbau des Stadtbahnangebotes auf Basis der ÖPNV-Netzentwicklung bis 2032, die Erneuerung und Erweiterung des gesamten Stadtbahnfuhrparks, die Weiterentwicklung des aktuellen Busnetzes inklusive der Umstellung der Busflotte auf elektrische Antriebe bis 2030 sowie zusätzliche Abstell-, Werkstatt- und Ladekapazitäten. Zusätzlich stehen die digitale Vernetzung und die Weiterentwicklung der Mobilitätsangebote des Umweltverbundes im Vordergrund. Die Attraktivität des Angebotes wird dabei durch ein Netz von Mobilstationen, das bereits gut etablierte KVB-Rad und durch weitere Mobilitätskooperationen sichergestellt. Für einen einfachen Zugang zu den jeweiligen Angeboten baut die KVB ihre digitale Mobilitätsplattform (KVB-App) weiter aus. Um die betriebliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten und auszubauen, steht ebenfalls die Gewinnung neuer Mitarbeitender im Fokus. Da die Rolle der KVB als wichtiger Partner zur Erreichung der Umwelt- und Klimaschutzziele der Stadt Köln weiter an Bedeutung gewonnen hat, sind Umwelt- und Klimaschutz sowie nachhaltiges Handeln ein wesentlicher Bestandteil der strategischen Ausrichtung der KVB. Die KVB unterstützt die Stadt bei der Erreichung ihrer Ziele und strebt hierzu insbesondere die nahezu vollständige lokale Klimaneutralität im Rahmen ihrer Möglichkeiten bis 2035 an. Um CO 2 -Emissionen weiter zu reduzieren, setzt das Unternehmen auf zahlreiche Maßnahmen. Die vollständige Umstellung der Busflotte auf elektrische Antriebe bis 2030 ist hierbei der zentrale Schwerpunkt, der die größte Einsparung zur Folge haben wird. Die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens wird ebenfalls über vielfältige Maßnahmen sichergestellt, die sich auf die "drei Säulen der Nachhaltigkeit" beziehen und somit zum sozialen, ökonomischen und ökologischen Handeln der KVB beitragen. Die Fortführung der bestehenden Wachstumsstrategie der KVB ist ein zentraler Baustein, um die Klimaschutzziele der Stadt Köln zu erreichen. Die benannten Maßnahmen tragen dazu bei, die Mobilitätswende erfolgreich und zukunftsorientiert umzusetzen. Da eine gesicherte Finanzierung dafür wiederum die Voraussetzung ist und die aufgezeigten Maßnahmen zu erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen führen, bedarf es hinsichtlich der Finanzierung der Mobilitätswende einer engen Abstimmung zwischen KVB, SWK und der Stadt Köln. Zu diesem Zweck und vor dem Hintergrund der langfristigen Sicherstellung der Konzernbonität wurde im Jahr 2023 das sogenannte "Ergebnissicherungskonzept" eingeführt, welches unter Beteiligung der KVB im Jahr 2024 unter Federführung des Stadtwerke Köln Konzerns mit der Stadt Köln beraten wird. Wirtschaftsbericht * Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen KONJUNKTURELLE ENTWICKLUNG Die deutsche Konjunktur hatte in den vergangenen Jahren diverse Krisen zu bewältigen: Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 erhofften sich viele eine Regeneration in den Folgejahren. Allerdings fiel die ökonomische Erholung im Jahr 2022 durch den Krieg in der Ukraine, steigende Energiepreise und eine Rekordinflation geringer aus als erwartet. Im Geschäftsjahr 2023 kam es nun sogar zu einer Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um 0,1 % (Vorjahr +1,9 %). Die Arbeitslosenquote in Deutschland stieg von 5,3 % im Jahr 2022 auf durchschnittlich 5,7 % im Geschäftsjahr. Analog zu dieser Entwicklung stieg die Arbeitslosenzahl in Deutschland auf durchschnittlich 2,6 Mio. Arbeitslose (Vorjahr 2,4 Mio.). Das Konjunkturklima in der Region hängt - wie in ganz Deutschland - von den weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Im Geschäftsjahr 2023 hat sich die Lage deutlich verschlechtert. Eine Vielzahl von konjunkturellen Unsicherheitsfaktoren belastet die Unternehmen: angefangen mit geopolitischen Risiken über die Energiekrise, die weiterhin hohe Inflation, die das Konsumklima drückt, bis hin zu bürokratischen Belastungen und dem Arbeits- und Fachkräftemangel. Große Unsicherheit bei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und steigende Finanzierungskosten hemmen weiterhin die Investitionsabsichten vieler Unternehmen. In Köln stieg die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 8,7 % (Vorjahr 8,6 %) an. ÖPNV-ENTWICKLUNG IN DEUTSCHLAND UND IM VERKEHRSVERBUND RHEIN-SIEG Nach Berechnungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) waren im Geschäftsjahr 2023 rund 9,5 Mrd. Fahrgäste in Deutschland mit Bussen und Bahnen unterwegs. Damit hat sich die Nachfrage im deutschen ÖPNV nach dem pandemiebedingten Einbruch weiter erholt. Gleichzeitig blieben die Kosten für Personal, Strom und Diesel weiter auf hohem Niveau. So zahlte die Branche im Jahr 2023 im Vergleich zu 2020 mehr als das Doppelte für Strom und Dieselkraftstoff. Die Ticketpreise sind hingegen, bedingt insbesondere durch das 9-Euro-Ticket und das Deutschlandticket, im selben Zeitraum branchenweit durchschnittlich um nahezu ein Viertel gesunken. Hohe Kosten bei sinkenden Einnahmen stellen die Branche vor große wirtschaftliche Herausforderungen. Die Lücke zwischen Ticketeinnahmen und Kostenentwicklung wird immer größer, so dass der wirtschaftliche Druck auf die Branche extrem zunimmt. Die Verkehrsunternehmen brauchen längerfristige Planungssicherheit. Aktuell ist ungewiss, wie lange die zugesagten Finanzmittel des Bundes und der Länder ausreichen, um die Verluste auszugleichen. Im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) ist der Trend zu digitalen Angeboten ungebrochen. Dies zeigt sich an der Entwicklung des elektronischen Tarifs (eTarifs) eezy. Seit dem Start des innovativen Tarifangebots im Dezember 2021 haben die Fahrgäste mit der von der KVB verantworteten VRS eezy.nrw-App mehr als eine Million Fahrten unternommen. Die meisten Fahrten pro Monat fanden im Dezember 2023 statt. Im letzten Monat des Geschäftsjahres unternahmen die Fahrgäste 75.128 Fahrten mit dem besonders einfach und spontan zu nutzenden eTarif. Geschäftsverlauf Im Geschäftsjahr nutzen rund 235,8 Mio. Fahrgäste die Busse und Bahnen der KVB. Dies entsprach in etwa dem Fahrgastaufkommen des Vorjahres (236,1 Mio. Fahrgäste). Die Corona-Pandemie hat auf der Nachfrageseite langfristige Spuren hinterlassen: Ein Vergleich der beiden Vor-Corona-Jahre 2018 und 2019 mit den Geschäftsjahren 2022 und 2023 zeigt, dass die aktuellen Fahrgastzahlen immer noch rund 25 % unter dem Niveau der Vor-Corona-Zeit liegen. Insbesondere die verstärkte Homeoffice-Nutzung und der Trend zum Onlineshopping unterstützen ein dauerhaft verändertes Mobilitätsverhalten, aber auch das im Geschäftsjahr angepasste Fahrplanangebot im Bus- und Stadtbahnbereich trägt zu dieser Entwicklung bei. Die Verkehrserlöse stiegen - trotz gleich bleibender Fahrgastzahlen - im Geschäftsjahr insgesamt um 15,7 % auf 233,7 Mio. €. Ein Grund für den Anstieg der Verkehrserlöse ist der Wegfall des 9-Euro-Tickets, welches im Jahr 2022 in den drei Monaten Juni bis August zur Mobilisierung der ÖPNV-Nachfrage eingeführt wurde. Daneben hat die Tarifanpassung des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg im Geschäftsjahr 2023 zur Erhöhung der Fahrgelderlöse beigetragen. Eine Preisanpassung der Tarife im Verkehrsverbund Rhein-Sieg war aufgrund der Kostenentwicklungen bei Energie, Material und Personal sowie der anhaltenden coronabedingten Einnahmeausfälle im Verbund unvermeidlich, um Angebotskürzungen zu vermeiden und die kommunalen Haushalte nicht weiter zu belasten. Das im Geschäftsjahr 2023 ab Mai zum Preis von 49 € pro Monat eingeführte Deutschlandticket bremste allerdings den Anstieg der Verkehrserlöse. Mit dem Deutschlandticket können Fahrgäste unkompliziert in allen Verkehrsmitteln des öffentlichen Nahverkehrs reisen, und zwar unabhängig von Bundesland, Verkehrsverbund oder Tarifgebiet. Entgangene Erträge aus Fahrgeldeinnahmen, erhöhte Vertriebskosten und sonstige entgangene Erträge wurden durch staatliche Zuschüsse in Höhe von 65,7 Mio. € ausgeglichen. Auf der Aufwandsseite entlastete insbesondere der um 20,9 Mio. € gesunkene Materialaufwand (-11,4 %) das Gesamtergebnis. Dies ist im Wesentlichen bedingt durch eine geringere Zuführung zu den Rückstellungen aus Verpflichtungen der eisernen Verpachtung sowie geringere Abschreibungen auf Vorräte. Der Personalaufwand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 12,4 Mio. € (+4,9 %). Das Unternehmensergebnis der KVB, vor organschaftlichem Verlustausgleich durch den Gesellschafter Stadtwerke Köln GmbH (SWK), verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 12,1 Mio. € auf -131,4 Mio. €. Damit wurde das Planergebnis in Höhe von -141,2 Mio. € deutlich übertroffen. ENTWICKLUNG DER FAHRGASTZAHLEN BEI DER KVB Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Fahrgastzahlen im Jahr 2023, zusammengefasst nach Fahrausweisgruppen: Fahrgäste in Mio.
