KRAHN Ceramics GmbH
Selbe AdresseHerstellung von keramischen Haushaltswaren und Ziergegenständen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Markus Warzel seit 2.2.2026 | Prokura |
Robert Christiaan Sluijter seit 20.11.2025 | Geschäftsführer |
Christian Paul Dr. Schulte seit 21.7.2025 | Prokura |
Luciana Wolfrum seit 14.5.2024 | Prokura |
Horst Michael Funke seit 7.2.2024 | Geschäftsführer |
Falk Slopek seit 19.10.2020 | Prokura |
Frank Schlegelmilch seit 27.7.2020 | Prokura |
Martin Kurt Fritz Becker seit 27.7.2020 | Prokura |
Philip Otto Krahn seit 11.3.2020 | Geschäftsführer |
Horst Wilhelm Klink seit 11.3.2020 | Geschäftsführer |
Jan Thorsten Dr. Lösch seit 11.3.2020 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
OTTO KRAHN (GmbH & Co.) KGEigenbeteiligung | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter HaftungHamburgKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20221 Grundlagen des Konzerns 1.1 Organisationsstruktur Das operative Geschäft des Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mbH-Konzerns (KRAHN-Gruppe) wird von den Teilkonzernen OTTO KRAHN GROUP und KRAHN CHEMIE ausgeübt. Die Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist die Muttergesellschaft der OTTO KRAHN (GmbH & Co.) KG und erstellt den Konzernabschluss des größten Kreises der Unternehmen der Unternehmensgruppe. Die im Jahr 1909 gegründete Otto Krahn (GmbH & Co.) KG ist die Holdinggesellschaft des Otto Krahn Konzerns, der sich national und international mit der Distribution und der Compoundierung, d.h. Veredelung und Recycling, von Kunststoffen sowie mit der Distribution von Spezialchemikalien und keramischen Verbundstoffen befasst. Dabei werden die Kunststoffaktivitäten von der ALBIS Distribution GmbH & Co. KG (ALBIS), der MOCOM Compounds GmbH & Co. KG (MOCOM) und - mit Schwerpunkt auf Recycling - von der WIPAG Gruppe (WIPAG) übernommen. Die Distribution von Spezialchemikalien ist in der KRAHN Chemie GmbH (KRAHN) zusammengefasst, die Produktion und der Vertrieb von Keramik sind in der KRAHN Ceramics GmbH (KRAHN Ceramics) gebündelt. Insgesamt ist der Otto Krahn Konzern über die ALBIS, die MOCOM und die KRAHN in über 20 Ländern durch eigene operative Niederlassungen vertreten und bietet Abnehmern aus der kunststoffverarbeitenden Industrie, der Farben- und Lackindustrie, der kautschukverarbeitenden Industrie, der schmierstoffherstellenden Industrie sowie weiteren Branchen ein breites und tiefes Produktsortiment einschließlich anwendungstechnischer Beratung und weiteren Dienstleistungen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die nachfolgenden Veränderungen in der Organisationsstruktur vorgenommen. Am 24. Februar 2022 wurden die Anteile an der KRAHN Ceramics GmbH an die Otto Krahn New Business GmbH & Co. KG verkauft. Mit Eintragung in das schwedische Handelsregister vom 7. September 2022 wurde die ALBIS Scandinavia AB, Schweden in ALBIS Nordics & Baltics AB umfirmiert. Mit Eintragung in das schwedische Handelsregister vom 29. April 2022 wurden die AmphoChem AB, Schweden und die Pemco Additives AB, Schweden auf ihre 100 %ige Muttergesellschaft KRAHN Nordics AB, Schweden, verschmolzen. Mit Eintragung in das schwedische Handelsregister vom 2. September 2022 wurde die Temper Technology AB, Schweden in KRAHN Specialty Fluids AB umfirmiert. Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 wurden die 50 % der Anteile an der Pemco-Trigueros Additives Spain SL, Spanien, die von der Pemco Additives AB, Schweden gehalten wurden, auf die Krahn Chemie GmbH übertragen. Zudem hat die Krahn Chemie GmbH - ebenfalls mit Wirkung zum 1. Januar 2022 10 % der Anteile an der Pemco-Trigueros Additives Spain SL von der Trigueros Quimica SL (externer Dritter) erworben. Mit Eintragung in das spanische Handelsregister vom 18. Mai 2022 wurde die Pemco-Trigueros Additives Spain SL umfirmiert in KRAHN Iberia SL. Mit Eintragung in das "Companies House" vom 29. April 2022 wurde die Petrico Ltd., Großbritannien umbenannt in KRAHN UK Ltd. Mit Wirkung vom 12. Februar 2022 wurde die InterActive S.A., Griechenland in KRAHN Hellas S.A. umbenannt. Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 wurde der Anteil der Krahn Verwaltungsgesellschaft mbH an der ALBIS Plastik TR Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi an die ALBIS Distribution GmbH & Co. KG verkauft. In der ALBIS, KRAHN und KRAHN Ceramics bestehen langjährige Vertriebspartnerschaften mit namhaften Produzenten der chemischen Industrie. In der MOCOM und der WIPAG werden neben eigenen Produkten auch technische Kunststoffe von Polymerproduzenten in Lizenz und im Lohn gefertigt. Auch die KRAHN Ceramics produziert eigene Produkte. Produktionsstätten zur Veredelung thermoplastischer Kunststoffe bzw. für das Recycling befinden sich in Hamburg (D), Zülpich (D), Erlenbach (D), Neuburg (D), Gardelegen (D), Changshu (CN) und Duncan/South Carolina (USA). 1.2 Branchenstruktur und Wettbewerbsumfeld Die Tochtergesellschaften des Otto Krahn Konzerns unterscheiden sich hinsichtlich Abnehmerindustrien, Lieferanten und Produktportfolio. 1.2.1 Distribution Das Geschäftsmodell der Distribution basiert meist auf längerfristigen vertraglichen Vereinbarungen zwischen Produzenten der chemischen Industrie und Distributoren, in deren Rahmen der Produzent dem Distributor Vermarktungs- und Vertriebsrechte für bestimmte Produkte, Regionen oder Abnehmersegmente einräumt. Sowohl die Distribution von Kunststoffen als auch die Distribution von Spezialitätenchemikalien ist geprägt von einem intensiven Wettbewerb der Distributionsunternehmen untereinander. Darüber hinaus stehen die Distributoren im Wettbewerb zu vertragsunabhängigen Händlern und zu den Produzenten selbst. Die Wettbewerbsfähigkeit eines Distributors hängt zu einem wesentlichen Teil vom Umfang und von der Attraktivität des Produktportfolios ab. Entsprechende Größenvorteile erlauben es dem Distributor, auch Abnehmer mittlerer und kleinerer Unternehmensgröße optimal zu betreuen. Während auf der Lieferantenseite in der Regel oligopolistische Strukturen vorherrschen, sieht sich der Distributor auf der Abnehmerseite in der Regel polypolistischen Strukturen gegenüber. Die Branche der Kunststoffdistribution weist im Vergleich zur Distribution von Spezialitätenchemikalien einen höheren Konsolidierungsgrad auf. 1.2.2 Compoundierung Unter Compoundierung versteht man die Veredelung von polymeren Rohstoffen über die Additivierung und Pigmentierung zur Optimierung des Eigenschaftsprofils des aus dem polymeren Werkstoff herzustellenden Fertigteils. Die Anzahl der Branchenmitglieder ist deutlich größer als in der Kunststoffdistribution. In einzelnen Produkt-Kunden-Segmenten ist der Wettbewerb aufgrund von Überkapazitäten sehr ausgeprägt. Die Ertragskraft von Compoundeuren beruht entweder auf economies of scale, also Betriebsgrößenersparnissen durch die Konzentration auf eine oder wenige Produktklassen, oder auf der Spezialisierung auf bestimmte Anwendungsnischen. 1.2.3 Forschung und Entwicklung Die Tochterunternehmen der KRAHN-Gruppe betreiben keine Forschung im Sinne der Gewinnung von Grundlagen für neue Erkenntnisse. 1.3 Definition Leistungsindikatoren Die Steuerung der KRAHN-Gruppe und die Beurteilung der Geschäftsentwicklung sowie der finanziellen Lage des Unternehmens erfolgt maßgeblich mit den folgend definierten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Die in TEUR oder Mio. EUR dargestellten Werte sind kaufmännisch gerundet. Daraus können sich Rundungsdifferenzen im Bereich von +/- 1 TEUR bzw. +/- 0,1 Mio. EUR in Summen und Zwischensummen ergeben. 1.3.1 Finanzielle Leistungsindikatoren Absatzvolumen: Das Absatzvolumen ist die Menge der in einer Periode abgesetzten Produkte. Die sinnvolle Maßeinheit kann je nach Produkt oder Dienstleistung variieren (z. B. Menge in Kilogramm oder Menge in Stück). Umsatz: Der Umsatz ist die Summe aller Verkaufserlöse einer Periode, die ein Unternehmen durch den Verkauf seiner Produkte oder Dienstleistungen erzielt hat. EBIT: EBIT steht für Earnings before Interest and Taxes und gibt den operativen Gewinn eines Unternehmens vor Anrechnung von Finanzergebnis und Steuern an. Verschuldungsgrad: Der Verschuldungsgrad zeigt an, wie hoch das Verhältnis der Schulden des Unternehmens im Verhältnis zu seinem Eigenkapital ist. Liquidität: Die Liquidität zeigt an, wie schnell ein Unternehmen seine kurzfristigen Verbindlichkeiten durch seine kurzfristigen Vermögenswerte begleichen kann. 1.3.2 Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren Fluktuationsrate: Die Fluktuationsrate drückt prozentual aus, wie viele Mitarbeitende im Verhältnis zur gesamten Belegschaft das Unternehmen während eines Jahres verlassen. Sie dient als Grundlage für die Bewertung von Unternehmenskultur oder Mitarbeitendenzufriedenheit. Betriebszugehörigkeit im Durchschnitt: Diese berechnet sich, indem man die Summe der Dauer der Betriebszugehörigkeit durch die Gesamtzahl der Beschäftigten dividiert. Die Kennzahl gibt einen Hinweis auf die Stabilität der Belegschaft und kann ein Indikator für die Arbeitszufriedenheit sein. Frauenanteil: Der Frauenanteil ist das Verhältnis der im Unternehmen beschäftigten weiblichen Mitarbeiter im Vergleich zur Gesamtmitarbeitendenzahl und gibt Aufschluss über die Entwicklung der Geschlechter-Gleichstellung im Unternehmen. Die Kennzahl enthält allerdings keine Angaben zur Art und zum Umfang der ausgeübten Tätigkeit. 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 2022 rückte die globale Covid-Pandemie nach und nach in den Hintergrund. Ihre wirtschaftlichen Folgen wie angespannte globale Lieferketten, Verknappung wichtiger Rohstoffe- und Komponenten sowie damit einhergehend signifikante Preissteigerungen für Zwischen- und Endprodukte blieben allerdings noch spürbar. Im Frühjahr 2022 begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, was wirtschaftlich betrachtet global steigende Rohstoffpreise und einen sprunghaften Anstieg der Inflation zur Folge hatte. In Europa sind die wirtschaftlichen und monetären Folgen, insbesondere aufgrund der hohen Abhängigkeit der Energieversorgung von Russland, anfangs besonders stark sichtbar gewesen. Ungeachtet dessen verzeichnete die Weltwirtschaft im Jahr 2022 ein Wachstum (globales BIP) in Höhe von rund +3,2 % gegenüber dem Vorjahr. Regional betrachtet, gab es die größten wirtschaftlichen Zuwächse in China (+3,2 %) und Europa (+1,9 %) die größten wirtschaftlichen Zuwächse. Nordamerika hatte ein Wachstum in Höhe von +1,8 % vorzuweisen. Für das laufende Jahr sind die globalen Wachstumsprognosen derzeit jedoch uneinheitlich. Der Gesamtumsatz der kunststoffverarbeitenden Industrie in Deutschland stieg im zurückliegenden Jahr um +12,6 % auf 78,9 Mrd. EUR. Hiervon entfielen rund 46,2 Mrd. EUR auf Inlandsumsätze (+7,6 % ggü. Vorjahr) und 32,7 Mrd. EUR auf Auslandsumsätze (+19,7 % ggü. Vorjahr). Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 13,6 Mio. Tonnen Kunststoffe verarbeitet (-3,0 % ggü. Vorjahr). Hiervon entfielen rund 4,2 Mio. Tonnen auf Verpackungsmaterialien (-4,5 %), 5,1 Mio. Tonnen auf Kunststoffe im Bausektor (-1,9 %), 2,9 Mio. Tonnen auf Kunststoffe in technischen Komponenten (-3,3 %) und 1,4 Mio. Tonnen auf Kunststoffe in Konsumprodukten (+/- 0,0 %). Bezogen auf die verarbeitete Gesamtkunststoffmenge in Deutschland im Jahr 2022 hatten Kunststoff-Rezyklate einen Anteil von rund 21,3 %, dies entspricht einer Menge von 2,4 Mio. Tonnen. 