ALBIS Distribution Verwaltung GmbH

Mühlenhagen 35, 20539 Hamburg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 161848
Eingetragen
11.3.2020
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenGroßhandel mit chemischen ErzeugnissenGroßhandel mit NE-Erzen, NE-Metallen und NE-Metallhalbzeug
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die Übernahme der persönlichen Haftung und der Geschäftsführung bei Handelsgesellschaften, insbesondere die Beteiligung als persönlich haftende geschäftsführende Gesellschafterin der ALBIS Distribution GmbH & Co. KG mit dem Sitz in Hamburg (nachfolgend "Kommanditgesellschaft" genannt), die Vornahme aller damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte sowie die Förderung des Unternehmenszwecks der vorgenannten Kommanditgesellschaft innerhalb ihres Unternehmensgegenstandes, nämlich insbesondere dem Handel mit Kunststoffen, Masterbatches und verwandten Stoffen sowie den ihrer Verarbeitung und Veredelung dienenden Stoffen, der Übernahme von in- und ausländischen Repräsentationen für den Handel mit den vorgenannten Stoffen und der Ausführung sonstiger Handelsgeschäfte.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Markus Warzel
seit 2.2.2026
Prokura
Geschäftsführer
Prokura
Luciana Wolfrum
seit 14.5.2024
Prokura
Horst Michael Funke
seit 7.2.2024
Geschäftsführer
Falk Slopek
seit 19.10.2020
Prokura
Frank Schlegelmilch
seit 27.7.2020
Prokura
Prokura
Philip Otto Krahn
seit 11.3.2020
Geschäftsführer
Horst Wilhelm Klink
seit 11.3.2020
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Otto Krahn Holding GmbH
Germany
100.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Hamburg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

1 Grundlagen des Konzerns

1.1 Organisationsstruktur

Das operative Geschäft des Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mbH-Konzerns (KRAHN-Gruppe) wird von den Teilkonzernen OTTO KRAHN GROUP und KRAHN CHEMIE ausgeübt.

Die Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist die Muttergesellschaft der OTTO KRAHN (GmbH & Co.) KG und erstellt den Konzernabschluss des größten Kreises der Unternehmen der Unternehmensgruppe.

Die im Jahr 1909 gegründete Otto Krahn (GmbH & Co.) KG ist die Holdinggesellschaft des Otto Krahn Konzerns, der sich national und international mit der Distribution und der Compoundierung, d.h. Veredelung und Recycling, von Kunststoffen sowie mit der Distribution von Spezialchemikalien und keramischen Verbundstoffen befasst. Dabei werden die Kunststoffaktivitäten von der ALBIS Distribution GmbH & Co. KG (ALBIS), der MOCOM Compounds GmbH & Co. KG (MOCOM) und - mit Schwerpunkt auf Recycling - von der WIPAG Gruppe (WIPAG) übernommen. Die Distribution von Spezialchemikalien ist in der KRAHN Chemie GmbH (KRAHN) zusammengefasst, die Produktion und der Vertrieb von Keramik sind in der KRAHN Ceramics GmbH (KRAHN Ceramics) gebündelt. Insgesamt ist der Otto Krahn Konzern über die ALBIS, die MOCOM und die KRAHN in über 20 Ländern durch eigene operative Niederlassungen vertreten und bietet Abnehmern aus der kunststoffverarbeitenden Industrie, der Farben- und Lackindustrie, der kautschukverarbeitenden Industrie, der schmierstoffherstellenden Industrie sowie weiteren Branchen ein breites und tiefes Produktsortiment einschließlich anwendungstechnischer Beratung und weiteren Dienstleistungen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die nachfolgenden Veränderungen in der Organisationsstruktur vorgenommen.

Am 24. Februar 2022 wurden die Anteile an der KRAHN Ceramics GmbH an die Otto Krahn New Business GmbH & Co. KG verkauft.

Mit Eintragung in das schwedische Handelsregister vom 7. September 2022 wurde die ALBIS Scandinavia AB, Schweden in ALBIS Nordics & Baltics AB umfirmiert.

Mit Eintragung in das schwedische Handelsregister vom 29. April 2022 wurden die AmphoChem AB, Schweden und die Pemco Additives AB, Schweden auf ihre 100 %ige Muttergesellschaft KRAHN Nordics AB, Schweden, verschmolzen.

Mit Eintragung in das schwedische Handelsregister vom 2. September 2022 wurde die Temper Technology AB, Schweden in KRAHN Specialty Fluids AB umfirmiert.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 wurden die 50 % der Anteile an der Pemco-Trigueros Additives Spain SL, Spanien, die von der Pemco Additives AB, Schweden gehalten wurden, auf die Krahn Chemie GmbH übertragen. Zudem hat die Krahn Chemie GmbH - ebenfalls mit Wirkung zum 1. Januar 2022 10 % der Anteile an der Pemco-Trigueros Additives Spain SL von der Trigueros Quimica SL (externer Dritter) erworben. Mit Eintragung in das spanische Handelsregister vom 18. Mai 2022 wurde die Pemco-Trigueros Additives Spain SL umfirmiert in KRAHN Iberia SL.

Mit Eintragung in das "Companies House" vom 29. April 2022 wurde die Petrico Ltd., Großbritannien umbenannt in KRAHN UK Ltd.

Mit Wirkung vom 12. Februar 2022 wurde die InterActive S.A., Griechenland in KRAHN Hellas S.A. umbenannt.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 wurde der Anteil der Krahn Verwaltungsgesellschaft mbH an der ALBIS Plastik TR Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi an die ALBIS Distribution GmbH & Co. KG verkauft.

In der ALBIS, KRAHN und KRAHN Ceramics bestehen langjährige Vertriebspartnerschaften mit namhaften Produzenten der chemischen Industrie. In der MOCOM und der WIPAG werden neben eigenen Produkten auch technische Kunststoffe von Polymerproduzenten in Lizenz und im Lohn gefertigt. Auch die KRAHN Ceramics produziert eigene Produkte.

Produktionsstätten zur Veredelung thermoplastischer Kunststoffe bzw. für das Recycling befinden sich in Hamburg (D), Zülpich (D), Erlenbach (D), Neuburg (D), Gardelegen (D), Changshu (CN) und Duncan/South Carolina (USA).

1.2 Branchenstruktur und Wettbewerbsumfeld

Die Tochtergesellschaften des Otto Krahn Konzerns unterscheiden sich hinsichtlich Abnehmerindustrien, Lieferanten und Produktportfolio.

1.2.1 Distribution

Das Geschäftsmodell der Distribution basiert meist auf längerfristigen vertraglichen Vereinbarungen zwischen Produzenten der chemischen Industrie und Distributoren, in deren Rahmen der Produzent dem Distributor Vermarktungs- und Vertriebsrechte für bestimmte Produkte, Regionen oder Abnehmersegmente einräumt.

Sowohl die Distribution von Kunststoffen als auch die Distribution von Spezialitätenchemikalien ist geprägt von einem intensiven Wettbewerb der Distributionsunternehmen untereinander. Darüber hinaus stehen die Distributoren im Wettbewerb zu vertragsunabhängigen Händlern und zu den Produzenten selbst. Die Wettbewerbsfähigkeit eines Distributors hängt zu einem wesentlichen Teil vom Umfang und von der Attraktivität des Produktportfolios ab. Entsprechende Größenvorteile erlauben es dem Distributor, auch Abnehmer mittlerer und kleinerer Unternehmensgröße optimal zu betreuen. Während auf der Lieferantenseite in der Regel oligopolistische Strukturen vorherrschen, sieht sich der Distributor auf der Abnehmerseite in der Regel polypolistischen Strukturen gegenüber. Die Branche der Kunststoffdistribution weist im Vergleich zur Distribution von Spezialitätenchemikalien einen höheren Konsolidierungsgrad auf.

1.2.2 Compoundierung

Unter Compoundierung versteht man die Veredelung von polymeren Rohstoffen über die Additivierung und Pigmentierung zur Optimierung des Eigenschaftsprofils des aus dem polymeren Werkstoff herzustellenden Fertigteils.

Die Anzahl der Branchenmitglieder ist deutlich größer als in der Kunststoffdistribution. In einzelnen Produkt-Kunden-Segmenten ist der Wettbewerb aufgrund von Überkapazitäten sehr ausgeprägt. Die Ertragskraft von Compoundeuren beruht entweder auf economies of scale, also Betriebsgrößenersparnissen durch die Konzentration auf eine oder wenige Produktklassen, oder auf der Spezialisierung auf bestimmte Anwendungsnischen.

1.2.3 Forschung und Entwicklung

Die Tochterunternehmen der KRAHN-Gruppe betreiben keine Forschung im Sinne der Gewinnung von Grundlagen für neue Erkenntnisse.

1.3 Definition Leistungsindikatoren

Die Steuerung der KRAHN-Gruppe und die Beurteilung der Geschäftsentwicklung sowie der finanziellen Lage des Unternehmens erfolgt maßgeblich mit den folgend definierten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren.

Die in TEUR oder Mio. EUR dargestellten Werte sind kaufmännisch gerundet. Daraus können sich Rundungsdifferenzen im Bereich von +/- 1 TEUR bzw. +/- 0,1 Mio. EUR in Summen und Zwischensummen ergeben.

1.3.1 Finanzielle Leistungsindikatoren

Absatzvolumen: Das Absatzvolumen ist die Menge der in einer Periode abgesetzten Produkte. Die sinnvolle Maßeinheit kann je nach Produkt oder Dienstleistung variieren (z. B. Menge in Kilogramm oder Menge in Stück).

Umsatz: Der Umsatz ist die Summe aller Verkaufserlöse einer Periode, die ein Unternehmen durch den Verkauf seiner Produkte oder Dienstleistungen erzielt hat.

EBIT: EBIT steht für Earnings before Interest and Taxes und gibt den operativen Gewinn eines Unternehmens vor Anrechnung von Finanzergebnis und Steuern an.

Verschuldungsgrad: Der Verschuldungsgrad zeigt an, wie hoch das Verhältnis der Schulden des Unternehmens im Verhältnis zu seinem Eigenkapital ist.

Liquidität: Die Liquidität zeigt an, wie schnell ein Unternehmen seine kurzfristigen Verbindlichkeiten durch seine kurzfristigen Vermögenswerte begleichen kann.

1.3.2 Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Fluktuationsrate: Die Fluktuationsrate drückt prozentual aus, wie viele Mitarbeitende im Verhältnis zur gesamten Belegschaft das Unternehmen während eines Jahres verlassen. Sie dient als Grundlage für die Bewertung von Unternehmenskultur oder Mitarbeitendenzufriedenheit.

Betriebszugehörigkeit im Durchschnitt: Diese berechnet sich, indem man die Summe der Dauer der Betriebszugehörigkeit durch die Gesamtzahl der Beschäftigten dividiert. Die Kennzahl gibt einen Hinweis auf die Stabilität der Belegschaft und kann ein Indikator für die Arbeitszufriedenheit sein.

Frauenanteil: Der Frauenanteil ist das Verhältnis der im Unternehmen beschäftigten weiblichen Mitarbeiter im Vergleich zur Gesamtmitarbeitendenzahl und gibt Aufschluss über die Entwicklung der Geschlechter-Gleichstellung im Unternehmen. Die Kennzahl enthält allerdings keine Angaben zur Art und zum Umfang der ausgeübten Tätigkeit.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2022 rückte die globale Covid-Pandemie nach und nach in den Hintergrund. Ihre wirtschaftlichen Folgen wie angespannte globale Lieferketten, Verknappung wichtiger Rohstoffe- und Komponenten sowie damit einhergehend signifikante Preissteigerungen für Zwischen- und Endprodukte blieben allerdings noch spürbar.

Im Frühjahr 2022 begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, was wirtschaftlich betrachtet global steigende Rohstoffpreise und einen sprunghaften Anstieg der Inflation zur Folge hatte. In Europa sind die wirtschaftlichen und monetären Folgen, insbesondere aufgrund der hohen Abhängigkeit der Energieversorgung von Russland, anfangs besonders stark sichtbar gewesen.

Ungeachtet dessen verzeichnete die Weltwirtschaft im Jahr 2022 ein Wachstum (globales BIP) in Höhe von rund +3,2 % gegenüber dem Vorjahr. Regional betrachtet, gab es die größten wirtschaftlichen Zuwächse in China (+3,2 %) und Europa (+1,9 %) die größten wirtschaftlichen Zuwächse. Nordamerika hatte ein Wachstum in Höhe von +1,8 % vorzuweisen. Für das laufende Jahr sind die globalen Wachstumsprognosen derzeit jedoch uneinheitlich.

Der Gesamtumsatz der kunststoffverarbeitenden Industrie in Deutschland stieg im zurückliegenden Jahr um +12,6 % auf 78,9 Mrd. EUR. Hiervon entfielen rund 46,2 Mrd. EUR auf Inlandsumsätze (+7,6 % ggü. Vorjahr) und 32,7 Mrd. EUR auf Auslandsumsätze (+19,7 % ggü. Vorjahr).

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 13,6 Mio. Tonnen Kunststoffe verarbeitet (-3,0 % ggü. Vorjahr). Hiervon entfielen rund 4,2 Mio. Tonnen auf Verpackungsmaterialien (-4,5 %), 5,1 Mio. Tonnen auf Kunststoffe im Bausektor (-1,9 %), 2,9 Mio. Tonnen auf Kunststoffe in technischen Komponenten (-3,3 %) und 1,4 Mio. Tonnen auf Kunststoffe in Konsumprodukten (+/- 0,0 %). Bezogen auf die verarbeitete Gesamtkunststoffmenge in Deutschland im Jahr 2022 hatten Kunststoff-Rezyklate einen Anteil von rund 21,3 %, dies entspricht einer Menge von 2,4 Mio. Tonnen.

2.1.1 Marktentwicklung Abnehmerbranchen in der Kunststoffdistribution und Kunststoffcompoundierung

ALBIS, MOCOM und WIPAG produzieren bzw. liefern Kunststoffgranulate als Rohstoffe an die kunststoffverarbeitende Industrie. Hierbei handelt es sich zum allergrößten Teil um Verarbeitungsunternehmen, die im Spritzgussverfahren Kunststoffteile für eine Vielzahl von Branchen herstellen, z. B. für die Automobilindustrie, den Verpackungsbereich, die Medizintechnik, die Elektro- und Elektronikindustrie, die Bau- und Möbelindustrie sowie die Kosmetik-, Sport- und Freizeitindustrie. Kunststoffverarbeiter, die über ALBIS ihre Rohmaterialien beziehen, fertigen im Durchschnitt für mindestens zwei Abnehmerbranchen, was wiederum die konjunkturelle Abhängigkeit zu einzelnen Branchen reduziert.

Die für die ALBIS, MOCOM und WIPAG relevanten Industrien haben sich im Jahr 2022 wie folgt entwickelt:

Auch im zweiten Jahr nach dem Corona-Pandemie bedingten Einbruch der internationalen Automobilmärkte in 2020, konnten die globalen Automobilabsätze im Jahr 2022 noch nicht zum Vorkrisenniveau 2019 aufschließen. Global betrachtet war 2022 ein leichter Rückgang der Fahrzeug verkäufe in der Gewichtsklasse bis 3,5 Tonnen um -3,1 % auf rund 76,1 Mio. Einheiten zu verzeichnen. In Europa wurden im Jahr 2022 insgesamt rund 13,0 Mio. Fahrzeuge verkauft, was einem Rückgang von 86.000 Einheiten (-6,2 %) entspricht. In den USA verzeichneten die Automobilverkäufe ebenfalls einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um -7,9 % auf rund 13,9 Mio. in 2022. In China hingegen schritt die Erholung 2022, wenn auch nur leicht, voran: Der Automobilabsatz stieg um +1,1 % gegenüber 2021, auf 24,2 Mio. Fahrzeuge.

Die globale Nachfrage nach konventionellen Verbrennungsmotoren sinkt seit Jahren kontinuierlich. Lag der Anteil im Jahr 2019 hier noch bei rund 94 % der Neuzulassungen, waren es 2022 bereits nur noch 79 %. Insbesondere batteriebetriebene Elektrofahrzeuge (sog. "BEV - Battery Electric Vehicle") hingegen konnten ihren Anteil an Neuzulassungen im Zeitraum 2019 - 2022 von 1,7 % auf rund 10 % steigern.

Der Branchenumsatz der deutschen Elektrotechnik- und Elektroindustrie hat 2022 mit 224,6 Mrd. EUR den Vorjahreswert von 199,5 Mrd. EUR um +12,6 % überschritten. Umsätze mit inländischen Kunden machten hierbei ca. 48%, Umsätze mit ausländischen Kunden rund 53% aus. Auch die Auftragseingänge der deutschen Elektrotechnik- und Elektroindustrie verbesserten sich: Für das Gesamtjahr 2022 wurde ein Bestellplus von rund +10 % gegenüber dem Vorjahr realisiert.