In rund 235,8 Mio. Fahrten nutzen unsere Fahrgäste im Geschäftsjahr 2023 die Busse und Bahnen der KVB. Damit blieb die Zahl im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant (-0,3 Mio. Fahrten beziehungsweise -0,1 %). Bei der Ermittlung der Fahrten unserer Fahrgäste ist zu berücksichtigen, dass diese auf einer neuen - vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) empfohlenen - angepassten Berechnungsmethode beruht. Folglich ist die Vergleichbarkeit zwischen Vorjahr und Geschäftsjahr nur bedingt möglich. Es ergibt sich ein Zuwachs der Fahrten bei den Erwachsenen Fahrgästen, wohingegen die Fahrten der Schülerinnen und Schüler, Auszubildenden und Studierdenden rückläufig waren. Hintergrund ist insbesondere ein Wechsel von den ZeitTickets Auszubildende hin zu den ZeitTickets Erwachsene. Dies resultiert daraus, dass das von den Auszubildenden genutzte günstigere Deutschlandticket unter den ZeitTickets Erwachsene ausgewiesen wird. Erfreulich ist die Entwicklung der Bar- und HandyTickets, deren Verkauf im Geschäftsjahr 2023 um 18,5 % von 16,3 Mio. auf 19,3 Mio. Stück stieg. Die sonstigen Tickets, die im Geschäftsjahr 2023 4,2 % des Fahrgastaufkommens ausgemacht haben, enthalten unter anderem Sonderangebote, Kooperationen, Kinderfreifahrten und verbundübergreifende Tickets. Die Zahl der Stammkundinnen und Stammkunden ist im Jahr 2023 im Schnitt um 8,2 % von 275.500 auf 298.100 gestiegen. Für die KVB bleibt es auch in den nächsten Jahren ein wesentliches Ziel, unsere Stammkundschaft zu binden und wiederzugewinnen. Die Schwarzfahrerquote sank im Vergleich zum Vorjahr von 2,8 % auf 2,5 %. ENTWICKLUNG DER BETRIEBSLEISTUNG Die folgende Übersicht zeigt die Betriebsleistungszahlen, die der beschriebenen Entwicklung der Fahrgastzahlen zugrunde liegen: Betriebsleistung
Die Veränderungen der insgesamt gefahrenen Wagen- und Platzkilometer gegenüber dem Vorjahr sind im Wesentlichen auf das angepasste Fahrplanangebot zurückzuführen. Dieses war notwendig, um den ungeplanten Fahrtausfällen aufgrund der branchenweiten, angespannten Personalsituation im Fahrdienst zu begegnen. ENTWICKLUNG DER UMSÄTZE Umsatzerlöse in Mio. €
Die Umsatzerlöse konnten trotz nahezu konstanter Fahrgastzahlen im Vergleich zum Jahr 2022 um 32,8 Mio. € beziehungsweise 14,4 % auf 259,7 Mio. € (Vorjahr 226,9 Mio. €) gesteigert werden. Ursächlich für die Entwicklung waren mehrere Aspekte: zum einen die im Verkehrsverbund Rhein-Sieg erfolgte Tarifanpassung in zwei Stufen. Zum 1. Januar 2023 wurden die Preise im Durchschnitt um 3,5 % erhöht. Am 1. Juli 2023 folgte dann eine unterjährige Preiserhöhung um durchschnittlich 3,9 %. Dies ergibt eine durchschnittliche Preisanpassung von 5,4 % für das Tarifjahr 2023. Zum anderen wirkte der Wegfall des im Vorjahr angebotenen 9- Euro-Tickets umsatzerhöhend. Allerdings bremste die Einführung des Deutschlandtickets die positive Entwicklung der Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2023. Innerhalb der Umsatzerlöse stieg die Summe der Verkehrserlöse von 201,9 Mio. € um 31,8 Mio. € oder 15,7 % auf 233,7 Mio. €. Das entspricht 90,0 % (Vorjahr 89,0 %) des Gesamtumsatzes. Darin enthalten sind 0,3 Mio. € periodenfremde Verkehrserlöse, so dass die Verkehrserlöse der Periode 233,4 Mio. € betragen (Vorjahr 201,9 Mio. €). Der größte Teil des Anstiegs bei den Fahrgelderlösen entfällt im Geschäftsjahr 2023 mit 17,2 Mio. € beziehungsweise 15,4 % auf die ZeitTickets Erwachsene, die einen Anteil von nahezu 50 % an den Umsatzerlösen haben. Aber auch bei den ZeitTickets für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende war ein Anstieg um 6,7 Mio. € beziehungsweise 17,5 % zu verzeichnen. Die sonstigen Umsatzerlöse umfassen vor allem Leistungen für Dritte, Werbeerlöse, Kostenerstattungen der Stadt Köln für die Unterhaltung der U-Bahn-Anlagen sowie Mieten und Pachten. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage LEISTUNGSINDIKATOR Die KVB definiert das Unternehmensergebnis als wesentlichen finanziellen Leistungsindikator. VERMÖGENSLAGE Bilanz (Kurzfassung)
Das bilanzielle Gesamtvermögen stieg im Geschäftsjahr von 1.015,6 Mio. € auf 1.115,2 Mio. € (+99,6 Mio. €). Dazu trugen auf der Aktivseite die Erhöhungen des Anlagevermögens um 104,6 Mio. € sowie der Vorräte um 6,6 Mio. € bei. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände inklusive Rechnungsabgrenzungsposten und flüssiger Mittel sanken um 11,6 Mio. €. Innerhalb der Forderungen sanken die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 21,7 Mio. €. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 5,9 Mio. € und die sonstigen Vermögensgegenstände um 5,8 Mio. €. Einstellungen in die Kapitalrücklage verstärkten auf der Passivseite das Eigenkapital um 20,3 Mio. €. Ebenso stieg der Sonderposten für Investitionszuschüsse im Geschäftsjahr um 19,2 Mio. €. Durch die Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen sanken diese um 3,2 Mio. €. Die Finanzschulden stiegen durch die Aufnahme neuer Darlehen - insbesondere für fällige Anzahlungen auf neue Stadtbahnwagen und E-Busse - im Geschäftsjahr um 69,3 Mio. €. Die Darlehensaufnahme des Geschäftsjahres enthält Refinanzierungsmittel für Investitionen aus 2022. Die anderen Verbindlichkeiten inklusive Rechnungsabgrenzungsposten sanken um 6,1 Mio. €, wobei die darin enthaltenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nahezu auf Vorjahresniveau lagen. Der weiterhin hohe Anteil des Anlagevermögens von 90,0 % (Vorjahr 88,5 %) am Gesamtvermögen spiegelt den Grad der Anlagenintensität der KVB wider. Das gesamte Anlagevermögen war am 31. Dezember 2023 zu 48,8 % (Vorjahr 50,1 %) durch Eigenkapital einschließlich des Sonderpostens für noch nicht verrechnete Investitionszuschüsse finanziert. Unter Berücksichtigung des langfristigen Fremdkapitals ergibt sich ein Anlagedeckungsgrad von 99,6 % (Vorjahr 104,6 %). Die bilanzielle Eigenkapitalquote sank - trotz der Erhöhung der Kapitalrücklage - aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme von 39,8 % im Jahr 2022 auf 38,1 % zum 31. Dezember 2023. Wirtschaftlich betrachtet ist dem bilanziellen Eigenkapital der Sonderposten für noch nicht verrechnete Investitionszuschüsse zuzurechnen. Aufgrund eines gestiegenen Sonderpostens erhöhte sich das wirtschaftliche Eigenkapital im Vergleich zum Vorjahr von 450,1 Mio. € auf 489,6 Mio. € zum 31. Dezember 2023. Bedingt durch die gestiegene Bilanzsumme sank dennoch die wirtschaftliche Eigenkapitalquote von 44,3 % im Vorjahr zum Geschäftsjahresende auf 43,9 %. Der Anteil der Rückstellungen am Gesamtkapital belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf 16,0 % (Vorjahr 17,9 %). Die Finanzschulden machten am Ende des Berichtsjahres 394,3 Mio. € (Vorjahr 325,0 Mio. €) aus. Das waren 35,4 % (Vorjahr 32,0 %) des Gesamtkapitals. Die nach Abzug der flüssigen Mittel verbleibende Nettoverschuldung stieg im Jahr 2023 auf 393,3 Mio. € (Vorjahr 323,8 Mio. €). Beim Fremdkapital inklusive Rechnungsabgrenzungsposten hatten 507,0 Mio. € (Anteil 81,0 %) langfristigen Charakter, 118,7 Mio. € (Anteil 19,0 %) waren kurzfristig. Gegenüber dem Vorjahr stieg das langfristige Fremdkapital inklusive Rechnungsabgrenzungsposten um 62,6 Mio. €, das kurzfristige Fremdkapital inklusive Rechnungsabgrenzungsposten sank hingegen um 2,5 Mio. €. BILANZSTRUKTUR
FINANZLAGE Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)in Mio. €
Die Kapitalflussrechnung (siehe ausführliche Aufgliederung im Anhang) stellt die wesentlichen finanzwirtschaftlichen Vorgänge und die Liquiditätssituation dar. Die Zahlungsströme werden getrennt nach Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit, aus der Investitionstätigkeit sowie aus der Finanzierungstätigkeit gegliedert. Aus der laufenden Geschäftstätigkeit der KVB ergab sich im Geschäftsjahr 2023 ein Mittelabfluss von 93,1 Mio. €, im Vorjahr hatte er bei 30,7 Mio. € gelegen (-62,4 Mio. €). Der Cashflow ergibt sich im Wesentlichen aus Abschreibungen (48,1 Mio. €) sowie der Zunahme der langfristigen Rückstellungen (+4,8 Mio. €). Dem stehen insbesondere eine Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva (-14,7 Mio. €) und das Periodenergebnis (-131,4 Mio. €) gegenüber. Aus der Investitionstätigkeit flossen Mittel in Höhe von 132,4 Mio. € ab. Ursache dafür waren im Wesentlichen verstärkte Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen von 159,2 Mio. €, denen erhaltene Investitionszuschüsse in Höhe von 36,6 Mio. € gegenüberstehen. Bei der Finanzierungstätigkeit ergab sich ein Mittelzufluss von 225,8 Mio. €. Einzahlungen resultierten aus dem Ausgleich des Unternehmensergebnisses des Jahres 2022 in Höhe von 143,5 Mio. € durch die Konzernmutter, aus Eigenkapitalzuführungen in Höhe von 20,3 Mio. € sowie Darlehensaufnahmen in Höhe von 102,5 Mio. €. Dem standen Auszahlungen für Tilgungen von Darlehen in Höhe von 34,2 Mio. € und gezahlte Zinsen in Höhe von 6,9 Mio. € gegenüber. Insgesamt konnte der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit die Abflüsse aus dem operativen Geschäft und der Investitionstätigkeit nahezu decken, so dass sich der Zahlungsmittelbestand im Geschäftsjahr nur leicht (um -0,2 Mio. €) veränderte. Investitionen in Mio. €
Die KVB hat im Geschäftsjahr 2023 im Wesentlichen in den Ausbau und die Erneuerung des Sachanlagevermögens investiert. Die Investitionsausgaben lagen dabei mit 170,4 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert (125,1 Mio. €). Bei der Infrastruktur Fahrweg hat sich die Planrealisierung im Bereich Ausrüstung Fahrweg gegenüber dem Vorjahr verbessert, da ein deutlicher Hochlauf bei den Maßnahmen zur Erneuerung der kommunalen Schiene zu verzeichnen ist. Bei den Maßnahmen zur Elektromobilität wurden die Leistungen für die 1. Baustufe des Betriebshofes Ost weitestgehend abgerechnet, die Inbetriebnahme erfolgte planmäßig am 15. März 2023. Anschließend wird die 2. Baustufe zum Ausbau des Betriebshofes umgesetzt. Auch die E-Busse konnten fast vollständig mit dem Hersteller abgerechnet werden. Bei den Stadtbahnfahrzeugen wurden die HF6-Fahrzeuge im Geschäftsjahr 2023 weitgehend abgerechnet. Aufgrund der Verzögerungen im Projekt NF12 haben sich hier Zahlungsmeilensteine verschoben. Die Infrastruktur beinhaltet die Abrechnung der Generalunternehmerleistung für das Gebäude der Elektrowerkstatt. Personalengpässe im Bereich Gebäudemanagement und neue Überlegungen hinsichtlich der Verlegung des Bauhofes auf dem Betriebshof West verzögerten die Sanierungsarbeiten an den Bestandsgebäuden. Bei den Angebotserweiterungen konnten im Rahmen der Kapazitätserweiterung auf den Linien 4, 13 und 18 die Umbaumaßnahme an der Haltestelle Berliner Straße abgeschlossen und die Maßnahmen an der Stegerwaldsiedlung sowie in Schlebusch begonnen werden. Planungsleistungen konnten wegen verspäteter Vergabe nicht im vorgesehenen Umfang abgerechnet werden. Für die Ost-West-Achse wurden zunächst weitere Gutachten für eine detailliertere Planung erstellt, so dass sich die bauliche Umsetzung der Maßnahmen verzögerte. Bauzeitenverzögerungen sind im Projekt Nord-Süd-Stadtbahn (3. Bauabschnitt) aufgrund von Kampfmittelfunden eingetreten. Dies führte dazu, dass für das Jahr 2023 geplante Leistungen erst 2024 ausgeführt werden können. Schwierigkeiten bei der technischen Umsetzung und bei der Vergabe von Leistungen führten im Projekt Intermodal Transport Control System (ITCS) dazu, dass Planmittel nicht vollständig ausgegeben werden konnten. Die Position "Sonstiges" beinhaltet unter anderem Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung, in den IT-Bereich sowie die für die KVB ungewöhnlich hohe Finanzinvestition durch die Übernahme der restlichen Anteile (49 %) an der Schilling Omnibusverkehr GmbH (SOV). ERTRAGSLAGE Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung)in Mio. €
Im Geschäftsjahr verbesserte sich das Unternehmensergebnis um 8,4 % beziehungsweise 12,1 Mio. € auf rund -131,4 Mio. €. Damit konnte das geplante Unternehmensergebnis von -141,2 Mio. € um 9,8 Mio. € übertroffen werden. Die Stadtwerke Köln GmbH gleicht als Muttergesellschaft das Unternehmensergebnis gemäß dem Organschaftsvertrag aus. Die in der Gesamtleistung enthaltenen Umsatzerlöse stiegen im Geschäftsjahr trotz konstanter Fahrgastzahlen um 14,4 % beziehungsweise 32,8 Mio. € auf 259,7 Mio. €, bedingt durch gestiegene Tarife im Verkehrsverbund Rhein-Sieg und den Wegfall der Fahrgeldausfälle aufgrund des 9-Euro-Tickets im Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken - insbesondere aufgrund geringerer Zuschüsse - im Geschäftsjahr um 15,8 % beziehungsweise 23,1 Mio. € auf 122,7 Mio. €. Den Erträgen stehen vor allem der Material- und der Personalaufwand gegenüber. Positiv auf das Unternehmensergebnis wirkten sich insbesondere reduzierte Rückstellungsbildungen für Instandhaltungsverpflichtungen aus, die für die Minderung des Materialaufwandes verantwortlich waren, der im Vergleich zum Vorjahr um 20,9 Mio. € sank. Der Personalaufwand erhöhte sich aufgrund steigender Löhne und Gehälter und höherer Aufwendungen für Altersversorgung im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 12,4 Mio. €. Die Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens stiegen leicht gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Mio. €. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen im Berichtsjahr mit einem Volumen von 7,7 Mio. € über dem Vorjahresniveau. Das Finanzergebnis sank aufgrund verstärkter Darlehensaufnahme und des erhöhten Zinsniveaus im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Mio. €. Der Aufwandsdeckungsgrad stieg von 73,0 % im Vorjahr um 2,4 Prozentpunkte auf 75,4 % im Berichtsjahr. SPONSORING Im Geschäftsjahr hat die KVB vier Sponsoringmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 13.317,62 € durchgeführt:
CORPORATE GOVERNANCE Der Deutsche Corporate Governance Kodex stellt wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar und enthält international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Die Kölner Verkehrs-Betriebe AG bekennt sich insoweit zu der im Deutschen Corporate Governance Kodex enthaltenen Aussage, dass Unternehmen verantwortungsvoll und auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtet zu leiten und zu kontrollieren sind. Arbeiten bei der KVB Personalbestand (31.12.)
