UniCredit S.p.A. Branch Germany
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Rolf Matthias Kröner seit 19.7.2011 | Prokura |
Karlheinz Kurock seit 19.7.2011 | Prokura |
Peter Weidenhöfer seit 19.7.2011 | Geschäftsführer |
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
UniCredit Bank AGMünchenKonzernabschluss 2016 HVB GroupKonzernlageberichtFinancial ReviewGrundlagen des KonzernsRechtliche KonzernstrukturDie UniCredit Bank AG (HVB), ehemals Bayerische Hypo- und Vereinsbank Aktiengesellschaft mit Sitz in München, entstand 1998 durch die Verschmelzung der Bayerischen Vereinsbank Aktiengesellschaft mit der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank Aktiengesellschaft und ist die Muttergesellschaft der HVB Group. Seit November 2005 ist die HVB ein verbundenes Unternehmen der UniCredit S.p.A., Rom, Italien (UniCredit) und damit als Teilkonzern ein wesentlicher Bestandteil der UniCredit Gruppe. Seit 15. September 2008 (Eintragung der in der ordentlichen Hauptversammlung im Juni 2007 beschlossenen Übertragung der Aktien der außenstehenden Aktionäre der HVB auf die UniCredit nach § 327a AktG in das Handelsregister) hält die UniCredit 100% des Grundkapitals der HVB. Der Börsenhandel der HVB-Aktie wurde damit eingestellt. Die HVB ist als kapitalmarktorientiertes Unternehmen aber auch weiterhin als Emittentin unter anderem von Pfandbriefen, Schuldverschreibungen oder Zertifikaten an Wertpapierbörsen notiert. Organisation der Leitung und KontrolleLeitungsfunktion und AufsichtsratDer Vorstand ist das Leitungsorgan der HVB und besteht aus sieben Mitgliedern. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Er ist an das Unternehmensinteresse gebunden und der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts verpflichtet. Im Rahmen seiner Leitungsfunktion ist er insbesondere zuständig für die Unternehmensplanung, die strategische Ausrichtung des Unternehmens und sorgt für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen insbesondere der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte, die Lage der Gesellschaft und der Tochterunternehmen einschließlich der Risikolage sowie über wesentliche Fragen der Compliance. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsleitung und für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation der HVB. Die jeweiligen Ressortzuständigkeiten im Vorstand der HVB sind in einem Geschäftsverteilungsplan geregelt, welcher Bestandteil der Geschäftsordnung des Vorstands ist. Die Geschäftsordnung des Vorstands regelt darüber hinaus insbesondere die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten sowie die Voraussetzungen für Beschlussfassungen und die erforderlichen Beschlussmehrheiten. Herr Lutz Diederichs ist mit Wirkung zum Ablauf des 5. September 2016 sowie Herr Francesco Giordano mit Wirkung zum Ablauf des 30. September 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden. Herr Robert Schindler ist mit Wirkung vom 6. September 2016 als neues Vorstandsmitglied bestellt worden und verantwortet seither den Geschäftsbereich Commercial Banking - Unternehmerbank. Herr Guglielmo Zadra ist mit Wirkung vom 1. Oktober 2016 als Chief Financial Officer (CFO) zum Mitglied des Vorstands bestellt worden. Der Aufsichtsrat der Bank besteht aus 12 Mitgliedern und ist paritätisch mit Vertretern der Arbeitnehmer und Anteilseigner besetzt. Aufgabe des Aufsichtsrats ist es, den Vorstand bei der Führung der Geschäfte zu überwachen und ihn regelmäßig zu beraten. Der Aufsichtsrat hat sich eine Geschäftsordnung gegeben, welche insbesondere die nähere Ausgestaltung der Arbeit im Aufsichtsrat, die Bildung und Aufgaben von Ausschüssen sowie die Aufgaben des Aufsichtsratsvorsitzenden festlegt. Darüber hinaus ist in der Geschäftsordnung geregelt, dass bestimmte Arten von Geschäften der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen. Herr Federico Ghizzoni ist mit Wirkung zum Ablauf des 10. August 2016 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. In der außerordentlichen Hauptversammlung am 30. August 2016 wurde Herr Paolo Cornetta für den Rest seiner Amtszeit als neues Mitglied der Anteilseignervertreter in den Aufsichtsrat gewählt. Herr Gianni Franco Papa wurde mit Wirkung ab 11. August 2016 zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Mit Wirkung zum Ablauf des 8. November 2016 ist Herr Mirko Bianchi aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Für den Rest seiner Amtszeit ist ab Beendigung der außerordentlichen Hauptversammlung am 9. November 2016 Herr Francesco Giordano neu als Anteilseignervertreter in den Aufsichtsrat gewählt worden. Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der HVB sind im Konzernabschluss 2016 im Konzernanhang in den Notes Mitglieder des Aufsichtsrats und Mitglieder des Vorstands aufgelistet. Erklärung nach § 289a Absatz 4 HGBDer Aufsichtsrat der HVB hat eine Zielquote für den Frauenanteil im Aufsichtsrat von einem Drittel der Mitglieder beschlossen. Für den Frauenanteil im Vorstand hat der Aufsichtsrat eine Zielquote von einem Siebtel der Mitglieder festgelegt. Auf den zwei Führungsebenen unterhalb des Vorstands soll folgendes erreicht werden: 22 Prozent Frauenanteil auf der ersten und 24 Prozent auf der zweiten Ebene unterhalb des Vorstands. Die Zielgrößen sollen bis zum Ablauf des ersten Erfüllungszeitraums (30. Juni 2017) erreicht werden, der im Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst definiert ist. Sie liegen nicht unterhalb des Status Quo. GesamtbanksteuerungDie HVB Group hat das Ziel, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Um der Notwendigkeit einer wertorientierten Steuerung Rechnung zu tragen, haben wir das Konzept der Gesamtbanksteuerung auf Basis von Ertrags-, Risiko-, Liquiditäts- und Kapitalaspekten umgesetzt, das im Risk Report näher erläutert wird (siehe hierzu das Kapitel Umsetzung der Gesamtbanksteuerung im Risk Report insbesondere den Abschnitt Gesamtbanksteuerung). Die im Rahmen der Gesamtbanksteuerung in der HVB Group eingesetzten wesentlichen Kennziffern (Key Performance Indicators - KPI's) werden im Financial Review an den jeweils geeigneten Stellen angegeben. Geschäftsmodell, wesentliche Produkte, Absatzmärkte, Wettbewerbsposition und Standorte im Geschäftsjahr 2016Die HVB Group ist Teil der UniCredit Gruppe, die mit ihren Finanzdienstleistungen vor allem an europäischen Märkten präsent ist. So kann regionale Stärke und lokale Kompetenz mit dem Potenzial und Know-how einer internationalen Bankengruppe kombiniert werden. Die Einbindung in die UniCredit Gruppe ist eine starke Grundlage, um das internationale Netzwerk und Größenvorteile konsequent zu nutzen. Die UniCredit Gruppe verfügt über ein divisional und regional diversifiziertes Geschäftsmodell mit Stützpunkten in 17 europäischen Ländern. Neben den Heimatmärkten Deutschland, Österreich, Polen und Italien gehört sie zu den führenden Bankengruppen in den meisten Ländern Zentral- und Osteuropas. Insbesondere sind es unsere Firmenkunden und institutionellen Kunden, die von dieser internationalen Diversifikation profitieren. Die HVB ist als Universalbank mit ihren Tochtergesellschaften einer der führenden Anbieter von Bank- und Finanzdienstleistungen in Deutschland. Sie bietet Privat- und Firmenkunden, öffentlichen Einrichtungen und international operierenden Unternehmen und institutionellen Kunden eine umfassende Auswahl an Bank- und Finanzprodukten sowie -dienstleistungen an. Die HVB Group verfügt über ein gut ausgebautes Filialnetz in Deutschland mit Schwerpunkten in Bayern und im Großraum Hamburg, das an das sich ändernde Kundenverhalten in den vergangenen Jahren angepasst wurde. Insgesamt verfügt die HVB Group weltweit über 579 Geschäftsstellen - davon 352 Filialen in der HVB in Deutschland. Eine Aufgliederung der Geschäftsstellen der HVB Group nach Regionen mit Standorten befindet sich im Anhang unseres Konzernabschlusses in der Note Geschäftsstellen. Transform 2019Die weiterhin herausfordernden Rahmenbedingungen für die Bankenbranche und ein damit einhergehender massiver Ertrags- und Kostendruck machen eine weitere Anpassung von Bankstrukturen und -prozessen erforderlich. Daher haben wir zur Sicherstellung der erfolgreichen Weiterentwicklung der Bank den Mehrjahresplan 2017-19 aufgestellt. Unsere damit aktualisierte strategische Planung ist eingebettet in das gruppenweite Programm "Transform 2019". Unser Programm basiert auf proaktiven Aktionen, die neben der stärkeren Realisierung von Cross-Selling Potenzialen auch die weitere Optimierung unserer Kostenstruktur durch eine Verschlankung der Organisation und Straffung von Prozessen im Fokus haben. Gleichzeitig ist eine nochmalige Anpassung unserer Personalstärke geplant. Dabei sollen bis zum Jahr 2019 weitere Stellen in der HVB entfallen. Der Personalabbau betrifft alle Bereiche der Bank. Durch Ausnutzen der natürlichen Fluktuation und der Fortführung bestehender Programme zur Schaffung von neuen Beschäftigungsperspektiven soll ein sozialverträglicher Stellenabbau realisiert werden. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltenen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von insgesamt 645 Mio € resultieren im Wesentlichen aus den oben genannten Maßnahmen. Die GeschäftsbereicheDie HVB Group wird in die folgenden Segmente/Geschäftsbereiche eingeteilt:
Geschäftsbereich Commercial BankingDer Geschäftsbereich Commercial Banking betreut in Deutschland in den Geschäftsfeldern Privatkunden Bank und Unternehmer Bank rund 2,5 Millionen Kunden mit standardisiertem oder individuellem Service- und Beratungsbedarf in vielfältigen Bankdienstleistungen. Dabei profitiert der Geschäftsbereich Commercial Banking von der starken Marke HypoVereinsbank. Das Commercial Banking wird von zwei Vorständen in gemeinsamer Verantwortung geführt. Die Geschäftssteuerungs- und Unterstützungsverantwortung wird geschäftsfeldspezifisch in einem jeweils zugeordneten Stabsbereich wahrgenommen. Das gegenseitige cross-servicing stellt sicher, dass der jeweilige Produktbedarf nur einmal vorgehalten wird. Innerhalb des Commercial Banking erfolgt durch eine Bündelung der Vertriebskanäle Private Banking, Wealth Management sowie der Anlageberater im Firmenkundengeschäft eine Betreuung sehr vermögender Kunden in einer gemeinsamen Vertriebsverantwortung. Das Produkt- und Dienstleistungsangebot des Commercial Banking erlaubt entsprechend dem Universalbankmodell eine umfassende Kundenbetreuung. Es reicht von Hypothekendarlehen, Konsumentenkrediten, Bauspar- und Versicherungsprodukten und Bankdienstleistungen für Privatkunden über Geschäftskredite und Außenhandelsfinanzierungen für Firmenkunden bis hin zu Investment-Banking-Produkten für Firmenkunden. Für die Klientel in den Kundensegmenten Private Banking und Wealth Management bieten wir eine umfassende Finanz- und Vermögensplanung mit bedarfsorientierter Beratungsleistung durch Generalisten und Spezialisten an. Das Marktumfeld im Commercial Banking ist geprägt von einem anhaltend niedrigen Zinsniveau, einer fragmentierten Wettbewerbssituation und steigenden Regulierungskosten. Neben einer weiterhin verhaltenen Kundennachfrage führt die zunehmende Digitalisierung zu einem nachhaltig veränderten Kundenbedarf. Diesen herausfordernden Rahmenbedingungen im Commercial Banking stellt sich die HVB Group mit einer Premiumpositionierung, einer klar definierten Digitalisierungsstrategie sowie einem breit gefächerten Maßnahmenbündel von Wachstums- und Effizienzaktivitäten. Im Geschäftsfeld Privatkunden Bank haben wir als erste Bank in Deutschland eine grundlegende Modernisierung des Privatkundengeschäftsbereits in 2015 abgeschlossen. Wir haben uns als echte Multikanalbank aufgestellt und massiv in mobile und internetbasierte Angebote sowie in die Attraktivität unserer Filialen investiert. Der mit der Modernisierung des Privatkundengeschäfts erfolgreich eingeschlagene Weg wird nun fortgesetzt mit konsequenter Digitalisierung und Positionierung als Qualitätsanbieter. Unser Fokus liegt auf Wachstum und Kundenbindung. Im Geschäftsfeld werden private Kunden entsprechend ihrer jeweiligen Bedürfnisse in den Bereichen "Privatkunden" und "Private Banking" betreut. Dabei wird durch spezifische Vertriebswege und -verantwortungen den teils unterschiedlichen und individuellen Bedürfnissen dieser Kundengruppen Rechnung getragen und gleichzeitig die Weiterentwicklung vermögender Anlagekunden in das Private Banking gefördert. Gemeinsame Spezialisten-, Stabs- und Supportbereiche werden effizient eingesetzt. Private Banking wird dabei innerhalb des Commercial Banking in einer gemeinsamen Vertriebsverantwortung mit der Unternehmer Bank als Teil von Private Banking & Wealth Management geführt. Höchste Beratungskompetenz bildet den Kernnutzen der Neupositionierung im Privatkundengeschäft aus Kundensicht. Die Beratungs- und Fachkompetenz der Berater wird in einem komplett strukturierten, elektronischen Beratungsprozess unterstützt. Im Geschäftsfeld Unternehmer Bank wird die gesamte Bandbreite an deutschen und in Deutschland tätigen Unternehmen sowie Privatpersonen mit gesellschaftsrechtlicher Verbindung zum Unternehmen betreut. Mit Ausnahme der multinationalen Unternehmen (Multinationals) und deren Töchter, die aufgrund ihrer regelmäßigen Nachfrage nach Kapitalmarktprodukten und komplexen Beratungsdienstleistungen im Geschäftsbereich CIB verankert sind, ist die Betreuung des gesamten deutschen Mittelstands- und gewerblichen Immobiliengeschäfts in der Unternehmer Bank gebündelt. Dabei wird eine Wachstumsstrategie verfolgt, die darauf ausgerichtet ist, sich im Kundenkontakt als strategischer Businesspartner und Anbieter von Premiumlösungen zu positionieren. Dies wird auch durch ein Joint Venture zwischen der Unternehmer Bank und dem Corporate & Investment Banking untermauert, um den Ansprüchen unserer Kunden zu folgen und individuelle Investment-Banking-Ansätze für deren strategische Fragestellungen zu entwickeln. Insbesondere Mittelstandskunden sollen in diesem Zusammenhang von der Expertise und den spezifischen Investment-Banking-Produkten profitieren. Einen weiteren Schwerpunkt der Aktivitäten bildet der Ausbau der digitalen Betreuung für Firmenkunden über die marktführende Einheit Business Easy. Weitere Wachstumsinitiativen der Unternehmer Bank decken wichtige strategische Herausforderungen unserer Kunden wie Unternehmensnachfolge, Außenhandel oder Internationalisierung ab. Außerdem werden innerhalb des Commercial Banking die Betreuungsmodelle Private Banking und Wealth Management geführt. Basierend auf einem 360°-Beratungsansatz werden in diesem Geschäftsbereich sehr vermögende Kunden durch sehr gut ausgebildete Berater und hochqualifizierte Spezialisten betreut. Der Wealth Management Ansatz umfasst neben individuellen Portfoliokonzepten und Finanzierungslösungen für vermögende Privatkunden mit unternehmerischem Hintergrund auch die Vermittlung von Unternehmensbeteiligungen. Geschäftsbereich Corporate & Investment BankingIm Geschäftsbereich CIB werden das Investment Banking, institutionelle sowie ausgewählte multinationale und große, im Kapitalmarktgeschäft aktive Firmenkunden (sogenannte Corporates) verantwortet. Diese Kunden werden mit einer integrierten Wertschöpfungskette aus Betreuungsnetzwerk und Produktspezialisten unterstützt. Der Geschäftsbereich CIB untergliedert sich in die Produktfabriken Markets, Financing & Advisory (F&A) sowie das Global Transaction Banking (GTB). Corporate & Investment Banking sichert qualitativ hochwertige Beratungen mit individuellen und lösungsorientierten Ansätzen und agiert als Intermediär zum Kapitalmarkt. Die HVB Group ist das Kompetenzzentrum für das internationale Markets und Investment Banking der gesamten UniCredit Gruppe. Darüber hinaus fungiert der Geschäftsbereich CIB auch als Produktfabrik für die Kunden im Geschäftsbereich Commercial Banking. Der Geschäftsbereich CIB ist aufgrund der Anforderung an Produkte und Dienstleistungen naturgemäß ein Geschäft mit Premiumcharakter. Hier fühlen wir uns sehr gut positioniert. Um auch weiterhin das Vertrauen der Kunden zu rechtfertigen, werden kontinuierlich weitere Verbesserungen umgesetzt. Der Geschäftsbereich CIB zielt hinsichtlich Beratungskompetenz, Produkt- sowie Prozessqualität und Wertschöpfung darauf ab, sich als strategischer Business Partner für große Firmenkunden und institutionelle Kunden zu positionieren. Hierbei erfolgt eine Ausrichtung auf eine nachhaltige, stabile und strategische Geschäftspartnerschaft sowie die Positionierung als "erste Adresse" beim Kunden im Commercial wie im Investment Banking. Kundenzentrierung beinhaltet ein professionelles, aktives Relationship Management, das kompetent, beratungsorientiert, schnell und transparent arbeitet. Hinzu kommt ein tiefes Verständnis des Geschäftsmodells und der Branche des Kunden. CIB unterstützt die Firmenkunden - auch diejenigen, die im Geschäftsbereich Commercial Banking in der Unternehmer Bank betreut werden - als Intermediär zum Kapitalmarkt, bei deren Positionierung, Wachstum und Internationalisierung. F&A unterstützt Kunden weltweit in den Bereichen Financial Sponsors Solutions, Infrastructure & Power Project Finance, Natural Resources, Commodity Trade Finance sowie Structured Trade und Export Finance. Weitere globale Business Lines sind Global Syndicate & Capital Markets und Corporate Finance Advisory. Die Geschäftseinheiten Corporate Structured Finance und Real Estate Structured Finance arbeiten eng mit dem Geschäftsbereich Commercial Banking zusammen. Die lokale Einheit Global Shipping verfolgt Transaktionen weltweit. Portfolio & Pricing Management ist für das Management aller Leveraged-, Project-, Aircraft- and Commodity-Finance-Transaktionen verantwortlich. Alle anderen F&A-Assetklassen werden auf Ebene der HVB Group in Zusammenarbeit mit Vertretern der Vertriebskanäle gemanagt. Außerdem wird in F&A der Off-Shore-Windpark Bard Offshore 1 betreut. GTB bietet eine vielfältige und bewährte Palette an Kernkompetenzen in den Feldern International Cash Management and eBanking, International Trade Finance und Supply Chain Management sowie Global Securities Services an. Das Markets Geschäft ist auf kundenbezogenes Geschäft fokussiert, das das Corporate und Institutional Business der HVB Group als integralen Teil der CIB-Wertschöpfungskette unterstützt. Das Markets Business umfasst die folgenden Product Lines: Rates, Integrated Credit Trading, FX, CEE Trading, Commodities, Equity Derivatives und Treasury. Die Produkte werden über drei hauptsächliche Vertriebskanäle vertrieben: Institutional Distribution, Corporate Treasury Sales und Private Investor Product & Institutional Equity Derivatives. Die Vertriebseinheiten werden unterstützt durch Research, die Structuring & Solutions Group, das Quants Team und den CVA (Credit Value Adjustment) Desk. Der Geschäftserfolg von CIB basiert auch auf der engen Zusammenarbeit und dem Zusammenwirken zwischen Produktfabriken und der globalen Kundenbetreuung über die Business Lines. Die Business Line Multinational Corporates konzentriert sich auf Kunden mit Hauptsitz in Europa sowie auf europäische Tochtergesellschaften amerikanischer oder asiatischer Unternehmenskunden. Durch unsere Niederlassungen CIB Americas und CIB Asia auf dem amerikanischen bzw. asiatischen Kontinent erfahren die dort ansässigen Tochterunternehmen unserer Firmenkunden eine optimale Betreuung. Daneben bieten wir amerikanischen und asiatischen Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zu unseren Heimatmärkten das erforderliche Netzwerk für eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung. Die Business Line Financial Institutions Group ist ein global tätiges Betreuungsnetzwerk, das die umfassende Betreuung der institutionellen Kunden sicherstellt. Der Fokus liegt dabei auf Banken, Versicherungsunternehmen, Leasinggesellschaften, Vermögensverwaltern und Fonds, Ländern und Bundesstaaten sowie supranationalen Institutionen. Geschäftsbereich Sonstige/KonsolidierungIm Geschäftsbereich Sonstige/Konsolidierung sind das Geschäftsfeld Global Banking Services, die Group-Corporate-Center-Aktivitäten sowie Konsolidierungseffekte zusammengefasst. Das Geschäftsfeld Global Banking Services versteht sich als zentraler interner Dienstleister für Kunden und Mitarbeiter und umfasst vor allem Einkauf, Organisation, Konzernsicherheit, Logistik & Facility Management, Kostenmanagement, Produktionsfunktionen für Kredit, Konto, Foreign Exchange, Money Market und Derivate sowie Inhouse Consulting. Zahlungsverkehr, Wertpapierabwicklung, IT-Anwendungsentwicklung und Betrieb werden als Fremdleistungen zugekauft. Das strategische Immobilienmanagement der HVB obliegt ebenfalls Global Banking Services und wird von der HVB Immobilien AG und deren Tochterunternehmen wahrgenommen. 2016 wurde der Bereich Data Governance neu installiert, dessen Auftrag die Weiterentwicklung und der Betrieb eines Data Warehouses für Finanz- und Risikozahlen ist. Im Group Corporate Center sind die Competence Lines der HVB Group zusammengefasst. Sie beinhalten die Organisationen des Chief Executive Officers (CEO), des Chief Financial Officers (CFO), des Chief Risk Officers (CRO) und Chief Operating Officers (COO) einschließlich Human Resources Management (HR). Im Group Corporate Center sind Ergebnisbeiträge abgebildet, die nicht in den Verantwortungsbereich der Geschäftsbereiche Commercial Banking oder CIB fallen. Dazu zählen unter anderem die Ergebnisse von konsolidierten Tochterunternehmen und nicht konsolidiertem Anteilsbesitz soweit sie nicht den anderen Geschäftsbereichen zugerechnet werden. Des Weiteren werden in diesem Segment Ergebnisbestandteile ausgewiesen, die im Rahmen der Steuerung der gesamten HVB Group anfallen. Unternehmenskäufe und -verkäufe sowie wesentliche Veränderungen des KonsolidierungskreisesIm März 2016 haben wir uns mit der Bremer Kreditbank Aktiengesellschaft, Bremen, über den Verkauf der Bankhaus Neelmeyer AG, Bremen, bisher eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der HVB, verständigt. Der Abschluss der Transaktion (Closing) wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2017 stattfinden. Bis zur Entkonsolidierung werden die Aktiva bzw. Passiva der Gesellschaft in der Konzernbilanz der HVB Group unter den Bilanzposten Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen bzw. Verbindlichkeiten von zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen gezeigt. Der Verkauf des Bankhauses Neelmeyer AG ist ein weiterer konsequenter Schritt, das Beteiligungsportfolio der HVB zu straffen und sich auf das Kerngeschäft zu fokussieren. Ebenfalls im März 2016 haben wir uns mit der UniCredit Business Integrated Solutions S.C.p.A. (UBIS), Mailand, über den Verkauf der UniCredit Global Business Services GmbH (UGBS), Unterföhring, bisher eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der HVB, verständigt. Der Abschluss der Transaktion (Closing) erfolgte am 1. April 2016. Die Gesellschaft ist mit dem Closing aus dem Konsolidierungskreis der HVB Group ausgeschieden. Nach dem Verkauf der UGBS an die UBIS und der anschließenden Anwachsung der UGBS an die UBIS werden IT- und bestimmte Back-Office-Dienstleistungen künftig nur von einer Gruppengesellschaft an die HVB erbracht. Weitere Angaben zu Veränderungen der in den Konsolidierungskreis einbezogenen Gesellschaften sind im Konzernanhang in der Note Konsolidierungskreis enthalten. WirtschaftsberichtVolkswirtschaftliche RahmenbedingungenDas erste Halbjahr 2016 war gekennzeichnet durch starke Finanzmarktturbulenzen und geopolitische Ereignisse. Zu Beginn des Jahres standen die erneut gesunkenen Ölpreise und die Sorge um ein Einbrechen des chinesischen Wirtschaftswachstums im Fokus. Infolgedessen verschlechterten sich in vielen Ländern im Februar 2016 die umfragebasierten Konjunkturindikatoren deutlich. Die offiziellen Daten folgten dieser Bewegung jedoch nicht und ein erneutes Ansteigen der Frühindikatoren seit März 2016 deutete auf eine übertriebene Risikowahrnehmung in den Umfragewerten hin. Im zweiten Quartal rückte die Diskussion um das Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) in den Vordergrund. Bei diesem stimmte die britische Bevölkerung Ende Juni mehrheitlich für den Austritt, was die Finanzmarktvolatilität kurzzeitig erhöhte. Da gravierende realwirtschaftliche Auswirkungen durch den Brexit-Entscheid ausblieben, stiegen die Aktienkurse in der zweiten Jahreshälfte 2016 spürbar an. Auch das gescheiterte Verfassungsreferendum in Italien beeinflusste die Finanzmärkte nur kurzzeitig. Dagegen profitierten die Aktienkurse durch die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten gegen Ende des Jahres zusehends. Die Erholung der Ölpreise, die sich bereits im zweiten Quartal andeutete, setzte sich im Laufe des Jahres fort. Dieser stieg zwischenzeitlich im Dezember auf über 55 US-Dollar pro Barrel der Sorte Brent, nachdem sich Ende November die OPEC- und Nicht-OPEC-Länder auf eine Kürzung ihrer Fördermenge einigten. Insgesamt hat sich der Trend zu einer weltweit uneinheitlichen konjunkturellen Entwicklung weiter fortgesetzt. In den großen Industrieländern konnte sich das moderate Wachstum im ersten Halbjahr 2016 fortsetzen, während einige ölexportierende Schwellen- und Entwicklungsländer, wie beispielsweise Russland, weiter unter dem niedrigen Ölpreis litten. Während sich die Frühindikatoren für die Eurozone zum Beginn des Jahres 2016 eingetrübt hatten, überraschten die BIP-Wachstumsraten im ersten Quartal 2016 positiv. Insgesamt ist die Wirtschaftsleistung der Eurozone in diesem Zeitraum um +0,5% gewachsen. Im zweiten Quartal hat das Wachstumstempo mit +0,3% dann etwas nachgelassen, konnte aber im dritten Quartal wieder leicht anziehen (+0,4%). Die Arbeitslosenquote hat sich in der ersten Jahreshälfte weiter positiv entwickelt und befand sich im November mit 9,8% auf dem niedrigsten Stand seit 2011. Dementsprechend erholte sich der private Konsum in 2016 weiter, was sich auch in einer positiven Entwicklung der Einzelhandelsumsätze widerspiegelte. Frühindikatoren und harte Daten zeigten außerdem, dass die Brexit-Entscheidung in der zweiten Jahreshälfte keine nennenswert negativen Einflüsse auf die europäische Realwirtschaft hatte. Geldpolitisch reagierte die EZB im ersten Halbjahr mit weiteren expansiven Maßnahmen auf die anhaltend niedrige Inflationsrate im Euroraum. Für Deutschland ergab sich im Jahresverlauf ein ähnliches Bild wie für die gesamte Eurozone. Nach einem starken Einbruch des Ifo-Geschäftsklimaindex im Februar konnte sich dieser im weiteren Jahresverlauf wieder deutlich erholen. Das BIP hat sich im ersten Quartal deutlich um 0,7% erhöht. Im zweiten und dritten Quartal legte die deutsche Wirtschaft dann um 0,4% bzw. 0,2% zu. Die Frühindikatoren befanden sich zum Jahresende weiterhin auf einem hohen Niveau und stützen unsere positive Wachstumseinschätzung. Der Arbeitsmarkt konnte, wie auch schon in den Vorjahren, weiter zulegen. Im Dezember 2016 lag die Arbeitslosenquote mit 6,0% auf dem niedrigsten Wert seit über 20 Jahren. Branchenspezifische RahmenbedingungenIm Jahr 2016 waren die Finanzmärkte geprägt von hoher Volatilität. Im Berichtszeitraum beherrschten insbesondere zwei Themen die Finanzmärkte: das ausgeweitete Ankaufprogramm von Vermögenswerten der EZB und der für die Märkte überraschende Ausgang des Brexit-Referendums. Der Ausgang der US-Wahl im November war ebenfalls überraschend, sorgte aber nicht für größere Verwerfungen an den Aktienmärkten. Die EZB senkte am 10. März 2016 erneut die Zinsen. Der Leitzins wurde erstmals seit Bestehen des Euros auf null Prozent verringert. Der Zins der Einlagenfazilität wurde auf minus 0,4% gesenkt. Außerdem entschied die EZB, den Ankauf von Vermögenswerten von 60 Mrd € auf 80 Mrd € pro Monat auszuweiten und zukünftig auch Unternehmensanleihen anzukaufen. Das Ankaufprogramm läuft zunächst bis März 2017 unverändert weiter und wird ab April 2017 mit einem verringerten Volumen von monatlich 60 Mrd € bis mindestens Ende 2017 weitergeführt. Außerdem wurde im März 2016 eine zweite Serie von langfristigen Refinanzierungsmaßnahmen für Banken (Targeted Long Term Refinancing Operations, TLTRO II) aufgelegt. Die Konditionen für TLTRO II sind attraktiv und liegen bei bis zu minus 0,4%, falls Kreditinstitute ihre Kreditvergabe über entsprechende Grenzwerte ausdehnen. Als Folge des Ausgangs des Brexit-Referendums im Juni 2016 fand ein starker Ausverkauf von Aktien und von Nachrangverbindlichkeiten von Banken statt, wohingegen Bundesanleihen, Gold und Schweizer Franken als klassische Krisenwährung profitieren konnten. Nach dem Schock setzte jedoch eine Erholung ein. Großbritannien hat angekündigt, im ersten Quartal 2017 offiziell den Austrittsantrag nach Artikel 50 der EU-Verträge zu stellen, was den Beginn der Zweijahresfrist für Verhandlungen darstellt. Die beschriebenen Entwicklungen führten insgesamt zu einer weiteren deutlichen Reduktion des Zinsniveaus. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen reduzierte sich 2016 gegenüber dem Jahresultimo 2015 deutlich von 0,60% auf bis zu minus 0,20%. Dieses Niveau ist ein neuer historischer Tiefststand seit der Einführung des Euros. Nach der US-Wahl stieg die zehnjährige Bund-Rendite auf 44 Basispunkte infolge von Markterwartungen eines steigenden US-Zinsniveaus. Der Abwärtstrend beim 3-Monats-Euribor setzte sich 2016 fort und fiel bis auf minus 0,33%, ebenfalls ein weiterer historischer Tiefststand seit Einführung des Euros. Die Spreads engten sich an den Kreditmärkten für Nicht-Finanzunternehmen guter Bonität ein. Die Einengung ist vor allem auf die EZB zurückzuführen. Der Euro wertete gegenüber dem US-Dollar 2016 um 4% in der Spitze ab. Im ersten Halbjahr 2016 erhöhte sich der Euro gegenüber dem US-Dollar, allerdings verlor der Euro nach der Brexit-Entscheidung und infolge des Ausgangs der US-Wahl. Gegenüber dem britischen Pfund stieg der Euro 2016 sehr deutlich um 14%, was vor allem durch den Ausgang des Brexit-Referendums getrieben war. Der Euro wertete zum Schweizer Franken 2016 leicht ab und verlor gegenüber dem Japanischen Yen fast 5% an Wert. Am EBA Stresstest im Juli 2016 nahmen insgesamt 51 europäische Banken teil. Im Vergleich zum letzten Stresstest 2014 fielen die Ergebnisse positiver aus und verdeutlichen die gestiegene Risikotragfähigkeit der großen Mehrheit der geprüften Institute. Nach dem Brexit-Referendum geriet der italienische Bankensektor aufgrund des relativ hohen Bestands an ausfallgefährdeten Krediten stärker in den Fokus der Investoren. Mehrere Banken in Italien haben Pläne vorgelegt, den hohen Bestand an ausfallgefährdeten Krediten zu reduzieren. Unterstützend wirkte dabei das Rettungspaket Italiens in Höhe von 20 Mrd €, welches im Dezember verabschiedet wurde. Es sei betont, dass unsere Muttergesellschaft, die UniCredit S.p.A., am 13. Dezember 2016 im Rahmen des Capital Market Days ein umfassendes Programm zur Reduktion ihrer ausfallgefährdeten Kredite vorgelegt hat, das keinerlei staatliche Unterstützung beinhaltet. Am 1. Januar 2015 trat die europäische Bankenabwicklungsrichtlinie (BRRD - Bank Recovery and Resolution Directive) in Kraft. Neben Abwicklungsinstrumenten legt sie Mindestanforderungen für Eigenmittel und abschreibungsfähige Verbindlichkeiten fest, die seit dem 1. Januar 2016 angewendet werden müssen. Ebenso ist ab dem 1. Januar 2016 in allen EU Mitgliedsstaaten das sogenannte "senior bail-in" möglich. Im September 2015 hat der deutsche Gesetzgeber das Abwicklungsmechanismusgesetz - AbwMechG verabschiedet, welches den Single Resolution Mechanism (SRM) und damit das senior bail-in in deutsches Recht einführt. Durch eine Änderung des § 46f Absatz 6 KWG führt das AbwMechG eine Sonderregelung im Insolvenzverfahren deutscher Banken ein. Erstrangig unbesicherte Anleihen (senior unsecured debt) werden in zwei Gruppen klassifiziert. Die erste Gruppe, zu der Inhaberschuldverschreibungen, Orderschuldverschreibungen, Schuldscheindarlehen und ähnliche Rechte gehören, muss Verluste vor der zweiten Gruppe absorbieren. Die zweite Gruppe, zu der unbesicherte Einlagen von Banken und Großkunden, Derivate und strukturierte Produkte gehören, ist daher vorrangig zur ersten Gruppe. Das Gesetz tritt am 1. Januar 2017 in Kraft und führte bereits im Vorfeld zu zahlreichen Ratingreaktionen bei den Ratingagenturen. Die von der EBA veröffentlichten Leitlinien für gemeinsame Verfahren und Methoden für den aufsichtsrechtlichen Überprüfungs- und Evaluierungsprozess (SREP) gelten seit dem 1. Januar 2016. Demzufolge werden alle Institute innerhalb der EU einer von vier Kategorien zugeordnet, die abhängig von der Größe, der Struktur, dem Geschäftsmodell und der Komplexität der Geschäftstätigkeit der Institute sind. 2017 sind die SREP-Anforderungen für europäische Banken gesunken, da erstmals die Säule-2-Anforderungen in Säule-2-Anforderungen und Säule-2-Empfehlungen aufgespalten wurden. Die Säule-2-Anforderungen sind verbindlich. Verstöße können unmittelbar rechtliche Konsequenzen für die Banken haben. Säule-2-Empfehlungen sind nicht unmittelbar verbindlich. Die Nichterfüllung der entsprechenden Vorgaben hat nicht zwangsläufig rechtliche Schritte zur Folge. Die EZB erwartet aber von den Banken, dass sie die Vorgaben der Säule-2-Empfehlungen befolgen. Gesamtaussage des Vorstands zum Geschäftsverlauf der HVB GroupWie bereits im Kapitel "Transform 2019" ausgeführt, haben wir im Geschäftsjahr 2016 beschlossen, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um auch weiterhin erfolgreich agieren zu können und das Ergebnis- und Renditeniveau der Bank langfristig zu sichern. Die im Geschäftsjahr 2016 ausgewiesenen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 645 Mio € stehen maßgeblich im Zusammenhang mit den geplanten Maßnahmen. Insbesondere aufgrund dieser Aufwendungen lagen das Ergebnis vor Steuern mit 297 Mio € und der Konzernüberschuss mit 157 Mio € deutlich unter den Ergebnissen des Vorjahres (Ergebnis vor Steuern: 776 Mio €, Konzernüberschuss: 750 Mio €). Allerdings hätte das Ergebnis vor Steuern bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen beider Jahre im Berichtsjahr mit 942 Mio € um 54 Mio € über dem Vorjahreswert (888 Mio €) gelegen. Damit weist die HVB Group in dem äußerst anspruchsvollen Marktumfeld des Geschäftsjahres 2016 dank ihres ausgewogenen und robusten Geschäftsmodells insgesamt eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung auf. Das Operative Ergebnis nach Kreditrisikovorsorge stieg im Berichtsjahr auf 1.096 Mio € und übertraf den entsprechenden Vorjahreswert um 113 Mio € bzw. 11,5%. Dabei nahmen die Operativen Erträge um 223 Mio € bzw. 4,8% auf 4.898 Mio € zu. Der Zinsüberschuss reduzierte sich um 210 Mio € bzw. 7,7% auf 2.518 Mio € überwiegend als Folge des historisch niedrigen Zinsniveaus, das sich ausgehend von dem bisher bereits extrem niedrigen Niveau im Berichtsjahr noch weiter ermäßigte. Positiv verlief dagegen die Entwicklung des Handelsergebnisses, das kräftig um 378 Mio € bzw. 72,0% auf 903 Mio € stieg. Auch beim Provisionsüberschuss, der um 31 Mio € bzw. 3,0% auf 1.066 Mio € wuchs, erzielte die HVB Group im Berichtsjahr ein erfreuliches Ergebnis. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Vorjahreswert im ersten Halbjahr 2015 noch die Provisionserträge der im zweiten Quartal 2015 verkauften PlanetHome AG und ihrer Tochtergesellschaften enthielt. Infolge des strikten Kostenmanagements sowie aufgrund der bereits durchgeführten Effizienzmaßnahmen sank der Verwaltungsaufwand um 118 Mio € bzw. 3,3% auf 3.461 Mio €. Dadurch verbesserte sich das Operative Ergebnis kräftig um 341 Mio € bzw. 31,1% auf 1.437 Mio € sowie die Cost-Income-Ratio von 76,6% im Vorjahr auf 70,7% im Berichtszeitraum. Die Kreditrisikovorsorge erhöhte sich gegenüber dem sehr niedrigen Vorjahreswert (113 Mio €) auf ein moderates Niveau von 341 Mio €. Im nicht operativen Bereich sind über die genannten Restrukturierungsaufwendungen hinaus Aufwendungen für Zuführungen zu Rückstellungen angefallen, die im Berichtsjahr mit per Saldo 193 Mio € ausgewiesen werden (Vorjahr: Aufwendungen für Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von 194 Mio €). Das Finanzanlageergebnis lag mit 39 Mio € unter dem Vorjahreswert (99 Mio €). Bei den im Ausblick unseres letztjährigen Konzernlageberichts genannten Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung des Ergebnisses vor Steuern sind wir von einem nennenswerten Anstieg gegenüber dem Vorjahr ausgegangen. Dieser Anspruch hat sich im Berichtsjahr im Wesentlichen wegen Restrukturierungsaufwendungen nicht erfüllt. Allerdings konnten wir im operativen Bereich erfreulicherweise unser Ziel leicht steigender operativer Erträge erreichen. Dabei haben eine über den Erwartungen liegende Steigerung des Handelsergebnisses, ein über den Planungen liegender Zinsüberschuss sowie höhere als geplante Erträge aus Dividenden den schwächer als erwarteten Anstieg beim Provisionsüberschuss kompensiert. Darüber hinaus ist es uns dank des strikten Kostenmanagements gelungen, die Verwaltungsaufwendungen etwas stärker als geplant zu senken. Daneben hat auch die Planunterschreitung bei der Kreditrisikovorsorge zur soliden operativen Performance geführt. Der für die Gewinnverwendung maßgebende Bilanzgewinn im Einzelabschluss (nach HGB) der HVB (entspricht dem Konzernbilanzgewinn der HVB Group) beläuft sich auf 3.005 Mio €. Dieser setzt sich zusammen aus dem im Berichtsjahr erwirtschafteten Jahresüberschuss der HVB in Höhe von 5 Mio € und einer Entnahme aus den Anderen Rücklagen in Höhe von 3.000 Mio €. Der Hauptversammlung schlagen wir vor, zu beschließen, daraus insgesamt eine Dividende in Höhe von 3.005 Mio € an die UniCredit S.p.A. (UniCredit), Rom, Italien, auszuschütten. Dies ist angesichts der auch nach der Entnahme weiterhin hohen bankaufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten vertretbar und angemessen. Zum Ergebnis vor Steuern des Berichtszeitraums konnten die operativen Geschäftsbereiche mit positiven Ergebnissen beitragen: Beim Geschäftsbereich Commercial Banking belief sich das Ergebnis vor Steuern auf 306 Mio € und lag damit wegen der Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 160 Mio € um 63 Mio € unter dem Vorjahreswert. Bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen der Jahre 2016 und 2015 hätte der Geschäftsbereich ein um 111 Mio € auf 466 Mio € gestiegenes Ergebnis vor Steuern erzielt. Dazu führte auch die Zunahme des Operativen Ergebnisses nach Kreditrisikovorsorge um 96 Mio € auf 530 Mio €, die auch aus dem deutlich gesunkenen Kreditrisikovorsorgebedarf resultierte. Das Operative Ergebnis vor Kreditrisikovorsorge stieg bei moderat rückläufigen Operativen Erträgen (-4,3% auf 2.362 Mio €) ausschließlich aufgrund von Kosteneinsparungen beim Verwaltungsaufwand (-5,7% auf 1.842 Mio €) leicht um 6 Mio € auf 520 Mio €. Der Geschäftsbereich Corporate & Investment Banking (CIB) erzielte ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 366 Mio €, das ebenfalls durch Restrukturierungsaufwendungen (91 Mio €) belastet war. Bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen beider Jahre hätte das Ergebnis vor Steuern mit 457 Mio € um 6 Mio € über dem Vorjahresergebnis (451 Mio €) gelegen. Dabei stieg das Operative Ergebnis nach Kreditrisikovorsorge um 9,5% auf 567 Mio € trotz der höheren Kreditrisikovorsorge aufgrund der deutlichen Zunahme der Operativen Erträge um 18,7% auf 2.422 Mio € bei leicht gestiegen Verwaltungsaufwendungen (+0,6% auf 1.478 Mio €). Beim Geschäftsbereich Sonstige/Konsolidierung belief sich das Ergebnis vor Steuern auf -375 Mio € (Vorjahr: -14 Mio €). Es war in beiden Jahren durch Restrukturierungsaufwendungen geprägt (2016: 394 Mio €; 2015: 96 Mio €). Außerdem ergab sich im Umfeld des extrem niedrigen Zinsniveaus ein negativer Zinsüberschuss in Höhe von -75 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €). Die HVB Group weist seit Jahren eine exzellente Kapitalausstattung aus. Sowohl bei der Kernkapitalquote gemäß Basel III (Tier 1 Ratio) als auch bei der harten Kernkapitalquote (CET1 Capital Ratio) belief sich der Wert per 31. Dezember 2016 auf 20,4% gegenüber 25,1% zum Jahresende 2015 (jeweils nach gebilligtem Konzernabschluss). Der Rückgang der Kernkapitalquoten ist überwiegend auf den durch die Entnahme aus den Anderen Rücklagen der HVB (3.000 Mio €) verursachten Rückgang des Kernkapitals zurückzuführen. Des Weiteren wirkt sich auch eine Zunahme der Risikoaktiva aus, die unter anderem im Zusammenhang mit der Geschäftsausweitung steht. Die Gesamtkapitalquote (Eigenmittelquote) beträgt zum Jahresultimo 2016 21,1% nach 25,8% zum 31. Dezember 2015 (jeweils nach gebilligtem Konzernabschluss). Die bankaufsichtsrechtlichen Quoten liegen sowohl im nationalen als auch im internationalen Vergleich weiterhin auf einem hervorragenden Niveau. Die Bilanzsumme nahm zum Jahresende 2016 gegenüber dem Jahresultimo 2015 leicht um 1,1% bzw. 3,3 Mrd € auf 302,1 Mrd € zu. Dabei stiegen auf der Aktivseite insbesondere die Forderungen an Kunden und die AfS-Finanzinstrumente, während sich die Handelsaktiva, die der Fair-Value-Option zugeordneten Finanzinstrumente (aFVtPL-Finanzinstrumente) sowie die Barreserve verringerten. Auf der Passivseite erhöhten sich vor allem die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden während die Handelspassiva analog zur Aktivseite sanken und sich die Verbrieften Verbindlichkeiten reduzierten. Das bilanzielle Eigenkapital nahm leicht um 0,3 Mrd € bzw. 1,7% auf 20,4 Mrd € ab. Dabei wirkt sich die Entnahme aus den Anderen Rücklagen insgesamt nicht aus, da diese als Bilanzgewinn bis zum Ausschüttungszeitpunkt im bilanziellen Eigenkapital verbleibt. Der leichte Rückgang des Eigenkapitals gegenüber dem Vorjahr resultiert überwiegend aus Anpassungen in den Pensionsähnlichen Verpflichtungen, die sich in den Anderen Rücklagen niederschlagen. Die HVB Group verfügte im Berichtszeitraum jederzeit über eine sehr komfortable Liquiditätsausstattung und eine solide Refinanzierungsstruktur. Das Refinanzierungsrisiko war aufgrund einer breiten Refinanzierungsbasis bezüglich der Produkte, Märkte und Investorengruppen weiterhin gering. Unsere Pfandbriefe stellten dabei mit ihrer sehr guten Bonität und Liquidität ein unverändert wichtiges Refinanzierungsinstrument dar. Zur Sicherung einer jederzeit ausreichend zur Verfügung stehenden Liquidität werden unter anderem auch Kennziffern eingesetzt, die als Schwellenwerte (Trigger) fungieren. Das Kapitel Liquiditätsrisiko im Risk Report enthält weitere Informationen zur Liquiditätsausstattung der HVB Group. Mit unserem kundenzentrierten Geschäftsmodell, der hohen Kapitalausstattung, der stabilen operativen Ertragskraft und der soliden Finanzierungsbasis sowie der guten Marktposition in unseren Kerngeschäftsfeldern sind wir ein gesuchter und zuverlässiger Partner für unsere Kunden und Investoren. Als integraler Bestandteil der UniCredit Gruppe ist die HVB Group einzigartig positioniert und kann ihre regionalen Stärken im internationalen Netzwerk der UniCredit Gruppe für ihre Kunden nutzen. An dieser Stelle möchten wir uns ausdrücklich bei unseren Mitarbeitern bedanken. Ihre Bereitschaft, Veränderungen mitzutragen und gleichzeitig engagiert den geschäftlichen Erfolg zu gestalten, ist die Basis für unsere positive Entwicklung. Ebenso bedanken wir uns bei den Mitarbeitervertretungen für die trotz sehr schwieriger Themen konstruktive Zusammenarbeit. Dies gibt uns allen das notwendige Selbstvertrauen, mit dem wir auch die Zukunft erfolgreich meistern werden. Erfolgsentwicklung der HVB GroupAlle Aussagen zur Erfolgsentwicklung der HVB Group in diesem Lagebericht beziehen sich auf die Struktur unserer segmentierten Gewinn- und Verlustrechnung (siehe im Konzernabschluss in den Anhangangaben Note Erfolgsrechnung nach Geschäftsbereichen), die wir nachfolgend darstellen. Damit folgen wir dem in der Segmentberichterstattung verankerten Management Approach.