2.1.1 Marktentwicklung Abnehmerbranchen in der Kunststoffdistribution und Kunststoffcompoundierung ALBIS, MOCOM und WIPAG produzieren bzw. liefern Kunststoffgranulate als Rohstoffe an die kunststoffverarbeitende Industrie. Hierbei handelt es sich zum allergrößten Teil um Verarbeitungsunternehmen, die im Spritzgussverfahren Kunststoffteile für eine Vielzahl von Branchen herstellen, z. B. für die Automobilindustrie, den Verpackungsbereich, die Medizintechnik, die Elektro- und Elektronikindustrie, die Bau- und Möbelindustrie sowie die Kosmetik-, Sport- und Freizeitindustrie. Kunststoffverarbeiter, die über ALBIS ihre Rohmaterialien beziehen, fertigen im Durchschnitt für mindestens zwei Abnehmerbranchen, was wiederum die konjunkturelle Abhängigkeit zu einzelnen Branchen reduziert. Die für die ALBIS, MOCOM und WIPAG relevanten Industrien haben sich im Jahr 2022 wie folgt entwickelt: Auch im zweiten Jahr nach dem Corona-Pandemie bedingten Einbruch der internationalen Automobilmärkte in 2020, konnten die globalen Automobilabsätze im Jahr 2022 noch nicht zum Vorkrisenniveau 2019 aufschließen. Global betrachtet war 2022 ein leichter Rückgang der Fahrzeug verkäufe in der Gewichtsklasse bis 3,5 Tonnen um -3,1 % auf rund 76,1 Mio. Einheiten zu verzeichnen. In Europa wurden im Jahr 2022 insgesamt rund 13,0 Mio. Fahrzeuge verkauft, was einem Rückgang von 86.000 Einheiten (-6,2 %) entspricht. In den USA verzeichneten die Automobilverkäufe ebenfalls einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um -7,9 % auf rund 13,9 Mio. in 2022. In China hingegen schritt die Erholung 2022, wenn auch nur leicht, voran: Der Automobilabsatz stieg um +1,1 % gegenüber 2021, auf 24,2 Mio. Fahrzeuge. Die globale Nachfrage nach konventionellen Verbrennungsmotoren sinkt seit Jahren kontinuierlich. Lag der Anteil im Jahr 2019 hier noch bei rund 94 % der Neuzulassungen, waren es 2022 bereits nur noch 79 %. Insbesondere batteriebetriebene Elektrofahrzeuge (sog. "BEV - Battery Electric Vehicle") hingegen konnten ihren Anteil an Neuzulassungen im Zeitraum 2019 - 2022 von 1,7 % auf rund 10 % steigern. Der Branchenumsatz der deutschen Elektrotechnik- und Elektroindustrie hat 2022 mit 224,6 Mrd. EUR den Vorjahreswert von 199,5 Mrd. EUR um +12,6 % überschritten. Umsätze mit inländischen Kunden machten hierbei ca. 48%, Umsätze mit ausländischen Kunden rund 53% aus. Auch die Auftragseingänge der deutschen Elektrotechnik- und Elektroindustrie verbesserten sich: Für das Gesamtjahr 2022 wurde ein Bestellplus von rund +10 % gegenüber dem Vorjahr realisiert. Auf globaler Ebene wuchs der Medizintechnikmarkt 2022 um 7,8 % auf 499 Mrd. USD. Dieses Marktwachstum ist somit etwas stärker ausgefallen als in den Vorjahren prognostiziert. Wachstumstreiber waren hier vor allem durch die globale Covid-Pandemie induzierte kurzfristige Investitionen und Beschaffungsmaßnahmen. In der Fünfjahresvorausschau wird ein eher abgeschwächtes Marktwachstum von 5% (CAGR 2023 - 2028) erwartet. Größter Markt blieb mit einem Volumen von 195 Mrd. USD (39%) Nordamerika. Die bereits im Vorjahr angezeigte Verschiebung von Marktanteilen von Europa (130 Mrd. USD, 26 %) nach Nordamerika verstärkte sich weiter (+8,5 %) während die Ausfuhren nach Asien (135 Mrd. USD, 27 %), insbesondere aufgrund von Lockdowns und Reisebeschränkungen in China, im ersten Halbjahr leicht rückläufig waren (-3,7 %). Grund für die weitere Verlagerung von Markanteilen aus Europa in andere Regionen ist in erster Linie die Verschärfung der regulatorischen Anforderungen in Europa: Durch die Einführung der Europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR) müssen die Europäischen Medizintechnikhersteller hohe zusätzliche Dokumentations- und Regelungspflichten erfüllen. In Deutschland erreichte die Medizintechnikbranche 2022 einen Gesamtumsatz von etwa 37,7 Mrd. Euro, was einem leichten Plus von +3,5 % entspricht. Hier belasteten - neben der neuen EU-Medizinproduktverordnung - insbesondere der Krieg in der Ukraine, Lieferengpässe, steigende Material- und Energiekosten sowie ein Mangel an Fachkräften das Geschäft. Die Exportquote von in Deutschland hergestellten Produkten der Medizintechnik steigerte sich leicht auf 67 %. Trotz einer krisenhaften Zeit mit großen Herausforderungen prognostiziert der Industrieverband Spectaris der deutsches Medizintechnikbranche ein weiterhin moderates Wachstum. Laut Ifo-Konjunkturumfrage (Stand Oktober 2022) ist die Stimmung in der Branche allerdings zunehmend getrübt. Mehrheitlich wird mit einer Verschlechterung der Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten gerechnet: 90 % berichten von einer Produktionsbehinderung durch Materialknappheit, 40 % von einem Mangel an Fachkräften. Für das laufende Jahr 2023 erwartet der Verband dennoch einen moderaten Umsatzzuwachs. 2.1.2 Marktentwicklung Abnehmerbranchen in der Distribution von Spezialitätenchemikalien Die KRAHN liefert Spezialchemikalien an verschiedene weiterverarbeitende Industrien. Als direkte Abnehmer sind die Industrien Farben und Lacke, Bauchemie, Kleb- und Dichtstoffe, Kunststoffe, Kautschuk, Schmierstoffe sowie Reinigungsmittel und Körperpflege zu nennen. Diese beliefern ihrerseits an weiterverarbeitende Industrien, Endabnehmerindustrien oder die Endabnehmer direkt. Das Segment Wärmeträgerflüssigkeiten liefert diese an Produktionsbetriebe, bei denen Prozesswärme und Wärmeaustausch eine entscheidende Rolle spielen. Im Jahr 2022 stand die chemische Industrie in Deutschland insbesondere der Herausforderung gegenüber, dass eine deutlich sinkende Nachfrage zu nicht ausgelasteten Kapazitäten führte. Entsprechend sank die Produktion um -6,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Bei der Produktion ohne Pharma ist der Rückgang mit -11,9 % noch deutlicher. Der Umsatz für die chemisch-pharmazeutischen Industrie ist dagegen im Vergleich zum Vorjahr um +16,6 % gestiegen. Die Risiken (z. B. Energie- und Rohstoffkosten) der deutschen Lack- und Druckfarben-industrie blieben im Jahr 2022 weiterhin bestehen. Auf der anderen Seite gab es 2022 auch positive Entwicklungen, die Hoffnung machen. So hat die Farbenbranche in der Krise bessere Ergebnisse erzielt als angenommen, der Umsatz wurde durch die Inflation um +8 % gesteigert. Die schwache Entwicklung in der Bauindustrie trägt zu einem Absatzrückgang von -7 % in 2022 bei den Bautenfarben bei. Betroffen sind das DIY-Segment sowie der Profibereich. Bei den Industrielacken kam es 2022 zu einem preisbedingten Umsatzwachstum von +11 %, die Menge dagegen konnte nur um 1 % gesteigert werden. Positive Entwicklungen sind bei den Autoserienlacken, Autoreparaturlacken, im sonstigen Fahrzeugbau und der Elektroindustrie zu verzeichnen, wohingegen der Absatz bei der Holz- und Möbelindustrie sowie bei den Metallerzeugnissen gesunken ist. Die Kautschukindustrie war im Jahr 2022 geprägt durch deutliche Erhöhung der Kosten. Multiple externe Schocks wie die Corona Lockdowns, der Ukraine-Krieg, die Chip-Krise und Naturkatastrophen führten zu extremen Kostensteigerungen im hohen zweistelligen Prozentbereich für Rohstoffe. Trotz der Herausforderungen erholte sich das Geschäftsumfeld leicht im Vergleich zum Vorjahr: Der Absatz konnte um +2,5 % gesteigert werden. Das Reifengeschäft verzeichnete einen Umsatzrückgang von - 5,3 %. Die kunststoffverarbeitende Industrie realisierte 2022 ein Umsatzplus von +12 % auf 78 Mrd. EUR im Wesentlichen aufgrund höherer Preise als Folge der deutlichen Kostensteigerungen. Der Absatz ist im Jahr 2022 dagegen leicht auf 13,6 Mio. Tonnen gesunken. Treiber für diesen Rückgang waren unter anderem die ungünstigen Konjunkturbedingungen in der Chemie und Fahrzeugindustrie sowie der Rückgang der Nachfrage nach Fast Moving Consumer Goods. Engpässe bei der Materialversorgung und Preissteigerungen stellten weiterhin große Herausforderungen für die Industrie dar. Die deutsche Klebstoffindustrie hat ein starkes erstes Halbjahr 2022 zu verzeichnen. Dennoch bleiben die aus der Energiekrise resultierenden Herausforderungen bestehen. So konnte das Umsatzwachstum nicht die gestiegenen Kosten decken, und es gab weiterhin Probleme bei der Rohstoffversorgung. Im Vergleich zum Vorjahr zeigen die einzelnen Produktgruppen in der Schmierstoffindustrie überwiegend einen Absatzrückgang: Turbinenöle (-18,5 %), Hydrauliköle (-1,6 %) und Schmierfette (-8,2 %). Die Motorenöle weisen einen schwachen Anstieg im Absatz (+0,9 %) aus. 2.1.3 Marktentwicklung Abnehmerbranchen in der Keramikdistribution und Keramikcompoundierung Die KRAHN Ceramics liefert keramische Pulverrohstoffe im Bereich Technische Keramik und produziert eigene Bindemittel, Prozessadditive und Feedstocks für keramische Spritzgussverfahren. Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes zufolge, umfasst die deutsche Keramikindustrie einen Markt von mehr als 5 Mrd. EUR. Nach dem pandemiebedingten Einbruch um -4,8 % im Jahr 2020, hat der deutsche Keramikmarkt sich schnell erholt und mit einem Wachstum von +10,3 % in 2021 einen Umsatz von 5,9 Mrd. EUR erreicht. Basierend auf den Außenhandelsdaten setzte sich dieser Wachstumstrend im Berichtsjahr fort. Der Wert der nach Deutschland eingeführten keramischen Waren lag 2022 bei 3,6 Mrd. EUR. Dies entspricht einem Wachstum von +7,7 % gegenüber dem Vorjahr. Auch bei den Ausfuhren wurde eine Steigerung um +8,7 % erzielt - bis zu einem Warenwert von 4,1 Mrd. EUR. Das Segment Technische Keramik, in dem die KRAHN Ceramics tätig ist, bildet das drittgrößte Segment der deutschen Keramikindustrie ab und hatte zuletzt einen Anteil von 16,8 %. Dieser Anteil ist über die letzten Jahre stetig gewachsen. Maßgeblich für die kräftige Umsatzentwicklung sind neben der hohen Nachfrage aus diversen etablierten Abnehmerindustrien auch innovative Fertigungstechnologien wie Keramikspritzguss, die den Einsatz von keramischen Rohstoffen und Compounds in neuen Märkten fördern. KRAHN Ceramics erzielt seine Umsatzerlöse im Wesentlichen in Deutschland und im europäischen Raum. Das Jahr 2022 wurde durch die aus dem Vorjahr anhaltenden Konjunkturentwicklungen in diesen geografischen Märkten geprägt. Die Hauptabnehmerbranchen von keramischen Rohstoffen und Compounds der KRAHN Ceramics sind Medizintechnikindustrie (Dentalbranche und andere medizinische Produkte), Automobilindustrie, Elektronik- und Engineering-Branchen sowie Luxusindustrie, insbesondere der Teilmarkt der High-End-Uhren. 2.2 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage Vergleicht man das Geschäftsjahr 2022 mit der Planung für 2022, so hat die KRAHN-Gruppe die prognostizierten Umsatzsteigerungen deutlich übertroffen, blieb aber absatzseitig unter den Erwartungen. Insgesamt fiel das geplante operative Ergebnis vor allem bedingt durch Sondereffekte, geringer aus als erwartet. Der Umsatz der KRAHN-Gruppe erhöhte sich 2022 gegenüber dem Vorjahr um +11,8 % auf 1.659,8 Mio. EUR, vor allem bedingt durch die gestiegenen Verkaufspreise. Im gleichen Zeitraum sank die gesamte abgesetzte Menge um -9,3 % oder -47.929 Tonnen auf 465.068 Tonnen. Von dem Gesamtkonzernumsatz entfiel ein Anteil von 78,9 % (Vorjahr 78,4 %) auf die Distribution und den Handel mit Kunststoffen, Chemikalien, Kautschuk und anderen Artikeln und ein Anteil von 21,1 % (Vorjahr 21,6 %) auf die Compoundierung und Veredelung von Kunststoffen und anderen Produkten. Sowohl die Umsätze mit compoundierten und veredelten Produkten (+9,4 %) als auch die Handelsumsätze (+12,3 %) stiegen im Vergleich zum Vorjahr. Die Verteilung der Umsatzanteile der KRAHN-Gruppe nach Regionen hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verändert. Der Konzern erwirtschaftete 2022 37 % (Vorjahr 38 %) seines Gesamtumsatzes in Deutschland, 53 % (Vorjahr 54 %) in Europa (ohne Deutschland) und 10 % (Vorjahr 9 %) im Rest der Welt. Für die Zukunft ist zu erwarten, dass die Umsatzzuwächse außerhalb Deutschlands größer sein werden als im deutschen Heimatmarkt und dass sich somit die Umsatzanteile in Europa und im Rest der Welt weiter erhöhen. 2.2.1 ALBIS Die ALBIS startete sehr gut in das Jahr 2022. Wie in den Vorjahren war die Kaufbereitschaft der Kunden im ersten Quartal des Jahres am höchsten. Bedingt durch den Beginn des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine im ersten Quartal und eine steigende Inflation, trübten sich das konjunkturelle Umfeld und die Nachfrage seit dem zweiten Quartal ein. Ab dem zweiten Quartal lagen die Verkaufsmengen daher unter dem Vorjahresniveau. 