Auf globaler Ebene wuchs der Medizintechnikmarkt 2022 um 7,8 % auf 499 Mrd. USD. Dieses Marktwachstum ist somit etwas stärker ausgefallen als in den Vorjahren prognostiziert. Wachstumstreiber waren hier vor allem durch die globale Covid-Pandemie induzierte kurzfristige Investitionen und Beschaffungsmaßnahmen. In der Fünfjahresvorausschau wird ein eher abgeschwächtes Marktwachstum von 5% (CAGR 2023 - 2028) erwartet. Größter Markt blieb mit einem Volumen von 195 Mrd. USD (39%) Nordamerika. Die bereits im Vorjahr angezeigte Verschiebung von Marktanteilen von Europa (130 Mrd. USD, 26 %) nach Nordamerika verstärkte sich weiter (+8,5 %) während die Ausfuhren nach Asien (135 Mrd. USD, 27 %), insbesondere aufgrund von Lockdowns und Reisebeschränkungen in China, im ersten Halbjahr leicht rückläufig waren (-3,7 %). Grund für die weitere Verlagerung von Markanteilen aus Europa in andere Regionen ist in erster Linie die Verschärfung der regulatorischen Anforderungen in Europa: Durch die Einführung der Europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR) müssen die Europäischen Medizintechnikhersteller hohe zusätzliche Dokumentations- und Regelungspflichten erfüllen.

In Deutschland erreichte die Medizintechnikbranche 2022 einen Gesamtumsatz von etwa 37,7 Mrd. Euro, was einem leichten Plus von +3,5 % entspricht. Hier belasteten - neben der neuen EU-Medizinproduktverordnung - insbesondere der Krieg in der Ukraine, Lieferengpässe, steigende Material- und Energiekosten sowie ein Mangel an Fachkräften das Geschäft. Die Exportquote von in Deutschland hergestellten Produkten der Medizintechnik steigerte sich leicht auf 67 %. Trotz einer krisenhaften Zeit mit großen Herausforderungen prognostiziert der Industrieverband Spectaris der deutsches Medizintechnikbranche ein weiterhin moderates Wachstum. Laut Ifo-Konjunkturumfrage (Stand Oktober 2022) ist die Stimmung in der Branche allerdings zunehmend getrübt. Mehrheitlich wird mit einer Verschlechterung der Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten gerechnet: 90 % berichten von einer Produktionsbehinderung durch Materialknappheit, 40 % von einem Mangel an Fachkräften. Für das laufende Jahr 2023 erwartet der Verband dennoch einen moderaten Umsatzzuwachs.

2.1.2 Marktentwicklung Abnehmerbranchen in der Distribution von Spezialitätenchemikalien

Die KRAHN liefert Spezialchemikalien an verschiedene weiterverarbeitende Industrien. Als direkte Abnehmer sind die Industrien Farben und Lacke, Bauchemie, Kleb- und Dichtstoffe, Kunststoffe, Kautschuk, Schmierstoffe sowie Reinigungsmittel und Körperpflege zu nennen. Diese beliefern ihrerseits an weiterverarbeitende Industrien, Endabnehmerindustrien oder die Endabnehmer direkt. Das Segment Wärmeträgerflüssigkeiten liefert diese an Produktionsbetriebe, bei denen Prozesswärme und Wärmeaustausch eine entscheidende Rolle spielen.

Im Jahr 2022 stand die chemische Industrie in Deutschland insbesondere der Herausforderung gegenüber, dass eine deutlich sinkende Nachfrage zu nicht ausgelasteten Kapazitäten führte. Entsprechend sank die Produktion um -6,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Bei der Produktion ohne Pharma ist der Rückgang mit -11,9 % noch deutlicher. Der Umsatz für die chemisch-pharmazeutischen Industrie ist dagegen im Vergleich zum Vorjahr um +16,6 % gestiegen.

Die Risiken (z. B. Energie- und Rohstoffkosten) der deutschen Lack- und Druckfarben-industrie blieben im Jahr 2022 weiterhin bestehen. Auf der anderen Seite gab es 2022 auch positive Entwicklungen, die Hoffnung machen. So hat die Farbenbranche in der Krise bessere Ergebnisse erzielt als angenommen, der Umsatz wurde durch die Inflation um +8 % gesteigert.

Die schwache Entwicklung in der Bauindustrie trägt zu einem Absatzrückgang von -7 % in 2022 bei den Bautenfarben bei. Betroffen sind das DIY-Segment sowie der Profibereich.

Bei den Industrielacken kam es 2022 zu einem preisbedingten Umsatzwachstum von +11 %, die Menge dagegen konnte nur um 1 % gesteigert werden. Positive Entwicklungen sind bei den Autoserienlacken, Autoreparaturlacken, im sonstigen Fahrzeugbau und der Elektroindustrie zu verzeichnen, wohingegen der Absatz bei der Holz- und Möbelindustrie sowie bei den Metallerzeugnissen gesunken ist.

Die Kautschukindustrie war im Jahr 2022 geprägt durch deutliche Erhöhung der Kosten. Multiple externe Schocks wie die Corona Lockdowns, der Ukraine-Krieg, die Chip-Krise und Naturkatastrophen führten zu extremen Kostensteigerungen im hohen zweistelligen Prozentbereich für Rohstoffe. Trotz der Herausforderungen erholte sich das Geschäftsumfeld leicht im Vergleich zum Vorjahr: Der Absatz konnte um +2,5 % gesteigert werden. Das Reifengeschäft verzeichnete einen Umsatzrückgang von - 5,3 %.

Die kunststoffverarbeitende Industrie realisierte 2022 ein Umsatzplus von +12 % auf 78 Mrd. EUR im Wesentlichen aufgrund höherer Preise als Folge der deutlichen Kostensteigerungen. Der Absatz ist im Jahr 2022 dagegen leicht auf 13,6 Mio. Tonnen gesunken. Treiber für diesen Rückgang waren unter anderem die ungünstigen Konjunkturbedingungen in der Chemie und Fahrzeugindustrie sowie der Rückgang der Nachfrage nach Fast Moving Consumer Goods. Engpässe bei der Materialversorgung und Preissteigerungen stellten weiterhin große Herausforderungen für die Industrie dar.

Die deutsche Klebstoffindustrie hat ein starkes erstes Halbjahr 2022 zu verzeichnen. Dennoch bleiben die aus der Energiekrise resultierenden Herausforderungen bestehen. So konnte das Umsatzwachstum nicht die gestiegenen Kosten decken, und es gab weiterhin Probleme bei der Rohstoffversorgung.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigen die einzelnen Produktgruppen in der Schmierstoffindustrie überwiegend einen Absatzrückgang: Turbinenöle (-18,5 %), Hydrauliköle (-1,6 %) und Schmierfette (-8,2 %). Die Motorenöle weisen einen schwachen Anstieg im Absatz (+0,9 %) aus.

2.1.3 Marktentwicklung Abnehmerbranchen in der Keramikdistribution und Keramikcompoundierung

Die KRAHN Ceramics liefert keramische Pulverrohstoffe im Bereich Technische Keramik und produziert eigene Bindemittel, Prozessadditive und Feedstocks für keramische Spritzgussverfahren.

Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes zufolge, umfasst die deutsche Keramikindustrie einen Markt von mehr als 5 Mrd. EUR. Nach dem pandemiebedingten Einbruch um -4,8 % im Jahr 2020, hat der deutsche Keramikmarkt sich schnell erholt und mit einem Wachstum von +10,3 % in 2021 einen Umsatz von 5,9 Mrd. EUR erreicht. Basierend auf den Außenhandelsdaten setzte sich dieser Wachstumstrend im Berichtsjahr fort. Der Wert der nach Deutschland eingeführten keramischen Waren lag 2022 bei 3,6 Mrd. EUR. Dies entspricht einem Wachstum von +7,7 % gegenüber dem Vorjahr. Auch bei den Ausfuhren wurde eine Steigerung um +8,7 % erzielt - bis zu einem Warenwert von 4,1 Mrd. EUR.

Das Segment Technische Keramik, in dem die KRAHN Ceramics tätig ist, bildet das drittgrößte Segment der deutschen Keramikindustrie ab und hatte zuletzt einen Anteil von 16,8 %. Dieser Anteil ist über die letzten Jahre stetig gewachsen. Maßgeblich für die kräftige Umsatzentwicklung sind neben der hohen Nachfrage aus diversen etablierten Abnehmerindustrien auch innovative Fertigungstechnologien wie Keramikspritzguss, die den Einsatz von keramischen Rohstoffen und Compounds in neuen Märkten fördern.

KRAHN Ceramics erzielt seine Umsatzerlöse im Wesentlichen in Deutschland und im europäischen Raum. Das Jahr 2022 wurde durch die aus dem Vorjahr anhaltenden Konjunkturentwicklungen in diesen geografischen Märkten geprägt. Die Hauptabnehmerbranchen von keramischen Rohstoffen und Compounds der KRAHN Ceramics sind Medizintechnikindustrie (Dentalbranche und andere medizinische Produkte), Automobilindustrie, Elektronik- und Engineering-Branchen sowie Luxusindustrie, insbesondere der Teilmarkt der High-End-Uhren.

2.2 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

Vergleicht man das Geschäftsjahr 2022 mit der Planung für 2022, so hat die KRAHN-Gruppe die prognostizierten Umsatzsteigerungen deutlich übertroffen, blieb aber absatzseitig unter den Erwartungen. Insgesamt fiel das geplante operative Ergebnis vor allem bedingt durch Sondereffekte, geringer aus als erwartet.

Der Umsatz der KRAHN-Gruppe erhöhte sich 2022 gegenüber dem Vorjahr um +11,8 % auf 1.659,8 Mio. EUR, vor allem bedingt durch die gestiegenen Verkaufspreise. Im gleichen Zeitraum sank die gesamte abgesetzte Menge um -9,3 % oder -47.929 Tonnen auf 465.068 Tonnen.

Von dem Gesamtkonzernumsatz entfiel ein Anteil von 78,9 % (Vorjahr 78,4 %) auf die Distribution und den Handel mit Kunststoffen, Chemikalien, Kautschuk und anderen Artikeln und ein Anteil von 21,1 % (Vorjahr 21,6 %) auf die Compoundierung und Veredelung von Kunststoffen und anderen Produkten. Sowohl die Umsätze mit compoundierten und veredelten Produkten (+9,4 %) als auch die Handelsumsätze (+12,3 %) stiegen im Vergleich zum Vorjahr.

Die Verteilung der Umsatzanteile der KRAHN-Gruppe nach Regionen hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verändert. Der Konzern erwirtschaftete 2022 37 % (Vorjahr 38 %) seines Gesamtumsatzes in Deutschland, 53 % (Vorjahr 54 %) in Europa (ohne Deutschland) und 10 % (Vorjahr 9 %) im Rest der Welt. Für die Zukunft ist zu erwarten, dass die Umsatzzuwächse außerhalb Deutschlands größer sein werden als im deutschen Heimatmarkt und dass sich somit die Umsatzanteile in Europa und im Rest der Welt weiter erhöhen.

2.2.1 ALBIS

Die ALBIS startete sehr gut in das Jahr 2022. Wie in den Vorjahren war die Kaufbereitschaft der Kunden im ersten Quartal des Jahres am höchsten. Bedingt durch den Beginn des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine im ersten Quartal und eine steigende Inflation, trübten sich das konjunkturelle Umfeld und die Nachfrage seit dem zweiten Quartal ein. Ab dem zweiten Quartal lagen die Verkaufsmengen daher unter dem Vorjahresniveau.

2022 war geprägt von einem sehr hohen Preisniveau. Produzentenpartner haben zu einem Großteil die gestiegenen Energiekosten über Preiserhöhungen an die Kunden weitergereicht. Mit der geringeren Nachfrage im Verlauf des Jahres wurde die Weitergabe der gestiegenen Einkaufspreise zunehmend schwerer, sodass die Margen im zweiten Halbjahr einen negativen Trend zeigten. Nichtsdestotrotz lagen die spezifischen Margen in den ersten drei Quartalen über dem Vorjahresniveau.

Seit dem vierten Quartal 2022 sind die Lieferketten weitestgehend stabilisiert, die Kunden verfügen über hinreichend Fertig- und Rohware. Materialien haben kurze Lieferzeiten und in einigen Produktbereichen herrscht - unter anderem - aufgrund der Rückkehr des asiatischen Wettbewerbs - ein intensiver Wettbewerb. Stark gesunkene Frachtraten für Routen aus Asien nach Europa sowie der Nachfrageschock in China aufgrund der der hohen Covid-Inzidenzen befeuerten den Angebotsüberhang chinesischer Materialien in Europa. Es herrscht weiterhin Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung, und die Kunden zeigen ein kurzfristiges Kaufverhalten.

Die Absatzmenge der ALBIS Gruppe im Jahr 2022 beträgt konsolidiert insgesamt 313,3 Tsd. Tonnen. Dies entspricht einem Rückgang um -12,1 % oder -43,1 Tsd. Tonnen gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang resultierte mit -11,1 % oder -23,2 Tsd. Tonnen aus dem Bereich Engineering Plastics (EP) und mit -13,5 % oder -19,9 Tsd. Tonnen aus dem Bereich Standard Polymers (SP).

Ein Großteil der geringeren Absatzmenge entfällt auf die Sales Region Central und die Sales Region East, die zusammen -40,1 Tsd. Tonnen oder 93,1 % des Mengenrückgangs erklären. ALBIS Deutschland ist mit einer Absatzmenge von 141,2 Tsd. Tonnen bzw. 45,1 % (Vorjahr 45,3 %) die wichtigste Landesgesellschaft der ALBIS Gruppe und verzeichnete einen Mengenrückgang von -20,2 Tsd. Tonnen.

In der Sales Region East ist die Entwicklung in der russischen Tochtergesellschaft mit -7,8 Tsd. Tonnen der wesentliche Grund für den Mengenrückgang, nachdem die Geschäftstätigkeit aufgrund der EU- Sanktionen und die Entscheidung für den Rückzug aus dem russischen Markt zu einem Geschäftseinbruch geführt hat. Die russische Geschäftstätigkeit hat 2022 einen Ergebnisbeitrag von 0,2 Mio. EUR geleistet.

In der Sales Region Asia-Pacific ist ein Vorjahresvergleich operativ schwierig, weil der Kundentransfer von der ALBIS zur MOCOM bis in das erste Quartal 2022 andauerte. Im Jahr 2022 fehlen daher -5,7 Tsd. Tonnen im Vorjahresvergleich (-41,7 %). Die asiatischen Gesellschaften zeigen eine positive Entwicklung und steigern die Kundenbasis, dem stand zum Jahresende - bedingt durch die Covid-Situation - jedoch eine geringere Nachfrage gegenüber.

Die Sales Region South-West verzeichnet ein Mengenwachstum von +0,6 Tsd. Tonnen (+0,8 %), welches insbesondere durch die türkische Gesellschaft getragen wurde (+5,2 Tsd. Tonnen, bzw. +36,4 %). Die Sales Region North dagegen liegt mit -1,5 Tsd. Tonnen (-4,5 %) unter dem Vorjahresniveau.

Aufgrund der hohen Preissteigerungen insbesondere in der ersten Jahreshälfte sowie der stärkere EP-Produktmix wuchs der Umsatz 2022 um +6,5 % auf über 1,1 Mrd. EUR.

Mit Ausnahme der Sales Region East (aufgrund des Umsatzeinbruchs in Russland (-13,0 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr) und der Sales Region Asia-Pacific (-17,8 Mio. EUR) aufgrund von Kundenübertragungen an die MOCOM, konnten die übrigen Sales Regionen 2022 ihren Umsatz trotz Mengenrückgang steigern. Dies ist in erster Linie dem Produktmix und den höheren Verkaufspreisen geschuldet.

Trotz des gestiegenen Umsatzes lag das EBIT der ALBIS bedingt durch höhere Materialkosten und dadurch geringere Margen sowie gestiegenen indirekten Kosten mit 63,3 Mio. EUR (Vorjahr 83,0 Mio. EUR) um -20,3 Mio. EUR unter dem Jahr 2021.

Zur Einordnung des Rückgangs im Vorjahresvergleich ist zu berücksichtigen, dass das Jahr 2021 ein historisches Jahr für die ALBIS Gruppe mit positiven Sondereffekten sowie strukturellen Änderungen. Im Ergebnis 2021 waren rund 3,7 Mio. EUR Gewinn aus dem Verkauf des nicht mehr benötigten Produktionsgrundstücks in UK enthalten und ein rund 0,8 Mio. EUR höheres Ergebnis der russischen Gesellschaft. Zudem hatte die Verknappungssituation im BOPS-Geschäft der ALBIS im Jahr 2021 einen außerordentlichen Margeneffekt von rund 2,0 Mio. EUR ermöglicht. Das Ergebnis 2022 war durch die im Vergleich zum Vorjahr geringen Mengen belastet. Der EP-Bereich hat die negative Mengenentwicklung durch das hohe Margenniveau im Vergleich zum Vorjahr teilweise kompensiert. Im Jahr 2022 fehlt ein im Vorjahr realisierter Lieferantenbonus von 1,8 Mio. EUR, zusätzlich belasten strukturell höhere Servicekosten aus der Otto Krahn Gruppe das ALBIS Ergebnis mit 1,6 Mio. EUR. Darüber hinaus belasten negative Währungskurseffekte von 1,9 Mio. EUR und Pensionsbewertungseffekte mit 1,3 Mio. EUR das Ergebnis im Jahr 2022 mehr als im Vorjahr.