ZinsüberschussIm Berichtszeitraum erwirtschafteten wir in dem herausfordernden Umfeld des anhaltend sehr niedrigen Zinsniveaus, das sich im Geschäftsjahr 2016 noch weiter verschärft hat, einen Zinsüberschuss in Höhe von 2.518 Mio €, der um 210 Mio € bzw. 7,7% unter dem Vorjahreswert lag. Im Geschäftsbereich Commercial Banking ergab sich ein Rückgang des Zinsüberschusses um 5,7% auf 1.510 Mio €. Dazu führte insbesondere die Entwicklung des Zinsüberschusses im Einlagengeschäft, das weiterhin durch das anhaltend extrem niedrige Zinsniveau belastet ist. Dabei konnte ein im Privatkundengeschäft gestiegenes Immobilienfinanzierungsvolumen bei nahezu unveränderten Margen, ein sehr gutes Neugeschäft im Konsumentenkreditgeschäft und eine höhere Kreditnachfrage im Unternehmenskundengeschäft mit leicht abnehmenden Margen das rückläufige Ergebnis aus dem Einlagengeschäft nicht kompensieren. Auch im Geschäftsbereich CIB reduzierte sich der Zinsüberschuss um 3,5% auf 1.083 Mio €. Der Rückgang resultiert dabei bedingt durch das Zinsniveau vor allem aus dem Bereich Treasury. Teilweise konnte diese Entwicklung durch Ausweitung des Kreditvolumens kompensiert werden. Im Geschäftsbereich Sonstige/Konsolidierung ergab sich im Umfeld des extrem niedrigen Zinsniveaus ein Zinsüberschuss von - 75 Mio € gegenüber 4 Mio € im Vorjahr. Dividenden und ähnliche Erträge aus KapitalinvestitionenIm Berichtszeitraum wurden 57 Mio € Dividenden und ähnliche Erträge aus Kapitalinvestitionen (Vorjahr: 69 Mio €) vereinnahmt. In beiden Jahren war eine außerordentliche Dividendenausschüttung aus unserer Beteiligung an der EURO Kartensysteme GmbH, Frankfurt am Main, enthalten, die im Geschäftsjahr 2015 höher als im Berichtsjahr ausgefallen war. Im Geschäftsjahr 2016 wirkte sich darüber hinaus noch ein weiterer bedeutender Dividendenertrag aus unserem Anteilsbesitz aus. ProvisionsüberschussDer Provisionsüberschuss erhöhte sich im Berichtszeitraum um 31 Mio € bzw. 3,0% auf 1.066 Mio €, obwohl der Entkonsolidierungseffekt aus der im zweiten Quartal 2015 verkauften PlanetHome AG, München, und deren Tochtergesellschaften belastend wirkte. Der Entkonsolidierungseffekt zeigte sich vor allem in dem um 21 Mio € rückläufigen Provisionsüberschuss aus dem sonstigen Dienstleistungsgeschäft. Dagegen erhöhte sich insbesondere der Provisionsüberschuss im Kreditgeschäft deutlich um 34 Mio € auf 329 Mio € überwiegend aus einzelnen größeren Engagements des Geschäftsbereichs CIB. Gestiegen sind auch die Provisionen bei den Management-, Makler- und Beratungsdienstleistungen um 5 Mio € auf 533 Mio € vor allem durch ein verbessertes Ergebnis im Wertpapiergeschäft. Auch beim Provisionsüberschuss aus Zahlungsverkehrsdienstleistungen konnten wir mit 219 Mio € das Vorjahresergebnis um 13 Mio € übertreffen. HandelsergebnisDas Handelsergebnis verbesserte sich im Geschäftsjahr 2016 deutlich um 378 Mio € bzw. 72,0% auf 903 Mio €. Dabei konnte insbesondere das Geschäft mit Aktienderivaten den bereits guten Vorjahreswert deutlich übertreffen. Trotz des schwierigen Umfelds insbesondere im ersten Halbjahr 2016 wurde im Treasury ein gegenüber dem Vorjahr signifikant verbessertes Ergebnis erzielt. Auch das zinsbezogene Geschäft erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr. Valuation Adjustments, dazu zählen wir im Wesentlichen Credit Value Adjustments und Funding Value Adjustments sowie Effekte aus der Veränderung des Own Credit Spreads, haben sich insgesamt ergebnissteigernd auf das Handelsergebnis ausgewirkt. Saldo sonstige Aufwendungen/ErträgeDer Saldo sonstige Aufwendungen/Erträge nahm in 2016 um 36 Mio € auf 354 Mio € zu. Dazu haben insbesondere höhere Erträge im Zusammenhang mit unserem Off-Shore-Windpark Bard Offshore 1 beigetragen. Dagegen erzielten wir aus Forderungsverkäufen niedrigere Gewinne. Ferner stiegen die Aufwendungen für die Europäische Bankenabgabe. VerwaltungsaufwandBeim Verwaltungsaufwand konnten wir das seit Jahren erfolgreiche und konsequente Kostenmanagement auch im Berichtsjahr fortführen. Gegenüber dem Vorjahr wurde der Verwaltungsaufwand um 118 Mio € bzw. 3,3% auf 3.461 Mio € gesenkt. Dabei nahm der Personalaufwand um 153 Mio € bzw. 8,4% auf 1.668 Mio € ab, was insbesondere auf den verringerten Personalstand zurückzuführen ist. Ebenso waren die Anderen Verwaltungsaufwendungen um 24 Mio € bzw. 1,5% auf 1.536 Mio € rückläufig. Dieser Kostenrückgang wurde mit geringeren Marketingaufwendungen, einer deutlich gesunkenen Inanspruchnahme von externen Beratungsdienstleistungen, Kosteneinsparungen bei Dienstreisen sowie niedrigeren Gebäudekosten erreicht. Dabei macht sich auch die Reduzierung der Anzahl unserer Filialen deutlich kostensenkend bemerkbar. Dagegen erhöhten sich die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen um 59 Mio € auf 257 Mio €, insbesondere durch eine Anpassung des Konzepts für planmäßige Abschreibungen im Zusammenhang mit unserem Off-Shore-Windpark Bard Offshore 1. Operatives Ergebnis (vor Kreditrisikovorsorge)Das Operative Ergebnis der HVB Group stieg im Berichtszeitraum, sowohl durch die Zunahme der Operativen Erträge als auch durch die Einsparungen bei den Verwaltungsaufwendungen, insgesamt kräftig um 341 Mio € bzw. 31,1% auf 1.437 Mio €. Daraus resultierte eine deutliche Verbesserung der Cost-Income-Ratio (Verhältnis aus Verwaltungsaufwand und Operativen Erträgen) auf 70,7% nach 76,6% im Vorjahr. Kreditrisikovorsorge und Operatives Ergebnis nach KreditrisikovorsorgeDie Kreditrisikovorsorge erhöhte sich ausgehend von einem sehr niedrigen Vorjahreswert von 113 Mio € deutlich auf einen moderaten Vorsorgebedarf in Höhe von 341 Mio €. Der Anstieg der Kreditrisikovorsorge ist unter anderem auf einen im Berichtsjahr höheren Vorsorgebedarf wegen der branchenweit verschlechterten Lage im Bereich der Schifffahrtsbranche zurückzuführen. Das Operative Ergebnis nach Kreditrisikovorsorge stieg um 11,5% bzw. 113 Mio € auf 1.096 Mio €. Zuführungen zu RückstellungenIm Berichtsjahr führten wir den Rückstellungen im Nichtkreditgeschäft 193 Mio € (Vorjahr: 194 Mio €) zu. Es handelte sich in beiden Jahren weit überwiegend um Rückstellungen für Rechtsrisiken. Die Rechtsrisiken sind im Risk Report dieses Lageberichtes im Kapitel Operationelles Risiko näher beschrieben. Aufwendungen für RestrukturierungenDie im Geschäftsjahr 2016 ausgewiesenen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 645 Mio € stehen maßgeblich im Zusammenhang mit den im Rahmen des Strategieprogramms "Transform 2019" geplanten Maßnahmen. Im Vorjahr ergaben sich Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 112 Mio €, die aus den Maßnahmen der Mehrjahresplanung 2016-2018 resultierten. Diese wurden teilweise kompensiert durch Erträge aus Auflösungen von nicht mehr benötigen Restrukturierungsrückstellungen, die 2013 zur Modernisierung des Privatkundengeschäfts gebildet wurden. FinanzanlageergebnisDas Finanzanlageergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2016 auf 39 Mio €. Es resultiert aus Realisierungserfolgen in Höhe von 52 Mio €, die im Wesentlichen mit 23 Mio € aus Veräußerungsgewinnen von AfS-Finanzinstrumenten und mit 33 Mio € aus Verkaufsgewinnen für Investment Properties erzielt wurden. Dagegen sind per Saldo Abschreibungen und Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt 13 Mio € angefallen, die aus AfS-Finanzinstrumenten, At-Equity bewerteten Unternehmen und Investment Properties stammen. Im Vorjahr erwirtschafteten wir ein Finanzanlageergebnis in Höhe von 99 Mio €. Dieses Ergebnis resultierte aus Realisierungserfolgen in Höhe von 89 Mio €, die im Wesentlichen durch Gewinne aus der Veräußerung von AfS-Finanzinstrumenten in Höhe von 51 Mio €, wie zum Beispiel aus der Veräußerung unseres Anteilsbesitzes an der Wüstenrot & Württembergische AG, Stuttgart, sowie aus Verkaufsgewinnen von Investment Properties in Höhe von 35 Mio € erzielt wurden. Ergebnis vor Steuern, Ertragsteuern und KonzernüberschussIn der Berichtsperiode ergab sich ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 297 Mio €, das wegen der gegenüber dem Vorjahr deutlich höheren Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 645 Mio € das Vorjahresergebnis in Höhe von 776 Mio € verfehlte. Bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen beider Jahre hätte das Ergebnis vor Steuern im Geschäftsjahr 2016 mit 942 Mio € den Vorjahreswert um 54 Mio € übertroffen. Der Ertragsteueraufwand beträgt 140 Mio €. Im Vorjahr belief sich der Steueraufwand auf lediglich 26 Mio € unter anderem aufgrund höherer Zuschreibungen von aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge. Nach Abzug der Ertragsteuern ergab sich im Berichtsjahr ein Konzernüberschuss in Höhe von 157 Mio €, der deutlich unter dem Konzernüberschuss des Vorjahres (750 Mio €) lag. Return on Allocated CapitalDie Rentabilitätskennziffer Return on Allocated Capital (ROAC) zeigt den Konzernüberschuss der HVB Group (auf den Anteilseigner der HVB entfallend) in Relation zum allokierten Eigenkapital und ersetzt im Rahmen der Steuerung die bisher berichtete Eigenkapitalrentabilität. Beim ROAC wird das allokierte Eigenkapital auf Basis der durchschnittlichen Risikoaktiva (inklusive Äquivalente für das Marktrisiko bzw. operationelles Risiko) ermittelt. Dabei wird den durchschnittlichen Risikoaktiva 11% Eigenkapital zugeordnet. Im Geschäftsjahr 2016 belief sich diese Kennziffer auf 1,7% und lag damit insbesondere wegen der Restrukturierungsaufwendungen unter dem des Vorjahres (8,2%). GewinnverwendungDer für die Gewinnverwendung maßgebende Bilanzgewinn im Einzelabschluss der HVB (entspricht dem Konzernbilanzgewinn der HVB Group) beläuft sich auf 3.005 Mio €. Dieser setzt sich zusammen aus dem im Berichtsjahr erwirtschafteten Jahresüberschuss der HVB in Höhe von 5 Mio € und einer Entnahme aus den Anderen Rücklagen in Höhe von 3.000 Mio €. Der Hauptversammlung schlagen wir vor, zu beschließen, insgesamt eine Dividende in Höhe von 3.005 Mio € an die UniCredit S.p.A., Rom, Italien, auszuschütten. Dies entspricht einer Dividende von rund 3,75 € pro Aktie. Der im Vorjahr ausgewiesene Bilanzgewinn in Höhe von 398 Mio € (entspricht rund 0,50 € pro Aktie) wurde gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 10. Mai 2016 an die UniCredit S.p.A., Rom, Italien, ausgeschüttet. Segmentergebnis nach GeschäftsbereichenZum Ergebnis vor Steuern des Geschäftsjahres 2016 in Höhe von 297 Mio € (Vorjahr: 776 Mio €) haben die Geschäftsbereiche wie folgt beigetragen: (in Mio €)
Die Erfolgsrechnungen der einzelnen Geschäftsbereiche sowie die Erläuterungen zur wirtschaftlichen Entwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen haben wir im Konzernabschluss 2016 im Konzernanhang in der Note Erfolgsrechnung nach Geschäftsbereichen dargelegt. Die Inhalte der einzelnen Geschäftsbereiche sind in unserem Konzernanhang in der Note Methodik und Inhalte der Segmentberichterstattung nach Geschäftsbereichen ausführlich beschrieben. Finanz- und VermögenslageBilanzvolumenDie Bilanzsumme der HVB Group nahm per 31. Dezember 2016 gegenüber Jahresende 2015 um 3,3 Mrd € bzw. 1,1% auf 302,1 Mrd € zu. Diese leichte Erhöhung der Bilanzsumme resultiert auf der Aktivseite vor allem aus dem Anstieg der Forderungen an Kunden um 8,0 Mrd € auf 121,5 Mrd € und ist dabei im Wesentlichen auf die Zunahme bei den Sonstigen Forderungen an Kunden (+5,9 Mrd €) zurückzuführen. Ebenso erhöhten sich die Hypothekendarlehen (+2,3 Mrd €) und die Reverse Repos (+1,3 Mrd €), während die Leistungsgestörten Forderungen zurückgingen (-0,7 Mrd €). Des Weiteren fand bei den AfS-Finanzinstrumenten ein Bestandsaufbau statt. Sie beliefen sich zum 31. Dezember 2016 auf 5,9 Mrd € und sind damit gegenüber dem Vorjahresultimo kräftig um 4,6 Mrd € gestiegen. Dabei wurde ausschließlich der Bestand an Festverzinslichen Wertpapieren um 4,6 Mrd € auf 5,6 Mrd € ausgeweitet. Erhöht haben sich auch die Forderungen an Kreditinstitute um 0,2 Mrd € auf 33,0 Mrd € im Wesentlichen bei den Sonstigen Forderungen (+1,6 Mrd €), bei gleichzeitiger Reduzierung der Reverse Repos (-1,3 Mrd €). Der Bestand bei den der Fair-Value-Option zugeordneten Finanzinstrumenten (aFVtPL-Finanzinstrumente) ging um 5,3 Mrd € auf 28,5 Mrd € weit überwiegend bei festverzinslichen Wertpapieren zurück. Die Handelsaktiva verringerten sich um 3,7 Mrd € auf 94,1 Mrd € aufgrund der um 3,2 Mrd € auf 58,4 Mrd € gesunkenen positiven beizulegenden Zeitwerte aus derivativen Finanzinstrumenten insbesondere wegen geringerer Bestände und der Reduzierung der Bilanziellen Finanzinstrumente (-0,5 Mrd € auf 35,7 Mrd €). Der Bilanzposten Barreserve nahm um 1,7 Mrd € auf 9,8 Mrd € vorwiegend bei den Guthaben bei Zentralnotenbanken gegenüber dem Jahresultimo 2015 ab. Die Zunahme beim Bilanzposten Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen um 1,0 Mrd € auf 1,1 Mrd € betrifft weit überwiegend Vermögenswerte, die im Zusammenhang mit dem Verkauf unserer Tochtergesellschaft Bankhaus Neelmeyer AG, Bremen, an die Bremer Kreditbank Aktiengesellschaft, Bremen, stehen. Auf der Passivseite stiegen insbesondere die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden im Vergleich zum 31. Dezember 2015 um 9,5 Mrd € auf 117,2 Mrd €. Diese Erhöhung fand überwiegend bei Repos (+4,2 Mrd €) statt. Darüber hinaus haben sich in diesem Bilanzposten Termingelder (+2,3 Mrd €), Barsicherheiten bzw. verpfändete Guthaben (+2,0 Mrd €) und Guthaben auf Kontokorrentkonten (+1,5 Mrd €) ausgeweitet. Dagegen fand bei den Handelspassiva ein Rückgang um 4,3 Mrd € auf 72,8 Mrd € statt. Analog zur Aktivseite sind dabei die negativen beizulegenden Zeitwerte derivativer Finanzinstrumente (-3,9 Mrd €) sowie die Sonstige Handelspassiva (-0,4 Mrd €) gesunken. Vermindert haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 0,9 Mrd € auf 57,6 Mrd €. Dabei sind die darin enthaltenen Verbindlichkeiten gegenüber Zentralnotenbanken im Vergleich zum Jahresultimo 2015 um 6,6 Mrd € gestiegen. Diese Entwicklung ist auf die Geldaufnahme im Rahmen der TLTRO-Auktion der EZB zurückzuführen, die als Unterstützung der Realwirtschaft angeboten wurde. Der HVB Group wurde als gezieltes, langfristiges und günstiges Refinanzierungsgeschäft ein Volumen von 7,0 Mrd € zugeteilt, das zur Umsetzung unserer Wachstumsinitiativen im Kreditgeschäft mit unseren Kunden eingesetzt werden soll. Dagegen reduzierten sich im Bilanzposten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Vergleich zum Jahresultimo 2015 vor allem die Repos um 6,3 Mrd € sowie die Barsicherheiten bzw. verpfändeten Guthaben um 2,2 Mrd €. Die Sonstigen Verbindlichkeiten sind dagegen um 0,8 Mrd € gestiegen. Die Verbrieften Verbindlichkeiten ermäßigten sich gegenüber Jahresultimo 2015 aufgrund fällig gewordener Emissionen per Saldo um 1,8 Mrd € auf 24,2 Mrd € vor allem bei den Öffentlichen Pfandbriefen (-1,2 Mrd €) und den Hypothekenpfandbriefen (-1,1 Mrd €), während sich die Namensschuldverschreibungen um 0,5 Mrd € erhöhten. Der Ausweis der Verbindlichkeiten von zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen in Höhe von 1,2 Mrd € steht analog zum entsprechenden Bilanzposten auf der Aktivseite im Zusammenhang mit dem Verkauf der Tochtergesellschaft Bankhaus Neelmeyer AG. Das bilanzielle Eigenkapital sank zum 31. Dezember 2016 leicht um 1,7% bzw. 346 Mio € auf 20.420 Mio €. Dabei ermäßigten sich die Anderen Rücklagen um 3.018 Mio €; darin enthalten sind vor allem eine Entnahme in Höhe von 3.000 Mio € sowie mindernde Effekte aus Anpassungen in den Pensionsähnlichen Verpflichtungen (überwiegend wegen Absenkung des Rechnungszinssatzes von 2,35% auf 1,90%) in Höhe von 194 Mio €. Positiv schlägt sich in den Anderen Rücklagen der in 2016 erwirtschaftete und nicht zur Ausschüttung vorgeschlagene Teil des Konzernüberschusses (auf den Anteilseigner der UniCredit Bank AG entfallend) in Höhe von 148 Mio € nieder. Die Entnahme aus der Rücklage wirkt sich zum Bilanzstichtag im Eigenkapital nicht aus, da diese im ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von 3.005 Mio € (=Bilanzgewinn der UniCredit Bank AG) bis zum Ausschüttungszeitpunkt im bilanziellen Eigenkapital verbleibt. Die gemäß Hauptversammlungsbeschluss im zweiten Quartal 2016 erfolgte Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2015 in Höhe von 398 Mio € schlägt sich entsprechend mindernd nieder. Die AfS-Rücklage stieg um 63 Mio € auf 74 Mio €. Die Kapitalrendite gemäß § 26a KWG ist definiert als Quotient aus Nettogewinn und Bilanzsumme; diese belief sich per Ultimo 2016 auf 0,05% (31. Dezember 2015: 0,25%). Die außerhalb der Bilanz bestehenden Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen erhöhten sich per 31. Dezember 2016 gegenüber dem Vorjahresultimo um 2,9 Mrd € auf 71,0 Mrd €. Darin enthalten ist ein Anstieg der Eventualverbindlichkeiten in Form von Finanzgarantien um 2,5 Mrd € auf 21,9 Mrd € und der unwiderruflichen Kreditzusagen in Höhe von 0,4 Mrd € auf 49,1 Mrd €. Den Eventualverbindlichkeiten stehen jeweils Eventualforderungen in gleicher Höhe gegenüber. Risikoaktiva, Kapitalquoten, Liquidität und Leverage Ratio der HVB GroupDie nach den Anforderungen von Basel III ermittelten Gesamtrisikoaktiva der HVB Group (inklusive Marktrisiko und operationellem Risiko) beliefen sich zum 31. Dezember 2016 auf 81,6 Mrd € und erhöhten sich damit gegenüber Jahresende 2015 um 3,5 Mrd €. Die unter Anwendung des Partial Use ermittelten Risikoaktiva für Kreditrisiken (inklusive Kontrahentenausfallrisiken) nahmen um 2,9 Mrd € auf 61,0 Mrd € zu. Der Anstieg resultierte vor allem aus höheren Exposurewerten im Firmenkundenbereich der HVB und der Tochtergesellschaft UniCredit Luxembourg S.A. Die Risikoaktiva für das Marktrisiko erhöhten sich um 1,2 Mrd € auf 10,9 Mrd €. Dies ist auf einen Anstieg der Marktrisiken beim internen Marktrisikomodell der HVB zurückzuführen. Die Risikoaktivaäquivalente für das operationelle Risiko reduzierten sich unwesentlich um 0,6 Mrd € auf 9,7 Mrd € aufgrund eines Rückgangs der Ergebnisse des internen Modells (AMA) vor dem Hintergrund der Verbesserung des OpRisk Profils der UniCredit Gruppe. Das harte Kernkapital gemäß Basel III ohne Hybridkapital (Common Equity Tier 1-Kapital/CET1-Kapital) sowie das Kernkapital (Tier 1-Kapital) der HVB Group beliefen sich per 31. Dezember 2016 auf 16,6 Mrd € (nach gebilligtem Konzernabschluss) und sanken damit deutlich gegenüber Jahresende 2015 (31. Dezember 2015: 19,6 Mrd € nach gebilligtem Konzernabschluss). Dabei wirkt sich die Entnahme von Anderen Rücklagen in Höhe von 3,0 Mrd € aus. Die CET1 Capital Ratio (Verhältnis von Common Equity Tier 1-Kapital zu der Summe aus Kreditrisikoaktiva sowie Risikoaktivaäquivalente für das Marktrisiko und das operationelle Risiko) sowie die Kernkapitalquote nach Basel III (Tier 1 Capital Ratio; inklusive Marktrisiko und operationellem Risiko) lagen zum 31. Dezember 2016 bei 20,4% (Jahresultimo 2015: jeweils 25,1%). Der Rückgang ist weit überwiegend auf das niedrigere Kernkapital und in geringerem Umfang auch auf die Zunahme der Risikoaktiva zurückzuführen. Die Eigenmittel beliefen sich nach gebilligtem Konzernabschluss per 31. Dezember 2016 auf 17,2 Mrd € (31. Dezember 2015: 20,1 Mrd €). Die Eigenmittelquote betrug per Jahresende 2016 21,1% (31. Dezember 2015: 25,8%). Zur Sicherung einer jederzeit ausreichend zur Verfügung stehenden Liquidität werden unter anderem auch Kennziffern verwandt, die als Schwellenwerte (Trigger) fungieren. Im Risk Report in diesem Konzernlagebericht sind die Steuerung der Liquidität sowie die Liquiditätslage näher beschrieben. Die Liquidität eines Kreditinstituts wird bankaufsichtsrechtlich anhand der Liquiditätskennzahl gemäß KWG/LiqV beurteilt. Diese Kennzahl setzt die innerhalb eines Monats verfügbaren Zahlungsmittel ins Verhältnis zu den in diesem Zeitraum abrufbaren Zahlungsverpflichtungen. Die Liquidität gilt als ausreichend, wenn der Kennzahlenwert mindestens 1,00 beträgt. In der HVB reduzierte sich der Wert per Ende Dezember 2016 auf 1,15 im Vergleich zum Jahresultimo 2015 (1,21). Die LiqV wird im Rahmen der Einführung der neuen europäischen Liquiditätsanforderungen gemäß Basel III unter anderem durch die neue Liquiditätskennzahl Liquidity Coverage Ratio (LCR) ergänzt. Die LCR ergibt sich aus dem Verhältnis des Liquiditätspuffers (liquide Vermögenswerte mit hoher Bonität - HQLA) einer Bank zu deren Nettoliquiditätsabflüssen über eine Stressphase von 30 Kalendertagen, ausgedrückt als Prozentsatz. Die LCR ist mit einer zum 1. Oktober 2015 begonnenen Übergangsphase einzuhalten. Bis zum 1. Januar 2018 wird die Mindestanforderung sukzessive auf 100% erhöht. Die zum 31. Dezember 2016 gültige Anforderung von 70% wird in der HVB mit einem Wert von über 100% deutlich übertroffen. Die Verschuldungsquote ermittelt sich als das Verhältnis zwischen Kernkapital und der Gesamtrisikopositionsmessgröße. Die Gesamtrisikopositionsmessgröße ist die Summe der Risikopositionswerte aller Aktiva und außerbilanziellen Posten. Gemäß der Delegierten Verordnung (EU) 2015/62, die am 18. Januar 2015 in Kraft getreten ist, beläuft sich die Verschuldungsquote der HVB Group zum 31. Dezember 2016 unter Berücksichtigung der Entnahme von Anderen Rücklagen in Höhe von 3,0 Mrd € auf 5,3% (Jahresultimo 2015: 6,2%). Der Rückgang der Verschuldungsquote ist hauptsächlich auf das reduzierte Kernkapital zurückzuführen. Bereinigt um die Entnahme von Anderen Rücklagen liegt die Leverage Ratio für Dezember 2016 mit 6,2% auf Vorjahreshöhe. Zur Steuerung und Sicherstellung einer ausreichenden Risikotragfähigkeit führt die Bank regelmäßige Risikotragfähigkeitsanalysen durch. Dabei wird die Risikotragfähigkeit durch den Vergleich unerwarteter Verluste zum Konfidenzniveau (Internes Kapital) mit der Fähigkeit zur Absorption von Verlusten mit vorhandenen Eigenmitteln (Risikodeckungspotenzial) definiert. Der Quotient aus Risikodeckungspotenzial zu Internem Kapital wird als Risikotragfähigkeit bezeichnet und betrug zum Ultimo 2016.203% (Vorjahresultimo: 224%). Dabei wirkt sich auch die Rücklagenentnahme in Höhe von 3,0 Mrd € aus. Dieser Wert wird unsererseits als sehr komfortabel angesehen und liegt auch deutlich über dem von der Bank als Schwellenwert definierten Zielwert. Nähere Erläuterungen zur Ermittlung und Definition der Risikotragfähigkeit sind im Risk Report enthalten. RatingeinstufungenDie Bonitätseinstufungen von Staaten und Kreditinstituten werden laufend durch die Ratingagenturen überwacht. In der jüngeren Vergangenheit hat die Implementierung neuer regulatorischer Vorschriften (im Speziellen der Bank Resolution and Recovery Directive - BRRD) zur Anpassung der Ratingmethoden auf Seiten der Ratingagenturen geführt. Im Laufe des Jahres 2016 wurde insbesondere auf die Konkretisierung der Haftungskaskade in Deutschland (§ 46f KWG), die von Januar 2017 an gilt, mit einer weiteren Ratingdifferenzierung reagiert. So hat Moody's im November 2016 die Ratingskala für deutsche Banken um die Ratingkategorie Senior-Senior Unsecured Bank Debt erweitert und der HVB ein A2 Rating mit stabilem Ausblick vergeben. Seit Januar 2016 bewertet Moody's das Senior Unsecured Rating der HVB mit Baa1 und stabilem Ausblick. Das Einlagenrating wird mit A2 und ebenfalls stabilem Ausblick eingestuft. Das Counterparty Risk Rating wird mit A1 eingeschätzt. Im März 2016 hat Fitch Ratings das Issuer Default Rating der HVB mit A- bestätigt. Der Ausblick verbleibt negativ, da nach der Einschätzung von Fitch die Fungibilität von Kapital und Liquidität unter der direkten Aufsicht der EZB innerhalb von Bankengruppen zunehmen könnte. Im Einklang mit Moody's hat auch Fitch der Konkretisierung der Haftungskaskade in Deutschland Rechnung getragen und im Dezember 2016 ein Derivate Counterparty Rating und ein Einlagenrating eingeführt. Das Rating für die beiden neuen Kategorien beträgt seither jeweils A-. S&P reagierte ebenfalls auf diese Entwicklung und hat daher das Counterparty Credit Rating der HVB (BBB) im Dezember 2016 auf "CreditWatch with positive implications" und das Senior Unsecured Debt Rating der HVB (BBB) auf "CreditWatch developing" gesetzt. S&P wird im ersten Quartal 2017 die Senior Unsecured Bonds der HVB auf ihre Einstufung nach § 46f KWG untersuchen und eine Unterscheidung in vorrangig und nachrangig vornehmen. Wesentliche InvestitionenSeit dem Jahr 2013 wird das Hochhaus der HVB in München (HVB-Tower) zum Green Building entwickelt, das den Anforderungen einer auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit ausgerichteten Gebäudestrategie entspricht. Die Maßnahmen in den Turmgeschossen und im Flachbau Süd wurden im ersten Quartal 2016 abgeschlossen. Nach notwendigem Planungsvorlauf und vorbereitenden Arbeiten erfolgt die Sanierung des Flachbaus Nord. Bei der Sanierung stehen eine Verbesserung der Energieeffizienz und die Reduzierung der CO 2 -Emissionen im Mittelpunkt. Gleichzeitig werden die Büroflächen für die Anforderungen der modernen Kommunikationstechnik umgebaut und die vorhandenen Büroflächen durch eine ökonomischere Nutzung der Flächen umgestaltet bei gleichzeitiger Verbesserung des Arbeitsumfelds durch innovative Bürokonzepte. Unter Berücksichtigung der Erkenntnisse des Pilotprojekts Smart Working wurde dieses Konzept auch für die Regelgeschosse des HVB-Towers übernommen. Mit Bezug im ersten Quartal 2016 wurde der HVB-Tower der zentrale Firmen- und Vorstandssitz der Bank. Nachtragsbericht (Ereignisse nach der Berichtsperiode)Bei der HVB Group ergaben sich keine nennenswerten Vorgänge nach dem 31. Dezember 2016. Prognosebericht/AusblickDer Lagebericht sowie der Konzernabschluss enthalten die Zukunft betreffende Aussagen, Erwartungen und Prognosen. Diese Aussagen beruhen auf Planungen und Schätzungen auf der Basis uns derzeit zur Verfügung stehender Informationen. Wir übernehmen keine Verpflichtung, diese Aussagen angesichts neuer Informationen oder künftiger Ereignisse zu aktualisieren. Die zukunftsbezogenen Aussagen können mit bekannten oder unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein und die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen deshalb wesentlich von den zurzeit erwarteten abweichen. Derartige Abweichungen können insbesondere aus Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation, der Entwicklung der internationalen Kapitalmärkte, dem möglichen Ausfall von Kreditnehmern oder Kontrahenten von Handelsgeschäften, der Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen, nationalen und internationalen Gesetzesänderungen vor allem hinsichtlich bankaufsichtsrechtlicher und steuerlicher Regelungen, der Zuverlässigkeit unserer Verfahren und Methoden zum Risikomanagement sowie aus anderen, zum Teil im Risk Report detaillierter dargestellten Risiken resultieren. Gesamtwirtschaftlicher AusblickDas Wachstum der Weltwirtschaft dürfte sich 2017 gemäß Einschätzung des IWF in etwa bei 3,4% einpendeln, wobei die Aussichten für die einzelnen Volkswirtschaften uneinheitlich ausfallen. Während sich das Wachstum in den USA insgesamt beschleunigen dürfte, wird Europa vermutlich moderat wachsen. Das Umfeld und die Wachstumsaussichten für viele Schwellen- und Entwicklungsländer haben sich etwas aufgehellt. Erste Anzeichen eines anziehenden Welthandels sowie sich erholende Rohstoffpreise sollten diese Entwicklung stützen. Insbesondere die zuletzt wieder gestiegenen Ölpreise dürften die Situation für ölexportierende Länder, wie Russland, entspannen. Die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China belastet jedoch die globalen Wachstumsaussichten. Zwar dürften fiskalische Stimuli, insbesondere durch weitere Infrastruktur-Projekte, das BIP-Wachstum in China auch in 2017 stützen, dagegen wird der Wandel der Wirtschaftsstruktur hin zu mehr privatem Konsum und Dienstleitungen dazu führen, dass die Produktion weiter an Schwung verliert. Darüber hinaus ergeben sich Unsicherheiten aus noch nicht abzuschätzenden Folgen des Brexit-Entscheids und der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten für den globalen Handel und die Weltwirtschaft. Die US-Konjunktur wird auch in 2017 einer der wesentlichen Motoren des globalen Wachstums bleiben. Das reale BIP-Wachstum wird unseren Erwartungen zufolge bei 2,4% und damit über dem Wert des vorherigen Jahres (+1,6%) liegen. Es ist davon auszugehen, dass fiskalische Maßnahmen das Wachstum in 2017 unterstützen werden, wenn auch deren Umfang aktuell schwer abschätzbar ist. Ankündigungen Donald Trumps vor seiner Wahl zum neuen US-Präsidenten, die erhebliche Senkungen der Einkommens- und Unternehmenssteuer sowie Mehrausgaben für Verteidigung und Infrastruktur vorsahen, würden das Staatsdefizit voraussichtlich in Summe um mindestens 7 Billionen US-Dollar über die nächsten zehn Jahre erhöhen. Wirtschaftspolitisch dürften 2017 die Wahl Donald Trumps sowie die weiteren Entwicklungen bezüglich des britischen EU-Austrittes eine große Rolle spielen. In beiden Fällen sind die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung sowie die zukünftigen Handelsbeziehungen beider Länder mit der EU derzeit nur schwer einzuschätzen. Im Falle des britischen EU-Austritts hängen die Auswirkungen maßgeblich von den Verhandlungen zu den zukünftigen Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU ("Hard Brexit") ab. Mit dem Wachstum von 1,5% im Euroraum läge der Anstieg des BIP in 2017 leicht unter dem des Vorjahres (+1,7%). Die leichten Abschwächungen gegenüber dem Vorjahr sind dabei vor allem auf einen stärker werdenden Euro und höhere Ölpreise zurückzuführen. Inwieweit das Wachstum in 2017 erreicht werden kann, hängt jedoch auch in erheblichem Maße von der Entwicklung des Welthandels ab. Risiken für den Welthandel bestehen durch zunehmende protektionistische Tendenzen weltweit. Das Wachstum im Euroraum wird voraussichtlich auch in 2017 wieder hauptsächlich durch die Inlandsnachfrage getragen, wobei sich das Expansionstempo der privaten Konsumausgaben aufgrund höherer Inflationsraten (negativer Kaufkrafteffekt) vermutlich gegenüber dem Vorjahr von 1,7% auf 1,3% abschwächen wird. Die im Dezember 2016 angekündigte Verlängerung des Anleihekaufprogrammes der EZB bis Ende 2017 mit einer reduzierten Höhe von 60 Mrd Euro pro Monat, wird auch in diesem Jahr für günstige Finanzierungsbedingungen sorgen. Für die Inflationsrate im Euroraum, die immer noch unterhalb des Zielwerts der EZB von 2% liegt, erwarten wir einen Anstieg auf 1,7% für das Gesamtjahr 2017. Auf Länderebene prognostizieren wir für 2017 eine Wachstumsrate des BIP in Deutschland von 1,5% gegenüber 1,9% (nicht kalenderbereinigt) in 2016. In Frankreich sollte sich das Wachstum in 2017 auf dem Niveau des Vorjahres bei 1,2% stabilisieren, während wir in Italien von einem leichten Rückgang von 1,0% in 2016 auf 0,8% in 2017 ausgehen. In Spanien wird sich die wirtschaftliche Erholung nach einem sehr starken Jahr 2016 von 3,2% auf voraussichtlich 2,4% in 2017 abschwächen. Für die deutsche Wirtschaft dürfte auch in 2017 der Binnenkonsum den maßgebenden Wachstumsmotor darstellen. Hauptgründe dafür sind neben auslaufender Wachstumsimpulse aus dem Flüchtlingszustrom ein weiterer Anstieg der Löhne und Renten sowie positive Impulse aus dem Baugewerbe. Branchenentwicklung 20172017 stehen politische Unsicherheiten im Vordergrund, geprägt von Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland, den laufenden Brexit-Verhandlungen sowie der zukünftigen US Politik. Das extrem niedrige Zinsumfeld wird weiterhin eine der wesentlichen Herausforderungen für die Finanzbranche darstellen. Die Diskussionen zu Reformen des Basel III Regelwerks werden in 2017 weitergeführt. 2015 veröffentlichte das Financial Stability Board (FSB) seine Grundsätze zur Verlustabsorptionsfähigkeit global systemrelevanter Banken (G-SIBs). Diese Grundsätze führen einen Standard für die Verlustabsorptionsfähigkeit (total loss absorbing capacity - TLAC) für G-SIBs fest. G-SIBs sind demnach verpflichtet TLAC in Höhe von mindestens 16% der risikogewichteten Aktiva ab dem 1. Januar 2019 und 18% ab dem 1. Januar 2022 vorzuhalten. Darüber hinaus muss TLAC ab 2019 mindestens 6% und ab 2022 mindestens 6,75% des Nenners der Leverage Ratio betragen. Die TLAC setzt sich aus dem Eigenkapital sowie anderen Elementen wie zum Beispiel Anleihen zusammen, die von der Bank abgeschrieben werden können oder sich in Eigenkapital wandeln lassen (sogenannte bail-in fähige Verbindlichkeiten). Im November 2016 hat die EU Kommission einen Vorschlag zur Anpassung der BRRD sowie der Kapitaladäquanzrichtlinie und -verordnung (CRD IV und CRR) veröffentlicht. Die vorgeschlagenen Änderungen zielen zum einen darauf ab, innerhalb der EU eine Harmonisierung der Insolvenzhierarchie von Banken zu erzielen und damit das Instrument des "senior bail-in" ebenfalls weitestgehend zu vereinheitlichen. Zum anderen soll das TLAC-Konzept des FSB in europäisches Recht integriert werden, damit europäische G-SIBs zukünftig nur eine Kennzahl zu erfüllen haben. Hierzu soll die Berechnung, die Höhe sowie die als MREL-anrechenbaren Verbindlichkeiten an TLAC angepasst werden. In 2016 fand eine öffentliche Konsultation der BaFin zur Überarbeitung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) statt. Der Entwurf zur fünften MaRisk-Novelle beinhaltet unter anderem eine verbesserte Risikodatenaggregation und Risikoberichterstattung und nimmt den Baseler BCBS 239 Standard mit in die MaRisk auf. Zudem soll eine wirksame Kontrolle von Risiken durch die Leitungsorgane und eine angemessene Risikokultur in den Banken gestärkt werden. Zuletzt werden die Vorgaben zu Auslagerungen konkretisiert und ergänzt. Eine Veröffentlichung der MaRisk-Novelle ist für das erste Halbjahr 2017 vorgesehen. Die Umsetzung wird zu deutlich höheren Reportinganforderungen führen, was zum Teil erhebliche Prozess- und IT-Anpassungen bei den Banken erforderlich machen wird. Entwicklung der HVB GroupDer für den Prognosezeitraum 2017 zugrunde liegende Konsolidierungskreis wird sich nicht wesentlich gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 verändern. Alle im Berichtsjahr erst- bzw. entkonsolidierten Gesellschaften wurden entsprechend bei der Planfestlegung berücksichtigt. Aufgrund der nach wie vor hohen Unsicherheit innerhalb des makropolitischen Umfeldes in Europa und der strukturell daraus resultierenden hohen Volatilität der Finanz- und Kapitalmärkte sind prospektive Aussagen zur Entwicklung des Geschäftsergebnisses mit hoher Unsicherheit belastet. Wir gehen aufgrund unseres Geschäftsmodells und unter der Annahme eines relativ stabilen politischen und makroökonomischen Umfelds davon aus, dass wir für das Geschäftsjahr 2017 in einem für die Finanzbranche weiterhin herausfordernden Umfeld ein zufriedenstellendes Ergebnis vor Steuern erzielen werden können. Unter Würdigung der derzeitigen Rahmenbedingungen plant die Bank mit einem deutlich über dem Berichtsjahresergebnis liegenden Ergebnis. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass das Ergebnis vor Steuern in 2016 unter anderem von Restrukturierungsaufwendungen belastet war. Gegenüber dem um die Restrukturierungsaufwendungen bereinigten Ergebnis vor Steuern 2016 erwarten wir in 2017 einen moderaten Anstieg. Bei den Operativen Erträgen planen wir, dass diese im Geschäftsjahr 2017 in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld das Niveau des Berichtsjahres erreichen können. Der geplante Verwaltungsaufwand sollte bei konsequenter Fortführung unseres seit Jahren strikten Kostenmanagements auf Höhe des Geschäftsjahres 2016 liegen. Damit dürfte die Cost-Income-Ratio in etwa auf dem Niveau des Berichtsjahres bleiben. Bei der Kreditrisikovorsorge, die 2016 auf einem moderaten Niveau lag, erwarten wir, dass der Vorsorgebedarf 2017 sich gegenüber 2016 kaum verändern dürfte. Wir planen, dass im gesamten Geschäftsjahr 2017 alle Geschäftsbereiche positive Ergebnisse vor Steuern zum Ergebnis der HVB Group beisteuern werden und dabei ihre Ergebnisbeiträge gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 verbessern sollten. Für 2017 werden wir weiterhin über eine exzellente Kapitalausstattung verfügen. Die Kapitalquote für das harte Kernkapital (Common Equity Tier 1 Capital Ratio) wird leicht unter dem Niveau des Berichtsjahresultimos liegen. Dabei werden sich die Risikoaktiva (inklusive Marktrisiko und operationellem Risiko), vor allem bedingt durch die geplante Ausweitung des Kredit- und Transaktionsvolumens sowie den Anstieg im Marktrisiko, wesentlich erhöhen. Chancen aus der künftigen Geschäftspolitik sowie unternehmensstrategische, leistungswirtschaftliche und sonstige ChancenDen nachfolgend beschriebenen Chancen stehen auch Risiken gegenüber, die der Nutzung der Chancen und Vorhaben gegenüberstehen. Die sich aus der Geschäftspolitik und Unternehmensstrategie ergebenden Risiken werden im Risk Report dargestellt. Die HVB Group ist ein bedeutender Teil einer der größten Bankengruppen Europas, der UniCredit Gruppe, die in Europa ausgezeichnet positioniert ist. Die HVB Group zählt in Deutschland zu den größten privaten Finanzinstituten und hat in der UniCredit Gruppe die Kernkompetenz für alle Kunden, Produkte und Märkte in Deutschland. Sie ist darüber hinaus das Kompetenzzentrum für das internationale Markets und Investment Banking der gesamten UniCredit Gruppe. Die HVB Group agiert in einem Heimatmarkt, der gemessen an der Wirtschaftskraft, der Bevölkerungszahl und der Zahl der Unternehmen und Privatkunden im gehobenen Segment der größte in ganz Europa ist. Außerdem ist Deutschland einer der wenigen Staaten weltweit, der weiterhin über ein Finanzrating von AAA verfügt. Insgesamt kann die HVB Group wie keine andere deutsche Bank ihre regionale Stärke zusammen mit den Möglichkeiten des Netzwerks einer führenden europäischen Bankengruppe für ihre Kunden nutzen. Mit einer auf Nachhaltigkeit angelegten Geschäftspolitik, der hervorragenden Eigenkapitalausstattung sowie den geplanten Maßnahmen zur Effizienz- und Ertragssteigerung aus dem Programm "Transform 2019" steht die HVB Group für Innovation, Verlässlichkeit, Stabilität und Sicherheit. Daraus ergeben sich nachfolgend beschriebene Chancen: Der Geschäftsbereich Commercial Banking zeichnet sich durch ein Universalbankangebot aus, das insbesondere durch eine enge Zusammenarbeit innerhalb der Geschäftsfelder des Commercial Banking als auch mit den Produktspezialisten des Corporate & Investment Banking eine hochwertige Abdeckung des jeweiligen Kundenbedarfs sicherstellt. Dabei erfolgt eine Fokussierung auf Kunden, die bereit sind, für Premiumleistungen adäquat zu bezahlen. Im Einzelnen sehen wir je Geschäftsfeld folgende Wachstumschancen: Im Geschäftsbereich Commercial Banking strebt das Geschäftsfeld Unternehmer Bank im Firmenkundengeschäft eine Positionierung als Haus- bzw. Kernbank an und fungiert als strategischer Businesspartner, der eng in die unternehmerischen Tätigkeiten unserer Kunden eingebunden ist. Zu den wichtigsten strategischen Herausforderungen unserer Kunden gehören unter anderem Außenhandel, Internationalisierung, Digitalisierung und Unternehmensnachfolge. Auch die private Seite des Unternehmers steht im Mittelpunkt einer umfassenden Betreuung. Deshalb decken die Wachstumsinitiativen der Unternehmer Bank genau diese Bedürfnisse ab. Im Geschäftsfeld Privatkunden Bank haben wir als erste Bank in Deutschland eine grundlegende Modernisierung des Privatkundengeschäfts vollzogen und 2015 planmäßig abgeschlossen. Der damit erfolgreich eingeschlagene Weg wird fortgesetzt mit konsequenter Digitalisierung und Positionierung als Qualitätsanbieter. Wir fokussieren uns offensiv auf anspruchsvolle und beratungssuchende Kunden -hier wollen wir aktiv unseren Marktanteil erweitern, um die Profitabilität des Privatkundengeschäfts zu optimieren. Wir erreichen dies durch klare Differenzierung vom Wettbewerb mit höchster individueller Beratungskompetenz, einem modernen Multikanalangebot, einem Loyalitätspricing und unserem Premium Marktauftritt unter anderem mit modernen Filialen und dem Spezialistennetzwerk. In den Kundensegmenten Private Banking und Wealth Management erfolgt die nachhaltige und vertrauensvolle Begleitung der Kunden anhand der 360°-Produktspektrumanalyse inklusive Finanz- und Vermögensplanung, Nachfolgeplanung, Stiftungsmanagement, Beteiligungen, Finanzierungen, Derivatehandel sowie weitere Spezialthemen. Darüber hinaus bieten wir im Wertpapierbereich in Abhängigkeit vom Kundenbedarf unser extern mehrfach ausgezeichnetes Geschäftsmodell an, inklusive Mandatslösung, ein Provisionsmodell sowie individuelle Portfolioberatung. Zusätzliche Wachstumsimpulse werden durch fortwährende Weiterentwicklungen des Geschäftsmodells geschaffen, zum Beispiel in den Bereichen des Produkt- und Leistungsspektrums, der Digitalisierung oder der Qualität in der Kundenbetreuung. Im Geschäftsbereich CIB liegt der strategische Fokus auf einem konsequenten risikoadäquaten Pricing sowie der Weiterentwicklung von strategischen Kundentransaktionen und -lösungen im Investment Banking für eine nachhaltige und langfristige Kundenbeziehung. Mittels einer integrierten Wertschöpfungskette aus Netzwerk und Produktspezialisten bieten wir hochwertige Beratung mit kreativen, lösungsorientierten Ansätzen sowie umfassende Finanzierungs- und Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten. Weiteres Geschäftspotenzial sehen wir in einer Ausweitung und verbesserten Nutzung unseres starken internationalen Netzwerks. Um die Effizienz unserer Kunde-Bank-Beziehungen zu erhöhen und damit unser Cross-Selling-Potenzial zu steigern, erweitern wir unsere Bearbeitungs- und Zugangsplattformen. Ferner wollen wir die Möglichkeiten aus der Digitalisierung stärker nutzen, beispielsweise über den Aufbau eines digitalen Client Service Models oder über den Ausbau und die Stärkung der Lieferkette, bei dem wir unseren Ansatz beim Vertrieb von Flow-Produkten optimieren. Die HVB Group verfügt als Universalbank über hohes Cross-Selling-Potenzial nicht nur durch die starke Kooperation zwischen der Privatkunden Bank und der Unternehmer Bank, sondern auch das Joint Venture zwischen dem Geschäftsbereich CIB und dem Geschäftsfeld Unternehmer Bank, wodurch Mittelstandskunden der Unternehmer Bank stärker von den Investment-Banking-Leistungen der HVB profitieren. Außerdem erschließt sich die HVB weitere Ertragspotenziale, indem sie den Kunden ihre Unterstützung in Märkten anbietet, in der sie zwar nicht direkt tätig ist, in der sie aber über das Filialnetz der gesamten UniCredit Gruppe vertreten ist. Die HVB Group kann sich ergebende Wachstumschancen am Markt schnell und flexibel wahrnehmen. Sie ist aufgrund ihrer exzellenten Kapitalausstattung für sich verschärfende regulatorische Anforderungen gut gerüstet und kann auch in einem solchen Szenario aktiv am Markt agieren. Das Erfolgsrezept der HVB Group ist, Risiken streng zu limitieren und die Bank risikobewusst zu managen. Dieser Ansatz soll auch in Zukunft fortgesetzt werden. Das Portfolio der HVB ist bezogen auf den Risikogehalt sehr gut aufgestellt und kann als unterdurchschnittlich riskant eingestuft werden. Die HVB Group hat sich seit Jahren zu einer Bank mit starkem und konsequentem Kostenmanagement entwickelt. Auch in den kommenden Jahren strebt die HVB Group insbesondere im Rahmen des Programms "Transform 2019" eine kontinuierliche Optimierung des Verwaltungsaufwands aus der Nutzung von Synergien durch die Rationalisierung sich überlappender Funktionen an. Hierbei stützen wir uns auch auf unsere länder- und unternehmensübergreifenden Kooperationsmöglichkeiten in der UniCredit Gruppe und machen uns vorhandene Best-Practice-Ansätze zunutze. Durch eine Optimierung von Prozessen in der Abwicklung wollen wir eine stärkere End-to-End-Prozessbetrachtung und eine verbesserte Verzahnung interner Prozesse erreichen. Die Digitalisierung hat die Finanzbranche sowie die Erwartungen von Kunden an ihre Bank stark verändert und wird dies auch zukünftig tun. Die HVB Group treibt den digitalen Wandel in den einzelnen Geschäftsfeldern bereits heute voran (zum Beispiel: Online Filiale) und hat diverse Ansätze in mehreren Bereichen der Bank zum Thema Digitalisierung/FinTechs unternommen. Der HVB Group bieten sich Chancen als attraktiver Arbeitgeber hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte zu gewinnen. Dabei wirken sich sowohl die Größe der UniCredit Gruppe als auch die strategische Positionierung der HVB Group positiv auf die Führungskräfte- und Mitarbeiterakquisition aus. Die Förderung des weiblichen Führungsnachwuchses ist explizit Teil der Geschäftsstrategie. Weiteres Chancenpotenzial sehen wir in einer langfristig ausgerichteten Orientierung an Kunden und weiteren Stakeholdern, die sich in unserem Leitbild manifestiert. Unser Leitbild (Integrity Charter):
Nichtfinanzielle LeistungsindikatorenMitarbeiterUnsere MitarbeiterAls Bank in einem dynamischen und herausfordernden Geschäftsumfeld ist die HVB Group auf kompetente, motivierte und veränderungsbereite Mitarbeiter angewiesen. Diese sind nach wie vor unser wichtigstes Kapital für langfristige Wertschöpfung. Dazu schaffen wir ein Arbeitsumfeld, in dem Kooperation und Respekt an erster Stelle stehen und sich unsere Mitarbeiter gerne mit voller Leistungsfähigkeit einbringen. Gelebte Vielfalt und eine hohe digitale Kompetenz sehen wir dabei als Erfolgsfaktoren, die es ermöglichen, unserem Anspruch als zukunftsorientiertes und innovatives Finanzinstitut gerecht zu werden. Unser MehrjahresplanDer Transformationsprozess, den die HVB Group durchläuft, erfordert ein hohes Maß an Flexibilität sowie einen Fokus auf Effizienz und Umsetzungsgeschwindigkeit. Der Bereich Human Resources (HR) versteht es als Aufgabe, Veränderungen zu antizipieren und konstruktiv zu begleiten. Er gestaltet - im Einklang mit regulatorischen Gegebenheiten - ein zukunftsweisendes Arbeitsumfeld im Sinne der Mitarbeiter und stellt die Entwicklung ihrer Kernkompetenzen sicher. Im Zentrum der Personalarbeit stand im Berichtsjahr die Umsetzung des Mehrjahresplans 2016 bis 2018. Wesentliche Eckpunkte daraus sind Kostenmanagement und Stellenabbau sowie die Unterstützung von Wachstumsbereichen in der Bank. Führungskräfte und Talente entwickelnVoraussetzung für die Anpassungsfähigkeit einer Organisation sind Mitarbeiter, die Veränderung als Chance zur persönlichen Weiterentwicklung verstehen. Die HVB fördert bereichsübergreifende Entwicklungsschritte und erwartet von Potenzialträgern die Bereitschaft, eine neue Aufgabe zu übernehmen. Damit ist ein Grundstein gelegt, für Schlüsselpositionen eine Nachfolge aufzubauen und eine vorausschauende Personalplanung zu etablieren. Bei der Führungskräfteauswahl achten wir entsprechend auf nachweisbare Flexibilität und Erfahrungen in unterschiedlichen Fachbereichen sowie kulturellen Umfeldern. Das gemeinsame Führungsverständnis basiert in allen Bereichen der Bank auf einheitlichen Kompetenz-Grundlagen der UniCredit Group, insbesondere den "5 Fundamentals". Diese beinhalten kooperatives Handeln, Kundenorientierung, individuelles Engagement, disziplinierte Umsetzungen und den Fokus auf das Management von Risiken, um zum Erfolg der Bank beizutragen und unsere gemeinsame Kultur zu stärken. Auch in Zeiten von Stellenabbau investiert die HVB weiter in talentierte Nachwuchskräfte, Auszubildende und Trainees. Die Förderung und Bindung von Talenten gewinnt im Hinblick auf die demografische Entwicklung an Bedeutung. Auch erfordern die regulatorischen Anforderungen neue Qualifizierungskonzepte und Entwicklungsansätze für das Senior Management. Mit einem umfassenden Talent-Management-Programm unterstützen wir begabte Fach- und Führungskräfte zielgerichtet in verschiedenen Karrierephasen und sichern damit auch den Nachwuchs für alle Führungsebenen. Mit dem im Berichtsjahr erfolgten Relaunch der Website hvb.de/jobs unterstützen wir die Neugewinnung von Talenten durch eine noch zielgruppengerechtere Ansprache. Gleiche Chancen bietenDie HVB fördert eine Kultur der Inklusion und Vielfalt. Zu den Prioritäten gehört dabei, das spezifische Potenzial von Frauen sichtbar zu machen und im Management zu integrieren. Mit unseren Initiativen haben wir uns als einer der Vorreiter in Deutschland etabliert. Im aktuellen Frauen-Karriere-Index unter der Schirmherrschaft des Bundesfamilienministeriums belegt die HVB den dritten Platz. Eine gruppenweit verbindliche Gender Equality Policy stellt sicher, dass bei Einstellung, Personalentwicklung, Vergütung und Work-Life-Balance unserer Mitarbeiter die Chancengleichheit von Frauen und Männern berücksichtigt wird. Darüber hinaus setzt die HVB weiterhin auf ihre Mentoring-Initiativen, regelmäßige Round Tables mit dem Vorstand, interne und externe Netzwerke sowie auf die Unterstützung durch die so genannten Shared Future Officer. VergütungDie Vergütungsstrategie der HVB orientiert sich an der Group Compensation Policy der UniCredit und unterstützt die langfristigen strategischen Ziele, die Prinzipien des gruppenweiten Risikomanagements und die Interessen unserer Anspruchsgruppen. Den regulatorischen Anforderungen - insbesondere den Vorgaben der Institutsvergütungsverordnung sowie Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) und Mindestanforderungen an Compliance-Funktionen (MaComp, Modul BT8) - wird Rechnung getragen, wodurch insbesondere Interessenkonflikte zwischen verschiedenen Rollen innerhalb des Unternehmens oder gegenüber Kunden vermieden werden. Auch geht jeder Auszahlung einer variablen Vergütung eine Überprüfung auf Compliance-konformes Verhalten voraus, um nachhaltiges Handeln zu unterstützen. So kann der Bonus, den ein Mitarbeiter abhängig von der individuellen Zielerreichung erhält, im Rahmen der Überprüfung bestätigt, gekürzt oder gar vollständig gestrichen werden. Details zu unseren Vergütungssystemen legen wir im Internet offen unter www.hvb.de (Investor Relations). Ausgezeichneter ArbeitgeberDie HVB zählt branchenübergreifend zu den beliebtesten Arbeitgebern. Zum sechsten Mal in Folge wurde sie vom Top Employers Institute Anfang 2016 als "Top Arbeitgeber" zu einem Unternehmen ernannt, dessen Personalarbeit höchsten Standards entspricht. Beurteilt wurden unter anderem unsere Unternehmenskultur, Angebote im Bereich Training & Entwicklung sowie die Karrieremöglichkeiten. Eine Vielzahl flexibler Arbeitszeitmodelle, Homeoffice, mobile Arbeitsmittel sowie die betriebseigene Kindertagesstätte am Standort München ermöglichen weiblichen wie männlichen Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Teilzeitquote stieg im Jahr 2016 auf 26,2% (Vorjahr: 25,3%). Das vom Corporate Health Award - der im deutschen Raum führenden Qualitätsinitiative - seit vielen Jahren als "exzellent" bewertete betriebliche Gesundheitsmanagement schafft bundesweit einen Rahmen, in welchem Mitarbeiter gesund und motiviert bleiben können. AusblickDas Gesamtziel der Bank, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit in einem anspruchsvollen regulatorischen Umfeld zu sichern, bestimmt auch die Personalmaßnahmen. Hierzu gehört zum einen der Ausbau der Positionierung der HVB Group als attraktiver Arbeitgeber intern wie extern. Zum anderen stehen die Qualifizierung und Entwicklung von Mitarbeitern sowie das Recruiting ganz im Zeichen der Etablierung einer digitalen Unternehmenskultur und Weiterentwicklung agiler Arbeitsmethoden. Der zentrale Schwerpunkt für HR wird jedoch weiterhin die Umsetzung der Transformationsprogramme sein. Dazu gehört auch eine umfassende Nachfolgeplanung und zielgerichtete Förderung interner Talente. Unseren Mitarbeitern, welche die vielen Schritte auf diesem Weg bereits so engagiert mit uns gehen und damit maßgeblich zur Zukunftsfähigkeit der Bank beitragen, gebührt unser ausdrücklicher Dank. NachhaltigkeitUnsere NachhaltigkeitsstrategieLangfristigkeit und Nachhaltigkeit sind gerade im Bankgeschäft entscheidend, um in einer sich rasant verändernden Welt weiterhin erfolgreich zu sein. Wir bekennen uns eindeutig zu den von den Vereinten Nationen formulierten globalen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung: Unsere Strategie für den nachhaltigen Geschäftserfolg räumt den langfristigen Interessen unserer Stakeholder Vorrang vor dem kurzfristigen Gewinn ein. Wir wollen mit unseren Produkten und Dienstleistungen sowie im eigenen Bankbetrieb einen Beitrag zum Klimaschutz sowie zu nachhaltigem Verhalten leisten. Dies fördern wir in den vier Handlungsfeldern Kerngeschäft, Umwelt, Gesellschaft und Mitarbeiter und begegnen damit auch den Erwartungen und Anforderungen unserer Stakeholder. Das Nachhaltigkeitsmanagement der HVB wird von der Abteilung Corporate Sustainability koordiniert und weiterentwickelt. Ausgezeichnete LeistungUnsere ökologische und soziale Leistung dokumentieren wir seit 2002 in einem Nachhaltigkeitsbericht - seit 2008 gemäß den aktuellen Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI). Darüber hinaus erstellen wir seit 2012 regelmäßig Entsprechenserklärungen zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex. 2011 haben wir das "Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft" unterzeichnet und verpflichten uns damit zu unter anderem fairem Wettbewerb und Nachhaltigkeit. Seit 14 Jahren gilt die HVB als nachhaltigste Geschäftsbank Deutschlands, gemäß der Nachhaltigkeitsratingagentur oekom research AG (Rating oekom research Dezember 2015 Financials/Commercial Banks & Capital Markets). Weltweit rangiert sie unter den ersten zehn von insgesamt 280 bewerteten Geschäftsbanken. Ökologische und soziale Risiken vermeidenEin angemessenes Risikomanagement beinhaltet auch die Auswirkungen von Umwelt-, Sozial- und anderen Reputationsrisiken, die mit unserem sowie dem ökologischen und sozialen Verhalten unserer Kunden in Verbindung stehen. Unser Reputationsrisikomanagement haben wir in den vergangenen Jahren systematisch ausgebaut. Eigene branchenspezifische Richtlinien, sogenannte Sector Policies, ermöglichen es uns, auch in sensiblen Industriezweigen verantwortungsbewusst zu agieren. Die UniCredit entwickelt sie im Dialog mit Nichtregierungsorganisationen wie dem World Wide Fund for Nature (WWF) auf Grundlage internationaler Standards wie den Performance Standards der International Finance Corporation mit den dazugehörigen Leitlinien der Weltbank für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit. Aktuell sind Sector Policies für Rüstungs- und Verteidigungsindustrie, Atomenergie, Bergbau, Wasserinfrastrukturprojekte sowie zur verantwortlichen Finanzierung von Energiegewinnung aus Kohle implementiert. Sie werden ergänzt durch unsere Selbstverpflichtung zur Einhaltung der Menschenrechte, die wir 2016 aktualisiert und optimiert haben. Großprojekte ab einem Volumen von 10 Mio US-Dollar sowie sogenannte "project related corporate loans" finanzieren wir gemäß dem globalen Industriestandard der Equator Principles (EP III), den wir 2003 mit gegründet haben. Dieser beruht auf den Umwelt- und Sozialstandards der International Finance Corporation und trägt maßgeblich zu mehr Nachhaltigkeit in der Projektfinanzierung bei. Für die Umsetzung der Richtlinien sorgt intern ein eigenes Beratungsteam. Klimaschutz finanzierenFür die Bekämpfung des Klimawandels ist ein Brückenschlag zwischen Investoren und Projekten, die aktiv zum Klima- und Umweltschutz beitragen, dringend notwendig. Green Bonds kommt dabei eine tragende Rolle zu. Insgesamt hat die HVB bislang 18 Green Bonds mit einem Volumen von über 14,1 Mrd € platziert, davon zehn im Berichtsjahr (Volumen: 7,3 Mrd €). 2015 wurde die Begebung des ersten Grünen Pfandbriefs der Berlin Hyp begleitet und Ende März 2016 für die Nordex-Gruppe der weltweit erste Grüne Schuldschein aufgelegt. Unser Portfolio im Bereich nachhaltige Geldanlage bedient nahezu alle Anlagebedürfnisse, etwa über Fonds, Vermögensverwaltung oder Produkte zur Altersvorsorge. Umgesetzt wird die Anlagestrategie überwiegend über Aktien und Anleihen, die sich in einem Auswahlverfahren der oekom research als besonders nachhaltig erwiesen haben ("best in class"). Ergänzend werden Unternehmen und Länder mit kontroversen Praktiken ausgeschlossen ("Ausschlusskriterien"). In den letzten Jahren verzeichnen wir beim Anteil der Mandatslösungen mit nachhaltiger Wertpapierauswahl generell großes Interesse und einen erfreulichen Zuspruch seitens unserer Kunden. Per 31. Dezember 2016 haben wir 2,6 Mrd € Assets under Sustainable Management, ein Anstieg von 29,5% gegenüber 2015. Engagement als Teil unserer VerantwortungIntegration zählt nicht erst seit der Flüchtlingskrise zu den großen Themen unserer Zeit. Deshalb möchten wir mit unseren Aktivitäten Menschen Möglichkeiten bieten, sich am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Auf dieses Ziel hin haben wir unsere Corporate-Citizenship-Strategie ausgerichtet. Inhaltlich konzentriert sich das gesellschaftliche Engagement der HVB auf drei Bereiche:
Umweltschonender BankbetriebNicht nur bei Produkten und Dienstleistungen, sondern auch im eigenen Haus versucht die HVB, ihre Umweltauswirkungen zu minimieren. Um den Bank- und Gebäudebetrieb ökologisch verantwortlich zu gestalten, setzt die HVB auf Ressourceneffizienz, erneuerbare Energien und die Reduktion der CO 2 -Emissionen. Alle eigenen bankgenutzten Standorte der HVB werden im Rahmen einer Matrixzertifizierung nach der Umweltnorm ISO 14001 auditiert. Der Bank- und Gebäudebetrieb der HVB ist bereits seit Sommer 2013 zu 100 Prozent CO 2 -neutral. Die vollständige Umweltbilanz unseres Bankbetriebs hinterlegen wir im Internet unter www.hvb.de/nachhaltigkeit. AusblickIm Zuge der Pariser Klimakonferenz und den beginnenden staatlichen Regulierungen in Richtung einer weitestgehend dekarbonisierten Gesellschaft bis 2050, besteht unser Auftrag darin, diesen beginnenden Transformationsprozess zu verstehen und unsere Geschäftschancen sowie Risiken daraus abzuleiten. Zu diesem Zweck werden wir in 2017 ein internes Kompetenznetzwerk zu den Themen Low Carbon Economy/Living aufbauen, das mit Vertretern aller Geschäftsbereiche sowie des Risikomanagements besetzt sein wird. Weiterhin werden wir den Ausbau des Nachhaltigkeitsmanagements fortführen. Seit Herbst 2016 sind in diesem Zuge die Nachhaltigkeitsthemen der HVB in den jährlichen Geschäftsstrategie-Prozess der Bank integriert. Die Ergebnisse fließen in die Entscheidungen des gruppenweiten Group Environmental and Social Council (GESC) der UniCredit ein. Risk ReportDie HVB Group als RisikonehmerDie Geschäftsaktivitäten der HVB Group sind ihrem Wesen nach mit Risiken behaftet. Unter Risiko versteht die HVB Group die Gefahr möglicher Verluste aufgrund interner oder externer Faktoren. Das bewusste Eingehen, das aktive Management und die laufende Überwachung von Risiken sind Kernelemente der erfolgsorientierten Geschäfts- und Risikosteuerung der HVB Group. Im Zuge unserer Geschäftsaktivitäten werden die Risiken identifiziert, quantifiziert, beurteilt, überwacht und aktiv gesteuert. Die darauf aufbauende Verzahnung von Risikomanagement-, Risikosteuerungs- sowie Risikoüberwachungsprozessen in allen Geschäftsbereichen und Funktionen unseres Konzerns betrachten wir dementsprechend als eines unserer Kernziele. Diese Aktivitäten bilden die Voraussetzung für eine angemessene Eigenkapitalunterlegung und für das Vorhalten einer adäquaten Liquiditätsausstattung. Die Erfolgsrechnungen der einzelnen Geschäftsbereiche sowie die Erläuterungen zu deren wirtschaftlicher Entwicklung haben wir im Konzernabschluss 2016 in der Note Erfolgsrechnung nach Geschäftsbereichen dargelegt. Die Inhalte der einzelnen Geschäftsbereiche sind in der Note Methodik und Inhalte der Segmentberichterstattung nach Geschäftsbereichen ausführlich beschrieben. In diesem Risk Report stellen wir ausschließlich die Risiken der HVB Group dar. Die Chancen werden im Financial Review dieses Lageberichts im Kapitel Chancen aus der künftigen Geschäftspolitik sowie unternehmensstrategische, leistungswirtschaftliche und sonstige Chancen gesondert beschrieben. In das Risikomanagement der HVB Group sind alle in den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) einbezogenen Konzerngesellschaften der HVB Group integriert. Diese Konzerngesellschaften werden im Rahmen des Internal Capital Adequacy Assessment Process (ICAAP) unter Einbeziehung verschiedener Kriterien, wie zum Beispiel Größe, Portfoliostruktur und Risikogehalt, klassifiziert. Dabei wird das ökonomische Kapital für große und komplexe Gesellschaften differenziert nach einzelnen Risikoarten gemessen. Für alle anderen Gesellschaften wird ein vereinfachter Ansatz verfolgt. RisikoartenKreditrisiko bezeichnet das Risiko, dass eine Bonitätsveränderung einer Adresse (Kreditnehmer, Kontrahent, Emittent oder Land) eine Wertveränderung der entsprechenden Forderungen nach sich zieht. Diese Wertveränderung kann durch einen Ausfall der Adresse induziert sein, welche somit nicht mehr in der Lage ist, ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. Unter Marktrisiko verstehen wir den potenziellen Verlust aus bilanziellen sowie außerbilanziellen Geschäftspositionen im Handels- und Bankbuch, der aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen (Zinsen, Aktien, Credit Spreads, Devisen und Rohwaren), sonstiger preisbeeinflussender Parameter (Volatilitäten, Korrelationen) oder durch handelsbezogene Ereignisse in Form von Ausfall oder Bonitätsveränderungen von Wertpapieren (besonderes Kursrisiko für Zinsnettopositionen) entstehen kann. Als Liquiditätsrisiko ist die Gefahr zu verstehen, dass die Bank ihren anfallenden Zahlungsverpflichtungen nicht zeitgerecht oder nicht in vollem Umfang nachkommen kann. Es definiert sich jedoch auch aus dem Risiko, dass bei Bedarf nicht ausreichend Liquidität oder Liquidität nur zu erhöhten Marktzinsen beschafft werden kann, sowie aus der Gefahr, dass Vermögenswerte nur mit Abschlägen am Markt liquidiert werden können. Die HVB Group definiert im Einklang mit der Capital Requirement Regulation (CRR) operationelles Risiko als die Möglichkeit von Verlusten durch fehlerhafte interne Prozesse, Systeme, menschliche Fehler oder externe Ereignisse. Diese Definition schließt Rechtsrisiken mit ein, nicht jedoch strategische Risiken oder Reputationsrisiken. Rechtsrisiken beinhalten, sind aber nicht begrenzt auf Geldstrafen, Strafmaßnahmen und Schadensersatz resultierend aus Aufsichtsmaßnahmen sowie Vergleichszahlungen an Privatpersonen. Unter den sonstigen Risiken werden alle anderen Risikoarten zusammengefasst:
Integrierte GesamtbanksteuerungRisikomanagementDas Risikomanagement der HVB Group baut auf der vom Gesamtvorstand verabschiedeten Geschäftsstrategie, dem Risikoappetit der Bank und der korrespondierenden Risikostrategie auf. Die Umsetzung der Risikostrategie ist eine Gesamtbankaufgabe, die wesentlich von der Organisation des Chief Risk Officers (CRO) unterstützt wird. Basierend auf der Risikostrategie und der Geschäfts- und Risikoplanung wird eine Beurteilung der Risikotragfähigkeit bei Erreichen der Zielvorgaben anhand des zur Verfügung stehenden Risikodeckungspotenzials durchgeführt. Gleichzeitig werden im Planungsprozess Limite definiert, damit die Risikotragfähigkeit gewährleistet wird. Gemäß Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) erfolgt auch eine Mehrjahresszenario-Kalkulation des internen Kapitals. Hierbei werden die relevanten Risikoarten über einen zusätzlichen Zeithorizont von fünf Jahren und unter Berücksichtigung eines sich negativ entwickelnden makroökonomischen Umfelds betrachtet. Zur Beurteilung des Einflusses von verschlechterten makroökonomischen Geschäftsbedingungen wird der Einfluss von zwei adversen Szenarien getrennt betrachtet. Während das erste Szenario von einem Rückschlag beim Wachstum in bedeutenden EWU-Ländern ausgeht, unterstellt das zweite Szenario eine klassische Rezession in Deutschland aufgrund geringerer Exportnachfrage. Da das Risikodeckungspotenzial unter den gleichen Szenarien betrachtet wird, kann eine Aussage getroffen werden, wie sich die Risikotragfähigkeit insgesamt über fünf Jahre und unter Berücksichtigung der makroökonomischen Szenarien verhält. Die Durchführung des Risikomanagements liegt im Rahmen der vom Vorstand der HVB vorgegebenen Kompetenzen in der Verantwortung der Geschäftsbereiche in enger Zusammenarbeit mit dem CRO. Neuerungen und Aktualisierungen von Anweisungen, Policies und der Risikostrategie werden über das bankinterne Informationssystem kommuniziert. FunktionstrennungZusätzlich zum bankweiten Risikomanagement wird die integrierte Gesamtbanksteuerung von einer umfassenden funktionalen wie organisatorisch unabhängigen Risikosteuerung und Risikoüberwachung gemäß MaRisk begleitet. RisikosteuerungUnter Risikosteuerung wird die operative Umsetzung der Risikostrategie verstanden. Die Steuerung des Kreditrisikos übernehmen der Bereich Senior Risk Management sowie der Bereich Individualkredit Deutschland (KRI) für die Geschäftsbereiche Commercial Banking und Corporate & Investment Banking (CIB). Die Senior Risk Manager sowie die Kreditspezialisten treffen die Kreditentscheidungen im definierten "risikorelevanten Geschäft". Sie ermöglichen damit den Marktbereichen, im Rahmen der Risikostrategie gezielt und kontrolliert Risikopositionen einzugehen und prüfen, ob diese aus der Gesamtsicht der Kundenbeziehung und aus Risk-Return-Gesichtspunkten rentabel sind. Im "nicht risikorelevanten Geschäft" sind die Marktbereiche unter vom Geschäftsbereich CRO definierten Rahmenbedingungen berechtigt, selbst Kreditentscheidungen zu treffen. Die Steuerung des Marktrisikos liegt in der Verantwortung des Bereichs Trading Risk Management und die Steuerung des Liquiditätsrisikos obliegt dem Bereich Finance innerhalb der Organisation des Chief Financial Officers (CFO). Für die Steuerung des operationellen Risikos und des Reputationsrisikos ist das Senior Management verantwortlich und wird dabei durch die jeweiligen Operational Risk Manager unterstützt. Das Geschäftsrisiko definiert sich als Verlust aus unerwarteten negativen Veränderungen des Geschäftsvolumens und/oder der Margen, die nicht auf das Kredit-, Markt- oder operationelle Risiko zurückzuführen sind. Es resultiert damit hauptsächlich aus der Planung von Erträgen und Kosten der einzelnen Geschäftsbereiche, welche von der CFO-Organisation koordiniert wird. Die Steuerung der Beteiligungen obliegt den jeweils zuständigen Geschäftsbereichen. Das durch konzerneigene Immobilien aufkommende Immobilienrisiko wird zentral in Global Banking Services (GBS) verwaltet. Innerhalb der HVB Group erfolgt dies durch die Einheit Real Estate (GRE), die HVB Immobilien AG bzw. durch die von der HVB Immobilien AG mittels Betriebsführungsvertrag beauftragte UniCredit Business Integrated Solutions S.C.p.A. Zweigniederlassung Deutschland (UBIS; vormals UniCredit Global Business Services GmbH (UGBS)). Die HVB Group hat eine Reihe von unterschiedlichen Pensionsplänen zugesagt, die zu einem großen Teil in diversen, teilweise externen Vermögensanlageformen ausfinanziert wurden. Im Rahmen des Kapitalanlageprozesses gibt es jeweils gesonderte Vorgaben zur spezifischen Risikosteuerung der unterschiedlichen Pensionspläne. Zum Teil unterliegen diese auch der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) (Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht) und müssen daher externe Regularien und Vorgaben einhalten. Die Steuerung des strategischen Risikos liegt in der gemeinsamen Verantwortung des Vorstands der HVB. RisikoüberwachungDie zentrale Risikoüberwachung innerhalb des CRO ist für die Identifizierung, Messung und Bewertung der Risiken in der HVB Group verantwortlich. Sie ist nach Risikoarten gegliedert. Die Risikoüberwachungsfunktionen für die Risikoarten Marktrisiko, Liquiditätsrisiko (Stresstests, Berechnung und Überwachung der Frühwarnindikatoren, Berechnung der kurzfristigen Konzentrationsrisiken, Bewertung des Funding Plans), operationelles Risiko und Reputationsrisiko werden im Bereich Market and Operational Risk gebündelt. Zusätzlich wird im Bereich Market and Operational Risk auch die Marktrisikokomponente des Pensionsrisikos durch ein separat entwickeltes Modell regelmäßig überwacht (aggregierte Betrachtung der Planvermögen und der Verbindlichkeiten). Im Rahmen des Asset Managements der Planvermögen werden die Möglichkeiten der Risikopositionierung durch externe sowie interne Regularien entsprechend beschränkt. Es erfolgt eine laufende Überwachung der jeweiligen Vorgaben gemäß der spezifischen Richtlinien der verschiedenen Pensionspläne. Im Rahmen der Überwachung des Liquiditätsrisikos werden zum einen Aufgaben durch den Bereich Market and Operational Risk wahrgenommen, zum anderen liegen weitere Risikocontrollingfunktionen für diese Risikoart im Bereich Finance innerhalb der Organisation des CFO (laufende Überwachung der Liquiditätsrisikosituation sowie Einhaltung von Limiten). Der Bereich Credit Risk Control (CRC; bis Ende Januar 2017 Credit Risk Control & Economic Capital - CEC) überwacht die Kreditrisiken, das Geschäfts-, Immobilien- und Beteiligungsrisiko und führt diese Risikoarten mit dem Markt- und operationellen Risiko für die Ermittlung des ökonomischen Kapitalbedarfs zusammen. Die Überwachung des strategischen Risikos liegt in der gemeinsamen Verantwortung des Vorstands der HVB. Zu den quantifizierbaren Risiken zählen: Kreditrisiko, Marktrisiko, Liquiditätsrisiko, operationelles Risiko, Geschäftsrisiko, Beteiligungsrisiko, Immobilienrisiko und Pensionsrisiko. Das strategische Risiko und das Reputationsrisiko werden über einen qualitativen Ansatz überwacht. Parallel dazu wird das verfügbare Risikodeckungspotenzial definiert, quantifiziert und dem Risikokapital für die Risikotragfähigkeits-Betrachtung gegenübergestellt. Bereiche und GremienChief Risk Officer (CRO)Das Controlling und das geschäftsbereichsübergreifende Management von Risiken sind in der HVB Group unter dem Verantwortungsbereich des CRO zusammengefasst. Hier werden die Kernfunktionen der Identifikation, Analyse, Bewertung und des Berichtswesens sowie der laufenden Begleitung, Bearbeitung, Überwachung und Steuerung von Risiken wahrgenommen. Seine Aktivitäten werden durch verschiedene Bereiche des CFO insbesondere hinsichtlich des Liquiditätsrisikos ergänzt und unterstützt. Die Organisation des CRO teilt sich zum einen in Bereiche, die sich mit dem Kreditgeschäft in der Marktfolge befassen. Die Hauptaufgaben dieser Bereiche sind:
Zum anderen gibt es Bereiche, welche operativ und strategisch orientierte Einheiten der Risikoüberwachung umfassen. Hauptaufgaben sind:
Chief Financial Officer (CFO)Einen wesentlichen Beitrag zur Risikoüberwachung leisten aus der Organisation des CFO die Bereiche Finance sowie Regional Planning & Controlling (CCP). Der Bereich Finance umfasst insbesondere die Steuerung der kurz- und langfristigen Liquidität (Asset Liability Management) der HVB Group, der in enger Abstimmung mit den operativ am Markt tätigen Einheiten agiert sowie das Aktiv-Passiv-Management. CCP ist mit der zentralen Geschäftssteuerung, mit dem Kostencontrolling sowie mit dem Eigenkapitalmanagement betraut. Ferner wird dort der Segmentbericht nach IFRS erstellt und plausibilisiert. In diesem Bereich liegt auch die Prozessverantwortung für die Erstellung der Ergebnisplanung und für Ergebnishochrechnungen. Des Weiteren sind in diesem Bereich die geschäftsbereichsbezogenen Controlling-Bereiche für alle Segmente exklusive CIB enthalten. Das Controlling für den Geschäftsbereich CIB liegt in der Verantwortung von CIB Planning and Control (CPA). Dieser Bereich verantwortet gemeinsam mit Accounting die Abstimmung des Handelsergebnisses. Asset Liability ManagementDas Asset Liability Management verantwortet der Bereich Finance mit der Steuerung der kurz- und langfristigen Liquidität innerhalb der HVB Group. Zentrale Ziele sind die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit sowie die Optimierung der Refinanzierungskosten. Asset Liability Management beobachtet die Entwicklungen und Vorgänge auf den Geld- und Kapitalmärkten sowie den Liquiditäts- und Refinanzierungsbedarf. Im Rahmen des Liquiditätsrisikomanagements definiert es beispielsweise Rahmenbedingungen, Limite und Prozesse, regelt Verantwortlichkeiten und steuert die Refinanzierungsaktivitäten in Abstimmung mit den operativ am Markt tätigen Einheiten. Im Rahmen eines Liquiditätskosten-Verrechnungsmechanismus für alle wesentlichen Geschäftsaktivitäten werden beispielsweise die internen Einstandssätze für das Aktiv- und Passivgeschäft laufend auf Angemessenheit überprüft und regelmäßig an die Marktgegebenheiten angepasst. Die im Rahmen dieser Funktionen initiierten Maßnahmen unterstützen die Rentabilitätsziele der HVB Group. Interne RevisionIn der Umsetzung eines effizienten Risikomanagementsystems werden der internen Revision eine Reihe von wichtigen Aufgaben zugeschrieben, die im Kapitel Überwachung der Wirksamkeit des IKS beschrieben werden. Risiko-KomiteeDer Vorstand überträgt vorbehaltlich seiner Leitungskompetenz und seiner jederzeitigen Letztentscheidungsbefugnis folgende Aufgaben an das Risiko-Komitee (Risk Committee, RC):
Das RC tagt in der Regel einmal im Monat. Jede Sitzung des RC weist einen thematischen Schwerpunkt entweder Risikosteuerung oder Risiko-Governance auf. Sitzungen des RC mit Schwerpunkt Risikosteuerung konzentrieren sich auf die Analyse der Geschäfts- und Risikoentwicklung und daraus resultierende Maßnahmen. Im Rahmen von Risiko-Governance-Sitzungen werden neben der Risikostrategie und dem internen Weisungswesen auch methodische und prozessuale Fragestellungen erörtert. Asset Liability CommitteeDas Asset Liability Committee (ALCO) entscheidet im Rahmen seiner monatlichen Sitzungen über das Aktiv-Passiv-Management in der HVB. Dabei verfolgt das Gremium im Wesentlichen folgende Ziele:
Stress Test CouncilDer Vorstand, als Verantwortlicher für die Banksteuerung, hat das Thema Stresstest an das RC sowie das Stress Test Council (STC) als Fachgremium delegiert. Zu den Aufgaben des STC gehören:
Reputational Risk CouncilDas Reputational Risk Council (RRC) dient dazu, Reputationsrisiken der HVB zu steuern. Es ist das Entscheidungsgremium für Geschäftsvorfälle und alle anderen Aktivitäten, die ein potenzielles Reputationsrisiko für die HVB darstellen. Dazu zählen unter anderem auch Aktivitäten in Hinblick auf:
Loan Loss Provision CommitteeDas Loan Loss Provision Committee (LLPC) wird über die Entwicklungen des Watchlist- und Restructuring-/Workout-Portfolios der HVB informiert und entscheidet innerhalb der HVB über:
Umsetzung der GesamtbanksteuerungStrategieDie Geschäftsstrategie und die Risikostrategie legen die geschäfts-bzw. risikopolitischen Eckpfeiler für die HVB Group fest. Die Tochtergesellschaften, das Outsourcing sowie die Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) werden sowohl in der Risikostrategie als auch in der Geschäftsstrategie berücksichtigt. Die Geschäftsstrategie der HVB Group beschreibt die strategische Ausgangsposition und die organisatorische Struktur, die Eckpfeiler der Geschäftsstrategie auf Gesamtbankebene sowie die Teilstrategien der einzelnen Geschäftsbereiche. Die Risikostrategie der HVB Group wird konsistent aus der Geschäftsstrategie abgeleitet und ergänzt diese um die relevanten Aspekte des Risikomanagements. Die Risikostrategie der HVB Group betrachtet dabei die Risikoarten Kredit- und Marktrisiko inklusive deren Steuerung über das ökonomische Kapital und risikoartenspezifische Limite sowie operationelles Risiko, Beteiligungs-, Immobilien- und Geschäftsrisiko, welche nur über das ökonomische Kapital gesteuert werden. Ergänzend werden die strategischen Ziele für das Reputationsrisiko und das strategische Risiko, das Liquiditätsrisiko, das Pensionsrisiko sowie das Outsourcing qualitativ beschrieben. Ergänzt wird die Risikostrategie durch die Industry Credit Risk Strategy, welche die Risikobereitschaft innerhalb der verschiedenen Branchen beschreibt. Die vom Vorstand beschlossenen Strategien werden einer regelmäßigen sowie anlassbezogenen Überprüfung unterzogen und, sofern notwendig, angepasst. GesamtbanksteuerungDie für die Gesamtbanksteuerung der HVB Group festgelegten Steuerungsgrößen werden im jährlichen Planungsprozess überprüft und dienen der Erfolgsbeurteilung der Geschäfts- und Risikostrategie. Im Planungsprozess werden Ertrags-, Risiko-, Liquiditäts- und Kapitalziele sowie die angestrebte Risikotragfähigkeit auf Gesamtbankebene definiert. Die Limite für das interne Kapital werden festgelegt und überwacht, um die Risikotragfähigkeit zu gewährleisten. Zur Geschäftsbereichssteuerung werden die ökonomischen Kapitallimite je Risikoart verteilt, um sicherzustellen, dass die geplanten ökonomischen Risiken im vom Vorstand definierten Rahmen bleiben. Zur Steuerung der HVB Group wurden für alle Geschäftsbereiche allgemeingültige Key Performance Indikatoren (KPIs) definiert. Mit diesen KPIs werden die Aspekte Rentabilität/Profitabilität, Wachstum, Restriktionen/Limitierungen und Nachhaltigkeit verankert. Im Fokus der wertorientierten Steuerung der HVB Group steht die Messung der Geschäftsaktivitäten nach Rendite- und Risikoaspekten, wobei für alle Geschäftsfelder der HVB Group ein Risikorenditeziel vorgegeben wird. Die Berechnung des Ergebnisanspruchs erfolgt nach dem Allocated-Capital-Prinzip, das von der UniCredit konzernweit angewendet wird. Im Rahmen des dualen Steuerungsprinzips werden den Geschäftsbereichen sowohl regulatorisches Kapital, im Sinne von gebundenem Kernkapital, als auch internes Kapital zugeteilt. Beide Ressourcen sind mit Verzinsungsansprüchen belegt, welche von den Renditeerwartungen des Kapitalmarkts abgeleitet werden. Den Vorgaben aus der Geschäfts- und Risikostrategie folgend, werden die definierten Ziele bis auf Geschäftsbereichsebene heruntergebrochen und weiter in operative Steuerungsgrößen für die Vertriebssteuerung übersetzt. Die Überwachung der definierten Zielgrößen erfolgt über einen standardisierten Report an den Vorstand der HVB. Bei Abweichungen zu den im Planungsprozess festgelegten Zielwerten werden vom Vorstand der HVB gegensteuernde Maßnahmen eingeleitet. Aufsichtsrechtliche KapitaladäquanzGebundenes KernkapitalFür Zwecke der Planung und der Überwachung der Risikoaktiva wird von den Geschäftsbereichen eine Kernkapitalunterlegung bezogen auf die Risikoaktiva-Äquivalente aus Kredit-, Markt- und operationellen Risiken von durchschnittlich 11% eingefordert. Aus dem durchschnittlich gebundenen Kernkapital wird der Verzinsungsanspruch abgeleitet. Steuerung der aufsichtsrechtlichen EigenkapitalausstattungDie Planung unseres aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals unter Berücksichtigung regulatorischer Anforderungen erfolgt anhand der zwei nachfolgend genannten Kapitalquoten, für deren Steuerung im Rahmenwerk der HVB Group zum Risikoappetit interne Ziel-, Schwellen- und Limitwerte festgelegt sind:
Basierend auf unserer (Mehr-)Jahresplanung führen wir monatlich eine rollierende 8-Quartale-Projektion zur fortlaufenden Prognostizierung unserer Kapitalquoten durch. Weiterführende Details zur Entwicklung dieser Quoten sind im Kapitel Risikoaktiva, Kapitalquoten, Liquidität und Leverage Ratio der HVB Group dargestellt. Im Ergebnis erfüllt die HVB sowohl die regulatorischen Anforderungen, die sich aus den gesetzlichen Vorschriften ergeben, als auch die von der Europäischen Zentralbank (EZB) im Rahmen des SREP (Supervisory Review and Evaluation Process) vorgegebene Mindestkapitalquote. Mit den zuständigen Aufsichtsbehörden vereinbarten die HVB und die UniCredit S.p.A., dass die HVB und die HVB Group eine Eigenmittelquote in Höhe von 13% nicht unterschreitet. Diese Vereinbarung gilt bis auf weiteres. Die Eigenmittelquote der HVB Group beläuft sich per Ende Dezember 2016 auf 21,1% (31. Dezember 2015: 25,8%). Ökonomische KapitaladäquanzDie HVB Group ermittelt monatlich ihr internes Kapital (IC). Das IC ist die Summe aus dem aggregierten ökonomischen Kapital (EC) aller quantifizierten Risikoarten (mit Ausnahme des Liquiditätsrisikos), einem Aufschlag für das Pensionsrisiko sowie dem EC für kleine rechtliche Einheiten. Das EC misst das Verlustrisiko über einen Zeithorizont von einem Jahr zu einem Konfidenzniveau von 99,90%. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2015 hat sich das Konfidenzniveau im Januar 2016 im Einklang mit der UniCredit von 99,93% auf 99,90% verringert. Bei der Ermittlung des aggregierten EC werden risikomindernde Diversifikationseffekte zwischen den einzelnen Risikoarten berücksichtigt. Seit Dezember 2016 verwendet die HVB Group das konzernweite UniCredit-Modell zur Risikoaggregation mit konzerneinheitlichen Parametern für die Bestimmung der Abhängigkeiten zwischen den Risikoarten. Methodisch stützt sich das neue Modell auf einen Copula-Ansatz, dessen Parameter mit dem statistischen Bayes-Verfahren geschätzt werden. Das EC für kleine rechtliche Einheiten der HVB Group wird aufgrund des geringen Risikogehalts ohne Differenzierung nach Risikoarten näherungsweise berechnet. Zusätzliche Risiken, welche in der regulären EC-Berechnung nicht einfließen, werden im Rahmen eines Monitoring-Laufs quartalsweise quantifiziert und dem Risikodeckungspotenzial gegenüber gestellt. Ein ganzheitlicher Überblick über die Risikolage der HVB Group wird über die regelmäßige Ermittlung der Risikotragfähigkeit in nachfolgender Tabelle dargestellt: Internes Kapital nach Portfolioeffekten (seit Januar 2016 Konfidenzniveau 99,90%, zuvor bis einschließlich 31. Dezember 2015 99,93%)
Das IC sinkt insgesamt um 0,8 Mrd €. Dies ist überwiegend auf die Änderung des Konfidenzniveaus zurückzuführen. Nähere Ausführungen zu den einzelnen Veränderungen finden sich in den jeweiligen Kapiteln der Risikoarten. Aggregiertes ökonomisches Kapital 1 nach Portfolioeffekten (seit Januar 2016 Konfidenzniveau 99,90%, zuvor bis einschließlich 31. Dezember 2015 99,93%)
RisikoappetitDer Risikoappetit der HVB Group wird im Rahmen des jährlichen Strategie- und Planungsprozesses festgelegt. Die Kennzahlen zum Risikoappetit setzen sich aus Vorgaben zur Risikoverantwortung und Positionierung, aufsichtsrechtlichen Anforderungen, Rentabilität und Risiko sowie Kontrolle spezifischer Risiken zusammen. Für diese Kennzahlen sind Schwellenwerte und Limite definiert, die eine frühzeitige Erkennung zu hoher Risiken und die Ergreifung von Maßnahmen ermöglichen. Bei Überschreitung der definierten Grenzen erfolgt eine Eskalation an die entsprechenden Gremien und den Vorstand. "Gone Concern"/"Going Concern"Die HVB Group steuert die Risikotragfähigkeit grundsätzlich im Rahmen eines "Gone Concern"-Ansatzes (durchgängiger Liquidations-Ansatz). Das heißt, die Risikotragfähigkeit stellt die Fähigkeit der HVB Group, ihre erstrangigen Verbindlichkeiten bedienen zu können, in den Fokus. Gleichwohl werden neben Zielwerten, Schwellenwerten und Limiten für die Risikotragfähigkeit entsprechende Werte auch für die aufsichtsrechtliche Kapitalunterlegung definiert. Dem "Going Concern"-Gedanken (Fortführungs-Ansatz) wird darüber hinaus Rechnung getragen, indem bei der Festlegung der Ziele, Schwellenwerte und Limite sowohl für die Risikotragfähigkeit als auch für die aufsichtsrechtliche Kapitalunterlegung die Ergebnisse der regelmäßigen bankweiten Stresstests kritisch bewertet und entsprechend einbezogen werden. SanierungsplanDie Erstellung von Sanierungsplänen (Recovery Plan; RP) soll die Sanierung von systemrelevanten Finanzinstituten ermöglichen. Die UniCredit S.p.A. wurde als global und die HVB als national systemrelevant identifiziert. Mit dem Inkrafttreten des Single Supervisory Mechanism (SSM) im November 2014 ging die Aufsicht der HVB an die EZB über. Die HVB, als Teil der UniCredit, muss gemäß Entscheidung des Joint Supervisory Teams (JST) ab dem Jahr 2015 keinen HVB Group Sanierungsplan mehr erstellen. Die HVB hat daher in enger Zusammenarbeit mit der UniCredit S.p.A. an der Erstellung eines gemeinsamen UniCredit Group Recovery Plans mitgewirkt. Dieser wurde zum 30. September 2016 offiziell an die EZB übergeben und ist seither gültig. RisikotragfähigkeitIm Rahmen einer monatlichen Risikotragfähigkeitsanalyse stellen wir unser internes Kapital dem verfügbaren Risikodeckungspotenzial gegenüber. Ferner wird die Risikotragfähigkeitsanalyse als Bestandteil unseres Planungsprozesses über den festgelegten mehrjährigen Zeitraum durchgeführt. In der HVB Group gilt eine bankinterne Definition für das Risikodeckungspotenzial, die analog zur Risikomessung einen durchgängigen Liquidations-Ansatz verfolgt. Bei diesem Ansatz wird die Risikotragfähigkeit durch den Vergleich unerwarteter Verluste zum Konfidenzniveau (internes Kapital) mit der Fähigkeit zur Absorption von Verlusten durch die vorhandenen Eigenmittel (Risikodeckungspotenzial) definiert. Für die Ermittlung des Risikodeckungspotenzials wird das vorhandene Kapital ökonomisch betrachtet. Das heißt, die Berechnung erfolgt nach einer wertorientierten Ableitung, bei der das bilanzielle Eigenkapital um Fair-Value-Anpassungen bereinigt wird. Außerdem werden immaterielle Vermögenswerte, der latente Steueranspruch sowie Eigenbonitätseffekte zum Abzug gebracht und Anteile im Fremdbesitz nur maximal bis zum risikobehafteten Anteil berücksichtigt. Dagegen werden bankaufsichtsrechtlich als Eigenkapital anerkannte nachrangige Verbindlichkeiten angerechnet. Das Risikodeckungspotenzial beläuft sich zum 31. Dezember 2016 für die HVB Group auf 16,4 Mrd € (Wert per 31. Dezember 2015: 19,7 Mrd €). Bei einem internen Kapital von 8,1 Mrd € ergibt sich für die HVB Group für die Risikotragfähigkeitskennzahl ein Wert von 202,6% (Wert per 31. Dezember 2015: 223,7%). Dieser Wert liegt deutlich oberhalb des selbst gesetzten Zielwerts. Die Reduzierung um 21,1 Prozentpunkte gegenüber dem 31. Dezember 2015 für die HVB Group ist auf die Abnahme des Risikodeckungspotenzials im Jahr 2016 um 3,4 Mrd € bzw. 17,2% zurückzuführen. Dieser Effekt wiegt stärker als der Rückgang des internen Kapitals um 0,8 Mrd € bzw. 8,6%. Die Abnahme des Risikodeckungspotenzials resultiert aus unterschiedlichen und teilweise gegenläufigen Entwicklungen bei einzelnen Komponenten, vor allem aber aus einer Reduzierung der Gewinnrücklagen aufgrund der vorgeschlagenen Gewinnverwendung 2016, sowie aus der Entwicklung der latenten Steuern und versicherungsmathematischen Verlusten bei leistungsorientierten Plänen. LimitierungskonzeptDie Risikolimitierung ist ein wesentlicher Bestandteil des ICAAP-Prozesses der HVB Group mit dem Ziel, die Risikotragfähigkeit durch einen integrierten Steuerungsprozess zu jedem Zeitpunkt zu gewährleisten. Um dies sicherzustellen, ist ein umfassendes und konsistentes Limitsystem implementiert, welches die Limitierung von IC und EC, risikoartenspezifische Limite und Limite für Risikokonzentrationen beinhaltet. Es deckt alle Risiken ab, welche mit Kapital unterlegt werden müssen. Demnach werden derzeit unerwartete Verluste für das Kredit-, Markt-, operationelle, Beteiligungs-, Geschäfts- und Immobilienrisiko erfasst. Zusätzlich werden Pensionsrisiken mittels eines Aufschlags sowie das EC für kleine rechtliche Einheiten im IC berücksichtigt. Dieses Limitsystem spiegelt die Geschäfts- und Risikostrategie unter Berücksichtigung des Risikoappetits sowie des Risikodeckungspotenzials der HVB Group wider und gewährleistet die Einhaltung der Risikotragfähigkeit. Die Risikolimite werden jährlich im Rahmen des Strategieprozesses durch den Vorstand der HVB genehmigt. Die IC-Limite werden auf Ebene der HVB Group nach Risikoarten, für die kleinen rechtlichen Einheiten in Summe sowie für das IC insgesamt vergeben. Basierend auf der Limitierung des IC in Summe wird zu jeder Zeit die Risikotragfähigkeit der HVB Group sichergestellt. Die im IC berücksichtigten Korrelationseffekte sind durch die Geschäftsbereiche bzw. die relevanten Tochtergesellschaften nicht beeinflussbar. Daher werden zur Steuerung in den Geschäftsbereichen bzw. relevanten Tochtergesellschaften um diese Effekte bereinigte EC-Limite sowie die risikoartenspezifischen Limite herangezogen. Zur frühzeitigen Identifikation von möglichen Limitüberziehungen hat die HVB Group neben den definierten Limiten auch Schwellenwerte im Sinne von Frühwarnindikatoren festgelegt. Die Ausnutzung und somit die Einhaltung der Limite wird regelmäßig überwacht und monatlich im Reporting der Bank dargestellt. Zum Halbjahr werden die Limite zusätzlich auf ihre Adäquanz hin überprüft und gegebenenfalls angepasst. StresstestsDie MaRisk fordern die regelmäßige Durchführung von Stresstests unter verschiedenen Szenarien. Im Jahr 2016 wurden für die risikoartenübergreifenden Stresstests verschiedene makroökonomische Abschwungszenarien und ein historisches Szenario gerechnet:
Nach dem Referendum in Italien und den Präsidentschaftswahlen in den USA wurden die makroökonomischen Abschwungszenarien und das zugrunde liegende Baseline-Szenario aktuell überprüft und die entsprechenden makroökonomischen Parameter und Marktparameter angepasst. Im STC werden vierteljährlich die risikoartenübergreifenden Stresstests präsentiert, analysiert und die gegebenenfalls notwendigen Maßnahmen dem Management und dem RC präsentiert. Die Risikotragfähigkeit der HVB Group wäre derzeit auch nach Eintritt obiger Stressszenarien gegeben. Die Ermittlung der Risikotragfähigkeit im Stresstest erfolgt mit dem Konfidenzniveau von 99,90%. Zusätzlich werden inverse und anlassbezogene Stresstests durchgeführt. Bei inversen Stresstests wird untersucht, welche Ereignisse das Institut in seiner Überlebensfähigkeit gefährden könnten. Die Überlebensfähigkeit ist dann als gefährdet anzunehmen, wenn sich das ursprüngliche Geschäftsmodell als nicht mehr durchführbar bzw. tragbar erweist. Inverse Stresstests basieren auf der Risikostruktur der Bank und den regelmäßig durchgeführten Interviews im Rahmen der Risikoinventur. Untersuchte hypothetische Ereignisse waren zum Beispiel der Betrug eines Händlers, Ratingherabstufungen, ein Bank Run oder der Ausfall der größten Kunden. Nach Diskussion im STC wurden weitergehende Maßnahmen als nicht notwendig erachtet. Anlassbezogene Stresstests werden aufgrund interner und externer Ereignisse, die möglicherweise erheblichen Einfluss auf die HVB Group haben, durchgeführt. Beispiele für anlassbezogene Stresstests sind: der Flüchtlingszustrom und die Erleichterung bei der Ausweispflicht für die Kontoeröffnung, das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU, ein Auseinanderbrechen des Schengen-Raums, ein Ausfall eines Zentralen Kontrahenten (Central Counterpart), der gescheiterte Putschversuch in der Türkei. Risiko- und ErtragskonzentrationenKonzentrationen stellen Anhäufungen von Risikopositionen dar, die bei bestimmten Entwicklungen oder Ereignissen gleichartig reagieren. Konzentrationen können sich innerhalb einer Risikoart sowie risikoartenübergreifend auswirken. Sie zeigen erhöhte Verlustpotenziale auf, welche aus einer Unausgewogenheit von Risikopositionen resultieren, die an Kunden und Produkten bzw. in bestimmten Branchen und Ländern gehalten werden. Konzentrationen werden regelmäßig hinsichtlich der relevanten Risikotreiber für das Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und operationelle Risiko analysiert, überwacht, gesteuert und berichtet. Insbesondere das frühzeitige Erkennen von Konzentrationen wird durch geeignete Instrumente und Prozesse sichergestellt. In den Risikoarten Beteiligungs-, Immobilien- und Pensionsrisiko findet als Steuerungsansatz ein einfaches Monitoring statt, dessen Eignung regelmäßig geprüft wird. Die Risikomanagementprozesse für Konzentrationen wurden mit Blick auf die Verknüpfung von Risikotreibern über die Risikoarten hinweg optimiert, so dass die Konzentrationsrisiken integriert in die Beurteilung und Steuerung einfließen. Die Konzentration von Erträgen bei einzelnen Kunden, in Geschäftsbereichen, Produkten, Branchen oder Regionen stellt ein geschäftsstrategisches Risiko für die Bank dar. Risiken aus Ertragskonzentrationen werden regelmäßig überwacht, da deren Vermeidung ein wichtiger Indikator für die nachhaltige Diversifikation und damit die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells in Krisensituationen ist. RisikoinventurIm Februar 2016 wurde die umfassende Risikoinventur in der HVB Group turnusgemäß gestartet. Dabei wurden unter anderem anhand strukturierter Interviews mit zahlreichen Entscheidungsträgern der Bank die bestehenden sowie potenzielle neue Risiken überprüft und kritisch hinterfragt. Die größeren Tochtergesellschaften adaptierten diese Vorgehensweise, für die kleineren Tochtergesellschaften wurden die relevanten Risiken mittels eines vereinfachten Verfahrens ermittelt. Die Ergebnisse der Risikoinventur 2016 wurden dem RC sowie dem Vorstand der HVB im September 2016 präsentiert und nach Zustimmung in der Kalkulation und Planung der Risikotragfähigkeit berücksichtigt. Mit der Risikoinventur wird das Gesamtrisikoprofil der HVB Group überprüft und es werden verschiedene Themen identifiziert, die teilweise im Stresstest, in der Validierung der wesentlichen Risikoarten und anderen ICAAP-Komponenten berücksichtigt werden. Internes BerichtswesenDas interne Berichtswesen unterstützt die Risikoüberwachung insbesondere auf Portfolioebene. Dabei werden der Vorstand und der Risikoausschuss des Aufsichtsrats monatlich, der Gesamt-Aufsichtsrat mindestens quartalsweise bzw. auch anlassorientiert über das Gesamtrisiko informiert. Darüber hinaus werden weitere monatliche Risikoberichte mit speziellem geschäftsbereichs-, länder- oder branchenspezifischem Fokus erstellt, die unter anderem an das RC und die mit dem Risikomanagement befassten Einheiten kommuniziert werden. Risikoarten im EinzelnenSofern die Messmethoden in einzelnen Risikoarten weiterentwickelt wurden, werden diese unter der jeweiligen Risikoart dargestellt. 1 KreditrisikoDefinitionKreditrisiko bezeichnet das Risiko, dass eine Bonitätsveränderung einer Adresse (Kreditnehmer, Kontrahent, Emittent oder Land) eine Wertveränderung der entsprechenden Forderungen nach sich zieht. Diese Wertveränderung kann durch einen Ausfall der Adresse induziert sein, welche somit nicht mehr in der Lage ist, ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. Das Kreditrisiko setzt sich aus folgenden Kategorien zusammen:
KategorienKreditausfallrisikoEin Kreditausfallrisiko wird bezüglich einer spezifischen Adresse schlagend, wenn eines oder beide der folgenden Kriterien erfüllt sind:
Es umfasst auch das Kontrahentenrisiko und das Emittentenrisiko. KontrahentenrisikoDas Kontrahentenrisiko ergibt sich als möglicher Wertverlust durch Ausfall der Gegenpartei bei Handelsgeschäften (zum Beispiel zins-, fremdwährungs-, aktien-/indexbezogene oder sonstige Termin- bzw. Derivategeschäfte) und lässt sich in folgende Komponenten unterteilen:
EmittentenrisikoDas Emittentenrisiko ist definiert als Kreditausfallrisiko aus dem Wertpapiereigenbestand, welches aus einer Bonitätsverschlechterung bzw. dem Ausfall eines Emittenten resultiert und zu einem Wertverlust bis hin zum Totalverlust führen kann. Emittentenrisiken entstehen durch den Kauf von Wertpapieren im Eigenhandel, bei Wertpapier-Emissionsgeschäften, bei Kreditderivaten sowie bei der Platzierung von Wertpapieren. LänderrisikoDas Länderrisiko ist das Risiko von Verlusten, verursacht durch Ereignisse, welche auf Handlungen der jeweiligen Regierung zurückzuführen sind. Dies beinhaltet, dass die Rückzahlung von Kapital in einem speziellen Land durch Eingriffe der Regierung verhindert wird, woraus diverse Risiken (zum Beispiel Transferrisiko, Enteignungsrisiko, Rechtsrisiko, steuerliches Risiko, Sicherheitsrisiko) resultieren. Es beinhaltet auch, dass die Rückzahlung von Kapital durch Verschlechterung des wirtschaftlichen und/oder politischen Umfelds (zum Beispiel Rezession, Währungs- und/oder Bankenkrisen, Katastrophen, Krieg, Bürgerkrieg, soziale Unruhen) verhindert wird. Das Länderrisiko enthält:
StrategieFür die HVB Group ist eine Risikostrategie verabschiedet, in der die strategische Steuerung des Kreditrisikos operationalisiert wird. Dies erfolgt durch das bedarfsgerechte Setzen von Zielwerten sowie von Limiten für unterschiedliche Steuerungsgrößen. Hierbei sind im Besonderen die Steuerung über das ökonomische Kapital als auch über Volumens- bzw. Risikomaße hervorzuheben. Die Planung der Zielwerte und Limite ist in die Jahresplanung der HVB Group eingebettet und berücksichtigt ebenfalls Grenzen, welche sich durch die Anforderungen an die Kapitalausstattung ergeben. Die Limite sollen einerseits Spielraum für die Umsetzung der Geschäftsplanung lassen, andererseits setzen sie Obergrenzen, insbesondere hinsichtlich des ökonomischen Kapitals. Eine konsequente Steuerung und Limitierung von Kreditrisiken sind für eine nachhaltige strategische Ausrichtung der HVB Group unerlässlich. Die Risikostrategie soll es sowohl der Vertriebssteuerung als auch dem Risikomanagement ermöglichen, die Geschäftsabschlüsse mit konkreten, messbaren und somit anwendbaren Kriterien zu unterlegen, um so das Risikoprofil des Kreditportfolios zu optimieren. Dazu werden die erwarteten und unerwarteten Verluste eines Kreditnehmers ermittelt. Diese bilden die Basis, um Limite, wie auch zum Teil Zielportfolios für die unterschiedlichen Risikoarten, Exposures und Risikomaße abzuleiten. Die Erfolgsstrategie der HVB Group der letzten Jahre, Risiken streng zu limitieren und die Bank risikobewusst zu managen, wurde auch im Jahr 2016 fortgesetzt. Durch selektives Neugeschäft, aktives Portfoliomanagement und die effektive Nutzung der professionellen Sanierungs- und Workout-Kapazitäten hat sich die HVB Group zu einer Bank entwickelt, die im Branchenvergleich ein unterdurchschnittliches Risikoprofil aufweist. Für das Jahr 2016 war es das Ziel, diese Strategie fortzuführen und das Gesamtportfolio auf einem nachhaltigen Niveau weiterzuentwickeln. Positiv wirkte sich hierbei eine branchenspezifische Steuerung des Kreditrisikos aus. Die Details zur branchenspezifischen Steuerung werden in der sogenannten "Industry Credit Risk Strategy" festgelegt. In dieser Strategie wird für jede Branche eine Einschätzung der Chancen und Risiken gegeben, aus welcher sich Steuerungssignale und quantitative Obergrenzen für das Neugeschäft ableiten. Zur genannten positiven Entwicklung trug ebenfalls ein aktives Management der Risiken in den von der Finanzkrise stark betroffenen Ländern bei. Die Strategie der HVB Group in ihrer Rolle als Universalbank konzentrierte sich neben dem Heimatmarkt Deutschland auf starke regionale Kernmärkte wie die Schweiz, Großbritannien, Belgien und Frankreich. Die Märkte Spanien, Niederlande und Skandinavien sind vorrangig anderen Banken der UniCredit zugeordnet, mit Ausnahme der multinationalen Kernkunden, welche weiterhin durch die HVB Group betreut werden. Daneben werden, aus der Gruppenfunktion als Investmentbank der UniCredit, im Bereich Markets des Geschäftsbereichs CIB auch Kredit- und Marktrisiken in den Kernländern der UniCredit eingegangen, die klar definierten Standards unterliegen. LimitierungDie Kreditrisikostrategie legt für einzelne Portfolios Limite für Risikokennzahlen und Risikoarten fest. Diese werden auf folgenden Ebenen vergeben:
Bezogen auf das nicht ausgefallene Portfolio werden folgende Kriterien betrachtet: Exposure, erwarteter Verlust und Risikodichte (erwarteter Verlust im Verhältnis zum nicht ausgefallenen Exposure). Eine Überschreitung der Limite ist generell nicht zulässig. Zur Vermeidung von Risikokonzentrationen innerhalb des Kreditausfallrisikos wird zusätzlich über folgende Konzentrationslimite und gegebenenfalls über Zielportfolios gesteuert:
Die Auslastung der einzelnen Limite wird mittels einer Ampelsystematik klassifiziert:
Falls ein Limit bzw. ein Schwellenwert überschritten wird, setzt ein Eskalationsprozess ein, um die Limitüberziehung zurückzuführen bzw. im Fall einer Schwellenwertüberziehung eine Überschreitung des Limits zu vermeiden. Im Eskalationsprozess sind die entsprechenden Verantwortlichkeiten festgelegt, um eine nachhaltige Steuerungswirkung der Limite zu garantieren. KreditrisikominderungDie HVB verfolgt die Strategie, alle Arten von Kreditsicherheiten bei der Kreditvergabe heranzuziehen, die bei einem Ausfall einen ökonomischen Nutzen für die Bank darstellen. Für die Kreditrisikominderung werden nur die Sicherheiten herangezogen, die die Anforderungen des Internal-Ratings-Based-Advanced (IRBA)-Ansatzes gemäß Basel III erfüllen. Ein wesentlicher Punkt bei der Gestaltung der Sicherheitenverträge und internen Prozesse ist dabei, dass die rechtliche Durchsetzbarkeit der Sicherheiten gewährleistet ist. Es wurden Verfahren zur Bewertung der Sicherheiten implementiert, die den Regelungen von Basel III entsprechen. Dabei werden für die Bewertung empirisch ermittelte Verwertungserlös- und Kostenquoten sowie Verwertungsdauern herangezogen. Die Bewertung für Grundpfandrechte beinhaltet ein statistisches Modell für die Fortschreibung der aktuellen und Prognose der zukünftigen Zeitwerte zum Zeitpunkt der Verwertung. Die Zeitwerte werden jährlich an die tatsächlich beobachtete Marktentwicklung angepasst, die Prognose wird überprüft und sofern notwendig angepasst. Für Sicherheitenarten mit einer geringen Ausfallhistorie wurden spezielle Simulationsverfahren zur Sicherheitenbewertung entwickelt. Bei Wertpapieren greift die HVB auf Basis historischer Erkenntnisse auf eigene Haircut-Ermittlungen zurück. Weiterhin werden, soweit nach der CRR zulässig, Sicherheiten auch über einen Substitutionsansatz berücksichtigt. Die wertmäßig bedeutsamsten Sicherheitenarten im Kreditgeschäft sind Grundpfandrechte, Gewährleistungen sowie Verpfändungen von finanziellen Sicherheiten, die zusammen rund 90% der bewerteten Sicherheiten ausmachen. Im Handelsgeschäft erfolgt die Besicherung von außerbörslich gehandelten (Over-the-Counter, OTC) Derivaten, Wertpapier-Repo- und Wertpapier-Leihe-Geschäften (Security Financing Transactions, SFTs) und börsengehandelten Derivaten (Exchange Traded Derivatives, ETDs) auf Basis der jeweiligen vertraglichen Grundlagen mit den Kontrahenten. Im OTC-Geschäft sind dies der ISDA (International Swaps and Derivatives Association) beziehungsweise der DRV (Deutscher Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte) sowie der CSA (Credit Support Annex als Anhang an einen ISDA-Rahmenvertrag) oder der BRV (Anhang an einen DRV-Rahmenvertrag), im SFT-Geschäft der Standardrahmenvertrag für Repo-Geschäfte (Global Master Repurchase Agreement, GMRA) oder die Standardrahmenverträge für Wertpapier-Leihe-Geschäfte (Global Master Securities Lending Agreement, GMSLA). Für die Kreditrisikominderung werden regulatorisch nur unter der CRR als anrechnungsfähig anerkannte Sicherheiten herangezogen. Intern regelt eine Collateral Policy Bedingungen für die Annahme von Sicherheiten im Handelsgeschäft. Die Marktfolge hat hierbei ein Mitsprache- und Vetorecht. Die Bewertung der Sicherheiten aus dem Handelsgeschäft erfolgt auf Basis aktueller Marktpreise. Für die Vorhersage der Kontrahentenrisiko-Exposures wird ein fortgeschrittenes internes Modell zur Vorhersage der Besicherung sowie der Sicherheitenwerte verwendet (Simulationsmethode). MessungFür die Erhebung unseres Kreditrisikos nutzen wir folgende Risikomessinstrumente und Steuerungsgrößen. Kreditausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, PD)Grundlage für die Messung der Kreditausfallrisiken sind interne kundensegmentspezifische Rating- und Scoringverfahren der HVB Group, die für alle wesentlichen Kreditportfolios verfügbar sind. Sowohl für die Kreditentscheidungen, das Pricing, die Eigenkapitalunterlegung nach Basel III (IRBA-Ansatz) als auch für das interne Kreditrisikomodell ist die zuverlässige Bestimmung der PDs unserer Kunden von zentraler Bedeutung. Entsprechend gilt unser besonderes Augenmerk der Weiterentwicklung und Verfeinerung unserer internen Bonitätsanalyse-Instrumente. Die auf Basis der Rating- und Scoringverfahren ermittelten PDs führen zur Eingruppierung in eine Bonitätsklasse einer zehn Stufen umfassenden Skala. Die Bonitätsklassen 1 bis 7 zeigen das nicht problembehaftete und die Bonitätsklassen 8 bis 10 das problembehaftete Geschäft, wobei die Bonitätsklassen 8-, 9 und 10 Ausfallklassen darstellen. HVB-Masterskala mit PD-Bandbreiten
Im Gegensatz zu den Ratings auf Partnerebene, bei denen das Risiko für die Bank der Partner ist, wird bei einem Transaktionsrating das Risiko auf die Transaktion abgestellt. Hier wird nicht der Partner als Risikoträger gesehen, sondern die einzelne Transaktion mit ihrem klar abgegrenzten Risiko geratet. Typische Beispiele für Transaktionsratings können strukturierte Finanzierungen und Verbriefungstransaktionen sein. Verlustquote (Loss Given Default, LGD)Der LGD gibt an, welcher Anteil des zugrunde liegenden Forderungsbestands bei einem Ausfall höchstwahrscheinlich verloren ist. Einen wesentlichen Einfluss auf die Höhe des LGD haben dabei die erwarteten Erlöse aus den zur Kreditrisikominderung genutzten Sicherheiten. Daneben wird die Höhe des LGD durch kreditnehmerbezogene Kriterien bestimmt. Die zuverlässige Bestimmung des LGD unserer Kunden ist sowohl für die Kreditentscheidungen, das Pricing, die Eigenkapitalunterlegung nach Basel III (IRBA-Ansatz) als auch für unser internes Kreditrisikomodell bedeutsam. Daher nimmt die Weiterentwicklung und Verfeinerung sowie die jährliche Validierung unserer LGD-Schätzmethodik einen hohen Stellenwert bei uns ein. Exposure at Default (EaD)Das EaD ist die erwartete Höhe der Forderung zum Zeitpunkt des Ausfalls. Es umfasst aktuelle Außenstände sowie die voraussichtliche zukünftige Inanspruchnahme durch den Kreditnehmer. Diese voraussichtlichen zukünftigen Inanspruchnahmen werden auf Basis historischer Daten ermittelt und jährlich validiert. Als Bezugsbasis für die EaD-Parameter werden auch außerbilanzielle Exposures wie beispielsweise freie, extern zugesagte Linien herangezogen. Auch die EaD-Parameter fließen in die Kreditentscheidung, das Pricing, die Eigenkapitalunterlegung nach Basel III (IRBA-Ansatz) und in das interne Kreditrisikomodell ein. Für das Emittentenrisiko wird weiterhin eine kreditrisikoorientierte Exposure-Berechnung und Limitierung durchgeführt. Dabei wird für die einzelnen Positionen des Handelsbuchs ein zeitwertorientiertes Exposure berechnet, das den maximalen potenziellen Zeitwertverlust ohne Berücksichtigung von Restwerten ausweist und limitiert. Zur Begrenzung der Bankbuch- sowie ABS-Positionen wird ein kreditrisikoorientiertes, nominalwertbasiertes Exposure verwendet. Die Limitierung erfolgt unter Berücksichtigung von Nettingeffekten. Im Bereich des Kontrahentenrisikos wird im Rahmen eines internen Modells ein Simulationsverfahren zur Ermittlung zukünftiger Exposurewerte für das Wiedereindeckungsrisiko verwendet. Die innerhalb des internen Modells verwendete Default-Conditional-Metrik zur Ermittlung der zukünftigen Exposures erlaubt unter anderem die Berücksichtigung der Korrelationseffekte zwischen Markt- und Kreditrisiko, insbesondere des besonderen Korrelationsrisikos (specific wrong-way-risk). Die Simulation erfolgt für bis zu 50 zukünftige Zeitpunkte auf Basis von 3.000 Marktdaten-Szenarien pro Berechnungszeitpunkt. Erwarteter Verlust (Standardrisikokosten, Expected Loss, EL)Der EL gibt den erwarteten Verlust aufgrund von Kreditausfällen im Kreditportfolio an, der unter Berücksichtigung von aktuellen Bonitätseinstufungen und vorhandenen Sicherheiten in den nächsten zwölf Monaten zu erwarten ist. Er wird unter anderem zur Risikoidentifikation, als absoluter wie auch relativer Wert, im Pricing, bei der Profitabilitätsberechnung und im Rahmen der Limitierung genutzt. Risikodichte (Risk Density)Die Risikodichte ist neben dem EaD und EL eine weitere Risikokennzahl, über die die einzelnen Teilportfolios der HVB Group gesteuert werden. In der HVB Group errechnet sich die Risikodichte als Quotient von EL zu nicht ausgefallenem Exposure und wird in Basispunkten angegeben. Sie ist ein Indikator für die Risikoentwicklung eines Portfolios. Unerwarteter Verlust (Ökonomisches Kapital, EC)Das ökonomische Kapital misst die Höhe des benötigten Kapitals, um den unerwarteten Verlust jenseits des EL abzudecken, der innerhalb der nächsten zwölf Monate mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,90% nicht überschritten wird. Dieses Risikomaß macht den Risikogehalt der unterschiedlichen Teilportfolios unter Berücksichtigung von Konzentrationsrisiken im Portfolio vergleichbar. Es fließt außerdem ins Pricing sowie in die risikoadjustierte Profitabilitätsrechnung der Bank ein. Internes KreditrisikomodellFür die Messung des ökonomischen Kapitals für das Kreditrisiko verwendet die HVB Group seit Dezember 2015 das konzerneinheitliche Kreditportfoliomodell der UniCredit. Das Gruppenmodell folgt dem strukturellen Merton-Ansatz, in dem Abhängigkeiten zwischen den Kreditnehmern über ein Multifaktormodell abgebildet werden und berücksichtigt neben dem reinen Kreditausfallrisiko auch Wertschwankungen aus Ratingveränderungen für bestimmte Teilportfolios (Migrationsrisiko). Das Kreditportfoliomodell deckt alle im Sinne der Kreditrisiko-Definition relevanten Anlagebuchpositionen und Kontrahentenrisiken aus Derivate-Positionen ab. Emittentenrisiken aus dem Handelsbuch werden weiterhin über das Incremental-Risk-Charge (IRC)-Modell erfasst, das in der Darstellung des ICAAP ein Bestandteil des Marktrisikos ist. Das Länderrisiko ist über entsprechende PD-Aufschläge berücksichtigt. Risikomindernde Faktoren werden über Reduktionen der LGDs sowie der PDs angerechnet. Risiko- und marktgerechtes PricingZur Risiko- und Profitabilitätssteuerung des Kreditgeschäfts werden Pricing-Methoden und -Tools eingesetzt, die alle Kostenbestandteile, insbesondere die zu erwartenden Standardrisikokosten und die Kapitalkosten berücksichtigen und jeweils an die aktuelle Parametrisierung und Banksteuerung angepasst sind. Kreditentscheidungen werden unter Risiko- und Ertragsgesichtspunkten vorgenommen, die vor Abschluss eines Geschäfts in der verpflichtenden Vorkalkulation bestimmt werden. Überwachung und SteuerungDie Risikoüberwachung findet auf Ebene von Einzelengagements statt. Darüber hinaus werden verschiedene Instrumente auf Portfolioebene eingesetzt. Die Einzelengagements werden sowohl im Kreditgeschäft als auch im Handelsgeschäft mit Hilfe von klassischen Überwachungssystemen wie der Bonitätsanalyse und Frühwarnsystemen überwacht. Einzelengagement-Limite werden auch in Abhängigkeit von der Ausfallwahrscheinlichkeit gesetzt und begrenzen die eingegangenen Risiken. Ein Monitoring und Reporting eventueller Limitüberziehungen erfolgt im monatlichen Rhythmus. Besonderheiten bei Kontrahenten- und EmittentenrisikenZentraler Bestandteil unseres Managements und Controllings von Kontrahentenrisiken inklusive Erfüllungsrisiko, Wiedereindeckungs- oder Kursrisiko und Geldhandelsrisiko sowie Emittentenrisiken ist der Einsatz von Limitsystemen, welche ein nicht strategiekonformes Anwachsen unserer Risikoposition anzeigen. Diese stehen in allen wesentlichen Lokationen der HVB Group, die Handelsgeschäft betreiben, online zur Verfügung. Jedes abgeschlossene Handelsgeschäft wird unverzüglich erfasst und zeitnah (untertags) auf das jeweilige Limit angerechnet. Das Wiedereindeckungsrisiko wird auf Basis einer Internen-Modelle-Methode (IMM) ermittelt und ist aufsichtsrechtlich zur Ermittlung des Kapitalbedarfs anerkannt. Zur Reduzierung des Kontrahentenrisikos gegenüber Finanzinstituten nutzt die HVB Group zunehmend Derivatebörsen in deren Funktion als zentraler Kontrahent. Quantifizierung und KonkretisierungDas EC für Kreditrisiken der HVB Group, ohne Berücksichtigung von Diversifikationseffekten zwischen den Risikoarten, liegt bei 3,3 Mrd € und ist gegenüber dem berichteten Wert per 31. Dezember 2015 (3,5 Mrd €) um 0,2 Mrd € gesunken. Bei Anwendung des aktuell gültigen Konfidenzniveaus von 99,90% rückwirkend zum Vergleichsstichtag läge der Vergleichswert für das EC per 31. Dezember 2015 bei 3,3 Mrd €. Bei der Herausrechnung des Effekts der Änderung des Konfidenzniveaus verbleibt das EC auf konstantem Niveau im Vergleich zum 31. Dezember 2015. KreditausfallrisikoDie nachfolgenden Tabellen und Grafiken für das Kreditausfallrisiko zeigen die Gesamtexposurewerte (Summe aus ausgefallenem und nicht ausgefallenem Exposure) der HVB Group inklusive Emittentenrisiken des Handelsbuchs. Das Emittentenrisiko aus dem Handelsbuch fließt außerdem über den inkrementellen Risikoaufschlag in die Marktrisikoberechnung ein. Die Ausführungen hierzu sind im Kapitel Marktrisiko zu finden. Die Summe der Exposures des Kreditausfallrisikos wird nachfolgend Kreditausfallrisiko-Exposure bzw. Exposure genannt. Die Berechnung des Exposures erfolgt unter anderem durch Einbeziehung von Kontosalden am Buchungstag. Von der Betrachtung ausgenommen sind die restlichen Kreditbestände des früheren Geschäftsbereichs Real Estate Restructuring, da es sich um ein Abbauportfolio ohne weiteres Neugeschäft handelt. Dieses wurde in den vergangenen Jahren konsequent reduziert und beträgt nun noch 248 Mio € (31. Dezember 2015: 397 Mio €). Entwicklung der Steuerungsgrößen nach Geschäftsbereichen
1 Erwarteter Verlust des nicht ausgefallenen
Exposures ohne Emittentenrisiken des Handelsbuchs.
Im Jahr 2016 sank der erwartete Verlust der HVB Group um 21 Mio € und die Risikodichte um 2 BP. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf eine Verbesserung der Portfoliostruktur im Geschäftsbereich CIB, insbesondere durch einen Geschäftsanstieg in den besseren Bonitätsklassen 2 bis 4 bei gleichzeitig leichtem Geschäftsabbau in den schlechteren Bonitätsklassen 5 bis 8 zurückzuführen. Außerdem trugen auch einzelne Übertragungen aus dem nicht leistungsgestörten in das leistungsgestörte Portfolio zu der Entwicklung bei. Die rückläufige Entwicklung des ökonomischen Kapitals nach Geschäftsbereichen im Jahr 2016 spiegelt im Wesentlichen die Änderung des Konfidenzniveaus wider. Im Geschäftsbereich CIB stieg das EC bei gleichbleibenden erwarteten Verlust aufgrund eines Aufbaus von Einzeladresskonzentrationen in der Branche Finanzinstitute (inklusive Staaten). Verteilung des Kreditausfallrisiko-Exposures nach Geschäftsbereichen und Risikokategorien (in Mio €)
Das Kreditausfallrisiko-Exposure der HVB Group stieg im Jahr 2016 um 2.353 Mio €. Insbesondere im Geschäftsbereich Commercial Banking war ein Exposureanstieg in Höhe von 2.079 Mio € zu verzeichnen, welcher unter anderem aus der Geschäftsentwicklung in den Branchen Real Estate, Lebensmittel, Getränke, Agrarwirtschaft sowie dem öffentlichen Sektor resultierte. Verteilung des Kreditausfallrisiko-Exposures nach Bonitätsklassen (in Mio €)
Die Ratingstruktur der HVB Group veränderte sich im Laufe des Jahres 2016 hauptsächlich durch die Geschäftsentwicklung in der Branche Finanzinstitute (inklusive Staaten), welche zu einem Exposureabbau in der Bonitätsklasse 1 um 6.774 Mio € führte. Wesentliche Ursache hierfür ist der Abbau von Liquiditätsanlagen der HVB Group. Außerdem erfolgte in den besseren Bonitätsklassen 2 bis 4 in diversen Branchen ein Exposureanstieg um 12.316 Mio € sowohl durch Geschäftsausweitungen als auch durch Ratingmigrationen. Im Gegenzug konnte in den schlechteren Bonitätsklassen 5 bis 8 ein Exposurerückgang um 1.636 Mio € erreicht werden. Entwicklung der Steuerungsgrößen nach Branchengruppen
1 Erwarteter Verlust des nicht ausgefallenen
Exposures ohne Emittentenrisiken des Handelsbuchs.