2022 war geprägt von einem sehr hohen Preisniveau. Produzentenpartner haben zu einem Großteil die gestiegenen Energiekosten über Preiserhöhungen an die Kunden weitergereicht. Mit der geringeren Nachfrage im Verlauf des Jahres wurde die Weitergabe der gestiegenen Einkaufspreise zunehmend schwerer, sodass die Margen im zweiten Halbjahr einen negativen Trend zeigten. Nichtsdestotrotz lagen die spezifischen Margen in den ersten drei Quartalen über dem Vorjahresniveau. Seit dem vierten Quartal 2022 sind die Lieferketten weitestgehend stabilisiert, die Kunden verfügen über hinreichend Fertig- und Rohware. Materialien haben kurze Lieferzeiten und in einigen Produktbereichen herrscht - unter anderem - aufgrund der Rückkehr des asiatischen Wettbewerbs - ein intensiver Wettbewerb. Stark gesunkene Frachtraten für Routen aus Asien nach Europa sowie der Nachfrageschock in China aufgrund der der hohen Covid-Inzidenzen befeuerten den Angebotsüberhang chinesischer Materialien in Europa. Es herrscht weiterhin Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung, und die Kunden zeigen ein kurzfristiges Kaufverhalten. Die Absatzmenge der ALBIS Gruppe im Jahr 2022 beträgt konsolidiert insgesamt 313,3 Tsd. Tonnen. Dies entspricht einem Rückgang um -12,1 % oder -43,1 Tsd. Tonnen gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang resultierte mit -11,1 % oder -23,2 Tsd. Tonnen aus dem Bereich Engineering Plastics (EP) und mit -13,5 % oder -19,9 Tsd. Tonnen aus dem Bereich Standard Polymers (SP). Ein Großteil der geringeren Absatzmenge entfällt auf die Sales Region Central und die Sales Region East, die zusammen -40,1 Tsd. Tonnen oder 93,1 % des Mengenrückgangs erklären. ALBIS Deutschland ist mit einer Absatzmenge von 141,2 Tsd. Tonnen bzw. 45,1 % (Vorjahr 45,3 %) die wichtigste Landesgesellschaft der ALBIS Gruppe und verzeichnete einen Mengenrückgang von -20,2 Tsd. Tonnen. In der Sales Region East ist die Entwicklung in der russischen Tochtergesellschaft mit -7,8 Tsd. Tonnen der wesentliche Grund für den Mengenrückgang, nachdem die Geschäftstätigkeit aufgrund der EU- Sanktionen und die Entscheidung für den Rückzug aus dem russischen Markt zu einem Geschäftseinbruch geführt hat. Die russische Geschäftstätigkeit hat 2022 einen Ergebnisbeitrag von 0,2 Mio. EUR geleistet. In der Sales Region Asia-Pacific ist ein Vorjahresvergleich operativ schwierig, weil der Kundentransfer von der ALBIS zur MOCOM bis in das erste Quartal 2022 andauerte. Im Jahr 2022 fehlen daher -5,7 Tsd. Tonnen im Vorjahresvergleich (-41,7 %). Die asiatischen Gesellschaften zeigen eine positive Entwicklung und steigern die Kundenbasis, dem stand zum Jahresende - bedingt durch die Covid-Situation - jedoch eine geringere Nachfrage gegenüber. Die Sales Region South-West verzeichnet ein Mengenwachstum von +0,6 Tsd. Tonnen (+0,8 %), welches insbesondere durch die türkische Gesellschaft getragen wurde (+5,2 Tsd. Tonnen, bzw. +36,4 %). Die Sales Region North dagegen liegt mit -1,5 Tsd. Tonnen (-4,5 %) unter dem Vorjahresniveau. Aufgrund der hohen Preissteigerungen insbesondere in der ersten Jahreshälfte sowie der stärkere EP-Produktmix wuchs der Umsatz 2022 um +6,5 % auf über 1,1 Mrd. EUR. Mit Ausnahme der Sales Region East (aufgrund des Umsatzeinbruchs in Russland (-13,0 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr) und der Sales Region Asia-Pacific (-17,8 Mio. EUR) aufgrund von Kundenübertragungen an die MOCOM, konnten die übrigen Sales Regionen 2022 ihren Umsatz trotz Mengenrückgang steigern. Dies ist in erster Linie dem Produktmix und den höheren Verkaufspreisen geschuldet. Trotz des gestiegenen Umsatzes lag das EBIT der ALBIS bedingt durch höhere Materialkosten und dadurch geringere Margen sowie gestiegenen indirekten Kosten mit 63,3 Mio. EUR (Vorjahr 83,0 Mio. EUR) um -20,3 Mio. EUR unter dem Jahr 2021. Zur Einordnung des Rückgangs im Vorjahresvergleich ist zu berücksichtigen, dass das Jahr 2021 ein historisches Jahr für die ALBIS Gruppe mit positiven Sondereffekten sowie strukturellen Änderungen. Im Ergebnis 2021 waren rund 3,7 Mio. EUR Gewinn aus dem Verkauf des nicht mehr benötigten Produktionsgrundstücks in UK enthalten und ein rund 0,8 Mio. EUR höheres Ergebnis der russischen Gesellschaft. Zudem hatte die Verknappungssituation im BOPS-Geschäft der ALBIS im Jahr 2021 einen außerordentlichen Margeneffekt von rund 2,0 Mio. EUR ermöglicht. Das Ergebnis 2022 war durch die im Vergleich zum Vorjahr geringen Mengen belastet. Der EP-Bereich hat die negative Mengenentwicklung durch das hohe Margenniveau im Vergleich zum Vorjahr teilweise kompensiert. Im Jahr 2022 fehlt ein im Vorjahr realisierter Lieferantenbonus von 1,8 Mio. EUR, zusätzlich belasten strukturell höhere Servicekosten aus der Otto Krahn Gruppe das ALBIS Ergebnis mit 1,6 Mio. EUR. Darüber hinaus belasten negative Währungskurseffekte von 1,9 Mio. EUR und Pensionsbewertungseffekte mit 1,3 Mio. EUR das Ergebnis im Jahr 2022 mehr als im Vorjahr. Die ALBIS befindet sich weiterhin auf einem positiven strategischen Wachstumskurs. 2.2.2 MOCOM Nach einem absatzstarken Jahr 2021 ist die MOCOM Gruppe gut in das Jahr 2022 gestartet. Die Verkaufszahlen lagen im ersten Quartal fast auf dem Niveau des Vorjahres. Bedingt durch den Krieg in der Ukraine, steigende Inflation, hohe Energiekosten und eine insgesamt eingetrübte globale Konjunktureinschätzung sind die Absatzzahlen im weiteren Verlauf kontinuierlich gesunken. Insgesamt hat sich das Absatz-volumen der MOCOM Gruppe um 7,8 % auf 127.561 Tonnen gegenüber dem Vorjahr reduziert. Der Absatzrückgang erfolgte sowohl im Bereich der eigenen Compounds als auch der Lohncompoundierung. Die Rohstoffpreise sind 2022 weiter angestiegen: Die durchschnittlichen Materialkosten pro Kilogramm lagen +33 % über dem Vorjahreswert. Ebenfalls gestiegen sind die Produktionskosten. Dies ist vor allem auf die stark steigenden Energiekosten zurückzuführen, so haben sich in Deutschland die Energiekosten beispielsweise im Jahresverlauf um +77,4 % verteuert. Gegenüber Vorjahr sind die Stromkosten sogar um +186% bzw. +7,4 Mio. EUR gestiegen. Der hohe Kostenanstieg - sowohl bei Rohmaterialen als auch in der eigenen Produktion - ließ sich nur bedingt über Preissteigerungen am Markt kompensieren, obwohl die Verkaufspreise um +25 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden konnten. Dies führte trotz rückläufiger Verkaufsmengen zu einer Umsatzsteigerung von 311 Mio. EUR in 2021 auf 361 Mio. EUR in 2022. Während die Produktmarge der MOCOM Gruppe in 2022 um -9 % auf 43,1 Mio. EUR sank, konnte die Produktmarge pro Kilogramm konstant gehalten werden, was auf einen höheren Anteil der margenstarken Specialty Compounds zurückzuführen ist. Letztlich fehlten aber Mengen, um das absolute Margenniveau des Vorjahres zu erreichen. Die Region EMEA mit MOCOM Deutschland machte mit 87.498 Tonnen (-11 %) und einem Umsatz von 283 Mio. EUR (+12 %) den größten Anteil am Geschäft der MOCOM Gruppe aus. Die MOCOM Deutschland lag dabei vor allem im Absatz deutlich unter den Erwartungen. Die eigenen Compounds (Specialties, Advanced, Recycling Compounds) lagen mit 62.686 Tonnen um -7.896 Tonnen unter dem Vorjahr. Dabei ist der Absatz der margenstarken Specialty Compounds um -6 % eingebrochen, während die Nachfrage nach Advanced Compounds und den strategisch wichtigen Recycling Compounds jeweils um -13 % rückläufig war. Auch die Lohncompoundierung für die großen Partner der Otto Krahn Gruppe ging um -14 % auf 17.360 Tonnen zurück. Das Lizenzgeschäft mit der ALBIS verzeichnete dagegen ein Plus von +5,7 % auf 4.764 Tonnen. Bedingt durch den schlechten Absatz ging die Auslastung der drei deutschen Produktionsstandorte von 69 % in 2021 auf nur noch 64 % im Jahr 2022 zurück. In der Region Americas mit den Gesellschaften in den USA und Mexiko konnte der Absatz (+13 % auf 19.749 Tonnen) und der Umsatz (+46 % auf 50,2 Mio. EUR) gesteigert werden. Allerdings ging der Absatz der margenstarken Specialty Compounds um 11 % zurück. Mengen- und Umsatzwachstum wurde vor allem im Bereich der margenschwachen Lohncompoundierung (+20 %) realisiert. Auch in der Region Americas führten gestiegene Material- und Produktionskosten zu sinkenden Margen. Die Auslastung der Pro-duktionskapazitäten konnte von 47 % auf 60 % gesteigert werden. Allerdings belasten auch gestiegene Verwaltungskosten das Ergebnis, das deutlich hinter dem Vorjahr und den Erwartungen zurückblieb. Auch die Region APAC mit der Gesellschaft in Changshu hat 2022 ein schwächeres Ergebnis erzielt. Der Absatz lag mit 22.092 Tonnen um 14 % unter dem Vorjahr. Der Umsatz hat sich um +7,4 % auf 35 Mio. EUR gesteigert. Hauptverantwortlich für die Absatzentwicklung war der Nachfrageeinbruch im Bereich der Advanced Compounds (-11 %) und der Lohncompoundierung (-16 %). Margenstarke Specialty Compounds waren nahezu stabil während bei den Recycling Compounds sogar ein Absatzplus von +4,5 % erzielt werden konnte. Die Region APAC wurde vor allem durch die im Vergleich zu Europa zeitlich verschobenen Auswirkungen der Covid-Pandemie getroffen. Isolationsmaßnahmen haben die Nachfrage stark eingeschränkt. Organisatorisch wurden Kunden der ALBIS in der Region in die Direktkundenbetreuung der MOCOM übernommen. Dies führte zur Steigerung der Marge, aber auch zu höheren organisatorischen Kosten, insbesondere im Vertrieb. Die Auslastung der Produktion am Standort Changshu sank von 88 % auf 73 %. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hat die Region ein gutes Ergebnis erzielt, auch wenn man hinter dem Vorjahresergebnis zurückblieb. Das Ergebnis der MOCOM Gruppe lag im Jahr 2022 aufgrund der genannten Rahmenbedingungen deutlich unter den Erwartungen. Das gestiegene Kostenniveau konnte nur bedingt an den Markt weitergegeben werden. Zudem hat die mangelnde Auslastung der Produktionsstandorte für eine ungenügende Fixkostendeckung gesorgt. Die Konjunkturlage ist weiterhin unsicher und die Kunden zeigen ein kurzfristiges Kaufverhalten. 2.2.3 WIPAG Auch 2022 war für die WIPAG Gruppe wieder ein Jahr, das von Unsicherheit und schwankender Nachfrage geprägt war. Nachdem die Auswirkungen der Covid-Pandemie weitestgehend überwunden schienen, eröffnete der russische Überfall auf die Ukraine einen neuen geopolitischen Schauplatz, der zu starken wirtschaftlichen Verwerfungen führte. Insbesondere der Automobilsektor, in den der Großteil der Produkte des Unternehmens verkauft wird, war erneut stark betroffen. Wie in den Vorjahren führten unterbrochene Lieferketten immer wieder zu Produktions- und damit Absatzausfällen. Hinzu kam vor dem Hintergrund der ebenfalls durch den Angriffskrieg ausgelösten Energiekrise ein deutlich ansteigendes Preisniveau bei verschiedenen Basis-Polymeren und Recyclingrohstoffen. In den ersten drei Quartalen machte dies signifikante Preiserhöhungen notwendig. Nicht alle Kunden waren bereit oder in der Lage, diese Preisanpassungen mitzugehen und reduzierten ihre Abnahmemengen entsprechend. Im vierten Quartal trat hier jedoch eine Entspannung ein, und die Preise einiger Vorprodukte sanken wieder. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen konnten die ambitionierten Wachstumsziele des Unternehmens nicht erreicht werden. Der konsolidierte Gesamtabsatz der WIPAG Gruppe belief sich 2022 auf 10.014 Tonnen, was einer leichten Verringerung von -222 Tonnen bzw. -2,2 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der tendenziell rückläufigen Gesamtentwicklung stehen deutlich unterschiedliche Steigerungsraten innerhalb des Produktportfolios gegenüber. So konnte der Absatz an carbonfasergefüllten Compounds erneut stark gesteigert werden und nahm um +439 Tonnen oder +40,5 % zu. Auch im Bereich Open Loop, der Standardprodukte auf Basis von recycelten Polymeren, konnte ein Wachstum erzielt werden: Der Absatz stieg gegenüber dem Vorjahr um +312 Tonnen bzw. +5,4 %. Weiter rückläufig war hingegen das Geschäft mit Recycling-Dienstleistungen, das unter Closed Loop geführt wird. Hier schlug ein Rückgang von -156 Tonnen bzw. -8,8 % zu Buche. Ebenfalls zurückgegangen ist die Lohnverarbeitung für die MOCOM Compounds. Dieses Geschäft sank um -817 Tonnen oder -49,5 %. Trotz stagnierender Absatzentwicklung erzielte das Unternehmen 2022 ein starkes Umsatzwachstum. Die Erlöse nahmen gegenüber 2021 um +28,6 % zu und erreichten ein neues Allzeithoch bei 19,5 Mio. EUR. Diese Entwicklung wurde zum einen getrieben durch die Weitergabe von steigenden Einkaufspreisen für Vorprodukte und zum anderen durch Verschiebungen im Produktmix. Das erwähnte überproportionale Wachstum der Carbon-Produkte trug dabei ebenfalls zur Umsatzsteigerung bei, da hier die Verkaufspreise deutlich über dem Durchschnitt lagen. Die Preiserhöhungen führten zu einer absoluten Steigerung des Margenerlöses zu Standardkosten um 656 TEUR. Diese erfreuliche Entwicklung ist insbesondere durch Verbesserungen im Preismanagement und eine deutliche Stärkung des Einkaufs im Bereich Roh- und Wertstoffe für die Recyclingprodukte erreicht worden. Entgegen dem allgemeinen Markttrend konnte so eine gute Verfügbarkeit unserer Produkte sichergestellt und Knappheitsszenarien vermieden werden, wie sie 2021 noch mehrfach eingetreten waren. Die zwei Produktionsstandorte der WIPAG Gruppe haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 9.419 Tonnen produziert (nur Extrusion). Dies entspricht einer Abnahme um -321 Tonnen bzw. -3,3 % zum Vorjahr. Am Standort Neuburg wurden 3.634 Tonnen produziert, was einer Abnahme um -288 Tonnen gegenüber dem Vorjahr entspricht, und am Standort Gardelegen wurden 5.785 Tonnen produziert was einen Rückgang von -33 Tonnen bedeutet. Die zeitliche Auslastung der Werke lag bei durchschnittlich 50 % (Vorjahr 51 %). Trotz der Ausweitung der Umsatzerlöse konnte keine Verbesserung des Jahresergebnisses erzielt werden. In Erwartung von deutlich höheren Produktionsmengen wurde in die personelle Ausstattung der Produktionsstandorte investiert, auch um die Prozessstabilität und Anlagenverfügbarkeit zu verbessern. Aufgrund der ausbleibenden Steigerung der Ausbringungsmengen führte dies zu hohen Leerlaufkosten. Gleichzeitig stieg auch die weitere Kostenbasis an, z. B. durch die erwähnte Stärkung der Einkaufsfunktion, aber auch durch höhere