Die KVB-Belegschaft einschließlich der Auszubildenden ist zum 31. Dezember 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 107 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (+2,6 %) gestiegen. Im Jahresdurchschnitt stieg die Mitarbeiterzahl (inklusive Vorstand) um 28 auf insgesamt 4.086 Mitarbeitende, davon 171 Auszubildende. Im Geschäftsjahr 2023 hat die KVB insgesamt 344 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und 66 Auszubildende eingestellt. Im gleichen Zeitraum sind 289 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 14 Auszubildende fluktuations- oder altersbedingt aus dem Unternehmen ausgeschieden. Von den 4.159 am 31. Dezember 2023 beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hatten 51 einen befristeten Arbeitsvertrag, 714 davon waren teilzeitbeschäftigt. 181 Mitarbeitende erhielten aus unterschiedlichen Gründen keine Bezüge. Dazu zählten beispielsweise Eltern- und Pflegezeiten, Langzeiterkrankungen, Renten auf Zeit und Sonderurlaube. Nach Umrechnung der Teilzeitbeschäftigten in Vollzeitkräfte ergibt sich zum Ende des Berichtsjahres ein Personalbestand an Vollzeitkräften von 3.830 aktiven Beschäftigten (Vorjahr 3.762). Am 31. Dezember 2023 beschäftigte die KVB 349 (Vorjahr 350) schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einschließlich der ihnen Gleichgestellten. Die vom Gesetzgeber geforderte Mindestquote von 5,0 % wurde im gesamten Geschäftsjahr 2023 um mehr als 75,0 % übererfüllt. Die KVB hat in den vergangenen Geschäftsjahren zahlreiche Maßnahmen zum Schutz ihrer Mitarbeitenden vor dem Coronavirus ergriffen. Seit Februar 2023 sind fast sämtliche Corona-Maßnahmen beendet. CHANCENGLEICHHEIT ZWISCHEN MÄNNERN UND FRAUEN - ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄSS § 289F HGB Im Rahmen des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst hat die KVB die Zielgrößen wie folgt formuliert, die bis zum 30. Juni 2027 erreicht werden sollten: Frauenanteil in %
Gemäß der Zielgröße soll sich der Frauenanteil im Aufsichtsrat zu gleichen Teilen aus Vertreterinnen der Anteilseigner und der Arbeitnehmerinnen zusammensetzen. Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2023 sind es drei Vertreterinnen der Anteilseigner sowie eine Arbeitnehmervertreterin. Die Zielgröße wurde im Aufsichtsrat nicht erreicht. Die Zielgröße im Vorstand wurde ebenfalls nicht erreicht. Auch auf der 2. Führungsebene ist die Frauenquote unverändert. Aufgrund rentenbedingter Austritte werden hier aber in den nächsten Jahren weitere Veränderungen erwartet. Allein bei der 3. Führungsebene liegt die Quote Stand 31. Dezember 2023 über dem Zielwert. TARIFSTEIGERUNG Aufgrund der Tarifeinigung der Tarifvertragsparteien im Frühjahr 2023 kommt es zum 1. März 2024 zu einer Erhöhung der Tabellenentgelte. Zeitgleich mit dem Einigungspapier wurde der Tarifvertrag über Sonderzahlungen zur Abmilderung der gestiegenen Verbraucherpreise (= TV Inflationsausgleich) unterzeichnet. Dieser bildet die Grundlage dafür, dass den Beschäftigten ein Inflationsausgleichsgeld von insgesamt 3.000 Euro gewährt wurde. Dabei wurden mit dem Entgelt für Juni 1.240 Euro und in den Monaten Juli 2023 bis Februar 2024 monatliche Sonderzahlungen in Höhe von jeweils 220 € gezahlt. Teilzeitbeschäftigten wurden die Sonderzahlungen jeweils anteilig gezahlt. AUSBILDUNG UND PERSONALFÖRDERUNG Mit 190 Ausbildungsplätzen über alle Ausbildungsjahre hat die KVB im Geschäftsjahr 2023 ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wieder ein großes Ausbildungsplatzangebot bereitgestellt. Von den Ausbildungsplätzen im Berichtsjahr entfielen 77 (Vorjahr 72) auf kaufmännische und 113 (Vorjahr 123) auf technische Berufe. Zudem absolvierten 19 (Vorjahr 6) Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten ein Berufspraktikum bei der KVB. Im Rahmen der Fahrerausbildung schlossen im Berichtsjahr 72 Fahrschüler und Fahrschülerinnen (Vorjahr 66) ihre Straßenbahn- Fahrerausbildung erfolgreich ab. Ferner hat die KVB im aktuellen Geschäftsjahr 67 (Vorjahr 45) Busfahrschülerinnen und Busfahrschüler in ihrer Fahrschule und weitere 16 (Vorjahr 6) in einer Fremdfahrschule ausgebildet. Die Weiterbildung hatte auch im Jahr 2023 bei der KVB einen hohen Stellenwert. 1.456 Mitarbeitende erhielten mindestens eine Weiterbildungsmaßnahme. Jeder Mitarbeitende nahm durchschnittlich an 1,6 Schulungstagen teil. Intern wurde überwiegend in Präsenz geschult. Aber auch Online-Veranstaltungen und E-Learnings gewinnen immer mehr an Bedeutung. Neben den fachlichen und gesetzlich vorgeschriebenen Schulungen standen unter anderem auch in diesem Jahr die Themen Führung, Digitalisierung und Wandel der Arbeitswelt im Mittelpunkt. Insgesamt gab es 3.582 Teilnahmen an Weiterbildungsmaßnahmen. In Summe investierte die KVB rund 2,1 Mio. € in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten. "AUDIT BERUFUNDFAMILIE" Die familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik ist fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und unserer Unternehmenskultur. Das "audit berufundfamilie" soll uns dabei unterstützen, unsere Personalpolitik nachhaltig weiterzuentwickeln. Dabei wollen wir auch gesellschaftliche Veränderungen aufgreifen und im Unternehmen abbilden. Wir positionieren uns intern wie extern als familienbewusster Arbeitgeber und möchten damit qualifizierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen und an uns binden. Mit dem Zertifikat "audit berufundfamilie" verbessern wir auch die Fähigkeit, unser ÖPNV-Angebot qualifiziert zu erbringen. Logistik Im Berichtsjahr hat der Bereich Materialwirtschaft ein Bestellvolumen von rund 274,0 Mio. € beauftragt. Die Ausschreibungen nach Sektorenverordnung umfassten 80 Positionen im Gesamtwert von rund 84,3 Mio. €. Davon wiederum entfielen rund 48,3 Mio. € auf Dienstleistungsaufträge, 20,3 Mio. € auf Lieferaufträge und 15,7 Mio. € auf Bauleistungen. Der Lagerbestand erhöhte sich im Berichtsjahr um 2,7 Mio. € von 29,5 Mio. € auf 32,2 Mio. €. Umwelt- und Klimaschutz Zu den wichtigen Aufgaben in der heutigen Zeit zählt es, Mobilität, Umwelt- und Klimaschutz in Einklang zu bringen. Das gilt insbesondere in einem Ballungsraum wie Köln mit einer Einwohnerschaft von mehr als einer Million Personen und rund 300.000 Pendlerinnen und Pendlern werktäglich. Darum ist die KVB umso mehr gefordert, eine umwelt- und klimafreundliche Mobilität anzubieten. Die KVB unternimmt seit langem vielfältige Anstrengungen, um Emissionen zu reduzieren, ressourcenschonend vorzugehen und gleichzeitig mehr Fahrgäste befördern zu können. Hierbei verfolgen wir eine Strategie der schrittweisen Verbesserungen und verstehen uns als aktiver Partner der Stadt Köln. Seit dem Jahr 2016 nutzt die KVB ausschließlich zertifizierten Ökostrom. Im Geschäftsjahr 2023 hat die KVB mit der Planung des nächsten Bauabschnitts auf dem Betriebshof Nord in Köln-Niehl begonnen. In Köln-Porz entsteht ein neuer Betriebshof für die erweiterte E-Busflotte. Außerdem wird die Erneuerung von Beleuchtungsanlagen mit dem Einbau von energieeffizienteren LED-Leuchten fortgesetzt. Abgerundet wird das Beförderungsangebot durch Leihräder, die seit dem Jahr 2015 als ressourcenschonendes Beförderungsmittel hinzugekommen sind. Im Berichtsjahr wurde das Stationsnetz der KVB-Räder weiter ausgebaut. Dazu baut die KVB seit Herbst 2021 in den Vororten Kölns Stationen für die KVB-Räder auf. Hierdurch wird das Angebot bis zur Stadtgrenze ausgeweitet und mit definierten Stationen über die Stadtgrenze hinaus ausgedehnt. Die Stationszone ergänzt die Flexzone in der Kölner Innenstadt. Darüber hinaus hat der Rat der Stadt Köln am 20. Juni 2022 ein Pilotprojekt mit 15 KVB-Lastenrädern in den Kölner Stadtteilen Deutz, Neubrück und Nippes beschlossen, das im Dezember 2022 gestartet ist und seitdem kontinuierlich beobachtet wird. Durch das auf EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) basierende Umweltmanagementsystem werden jährlich die Auswirkungen der Tätigkeiten und Dienstleistungen des Unternehmens auf die Umwelt systematisch untersucht, analysiert und revalidiert (erstmals im Jahr 1998). Auch im Berichtsjahr hat die KVB am Umweltaudit nach EMAS teilgenommen und ihre aktualisierte Umwelterklärung im Internet veröffentlicht. Nachhaltigkeit Bereits im Jahr 2003 ist die Kölner Verkehrs-Betriebe AG der internationalen Charta für nachhaltige Entwicklung der UITP (Internationaler Verband für öffentliches Verkehrswesen) beigetreten. Die Charta verpflichtet Unternehmen, die Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung als strategisches Ziel in ihrer Geschäftspolitik zu verankern. Dabei ist die Kölner Verkehrs-Betriebe AG durch den Beitritt verpflichtet,