Die ALBIS befindet sich weiterhin auf einem positiven strategischen Wachstumskurs.

2.2.2 MOCOM

Nach einem absatzstarken Jahr 2021 ist die MOCOM Gruppe gut in das Jahr 2022 gestartet. Die Verkaufszahlen lagen im ersten Quartal fast auf dem Niveau des Vorjahres. Bedingt durch den Krieg in der Ukraine, steigende Inflation, hohe Energiekosten und eine insgesamt eingetrübte globale Konjunktureinschätzung sind die Absatzzahlen im weiteren Verlauf kontinuierlich gesunken. Insgesamt hat sich das Absatz-volumen der MOCOM Gruppe um 7,8 % auf 127.561 Tonnen gegenüber dem Vorjahr reduziert. Der Absatzrückgang erfolgte sowohl im Bereich der eigenen Compounds als auch der Lohncompoundierung.

Die Rohstoffpreise sind 2022 weiter angestiegen: Die durchschnittlichen Materialkosten pro Kilogramm lagen +33 % über dem Vorjahreswert. Ebenfalls gestiegen sind die Produktionskosten. Dies ist vor allem auf die stark steigenden Energiekosten zurückzuführen, so haben sich in Deutschland die Energiekosten beispielsweise im Jahresverlauf um +77,4 % verteuert. Gegenüber Vorjahr sind die Stromkosten sogar um +186% bzw. +7,4 Mio. EUR gestiegen. Der hohe Kostenanstieg - sowohl bei Rohmaterialen als auch in der eigenen Produktion - ließ sich nur bedingt über Preissteigerungen am Markt kompensieren, obwohl die Verkaufspreise um +25 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden konnten. Dies führte trotz rückläufiger Verkaufsmengen zu einer Umsatzsteigerung von 311 Mio. EUR in 2021 auf 361 Mio. EUR in 2022.

Während die Produktmarge der MOCOM Gruppe in 2022 um -9 % auf 43,1 Mio. EUR sank, konnte die Produktmarge pro Kilogramm konstant gehalten werden, was auf einen höheren Anteil der margenstarken Specialty Compounds zurückzuführen ist. Letztlich fehlten aber Mengen, um das absolute Margenniveau des Vorjahres zu erreichen.

Die Region EMEA mit MOCOM Deutschland machte mit 87.498 Tonnen (-11 %) und einem Umsatz von 283 Mio. EUR (+12 %) den größten Anteil am Geschäft der MOCOM Gruppe aus. Die MOCOM Deutschland lag dabei vor allem im Absatz deutlich unter den Erwartungen. Die eigenen Compounds (Specialties, Advanced, Recycling Compounds) lagen mit 62.686 Tonnen um -7.896 Tonnen unter dem Vorjahr. Dabei ist der Absatz der margenstarken Specialty Compounds um -6 % eingebrochen, während die Nachfrage nach Advanced Compounds und den strategisch wichtigen Recycling Compounds jeweils um -13 % rückläufig war. Auch die Lohncompoundierung für die großen Partner der Otto Krahn Gruppe ging um -14 % auf 17.360 Tonnen zurück. Das Lizenzgeschäft mit der ALBIS verzeichnete dagegen ein Plus von +5,7 % auf 4.764 Tonnen. Bedingt durch den schlechten Absatz ging die Auslastung der drei deutschen Produktionsstandorte von 69 % in 2021 auf nur noch 64 % im Jahr 2022 zurück.

In der Region Americas mit den Gesellschaften in den USA und Mexiko konnte der Absatz (+13 % auf 19.749 Tonnen) und der Umsatz (+46 % auf 50,2 Mio. EUR) gesteigert werden. Allerdings ging der Absatz der margenstarken Specialty Compounds um 11 % zurück. Mengen- und Umsatzwachstum wurde vor allem im Bereich der margenschwachen Lohncompoundierung (+20 %) realisiert. Auch in der Region Americas führten gestiegene Material- und Produktionskosten zu sinkenden Margen. Die Auslastung der Pro-duktionskapazitäten konnte von 47 % auf 60 % gesteigert werden. Allerdings belasten auch gestiegene Verwaltungskosten das Ergebnis, das deutlich hinter dem Vorjahr und den Erwartungen zurückblieb.

Auch die Region APAC mit der Gesellschaft in Changshu hat 2022 ein schwächeres Ergebnis erzielt. Der Absatz lag mit 22.092 Tonnen um 14 % unter dem Vorjahr. Der Umsatz hat sich um +7,4 % auf 35 Mio. EUR gesteigert. Hauptverantwortlich für die Absatzentwicklung war der Nachfrageeinbruch im Bereich der Advanced Compounds (-11 %) und der Lohncompoundierung (-16 %). Margenstarke Specialty Compounds waren nahezu stabil während bei den Recycling Compounds sogar ein Absatzplus von +4,5 % erzielt werden konnte. Die Region APAC wurde vor allem durch die im Vergleich zu Europa zeitlich verschobenen Auswirkungen der Covid-Pandemie getroffen. Isolationsmaßnahmen haben die Nachfrage stark eingeschränkt. Organisatorisch wurden Kunden der ALBIS in der Region in die Direktkundenbetreuung der MOCOM übernommen. Dies führte zur Steigerung der Marge, aber auch zu höheren organisatorischen Kosten, insbesondere im Vertrieb. Die Auslastung der Produktion am Standort Changshu sank von 88 % auf 73 %. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hat die Region ein gutes Ergebnis erzielt, auch wenn man hinter dem Vorjahresergebnis zurückblieb.

Das Ergebnis der MOCOM Gruppe lag im Jahr 2022 aufgrund der genannten Rahmenbedingungen deutlich unter den Erwartungen. Das gestiegene Kostenniveau konnte nur bedingt an den Markt weitergegeben werden. Zudem hat die mangelnde Auslastung der Produktionsstandorte für eine ungenügende Fixkostendeckung gesorgt. Die Konjunkturlage ist weiterhin unsicher und die Kunden zeigen ein kurzfristiges Kaufverhalten.

2.2.3 WIPAG

Auch 2022 war für die WIPAG Gruppe wieder ein Jahr, das von Unsicherheit und schwankender Nachfrage geprägt war. Nachdem die Auswirkungen der Covid-Pandemie weitestgehend überwunden schienen, eröffnete der russische Überfall auf die Ukraine einen neuen geopolitischen Schauplatz, der zu starken wirtschaftlichen Verwerfungen führte. Insbesondere der Automobilsektor, in den der Großteil der Produkte des Unternehmens verkauft wird, war erneut stark betroffen. Wie in den Vorjahren führten unterbrochene Lieferketten immer wieder zu Produktions- und damit Absatzausfällen. Hinzu kam vor dem Hintergrund der ebenfalls durch den Angriffskrieg ausgelösten Energiekrise ein deutlich ansteigendes Preisniveau bei verschiedenen Basis-Polymeren und Recyclingrohstoffen. In den ersten drei Quartalen machte dies signifikante Preiserhöhungen notwendig. Nicht alle Kunden waren bereit oder in der Lage, diese Preisanpassungen mitzugehen und reduzierten ihre Abnahmemengen entsprechend. Im vierten Quartal trat hier jedoch eine Entspannung ein, und die Preise einiger Vorprodukte sanken wieder. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen konnten die ambitionierten Wachstumsziele des Unternehmens nicht erreicht werden.

Der konsolidierte Gesamtabsatz der WIPAG Gruppe belief sich 2022 auf 10.014 Tonnen, was einer leichten Verringerung von -222 Tonnen bzw. -2,2 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der tendenziell rückläufigen Gesamtentwicklung stehen deutlich unterschiedliche Steigerungsraten innerhalb des Produktportfolios gegenüber. So konnte der Absatz an carbonfasergefüllten Compounds erneut stark gesteigert werden und nahm um +439 Tonnen oder +40,5 % zu. Auch im Bereich Open Loop, der Standardprodukte auf Basis von recycelten Polymeren, konnte ein Wachstum erzielt werden: Der Absatz stieg gegenüber dem Vorjahr um +312 Tonnen bzw. +5,4 %.

Weiter rückläufig war hingegen das Geschäft mit Recycling-Dienstleistungen, das unter Closed Loop geführt wird. Hier schlug ein Rückgang von -156 Tonnen bzw. -8,8 % zu Buche. Ebenfalls zurückgegangen ist die Lohnverarbeitung für die MOCOM Compounds. Dieses Geschäft sank um -817 Tonnen oder -49,5 %.

Trotz stagnierender Absatzentwicklung erzielte das Unternehmen 2022 ein starkes Umsatzwachstum. Die Erlöse nahmen gegenüber 2021 um +28,6 % zu und erreichten ein neues Allzeithoch bei 19,5 Mio. EUR. Diese Entwicklung wurde zum einen getrieben durch die Weitergabe von steigenden Einkaufspreisen für Vorprodukte und zum anderen durch Verschiebungen im Produktmix. Das erwähnte überproportionale Wachstum der Carbon-Produkte trug dabei ebenfalls zur Umsatzsteigerung bei, da hier die Verkaufspreise deutlich über dem Durchschnitt lagen.

Die Preiserhöhungen führten zu einer absoluten Steigerung des Margenerlöses zu Standardkosten um 656 TEUR.

Diese erfreuliche Entwicklung ist insbesondere durch Verbesserungen im Preismanagement und eine deutliche Stärkung des Einkaufs im Bereich Roh- und Wertstoffe für die Recyclingprodukte erreicht worden. Entgegen dem allgemeinen Markttrend konnte so eine gute Verfügbarkeit unserer Produkte sichergestellt und Knappheitsszenarien vermieden werden, wie sie 2021 noch mehrfach eingetreten waren.

Die zwei Produktionsstandorte der WIPAG Gruppe haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 9.419 Tonnen produziert (nur Extrusion). Dies entspricht einer Abnahme um -321 Tonnen bzw. -3,3 % zum Vorjahr. Am Standort Neuburg wurden 3.634 Tonnen produziert, was einer Abnahme um -288 Tonnen gegenüber dem Vorjahr entspricht, und am Standort Gardelegen wurden 5.785 Tonnen produziert was einen Rückgang von -33 Tonnen bedeutet. Die zeitliche Auslastung der Werke lag bei durchschnittlich 50 % (Vorjahr 51 %).

Trotz der Ausweitung der Umsatzerlöse konnte keine Verbesserung des Jahresergebnisses erzielt werden. In Erwartung von deutlich höheren Produktionsmengen wurde in die personelle Ausstattung der Produktionsstandorte investiert, auch um die Prozessstabilität und Anlagenverfügbarkeit zu verbessern. Aufgrund der ausbleibenden Steigerung der Ausbringungsmengen führte dies zu hohen Leerlaufkosten. Gleichzeitig stieg auch die weitere Kostenbasis an, z. B. durch die erwähnte Stärkung der Einkaufsfunktion, aber auch durch höhere Kosten für Dienstleistungen durch die Service-Einheiten des Konzerns. Unter dem Strich stand eine Verschlechterung des Jahresergebnisses (EBIT) gegenüber dem Vorjahr um -1,7 Mio. EUR auf nun -4,4 Mio. EUR.

Ein Meilenstein in der Geschichte der WIPAG Gruppe war der Startschuss für die Expansion des Produktionsstandortes in Gardelegen. In einem ersten Schritt wurden die freien Flächen von der Stadt Gardelegen erworben, die an das derzeitige Produktionsgelände angrenzen. Geplant ist, in einem schrittweisen Ausbau die Kapazitäten des Standortes signifikant zu erweitern, beginnend mit einer zusätzlichen Produktionslinie für Carbon-Produkte. Nach Abschluss der Detailplanungen für den ersten Abschnitt ist der Baubeginn für das erste Halbjahr 2023 avisiert. Die geplante Gesamtinvestitionssumme für das Erweiterungsvorhaben beträgt 9,3 Mio. EUR.

2.2.4 KRAHN Chemie

Nach dem Rekordergebnis 2021 hat die KRAHN Chemie Gruppe 2022 erneut ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Im nachfolgenden wurde zwecks besserer Vergleichbarkeit die Krahn Ceramics, die an die Otto Krahn New Business veräußert wurde, herausgerechnet. Die Absatzmenge von 65.805 blieb zwar mit 8.680 Tonnen (-11,7 %) unter Vorjahresniveau, dafür wurde aber der Umsatz um 41,7 Mio. EUR (+13,8%) ausgebaut. Der Jahresumsatz 2022 der KRAHN Chemie beläuft sich auf 343,4 Mio. EUR. Auch im EBIT wurde operativ ein hohes Wachstum erzielt, das zusätzlich durch den außerordentlichen Effekt "Veräußerung der KRAHN Ceramics" beeinflusst wurde. In Summe erreichte die KRAHN Chemie Gruppe ein EBIT von 36,0 Mio. EUR, das mit 65,2 % über Vorjahr liegt.

Das erste Quartal weist den höchsten Absatz im Jahr 2022 auf. In den Folgequartalen verzeichnete KRAHN einen kontinuierlichen Rückgang im Absatz. Das vierte Quartal fiel insgesamt am schwächsten aus. Während der Absatz in den ersten Monaten durch Lieferengpässe limitiert wurde, überwog im Laufe des Jahres der Rückgang in der Nachfrage als Folge des Krieges in der Ukraine, der hohen Inflation sowie der damit verbundenen konjunkturellen Eintrübung. Parallel führte die Weitergabe der hohen Energie- und Rohstoffkosten zu einem deutlichen Preisanstieg, wodurch der Absatzrückgang auf Umsatzebene kompensiert wurde.

Das Segment mit dem höchsten Umsatz 2022 war Schmierstoffe, das insgesamt einen Anteil von 36 % am Gesamtumsatz der KRAHN Gruppe ausmacht. Aufgrund der sehr guten Nachfrage und limitierten Verfügbarkeiten im Markt wurde hier der Umsatz um +22,9 % gegenüber dem Vorjahr ausgebaut. Das Segment Kunststoffe, Kautschuk und Kleb- und Dichtstoffe ist im Umsatz insgesamt um +3,7 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen und nimmt einen Umsatzanteil von 26 % ein. Auf gleichem Niveau liegt der Anteil des Segments Farben & Lacke, Bauchemie, das den Umsatz um +5,8 % gegenüber dem Vorjahr steigerte. Aufgrund erweiterter Distributionsrechte und neuer Projekte erzielte das Segment Wärmeträgerflüssigkeiten ein Umsatzwachstum von +35,3 % und erhöhte damit seinen Anteil auf 5 %. Der Umsatzanteil des Segments Reinigungsmittel und Körperpflege beläuft sich 2022 auf 4 %. Auch hier wurde der Umsatz um +30,3 % deutlich ausgebaut.

KRAHN Chemie Deutschland mit einem Anteil von 45 % die größte Tochtergesellschaft im KRAHN Konzern, erzielte ein Umsatzwachstum von +6,4 % gegenüber dem Vorjahr. Deutlich stärker konnte die zweitgrößte Gesellschaft KRAHN Italia wachsen (+12,5 %). Die schwedischen Töchter AmphoChem AB und Pemco Additives AB, an denen KRAHN 2021 einen Mehrheitsanteil erworben hat, wurden zum 01.05.2022 auf die neu gegründete KRAHN Nordics AB verschmolzen. Zu der KRAHN Nordics gehören die Tochterfirmen KRAHN Specialty Fluids AB (ehemals Temper Technology) und BGM Logistics. Der Teilkonzern KRAHN Nordics, der mit 15 % zum Konzernumsatz beiträgt, erzielte im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzwachstum von +28,7 %. Auch die Töchter in Polen (+16,1 %), Benelux (+20,4 %) und Griechenland (+20,7 %) trugen zur deutlichen Umsatzsteigerung des Konzerns bei. Das Wachstum von KRAHN France fiel etwas schwächer (+11,2 %) aus. Aufgrund von Geschäftsverlagerungen auf andere Tochtergesellschaften des KRAHN Konzerns blieb der Umsatz der KRAHN UK (ehemals Petrico) auf Vorjahresniveau. Das ehemalige Joint-Venture Pemco-Trigueros Additives Spain (heute KRAHN Iberia) ist aufgrund der Erhöhung der Anteile auf 60 % im Geschäftsjahr 2022 erstmals vollumfänglich in das KRAHN Konzernergebnis eingebunden.