Kosten für Dienstleistungen durch die Service-Einheiten des Konzerns. Unter dem Strich stand eine Verschlechterung des Jahresergebnisses (EBIT) gegenüber dem Vorjahr um -1,7 Mio. EUR auf nun -4,4 Mio. EUR. Ein Meilenstein in der Geschichte der WIPAG Gruppe war der Startschuss für die Expansion des Produktionsstandortes in Gardelegen. In einem ersten Schritt wurden die freien Flächen von der Stadt Gardelegen erworben, die an das derzeitige Produktionsgelände angrenzen. Geplant ist, in einem schrittweisen Ausbau die Kapazitäten des Standortes signifikant zu erweitern, beginnend mit einer zusätzlichen Produktionslinie für Carbon-Produkte. Nach Abschluss der Detailplanungen für den ersten Abschnitt ist der Baubeginn für das erste Halbjahr 2023 avisiert. Die geplante Gesamtinvestitionssumme für das Erweiterungsvorhaben beträgt 9,3 Mio. EUR. 2.2.4 KRAHN Chemie Nach dem Rekordergebnis 2021 hat die KRAHN Chemie Gruppe 2022 erneut ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Im nachfolgenden wurde zwecks besserer Vergleichbarkeit die Krahn Ceramics, die an die Otto Krahn New Business veräußert wurde, herausgerechnet. Die Absatzmenge von 65.805 blieb zwar mit 8.680 Tonnen (-11,7 %) unter Vorjahresniveau, dafür wurde aber der Umsatz um 41,7 Mio. EUR (+13,8%) ausgebaut. Der Jahresumsatz 2022 der KRAHN Chemie beläuft sich auf 343,4 Mio. EUR. Auch im EBIT wurde operativ ein hohes Wachstum erzielt, das zusätzlich durch den außerordentlichen Effekt "Veräußerung der KRAHN Ceramics" beeinflusst wurde. In Summe erreichte die KRAHN Chemie Gruppe ein EBIT von 36,0 Mio. EUR, das mit 65,2 % über Vorjahr liegt. Das erste Quartal weist den höchsten Absatz im Jahr 2022 auf. In den Folgequartalen verzeichnete KRAHN einen kontinuierlichen Rückgang im Absatz. Das vierte Quartal fiel insgesamt am schwächsten aus. Während der Absatz in den ersten Monaten durch Lieferengpässe limitiert wurde, überwog im Laufe des Jahres der Rückgang in der Nachfrage als Folge des Krieges in der Ukraine, der hohen Inflation sowie der damit verbundenen konjunkturellen Eintrübung. Parallel führte die Weitergabe der hohen Energie- und Rohstoffkosten zu einem deutlichen Preisanstieg, wodurch der Absatzrückgang auf Umsatzebene kompensiert wurde. Das Segment mit dem höchsten Umsatz 2022 war Schmierstoffe, das insgesamt einen Anteil von 36 % am Gesamtumsatz der KRAHN Gruppe ausmacht. Aufgrund der sehr guten Nachfrage und limitierten Verfügbarkeiten im Markt wurde hier der Umsatz um +22,9 % gegenüber dem Vorjahr ausgebaut. Das Segment Kunststoffe, Kautschuk und Kleb- und Dichtstoffe ist im Umsatz insgesamt um +3,7 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen und nimmt einen Umsatzanteil von 26 % ein. Auf gleichem Niveau liegt der Anteil des Segments Farben & Lacke, Bauchemie, das den Umsatz um +5,8 % gegenüber dem Vorjahr steigerte. Aufgrund erweiterter Distributionsrechte und neuer Projekte erzielte das Segment Wärmeträgerflüssigkeiten ein Umsatzwachstum von +35,3 % und erhöhte damit seinen Anteil auf 5 %. Der Umsatzanteil des Segments Reinigungsmittel und Körperpflege beläuft sich 2022 auf 4 %. Auch hier wurde der Umsatz um +30,3 % deutlich ausgebaut. KRAHN Chemie Deutschland mit einem Anteil von 45 % die größte Tochtergesellschaft im KRAHN Konzern, erzielte ein Umsatzwachstum von +6,4 % gegenüber dem Vorjahr. Deutlich stärker konnte die zweitgrößte Gesellschaft KRAHN Italia wachsen (+12,5 %). Die schwedischen Töchter AmphoChem AB und Pemco Additives AB, an denen KRAHN 2021 einen Mehrheitsanteil erworben hat, wurden zum 01.05.2022 auf die neu gegründete KRAHN Nordics AB verschmolzen. Zu der KRAHN Nordics gehören die Tochterfirmen KRAHN Specialty Fluids AB (ehemals Temper Technology) und BGM Logistics. Der Teilkonzern KRAHN Nordics, der mit 15 % zum Konzernumsatz beiträgt, erzielte im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzwachstum von +28,7 %. Auch die Töchter in Polen (+16,1 %), Benelux (+20,4 %) und Griechenland (+20,7 %) trugen zur deutlichen Umsatzsteigerung des Konzerns bei. Das Wachstum von KRAHN France fiel etwas schwächer (+11,2 %) aus. Aufgrund von Geschäftsverlagerungen auf andere Tochtergesellschaften des KRAHN Konzerns blieb der Umsatz der KRAHN UK (ehemals Petrico) auf Vorjahresniveau. Das ehemalige Joint-Venture Pemco-Trigueros Additives Spain (heute KRAHN Iberia) ist aufgrund der Erhöhung der Anteile auf 60 % im Geschäftsjahr 2022 erstmals vollumfänglich in das KRAHN Konzernergebnis eingebunden. 2.2.5 KRAHN Ceramics Nach einem sehr starken Ergebnis im Jahr 2021 gelang es der KRAHN Ceramics im Geschäftsjahr 2022 ihre finanziellen Leistungsindikatoren weiter zu verbessern. Die hohe Kundennachfrage hat sich 2022 fortgesetzt und zu einer stark steigenden Geschäftstätigkeit geführt: Das erste Quartal wies eine Steigerung der Umsatzerlöse um +78 % und der Absatzmenge um 86 % gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres auf. Auch das zweite und dritte Quartal liegen mit Umsatzsteigerungen von entsprechend +47 % und +31 % deutlich über dem Vorjahr. Erst im vierten Quartal wurde ein leichter Rückgang der Umsatzerlöse um 7 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Ursächlich für die Steigerung der Absatzmengen war im Wesentlichen die große Nachfrage unserer Kunden aus der Dentalbranche. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2022 1.129 Tonnen abgesetzt, +111 Tonnen mehr als im Jahr 2021. Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 39.906 TEUR, eine Steigerung um +10.458 TEUR oder 36 % zum Vorjahr. Das Umsatzwachstum ist zu 32 % auf Mengeneffekte und zu 68 % auf Produktmixeffekte zurückzuführen. Die KRAHN Ceramics erzielte im Geschäftsjahr 2022 eine Produktmarge in Höhe von 3.270 TEUR, die um +871 TEUR bzw. - ähnlich wie die Umsatzerlöse - +36 % über dem Vorjahresniveau liegt. 83 % dieses Ergebnisses konnten durch das Distributionsgeschäft mit keramischen Pulvern, wie Aluminiumoxid und Zirconia, erreicht werden. 15 % sind dem Bindemittelgeschäft sowie dem im Vorjahr neu entwickelten Geschäft mit eigenen Prozessadditiven zuzuordnen. Ein zweiprozentiger Anteil der gesamten Produktmarge ist auf die Compoundierung zurückzuführen, den Bereich, in dem die KRAHN Ceramics in enger Zusammenarbeit mit Kunden höchstspezialisierte keramische Feedstocks entwickelt und produziert. Über das Gesamtjahr 2022 betrachtet, wies der Bereich der Compoundierung mit +76 % gegenüber dem Vorjahr das größte Umsatzwachstum auf. Um die Nachfrage nach keramischen Spezialprodukten zu decken, wurden zum Ende des Jahres die Produktionskapazitäten deutlich ausgebaut. Dank der positiven Entwicklungen ist im Geschäftsjahr 2022 ein Rekordergebnis erzielt worden. Das EBIT lag bei 1.383 TEUR und stieg damit um +23 % gegenüber dem Vorjahr an. 2.3 Ertragslage des Konzerns
Gegenüber dem Vorjahr wurde ein Umsatzanstieg von +11,8 % verzeichnet. Der Rohertrag des Kalenderjahres erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 312.367 Mio. EUR um +1,3 % auf 316.459 Mio. EUR. Der im Verhältnis zum Umsatz geringere Anstieg des Rohertrages resultierte neben Veränderungen im Produktmix überwiegend aus dem gestiegenen Preisniveau für Rohstoffe, das nicht vollständig über entsprechende Anpassungen der Verkaufspreise an den Absatzmarkt weitergegeben werden konnte. Ausgehend von 119,7 Mio. EUR im Jahr 2021 erhöhte sich der Personalaufwand um +23,1 Mio. EUR oder +19,3% auf 142,8 Mio. EUR. Der Anstieg des Personalaufwands resultiert im Wesentlichen aus dem durchschnittlichen Mitarbeiteraufbau des Vorjahres (+156 Mitarbeiter), dem durchschnittlichen Mitarbeiteraufbau des Personalbestandes im Berichtsjahr (+41 Mitarbeiter) und den unter Berücksichtigung des Verbrauchs notwendigen Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen in Höhe von 13,6 Mio. EUR. Die Abschreibungen in Höhe von 17,2 Mio. EUR liegen 2022 auf dem Niveau des Vorjahres (17,2 Mio. EUR). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um +9,6 % bzw. um +10,9 Mio. EUR auf 124,0 Mio. EUR gestiegen. Davon entfallen +7,4 Mio. EUR auf den Anstieg der Stromkosten für MOCOM Deutschland sowie +1,0 Mio. EUR auf den Aufwand für Drohverlust-Rückstellungen für ALBIS Russland. Die sonstigen betrieblichen Erträge sinken gegenüber 2021 um -8,1 Mio. EUR auf 19,0 Mio. EUR. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die im Vorjahr enthaltenen +4,5 Mio. EUR aus dem Gewinn aus dem Verkauf des ehemaligen Betriebsgeländes der ALBIS UK in Knutsford zurückzuführen. Im Berichtsjahr war der Netto-Wechselkursverlust um 1,9 Mio. EUR höher als im Vorjahr. Insgesamt reduziert sich das EBIT als für die Gruppe wesentliche Steuerungsgröße von 88,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 50,3 Mio. EUR im Jahr 2022 um -38,1 Mio. EUR oder -43,1 %. Der Netto-Finanzaufwand (Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen) von 6,4 Mio. EUR liegt um -6,2 Mio. EUR unter dem Vorjahr. Als wesentlicher Effekt ist hier der Rückgang der Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensions-, Jubiläums- und Altersteilzeitrückstellungen um -4,8 Mio. EUR auf 3,9 Mio. EUR zu nennen. Das Ergebnis vor Steuern von 43,9 Mio. EUR liegt um -31,9 Mio. EUR oder -42,1 % unter dem Ergebnis von 2021. Die Umsatzrentabilität bezogen auf das EBIT lag mit 3,0 % um -3,0 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 6,0 %. Die bereinigte Steuerquote liegt mit 30,5 % bezogen auf das Ergebnis vor Ertragsteuern deutlich über dem Vorjahr (25,5%). Nach Abzug aller Steuern wurde im Geschäftsjahr 2022 ein Konzernjahresüberschuss von 20,6 Mio. EUR erzielt. Dieser liegt ausgehend von einem im Jahr 2021 erwirtschafteten Konzernjahresertrag von 49,8 Mio. EUR um -29,2 Mio. EUR unter dem Vorjahr. 2.4 Finanzlage des Konzerns
Der Cashflow aus dem operativen Geschäft erhöhte sich 2022 um +53,4 Mio. EUR von -21,6 Mio. EUR auf nunmehr 31,8 Mio. EUR. Wesentlicher Treiber ist die Verlangsamung des Aufbaus von Net Working Capital im Zuge eines verbesserten Working Capital Managements sowie stagnierender Preise im 2. Halbjahr 2022. Anstelle der -97,8 Mio. EUR in 2021 sind in 2022 nur noch -18,6 Mio. EUR in den Aufbau von Working Capital geflossen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist um +8,1 Mio. EUR auf -16,3 Mio. EUR gestiegen. Im Vorjahr sind die Akquisitionen von Petrico Ltd. und KRAHN Nordics maßgeblich als Treiber für die überdurchschnittliche Investitionstätigkeit zu nennen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthält gezahlte Dividenden an andere Gesellschafter (im Wesentlichen an die Kommanditisten der Otto Krahn GmbH & Co. KG) in Höhe von -10,6 Mio. EUR (Vorjahr -22,3 Mio. EUR). Demgegenüber stehen Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von (Finanz-)Krediten in Höhe von 41,5 Mio. EUR. Es wurden im Geschäftsjahr darüber hinaus Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten in Höhe von -17,9 Mio. EUR getätigt. Die liquiden Mittel haben sich insgesamt um +19,1 Mio. EUR auf 93,2 Mio. EUR erhöht. Zum Stichtag standen der KRAHN-Gruppe Kreditlinien von 106,1 Mio. EUR (inkl. 3,1 Mio. EUR für Avale) zur Verfügung (Vorjahr 92,9 Mio. EUR). Die Inanspruchnahme belief sich auf 15,0 Mio. EUR (Vorjahr 16,7 Mio. EUR). Darüber hinaus bestanden langfristige Bankkredite von 45,3 Mio. EUR (Vorjahr 21,8 Mio. EUR), die zusätzlich zum bestehenden Kreditrahmen gewährt wurden. Diese Kredite wurden im Wesentlichen für Expansionen und Akquisen verwendet. 2.4.1 Kapitalstruktur des Konzerns
Das Eigenkapital des Konzerns ist im Kalenderjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr von 279,0 Mio. EUR um +4,0 Mio. EUR auf 283,0 Mio. EUR gestiegen. Bei einem um +1,6 % auf 623,7 Mio. EUR gestiegenen Gesamtkapital ist die Eigenkapitalquote von 45,4 % konstant geblieben. Die Pensionsrückstellungen, die einen wesentlichen Anteil an den Fremdverpflichtungen des Konzerns ausmachen, erhöhten sich von 108,4 Mio. EUR im Jahr 2022 um +14,8 Mio. EUR auf 123,2 Mio. EUR. Der Anteil der Pensionsrückstellungen an der Bilanzsumme beträgt 19,8 % (Vorjahr 17,7 %). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr von 38,6 Mio. EUR um +21,5 Mio. EUR auf 60,1 Mio. EUR und beliefen sich damit auf 9,6 % des Gesamtkapitals (Vorjahr 6,3 %). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie erhaltene Anzahlungen sanken um -23,7 Mio. EUR oder -24,4 % auf 73,5 Mio. EUR. 2.4.2 Investitionen Die Investitionen beliefen sich im Jahr 2022 auf 17,1 Mio. EUR, davon entfielen 14,7 Mio. EUR auf das Sachanlagevermögen, wobei Investitionen in Höhe von 2,1 Mio. EUR auf den Erwerb des Grundstücks Mühlenhagen 32 entfielen und 1,3 Mio. EUR für die neue Sprinkleranlage im Werk Zülpich sowie 1,6 Mio. EUR für eine neue Compoundierlinie in Duncan die größten Einzelinvestitionen darstellten. 2.5 Vermögenslage des Konzerns