Im Jahr 2023 veröffentlichte die Kölner Verkehrs-Betriebe AG erstmalig einen umfänglichen, unternehmensspezifischen Nachhaltigkeitsbericht, der sich an den Anforderungen des Deutschen Nachhaltigkeitskodex orientiert. In dem Nachhaltigkeitsbericht werden die wichtigsten Handlungsfelder und Maßnahmen dargestellt, die zur Verbesserung der Nachhaltigkeit des Unternehmens beitragen. Der Nachhaltigkeitsbericht soll darüber hinaus als Grundlage zur Erfüllung kommender, umfangreicher Berichtspflichten dienen, die das Unternehmen künftig betreffen werden. Mit dem Ziel, die Nachhaltigkeit der Kölner Verkehrs-Betriebe AG kontinuierlich zu verbessern, wird im Unternehmen ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem aufgebaut. Dazu hat das Unternehmen im Jahr 2021 ein eigenes Konzept für ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem entwickelt, dessen Umsetzung durch Beschluss des Vorstandes beauftragt wurde. Gleichzeitig setzt das Unternehmen bereits konkrete Maßnahmen um mit dem Ziel, nachhaltiger zu werden. Wesentliche Ereignisse des Geschäftsjahres BETRAUUNG / DIREKTVERGABE DURCH DEN RAT DER STADT KÖLN Die Stadt Köln hat die KVB im Wege der Direktvergabe nach Art. 5 Abs. 2 der EU-VO 1370/07 und § 108 GWB mit der Fortführung des ÖPNV ab dem 1. Januar 2020 wirksam und rechtskräftig für weitere 22,5 Jahre beauftragt. Über den öffentlichen Dienstleistungsauftrag werden die gemeinwirtschaftlichen Leistungen definiert und ein maximaler Ausgleichsbetrag festgelegt ("Soll-Ausgleich"). Sollte der Ist-Ausgleichsbetrag über dem Soll-Ausgleich liegen, liegt eine Überkompensation vor und die zu viel erhaltenen Ausgleichsleistungen müssen zurückgezahlt werden. Der von uns auf Basis des Jahresabschlusses 2023 im Rahmen einer überschlägig durchgeführten beihilferechtlichen Abrechnung ermittelte Ist-Ausgleich überschreitet den im öffentlichen Dienstleistungsauftrag vorgegebenen Soll-Ausgleich der gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen für das Jahr 2023 nicht. Das Ergebnis der entsprechenden Prüfung für das Geschäftsjahr 2023 wird Ende Mai 2024 erwartet. NORD-SÜD STADTBAHN - BAUFORTSCHRITTE AM WAIDMARKT Die Arbeitsgemeinschaft ARGE Los Süd hat sich im Rahmen einer Vergleichsvereinbarung aus dem Juni 2020 verpflichtet, das Gleiswechselbauwerk ohne Vergütung zu sanieren und anschließend fertigzustellen. Im November 2020 konnten daher die Bauarbeiten vor Ort wieder aufgenommen werden, wobei es sich zunächst um notwendige Vorarbeiten für die Sanierung handelt. In einem ersten Schritt wurde die Straßenbrücke zurückgebaut, die über den Randbereich der U-Bahn-Baugrube führte und zum Teil auf der Baugrubenumschließung des Bauwerks aufgelagert war. Von Januar 2022 bis August 2023 wurde ein umfangreiches Erkundungsprogramm mit mehreren Taucherteams zur Überprüfung der Qualität der Baugrubenumschließung durchgeführt und durch einen unabhängigen Gutachter begleitet. Das auf dieser Bestandserkundung aufbauende Gutachten bildet die Basis für die noch ausstehenden, weiterführenden statischen Berechnungen. Im weiteren Bauverlauf muss die Baugrube des Gleiswechsels Waidmarkt aus statischen Gründen zunächst verfällt werden. In einem ersten Schritt wurde bereits eine zwei Meter starke Schicht aus Kies in die unterste Ebene des Bauwerks eingebracht und die noch verbleibenden eineinhalb Meter bis zu der sich darüber befindlichen Stahlbetondecke wurden anschließend mit Beton aufgefüllt. Auch die darüber liegende, mittlere Ebene des Gleiswechselbauwerks wird mit Kies und Beton verfällt. Im Anschluss wird auf dem "Kopf" der Schlitzwände um die gesamte Baugrube herum ein massiver Stahlbetonbalken (sogenannter Kopfbalken) hergestellt, über den spätere Auflasten abgefangen werden müssen. Ende 2024 soll die Oberfläche am Waidmarkt mit Stahlbetonplatten abgedeckelt werden. Die Baugrubenabdeckelung sowie die neue Hilfsbrücke werden auf den dann fertiggestellten Kopfbalken aus Stahlbeton aufgelagert. Die weiteren Arbeiten zur Fertigstellung des Gleiswechsels finden anschließend unter dem Deckel statt. Die Arbeiten bis zur Fertigstellung des Gleiswechselbauwerks und einer möglichen Gesamtinbetriebnahme sind extrem aufwendig und komplex. Bei allen Arbeiten, die am Gleiswechsel Waidmarkt ausgeführt werden, steht Sicherheit an oberster Stelle. Ein konkretes Datum zu nennen, an dem die Bauarbeiten abgeschlossen sind, ist nicht möglich, gerechnet wird derzeit mit einer Bauzeit von etwa acht Jahren, also bis zum Jahr 2031. Im Anschluss muss noch die KVB-Betriebstechnik ausgeführt werden. Hierzu gehören unter anderem der Einbau des Unterwerks und die Anpassung der Zugsicherungstechnik. Innovationen NEUE STADTBAHNEN Die neuen Stadtbahnen der Serie K5300/HF6 sind mittlerweile zu einem gewohnten Anblick im Hochflurnetz der KVB geworden. Bis zum Ende des Jahres 2023 sind 29 der 30 Fahrzeuge geliefert worden. 27 Fahrzeuge standen Ende 2023 dem Fahrgastbetrieb zur Verfügung. Das 30. und damit letzte Fahrzeug dieser Stadtbahnserie wird voraussichtlich zum Ende des 1. Quartals 2024 geliefert. Neben der Inbetriebnahme der ankommenden Fahrzeuge und deren Vorbereitung für die Aufnahme in den Fahrgastbetrieb stand die Erlangung des Netzzugangs für die Stadtbahnlinien der Stadtwerke Bonn Verkehrs GmbH (SWB) im Mittelpunkt der Aktivitäten des Geschäftsjahres 2023. Erhöhter Kapazitätsbedarf für die Realisierung der eigenen Fahrzeugbeschaffungsprojekte verhinderte auf Bonner Seite jedoch bisher die Erteilung des Netzzugangs, obwohl die Eignung der Fahrzeuge nachgewiesen und bestätigt werden konnte. Mit Vorliegen des Netzzugangs werden die Fahrzeuge der Serie K5300/HF6 auch die Linien 16 und 18 vollständig bedienen können. In den ersten Betriebsjahren zeigten sich nicht unerhebliche Verbesserungsmöglichkeiten an den Fahrzeugen, die im Jahr 2024 im Rahmen einer Rollkur in die Fahrzeugserie eingebracht werden sollen. Die Vorbereitungen dafür haben bereits im Geschäftsjahr 2023 begonnen. E-BUSSE Am 29. Juni 2021 hat die KVB auf dem Betriebshof Nord die Ladeinfrastruktur für ihre Elektrobusse in Betrieb genommen. Mit Abschluss des ersten Bauabschnitts auf dem Betriebshof Nord können 67 Elektrobusse mit einer 1-zu1-Verbindung zwischen Bus und Ladegerät geladen werden. Die Planung für den zweiten Bauabschnitt auf dem Bahnhof Nord wurde Ende 2023 begonnen. Aktuell wird in Köln-Porz ein neuer Betriebshof für Elektrobusse errichtet, einschließlich entsprechender Infrastruktur. Dazu hatte der Rat der Stadt Köln im Juni 2021 den Bauplänen der KVB zugestimmt. Auf diesem Betriebshof sollen im ersten Schritt 51 E-Busse abgestellt und geladen werden. Die feierliche Eröffnung des Betriebshofes fand am 15. März 2024 statt. Seit dem 17. März 2024 fahren vom Betriebshof Porz die bisher gelieferten Elektrobusse der neuen Serien aus. Der zweite und finale Ausbau des Betriebshofs Porz soll bis Ende 2025 erfolgen. Ende 2023 waren insgesamt 67 E-Busse in der KVB-Busflotte im Einsatz, bis Ende 2024 sollen es 118 E-Busse sein. Es ist geplant, bis zum Jahr 2030 die gesamte Busflotte auf Elektroantrieb umzustellen. ON-DEMAND-SERVICE "ISI" Seit Dezember 2020 ergänzt im Rahmen eines auf vier Jahre angelegten Pilotbetriebs das On-Demand-Angebot" Isi" den öffentlichen Personennahverkehr der KVB. Zehn elektrisch angetriebene und barrierefreie Fahrzeuge der "Isi"-Flotte sind bedarfsorientiert tagsüber an Wochentagen in Bedienungsgebieten in Porz, Nippes und Ehrenfeld unterwegs. Am Wochenende wird der On-Demand-Service nachts auch in der erweiterten Innenstadt angeboten. Im August 2023 wurden alle drei Bediengebiete erweitert und zusätzlich an Wochentagen die Angebotszeit ausgeweitet. Seitdem hat sich die Anzahl der Fahrtanfragen und der durchgeführten Fahrten stark erhöht. Im Jahr 2023 haben sich circa 4.400 Kundinnen und Kunden neu registriert (gesamt 17.000). Durchgeführt wurden 2023 rund 28.500 Fahrten (2022 rund 22.600, seit Projektbeginn gesamt rund 63.000). Insbesondere in den Porzer Stadtteilen war die Nachfrage mit durchschnittlich 95 Fahrten pro Tag sehr hoch. An nachfragestarken Tagen wurden dort über 160 Fahrten durchgeführt. Mehr als 80 % aller Fahrten finden im Bezirk Porz statt. Rund zwei Drittel der Buchungen erfolgten per App, ein Drittel telefonisch. Jede zweite Fahrt wurde bis zu drei Tage im Voraus gebucht, die anderen wurden kurzfristig angetreten. Hierbei lag die durchschnittliche Wartezeit bis zum Fahrtantritt bei rund 13 Minuten. Kundinnen und Kunden müssen durchschnittlich rund 50 Meter bis zu ihrem Einstiegsort laufen. Rund 35 % aller Fahrten wurden geteilt. Das bedeutet, dass mehrere Fahrgäste mit einzeln gebuchten Fahrten gleichzeitig befördert wurden. In einer Kundenbefragung Ende 2022 gaben rund 80 % der den Dienst nutzenden Personen an, dass sie sehr zufrieden oder zufrieden mit dem Angebot sind. KVB-RAD Im Geschäftsjahr 2023 konnte das KVB-Rad mit mehr als 3,6 Mio. Fahrten den Vorjahreswert von 1,9 Mio. Fahrten deutlich überschreiten. Die gesteigerte Performance ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass der starke Vandalismus des Vorjahres ausblieb, so dass sich die Verbesserungen durch die Neuvergabe im Jahr 2021 voll entfalten konnten. Zudem konnte das Stationsnetz von 44 auf 108 Stationen erweitert und die Erschließung der Außenbereiche wesentlich verbessert werden. An den Kölner Stadtgrenzen wurden zudem Übergangsstationen zu den Leihradangeboten von Wupsi, RVK, RSVG und REVG eingerichtet, um für Ein- und Auspendelnde ein durchgehendes und tarifintegriertes Angebot bereitzustellen. Zusätzliche Push-Effekte wurden durch die erfolgreiche Integration des Deutschlandtickets erzielt. Mit über 68.000 Neuanmeldungen wurde ebenfalls ein neuer Spitzenwert erreicht. Rund 1.700 Personen meldeten sich ab. BETRIEB STADTBAHN UND BUS Die Digitalisierung in der Fahrerausbildung und im Fahrdienst wurde auch im Geschäftsjahr 2023 weiter vorangetrieben. Im Rahmen der Fahrzeugneubeschaffung für die verschiedenen Stadtbahn-Typen ist geplant, einen Fahrsimulator anzuschaffen und in Betrieb zu nehmen. Um eine Simulation im Netzbetrieb üben zu können, will die KVB darüber hinaus den derzeit genutzten Stellwerksimulator ersetzen. Das soll die Ausbildung von Verkehrsmeisterinnen und Verkehrsmeistern sowie anderen Berufsgruppen qualitativ aufwerten. Das im Geschäftsjahr 2023 gestartete Projekt zur Digitalisierung der Arbeitsabläufe für diese Personengruppe in der Betriebssteuerung und -überwachung nimmt Fahrt auf und geht im Jahr 2024 in die Pilotphase. Ziel ist es, durch den Einsatz von mobilen Endgeräten die Arbeitsabläufe effizienter und sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die Fahrgäste qualitativ besser zu gestalten. FAHRWEG Innovatives Zweiwegeschienenmessfahrzeug Der Bereich Fahrweg verfolgt seit Jahren eine breit angelegte Digitalisierungsstrategie. Dazu gehört die Steigerung von Qualität und Quantität von zu ermittelnden Messdaten aus der Gleis- und Fahrleitungsinfrastruktur ("Gläserner Fahrweg"). In einem Gemeinschaftsprojekt mit der Firma Goldschmidt wurde über die vergangenen drei Jahre ein innovatives Zweiwegeschienenmessfahrzeug entwickelt, welches in dieser Form auf dem Markt einmalig und erstmalig bei der KVB im Einsatz sein wird. Ziel ist es, durch eine enorme Menge an Messdaten Verschleißprognosen zu erstellen, um Instandsetzungs- und Erneuerungsmaßnahmen wirtschaftlicher und zukunftsorientierter zu gestalten. Dabei werden Video-, mechanische, elektronische und Lasermesssysteme verwendet, welche die gewonnenen Daten unter anderem durch Nutzung von künstlicher Intelligenz und Computervision aufbereiten, auswerten und für die Instandhaltung zur Verfügung stellen. Das Projekt läuft aktuell an und soll Ende des Jahres 2024 erste Messdaten