Das Portfolio ist ausgewogen strukturiert und über die verschiedenen Branchen diversifiziert. Die größten Veränderungen im Laufe des Jahres 2016 waren in folgenden Branchengruppen zu beobachten: Das Exposure in der Branchengruppe Finanzinstitute (inklusive Staaten) reduzierte sich im Jahr 2016 um 5.614 Mio €. Diese Entwicklung ist unter anderem auf den Abbau von Liquiditätsanlagen zurückzuführen und liegt im Rahmen der geschäftsbedingten Volatilität für diese Branche. Der Rückgang des erwarteten Verlusts um 8 Mio € resultiert vor allem aus Ratingverbesserungen, aber auch aus Umgruppierung einiger Kunden in andere Branchen. Die Risikodichte verbesserte sich leicht von 7 BP auf 6 BP. In der Branchengruppe Energie hat sich das Exposure im Jahr 2016 deutlich um 3.299 Mio € erhöht. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus der strategiekonformen Ausweitung des Geschäfts, aber auch aus der Umgruppierung einer Transaktion in Höhe von 1.520 Mio € aus einer anderen Branchengruppe. Neben einigen Ratingverschlechterungen ist auch diese Umgruppierung maßgeblich an der Erhöhung des erwarteten Verlusts um 21 Mio € beteiligt. Unter Herausrechnung der vorgenannten Umgruppierung hat sich die Portfolioqualität, gemessen an der Risikodichte, sogar leicht verbessert. Das Exposure in der Branchengruppe Schifffahrt wurde im Jahr 2016 um weitere 527 Mio € zurückgeführt. Der erwartete Verlust sank ebenfalls um 21 Mio € infolge von Kreditrückzahlungen sowie einzelner Übertragungen in das leistungsgestörte Portfolio. Dies führte zu einer Verbesserung der Risikodichte um 19 BP. Im Folgenden sind zu einzelnen ausgewählten Branchen Details mit Bezug auf die HVB Group beschrieben: Finanzinstitute (inklusive Staaten)Branchenweit führten steigende Kosten aufgrund regulatorischer Vorgaben sowie im Zusammenhang mit Compliance (Strafzahlungen und Investitionen) bei rückläufigen Erträgen aufgrund geänderter Geschäftsmodelle und geringerer Kreditnachfrage zu starkem Ertragsdruck. Um negative Entwicklungen innerhalb des Bankensektors zeitnah identifizieren und diesen entgegenwirken zu können, setzt die HVB Group das Überwachungsinstrument "Radarschirm für Finanzinstitute/Banken" ein. Sollten Bonitätsverschlechterungen bei Banken festgestellt werden, wird eine Änderung der Engagementstrategie beschlossen. Die Liquiditätsversorgung der Banken ist größtenteils unproblematisch. Aufgrund der Politik der EZB kann es in der Branche vereinzelt zu negativen Zinssätzen für Einlagen kommen. Ein Teil des Exposures der Branche Finanzinstitute (inklusive Staaten) resultierte aus Kreditausfallrisiken gegenüber der UniCredit S.p.A. und weiteren mit der UniCredit verbundenen Gesellschaften (Upstream und Downstream Exposure) aufgrund der strategischen Ausrichtung der HVB Group als gruppenweites Kompetenzzentrum für das Markets- und Investment-Banking-Geschäft der UniCredit sowie anderer Geschäftsaktivitäten (zum Beispiel Exportfinanzierungen, Avalgeschäfte). Öffentlicher SektorDie Branchengruppe öffentlicher Sektor beinhaltet neben den öffentlichen Haushalten auch privatrechtliche Gesellschaften mit öffentlich-rechtlichem Gesellschafterhintergrund. Da insbesondere die Bundesländer und die unter deren voller Haftung stehenden Förderbanken wichtige Anlageadressen für die bankinterne Liquiditätssteuerung darstellen, ist der überwiegende Exposure-Anteil durch eigene Liquiditätsanlagen verursacht. Die Liquiditätsanlagen wurden reduziert und trugen damit unter anderem zur dargestellten Exposure-Reduzierung um 1.324 Mio € bei. Das Exposure bewegte sich komfortabel innerhalb des für diese Branche definierten Branchenlimits. Real EstateDer Immobilienmarkt in Deutschland zeigte sich im Jahr 2016 aufgrund der historisch extrem niedrigen Zinsen im langfristigen Bereich, des robusten Arbeitsmarkts und der anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnimmobilien sowie mittlerweile auch nach Gewerbeimmobilien -vor allem in Ballungszentren - erneut sehr stabil. Das im Rahmen der letzten Finanzkrise 2008 veränderte Anlageverhalten führte zu erheblichen Vermögensumschichtungen hin zu Immobilien. Ungelöste internationale Krisenherde und die Unsicherheit über Veränderungen im europäischen Umfeld könnten in kommenden Perioden zu sich eintrübenden konjunkturellen Aussichten führen, die sich dann besonders im Gewerbebereich auswirken würden. Im wohnwirtschaftlichen Bereich sind - nach Überhitzungstendenzen in den Kernmärkten (unter anderem Berlin, Hamburg, München) - insbesondere bei hochpreisigen Objekten einsetzende Marktberuhigungen und sich normalisierende Vertriebszeiten festzustellen. Auch aufgrund der seit Jahren konservativen, vorausschauenden Kreditrisikostrategie für die Branche Real Estate zeigte sich das Bestandsportfolio im Jahr 2016 unverändert robust und unterdurchschnittlich riskant (gemessen an der Risikodichte). Im langjährigen Vergleich konnte im Jahr 2016 das beste Risikoergebnis (gemessen am tatsächlichen Verlust) in der Branchengruppe Real Estate erreicht werden. Insgesamt soll das Real Estate Portfolio entlang des erwarteten Wirtschaftswachstums unter Berücksichtigung der bewährten Finanzierungsparameter wachsen. Das Finanzierungsgeschäft fokussiert sich auf Deutschland. Special ProductsIm Rahmen der Risikostrategie 2016 wurde für Teilsegmente des Special Products Portfolios eine Wachstumsstrategie in klar definierten Assetklassen mit konservativen Kreditstandards festgelegt. Dieses Wachstum konnte trotz des schwierigen Marktumfelds (unter anderem Konkurrenzsituation, Margendruck) in den geplanten Portfolioteilsegmenten umgesetzt werden. Für das Jahr 2017 halten wir an der bestehenden Wachstumsstrategie fest. EnergieDas Portfolio Energie hat sich im Jahr 2016 im Wesentlichen aufgrund einer Umgruppierung eines Engagements in Höhe von 1.520 Mio € aus einer anderen Branchengruppe erhöht. Daneben wirkten sich die strategiekonforme Ausweitung des Geschäfts mit Ölhandelsgesellschaften sowie Ziehungen unter bestehenden Linien exposureerhöhend aus. Unter Herausrechnung der vorgenannten Umgruppierung hat sich die Portfolioqualität, gemessen an der Risikodichte, sogar leicht verbessert. Entsprechend der festgelegten Risikostrategie fokussieren wir uns im Energiebereich (inklusive Öl und Gas) auf große international aufgestellte Unternehmen. Das Kreditengagement bei Unternehmen, die unsere Finanzierungsvoraussetzungen nicht erfüllen, wird aktiv reduziert oder das Risiko durch strukturelle Finanzierungselemente begrenzt. Bei Projektfinanzierungen im Bereich erneuerbare Energien konzentrieren wir uns auf Projekte in Ländern mit einem stabilen regulatorischen Umfeld und achten auf die Einhaltung unserer Finanzierungsstandards. SchifffahrtDie Branche stand in den meisten Teilmärkten im Jahr 2016 unter starkem Druck. Die Fracht- und Zeitcharterraten von Massengutfrachtern markierten dabei aufgrund von Überkapazitäten infolge schwächerer Nachfrage im ersten Quartal historische Tiefstände, von denen sie sich seitdem nur unwesentlich erholt haben. In der Containerschifffahrt verharrten die Zeitcharterraten auf einem nicht auskömmlichen Niveau. Die Nachfrage in der Offshore-Industrie litt unter dem sich weiter auf niedrigem Niveau befindlichen Ölpreis. Dementsprechend war die Nachfrage nach Equipment für die Offshore-Ölexploration und -Ölförderung deutlich rückläufig. Tanker für Ölprodukte und insbesondere Rohöltanker profitierten hingegen weiterhin vom niedrigen Ölpreis verbunden mit einer hohen Nachfrage nach Transportraum. Die Frachtraten gaben gegenüber dem Vorjahr nach, waren aber weiterhin auskömmlich. Nachdem sich die im Zuge der anhaltenden Krise deutlich gefallenen Neubau- und Zweitmarktpreise für Schiffe auf niedrigem Niveau stabilisieren konnten, zeigten die Preise - analog der Frachtratenentwicklung - zuletzt unterschiedliche Tendenzen. Während bei den Massengutfrachtern leicht anziehende Preise zu beobachten waren, entwickelten sich die Preise für alle anderen Schiffstypen im Jahr 2016 stark rückläufig und erreichten für Teilsegmente Schrottpreisniveau. Die HVB Group verfolgt für das Schiffsfinanzierungsgeschäft weiterhin eine konservative Strategie. Die Risikobeherrschung des bestehenden Portfolios steht unverändert im Vordergrund. Nach dem nennenswerten Portfolioabbau in der Branche Schifffahrt in den vergangenen Jahren wurde der Abbau des Bestandportfolios im Jahr 2016 weiter planmäßig umgesetzt. Gleichzeitig wurde dennoch selektiv Neugeschäft eingegangen, wenn dies zu einer Verbesserung der Portfolioqualität geführt hat. Medien, PapierDas Portfolio Medien, Papier hat sich im Jahr 2016 auf 2.075 Mio € erhöht. Die Erhöhung um 386 Mio € ist im Wesentlichen auf drei Neufinanzierungen (Summe 200 Mio €) sowie Erhöhungen bei anderen Bestandskunden zurückzuführen. Nachdem die Erhöhungen überwiegend bei Kundengruppen in einer besseren Bonitätsklasse vorgenommen wurden, hat sich die Portfolioqualität, gemessen an der Risikodichte, deutlich verbessert. Insgesamt bewegte sich das Exposure innerhalb des für die Branche definierten Branchenlimits. Akquisitionsfinanzierungen in den Kernmärkten der HVB GroupAkquisitionsfinanzierungen sind im Kreditausfallrisiko-Exposure der einzelnen Branchengruppen enthalten. Im Hinblick auf die spezifischen Finanzierungsstrukturen werden diese im Sinne der Risikostrategie der HVB Group aber separat gesteuert. Das Portfolio der HVB Group für Akquisitionsfinanzierungen stieg im Jahr 2016 gegenüber dem Jahresende 2015 an, da neue Transaktionen den Rückgang des Bestandsportfolios überkompensieren konnten. Trotz eines schwierigen Marktumfelds konnte die Portfolioqualität (gemessen am erwarteten Verlust und der Risikodichte) leicht verbessert werden. Der erwartete Verlust und die Risikodichte befinden sich weiterhin auf einem akzeptablen Niveau und komfortabel innerhalb der definierten Limite. Bei neuen Akquisitionsfinanzierungen konzentriert sich die HVB Group unverändert auf Konsortialführer-Mandate. Ziel ist es in Deutschland die führende Marktposition zu festigen. Die Marktanteile in England, Frankreich, Benelux und Skandinavien sollen erhöht werden. Finanzierungen im besonderen FokusIm Portfolio der HVB Group sind Engagements enthalten, die die Fertigstellung eines Offshore-Windparks (Ocean Breeze) zum Ziel hatten. Mit 80 Anlagen und einer Leistung von bis zu 400 MW ist der Park derzeit einer der weltweit größten kommerziellen Offshore-Windparks. Der Offshore-Windpark befindet sich seit Anfang des Jahres 2014 im Betrieb. Nach anfänglichen Netzanschlussproblemen läuft der Windpark seit Anfang des Jahres 2015 stabil im Regelbetrieb, die Leistungsfähigkeit des Windparks hat sich dabei im Jahr 2016 erneut verbessert und stabilisiert. Jedoch kann das Risiko (unerwarteter) technischer Probleme mit negativer Auswirkung auf die Performance nicht vollständig ausgeschlossen werden. Alle bisher bekannten Schadensthematiken sind im aktuellen Geschäfts- und Mehrjahresplan der Ocean Breeze berücksichtigt. Auf dieser Basis und im Zusammenhang mit den Leistungsparametern des Windparks ist davon auszugehen, dass der im Regelbetrieb erzielbare Cashflow auskömmlich ist, um eine Rückführung der Verschuldung im branchenüblichen Zeitraum zu gewährleisten. Die Verbindlichkeiten der Ocean Breeze konnten im Jahr 2016 bisher um weitere 150 Mio € zurückgeführt werden. Für die Folgejahre plant die Gesellschaft weitere jährliche Tilgungen in dreistelliger Millionenhöhe aus dem prognostizierten Cashflow. Für einen Teil der im Wesentlichen im Jahr 2014 entgangenen Erlöse hat Ocean Breeze basierend auf § 17e Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vom Netzbetreiber TenneT Erstattungen erhalten, ein weiterer Teil der von Ocean Breeze geltend gemachten Schadensersatzansprüche ist strittig und befindet sich seit dem Frühjahr 2016 in der gerichtlichen Klärung. Exposure-Entwicklung der Länder/Regionen nach RisikokategorienDie nachstehenden Tabellen zeigen umfassend das Konzentrationsrisiko auf Länderebene. Die Exposurewerte werden bezogen auf das Risikoland des Partners gezeigt. Entwicklung Kreditausfallrisiko-Exposure der Länder der Eurozone 1 (in Mio €)
Das Exposure entwickelte sich im Rahmen der für das Jahr 2016 festgelegten Risikostrategie. Dies galt speziell vor dem Hintergrund der bisherigen Stabilisierung der Konjunktur in der Eurozone. Die gestiegene Unsicherheit aufgrund des Brexits könnte sich hierauf jedoch negativ auswirken. Die HVB Group wird diese Entwicklung kritisch beobachten und falls notwendig geeignete Maßnahmen ergreifen. ItalienDie Größe des Portfolios resultiert aus der Rolle der HVB Group als gruppenweites Kompetenzzentrum für das Markets- und Investment-Banking-Geschäft der UniCredit. Dieses Portfolio wird aktiv geführt und entsprechend den Marktstandards (zum Beispiel Derivategeschäft auf besicherter Basis) gesteuert. Im Italien-Exposure ist auch das Exposure mit der UniCredit S.p.A. enthalten, für welches eine gesonderte Strategie definiert wurde. Unterstützt durch die Reformen der Regierung Renzi hat sich die Konjunktur erholt, das reale BIP-Wachstum war im Jahr 2016 wieder positiv. Trotz des Rücktritts von Ministerpräsident Matteo Renzi im Dezember 2016 hat sich die Konjunktur in den letzten Wochen stabil gezeigt und es wird auch für das Jahr 2017 ein Wachstum in ähnlicher Höhe wie für das Jahr 2016 erwartet. LuxemburgDie absolute Höhe des Exposures erklärt sich hauptsächlich durch die Tochtergesellschaft in Luxemburg, in der zum Teil auch deutsches Firmenkundengeschäft gebucht wird und durch Exposure mit multinationalen Organisationen. Entwicklung der schwächeren EuroländerDie intensiven Spar- und Reformanstrengungen einzelner Euroländer waren erfolgreich und haben zu einer insgesamt verbesserten Einschätzung durch die Kapitalmärkte geführt. Insbesondere Spanien ist hier hervorzuheben, das im Jahr 2016 erneut ein kräftiges Wachstum erreicht hat. Das Portfolio in den schwächeren Euroländern wurde im Jahr 2016 weiterhin aktiv, jedoch mit unterschiedlichen Strategien, gesteuert. Für Griechenland wurde im Jahr 2016 weiterhin eine Abbaustrategie verfolgt. Entwicklung Kreditausfallrisiko-Exposure der Regionen/Länder außerhalb der Eurozone 1 (in Mio €)
Das Gesamtexposure der Regionen/Länder außerhalb der Eurozone stieg im Jahr 2016 um 1.387 Mio €. Zu dieser Entwicklung trugen insbesondere die Regionen Asien/Ozeanien (ohne Japan, China, Hongkong) und Naher/Mittlerer Osten/Nordafrika bei. BrexitDie möglichen Auswirkungen des Brexits werden durch die HVB Group unter anderem in Bezug auf die zukünftige Entwicklung des Exposures des Vereinigten Königreichs berücksichtigt. Geopolitische KrisenherdeAufgrund des Konflikts in der Ostukraine und den wirtschaftlichen Auswirkungen auf das gesamte Land bleibt das unbesicherte Geschäft mit ukrainischen Banken weiterhin eingestellt. Die Eskalation der Situation mit russischer Beteiligung hat zu weiterhin anhaltenden EU- und US-Sanktionen mit Auswirkungen auf das grenzüberschreitende Russlandgeschäft geführt. Dies spiegelt sich in der Exposure-Reduzierung wider, da Neugeschäft nur unter der Maßgabe der Einhaltung aller Sanktionen und unter Berücksichtigung der Kundeninteressen nach Einzelfallprüfung ermöglicht wird. In der Region Naher/Mittlerer Osten/Nordafrika ist durch die Terrororganisation IS und den Krieg in Syrien die politische und wirtschaftliche Stabilisierung der Region nach wie vor gefährdet. Ein Ende der militärischen Auseinandersetzungen in Syrien wie auch im Irak ist nicht abzusehen. Die fortschreitende Eskalation und Internationalisierung des Konflikts haben zudem zu außenpolitischen Risiken für die Türkei geführt. Zusätzlich schädigen zunehmende terroristische Aktivitäten in der Türkei die dortige Tourismusindustrie. Die Wirtschaft der Türkei wird außerdem durch die innenpolitischen Entwicklungen seit dem missglückten Putschversuch belastet, wodurch die Investitionsnachfrage gebremst wird. Insbesondere der Zustrom ausländischer Portfolioinvestitionen, die bislang das große Leistungsbilanz-Defizit des Landes finanziert haben, hat sich reduziert. Neben Terrorgefahren und dem Bürgerkrieg in Syrien leidet die Region darüber hinaus unter den zunehmenden Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran sowie dem seit Mitte des Jahres 2014 auf ein deutlich niedrigeres Niveau gefallenen Ölpreis. Dies zwingt Saudi-Arabien und die Golfstaaten trotz ihrer beachtlichen fiskalischen Reserven dazu, ihre Staatsausgaben mittelfristig nach unten anzupassen, wodurch sich Unzufriedenheit in der jeweiligen Bevölkerung ergeben könnte sowie auch ein Versiegen der Zahlungen an Ägypten, das bisher von umfangreichen günstigen Krediten aus diesen Staaten profitiert hat. FinanzderivateDerivate werden neben der Absicht der Ertragserzielung zur Steuerung von Marktpreisrisiken (insbesondere Zinsänderungs- und Währungsrisiken) aus Handelsaktivitäten eingesetzt und dienen darüber hinaus zur Sicherung von bilanzwirksamen bzw. -unwirksamen Positionen im Rahmen der Aktiv-Passiv-Steuerung. Derivate bergen neben Marktrisiken auch Kontrahentenrisiken bzw. im Falle der Kreditderivate, die zudem der Steuerung von Kreditrisiken dienen, auch Emittentenrisiken. Kreditausfallrisikorelevant sind im Wesentlichen die positiven Zeitwerte als Wiederbeschaffungswerte der OTC-Derivate, die den potenziellen Kosten entsprechen, die der HVB Group im Falle des gleichzeitigen Ausfalls aller Kontrahenten entstünden, um die ursprünglich geschlossenen Kontrakte durch wirtschaftlich gleichwertige Geschäfte zu ersetzen. Auf der Basis dieser Wiederbeschaffungswerte und ohne Berücksichtigung risikoreduzierender Effekte ergab sich für die HVB Group zum 31. Dezember 2016 ein maximales Kontrahentenrisiko in Höhe von 76,1 Mrd € (31. Dezember 2015: 78,6 Mrd €). Entsprechend der bankaufsichtsrechtlichen Regelungen nach Basel III bzw. CRR sowie unter Berücksichtigung der regulatorisch für die HVB zugelassenen Internen-Modelle-Methode (IMM) zur Ermittlung von Kontrahentenrisiken ergeben sich aus dem Derivategeschäft der HVB Group zum 31. Dezember 2016 Risikoaktiva aus Kontrahentenrisiken in Höhe von 5,3 Mrd € (31. Dezember 2015: 6,0 Mrd €). Die nachfolgenden Tabellen liefern detaillierte Informationen insbesondere zu den Nominal- und Zeitwertgrößen des gesamten Derivategeschäfts bzw. Kreditderivategeschäfts der HVB Group. Derivategeschäft (in Mio €)
Der nominelle Anteil des derivativen Geschäfts mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Monaten betrug zum 31. Dezember 2016 insgesamt 530.798 Mio € (davon Kreditderivate anteilig 3.470 Mio €). Derivategeschäft nach Kontrahentengruppen (in Mio €)
Kreditderivate (in Mio €)
Kreditderivate nach Referenzaktiva (in Mio €)
Auf Einzelschuldner referenzierende Single-Name-Kreditderivate weisen einen Anteil von 54,6% auf. Auf den Bereich der sogenannten Multi-Name-Kreditderivate, referenzierend auf mehrere Schuldner (insbesondere Baskets bzw. Indices), entfällt ein Anteil von 45,4%. StresstestMit der Durchführung von Stresstests im Kreditportfolio erhält das Kreditrisikomanagement, ergänzend zur monatlichen Analyse der realen Portfolioentwicklung, vierteljährlich Informationen zu den möglichen Konsequenzen einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Dabei stehen die Risikokennzahlen Risikoaktiva (RWA), erwarteter Verlust und EC sowie die Veränderungen in der Portfolioqualität im Mittelpunkt. Neben den auf makroökonomischen Szenarien basierenden Stresstests (deren Ergebnisse unter anderem in die risikoartenübergreifenden Stressrechnungen einfließen) werden Konzentrations-Stresstests, anlassbezogene Stresstests und inverse Stresstests durchgeführt. Zusammenfassung und AusblickDie Bank hat in ihrer Geschäftsstrategie einen starken Fokus auf Wachstum bei gleichzeitiger Risikobeherrschung gelegt. Es ist unverändert das Ziel, ein unterdurchschnittlich riskantes Kreditportfolio innerhalb der relevanten Peer Group beizubehalten. Das für das Jahr 2017 angestrebte Wachstum erscheint vor dem Hintergrund der sich weiter verschärfenden schwierigen Marktsituation und des harten Wettbewerbs noch herausfordernder als im Jahr 2016. Die zahlreichen Unsicherheiten wirtschaftlicher und geopolitischer Natur belasten weiterhin das gesamtwirtschaftliche Umfeld. 2 MarktrisikoDefinitionUnter Marktrisiko verstehen wir den potenziellen Verlust aus bilanziellen sowie außerbilanziellen Geschäftspositionen im Handels- und Bankbuch, der aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen (Zinsen, Aktien, Credit Spreads, Devisen und Rohwaren), sonstiger preisbeeinflussender Parameter (Volatilitäten, Korrelationen) oder durch handelsbezogene Ereignisse in Form von Ausfall oder Bonitätsveränderungen von Wertpapieren (besonderes Kursrisiko für Zinsnettopositionen) entstehen kann. KategorienUnter Zinsänderungsrisiko verstehen wir die Wertveränderung aufgrund von Schwankungen der Zinssätze. Das Fremdwährungsrisiko entsteht durch Wechselkursschwankungen. Aktien- bzw. Rohwarenrisiko bezeichnet das Risiko sich verändernder Kurse auf dem Aktien- bzw. Rohwarenmarkt. Als Credit Spread bezeichnen wir den Renditeaufschlag auf den Zinssatz, der gegenüber einer risikofreien Anlage anzusetzen ist. Aus der Schwankung des Credit Spreads ergibt sich das Credit-Spread-Risiko. Das Optionsrisiko subsumiert Risiken, die aus Veränderungen der Volatilitäten resultieren. StrategieDas Management unserer Marktrisiken erfolgt im Wesentlichen im Geschäftsbereich CIB sowie in geringerem - und weiter abnehmendem - Umfang in unseren Tochtergesellschaften. Wie schon in den Vorjahren stand im Jahr 2016 die weitere Fokussierung auf Kundengeschäfte im Vordergrund. Somit konnten materielle Verluste aus plötzlichen starken Marktbewegungen - zum Beispiel infolge des Brexit-Referendums oder der US-Präsidentschaftswahlen -vermieden werden. Elektronische Handelsplattformen wurden in mehreren Business Lines weiter ausgebaut und in ihrer Funktionalität erweitert. Das Liquiditätsvorsorge-Portfolio wurde weiter diversifiziert um Ertragsrückgänge im schwierigen Marktumfeld mit Negativverzinsung zu adressieren. Parallel dazu wurde das Repogeschäft wieder stärker forciert. Im Devisenhandel wurde die Integration des asiatischen Handelszentrums in globale Prozesse abgeschlossen und damit das Risikomanagement weiter gestärkt. Die angebotene Produktpalette des Devisenhandels wurde global vereinheitlicht. Im Rohwarenhandel lag der Fokus wiederum auf der Kundenfinanzierung, nun auch basierend auf Gas- und Kohlendioxid-Zertifikaten. Im Kredithandel wurde in Reaktion auf eine aufsichtsrechtliche Initiative der Einzelhandelsvertrieb von CLNs (Credit-linked Notes) in Deutschland eingestellt. Der Margenrückgang im Aktienderivatehandel konnte durch verstärkten Vertrieb in Italien, Österreich und Osteuropa teilweise kompensiert werden. In Kooperation des Aktienderivate-Handels mit dem Devisenhandel wurde der Vertrieb von verbrieften Devisenoptionen in Deutschland aufgenommen. Etwa ein Viertel unserer Marktrisiken liegt im Handelsbuch und ist breit gestreut über diverse Handelsbereiche. Außerhalb des Handelsbuchs sind Marktrisiken konzentriert in strategischen Investitionen in Rentenpapieren und im Treasury-Geschäft. Diese Bereiche sind im Rahmen der Marktrisikosteuerung in die Limitierung einbezogen. LimitierungAlle marktrisikotragenden Geschäfte des Handels- sowie Bankbuchs der HVB Group werden täglich in Value-at-Risk (VaR)-Kennzahlen zusammengeführt und den Risikolimiten gegenübergestellt. Die Risikolimite werden jährlich vom Vorstand der HVB genehmigt und bei Bedarf angepasst. Die Handelsbücher unterliegen der Limitierung durch VaR-Limite, wohingegen die Kombination von Handels- und Bankbüchern durch Gesamt-VaR-Limite begrenzt wird. Beide Gruppen von Limiten sind dabei gleichermaßen verbindlich und ihre Einhaltung ist gleichermaßen erzwingbar. Anfang des Jahres 2016 wurden im Rahmen der Verabschiedung der Risikostrategie für die HVB Group das Gesamt-VaR-Limit von 90 Mio € und das Handelsbuch-Limit von 37 Mio € unverändert bestätigt. Die Überwachung der zusätzlich für das interne Marktrisikomodell zu verwendenden aufsichtsrechtlichen Maße Krisenrisikobetrag und inkrementeller Risikoaufschlag wird durch die Limitierung der wöchentlich gemeldeten Risikowerte sichergestellt. Neben der Steuerung durch den VaR-Ansatz werden die Risikopositionen der wesentlichen Einheiten durch ein zusätzliches Bündel an sogenannten granularen Limiten beschränkt. Diese Limite beziehen sich auf Sensitivitäten, Stresstestergebnisse und Nominalvolumina in verschiedenen Risikoklassen. MessungDer VaR gibt den durch Marktpreisschwankungen verursachten erwarteten maximalen Verlust an, der mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (Konfidenzniveau) innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums nicht überschritten wird. Für interne Risikoberichte, Steuerung und Risikolimitierung verwenden wir ein Konfidenzniveau von 99,00% und eine Haltedauer von einem Tag. Zur Berechnung des VaR verwenden wir den Ansatz einer historischen Simulation. Dieser einfache Ansatz ermöglicht es, den VaR zu berechnen, ohne grundsätzliche Annahmen über die statistische Verteilung der Bewegungen des Portfoliowerts zu treffen. Er umfasst die Erstellung der hypothetischen Verteilung der Erträge (Gewinne und Verluste) eines Portfolios von Finanzinstrumenten direkt anhand der historischen Marktpreisschwankungen der letzten zwei Jahre (Betrachtungszeitraum). Seit November 2015 hat die HVB Group für die unternehmensinterne Risikomessung einige methodische Erweiterungen eingeführt, die aufgrund der im aktuellen Marktumfeld auftretenden negativen Zinsen notwendig wurden. Der Antrag auf aufsichtsrechtliche Zulassung der methodischen Erweiterungen wurde beim JST, welches gemäß der europäischen Bankenaufsicht (Single Supervisory Mechanism, SSM) für die UniCredit zuständig ist, eingereicht. Nach erfolgter Genehmigung wurden die Erweiterungen Ende Juni 2016 auch in der aufsichtsrechtlichen Risikomessung umgesetzt. In der HVB Group werden zur Risikosteuerung, neben dem VaR, weitere in den aktuellen CRR-Vorgaben geforderte Marktrisikomaße bestimmt:
Überwachung und SteuerungDie Überwachung der Marktrisikopositionen im Handels- und Bankbuch erfolgt über ein hierarchisches Limitsystem, welches das Verlustpotenzial aus Marktrisiken begrenzt. Dabei werden zum einen die VaR-Werte aus Handelspositionen durch Handelsbuch-Limite eingeschränkt. Zum anderen werden alle Positionen, unabhängig von der aufsichtsrechtlichen oder der IFRS-Einordnung durch sogenannte VaR Warning Levels limitiert. Die VaR-Werte werden täglich gemeinsam mit der Limitauslastung und den Ertragszahlen (P/L-Zahlen) an den Vorstand und die zuständigen Verantwortlichen im Geschäftsbereich CIB gemeldet. Überschreitungen von Handelsbuch- bzw. Gesamt-VaR-Limiten werden unmittelbar eskaliert und ihre Rückführung wird überwacht. Im Jahr 2016 erfolgte die Rückführung bis auf wenige Ausnahmen innerhalb eines Tages. Wurde das vorgegebene Limit auch am Folgetag überschritten, wurde erneut umgehend eskaliert. Das Marktrisikocontrolling hat unmittelbaren Zugang zu den im Handel eingesetzten Front-Office-Systemen. Die Überwachung der Handelsaktivität beinhaltet die zeitnahe Anrechnung auf Kreditrisiko-Limite. Außerdem erfolgt die Überwachung anhand der detaillierten Untersuchung der P/L am Folgetag. Im Zusammenhang mit dieser detaillierten Untersuchung am Folgetag werden sowohl der tägliche Umsatz als auch die daraus erzielte P/L aus Intraday-Geschäften ermittelt. Neben den täglichen Berichten wird das Management im wöchentlichen und monatlichen Rhythmus über die Ergebnisse der Risikoanalysen, darunter auch die Ergebnisse der Backtestings und Stresstests sowie der Sensitivitätskennzahlen, unterrichtet. Für die Ermittlung und Allokation des Bedarfs an EC für Marktrisiken werden die zur Bestimmung des VaR verwendete hypothetische Verteilung auf einen (mindestens) 6-jährigen Betrachtungszeitraum erweitert und mit den Ergebnissen aus dem CVA-Risiko kombiniert. Im Gegensatz zur internen Risikosteuerung wird im EC eine Hedge-Wirkung des Modellbuchs Eigenmittel nicht angerechnet. Zusätzlich werden auch Marktrisiken berücksichtigt, die sich aus dem IRC, dem Marktrisiko-Standardansatz und Zuschlägen für ABS-Risiken sowie für Gap-Option-Risiken ergeben. Alle Risiken, mit Ausnahme der Zuschläge, werden entsprechend skaliert, um ein Konfidenzniveau von 99,90% und eine Haltedauer von einem Jahr zu erhalten. Die aufsichtsrechtliche Kapitalanforderung für Marktrisiken umfasst den VaR und Stressed VaR für jeweils eine 10-tägige Halteperiode sowie den IRC und den Marktrisiko-Standardansatz. Zusätzlich wird das CVA-Risiko berücksichtigt. Für die Berechnung der Kapitalanforderung werden die einzelnen Risikomaße nach aufsichtsrechtlicher Durchschnittsbildung, Maximum-Berechnung und Skalierung aufsummiert. Simulation des ZinsüberschussesErgänzend wird monatlich eine Simulation des Zinsüberschusses im Bankbuch für die HVB durchgeführt. Die zukünftige Entwicklung des Nettozinsertrags wird in unterschiedlichen Szenarien bezüglich der Zinsentwicklung simuliert. Im Rahmen der Analyse werden Modellannahmen berücksichtigt. Dabei handelt es sich insbesondere um Produkte mit unbekannter bzw. nicht festgelegter Kapitalbindung sowie enthaltenen Wahlrechten. Die Messung des Zinsrisikos dieser Produktarten im Bankbuch basiert auf Annahmen und Analysen über das Kundenverhalten im Einlagen- und Kreditbereich sowie Prognosen über die Entwicklung zukünftiger Marktzinssätze. Ein Szenario ist ein paralleler -100-Basispunkte-Zinsschock. Dieser würde den Zinsüberschuss unter der Annahme der Wiederanlage des ablaufenden Geschäfts mit gleichen Produktspezifika innerhalb der nächsten zwölf Monate um -56 Mio € belasten (31. Dezember 2015; -100 Basispunkte: -32 Mio €), wohingegen ein paralleler +100-Basispunkte-Zinsschock den Zinsüberschuss für den gleichen Zeitraum um 84 Mio € (31. Dezember 2015; +100 Basispunkte: 133 Mio €) erhöhen würde. Hierbei findet ein Flooring bei 0% Anwendung, das heißt der -100-Basispunkte-Zinsschock wird nicht voll angewandt. Die daraus resultierende Sensitivitätsanalyse erfolgt auf Basis des geplanten Zinsüberschusses für das Geschäftsjahr 2016. Die sich unterscheidenden Ergebnisveränderungen zum Jahresultimo können mit den sich geänderten Marktgegebenheiten und dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld begründet werden. Quantifizierung und KonkretisierungDas EC für Marktrisiken der HVB Group, ohne Berücksichtigung von Diversifikationseffekten zwischen den Risikoarten, liegt bei 2,5 Mrd € und hat sich gegenüber dem Wert per 31. Dezember 2015 (2,7 Mrd €) kaum verändert. Bei Anwendung des aktuell gültigen Konfidenzniveaus von 99,90% rückwirkend zum Vergleichsstichtag liegt der Vergleichswert für das EC per 31. Dezember 2015 bei 2,6 Mrd €. Bei Herausrechnung des Effekts der Änderung des Konfidenzniveaus ergibt sich ein Rückgang des EC von 0,1 Mrd € im Vergleich zum 31. Dezember 2015. Auf aggregierter Basis ergaben sich im Jahresablauf für die Handelsbestände in der HVB Group die in der nachfolgenden Tabelle aufgezeigten Marktrisiken. Marktrisiko der Handelsbuchaktivitäten der HVB Group (Value at Risk, Konfidenzniveau 99,00%, Haltedauer 1 Tag) (in Mio €)
1 Inklusive Rohwarenrisiken.
Die aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen, aufgeteilt auf die relevanten Risikomaße, werden nachfolgend für das letzte Jahr dargelegt. Aufsichtsrechtliche Kapitalanforderung der HVB Group (in Mio €)
Die zwischenzeitlich erhöhten VaR-Werte am 31. März 2016 und am 30. Juni 2016 sind Folge der Modellschwäche bei der Berücksichtigung negativer Zinsen. Nach Genehmigung der Modellerweiterung gingen die Werte wieder deutlich zurück. Neben den für die aufsichtsrechtliche Meldung relevanten Marktrisiken entstehen weitere Marktrisiken aus Bankbuchpositionen. Zur Risikosteuerung werden alle marktrisikotragenden Geschäfte des Handels- sowie Bankbuchs der HVB Group zusammengefasst. Der Großteil der Marktrisiken ergibt sich aus Positionen des Geschäftsbereichs CIB der HVB Group. Marktrisiko der Handels- und Bankbuchaktivitäten der HVB Group (Value at Risk, Konfidenzniveau 99,00%, Haltedauer 1 Tag) (in Mio €)
1 Inklusive Rohwarenrisiken.
Entwicklung Handelsbuch- und Gesamt-Value-at-Risk der HVB Group (in Mio €)
Der Gesamt-VaR der HVB Group zeigt den VaR-Verlauf der Marktpreisrisiken aus Handels- und Bankbuchpositionen. Der Handelsbuch-VaR stellt die Entwicklung des VaR im Handelsbuch dar. Sowohl der Gesamt-VaR-Verlauf als auch der Handelsbuch-VaR-Verlauf zeigen im Jahr 2016 eine relativ stabile Risikoentwicklung. Aufsichtsrechtliches Backtesting des internen Modells der HVB für das Jahr 2016 (in Mio €)
Die Prognosegüte der VaR-Messmethodik wird durch ein regelmäßiges Backtesting überprüft, bei dem die errechneten aufsichtsrechtlichen VaR-Werte mit den, aus den Positionen errechneten, hypothetischen Zeitwertänderungen verglichen werden. Im Jahr 2016 traten drei meldepflichtige Backtesting-Ausreißer auf, die alle im Januar beobachtet wurden. An diesen Tagen war der hypothetische Verlust größer als der prognostizierte VaR-Wert (siehe Grafik "Aufsichtsrechtliches Backtesting des internen Modells der HVB für das Jahr 2016"). Diese drei Ausreißer kamen durch den Einfluss der negativen Euro-Zinsen zustande. In der methodisch erweiterten unternehmensinternen Risikomessung sind diese Ausreißer nicht zu beobachten. Auch der starke Anstieg des aufsichtsrechtlichen VaR im ersten Quartal 2016 ist ausschließlich auf weiter gefallene Euro-Zinsen zurückzuführen, die eine deutliche Überbewertung des Risikos zur Folge hatten. Der in der Grafik dargestellte VaR basiert ab dem zweiten Quartal 2016 auf dem, von der europäischen Bankenaufsicht Ende Juni 2016 genehmigten, erweiterten Modell. Die HVB verwendet zur Modellvalidierung neben dem Backtesting anhand der hypothetischen Wertänderung ("hyp P/L") auch ein Backtesting basierend auf der ökonomischen P/L. Im Jahr 2016 gab es fünf Überschreitungen, im Wesentlichen verursacht von wöchentlichen bzw. monatlichen CVA-P/L-Anpassungen. Die Aussage über die Modellgüte wird durch diese Sonderfälle nicht beeinflusst. Neben dem Backtesting wird die Qualität des Modells durch weitergehende Verfahren regelmäßig überprüft. Dabei werden sowohl die Eignung der Modellierung als auch die verwendeten Risikofaktoren untersucht und bei Bedarf angepasst. Risiken, die nur unzulänglich modelliert werden können, werden regelmäßig überwacht und bei entsprechender Wesentlichkeit limitiert. MarktliquiditätsrisikoDas Marktliquiditätsrisiko bezieht sich auf die Gefahr, dass die Bank Verluste aufgrund der Veräußerung von Vermögenswerten erleidet, die nur mit Abschlägen am Markt liquidiert werden können. Im Extremfall könnte die HVB Group nicht in der Lage sein, einen solchen Wert zu veräußern, da nicht ausreichend Liquidität am Markt angeboten wird oder die Bank eine Position hält, welche gemessen am Marktumsatz zu groß ist. Eine verstärkte Volatilität der Finanzmärkte könnte zudem dazu führen, dass es für die HVB Group schwieriger wird, bestimmte Vermögenswerte und Engagements zu bewerten. Eine weitere Folge könnten signifikante Änderungen der Zeitwerte solcher Vermögenswerte und Engagements sein, die sich als erheblich niedriger erweisen könnten als die aktuellen oder geschätzten Zeitwerte. Sämtliche dieser Faktoren könnten die HVB Group zwingen, Wertberichtigungen oder Abschreibungen vorzunehmen, was sich negativ auf die finanzielle Lage und das operative Ergebnis auswirken würde. StresstestErgänzend zur Berechnung des VaR und der anderen Risikomaße führen wir regelmäßig Stresstests durch, die das Verlustpotenzial unserer Marktrisikopositionen bei extremen Marktbewegungen und außerordentlichen Ereignissen zeigen. Die Spanne der untersuchten Szenarien reicht von starken Veränderungen der Zins-, Devisen- oder Aktienmärkte bis zum Schock der zugrunde liegenden Volatilitäten. Für die HVB Group werden darüber hinaus weitere Szenarien betrachtet, wie die Ausweitung von Credit Spreads. Auch werden makroökonomische Stressszenarien untersucht, die sich an tatsächlich in der Vergangenheit eingetretenen Marktverwerfungen (historische Stresstests) oder an aktuellen Gefahren orientieren (hypothetische Stresstests). Um die Auswirkungen einer Finanzkrise regelmäßig zu evaluieren, wurde das Historical-Szenario eingeführt. Dieses Szenario spiegelt den Trend der Finanzkrise im Jahr 2009 wider. Um die geringe Marktliquidität zu berücksichtigen, wurde der Zeithorizont für dieses Szenario erweitert und deckt einen Zeitraum von drei Monaten ab. Weitere hypothetische Szenarien basieren auf den potenziellen Marktbewegungen im Falle einer Verschärfung der Schuldenkrise in Europa (Contagion-Szenario) bzw. eines negativen Nachfrageschocks in Deutschland (Recession-Szenario). Das China-Hard-Landing-Szenario simuliert die Auswirkungen einer Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums bis Ende des Jahres 2017. Im Jahr 2017 werden wir an Stelle des China-Hard-Landing-Szenarios ein neues Szenario rechnen, welches unter Einführung einer Protektionismus-Politik in den USA das Wachstum in China drosselt, zusammen mit einem Wachstumsschock in der Türkei. Mit dem Zinsschock-Szenario werden die Auswirkungen eines starken Anstiegs der Zinssätze in der Eurozone untersucht. Am 31. Dezember 2016 ergibt sich das bedeutendste Stresstestergebnis aus diesem Bündel an Stresstest-Szenarien mit einem potenziellen Verlust in Höhe von -1,3 Mrd € im China-Hard-Landing-Szenario (31. Dezember 2015: -1,6 Mrd €). Zum 31. Dezember 2015 ergab sich der größte Verlust mit -1,7 Mrd € im Historical-Szenario. Das China-Hard-Landing-Szenario wird auch im risikoartenübergreifenden Stresstest verwendet und dort auf die Risikotragfähigkeit hin untersucht. Stresstests HVB Group zum 31. Dezember 2016 (in Mio €)
Wie im Abschnitt "Stresstests" innerhalb des Kapitels "Umsetzung der Gesamtbanksteuerung" beschrieben, wurden auch im Jahr 2016 inverse Stresstests durchgeführt. In dieser Untersuchung wurden auch Gefahren, die aus dem Marktrisiko des Bankportfolios resultieren, berücksichtigt. Entsprechend den aufsichtsrechtlichen Vorgaben der BaFin vom 9. November 2011 wird monatlich die Veränderung des Zeitwerts des Bankbuchs bei einem plötzlichen und unerwarteten Zinsschock von +/-200 Basispunkten den aufsichtsrechtlich anrechenbaren Eigenmitteln der Bank gegenübergestellt. Diese Auswertung erfolgt mit und ohne Berücksichtigung der Hedge-Wirkung aus dem Modellbuch Eigenmittel. Zum 31. Dezember 2016 ergibt sich bei der Berechnung des Barwerts unter Berücksichtigung der Zinsschocks aus Managementsicht ein Eigenkapitalbedarf von 0,9% (31. Dezember 2015: 0,8%). Dahingegen wird bei der Berechnung aus regulatorischer Sicht eine Eigenkapitalbelastung von 8,3% bei einer Erhöhung der Zinsen um 200 BP ersichtlich (31. Dezember 2015: 7,3%). Die HVB Group befindet sich deutlich unterhalb der vorgegebenen 20%-Marke (bezogen auf die Eigenkapitalbelastung), ab welcher die Bankenaufsicht von einem Kreditinstitut mit erhöhtem Zinsänderungsrisiko ausgeht. In diesen Zahlen sind die Positionen der HVB sowie die Positionen der wesentlichen Konzerngesellschaften enthalten. Zusammenfassung und AusblickWie schon im Jahr 2016 wird auch für das Jahr 2017 angestrebt, Finanzmarkt-Handelsgeschäfte auf marktrisikoarmes Kundengeschäft zu konzentrieren. Die HVB Group wird weiterhin in die Entwicklung und Implementierung elektronischer Vertriebsplattformen investieren. 3 LiquiditätsrisikoDefinitionAls Liquiditätsrisiko ist die Gefahr zu verstehen, dass die Bank ihren anfallenden Zahlungsverpflichtungen nicht zeitgerecht oder nicht in vollem Umfang nachkommen kann. Es definiert sich jedoch auch aus dem Risiko, dass bei Bedarf nicht ausreichend Liquidität oder Liquidität nur zu erhöhten Marktzinsen beschafft werden kann, sowie aus der Gefahr, dass Vermögenswerte nur mit Abschlägen am Markt veräußert werden können. Das Liquiditätsrisiko setzt sich aus folgenden Risikokategorien zusammen:
KategorienKurzfristiges LiquiditätsrisikoDas kurzfristige Liquiditätsrisiko bezieht sich auf das Risiko einer Diskrepanz in der Höhe und/oder der Fälligkeit von Zahlungseingängen und Zahlungsausgängen auf kurze Sicht (unter einem Jahr). Operationales Liquiditätsrisiko als Teil des kurzfristigen LiquiditätsrisikosEin operationales Liquiditätsrisiko tritt auf, wenn eine Finanzinstitution ihre Intraday-Zahlungsverpflichtungen resultierend aus den laufenden Zahlungsein- und Zahlungsausgängen nicht erfüllen kann und somit technisch illiquide wird. Dieses kann als eine besondere Art von kurzfristigem Liquiditätsrisiko betrachtet werden. Ein Intraday-Puffer ist Teil des kurzfristigen Liquiditätspuffers mit dem Ziel, den Intraday-Liquiditätsbedarf auszugleichen und unvorhergesehene Zahlungsverpflichtungen abzudecken. RefinanzierungsrisikoDas Refinanzierungsrisiko (strukturelle Liquiditätsrisiko) bezieht sich auf das Risiko, dass die Bank nicht in der Lage ist, ihre Bilanz in einer stabilen und nachhaltigen Weise langfristig (über ein Jahr) zu refinanzieren bzw., dass bei Bedarf die Beschaffung ausreichender Liquidität zur Refinanzierung nur zu erhöhten Marktzinsen möglich ist und der künftige Ertrag des Unternehmens somit beeinträchtigt werden kann. Das Refinanzierungsrisiko ist ein zu beachtendes aber kein wesentliches Risiko und wird im Verlauf der Risikoinventur regelmäßig bewertet. MarktliquiditätsrisikoDas Marktliquiditätsrisiko bezieht sich auf die Gefahr, dass die Bank Verluste aufgrund der Veräußerung von Vermögenswerten erleidet, die nur mit Abschlägen am Markt liquidiert werden können, oder im Extremfall nicht in der Lage ist, eine solche Position zu veräußern, da nicht ausreichend Liquidität am Markt angeboten wird, oder eine Position hält, welche gegenüber dem Marktumsatz zu groß ist. Das Management des Marktliquiditätsrisikos obliegt dem CRO-Bereich, welcher erweiterte Marktliquiditätsanalysen durchführt. StrategieIn der HVB Group ist das Liquiditätsmanagement unterteilt in kurzfristiges Liquiditätsmanagement und langfristiges Liquiditätsmanagement. Für die verschiedenen Segmente sind Risikotreiber identifiziert, die ursächlich für potenzielle Liquiditätsabflüsse sein können. Darüber hinaus sind verschiedene Dimensionen des Liquiditätsrisiko-Managements definiert, denen je nach Art des Risikos entsprechende Instrumente und Steuerungsmechanismen zugeordnet sind. Basierend auf den Geschäftsaktivitäten und unter Einbeziehung von Risikoquellen und Risikotreibern wird der Risikoappetit für das Liquiditätsrisiko festgelegt. Dieser bildet die Basis für die Steuerungs- und Limitierungsmechanismen, wie zum Beispiel Liquiditätsreports, Projektionen und Planungen oder die Definition von vorzuhaltenden Liquiditätspuffern für untertags unerwartet abfließende Zahlungen. Ferner ist ein Limitsystem eingerichtet bzw. es wurden Schwellenwerte definiert. Das Resultat ist die Festlegung einer Mindestüberlebensdauer, welche mit dem Risikoappetit einhergeht. Der Risikoappetit für das langfristige Liquiditätsmanagement zeigt sich in Form einer Kennzahl für das Verhältnis von Passiva zu Aktiva und hilft, Druck auf die kurzfristige Liquiditätssteuerung zu vermeiden. LimitierungFür das Management des kurzfristigen Liquiditätsrisikos ist ein Cashflow-orientiertes Limitsystem installiert, das arbeitstäglich die relevanten Salden in der HVB Group darstellt und die Positionen entsprechend begrenzt. Begrenzt wird die Differenz zwischen ermitteltem potenziellen Liquiditätsbedarf und den bestehenden Liquiditätsreserven. Das operationale Liquiditätsrisiko als Teil des kurzfristigen Liquiditätsrisikos wird durch die Implementierung eines untertägig einzuhaltenden Mindestsaldos limitiert, mittels dessen zusätzliche Liquidität für unvorhersehbare Mittelabflüsse vorgehalten wird (Intraday-Liquiditätspuffer). Das Refinanzierungsrisiko bzw. strukturelle Liquiditätsrisiko ist begrenzt durch die Limitierung des Verhältnisses von Passiva zu Aktiva. Die sich aus der Veränderung der Funding Spreads ergebenden Effekte werden aufgrund der Limitierung des Refinanzierungsrisikos weitestgehend ausgesteuert. Zusätzlich werden die internen Verrechnungspreise für das Aktiv- und Passivgeschäft laufend auf Angemessenheit überprüft und regelmäßig an die Marktgegebenheiten angepasst. MinderungZu einer Minderung des Liquiditätsrisikos dienen uns unter anderem fixierte Prozesse, die Implementierung eines Frühwarnsystems inklusive Frühwarnindikatoren und eines Limitsystems sowie das Management der als Sicherheiten zur Verfügung stehenden hochliquiden Mittel. MessungKurzfristiges LiquiditätsrisikoZur Messung unseres kurzfristigen Liquiditätsrisikos werden täglich Cashflow-Profile erstellt. Die sich daraus ergebenden Salden werden den vorhandenen Liquiditätsreserven gegenübergestellt, die sich im Wesentlichen aus den freien und jederzeit liquidierbaren zentralbankfähigen Wertpapieren ergeben. Der kumulative Saldo aus den oben genannten Komponenten wird für relevante Einheiten der HVB Group durch Limite für alle Laufzeitbänder bis zu drei Monaten begrenzt. Für das kurzfristige Liquiditätsrisiko wird der Gesamtsaldo des 3-Monats-Laufzeitbands als relevante Größe zur Steuerung des Liquiditätsrisikos der Bank im Risk Report veröffentlicht. Basierend auf den Liquiditätsprofilen der Einheiten der HVB Group werden darüber hinaus regelmäßig Stressszenarien simuliert und die Auswirkung auf die Liquidität wird berechnet. Die entsprechenden Stressszenarien berücksichtigen sowohl unternehmensspezifische Einflüsse (zum Beispiel mögliche HVB Group spezifische Probleme), externe Faktoren (zum Beispiel Störungen auf den globalen Finanzmärkten) sowie eine Kombination aus unternehmensspezifischen und externen Faktoren (zum Beispiel gefordertes Szenario gemäß der MaRisk). Für die einzelnen Stressszenarien ist ein Zeithorizont von bis zu zwei Monaten definiert, in welchem die verfügbaren Liquiditätsreserven die simulierten Liquiditätsabflüsse übersteigen sollen. Somit ist sichergestellt, dass bei Bedarf rechtzeitig Steuerungsmaßnahmen eingeleitet werden können. Zusätzlich erfolgt die regelmäßige Ermittlung und Überwachung der definierten Frühwarnindikatoren sowie relevanter Konzentrationsrisiken. Neben dieser internen Messmethodik unterliegen die HVB und deren inländische Tochtergesellschaften, die Bankgeschäfte betreiben, hinsichtlich des kurzfristigen Liquiditätsrisikos den aufsichtsrechtlichen Vorschriften der Liquiditätsverordnung (LiqV). Die Berechnung der Liquidity Coverage Ratio (LCR) soll der Sicherstellung der kurzfristigen Zahlungsfähigkeit eines Instituts unter der Annahme eines akuten Stressszenarios über einen Zeithorizont von 30 Kalendertagen dienen. Die zum 31. Dezember 2016 gültige Anforderung von 70% wird in der HVB mit einem Wert von über 100% deutlich übertroffen. RefinanzierungsrisikoFür die Messung des Refinanzierungsrisikos wird in einem abgestimmten Prozess der langfristige Refinanzierungsbedarf auf Basis der erwarteten Geschäftsentwicklung ermittelt und aktualisiert. Unter Berücksichtigung der im Planungszeitraum fälligen Aktiva und Passiva ergibt sich der langfristige Refinanzierungsbedarf, der in Zielvorgaben für die Refinanzierung mündet und dem ALCO vorgestellt wird. Durch eine Limitierung der Fristeninkongruenzen zwischen langfristiger Passiv- und Aktivseite wird eine ausgewogene Refinanzierungsstruktur in definierten Laufzeitbändern sichergestellt, um eine angemessene strukturelle Liquiditätskennzahl (SLR) beizubehalten. Die zentralen, den Risikomessmethoden zugrunde liegenden Annahmen werden regelmäßig auf ihre Angemessenheit überprüft. Überwachung und SteuerungKurzfristiges LiquiditätsrisikoDie Überwachung der kurzfristigen Liquiditätssituation der HVB Group ist in der CFO-Organisation im Bereich Finance angesiedelt und umfasst im Wesentlichen die Analyse und Steuerung der kurzfristigen Liquiditätsprofile im Rahmen der vordefinierten Limite. Die Einhaltung der erteilten Limite im kurzfristigen Liquiditätsrisiko wird täglich überwacht. Die Überwachung und Steuerung des operationalen Liquiditätsrisikos erfolgt im Wesentlichen auf Basis des untertägig einzuhaltenden Mindestsaldos. Dieser wird laufend mit den aktuellen Volumina auf den relevanten Konten abgeglichen und überwacht. Die Beobachtung und Steuerung der Entwicklungen an den jeweiligen lokalen Märkten obliegen den dezentralen Treasury-Einheiten, die im Bedarfsfall an den Bereich Finance berichten. Für das kurzfristige Liquiditätsrisiko dienen darüber hinaus wöchentliche Stressanalysen auf Basis unterschiedlicher Szenarien dazu, den Einfluss von plötzlich auftretenden Verwerfungen auf die Liquiditätsposition zu projizieren, um möglichst frühzeitig entsprechende Steuerungsmaßnahmen einleiten zu können. Die Überwachung und Analyse sowohl der Stressszenarien als auch der Frühwarnindikatoren und der Konzentrationsrisiken erfolgen durch Einheiten des CRO-Bereichs, die Überwachung und Analyse des Bestands an frei verfügbaren zentralbankfähigen Wertpapieren, die kurzfristig zum Ausgleich unerwarteter Liquiditätsabflüsse eingesetzt werden können, obliegt dem CFO-Bereich. Zusätzliche Marktliquiditätsanalysen werden innerhalb der Stresstests vom CRO-Bereich durchgeführt. RefinanzierungsrisikoDie Überwachung der strukturellen Liquiditätssituation der HVB Group ist ebenfalls in der CFO-Organisation im Bereich Finance angesiedelt. Sie umfasst im Wesentlichen die Analyse und Steuerung der langfristigen Laufzeitinkongruenzen von Aktiva und Passiva im Rahmen der definierten Limite und zusätzlich vorgegebener Refinanzierungsziele. Eine Überprüfung der langfristigen Refinanzierungsquoten wird monatlich vorgenommen. Das Refinanzierungsrisiko der HVB Group ist aufgrund der Diversifikation der Refinanzierung nach Produkten, Märkten und Investorengruppen ausbalanciert. Die aus den Refinanzierungszielen abgeleiteten Vorgaben hinsichtlich Volumina und Produkten werden in Abstimmung mit dem Bereich Finance von den am Markt aktiv agierenden Einheiten kostenoptimiert umgesetzt. Dies wird ebenfalls durch einen Liquiditätskosten-Verrechungsmechanismus (Funds Transfer Pricing, FTP) für alle wesentlichen Geschäftsaktivitäten unterstützt, dessen Grundlagen in der FTP Policy festgelegt sind. Das ALCO und die Geschäftsleitung werden regelmäßig über die aktuelle Liquiditäts- und Refinanzierungssituation informiert. Um Einflüsse von potenziellen Liquiditätskrisen managen zu können, ist ein Notfallprozess etabliert, welcher Verantwortlichkeiten, interne Meldeerfordernisse und Entscheidungsbefugnisse sowie potenzielle Maßnahmen beschreibt und regelt. Grundsätze und Regeln der Liquiditätssteuerung sind in einer vom Vorstand der HVB verabschiedeten Liquidity Policy festgelegt. Die in der Policy enthaltenen Eckpunkte stellen in Abhängigkeit des definierten Risikoappetits auf die Fähigkeit ab, die finanziellen Verpflichtungen jederzeit erfüllen zu können. Zu den Zielen zählen unter anderem die Optimierung der erwarteten Cashflows, die Begrenzung der kumulierten kurzfristigen sowie operationalen Liquiditätsdifferenzen, die regelmäßige Durchführung von Stresstests sowie die Begrenzung der langfristigen Fristeninkongruenzen zwischen Passiv- und Aktivseite. Die Liquidity Policy inklusive des Contingency Plans und weitere ergänzende Ausführungen werden durch den CRO-Bereich mit Unterstützung des CFO-Bereichs regelmäßig aktualisiert. Die Umsetzung der Liquidity Policy erfolgt durch die operativen Geschäftseinheiten und wird in der CRO-Organisation vom Bereich Market and Operational Risk für die relevanten Einheiten der HVB Group koordiniert und überwacht. Quantifizierung und KonkretisierungKurzfristiges LiquiditätsrisikoFür das kurzfristige Liquiditätsrisiko haben wir im Rahmen unseres Limitsystems per Ultimo Dezember 2016 für das 3-Monats-Laufzeitband einen positiven Gesamtsaldo von 35,0 Mrd € (31. Dezember 2015: 38,0 Mrd €) in der HVB Group ausgewiesen. Der Bestand an frei verfügbaren zentralbankfähigen Wertpapieren, die am folgenden Bankarbeitstag zum Ausgleich unerwarteter Liquiditätsabflüsse eingesetzt werden können, belief sich zum Ende des Jahres 2016 auf 31,9 Mrd € (31. Dezember 2015: 31,8 Mrd €). Die Anforderungen der Liquiditätsverordnung wurden von den betroffenen Einheiten der HVB Group in der Berichtsperiode jederzeit eingehalten. Der Überschuss der Zahlungsmittel über die abrufbaren Zahlungsverpflichtungen des Folgemonats betrug im Jahr 2016 im Durchschnitt 21,2 Mrd € für die HVB Group (im Jahr 2015: 23,4 Mrd €) und zum Stichtag 31. Dezember 2016 17,2 Mrd €. Damit bewegen wir uns deutlich über dem intern gesetzten Schwellenwert. RefinanzierungsrisikoDas Refinanzierungsrisiko der HVB Group war aufgrund einer breiten Refinanzierungsbasis in Bezug auf Produkte, Märkte und Investorengruppen auch im zweiten Halbjahr 2016 gering. Damit war eine im Rahmen unseres Limitsystems in Volumen und Laufzeit angemessene Refinanzierung unseres Aktivgeschäfts jederzeit gegeben. Bis Ende Dezember 2016 wurde seitens der HVB Group ein Volumen von 13,5 Mrd € (31. Dezember 2015: 6,1 Mrd €) längerfristig refinanziert, wobei hierin EZB-TLTRO II in Höhe von 7,0 Mrd € enthalten sind. Ende Dezember 2016 waren Aktiva mit einer wirtschaftlichen Fälligkeit von länger als einem Jahr zu 102,3% (31. Dezember 2015: 98,2%) gedeckt durch Passiva mit einer wirtschaftlichen Fälligkeit von mehr als einem Jahr. Daher erwarten wir auch in Zukunft keine wesentlichen Liquiditätsrisiken. Unsere Pfandbriefe stellen mit ihrer besonderen Bonität und Liquidität unverändert ein wichtiges Refinanzierungsinstrument dar. Diversifikation der Refinanzierungsquellen der HVB Group (31. Dezember 2016)
1 Repos ergeben sich aus den Repos in den Posten
"Handelspassiva", "Verbindlichkeiten gegenüber dem
Kunden" und "Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten"
StresstestStressanalysen werden regelmäßig durchgeführt und dienen dazu, den Einfluss von plötzlich auftretenden Verwerfungen auf die Liquiditätsposition, auf Basis unterschiedlicher Szenarien zu projizieren, um möglichst frühzeitig entsprechende Steuerungsmaßnahmen einleiten zu können. In die Kalkulation unserer Stresstests werden institutsindividuelle, marktweite und kombinierte Szenarien einbezogen. Die Berechnungen zum Ende des Jahres 2016 ergaben, dass die verfügbaren Liquiditätsreserven den Refinanzierungsbedarf über den jeweils geforderten Mindestzeitraum hinaus decken. Zusammenfassung und AusblickNeben den anhaltenden Auswirkungen der europäischen Staatsschuldenkrise ergeben sich verstärkt politische und wirtschaftliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung der Europäischen Union insgesamt. Bestehende Spannungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei und auch mit Russland, sowie fortdauernde geopolitische Konflikte, insbesondere in Syrien und vermehrt auftretende terroristische Anschläge bergen weitere Risiken bezüglich der sicherheits-, geld- und wirtschaftspolitischen Situation in ganz Europa. Die bevorstehende Umsetzung des Brexit-Votums, die Ablehnung des Referendums in Italien, die Auswirkungen der Präsidentschaftswahlen in den USA und die anstehenden Wahlen in Frankreich und in Deutschland im kommenden Jahr mit möglichen politischen Verwerfungen sind weitere Unsicherheitsfaktoren. Die getroffenen Maßnahmen der EZB tragen bislang zu einer Beruhigung der Märkte bei. Es ist weiterhin nicht absehbar, inwieweit und in welcher Intensität die Finanzmärkte auf die gesamten Entwicklungen reagieren werden. Die HVB Group konnte sich auch im Jahr 2016 in einem schwierigen Marktumfeld gut behaupten. Als hierzu beitragende Faktoren sind unter anderem unsere gute Liquiditätsausstattung, die solide Finanzstruktur und die getroffenen Maßnahmen zur Liquiditätssteuerung zu nennen. In diesem Zusammenhang gehen wir, auch bei sich leicht abschwächender Wirtschaftskraft in Europa, weiterhin von einer komfortablen Liquiditätsausstattung aus. Unsere vorausschauende Risikoquantifizierung und regelmäßige Szenarioanalysen bleiben hierfür auch zukünftig wichtige Parameter. 4 Operationelles RisikoDefinitionDie HVB Group definiert im Einklang mit der CRR operationelles Risiko als die Möglichkeit von Verlusten durch fehlerhafte interne Prozesse, Systeme, menschliche Fehler oder externe Ereignisse. Diese Definition schließt Rechtsrisiken mit ein, nicht jedoch strategische Risiken oder Reputationsrisiken. Rechtsrisiken beinhalten, sind aber nicht begrenzt auf Geldstrafen, Strafmaßnahmen und Schadensersatz resultierend aus Aufsichtsmaßnahmen sowie Vergleichszahlungen an Privatpersonen. StrategieDie Risikostrategie für operationelle Risiken ist Teil der HVB- bzw. HVB Group-Risikostrategie, die jährlich aktualisiert und vom Vorstand der HVB verabschiedet wird. Die Risikostrategie verfolgt das Ziel, die operationellen Risiken auf ein unter Wirtschaftlichkeitsaspekten (Kosten-Nutzen-Aspekte) und unter Berücksichtigung der definierten Risikobereitschaft sinnvolles Maß zu reduzieren. Dadurch sollen vor allem signifikante Verluste durch geeignete Maßnahmen vermindert bzw. vermieden werden, was zusätzlich auch zur Verbesserung einer nachhaltigen Ertragsgewinnung beiträgt. Dabei sind gravierende bzw. substanzgefährdende operationelle Risiken einer Maßnahmenplanung zu unterziehen, die über reine Wirtschaftlichkeitsaspekte hinausgeht. Zur Präzisierung der Risikostrategie werden auf der Grundlage von externen und internen Faktoren bankweite bzw. geschäftsbereichsspezifische Handlungsfelder definiert. LimitierungDie operationellen Risiken sind Bestandteil des internen Kapitals und werden im Rahmen dessen für die HVB Group limitiert. MinderungDie HVB Group verfügt über eine konzernweite OpRisk-Organisationsstruktur. Identifikation, Analyse und Management des operationellen Risikos liegen in der Verantwortung der jeweiligen Geschäftsbereiche der HVB bzw. jeder Tochtergesellschaft der HVB Group. Es erfolgt ein turnusmäßiges Reporting von aufgetretenen Verlustereignissen und wesentlichen Risiken an den Vorstand und das RC. Dezentral werden Verluste und relevante Risiken quartalsweise von Operational Risk Managern an ihr Senior Management berichtet. Risiken, die in der HVB Group identifiziert wurden, konzentrieren sich vor allem auf Vertriebsrisiken sowie auf Risiken in der Abwicklung und im Prozessmanagement. Mitarbeiter aus den Abteilungen Business Continuity Management, Outsourcing, Compliance und Recht nehmen auf besondere Weise eine risikomanagende Funktion ein, indem sie risikosteuernde und -überwachende Aufgaben verfolgen. Informationstechnologie (IT)Die IT-Services für die HVB werden hauptsächlich durch die UniCredit Business Integrated Services S.C.p.A. (UBIS) erbracht. Die ICT Management Prozesse der HVB erfordern weiterhin Anpassungen im internen Kontrollsystem für die IT, um unter anderem alle wesentlichen IT-Risiken innerhalb der ICT Management Prozesse angemessen überwachen und steuern zu können. Hierzu gehören auch die Prozesse, die im Bereich IT-Infrastruktur von der UBIS an die V-TS (Value Transformation Services; Gemeinschaftsunternehmen von IBM und UBIS) weiterverlagert und für gesonderte Kontrollen im internen HVB-Kontrollsystem definiert wurden. Innerhalb des internen Kontrollsystems ist die Weiterentwicklung entsprechender Metriken und Prüfprozesse wesentlicher Bestandteil der für das Jahr 2017 geplanten Aktivitäten. Zudem wird das Kontrollsystem durch regelmäßige Identifizierung von Verbesserungspotenzialen und Erkenntnissen aus Prüfungen weiterhin angepasst. Business Continuity Management, IT Service Continuity Management & KrisenmanagementDas Business Continuity-, IT Service Continuity- und Krisenmanagement hat über erfolgreich bewältigte kritische Störungen die Effektivität und Angemessenheit nachgewiesen, so dass Auswirkungen für die HVB minimiert werden konnten. Mehrere erfolgreich durchgeführte Notfalltests zeigten, dass die Durchführung der kritischen Geschäftsprozesse auch im Notfall funktioniert. Darüber hinaus wird die Absicherung gegen Notfälle fortlaufend an neue Bedrohungslagen angepasst. Rechtsrisiken und Compliance-RisikenRechtsrisiken als Unterkategorie operationeller Risiken sind Risiken, die die Ertragslage durch konkret eingetretene Rechtsverstöße oder Verletzungen von Rechten, regulatorischen Vorgaben, Vereinbarungen, vorgeschriebenen Praktiken oder ethischen Standards gefährden. Das Management der rechtlichen Risiken erfolgt durch den Bereich Legal, Corporate Affairs & Documentation für Rechtsthemen aller Bereiche der HVB. Ausnahmen sind die Rechtsgebiete Steuerrecht, Arbeitsrecht (diesbezüglich lediglich Rechtsstreitigkeiten), Datenschutz sowie die unter dem Begriff Compliance gefassten Rechtsgebiete, welche jeweils von den zuständigen Fachabteilungen betreut werden. Compliance-Risiko ist definiert als bestehendes oder künftiges Ertrags- oder Kapitalrisiko infolge von Verletzungen oder der Nichteinhaltung von Gesetzen, Vorschriften, Rechtsvorschriften, Vereinbarungen, vorgeschriebenen Praktiken oder ethischen Standards. Es kann zu Geldstrafen, Schadensersatz und/oder zur Nichtigkeit von Verträgen führen und den Ruf eines Instituts schädigen. Grundsätzlich ist das Management der Compliance-Risiken Aufgabe des Vorstands der Bank. Er hat gemäß § 25a Kreditwesengesetz (KWG) für eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation zu sorgen, die insbesondere ein wirksames Risikomanagement, das auch ein internes Kontrollsystem umfasst, beinhaltet. Teil des internen Kontrollsystems ist die Compliance-Funktion, die den Vorstand dabei unterstützt, die Compliance-Risiken zu managen. Eine Compliance-Funktion wird sowohl in den Mindestanforderungen für Compliance (MaComp) als auch in den MaRisk gefordert, die jeweils auch Anforderungen an ihre Ausgestaltung regeln. In der HVB sind beide Funktionen im Bereich Compliance vereint, um einen einheitlichen Ansatz zu gewährleisten. Auch die Geldwäsche- und Betrugsprävention sowie die Prävention vor Verstößen gegen Finanzsanktionen und Embargo sind dem Bereich Compliance zugeordnet. Somit ist eine übergreifende Risikobetrachtung sichergestellt. Der Bereich Tax Compliance wird wegen seiner hohen spezifischen Fachlichkeit ausschließlich vom Bereich Tax Affairs (CFT) gesteuert und fortlaufend weiterentwickelt. Rechtliche Risiken/SchiedsverfahrenDie HVB und andere zur HVB Group gehörende Gesellschaften sind an diversen rechtlichen Verfahren beteiligt. Nachfolgend werden anhängige Verfahren gegen die HVB bzw. zur HVB Group gehörende Gesellschaften, die einen Streitwert von mehr als 50 Mio € haben oder aus anderen Gründen für die HVB von Bedeutung sind, zusammenfassend dargestellt. Die HVB und andere zur HVB Group gehörende Gesellschaften sind verpflichtet, eine Vielzahl von rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben zu beachten. Die Nichteinhaltung dieser Vorgaben kann zu gerichtlichen und behördlichen Verfahren oder Untersuchungen sowie zu Schadensersatzansprüchen, Bußgeldern oder anderen Geldstrafen zu Lasten der HVB und anderer zur HVB Group gehörender Gesellschaften führen. In vielen Fällen sind der Ausgang der Verfahren und die Höhe eines potenziellen Schadens mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Zu diesen Fällen gehören auch Strafverfahren und behördliche Verfahren sowie die Geltendmachung von Ansprüchen, bei denen die Anspruchshöhe von dem jeweiligen Anspruchsteller nicht beziffert wird. Für alle Verfahren, bei denen die Höhe eines potenziellen Verlusts verlässlich geschätzt werden kann und bei denen ein solcher Verlust als wahrscheinlich angesehen wird, sind angemessene Rückstellungen gebildet worden, die die jeweiligen Umstände berücksichtigen und mit den bei der HVB Group angewandten Rechnungslegungs-Vorschriften nach IFRS übereinstimmen. Verfahren Medien- und andere geschlossene FondsZahlreiche Anleger, die in den Medienfonds VIP 4 GmbH & Co. KG investierten, haben Klagen gegen die HVB erhoben. Die HVB hat den VIP 4 Medienfonds nicht vertrieben, aber an alle Anleger Anteilsfinanzierungs-Darlehen in Höhe eines Teils der Beteiligungssumme ausgereicht; außerdem hat die HVB zur Absicherung des Fonds verschiedene Zahlungsverpflichtungen von Filmvertriebsunternehmen gegenüber dem Fonds im Wege einer Schuldübernahme übernommen. Die ausgereichten Darlehen sowie die übernommenen Zahlungsverpflichtungen wurden zum 30. November 2014 fällig. Die Darlehen wurden an die HVB zurückbezahlt und die übernommenen Zahlungsverpflichtungen von der HVB gegenüber dem Fonds erfüllt. Die Anleger, die in den Medienfonds investierten, erzielten ursprünglich durch die Beteiligung unter anderem gewisse Steuervorteile, die später von der Finanzverwaltung widerrufen wurden. Eine noch ausstehende, die Frage der Prospekthaftung betreffende, endgültige Entscheidung in dem Verfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG), welches vom Bundesgerichtshof (BGH) an das Oberlandesgericht München zurückverwiesen wurde, betrifft nur noch wenige anhängige Streitfälle, da mit der überwiegenden Mehrheit der Anleger bereits ein Vergleich abgeschlossen wurde. Allerdings hat der BGH wesentliche Beanstandungen des erstinstanzlichen Gerichts verworfen und damit die Hürden für eine Haftung der HVB aufgrund eines vermeintlich falschen Prospekts sehr hoch gesetzt. In dem neben den Zivilverfahren anhängigen finanzgerichtlichen Verfahren des Fonds bezüglich des Veranlagungszeitraums 2004 liegt noch kein rechtskräftiges Urteil zu der Frage vor, ob die steuerlichen Vorteile rechtmäßig widerrufen wurden. Darüber hinaus sind einige Klagen von Anlegern anhängig, die andere geschlossene Fonds (Medienfonds, aber auch andere Anlageformen) betreffen. Bei den Medienfonds besteht der wirtschaftliche Hintergrund dieser Verfahren häufig in der geänderten Auffassung der Steuerbehörden zu ursprünglich gewährten Steuervorteilen. Die Kläger begründen ihre Ansprüche unter anderem mit angeblicher Falschberatung und/oder mit vermeintlicher Fehlerhaftigkeit der Prospekte. Sie fordern von der HVB die Rückerstattung ihrer Kapitaleinlage und bieten dieser im Gegenzug die Übertragung der entsprechenden Fondsanteile an. Bezogen auf einen Publikumsfonds, welcher in Heizkraftwerke investiert hat, haben einige Anleger einen Antrag nach dem KapMuG gestellt. Das Oberlandesgericht München hat mehrere Gutachten bei gerichtlich bestellten Sachverständigen in Auftrag gegeben, um die Frage einer angeblichen Prospekthaftung zu klären. Immobilienfinanzierungen/Finanzierung des Erwerbs von ImmobilienfondsIn zahlreichen Fällen bestreiten Kunden ihre Zahlungsverpflichtung aus zum Zwecke des Erwerbs einer Immobilie abgeschlossenen Darlehensverträgen. Nach den gesetzlichen Regeln und der dazu entwickelten ständigen Rechtsprechung des BGH muss der Kunde die Voraussetzungen für einen Wegfall des Rückzahlungsanspruchs bzw. für behauptete Verletzungen von Aufklärungs- oder Beratungspflichten der Bank beweisen. Nach den bisherigen Erfahrungen kann die HVB davon ausgehen, dass aus solchen Fällen nennenswerte rechtliche Risiken nicht entstehen dürften. Finanziert die Bank dem Kreditnehmer den Erwerb von Anteilen an Immobilienfonds und handelt es sich um einen Kredit, der nicht grundschuldgesichert ist, kann der Kreditnehmer - wenn es sich um ein verbundenes Geschäft handelt - dem Rückzahlungsanspruch des finanzierenden Instituts Einwendungen entgegenhalten, die ihm aufgrund Falschberatung gegen den Verkäufer oder Vermittler der Fondsanteile zustehen. Aus heutiger Sicht geht die HVB davon aus, dass derartige Umstände allenfalls in Ausnahmefällen gegeben sein können. Klageverfahren im Zusammenhang mit FinanzinstrumentenAufgrund der instabilen Verhältnisse an den Finanzmärkten haben Kunden, die in von der Krise negativ betroffene Wertpapiere investiert haben, Beschwerden erhoben. Auch wenn die Anzahl rückläufig ist, sind weiterhin entsprechende Kundenbeschwerden zu verzeichnen. Einige Kunden haben rechtliche Schritte im Zusammenhang mit entsprechenden Verlusten bei Wertpapiergeschäften ergriffen und begründen ihre Ansprüche insbesondere mit angeblich nicht anlegergerechter Aufklärung oder nicht anlagegerechter Beratung. Verfahren im Zusammenhang mit DerivategeschäftenDie Anzahl von Beschwerden und Klageverfahren von Kunden, die aufgrund von Derivategeschäften Verluste erlitten haben oder deren Derivategeschäfte derzeit einen negativen Marktwert haben, hat leicht abgenommen. In den Beschwerden und Klageverfahren wird zur Begründung unter anderem vorgetragen, dass die Bank die Kunden angeblich nicht ausreichend über das jeweilige Geschäft und die mit derartigen Transaktionen verbundenen möglichen Risiken aufgeklärt habe. Allgemein besteht eine Tendenz zu kundenorientierten Entscheidungen der Gerichte bei Streitigkeiten im Zusammenhang mit Derivategeschäften. So bejaht der BGH etwa eine Aufklärungspflicht über den anfänglichen negativen Marktwert eines Zins-Swaps, es sei denn, der Zins-Swap steht in einem bestimmten Zusammenhang mit einem Darlehensvertrag (Konnexität). In diesem Zusammenhang wies der BGH auch darauf hin, dass zu den bekannten Pflichten zur anleger- und anlagegerechten Beratung die weitere Pflicht hinzutrete, verborgene Interessenskonflikte auf Seiten des Beraters offenzulegen. Jüngste Entscheidungen bestätigen ferner, dass die Charakteristika des jeweiligen Produkts sowie die Umstände des jeweiligen Einzelfalls entscheidend sind. Dabei dürfte die Frage der Verjährung ein wesentlicher Aspekt sein, ebenso wie die wirtschaftliche Erfahrenheit und Risikobereitschaft des Anlegers sowie die konkrete Anlageberatung. Verfahren im Zusammenhang mit SteuergutschriftenDie HVB hatte bereits im Jahr 2011 Untersuchungen zu Wertpapiergeschäften eingeleitet, die jeweils in den Jahren 2005 bis 2008 vorgenommen und in zeitlicher Nähe zum Dividendenstichtag (mit Anzeichen für vorabgesprochene Leerverkäufe) ausgeführt wurden in der Erwartung, Kapitalertragsteuer-Anrechnungen auf Dividenden deutscher Aktien zu erhalten ("cum-/ex-Geschäfte"). Die eigenen Untersuchungen, die sich sowohl auf Geschäfte eines Kunden der HVB als auch auf eigene Geschäfte der Bank bezogen, hatte die HVB im Juli 2014 abgeschlossen. Die Ergebnisse der mit Hilfe von renommierten internationalen Anwaltskanzleien durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass Eigenhandelsgeschäfte, die die HVB in den Jahren 2005 bis 2008 vorgenommen hat, teilweise und in unterschiedlichem Ausmaß Ähnlichkeiten mit cum-/ex-Geschäften eines Kunden aufweisen. Nach den Ergebnissen der internen Untersuchung bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass derartige cum-/ex-Geschäfte ab dem Jahr 2009 weiterhin getätigt wurden. Die Untersuchungsergebnisse weisen auf ein Fehlverhalten Einzelner in der Vergangenheit hin. Der Aufsichtsrat hat von einzelnen ehemaligen Vorstandsmitgliedern Schadensersatz gefordert. Für ein Vorgehen gegen amtierende Vorstandsmitglieder sieht der Aufsichtsrat keinen Anlass. Hinsichtlich der Kundengeschäfte hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main im Jahr 2012 ein Ermittlungsverfahren gegen den Kunden der HVB und weitere Beschuldigte (darunter auch frühere und derzeitige Mitarbeiter der Bank) wegen der getätigten cum-/ex-Geschäfte eingeleitet. Das in diesem Zusammenhang gegen die HVB eingeleitete Bußgeldverfahren nach dem Ordnungswidrigkeitsgesetz (OWiG) wurde mit Bußgeldbescheid vom 2. Februar 2016 beendet. Die eingangs genannten Eigenhandelsgeschäfte, die um den Dividendenstichtag erfolgt sind und bei denen Kapitalertragsteuer zur Anrechnung gebracht bzw. Erstattung beantragt wurde, hatte die HVB mit Hilfe externer Berater überprüft und den zuständigen Finanzbehörden die entsprechenden Informationen zur Verfügung gestellt. Ferner hat die HVB ausländische (Steuer-)Behörden informiert, soweit es um potenzielle Auswirkungen von Transaktionen mit in- und ausländischen Aktien(-derivaten) geht. Die vorgenannten Eigenhandelsgeschäfte unterliegen der turnusmäßigen steuerlichen Betriebsprüfung für die Jahre 2005 bis 2008, die noch nicht förmlich abgeschlossen ist. Weitere finanzielle Verpflichtungen der HVB gegenüber den (in- oder ausländischen) Steuerbehörden aufgrund von diesen cum-/ex-Geschäften sind nicht zu erwarten, da die HVB insofern bereits entsprechende Steuern (einschließlich darauf entfallender Zinsen) zurückbezahlt, Erstattungsanträge widerrufen und geänderte Steuerbescheide erhalten hat. Die Münchner Steuerbehörden führen derzeit auch für den Zeitraum 2009 bis 2012 eine Betriebsprüfung durch, die ebenfalls Geschäfte in Dividendenwerten umfasst. Die Bank hatte neben Eigenhandelsgeschäften in der Vergangenheit Wertpapierleihegeschäfte mit verschiedenen inländischen Gegenparteien abgeschlossen, die auch Transaktionen mit Aktien um den Dividendenstichtag umfasst haben. Ob und unter welchen Umständen bei bestimmten Transaktionen in zeitlicher Nähe zum Dividendenstichtag in allen noch offenen Jahren Steuern angerechnet bzw. erstattet werden können und welche weiteren Folgen sich bei Ablehnung der steuerlichen Anerkennung möglicherweise ergeben könnten, ist derzeit noch völlig offen. Die Staatsanwaltschaft Köln hatte im Zusammenhang mit den Eigenhandelsgeschäften und den insoweit beim Bundeszentralamt für Steuern eingereichten Erstattungsanträgen ein Ermittlungsverfahren gegen frühere Angestellte der Bank eingeleitet. Diese Verfahren wurden durch die Entscheidung des Landgerichts Köln vom 17. November 2015 beendet. Nach Zahlung einer Geldbuße und der Gewinnabschöpfung ist dieses Verfahren nunmehr rechtskräftig abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft München hat ebenfalls ein Ermittlungsverfahren gegen frühere und derzeitige Angestellte der Bank bezüglich der Kapitalertragsteuer-Anrechnungen eingeleitet, außerdem ein Bußgeldverfahren nach dem OWiG gegen die HVB. Die HVB kooperiert auch in allen diesen Fällen umfassend mit den Staatsanwaltschaften und zuständigen Behörden. Welche Auswirkungen sich aus den laufenden Untersuchungen der Staatsanwaltschaft München ergeben, ist derzeit offen. Es ist denkbar, dass die HVB in diesem Zusammenhang mit Strafzahlungen, Bußgeldern und Gewinnabschöpfungen bzw. sonstigen Folgen konfrontiert wird. Derzeit ist es nicht möglich, Zeitpunkt, Ausmaß und Umfang sowie Folgen von Entscheidungen vorherzusagen. Ferner ist nicht auszuschließen, dass die HVB zivilrechtlichen Ansprüchen Dritter ausgesetzt sein könnte. Die HVB ist in diesen Angelegenheiten in ständigem Austausch mit den zuständigen Behörden. Verfahren wegen des Ersatzes von FolgeschädenEin Kunde erhob gegen die HVB Klage beim Landgericht Frankfurt wegen des Ersatzes von Folgeschäden in Höhe von 51,7 Mio € aus folgenden Gründen: Im Jahr 2010 wurde die HVB vom Oberlandesgericht Frankfurt wegen fehlerhafter Handhabung eines Wechsels verurteilt, an den Kläger Schadensersatz in Höhe von 4,8 Mio € zu leisten und zusätzlich weitere Schäden des Klägers zu ersetzen, die aus diesem Vorfall resultieren. Im Jahr 2011 erhob der Kläger Klage gegen die HVB vor dem Landgericht Frankfurt auf Ersatz vermeintlicher Folgeschäden in Höhe von 33,7 Mio €, die er angeblich erlitten hätte, weil er an der gewinnbringenden Anlage der Wechselsumme gehindert gewesen sei. Inzwischen hat er seine Klage auf den Betrag von 51,7 Mio € erhöht. Die HVB hält die Klage für unbegründet und die vom Kläger vorgebrachten Anschuldigungen für unangemessen und abwegig. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass ein Gericht zu einzelnen der strittigen Punkte einen anderen Standpunkt einnehmen wird. Vorgänge im Zusammenhang mit finanziellen SanktionenIn den vergangenen Jahren haben Verletzungen von US-Sanktionen dazu geführt, dass bestimmte Finanzinstitute, abhängig von den konkreten Umständen des Einzelfalls, Vergleiche abgeschlossen und beträchtliche Zahlungen von Bußgeldern und Strafen an verschiedene US-Behörden geleistet haben, unter ihnen das Amt zur Kontrolle von Auslandsvermögen des US-Finanzministeriums (US Treasury Department's Office of Foreign Assets Control, "OFAC"), das US-Justizministerium (US Department of Justice, "DOJ"), der Bezirksstaatsanwalt von New York (New York State District Attorney, "NYDA"), die US-Notenbank (US Federal Reserve, "Fed") und das New York Department of Financial Services ("DFS"). Im März 2011 erhielt die HVB einen Vorladungs- und Beweismittelvorlagebeschluss (subpoena) des NYDA in Bezug auf frühere Transaktionen unter Beteiligung bestimmter iranischer Rechtsträger, die von der OFAC auf Sanktionslisten benannt sind, und diesen nahestehenden Unternehmen. Im Juni 2012 hat das DOJ eine Untersuchung eingeleitet, die im Zusammenhang mit OFAC-Regeln die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen durch die HVB und ihre Tochtergesellschaften im Allgemeinen zum Gegenstand hat. Die HVB Group kooperiert mit verschiedenen US-Behörden und hält andere zuständige Nicht-US-Aufsichtsbehörden in angemessener Weise über den Stand der Untersuchung informiert. Auch wenn es derzeit nicht möglich ist, die Form, das Ausmaß und den Umfang sowie den Zeitpunkt einer verfahrensabschließenden Entscheidung der maßgeblichen Behörden vorherzusagen, können anfallende Kosten der internen Untersuchung, erforderliche Abhilfemaßnahmen und/ oder Zahlungen oder andere rechtliche Verpflichtungen zu Liquiditätsabflüssen führen sowie gegebenenfalls wesentliche negative Auswirkungen auf Vermögen sowie operative Erträge der HVB haben. Ermittlungen wegen SteuerhinterziehungDie Staatsanwaltschaft Köln hatte Mitte März 2015 Ermittlungen eingeleitet, weil angabegemäß begründete Verdachtsmomente bestehen, dass einzelne Mitarbeiter der HVB und/oder ihrer Tochtergesellschaft in Luxemburg Beihilfe zu Steuerhinterziehungen geleistet hätten, die von verschiedenen ihrer Private-Banking-Kunden im Zeitraum 2004 bis 2010 begangen worden sein sollen. Die Staatsanwaltschaft Köln leitete weiterhin ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gemäß OWiG gegen die HVB und die oben genannte Tochtergesellschaft ein. Mit Verhängung einer Geldbuße sowie einer Gewinnabschöpfung wurde das Verfahren im Mai 2016 rechtskräftig abgeschlossen. MessungDas operationelle Risiko der HVB Group wird für die HVB und für die wesentlichen Tochtergesellschaften, namentlich Bankhaus Neelmeyer AG, HVB Immobilien AG, UniCredit Luxembourg S.A. und UniCredit Leasing GmbH (inklusive Tochterunternehmen) durch ein internes Modell nach dem Advanced Measurement Approach (AMA-Modell) berechnet. Für alle weiteren kleineren Tochtergesellschaften wird der Standardansatz verwendet. Das AMA-Modell basiert im Besonderen auf internen und externen Verlustdaten. Die Verlustverteilungen werden dabei pro Modellrisikokategorie bestimmt. Eine Modellrisikokategorie ergibt sich aus der Kombination der Baseler Verlustereigniskategorie und der Produktkategorie des Verlustereignisses. Szenariodaten werden verwendet, um die Daten im seltenen, aber extremen Auswirkungsbereich zu komplettieren. Die Aggregation der einzelnen Datenquellen erfolgt durch die Anwendung des Bayesschen Ansatzes auf die Parameter der Verlustverteilung pro Modellrisikokategorie. Der VaR wird durch eine Monte-Carlo-Simulation ermittelt. Dabei werden Korrelationen zwischen den Modellrisikokategorien sowie risikomindernde Maßnahmen wie Versicherungen berücksichtigt. Abschließend wird der VaR durch die internen Kontroll- und Geschäftsumfeldfaktoren angepasst. Das EC für operationelle Risiken wird durch das interne AMA-Modell für die HVB Group gesamthaft ermittelt und anschließend durch einen risikosensitiven Allokationsmechanismus auf die HVB und deren AMA-Tochtergesellschaften verteilt. Die Modellentwicklung erfolgt durch die UniCredit. Die Berechnungsergebnisse werden regelmäßig durch die HVB auf ihre Plausibilität überprüft und das Modell auf seine Angemessenheit validiert. Quantifizierung und KonkretisierungDas EC für operationelle Risiken der HVB Group, ohne Berücksichtigung von Diversifikationseffekten zwischen den Risikoarten, beträgt per 31. Dezember 2016 1,6 Mrd € (31. Dezember 2015: 1,9 Mrd €). Der Hauptgrund für den Rückgang ist die Änderung des Konfidenzniveaus von 99,93% auf 99,90%. Bei Anwendung des aktuell gültigen Konfidenzniveaus rückwirkend zum Vergleichsstichtag bleibt das EC der HVB Group nahezu unverändert. Der entsprechende Vergleichswert per 31. Dezember 2015 liegt bei 1,6 Mrd €. StresstestIm Rahmen der risikoartenübergreifenden Stresstests wird die Auswirkung von makroökonomischen Szenarien auf das operationelle Risiko untersucht. Zusammenfassung und AusblickDie Risikostrategie gibt die spezifischen Handlungsfelder vor, die identifiziert wurden, um das Risikobewusstsein in Bezug auf operationelle Risiken in der Bank kontinuierlich zu stärken und um das Management operationeller Risiken weiter auszubauen. 5 Sonstige RisikenUnter den sonstigen Risiken fasst die HVB Group das Geschäfts-, Immobilien-, Beteiligungs-, Reputations- und das strategische Risiko sowie das Pensionsrisiko zusammen. Aufgrund des zumeist geringen Anteils am internen Kapital bzw. weil sie nicht quantitativ erfasst werden, werden diese Risikoarten in gekürzter Form dargestellt. Das Risiko aus Outsourcing-Aktivitäten bildet in der HVB Group keine eigene Risikoart, sondern wird als risikoartenübergreifendes Risiko betrachtet und daher unter sonstige Risiken geführt. GeschäftsrisikoAls Geschäftsrisiko definieren wir Verluste aus unerwarteten negativen Veränderungen des Geschäftsvolumens und/oder der Margen, die nicht auf andere Risikoarten zurückzuführen sind. Die Folge sind nachhaltige Ergebnisrückgänge mit entsprechender Auswirkung auf den Zeitwert des Unternehmens. Geschäftsrisiken können vor allem aus deutlich verschlechterten Marktbedingungen, Veränderungen der Wettbewerbsposition oder des Kundenverhaltens, aber auch aus Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen resultieren. Die Strategie für das Geschäftsrisiko orientiert sich an der mittelfristigen Geschäftsausrichtung und wird in der Planung reflektiert. Das operative Management des Geschäftsrisikos liegt als Teil des allgemeinen Ertrags- und Kostenmanagements in der Verantwortung der einzelnen Geschäftseinheiten. Im Geschäftsbereich CIB lag der strategische Fokus im Jahr 2016 weiterhin auf Wachstum in allen Produktlinien. Dieses Ziel wurde unterstützt durch unser, im Jahr 2015 implementiertes, Wachstums-Strategiekonzept SQUARED, basierend auf drei Säulen:
Strategische Initiativen, um den Ertragsrisiken entgegenzuwirken, zielten auf eine deutliche Ausschöpfung des Cross-Selling Potenzials in den Kundenbeziehungen zur Erhöhung unseres Ertragsanteils, aber auch eines aktiven Zinsmanagements sowie der zentralen Kontrolle großer Transaktionen ab. Daneben wurde dem Risiko des Rückgangs der Kreditnachfrage der Unternehmen durch unser Geschäftsmodell als Universalbank mit einer erhöhten Debt-Capital-Markets-Aktivität, also der Ausgabe von Anleihen oder Schuldverschreibungen für Unternehmen, begegnet. Trotz des herausfordernden Marktumfelds im Jahr 2016 war es das Ziel des Geschäftsbereichs Commercial Banking, seine Marktposition weiter auszubauen. Um den Ertragsrisiken entgegenzuwirken, zielen strategische Initiativen unter anderem auf eine risikoadjustierte Preissetzung, eine zentrale Kontrolle großer Transaktionen durch übergeordnete Gremien, eine intensivere Wertschöpfung am Kunden zur Ertragsgenerierung, die Kundenorientierung durch eine Steigerung der Qualität im Kerngeschäft und ein nachhaltiges Kostenmanagement durch hohes Kostenbewusstsein und fortlaufende Kostenkontrolle ab. Das Geschäftsrisiko wird übergeordnet auf Grundlage eines IC-Limits für die HVB Group gesteuert. Auf Basis dieses Limits hat die HVB Group zusätzlich Frühwarnindikatoren in Form von Ziel- und Schwellenwerten definiert, um so eine Überziehung des Limits im Vorfeld anzuzeigen. Die Limite werden zur Mitte eines Jahres auf ihre Adäquanz hin überprüft und gegebenenfalls angepasst. Für die Messung des EC für das Geschäftsrisiko verwendet die HVB Group seit Dezember 2016 das konzerneinheitliche Gruppenmodell der UniCredit. Dabei werden Ertragsschwankungen mit Hilfe eines statistischen Zeitreihenmodells ausgehend von den, in der Vergangenheit beobachteten, Erträgen aus der Gewinn- und Verlustrechnung modelliert. Das EC wird mittels eines Simulationsverfahrens errechnet als VaR der statistischen Verteilung der prognostizierten Erträge im Vergleich zum erwarteten Ertrag für das kommende Jahr. Das EC für das Geschäftsrisiko wird vom Bereich CRC ermittelt und an die Geschäftsbereiche, den CRO, den Gesamtvorstand sowie den Risikoausschuss des Aufsichtsrats berichtet. Im Hinblick auf die Risikostrategie erfolgt im quartalsweisen Risikoreporting zusätzlich ein Abgleich der Ist-Werte mit den Limiten. Das EC für das Geschäftsrisiko der HVB Group, ohne Berücksichtigung von Diversifikationseffekten zwischen den Risikoarten, sank im Jahr 2016 um 400 Mio € auf 403 Mio €. Bei Anwendung des aktuell gültigen Konfidenzniveaus sowie dem aktuellen Risikomodell rückwirkend zum Vergleichsstichtag läge der Vergleichswert für das EC per 31. Dezember 2015 bei 415 Mio €. Bei Herausrechnung des Effekts der Änderung des Konfidenzniveaus sowie der Modellumstellung ergibt sich ein leichter Rückgang des EC von 12 Mio € im Vergleich zum 31. Dezember 2015. Das volldiversifizierte EC für das Geschäftsrisiko der HVB Group beläuft sich zum 31. Dezember 2016 auf 287 Mio € (31. Dezember 2015: 319 Mio €). Im Rahmen der risikoartenübergreifenden Stresstests wird die Auswirkung von makroökonomischen Szenarien auf das Geschäftsrisiko untersucht. Diese vierteljährlichen Analysen liefern Informationen zu den geschätzten szenariobedingten geringeren Erträgen, die bei Eintritt des Szenarios im Vergleich zum Basisszenario, entstehen würden. Darauf aufbauend wird die Veränderung des VaR ermittelt. ImmobilienrisikoUnter dem Immobilienrisiko werden potenzielle Verluste erfasst, die aus Zeitwertschwankungen des Immobilienbestands der HVB Group resultieren. Neben den eigenen Immobilien der HVB erweitert sich für die HVB Group das Portfolio um den Immobilienbestand der Immobilienbesitzgesellschaften und Special Purpose Vehicles (SPVs). Es werden keine Immobilien und Grundstücke berücksichtigt, die als Sicherheiten im Kreditgeschäft dienen. Grundsätzlich wird im Immobilienrisiko zwischen betriebsnotwendigen (strategischen) und nicht betriebsnotwendigen (nicht strategischen) Immobilien unterschieden. Im Jahr 2016 standen für das bestehende Immobilienportfolio übergreifend Maßnahmen zu Verkehrswert- und Kostenoptimierung im Vordergrund. Ende des Jahres 2016 wurde eine Immobilie in Leipzig zur strategischen Nutzung angekauft. Diese wurde auch in der Vergangenheit bereits durch Konzerneinheiten genutzt. Für das Jahr 2017 sind keine Zukäufe geplant, außer diese würden im Interesse der HVB Group liegen (das heißt nur in definierten Ausnahmefällen). Die längerfristige Ausrichtung bei den strategischen Immobilien korrespondiert mit der Strategie der Bank, für den Eigenbedarf sich bereits im Eigentum befindliche gegenüber angemieteten Immobilien vorzuziehen und diese dem Bankbetrieb der HVB Group zu Marktkonditionen kostenoptimiert bereitzustellen. Daraus resultiert, dass sich gegenwärtig circa ein Drittel der Anzahl der bankgenutzten Objekte im Bestand der HVB Immobilien Group befinden, darunter nahezu alle Gebäude mit Zentralfunktion. Sowohl für den Eigenbestand als auch für die angemieteten Objekte werden Standortkonzepte erstellt, bei welchen unter Berücksichtigung der genannten Prämissen die Anforderungen der Geschäftsbereiche wie auch die Wirtschaftlichkeit maßgebend für Entscheidungen sind. Hinsichtlich der Zentralstandorte betrifft dies für das erste Halbjahr 2016 insbesondere das Großprojekt zur Sanierung des "HVB Towers" (vormals "Hypo-Haus") in München zum Green Building. Dieses wurde planmäßig im März 2016 abgeschlossen und das Objekt wieder bezogen. Neben dem Ziel der Erhöhung der Flächeneffizienz wurde auch der Ressourcenverbrauch verringert. Als weitere Maßnahme des Projekts "HVB Tower" steht noch die Sanierung eines weiteren Gebäudeteils an. Im Zuge der zusätzlich angestrebten Flächenkonsoliderung am Standort München wurden mehrere Projekte miteinander vernetzt. Die Hauptrisiken beim Eigenbestand begründen sich hauptsächlich aus der Verkehrswert-Entwicklung, die immer auch im Vergleich zum Buchwert gesehen wird. Die Risikotreiber sind die künftige Nutzung durch die Bank, Mieten der Objekte/Bankmiete, Marktmieten, Mietvertragslaufzeiten, Vermietungsstand sowie der Investitionsbedarf. Das mittel- bis langfristige Ziel des nicht strategischen Immobilienportfolios hingegen ist der wertoptimierte Verkauf des gesamten Bestands, wobei für die Einzelentscheidungen sowohl der Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung als auch weitere Steuerungsinstrumente der Bank maßgebend sind. Dies entspricht der übergreifenden Strategie zum Umgang mit Immobilienrisiken. Das Immobilienrisiko wird übergeordnet auf Grundlage eines IC-Limits für die HVB Group gesteuert. Zusätzlich wurden den Geschäftsbereichen sowie den relevanten Tochtergesellschaften im Sinne einer Gesamtbanksteuerung um Diversifikationseffekte bereinigte EC-Limite für das Jahr 2016 zugewiesen. Auf Basis dieser Limite, hat die HVB Group zusätzlich Frühwarnindikatoren in Form von Ziel- und Schwellenwerten definiert, um so eine Überziehung der Limite im Vorfeld anzuzeigen. Die Limite werden zur Mitte eines Jahres auf ihre Adäquanz hin überprüft und gegebenenfalls angepasst. Für die Quantifizierung des Immobilienrisikos verwendet die Bank ein Varianz-Kovarianz-Modell. Für die Parametrisierung des Modells werden bankeigene Immobilienindizes als erklärende Risikofaktoren herangezogen. Diese Indizes sind nach der Objektart (Büro zur Miete, Eigentumswohnungen, Mietwohnungen, Reihenhäuser, Wohnbauland, Einzelhandel kleinflächig, Einzelhandel großflächig, Gewerbebauland, Lager) sowie nach der geografischen Lage unterteilt. Für ausländische Immobilien gibt es wegen der aktuellen strategischen Ausrichtung des Portfolios derzeit nur einen Index, der sich in seiner Zusammensetzung an dem gegenwärtigen Portfolio orientiert. Für deutsche Objekte stehen aktuell Zeitreihen für die wichtigsten Gemeinden (circa 80) zur Verfügung. Der Bereich CRC ermittelt das EC für das Immobilienrisiko und berichtet es an die Geschäftsbereiche, den CRO, den Gesamtvorstand sowie den Risikoausschuss des Aufsichtsrats. Im Hinblick auf die Risikostrategie erfolgt im quartalsweisen Risikoreporting zusätzlich ein Abgleich der Ist-Werte mit den Limiten. Das EC für das Immobilienrisiko der HVB Group, ohne Berücksichtigung von Diversifikationseffekten zwischen den Risikoarten, liegt bei 588 Mio € und ist gegenüber dem berichteten Wert per 31. Dezember 2015 (482 Mio €) per 31. Dezember 2016 um 106 Mio € gestiegen. Ein wesentlicher Grund liegt in der erweiterten Portfolioabgrenzung bei Immobilienfonds. Als gegenläufiger Effekt ist die Änderung des Konfidenzniveaus von 99,93% auf 99,90% zu nennen. Bei Anwendung des aktuell gültigen Konfidenzniveaus rückwirkend zum Vergleichsstichtag läge der Vergleichswert für das EC per 31. Dezember 2015 bei 466 Mio €. Bei der Herausrechnung des Effekts der Änderung des Konfidenzniveaus ergibt sich ein Anstieg des EC von 122 Mio € im Vergleich zum 31. Dezember 2015. Das volldiversifizierte EC für das Immobilienrisiko beläuft sich für die HVB Group auf 385 Mio € (31. Dezember 2015: 367 Mio €). Die Risikozahlen basieren hierbei auf einem Portfolio im Wert von 3.854 Mio €. Zusammensetzung des Immobilienportfolios nach Objektart
Das Immobilienportfolio der HVB Group hat sich in seiner Struktur im Jahr 2016 verändert, da die erweiterte Portfolioabgrenzung zu einer Erhöhung des Anteils nicht-strategischer Objekte führte. Geographisch liegt der Schwerpunkt mit 43,7% gemessen am Portfoliowert im Raum München. Im Rahmen der risikoartenübergreifenden Stresstests wird die Auswirkung von makroökonomischen Szenarien auf das Immobilienrisiko untersucht. Diese vierteljährlichen Analysen liefern Informationen zu den geschätzten szenariobedingten geringeren Immobilienzeitwerten, die bei Eintritt des Szenarios im Vergleich zum Basisszenario entstehen würden. Es ist auch für das Jahr 2017 geplant, den Bestand der nicht strategischen Immobilien durch Verkauf weiter abzubauen. Die Situation auf den Immobilienmärkten wird auch im Jahr 2017 von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen. Nach wie vor fragen Investoren verstärkt Immobilien in 1a-Lagen nach. BeteiligungsrisikoDas Beteiligungsrisiko entsteht durch Eigenkapital, welches an Unternehmen gehalten wird, die nicht in der HVB Group IFRS-konsolidiert oder im Handelsbuch enthalten sind. Das Beteiligungsrisiko wird sowohl als einzelne Risikoart gemessen sowie als diversifizierter Risikobeitrag zum internen Kapital. Das Beteiligungsportfolio beinhaltet hauptsächlich börsennotierte und nicht börsennotierte Unternehmensanteile, Private Equity Investments (Direktbeteiligungen) sowie Beteiligungen an Private Equity Funds. Sämtliche im Beteiligungsrisiko zu berücksichtigenden Beteiligungen sind entweder als strategisch qualifiziert und einem Geschäftsbereich bzw. einer Competence Line zugeordnet oder gelten als nicht strategisch verbunden mit einem grundsätzlichen Abbauziel. Bei der Risikomessung werden für sämtliche Beteiligungen ungeachtet der Börsennotierung im Rahmen einer Monte-Carlo-Simulation Wertschwankungen einzelner Investments simuliert und die daraus resultierenden Verluste zu dem Portfolio-VaR aggregiert. Bei der Simulation werden die gleichen ökonomischen Zusammenhänge zwischen den Werttreibern wie im Kreditportfoliomodell unterstellt. Bestehende Resteinzahlungsverpflichtungen für Private Equity Funds werden in der Berechnung des Beteiligungsrisikos berücksichtigt. Der Bereich CRC ermittelt das EC für das Beteiligungsrisiko und berichtet es an die Geschäftsbereiche, den CRO, den Gesamtvorstand sowie den Risikoausschuss des Aufsichtsrats. Im Hinblick auf die Risikostrategie erfolgt im quartalsweisen Risikoreporting zusätzlich ein Abgleich der Ist-Werte mit den Limiten. Das EC für das Beteiligungsrisiko der HVB Group, ohne Berücksichtigung von Diversifikationseffekten zwischen den Risikoarten, ist im Jahr 2016 um 8 Mio € gesunken und liegt zum 31. Dezember 2016 bei 208 Mio €. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Änderung des Konfidenzniveaus von 99,93% auf 99,90%. Bei Anwendung des aktuell gültigen Konfidenzniveaus rückwirkend zum Vergleichsstichtag läge der Vergleichswert für das EC per 31. Dezember 2015 bei 210 Mio €. Bei Herausrechnung des Effekts der Änderung des Konfidenzniveaus ergibt sich somit ein nahezu unverändertes Beteiligungsrisiko im Vergleich zum 31. Dezember 2015. Das volldiversifizierte EC der HVB Group beträgt 149 Mio € (31. Dezember 2015: 168 Mio €). Zusammensetzung des Beteiligungsportfolios
1 Börsen- und nicht börsennotierte
Beteiligungen.
Im Rahmen der risikoartenübergreifenden Stresstests wird die Auswirkung auf das Beteiligungsrisiko untersucht. Für das gestresste EC wird eine 100%ige Kapitalunterlegung angenommen, unabhängig von den makroökonomischen Szenarien. Wie bereits im Jahr 2016 wird die HVB Group im Jahr 2017 den selektiven Abbau des nicht strategischen Anteilsbesitzes fortsetzen, aber auch geschäftspolitische und dem derzeitigen Marktumfeld angepasste Unternehmensgründungen vornehmen und Zukäufe prüfen, sofern diese unsere Struktur und unsere Geschäftsschwerpunkte ergänzen und Mehrwert für die HVB und die HVB Group generieren. ReputationsrisikoReputationsrisiko wird definiert als das Risiko eines negativen Gewinn- und Verlust (GuV)-Effekts, hervorgerufen durch unerwünschte Reaktionen von Interessengruppen (Stakeholdern) aufgrund einer veränderten Wahrnehmung der Bank. Diese veränderte Wahrnehmung kann ausgelöst sein durch ein Primärrisiko wie Kreditrisiko, Marktrisiko, operationelles Risiko, Liquiditätsrisiko, Geschäftsrisiko, strategisches Risiko oder andere Primärrisiken. Die HVB und ihre wichtigsten Tochtergesellschaften verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz im Reputationsrisiko-Management. Dies bedeutet, dass grundsätzlich alle wesentlichen neuen Aktivitäten und Geschäftsvorgänge der Bank hinsichtlich potenzieller Reputationsrisiken zu untersuchen sind ("Change-the-Bank"-Ansatz) und parallel dazu die einzelnen Bereiche der Bank regelmäßig auf latente Reputationsrisiken überprüft werden ("Run-the-Bank"-Ansatz). In dem "Change-the-Bank"-Ansatz werden geschäftliche Transaktionen und neue Aktivitäten wie Neuproduktprozesse, Outsourcing, Projekte und besondere Investments (zum Beispiel SPVs) sowie bei Bedarf auch jede andere neue Aktivität einbezogen. Die Transaktionen/Aktivitäten müssen durch die jeweils verantwortlichen Mitarbeiter auf potenzielle Reputationsrisiken unter Berücksichtigung der bestehenden Richtlinien überprüft werden. Nach Identifikation eines potenziellen Reputationsrisikos werden entsprechende Spezialistenabteilungen hinzugezogen, die das identifizierte Reputationsrisiko qualitativ bewerten. Auf Basis der Risikoanalyse und der qualitativen Bewertung führt das RRC eine Entscheidung herbei. Im "Run-the-Bank"-Ansatz werden die einzelnen Bereiche der Bank regelmäßig auf bestehende bzw. latente Reputationsrisiken hin überprüft. Der Prozess beginnt in der Regel mit den sogenannten Risk Self Assessments wichtiger Funktionsträger (Risikoverantwortliche) zusammen mit den Operational Risk Managern. Die Risk Self Assessments werden anhand eines Fragenkatalogs durchgeführt. Anschließend wird das Senior Management nach Reputationsrisiken befragt. Der Senior Manager hat in dem Interview Gelegenheit, die identifizierten Reputationsrisiken seines Bereichs zu überprüfen und gegebenenfalls weitere materielle Reputationsrisiken zu ergänzen. Soweit möglich und sinnvoll, werden Gegenmaßnahmen zu den einzelnen Risiken festgelegt. Auf eine unmittelbare Quantifizierung des Reputationsrisikos im Rahmen des "Run-the-Bank"-Prozesses wird aufgrund der prinzipiellen Schwierigkeit, die möglichen Auswirkungen der Reaktionen von Interessengruppen zutreffend abzuschätzen, verzichtet. Stattdessen erfolgt im Rahmen des "Run-the-Bank"-Ansatzes eine Risikoeinstufung nach einem dreistufigen System ("Ampellogik"). Das Gesamtrisiko wird dabei über zwei Dimensionen ermittelt: Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung und Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Dokumentation der (gegebenenfalls auch unterjährig) identifizierten Reputationsrisiken erfolgt im bankeigenen IT-System. Verantwortlich für das Reputationsrisiko-Management sind die einzelnen Geschäfts- und Zentralbereiche. Die Gesamtverantwortung für die Überwachung liegt in der Einheit OpRisk Control (CRO-Bereich). Das OpRisk Control konsolidiert die Ergebnisse der Senior-Management-Interviews und erstellt einen RepRisk-Report mit den größten Reputationsrisiken der HVB. Strategisches RisikoDas strategische Risiko resultiert daraus, dass das Management wesentliche Entwicklungen oder Trends im eigenen unternehmerischen Umfeld entweder nicht rechtzeitig erkennt oder falsch einschätzt. Infolgedessen kann es zu Grundsatzentscheidungen kommen, die sich hinsichtlich der Erreichung der langfristigen Unternehmensziele im Nachhinein als unvorteilhaft erweisen und zudem teilweise schwer oder nicht unmittelbar reversibel sind. Im schlimmsten Fall kann dies negative Auswirkungen auf die Ertragskraft und das Risikoprofil der HVB Group haben. Das strategische Risiko wird qualitativ bewertet und nicht im Rahmen der Risikotragfähigkeits-Berechnung berücksichtigt. Zu diesem Zweck erfolgt eine laufende Überwachung des nationalen wie internationalen Umfelds, in welchem sich die HVB Group bewegt (zum Beispiel politische, wirtschaftliche, regulatorische oder bankenspezifische Marktgegebenheiten) und die Überprüfung der eigenen strategischen Positionierung. Das strategische Risiko wird vom Vorstand und den Vorstandsstäben laufend überwacht und bei Bedarf anlassbezogen vertieft analysiert. Gleichzeitig werden Veränderungen der strategischen Parameter im Vorstand diskutiert, Handlungsalternativen abgeleitet und entsprechend umgesetzt. Dazu dienen neben den Vorstandssitzungen auch die mindestens zweimal jährlich stattfindenden Vorstandsklausuren. Ein Austausch mit externen Experten (zum Beispiel Management Consultants oder Wirtschaftsprüfern) zu strategischen Fragen und Handlungsalternativen auf Vorstandsebene und untergeordneter Ebene stellt die Einbeziehung von externem Experten-Know-how sicher. Gesamtwirtschaftliches RisikoBasierend auf der Ausrichtung der HVB Group mit den Geschäftsbereichen Commercial Banking sowie CIB mit einer Vielzahl an Produkten und der Konzentration auf das Heimatland Deutschland und weiteren Kernländern, sind insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und der Eurozone sowie die Entwicklung der internationalen Finanz- und Kapitalmärkte von großer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage der HVB Group. Infolgedessen sind die makroökonomischen Entwicklungen in der Eurozone, die Geldpolitik der Notenbanken und die Diskussionen um die Entschuldung hochdefizitärer Länder Teil der regelmäßigen volkswirtschaftlichen Analyse in der HVB Group. Die HVB Group sieht sich als gut positionierte Universalbank mit exzellenten Kundenbeziehungen grundsätzlich gut aufgestellt, um weiterhin erfolgreich in diesem herausfordernden Umfeld tätig zu sein. Sollten jedoch beispielsweise die stabilisierenden Maßnahmen im Euroraum nicht greifen, sich das Wirtschaftswachstum in Europa verlangsamen oder weitere Turbulenzen auf den Finanz- und Kapitalmärkten auftreten, könnte dies auch negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der HVB Group haben. Risiken aus der strategischen Ausrichtung des Geschäftsmodells der HVB GroupDie HVB Group ist als Universalbank einerseits fokussiert auf die regionale Bearbeitung des deutschen Marktes, andererseits stellt sie das Kompetenzzentrum für die Investment-Banking-Aktivitäten der gesamten UniCredit dar. Daraus ergibt sich ein Geschäftsmodell, das auf mehreren Säulen ruht. Dennoch kann in Abhängigkeit von der externen Marktentwicklung nicht immer ausgeschlossen werden, dass es zu Ungleichgewichten bei den Ertragsbeiträgen kommt. So beeinträchtigt das bereits seit langem anhaltende Niedrigzinsumfeld die Erträge der Geschäftsbereiche in unterschiedlichem Maß. Mit der Modernisierung des Privatkundengeschäfts und dem damit einhergehenden Umbau zu einer Multikanalbank mit umfassenden Service-, Informations- und Beratungsangeboten möchte die HVB Group die nachhaltige Profitabilität des Privatkundensegments erreichen. Wesentliche strategische Ziele sind ein klar differenziertes Servicemodell zur Stärkung der Beratungs- und Servicequalität für den Kunden und ein eindeutiger Fokus auf Kunden mit Hauptbankverbindung bei der HVB Group. Die Filiale wird mit einem einheitlichen, modernisierten und gehobenen Erscheinungsbild weiterhin das Kernelement unseres Multikanalangebots darstellen. Sie wird dabei jedoch deutlich mehr als Kontaktpunkt für anspruchsvolle Kundenberatung von Bedeutung sein. Als Folge dieser strategischen Anpassung kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zum Verlust von vereinzelten Kunden kommt und sich negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der HVB Group ergeben. Die strategische Ausrichtung des Geschäftsbereichs CIB zielt darauf ab, dem Kunden zusätzlichen Wert über spezifische Betreuungsmodelle und vielfältige Produkte, die am jeweiligen Bedürfnis des Kunden ausgerichtet sind, zu geben. Auch wenn die Investment-Banking-Aktivitäten auf den Kunden ausgerichtet sind, bleiben die Erträge naturgemäß volatil, da die Kundennachfrage nach CIB-Produkten durch das Marktumfeld beeinflusst wird. Während in einem normalen Marktumfeld das Investment-Banking-Geschäft sehr profitabel ist, bestehen in schwierigen Marktsituationen erhöhte Vermögens-, Finanz- und Ertragsrisiken. Risiken aus der Konsolidierung des BankenmarktesDie Konsolidierung des deutschen und internationalen Banken- und Finanzmarktes hält nunmehr seit vielen Jahren an. Es könnte zu weiteren Verschiebungen von Marktanteilen kommen, die potenziell auch die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der HVB Group negativ beeinflussen könnten. Risiken aus veränderten Wettbewerbsbedingungen im deutschen FinanzsektorIm deutschen Markt für Finanzdienstleistungen als Kernmarkt der HVB Group herrscht auch aufgrund der Drei-Säulen-Struktur (öffentlich-rechtliche Sparkassen und Landesbanken, Genossenschaftsbanken und private Banken) hoher Wettbewerb. Insbesondere im Privatkundengeschäft existieren auf dem deutschen Markt trotz einiger Fusionen und Übernahmen noch immer Überkapazitäten. Zudem drängen auch vermehrt europäische und internationale Marktteilnehmer sowie FinTech-Unternehmen im Privat- und Firmenkundengeschäft in den deutschen Markt. Infolgedessen besteht ein hoher Wettbewerb um Kunden und Marktanteile, in dem sich die HVB Group einem intensiven Konkurrenzkampf zu stellen hat. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass aufgrund von sich weiter verschärfenden Wettbewerbsbedingungen im Finanzsektor negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der HVB Group entstehen können. Risiken aus Änderungen des regulatorischen und gesetzlichen UmfeldsDie Aktivitäten der HVB Group werden von den Zentralbanken und Aufsichtsbehörden der Länder bzw. Regionen, in denen die HVB Group geschäftlich tätig ist, reguliert und beaufsichtigt. Die bankaufsichtsrechtlichen Vorschriften in den einzelnen Ländern/Regionen unterliegen regelmäßigen Änderungen, deren Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und die Geschäftsmodelle von Banken weiterhin eng zu verfolgen sind. Gegebenenfalls könnten diese Vorschriften zu Anpassungen in der strategischen Ausrichtung führen. Wir gehen davon aus, dass der Trend hin zu verstärkten regulatorischen Vorschriften weiter anhält. Änderungen der regulatorischen Vorschriften in einem Staat könnten weitere Verpflichtungen für die Unternehmen der HVB Group mit sich bringen. Neben einem möglichen Einfluss auf das Geschäftsmodell, höheren Kapitalkosten und direkten Auswirkungen auf die Profitabilität der HVB Group könnten auch Kosten für die Implementierung der neuen regulatorischen Anforderungen und die erforderliche Anpassung der IT-Systeme auf die HVB Group zukommen. Unterschiede in den regulatorischen Anforderungen zwischen den Ländern oder Regionen könnten Auswirkungen auf die Wettbewerbssituation haben und damit direkten Einfluss auf die Rentabilität nehmen. Darüber hinaus könnten die Umsetzung der geänderten regulatorischen Anforderungen und deren Einhaltung zu einem Anstieg der Verwaltungsaufwendungen führen, was ebenfalls negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der HVB Group hätte. Sollte die HVB oder eine ihrer Tochtergesellschaften die regulatorischen Anforderungen der Aufsichtsbehörden nicht vollständig erfüllen, könnte dies zu Maßnahmen durch die zuständige Aufsicht führen, bis hin zur Einstellung der Geschäftsaktivitäten der HVB und ihrer Tochtergesellschaften. Risiken aus einer Veränderung der Ratingeinstufung der HVBDie HVB verfügt über ein Investment Grade Rating durch die externen Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch. Die Umsetzung neuer Regularien (Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD)/Single Resolution Mechanism (SRM)) hat zu zahlreichen Ratingreaktionen bei den drei genannten Ratingagenturen im Jahr 2015 und zu Beginn des Jahres 2016 geführt. Dabei wurden insbesondere sowohl die Annahmen über die staatliche Unterstützung im Abwicklungsfall grundlegend geändert als auch die Änderungen im deutschen Insolvenzrecht berücksichtigt. Infolgedessen erfolgte auch eine Ratinganpassung bei der HVB. Eine weitere Veränderung der Ratingeinstufung nach unten (downgrade) könnte die Refinanzierungskosten der HVB verteuern oder die Geschäftsmöglichkeiten der HVB als Counterpart im Interbankenmarkt bzw. mit rating-sensitiven Kunden negativ beeinflussen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Chancen-Risiko-Profil von betroffenen Geschäftsaktivitäten so wesentlich ändert, dass es zu Anpassungen von Geschäftsfeldern kommt, mit möglicherweise negativen Folgen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der HVB Group. Die möglichen negativen Effekte aus diesem Risiko werden insbesondere davon abhängen, ob das Rating der HVB sich im Vergleich zu ihren Mitbewerbern weniger stark, gleich stark oder stärker verändert. PensionsrisikoDie HVB Group hat aktiven und früheren Mitarbeitern eine Reihe von unterschiedlichen Pensionsplänen zugesagt, die zu einem großen Teil in diversen, zum Teil externen Vermögensanlageformen ausfinanziert wurden. Im Zusammenhang mit den Pensionsplänen können Pensionsrisiken sowohl bei den Vermögenswerten der Aktivseite als auch auf der Passivseite (Pensionsverpflichtungen) schlagend werden. Dies ist zum einen über Zeitwertrückgänge des Planvermögens auf der Aktivseite durch unvorteilhafte Marktpreisveränderungen, aber auch über eine Zunahme der Verpflichtungen auf der Passivseite, zum Beispiel durch einen Rückgang des Rechnungszinses möglich. Auf der Verpflichtungsseite können zudem versicherungstechnische Risiken, wie das Langlebigkeitsrisiko, auftreten (Änderungen der Sterbetafeln). In diesem Zusammenhang wird das Pensionsrisiko als dasjenige Risiko angesehen, dass das Trägerunternehmen zur Bedienung der zugesagten Rentenverpflichtungen Nachschüsse leisten muss. In unserem Risikomanagement werden die beschriebenen Risiken in einem separat für die Pensionsrisiken entwickelten Modell regelmäßig berechnet und überwacht. Anhand von Veränderungsrechnungen der wichtigsten Risikoparameter wird sowohl für die unterschiedlichen Kapitalanlagen als auch für die Cashflows der Verpflichtungsseite periodisch eine Risikozahl ermittelt. Als gesamtes Pensionsrisiko der HVB Group wurde per 31. Dezember 2016 ein Wert von 815 Mio € (31. Dezember 2015: 859 Mio €) ermittelt, welcher bei der Berechnung der Risikotragfähigkeit in Form einer additiven Komponente zum internen Kapital berücksichtigt wird. Darüber hinaus werden im Rahmen der risikoartenübergreifenden Stresstests die Auswirkungen auf das Pensionsrisiko regelmäßig untersucht. Das niedrige Zinsniveau wird nach wie vor als Hauptbelastungsfaktor sowohl für die Höhe der ausgewiesenen Pensionsverpflichtungen als auch für die Höhe der mit vertretbarem Risiko erzielbaren Erträge aus der Kapitalanlage betrachtet. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass im derzeitigen Niedrigzinsumfeld der Rechnungszins weiter reduziert werden muss (zum Jahresende 2015 lag der Rechnungszins bei 2,35% und per 31. Dezember 2016 bei 1,90%) und somit die Pensionsverpflichtungen weiter ansteigen. Zusätzliche Anpassungen des verwendeten Risikomodells befinden sich nach wie vor in der Diskussion. Je nach finaler Ausgestaltung des Modells in Bezug auf die jeweils verwendeten Risikofaktoren könnte sich das Pensionsrisiko nach einer weiteren Adjustierung deutlich erhöhen. Ferner stehen derzeit europaweit einheitliche Regelungen für die Bemessung von Pensionsrisiken noch aus. Für die künftige Entwicklung des ausgewiesenen Pensionsrisikos ergibt sich hieraus eine weitere Unsicherheit. Risiken aus Outsourcing-AktivitätenRisiko aus Outsourcing (Auslagerung) bildet in der HVB Group keine eigene Risikoart, sondern wird als risikoartenübergreifendes Risiko betrachtet. Insbesondere die Risikoarten operationelles Risiko, Reputationsrisiko, strategisches Risiko, Geschäftsrisiko, Kredit-, Markt- und Liquiditätsrisiko sind von Outsourcing-Aktivitäten betroffen. Innerhalb der jeweiligen Risikoart werden diejenigen Risiken gesteuert, die in einer vertiefenden Risikoanalyse identifiziert und bewertet werden. Spezifische Risiken, die sich aus Auslagerungen ergeben und nicht direkt zu einer Risikoart zugeordnet werden können, werden durch die für das Outsourcing verantwortliche Einheit gemanagt. Durch Outsourcing werden Tätigkeiten und Prozesse zu externen Dienstleistern verlagert. Dabei wird auch ein Teil der Haftung für operationelle Risiken transferiert, während vertragliche Risiken aus dem Outsourcing-Verhältnis selbst in der HVB oder einem Unternehmen der HVB Group verbleiben. Eine Auslagerung liegt vor, wenn ein anderes Unternehmen mit der Wahrnehmung solcher Aktivitäten und Prozesse im Zusammenhang mit der Durchführung von Bankgeschäften, Finanzdienstleistungen oder sonstigen institutstypischen Dienstleistungen beauftragt wird, die ansonsten von dem auslagernden Unternehmen selbst erbracht werden würden. Dies schließt Auslagerungen innerhalb der UniCredit und Weiterverlagerungen (Sub-Auslagerungen) von ausgelagerten Tätigkeiten und Funktionen an Sub-Unternehmen ein. Die Auslagerungen werden in einem standardisierten Verfahren in "nicht wesentlich", "wesentlich ohne erhebliche Tragweite" und "wesentlich mit erheblicher Tragweite" durch das jeweilige Projektteam und definierte Fachabteilungen (unter anderem Operational Risk Management, Compliance, Legal, Corporate Affairs & Documentation, Data Protection, Business Continuity Management) eingewertet und werden zudem nach den gruppenweiten Regelungen zum Outsourcing-Management nach Vorgaben des Circolare 263 der Banca d'Italia in "nicht relevant" und "relevant" unterteilt. Für die als "wesentlich" oder "relevant" bewerteten Auslagerungen wird eine vertiefende Risikoanalyse durchgeführt, die neben den operationellen Risiken auch die anderen Risikoarten umfasst. Für jede der wesentlichen Auslagerungen gibt es eine Retained Organisation (RTO; die für die jeweilige Auslagerung definierte verantwortliche Stelle), die sich um das Management der identifizierten Risiken kümmert. Die identifizierten Risiken sind in den für die jeweiligen Risikoarten definierten Prozessen in das Risikomanagement der HVB Group eingebunden. Die Operational Risk Manager unterstützen die Projektleiter bzw. Leiter der RTO bei der Erstellung bzw. Aktualisierung entsprechender Risikoanalysen. Wesentliche neue Auslagerungen wurden in der HVB im Jahr 2016 nicht begründet. Als wesentliche Veränderung im Auslagerungs-Portfolio hat die HVB das bestehende Auslagerungsunternehmen UniCredit Global Business Services GmbH (UGBS GmbH) auf die UniCredit Business Integrated Services S.C.p.A. (UBIS) verschmolzen. Eine wesentliche Veränderung des Risikos hat sich dadurch nicht ergeben. In der HVB Group wurde durch die UniCredit Luxembourg S.A. eine neue wesentliche Auslagerung mit dem Provider International Fund Services & Asset Mgmt. S.A. (IFSAM), Luxembourg zur Berechnung von Retrozessionen (Weiterrückversicherung oder Entgelte zu Gunsten der Vertriebsstellen) im Zusammenhang mit den Anforderungen aus der EU-Finanzmarktrichtlinie (MIFID) geschlossen. Ansonsten ergaben sich in der HVB Group keine Veränderungen der wesentlichen Auslagerungen. IKS - Internes KontrollsystemInternes Kontrollsystem im Hinblick auf den RechnungslegungsprozessDefinitionen und ZielsetzungenKapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften im Sinne des § 264 d HGB haben gemäß § 315 (2) Nr. 5 HGB die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Das Risikomanagementsystem ist weit gefasst und bezieht sich vor allem auf das strategische Management, die Identifikation, Quantifizierung, Beurteilung, Überwachung und die aktive Steuerung von Risiken. Die darauf aufbauende Verzahnung von Risikomanagement-, Risikosteuerungs- sowie Risikoüberwachungsprozessen unseres Konzerns sind in diesem Lagebericht im Risk Report dargestellt. Darin werden auch die jeweiligen Risikoarten in den Kapiteln Risikoarten sowie Risikoarten im Einzelnen näher beschrieben. Risiken im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess können zur Folge haben, dass zum Beispiel menschliche Verarbeitungsfehler, Systemschwächen oder betrügerisches Verhalten zu wesentlichen finanziellen Falschdarstellungen oder Verzögerungen in der Finanzberichterstattung führen und diese möglicherweise nicht den tatsächlichen Verhältnissen entspricht, beziehungsweise kein adäquates Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt. Diese Risiken können unter Umständen gesetzliche Sanktionen nach sich ziehen und darüber hinaus zu einer Beeinträchtigung des Vertrauens der Investoren bzw. zu Reputationsschäden führen. Die Zielsetzung des IKS bezogen auf den Rechnungslegungsprozess ist es, durch die Implementierung von Kontrollen hinreichende Sicherheit zu gewährleisten, so dass trotz der identifizierten Risiken ein regelkonformer Jahres-bzw. Konzernabschluss sowie Lagebericht bzw. Konzernlagebericht erstellt wird. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS) umfasst die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung des Rechnungslegungsprozesses sowie die Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Es stellt die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sicher und sorgt dafür, dass die Vermögenswerte, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Abgrenzungsposten angesetzt, ausgewiesen und bewertet werden sowie Änderungen im Eigenkapital korrekt dargestellt werden. Die Methodik für die Gestaltung des IKS und damit der Aufnahme und Risikobewertung der Prozesse basiert auf dem internationalen Standard "Internal Control - Integrated Framework" vom Committee of Sponsoring Organizations (COSO) of the Treadway Commission, das einen gesicherten methodischen Rahmen bildet. Dabei gilt es spezifische Ziele zur Förderung eines Kontrollsystems festzulegen und auf deren Basis die Wirksamkeit des Kontrollsystems zu überwachen. Folgende Ziele werden dabei verfolgt:
Auch eine bestmögliche Ausgestaltung des IKS kann naturgemäß nur eine hinreichende, aber keine absolute Sicherheit bezüglich des Erreichens der Ziele des IKS gewährleisten. Die im Rahmen des IKS dokumentierten und durchgeführten Kontrollen der relevanten Prozesse oder Systeme können daher Fehler oder Betrugsverhalten nicht vollständig ausschalten. Dabei ist auch zu beachten, dass die Leistungen und Kosten für das IKS in einem angemessenen Verhältnis zum erreichbaren Nutzen stehen. Organisation des IKSDer Vorstand bestimmt den Umfang und die Ausrichtung des spezifisch auf die Bank ausgerichteten IKS in eigener Verantwortung und ergreift dabei Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Systeme sowie zur Anpassung an sich ändernde Rahmenbedingungen. Der Vorstand befasst sich regelmäßig in Vorstandssitzungen mit dem Schwerpunkt ICBC (Internal Control Business Committee) mit der Konsolidierung und dem Monitoring aller IKS-relevanten Projekte und Maßnahmen. Die Verantwortung für den Rechnungslegungsprozess und insbesondere den Jahres- bzw. Konzernabschlusserstellungsprozess liegt in der CFO-Organisation. Der CFO wird dabei maßgeblich durch die CRO-Organisation unterstützt, indem der CRO unter anderem die Bewertung von Finanzinstrumenten (Forderungen, Wertpapiere und Derivate) verantwortet. Darüber hinaus wird die CFO-Organisation im Abschlusserstellungsprozess durch die Mitwirkung der Personalabteilung (Erfassung und Bewertung von Personalaufwendungen) und der Rechtsabteilung (Erfassung und Bewertung von Rechtsstreitigkeiten sowie sonstiger rechtlicher Risiken) sowie externer Dritter unterstützt. Letztere erstreckt sich im Wesentlichen auf verschiedene Gutachten externer Dienstleister, wie zum Beispiel für die Bewertung und Bilanzierung von Pensionsrückstellungen. Die für den Rechnungslegungsprozess erforderlichen EDV-Systeme werden in der Verantwortung von Global Banking Services (GBS) zur Verfügung gestellt. Dabei verantwortet innerhalb GBS der Bereich Data Governance - bezogen auf den Rechnungslegungsprozess -den Betrieb, die Weiterentwicklung (in Abstimmung mit den zuständigen Fachabteilungen und der UniCredit Business Integrated Solutions S.C.p.A. Zweigniederlassung Deutschland (UBIS)) und die Qualitätssicherung von ausgewählten Rechnungslegungs- und Controllingsystemen. Darüber hinaus ist dieser Bereich zuständig für die Umsetzung diverser rechnungslegungsbezogener IT-Projekte. Aufbauorganisation und Aufgaben der CFO-OrganisationDie Organisation des CFO gliedert sich bezüglich der rechnungslegungsbezogenen Prozesse im Wesentlichen in nachfolgende Bereiche, in denen der zuständige Vorstand auf Mitarbeiter mit den erforderlichen Kenntnissen und Erfahrungen zurückgreifen kann. Die in allen Ländern der UniCredit Gruppe und damit in der HVB Group seit Jahren gelebten Wertesysteme wie zum Beispiel die Integrity Charter, Code of Conduct aber auch Complianceregeln etc. bilden die Basis für ein verantwortungsbewusstes Handeln für alle Mitarbeiter, und damit auch für die mit dem Rechnungslegungsprozess betrauten Mitarbeiter: In dem Bereich Accounting, Shareholdings, Regulatory Reporting (CFF) wird die Rechnungslegung der HVB durchgeführt. Diesem Bereich obliegt die fachliche Verantwortung für die in der HVB eingesetzten Bilanzierungssysteme. Daneben ist der Bereich für Grundsatzfragen der Rechnungslegung nach IFRS und HGB zuständig und erstellt den Konzernabschluss. Darüber hinaus wird die Finanzberichterstattung im Konzernabschluss der HVB Group verfasst. Außerdem sind in diesem Bereich das Management und die rechnungslegungsrelevante Verwaltung des Beteiligungsbesitzes angesiedelt. Ferner wird das aufsichtsrechtliche Berichtswesen der HVB Group an die Bankenaufsicht vorgenommen. Der Bereich Tax Affairs (CFT) ist für sämtliche Steuerangelegenheiten der HVB inklusive deren ausländische Niederlassungen zuständig. Regional Planning & Controlling (CCP) ist mit der zentralen Geschäftssteuerung, dem Kostencontrolling sowie mit dem Eigenkapitalmanagement der HVB betraut. Ferner wird in CCP der Segmentbericht nach IFRS erstellt und plausibilisiert. In diesem Bereich liegt auch die Prozessverantwortung für die Erstellung der Ergebnisplanung und Ergebnishochrechnung. Des Weiteren sind in CCP die geschäftsbereichsbezogenen Controllingbereiche für alle Segmente exclusive CIB enthalten. Das Controlling für CIB liegt in der Verantwortung von CPA. Dieser Bereich verantwortet auch gemeinsam mit Accounting die Abstimmung des Handelsergebnisses. Kontrollen im IKS zur RisikominimierungUm die eingangs beschriebenen Risiken einer fehlerhaften Finanzberichterstattung zu minimieren, führen wir eine Vielzahl von präventiven und aufdeckenden Kontrollen durch, die in die operativen Prozesse integriert sind. Darunter fallen auch Kontrollen, die permanent zur Beachtung von Anweisungen, zur Funktionstrennung und zur Einhaltung von Kompetenzregelungen dienen. Die Kontrollen umfassen sowohl automatisierte systemseitige Kontrollen innerhalb der IT-Systeme als auch manuell durchgeführte Kontrollen. Als Teil der UniCredit Gruppe ist die HVB Group zusätzlich verpflichtet, das italienische Gesetz 262 aus dem Jahr 2005 ("Savings Law" -Gesetz 262/2005 und Gesetzesverordnung 303/2006 - angelehnt an das amerikanische Gesetz "Sarbanes-Oxley Act") zu beachten. Neben den CFO-internen Kontrollen bestehen weitere Prüf- und Kontrollschritte in den vorgelagerten Prozessen und Organisationen. Basierend auf den Anforderungen aus Law 262 und den gesetzlichen Vorgaben des Handelsgesetzbuchs wurden in der Umsetzung des IKS bei der HVB eine Vielzahl von Prozessen der Finanzberichterstattung inklusive der darin enthaltenen Risiken und Kontrollen dokumentiert. Die jeweiligen Prozessbeschreibungen umfassen detaillierte Darstellungen der einzelnen Prozessschritte sowie der an Prozessen beteiligten Organisationseinheiten. Dabei werden Risiko- und Kontrollbeschreibungen einschließlich deren Bewertungen vorgenommen und dokumentiert. Bei der Risiko- und Kontrollanalyse liegt der Schwerpunkt in der Identifikation von für die Finanzberichterstattung relevanten Risiken und deren Bewertung. Das festgestellte Risikopotenzial wird durch definierte Kontrollschritte hinreichend gemindert. In regelmäßigen Stichproben wird der Nachweis über die Durchführung sowie die adäquate Dokumentation dieser Kontrollen erbracht. Führen die Kontrollen nicht zu einer ausreichenden Risikominderung oder sind keine Kontrollen vorhanden, werden Maßnahmen veranlasst, die geeignet sind die festgestellten Mängel zu beheben. Die termingerechte Umsetzung dieser Maßnahmen wird quartalsweise überprüft. In einem halbjährlichen Zertifizierungsprozess bestätigt das Management der prozessverantwortlichen Bereiche eine ordnungsmäßige Finanzberichterstattung gegenüber dem CFO der HVB Group und dieser gegenüber der UniCredit. Die Kontrollen umfassen die nachfolgend beschriebenen Aspekte des IKS: Konzerneinheitliche Buchungs- und Bilanzierungsrichtlinien im UniCredit weiten Group Accounting Manual (GAM) dienen zur Sicherstellung einer konsistenten Finanzberichterstattung über die Geschäftsaktivitäten des Konzerns. Darüber hinaus bestehen generelle Bilanzierungsrichtlinien, die Bank weit im Zentralen Anweisungsdienst (ZAD) geregelt sind und für alle Prozessbeteiligten verpflichtend anzuwenden sind. Für die Erstellung des Jahresabschlusses verwendet die HVB die Standardsoftware SAP Balance Analyzer und Business Warehouse der SAP AG. Das Konzept des SAP Balance Analyzer basiert auf einer weitestgehend automatisierten Anbindung von Einzelgeschäftsdaten aus den rechnungslegungsrelevanten Vorsystemen (Nebenbuch). Die Zusammenführung der abschlussbezogenen Daten wird im Rechnungswesen vorgenommen. Hier erfolgt die Abstimmung der aus den Vorsystemen angelieferten Positionen und ein maschineller Abgleich mit den Hauptbuchkontosalden, der als Nachweis der Vollständigkeit von Bilanzposten dient. Zudem werden dabei Fehlerkorrekturen und die manuelle Buchung von einmaligen Transaktionen sowie von Abschlussbuchungen durchgeführt. Korrektur- und Abschlussbuchungen werden von berechtigten Personen unter Berücksichtigung des Vier-Augen-Prinzips erfasst. Ferner werden Abweichungsanalysen auf Positionsebene durchgeführt, um das Risiko von Fehlern bzw. unvollständigen Daten zu minimieren. Das IKS für Wertpapier-, Derivate und sonstige handelsnahen Transaktionen umfasst folgende Komponenten:
Für die Entwicklung und Einführung neuer Produkte existiert ein bereichsübergreifender Neuproduktprozess, der im Zentralen Anweisungsdienst (ZAD) niedergelegt ist. In diesem werden alle für einen Neuproduktprozess relevanten Produkte adressiert. Im Rahmen des Neuproduktprozesses sind alle betroffenen Fachbereiche dergestalt involviert, dass sie mindestens ein Vetorecht besitzen und berechtigt sind, Anpassungen bis hin zur Einstellung des Neuproduktprozesses durchzusetzen. Grundlage für den Konzernabschluss nach IFRS bilden die Einzelabschlüsse der HVB und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften sowie Zweckgesellschaften auf Basis der lokalen Rechnungslegung. Diese Abschlüsse werden gemäß den UniCredit Accounting Principles HVB Group spezifisch angepasst, von den meldenden Gesellschaften auf die konzerneinheitlichen Standards übergeleitet und dabei in den Positionsplan des Konzerns transformiert. Die von den Konzerngesellschaften im Rahmen des Konzernabschlusses gemeldeten Finanzinformationen werden in den Prozess der Konzernabschlussprüfung einbezogen. Die Erfassung sowie die Meldung der Werte für den Konzernabschluss und die sich anschließenden Konsolidierungsbuchungen erfolgen über das konzerneinheitliche und über alle Gesellschaften vernetzte Konsolidierungssystem (TAGETIK CPM) der Firma TAGETIK Software S.R.L. Nach Übertragung bzw. Eingabe der Werte in dieses System durch die einzelnen Konzerngesellschaften wird das System für weitere Eingaben phasenbasiert entsprechend des Konsolidierungsprozesses geschlossen. Veränderungen dieser Daten sind nur in Ausnahmefällen möglich und werden mit der betroffenen Tochtergesellschaft abgestimmt. Im Konsolidierungsprozess sind systemseitige Validierungen auf den verschiedensten Ebenen zur Minimierung von Fehlerrisiken enthalten. Darüber hinaus werden regelmäßig Plausibilisierungen vorgenommen. Die Plausibilisierungen der in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) abgebildeten Werte erfolgen durch Abweichungsanalysen zu historischen Vergleichszahlen und Planzahlen und anhand der Ermittlung von Sondereffekten in einem laufenden Prozess auch schon während des gesamten Berichtsjahres im Rahmen der Erstellung der Monats- und Quartalsabschlüsse. Ferner werden die Daten auch durch die Analyse des Segmentberichtes verifiziert. Bezüglich der Darstellung und Veröffentlichung der rechnungslegungsbezogenen Daten in der Finanzberichterstattung sind Kontrollen zur Einhaltung der Offenlegungspflichten insbesondere durch die Übereinstimmung mit Checklisten sowie durch die Durchsicht und Freigabe insbesondere von leitenden Mitarbeitern innerhalb der CFO-Organisation implementiert. Die technische Systembetreuung für das Rechnungswesen und insbesondere bei der Abschlusserstellung ist an die in der UniCredit Gruppe für die IT verantwortliche Tochtergesellschaft UniCredit Business Integrated Solutions S.C.p.A. (UBIS) ausgelagert. Die Überwachung der ausgelagerten Tätigkeiten aus technischer Sicht obliegt zum Teil der zentralen Abteilung Regional Business Services (CFG1) mit der zentralen Betreuungseinheit Finance Tools im Bereich Data Governance bzw. GSM für die Systeme der internationalen Niederlassungen. Die technischen Betreuungsprozesse der zentralen Betreuungseinheit sind in Arbeitsanweisungen geregelt. Die Sicherung und Archivierung der Datenbestände von rechnungslegungsrelevanten Anwendungssystemen in der Zuständigkeit des CFO gemäß § 257 HGB in Verbindung mit §§ 238, 239 HGB sowie die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) werden durch die UBIS unter Aufsicht von CFG/GSM durchgeführt. Des Weiteren sind über zusätzliche Service Level Agreements (SLA) Kontrollen zwischen den Vorsystemen (zum Beispiel EuroSIG) und dem Hauptbuch an die UBIS ausgelagert, und zwar sogenannte "first level controls". Eine weitere fachliche Prüfung findet im Rechnungswesen im Rahmen von "second level controls" statt. Der erforderliche Zugriffsschutz vor unbefugten Zugriffen und die Einhaltung der Funktionstrennung bei der Nutzung von rechnungslegungsrelevanten Anwendungssystemen werden insbesondere über eine Beantragung und periodische Überwachung von Einzelrechten in Berechtigungscontrollingsystemen sichergestellt. Für SAP-Rechte ist beispielsweise durchgängig eine Sondergenehmigung durch die fachliche Anwendungsbetreuung vorgesehen. Durch die Ausgestaltung als Einzelrecht erfolgt zwangsläufig eine Befristung auf maximal ein Jahr. Um den Ablauf des Jahres- und Konzernabschlusses sowie der Zwischenabschlüsse so effizient wie möglich zu gestalten, werden regelmäßig detaillierte Terminpläne erstellt, in denen die Chronologie der einzelnen Prozessschritte festgelegt wird. Diese Terminpläne dienen zur Sicherstellung und Überwachung der termingetreuen Erstellung der Abschlussarbeiten und zeigen Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Prozessschritten sowie zwischen den beteiligten Einheiten auf. Außerdem bestehen geeignete Notfallkonzepte, die die Verfügbarkeit von personellen und technischen Ressourcen zur Abwicklung der Prozesse bezüglich der Rechnungslegung sicherstellen sollen. Diese Notfallkonzepte werden laufend aktualisiert und weiterentwickelt. Überwachung der Wirksamkeit des IKSInterne RevisionDie Interne Revision ist als prozessunabhängiger Bereich ein Instrument des gesamten Vorstands, diesem unmittelbar unterstellt und berichtspflichtig. Die Verantwortung für die Einrichtung und die Funktionsfähigkeit der Internen Revision obliegt nach der Geschäftsordnung des Vorstands diesem insgesamt. Im Geschäftsjahr war die Revision fachlich dem Sprecher des Vorstands (CEO) zugeordnet. Der Internen Revision obliegt die risikoorientierte und prozessunabhängige Prüfung und Bewertung grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse, unabhängig davon, ob diese ausgelagert sind oder nicht. Gegebenenfalls erfolgt die Prüfung der ausgelagerten Aktivitäten durch die Interne Revision des Dienstleisters. Die Interne Revision nimmt eine risikoorientierte Auswahl zur zeitlichen Priorisierung der Prüfungen einzelner Betriebs- und Geschäftsabläufe vor. Gemäß den MaRisk werden alle Betriebs- und Geschäftsabläufe grundsätzlich mindestens einmal innerhalb von drei Jahren geprüft - sofern dies sinnvoll und angemessen ist. Bei unter Risikogesichtspunkten nicht wesentlichen Aktivitäten und Prozessen wird gegebenenfalls vom dreijährigen Turnus abgewichen. Aktivitäten und Prozesse, die einem besonderen Risiko unterliegen, werden mindestens jährlich geprüft. Die Interne Revision wird ferner anlass- oder auftragsbezogen bei Tochtergesellschaften tätig. Dabei werden, soweit vorhanden, auch die Prüfungsergebnisse der Internen Revisionen der Tochtergesellschaften berücksichtigt. Die Interne Revision der Bank hat insbesondere folgende Themen zu prüfen und zu beurteilen:
Während die von der Revisionstätigkeit betroffenen Einheiten und die dafür zuständigen Vorstände durch Übersendung der Revisionsberichte zeitnah informiert werden, wird dem Gesamtvorstand in einem Jahresbericht ein umfassender Gesamtüberblick über die Prüfungsergebnisse sowie über gewichtige/wesentliche/schwerwiegende/ besonders schwerwiegende Mängel gemäß MaRisk, die ergriffenen Maßnahmen und deren Bearbeitungsstand gegeben. Die Leiterin des Bereichs Revision unterrichtet den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats quartalsweise in seinen Sitzungen über die von der Internen Revision in ihren Prüfungen getroffenen wesentlichen Feststellungen sowie weitere signifikante Aspekte der Tätigkeit anhand eines Berichts des Vorstands und der Revision. AufsichtsratAufgabe des Aufsichtsrats ist es, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens zu beraten und dessen Geschäftsführung zu überwachen. Insbesondere bei der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Wirksamkeit des IKS wird er auf Grundlage von § 107 Abs. 3 AktG und § 25d Abs. 9 Nr. 1 und 2 KWG durch den Prüfungsausschuss unterstützt, der sich in diesem Zusammenhang auch mit dem IKS im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess beschäftigt. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat - und vorbereitend der Prüfungsausschuss - selbst in den Rechnungslegungsprozess durch die Überwachung der Finanzberichterstattung eingebunden, indem er den Konzernabschluss und Lagebericht sowie den Gewinnverwendungsvorschlag prüft und billigt. Zusätzlich erörtern Prüfungsausschuss und Aufsichtsrat regelmäßig die unterjährigen Finanzinformationen mit dem Vorstand. Weiterentwicklung des IKSBei Änderungen von gesetzlichen Vorgaben und Regelungen bezüglich der Rechnungslegung sind diese daraufhin zu prüfen, ob und welche Konsequenzen dies für den Rechnungslegungsprozess hat. Bei Änderungen oder neuen Bestimmungen, die erhebliche Auswirkungen auf die prozessuale Abwicklung der Rechnungslegung haben, wird ein diesbezügliches Projekt aufgesetzt, das alle Maßnahmen wie zum Beispiel EDV-Anpassungen, Arbeitsabläufe, Buchungsanweisungen und die Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung abteilungs- bzw. bereichsübergreifend berücksichtigt. Ferner werden im Rahmen einer laufenden Aktualisierung des IKS die aufgenommenen Prozesse halbjährlich durch die Prozessverantwortlichen auf organisatorische und inhaltliche Veränderungen überprüft, falls erforderlich in der Dokumentation modifiziert und einer neuerlichen Risikoeinschätzung unterzogen. Zudem wird die Vollständigkeit der Prozessdokumentation laufend überprüft und bei Bedarf weitere relevante Prozesse aufgenommen und bewertet sowie in den Regelprozess des IKS überführt. Konzern Gewinn- und Verlustrechnung
Ergebnis je Aktie (in €)
Konzern Gesamtergebnisrechnung (in Mio €)
Konzern BilanzAktiva
Der für die Gewinnverwendung maßgebende Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2016 im Einzelabschluss der UniCredit Bank AG (entspricht dem Bilanzgewinn der HVB Group) beläuft sich auf 3.005 Mio €. Dieser setzt sich zusammen aus dem im Berichtsjahr erwirtschafteten Jahresüberschuss der UniCredit Bank AG in Höhe von 5 Mio € und einer Entnahme aus den Anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 3.000 Mio €. Der Hauptversammlung schlagen wir vor zu beschließen, insgesamt eine Dividende in Höhe von 3.005 Mio € an die UniCredit S.p.A. (UniCredit), Rom, Italien, auszuschütten. Dies entspricht einer Dividende von rund 3,75 € pro Aktie nach rund 0,50 € für das Geschäftsjahr 2015. Entwicklung des Konzern Eigenkapitals (in Mio €)
1 Die Hauptversammlung hat am 20. Mai 2015
beschlossen, den Bilanzgewinn 2014 in Höhe von 627 Mio
€ an unseren alleinigen Aktionär, die UniCredit
S.p.A. (UniCredit), Rom, Italien, auszuschütten. Dies
entspricht einer Dividende von rund 0,78 € je
Stammaktie. Die Hauptversammlung hat am 10. Mai 2016
beschlossen, den Bilanzgewinn 2015 in Höhe von 398 Mio
€ an unseren alleinigen Aktionär, die UniCredit
S.p.A. (UniCredit), Rom, Italien, auszuschütten. Dies
entspricht einer Dividende von rund 0,50 € je
Stammaktie.