Der Buchwert des Anlagevermögens sank 2022 um -1,1 Mio. EUR auf 101,0 Mio. EUR. Dabei setzt sich der Rückgang aus -0,9 Mio. bei Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen (inkl. Firmenwerte) und -0,3 Mio. EUR bei den Finanzanlagen zusammen. Das kurzfristig in Vorräten und Forderungen gebundene Vermögen reduzierte sich von 414,0 Mio. EUR im Vorjahr um -9,0 Mio. EUR bzw. -2,2 % auf 405,0 Mio. EUR insbesondere aus geringeren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen per 31.12.2022 aufgrund des rückläufigen Geschäftsvolumens im vierten Quartal 2022. 2.6 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren des Konzerns 2.6.1 Personal Die für die KRAHN-Gruppe wesentlichen Personal-Kennzahlen entwickelten sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt:
Der Frauenanteil in der KRAHN-Gruppe ist im Vergleich zum Vorjahr um +5,5 %-Punkte gestiegen. Auch die Fluktuation in Prozent ist um +3,0 %-Punkte auf 12,3 % angestiegen. Die KRAHN-Gruppe steigert weiterhin die Attraktivität des Arbeitsplatzes und investiert in Nachhaltigkeit und digitalen Fortschritt. Ein Erfolg aus dem Jahr 2022 war die Einführung von SuccessFactors. Dies beinhaltete die Integration unserer Lernmanagements von umantis in das SuccessFactors Modul Learning sowie die Einführung eines führenden Personalstammdatensystems im Modul Employee Central. Basierend auf dieser Implementierung werden zukünftig die People & Culture Funktionen in SuccessFactors erweitert. Zudem startete die KRAHN-Gruppe gemeinsam mit der Company Bike Solution GmbH und der Qualitrain GmbH zwei Projekte, um die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu fördern und ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Mit Company Bike können Mitarbeitende sich ein modernes Leasingrad aussuchen. Der Leasingvertrag läuft über 36 Monate, in dieser Zeit steht das Rad ebenso für die private Nutzung bereit. Durch Qualitrain können Mitarbeitende eine kostengünstige, monatlich kündbare Firmenfitness-Mitgliedschaft nutzen, mit der deutschlandweit in 5.000 Studios oder zu Hause per Fitness-App trainiert werden kann. Im Jahr 2022 umfasste das Angebot einen Umfang von 150 Beschäftigten, die zwischen beiden Optionen wählen durften. Ein monatlicher Zuschuss von ca. 20,00 EUR zur Nutzungsrate wurde seitens des Arbeitsgebers bewilligt. Der Restbetrag wird vom Entgelt des Mitarbeitenden einbehalten. 3 Prognosebericht Die Planung der KRAHN-Gruppe für das Geschäftsjahr 2023 basiert auf einer dynamischen und von leichtem Wachstum ausgehenden Konjunkturlage. Wobei erst zum zweiten Halbjahr 2023 von einer Erholung und Steigerung ausgegangenen wird. Die hohen Inflationsraten belasten derzeit die deutsche Konsum- und Baukonjunktur durch eine sinkende Kaufkraft und erheblich gestiegene Finanzierungskosten. Gleichzeitig erholt sich die Industriekonjunktur aufgrund nachlassender Lieferengpässe bei Vorprodukten und kräftiger Rückgänge bei den Energiepreisen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt wird 2023 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres stagnieren (-0,1 %) und im kommenden Jahr um 1,7 % zulegen. Die Inflationsrate wird im Jahr 2023 mit durchschnittlich 6,2 % nur wenig niedriger liegen als 2022. Erst für das kommende Jahr wird ein Rückgang der Inflationsrate auf 2,2 % erwartet. Die deutsche Wirtschaft schrumpft seit Ende vergangenen Jahres, nachdem sie sich bis in den Spätsommer hinein noch recht kräftig erholte. Zwar verlieren die Angebotsschocks, die die Produktionskapazitäten als Folge der Corona- und Energiekrise spürbar einschränkten, allmählich an Bedeutung. Allerdings schwächt sich seit dem Herbst 2022 zunehmend die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen ab. Zum einen dämpft die verhaltene Entwicklung der globalen Konjunktur das deutsche Exportgeschäft. Zum anderen belasten die hohen Inflationsraten die Konsum- und Baukonjunktur durch eine sinkende Kaufkraft und erheblich gestiegene Finanzierungskosten. Die Teuerung hat im Verlauf des vergangenen Jahres zunehmend an Breite gewonnen und verharrt seit einigen Monaten auf historischen Höchstständen. Während sich der direkte Beitrag der Energiepreise seit dem Herbst allmählich abschwächt, hat die Inflation bei allen anderen Waren und Dienstleistungen kontinuierlich zugenommen und im Februar 7,6 % erreicht. Neben den gestiegenen Produktionskosten, die von den Unternehmen an die Verbraucher weitergegeben wurden, trug dazu auch eine spürbare Ausweitung der Gewinnmargen in einigen, insbesondere konsumnahen Wirtschaftsbereichen bei. Der Höhepunkt der Inflationswelle dürfte hingegen mittlerweile erreicht sein. Insbesondere ist von den Energiepreisen im Verlauf der kommenden Monate kein weiterer Schub mehr zu erwarten. Die Beschaffungspreise für Strom und Gas sind seit dem Spätsommer des vergangenen Jahres spürbar gesunken. Im verarbeitenden Gewerbe sind daher - den ifo- Konjunkturumfragen zufolge - in den kommenden Monaten spürbar weniger Preisanhebungen geplant, so dass sich der Anstieg der Erzeugerpreise weiter verlangsamen dürfte. Ein merklicher Rückgang beim Verbraucherpreisanstieg wird jedoch noch etwas auf sich warten lassen, da die Energieversorger die gesunkenen Beschaffungskosten erst mit Verzögerung an ihre Abnehmer weitergeben. Für die privaten Haushalte werden daher die Energiepreise frühestens ab Ende 2023 unter ihren Vorjahreswert sinken. Ähnliches gilt für die Betriebe in konsumnahen Wirtschaftsbereichen, die ihre Energie auch überwiegend von den Versorgungsunternehmen beziehen. Der Preisdruck von Seiten der Lohnkosten wird zunehmen, da im Laufe dieses Jahres mit spürbaren Anstiegen der Tarifverdienste zu rechnen ist. Insgesamt dürfte daher vor allem die Kerninflationsrate (also der Anstieg der Verbraucherpreise ohne Energie) im weiteren Verlauf nur langsam sinken und im Jahresdurchschnitt 2023 mit 6,3 % sogar deutlich höher liegen als noch im Vorjahr (4,9 %). Da jedoch der Inflationsbeitrag der Energiepreise in den kommenden Monaten stark abnimmt, dürfte die Gesamtinflationsrate von 6,9 % im Jahr 2022 auf 6,2 % im Jahr 2023 zurückgehen. Erst im kommenden Jahr dürfte sich der Preisanstieg allmählich wieder normalisieren. Unter der Annahme, dass sich Rohstoffe und Energie entsprechend der derzeitigen Markterwartung im Prognosezeitraum nicht wesentlich verteuern und dass die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen weiter anhebt, dürfte die Inflationsrate im Jahr 2024 auf 2,2 % und die Kernrate auf 2,8 % zurückgehen. Im weiteren Verlauf des Jahres wird sich die Konjunktur in nahezu allen Wirtschaftsbereichen erholen. Darauf deutet die spürbare Verbesserung der ifo-Geschäftserwartungen seit Oktober 2022 hin. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nehmen seit Jahresbeginn wieder zu, und die globale Konjunktur dürfte an Fahrt gewinnen. Langsam sinkende Inflationsraten und steigende Löhne dürften spätestens ab Jahresmitte wieder zu einem Reallohnplus führen und die Binnenkonjunktur stützen. Bremsen dürfte hingegen die Bauwirtschaft, auch wenn dort zu Jahresbeginn ein überraschend hoher Produktionszuwachs verzeichnet wurde. Die Nachfrage nach Bauleistungen ist kräftig eingebrochen, nicht zuletzt als Folge der rasch steigenden Finanzierungskosten. Für China gehen die Prognosen derzeit von einem sich gegenüber 2022 (3,2 %) gesteigerten BIP-Wachstum von 4,8 % im Jahr 2023 aus, was im Wesentlichen auf die Öffnung des Landes nach den restriktiven Corona-Eindämmungsmaßnahmen und den damit einhergehenden positiven wirtschaftlichen Effekten zurückzuführen ist. Die KRAHN-Gruppe plant für 2023 einen Nettoumsatz von 1.768 Mio. EUR und eine Absatzmenge von 493 Tsd. Tonnen. Für das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Beteiligungserträgen (EBIT) wird für 2023 von einem rückläufigen Margenniveau bei steigendem Kostenniveau ausgegangen und mit 56,1 Mio. EUR geplant. Die globale Automobilindustrie schaut zuversichtlicher in das Jahr 2023. Global betrachtet, wird ein Anstieg der Automobilverkäufe von 4,8 Mio. Fahrzeugen (+6,1 %) erwartet, wobei für Europa ein Anstieg von 1,0 Mio. Fahrzeugen (+6,2 %), für Nord Amerika ebenfalls von rund 1,0 Mio. Fahrzeugen (+6,4 %) und für China von rund 1,7 Mio. Fahrzeugen (+7,0 %) prognostiziert wird. Für die deutsche Elektrotechnik- und Elektroindustrie wird im Jahr 2023 eine Konsolidierung auf hohem Niveau erwartet, wobei der Markt insbesondere durch die Energiekriese beeinflusst werden wird und auf dem Niveau des Vorjahres 2022 stagnieren wird. Branchentreiber bleiben weiterhin die fortschreitende Elektrifizierung, die Modernisierung des Stromnetzes, die Automatisierung und Digitalisierung von Prozessen und Geschäftsmodellen, bei der die Elektrotechnik- und Elektroindustrie ihren Beitrag leistet. Für das Jahr 2023 wird für die Health Care Industrie vom Verband trotz der großen Herausforderungen mit einem moderaten Umsatzzuwachs gerechnet. Die Entwicklung wird jedoch weniger durch verstärkten Absatz als durch das anhaltend hohe Preisniveau in der Rohstoffbeschaffung sowie deutlich steigenden Personalkosten getrieben. Als ein sich europaweit weiter verstärkender Trend wird die Festlegung von Maßnahmenplänen zur Einhaltung von Nachhaltigkeitszielen gesehen. Hier geraten zunehmend die Anwendermärkte, z.B. Krankenhausgesellschaften, unter Zugzwang. Die zunehmende Erarbeitung und Umsetzung entsprechender Pläne wird den verstärkten Einsatz von nachhaltigen Roh- und Einsatzstoffen insbesondere in der Medizintechnik und im Verpackungsbereich (hier spezielle Verpackungen von Arzneien und Pharmazeutika) zur Folge haben. Im Bereich der Diagnostikanwendungen, z.B. IVDs wird nach Abflauen der Pandemiesituation allgemein weiter mit einem Nachfragerückgang gerechnet. 4 Chancen-/Risikobericht 4.1 Risikobericht Die KRAHN-Gruppe geht unternehmerische Risiken ein, wenn dadurch ein angemessener Beitrag zur Unternehmenswertsteigerung erwartet werden kann. Steuerungsinstrumente sind dabei die strategische Unternehmensplanung und ein differenziertes Risikomanagementsystem, über das Chancen und Risiken identifiziert, bewertet und beobachtet werden, um frühzeitig Entwicklungen zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten. Das laufende Berichtswesen liefert darüber hinaus für alle Konzernbereiche aktuelle Informationen zur Geschäftsentwicklung und stellt die Steuerung der betrieblichen Abläufe auf kurze Sicht sicher. Der globale Verhaltenskodex der KRAHN-Gruppe vermittelt allen internen und externen Unternehmensbeteiligten die herausragende Bedeutung, die die Unternehmensführung der Beachtung gesetzlicher und ethischer Bestimmungen beimisst. 4.1.1 Gesamtwirtschaftliche und konjunkturelle Risiken Konjunkturschwankungen bilden sich in der Geschäftsentwicklung der KRAHN-Gruppe als Lieferant industrieller Rohstoffe verhältnismäßig früh ab. Hinzu kommt die politische Situation im In- und Ausland, mit der teilweise länderspezifische Risiken verbunden sind, die Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung haben können. Dasselbe gilt für geopolitische Entwicklungen, wie den Krieg in der Ukraine und die in diesem Zusammenhang verhängten Sanktionen gegen Russland. Eine sich abschwächende Konjunktur kann zu Minderauslastungen der vorhandenen Produktionskapazitäten im Bereich Compoundierung führen. Die Breite und Tiefe des Produktsortiments und die Diversifizierung auf unterschiedliche Abnehmerbranchen sorgen für eine stärkere Unabhängigkeit von einzelnen Branchen und ihren Zyklen. 