liefern. Das System kann gerade im Bereich der Videoinspektion und Computervision durch die KVB selbst erweitert und angelernt werden. Es wird also mit jedem gefundenen Fehler "intelligenter". Praxistest "Autonome Reinigungsroboter" Im Hinblick auf den Ablauf und die Vernetzung von Arbeitsabläufen aus der Industrie 4.0 ergeben sich neue reinigungs- und informationstechnische Möglichkeiten. Dabei hat sich der Bereich Fahrweg zur Erprobung eines vollautonomen Reinigungsroboters für den Bereich der unterirdischen Haltestellen entschieden. Als Reinigungsort wurde dazu die unterirdische Haltestelle Heumarkt ausgewählt. Die hierbei gesammelten Erkenntnisse wurden sowohl fotografisch als auch über schriftliche Reinigungsprotokolle festgehalten, außerdem über maschinell erstellte Protokolle des Roboters. Der Roboter erfüllte zwar die Anforderungen an Autonomie und Sicherheit, dennoch kommt die Bewertung der Pilotphase zu dem Ergebnis, dass sich die Anschaffung eines Reinigungsroboters zur Reinigung einer öffentlichen unterirdischen Haltestelle zum aktuellen Zeitpunkt weder wirtschaftlich (Kosten pro Stunde) noch technisch lohnt (Reinigungsqualität und manuelle Arbeiten). Abgesehen von den aktuell berechneten Kosten könnte sich die Lage in Zukunft allerdings ändern, so dass automatisierte Systeme beispielsweise aufgrund eines dramatischen Arbeitskräftemangels oder der Verfügbarkeit von Zuschüssen einen Vorteil haben könnten. Wie sich diese einzelnen, zum Teil optimierbaren Parameter auf die automatisierte Reinigung auswirken, kann in einem weiteren Pilotprojekt überprüft werden. WERKSTÄTTEN Im Bereich Werkstätten Stadtbahn und Bus sind im Geschäftsjahr 29 von 30 neuen Stadtbahnfahrzeugen der Baureihe HF6 durch den Lieferanten Alstom ausgeliefert worden, wovon bereits 27 in Betrieb genommen wurden und für den Fahrgastverkehr zur Verfügung stehen. Gleichzeitig hat die Auslieferung der neuen E-Busse mit weiteren 56 Fahrzeugen begonnen. Im Geschäftsjahr wurde die werkstattseitige Inbetriebnahme des neuen Bus-Betriebshofes Porz vorbereitet und ein neues Grundstück für einen neuen Betriebshof der Stadtbahn in Wesseling erworben. Parallel dazu erfolgten die weiteren Planungen für den Umbau der anderen Betriebshöfe: zum einen, um im Busbereich die vollständige Elektrifizierung der E-Busflotte bis zum Jahr 2030 zu ermöglichen, und zum anderen, um im Stadtbahnbereich die Auslieferung der zukünftigen NF6/12- sowie HFX-Fahrzeuge - bei gleichzeitig anderer Fahrzeugkonfiguration - zu ermöglichen. Die neuen Fahrzeugeinheiten sind länger als der derzeitige Fahrzeugbestand, so dass die Werkstattinfrastruktur und die Abstellkapazitäten dementsprechend angepasst werden müssen. ITCS Im Berichtsjahr 2023 wurde die Umrüstung der Stadtbahnserien 4500, 5100, 5200 und 2400 abgeschlossen. Ein Teil des Umbaus entfiel auf die Ausrüstung der Fahrzeuge mit Multifunktionsanzeigern. Momentan wird auf den Multifunktionsanzeigern lediglich eine Perlschnur zur Darstellung des Streckenverlaufs angezeigt, im Verlauf des Jahres 2024 wird die Darstellung unter anderem um Auskünfte über Störungen, Umleitungen, Barrierefreiheit und Veranstaltungen erweitert. Der Umbau der Stadtbahnserien 2200, 2300 und 4000 ist zu 95 % abgeschlossen. Die veraltete Technik der Video-Innenraum-Überwachung in den Stadtbahnfahrzeugen wird bis Ende 2024 durch eine moderne, IPbasierte Technik ersetzt. Im Geschäftsjahr 2023 wurde mit dieser Umrüstung begonnen. Teil der Umrüstung ist auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Ermittlung des sogenannten Besetzgrades, also der Auslastung innerhalb der Stadtbahnfahrzeuge. Die so ermittelten Informationen werden im kommenden Jahr der Kundschaft an den Fahrgastinformationsanzeigern der Haltestellen zur Verfügung gestellt. Weiterhin wurde im Berichtsjahr die Modernisierung der Leitstellenarbeitsplätze durch die Beschaffung von neuer Hardware abgeschlossen. Zudem wurde mit Einführung eines Redaktionssystems die Basis für eine moderne Kundeninformation bei Störfällen gelegt. Ziel für das kommende Jahr ist es, das Redaktionssystem per Software so weiterzuentwickeln, dass sich Störungen und alternative Verbindungen zeitnah auf den Ausgabemedien darstellen lassen. Zu diesen Medien zählen die Fahrgastinformationsanzeiger der Haltestellen, die Multifunktionsanzeiger in den Fahrzeugen und die KVB-App. Der erste Prototyp der Anzeiger in den Zugängen zu den Zwischenebenen wurde an der Haltestelle Rudolfplatz montiert und in Betrieb genommen. Die Elektroverkabelungsarbeiten für die weiteren 96 Anzeiger haben begonnen. FORSCHUNGSPROJEKT "MOBILITY INTELLIGENCE AS A SERVICE" (MIAAS) Als aktiver Praxispartner übernimmt die KVB weiterhin eine gestaltende Rolle beim Forschungsprojekt MIAAS und unterstützt die Partner aus Wissenschaft und Industrie bei der Entwicklung eines Dashboards zum Monitoring, zur Steuerung und Analyse von Mobilitätsdaten. Die KVB konnte im Geschäftsjahr einen wesentlichen Beitrag zum positiven Gelingen des Projektes leisten. Im Rahmen eines Feldversuchs konnten wichtige Erkenntnisse in Bezug auf die Ortungsgenauigkeit von Shared-Mobility-Angeboten sowie die Datenübertragung und Visualisierung von Standortdaten mittels standardisierter Schnittstellen gewonnen werden. Darüber hinaus wurden weitere Funktionen in das Dashboard eingebaut, ein Datenkatalog zur Anwendung von standardisierten Schnittstellen erarbeitet und ein Anforderungskatalog als vorbereitende Maßnahme einer möglichen Ausschreibung erstellt. Alle Informationen wurden mit der Stadt Köln geteilt, um die Erfahrungen für weitere datenbasierte Projekte zu nutzen. Risiken- und Chancenbericht RISIKOMANAGEMENTSYSTEM Das im Unternehmen implementierte Risikomanagementsystem sichert mit vierteljährlich stattfindenden Risikoinventuren die permanente Überwachung von Risikofaktoren. Es dient dem frühzeitigen Erkennen sowie der Steuerung von Risiken, die potenziell die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der KVB gefährden, und fördert damit die Nutzung künftiger Handlungsspielräume. Die konzernweite Unternehmensrevision prüft die Abläufe des Systems sowie dessen Wirksamkeit und Angemessenheit. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses werden alle identifizierten Risiken des operativen und strategischen Geschäftes analysiert und dokumentiert, nach Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit eingestuft sowie in die Unternehmenssteuerung integriert. Klassifizierung der Eintrittswahrscheinlichkeiten:
Die Klassifizierung der Schadenshöhen orientiert sich an der Höhe des Jahresergebnisses und erfolgt für die KVB zum Stichtag 31. Dezember 2023 gemäß nachfolgender Tabelle:
In den Risikomanagementprozess sind Vorstand, Konzernleitung und Aufsichtsrat durch regelmäßige Berichterstattung eingebunden. Die Meldeschwelle für die regelmäßige Berichterstattung beträgt bei Ergebnisrisiken 5 Mio. € Netto-Schadenswert (bei reinen Cashflow-Risiken 10 Mio. €). Zusätzlich zur regulären Abfrage erfolgt bei unvorhergesehenen wesentlichen Veränderungen eine Berichterstattung in Form einer Ad-hoc-Meldung. RISIKEN DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG Marktrisiken Die langfristigen Folgen des Ukraine-Kriegs sind gegenwärtig nicht abschätzbar. Jedoch zeigen sich bereits - neben der generell hohen Inflation im Euroraum - Lieferkettenprobleme, die zu einer signifikanten Verteuerung von Rohstoffen und Materialien führen. Die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Mittelfristplans für die Jahre 2024 bis 2028 erwarteten Kostensteigerungen wurden im Rahmen des geplanten Unternehmensergebnisses berücksichtigt. Weitere Einschränkungen in der Energieversorgungssicherheit sowie potenzielle Lieferkettenstörungen und -ausfälle stellen für die KVB grundsätzlich Risiken dar, die aufgrund des Vorliegens komplexer Wechselwirkungen bezüglich der potenziellen Auswirkungen nicht konkret kalkulierbar sind. So führt die derzeitige politische und wirtschaftliche Entwicklung aktuell zu Lieferkettenverzögerungen bei der Beschaffung von Material, welches für die Instandsetzung und Reparatur von Fahrzeugen benötigt wird. Dies kann zu einem erhöhten Fahrzeugausfall und infolgedessen zu Umlaufausfällen und somit einer Ausdünnung des Fahrplans führen. Die Entwicklungen am Markt werden daher intensiv beobachtet und - sofern nötig - frühzeitig entsprechende Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet. Mindererlöse durch die Einführung des Deutschlandtickets Durch die Einführung des Deutschlandtickets im Mai 2023 ergibt sich grundsätzlich für die KVB ein Erlösminderungsrisiko, welches insbesondere durch Kundenwanderungen aus bestehenden Tarifen hin zum Deutschlandticket entsteht, die nur teilweise durch einen erwarteten Anstieg der Zahl von Neukunden kompensiert werden können. Gemäß veröffentlichter NRW-Förderrichtlinien sind nicht gedeckte Ausgaben im öffentlichen Personennahverkehr, die im Zusammenhang mit dem Deutschlandticket entstehen, von Bund und Ländern auszugleichen. In der Wirtschaftsplanung im September 2023 wurde davon ausgegangen, dass die bereitgestellten Fördermittel nicht ausreichen, um die Mindererlöse des Deutschlandtickets in den Jahren ab 2024 vollumfänglich zu kompensieren. Nach der Beschlussfassung der Ministerpräsidentenkonferenz im November 2023 besteht nun für das Jahr 2024 die Möglichkeit, dass nicht ausgeschöpfte Fördermittel aus dem Jahr 2023 in das Jahr 2024 übertragen werden. Daraus resultiert die Chance, dass die Planprämissen 2024 übertroffen werden. Für das Jahr 2025 wird weiterhin erwartet, dass die Fördergelder nicht ausreichen werden, für das Jahr 2026 sind die Rahmenbedingungen beim Deutschlandticket noch ungewiss. Demnach bleibt das Risiko möglicher Mindererlöse durch die Einführung des Deutschlandtickets für die Jahre ab 2025 weiterhin bestehen. Stromkostenrisiko Bis Ende des Jahres 2023 bestanden Stromlieferverträge mit festen Bezugskonditionen. Ab 2024 gilt ein neuer Stromliefervertrag, der an aktuelle Stromhandelspreise gekoppelt ist. Für das Jahr 2024 wurden bereits alle geplanten Tranchen gekauft, um den erwarteten Strombedarf zu decken. Für die Jahre ab 2025 drohen daraus weiterhin ungeplante Ergebnisbelastungen. Aktuell