Konzern Kapitalflussrechnung (in Mio €)
(in Mio €)
RechtsgrundlagenDie UniCredit Bank AG (HVB) ist eine Universalbank mit Sitz in München, Arabellastraße 12, und im Handelsregister B des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 42148 eingetragen. Die UniCredit Bank AG ist ein verbundenes Unternehmen der UniCredit S.p.A., Rom, Italien (oberstes Mutterunternehmen). Die HVB ist als Universalbank mit ihren Tochtergesellschaften einer der führenden Anbieter von Bank- und Finanzdienstleistungen in Deutschland. Sie bietet Privat- und Firmenkunden, öffentlichen Einrichtungen und international operierenden Unternehmen und institutionellen Kunden eine umfassende Auswahl an Bank- und Finanzprodukten sowie -dienstleistungen an. In diesem Konzernanhang sind in der Note Methodik und Inhalte der Segmentberichterstattung nach Geschäftsbereichen weitere Angaben zu den Produkten und Dienstleistungen der Bank enthalten. Die HVB bilanziert als kapitalmarktorientiertes Unternehmen nach den Anforderungen des International Accounting Standards Board (IASB). Damit steht eine verlässliche und international vergleichbare Grundlage für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der HVB Group zur Verfügung. Unsere wertorientierte Unternehmenssteuerung baut ebenfalls auf dieser Rechnungslegung auf. Den Konzernabschluss haben wir nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) gemäß EG-Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 (IAS-VO) sowie weiteren Verordnungen zur Übernahme bestimmter IFRS im Rahmen des EU-Endorsements in Verbindung mit § 315a Abs. 1 HGB als verpflichtenden Konzernabschluss gemäß Art. 4 der IAS-VO erstellt. Der vorliegende Konzernabschluss wurde vom Vorstand der HVB am 7. März 2017 aufgestellt und vom Aufsichtsrat am 22. März 2017 gebilligt. Die IFRS umfassen neben den als IFRS bezeichneten Standards auch die International Accounting Standards (IAS), sowie die als IFRIC und SIC bezeichneten Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) und dessen Vorgängerorganisation. Alle für das Geschäftsjahr 2016 in der EU verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen wurden berücksichtigt. § 315a HGB enthält die neben den IFRS weiterhin anzuwendenden nationalen Vorschriften für kapitalmarktorientierte Unternehmen. Die neben den IFRS anzuwendenden nationalen Vorschriften wurden durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) zum Teil modifiziert bzw. ergänzt. Das BilRUG ist am 23. Juli 2015 in Kraft getreten und transformiert die EU-Bilanzrichtlinie 2013/34/EU in nationales Recht. Das BilRUG umfasst im Wesentlichen Erleichterungen für kleine und mittelgroße Unternehmen und zielt auf die Erhöhung der Transparenz und die EU-weite Harmonisierung der Einzel- und Konzernabschlüsse ab. Nach Maßgabe des § 315a HGB betreffen die Änderungen des BilRUG in geringem Umfang auch den Konzernabschluss deutscher IFRS-Anwender. Die für die HVB Group relevanten neu eingeführten bzw. geänderten Angabepflichten haben wir im Anhang dieses Konzernabschlusses berücksichtigt. Die Regelungen des BilRUG sind für die HVB Group erstmals für das Geschäftsjahr 2016 verpflichtend anzuwenden. Unsere börsennotierte Tochtergesellschaft AGROB Immobilien AG hat die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Der Konzernlagebericht erfüllt die Anforderungen des § 315 Abs. 1 und 2 HGB. Er enthält auch den Risk Report nach § 315 HGB. Die nachfolgend aufgeführten Personengesellschaften sind gemäß § 264b HGB von der Verpflichtung befreit, einen eigenen Lagebericht aufzustellen und den Jahresabschluss offenzulegen:
Die nachfolgend aufgeführten Kapitalgesellschaften sind gemäß § 264 Abs. 3 HGB von der Verpflichtung befreit, einen eigenen Lagebericht aufzustellen und den Jahresabschluss offenzulegen:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden1 StichtagsbetrachtungBei nachfolgenden in den Tabellen und Texten aufgeführten Beträgen handelt es sich bei Angaben zu Bilanzposten bzw. Beständen um Stichtagswerte zum 31. Dezember und bei Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung um den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember des jeweiligen Jahres. 2 Konzerneinheitliche BilanzierungDie Einzelabschlüsse der einbezogenen in- und ausländischen Unternehmen gehen unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze in den Konzernabschluss der HVB ein. Die Ausübung von Wahlrechten wird im Einzelnen bei den jeweiligen Bilanzposten erläutert. 3 StetigkeitDie Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden wenden wir dem Rahmenkonzept der IFRS sowie den IAS 1 und IAS 8 folgend stetig an. Sollten wesentliche Ansatz- und Bewertungsfehler aus früheren Perioden zu korrigieren sein, wird grundsätzlich eine rückwirkende Anpassung vorgenommen. Sollte im Ausnahmefall eine rückwirkende Anpassung nicht möglich sein, verrechnen wir die Auswirkungen mit den Gewinnrücklagen. Sofern es geboten ist, die Ansatz- und Bewertungsmethoden zu ändern, erfassen wir die daraus resultierenden Auswirkungen retrospektiv. Im ersten Halbjahr 2016 haben wir zwei neue bilanzielle Sicherungsbeziehungen im Hedge Accounting designiert:
Im Laufe des Geschäftsjahres 2016 wurde festgestellt, dass das Zinsergebnis aus Sicherungsinstrumenten für bestimmte Transaktionen mit einer besonderen Zahlungsstruktur fälschlicherweise zum Teil seit 2002 als Hedgeanpassungsbetrag von gesicherten Grundgeschäften im Portfolio Fair Value Hedge ausgewiesen wurde. Dadurch war das Zinsergebnis in den Vorjahren in Höhe von 85 Mio € (nach Steuern 77 Mio €) zu niedrig ausgewiesen. Die Fehler aus den Vorjahren wurden entsprechend im Eigenkapital gegen den Hedgeanpassungsbetrag von gesicherten Grundgeschäften im Portfolio Fair Value Hedge berichtigt. Aus Materialitätsgründen wurde darauf verzichtet, die Konzern Gewinn- und Verlustrechnung für 2015 anzupassen und der gesamte Korrekturbetrag für die Vorjahre im Eigenkapital erfasst. Die Fehlerkorrektur selbst wurde im zweiten Halbjahr 2016 vorgenommen. Auf das erste Halbjahr 2016 entfällt ein Zinsertrag in Höhe von 4 Mio €. Im Rahmen der im Berichtsjahr erfolgten Übertragung von weiteren Pensionsverpflichtungen auf die HVB Trust Pensionsfonds AG (siehe hierzu auch die Note Rückstellungen) wurden folgende Sachverhalte aus den Jahren vor 2015 identifiziert, die entsprechend der Anforderung einer retrospektiven Fehlerkorrektur im Eigenkapital erfasst wurden:
Alle drei oben beschriebenen Sachverhalte betreffen Vorgänge aus den Jahren vor 2015, die nicht im Geschäftsbericht dargestellt werden, so dass aufgrund der vorzunehmenden retrospektiven Korrektur das Eigenkapital bzw. die oben angeführten Bilanzposten in der Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2015 als der ersten im Geschäftsbericht dargestellten Periode anzupassen waren. Die Auswirkungen dieser Sachverhalte sind in der Entwicklung des Konzern Eigenkapitals saldiert im Posten Sonstige Veränderungen enthalten. Änderungen von Schätzungen werden erfolgswirksam in der Periode, auf die sich die Änderung des Schätzverfahrens auswirkt, erfasst. Sofern sich die Änderung des Schätzverfahrens nicht auf die Gewinn- und Verlustrechnung auswirkt, wird der Buchwert des betroffenen Vermögenswertes, der Verbindlichkeit oder der Eigenkapitalposition angepasst. Der Konzernabschluss basiert auf der Annahme der Unternehmensfortführung "Going Concern". Die Bilanzierung und Bewertung nach IFRS enthält Werte, die zulässigerweise unter Verwendung von Schätzungen und Annahmen ermittelt worden sind. Die verwendeten Schätzungen und Annahmen basieren auf historischen Erfahrungen und anderen Faktoren wie Planungen und Erwartungen bzw. Prognosen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen angemessen erscheinen. Hiervon betroffen sind im Wesentlichen die Bestimmung des Fair Value bestimmter finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die Risikovorsorge im Kreditgeschäft, die latenten Steuern und die Bilanzierung und Bewertung der Rückstellungen. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Insbesondere sind folgende Sachverhalte von Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen betroffen:
Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2016, mit Ausnahme der in der Note Erstanwendung neuer IFRS-Rechnungslegungsvorschriften dargestellten neu anzuwendenden IFRS-Vorschriften, die gleichen Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden wie im Konzernabschluss 2015 angewandt. 4 Erstanwendung neuer IFRS-RechnungslegungsvorschriftenIm Geschäftsjahr 2016 waren von EU-Unternehmen die Änderungen der folgenden vom IASB überarbeiteten Standards erstmalig verpflichtend anzuwenden:
Die Änderung der Standards IFRS 10 (Konzernabschlüsse) und IFRS 12 (Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) sowie IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) betrifft die Klarstellung zur Anwendung der Ausnahme von der Konsolidierungspflicht für Investmentgesellschaften. Die HVB Group ist aufgrund ihrer Geschäftsstruktur von dieser Regelung zu Investmentgesellschaften nicht betroffen. Die Änderungen in IFRS 11 (Gemeinsame Vereinbarungen) beinhalten Klarstellungen zum Erwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit, die einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 darstellt. Diese sind auch nach den Prinzipien des IFRS 3 zu bilanzieren. Im Geschäftsjahr 2016 ergaben sich hieraus keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Die Änderungen in IAS 1 (Darstellung des Abschlusses) im Rahmen der Disclosure Initiative enthalten Klarstellungen in Bezug auf die Wesentlichkeit und Zusammenfassung von Posten im Abschluss sowie Vorgaben zur Darstellung von Zwischensummen in der Bilanz und Gesamtergebnisrechnung, zur Struktur des Anhangs und zur Angabe wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Des Weiteren wird geregelt, dass der Anteil von at-Equity bewerteten Unternehmen am sonstigen Gesamtergebnis als separater Posten auszuweisen ist. Diese Klarstellungen und Hinweise haben wir gegebenenfalls im Konzernabschluss berücksichtigt. Durch die Änderungen in IAS 16 (Sachanlagen) und IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte) wird insbesondere klargestellt, dass umsatzerlösgestützte Abschreibungsmethoden für Sachanlagen nicht und für immaterielle Vermögenswerte lediglich in bestimmten Ausnahmefällen zulässig sind. Da in der HVB Group bei Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten keine umsatzabhängigen, sondern ausschließlich lineare Abschreibungen auf Basis der angenommenen Nutzungsdauern vorgenommen werden, haben die Änderungen keine Relevanz. Die Änderungen in IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) stellen klar, dass im Rahmen leistungsorientierter Pensionspläne Beiträge von Arbeitnehmern beziehungsweise Beiträge von dritten Parteien in der Periode, in der die entsprechende Arbeitsleistung erbracht wird, vom laufenden Dienstzeitaufwand abgezogen werden dürfen, vorausgesetzt, die Beiträge sind nicht an die Anzahl der Dienstjahre gekoppelt. Für die HVB Group ergaben sich hieraus keine Auswirkungen im Konzernabschluss 2016. Mit der Änderung des IAS 27 (Einzelabschlüsse) können Beteiligungen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen im IFRS-Einzelabschluss nun auch nach der Equity-Methode bilanziert werden. Da die Regelungen ausschließlich Einzelabschlüsse betreffen, haben sie keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der HVB Group. Im Rahmen der jährlichen Verbesserungen bestehender IFRS-Standards wurden mit dem Jahreszyklus 2010-2012 kleinere Anpassungen an den Standards IFRS 2 (Anteilsbasierte Vergütung), IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse), IFRS 8 (Geschäftssegmente), IFRS 13 (Bemessung des beizulegenden Zeitwerts), IAS 16 und IAS 38 (Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte) sowie IAS 24 (Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen) vorgenommen. Die Änderungen waren entweder nicht relevant oder von geringer Bedeutung. Der ebenfalls im Geschäftsjahr 2016 erstmals angewandte Verbesserungszyklus 2012-2014 betraf die Standards IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögensgegenstände und aufgegebene Geschäftsbereiche), IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben), IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) und IAS 34 (Zwischenberichterstattung). Auch aus diesen kleineren Anpassungen von bestehenden Standards ergaben sich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. 5 Herausgegebene, noch nicht verpflichtend anzuwendende IFRS, die nicht vorgezogen angewendet wurdenVon der vorzeitigen freiwilligen Anwendung der vom IASB neu herausgegebenen oder überarbeiteten Standards und Interpretationen, die erst ab dem Geschäftsjahr 2017 oder später verpflichtend anzuwenden sind, haben wir abgesehen. Die Bank wird diese Standards und Interpretationen in dem Geschäftsjahr anwenden, in dem die Neuregelungen für EU-Unternehmen erstmalig verpflichtend anzuwenden sind. Hiervon wurden von der EU in europäisches Recht übernommen:
Hiervon wurden von der EU noch nicht in europäisches Recht übernommen:
Nachfolgend werden die künftig anzuwendenden neuen IFRS-Standards erläutert, die für die HVB Group von Bedeutung sind: Im Juli 2014 hat der IASB die endgültige Fassung von IFRS 9 "Financial Instruments" veröffentlicht, der den derzeitigen Standard zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten IAS 39 ablöst. In IFRS 9 sind die wesentlichen Regelungsbereiche zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten, zur Bilanzierung von Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte und zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen grundlegend überarbeitet worden. Der von der EU im November 2016 in europäisches Recht übernommene IFRS 9 ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Die Erstanwendung hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen. Die UniCredit Gruppe hat in den Vorjahren ein gruppenweites Projekt zur Umsetzung des IFRS 9 gestartet, an dem die HVB teilnimmt. Das Projekt ist ressortübergreifend aufgestellt, um neben den neuen Anforderungen an die Bilanzierung auch deren Auswirkungen auf die strategische Ausrichtung der Bank Rechnung zu tragen. Im Rahmen des gruppenweiten Projekts hat die HVB entsprechend ihrer Zuständigkeit für das Investment Banking in der Gruppe eine Pilotfunktion zur Implementierung des IFRS 9 im Investment Banking übernommen. Nachdem gruppenweite Policys zu IFRS 9 erarbeitet worden sind, lag der Schwerpunkt der Projektaktivitäten in 2016 auf der Erstellung von detaillierten Fachkonzepten zur Umsetzung der neuen Anforderungen sowie zur Entwicklung der Methoden und Modelle, die für die neuen bzw. modifizierten Bewertungsverfahren des IFRS 9 benötigt werden. Mit der Implementierung der neuen Methoden und Verfahren wurde bereits begonnen, wobei der Schwerpunkt der Aktivitäten für 2017 geplant ist, so dass diese fristgerecht zum 1. Januar 2018 eingeführt werden können. Im Rahmen der Erstanwendung des IFRS 9 werden die Effekte, die sich aus der retrospektiven Anwendung des IFRS 9 ergeben, im Eigenkapital erfasst. Wesentlicher Faktor hierbei wird die Umstellung der Methodik zur Ermittlung der Portfoliowertberichtigung sein. Für nicht leistungsgestörte Fremdkapitalinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, ist die Portfoliowertberichtigung künftig auf Basis des 12-Monats-Expected-Loss bzw. bei signifikanter Bonitätsverschlechterung seit Kreditvergabe mit dem Life Time Expected Loss zu bestimmen. Hieraus wird sich ein Anstieg der Portfoliowertberichtigung für nicht leistungsgestörte Fremdkapitalinstrumente ergeben. Eine hinreichend zuverlässige quantitative Schätzung der Effekte ist derzeit noch nicht möglich. Dieser Effekt ist für Banken branchentypisch. Die HVB beabsichtigt, von dem im IFRS 9 vorgegebenen Wahlrecht Gebrauch zu machen und die Vorschriften des IAS 39 zum Portfolio Fair Value Hedge weiterhin anzuwenden. Insofern ist nicht mit wesentlichen Änderungen in Bezug auf die Bilanzierung von Sicherungszusammenhängen aufgrund der Anwendung des IFRS 9 zu rechnen. Da die Bank von dem Wahlrecht zur Anwendung der Fair-Value-Option für Verbindlichkeiten keinen Gebrauch macht, sind die neuen Vorschriften zur Behandlung des Own Credit Spreads nicht anwendbar. Der IASB hat im Mai 2014 einen neuen Standard zur Umsatzrealisierung des IFRS 15 "Revenue from Contracts with Customers" veröffentlicht, der zum 1. Januar 2018 anzuwenden ist und von der EU im September 2016 in europäisches Recht übernommen wurde. Der IFRS 15 ersetzt den IAS 18. In IFRS 15 wird nach einem einheitlichen Prinzipienmodell bestimmt, wie und wann Erträge vereinnahmt werden. Da Erträge, die im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten entstehen, hiervon nicht betroffen sind, erwarten wir für die HVB Group aus IFRS 15 eher geringere Auswirkungen. Im Januar 2016 hat der IASB den neuen Leasing-Standard IFRS 16 "Leases" veröffentlicht, der den bisherigen Standard zur Leasingbilanzierung IAS 17 sowie die Interpretationen IFRIC 4, SIC-15 und SIC-27 zum 1. Januar 2019 ablösen wird. Die wesentlichen Neuerungen betreffen die Bilanzierung beim Leasingnehmer, der künftig alle Leasingverhältnisse in der Bilanz zu erfassen hat, auch das bisher beim Leasingnehmer nicht in der Bilanz auszuweisende Operating Lease. Die Auswirkungen des neuen Standards werden untersucht. Aus den anderen künftig anzuwendenden Standardänderungen erwarten wir keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. 6 KonsolidierungskreisDer Konsolidierungskreis der HVB Group umfasst 197 beherrschte Unternehmen (Vorjahr: 192) von denen 44 (Vorjahr: 41) als strukturierte Einheiten im Sinne des IFRS 12 gelten.
Insgesamt haben wir in der HVB Group zum Jahresende 2016.146 (Vorjahr: 151) beherrschte Unternehmen sowie assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen wegen untergeordneter Bedeutung für den Konzern weder vollkonsolidiert noch at-Equity bewertet. Unter den strukturierten Einheiten sind 16 (Vorjahr: 17) Kreditnehmer enthalten, über die die HVB im Rahmen der Restrukturierung oder Abwicklung Beherrschung erlangt hat. Die Kreditnehmer gelten als strukturierte Einheiten im Sinne des IFRS 12, da sie aufgrund ihrer finanziellen Schwierigkeiten nicht mehr über Stimmrechte, sondern wirtschaftlich über die Kreditbeziehung zur HVB gesteuert werden. Ein Ausweis der Kreditnehmer in der Note Aufstellung Beteiligungsbesitz erfolgt aus Datenschutzgründen nicht in jedem Fall. 10 (Vorjahr: 10) dieser Kreditnehmer wurden konsolidiert; 6 (Vorjahr: 7) Kreditnehmer wurden aus Wesentlichkeitsgründen nicht konsolidiert. Die bilanziellen Auswirkungen der vertraglichen Beziehungen der Konzerngesellschaften zu diesen nicht einbezogenen Unternehmen sind im Konzernabschluss enthalten. Die zusammengefassten Jahresergebnisse der wegen untergeordneter Bedeutung nicht konsolidierten Unternehmen betragen 1,34% (Vorjahr: 0,51%) des Konzernjahresüberschusses der HVB Group, ihr Anteil an der Bilanzsumme des Konzerns liegt bei 0,14% (Vorjahr: 0,09%). Gehaltene Eigenkapitalanteile an diesen Unternehmen sind als AfS-Finanzinstrumente und ausgereichte Kredite unter Forderungen an Kunden bilanziert. Beherrschte UnternehmenDen Kreis der vollkonsolidierten Unternehmen haben wir nach Wesentlichkeitskriterien festgelegt. Darüber hinaus werden aufgrund der Vorschriften der regulatorischen Aufsichtsbehörden in der UniCredit Gruppe auch kleinere Gesellschaften unterhalb der Wesentlichkeitsgrenzen konsolidiert. Die vollkonsolidierten Unternehmen haben ihren Jahresabschluss grundsätzlich zum 31. Dezember 2016 aufgestellt. Die Gesellschaft Grand Central Funding Corporation, New York hat als abweichenden Abschlussstichtag den 31. Mai. Da diese Gesellschaft für den Konzernabschluss von untergeordneter Bedeutung ist, wurde auf die Umstellung des Geschäftsjahres für diese Gesellschaft verzichtet. Für den Konzernabschluss wurde für diese Gesellschaft ein Zwischenabschluss zum Stichtag des Konzernabschlusses erstellt. Als strukturierte Einheiten nach IFRS 12 gelten 44 (Vorjahr: 41) vollkonsolidierte beherrschte Unternehmen. Weitere Informationen zu strukturierten Einheiten sind in der Note Angaben zu strukturierten Einheiten dargestellt. Wesentliche Beschränkungen hinsichtlich der Möglichkeit der HVB Group, auf Vermögenswerte der beherrschten Unternehmen zuzugreifen, bestehen wie folgt:
Die Anteile in Fremdbesitz zum 31. Dezember 2016 haben sowohl einzeln als auch insgesamt keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der HVB Group. Zum 31. Dezember 2016 halten Dritte Anteile an 61 (Vorjahr: 57) vollkonsolidierten Unternehmen. Die Anteile in Fremdbesitz sind in der Konzernbilanz gesondert ausgewiesen und partizipieren in der Regel am Gewinn/Verlust der Gesellschaften und halten Stimmrechte an den Gesellschaften, ohne jedoch den beherrschenden Einfluss der HVB Group zu brechen. In den Konsolidierungskreis der HVB Group wurden 2016 folgende Gesellschaften neu aufgenommen:
Bei den strukturierten Einheiten (Elektra Purchase No. 39 DAC, Dublin, Elektra Purchase No. 42 DAC, Dublin, Elektra Purchase No. 43 DAC, Dublin, Elektra Purchase No. 46 DAC, Dublin, Elektra Purchase No. 47 DAC, Dublin, Elektra Purchase No. 48 DAC, Dublin) handelt es sich um Neugründungen, die ihre Vermögenswerte (Forderungen) und Verbindlichkeiten (emittierte Notes) zu marktüblichen Konditionen eingegangen sind. Somit entsprechen die Buchwerte dem Fair Value bei Zugang bzw. zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung, so dass keine Neubewertung vor dem Hintergrund der Anwendung des IFRS 3 notwendig ist. Aus dem Konsolidierungskreis der HVB Group sind 2016 folgende Unternehmen wegen Verschmelzung, Verkauf oder vollzogener Liquidation ausgeschieden:
Aufgrund der Entkonsolidierung der oben genannten Unternehmen hat die HVB Group ein Entkonsolidierungsergebnis gemäß IFRS 10.25 von -1 Mio € realisiert. Dieses ist in der Konzern Gewinn- und Verlustrechnung im Posten Finanzanlageergebnis enthalten. Im März 2016 haben wir uns mit der UniCredit Business Integrated Solutions S.C.p.A. (UBIS), Mailand, über den Verkauf der UniCredit Global Business Services GmbH (UGBS), Unterföhring, bisher eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der HVB, verständigt. Der Abschluss der Transaktion (Closing) erfolgte am 1. April 2016. Die Gesellschaft ist mit dem Closing aus dem Konsolidierungskreis der HVB Group ausgeschieden. Nach dem Verkauf der UGBS an die UBIS und der anschließenden Anwachsung der UGBS an die UBIS werden IT- und bestimmte Back-Office-Dienstleistungen künftig nur von einer Gruppengesellschaft an die HVB erbracht. Der Verkauf erfolgte als Transaktion unter Common Control. Das Entkonsolidierungsergebnis in Höhe von 19 Mio € ist in den Anderen Rücklagen im bilanziellen Eigenkapital enthalten. Assoziierte UnternehmenFür die unten genannten at-Equity bewerteten assoziierten Unternehmen lagen zum Zeitpunkt der Konzernabschlusserstellung keine Abschlüsse zum 31. Dezember 2016 vor. Für die at-Equity-Bewertung wurden folgende Abschlüsse verwendet:
Im Zeitraum zwischen Erstellung der oben genannten Abschlüsse und dem 31. Dezember 2016 haben sich bei diesen Gesellschaften keine Vorgänge besonderer Bedeutung ereignet, die Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage genommen hätten. Quotal konsolidierte Unternehmen sind im Konsolidierungskreis nicht enthalten. Wesentliche Beschränkungen auf die Möglichkeit, im Rahmen unserer Beteiligungsquote auf Vermögenswerte der assoziierten Unternehmen zuzugreifen, bestehen nicht. 7 KonsolidierungsgrundsätzeEin Unternehmen (oder eine wirtschaftlich abgeschlossene Einheit) wird vollkonsolidiert, wenn es von der HVB Group beherrscht wird. Beherrschung liegt vor, wenn die folgenden drei Kriterien des IFRS 10 erfüllt sind: Die HVB Group muss Verfügungsgewalt über die relevanten Aktivitäten des Unternehmens haben und variablen Erträgen aus dem Unternehmen ausgesetzt sein. Darüber hinaus muss die HVB Group ihre Verfügungsmacht dazu nutzen können, ihre variablen Erträge aus dem Unternehmen zu beeinflussen. Beherrschung ist unabhängig von der Art der finanziellen Beziehung zwischen Mutter- und Tochterunternehmen und setzt keine Eigenkapitalbeteiligung voraus. Beherrschung kann auch auf vertraglichen Vereinbarungen oder gesetzlichen Bestimmungen beruhen. Die Einschätzung, ob ein Unternehmen von der HVB Group beherrscht wird, erfordert eine ausführliche Analyse des Geschäftszwecks, der relevanten Aktivitäten des Unternehmens, der beteiligten Parteien und der Verteilung der variablen Erträge aus dem Unternehmen. Die Analyse beinhaltet eine Einschätzung, ob die HVB Group als Prinzipal gilt und sich die Verfügungsgewalt einer dritten Partei (Agent) über das Unternehmen zurechnen lassen muss. Dies kann der Fall sein, wenn der Entscheidungsträger, der über Verfügungsmacht über das Unternehmen verfügt, keine eigenen wirtschaftlichen Interessen aus dem Unternehmen verfolgt oder diese von untergeordneter Bedeutung sind und der Entscheidungsträger lediglich delegierte Entscheidungsrechte für die HVB Group ausübt. Ein Unternehmen wird erstkonsolidiert, sobald die HVB Group Beherrschung über das Unternehmen erlangt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung werden die Vermögenswerte und Schulden des Unternehmens, bewertet mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Stichtag, einbezogen. Im Folgenden werden dann die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt. Ab dem Stichtag der Erstkonsolidierung werden Aufwendungen und Erträge der jeweiligen Gesellschaft in die Konzern Gewinn- und Verlustrechnung aufgenommen. Eigenkapitalanteile, die von Konzernfremden an einer konsolidierten Gesellschaft gehalten werden, werden unter Anteilen in Fremdbesitz ausgewiesen, sofern die Kriterien für den Ausweis als Eigenkapital erfüllt werden. Andernfalls werden sie als Fremdkapital bilanziert. Bei der Kapitalkonsolidierung verrechnen wir die Anschaffungskosten eines Tochterunternehmens mit dem Konzernanteil am vollständig neu bewerteten Eigenkapital zum Zeitpunkt des Erwerbs, sofern es sich nicht um UniCredit-gruppeninterne Transaktionen handelt. Dieses Eigenkapital stellt den Unterschied zwischen den Vermögenswerten und Schulden des erworbenen Unternehmens dar, bewertet mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt. Den Unterschiedsbetrag zwischen den höheren Anschaffungskosten und dem neubewerteten Saldo aus Vermögenswerten und Schulden weisen wir anteilig als Geschäfts- oder Firmenwert in der Bilanz unter den immateriellen Vermögenswerten aus. Ein Geschäfts- oder Firmenwert aus at-Equity bewerteten Unternehmen ist unter "At-Equity bewertete Anteile an assoziierten Unternehmen und at-Equity bewertete Joint Ventures" auszuweisen. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird gemäß IAS 36 nicht planmäßig abgeschrieben. Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGU) zugeordnet, die aus den Synergien des Zusammenschlusses Nutzen ziehen sollen. Diese CGU stellen bei uns die Geschäftsbereiche dar. Sofern sich die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens auf mehrere Geschäftsbereiche erstreckt, werden die Geschäfts- oder Firmenwerte nach den erwarteten Ergebnisbeiträgen zum Erwerbszeitpunkt verteilt. Auf CGU-Ebene prüfen wir den Geschäfts- oder Firmenwert mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit. Dazu vergleichen wir den Buchwert der CGU mit dem erzielbaren Betrag als Maximum aus Nutzungswert und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Die Grundlage für die Überprüfung der Werthaltigkeit bildet der jeweils aktuellste vom Vorstand verabschiedete Mehrjahresplan, der grundsätzlich einen Zeitraum von fünf Jahren umfasst und auf Segmentebene erstellt wird. Ergebnistreiber sind dabei neben dem Handelsergebnis der Zins- und Provisionsüberschuss, der Verwaltungsaufwand sowie die zu erwartende Risikovorsorge. Um die Ergebniskomponenten planen zu können, umfasst der Mehrjahresplan neben einer Ergebnisplanung unter anderem auch die Planung der Risikoaktiva sowie die der Forderungen an Kunden und Einlagen von Kunden. Die Planungen basieren auf den Prognosen der volkswirtschaftlichen Abteilung der UniCredit Gruppe, dabei spielen vor allem die Prognosen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung (Bruttoinlandsprodukt), das Zins- und das Inflationsniveau eine entscheidende Rolle. Darüber hinaus reflektiert der Mehrjahresplan auch die Erfahrungen des Managements aus der Vergangenheit sowie eine Bewertung der ökonomischen Rahmenbedingungen. Wir haben anhand der Mehrjahresplanung für die CGU, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet werden, entsprechende Nutzungswerte ermittelt. Die Ermittlung der Nutzungswerte wurde mit Hilfe der "Discounted Cash Flow Methode" bestimmt. Als Zahlungsströme gehen die Jahresergebnisse vor Steuern aus der Mehrjahresplanung der Segmente ein. Für den darüber hinausgehenden Zeitraum werden die durchschnittlichen Zahlungsströme der Mehrjahresplanung angenommen. Die zur Diskontierung verwendeten, geschäftsbereichsspezifischen Kapitalkostensätze betragen für den Geschäftsbereich Corporate & Investment Banking im Durchschnitt 12,5% (Vorjahr: 13,2%) und für den Geschäftsbereich Commercial Banking im Durchschnitt 12,2% (Vorjahr: 12,5%). Für die ewige Rente haben wir keinen Wachstumsfaktor angenommen. Diese Nutzungswerte werden als erzielbare Beträge herangezogen und übersteigen den Buchwert und den Geschäfts- oder Firmenwert der CGU. Die Schätzung eines Verkaufspreises ist nur erforderlich, wenn der Nutzungswert unter dem Buchwert liegt. Für Unternehmenszusammenschlüsse unter gemeinsamer Beherrschung ist der IFRS 3 nicht anwendbar (IFRS 3.2c). Entsprechend ist gemäß IAS 8.10 für solche Fälle eine sachgerechte Bilanzierungs- und Bewertungsmethode zu entwickeln. Vor dem Hintergrund, dass wir die HVB Group als Teil der UniCredit Gruppe auffassen, werden bei UniCredit-gruppeninternen Unternehmenserwerben die Buchwerte des Mutterunternehmens fortgeführt. Ein Unterschied zwischen dem gezahlten Kaufpreis und dem Nettobuchwert des erworbenen Unternehmens wird in den Rücklagen im Eigenkapital ausgewiesen. Anteile an assoziierten Unternehmen werden gemäß IAS 28 nach der Equity-Methode bilanziert und bilanziell als solche ausgewiesen. Auf assoziierte Unternehmen kann seitens der HVB maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden, ohne diese Unternehmen jedoch beherrschen zu können. Maßgeblicher Einfluss wird vermutet, wenn an einem Beteiligungsunternehmen 20% oder mehr und weniger als 50% der Stimmrechte gehalten werden. Diese Assoziierungsvermutung ist widerlegbar, sofern eine qualitative Analyse ergibt, dass eine maßgebliche Mitwirkung an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens nicht möglich ist. Bei erstmaliger Einbeziehung in den Konzernabschluss werden Anteile an assoziierten Unternehmen zu Anschaffungskosten angesetzt. Für Zwecke der Folgebewertung erhöht oder verringert sich der Buchwert entsprechend dem Anteil der HVB am Gewinn oder Verlust des Beteiligungsunternehmens. Dieser der HVB zuzurechnende Anteil am Gewinn oder Verlust des Beteiligungsunternehmens bemisst sich auf Basis der bei Erwerb der Anteile ermittelten Zeitwerte der Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten des Beteiligungsunternehmens. Im Rahmen der Folgebewertung werden dabei die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der HVB Group angewandt. Geschäftsbeziehungen innerhalb des Konsolidierungskreises werden aufgerechnet. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Geschäften werden eliminiert. 8 FinanzinstrumenteEin Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei dem anderen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Die im IFRS 7.6 geforderten Klassen werden wie folgt definiert:
Dabei sind unter anderem die Bilanzangaben und Erfolgsbeiträge der Finanzinstrumente nach den IAS 39-Bewertungskategorien getrennt darzustellen. Diese werden im vorliegenden Konzernabschluss in den erläuternden Notesangaben zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Die Angaben nach IFRS 7 zu Risiken im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten werden in den Notes sowie auch teilweise im Risk Report des Lageberichts abgebildet. Das maximale Ausfallrisiko gemäß IFRS 7.36a entspricht dem Buchwert der risikobehafteten Finanzinstrumente sowie im Fall von Finanzgarantien und Kreditzusagen dem in der Note Fair Values der Finanzinstrumente gemäß IFRS 7 angegebenen Nominalbetrag der Garantie bzw. dem Betrag der noch nicht in Anspruch genommenen Kreditzusagen. Gemäß IAS 39 sind alle Finanzinstrumente bilanziell zu erfassen, in die vorgegebenen Bestandskategorien zu klassifizieren und in Abhängigkeit von dieser Klassifizierung zu bewerten. Der erstmalige Bilanzansatz von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen erfolgt ab dem Zeitpunkt, ab dem der Konzern Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Marktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten (sogenannte Regular Way Contracts) werden in der HVB Group grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert. Derivate werden zum Handelstag bilanziert. Die Vorschriften des IAS 39 bezüglich Umwidmungen wurden beachtet. Die in den Jahren 2008 und 2009 erfolgten Umklassifizierungen werden in der Note Reklassifizierung von Finanzinstrumenten gemäß IAS 39.50 ff. und IFRS 7 dargestellt. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und VerbindlichkeitenDie Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten untergliedert sich in zwei Kategorien:
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert ohne Berücksichtigung von Transaktionskosten erfasst. Sowohl Held-for-Trading-Bestände als auch Finanzinstrumente der Fair-Value-Option werden zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet; die Wertschwankungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Kredite und Forderungen (Loans and Receivables)Unter die Kategorie Kredite und Forderungen (Loans and Receivables) fallen selbstbegebene und erworbene, nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind, es sei denn, sie werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet oder als Available for Sale (AfS) klassifiziert. Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und in den Posten Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden aktiviert. Agien und Disagien werden über die Laufzeit verteilt erfolgswirksam im Zinsergebnis vereinnahmt. Die Zinsvereinnahmung erfolgt unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Kredite und Forderungen werden beim erstmaligen Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert inklusive Berücksichtigung von Transaktionskosten erfasst. HtM-FinanzinstrumenteBis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen (Held to Maturity = HtM) sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen und fester Laufzeit, bei denen die Absicht und die Fähigkeit zum Halten bis zur Endfälligkeit besteht, es sei denn, sie werden in die Kategorie aFVtPL, Kredite und Forderungen oder AfS klassifiziert. Im Rahmen der Beurteilung, ob die Halteabsicht bis zur Endfälligkeit gegeben ist und ein vorheriger Wiederverkauf ausgeschlossen werden kann, gehen wir sehr restriktiv vor, so dass nur im Ausnahmefall eine Klassifizierung als HtM vorgenommen wird. Im Rahmen der Klassifizierung als HtM-Finanzinstrumente stellen wir sicher, dass die Instrumente vor dem Hintergrund von Liquiditätsüberlegungen bis zur Endfälligkeit gehalten werden können. HtM-Finanzinstrumente werden beim erstmaligen Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert inklusive Berücksichtigung von Transaktionskosten erfasst und im Folgenden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, Agio- und Disagiobeträge werden über die Laufzeit verteilt erfolgswirksam im Zinsergebnis vereinnahmt. Die Zinsvereinnahmung erfolgt unter Anwendung der Effektivzinsmethode. AfS-FinanzinstrumenteAlle übrigen nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte fallen unter die Kategorie der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere und Forderungen (Available for Sale = AfS). Innerhalb dieser Kategorie wird zwischen einer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert und einer Bewertung zu Anschaffungskosten unterschieden:
Erfolgswirksame Ergebnisse aus AfS-Finanzinstrumenten werden mit Ausnahme des Ergebniseffektes aus der Währungsumrechnung von monetären AfS-Instrumenten im Finanzanlageergebnis (siehe Note Finanzanlageergebnis) erfasst. Ermittlung des Fair ValueFür Finanzinstrumente, die zum Fair Value zu bewerten sind, können wir den Fair Value grundsätzlich verlässlich ermitteln. Eine Ausnahme hiervon stellen bestimmte Eigenkapitalinstrumente, welche der AfS-Kategorie zugeordnet sind, dar. Diese werden wie oben beschrieben zu ihren Anschaffungskosten bewertet. Der Fair Value ist nach IFRS 13 definiert als der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall (kein Zwangsverkauf oder Notabwicklung) zwischen unabhängigen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen oder für die Übertragung einer Verbindlichkeit gezahlt würde. Der auf einer Transferfiktion basierende Fair Value entspricht somit einem Veräußerungspreis bzw. bei einer Verbindlichkeit dem Übertragungspreis einer Schuld (exit price). Die Ermittlung des Fair Value erfolgt für die Bewertung nach der dreistufigen Fair-Value-Hierarchie des IFRS 13, die auch für die Anhangangaben zur Fair-Value-Hierarchie anzuwenden ist (siehe Note Fair-Value-Hierarchie):
Auf den so ermittelten Fair Value werden angemessene Bewertungsanpassungen vorgenommen, um weiteren Einflussgrößen auf den Fair Value (wie zum Beispiel die Liquidität des Finanzinstruments oder Modellrisiken bei der Fair-Value-Ermittlung mittels eines Bewertungsmodells) Rechnung zu tragen. Für die Ermittlung dieser Bewertungsanpassungen haben wir das nach IFRS 13 unter bestimmten Voraussetzungen mögliche Wahlrecht einer portfoliobezogenen Fair-Value-Ermittlung ausgeübt. Bei Derivaten werden die Ausfallrisiken von Kontrahenten durch sogenannte Credit Valuation Adjustments (CVA) berücksichtigt. Ebenso werden refinanzierungsbezogene Bewertungsanpassungen, sogenannte Funding Valuation Adjustments (FVA) für Derivate gebildet, die nicht vollständig durch entsprechende Besicherungen (Collaterals) gedeckt sind. Bei den Verbindlichkeiten der Handelspassiva wird in die zugrunde liegenden Bewertungsparameter auch der Own Credit Spread einbezogen. Weitere Angaben zu den Fair Values bzw. zur Fair-Value-Hierarchie werden in den Notes Fair-Value-Hierarchie und Fair Values der Finanzinstrumente gemäß IFRS 7 ausgewiesen. FinanzgarantienEine Finanzgarantie ist gemäß IAS 39 ein Vertrag, bei dem der Garantiegeber zur Leistung bestimmter Zahlungen verpflichtet ist, die den Garantienehmer für einen Verlust entschädigen, der ihm entsteht, weil ein bestimmter Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen gemäß den ursprünglichen oder geänderten Bedingungen eines Schuldinstruments nicht fristgerecht nachkommt. Insgesamt betrachtet ist der Fair Value einer Finanzgarantie bei Vertragsabschluss null, denn der Wert der vereinnahmten Prämie wird bei marktgerechten Verträgen regelmäßig dem Wert der Garantieverpflichtung entsprechen. Die Garantieprämie wird zeitanteilig vereinnahmt. Im Rahmen der Folgebewertung wird geprüft, ob eine Wertminderung vorliegt. Kreditderivate, insbesondere standardisierte Credit Default Swaps (CDS), werden nicht als Finanzgarantien behandelt, sondern werden als Derivate des Handelsbestands erfolgswirksam zum Fair Value bewertet. Eingebettete DerivateTrennungspflichtige eingebettete derivative Finanzinstrumente innerhalb eines strukturierten Produkts werden - außerhalb der Kategorien Held for Trading und designiert als aFVtPL - vom Basiskontrakt getrennt und als eigenständiges derivatives Finanzinstrument erfasst. Der Basiskontrakt wird anschließend in Abhängigkeit von der getroffenen Kategorisierung bilanziert. Die Wertänderung aus den abgetrennten und zum Fair Value bewerteten Derivaten wird erfolgswirksam im Handelsergebnis erfasst. Bilanzierung von Sicherungszusammenhängen (Hedge Accounting)Absicherungswirkungen zwischen Finanzinstrumenten bilden wir fast ausschließlich nach den in IAS 39 vorgesehenen Formen des Fair Value Hedge ab. In den Jahren 2008 und 2009 hat die HVB Group im Aktiv-Passiv-Zinsrisikomanagement eine Umstellung des vorher angewandten Makro-Cashflow-Hedge auf den nach IAS 39 ebenfalls möglichen Portfolio Fair Value Hedge für Zinsrisiken vorgenommen, der im Folgenden neben den Regelungen des allgemeinen Fair Value Hedge zusätzlich beschrieben wird. Im Geschäftsjahr 2016 haben wir für einen speziellen Absicherungsfall einen Mikro-Cashflow-Hedge für künftige Transaktionen neu gebildet. Allgemein wird beim Mikro-Fair-Value-Hedge das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines bilanzierten Vermögenswerts oder einer bilanzierten Verbindlichkeit oder einer bilanzunwirksamen festen Verpflichtung (oder Teile davon), das auf eine bestimmte Risikoart zurückzuführen ist und Auswirkungen auf das Periodenergebnis haben könnte, abgesichert. Dabei ist eine hohe Sicherungseffektivität erforderlich, bei der sich die Änderungen der Fair Values von gesichertem Grundgeschäft mit Bezug auf das gesicherte Risiko und Sicherungsderivat in einer Bandbreite von 80% bis 125% ausgleichen. Wir setzen vor allem Zinsderivate im Fair Value Hedge Accounting zur Absicherung von Wertänderungen des beizulegenden Zeitwerts bilanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ein. Beim Fair Value Hedge Accounting wird das Sicherungsinstrument erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Buchwerte der Grundgeschäfte werden erfolgswirksam um die Bewertungsergebnisse angepasst, die sich auf das abgesicherte Risiko zurückführen lassen. Im Geschäftsjahr 2016 haben wir neue Mikro-Fair-Value-Hedges für Zinsrisiken designiert. Für im Available-for-Sale-Bestand vorgenommene Käufe festverzinslicher, europäischer Government Bonds, deren Zinsrisiko einzeln und vollständig mit Zinsswaps abgesichert wurde, haben wir separat für jede Transaktion einen Mikro-Fair-Value-Hedge gebildet. Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2009 haben wir das Fair Value Hedge Accounting für Kreditrisiken angewandt (Mikro-Fair-Value-Hedge). Das Ziel des Hedge Accounting für Kreditrisiken ist es, die Volatilität in der Gewinn- und Verlustrechnung zu reduzieren. Dies geschieht durch die Einbeziehung von bestehenden Sicherungsbeziehungen in das Hedge Accounting. Sonst bestehende Inkonsistenzen bei der Bewertung (Accounting Mismatch) werden durch das Hedge Accounting korrigiert. Im Rahmen des Hedge Accounting für Kreditrisiken werden gemäß IAS 39.86 (a) die kreditinduzierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts ausgewählter Grundgeschäfte wie Forderungen an Kunden sowie unwiderrufliche Kreditzusagen (bilanzunwirksame feste Verpflichtungen) und die gesamten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Sicherungsinstrumente (Credit Default Swap = CDS) kompensiert. Die ermittelte Änderung des kreditinduzierten Fair Value der Grundgeschäfte wird erfolgswirksam unter Effekte aus dem Hedge Accounting im Handelsergebnis vereinnahmt. Sofern es sich bei dem abgesicherten Grundgeschäft um bilanzierte Vermögenswerte handelt, wird der Buchwert um die Änderungen des kreditinduzierten Fair Value fortgeschrieben. Unwiderrufliche Kreditzusagen (bilanzunwirksame feste Verpflichtungen) werden dagegen nicht in der Bilanz ausgewiesen. Die auf diese entfallenden kreditbezogenen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts weisen wir in dem Bilanzposten Sonstige Aktiva aus. Die dazugehörigen Sicherungsinstrumente (CDS) zeigen wir mit ihrem beizulegenden Zeitwert als Hedging Derivate, die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden ebenfalls erfolgswirksam als Effekte aus dem Hedge Accounting im Handelsergebnis gezeigt. Die Sicherungsbeziehung wird im Einklang mit IAS 39.91 beendet, wenn entweder das Sicherungsinstrument oder das abgesicherte Grundgeschäft ausläuft, die Sicherungsbeziehung nicht mehr effektiv ist oder aber die Bank sich entscheidet, die Sicherungsbeziehung zu beenden. Bei der Beendigung der Sicherungsbeziehung werden die bis dahin aufgelaufenen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts in Bezug auf das abgesicherte Risiko (sogenanntes Hedge Adjustment) über die Restlaufzeit des Grundgeschäfts amortisiert. Diese Amortisierung wird im Zinsergebnis ausgewiesen. Falls das Grundgeschäft bei Beendigung der Sicherungsbeziehung ebenfalls ausnahmsweise ausläuft (zum Beispiel im Falle einer vorzeitigen Rückzahlung durch den Schuldner), ist das bis dahin kumulierte Hedge Adjustment unmittelbar erfolgswirksam zu vereinnahmen. Falls die Sicherungsbeziehung vor Ende der Restlaufzeit des Sicherungsinstruments beendet wird, wird dieses Derivat zum beizulegenden Zeitwert dem Handelsbestand zugeordnet und dort weiterhin erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (Handelsergebnis). Das bisher so vorgenommene Mikro-Fair-Value-Hedge Accounting für Kreditrisiken haben wir zur Jahresmitte 2016 beendet. Der Umfang war zuletzt sehr gering. Bei der bilanziellen Abbildung des Zinsänderungsrisikos im Aktiv-Passiv-Zinsrisikomanagement wenden wir den Portfolio Fair Value Hedge für Zinsrisiken an. Dieser Ansatz einer Absicherung des Fair Value in Bezug auf ein Portfolio zinstragender finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten durch Zinsderivate ermöglicht es, den banküblichen Risikomanagementverfahren zur Absicherung von Festzinsrisiken auch bilanziell weitgehend zu entsprechen. Bei dieser bilanziellen Abbildung postenübergreifender Sicherungszusammenhänge werden die Wertänderungen des abgesicherten Betrags der Grundgeschäfte, die auf das gesicherte Risiko zurückzuführen sind, nicht wie beim Mikrohedge als Buchwertanpassung einzelner Positionen erfasst, sondern insgesamt als separater Aktiv- bzw. Passivposten. In einigen Bereichen, in denen eine getrennte Absicherung von Aktiv- und Passivbeständen vorgenommen wird, erfolgt ein separater Ausweis (getrennt nach abgesicherten Aktiv- bzw. Passivgeschäften) der Hedgeanpassungsbeträge in der Bilanz. Der abgesicherte Betrag der Grundgeschäfte wird im Rahmen des Zinsrisikomanagements bestimmt und ist einzelnen Vermögensgegenständen bzw. Verbindlichkeiten nicht direkt zuordenbar. Bei Vorliegen der Hedgevoraussetzungen werden die gegenläufigen Wertänderungen des zu sichernden Betrags der Grundgeschäfte und der Sicherungsinstrumente (Zinsderivate) unmittelbar erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im Rahmen der notwendigen Hedgeeffektivitätsgrenzen von 80% bis 125% auftretende Hedgeineffektivitäten werden im Hedgeergebnis als Gewinn oder Verlust ausgewiesen. Weiterhin wurden aus ökonomischen Gründen Cross Currency Interest Rate Swaps (CCIRS) bei der Refinanzierung von Krediten in Fremdwährung eingesetzt. Die CCIRS tauschen länger laufende Euro-Festzinspositionen gegen variabel verzinsliche Fremdwährungspositionen. Entsprechend werden die Grundgeschäfte im Rahmen des Portfolio Fair Value Hedges gegen Zinsänderungsrisiken abgesichert. Die zum Umstellungszeitpunkt bestandene Cashflow-Hedge-Rücklage und die gleich hohen, gegenläufigen Clean Fair Values der bisherigen Cashflow-Hedge-Derivate werden über die Restlaufzeit im Zinsüberschuss kompensierend amortisiert. Daher hat die Amortisierung der Cashflow-Hedge-Rücklage künftig bis zu ihrem vollständigen Abbau per Saldo keine Erfolgsauswirkung. Die sich nach dem Umstellungszeitpunkt ergebenden Wertänderungen derselben Grundgeschäfte und Sicherungsderivate sowie aller Neugeschäfte, werden im Rahmen des neuen Portfolio-Fair-Value-Hedge-Modells bilanziert. Allgemein wird bei einem Cashflow Hedge das Risiko volatiler Cashflows abgesichert, die aus einem bilanzierten Vermögenswert, einer bilanzierten Verbindlichkeit oder einer vorgesehenen Transaktion resultieren und erfolgswirksam sein werden. Beispielsweise werden Derivate im Cashflow Hedge Accounting zur Absicherung künftiger Zinszahlungsströme eingesetzt. Zahlungen aus variabel verzinslichen Forderungen und Verbindlichkeiten werden dabei vorwiegend mittels Zinsswaps in feste Zahlungen getauscht. Sicherungsinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Das Bewertungsergebnis wird in einen effektiven und einen ineffektiven Teil getrennt. Der effektive Teil des Sicherungsinstruments wird erfolgsneutral in einer gesonderten Position des Eigenkapitals (Hedge-Rücklage) erfasst. Der ineffektive Teil der Sicherungsderivate wird unmittelbar erfolgswirksam vereinnahmt. Das Grundgeschäft wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Im ersten Halbjahr 2016 wurde im Rahmen unserer Teilnahme am langfristigen Refinanzierungsgeschäft (TLTRO II) der Europäischen Zentralbank (EZB) bei unserer Tochterbank UniCredit Luxembourg S.A. die Absicherung der geplanten Geldaufnahme vorab mit einem Forward-Zinsswap in Form eines Mikro-Cashflow-Hedge für künftige Transaktionen abgebildet. Mit dem Erhalt der Geldaufnahme von der EZB zum 30. Juni 2016 wurde diese Sicherungsbeziehung beendet. Die bei Hedgeende bestehende Cashflow-Hedge-Rücklage und der konträr gleich hohe Anfangs-Fair-Value des Zinsswaps werden periodisch über die Laufzeit der abgesicherten Geldaufnahme über die Gewinn- und Verlustrechnung kompensierend aufgelöst. Die zum 30. Juni 2016 ausgeführte Geldaufnahme und der Sicherungs-Zinsswap wurden in den allgemeinen Portfolio Fair Value Hedge für Zinsrisiken einbezogen. 9 HandelsaktivaIn den Handelsaktiva sind Wertpapiere des Handelsbestands sowie positive Zeitwerte von Handelsderivaten enthalten. Alle weiteren Derivate, die nicht als Hedging Derivate (eigener Bilanzausweis) qualifiziert sind, werden ebenfalls wie Handelsbestand behandelt. Innerhalb der Handelsaktiva werden Forderungen aus Pensionsgeschäften, Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen sowie Schuldtitel öffentlicher Stellen, soweit sie Handelszwecken dienen, unter den sonstigen Handelsbeständen ausgewiesen. Handelsaktiva werden mit den beizulegenden Zeitwerten bewertet. Bewertungs- und Realisierungsgewinne und -verluste aus Handelsaktiva werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Handelsergebnis ausgewiesen. 10 At-Fair-Value-through-Profit-or-Loss (aFVtPL)-FinanzinstrumenteDie HVB Group wendet die Fair-Value-Option in der Mehrzahl der Fälle für finanzielle Vermögenswerte mit ökonomischen Sicherungsbeziehungen an, bei denen das Hedge Accounting nicht angewandt wird. Durch die Designation werden Bewertungs- oder Ergebniserfassungsinkongruenzen aufgrund einer unterschiedlichen Bewertungsbasis (Accounting Mismatch) beseitigt oder signifikant verringert. Hier sind vor allem verzinsliche Wertpapiere des Nichthandelsbestands enthalten, die mit Zinsswaps gegen Zinsänderungsrisiken abgesichert sind. Bei ebenfalls hier einbezogenen Schuldscheindarlehensforderungen ergibt sich aufgrund der erstklassigen Bonität der Emittenten keine materielle Fair-Value-Änderung bezüglich des Kreditrisikos. Fair-Value-Änderungen der Grundgeschäfte und der zugehörigen Derivate werden separat im Handelsergebnis gezeigt, laufende Zinserträge/-aufwendungen werden im Zinsüberschuss ausgewiesen. In Bezug auf die Neuinvestitionen stand bei einer grundsätzlichen Halteabsicht vor allem das Ziel, im Bedarfsfall die Bestände zügig verkaufen zu können (Liquiditätsbestand), im Vordergrund. Neben dem hauptsächlichen Designationsmotiv Accounting Mismatch beruht bei einem speziellen kleineren Bestand die Designation auf einer Fair Value-basierten Risikosteuerung oder auf Basis trennungspflichtiger strukturierter Produkte. 11 Available-for-Sale (AfS)-FinanzinstrumenteAls zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (kategorisiert als Available for Sale-Finanzinstrumente) weisen wir im Bilanzposten "AfS-Finanzinstrumente" verzinsliche Wertpapiere, Aktien und andere eigenkapitalbezogene Wertpapiere, Investmentzertifikate sowie Beteiligungen aus. Verzinsliche Wertpapiere werden effektivzinsgerecht abgegrenzt. Sofern sich die der Effektivzinsermittlung zugrunde liegenden geschätzten Mittelzuflüsse bzw. -abflüsse ändern, werden die Effekte hieraus gemäß IAS 39 AG 8 erfolgswirksam im Zinsüberschuss vereinnahmt. Sofern sie von untergeordneter Bedeutung sind, werden in den AfS-Finanzinstrumenten sowohl Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen als auch at-Equity bewertete Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen subsumiert. Dabei werden börsennotierte Unternehmen grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Soweit bei nicht börsennotierten Unternehmen der Fair Value nicht zuverlässig ermittelt werden kann, erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten. 12 At-Equity bewertete Anteile an assoziierten Unternehmen und at-Equity bewertete Joint VenturesAnteile an Joint Ventures und assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet. 13 Held-to-Maturity (HtM)-FinanzinstrumenteDie HVB Group hat verzinsliche Vermögenswerte als bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente klassifiziert und im Bilanzposten "HtM-Finanzinstrumente" ausgewiesen. HtM-Finanzinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, die Zinserträge daraus sind im Zinsüberschuss enthalten. 14 ForderungenForderungen werden in den Bilanzposten Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden ausgewiesen und sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt, sofern es sich nicht um Grundgeschäfte eines anerkannten Mikro-Fair-Value-Hedge handelt. Der Ausweis in der Bilanz erfolgt gekürzt um gebildete Wertberichtigungen auf Forderungen. 