4.1.2 Markt- und Branchenrisiken Grundsätzlich versucht die KRAHN-Gruppe, über die kontinuierliche Beobachtung ihrer Märkte, durch eine sorgfältige Lieferantenauswahl und durch die Schaffung effizienter Rahmenbedingungen den Marktrisiken entgegenzuwirken. So gilt es, die Verfügbarkeit und die Qualität der Rohstoffe und Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen für die Kunden des Konzerns zu sichern. Steigende Rohstoffpreise und ein erhöhter Kostendruck können zu einer Änderung in der Nachfrage und einem Anstieg der Wettbewerbsintensität führen. Ein erhöhter Preiswettbewerb birgt das Risiko sinkender Margen. Diesem Risiko wirkt der Konzern durch die kontinuierliche Erweiterung der Produktpalette und der Neuentwicklung thermoplastischer Compounds entgegen. Der wirtschaftliche Erfolg eines Distributionsunternehmens in der Kunststoffindustrie wird nachhaltig durch die Vielfalt und Breite des angebotenen Produktsortiments bestimmt. Mit Produzenten von Kunststoffrohstoffen, die der Distributor vertreibt, werden deshalb nach Möglichkeit längerfristige Verträge geschlossen, die den Vertrieb in bestimmten Absatzregionen und/oder -segmenten regeln. In Folge wesentlicher Strukturveränderungen der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse seitens der Polymerhersteller besteht für Distributoren grundsätzlich das Risiko, dass sich bestehende Geschäftsmodelle in der Zusammenarbeit verändern. Durch ein professionelles Lieferantenmanagement und durch die kontinuierliche Weiterentwicklung des bestehenden Portfolios konnte die KRAHN-Gruppe in der Vergangenheit derartige Geschäftsverluste begrenzen. Durch die Pflege bestehender Lieferantenverbindungen und den Zugewinn neuer Lieferanten hat die Unternehmensgruppe von den Entwicklungen in der chemischen Industrie sogar eher profitiert. Ein längerer Produktionsausfall sowie ein insolvenzbedingter Wegfall von Produzenten bergen ein Risiko für die Geschäftsentwicklung, da nicht jeder Lieferant für ein definiertes Produktportfolio sofort und unmittelbar ersetzt werden kann. Diesem Risiko wird durch sorgfältige Lieferantenauswahl begegnet. Kostenseitig bestehen für die KRAHN-Gruppe die Risiken im Wesentlichen in Preiserhöhungen für die gehandelten Produkte. Diesen Effekten wird durch ein aktives Lagerbestandsmanagement, Änderung des Einkaufsverhaltens und die Weitergabe von Preiserhöhungen an den Absatzmarkt begegnet. Darüber hinaus sind Steigerungen der Personalkosten und wachsende Energieausgaben wesentliche Faktoren. 4.1.3 Finanzielle Risiken Den Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken wird durch eine kontinuierliche Optimierung des Working Capital, eine breite Bankenstreuung und ein zentrales Liquiditätsmanagement für die Firmengruppe begegnet. Bestehende Kreditlinien der Banken wurden in vollem Umfang bestätigt. In Einzelfällen bestehen Covenants in Bezug auf die Erreichung einer bestimmten Eigenkapitalquote. Bei der derzeitig sehr guten Kennzahl ist das Risiko eines Unterschreitens des Covenants-Limits sehr unwahrscheinlich. Das Unternehmen ist bei der Beschaffung von Rohstoffen und Handelswaren sowie bei der Veräußerung von Fertigerzeugnissen und Waren Wechselkursrisiken ausgesetzt. Der größte Teil der Wertschöpfung wird jedoch in der Eurozone erzielt. Wechselkursrisiken wird mit dem angemessenen Abschluss handelsüblicher Devisentermingeschäfte oder durch Anpassung der Finanzierungsstruktur zur Erreichung von sogenannten "natural hedges" begegnet. Die Strategie besteht darin, Fremdwährungsrisiken möglichst gering zu halten. Das Risiko einer möglichen Zahlungsunfähigkeit der Kunden wird konzernweit durch Kreditversicherungen begrenzt. Die KRAHN-Gruppe beobachtet sorgfältig die Entwicklung der Außenstände und das Zahlungsverhalten, um das Risiko von Forderungsausfällen gering zu halten und plötzliche Ausfälle zu vermeiden. 4.1.4 IT-Risiken Für die Geschäftsprozesse einschließlich der internen und externen Kommunikation der KRAHN-Gruppe werden IT-Systeme genutzt, deren wesentliche Störung oder gar Ausfall global und regional zu einem Datenverlust und einer ernsthaften Beeinträchtigung der Geschäftsprozesse führen kann. Eine Einstufung der Systeme gemäß ihrer Relevanz für die Geschäftsprozesse erfolgt, um diese Risiken zu minimieren und die Systeme im notwendigen Umfang abzusichern. Basierend auf den mit den Geschäftsbereichen abgestimmten Verfügbarkeits- und Sicherheitsanforderungen und daraus resultierenden Service Level Agreements (SLA) werden die Systeme der Unternehmensgruppe durch eine Vielzahl von Maßnahmen gegen Risiken wie Datenverlust, Ausfälle und Manipulationen geschützt. Darüber hinaus gelten unternehmensweite IT-Sicherheitsrichtlinien für die Mitarbeitenden. Hinzu kommen weitreichende Maßnahmen zur Gewährleistung der Anforderungen an den Datenschutz. Die IT-Bedrohungen von außerhalb und ihre Abwehr sind weiterhin von zentraler Bedeutung. Themen wie Verschlüsselungsangriffe/Krypto-Trojaner oder Angriffsversuche über sogenannte Social-Engineering-Methoden waren zunehmend zu verzeichnen. Die Anzahl der Firmen, Behörden und Institutionen, die durch einen erfolgreichen Cyberangriff signifikante Schäden erlitten haben, war im Jahr 2022 wieder sehr hoch. Das eigene IT-Security-Team musste eine hohe Anzahl unterschiedlichster Angriffe - vor allem ausgefeilte Phishing-Kampagnen - abwehren. Damit solche Angriffe auch weiterhin keinen Erfolg haben, setzt die KRAHN-Gruppe neben umfangreichen Cyber-Security-Maßnahmen auch auf die regelmäßige Sensibilisierung aller Mitarbeitenden weltweit. So hat auch im letzten Jahr wieder ein umfangreiches Trainingsprogramm zur Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeitenden zu den virtuellen Gefahren durch digitale Angriffe, u. a. durch Phishing und Viren, stattgefunden. Die vor einigen Jahren eingeführte Zwei-Faktor-Authentifizierung ist mittlerweile als wichtiger Bestandteil der Schutzmaßnahmen voll etabliert und hat sich auch im letzten Jahr als unabdingbar erwiesen. Insgesamt wurden 2022 die Fähigkeiten im Bereich der Erkennung und Abwehr von Cyberangriffen weiter optimiert. Neben einer personellen Aufstockung des IT-Security-Teams und diverser technischer Maßnahmen, wurde Ende des Jahres ein Security Operations Center implementiert, das rund um die Uhr auf eingehende Security-Alarme reagieren und sofort Gegenmaßnahmen einleiten kann. Die permanente Verbesserung des IT-Security-Niveaus wird weiter eine hohe Bedeutung für die Unternehmensgruppe haben. 4.1.5 Umweltrisiken Die Tochtergesellschaften MOCOM Compounds GmbH & Co. KG und WIPAG Deutschland GmbH verfügen an jedem ihrer Produktionsstandorte über ein Managementsystem nach ISO 14001:2015. Ebenfalls hat sich die KRAHN Chemie Deutschland GmbH als Chemie-Distributor nach dem genannten Standard zertifizieren lassen. Die Identifizierung von potenziellen Chancen und Risiken sowie die Ableitung von Maßnahmen sind Teil der Normenanforderungen und somit in die Prozesse der Unternehmen integriert. Aus der Geschäftstätigkeit der anderen Tochterunternehmen der KRAHN-Gruppe ergeben sich keine besonderen Umweltrisiken. 4.1.6 Sonstige Risiken Den sich aus dem demografischen Wandel und einem vermehrt spürbaren Mangel an Fachkräften ergebenden Risiken im Bereich Personal wirken wir durch personalstrategische Maßnahmen wie vorab bereits beschrieben entgegen. Diese Maßnahmen richten sich zum einen an Mitarbeitende des Konzerns und zum anderen an potenzielle Mitarbeitende. Darüber hinaus nimmt der Konzern regelmäßig an HR-Messen teil, um die Arbeitgebermarke zu stärken und die Gruppe als attraktiven Arbeitgeber im Markt für potenzielle Mitarbeitende zu präsentieren. Im Rahmen von Integrationsprozessen existieren verschiedene Risikoaspekte. Wesentliche Risikokomponenten bilden dabei der unerwartete Weggang von Personal in Schlüsselpositionen, die mangelnde Kompatibilität von EDV-Systemen, höher als erwartete Aufwendungen im Rahmen der Integration oder auch der Wegfall von Geschäftsbeziehungen. Im Rahmen der Akquisitionen werden die Risikoaspekte im Vorfeld mit Hilfe von detaillierten Due-Diligence-Prüfungen beobachtet und ausgewertet. Die Integrationen der getätigten Akquisitionen verlaufen planmäßig. Ebenso werden wesentliche Investitionen auch nach der Umsetzungsphase intensiv verfolgt. Compliance- und regulatorische Risiken ergeben sich aus Gesetzen und Vorschriften, die auf Strafen oder Sanktionen beruhen, um die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens zu regulieren, z. B. Korruption, Betrug/Untreue, Kartellrecht. Marktmanipulation, Exportkontrolle. Unsere Zielsetzung ist es, regelkonformes Handeln im Handeln und Denken aller Mitarbeitenden zu verankern. Deshalb haben wir eine Compliance-Funktion geschaffen, die nach dem 3-Line-Model organisiert ist. Damit sind alle Gesellschaften und Bereiche für die Funktionsfähigkeit des Compliance-Managementsystems verantwortlich. Das Compliance-Managementsystem besteht aus den folgenden Elementen:
Der Group Compliance Officer berichtet jährlich dem Audit Committee den Stand, Fortschritte und Entwicklungen im Compliance Bereich. Die Mission der Internen Revision ist es, gemäß den internationalen Standards für die berufliche Praxis der Internen Revision, den Wert einer Organisation durch risikoorientierte und objektive Prüfung, Beratung und Einblicke zu erhöhen und zu schützen. Die Interne Revision erbringt unabhängige und objektive Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen, welche darauf ausgerichtet sind, Mehrwerte zu schaffen und die Geschäftsprozesse zu verbessern. Sie unterstützt die Organisation bei der Erreichung ihrer Ziele, indem sie mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Effektivität des Risikomanagements, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse bewertet und hilft, diese zu verbessern. Gemäß dem "Corporate Internal Audit Activity Charter" der Otto Krahn Gruppe umfasst das Audituniversum alle Aktivitäten sowie Tochtergesellschaften. Im Bereich der Internen Revision erfolgte - gemäß des durch die Geschäftsführung und das Audit Committee freigegebenen Annual Audit Plans für das Prüfungsjahr 2022 - eine Prüfung bei KRAHN Hellas. Weitere Prüfungen der ALBIS Plastic in Wien, der KRAHN Chemie Polska und der ALBIS Polska werden bis Ende März 2023 durchgeführt. Die Audits werden von Auditoren von EY unterstützt, sofern notwendig. Durch die Einführung einer Prüfungssoftware ("zapAudit" des Anbieters zapliance) wird die Datenanalyse der SAP-Prozesse automatisiert: zapAudit extrahiert unsere SAP-Daten auf dem firmeneigenen Server, rekonstruiert die SAP-Prozesse und prüft die Daten anhand von über 150 Fragestellungen. Neben der Finanzbuchhaltung werden auch die MM, SD und Anlageprozesse rekonstruiert. Ein erster Test läuft bereits bei KRAHN Ceramics. Der Director Tax & Legal berichtet an den CFO und jährlich an das Audit Committee. 4.2 Beurteilung der Gesamtrisikosituation Die geopolitischen Risiken speziell im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine und die angespannte Lage im ostasiatischen Wirtschaftsraum beeinflussen die Geschäftsentwicklung der KRAHN-Gruppe sowohl unmittelbar als auch mittelbar. Insbesondere die steigende Inflation und die sich daraus ableitende voraussichtlich rückläufige Nachfrage zählten aktuell neben dem zunehmenden Fachkräftemangel bei gleichzeitig steigenden Lohnkosten zu den wesentlichen Risiken. Hinzu kommen anhaltende Materialknappheit, unterbrochene Lieferketten sowie eine Vielzahl neuer Regularien. Eine Prognose über den weiteren Verlauf oder die andauernden wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklungen ist nicht absehbar. Die KRAHN-Gruppe hält weiter an einem generellen Vorsichtsprinzip fest. Im Hinblick auf den Krieg Russlands in der Ukraine wurden entsprechende Maßnahmen zur Risikoeinschätzung und -minimierung initiiert und 2022 die operativen Geschäfte in Russland weitestgehend eingestellt. In Summe haben die Märkte in den beiden Ländern nur einen geringen Einfluss auf das Geschäft der KRAHN-Gruppe. 2022 lag das wesentliche Risiko der ALBIS Plastic OOO in Russland, einer 100 %igen Tochtergesellschaft von ALBIS, in der Begleichung von Kundenforderungen an die russische Tochtergesellschaft. Diesem Risiko wurde bereits seit März 2022 aktiv durch komplette Umstellung auf Vorkasse entgegengewirkt. Aufgrund der Kapitalausstattung und der zur Verfügung stehenden Finanzmittel ist die Fortführung der Unternehmensgruppe in den nächsten Jahren gesichert. 4.3 Chancenbericht In der Kunststoffdistribution und -compoundierung sowie in der Distribution von Spezialitätenchemikalien eröffnen sich auch weiterhin gute Möglichkeiten für Wachstum. Die Teilkonzerne der Otto Krahn Gruppe sind in den von ihnen besetzten Marktsegmenten hierfür gut positioniert. Wachstumsmöglichkeiten ergeben sich jeweils sowohl aus einer Erweiterung und Optimierung des Produktportfolios als auch aus der Erschließung neuer Märkte im Ausland. 4.3.1 ALBIS In der Kunststoffdistribution eröffnen sich auch weiterhin gute Möglichkeiten für Wachstum. Die ALBIS Gruppe ist hierfür gut positioniert. Wachstumsmöglichkeiten ergeben sich sowohl aus einer Erweiterung und Optimierung des Produktportfolios, einer intensiven Bearbeitung der Abnehmerindustrien, u. a. durch konstatierte Vertriebskampagnen (Sales Campaigns) und den Ausbau des Industriesegments für Healthcare Anwendungen. Insbesondere durch den Ausbau von Marktanteilen in Asien, Marokko und Italien wird weiteres profitables Wachstum erwartet. Auch in den etablierten Märkten in Europa wird Wachstum durch konstatierte Länderstrategien forciert. In der Kunststoffdistribution bestimmen sich die Wachstumsmöglichkeiten nicht allein durch die allgemeine konjunkturelle Entwicklung, sondern auch durch die Gestaltung der Zusammenarbeit mit den strategischen Partnern (Polymerhersteller). So können Märkte, die für einen Produzenten von nachrangiger Bedeutung sind, für einen Distributor aufgrund der Delegation eines größeren Geschäftsanteils durch den Polymerhersteller attraktiv sein. Darüber hinaus ergibt sich Wachstumspotenzial durch die Übernahme weiterer Vertriebsrechte in bisher nicht abgedeckten Regionen. 