liegen die Strompreise unterhalb der angesetzten Planungsprämissen, jedoch ist der Einfluss der erwarteten Erhöhung der Netzentgelte auf die Entwicklung der Stromkosten derzeit nicht abschätzbar. Rahmenbedingungen und rechtliche Risiken Ausbleibende Betriebskostenzuschüsse Zwecks Stabilisierung des ÖPNV wurde seitens der Landesregierung des Landes NRW im Dezember 2022 ein Programm zur Krisenbewältigung, insbesondere zur Kompensation der Energiekostensteigerungen, aufgelegt. Weiterhin beabsichtigt das Land, zusätzliche Regionalisierungsmittel für die Absicherung des bestehenden ÖPNV-Angebots einzusetzen. Hieraus erwartet die KVB finanzielle Ergebnisentlastungen, deren Umfang aktuell noch unbekannt ist. Betriebsrisiken Risiken bei der Fahrzeugneubeschaffung und -instandsetzung Die Fahrzeuge und technischen Anlagen setzt die KVB mit einem hohen Grad an Zuverlässigkeit und Sicherheit sowie unter Berücksichtigung gegebener Umweltstandards ein. Technischen Ausfallrisiken sowie umweltbezogenen Risiken begegnet das Unternehmen mit einer permanenten Verbesserung des technischen Standards. So wird derzeit eine Vielzahl von Straßenbahnen neu beschafft. Die Beschaffungspläne und -zeiträume unterliegen verschiedenen Risiken, die zu Verzögerungen der Lieferungen und damit zu Mehrkosten in Form von zusätzlicher Instandhaltung bei Altfahrzeugen führen können. Der Busbereich steht aktuell vor der Herausforderung der Umsetzung einer vollständigen Dekarbonisierung der Fahrzeugflotte bis zum Jahr 2030. Daraus resultieren umfangreiche Beschaffungsmaßnahmen, um den bestehenden Fuhrpark durch Neufahrzeuge zu ersetzen. Auch hier kann es grundsätzlich zu Lieferkettenverzögerungen kommen. Jahrhunderthochwasser Von einem möglichen Jahrhunderthochwasser wäre der Linienbetrieb in großen Teilen Kölns betroffen. Eine mögliche Folge wäre - neben der Beeinträchtigung des Stadtbahn- und Seilbahn-Betriebs - die Beschädigung der Betriebstechnik vor allem in der U-Bahn. Aufgrund der Vielzahl der durch die KVB eingeleiteten sowie etablierten Gegensteuerungsmechanismen wird das Gefährdungspotenzial dieses Risikos jedoch als gering eingeschätzt. Finanzrisiken Refinanzierungsrisiken Vor dem Hintergrund des Organschaftsvertrags mit dem Stadtwerke Köln Konzern bestehen Refinanzierungsrisiken dahingehend, dass die tatsächlichen Zinssätze für die Konzernfinanzierung und die langfristige Finanzierung durch Bankdarlehen insbesondere bei Darlehensverlängerungen von den Annahmen der aktuell gültigen Wirtschaftsplanung 2024 bis 2028 abweichen. Aktuell liegt der Zinssatz für langfristige Darlehen unterhalb der angesetzten Planungsprämissen. Auch die Prognose für das kommende Jahr deutet auf sich seitlich bewegende oder leicht sinkende Zinsen hin, so dass für die KVB aktuell kein Refinanzierungsrisiko besteht. Finanzielle Risiken des operativen Geschäftes Grundsätzlich sind durch den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit dem Stadtwerke Köln Konzern finanzielle Risiken des operativen Geschäfts für die KVB weitgehend ausgeschlossen. Darüber hinaus sind für Risiken des operativen Geschäfts adäquate Versicherungslösungen abgeschlossen worden beziehungsweise im Bedarfsfall vorgesehen, um finanzielle Konsequenzen auf ein tragbares Maß zu reduzieren. Hinsichtlich der finanziellen Risiken des strategischen Geschäfts, die mit der Änderung gesetzlicher, vertraglicher sowie gesellschaftsstruktureller Rahmenbedingungen verbunden sind, werden frühzeitig geeignete Strategien entwickelt und entsprechende Maßnahmen abgeleitet sowie umgesetzt. FAZIT Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind keine Risiken bekannt, die den Fortbestand der KVB gefährden. Gegen alle heute bereits erkennbaren Risiken des operativen und strategischen Geschäfts wurden entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Im Hinblick auf die Erreichung kommunal gesetzter Wachstums- und Klimaschutzziele wird sich in Zukunft die Bedeutung des ÖPNV für die Umwelt- und Stadtentwicklung erhöhen. Damit werden die Ansprüche und Anforderungen an die KVB bezüglich Angebotsverbesserungen und Kundenservice steigen. Gleichzeitig besteht die Chance, auf Basis eines verstärkten öffentlichen Interesses an verbesserten ordnungspolitischen Rahmenbedingungen zusammen mit der Ausweitung des Angebotes, wesentliche Fahrgastzuwächse zu generieren. Die KVB setzt darauf, langfristig gegebenes Wachstumspotenzial auf der Einnahmenseite auszuschöpfen und die Kostenseite weiter zu optimieren. So verbessert sie kontinuierlich ihre Wirtschaftlichkeit und gewährleistet weiterhin Mobilität auf hohem Niveau. Prognosebericht KONJUNKTURELLE ENTWICKLUNG Die deutsche Wirtschaft kommt nach den massiven negativen Auswirkungen des Ukraine-Krieges nicht so schnell in Fahrt wie erwartet. Wirtschaftsforschungsinstitute blicken skeptisch auf die Konjunktur in Deutschland und erkennen bei Unternehmen und Haushalten große Zurückhaltung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird 2024 voraussichtlich stagnieren oder nur leicht zulegen. Erst im Jahr 2025 dürfte die Wirtschaftsleistung wieder steigen. Privater Konsum sorgt zunehmend für Aufschwung, wohingegen sich eine schwache Investitionstätigkeit zunächst noch bremsend auswirkt. Die Weltwirtschaft - außer China - zeigt sich robust, was auch die Nachfrage nach deutschen Produkten längerfristig stärken dürfte. Es muss jedoch damit gerechnet werden, dass es kurz- und mittelfristig nicht zu einer Erholung der Konjunktur auf das Vorkriegsniveau kommen wird. ÖPNV-NACHFRAGE Die Verkehrserlösplanung 2024 der KVB berücksichtigt prognostizierte Nachfragesteigerungen und Wanderungseffekte durch die Einführung des Deutschlandtickets, Nachfragerückgänge im VRS-Tarif aufgrund der überproportionalen Tarifanpassung im Jahr 2024 sowie eine jährliche pauschale Fahrgaststeigerung von 0,6 % ab dem Jahr 2025. Nach wie vor kann das Nachfrageniveau der Zeit vor Corona nicht erreicht werden. Es wird angenommen, dass die bereitgestellten Finanzmittel von Bund und Ländern in Höhe von 3 Mrd. € pro Jahr nicht ausreichen werden, um die Mindererlöse des Deutschlandtickets ab 2024 vollständig zu kompensieren. Diese Annahme wird im Risiken- und Chancenbericht näher erläutert. UNTERNEHMENSENTWICKLUNG Für das Geschäftsjahr 2024 plante die KVB im Herbst 2023 unter Berücksichtigung der Ukraine-Krise, der Einführung des Deutschlandtickets und der erwarteten Kosten- und Tarifsteigerungen ein Unternehmensergebnis von -185,8 Mio. €. Für das Geschäftsjahr 2024 wurden im Herbst 2023 Umsatzerlöse in Höhe von 262,6 Mio. € geplant, darin enthalten sind 236,8 Mio. € Verkehrserlöse. Eine aktualisierte Prognose erfolgt Mitte April 2024 nach dem ersten Quartal 2024. INVESTITIONEN Der Investitionsplan für das Geschäftsjahr 2024 schließt mit Ausgaben für Betriebsinvestitionen in Höhe von 331,6 Mio. € ab. Investitionsschwerpunkte liegen im Jahr 2024 weiterhin darauf, neue Elektrobusse und Bahnen zu beschaffen sowie die Infrastruktur auszubauen und zu erneuern. Die für das Jahr 2024 geplanten Betriebsinvestitionen betreffen:
FINANZIERUNG Die KVB kann die Ausgaben für Investitionen inklusive Darlehenstilgung voraussichtlich nur zu 21,0 % aus eigenen Mitteln finanzieren, einschließlich einer Eigenkapitalzuführung von 19,3 Mio. €. Deshalb kommt den zufließenden Investitionszuschüssen mit 19,0 % eine besondere Bedeutung zu. Die verbleibenden geplanten Investitionsausgaben einschließlich der kurzzeitigen Vorfinanzierung von Zuschüssen werden durch Fremdmittel gedeckt.
Köln, den 28. März 2024 Kölner Verkehrs-Betriebe Aktiengesellschaft Der Vorstand Stefanie Haaks Jörn Schwarze Dr.Thomas Schaffer Peter Densborn Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit ENTGELTTRANSPARENZGESETZ Das Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz (EntgTranspG) fordert gemäß § 21 EntgTranspG einen Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern. Die Einbindung in das Tarifsystem (TV-N-Tarifvertrag Nahverkehr NRW) stellt eine Entgeltgleichheit für Frauen und Männer sicher. Personalbestand (31.12.) (ohne Auszubildende und Altersteilzeit, inkl. Vorstand und AT-MA)
Die KVB fördert als Arbeitgeber durch diverse Maßnahmen die Gleichstellung von Frauen und Männern. Hierzu gehört das Cross- Mentoring-Programm, um die Qualifizierung von Frauen in Führungspositionen und Chancengleichheit sicherzustellen. Dabei tauschen Führungskräfte von Unternehmen Wissen und Erfahrungen über Unternehmens- und Hierarchiegrenzen hinweg für ein Jahr mit Nachwuchsführungskräften aus anderen Unternehmen aus. Daneben haben alle Mitarbeiterinnen die Möglichkeit, sich über das KVB-Frauennetzwerk innerhalb des Unternehmens zu vernetzen. Die Mitglieder unterstützen sich gegenseitig dabei, Potenziale und Kompetenzen optimal einzusetzen. Dabei geht es regelmäßig um Themen wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Pflege, Führung und Karriere. Flexible Arbeitszeitmodelle wie das sogenannte "AZ Flex Modell" ermöglichen es einem Teil der Belegschaft, Arbeitszeiten innerhalb eines großen Zeitfensters frei zu planen. Mögliche Mindestbesetzungs- oder Kernarbeitszeiten stimmen die Beschäftigten eigenverantwortlich untereinander ab. Die KVB entspricht dem verstärkten Wunsch nach Teilzeitbeschäftigung in allen Bereichen, soweit dieser betrieblich umsetzbar ist. Obwohl Teilzeit im Schichtdienst und im Fahrdienst für das Unternehmen eine Herausforderung ist, achtet die KVB gerade hier darauf, die Bedürfnisse der Beschäftigten mit den betrieblichen Erfordernissen in Einklang zu bringen. So gibt es für Fahrdienstbeschäftigte seit dem Jahr 2005 im Rahmen des sogenannten Wunschdienstplanes ein Punktesystem. Mitarbeitende können eine bestimmte Anzahl von Punkten erlangen und für bestimmte Tage verwenden, um dort die gewünschte Dienstlage - beispielsweise Frühdienst - zu beantragen. Sofern es die dienstlichen Belange ermöglichen, wird den jeweiligen Wünschen entsprochen. Mit diesem Instrument wird angestrebt, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, insbesondere an sozialen Aktivitäten, familiären Anlässen sowie schulischen oder sonstigen Veranstaltungen, zu ermöglichen. Wir bieten auch Führungskräften ganz bewusst Teilzeit an.
Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung zu unterstützen, arbeitet die KVB seit dem Jahr 2015 mit dem pme Familienservice zusammen. Das Angebot umfasst die Beratung und Vermittlung von Kindertageseinrichtungen, Tagespflegepersonen, Back-up-Betreuung und Ferienprogrammen. Für Betreuungsnotfälle können die Beschäftigten das eigens zur Verfügung stehende Eltern-Kind-Büro nutzen. Mitarbeitende der KVB können auch im Homeoffice arbeiten, um Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Die Erfahrungen aus der Praxis sind dabei in die neuen Regelungen, welche seit dem 1. Juli 2023 gelten, eingeflossen. Homeoffice-Arbeit hat sich in den letzten Jahren bei der KVB als wichtige und moderne Arbeitsform erfolgreich etabliert und trägt zur Zufriedenheit der Mitarbeitenden bei. Die Arbeitsleistung kann grundsätzlich flexibel in der betrieblichen und in der häuslichen Arbeitsstätte erbracht werden. Die Anwesenheit am betrieblichen Arbeitsplatz (im Zeitraum von Montag bis Freitag) muss an jeweils zwei Arbeitstagen pro Kalenderwoche in nicht unerheblichem Maße sichergestellt sein. Für Teilzeitbeschäftigte, die regelmäßig weniger als fünf Tage pro Kalenderwoche arbeiten, wurde vereinbart, dass die Mindestpräsenz ein Arbeitstag (in der Zeit von Montag bis Freitag) umfasst. Als nicht unerheblich gilt jeweils ein Richtwert von 50 % der für diesen Tag geltenden individuellen Sollarbeitszeit. Eine Samstagsarbeit im Homeoffice ist in jedem Einzelfall vorab mit der Führungskraft abzustimmen. Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023 (1. Januar - 31. Dezember 2023)
Anhang - Allgemeine ErläuterungenALLGEMEINE ANGABEN Die Kölner Verkehrs-Betriebe Aktiengesellschaft (KVB) hat ihren Sitz in Köln. Sie ist beim Amtsgericht Köln unter HRB 2130 in das Handelsregister eingetragen. ANGABEN ZU FORM UND DARSTELLUNG Der Jahresabschluss wurde nach den für große Kapitalgesellschaften maßgeblichen Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Die Verordnung über die Gliederung des Jahresabschlusses von Verkehrsunternehmen in der Fassung vom 17. Juli 2015 wurde bei der Aufstellung beachtet. Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke, ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz beziehungsweise der Gewinn- und Verlustrechnung anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt. Ferner wurden einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen. Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten ausgewiesen und werden über ihre Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Abschreibung erworbener Software erfolgt hierbei über einen Zeitraum von vier beziehungsweise zehn Jahren. Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung angemessener Gemeinkosten; Fremdkapitalzinsen sind nicht einbezogen. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen Einzelkosten sowie die zurechenbaren Material- und Lohngemeinkosten einschließlich angemessener Verwaltungskosten der Fertigung. Investitionszuschüsse werden von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten der bezuschussten Vermögensgegenstände abgesetzt, sobald diese fertiggestellt sind. Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zum Nennbetrag angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen im Sachanlagevermögen erfolgen im Wesentlichen linear. Die in den Jahren 1996 bis einschließlich 2007 in Betrieb genommenen Stadtbahnwagen werden degressiv abgeschrieben. Sofern hier die lineare Abschreibung zu höheren Beträgen führt, wird ein Wechsel von der degressiven zur linearen Abschreibungsmethode vorgenommen. Zugänge bei den geringwertigen Vermögensgegenständen werden in einen Sammelposten eingestellt, der über fünf Jahre gewinnmindernd aufgelöst wird. Den planmäßigen Abschreibungen liegen die AfA-Tabellen für Personen- und Güterbeförderung im Straßen- und Schienenverkehr sowie die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern zugrunde, wie sie in Anlehnung an die AfA-Tabellen betriebsindividuell festgelegt werden. Nutzungsdauer der Sachanlagen in Jahren
Die Finanzanlagen werden grundsätzlich mit den Anschaffungskosten angesetzt. Sofern Ausleihungen unverzinslich oder niedrig verzinslich sind, werden diese mit dem Barwert auf Grundlage eines marktkonformen Zinsfußes bilanziert. Liegt die Bewertung der Finanzanlagen über dem am Abschlussstichtag beizulegenden Wert, wird dem bei dauernder Wertminderung durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt mit den fortgeschriebenen durchschnittlichen Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Anschaffungsnebenkosten wie Frachten, Zölle sowie Kostenminderungen (Skonti und andere) werden entsprechend berücksichtigt. Bestandsrisiken, die sich aus einer geminderten Verwertbarkeit ergeben, wurden berücksichtigt. Bei den zu Herstellungskosten bewerteten unfertigen Leistungen wird das Material ebenfalls mit durchschnittlichen Anschaffungskosten angesetzt. In den Wertansatz werden darüber hinaus der Lohn, die Material- und die Lohngemeinkosten einschließlich angemessener Verwaltungskosten der Fertigung einbezogen. Waren sind zu Anschaffungskosten auf Einzelkostenbasis bewertet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zu Nennwerten unter Berücksichtigung von Wertminderungen in begründeten Einzelfällen angesetzt. Die flüssigen Mittel werden zu Nominalwerten bilanziert. Die noch nicht mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten verrechneten Investitionszuschüsse werden zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit des Jahresabschlusses als Sonderposten für noch nicht verrechnete Investitionszuschüsse ausgewiesen. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Methode) unter Berücksichtigung eines Durchschnittszinssatzes sowie zukünftiger Renten- und Gehaltssteigerungen ermittelt. Der Zeitraum für die Durchschnittsbildung des Rechnungszinses für Altersvorsorge-/Pensionsrückstellungen entspricht zehn Jahren. Bei den sonstigen Rückstellungen sind alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen angemessen und ausreichend berücksichtigt. Der Ansatz erfolgt zu dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag. Die langfristigen sonstigen Rückstellungen werden abgezinst, die langfristigen sonstigen Rückstellungen für Erneuerungsaufwendungen, Jubiläumsverpflichtungen und für Verpflichtungen aus Altersteilzeit und Beihilfen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung von Gehalts- beziehungsweise Kostensteigerungen und eines Durchschnittszinssatzes berechnet. Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag passiviert. Der aktive beziehungsweise passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Ausgaben beziehungsweise Einnahmen, die nach dem Stichtag Aufwendungen beziehungsweise Erträge darstellen. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE Derartige Geschäfte wurden im Berichtsjahr nicht getätigt. LATENTE STEUERN Die KVB ist Organgesellschaft einer ertragsteuerlichen Organschaft mit der Stadtwerke Köln GmbH, Köln (SWK). Latente Steuern werden beim Organträger ausgewiesen. Erläuterungen der Bilanz 1 Anlagevermögen Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Anlageposten ist der Entwicklung des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2023 zu entnehmen, welche dem Anhang beigefügt ist. Anteilsbesitz
Eine Beteiligung von nominal 1 Tsd. € besteht außerdem an der beka GmbH, Köln. Mit der KSG und der Westigo bestehen Organverträge mit Ergebnisausschlussvereinbarung. Mit der SOV wurde 2023 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geschlossen. Vor Ergebnisabführung erwirtschaftete die KSG einen Gewinn von 277 Tsd. € (Vorjahr 510 Tsd. €) und die SOV von 2.166 Tsd. € (Vorjahr keine Ergebnisabführung), die Westigo schloss vor Verlustübernahme mit einem Verlust in Höhe von 10 Tsd. € (Vorjahr 14 Tsd. €) ab. 2 Vorräte
3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten in Höhe von 2,7 Mio. € (Vorjahr 4,3 Mio. €) Forderungen gegen die Stadt Köln. Im Geschäftsjahr lagen Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von insgesamt 20,1 Mio. € vor. 17,7 Mio. € (Vorjahr 41,4 Mio. €) betreffen den laufenden Verrechnungsverkehr (Cash-Pooling) und Verlustausgleichsforderungen mit der SWK. Weitere 2,1 Mio. € entfallen auf die Ergebnisübernahme SOV und weitere 0,3 Mio. € auf die Ergebnisübernahme der KSG. In den sonstigen Vermögensgegenständen des Geschäftsjahres sind unter anderem 7,7 Mio. € Forderungen aus den Ausgleichszahlungen für das Deutschlandticket enthalten. Insgesamt enthalten die sonstigen Vermögensgegenstände Forderungen gegen die Stadt Köln von 3,1 Mio. € (Vorjahr 3,1 Mio. €). Alle Forderungen in Höhe von 72,7 Mio. € (Vorjahr 82,8 Mio. €) haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. 4 Flüssige Mittel Hier sind Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten erfasst. 5 Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Unter diesem Posten werden Vorauszahlungen auf Versicherungen und Lizenzen ausgewiesen. 6 Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital von 78,3 Mio. € (unverändert zum Vorjahr) ist voll eingezahlt und in 156.600 Namensaktien zum Nennbetrag von je 500 € eingeteilt. 7 Kapitalrücklage Die Stadt Köln stellte zur Finanzierung der Infrastruktur im Geschäftsjahr einen Betrag in Höhe von 20,3 Mio. € (Vorjahr 20,0 Mio. €) in die Kapitalrücklage (§ 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB) ein. 8 Sonderposten für noch nicht verrechnete Investitionszuschüsse Dem Sonderposten für noch nicht verrechnete Investitionszuschüsse wurden 36,6 Mio. € (Vorjahr 31,9 Mio. €) zugeführt. 17,4 Mio. € (Vorjahr 45,7 Mio. €) wurden mit dem Anlagevermögen verrechnet. 9 Rückstellungen Der in der Bilanz ausgewiesene Betrag enthält Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 92,9 Mio. € (Vorjahr 87,0 Mio. €) sowie sonstige Rückstellungen in Höhe von 86,0 Mio. € (Vorjahr 95,1 Mio. €). Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Sämtliche Pensionsrückstellungen sind wie im Vorjahr langfristig. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Grundsätze nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck berechnet. Zudem wurden ein Zinssatz von 1,82 % (Vorjahr 1,79 %) sowie Gehalts- und Rentensteigerungen von jährlich 2,5 % zugrunde gelegt. Der Zinssatz entspricht dem für den 31. Dezember 2023 prognostizierten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre bei einer Restlaufzeit der Pensionsverpflichtungen von 15 Jahren. Ausgehend von einer Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre (1,75 %; Vorjahr 1,45 %) ergibt sich ein ausschüttungsgesperrter Differenzbetrag in Höhe von 1,0 Mio. € (Vorjahr 4,4 Mio. €). Die Rückstellungen für Sachbezüge wurden wie im Vorjahr mit einer Kostensteigerungsrate von 2,0 % berechnet. Innerhalb der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind insbesondere die Sachleistungsverpflichtungen gestiegen, was auf Tarifsteigerungen bei den der Berechnung zugrunde liegenden Tickets zurückzuführen ist. Der Fehlbetrag aus den nicht vollständig abgesicherten Versorgungsverpflichtungen der mittelbaren nicht passivierten Pensionsverpflichtungen der Zusatzversorgungskasse der Stadt Köln (ZVK) für aktive und ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ausübung des Wahlrechts gemäß Art. 28 EGHGB beträgt unter Anwendung eines Rechnungszinssatzes von 1,82 % (Vorjahr 1,79 %) und eines Rententrends von unverändert 1,0 % zum Ende des Berichtsjahres 151,3 Mio. € (Vorjahr 234,0 Mio. €). Sonstige Rückstellungen
Unter den Rückstellungen für drohende Verluste wurde eine Rückstellung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Integrationspool der KVB erfasst. Von den sonstigen Rückstellungen haben 57,6 Mio. € (Vorjahr 63,2 Mio. €) langfristigen Charakter. Die Rückstellungen für Jubiläen, Beihilfen und Altersteilzeit wurden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Verfahren berechnet. Neben den Richttafeln 2018 G wurde ein für den 31. Dezember 2023 prognostizierter Zinssatz von 1,75 % (Vorjahr 1,45 %) angewendet. Zudem wurden Gehaltssteigerungen von 2,5 % sowie bei den Beihilfeverpflichtungen Kostensteigerungen von 2,0 % berücksichtigt. 10 Verbindlichkeiten Verbindlichkeitenspiegel 31.12.2023(31.12.2022)
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im Wesentlichen gegenüber der RheinEnergie. Weiterhin ist hier die Verlustübernahme der Westigo ausgewiesen. Arbeitnehmerdarlehen auf der Grundlage des 5. Vermögensbildungsgesetzes stellen 5,9 Mio. € (Vorjahr 6,3 Mio. €) der sonstigen Verbindlichkeiten dar. 11 Passiver Rechnungsabgrenzungsposten Unter diesem Posten sind Mietvorauszahlungen für das Geschäftsjahr 2024 ausgewiesen. Haftungsverhältnisse Sonstige finanzielle Verpflichtungen Das Bestellobligo umfasst 643,4 Mio. €, davon 472,5 Mio. € für Investitionsaufträge, die überwiegend aus Investitionszuschüssen finanziert werden. Für eine Streckenmitbenutzung bestehen gegenüber einem verbundenen Unternehmen jährliche Zahlungsverpflichtungen, die im Berichtsjahr 18,0 Mio. € betrugen. Aus Leasingverträgen für 13 Dienstwagen ergeben sich bis zum jeweiligen Vertragsende Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 0,2 Mio. €. Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt 661,6 Mio. €. Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung 12 Umsatzerlöse