15 Wertminderung von finanziellen VermögenswertenWertminderungen sind für finanzielle Vermögenswerte zu bilden, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden bzw. die als Available for Sale klassifiziert sind. Die Ermittlung einer Wertminderung erfolgt in zwei Schritten: Zunächst wird geprüft, ob objektive Hinweise vorliegen, die auf eine Wertminderung des finanziellen Vermögenswerts schließen lassen. Im zweiten Schritt ist zu untersuchen, ob das Finanzinstrument tatsächlich im Wert gemindert ist. Objektive Hinweise für eine Wertminderung sind Sachverhalte, die üblicherweise zu einer tatsächlichen Wertminderung führen. Dies sind für Fremdkapitalinstrumente eingetretene Ereignisse, die dazu führen können, dass der Schuldner seine Verpflichtungen nicht mehr in voller Höhe bzw. zum vereinbarten Zeitpunkt erfüllt. Bei Eigenkapitalinstrumenten stellen signifikante oder länger anhaltend niedrigere Zeitwerte im Vergleich zu den Anschaffungskosten objektive Hinweise auf eine Wertminderung dar. Sobald auf ein Eigenkapitalinstrument einmal eine Abschreibung vorgenommen wurde, gilt dies als wertgemindert. Objektive Hinweise stellen nur bereits eingetretene Ereignisse dar, nicht zukünftig erwartete Ereignisse. Nachfolgend wird die Bestimmung einer Wertminderung für jede relevante Kategorie beschrieben. Bei Krediten und Forderungen liegt ein objektiver Hinweis auf ein Impairment vor, sofern ein Ausfall gemäß der Ausfalldefinition nach Artikel 178 der Capital Requirement Regulation (CRR) eingetreten ist. Dies ist gegeben, wenn entweder eine wesentliche Verbindlichkeit des Kreditnehmers mehr als 90 Tage überfällig ist oder wenn die HVB annimmt, dass der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe nachkommen kann, ohne dass Verwertungsmaßnahmen ergriffen werden. Als Ausfallereignis gelten diesbezüglich insbesondere neben einem 90-Tage-Zahlungsverzug die Beantragung oder Eröffnung von Insolvenzverfahren, die Erwartung von Zahlungsschwierigkeiten als Ergebnis des Kreditüberwachungsprozesses oder aber die Notwendigkeit von Sanierungs- oder Verwertungsmaßnahmen wie zum Beispiel die Kündigung der Forderung, die Zinslosstellung selbiger oder die Zwangsvollstreckung von Sicherheiten durch die HVB. Maßgeblich ist die Bonitätsbeurteilung des Kreditnehmers mittels interner Ratingverfahren. Diese wird periodisch bzw. bei Eintritt negativer Ereignisse überprüft. Ein 90-tägiger Zahlungsverzug des Kreditnehmers gilt als objektiver Hinweis auf eine Wertminderung und führt zeitnah als Eintritt eines negativen Ereignisses in Bezug auf den Kreditnehmer ebenfalls zur Überprüfung seines individuellen Ratings. Auf Basis interner Verfahren wird die Klassifizierung des Kreditnehmers in "ausgefallen" bzw. "nicht ausgefallen" aktualisiert. Im Ergebnis erfolgt die Bonitätsbeurteilung des Kreditnehmers immer im Hinblick auf seine Fähigkeit, ausstehende Verbindlichkeiten auch erfüllen zu können. Die Beurteilung der Bonität des Kreditnehmers bzw. seiner Fähigkeit, ausstehende Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, erfolgt grundsätzlich unabhängig von der Tatsache, ob der Kreditnehmer bereits mit Zahlungen in Verzug ist oder nicht. Kreditverträge können modifiziert werden, um Kreditnehmer in schlechter finanzieller Lage zu entlasten und die Wahrscheinlichkeit der Bedienung zu verbessern (Forbearance). Jedoch ist zu beachten, dass nicht jede Modifikation eines Kreditvertrags bonitätsgetrieben ist und Forbearance darstellt. Zur Entlastung des Kreditnehmers können verschiedene Strategien zum Einsatz kommen. Mögliche Maßnahmen reichen von Ratenstundungen und befristeten Tilgungsaussetzungen über Tilgungsstreckungen, Zinssatzreduzierungen und Umschuldungen bis hin zu Teilforderungsverzichten. Kredite, die modifiziert oder refinanziert wurden, um Kreditnehmer in schlechter finanzieller Lage zu entlasten (Forbearance), unterliegen den gleichen Risikovorsorgeprozessen wie die übrigen Kredite. Eine mögliche Stundungsvereinbarung zur Vermeidung eines Zahlungsverzugs führt nicht automatisch dazu, dass die Bank Wertminderungen nicht berücksichtigt. Sofern eine Stundung bzw. Konditionsanpassung (zum Beispiel Stundung oder Streckung von Tilgungszahlungen, Verzicht auf Covenant-Klauseln usw.) bonitätsbedingt erfolgt und hinsichtlich der neu strukturierten Zahlungen objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, führt dies als eigenständiger Impairmenttrigger zu einer Prüfung, ob eine Wertberichtigung zu bilden ist. Eine reine Stundung von Zahlungsverpflichtungen hat nicht immer Einfluss auf die Finanzlage des Kreditnehmers und seine Fähigkeit, ausstehende Verbindlichkeiten auch vollständig bedienen zu können. Sollte ein Kreditnehmer nicht in der Lage sein, alle ausstehenden Verpflichtungen zu erfüllen, ändert eine Stundung der fälligen Verbindlichkeiten die Gesamtsituation nicht. Eine Stundung reduziert weder die Höhe der Zahlungsverpflichtungen noch beeinflusst sie die Höhe der Zahlungseingänge des Kreditnehmers. Sofern die Bank aus bonitätsbedingten Gründen auf Zahlungen durch den Kreditnehmer verzichtet (zum Beispiel Verzicht auf Gebühren, Reduzierung der vertraglichen Zinsen usw.) stellt ein solcher Verzicht einen objektiven Hinweis auf einen Ausfall des Kreditnehmers dar. Die Ausbuchung von solchen, der Bank zustehenden Zahlungen, bedingt durch einen ausgesprochenen Verzicht, wird erfolgswirksam als Wertminderung erfasst, sofern hierfür nicht bereits in der Vergangenheit eine Wertberichtigung gebildet wurde oder aufgrund des Ausfalls des Kreditnehmers auf die Vereinnahmung verzichtet wurde (zum Beispiel im Rahmen der internen Zinslosstellung). Für weitere Informationen zum Forbearance-Portfolio der HVB Group verweisen wir auf die Note Forbearance. Eine Wertminderung ergibt sich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Buchwert und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows. Die künftigen Cashflows sind unter Berücksichtigung der eingetretenen Ereignisse (objektive Hinweise) zu bestimmen. Die erwarteten künftigen Cashflows können sich aus den noch erwarteten Tilgungs- und/oder Zinszahlungen sowie aus den Erlösen der Verwertung von Sicherheiten zusammensetzen. In Höhe der so festgestellten Wertminderung wird eine Einzelwertberichtigung gebildet. Sofern eine Forderung als uneinbringlich angesehen wird, erfolgt eine Direktabschreibung, die zur Ausbuchung der Forderung führt. Bei HtM-Finanzinstrumenten wird analog vorgegangen. Für Kreditforderungen wird die so ermittelte Wertberichtigung auf einem Wertberichtigungskonto gebucht, das den Buchwert der Forderung auf der Aktivseite mindert. Im Falle von Wertpapieren reduziert eine Wertminderung direkt den Buchwert des Wertpapiers. Für Finanzgarantien und unwiderrufliche Kreditzusagen wird eine mögliche Wertminderung analog ermittelt, die Wertberichtigung wird als Rückstellung bilanziert. Bei betragsmäßig nicht bedeutsamen Einzelfällen werden Einzelwertberichtigungen auch auf kollektiver Basis ermittelt. Auch in diesen Fällen basiert die Einstufung als wertgemindert primär auf dem individuellen Rating des Kreditnehmers. Diese werden in der HVB Group innerhalb der Einzelwertberichtigungen erfasst und ausgewiesen. Entsprechend haben wir im Kreditgeschäft für alle erkennbaren akuten Adressausfallrisiken (Kredite und Forderungen sowie Finanzgarantien und Kreditzusagen) individuell Einzelwertberichtigungen oder Rückstellungen gebildet, wobei die Höhe der Aufwendungen geschätzt wird. Im Rahmen der Folgebewertung werden sowohl Änderungen der erwarteten künftigen Cashflows sowie der Zeiteffekt, der sich aus einer Verkürzung des Diskontierungszeitraums ergibt, berücksichtigt. Einzelwertberichtigungen werden aufgelöst, soweit der Grund für die Bildung der Wertberichtigung entfallen ist, oder verbraucht, wenn die Forderung als uneinbringlich eingestuft und ausgebucht wurde. Sofern eine Einzelwertberichtigung aufgelöst wird, weil die Gründe für die Bildung weggefallen sind, wird der betreffende Kreditnehmer wieder als gesund eingestuft, das heißt die Klassifizierung als "ausgefallen" wird rückgängig gemacht. Eine Ausbuchung wird dann vorgenommen, wenn die betreffende Forderung fällig ist, eventuell vorhandene Sicherheiten verwertet wurden und weitere Versuche zur Forderungseintreibung erfolglos waren. Dabei berücksichtigen wir auch akute, länderspezifische Transferrisiken. Für nicht einzelwertberichtigte Forderungen (und Avale und Kreditzusagen) werden bereits zum Bilanzstichtag eingetretene aber von der Bank noch nicht erkannte Verluste (= Wertminderungen) durch eine Portfoliowertberichtigung abgedeckt. Dabei wenden wir die Loss-Confirmation-Period-Methode an. Die Loss Confirmation Period stellt den Zeitraum dar zwischen dem Eintritt eines Ausfallereignisses bzw. Ausfalls des Kreditnehmers und dem Zeitpunkt, an dem die Bank den Ausfall erkennt. Die Loss Confirmation Period wird differenziert für verschiedene Kreditportfolios auf Basis statistischer Erhebungen ermittelt. Der eingetretene, aber noch nicht erkannte Verlust wird mittels des erwarteten Verlusts (Expected Loss) geschätzt. Bei als Available for Sale klassifizierten Vermögensgegenständen ist grundsätzlich zwischen Fremd- und Eigenkapitalinstrumenten zu unterscheiden. Bei Fremdkapitalinstrumenten liegt eine Wertminderung vor, wenn die eingetretenen Ereignisse dazu führen, dass der Schuldner seine vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr in voller Höhe bzw. zum vereinbarten Zeitpunkt erfüllt. Sachlich liegt eine Wertminderung in den gleichen Fällen vor wie bei Kreditforderungen gegenüber derselben Adresse (Emittent). Die Höhe der Wertminderung ergibt sich aus der Differenz zwischen den fortgeführten Anschaffungskosten und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert, wobei der zunächst in der AfS-Rücklage erfolgsneutral ausgewiesene Unterschiedsbetrag bei Vorliegen einer Wertminderung erfolgswirksam erfasst wird. Bei Wegfall des Grundes für die Wertminderung wird die Differenz zwischen dem höheren Zeitwert und dem Buchwert zum letzten Bilanzstichtag erfolgswirksam bis zur Höhe der historischen fortgeführten Anschaffungskosten zugeschrieben. Übersteigt der aktuelle Zeitwert am Bilanzstichtag die historischen fortgeführten Anschaffungskosten, wird diese Differenz in der AfS-Rücklage im Eigenkapital ausgewiesen. Bei Eigenkapitalinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, liegt eine Wertminderung vor, wenn der aktuelle Zeitwert signifikant unter den Anschaffungskosten liegt, oder wenn der Zeitwert länger anhaltend die Anschaffungskosten unterschritten hat. Im Falle einer erstmaligen Wertminderung wird die Differenz zwischen dem aktuellen Zeitwert und den Anschaffungskosten erfolgswirksam erfasst. Im Rahmen der Folgebewertung wird eine weitere Wertminderung nur dann erfolgswirksam gebucht, wenn der aktuelle beizulegende Zeitwert unter den um die bisher erfolgten Wertminderungen reduzierten Anschaffungskosten (fortgeführte Anschaffungskosten) liegt. Falls der Zeitwert zukünftig ansteigt, wird die Differenz zwischen einem höheren Zeitwert und den fortgeführten Anschaffungskosten in der AfS-Rücklage im Eigenkapital ausgewiesen. Eine Wertminderung von Eigenkapitalinstrumenten, die einer Bewertung zu Anschaffungskosten unterliegen, ist gegeben, wenn der aktuelle Wert signifikant oder länger anhaltend die Anschaffungskosten unterschreitet (bzw. falls in der Vergangenheit bereits eine Wertminderung erfolgt ist, die Anschaffungskosten abzüglich der vorgenommenen Wertminderung unterschreitet). Falls Hinweise für eine Wertminderung vorliegen, ist eine Wertermittlung für die Eigenkapitalinstrumente durchzuführen. Bei der Wertermittlung ist grundsätzlich auf die geschätzten künftigen Cashflows, die mit der aktuellen Marktrendite eines vergleichbaren Vermögenswerts diskontiert werden, abzustellen. Der Betrag der Wertminderung ergibt sich aus der Differenz zwischen dem aktuellen Buchwert und dem wie oben beschriebenen ermittelten Wert des Eigenkapitalinstruments. Die Wertminderung wird erfolgswirksam erfasst. Eine Wertminderung für Eigenkapitalinstrumente darf bei Wegfall der Gründe nicht rückgängig gemacht werden. 16 SachanlagenUnsere Sachanlagen bewerten wir zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, die wir - soweit es sich um abnutzbare Vermögenswerte handelt - um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend der erwarteten Nutzungsdauer mindern. Bei Einbauten in gemieteten Gebäuden legen wir die Vertragsdauer unter Berücksichtigung von Verlängerungsoptionen zugrunde, wenn sie kürzer ist als die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer.
Die Nutzungsdauern des Sachanlagevermögens werden jährlich überprüft und angepasst, falls die aktuellen Erwartungen an die Nutzungsdauer von früheren Einschätzungen abweichen. In der Berichtsperiode wurde für den Windpark eine rechnungslegungsbezogene Schätzungsänderung durchgeführt. Für Einzelheiten wird auf die zu den Sachanlagen gemachten Angaben zur Bilanz verwiesen. Sofern bei Vermögenswerten des Sachanlagevermögens darüber hinaus eine Wertminderung eingetreten ist, nehmen wir eine außerplanmäßige Abschreibung gemäß IAS 36 vor. Ein Vermögenswert ist wertgemindert, wenn sein Buchwert seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag wird grundsätzlich auf Basis des Nutzungswertes bestimmt. Bei Wegfall der Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung werden Zuschreibungen bis maximal zur Höhe der fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen. Planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen sowie Zuschreibungen auf das Sachanlagevermögen werden im GuV-Posten "Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen" innerhalb des Verwaltungsaufwands erfasst. Für Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden nachträglich angefallene Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert, sofern dem Unternehmen ein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen entsteht. Maßnahmen, die zur Erhaltung von Sachanlagen dienen, werden in dem Geschäftsjahr, in dem sie entstanden sind, als Aufwand erfasst. Für Sachanlagen gewährte Zuwendungen der öffentlichen Hand (IAS 20.24) werden aktivisch von den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der zugrunde liegenden Vermögenswerte abgesetzt. 17 LeasinggeschäftGemäß IAS 17 ist ein Leasingverhältnis eine Vereinbarung, bei der der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen Zahlung das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts für einen vereinbarten Zeitraum überträgt. Leasingverträge sind in Finanzierungsleasing- und Operating-Leasingverhältnisse zu klassifizieren. Ein Leasinggeschäft wird als Operating-Leasing eingestuft, wenn der wesentliche Anteil der Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am Leasingobjekt verbunden sind, beim Leasinggeber verbleibt. Demgegenüber gelten als Finanzierungsleasing solche Vertragsverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken eines Vermögenswerts auf den Leasingnehmer übertragen werden. Dabei ist es unerheblich, ob das zivilrechtliche Eigentum am Leasinggegenstand übertragen wird. Vereinbarungen, die nicht in der rechtlichen Form eines Leasingverhältnisses geschlossen wurden, bilanziert die HVB Group gleichwohl als Leasingverhältnisse, wenn die Erfüllung der Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts abhängt und die Vereinbarung ein Recht auf Nutzung des Vermögenswerts überträgt. Zu den Leasingobjekten gehören in der HVB Group sowohl Mobilien als auch Immobilien. HVB Group als Leasinggeber
HVB Group als Leasingnehmer
Bedingte Mietzahlungen im Zusammenhang mit Operating- und Finanzierungsleasingverhältnissen werden grundsätzlich beim Leasinggeber als Ertrag bzw. beim Leasingnehmer als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie entstehen. Derzeit enthalten die Leasingvereinbarungen der HVB Group keine bedingten Mietzahlungen. Weitere Erläuterungen zu den Leasingverhältnissen sind in der Note Angaben zum Leasinggeschäft enthalten. 18 Investment PropertiesGrundstücke und Gebäude, die wir als Finanzinvestition zur Erzielung von Mieterträgen und/oder Wertsteigerungen langfristig halten, werden gemäß IAS 40.30 in Verbindung mit IAS 40.56 zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet und planmäßig linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer von 25 bis 60 Jahren abgeschrieben. Sofern bei Investment Properties darüber hinaus eine Wertminderung eingetreten ist, nehmen wir eine außerplanmäßige Abschreibung gemäß IAS 36 vor. Bei Wegfall der Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung werden Zuschreibungen bis maximal zur Höhe der fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen. Laufende Aufwendungen sowie Mieterträge aus als Finanzinvestition gehaltenen Grundstücken und Gebäuden weisen wir in den sonstigen Aufwendungen/Erträgen aus. Planmäßige Abschreibungen bei den zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewerteten Finanzinvestitionen sind im Verwaltungsaufwand enthalten, Wertminderungen und Wertaufholungen dagegen im Finanzanlageergebnis. In bestimmten Fällen kann die Zuordnung einer Immobilie zu den Investment Properties bzw. den Sachanlagen Schwierigkeiten bereiten. Die Klassifikation ist insbesondere dann erschwert, wenn die Immobilie vom Konzern teilweise als Renditeliegenschaft gehalten und teilweise für bankeigene Zwecke als Verwaltungsgebäude genutzt wird und die Immobilienteile nicht gesondert verkauft oder im Rahmen eines Finanzierungsleasingverhältnisses vermietet werden können, so dass eine getrennte Bilanzierung der Immobilienteile nicht möglich ist. Liegt ein solcher Fall vor, klassifiziert die HVB Group eine gemischt genutzte Immobilie vollumfänglich als Investment Property, wenn mehr als 90% der Immobilie an fremde Dritte vermietet und mithin der eigenbetrieblich genutzte Anteil von untergeordneter Bedeutung ist. Beträgt der konzernextern vermietete Anteil 90% oder weniger, wird die gesamte Immobilie als Sachanlage eingestuft. 19 Immaterielle VermögenswerteUnter den immateriellen Vermögenswerten werden im Wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte aus dem Erwerb von vollkonsolidierten Tochterunternehmen sowie Software ausgewiesen. Immaterielle Vermögenswerte werden nur aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass ein zukünftiger Nutzen zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Geschäfts- oder Firmenwerte haben eine unbestimmte Nutzungsdauer und sind daher nicht planmäßig abzuschreiben, sondern ausschließlich auf Werthaltigkeit gemäß IAS 36 zu testen (Impairment Only Approach). Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten möglicher Wertminderungen überprüft. Sofern erforderlich werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf nicht in den nachfolgenden Perioden aufgeholt werden. Software hat eine begrenzte Nutzungsdauer und wird zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear über eine geschätzte Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren. Auch die sonstigen immateriellen Vermögenswerte bewerten wir zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen, da sie eine begrenzte Nutzungsdauer haben. Planmäßige Abschreibungen erfolgen linear über eine erwartete Laufzeit von bis zu zehn Jahren. Sofern bei immateriellen Vermögenswerten darüber hinaus eine Wertminderung eingetreten ist, nehmen wir eine außerplanmäßige Abschreibung gemäß IAS 36 vor. Bei Wegfall der Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung werden Zuschreibungen bis maximal zur Höhe der fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen. Außerplanmäßige Abschreibungen auf die Geschäfts- oder Firmenwerte werden in einem separaten Posten der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen sowie Zuschreibungen auf Software und sonstige immaterielle Vermögenswerte werden im GuV-Posten "Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen" innerhalb des Verwaltungsaufwands erfasst. 20 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte oder VeräußerungsgruppenGemäß IFRS 5 zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden bei Umklassifizierung mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung nach Umklassifizierung wird an nachfolgenden Bilanzstichtagen, sofern notwendig, auf einen weiter gesunkenen beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten abgeschrieben. Im Falle einer Werterholung erfolgt eine Zuschreibung maximal bis zur Höhe des kumulierten Wertminderungsaufwands. 21 VerbindlichkeitenVerbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie verbriefte Verbindlichkeiten, die nicht Grundgeschäfte eines effektiven Mikro-Fair-Value-Hedge sind, passivieren wir zu fortgeführten Anschaffungskosten. Sie werden beim erstmaligen Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert inklusive Berücksichtigung von Transaktionskosten erfasst. 22 HandelspassivaIn den Handelspassiva sind negative Zeitwerte von Handelsderivaten und aller anderen Derivate, die nicht als Hedging Derivate (eigener Bilanzausweis) qualifiziert sind, enthalten. Daneben weisen wir hier vom Handel emittierte Optionsscheine, Zertifikate und Anleihen, Verbindlichkeiten aus Pensionsgeschäften sowie Lieferverpflichtungen aus Wertpapierleerverkäufen, soweit sie Handelszwecken dienen, aus. Handelspassiva werden mit den beizulegenden Zeitwerten bewertet. Bewertungs- und Realisierungsgewinne und -verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Handelsergebnis ausgewiesen. Für die von uns emittierten strukturierten Produkte fungieren wir als Market Maker. 23 Hedgeanpassungsbetrag von gesicherten Grundgeschäften im Portfolio Fair Value HedgeIn diesem separat auszuweisenden Hedgeanpassungsbetrag der Portfolio Fair Value Hedges (siehe Note Hedgeanpassungsbetrag von gesicherten Grundgeschäften im Portfolio Fair Value Hedge) sind Wertänderungen des abgesicherten Betrags von gesicherten Grundgeschäften netto ausgewiesen. Bei einigen Tochtergesellschaften, bei denen eine getrennte Absicherung von Aktiv- und Passivbeständen vorgenommen wird, erfolgt ein separater Ausweis (getrennt nach abgesicherten Aktiv- bzw. Passivgeschäften) der Hedgeanpassungsbeträge in der Bilanz. 24 Sonstige PassivaUnter den Sonstigen Passiva weisen wir unter anderem abgegrenzte Verbindlichkeiten nach IAS 37 aus. Hierunter fallen künftige Ausgaben, die zwar hinsichtlich der Höhe oder des Zeitpunkts unsicher sind, deren Unsicherheit jedoch geringer als bei Rückstellungen ist. Dabei handelt es sich um Verbindlichkeiten für erhaltene Güter oder empfangene Dienstleistungen, die weder bezahlt wurden noch vom Lieferanten in Rechnung gestellt oder formal vereinbart wurden. Hierzu gehören auch kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern, zum Beispiel Gleitzeitguthaben und Urlaubsansprüche. Die abgegrenzten Verbindlichkeiten haben wir in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme angesetzt. 25 RückstellungenAls Rückstellungen werden gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen aus einem Ereignis der Vergangenheit mit wahrscheinlichem Ressourcenabfluss und verlässlich schätzbarer Höhe angesetzt. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus belastenden Verträgen verwenden wir die bestmögliche Schätzung nach IAS 37.36 ff. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen aus leistungsorientierten Altersversorgungsplänen (Defined Benefit Plans) werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) auf Basis externer versicherungsmathematischer Gutachten gemäß IAS 19 gebildet, wobei jeder Pensionsplan gesondert bewertet wird. Diese Methode der laufenden Einmalprämien ermittelt unter Berücksichtigung dynamischer Aspekte die zu erwartenden Versorgungsleistungen nach Eintritt des Versorgungsfalls und verteilt diese über die gesamte Beschäftigungsdauer der begünstigten Mitarbeiter. Damit basiert die Bewertung leistungsorientierter Pensionsverpflichtungen auf dem durch Diskontierung ermittelten versicherungsmathematischen Barwert der bereits erdienten Pensionsansprüche (sogenannte Anwartschaften) unter Berücksichtigung der erwarteten Gehaltssteigerungen einschließlich der Karrieredynamik sowie prognostizierter Rententrends. Die bei der Bewertung der Leistungsverpflichtung festzulegenden versicherungsmathematischen Annahmen variieren in Abhängigkeit von den ökonomischen und anderen Rahmenbedingungen des jeweiligen Landes, in dem die Pläne bestehen. Aufgrund sich ändernder Markt-, Wirtschafts- und sozialer Bedingungen können die zugrunde gelegten Bewertungsannahmen von der tatsächlichen Entwicklung abweichen. Die aus der Änderung der Bewertungsparameter resultierenden versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste können wesentliche Auswirkungen auf die Höhe der Verpflichtungen für Pensionen und sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Postemployment Benefits) haben. Der Diskontierungszinssatz für die Abzinsung der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen (sogenannter Rechnungszins) wird auf der Grundlage der Renditen bestimmt, die am Abschlussstichtag für erstrangige, festverzinsliche Unternehmensanleihen am Markt erzielt werden und den Fälligkeiten und der Währung der zu bewertenden Verpflichtungen entsprechen. Als Datenbasis für die Bestimmung des Rechnungszinses der Verpflichtungen dient eine Auswahl von auf Euro lautenden Unternehmensanleihen der Ratingkategorie "AA". Diese Einzelbond-Informationen werden mittels eines nummerischen Ausgleichsverfahrens in eine Zinsstrukturkurve umgerechnet, die die Basis für die Ableitung des Rechnungszinssatzes bildet. Kapitalgedeckte Pensionsverpflichtungen unterscheiden sich von den nicht kapitalgedeckten Pensionsverpflichtungen durch die Zuordnung eines Planvermögens zur Deckung der Ansprüche der Leistungsempfänger. Zu den Anspruchsberechtigten gehören aktive Mitarbeiter, ehemalige Arbeitnehmer mit unverfallbaren Ansprüchen sowie Pensionäre und Hinterbliebene. Sowohl die HVB als auch einige Tochterunternehmen haben Planvermögen in externen, zugriffsbeschränkten Versorgungseinrichtungen zur Finanzierung der Pensionsverpflichtungen eingerichtet. Sind die Pensionsansprüche der Begünstigten respektive die Leistungsverpflichtungen des Konzerns nicht durch Vermögen gedeckt, erfasst die HVB Group eine Pensionsrückstellung in Höhe des Barwerts der Bruttopensionsverpflichtung (Defined Benefit Obligation, DBO) in ihrer Konzernbilanz. Handelt es sich hingegen um kapitalgedeckte Pensionsverpflichtungen, wird der Barwert der Bruttopensionsverpflichtung mit dem beizulegenden Zeitwert des Planvermögens saldiert, so dass sich die Nettoschuld (Net Defined Benefit Liability) beziehungsweise der Nettovermögenswert (Net Defined Benefit Asset) aus den leistungsorientierten Plänen ergibt. Der Nettobetrag wird in der Konzernbilanz im Falle eines Passivüberhangs als Pensionsrückstellung und im Falle eines Aktivüberhangs, angepasst um etwaige Auswirkungen der Vermögensbegrenzung (Asset Ceiling), unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Bei einer Überdotierung des Plans beschränkt sich der Bilanzansatz des Nettovermögenswerts der Höhe nach auf den Barwert der mit dem Planvermögensüberschuss verbundenen wirtschaftlichen Vorteile. Bei leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen erfolgt die Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste vollständig in der Periode ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis (Other Comprehensive Income, OCI). Folglich entspricht die in der Konzernbilanz ausgewiesene Pensionsrückstellung bzw. der sonstige Vermögenswert der tatsächlichen Unter- bzw. Überdeckung bei einer Leistungszusage. Nach dem Nettozinsansatz ergibt sich das im Gewinn oder Verlust der Periode zu erfassende Nettozinsergebnis durch Multiplikation der Nettoschuld (des Nettovermögens) aus leistungsorientierten Pensionsplänen mit dem Diskontierungszinssatz, der der Bewertung der Bruttopensionsverpflichtung zugrunde liegt. Da die Nettoschuld (das Nettovermögen) um etwaiges Planvermögen gekürzt ist, wird durch diese Ermittlungsmethodik implizit eine Verzinsung des Planvermögens in Höhe des Abzinsungssatzes unterstellt. Ändert sich der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung infolge einer Planänderung oder Plankürzung, erfasst der Konzern die hieraus resultierenden Effekte als nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand in vollem Umfang im Gewinn oder Verlust der Periode. Die Erfassung erfolgt grundsätzlich zu dem Zeitpunkt, zu dem die Planänderung oder Plankürzung eintritt. Auch die aus einer Planabgeltung resultierenden Gewinne und Verluste werden unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst, wenn die Abgeltung eintritt. Der Nettopensionsaufwand leistungsorientierter Verpflichtungen setzt sich aus einer Dienstzeit-, einer Nettozins- und einer Neubewertungskomponente zusammen, die in der Konzern Gewinn- und Verlustrechnung bzw. Konzern Gesamtergebnisrechnung wie folgt erfasst werden: Die Dienstzeitkomponente besteht aus dem laufenden und nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand einschließlich der Gewinne oder Verluste aus Planabgeltungen. Die Nettozinskomponente setzt sich aus dem Zinsaufwand aus der Aufzinsung der leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtung, dem Zinsertrag aus der Verzinsung des Planvermögens und im Fall der Überdotierung des Plans, dem Zinsergebnis für etwaige Effekte aus der Anpassung des Vermögenswertüberhangs an den Höchstbetrag (Asset Ceiling) zusammen. Dienstzeit- und Nettozinskomponente werden erfolgswirksam im Periodenergebnis innerhalb der Konzern Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Die HVB Group weist neben der Dienstzeitkomponente auch die Nettozinskomponente im Personalaufwand unter den Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung aus. Die Neubewertungskomponente umfasst die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Bewertung der leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtung, den Unterschied zwischen der zu Periodenbeginn in Höhe des Diskontierungszinssatzes typisierend angenommenen und der tatsächlich realisierten Rendite des Planvermögens sowie im Fall der Überdotierung des Plans, eine etwaige Anpassung des Vermögenswertüberhangs an den Höchstbetrag (Asset Ceiling) unter Ausschluss der bereits im Zinsergebnis erfassten Beträge und wird sofort erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die im sonstigen Ergebnis (OCI) innerhalb der Konzern Gesamtergebnisrechnung ausgewiesenen Neubewertungen (Remeasurements) dürfen nicht in späteren Perioden in den Gewinn oder Verlust umgebucht werden (kein Recycling). Die Angabepflichten zu leistungsorientierten Pensionsplänen sehen ein prinzipienbasiertes Anhangkonzept vor, das unternehmensspezifische Beurteilungen über den notwendigen Detaillierungsgrad oder etwaige Schwerpunktsetzungen hinsichtlich der Angaben zu leistungsorientierten Plänen erforderlich macht. Die Berichterstattung soll sich an den Informationsbedürfnissen der Abschlussadressaten orientieren und ihnen einen weitreichenden Einblick in die Risikostruktur und das Risikomanagement der Pensionspläne (Pension Governance) ermöglichen. Im Gegensatz zu den leistungsorientierten Versorgungsplänen werden für die beitragsorientierten Pläne (Defined Contribution Plans) keine Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfasst. Die gezahlten Beiträge werden in der Periode der Zahlung erfolgswirksam im Personalaufwand ausgewiesen. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind in der Note Rückstellungen ausführlich beschrieben. Die unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesenen Rückstellungen für Altersteilzeit und ähnliche Leistungen werden auf Basis externer versicherungsmathematischer Gutachten nach IAS 19 bewertet. Die im Rahmen von Altersteilzeitvereinbarungen zugesagten Aufstockungsbeträge werden als andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer (Other Long-term Employee Benefits) bilanziert und die damit zusammenhängenden Aufwendungen über den Erdienungszeitraum angesammelt. Bei der HVB Group erfolgt die lineare Ansammlung der Aufstockungsleistungen auf Grundlage der First-in-First-out-(FiFo)-Methode. Die Leistungen werden zur Bestimmung ihres Barwerts abgezinst. Neubewertungen werden in der Periode im Gewinn oder Verlust erfasst, in der sie entstehen. Die anderen langfristig fälligen Leistungen an Arbeitnehmer umfassen auch die aufgeschobenen Mitarbeitervergütungen aus den Bonusprogrammen des Konzerns, sofern nicht davon ausgegangen wird, dass diese innerhalb von zwölf Monaten nach Ende der Berichtsperiode vollständig beglichen werden. Der Konzern hat eine Nettoverpflichtung in Höhe der künftigen Leistungen, die die Arbeitnehmer im Austausch für die erbrachten Arbeitsleistungen in der laufenden Periode und in früheren Perioden erdient haben. Die HVB Group setzt in ihrer Konzernbilanz eine Bonusrückstellung in Höhe des Barwerts dieser Leistungen an, wobei die zugesagten Bonusbeträge über den jeweiligen Erdienungszeitraum anteilig zugeführt werden. Neubewertungen der Nettoschuld werden unmittelbar im Gewinn oder Verlust der Periode erfasst. Die Programme zur Mitarbeitervergütung sind in der Note Verwaltungsaufwand ausführlich beschrieben. 26 WährungsumrechnungDer Konzernabschluss wird in Euro, der Berichtswährung des Konzerns, erstellt. Die Währungsumrechnung erfolgt nach den Vorschriften des IAS 21. Danach werden nicht auf die jeweilige funktionale Währung (im Allgemeinen die jeweilige Landeswährung) lautende monetäre Vermögenswerte und Schulden sowie am Bilanzstichtag nicht abgewickelte Kassageschäfte mit marktgerechten Kursen am Bilanzstichtag umgerechnet. Für zur Veräußerung verfügbare monetäre Vermögenswerte wird dieser Effekt aus der Währungsumrechnung erfolgswirksam im Devisenergebnis im Handelsergebnis erfasst. Das heißt, dass zur Veräußerung verfügbare monetäre Vermögenswerte so behandelt werden, als würden diese zu fortgeführten Anschaffungskosten in der Fremdwährung bilanziert. Nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden, die zum Fair Value bewertet werden, werden ebenfalls mit marktgerechten Kursen am Bewertungsstichtag umgerechnet. Nicht monetäre Vermögenswerte, die zu Anschaffungskosten bilanziert sind, werden mit ihrem historischen Anschaffungskurs angesetzt. Aufwendungen und Erträge, die sich aus der Währungsumrechnung bei den einzelnen Konzerngesellschaften ergeben, schlagen sich grundsätzlich im Handelsergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Im Konzernabschluss sind Vermögenswerte und Schulden unserer Tochterunternehmen, soweit sie nicht in Euro bilanzieren, mit marktgerechten Kursen am Bilanzstichtag umgerechnet. Für die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge dieser Tochterunternehmen werden Durchschnittskurse verwendet. Wechselkursdifferenzen infolge der Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Geschäftseinheiten werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und erst im Fall einer Veräußerung oder Teilveräußerung des Betriebs erfolgswirksam berücksichtigt. 27 ErtragsteuernDie Bilanzierung und Bewertung von Ertragsteuern erfolgt gemäß IAS 12. Tatsächliche Steuern werden unter Berücksichtigung lokaler Steuergesetze in den jeweils betroffenen Steuerjurisdiktionen ermittelt. Latente Steuern werden bis auf wenige im Standard festgelegte Ausnahmen für alle temporären Differenzen zwischen den Wertansätzen nach IFRS und den Steuerwerten gebildet (bilanzorientiertes Vorgehen). Latente Steueransprüche aufgrund von ungenutzten steuerlichen Verlustvorträgen werden nach den Regelungen des IAS 12 angesetzt. Da die Konzeption auf der Darstellung zukünftiger Steueransprüche bzw. Steuerverpflichtungen beruht (Liability-Methode), erfolgt deren Berechnung mit den jeweils gültigen lokalen Steuersätzen, die zum Zeitpunkt des Ausgleichs der Differenzen erwartet werden. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen, wenn die Saldierungsvoraussetzungen nach IAS 12 erfüllt sind. Segmentberichterstattung28 Methodik und Inhalte der Segmentberichterstattung nach GeschäftsbereichenMethodik der Segmentberichterstattung nach GeschäftsbereichenIn der Segmentberichterstattung werden die Aktivitäten der HVB Group in die folgenden Geschäftsbereiche aufgeteilt:
Basis der Segmentberichterstattung bildet die interne Organisations- und Managementstruktur sowie die interne Finanzberichterstattung. Damit folgt die Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8 Operating Segments dem sogenannten Management Approach, der verlangt, dass die Segmentinformationen extern so darzustellen sind, wie sie vom Gesamtvorstand als verantwortliche Unternehmensinstanz regelmäßig zur Allokation von Ressourcen (wie zum Beispiel den Risikoaktiva gemäß Basel III) für die Geschäftssegmente und zur Beurteilung der Ertragskraft (Ergebnis vor Steuern) vorgenommen werden. Da die segmentierte Erfolgsrechnung der HVB Group intern an den Vorstand der HVB bis zum Ergebnis vor Steuern berichtet wird, haben wir auch in der externen Berichterstattung auf das Vorsteuerergebnis abgestellt. Dabei werden die Segmentdaten gemäß IFRS ermittelt. In der Segmentberichterstattung treten die Geschäftsbereiche wie selbstständige Unternehmen mit eigener Eigenkapitalausstattung und Ergebnisverantwortung auf. Die Geschäftsbereiche sind nach der Betreuungszuständigkeit für unsere Kunden abgegrenzt. Bezüglich der Beschreibung der den einzelnen Geschäftsbereichen zugeordneten Kundengruppen sowie der wesentlichen Inhalte der Segmente verweisen wir auf die Erläuterungen im Unterabschnitt: Inhalte der Geschäftsbereiche der HVB Group. Die in den Segmenten dargestellten GuV-Posten Provisionsüberschuss, Handelsergebnis und sonstige Aufwendungen/Erträge basieren nahezu ausschließlich aus Geschäften mit externen Kunden. Der Zinsüberschuss wird auf Basis der externen Zinserträge und Zinsaufwendungen nach der Marktzinsmethode den Geschäftsbereichen zugeordnet. Deshalb wird auf eine separate Darstellung nach externen/internen Umsätzen (Operative Erträge) verzichtet. Die Eigenkapitalallokation für die Berechnung des Anlagenutzens bei Gesellschaften, die mehreren Geschäftsbereichen zugeordnet sind (HVB und UniCredit Luxembourg S.A.), wird auf Basis einer einheitlichen Kernkapitalbindung je Geschäftsbereich vorgenommen. Dabei wird den Geschäftsbereichen Kernkapital in Höhe von 11,0% (Vorjahr: 10,0%) bezogen auf die Risikoaktiva gemäß Basel III zugerechnet. Auf das so ermittelte durchschnittlich gebundene Kernkapital berechnen wir den Anlagenutzen, den wir im Zinsüberschuss ausweisen. Der Prozentsatz für die Verzinsung des zugeordneten Eigenkapitals in den Gesellschaften HVB und UniCredit Luxembourg S.A. entspricht dem Basiszinssatz gemäß Eigenmittelbuch mit einem Aufschlag in Höhe des 6-Jahres-Durchschnitts der Spread-Kurve für grundpfandrechtlich gesichertes und ungesichertes Kreditgeschäft der HVB und wird im Rahmen des Budgetierungsprozesses jeweils für ein Jahr im Voraus festgelegt. Dieser Prozentsatz veränderte sich für das Geschäftsjahr 2016 auf 1,88% nach 2,38% im Vorjahr. Für die übrigen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen erfolgt keine Standardisierung des Eigenkapitals. Die Verwaltungsaufwendungen, die Personalaufwendungen, andere Verwaltungsaufwendungen sowie Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögensgegenstände (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte) beinhalten, werden verursachungsgerecht auf die Geschäftsbereiche verteilt. Die Geschäftsfelder Global Banking Services und Group Corporate Center des Geschäftsbereichs Sonstige/Konsolidierung treten dabei wie externe Anbieter auf, die ihre Leistungen den anderen Geschäftsbereichen zu einem kostendeckenden Preis verrechnen. Bei der Verrechnung von Gesamtbankleistungen werden die nicht direkt zuordenbaren Kosten im Budgetierungsprozess je Geschäftsbereich auf Basis eines gewichteten Verteilungsschlüssels (Kosten, Erträge, auf Vollzeitkräfte umgerechneter Personalstand, Grundbetrag) festgelegt. Die planmäßigen Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Sachanlagen entfallen überwiegend auf den dem Geschäftsbereich Corporate & Investment Banking zugehörigen Windpark Bard Offshore 1 sowie auf die im Geschäftsfeld Global Banking Services des Geschäftsbereichs Sonstige/Konsolidierung enthaltenen Immobiliengesellschaften der HVB Group. Im ersten Quartal 2016 gab es im Wesentlichen Verschiebungen zwischen den Erträgen und Kosten der beiden Geschäftsbereiche Commercial Banking und Corporate & Investment Banking. Diese Veränderungen sind hauptsächlich auf die Bildung eines Joint Ventures zwischen diesen Geschäftsbereichen zurückzuführen. Im zweiten Quartal 2016 kam es im Wesentlichen zu Verschiebungen im Zinsüberschuss zwischen allen Geschäftsbereichen, die hauptsächlich auf eine neue Zuordnung im Zusammenhang mit regulatorischen Anforderungen zurückzuführen sind. Die betreffenden Vorperioden wurden bezüglich der beschriebenen Reorganisationen angepasst. Im vierten Quartal 2016 kam es im Rahmen der Reorganisation im Wesentlichen nur zu Verschiebungen im Zinsüberschuss mit Auswirkungen in allen Geschäftsbereichen. Diese Verschiebungen entstanden hauptsächlich wegen einer neuen Verteilung in Bezug auf Negativzinsen. Die Vorquartale wurden entsprechend angepasst. Das Ergebnis aus Anteilen an assoziierten Unternehmen in Höhe von -1 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €) betreffen die at-Equity bewerteten Gesellschaften Adler Funding LLC, Dover, Bulkmax Holding Ltd., Valetta, Comtrade Group B.V., Rotterdam, Nautilus Tankers Limited, Valetta, paydirekt Beteiligungsgesellschaft privater Banken mbH, Berlin und SwanCap Partners GmbH, München. Alle Gesellschaften mit Ausnahme der paydirekt Beteiligungsgesellschaft privater Banken mbH sind dem Geschäftsbereich CIB zugeordnet. Die paydirekt Beteiligungsgesellschaft privater Banken mbH ist dem Geschäftsbereich Commercial Banking zugeordnet. Der Erfolgsausweis findet in dem GuV-Posten Dividenden und ähnliche Erträge aus Kapitalinvestitionen statt. Der Buchwert der nach der Equity-Methode bewerteten Gesellschaften beläuft sich auf 44 Mio € (Vorjahr: 56 Mio €). Inhalte der Geschäftsbereiche der HVB GroupGeschäftsbereich Commercial BankingDer Geschäftsbereich Commercial Banking betreut in Deutschland in den Geschäftsfeldern Privatkunden Bank und Unternehmer Bank alle Kunden mit standardisiertem oder individuellem Service- und Beratungsbedarf in vielfältigen Bankdienstleistungen. Je nach Betreuungsansatz wird innerhalb des Commercial Banking bedarfsgerecht zwischen Privatkunden, Private-Banking-Kunden, High Net Worth Individuals/Ultra High Net Worth Individuals und Family Offices im Wealth Management, Geschäfts- und Firmenkunden sowie gewerblichen Immobilienkunden differenziert. Insgesamt werden im Commercial Banking rund 2,5 Millionen Kunden betreut. Dabei baut der Geschäftsbereich Commercial Banking auf einer gemeinsamen Marke "HypoVereinsbank" und einem weitgehend identischen Vertriebsnetzwerk auf. Das Produkt- und Dienstleistungsangebot des Commercial Banking erlaubt entsprechend dem Universalbankmodell eine umfassende Kundenbetreuung. Es reicht von Zahlungsverkehrsprodukten, Konsumentenkrediten, Hypothekendarlehen, Bauspar-, Vorsorge- und Versicherungsprodukten sowie Bankdienstleistungen für Privatkunden über Geschäftskredite, Außenhandelsfinanzierungen und das Liquiditäts- und Finanzrisikomanagement für Firmenkunden bis hin zu Investment-Banking-Produkten für kapitalmarktaffine Unternehmen. Für die Klientel in den Segmenten Private Banking und Wealth Management bieten wir eine umfassende Finanz- und Vermögensplanung mit bedarfsorientierter Beratungsleistung durch Generalisten und Spezialisten. Der Wealth Management Ansatz umfasst neben individuellen Portfoliokonzepten und Finanzierungslösungen für Vermögende Privatkunden mit unternehmerischem Hintergrund auch die Vermittlung von Unternehmensbeteiligungen. Im Geschäftsfeld Privatkunden Bank haben wir als erste Bank in Deutschland eine grundlegende Modernisierung des Privatkundengeschäfts in 2015 abgeschlossen. Wir haben uns als echte Multikanalbank aufgestellt und massiv in mobile und internetbasierte Angebote sowie in die Attraktivität unserer Filialen investiert. Der mit der Modernisierung des Privatkundengeschäfts erfolgreich eingeschlagene Weg wird nun fortgesetzt mit konsequenter Digitalisierung und Positionierung als Qualitätsanbieter. Im Geschäftsfeld Unternehmer Bank ist das deutsche Firmenkundengeschäft gebündelt. Die Unternehmer Bank ist dabei der zweitgrößte Kreditgeber (unter den großen Privatbanken) an den Deutschen Mittelstand und Bank erster Wahl (Go-To Bank) für Mittelständische Unternehmen. Im Firmenkundengeschäft finden Unternehmen mit komplexem Beratungsbedarf im Betreuungsmodell Key Account die richtigen Ansprechpartner für die Erstellung individueller Kundenlösungen, insbesondere auch für große Transaktionsvolumina, Kapitalmarktgeschäfte und internationale Themenstellungen. Das Betreuungsmodell Mid & Small Cap für Firmen- und Geschäftskunden umfasst neben den klassischen Bankdienstleistungen Zahlungsverkehr und Kreditgeschäft auch maßgeschneiderte Finanzierungsangebote beispielsweise unter Einsatz von Fördermitteln oder Leasingangeboten sowie Lösungen zum Management von Finanzrisiken. Weiterhin werden die Angebote für spezielle Zielgruppen wie zum Beispiel Insolvenzverwalter, Heilberufe oder Public Sector kontinuierlich weiterentwickelt. Das Betreuungsmodell Real Estate zeichnet sich durch individuelle Kundenlösungen für gewerbliche Immobilienkunden, institutionelle Investoren, Wohnungsbaugesellschaften, Immobilienentwickler und Bauträger aus. Dabei profitieren die Kunden insbesondere von dem spezifischen Finanzierungs-Know-how beispielsweise in den Produktbereichen Real Estate Structured Finance oder Loan Syndication. Außerdem werden innerhalb des Commercial Banking die Betreuungsmodelle "Private Banking und Wealth Management" geführt. Basierend auf einem 360°-Beratungsansatz werden in diesen Segmenten sehr vermögende Kunden durch sehr gut ausgebildete Berater und hochqualifizierte Spezialisten betreut. Der Wealth Management Ansatz umfasst neben individuellen Portfoliokonzepten und Finanzierungslösungen für Vermögende Privatkunden mit unternehmerischen Hintergrund auch die Vermittlung von Unternehmensbeteiligungen. Der Geschäftsbereich Commercial Banking wird von zwei Vorständen in gemeinsamer Verantwortung geführt. Die Geschäftssteuerungs- und Unterstützungsverantwortung wird geschäftsfeldspezifisch in einem jeweils zugeordneten Stabsbereich wahrgenommen. Das gegenseitige "cross-servicing" stellt sicher, dass der jeweilige Produktbedarf nur einmal vorgehalten wird. Das Marktumfeld im Commercial Banking ist geprägt von einem anhaltend niedrigen Zinsniveau, einer fragmentierten Wettbewerbssituation und steigenden Regulierungskosten. Neben einer weiterhin verhaltenen Kundennachfrage führt die zunehmende Digitalisierung zu einem nachhaltig veränderten Kundenbedarf. Diesen herausfordernden Rahmenbedingungen im Commercial Banking stellt sich die HVB Group mit einer Premium Positionierung, einer klar definierten Digitalisierungsstrategie sowie einem breit gefächerten Maßnahmenbündel von Wachstums- und Effizienzaktivitäten. Das wettbewerbsfähige Geschäftsmodell des Commercial Banking der HVB Group wurde in 2016 erneut durch eine Vielzahl von Auszeichnungen honoriert:
Geschäftsbereich Corporate & Investment BankingDer Geschäftsbereich CIB zielt hinsichtlich Beratungskompetenz, Produkt- sowie Prozessqualität und Wertschöpfung darauf ab, "erste Adresse" für große Firmenkunden zu sein. Hierbei erfolgt eine Ausrichtung auf eine nachhaltige, stabile und strategische Geschäftspartnerschaft sowie die Positionierung als Kernbank beim Kunden im Commercial wie Investment Banking. Kundenzentrierung beinhaltet ein professionelles, aktives Relationship Management, das kompetent, beratungsorientiert, schnell und transparent arbeitet. Hinzu kommt ein tiefes Verständnis des Geschäftsmodells und der Branche des Kunden. CIB unterstützt die Firmenkunden - auch diejenigen, die im Geschäftsfeld Unternehmer Bank des Geschäftsbereichs Commercial Banking betreut werden - als Intermediär zum Kapitalmarkt, bei deren Positionierung, Wachstum und Internationalisierung. Der wirtschaftliche Erfolg von CIB basiert auf einer engen Kooperation und Verzahnung von Vertrieb respektive Betreuung und Produkteinheiten, aber auch auf der praktizierten Zusammenarbeit mit anderen Ländern und Segmenten der UniCredit Gruppe, insbesondere der Marktfolge. Die drei globalen Product Factories Financing & Advisory, Global Transaction Banking und Markets sind Bestandteile der integrierten CIB-Wertschöpfungskette. Sie unterstützen den Kunden bei strategischen, transaktionsorientierten Geschäften, Lösungen und Produkten. Angesichts der sich verändernden Märkte und steigender Marktrisiken zielen wir auf eine enge Begleitung des Kunden und decken neben allen bankseitigen Firmenkundenbedürfnissen auch Themen wie Wachstum, Internationalisierung und Restrukturierung ab. Dazu gehören unter anderem aktuellste Kenntnisse über spezifische Branchen und Märkte, die auch den wachsenden Anforderungen an einen Finanzierungspartner entsprechen. In CIB finden sich vier Business Lines: Multinational Corporates (MNC), CIB Americas, CIB Asia Pacific und Financial Institutions Group (FIG). MNC fokussiert auf europäische Kunden sowie auf europäische Töchter von amerikanischen oder asiatischen Firmenkunden. Die meisten Kunden sind mit dem Investmentgrade oder im Grenzbereich hierzu bewertet, sie haben einen internationalen Bezug und/oder weisen Kapitalmarktaktivitäten auf. CIB Americas und CIB Asia fokussieren sich auf amerikanische bzw. asiatische Kunden, deren Geschäfte in Bezug zu den Heimatländern der UniCredit Gruppe stehen ("Inbound") oder wenn Kunden mit Hauptsitz außerhalb Amerikas oder Asiens dort operieren ("Outbound"). FIG ist eine weltweit agierende Vertriebseinheit, welche eine umfassende Betreuung der institutionellen Kunden der UniCredit Gruppe sicherstellt. In der Product Factory Financing & Advisory (F&A) werden auf globaler Basis die Kundengruppen der Finanzsponsoren, Global Project & Commodity Trade Finance, Global Syndicate & Capital Markets, Structured Finance (Corporate, Real Estate und Export) und Global Shipping betreut. Portfolio & Pricing Management (PPM) ist gruppenweit verantwortlich für das Management aller Leveraged-, Project-, Aircraft and Commodity Finance-Transaktionen. Alle anderen F&A-Assetklassen werden auf Ebene der HVB von PPM in Zusammenarbeit mit Vertretern der Vertriebskanäle gemanagt. Zusätzlich wird in F&A das Tochterunternehmen Ocean Breeze Energy GmbH & Co. KG betreut. Global Transaction Banking (GTB) bietet eine Vielfalt von Produkten in den Bereichen Cash Management und eBanking, Trade Finance, Supply Chain Management sowie Global Securities Services. Das Markets-Geschäft ist im Wesentlichen eine kundenorientierte Product Factory, welche das Firmenkundengeschäft der UniCredit unterstützt. Es umfasst folgende Product Lines: Rates, Integrated Credit Trading, FX, CEE Trading, Commodities, Equity Derivatives und Treasury. Die Produkte werden über drei Hauptvertriebskanäle vertrieben: Institutional Distribution, Corporate Treasury Sales und Private Investor Product & Institutional Equity Derivatives, die jeweils wesentlicher Bestandteil der Product Lines sind. Die Vertriebseinheiten werden unterstützt durch Research, Structuring & Solutions Group, das Quants Team und den CVA Desk. In das Ergebnis des Geschäftsbereichs fließen auch Resultate aus mehreren Tochtergesellschaften und Beteiligungen ein. Dazu zählt vor allem die UniCredit Luxembourg S.A. Sie ist geschäftsbereichsübergreifend in der HVB Group tätig und kümmert sich sowohl um die Abwicklung, Verwaltung und Verbriefung von nationalen und internationalen Krediten der HVB Group als auch um das Zinsmanagement als Refinanzierungseinheit des Konzerns im Geldmarkt. Geschäftsbereich Sonstige/KonsolidierungDer Geschäftsbereich Sonstige/Konsolidierung beinhaltet die Geschäftsfelder Global Banking Services und Group-Corporate-Center-Aktivitäten sowie Konsolidierungseffekte. Das Geschäftsfeld Global Banking Services versteht sich als zentraler interner Dienstleister für Kunden und Mitarbeiter. Die Global-Banking-Services-Aktivitäten umfassen Einkauf, Organisation, Konzernsicherheit, Logistik & Facility Management, Kostenmanagement, Backoffice-Funktionen für Kredit, Konto, Foreign Exchange, Money Market und Derivate sowie Inhouse Consulting. Zahlungsverkehr, Wertpapierabwicklung, IT-Anwendungsentwicklung und Betrieb werden als Fremdleistungen zugekauft. Das strategische Immobilienmanagement der HVB obliegt ebenfalls Global Banking Services und wird von der Einheit Real Estate (GRE), der HVB Immobilien AG, München bzw. durch die von der HVB Immobilien AG, München mittels Betriebsführungsvertrag beauftragten UniCredit Global Business Services GmbH, Unterföhring (UGBS, bis 31. März 2016) bzw. UniCredit Business Integrated Solutions S.C.p.A., Mailand (UBIS, seit 1. April 2016) wahrgenommen. 2016 wurde der Bereich Data Governance neu installiert, dessen Auftrag die Entwicklung und der Betrieb eines Data Warehouses für Finanz- und Risikozahlen ist. Im Geschäftsfeld Group Corporate Center sind Ergebnisbeiträge abgebildet, die nicht in den Verantwortungsbereich der einzelnen Geschäftsbereiche fallen. Dazu zählen unter anderem die Ergebnisse von konsolidierten Tochterunternehmen und nicht konsolidiertem Anteilsbesitz, soweit sie nicht den anderen Geschäftsbereichen zugerechnet sind. Des Weiteren wird hier das Ergebnis aus Wertpapierbeständen, die der Zuständigkeit des Vorstands unterliegen, abgebildet. Außerdem sind in diesem Geschäftsfeld Ergebnisbestandteile ausgewiesen, die aus den Dispositionsentscheidungen der Geschäftsleitung im Rahmen der Aktiv-Passiv-Steuerung resultieren. Hierzu zählen auch die Ergebnisbeiträge aus Wertpapieren und Geldhandelsgeschäften mit der UniCredit S.p.A. und ihren Tochtergesellschaften. Darüber hinaus beinhaltet das Geschäftsfeld Sonstige/Konsolidierung das Real-Estate-Restructuring-Kundenportfolio (RER). Informationen über Produkte und Dienstleistungen auf UnternehmensebeneDie von IFRS 8.32 geforderten Informationen zu Erträgen von externen Kunden aus den Produkten und Dienstleistungen der HVB Group sind in diesem Konzernanhang in den Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. 29 Erfolgsrechnung nach GeschäftsbereichenErfolgsrechnung nach Geschäftsbereichen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 (in Mio €)
Erfolgsrechnung nach Geschäftsbereichen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 (in Mio €)
Entwicklung des Geschäftsbereichs Commercial Banking (in Mio €)
1 Quotient aus Verwaltungsaufwand und Operativen
Erträgen.