2.2.5 KRAHN Ceramics

Nach einem sehr starken Ergebnis im Jahr 2021 gelang es der KRAHN Ceramics im Geschäftsjahr 2022 ihre finanziellen Leistungsindikatoren weiter zu verbessern.

Die hohe Kundennachfrage hat sich 2022 fortgesetzt und zu einer stark steigenden Geschäftstätigkeit geführt: Das erste Quartal wies eine Steigerung der Umsatzerlöse um +78 % und der Absatzmenge um 86 % gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres auf. Auch das zweite und dritte Quartal liegen mit Umsatzsteigerungen von entsprechend +47 % und +31 % deutlich über dem Vorjahr. Erst im vierten Quartal wurde ein leichter Rückgang der Umsatzerlöse um 7 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Ursächlich für die Steigerung der Absatzmengen war im Wesentlichen die große Nachfrage unserer Kunden aus der Dentalbranche. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2022 1.129 Tonnen abgesetzt, +111 Tonnen mehr als im Jahr 2021. Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 39.906 TEUR, eine Steigerung um +10.458 TEUR oder 36 % zum Vorjahr. Das Umsatzwachstum ist zu 32 % auf Mengeneffekte und zu 68 % auf Produktmixeffekte zurückzuführen.

Die KRAHN Ceramics erzielte im Geschäftsjahr 2022 eine Produktmarge in Höhe von 3.270 TEUR, die um +871 TEUR bzw. - ähnlich wie die Umsatzerlöse - +36 % über dem Vorjahresniveau liegt. 83 %

dieses Ergebnisses konnten durch das Distributionsgeschäft mit keramischen Pulvern, wie Aluminiumoxid und Zirconia, erreicht werden. 15 % sind dem Bindemittelgeschäft sowie dem im Vorjahr neu entwickelten Geschäft mit eigenen Prozessadditiven zuzuordnen. Ein zweiprozentiger Anteil der gesamten Produktmarge ist auf die Compoundierung zurückzuführen, den Bereich, in dem die KRAHN Ceramics in enger Zusammenarbeit mit Kunden höchstspezialisierte keramische Feedstocks entwickelt und produziert. Über das Gesamtjahr 2022 betrachtet, wies der Bereich der Compoundierung mit +76 % gegenüber dem Vorjahr das größte Umsatzwachstum auf. Um die Nachfrage nach keramischen Spezialprodukten zu decken, wurden zum Ende des Jahres die Produktionskapazitäten deutlich ausgebaut.

Dank der positiven Entwicklungen ist im Geschäftsjahr 2022 ein Rekordergebnis erzielt worden. Das EBIT lag bei 1.383 TEUR und stieg damit um +23 % gegenüber dem Vorjahr an.

2.3 Ertragslage des Konzerns

Kennzahlen zur Ertragslage
in TEUR; in % 2022 2021
Betriebsergebnis (EBIT) 50.286 88.361
Umsatzrentabilität (auf Basis EBIT) 3,0% 6,0%
Konzernjahresüberschuss vor Ertragsteuern 43.876 75.778
Konzernjahresüberschuss (JÜ) 20.596 49.834
ROI des Gesamtkapitals (JÜ / durchschnittliches Gesamtkapital) 3,3% 8,8%

Gegenüber dem Vorjahr wurde ein Umsatzanstieg von +11,8 % verzeichnet. Der Rohertrag des Kalenderjahres erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 312.367 Mio. EUR um +1,3 % auf 316.459 Mio. EUR. Der im Verhältnis zum Umsatz geringere Anstieg des Rohertrages resultierte neben Veränderungen im Produktmix überwiegend aus dem gestiegenen Preisniveau für Rohstoffe, das nicht vollständig über entsprechende Anpassungen der Verkaufspreise an den Absatzmarkt weitergegeben werden konnte.

Ausgehend von 119,7 Mio. EUR im Jahr 2021 erhöhte sich der Personalaufwand um +23,1 Mio. EUR oder +19,3% auf 142,8 Mio. EUR. Der Anstieg des Personalaufwands resultiert im Wesentlichen aus dem durchschnittlichen Mitarbeiteraufbau des Vorjahres (+156 Mitarbeiter), dem durchschnittlichen Mitarbeiteraufbau des Personalbestandes im Berichtsjahr (+41 Mitarbeiter) und den unter Berücksichtigung des Verbrauchs notwendigen Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen in Höhe von 13,6 Mio. EUR.

Die Abschreibungen in Höhe von 17,2 Mio. EUR liegen 2022 auf dem Niveau des Vorjahres (17,2 Mio. EUR).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um +9,6 % bzw. um +10,9 Mio. EUR auf 124,0 Mio. EUR gestiegen. Davon entfallen +7,4 Mio. EUR auf den Anstieg der Stromkosten für MOCOM Deutschland sowie +1,0 Mio. EUR auf den Aufwand für Drohverlust-Rückstellungen für ALBIS Russland.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sinken gegenüber 2021 um -8,1 Mio. EUR auf 19,0 Mio. EUR. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die im Vorjahr enthaltenen +4,5 Mio. EUR aus dem Gewinn aus dem Verkauf des ehemaligen Betriebsgeländes der ALBIS UK in Knutsford zurückzuführen.

Im Berichtsjahr war der Netto-Wechselkursverlust um 1,9 Mio. EUR höher als im Vorjahr.

Insgesamt reduziert sich das EBIT als für die Gruppe wesentliche Steuerungsgröße von 88,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 50,3 Mio. EUR im Jahr 2022 um -38,1 Mio. EUR oder -43,1 %.

Der Netto-Finanzaufwand (Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen) von 6,4 Mio. EUR liegt um -6,2 Mio. EUR unter dem Vorjahr. Als wesentlicher Effekt ist hier der Rückgang der Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensions-, Jubiläums- und Altersteilzeitrückstellungen um -4,8 Mio. EUR auf 3,9 Mio. EUR zu nennen.

Das Ergebnis vor Steuern von 43,9 Mio. EUR liegt um -31,9 Mio. EUR oder -42,1 % unter dem Ergebnis von 2021. Die Umsatzrentabilität bezogen auf das EBIT lag mit 3,0 % um -3,0 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 6,0 %.

Die bereinigte Steuerquote liegt mit 30,5 % bezogen auf das Ergebnis vor Ertragsteuern deutlich über dem Vorjahr (25,5%).

Nach Abzug aller Steuern wurde im Geschäftsjahr 2022 ein Konzernjahresüberschuss von 20,6 Mio. EUR erzielt. Dieser liegt ausgehend von einem im Jahr 2021 erwirtschafteten Konzernjahresertrag von 49,8 Mio. EUR um -29,2 Mio. EUR unter dem Vorjahr.

2.4 Finanzlage des Konzerns

Kennzahlen zur Finanzlage des Konzerns
in TEUR 2022 2021
Cashflow nach DRS 21:
Finanzmittelfonds zu Beginn der Periode 57.370 125.318
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 31.780 -21.622
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -16.345 -24.486
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 9.967 -25.514
Zahlungsunwirksame Veränderungen Finanzmittelfonds -4.456 406
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 78.493 57.370

Der Cashflow aus dem operativen Geschäft erhöhte sich 2022 um +53,4 Mio. EUR von -21,6 Mio. EUR auf nunmehr 31,8 Mio. EUR. Wesentlicher Treiber ist die Verlangsamung des Aufbaus von Net Working Capital im Zuge eines verbesserten Working Capital Managements sowie stagnierender Preise im 2.

Halbjahr 2022. Anstelle der -97,8 Mio. EUR in 2021 sind in 2022 nur noch -18,6 Mio. EUR in den Aufbau von Working Capital geflossen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist um +8,1 Mio. EUR auf -16,3 Mio. EUR gestiegen. Im Vorjahr sind die Akquisitionen von Petrico Ltd. und KRAHN Nordics maßgeblich als Treiber für die überdurchschnittliche Investitionstätigkeit zu nennen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthält gezahlte Dividenden an andere Gesellschafter (im Wesentlichen an die Kommanditisten der Otto Krahn GmbH & Co. KG) in Höhe von -10,6 Mio. EUR (Vorjahr -22,3 Mio. EUR). Demgegenüber stehen Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von (Finanz-)Krediten in Höhe von 41,5 Mio. EUR. Es wurden im Geschäftsjahr darüber hinaus Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten in Höhe von -17,9 Mio. EUR getätigt.

Die liquiden Mittel haben sich insgesamt um +19,1 Mio. EUR auf 93,2 Mio. EUR erhöht.

Zum Stichtag standen der KRAHN-Gruppe Kreditlinien von 106,1 Mio. EUR (inkl. 3,1 Mio. EUR für Avale) zur Verfügung (Vorjahr 92,9 Mio. EUR). Die Inanspruchnahme belief sich auf 15,0 Mio. EUR (Vorjahr 16,7 Mio. EUR). Darüber hinaus bestanden langfristige Bankkredite von 45,3 Mio. EUR (Vorjahr 21,8 Mio. EUR), die zusätzlich zum bestehenden Kreditrahmen gewährt wurden. Diese Kredite wurden im Wesentlichen für Expansionen und Akquisen verwendet.

2.4.1 Kapitalstruktur des Konzerns

Kennzahlen zur Kapitalstruktur
2022 2021
Eigenkapitalquote (Verhältnis von Eigen- zu Gesamtkapital) 45,4 % 45,4 %
Kapitalumschlagshäufigkeit (Verhältnis Umsatzerlöse zu durchschnittlichem Gesamtkapital) 2,7 2,6

Das Eigenkapital des Konzerns ist im Kalenderjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr von 279,0 Mio. EUR um +4,0 Mio. EUR auf 283,0 Mio. EUR gestiegen. Bei einem um +1,6 % auf 623,7 Mio. EUR gestiegenen Gesamtkapital ist die Eigenkapitalquote von 45,4 % konstant geblieben.

Die Pensionsrückstellungen, die einen wesentlichen Anteil an den Fremdverpflichtungen des Konzerns ausmachen, erhöhten sich von 108,4 Mio. EUR im Jahr 2022 um +14,8 Mio. EUR auf 123,2 Mio. EUR. Der Anteil der Pensionsrückstellungen an der Bilanzsumme beträgt 19,8 % (Vorjahr 17,7 %).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr von 38,6 Mio. EUR um +21,5 Mio. EUR auf 60,1 Mio. EUR und beliefen sich damit auf 9,6 % des Gesamtkapitals (Vorjahr 6,3 %).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie erhaltene Anzahlungen sanken um -23,7 Mio. EUR oder -24,4 % auf 73,5 Mio. EUR.

2.4.2 Investitionen

Die Investitionen beliefen sich im Jahr 2022 auf 17,1 Mio. EUR, davon entfielen 14,7 Mio. EUR auf das Sachanlagevermögen, wobei Investitionen in Höhe von 2,1 Mio. EUR auf den Erwerb des Grundstücks Mühlenhagen 32 entfielen und 1,3 Mio. EUR für die neue Sprinkleranlage im Werk Zülpich sowie 1,6 Mio. EUR für eine neue Compoundierlinie in Duncan die größten Einzelinvestitionen darstellten.

2.5 Vermögenslage des Konzerns

Kennzahlen zur Vermögenslage
2022 2021
Anlagenintensität 16,2 % 16,6 %
(Sachanlagevermögen und immat. Anlagen in % des Gesamtkapitals)
Working Capital in % vom Umsatz 20,0 % 21,3 %
(Vorräte zzgl. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzgl. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in % vom Umsatz)

Der Buchwert des Anlagevermögens sank 2022 um -1,1 Mio. EUR auf 101,0 Mio. EUR. Dabei setzt sich der Rückgang aus -0,9 Mio. bei Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen (inkl. Firmenwerte) und -0,3 Mio. EUR bei den Finanzanlagen zusammen.

Das kurzfristig in Vorräten und Forderungen gebundene Vermögen reduzierte sich von 414,0 Mio. EUR im Vorjahr um -9,0 Mio. EUR bzw. -2,2 % auf 405,0 Mio. EUR insbesondere aus geringeren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen per 31.12.2022 aufgrund des rückläufigen Geschäftsvolumens im vierten Quartal 2022.

2.6 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren des Konzerns

2.6.1 Personal

Die für die KRAHN-Gruppe wesentlichen Personal-Kennzahlen entwickelten sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt:

Personalkennzahlen
2022 2021
Frauenanteil in % 36,2 % 30,7 %
Fluktuation in % 12,3 % 9,3 %
Ø-Betriebszugehörigkeit 9,7 10,1

Der Frauenanteil in der KRAHN-Gruppe ist im Vergleich zum Vorjahr um +5,5 %-Punkte gestiegen. Auch die Fluktuation in Prozent ist um +3,0 %-Punkte auf 12,3 % angestiegen.

Die KRAHN-Gruppe steigert weiterhin die Attraktivität des Arbeitsplatzes und investiert in Nachhaltigkeit und digitalen Fortschritt.

Ein Erfolg aus dem Jahr 2022 war die Einführung von SuccessFactors. Dies beinhaltete die Integration unserer Lernmanagements von umantis in das SuccessFactors Modul Learning sowie die Einführung eines führenden Personalstammdatensystems im Modul Employee Central. Basierend auf dieser Implementierung werden zukünftig die People & Culture Funktionen in SuccessFactors erweitert.

Zudem startete die KRAHN-Gruppe gemeinsam mit der Company Bike Solution GmbH und der Qualitrain GmbH zwei Projekte, um die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu fördern und ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

Mit Company Bike können Mitarbeitende sich ein modernes Leasingrad aussuchen. Der Leasingvertrag läuft über 36 Monate, in dieser Zeit steht das Rad ebenso für die private Nutzung bereit. Durch Qualitrain können Mitarbeitende eine kostengünstige, monatlich kündbare Firmenfitness-Mitgliedschaft nutzen, mit der deutschlandweit in 5.000 Studios oder zu Hause per Fitness-App trainiert werden kann.

Im Jahr 2022 umfasste das Angebot einen Umfang von 150 Beschäftigten, die zwischen beiden Optionen wählen durften. Ein monatlicher Zuschuss von ca. 20,00 EUR zur Nutzungsrate wurde seitens des Arbeitsgebers bewilligt. Der Restbetrag wird vom Entgelt des Mitarbeitenden einbehalten.

3 Prognosebericht

Die Planung der KRAHN-Gruppe für das Geschäftsjahr 2023 basiert auf einer dynamischen und von leichtem Wachstum ausgehenden Konjunkturlage. Wobei erst zum zweiten Halbjahr 2023 von einer Erholung und Steigerung ausgegangenen wird.

Die hohen Inflationsraten belasten derzeit die deutsche Konsum- und Baukonjunktur durch eine sinkende Kaufkraft und erheblich gestiegene Finanzierungskosten. Gleichzeitig erholt sich die Industriekonjunktur aufgrund nachlassender Lieferengpässe bei Vorprodukten und kräftiger Rückgänge bei den Energiepreisen.

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt wird 2023 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres stagnieren (-0,1 %) und im kommenden Jahr um 1,7 % zulegen. Die Inflationsrate wird im Jahr 2023 mit durchschnittlich 6,2 % nur wenig niedriger liegen als 2022. Erst für das kommende Jahr wird ein Rückgang der Inflationsrate auf 2,2 % erwartet.

Die deutsche Wirtschaft schrumpft seit Ende vergangenen Jahres, nachdem sie sich bis in den Spätsommer hinein noch recht kräftig erholte. Zwar verlieren die Angebotsschocks, die die Produktionskapazitäten als Folge der Corona- und Energiekrise spürbar einschränkten, allmählich an Bedeutung. Allerdings schwächt sich seit dem Herbst 2022 zunehmend die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen ab. Zum einen dämpft die verhaltene Entwicklung der globalen Konjunktur das deutsche Exportgeschäft. Zum anderen belasten die hohen Inflationsraten die Konsum- und Baukonjunktur durch eine sinkende Kaufkraft und erheblich gestiegene Finanzierungskosten.

Die Teuerung hat im Verlauf des vergangenen Jahres zunehmend an Breite gewonnen und verharrt seit einigen Monaten auf historischen Höchstständen. Während sich der direkte Beitrag der Energiepreise seit dem Herbst allmählich abschwächt, hat die Inflation bei allen anderen Waren und Dienstleistungen kontinuierlich zugenommen und im Februar 7,6 % erreicht. Neben den gestiegenen Produktionskosten, die von den Unternehmen an die Verbraucher weitergegeben wurden, trug dazu auch eine spürbare Ausweitung der Gewinnmargen in einigen, insbesondere konsumnahen Wirtschaftsbereichen bei.

Der Höhepunkt der Inflationswelle dürfte hingegen mittlerweile erreicht sein. Insbesondere ist von den Energiepreisen im Verlauf der kommenden Monate kein weiterer Schub mehr zu erwarten. Die Beschaffungspreise für Strom und Gas sind seit dem Spätsommer des vergangenen Jahres spürbar gesunken. Im verarbeitenden Gewerbe sind daher - den ifo- Konjunkturumfragen zufolge - in den kommenden Monaten spürbar weniger Preisanhebungen geplant, so dass sich der Anstieg der Erzeugerpreise weiter verlangsamen dürfte.