4.3.2 MOCOM Auch in der Kunststoffcompoundierung eröffnen sich weiterhin gute Wachstumsmöglichkeiten. Die MOCOM ist zusammen mit ihren ausländischen Tochtergesellschaften in den besetzten Marktsegmenten hierfür gut positioniert. Wachstumsmöglichkeiten ergeben sich jeweils sowohl aus einer Erweiterung und Optimierung des Produktportfolios als auch aus der Erschließung neuer Märkte im In- und Ausland. Im Bereich der Kunststoffcompoundierung führen Produktinnovationen zur Erschließung neuer Anwendungsgebiete und regionale Expansion zur Geschäftsausweitung. Um diese Möglichkeiten umfassend auszuschöpfen, investiert das Unternehmen in Personal- und Produktentwicklungsressourcen und forciert seine globale Präsenz. 4.3.3 WIPAG Mit dem Kauf der WIPAG zu Beginn des Jahres 2018 hat die Otto Krahn Gruppe ihr Produktportfolio um Compounds auf Basis von rezyklierter Carbonfaser sowie um ein breites Spektrum an Compounds, die zu 100 % mit mechanisch recycelten Polymeren produziert werden, erweitert. Die Carbonfaser Compounds vereinen geringe Dichte mit exzellenten Eigenschaften zu einem attraktiven Preis. Sie sind damit prädestiniert für den Einsatz in Leichtbauanwendungen aller Art und werden z. B. im Automobilbau, in Elektrogeräten sowie in Sport- und Freizeitprodukten verwendet. Diese innovative Produktkategorie ist erst seit einigen Jahren auf dem Markt und hat das Potenzial, durch Verdrängung anderer Materialien (glasfaserverstärkte Kunststoffe, Metalle) kontinuierlich deutlich stärker zu wachsen als die jeweiligen Gesamtmärkte. Bisher fokussiert sich die Geschäftsentwicklung auf den deutschen und mit Einschränkung auf den europäischen Markt. Eine verstärkte Bearbeitung der europäischen Auslandsmärkte sowie der internationalen Märkte, insbesondere in Amerika und Asien, birgt zusätzliches Wachstumspotenzial. Der zweite Bereich, in dem WIPAG aktiv ist, ist das mechanische Recycling von technischen Kunststoffen. WIPAG verfügt über langjährige Erfahrung in diesem Bereich und arbeitet mit eigenentwickelten Verfahren für die Trennung und Aufbereitung der Stoffströme. In der Vergangenheit war der Markt für recycelte Kunststoffe vielfach preisgetrieben und die Produkte dienten als günstigerer Ersatz für Neuware. Mittlerweile ist hier eine deutliche Änderung zu beobachten: Die Klimakrise hat das allgemeine Bewusstsein erreicht, Umweltschutz und Recycling werden immer mehr zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor. Zusätzlich getrieben wird das Thema aus regulatorischer Sicht. Im Rahmen des Green Deals hat die EU das Ziel ausgerufen, dass die europäische Wirtschaft bis 2050 klimaneutral werden soll. Der Kunststoffindustrie kommt dabei eine wichtige Aufgabe zu. Im Rahmen der Circular Plastics Alliance wird die Branche aufgefordert, über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg den Recyclinganteil im Kunststoffmarkt zu erhöhen, auf zunächst 10 Mio. Tonnen bis 2025. Langfristig wird eine vollständig zirkuläre Wirtschaft angestrebt. Diese Entwicklung ermöglicht in den nächsten Jahren große Wachstumschancen im Markt für Kunststoffrecycling. Die WIPAG ist mit ihrer Einbindung in eine kapital- und vertriebsstarke Unternehmensgruppe sowie den eigenen Recyclingtechnologien und dem breiten Einkaufsnetzwerk gut positioniert, um an dieser Marktentwicklung zu partizipieren. 4.3.4 KRAHN Wachstumsmöglichkeiten ergeben sich aus der Identifizierung und Entwicklung neuer Applikationen und Kunden sowie der Begleitung neuer Projekte bei bestehenden Kunden. Ein weiteres Wachstumspotenzial liegt in der Erweiterung und Optimierung des Produktportfolios für die betreuten Abnehmerindustrien. Auch die Erschließung neuer Märkte im Ausland ist ein wichtiger Wachstumsansatz für die KRAHN Chemie. Neben dem Aufbau eigener Strukturen oder der Übernahme existierender Marktteilnehmer besteht die Chance, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit bestehenden Produzentenpartnern auf neue Regionen zu übertragen oder neue namhafte Produzenten von den Kompetenzen der Gruppe zu überzeugen. 4.3.5 KRAHN Ceramics Mit dem Kauf der eMBe Products & Service GmbH durch die KRAHN Chemie im Mai 2019 wurde die Basis für das heutige Geschäft der KRAHN Ceramics mit eigenen Produkten als Erweiterung des seit Ende der 80er Jahre bestehenden und kontinuierlich ausgebauten Distributionsgeschäfts mit keramischen Pulvern geschaffen. Die Zusammenführung des Distributionsgeschäfts der keramischen Pulver der KRAHN Chemie mit den Bindemitteln der eMBe in die zum Jahresanfang 2020 gegründete KRAHN Ceramics GmbH war der Beginn, die Strategie umzusetzen, einen Technologieanbieter "vom Rohstoff bis zum fertigen Bauteil" aufzubauen. Dieser breite Ansatz ermöglicht vielfältige zukünftige Wachstums- und Entwicklungschancen. Mit der Inbetriebnahme einer ersten Produktionslinie für keramische Spritzgussmassen im Dezember 2022 am Standort Mühlenhagen 35 wurde die Voraussetzung geschaffen, am stark wachsenden keramischen Spritzgussmarkt zu partizipieren und zusätzliche Wachstumsoptionen durch eigene Aktivitäten im Bereich der Kunststoffindustrie zu generieren. Hierfür kann die KRAHN Ceramics den guten Marktzugang der Otto Krahn Gruppe in diese Industrie nutzen. Aufgrund der Ausrichtung auf verschiedene Abnehmerindustrien, des umfassenden Produktangebots, der ausgeprägten Vertriebskompetenz und der guten organisatorischen Aufstellung bewertet die Otto Krahn die zukünftigen Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten der Gruppe positiv.
Hamburg, 2. Mai 2023 Philip O. Krahn Dr. Jan Lösch Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 20221. Unternehmensangaben Die Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz am Grimm 10 in 20457 Hamburg ist beim Amtsgericht Hamburg im Handelsregister B unter der Nummer HRB 17162 registriert. 2. Allgemeine Grundsätze Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Das Gliederungsschema für die Konzernbilanz wurde zur Verbesserung der Klarheit um die Position Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen erweitert. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die in TEUR dargestellten Werte sind kaufmännisch gerundet. Daraus können sich Rundungsdifferenzen von +/- 1 TEUR in Summen und Zwischensummen ergeben. 3. Abgrenzung des Konsolidierungskreises In den Konzernabschluss werden gemäß § 294 Abs. 1 HGB die Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg, als Mutterunternehmen sowie 51 (Vj. 53) inländische und ausländische Unternehmen einbezogen, an denen die Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung direkt oder indirekt mit mindestens 20 % der Stimmrechte beteiligt ist. Mit Wirkung zum 03.01.2022 hat die KRAHN Chemie GmbH eine Mehrheitsbeteiligung an der KRAHN Iberia S.L. (ehemals der Pemco-Trigueros Additives Spain S.L.) erworben, welche nun von der Equity-Methode in die Vollkonsolidierung übergeht. Die AmphoChem AB und die Pemco Additives AB wurden mit Wirkung zum 01.05.2022 auf die KRAHN Nordics AB verschmolzen. Mit Wirkung zum 01.01.2022 hat die ALBIS Distribution GmbH & Co. KG einen Minderheitenanteil von 0,0029586 % an der Albis Plastik TR Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi, Türkei, von der Krahn Verwaltungsgesellschaft mbH erworben. Im Übrigen war der Konsolidierungskreis im Berichtsjahr unverändert. Die gem. §§ 290, 294 HGB in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften werden in der Aufstellung des Anteilsbesitzes angegeben. 4. Unternehmenserwerbe und Neugründungen Mit Wirkung zum 03.01.2022 hat die KRAHN Chemie GmbH den 50% Anteil der KRAHN Nordics AB an der KRAHN Iberia S.L. (ehemals der Pemco-Trigueros Additives Spain S.L.) erworben. Zeitgleich konnten weitere 10% von extern zugekauft werden. Der Anteil an der KRAHN Iberia wurde bislang als assoziiertes Unternehmen gem. §§ 311 f HGB ausgewiesen. Im Rahmen des Übergangs zur Vollkonsolidierung sind die Vermögensgegenstände und Schulden der Krahn Iberia neu bewertet worden. Die Auswirkungen der Akquisition auf die Konzernbilanz im Erwerbsjahr 2022 setzen sich wie folgt zusammen:
Die KRAHN Iberia S.L. steuerte in 2022 TEUR 4.099 zu den Umsatzerlösen und TEUR 190 zum Konzernjahresüberschuss bei. Die Auswirkungen der weiteren Veränderungen im Konsolidierungskreis auf die bilanziellen Kennzahlen sind von untergeordneter Bedeutung. 5. Konsolidierungsgrundsätze und Währungsumrechnung Dem Konzernabschluss liegen die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen zugrunde. Bei sämtlichen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen deckt sich der Stichtag des Einzelabschlusses mit dem Stichtag des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022. Die Kapitalkonsolidierung wird für die bis zum 31. Dezember 2009 erworbenen Tochterunternehmen nach der Buchwertmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten für die Anteile mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs bzw. der Erstkonsolidierung durchgeführt Passive Unterschiedsbeträge aus vor dem jeweiligen Anteilserwerb thesaurierten Gewinnen der Tochtergesellschaften wurden erfolgsneutral in die Gewinnrücklagen eingestellt. Die Erstkonsolidierungen von Tochtergesellschaften ab dem 1. Januar 2010 erfolgen nach der Neubewertungsmethode. Der Ausgleichsposten für Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bemisst sich am Eigenkapital der jeweiligen Tochterunternehmen unter Berücksichtigung der einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Die Abgrenzung latenter Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen erfolgt gemäß § 306 HGB insoweit, als sich die Differenz zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder abbauen. Die Ermittlung der latenten Steuern wird auf Basis der zukünftigen Steuerbelastungen der betreffenden Gesellschaften vorgenommen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Der für die Berechnung der hauptsächlich aus der Zwischengewinneliminierung stammenden latenten Steuern angewendete Steuersatz beträgt 32%. Die Aktiv- und Passivposten der auf fremde Währung lautenden Bilanzen werden mit Ausnahme des Eigenkapitals, das mit historischen Kursen in Euro umgerechnet wird, zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Die Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt zum Jahresdurchschnittskurs. Währungsunterschiede, die sich aus der historischen Umrechnung des erstkonsolidierungspflichtigen Kapitals und des erwirtschafteten Konzernergebnisses von nicht in Euro bilanzierenden Gesellschaften ergeben, werden erfolgsneutral der "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" zugeordnet. Der Grundsatz der Stetigkeit der Konsolidierungsmethoden wurde beachtet. 6. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bei den in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Gesellschaften wurden die nach landesrechtlichen Vorschriften aufgestellten Jahresabschlüsse der Konsolidierung zu Grunde gelegt. Die Jahresabschlüsse der ausländischen und inländischen Konzernunternehmen wurden, soweit dies erforderlich war, im Rahmen der Konsolidierung an die konzerneinheitlichen Bilanzierungsgrundsätze angepasst. Anlagevermögen Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens und entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Bei der Bemessung der Nutzungsdauer wird auf die voraussichtliche Nutzungsdauer abgestellt. Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, werden in der Regel linear abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt über eine Nutzungsdauer zwischen 1 und 50 Jahren. Die Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte wird auf Basis der jeweiligen Geschäftsmodelle und der umsatzgewichteten Durchschnittslaufzeit der Lieferantenverträge bemessen. In diesen Fällen wurden die Geschäfts- oder Firmenwerte über 11-15 Jahre abgeschrieben. Die seit 2016 entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden über 10 Jahre abgeschrieben. Umlaufvermögen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Handelswaren werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten unter Beachtung des Prinzips der verlustfreien Bewertung angesetzt. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen einbezogen, soweit sie betrieblich veranlasst sind. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bilanziert. Erkennbare Risiken werden durch Einzelwertberichtigungen, das allgemeine Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung berücksichtigt. Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände aus Rückdeckungsversicherung erfolgt zum planmäßigen Deckungskapital zzgl. Guthaben aus Beitragsrückerstattung. Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände werden zum Nominalwert bewertet. Pensionsrückstellungen Der Wert der Pensionsverpflichtungen wird mit dem Erfüllungsbetrag unter Zugrundelegung der aktuellen Richttafeln 2018 G von Herrn Prof. Dr. Klaus Heubeck nach der versicherungsmathematischen "Projected-Unit-Credit-Method" auf Basis nachfolgender Parameter errechnet:
Der Rechnungszinssatz basiert in 2022 - entsprechend der gesetzlichen Regelung in § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB - auf dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre in Höhe von 1,78% (im Vj. 1,87%). Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wird in Anwendung des Wahlrechts nach § 253 Abs. 2 S. 2 HGB bei der Abzinsung eine durchschnittliche Laufzeit von 15 Jahren unterstellt. Bei weiterer Anwendung des 7-Jahres-Durchschnitts hätte der Rechnungszinssatz zum 31. Dezember 2022 1,44 % (Vj. 1,35 %) betragen. Aus der Anwendung des bisherigen 7-Jahres-Durchschnittszinses ergibt sich ein Unterschiedsbetrag zur Anwendung des aktuellen 10-Jahres-Durchschnittszinses von TEUR 6.549 (Vj. TEUR 8.569). Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Rückstellungen mit einer Laufzeit über einem Jahr wurden auf den Stichtag abgezinst. Für die Bewertung der Altersteilzeit- und Jubiläumsrückstellungen werden ebenfalls die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zu Grunde gelegt. Sie sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der sich aus versicherungsmathematischen Gutachten ergibt. Der Rechnungszinssatz beträgt 1,44 % p.a. (Vj. 1,35 % p.a.). Für die Jubiläumsrückstellung wird die "Projected-Unit-Credit-Method" (PUC-Methode) angewandt. Verbindlichkeiten Sämtliche Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert. Fremdwährung Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum jeweiligen Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bzw. bei gebildeten Bewertungseinheiten mit Sicherungsgeschäften zu abgeschlossenen Terminkursen bewertet. Bei einer Restlaufzeit von über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit dem Wechselkurs des Entstehens; bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung in diesen Fällen grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs des Abschlussstichtags unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite. Verbindlichkeiten, schwebende Kontrakte und mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen aus Einkaufskontrakten in fremder Währung werden zum Ausgleich gegenläufiger Fremdwährungsänderungen mit Devisentermingeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Latente Steuern Auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Pensionsrückstellungen sowie übrigen Vermögensgegenständen und Schulden und ihren steuerlichen Wertansätzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, werden latente Steuern gebildet. Soweit sich aus dem Saldo von passiven und aktiven latenten Steuern insgesamt ein Aktivüberhang ergibt, wird gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 i.V.m. § 298 Abs. 1 HGB auf den Ansatz von latenten Steuern verzichtet. 7. Erläuterungen zur Konzernbilanz Anlagevermögen Die gesondert dargestellte Entwicklung des Konzernanlagevermögens ist integraler Bestandteil des Konzernanhangs. Im Rahmen der Übergangskonsolidierung sind die fortgeführten Buchwerte der Anteile am assoziierten Unternehmen Krahn Iberia S.L. mit TEUR 286 abgegangen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen aus Steuern des Jahres 2022 in Höhe von TEUR 4.507. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben mit TEUR 249 (Vj. TEUR 217) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Sämtliche übrige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Aktive latente Steuern Die aktiven latenten Steuern berücksichtigen Differenzen aus der Zwischenergebniskonsolidierung von Transaktionen zwischen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Die sich ergebende Differenz wird mit einem Steuersatz von 32% ermittelt. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen mitarbeiterbezogene Aufwendungen. Verbindlichkeiten
Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten über TEUR 2.506 sind durch eine Grundschuld besichert. In den Sonstigen Verbindlichkeiten werden Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von TEUR 15 (Vj. TEUR 30) ausgewiesen. Weiterhin werden unter den übrigen sonstigen Verbindlichkeiten Beträge in Höhe von TEUR 1.786 (Vj. TEUR 1.786) ausgewiesen, bei denen es sich um Einlagen der stillen Gesellschafter an der OTTO KRAHN (GmbH & Co.) KG handelt, für die eine Kündigungsfrist von fünf Jahren zum Jahresende gilt. Eine Kündigung war zum 31. Dezember 2022 nicht ausgesprochen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen von insgesamt TEUR 24.713 (Vj. TEUR 23.016), die sich wie folgt aufteilen:
Am Bilanzstichtag bestand zusätzlich ein Bestellobligo für Investitionen in Höhe von TEUR 4.905 (Vj. TEUR 502). 8. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsätze nach Sparten (in Mio. EUR)
Umsatzanteile nach Regionen (in Prozent)
Periodenfremde Erträge und Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden TEUR 2.620 (Vj. TEUR 4.133) ausgewiesen, die vorherige Perioden betreffen und im Wesentlichen aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen und Wertberichtigungen resultieren. Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen TEUR 960 (Vj. TEUR 679) frühere Perioden. Außergewöhnliche Erträge und Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten keine außergewöhnlichen Erträge. Die Abschreibungen enthalten keine außerplanmäßigen Abschreibungen. Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten einen außergewöhnlichen Posten in Höhe von TEUR 987. Dieser resultiert aus einer Drohverlustrückstellung im Zusammenhang mit der Einfrierung des Geschäftsbetriebs in der Russischen Föderation. Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung Den Aufwendungen aus Kursdifferenzen von TEUR 18.009 (Vj. TEUR 17.409) standen im Berichtsjahr Erträge aus Kursdifferenzen von TEUR 13.140 (Vj. TEUR 14.486) gegenüber. Finanzergebnis In den Zinsaufwendungen sind TEUR 3.941 (Vj. TEUR 8.714) aus der Aufzinsung der Pensions-, Jubiläums- und Altersteilzeitrückstellungen enthalten. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Als Ertragsteuern werden im Inland die Gewerbe- und Körperschaftsteuer (einschl. Solidaritätszuschlag) und im Ausland vergleichbare ertragsabhängige Steuern ausgewiesen. Die in den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthaltenen latenten Steuererträge belaufen sich auf TEUR 441 (Vj. TEUR 1.260). 9. Sonstige Angaben Beteiligungsverhältnisse Die gesondert dargestellten Angaben zum Beteiligungsbesitz sind integraler Bestandteil des Anhangs. Personal Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl (einschließlich Teilzeitkräfte) stellt sich im Berichtsjahr wie folgt dar:
Bezüglich der Darstellung der Gesamtbezüge der Geschäftsführer wird von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht. Bezüglich der Darstellung der Gesamtbezüge der Geschäftsführung und früherer Mitglieder der Geschäftsführung und ihrer Hinterbliebenen sowie der für diesen Personenkreis gebildeten Pensionsrückstellungen wurde von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht. Die Anzahl der Pensionsempfänger am 31. Dezember 2022 betrug 372 (Vj. 364). Derivative Finanzinstrumente Der Konzern sichert sich gegen Wechselkursrisiken aus Beschaffungs- und Absatzkontrakten durch den Abschluss von handelsüblichen Devisentermingeschäften ab. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Devisentermingeschäfte, die nicht in eine Bewertungseinheit einbezogen sind:
In Höhe des beizulegenden Werts der Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Forderungen aus Handelsgeschäften, die am Bilanzstichtag einen negativen Marktwert aufwiesen, wurden Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften von TEUR 370 (Vj. TEUR 733) passiviert. Aus der Bilanzierung von Währungsswaps, welche in Bewertungseinheit mit Innenschuldverhältnissen geführt wurden und die am Bilanzstichtag einen positiven Marktwert aufwiesen, ergab sich nach E-DRS 33 ein in den Sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesener Posten in Höhe von TEUR 372 (Vj. TEUR 652). Ergänzende Angaben zur Konzernkapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung entspricht den Grundsätzen des DRS 21. Der Finanzmittelfonds entspricht den liquiden Mitteln, saldiert mit den kurzfristigen Bankverbindlichkeiten aus Kontokorrentziehungen und Geldmarktkrediten in einigen Ländern und setzt sich wie folgt zusammen :
Der Cashflow aus dem operativen Geschäft erhöhte sich in 2022 um +53,4 Mio EUR von -21,6 Mio EUR auf nunmehr 31,8 Mio EUR. Wesentlicher Treiber ist die Verlangsamung des Aufbaus von Net Working Capital im Zuge eines verbesserten Working Capital Managements sowie stagnierender Preise im 2. Halbjahr 2022. Anstelle der -97,8 Mio EUR in 2021 sind in 2022 nur noch -18,6 Mio EUR in den Aufbau von Working Capital geflossen. Der Auszahlungen aus investivem Cashflow sind um -8,1 Mio EUR auf -16,3 Mio EUR gesunken. Im Wesentlichen ist der Rückgang dadurch begründet, dass nach den hohen Ausgaben für die Akquisen der KRAHN Nordics sowie der KRAHN UK im Vorjahr dieses Jahr nur wenig Mittel in die Beteiligungen investiert wurden. Die Ausweitung der Investition in Sachanlagevermögen um +5,4 Mio EUR bzw. +58,5 % sowie das Fehlen größerer Desinvestionserlöse konnten diesen Rückgang nur teilweise kompensieren. Zur Refinanzierung der laufenden Investitionstätigkeit wurden neue Finanzkredite in Höhe von 35,2 Mio EUR aufgenommen. Endfällige Darlehen aus 2017 für Investitionen am Standort Duncan, USA, wurden in Höhe von 6,3 Mio EUR durch neue Finanzkredite abgelöst. Unterm Strich wurden Zuflüsse von 9,9 Mio EUR aus der Finanzierungstätigkeit erzielt. Die Zahlungsfähigkeit war im Geschäftsjahr 2022 jederzeit gesichert. Dies gilt weiterhin auch im laufenden Geschäftsjahr 2023. Ergänzende Angaben zum Konzerneigenkapitalspiegel Der Konzerneigenkapitalspiegel entspricht den Grundsätzen des DRS 22. Die sonstigen Veränderungen im Minderheitenausweis betreffen den Ausweis von Minderheitenanteilen aus Erstkonsolidierungen. Zum 31. Dezember 2022 bestanden gesetzlich ausschüttungsgesperrte Rücklagen in Höhe von TEUR 602 (Vj. TEUR 548). Der Unterschiedsbetrag aus der Anwendung des 7-Jahres-Durchschnittszinses im Vergleich zur Anwendung des 10-Jahres-Durchschnittszinses bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen beträgt zum Stichtag TEUR 6.549 (Vj. TEUR 8.569). Andere Ausschüttungssperren bestanden zum Abschlussstichtag 2022 nicht. Gesellschafter und Organe des Mutterunternehmens Alleinige Gesellschafterin ist die Kranich-Stiftung, Hamburg. Die Geschäftsführung der Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung erfolgt durch die Komplementärin. Deren Geschäftsführer im Berichtsjahr waren:
Honorare und Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers Die im Geschäftsjahr 2022 als Aufwand erfassten Honorare für Abschlussprüfungsleistungen betragen TEUR 277 (Vj. TEUR 285) und für andere Bestätigungsleistungen TEUR 10 (Vj. TEUR 10).
Hamburg, 2. Mai 2023 Philip O. Krahn Dr. Jan Lösch Entwicklung des Konzernanlagevermögens der Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg, im Geschäftsjahr 2022
Aufstellung des Anteilsbesitzes der Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg für das Geschäftsjahr vom 01.01. - 31.12.2022Die Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung (KVG) ist Komplementärin der OTTO KRAHN (GmbH & Co.) KG, Hamburg, an deren Kapital sie nicht beteiligt ist, jedoch eine Stimmenmehrheit hält. Zum 31.12.2022 bestehen über die OTTO Krahn (GmbH & Co.) KG bzw, unmittelbar Beteiligungen an folgenden Unternehmen:
1) Ergebnisabführungsvertrag
Konzernkapitalflussrechnung der Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg, für das Geschäftsjahr 2022
Konzerneigenkapitalspiegel der Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung für das Geschäftsjahr Dezember 2022
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse:
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzern unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 3. Mai 2023 Baker
Tilly GmbH
Michael Esser, Wirtschaftsprüfer Oliver Pegelow, Wirtschaftsprüfer |
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