Nachdem im Jahr 2022 die Verkehrserlöse infolge der Einnahmeausfälle aus dem sogenannten 9-Euro-Ticket eingebrochen waren, erholten sich die Verkehrserlöse im Geschäftsjahr 2023 (+15,6 %), trotz nahezu gleichbleibender Fahrgastzahlen. Positiv hat sich die Tariferhöhung im Verkehrsverbund Rhein-Sieg mit einer durchschnittlichen Preisanpassung von 5,4 % ausgewirkt. Das im Mai 2023 eingeführte Deutschlandticket bremste jedoch den Anstieg der Verkehrserlöse. Die Erstattung der Einnahmeausfälle (im Rahmen des ÖPNV-Rettungsschirms) wurde unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Hinsichtlich der weiteren Aufteilung der Verkehrserlöse verweisen wir auf unsere Ausführungen im Lagebericht. In den sonstigen Umsatzerlösen sind insbesondere Erlöse aus Leistungen für Dritte, aus Werbeeinnahmen, Erstattungen der Betriebs- und Unterhaltskosten für U-Bahn-Haltestellen durch die Stadt Köln sowie Grundstücks- und Lagervermietung enthalten. 13 Andere aktivierte Eigenleistungen Die aktivierten Eigenleistungen betreffen vor allem aktivierte Personalkosten. 14 Sonstige betriebliche Erträge Insgesamt verringerten sich die sonstigen betrieblichen Erträge gegenüber dem Vorjahr von 145,8 Mio. € um 23,1 Mio. € auf 122,7 Mio. €. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Zuschüsse in Höhe von 100,6 Mio. € (Vorjahr 128,8 Mio. €) enthalten. Davon betreffen 65,7 Mio. € Ausgleichszahlungen im Rahmen des Deutschlandtickets für entgangene Ticketeinnahmen, erhöhte Vertriebskosten und Ähnliches. Ansonsten beinhalten die sonstigen betrieblichen Erträge größtenteils Ausgleichszahlungen für interlokale Verkehre. Von den sonstigen betrieblichen Erträgen sind 17,5 Mio. € (Vorjahr 8,8 Mio. €) periodenfremd und betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. 15 Materialaufwand
Der Materialaufwand betrifft hauptsächlich Kosten für die Instandhaltung der Fahrzeuge und Anlagen. Bei den bezogenen Leistungen war im Vorjahr eine Höherdotierung der Rückstellung für Erneuerungsverpflichtungen vorgenommen worden, die im Geschäftsjahr wesentlich geringer ausfiel. 16 Personalaufwand
Im Jahresdurchschnitt betrug die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (ohne Vorstand und Auszubildende) 3.911 (davon 44 leitende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer; Vorjahr insgesamt: 3.876, davon 41 leitende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer). Von diesen Beschäftigten waren 704 weiblich und 3.207 männlich (Vorjahr 732 weiblich und 3.144 männlich). Einschließlich der 171 (Vorjahr 178) Auszubildenden belief sich die durchschnittliche Gesamtzahl im Berichtsjahr auf 4.082 (ohne Vorstand; Vorjahr 4.054) beziehungsweise 4.086 (inklusive Vorstand; Vorjahr 4.058). 17 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen Von den handelsrechtlichen Abschreibungen in Höhe von 48.064 Tsd. € (Vorjahr 46.525 Tsd. €) entfallen 46.255 Tsd. € (Vorjahr 44.614 Tsd. €) auf Sachanlagen und 1.809 Tsd. € (Vorjahr 1.911 Tsd. €) auf immaterielle Vermögensgegenstände. 18 Sonstige betriebliche Aufwendungen Neben Vertriebs- und Verwaltungskosten sind hier vor allem Aufwendungen für Öffentlichkeitsarbeit ausgewiesen. Im Übrigen sind hier unter anderem Aufwendungen für Mieten und Pachten, für Versicherungen, externe Ausbildung und Schulung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Umlagen der Konzernunternehmen sowie Rechts- und Beratungskosten enthalten. 19 Beteiligungsergebnis
Ausgewiesen sind hier die Erträge aus den verbundenen Unternehmen DKS in Höhe von 428 Tsd. € (Vorjahr 699 Tsd. €) und KSV in Höhe von 339 Tsd. € (Vorjahr 320 Tsd. €). Erträge aus organschaftlicher Gewinnübernahme betreffen die SOV mit 2.166 Tsd. € sowie die KSG mit 277 Tsd. € (Vorjahr 510 Tsd. €) und Aufwendungen aus der organschaftlichen Verlustübernahme der Westigo in Höhe von 10 Tsd. € (Vorjahr 14 Tsd. €). Im Jahr 2022 waren die Erträge der SOV unter den Erträgen aus Beteiligungen ausgewiesen (1.239 Tsd. €). Wir verweisen auf unsere Ausführungen zum Anteilsbesitz. 20 Zinsergebnis
Der Anstieg der Zinsaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Darlehenszinsen. 21 Abschreibungen auf Finanzanlagen Bei den Abschreibungen auf Finanzanlagen handelt es sich wie im Jahr 2022 um die Abzinsung unverzinslicher Arbeitgeberdarlehen auf den Barwert, die als periodenfremd gelten. 22 Sonstige Steuern Die sonstigen Steuern enthalten vor allem Grund- und Kraftfahrzeugsteuer. Sonstige Angaben Honorar des Abschlussprüfers Das Honorar des Abschlussprüfers, WIBERA Wirtschaftsberatung AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, betrug im Geschäftsjahr insgesamt 180,1 Tsd. €. Davon entfielen 127,8 Tsd. € auf die Jahresabschlussprüfung und 52,3 Tsd. € auf sonstige Leistungen. Mutterunternehmen Die Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) ist ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Köln GmbH (SWK) mit Sitz in Köln. Die SWK hält 90 % der Aktien der KVB. Der nach § 291 HGB befreiende Konzernabschluss und der Konzernlagebericht, die von der Stadtwerke Köln GmbH sowohl für den kleinsten als auch für den größten Kreis aufgestellt werden, werden im Unternehmensregister bekannt gemacht. Aufgrund eines Organschaftsvertrags mit Ergebnisausschlussvereinbarung ist die SWK verpflichtet, den Verlust der KVB auszugleichen. Angaben zu § 6b EnWG Die KVB verkauft in geringem Umfang bezogenen Strom an Dritte weiter. In Verbindung mit dem oben genannten Organschaftsverhältnis ist die KVB deswegen als vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen anzusehen und muss die Vorschriften des § 6b EnWG beachten. Die Weiterveräußerung des Stroms ist nach § 6b Abs. 3 Satz 3 EnWG als andere Tätigkeit innerhalb des Elektrizitätssektors zu qualifizieren, für die grundsätzlich getrennte Konten teilweise unter Verwendung sachgerechter Schlüsselungen geführt werden. Geschäfte größeren Umfangs mit verbundenen oder assoziierten Unternehmen (§ 6b Abs. 2 EnWG) betreffen den organschaftlichen Verlustausgleich durch die SWK. Mitglieder und Bezüge des Aufsichtsrates Die Mitglieder des Aufsichtsrates der Kölner Verkehrs-Betriebe AG einschließlich der Veränderungen nach dem Bilanzstichtag sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen. Sie erhalten für ihre Tätigkeit eine pauschale Aufwandsentschädigung je teilgenommene Sitzung des Aufsichtsrates. Gleiches gilt für die Mitglieder des nach § 27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Ausschusses. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 25. November 2021 erhalten mit Wirkung ab 1. Januar 2022
Zudem wird eine jährliche pauschale Vergütung an die Aufsichtsratsmitglieder ausgezahlt, und zwar erhalten
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates beliefen sich im Berichtsjahr auf 101,8 Tsd. € (Vorjahr 95,3 Tsd. €). Dieser Betrag verteilt sich wie folgt auf die Aufsichtsratsmitglieder der KVB AG:
* Arbeitnehmervertreter/-in, MdR = Mitglied des
Rates der Stadt Köln
Für Aufsichtsratsmitglieder bestanden zum 31. Dezember 2023 keine unverzinslichen Darlehen. Mitglieder und Bezüge des Vorstandes Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder bestehen aus einem Jahresfestgehalt, einer leistungsabhängigen Tantieme, einer Versorgungsregelung für die Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen, in zwei Fällen einer Übergangsgeldzusage sowie sonstigen Vergütungsbestandteilen, insbesondere Dienstwagen und Versicherungsbeiträgen. Vergütungskomponenten mit langfristigen Anreizwirkungen wurden mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2014 vereinbart. Der Vorstand erhielt im Berichtsjahr eine Gesamtvergütung in Höhe von 1.491,3 Tsd. € (Vorjahr 1.457,7 Tsd. €), die sich wie folgt zusammensetzt:
Es wurden keine Leistungen an frühere Vorstandsmitglieder wegen der Beendigung ihrer Tätigkeit im Laufe des Geschäftsjahres gewährt oder zugesagt. Für den Fall einer vorzeitigen Beendigung der Tätigkeiten bestehen für alle Vorstandsmitglieder bei einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit Ansprüche auf Leistungen für den Versorgungsfall. Bei Nichtverlängerung des Anstellungsvertrages besteht in zwei Fällen ein Anspruch auf Zahlung eines Übergangsgeldes, wenn die Beendigung oder Nichtverlängerung von der Gesellschaft ausgeht und hierfür kein wichtiger Grund in der Person des Vorstandsmitgliedes vorliegt. In Abhängigkeit vom erreichten Alter bei Beendigung wird das Übergangsgeld für mindestens sechs beziehungsweise zwölf Monate, höchstens jedoch für 18 Monate in Höhe der letzten monatlichen Festvergütung gewährt. Ab Vollendung des 62. Lebensjahres - beziehungsweise in einem Fall des 61. Lebensjahres - wird das Übergangsgeld in Höhe der erreichten Versorgung und bis zum 65. Lebensjahr gezahlt. Die Versorgungsleistungen sind in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes der festen Vergütung bei Vertragsbeendigung zugesagt (unmittelbare Versorgungszusage). Dieser Prozentsatz steigt beginnend mit 40 % jährlich um zwei Prozentpunkte bis zum Höchstprozentsatz von 60 % bzw. 65 %. Auf die Versorgung werden die Leistungen der gesetzlichen Altersrente angerechnet. Es bestehen darüber hinaus Regelungen zur Anrechnung von Versorgungsansprüchen aus früheren Anstellungsverhältnissen sowie für die Anrechnung von Einkünften bis zum 65. Lebensjahr. Die Pensionsverpflichtungen im Einzelnen:
Die nachrichtlich angegebenen Werte ergeben sich aus der versicherungsmathematischen Berechnung zum 31. Dezember 2023. Während des Geschäftsjahres wurden keine Änderungen der Zusagen vereinbart. Leistungen, die dem einzelnen Vorstandsmitglied von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit zugesagt oder im Berichtsjahr gewährt wurden, beziehen sich vor allem auf Aufsichtsrats- und Beiratsmandate bei Konzerngesellschaften und städtischen Beteiligungsunternehmen. Sie teilen sich wie folgt auf:
Diese Vergütungen beinhalten ausschließlich erfolgsunabhängige Bestandteile. Für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen wurden für Pensionen 1.806,6 Tsd. € aufgewendet. Für diesen Personenkreis existieren Pensionsrückstellungen in Höhe von 31.977.265 €. Nachtragsbericht Die Zahl der Fahrgäste der KVB ist im Januar und Februar 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Mio. gesunken. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf eine geringere Nachfrage im Bartarif zurückzuführen. Die Verkehrserlöse gingen im gleichen Zeitraum - trotz der Erhöhung des VRS-Tarifs zum 1. Januar 2024 um durchschnittlich 10,4 % - um 2,5 Mio. € auf 38,5 Mio. € zurück; sie liegen jedoch 0,5 Mio. € über dem Planwert. Hier spiegelt sich insbesondere die Einführung des erlösschwächeren Deutschlandtickets zum 1. Mai 2023 wider. Hinsichtlich des weiteren Verlaufs der Fahrgastentwicklung und der Verkehrserlöse erwarten wir, dass der Plan erreicht wird.
Köln, den 28. März 2024 Kölner Verkehrs-Betriebe Aktiengesellschaft Der Vorstand Stefanie Haaks Jörn Schwarze Dr.Thomas Schaffer Peter Densborn Entwicklung des Anlagevermögens der Kölner Verkehrs-Betriebe AG für das Geschäftsjahr 2023(1. Januar - 31. Dezember 2023)
Kapitalflussrechnung In der nachfolgenden Kapitalflussrechnung wird die Finanzlage des Unternehmens durch Überleitung der Zahlungsströme auf den Bestand an liquiden Mitteln (Finanzmittelfonds) dargestellt.
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Kölner Verkehrs-Betriebe Aktiengesellschaft, Köln Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Kölner Verkehrs-Betriebe Aktiengesellschaft, Köln, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Kölner Verkehrs-Betriebe Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem alle übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG Prüfungsurteil Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 eingehalten hat. Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten. Grundlage für das Prüfungsurteil Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.E (07.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QMS 1 (09.2022)) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten der Gesellschaft nach § 6b Abs. 3 EnWG. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 En WG Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben. Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet. Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.
Köln, den 19. April 2024 WIBERA
Wirtschaftsberatung
Stephan Schims, Wirtschaftsprüfer Christoph Drewes, Wirtschaftsprüfer Zehnjahresübersicht
Herausgeber Kölner Verkehrs-Betriebe AG Bereich 31 - Finanz- und Rechnungswesen Scheidtweilerstraße 38 50933 Köln Telefon 0221/547-0 KVB im Internet: www.kvb-koeln.de In Zusammenarbeit mit Stadtwerke Köln GmbH SWK 50 - Unternehmenskommunikation Parkgürtel 26 50823 Köln Telefon 0221/178-0 www.stadtwerkekoeln.de Konzeption und Gestaltung KD1 Designagentur, Köln Fotografie Frank Reinhold, Düsseldorf (S. 2 und 3) Cornelius Gollhardt, Köln (S. 6) Christoph Seelbach, Köln (S. 4, 5 und 10) |
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