Ein merklicher Rückgang beim Verbraucherpreisanstieg wird jedoch noch etwas auf sich warten lassen, da die Energieversorger die gesunkenen Beschaffungskosten erst mit Verzögerung an ihre Abnehmer weitergeben. Für die privaten Haushalte werden daher die Energiepreise frühestens ab Ende 2023 unter ihren Vorjahreswert sinken. Ähnliches gilt für die Betriebe in konsumnahen Wirtschaftsbereichen, die ihre Energie auch überwiegend von den Versorgungsunternehmen beziehen. Der Preisdruck von Seiten der Lohnkosten wird zunehmen, da im Laufe dieses Jahres mit spürbaren Anstiegen der Tarifverdienste zu rechnen ist.

Insgesamt dürfte daher vor allem die Kerninflationsrate (also der Anstieg der Verbraucherpreise ohne Energie) im weiteren Verlauf nur langsam sinken und im Jahresdurchschnitt 2023 mit 6,3 % sogar deutlich höher liegen als noch im Vorjahr (4,9 %). Da jedoch der Inflationsbeitrag der Energiepreise in den kommenden Monaten stark abnimmt, dürfte die Gesamtinflationsrate von 6,9 % im Jahr 2022 auf 6,2 % im Jahr 2023 zurückgehen. Erst im kommenden Jahr dürfte sich der Preisanstieg allmählich wieder normalisieren. Unter der Annahme, dass sich Rohstoffe und Energie entsprechend der derzeitigen Markterwartung im Prognosezeitraum nicht wesentlich verteuern und dass die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen weiter anhebt, dürfte die Inflationsrate im Jahr 2024 auf 2,2 % und die Kernrate auf 2,8 % zurückgehen.

Im weiteren Verlauf des Jahres wird sich die Konjunktur in nahezu allen Wirtschaftsbereichen erholen. Darauf deutet die spürbare Verbesserung der ifo-Geschäftserwartungen seit Oktober 2022 hin. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nehmen seit Jahresbeginn wieder zu, und die globale Konjunktur dürfte an Fahrt gewinnen. Langsam sinkende Inflationsraten und steigende Löhne dürften spätestens ab Jahresmitte wieder zu einem Reallohnplus führen und die Binnenkonjunktur stützen. Bremsen dürfte hingegen die Bauwirtschaft, auch wenn dort zu Jahresbeginn ein überraschend hoher Produktionszuwachs verzeichnet wurde. Die Nachfrage nach Bauleistungen ist kräftig eingebrochen, nicht zuletzt als Folge der rasch steigenden Finanzierungskosten.

Für China gehen die Prognosen derzeit von einem sich gegenüber 2022 (3,2 %) gesteigerten BIP-Wachstum von 4,8 % im Jahr 2023 aus, was im Wesentlichen auf die Öffnung des Landes nach den restriktiven Corona-Eindämmungsmaßnahmen und den damit einhergehenden positiven wirtschaftlichen Effekten zurückzuführen ist.

Die KRAHN-Gruppe plant für 2023 einen Nettoumsatz von 1.768 Mio. EUR und eine Absatzmenge von 493 Tsd. Tonnen. Für das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Beteiligungserträgen (EBIT) wird für 2023 von einem rückläufigen Margenniveau bei steigendem Kostenniveau ausgegangen und mit 56,1 Mio. EUR geplant.

Die globale Automobilindustrie schaut zuversichtlicher in das Jahr 2023. Global betrachtet, wird ein Anstieg der Automobilverkäufe von 4,8 Mio. Fahrzeugen (+6,1 %) erwartet, wobei für Europa ein Anstieg von 1,0 Mio. Fahrzeugen (+6,2 %), für Nord Amerika ebenfalls von rund 1,0 Mio. Fahrzeugen (+6,4 %) und für China von rund 1,7 Mio. Fahrzeugen (+7,0 %) prognostiziert wird.

Für die deutsche Elektrotechnik- und Elektroindustrie wird im Jahr 2023 eine Konsolidierung auf hohem Niveau erwartet, wobei der Markt insbesondere durch die Energiekriese beeinflusst werden wird und auf dem Niveau des Vorjahres 2022 stagnieren wird. Branchentreiber bleiben weiterhin die fortschreitende Elektrifizierung, die Modernisierung des Stromnetzes, die Automatisierung und Digitalisierung von Prozessen und Geschäftsmodellen, bei der die Elektrotechnik- und Elektroindustrie ihren Beitrag leistet.

Für das Jahr 2023 wird für die Health Care Industrie vom Verband trotz der großen Herausforderungen mit einem moderaten Umsatzzuwachs gerechnet. Die Entwicklung wird jedoch weniger durch verstärkten Absatz als durch das anhaltend hohe Preisniveau in der Rohstoffbeschaffung sowie deutlich steigenden Personalkosten getrieben. Als ein sich europaweit weiter verstärkender Trend wird die Festlegung von Maßnahmenplänen zur Einhaltung von Nachhaltigkeitszielen gesehen. Hier geraten zunehmend die Anwendermärkte, z.B. Krankenhausgesellschaften, unter Zugzwang. Die zunehmende Erarbeitung und Umsetzung entsprechender Pläne wird den verstärkten Einsatz von nachhaltigen Roh- und Einsatzstoffen insbesondere in der Medizintechnik und im Verpackungsbereich (hier spezielle Verpackungen von Arzneien und Pharmazeutika) zur Folge haben. Im Bereich der Diagnostikanwendungen, z.B. IVDs wird nach Abflauen der Pandemiesituation allgemein weiter mit einem Nachfragerückgang gerechnet.

4 Chancen-/Risikobericht

4.1 Risikobericht

Die KRAHN-Gruppe geht unternehmerische Risiken ein, wenn dadurch ein angemessener Beitrag zur Unternehmenswertsteigerung erwartet werden kann. Steuerungsinstrumente sind dabei die strategische Unternehmensplanung und ein differenziertes Risikomanagementsystem, über das Chancen und Risiken identifiziert, bewertet und beobachtet werden, um frühzeitig Entwicklungen zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten. Das laufende Berichtswesen liefert darüber hinaus für alle Konzernbereiche aktuelle Informationen zur Geschäftsentwicklung und stellt die Steuerung der betrieblichen Abläufe auf kurze Sicht sicher. Der globale Verhaltenskodex der KRAHN-Gruppe vermittelt allen internen und externen Unternehmensbeteiligten die herausragende Bedeutung, die die Unternehmensführung der Beachtung gesetzlicher und ethischer Bestimmungen beimisst.

4.1.1 Gesamtwirtschaftliche und konjunkturelle Risiken

Konjunkturschwankungen bilden sich in der Geschäftsentwicklung der KRAHN-Gruppe als Lieferant industrieller Rohstoffe verhältnismäßig früh ab. Hinzu kommt die politische Situation im In- und Ausland, mit der teilweise länderspezifische Risiken verbunden sind, die Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung haben können. Dasselbe gilt für geopolitische Entwicklungen, wie den Krieg in der Ukraine und die in diesem Zusammenhang verhängten Sanktionen gegen Russland. Eine sich abschwächende Konjunktur kann zu Minderauslastungen der vorhandenen Produktionskapazitäten im Bereich Compoundierung führen. Die Breite und Tiefe des Produktsortiments und die Diversifizierung auf unterschiedliche Abnehmerbranchen sorgen für eine stärkere Unabhängigkeit von einzelnen Branchen und ihren Zyklen.

4.1.2 Markt- und Branchenrisiken

Grundsätzlich versucht die KRAHN-Gruppe, über die kontinuierliche Beobachtung ihrer Märkte, durch eine sorgfältige Lieferantenauswahl und durch die Schaffung effizienter Rahmenbedingungen den Marktrisiken entgegenzuwirken. So gilt es, die Verfügbarkeit und die Qualität der Rohstoffe und Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen für die Kunden des Konzerns zu sichern.

Steigende Rohstoffpreise und ein erhöhter Kostendruck können zu einer Änderung in der Nachfrage und einem Anstieg der Wettbewerbsintensität führen. Ein erhöhter Preiswettbewerb birgt das Risiko sinkender Margen. Diesem Risiko wirkt der Konzern durch die kontinuierliche Erweiterung der Produktpalette und der Neuentwicklung thermoplastischer Compounds entgegen.

Der wirtschaftliche Erfolg eines Distributionsunternehmens in der Kunststoffindustrie wird nachhaltig durch die Vielfalt und Breite des angebotenen Produktsortiments bestimmt. Mit Produzenten von Kunststoffrohstoffen, die der Distributor vertreibt, werden deshalb nach Möglichkeit längerfristige Verträge geschlossen, die den Vertrieb in bestimmten Absatzregionen und/oder -segmenten regeln.

In Folge wesentlicher Strukturveränderungen der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse seitens der Polymerhersteller besteht für Distributoren grundsätzlich das Risiko, dass sich bestehende Geschäftsmodelle in der Zusammenarbeit verändern. Durch ein professionelles Lieferantenmanagement und durch die kontinuierliche Weiterentwicklung des bestehenden Portfolios konnte die KRAHN-Gruppe in der Vergangenheit derartige Geschäftsverluste begrenzen. Durch die Pflege bestehender Lieferantenverbindungen und den Zugewinn neuer Lieferanten hat die Unternehmensgruppe von den Entwicklungen in der chemischen Industrie sogar eher profitiert.

Ein längerer Produktionsausfall sowie ein insolvenzbedingter Wegfall von Produzenten bergen ein Risiko für die Geschäftsentwicklung, da nicht jeder Lieferant für ein definiertes Produktportfolio sofort und unmittelbar ersetzt werden kann. Diesem Risiko wird durch sorgfältige Lieferantenauswahl begegnet.

Kostenseitig bestehen für die KRAHN-Gruppe die Risiken im Wesentlichen in Preiserhöhungen für die gehandelten Produkte. Diesen Effekten wird durch ein aktives Lagerbestandsmanagement, Änderung des Einkaufsverhaltens und die Weitergabe von Preiserhöhungen an den Absatzmarkt begegnet. Darüber hinaus sind Steigerungen der Personalkosten und wachsende Energieausgaben wesentliche Faktoren.

4.1.3 Finanzielle Risiken

Den Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken wird durch eine kontinuierliche Optimierung des Working Capital, eine breite Bankenstreuung und ein zentrales Liquiditätsmanagement für die Firmengruppe begegnet. Bestehende Kreditlinien der Banken wurden in vollem Umfang bestätigt. In Einzelfällen bestehen Covenants in Bezug auf die Erreichung einer bestimmten Eigenkapitalquote. Bei der derzeitig sehr guten Kennzahl ist das Risiko eines Unterschreitens des Covenants-Limits sehr unwahrscheinlich.

Das Unternehmen ist bei der Beschaffung von Rohstoffen und Handelswaren sowie bei der Veräußerung von Fertigerzeugnissen und Waren Wechselkursrisiken ausgesetzt. Der größte Teil der Wertschöpfung wird jedoch in der Eurozone erzielt. Wechselkursrisiken wird mit dem angemessenen Abschluss handelsüblicher Devisentermingeschäfte oder durch Anpassung der Finanzierungsstruktur zur Erreichung von sogenannten "natural hedges" begegnet. Die Strategie besteht darin, Fremdwährungsrisiken möglichst gering zu halten.

Das Risiko einer möglichen Zahlungsunfähigkeit der Kunden wird konzernweit durch Kreditversicherungen begrenzt. Die KRAHN-Gruppe beobachtet sorgfältig die Entwicklung der Außenstände und das Zahlungsverhalten, um das Risiko von Forderungsausfällen gering zu halten und plötzliche Ausfälle zu vermeiden.

4.1.4 IT-Risiken

Für die Geschäftsprozesse einschließlich der internen und externen Kommunikation der KRAHN-Gruppe werden IT-Systeme genutzt, deren wesentliche Störung oder gar Ausfall global und regional zu einem Datenverlust und einer ernsthaften Beeinträchtigung der Geschäftsprozesse führen kann.

Eine Einstufung der Systeme gemäß ihrer Relevanz für die Geschäftsprozesse erfolgt, um diese Risiken zu minimieren und die Systeme im notwendigen Umfang abzusichern. Basierend auf den mit den Geschäftsbereichen abgestimmten Verfügbarkeits- und Sicherheitsanforderungen und daraus resultierenden Service Level Agreements (SLA) werden die Systeme der Unternehmensgruppe durch eine Vielzahl von Maßnahmen gegen Risiken wie Datenverlust, Ausfälle und Manipulationen geschützt.

Darüber hinaus gelten unternehmensweite IT-Sicherheitsrichtlinien für die Mitarbeitenden. Hinzu kommen weitreichende Maßnahmen zur Gewährleistung der Anforderungen an den Datenschutz.

Die IT-Bedrohungen von außerhalb und ihre Abwehr sind weiterhin von zentraler Bedeutung. Themen wie Verschlüsselungsangriffe/Krypto-Trojaner oder Angriffsversuche über sogenannte Social-Engineering-Methoden waren zunehmend zu verzeichnen. Die Anzahl der Firmen, Behörden und Institutionen, die durch einen erfolgreichen Cyberangriff signifikante Schäden erlitten haben, war im Jahr 2022 wieder sehr hoch. Das eigene IT-Security-Team musste eine hohe Anzahl unterschiedlichster Angriffe - vor allem ausgefeilte Phishing-Kampagnen - abwehren.

Damit solche Angriffe auch weiterhin keinen Erfolg haben, setzt die KRAHN-Gruppe neben umfangreichen Cyber-Security-Maßnahmen auch auf die regelmäßige Sensibilisierung aller Mitarbeitenden weltweit. So hat auch im letzten Jahr wieder ein umfangreiches Trainingsprogramm zur Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeitenden zu den virtuellen Gefahren durch digitale Angriffe, u. a. durch Phishing und Viren, stattgefunden.

Die vor einigen Jahren eingeführte Zwei-Faktor-Authentifizierung ist mittlerweile als wichtiger Bestandteil der Schutzmaßnahmen voll etabliert und hat sich auch im letzten Jahr als unabdingbar erwiesen.

Insgesamt wurden 2022 die Fähigkeiten im Bereich der Erkennung und Abwehr von Cyberangriffen weiter optimiert. Neben einer personellen Aufstockung des IT-Security-Teams und diverser technischer Maßnahmen, wurde Ende des Jahres ein Security Operations Center implementiert, das rund um die Uhr auf eingehende Security-Alarme reagieren und sofort Gegenmaßnahmen einleiten kann.

Die permanente Verbesserung des IT-Security-Niveaus wird weiter eine hohe Bedeutung für die Unternehmensgruppe haben.

4.1.5 Umweltrisiken

Die Tochtergesellschaften MOCOM Compounds GmbH & Co. KG und WIPAG Deutschland GmbH verfügen an jedem ihrer Produktionsstandorte über ein Managementsystem nach ISO 14001:2015. Ebenfalls hat sich die KRAHN Chemie Deutschland GmbH als Chemie-Distributor nach dem genannten Standard zertifizieren lassen. Die Identifizierung von potenziellen Chancen und Risiken sowie die Ableitung von Maßnahmen sind Teil der Normenanforderungen und somit in die Prozesse der Unternehmen integriert.

Aus der Geschäftstätigkeit der anderen Tochterunternehmen der KRAHN-Gruppe ergeben sich keine besonderen Umweltrisiken.

4.1.6 Sonstige Risiken

Den sich aus dem demografischen Wandel und einem vermehrt spürbaren Mangel an Fachkräften ergebenden Risiken im Bereich Personal wirken wir durch personalstrategische Maßnahmen wie vorab bereits beschrieben entgegen. Diese Maßnahmen richten sich zum einen an Mitarbeitende des Konzerns und zum anderen an potenzielle Mitarbeitende. Darüber hinaus nimmt der Konzern regelmäßig an HR-Messen teil, um die Arbeitgebermarke zu stärken und die Gruppe als attraktiven Arbeitgeber im Markt für potenzielle Mitarbeitende zu präsentieren.

Im Rahmen von Integrationsprozessen existieren verschiedene Risikoaspekte. Wesentliche Risikokomponenten bilden dabei der unerwartete Weggang von Personal in Schlüsselpositionen, die mangelnde Kompatibilität von EDV-Systemen, höher als erwartete Aufwendungen im Rahmen der Integration oder auch der Wegfall von Geschäftsbeziehungen. Im Rahmen der Akquisitionen werden die Risikoaspekte im Vorfeld mit Hilfe von detaillierten Due-Diligence-Prüfungen beobachtet und ausgewertet. Die Integrationen der getätigten Akquisitionen verlaufen planmäßig. Ebenso werden wesentliche Investitionen auch nach der Umsetzungsphase intensiv verfolgt.

Compliance- und regulatorische Risiken ergeben sich aus Gesetzen und Vorschriften, die auf Strafen oder Sanktionen beruhen, um die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens zu regulieren, z. B. Korruption, Betrug/Untreue, Kartellrecht. Marktmanipulation, Exportkontrolle.

Unsere Zielsetzung ist es, regelkonformes Handeln im Handeln und Denken aller Mitarbeitenden zu verankern. Deshalb haben wir eine Compliance-Funktion geschaffen, die nach dem 3-Line-Model organisiert ist. Damit sind alle Gesellschaften und Bereiche für die Funktionsfähigkeit des Compliance-Managementsystems verantwortlich.

Das Compliance-Managementsystem besteht aus den folgenden Elementen:

 

Risikobewertung: Identifikation von internen und externen kritischen Risiken im regulären Geschäftsbetrieb

 

Richtlinien und Verfahren: globale Richtlinien, insbesondere Verhaltenskodex, Anti-Korruptions- und Anti-Kartell-Richtlinien

 

Schulungen und Awareness: gezielte Schulungen für Mitarbeitende und Führungskräfte

 

Internes Kontrollsystem (IKS): interne Kontrollen, die wesentliche operative und finanzielle Unternehmensrisiken abbilden und sie auf ein für das Unternehmen tragbares Niveau reduzieren

 

Hinweisgebersystem: Frühwarnsystem zur Identifizierung und Bekämpfung von Missständen in der Gruppe

Der Group Compliance Officer berichtet jährlich dem Audit Committee den Stand, Fortschritte und Entwicklungen im Compliance Bereich.

Die Mission der Internen Revision ist es, gemäß den internationalen Standards für die berufliche Praxis der Internen Revision, den Wert einer Organisation durch risikoorientierte und objektive Prüfung, Beratung und Einblicke zu erhöhen und zu schützen.

Die Interne Revision erbringt unabhängige und objektive Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen, welche darauf ausgerichtet sind, Mehrwerte zu schaffen und die Geschäftsprozesse zu verbessern. Sie unterstützt die Organisation bei der Erreichung ihrer Ziele, indem sie mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Effektivität des Risikomanagements, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse bewertet und hilft, diese zu verbessern.

Gemäß dem "Corporate Internal Audit Activity Charter" der Otto Krahn Gruppe umfasst das Audituniversum alle Aktivitäten sowie Tochtergesellschaften.

Im Bereich der Internen Revision erfolgte - gemäß des durch die Geschäftsführung und das Audit Committee freigegebenen Annual Audit Plans für das Prüfungsjahr 2022 - eine Prüfung bei KRAHN Hellas. Weitere Prüfungen der ALBIS Plastic in Wien, der KRAHN Chemie Polska und der ALBIS Polska werden bis Ende März 2023 durchgeführt. Die Audits werden von Auditoren von EY unterstützt, sofern notwendig.

Durch die Einführung einer Prüfungssoftware ("zapAudit" des Anbieters zapliance) wird die Datenanalyse der SAP-Prozesse automatisiert: zapAudit extrahiert unsere SAP-Daten auf dem firmeneigenen Server, rekonstruiert die SAP-Prozesse und prüft die Daten anhand von über 150 Fragestellungen. Neben der Finanzbuchhaltung werden auch die MM, SD und Anlageprozesse rekonstruiert. Ein erster Test läuft bereits bei KRAHN Ceramics.

Der Director Tax & Legal berichtet an den CFO und jährlich an das Audit Committee.

4.2 Beurteilung der Gesamtrisikosituation

Die geopolitischen Risiken speziell im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine und die angespannte Lage im ostasiatischen Wirtschaftsraum beeinflussen die Geschäftsentwicklung der KRAHN-Gruppe sowohl unmittelbar als auch mittelbar. Insbesondere die steigende Inflation und die sich daraus ableitende voraussichtlich rückläufige Nachfrage zählten aktuell neben dem zunehmenden Fachkräftemangel bei gleichzeitig steigenden Lohnkosten zu den wesentlichen Risiken. Hinzu kommen anhaltende Materialknappheit, unterbrochene Lieferketten sowie eine Vielzahl neuer Regularien.

Eine Prognose über den weiteren Verlauf oder die andauernden wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklungen ist nicht absehbar. Die KRAHN-Gruppe hält weiter an einem generellen Vorsichtsprinzip fest. Im Hinblick auf den Krieg Russlands in der Ukraine wurden entsprechende Maßnahmen zur Risikoeinschätzung und -minimierung initiiert und 2022 die operativen Geschäfte in Russland weitestgehend eingestellt.

In Summe haben die Märkte in den beiden Ländern nur einen geringen Einfluss auf das Geschäft der KRAHN-Gruppe.

2022 lag das wesentliche Risiko der ALBIS Plastic OOO in Russland, einer 100 %igen Tochtergesellschaft von ALBIS, in der Begleichung von Kundenforderungen an die russische Tochtergesellschaft. Diesem Risiko wurde bereits seit März 2022 aktiv durch komplette Umstellung auf Vorkasse entgegengewirkt.

Aufgrund der Kapitalausstattung und der zur Verfügung stehenden Finanzmittel ist die Fortführung der Unternehmensgruppe in den nächsten Jahren gesichert.

4.3 Chancenbericht

In der Kunststoffdistribution und -compoundierung sowie in der Distribution von Spezialitätenchemikalien eröffnen sich auch weiterhin gute Möglichkeiten für Wachstum. Die Teilkonzerne der Otto Krahn Gruppe sind in den von ihnen besetzten Marktsegmenten hierfür gut positioniert. Wachstumsmöglichkeiten ergeben sich jeweils sowohl aus einer Erweiterung und Optimierung des Produktportfolios als auch aus der Erschließung neuer Märkte im Ausland.

4.3.1 ALBIS

In der Kunststoffdistribution eröffnen sich auch weiterhin gute Möglichkeiten für Wachstum. Die ALBIS Gruppe ist hierfür gut positioniert. Wachstumsmöglichkeiten ergeben sich sowohl aus einer Erweiterung und Optimierung des Produktportfolios, einer intensiven Bearbeitung der Abnehmerindustrien, u. a. durch konstatierte Vertriebskampagnen (Sales Campaigns) und den Ausbau des Industriesegments für Healthcare Anwendungen. Insbesondere durch den Ausbau von Marktanteilen in Asien, Marokko und Italien wird weiteres profitables Wachstum erwartet. Auch in den etablierten Märkten in Europa wird Wachstum durch konstatierte Länderstrategien forciert.

In der Kunststoffdistribution bestimmen sich die Wachstumsmöglichkeiten nicht allein durch die allgemeine konjunkturelle Entwicklung, sondern auch durch die Gestaltung der Zusammenarbeit mit den strategischen Partnern (Polymerhersteller). So können Märkte, die für einen Produzenten von nachrangiger Bedeutung sind, für einen Distributor aufgrund der Delegation eines größeren Geschäftsanteils durch den Polymerhersteller attraktiv sein. Darüber hinaus ergibt sich Wachstumspotenzial durch die Übernahme weiterer Vertriebsrechte in bisher nicht abgedeckten Regionen.

4.3.2 MOCOM

Auch in der Kunststoffcompoundierung eröffnen sich weiterhin gute Wachstumsmöglichkeiten. Die MOCOM ist zusammen mit ihren ausländischen Tochtergesellschaften in den besetzten Marktsegmenten hierfür gut positioniert. Wachstumsmöglichkeiten ergeben sich jeweils sowohl aus einer Erweiterung und Optimierung des Produktportfolios als auch aus der Erschließung neuer Märkte im In- und Ausland.

Im Bereich der Kunststoffcompoundierung führen Produktinnovationen zur Erschließung neuer Anwendungsgebiete und regionale Expansion zur Geschäftsausweitung. Um diese Möglichkeiten umfassend auszuschöpfen, investiert das Unternehmen in Personal- und Produktentwicklungsressourcen und forciert seine globale Präsenz.

4.3.3 WIPAG

Mit dem Kauf der WIPAG zu Beginn des Jahres 2018 hat die Otto Krahn Gruppe ihr Produktportfolio um Compounds auf Basis von rezyklierter Carbonfaser sowie um ein breites Spektrum an Compounds, die zu 100 % mit mechanisch recycelten Polymeren produziert werden, erweitert.

Die Carbonfaser Compounds vereinen geringe Dichte mit exzellenten Eigenschaften zu einem attraktiven Preis. Sie sind damit prädestiniert für den Einsatz in Leichtbauanwendungen aller Art und werden z. B. im Automobilbau, in Elektrogeräten sowie in Sport- und Freizeitprodukten verwendet. Diese innovative Produktkategorie ist erst seit einigen Jahren auf dem Markt und hat das Potenzial, durch Verdrängung anderer Materialien (glasfaserverstärkte Kunststoffe, Metalle) kontinuierlich deutlich stärker zu wachsen als die jeweiligen Gesamtmärkte. Bisher fokussiert sich die Geschäftsentwicklung auf den deutschen und mit Einschränkung auf den europäischen Markt. Eine verstärkte Bearbeitung der europäischen Auslandsmärkte sowie der internationalen Märkte, insbesondere in Amerika und Asien, birgt zusätzliches Wachstumspotenzial.

Der zweite Bereich, in dem WIPAG aktiv ist, ist das mechanische Recycling von technischen Kunststoffen. WIPAG verfügt über langjährige Erfahrung in diesem Bereich und arbeitet mit eigenentwickelten Verfahren für die Trennung und Aufbereitung der Stoffströme. In der Vergangenheit war der Markt für recycelte Kunststoffe vielfach preisgetrieben und die Produkte dienten als günstigerer Ersatz für Neuware. Mittlerweile ist hier eine deutliche Änderung zu beobachten: Die Klimakrise hat das allgemeine Bewusstsein erreicht, Umweltschutz und Recycling werden immer mehr zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor. Zusätzlich getrieben wird das Thema aus regulatorischer Sicht.

Im Rahmen des Green Deals hat die EU das Ziel ausgerufen, dass die europäische Wirtschaft bis 2050 klimaneutral werden soll. Der Kunststoffindustrie kommt dabei eine wichtige Aufgabe zu. Im Rahmen der Circular Plastics Alliance wird die Branche aufgefordert, über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg den Recyclinganteil im Kunststoffmarkt zu erhöhen, auf zunächst 10 Mio. Tonnen bis 2025. Langfristig wird eine vollständig zirkuläre Wirtschaft angestrebt.

Diese Entwicklung ermöglicht in den nächsten Jahren große Wachstumschancen im Markt für Kunststoffrecycling. Die WIPAG ist mit ihrer Einbindung in eine kapital- und vertriebsstarke Unternehmensgruppe sowie den eigenen Recyclingtechnologien und dem breiten Einkaufsnetzwerk gut positioniert, um an dieser Marktentwicklung zu partizipieren.

4.3.4 KRAHN

Wachstumsmöglichkeiten ergeben sich aus der Identifizierung und Entwicklung neuer Applikationen und Kunden sowie der Begleitung neuer Projekte bei bestehenden Kunden. Ein weiteres Wachstumspotenzial liegt in der Erweiterung und Optimierung des Produktportfolios für die betreuten Abnehmerindustrien.

Auch die Erschließung neuer Märkte im Ausland ist ein wichtiger Wachstumsansatz für die KRAHN Chemie. Neben dem Aufbau eigener Strukturen oder der Übernahme existierender Marktteilnehmer besteht die Chance, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit bestehenden Produzentenpartnern auf neue Regionen zu übertragen oder neue namhafte Produzenten von den Kompetenzen der Gruppe zu überzeugen.

4.3.5 KRAHN Ceramics

Mit dem Kauf der eMBe Products & Service GmbH durch die KRAHN Chemie im Mai 2019 wurde die Basis für das heutige Geschäft der KRAHN Ceramics mit eigenen Produkten als Erweiterung des seit Ende der 80er Jahre bestehenden und kontinuierlich ausgebauten Distributionsgeschäfts mit keramischen Pulvern geschaffen. Die Zusammenführung des Distributionsgeschäfts der keramischen Pulver der KRAHN Chemie mit den Bindemitteln der eMBe in die zum Jahresanfang 2020 gegründete KRAHN Ceramics GmbH war der Beginn, die Strategie umzusetzen, einen Technologieanbieter "vom Rohstoff bis zum fertigen Bauteil" aufzubauen. Dieser breite Ansatz ermöglicht vielfältige zukünftige Wachstums- und Entwicklungschancen.

Mit der Inbetriebnahme einer ersten Produktionslinie für keramische Spritzgussmassen im Dezember 2022 am Standort Mühlenhagen 35 wurde die Voraussetzung geschaffen, am stark wachsenden keramischen Spritzgussmarkt zu partizipieren und zusätzliche Wachstumsoptionen durch eigene Aktivitäten im Bereich der Kunststoffindustrie zu generieren. Hierfür kann die KRAHN Ceramics den guten Marktzugang der Otto Krahn Gruppe in diese Industrie nutzen.

Aufgrund der Ausrichtung auf verschiedene Abnehmerindustrien, des umfassenden Produktangebots, der ausgeprägten Vertriebskompetenz und der guten organisatorischen Aufstellung bewertet die Otto Krahn die zukünftigen Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten der Gruppe positiv.

 

Hamburg, 2. Mai 2023

Philip O. Krahn

Dr. Jan Lösch

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 961 1.549
2. Geschäfts- oder Firmenwert 20.773 24.068
3. Geleistete Anzahlungen 786 146
22.519 25.763
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 36.092 30.089
2. Technische Anlagen und Maschinen 20.932 24.813
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.008 17.587
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.994 3.157
78.026 75.645
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 286
2. Sonstige Beteiligungen 501 501
101.046 102.195
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 40.975 38.926
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 6.344 2.950
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 182.629 188.876
4. Geleistete Anzahlungen 917 1.440
230.865 232.192
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 174.147 181.800
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen
3. Sonstige Vermögensgegenstände 19.539 18.996
193.686 200.796
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 93.212 74.113
517.763 507.101
C. Rechnungsabgrenzungsposten 3.368 2.885
D. Aktive latente Steuern 1.561 1.879
623.738 614.061

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 350 350
II. Gewinnrücklagen 55 43
III. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -2 -1
IV. Konzernbilanzgewinn 998 918
V. Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter 281.615 277.736
283.016 279.047
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 123.169 108.416
2. Steuerrückstellungen 3.283 6.301
3. Sonstige Rückstellungen 25.373 26.096
151.825 140.813
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 60.097 38.569
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.202 2.851
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 71.346 94.406
4. Verbindlichkeiten ggü. nahestehenden Personen 15.396 19.661
5. Sonstige Verbindlichkeiten 39.857 38.715
188.898 194.201
623.738 614.061

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2022

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 1.659.773 1.484.371
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 4.136 21.346
3. Sonstige betriebliche Erträge 19.047 27.178
1.682.955 1.532.895
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 1.331.152 1.182.415
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 16.297 10.935
1.347.449 1.193.350
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 106.485 98.694
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 36.336 21.039
- davon für Altersversorgung: 15.494 1.858
142.821 119.734
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 17.221 17.235
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 123.987 113.132
51.477 89.444
8. Ergebnisse aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 50
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 308 263
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 6.718 12.896
-6.410 -12.583
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 23.280 25.944
12. Ergebnis nach Steuern 21.786 50.918
13. Sonstige Steuern 1.190 1.083
14. Konzernjahresüberschuss 20.596 49.834
15. Ergebnisanteil anderer Gesellschafter 20.505 49.845
16. Konzerngewinnvortrag 918 983
17. Einstellungen in Gewinnrücklagen
- in andere Gewinnrücklagen 11 5
18. Ergebnisverteilung an die Gesellschafter 50
19. Konzernbilanzgewinn 998 918

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

1. Unternehmensangaben

Die Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz am Grimm 10 in 20457 Hamburg ist beim Amtsgericht Hamburg im Handelsregister B unter der Nummer HRB 17162 registriert.

2. Allgemeine Grundsätze

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Das Gliederungsschema für die Konzernbilanz wurde zur Verbesserung der Klarheit um die Position Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen erweitert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die in TEUR dargestellten Werte sind kaufmännisch gerundet. Daraus können sich Rundungsdifferenzen von +/- 1 TEUR in Summen und Zwischensummen ergeben.

3. Abgrenzung des Konsolidierungskreises

In den Konzernabschluss werden gemäß § 294 Abs. 1 HGB die Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg, als Mutterunternehmen sowie 51 (Vj. 53) inländische und ausländische Unternehmen einbezogen, an denen die Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung direkt oder indirekt mit mindestens 20 % der Stimmrechte beteiligt ist.

Mit Wirkung zum 03.01.2022 hat die KRAHN Chemie GmbH eine Mehrheitsbeteiligung an der KRAHN Iberia S.L. (ehemals der Pemco-Trigueros Additives Spain S.L.) erworben, welche nun von der Equity-Methode in die Vollkonsolidierung übergeht.

Die AmphoChem AB und die Pemco Additives AB wurden mit Wirkung zum 01.05.2022 auf die KRAHN Nordics AB verschmolzen.

Mit Wirkung zum 01.01.2022 hat die ALBIS Distribution GmbH & Co. KG einen Minderheitenanteil von 0,0029586 % an der Albis Plastik TR Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi, Türkei, von der Krahn Verwaltungsgesellschaft mbH erworben.

Im Übrigen war der Konsolidierungskreis im Berichtsjahr unverändert. Die gem. §§ 290, 294 HGB in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften werden in der Aufstellung des Anteilsbesitzes angegeben.

4. Unternehmenserwerbe und Neugründungen

Mit Wirkung zum 03.01.2022 hat die KRAHN Chemie GmbH den 50% Anteil der KRAHN Nordics AB an der KRAHN Iberia S.L. (ehemals der Pemco-Trigueros Additives Spain S.L.) erworben. Zeitgleich konnten weitere 10% von extern zugekauft werden. Der Anteil an der KRAHN Iberia wurde bislang als assoziiertes Unternehmen gem. §§ 311 f HGB ausgewiesen. Im Rahmen des Übergangs zur Vollkonsolidierung sind die Vermögensgegenstände und Schulden der Krahn Iberia neu bewertet worden.

Die Auswirkungen der Akquisition auf die Konzernbilanz im Erwerbsjahr 2022 setzen sich wie folgt zusammen:

Auswirkung zum 31.12.2022 Auswirkung zum 01.01.2022
TEUR TEUR
Vermögensgegenstände
Geschäfts- oder Firmenwert 95 106
Immaterielle Vermögensgegenstände 0
Sachanlagen 1 0
Vorräte 583 550
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 993 438
Liquide Mittel 343 176
2.015 1.270
Schulden
Fremdanteil 208 128
Verbindlichkeiten und übrige Passiva 1.400 845
1.608 972

Die KRAHN Iberia S.L. steuerte in 2022 TEUR 4.099 zu den Umsatzerlösen und TEUR 190 zum Konzernjahresüberschuss bei.

Die Auswirkungen der weiteren Veränderungen im Konsolidierungskreis auf die bilanziellen Kennzahlen sind von untergeordneter Bedeutung.

5. Konsolidierungsgrundsätze und Währungsumrechnung

Dem Konzernabschluss liegen die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen zugrunde.

Bei sämtlichen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen deckt sich der Stichtag des Einzelabschlusses mit dem Stichtag des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022.

Die Kapitalkonsolidierung wird für die bis zum 31. Dezember 2009 erworbenen Tochterunternehmen nach der Buchwertmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten für die Anteile mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs bzw. der Erstkonsolidierung durchgeführt Passive Unterschiedsbeträge aus vor dem jeweiligen Anteilserwerb thesaurierten Gewinnen der Tochtergesellschaften wurden erfolgsneutral in die Gewinnrücklagen eingestellt.

Die Erstkonsolidierungen von Tochtergesellschaften ab dem 1. Januar 2010 erfolgen nach der Neubewertungsmethode.

Der Ausgleichsposten für Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bemisst sich am Eigenkapital der jeweiligen Tochterunternehmen unter Berücksichtigung der einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Die Abgrenzung latenter Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen erfolgt gemäß § 306 HGB insoweit, als sich die Differenz zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder abbauen.

Die Ermittlung der latenten Steuern wird auf Basis der zukünftigen Steuerbelastungen der betreffenden Gesellschaften vorgenommen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen.

Der für die Berechnung der hauptsächlich aus der Zwischengewinneliminierung stammenden latenten Steuern angewendete Steuersatz beträgt 32%.

Die Aktiv- und Passivposten der auf fremde Währung lautenden Bilanzen werden mit Ausnahme des Eigenkapitals, das mit historischen Kursen in Euro umgerechnet wird, zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Die Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt zum Jahresdurchschnittskurs. Währungsunterschiede, die sich aus der historischen Umrechnung des erstkonsolidierungspflichtigen Kapitals und des erwirtschafteten Konzernergebnisses von nicht in Euro bilanzierenden Gesellschaften ergeben, werden erfolgsneutral der "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" zugeordnet.

Der Grundsatz der Stetigkeit der Konsolidierungsmethoden wurde beachtet.

6. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei den in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Gesellschaften wurden die nach landesrechtlichen Vorschriften aufgestellten Jahresabschlüsse der Konsolidierung zu Grunde gelegt. Die Jahresabschlüsse der ausländischen und inländischen Konzernunternehmen wurden, soweit dies erforderlich war, im Rahmen der Konsolidierung an die konzerneinheitlichen Bilanzierungsgrundsätze angepasst.

Anlagevermögen

Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens und entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Bei der Bemessung der Nutzungsdauer wird auf die voraussichtliche Nutzungsdauer abgestellt.

Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, werden in der Regel linear abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt über eine Nutzungsdauer zwischen 1 und 50 Jahren.

Die Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte wird auf Basis der jeweiligen Geschäftsmodelle und der umsatzgewichteten Durchschnittslaufzeit der Lieferantenverträge bemessen. In diesen Fällen wurden die Geschäfts- oder Firmenwerte über 11-15 Jahre abgeschrieben. Die seit 2016 entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden über 10 Jahre abgeschrieben.

Umlaufvermögen

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Handelswaren werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten unter Beachtung des Prinzips der verlustfreien Bewertung angesetzt. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen einbezogen, soweit sie betrieblich veranlasst sind.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bilanziert. Erkennbare Risiken werden durch Einzelwertberichtigungen, das allgemeine Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung berücksichtigt.

Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände aus Rückdeckungsversicherung erfolgt zum planmäßigen Deckungskapital zzgl. Guthaben aus Beitragsrückerstattung.

Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände werden zum Nominalwert bewertet.

Pensionsrückstellungen

Der Wert der Pensionsverpflichtungen wird mit dem Erfüllungsbetrag unter Zugrundelegung der aktuellen Richttafeln 2018 G von Herrn Prof. Dr. Klaus Heubeck nach der versicherungsmathematischen "Projected-Unit-Credit-Method" auf Basis nachfolgender Parameter errechnet:

2022 2021
Rechnungszinssatz gemäß RückAbzinsV 1,78% p.a. 1,87% p.a.
Anwartschaftstrend (z.B. Gehalt) 2,00% p.a. 2,00% p.a.
Beitragsbemessungsgrundlagen-Trend 2,00% p.a. 2,00% p.a.
Rententrend 2,00% p.a. 1,00% p.a.
Fluktuation 4,00% p.a. 4,00% p.a.

Der Rechnungszinssatz basiert in 2022 - entsprechend der gesetzlichen Regelung in § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB - auf dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre in Höhe von 1,78% (im Vj. 1,87%).

Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wird in Anwendung des Wahlrechts nach § 253 Abs. 2 S. 2 HGB bei der Abzinsung eine durchschnittliche Laufzeit von 15 Jahren unterstellt.

Bei weiterer Anwendung des 7-Jahres-Durchschnitts hätte der Rechnungszinssatz zum 31. Dezember 2022 1,44 % (Vj. 1,35 %) betragen. Aus der Anwendung des bisherigen 7-Jahres-Durchschnittszinses ergibt sich ein Unterschiedsbetrag zur Anwendung des aktuellen 10-Jahres-Durchschnittszinses von TEUR 6.549 (Vj. TEUR 8.569).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet.

Rückstellungen mit einer Laufzeit über einem Jahr wurden auf den Stichtag abgezinst.

Für die Bewertung der Altersteilzeit- und Jubiläumsrückstellungen werden ebenfalls die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zu Grunde gelegt. Sie sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der sich aus versicherungsmathematischen Gutachten ergibt.

Der Rechnungszinssatz beträgt 1,44 % p.a. (Vj. 1,35 % p.a.).

Für die Jubiläumsrückstellung wird die "Projected-Unit-Credit-Method" (PUC-Methode) angewandt.

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Fremdwährung

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum jeweiligen Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bzw. bei gebildeten Bewertungseinheiten mit Sicherungsgeschäften zu abgeschlossenen Terminkursen bewertet. Bei einer Restlaufzeit von über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit dem Wechselkurs des Entstehens; bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung in diesen Fällen grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs des Abschlussstichtags unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite.

Verbindlichkeiten, schwebende Kontrakte und mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen aus Einkaufskontrakten in fremder Währung werden zum Ausgleich gegenläufiger Fremdwährungsänderungen mit Devisentermingeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst.

Latente Steuern

Auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Pensionsrückstellungen sowie übrigen Vermögensgegenständen und Schulden und ihren steuerlichen Wertansätzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, werden latente Steuern gebildet. Soweit sich aus dem Saldo von passiven und aktiven latenten Steuern insgesamt ein Aktivüberhang ergibt, wird gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 i.V.m. § 298 Abs. 1 HGB auf den Ansatz von latenten Steuern verzichtet.

7. Erläuterungen zur Konzernbilanz

Anlagevermögen

Die gesondert dargestellte Entwicklung des Konzernanlagevermögens ist integraler Bestandteil des Konzernanhangs.

Im Rahmen der Übergangskonsolidierung sind die fortgeführten Buchwerte der Anteile am assoziierten Unternehmen Krahn Iberia S.L. mit TEUR 286 abgegangen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen aus Steuern des Jahres 2022 in Höhe von TEUR 4.507. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben mit TEUR 249 (Vj. TEUR 217) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Sämtliche übrige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Aktive latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern berücksichtigen Differenzen aus der Zwischenergebniskonsolidierung von Transaktionen zwischen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Die sich ergebende Differenz wird mit einem Steuersatz von 32% ermittelt.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen mitarbeiterbezogene Aufwendungen.

Verbindlichkeiten

in TEUR 31.12.2022 davon Restlaufzeit
< 1 Jahr 1-5 Jahre >5 Jahre
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 60.097 26.270 33.827 -
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.202 2.202 - -
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 71.346 71.346 - -
4. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen 15.396 15.396 - -
5. Sonstige Verbindlichkeiten 39.857 38.071 1.786 -
Verbindlichkeiten 188.898 153.285 35.613 -
in TEUR 31.12.2021 davon Restlaufzeit
< 1 Jahr 1-5 Jahre >5 Jahre
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 38.569 30.063 7.606 900
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.851 2.851 - -
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 94.406 94.406 - -
4. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen 19.661 19.661 - -
5. Sonstige Verbindlichkeiten 38.715 36.808 121 1.786
Verbindlichkeiten 194.201 183.788 7.728 2.686

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
1. Verbindlichkeiten aus Steuern 18.737 20.440
2. Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 923 836
3. Übrige sonstige Verbindlichkeiten 20.197 17.433
Sonstige Verbindlichkeiten 39.857 38.715

Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten über TEUR 2.506 sind durch eine Grundschuld besichert.

In den Sonstigen Verbindlichkeiten werden Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von TEUR 15 (Vj. TEUR 30) ausgewiesen.

Weiterhin werden unter den übrigen sonstigen Verbindlichkeiten Beträge in Höhe von TEUR 1.786 (Vj. TEUR 1.786) ausgewiesen, bei denen es sich um Einlagen der stillen Gesellschafter an der OTTO KRAHN (GmbH & Co.) KG handelt, für die eine Kündigungsfrist von fünf Jahren zum Jahresende gilt. Eine Kündigung war zum 31. Dezember 2022 nicht ausgesprochen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen von insgesamt TEUR 24.713 (Vj. TEUR 23.016), die sich wie folgt aufteilen:

Fälligkeiten in
2023 2024-2027 2028 ff.
Mietverträge 4.313 7.834 1.130
Leasingverträge 1.694 2.344 -
Dienstleistungsverträge 3.245 4.154 -
Gesamt 9.251 14.331 1.130

Am Bilanzstichtag bestand zusätzlich ein Bestellobligo für Investitionen in Höhe von TEUR 4.905 (Vj. TEUR 502).

8. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Umsätze nach Sparten (in Mio. EUR)

2022 2021
Handel mit Kunststoffen, Chemikalien, Kautschuk und anderen Artikeln 1.309 1.164
Compoundierung und Veredelung von Kunststoffen und anderen Produkten 350 320
Sonstige Umsatzerlöse 1 0
Gesamt 1.660 1.484

Umsatzanteile nach Regionen (in Prozent)

2022 2021
Deutschland 37 38
Europa (ohne Deutschland) 53 54
Übrige Regionen 10 9
Gesamt 100 100

Periodenfremde Erträge und Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden TEUR 2.620 (Vj. TEUR 4.133) ausgewiesen, die vorherige Perioden betreffen und im Wesentlichen aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen und Wertberichtigungen resultieren. Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen TEUR 960 (Vj. TEUR 679) frühere Perioden.

Außergewöhnliche Erträge und Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten keine außergewöhnlichen Erträge.

Die Abschreibungen enthalten keine außerplanmäßigen Abschreibungen.

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten einen außergewöhnlichen Posten in Höhe von TEUR 987. Dieser resultiert aus einer Drohverlustrückstellung im Zusammenhang mit der Einfrierung des Geschäftsbetriebs in der Russischen Föderation.

Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung

Den Aufwendungen aus Kursdifferenzen von TEUR 18.009 (Vj. TEUR 17.409) standen im Berichtsjahr Erträge aus Kursdifferenzen von TEUR 13.140 (Vj. TEUR 14.486) gegenüber.

Finanzergebnis

In den Zinsaufwendungen sind TEUR 3.941 (Vj. TEUR 8.714) aus der Aufzinsung der Pensions-, Jubiläums- und Altersteilzeitrückstellungen enthalten.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Als Ertragsteuern werden im Inland die Gewerbe- und Körperschaftsteuer (einschl. Solidaritätszuschlag) und im Ausland vergleichbare ertragsabhängige Steuern ausgewiesen.

Die in den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthaltenen latenten Steuererträge belaufen sich auf TEUR 441 (Vj. TEUR 1.260).

9. Sonstige Angaben

Beteiligungsverhältnisse

Die gesondert dargestellten Angaben zum Beteiligungsbesitz sind integraler Bestandteil des Anhangs.

Personal

Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl (einschließlich Teilzeitkräfte) stellt sich im Berichtsjahr wie folgt dar:

2022 2021
Gehaltsempfänger 1.274 1.210
Lohnempfänger 433 456
Gesamt 1.707 1.666

Bezüglich der Darstellung der Gesamtbezüge der Geschäftsführer wird von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Bezüglich der Darstellung der Gesamtbezüge der Geschäftsführung und früherer Mitglieder der Geschäftsführung und ihrer Hinterbliebenen sowie der für diesen Personenkreis gebildeten Pensionsrückstellungen wurde von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Die Anzahl der Pensionsempfänger am 31. Dezember 2022 betrug 372 (Vj. 364).

Derivative Finanzinstrumente

Der Konzern sichert sich gegen Wechselkursrisiken aus Beschaffungs- und Absatzkontrakten durch den Abschluss von handelsüblichen Devisentermingeschäften ab. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Devisentermingeschäfte, die nicht in eine Bewertungseinheit einbezogen sind:

per 31.12.2022 Erwerb Umrechnung Veräußerung Umrechnung
in Tsd. in TEUR in Tsd. in TEUR
CHF 5.000 4.889 - -
CNY 5.000 686
HKD 30.000 3.432
JPY 8.100 58
MXN 38.701 1.745
SEK 30.000 2.830
TRY - - 7.938 395
USD 61 59 12.740 11.895

In Höhe des beizulegenden Werts der Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Forderungen aus Handelsgeschäften, die am Bilanzstichtag einen negativen Marktwert aufwiesen, wurden Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften von TEUR 370 (Vj. TEUR 733) passiviert.

Aus der Bilanzierung von Währungsswaps, welche in Bewertungseinheit mit Innenschuldverhältnissen geführt wurden und die am Bilanzstichtag einen positiven Marktwert aufwiesen, ergab sich nach E-DRS 33 ein in den Sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesener Posten in Höhe von TEUR 372 (Vj. TEUR 652).

Ergänzende Angaben zur Konzernkapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung entspricht den Grundsätzen des DRS 21.

Der Finanzmittelfonds entspricht den liquiden Mitteln, saldiert mit den kurzfristigen Bankverbindlichkeiten aus Kontokorrentziehungen und Geldmarktkrediten in einigen Ländern und setzt sich wie folgt zusammen :

2022 2021
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 93.212 74.113
Kontokorrentverbindlichkeiten und Geldmarktkredite -14.719 -16.742
Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres 78.493 57.370

Der Cashflow aus dem operativen Geschäft erhöhte sich in 2022 um +53,4 Mio EUR von -21,6 Mio EUR auf nunmehr 31,8 Mio EUR. Wesentlicher Treiber ist die Verlangsamung des Aufbaus von Net Working Capital im Zuge eines verbesserten Working Capital Managements sowie stagnierender Preise im 2. Halbjahr 2022. Anstelle der -97,8 Mio EUR in 2021 sind in 2022 nur noch -18,6 Mio EUR in den Aufbau von Working Capital geflossen.

Der Auszahlungen aus investivem Cashflow sind um -8,1 Mio EUR auf -16,3 Mio EUR gesunken. Im Wesentlichen ist der Rückgang dadurch begründet, dass nach den hohen Ausgaben für die Akquisen der KRAHN Nordics sowie der KRAHN UK im Vorjahr dieses Jahr nur wenig Mittel in die Beteiligungen investiert wurden. Die Ausweitung der Investition in Sachanlagevermögen um +5,4 Mio EUR bzw. +58,5 % sowie das Fehlen größerer Desinvestionserlöse konnten diesen Rückgang nur teilweise kompensieren.

Zur Refinanzierung der laufenden Investitionstätigkeit wurden neue Finanzkredite in Höhe von 35,2 Mio EUR aufgenommen. Endfällige Darlehen aus 2017 für Investitionen am Standort Duncan, USA, wurden in Höhe von 6,3 Mio EUR durch neue Finanzkredite abgelöst. Unterm Strich wurden Zuflüsse von 9,9 Mio EUR aus der Finanzierungstätigkeit erzielt.

Die Zahlungsfähigkeit war im Geschäftsjahr 2022 jederzeit gesichert. Dies gilt weiterhin auch im laufenden Geschäftsjahr 2023.

Ergänzende Angaben zum Konzerneigenkapitalspiegel

Der Konzerneigenkapitalspiegel entspricht den Grundsätzen des DRS 22.

Die sonstigen Veränderungen im Minderheitenausweis betreffen den Ausweis von Minderheitenanteilen aus Erstkonsolidierungen.

Zum 31. Dezember 2022 bestanden gesetzlich ausschüttungsgesperrte Rücklagen in Höhe von TEUR 602 (Vj. TEUR 548). Der Unterschiedsbetrag aus der Anwendung des 7-Jahres-Durchschnittszinses im Vergleich zur Anwendung des 10-Jahres-Durchschnittszinses bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen beträgt zum Stichtag TEUR 6.549 (Vj. TEUR 8.569).

Andere Ausschüttungssperren bestanden zum Abschlussstichtag 2022 nicht.

Gesellschafter und Organe des Mutterunternehmens

Alleinige Gesellschafterin ist die Kranich-Stiftung, Hamburg.

Die Geschäftsführung der Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung erfolgt durch die Komplementärin. Deren Geschäftsführer im Berichtsjahr waren:

Philip O. Krahn (Managing Director), Diplom-Kaufmann, Wohnsitz Hamburg

Dr. Jan Lösch (Managing Director), Dr. rer. pol. Business Administration, Wohnsitz Wentorf bei Hamburg

Axel Sebbesse (Managing Director), Rechtsanwalt, Wohnsitz Hamburg (bis 28. Februar 2023)

Honorare und Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers

Die im Geschäftsjahr 2022 als Aufwand erfassten Honorare für Abschlussprüfungsleistungen betragen TEUR 277 (Vj. TEUR 285) und für andere Bestätigungsleistungen TEUR 10 (Vj. TEUR 10).

 

Hamburg, 2. Mai 2023

Philip O. Krahn

Dr. Jan Lösch

Entwicklung des Konzernanlagevermögens der Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg, im Geschäftsjahr 2022

Anschaffungskosten
01.01.2022 Währungsdifferenzen Zugänge
TEUR TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 28.168 -49 117
2. Geschäfts- oder Firmenwert 74.364 -185 1.478
3. Geleistete Anzahlungen 146 722
102.678 -234 2.317
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 54.634 661 4.456
2. Technische Anlagen und Maschinen 88.208 407 2.128
3. Andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung 59.360 -107 2.348
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.157 -42 5.757
205.358 918 14.688
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 286
2. Wertpapiere des Anlagevermögens
3. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
4. Sonstige Beteiligungen 501
308.824 685 17.006
Anschaffungskosten
Umbuchungen Abgänge Zugänge/Abgänge aus Veränderungen des Konsolidierungskreises 31.12.
TEUR TEUR TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 142 1.010 27.369
2. Geschäfts- oder Firmenwert 106 75.763
3. Geleistete Anzahlungen -82 786
60 1.010 106 103.918
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.599 3 62.346
2. Technische Anlagen und Maschinen 191 2.753 88.181
3. Andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung 27 2.061 1 59.569
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -2.877 5.994
-60 4.816 1 216.090
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen -286
2. Wertpapiere des Anlagevermögens
3. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
4. Sonstige Beteiligungen 501
5.827 -179 320.509
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2022 Währungsdifferenzen Zugänge Umbuchung AfA
TEUR TEUR TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 26.620 -48 847
2. Geschäfts- oder Firmenwert 50.296 740 3.955
3. Geleistete Anzahlungen
76.915 692 4.802
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 24.545 99 1.601 13
2. Technische Anlagen und Maschinen 63.395 203 6.133 1
3. Andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung 41.774 -138 4.686 -15
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
129.713 163 12.419
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen
2. Wertpapiere des Anlagevermögens
3. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
4. Sonstige Beteiligungen
206.628 855 17.221
Kumulierte Abschreibungen
Abgänge Zugänge/Abgänge aus Veränderungen des Konsolidierungskreises 31.12.2022
TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.010 26.408
2. Geschäfts- oder Firmenwert 54.990
3. Geleistete Anzahlungen
1.010 81.399
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3 26.254
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.484 67.248
3. Andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung 1.745 44.561
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
4.232 138.064
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen
2. Wertpapiere des Anlagevermögens
3. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
4. Sonstige Beteiligungen
5.242 219.463
Buchwerte
31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 961 1.549
2. Geschäfts- oder Firmenwert 20.773 24.068
3. Geleistete Anzahlungen 786 146
22.519 25.763
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 36.092 30.089
2. Technische Anlagen und Maschinen 20.932 24.813
3. Andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung 15.008 17.587
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.994 3.157
78.026 75.645
III. Finanzanlagen
1. Anteile an assoziierten Unternehmen 286
2. Wertpapiere des Anlagevermögens
3. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
4. Sonstige Beteiligungen 501 501
101.046 102.195

Aufstellung des Anteilsbesitzes der Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg für das Geschäftsjahr vom 01.01. - 31.12.2022

Die Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung (KVG) ist Komplementärin der OTTO KRAHN (GmbH & Co.) KG, Hamburg, an deren Kapital sie nicht beteiligt ist, jedoch eine Stimmenmehrheit hält.

Zum 31.12.2022 bestehen über die OTTO Krahn (GmbH & Co.) KG bzw, unmittelbar Beteiligungen an folgenden Unternehmen:

Gesellschaft Beteiligung
in %
Krahn Chemie GmbH, Hamburg, Deutschland* 100,0
Krahn Chemie Deutschland GmbH, Hamburg, Deutschland 1) * 100,0
KRAHN CHEMIE Benelux B.V., Zaandam, Niederlande 100,0
KRAHN CHEMIE Polska Sp. z o.o., Poznań, Polen 100,0
KRAHN France SAS, Avon, Frankreich 100,0
KRAHN Italia S.p.A., Mailand, Italien 62,5
KRAHN Hellas A.E. , Athen, Griechenland 51,0
KRAHN Nordics AB , Hisings Backa, Schweden 64,7
BGM Logistics AB, Hisings Backa, Schweden 100,0
KRAHN Specialty Fluids AB, Hisings Backa, Schweden 100,0
KRAHN Iberia S.L., Aspe, Spanien 60,0
Krahn U.K. Limited , Sandbach, Großbritannien 100,0
OK Kranich GmbH, Hamburg, Deutschland * 100,0
Albis Duncan Real Estate LLC, Duncan/S.C., USA 100,0
Otto Krahn Group GmbH, Hamburg, Deutschland * 100,0
ALBIS PLASTIC Beteiligungs GmbH, Hamburg, Deutschland * 100,0
WIPAG Deutschland GmbH, Neuburg a.d.D., Deutschland * 100,0
WIPAG Süd GmbH & Co. KG, Neuburg a.d.D., Deutschland ** 100,0
WIPAG Nord GmbH & Co. KG, Gardelegen, Deutschland ** 100,0
ALBIS Distribution GmbH & Co. KG, Hamburg, Deutschland ** 100,0
Albis (U.K.) Ltd., Knutsford, Großbritannien 100,0
Albis Benelux B.V., Breda, Niederlande 100,0
Albis Iberia S. A., Barcelona, Spanien 100,0
Albis Impex AG, Meilen, Schweiz 100,0
Albis Plastic Kft., Tiszaújváros, Ungarn 100,0
Albis Plastic, OOO, Moskau, Russland 100,0
Albis Plastic SRL., Sibiu, Rumänien 100,0
ALBIS PLASTIC (FAR EAST) LTD., Hunghom, Kowloon, Hong Kong 100,0
Albis Plastic Distribution (Guangzhou) Co. Ltd., Guangzhou, China 100,0
Albis Plastic (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China 100,0
Albis Plastic CR s.r.o., České Budějovice, Tschechische Republik 100,0
ALBIS PLASTIC Italia s.r.l., Mailand, Italien 100,0
ALBIS NORDICS & BALTICS AB, Göteborg, Schweden 100,0
ALBIS Plastic Vertriebsgesellschaft m.b.H., Wien, Österreich 100,0
Albis Plastik TR Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi, Istanbul, Türkei 100,0
ALBIS PLASTIQUE FRANCE S.A.R.L, Gif sur Yvette Cedex, Frankreich 100,0
Albis Plastic Tunisia S.A.R.L., Tunis, Tunesien 100,0
Albis Polska Sp. z o.o., Poznań, Polen 100,0
ALBIS Distribution Verwaltung GmbH, Hamburg, Deutschland * 100,0
MOCOM Compounds GmbH & Co. KG, Hamburg, Germany ** 100,0
ALBIS PLASTIC MEXICO, S de R.L. de C.V., San Pedro Garza Garcia, Mexiko 100,0
Mocom Compounds (Changshu) Co. Ltd., Changshu, China 100,0
Mocom Compounds Corp., Duncan/S.C., USA 100,0
Mocom Compounds Verwaltung GmbH, Hamburg, Deutschland * 100,0
OTTO KRAHN Corporate Functions GmbH & Co. KG, Hamburg, Deutschland ** 100,0
OTTO KRAHN Corporate Functions Verwaltung GmbH, Hamburg, Deutschland * 100,0
Otto Krahn New Business GmbH & Co. KG, Hamburg, Deutschland ** 100,0
Krahn Ceramics GmbH, Hamburg, Deutschland * 100,0
OTTO KRAHN New Business Verwaltungs GmbH, Hamburg, Deutschland * 100,0
OTTO KRAHN Real Estate GmbH & Co. KG, Hamburg, Deutschland ** 100,0
Next Commerce Accelerator GmbH, Hamburg, Deutschland 4,8

1) Ergebnisabführungsvertrag
* Die Gesellschaft nimmt die Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch
** Die Gesellschaft nimmt die Befreiungsvorschrift des § 264b HGB in Anspruch

Konzernkapitalflussrechnung der Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg, für das Geschäftsjahr 2022

2022 2021
TEUR TEUR
+ Konzernjahresüberschuss 20.596 49.834
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 17.221 17.235
+ Zunahme der Rückstellungen 11.012 11.111
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen 2.658 -12.421
+/- Abnahme/Zunahme der Vorräte 1.877 -99.168
+/- Abnahme/Zunahme der Forderungen aus L&L sowie anderer Aktiva 7.381 -47.104
-/+ Abnahme/Zunahme der Verbindlichkeiten L&L sowie anderer Passiva -27.860 48.506
+/- Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 34 -6.207
+ Zinsaufwendungen/Zinserträge 6.410 12.583
+/- Erträge/Aufwendungen aus außerordentlichen Posten 987 0
+ Ertragssteueraufwand 23.280 25.944
- Ertragssteuerzahlungen -31.817 -21.936
= Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 31.780 -21.622
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -1.732 -329
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 550 7.899
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -14.688 -9.269
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 0 955
+/- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 0
- Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis -636 -24.035
+ Erhaltene Zinsen 162 293
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -16.345 -24.486
+ Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von anderen Gesellschaftern 0 7.694
+ Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von (Finanz-)Krediten 41.483 0
- Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten -17.932 -7.596
+ Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen 12 21
- gezahlte Zinsen -1.517 -2.804
- gezahlte Dividenden an Gesellschafter des Mutterunternehmens 0 -50
- gezahlte Dividenden an andere Gesellschafter -12.079 -22.779
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 9.967 -25.514
+/- Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 25.403 -71.622
-/+ Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -4.456 406
+ Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 176 3.269
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 57.370 125.318
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode 78.493 57.370
+ Kontokorrentverbindlichkeiten und Geldmarktkredite ggü. Kreditinstituten 14.719 16.742
= Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 93.212 74.113

Konzerneigenkapitalspiegel der Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung für das Geschäftsjahr Dezember 2022

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Rücklagen
TEUR Kapitalanteile Kapitalrücklagen Gewinnrücklagen
Stand zum 1. Januar 2021 350 39
Ausschüttungen an die Gesellschafter
Erhöhung/Herabsetzung der Kapitalanteile
Einstellung in/Entnahme aus Rücklagen 5
Währungsumrechnung
Sonstige Veränderungen
Änderung im Konsolidierungskreis
Änderungen Rechnungslegung
Änderung in der Konsolidierungsmethode
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag
Stand zum 31. Dezember 2021 350 43
Ausschüttungen an die Gesellschafter 0
Erhöhung/Herabsetzung der Kapitalanteile
Einstellung in/Entnahme aus Rücklagen 11
Währungsumrechnung
Sonstige Veränderungen
Änderung im Konsolidierungskreis
Änderung in der Konsolidierungsmethode
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag
Stand zum 31. Dezember 2022 350 55
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Rücklagen
TEUR Summe Rücklagen Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung Konzernbilanzgewinn, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist Summe
Stand zum 1. Januar 2021 39 983 1.372
Ausschüttungen an die Gesellschafter -50 -50
Erhöhung/Herabsetzung der Kapitalanteile
Einstellung in/Entnahme aus Rücklagen 5 -5
Währungsumrechnung -1 -1
Sonstige Veränderungen
Änderung im Konsolidierungskreis
Änderungen Rechnungslegung
Änderung in der Konsolidierungsmethode
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag -10 -10
Stand zum 31. Dezember 2021 43 -1 918 1.311
Ausschüttungen an die Gesellschafter 0 0 0
Erhöhung/Herabsetzung der Kapitalanteile
Einstellung in/Entnahme aus Rücklagen 11 -11
Währungsumrechnung -1 -1
Sonstige Veränderungen
Änderung im Konsolidierungskreis
Änderung in der Konsolidierungsmethode
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 91 91
Stand zum 31. Dezember 2022 55 -2 998 1.401
Nicht beherrschende Anteile
TEUR Nicht beherrschende Anteile vor der Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
Stand zum 1. Januar 2021 201.890 -9.463
Ausschüttungen an die Gesellschafter
Erhöhung/Herabsetzung der Kapitalanteile
Einstellung in/Entnahme aus Rücklagen -11.817
Währungsumrechnung 2.291
Sonstige Veränderungen
Änderung im Konsolidierungskreis
Änderungen Rechnungslegung
Änderung in der Konsolidierungsmethode
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag
Stand zum 31. Dezember 2021 190.074 -7.171
Ausschüttungen an die Gesellschafter 0
Erhöhung/Herabsetzung der Kapitalanteile
Einstellung in/Entnahme aus Rücklagen -5.903
Währungsumrechnung -4.626
Sonstige Veränderungen 4.824
Änderung im Konsolidierungskreis 128
Änderung in der Konsolidierungsmethode
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag
Stand zum 31. Dezember 2022 189.123 -11.797
Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
TEUR Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne / Verluste Summe Summe
Stand zum 1. Januar 2021 48.257 240.685 242.057
Ausschüttungen an die Gesellschafter -22.779 -22.779 -22.829
Erhöhung/Herabsetzung der Kapitalanteile 7.694 7.694 7.694
Einstellung in/Entnahme aus Rücklagen 11.817
Währungsumrechnung 2.291 2.291
Sonstige Veränderungen
Änderung im Konsolidierungskreis 1 1 1
Änderungen Rechnungslegung
Änderung in der Konsolidierungsmethode
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 49.845 49.845 49.834
Stand zum 31. Dezember 2021 94.834 277.736 279.047
Ausschüttungen an die Gesellschafter -12.079 -12.079 -12.079
Erhöhung/Herabsetzung der Kapitalanteile
Einstellung in/Entnahme aus Rücklagen 5.903
Währungsumrechnung -4.626 -4.627
Sonstige Veränderungen -4.824
Änderung im Konsolidierungskreis -48 79 79
Änderung in der Konsolidierungsmethode
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 20.505 20.505 20.596
Stand zum 31. Dezember 2022 104.290 281.615 283.016

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Krahn Verwaltungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse:

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31.Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzern unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 3. Mai 2023

Baker Tilly GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
Hamburg

Michael Esser, Wirtschaftsprüfer

Oliver Pegelow, Wirtschaftsprüfer

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