Der Geschäftsbereich Commercial Banking erhöhte im Geschäftsjahr 2016 das Operative Ergebnis (vor Kreditrisikovorsorge) um 1,2% bzw. 6 Mio € auf 520 Mio €. Die Operativen Erträge konnten mit 2.362 Mio € das Niveau gegenüber dem Vorjahr (2.468 Mio €) nicht erreichen. Wegen des weiter gesunkenen und sehr niedrigen Zinsniveaus wurde ein Zinsüberschuss in Höhe von 1.510 Mio € erwirtschaftet, der sich um 5,7% ermäßigte. Das Einlagengeschäft war dabei weiterhin durch das anhaltend extrem niedrige Zinsniveau belastet. Trotz im Privatkundengeschäft gestiegenem Immobilienfinanzierungsgeschäft bei nahezu unveränderten Margen, einer sehr guten Steigerung des Konsumentenkreditgeschäfts (+48%) und einer gestiegenen Kreditnachfrage im Unternehmenskundengeschäft (+2,9%) mit leicht rückläufigen Margen im Vergleich zum Vorjahr konnte das rückläufige Ergebnis im Einlagengeschäft nicht kompensiert werden. Die Dividenden und ähnliche Erträge aus Kapitalinvestitionen beliefen sich im Berichtsjahr auf 24 Mio € (Vorjahr: 48 Mio €). In beiden Geschäftsjahren war eine außerordentliche Dividendenausschüttung aus unserer Beteiligung an der EURO Kartensysteme GmbH enthalten, welche im Vorjahr höher ausgefallen ist. Erfreulich entwickelte sich im Geschäftsjahr 2016 der Provisionsüberschuss der sich um 10 Mio € auf 748 Mio € erhöhte. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich der Entkonsolidierungseffekt aus dem Verkauf der PlanetHome AG und ihrer Tochtergesellschaften im zweiten Quartal 2015 belastend auswirkte. Das Handelsergebnis reduzierte sich um 8 Mio € auf 62 Mio € infolge der laufenden Bewertungskorrekturen des Derivatebestandes (CVA). Dagegen hat sich der Saldo sonstige Aufwendungen/Erträge um 8 Mio € auf 18 Mio € verbessert. Der Verwaltungsaufwand entwickelte sich erfreulich mit einem Rückgang um 5,7% bzw. 112 Mio € auf 1.842 Mio €. Damit konnte der Geschäftsbereich weiter von positiven Kosteneffekten aus der Neupositionierung des Privatkundengeschäfts profitieren. So reduzierten sich die Personalaufwendungen um 8,5% bzw. 61 Mio € auf 656 Mio € insbesondere auch durch den verringerten Personalstand. Ebenso wurden die Anderen Verwaltungsaufwendungen um 4,1% bzw. 50 Mio € auf 1.176 Mio € gesenkt, was unter anderem auf niedrigere Marketingaufwendungen und geringere sonstige projektbezogene Kosten des Umbaus zurückzuführen ist. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich von 79,2% im Vorjahr auf 78,0% im Berichtsjahr ausschließlich durch eine erneute Reduzierung des Verwaltungsaufwandes. Bei der Kreditrisikovorsorge ergab sich im Geschäftsjahr 2016 eine sehr günstige Entwicklung mit einem Auflösungssaldo in Höhe von 10 Mio €, nachdem im Vorjahr noch ein Zuführungssaldo (-80 Mio €) ausgewiesen wurde. Dieser Rückgang der Kreditrisikovorsorge um 90 Mio € führte zusammen mit dem verbesserten Operativen Ergebnis zu einem deutlichen Anstieg des Operativen Ergebnisses nach Kreditrisikovorsorge um 22,1% bzw. 96 Mio € auf 530 Mio €. Die Zuführungen zu den Rückstellungen im Nichtkreditgeschäft reduzierten sich signifikant um 37,8% bzw. 45 Mio € auf -74 Mio € (Vorjahr: -119 Mio €). Nachdem der Geschäftsbereich im Berichtsjahr durch Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 160 Mio € belastet war, ergab sich ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 306 Mio € das den Vorjahreswert um 63 Mio € verfehlte. Bereinigt um diese Restrukturierungsaufwendungen ergibt sich jedoch ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 466 Mio €, das den bereinigten Vorjahreswert (355 Mio €) deutlich um 111 Mio € übersteigt. Entwicklung des Geschäftsbereichs Corporate & Investment Banking (in Mio €)
1 Quotient aus Verwaltungsaufwand und Operativen
Erträgen.
Der Geschäftsbereich Corporate & Investment Banking erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 Operative Erträge in Höhe von 2.422 Mio € (2015: 2.041 Mio €) und konnte damit das Ergebnis des Vorjahres mit einem Anstieg von 381 Mio € bzw. 18,7% deutlich verbessern. Der Zinsüberschuss wurde im Berichtsjahr weiter durch das extrem niedrige Zinsumfeld deutlich belastet. Mit 1.083 Mio € konnte dennoch ein gutes Ergebnis, das lediglich um 39 Mio € unter dem des Vorjahres liegt (2015: 1.122 Mio €), erwirtschaftet werden. Der Rückgang resultiert dabei bedingt durch das Zinsniveau vor allem aus dem Bereich Treasury. Teilweise konnte diese Entwicklung durch Ausweitung des Kreditvolumens kompensiert werden. Der Provisionsüberschuss legte dagegen um 18 Mio € bzw. 5,8% auf 331 Mio € (2015: 313 Mio €) zu, was unter anderem auf den Anstieg der Nachfrage von Unternehmen nach Eigen- oder Fremdmittelaufnahme mittels Kapitalmarktprodukten wie beispielsweise Anleihen oder Aktienemissionen zurückzuführen ist. Deutlich gestiegen ist auch der Saldo der sonstigen Aufwendungen/Erträge um 35 Mio € auf 164 Mio €, was im Wesentlichen aus höheren Erträgen im Zusammenhang mit unserem Off-Shore-Windpark Bard Offshore 1 resultiert. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich das Handelsergebnis mit einem Anstieg von 376 Mio € bzw. 81,7% auf 836 Mio € (2015: 460 Mio €) sehr deutlich. Dazu konnte vor allem das Geschäft mit Aktienderivaten beitragen. Auch im zinsbezogenen Geschäft stieg das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr an. Trotz des schwierigen Umfelds insbesondere im ersten Halbjahr 2016 wurde im Treasury ein gegenüber dem Vorjahr verbessertes Ergebnis erzielt. Valuation Adjustments, dazu zählen wir im Wesentlichen Credit Value Adjustments und Funding Value Adjustments sowie Effekte aus der Veränderung des Own Credit Spreads, haben sich insgesamt ergebnissteigernd auf das Handelsergebnis ausgewirkt. Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 9 Mio € bzw. 0,6% auf 1.478 Mio €. Dabei reduzierte sich der Personalaufwand um 15 Mio € auf 473 Mio € und die Anderen Verwaltungsaufwendungen um 29 Mio € auf 880 Mio €. Dagegen nahmen die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen um 53 Mio € auf 125 Mio € zu. Dieser Anstieg geht insbesondere auf eine Anpassung des Konzepts für planmäßige Abschreibungen auf unseren Off-Shore-Windpark Bard Offshore 1 zurück. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich deutlich um 11,0%-Punkte auf 61,0%. Im Berichtszeitraum ergab sich eine Kreditrisikovorsorge von 377 Mio €; sie lag damit um 323 Mio € über dem atypisch niedrigen Wert des Vorjahres von 54 Mio €. Dieser Anstieg resultiert unter anderem aus einem höheren Vorsorgebedarf wegen der branchenweit verschlechterten Lage im Bereich der Schifffahrtsbranche. Bei den Rückstellungen wurden im Berichtsjahr per Saldo 116 Mio € zugeführt (2015: -69 Mio €), die im Wesentlichen aus Rechtsrisiken resultieren. Außerdem wurde im Berichtszeitraum das Ergebnis des Geschäftsbereichs mit Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 91 Mio € (2015: -30 Mio €) belastet. Der Geschäftsbereich erzielte im Geschäftsjahr 2016 ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 366 Mio €, das um 55 Mio € unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums (2015: 421 Mio €) blieb. Bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen beider Jahre hätte das Ergebnis vor Steuern mit 457 Mio € um 6 Mio € über dem des Vorjahres gelegen. Entwicklung des Geschäftsbereichs Sonstige/Konsolidierung (in Mio €)
1 Quotient aus Verwaltungsaufwand und Operativen
Erträgen.
Im Geschäftsbereich Sonstige/Konsolidierung beliefen sich die Operativen Erträge im Berichtsjahr mit 114 Mio € um 52 Mio € unter dem Vorjahreswert (166 Mio €). Diese Entwicklung wurde wesentlich geprägt durch den negativen Zinsüberschuss (-75 Mio €), der im Umfeld des anhaltend niedrigen und im Geschäftsjahr 2016 weiter gesunkenen Zinsniveaus deutlich unter dem Vorjahresergebnis (4 Mio €) lag. Teilweise kompensierend wirkte sich der Anstieg der Dividenden und ähnlicher Erträge aus Kapitalinvestitionen von 4 Mio € im Vorjahr auf 25 Mio € aus. Bei einem gegenüber dem Vorjahr um 15 Mio € auf 141 Mio € gesunkenen Verwaltungsaufwand belief sich das Operative Ergebnis auf -27 Mio € nach 10 Mio € im Vorjahr. In der Kreditrisikovorsorge ergab sich in beiden Jahren ein Auflösungssaldo von 26 Mio € in 2016 bzw. 21 Mio € in 2015. Das Operative Ergebnis nach Kreditrisikovorsorge belief sich damit im Berichtsjahr auf -1 Mio € nach 31 Mio € im Vorjahr. Die Zuführungen zu Rückstellungen im Nichtkreditgeschäft blieben mit einem Zuführungssaldo von -3 Mio € unter dem Vorjahresniveau (Zuführungssaldo von -6 Mio €). Beim Finanzanlageergebnis wurde mit 23 Mio € ein gegenüber dem Vorjahr (57 Mio €) niedrigeres Ergebnis erzielt. In beiden Jahren resultierte das Ergebnis überwiegend aus Verkaufsgewinnen von Investment Properties. Im Berichtsjahr sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 394 Mio € entstanden, die weitestgehend im Zusammenhang mit den Maßnahmen aus dem Strategieprogramm Transform 2019 stehen. Die im Vorjahr ausgewiesen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 96 Mio € waren insbesondere wegen der Investitionen in die Maßnahmen zur Effizienz- und Ertragsverbesserung aus der Mehrjahresplanung 2016 bis 2018 erforderlich. Im Wesentlichen durch die Belastungen aus den Restrukturierungsaufwendungen ergab sich ein negatives Ergebnis vor Steuern von -375 Mio € nach -14 Mio € im Vorjahr. 30 Volumenszahlen nach Geschäftsbereichen (in Mio €)
31 Mitarbeiter der Geschäftsbereiche 1
1 Anzahl der Mitarbeiter auf Vollzeitkräfte
umgerechnet (FTE).
32 Segmentberichterstattung nach RegionenDie Zurechnung der Werte zu den Regionen richtet sich nach dem Sitz der Konzernunternehmen bzw. deren Niederlassungen. Erfolgszahlen nach Regionen: (in Mio €)
Bilanzsumme nach Regionen: (in Mio €)
Sachanlagen nach Regionen: (in Mio €)
Investment Properties nach Regionen (in Mio €)
Immaterielle Vermögenswerte nach Regionen: (in Mio €)
1 Enthält Geschäfts- oder Firmenwerte.
Mitarbeiter nach Regionen 1 :
1 Anzahl der Mitarbeiter auf Vollzeitkräfte
umgerechnet (FTE).
Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung33 Zinsüberschuss (in Mio €)
Die Bank hat im Berichtsjahr 48 Mio € (Vorjahreszeitraum: 68 Mio €) als Zinsertrag aus wertgeminderten finanziellen Vermögenswerten erzielt, die zu Anschaffungskosten bewertet werden. Für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beträgt der gesamte Zinsertrag 3.049 Mio € (Vorjahreszeitraum: 3.300 Mio €) und der gesamte Zinsaufwand 1.042 Mio € (Vorjahreszeitraum: 1.296 Mio €). Dabei ist zu beachten, dass eine Gegenüberstellung letztgenannter Zahlen ökonomisch nur bedingt aussagekräftig ist, da in den Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, auch Refinanzierungen für aFVtPL-Finanzinstrumente und teilweise auch für Handelsaktiva enthalten sind. Negativzinsen, die die Bank für Vermögenswerte (zum Beispiel Zinsen für die das Mindestreserve-Soll übersteigende durchschnittliche Reserveguthaben sowie für sonstige Einlagen bei der EZB) zahlen muss, sind unter den Zinserträgen mit negativen Vorzeichen erfasst (122 Mio €); bei erhaltenen Negativzinsen auf der Passivseite werden diese analog als Zinsaufwand mit positiven Vorzeichen vereinnahmt (172 Mio €). Es handelt sich hierbei weit überwiegend um Wertpapierpensions- sowie Tages- und Termingeschäfte mit Banken und institutionellen Anlegern. Zinsüberschuss von nahestehenden UnternehmenVom GuV-Posten Zinsüberschuss entfallen auf nahestehende Unternehmen folgende Beträge: (in Mio €)
34 Dividenden und ähnliche Erträge aus Kapitalinvestitionen (in Mio €)
35 Provisionsüberschuss (in Mio €)
Vom Provisionsüberschuss entfallen 146 Mio € Provisionserträge (Vorjahreszeitraum: 112 Mio €) und 4 Mio € Provisionsaufwendungen (Vorjahreszeitraum: 5 Mio €) auf Finanzinstrumente, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Provisionen, die für einzelne Dienstleistungen in Rechnung gestellt werden, werden sofort nach erbrachter Dienstleistung vereinnahmt. Im Gegensatz dazu werden Provisionen, die sich auf einen Zeitraum beziehen (zum Beispiel Provisionen für Finanzgarantien), abgegrenzt. Provisionsüberschuss von nahestehenden UnternehmenVom GuV-Posten Provisionsüberschuss entfallen auf nahestehende Unternehmen folgende Beträge: (in Mio €)
36 Handelsergebnis (in Mio €)
1 Inklusive Dividenden aus Finanzinstrumenten,
Held for Trading.
In den Nettogewinnen aus Finanzinstrumenten sind im Berichtsjahr bonitätsbedingte Wertanpassungen (Credit Valuation Adjustments) auf unseren Derivatebestand in Höhe von 86 Mio € (Vorjahreszeitraum: -14 Mio €) enthalten. Im Hedge-Accounting-Ergebnis sind die Hedgeergebnisse von Portfolio Fair Value Hedges und den einzelnen Mikro-Fair-Value-Hedges zusammen netto ausgewiesen. Das Netto-Hedge-Accounting-Ergebnis in Höhe von 1 Mio € (Vorjahreszeitraum: -7 Mio €) ergibt sich aus den Fair-Value-Änderungen in Bezug auf das abgesicherte Risiko der Grundgeschäfte in Höhe von 87 Mio € (Vorjahreszeitraum: +159 Mio €) und den Fair-Value-Änderungen der Sicherungsderivate in Höhe von -86 Mio € (Vorjahreszeitraum: -166 Mio €). Die Nettogewinne der erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Bestände (sowohl Held-for-Trading-Bestände als auch Fair-Value-Option) enthalten grundsätzlich nur die erfolgswirksamen Fair-Value-Änderungen. Die Zinserfolge der Handelsbestände werden grundsätzlich im Zinsüberschuss ausgewiesen. Nur beim Handelszinsswapbuch, das lediglich Zinsderivate enthält, werden die Zinscashflows im Handelsnettoergebnis gezeigt, damit hier der vollständige Ergebnisbeitrag dieser Aktivitäten abgebildet wird. 37 Saldo sonstige Aufwendungen/Erträge (in Mio €)
In den sonstigen Erträgen sind Mieterträge aus Investment Properties und gemischt genutzten Gebäuden in Höhe von 169 Mio € (Vorjahreszeitraum: 170 Mio €) enthalten. Laufende betriebliche Aufwendungen (einschließlich Reparaturen und Instandhaltung), die den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien direkt zurechenbar sind, und laufende Aufwendungen aus gemischt genutzten Gebäuden in Höhe von 56 Mio € (Vorjahreszeitraum: 59 Mio €) werden mit den sonstigen Erträgen verrechnet. Die sonstigen Aufwendungen enthalten die Aufwendungen für die europäische Bankenabgabe in Höhe von 70 Mio € (Vorjahreszeitraum: 53 Mio €). Der Saldo sonstige Aufwendungen/Erträge beinhaltet Erträge im Zusammenhang mit dem Off-Shore-Windpark BARD Offshore 1 in Höhe von 219 Mio € (Vorjahreszeitraum: 172 Mio €). Ferner weisen wir in dieser Position Realisierungserfolge aus dem Verkauf von nicht wertberichtigten Forderungen in Höhe von 26 Mio € (Vorjahreszeitraum: 43 Mio €) aus. Saldo sonstige Aufwendungen/Erträge von nahestehenden UnternehmenVom GuV-Posten Saldo sonstige Aufwendungen/Erträge entfallen auf nahestehende Unternehmen folgende Beträge: (in Mio €)
38 Verwaltungsaufwand (in Mio €)
In den Löhnen und Gehältern sind Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Höhe von 11 Mio € (Vorjahreszeitraum: 12 Mio €) enthalten. Aufwände für gleichartige Leistungen im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten Aufwendungen für Restrukturierungen erfasst und in der Note Aufwendungen für Restrukturierungen erläutert. Verwaltungsaufwand von nahestehenden UnternehmenVom GuV-Posten Verwaltungsaufwand entfallen auf nahestehende Unternehmen folgende Beträge: (in Mio €)
Aktienbasierte Vergütung nach IFRS 2Im Berichtsjahr wurden aktienbasierte Vergütungen vorwiegend unter dem Group Incentive System gewährt. Darüber hinaus existieren in der UniCredit Gruppe zwei weitere Programme, unter denen Aktien oder Aktienoptionen zugesagt wurden und die ebenfalls nach IFRS 2 bilanziert werden: Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (Long Term Incentive Program) und das Belegschaftsaktienprogramm ("Let's Share"). Group Incentive System:Seit dem Geschäftsjahr 2010 regelt das Group Incentive System für ausgewählte Mitarbeiter die variable Vergütung. Kern dieses Systems ist, dass die variable Vergütung teilweise auch in Aktienform gewährt wird und über mehrere Jahre gestreckt zur Auszahlung kommt. Begünstigte des Group Incentive Systems sind Mitarbeiter, deren Tätigkeit einen wesentlichen Einfluss auf das Gesamtrisiko der Bank hat. Im Rahmen des Group Incentive Systems wird der für das jeweilige Berichtsjahr zugesagte Bonus aufgeteilt in eine Barkomponente und eine Aktienkomponente. Die Barkomponente wird gestaffelt über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren ausgezahlt. Entsprechend erhält diese Mitarbeitergruppe 20% bis 30% des Bonus für 2016 mit der Zusage Anfang 2017 in bar ausgezahlt, weitere 10% bis 20% werden jeweils nach Ablauf der Geschäftsjahre 2017 und 2019 bzw. 2021 ausbezahlt. Für die verbleibenden 50% des Bonusbetrages erhalten die begünstigten Mitarbeiter Anfang 2017 eine Zusage auf die Zuteilung von Aktien der UniCredit S.p.A. als Teil des Bonus für 2016, die nach Ablauf der Geschäftsjahre 2018 bis 2020 bzw. 2021 an die begünstigten Mitarbeiter übertragen werden. Die zeitlich verzögerte Zahlung nach Ablauf der Geschäftsjahre 2017 und 2019 bzw. 2021 bzw. die Zuteilung der Aktien nach Ablauf der Geschäftsjahre 2018, 2019, 2020 bzw. 2021 an die begünstigten Mitarbeiter steht unter dem Vorbehalt, dass im Rahmen einer Malus-Regelung sichergestellt wird, dass es sowohl auf Ebene der UniCredit Gruppe als auch auf der individuellen Ebene des einzelnen begünstigten Mitarbeiters zu keinem Verlust bzw. einer signifikanten Verminderung der erzielten Ergebnisse gekommen ist. Der Fair Value für die zugesagten Aktien errechnet sich aus dem durchschnittlichen Börsenkurs der UniCredit S.p.A. Aktien im Monat vor dem Beschluss des Board of Directors im März 2017, das über die Gewährung entscheidet, korrigiert um einen Abschlag für erwartete Dividenden während der Sperrfrist. Im Berichtsjahr wurden als Komponente des für 2015 zugesagten Bonus 10,5 Millionen Stück UniCredit S.p.A. Aktien (vor eventueller Anpassung wegen Anpassungen im Eigenkapital der UniCredit S.p.A.) gewährt mit einem Fair Value von 30,6 Mio €. Die in 2016 gewährten Aktien als Teil des Bonus 2015 werden in den Jahren 2018, 2019, 2020 und 2021 übertragen. Die Fair Values je Aktie zum Zeitpunkt der Gewährung stellen sich wie folgt dar:
Entwicklung der ausstehenden Aktien:
Die zugesagten Bonusbeträge werden über den jeweiligen Erdienungs-Zeitraum der Tranche anteilig erfolgswirksam erfasst. Bonusbeträge für das Geschäftsjahr 2016, die in 2017 zur Auszahlung kommen, sind in voller Höhe als Aufwand erfasst. Sofern Barzahlungen zeitlich verzögert vorgenommen werden, stehen diese unter dem Vorbehalt, dass die begünstigten Mitarbeiter weiterhin der UniCredit Gruppe angehören bzw. zum Teil unter weiteren Leistungszielen. Entsprechend setzt sich der Erdienungs-Zeitraum für den zugesagten Bonus aus mehreren Geschäftsjahren zusammen (Zielerreichung plus Wartezeit) und ist gemäß IAS 19.153 in Verbindung mit IAS 19.68 über diesen Zeitraum abzugrenzen. Somit werden Barauszahlungen unter dem zugesagten Bonus für 2016, die zeitlich verzögert vorgenommen werden, im jeweiligen Zeitraum (beginnend mit dem Geschäftsjahr 2016 bis zum Ablauf des Geschäftsjahres, in dem die jeweilige Warteperiode für den jeweiligen Teilbetrag endet) anteilig als Aufwand erfasst. Bei Erfüllung der Bedingungen für die Gewährung liefert die UniCredit S.p.A. den Mitarbeitern Aktien für die Zusagen der HVB Group. Die HVB Group erstattet der UniCredit S.p.A. die hierfür angefallenen Aufwendungen. Der Aufwand für die übertragenen Aktien entspricht dem Fair Value der Aktien zum Zeitpunkt der Zusage. Im Geschäftsjahr 2016 sind anteilige Aufwendungen in Form von aktienbasierten Vergütungen gemäß IFRS 2 in Höhe von 19 Mio € (Vorjahr: 52 Mio €) für die Aktienkomponente aus den Bonuszusagen für 2012 bis 2016 angefallen und im Personalaufwand erfasst. Die insgesamt gebildete Rückstellung beträgt 77 Mio € (Vorjahr: 117 Mio €). Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (Long Term Incentive Program):Für nach bestimmten Kriterien ausgewählte Führungskräfte und Nachwuchskräfte sämtlicher Gesellschaften der UniCredit Gruppe wurde ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (Long Term Incentive Program) aufgelegt, das aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Aktien der UniCredit S.p.A. umfasst. Unter diesem Rahmenprogramm wurden bereits in den letzten Jahren immer wieder Einzelprogramme aufgelegt, die als wesentliche Elemente die Gewährung von Aktienoptionen, ab 2011 in Form sogenannter "Performance Stock Options" beinhalten. Dabei nimmt die UniCredit S.p.A. die Zusage direkt gegenüber den Mitarbeitern der HVB vor. Die HVB erstattet der UniCredit S.p.A. im Gegenzug die angefallenen Aufwände für die Aktienoptionen, die nach Ablauf des Erdienungs-Zeitraums und nach Prüfung der mit der Zusage verbundenen Bedingungen an die Begünstigten tatsächlich übertragen werden. Der Aufwand für die übertragenen Aktienoptionen entspricht dem Fair Value des Instruments zum Zeitpunkt der Zusage. Die nachfolgenden Angaben beziehen sich auf alle begünstigten Mitarbeiter der HVB Group, die in das Long Term Incentive Program einbezogen worden sind, während die diesbezüglichen Angaben in der Note Angaben über Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die die Bezüge des Vorstands darstellt, lediglich die dem Vorstand gewährten Aktienoptionen betreffen. Die "Performance Stock Options" berechtigen zum Erwerb einer Aktie der UniCredit zu einem Preis, der vor der Ausgabe der Option festgelegt wurde. Bei Aktienoptionen ab dem Ausgabejahr 2011 entsteht ein Anspruch zur Ausübung in einer Bandbreite zwischen 0% und 150% (abhängig vom Grad der Zielerreichung) der ursprünglich gewährten Basisstückzahl erst dann, wenn nach Ablauf von circa drei bis vier Jahren die jeweils relevanten Ziele erreicht sind. Eine Ausübung ist nur innerhalb einer festgesetzten Periode möglich, welche nach Ablauf der Sperrfrist beginnt. Falls der Begünstigte die UniCredit Gruppe verlässt, sind die Aktienoptionen grundsätzlich verwirkt, das heißt, sie können nicht mehr ausgeübt werden. In bestimmten Ausnahmefällen wie Erwerbsunfähigkeit, Renteneintritt, Ausscheiden des Arbeitgebers aus der UniCredit Gruppe werden die Optionen anteilig oder ganz erworben. Die Ermittlung der Fair Values für die Aktienoptionen zum Stichtag der Gewährung erfolgt mittels des Trinomialmodells von Hull & White. Hierbei sind folgende Parameter berücksichtigt worden:
Die im Jahr 2012 zugesagten Aktienoptionen sind im Geschäftsjahr 2016 verfallen, da die jeweils relevanten Ziele nicht erreicht wurden. Alle übrigen Aktienoptionen, die in den Jahren davor zugesagt wurden, sind bereits ausübbar. Seit 2012 wurden keine neuen Aktienoptionen mehr gewährt. Entwicklung der ausstehenden Aktienoptionen:
Als Aufwand wird bei Optionen der Fair Value am Tag der Gewährung auf Basis der erwarteten Anzahl der übertragenen Optionen anteilig über die Laufzeit erfasst. Zeitanteiliger Aufwand fiel im Berichtsjahr nicht mehr an, ebenso keine Erträge aus verwirkten Instrumenten (Vorjahr: netto 2 Mio € Ertrag). Für zugesagte Aktienoptionen in der HVB Group wurden in 2016 und 2015 keine Rückstellungen gebildet. Belegschaftsaktienprogramm ("Let's Share"):Für die Mitarbeiter der UniCredit Gruppe wurde ein Belegschaftsaktienprogramm (Employee Share Ownership Plan "Let's Share") aufgelegt, im Rahmen dessen die Möglichkeit besteht, UniCredit-Aktien zu vergünstigten Konditionen zu erwerben. Teilnehmer am Plan konnten mit ihren Beiträgen zwischen Juli 2016 und Dezember 2016 reguläre UniCredit-Aktien (genannt "Investment-Aktien") kaufen. Verglichen mit dem direkten Aktienerwerb am Markt bietet der Plan jedoch folgenden Vorteil: Die teilnehmenden Mitarbeiter bekommen zunächst das Recht auf Gratis-Aktien im Wert von einem Drittel des von ihnen im Rahmen des Plans investierten Betrags. Am Ende einer einjährigen Sperrfrist im Juli 2017 erhalten die Teilnehmer für ihre Rechte reguläre Aktien der UniCredit, die ihnen dann unmittelbar zur freien Verfügung stehen. Die Rechte auf die Gratis-Aktien verfallen in der Regel, wenn Mitarbeiter die Investment-Aktien verkaufen oder sie die Beschäftigung bei einem Unternehmen der UniCredit Gruppe vor dem Ablauf der Sperrfrist beenden. Durch die Gewährung der Gratis-Aktien ist ein Vorteil von circa 33% des getätigten Investments möglich. Hinzu kommt noch eine Steuervergünstigung, die für derartige Belegschaftsaktienprogramme in Deutschland besteht. Auch beim Belegschaftsaktienprogramm nimmt die UniCredit S.p.A. die Zusage gegenüber den Mitarbeitern vor. Bei Übertragung der Gratis-Aktien erstattet die Bank der UniCredit S.p.A. die hierfür angefallenen Aufwendungen. Der Aufwand entspricht dem Fair Value der Gratis-Aktien zum Zeitpunkt der Zusage. Der Fair Value der ausstehenden Gratis-Aktien wird auf Basis des Aktienkurses zum Zeitpunkt des Kaufs der Investment-Aktien durch die Mitarbeiter unter Berücksichtigung eines Abschlags für erwartete Dividendenzahlungen über die Sperrfrist ermittelt. Die Durchführung des Plans ist jährlich vorgesehen. Vergleichbare Programme wurden bereits in den Vorjahren aufgelegt. Insgesamt ist das Belegschaftsaktienprogramm für den Konzernabschluss der HVB Group von untergeordneter Bedeutung. 39 Kreditrisikovorsorge (in Mio €)
Erfolge aus dem Abgang von nicht wertgeminderten Forderungen werden im Saldo sonstige Erträge/Aufwendungen ausgewiesen. Im Berichtsjahr ergab sich daraus ein Ergebnis von 26 Mio € (Vorjahreszeitraum: 43 Mio €). Die Nettoaufwendungen (Kreditrisikovorsorge und Realisierungserfolge) der Kategorie Kredite und Forderungen belaufen sich auf -284 Mio € (Vorjahreszeitraum: -106 Mio €). Kreditrisikovorsorge bei nahestehenden UnternehmenVom GuV-Posten Kreditrisikovorsorge entfallen auf nahestehende Unternehmen folgende Beträge: (in Mio €)
40 Zuführungen zu RückstellungenIm Berichtsjahr führten wir den Rückstellungen im Nichtkreditgeschäft 193 Mio € (Vorjahr: 194 Mio €) zu. Es handelt sich in beiden Jahren weit überwiegend um Rückstellungen für Rechtsrisiken. Die Rechtsrisiken sind im Risk Report dieses Lageberichtes im Kapitel Operationelles Risiko näher beschrieben. 41 Aufwendungen für RestrukturierungenDie im Geschäftsjahr 2016 ausgewiesenen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 645 Mio € stehen weit überwiegend im Zusammenhang mit den im Rahmen des Strategieprogramms "Transform 2019" geplanten Maßnahmen. Im Vorjahr ergaben sich Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von per Saldo 112 Mio €. Darin enthalten waren Aufwendungen für die Bildung von Restrukturierungsrückstellungen, die im Zusammenhang mit Maßnahmen zu Effizienz- und Ertragssteigerungen aus der Mehrjahresplanung 2016-2018 standen. Diese wurden durch Erträge aus der Auflösung von nicht mehr benötigten Restrukturierungsrückstellungen, die 2013 zur Modernisierung des Privatkundengeschäfts gebildet wurden, teilweise kompensiert. 42 FinanzanlageergebnisNettoergebnis aus Finanzanlagen (in Mio €)
1 Realisierungserfolge,
außerplanmäßige Abschreibungen und
Zuschreibungen.
Das Nettoergebnis aus Finanzanlagen gliedert sich wie folgt auf: (in Mio €)
Die Realisierungserfolge in Höhe von 52 Mio € wurden im Wesentlichen aus Veräußerungsgewinnen von AfS-Finanzinstrumenten mit 23 Mio € und aus Verkaufsgewinnen für Investment Properties in Höhe von 33 Mio € erzielt. Dagegen sind per Saldo Abschreibungen und Wertberichtigungen von insgesamt 13 Mio € angefallen, die aus AfS-Finanzinstrumenten, At-Equity bewerteten Unternehmen und Investment Properties stammen. Von den Realisierungserfolgen des Vorjahres in Höhe von 89 Mio € resultieren 51 Mio € aus Gewinnen durch die Veräußerung von AfS-Finanzinstrumenten, wie zum Beispiel aus der Veräußerung unseres Anteilsbesitzes an der Wüstenrot & Württembergische AG, Stuttgart, sowie 35 Mio € aus Verkaufsgewinnen von Investment Properties. 43 Ertragsteuern (in Mio €)
Im tatsächlichen Steueraufwand des Jahres 2016 sind Erträge für frühere Jahre in Höhe von 43 Mio € (Vorjahreszeitraum: 70 Mio €) enthalten. Im latenten Steuerertrag des Berichtsjahres ist ein Ertrag aus Wertanpassungen von aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge und temporäre Differenzen in Höhe von insgesamt 56 Mio € enthalten. Der gegenläufige latente Aufwand in Höhe von insgesamt 30 Mio € ergibt sich insgesamt aus der Entstehung und Auflösung von temporären Differenzen sowie der Nutzung von steuerlichen Verlusten. Der latente Steuerertrag des Vorjahres ergibt sich aus einem Ertrag aus der Wertanpassung sowie per Saldo aus der Entstehung und Auflösung von temporären Differenzen sowie der Entstehung und Nutzung von steuerlichen Verlusten. Die Unterschiede zwischen den rechnerischen und den ausgewiesenen Ertragsteuern sind in der nachfolgenden Überleitungsrechnung dargestellt. (in Mio €)
Der Überleitungsrechnung wurde wie im Vorjahr ein anzuwendender Steuersatz von 31,4% zugrunde gelegt, der sich aus dem in Deutschland geltenden Körperschaftsteuersatz von 15,0%, dem Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5% und einem durchschnittlichen Gewerbesteuersatz von 15,6% zusammensetzt. Es wird dem Umstand Rechnung getragen, dass das Konzernergebnis deutlich von einem im Inland erzielten Ergebnis und damit von deutscher Körperschaftsteuer sowie Gewerbesteuer geprägt ist. Die Steuereffekte aus Auslandseinkünften ergeben sich aufgrund der unterschiedlichen Steuersätze in den einzelnen Ländern. Die Position Steuereffekte aus unterschiedlichen Rechtsnormen umfasst die gewerbesteuerlichen Modifikationen inländischer Gesellschaften und andere lokale Besonderheiten. Die latenten Steuerverpflichtungen bzw. die latenten Steueransprüche verteilen sich auf folgende Positionen: (in Mio €)
Die latenten Steuern werden grundsätzlich mit den lokalen Steuersätzen der jeweiligen Steuerjurisdiktion bewertet. Die Bemessung der latenten Steuern erfolgt bei unseren inländischen Gesellschaften mit dem einheitlichen, von der Ausschüttung unabhängigen Körperschaftsteuersatz einschließlich Solidaritätszuschlag von 15,8% und dem vom jeweiligen Hebesatz abhängigen Gewerbesteuersatz. Für die HVB ergibt sich in Deutschland ein im Vergleich zum Vorjahr unveränderter Gesamtbewertungssatz für latente Steuern von 31,4%. Für andere inländische und für ausländische Einheiten wurde der jeweils gültige Steuersatz analog zugrunde gelegt. Steuersatzänderungen sind berücksichtigt, soweit sie zum Berichtsstichtag bereits beschlossen waren. Die in der Note Stetigkeit erwähnten latenten Steuern sind in den obigen Vorjahresangaben reflektiert. Auf die Gesamtposition nach Saldierung wirken sie sich nicht aus. Zu Lasten der AfS-Rücklage der HVB Group wurden latente Steuerverpflichtungen in Höhe von 15 Mio € (Vorjahreszeitraum: - Mio €) und zu Lasten der Hedge-Rücklage 13 Mio € latente Steuerverpflichtungen (Vorjahreszeitraum: 13 Mio €) gebucht. Die latenten Steuern sind im Wesentlichen in den oben genannten Positionen Finanzanlagen sowie Sonstige Aktiva/Sonstige Passiva/Hedging Derivate enthalten. Aktive latente Steuern in Höhe von 602 Mio € (Vorjahreszeitraum: 519 Mio €) wurden im Zusammenhang mit der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen gemäß IAS 19 erfasst. Bei den angegebenen direkt mit den Rücklagen bzw. dem sonstigen Ergebnis verrechneten latenten Steuern handelt es sich jeweils um den Saldo zwischen aktiven und passiven latenten Steuern und um die Beträge vor Korrektur wegen der Anteile in Fremdbesitz. Für weitere, zum größten Teil zeitlich unbegrenzt nutzbare steuerliche Verlustvorträge der HVB Group in Höhe von 3.182 Mio € (Vorjahreszeitraum: 3.025 Mio €) und abzugsfähige temporäre Unterschiede in Höhe von 1.750 Mio € (Vorjahreszeitraum: 1.623 Mio €) wurden gemäß IAS 12 keine latenten Steueransprüche angesetzt. Die Ermittlung der angesetzten aktiven latenten Steuern erfolgte auf Basis von Planungen der einzelnen Geschäftsbereiche, denen segmentspezifische und allgemeine makroökonomische Annahmen zugrunde liegen. Die Bewertung erfolgte unter Berücksichtigung von angemessenen Bewertungsabschlägen. Der Planungszeitraum beträgt unverändert fünf Jahre. Bei der Bewertung wurden eventuelle zeitliche Restriktionen der lokalen Regelungen und bei inländischen steuerlichen Verlustvorträgen die sogenannte Mindestbesteuerung beachtet. Bei einer Mehrjahresplanung sind Schätzunsicherheiten inhärent. Sofern sich im Zeitablauf Veränderungen in der Mehrjahresplanung ergeben, kann dies Auswirkungen auf die Bewertung des aktivierten bzw. des neu zu aktivierenden Volumens an latenten Steuern haben. 44 Ergebnis je Aktie
Angaben zur Bilanz45 Barreserve (in Mio €)
46 Handelsaktiva (in Mio €)
In den Handelsaktiva sind Wertpapiere des Handelsbestands sowie positive Zeitwerte von Handelsderivaten enthalten. Alle weiteren Derivate, die nicht als Hedging Derivate (eigener Bilanzausweis) qualifiziert sind, werden ebenfalls wie Handelsbestand behandelt. Innerhalb der Handelsaktiva werden Forderungen aus Pensionsgeschäften, Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen sowie Schuldtitel öffentlicher Stellen, soweit sie Handelszwecken dienen, unter den sonstigen Handelsbeständen ausgewiesen. In den zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten (Handelsaktiva, Held for Trading = HfT) sind 170 Mio € (Vorjahr: 275 Mio €) nachrangige Vermögenswerte enthalten. Handelsaktiva von nahestehenden UnternehmenVom Bilanzposten Handelsaktiva entfallen auf nahestehende Unternehmen folgende Beträge: (in Mio €)
1 Im Wesentlichen Derivategeschäft mit der
UniCredit Bank Austria AG.
47 At-Fair-Value-through-Profit-or-Loss (aFVtPL)-Finanzinstrumente (in Mio €)
Bei den Schuldscheindarlehen handelt es sich zu 76% (Vorjahr: 76%) um Emissionen von Bundesländern und Gebietskörperschaften in der Bundesrepublik Deutschland. Darüber hinaus ist ein Schuldscheindarlehen der Republik Österreich im Bestand enthalten. Aufgrund der einwandfreien Bonität der Schuldscheindarlehen sind in den Fair-Value-Schwankungen nur geringe Effekte aus Bonitätsveränderungen enthalten. Die aFVtPL-Finanzinstrumente (Fair-Value-Option) beinhalten 6 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €) nachrangige Vermögenswerte. 48 Available-for-Sale (AfS)-Finanzinstrumente (in Mio €)
Per 31. Dezember 2016 sind in den AfS-Finanzinstrumenten 231 Mio € (Vorjahr: 214 Mio €) zu Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente enthalten. Hiervon wurden im Geschäftsjahr Eigenkapitalinstrumente mit einem Buchwert von 3 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €) veräußert, wobei ein Gewinn von 2 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €) angefallen ist. Die AfS-Finanzinstrumente beinhalten per 31. Dezember 2016 insgesamt 147 Mio € wertgeminderte Vermögenswerte (Vorjahr: 166 Mio €). Im Berichtszeitraum wurden 4 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) Wertminderungen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Unter den nicht wertgeminderten Fremdkapitalinstrumenten befinden sich keine überfälligen Finanzinstrumente. Per 31. Dezember 2016 sind in den AfS-Finanzinstrumenten keine nachrangigen Vermögenswerte enthalten (Vorjahr: 165 Mio €). 49 At-Equity bewertete Anteile an assoziierten Unternehmen und at-Equity bewertete Joint Ventures (in Mio €)
Vier Joint Ventures und vier assoziierte Unternehmen wurden aus Wesentlichkeitsgründen nicht at-Equity in den Konzernabschluss einbezogen. Bestandsentwicklung der at-Equity bewerteten Anteile an assoziierten Unternehmen (in Mio €)
1 Hierin sind auch Kapitalerhöhungen
enthalten.
Keines der at-Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist individuell wesentlich für den Konzernabschluss der HVB Group. Die nachfolgende Tabelle zeigt die wesentlichen GuV-Posten der at-Equity bewerteten Unternehmen in aggregierter Form: (in Mio €)
Wertveränderungseffekte aus OCI- und anderen Eigenkapitalposten ergaben sich bei at-Equity bewerteten Unternehmen nicht. Ein nicht angesetzter anteiliger Verlust bei at-Equity bewerteten Unternehmen lag im Berichtsjahr wie auch im Vorjahr nicht vor. Ferner gab es im Berichtsjahr wie auch im Vorjahr keine nicht angesetzten anteiligen kumulierten Verluste aus at-Equity bewerteten Unternehmen. Es bestehen keine wesentlichen Verpflichtungen aus Eventualverbindlichkeiten der assoziierten Unternehmen. 50 Held-to-Maturity (HtM)-Finanzinstrumente (in Mio €)
In den bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinstrumenten (Held to Maturity = HtM) sind per 31. Dezember 2016 wie auch zum 31. Dezember 2015 keine nachrangigen Vermögenswerte enthalten. Die HtM-Finanzinstrumente beinhalten per 31. Dezember 2016 wie auch zum 31. Dezember 2015 keine wertgeminderten und überfälligen Vermögenswerte. Bestandsentwicklung der HtM-Finanzinstrumente (in Mio €)
51 Forderungen an Kreditinstitute (in Mio €)
Im Rahmen des Kreditrisikomanagements insbesondere in Bezug auf das Kontrahentenrisiko aus Derivaten werden häufig Nettingvereinbarungen getroffen, die im Falle des Zahlungsverzugs des Kontrahenten eine Glattstellung sämtlicher Derivate mit diesem Kontrahenten und eine Verrechnung von positiven und negativen Zeitwerten der einzelnen Derivate zu einer Nettoforderung erlauben. Üblicherweise werden solche Nettoforderungen durch Barsicherheiten besichert, um die Kreditrisiken weiter zu reduzieren. Hierbei transferiert der Schuldner der Nettoforderung Gelder an den Gläubiger und verpfändet diese Guthaben. Die Höhe der Barsicherheiten wird regelmäßig an die aktuelle Höhe einer potenziellen Nettoforderung angepasst, wobei in Abhängigkeit vom Saldo der potenziellen Nettoforderung eine Forderung aus gestellten Barsicherheiten auch zu einer Verbindlichkeit aus erhaltenen Barsicherheiten werden kann und umgekehrt. Die Sonstigen Forderungen beinhalten zu wesentlichen Teilen Termingelder und Schuldverschreibungen. Per 31. Dezember 2016 sind in den Forderungen an Kreditinstitute 5 Mio € (Vorjahr: 5 Mio €) nachrangige Vermögenswerte enthalten. Forderungen an nahestehende UnternehmenVom Bilanzposten Forderungen an Kreditinstitute entfallen auf nahestehende Unternehmen folgende Beträge: (in Mio €)
1 Im Wesentlichen gegenüber der UniCredit
Bank Austria AG.
Die Angabe der Forderungen an Kreditinstitute erfolgt jeweils gekürzt um die darauf entfallenden Wertberichtigungen auf Forderungen. Diese gliedern sich wie folgt auf: (in Mio €)
Einwandfreie, überfällige Forderungen an Kreditinstitute und darauf entfallende Sicherheitenwerte nach der Überfälligkeit: (in Mio €)
Forderungen an Kreditinstitute und Sicherheitenwerte nach Bonitätsklassen: (in Mio €)
52 Forderungen an Kunden (in Mio €)
Im Rahmen des Kreditrisikomanagements insbesondere in Bezug auf das Kontrahentenrisiko aus Derivaten werden häufig Nettingvereinbarungen getroffen, die im Falle des Zahlungsverzugs des Kontrahenten eine Glattstellung sämtlicher Derivate mit diesem Kontrahenten und eine Verrechnung von positiven und negativen Zeitwerten der einzelnen Derivate zu einer Nettoforderung erlauben. Üblicherweise werden solche Nettoforderungen durch Barsicherheiten besichert, um die Kreditrisiken weiter zu reduzieren. Hierbei transferiert der Schuldner der Nettoforderung Gelder an den Gläubiger und verpfändet diese Guthaben. Die Höhe der Barsicherheiten wird regelmäßig an die aktuelle Höhe einer potenziellen Nettoforderung angepasst, wobei in Abhängigkeit vom Saldo der potenziellen Nettoforderung eine Forderung aus gestellten Barsicherheiten auch zu einer Verbindlichkeit aus erhaltenen Barsicherheiten werden kann und umgekehrt. Die Sonstigen Forderungen beinhalten zu wesentlichen Teilen übrige Darlehen, Ratenkredite, Termingelder und refinanzierte Sonderkredite. In den Forderungen an Kunden sind Forderungen in Höhe von 3.515 Mio € (Vorjahr: 2.407 Mio €) enthalten, die durch das vollkonsolidierte Conduit-Programm Arabella refinanziert werden. Dabei werden von Kunden im Wesentlichen kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bzw. mittelfristige Forderungen aus Leasingverträgen angekauft und durch die Ausgabe von Commercial Papers am Kapitalmarkt refinanziert. Im Wesentlichen handelt es sich bei den hier verbrieften Forderungen um Forderungen europäischer Schuldner, wobei die Mehrheit der Forderungen auf deutsche Schuldner entfällt. In den Forderungen an Kunden sind per 31. Dezember 2016.467 Mio € (Vorjahr: 503 Mio €) nachrangige Vermögenswerte enthalten. Forderungen an nahestehende UnternehmenVom Bilanzposten Forderungen an Kunden entfallen auf nahestehende Unternehmen folgende Beträge: (in Mio €)
Die Angabe der Forderungen an Kunden erfolgt jeweils gekürzt um Wertberichtigungen auf Forderungen. Diese gliedern sich wie folgt auf: (in Mio €)
Einwandfreie, überfällige Forderungen an Kunden und darauf entfallende Sicherheitenwerte nach Überfälligkeit: (in Mio €)
Forderungen und Sicherheitenwerte nach Bonitätsklassen: (in Mio €)
Forderungen an Kunden aus dem Leasinggeschäft (Forderungen aus Finanzierungsleasing)Die in den Forderungen an Kunden enthaltenen Forderungen aus Finanzierungsleasing werden in der Note Angaben zum Leasinggeschäft gesondert dargestellt. 53 ForbearanceDie European Banking Authority (EBA) definiert forborne exposures als Schuldverträge, für die Forbearancemaßnahmen ausgesprochen wurden. Forbearancemaßnahmen liegen vor, wenn einem Schuldner, der Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner finanziellen Verpflichtungen hat oder haben wird, Zugeständnisse gemacht werden, die der Kreditgeber unter anderen Umständen nicht zu machen bereit gewesen wäre. Mögliche Maßnahmen reichen von Ratenstundungen und befristeten Tilgungsaussetzungen über Tilgungsstreckungen, Zinssatzreduzierungen und Umschuldungen bis hin zu Teilforderungsverzichten. Jedoch ist zu beachten, dass nicht jede Modifikation eines Kreditvertrags bonitätsgetrieben ist und Forbearance darstellt. Forborne Kredite können als Performing oder als Non-Performing entsprechend der Definition der EBA gelten. Als Non-Performing werden Kredite gekennzeichnet, deren Geschäftspartner in einem Default- oder Impaired-Portfolio geführt werden sowie Kredite, die die verschärften Kriterien der EBA für eine Rückkehr in das Performing-Portfolio noch nicht erfüllen. Das Portfolio der als forborne geltenden Kredite zeigt sich zum Stichtag wie folgt: (in Mio €)
Die als forborne geltenden Kredite sind in Höhe von 2.888 Mio € unter Forderungen an Kunden (Vorjahr: 3.659 Mio €) sowie in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 88 Mio €) unter Forderungen an Kreditinstitute ausgewiesen. Wertpapiere mit Forbearance-Maßnahmen wurden wie im Vorjahr nicht gehalten. Falls forborne Kredite nicht bereits wertberichtigt sind, weisen diese als bereits auffällig gewordene Kredite ein erhöhtes Ausfallrisiko auf. Es besteht das Risiko, dass die vertragsgemäße Bedienung trotz der Modifizierung der Konditionen nicht gelingt. Diese Kredite werden durch die Sanierungseinheiten eng begleitet bzw. unterliegen einer engen Überwachung durch die Marktfolgeeinheiten. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Hinblick auf die Bildung von Risikovorsorge bei forbornen Krediten sind in der Note Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten dargestellt. 54 Wertberichtigungen auf Forderungen an Kunden und KreditinstituteBestandsentwicklung: (in Mio €)
55 Hedging Derivate (in Mio €)
56 Sachanlagen (in Mio €)
Die Sonstigen Sachanlagen enthalten im Wesentlichen den Windpark BARD Offshore 1, der der Tochtergesellschaft Ocean Breeze Energy GmbH & Co. KG gehört. Zu Beginn des Berichtsjahrs wurden sowohl das Abschreibungskonzept als auch die Nutzungsdauer des Windparks überprüft und entsprechend angepasst, da erhebliche Änderungen im erwarteten künftigen wirtschaftlichen Nutzenverlauf eingetreten sind bzw. die Erwartungen von früheren Einschätzungen abweichen. Die Anpassung des erwarteten Verlaufs des Verbrauchs des wirtschaftlichen Nutzenpotenzials und die Verlängerung der Abschreibungsdauer um 3 Jahre auf nunmehr 28 Jahre spiegeln den tatsächlichen Werteverzehr der Sachanlage zutreffender wider und führen im Berichtsjahr insgesamt zu einem um 42 Mio € erhöhten Abschreibungsaufwand in der Konzern Gewinn- und Verlustrechnung. In den Folgeperioden führt das geänderte Abschreibungskonzept trotz des längeren Nutzungszeitraums zu anfänglich vergleichsweise höheren jährlichen Abschreibungsbeträgen. Im Berichtsjahr sind Kosten in Höhe von 5 Mio € (Vorjahr: 27 Mio €) für die Mängelbeseitigung angefallen und aktiviert worden. Durch die umgesetzten Maßnahmen wurde der wirtschaftliche Nutzen des Windparks erhöht, so dass die Aktivierungsvoraussetzungen des IAS 16.10 in Verbindung mit IAS 16.7 erfüllt sind. In dieser Position sind zudem von der Europäischen Union gewährte Fördermittel in Höhe von 53 Mio € (Vorjahr: 53 Mio €) berücksichtigt, die gemäß IAS 20 als Zuwendungen der öffentlichen Hand einzustufen sind. Diese Zuwendungen wurden entsprechend IAS 20.24 aktivisch von den Anschaffungskosten der Sonstigen Sachanlagen abgesetzt. Die in bar gewährten Fördermittel wurden unter der Bedingung bereitgestellt, dass von der Ocean Breeze Energy GmbH & Co. KG bestimmte Aufwendungen nachgewiesen werden. Der Nachweis konnte von der Gesellschaft erbracht werden. Bestandsentwicklung der Sachanlagen (in Mio €)
1 Einschließlich Leasinggegenstände.
Für weitere Informationen zu den
Leasingverhältnissen siehe Note Angaben zum
Leasinggeschäft.
57 Investment PropertiesDer beizulegende Zeitwert der Grundstücke und Gebäude, die als Finanzinvestition gehalten und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, beläuft sich in der HVB Group auf 1.471 Mio € (Vorjahr: 1.371 Mio €). Die zur Wertermittlung erstellten Gutachten basieren auf von externen Gutachtern angewendeten anerkannten Bewertungsverfahren, überwiegend in der Form von Sach- und Ertragswertverfahren. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass grundsätzlich jede Immobilie ein Unikat darstellt und der beizulegende Zeitwert durch Gutachten bestimmt wird, die den Besonderheiten der bewerteten Immobilie Rechnung tragen, werden die so ermittelten beizulegenden Zeitwerte dem Level 3 zugeordnet (zur Definition der Level-Einstufung siehe Note Fair-Value-Hierarchie). Bei bebauten Grundstücken werden im Rahmen des Ertragswertverfahrens aktuelle Marktmieten, Bewirtschaftungskosten bzw. Liegenschaftszinssätze verwendet. Sofern erforderlich, werden objektspezifische Aspekte bei der Wertermittlung zusätzlich berücksichtigt. Zu diesen objektspezifischen Faktoren gehören unter anderem Leerstände, Abweichungen der aktuellen Vertragsmieten von den aktuellen Marktmieten, der technische Zustand der Gebäude und ähnliche Faktoren. Bei unbebauten Grundstücken wird grundsätzlich auf aktuell in der näheren Umgebung erfolgte Verkäufe abgestellt; falls diese nicht vorhanden sind, wird der Bodenrichtwert als Vergleichsgröße herangezogen, wobei hier Anpassungen für die individuelle Lage, Größe und Zuschnitt des Grundstückes und Ähnliches vorgenommen werden. Der Nettobuchwert der in den Investment Properties enthaltenen Leasinggegenstände aus Finanzierungsleasing beträgt zum Abschlussstichtag für Grundstücke und Gebäude 11 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €). Bestandsentwicklung Investment Properties: (in Mio €)
1 Hierin sind auch Veränderungen im
Konsolidierungskreis enthalten.
Bestandsentwicklung Investment Properties: (in Mio €)
1 Hierin sind auch Veränderungen im
Konsolidierungskreis enthalten.
58 Immaterielle Vermögenswerte (in Mio €)
Bestandsentwicklung der immateriellen Vermögenswerte (in Mio €)
1 Hierin sind auch Veränderungen im
Konsolidierungskreis enthalten.
Grundsätzlich wird in der HVB keine Software mehr selbst erstellt. Die Versorgung der HVB mit Software findet durch den UniCredit gruppenweiten Dienstleister UBIS statt. 59 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen (in Mio €)
Die zur Veräußerung bestimmten Investment Properties stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Verkauf nicht strategischer Immobilien. Des Weiteren sind Vermögenswerte ausgewiesen, die in Verbindung mit dem geplanten Verkauf des Bankhauses Neelmeyer AG, Bremen, stehen. Die im Vorjahr hier noch enthaltenen Vermögenswerte der UniCredit Global Business Services (UGBS) sind nicht mehr enthalten, da die Tochtergesellschaft am 1. April 2016 an die UniCredit Business Integrated Solutions S.C.p.A. (UBIS) verkauft wurde. Im Zusammenhang mit als zur Veräußerung eingestuften langfristigen Vermögenswerten wurden im Berichtsjahr -13 Mio € Bewertungseffekte erfasst, die im Saldo sonstige Aufwendungen/Erträge enthalten sind. 60 Sonstige AktivaIn den Sonstigen Aktiva sind Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 93 Mio € (Vorjahr: 87 Mio €) enthalten. 61 Eigene VerbriefungstransaktionenDie Bank hat eigene Verbriefungen ihrer Kreditforderungen zum Zwecke der günstigen Refinanzierung am Kapitalmarkt und zur Generierung von Wertpapiersicherheiten für Pensionsgeschäfte durchgeführt. Hierzu werden die Zahlungsströme des zugrunde liegenden Kreditportfolios strukturiert, das heißt, es werden bei der Verteilung der Risiken und Zahlungsströme mindestens zwei untereinander abgestufte Positionen (Tranchen) gebildet. Bei traditionellen Verbriefungen werden Forderungen an eine strukturierte Einheit verkauft, die wiederum Wertpapiere emittiert (True Sale). Bei der True-Sale-Transaktion Geldilux TS 2013 wurde die Senior-Tranche am Kapitalmarkt platziert, während die Junior-Tranche von der HVB zurückbehalten wurde. Bei den True-Sale-Transaktionen Rosenkavalier 2008 (3,1 Mrd €), Rosenkavalier 2015 (2,5 Mrd €) und Geldilux 2015 (2 Mrd €) hat die HVB alle von der strukturierten Einheit emittierten Tranchen zurückbehalten. Die Senior Positionen (oder erstrangigen Tranchen) der so generierten Wertpapiere können bei Bedarf als Sicherheit für Pensionsgeschäfte mit der Europäischen Zentralbank (EZB) eingesetzt werden. Die zugrunde liegenden Forderungen werden weiterhin bei der HVB bilanziert und die hierfür aufgesetzten strukturierten Einheiten werden nach IFRS 10 voll konsolidiert. Es ergibt sich keine Entlastung bei den gewichteten Risikoaktiva. Die Transaktion Newstone Mortgage Securities No. 1 plc wurde zum Zwecke der Refinanzierung abgeschlossen. Die zugrunde liegenden Forderungen werden weiterhin bei der HVB bilanziert und die hierfür aufgesetzte strukturierte Einheit wird nach IFRS 10 voll konsolidiert. Das Kreditvolumen betrug zum 31. Dezember 2016 0,2 Mrd €. Es ergibt sich keine Entlastung bei den gewichteten Risikoaktiva. 62 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (in Mio €)
Im Rahmen des Kreditrisikomanagements insbesondere in Bezug auf das Kontrahentenrisiko aus Derivaten werden häufig Nettingvereinbarungen getroffen, die im Falle des Zahlungsverzugs des Kontrahenten eine Glattstellung sämtlicher Derivate mit diesem Kontrahenten und eine Verrechnung von positiven und negativen Zeitwerten der einzelnen Derivate zu einer Nettoforderung erlauben. Üblicherweise werden solche Nettoforderungen durch Barsicherheiten besichert, um die Kreditrisiken weiter zu reduzieren. Hierbei transferiert der Schuldner der Nettoforderung Gelder an den Gläubiger und verpfändet diese Guthaben. Die Höhe der Barsicherheiten wird regelmäßig an die aktuelle Höhe einer potenziellen Nettoforderung angepasst, wobei in Abhängigkeit vom Saldo der potenziellen Nettoforderung eine Forderung aus gestellten Barsicherheiten auch zu einer Verbindlichkeit aus erhaltenen Barsicherheiten werden kann und umgekehrt. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden UnternehmenVom Bilanzposten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entfallen auf nahestehende Unternehmen folgende Beträge: (in Mio €)
1 Wesentliche Einzelposten davon gegenüber
der UniCredit Bank Austria AG.
63 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (in Mio €)
Im Rahmen des Kreditrisikomanagements insbesondere in Bezug auf das Kontrahentenrisiko aus Derivaten werden häufig Nettingvereinbarungen getroffen, die im Falle des Zahlungsverzugs des Kontrahenten eine Glattstellung sämtlicher Derivate mit diesem Kontrahenten und eine Verrechnung von positiven und negativen Zeitwerten der einzelnen Derivate zu einer Nettoforderung erlauben. Üblicherweise werden solche Nettoforderungen durch Barsicherheiten besichert, um die Kreditrisiken weiter zu reduzieren. Hierbei transferiert der Schuldner der Nettoforderung Gelder an den Gläubiger und verpfändet diese Guthaben. Die Höhe der Barsicherheiten wird regelmäßig an die aktuelle Höhe einer potenziellen Nettoforderung angepasst, wobei in Abhängigkeit vom Saldo der potenziellen Nettoforderung eine Forderung aus gestellten Barsicherheiten auch zu einer Verbindlichkeit aus erhaltenen Barsicherheiten werden kann und umgekehrt. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden UnternehmenVom Bilanzposten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden entfallen auf nahestehende Unternehmen folgende Beträge: (in Mio €)
64 Verbriefte Verbindlichkeiten (in Mio €)
Verbriefte Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden UnternehmenVom Bilanzposten Verbriefte Verbindlichkeiten entfallen auf nahestehende Unternehmen folgende Beträge: (in Mio €)
65 Handelspassiva (in Mio €)
Als Handelspassiva werden die negativen beizulegenden Zeitwerte aus derivativen Handelsinstrumenten ausgewiesen. Daneben sind hier unter sonstige Handelspassiva vom Handel emittierte Optionsscheine, Zertifikate und Anleihen sowie Lieferverpflichtungen aus Wertpapierleerverkäufen, soweit sie Handelszwecken dienen, enthalten. Die kumulierten Bewertungseffekte der per 31. Dezember 2016 im Bestand befindlichen Handelspassiva, die aus der Berücksichtigung des eigenen Kreditrisikos (Own Credit Spread) resultieren, belaufen sich auf 143 Mio € (Vorjahr: 164 Mio €). Für diese Bestände haben sich im Berichtsjahr Bewertungsaufwendungen aus Own-Credit-Spread-Veränderungen in Höhe von -21 Mio € (Vorjahr: +74 Mio €) ergeben. 66 Hedging Derivate (in Mio €)
67 Hedgeanpassungsbetrag von gesicherten Grundgeschäften im Portfolio Fair Value HedgeDer Hedgeanpassungsbetrag zinsgesicherter Forderungen und Verbindlichkeiten im Portfolio Fair Value Hedge beträgt netto 1.785 Mio € (Vorjahr: 2.030 Mio €). Einen wirtschaftlich gegenläufigen, vergleichbaren Betrag stellt der Fair Value der saldierten Portfolio-Fair-Value-Hedge-Derivate dar. Bei einigen Tochtergesellschaften, bei denen eine getrennte Absicherung von Aktiv- und Passivbeständen vorgenommen wird, erfolgt ein separater Ausweis (getrennt nach abgesicherten Aktiv- bzw. Passivgeschäften) der Hedgeanpassungsbeträge in der Bilanz. Der entsprechende Betrag auf der Aktivseite der Bilanz beträgt 51 Mio € (Vorjahr: 57 Mio €). 68 Verbindlichkeiten von zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen (in Mio €)
Die in 2016 ausgewiesenen Verbindlichkeiten stehen in Verbindung mit dem geplanten Verkauf des Bankhauses Neelmeyer AG, Bremen. 69 Sonstige PassivaDie sonstigen Passiva in Höhe von 2.145 Mio € (Vorjahr: 2.572 Mio €) umfassen im Wesentlichen passive Rechnungsabgrenzungsposten sowie abgegrenzte Verbindlichkeiten nach IAS 37. Die abgegrenzten Verbindlichkeiten enthalten vor allem Verpflichtungen aus Lieferungen und Leistungen mit noch ausstehenden Rechnungen, kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern sowie sonstige abgegrenzte Verbindlichkeiten für Provisionen, Zinsen, Sachaufwand und Ähnliches. 70 Rückstellungen (in Mio €)
Die Effekte aus Änderungen des Diskontierungszinssatzes und Aufzinsungen führten im Berichtsjahr zu einer erfolgswirksamen Erhöhung der Rückstellungen um 9 Mio € (Vorjahr: 29 Mio €). Die Auswirkung von Änderungen des Diskontierungszinssatzes für Pensionsrückstellungen ist im OCI erfasst worden. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie HVB Group gewährt ihren Mitarbeitern Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Post-employment Benefits), die als leistungs- oder beitragsorientierte Pensionspläne ausgestaltet sind. Bei den leistungsorientierten Pensionsplänen (Defined Benefit Plans) verpflichtet sich das Unternehmen selbst zu einer bestimmten künftigen Pensionsleistung. Dabei kann die Ansammlung der künftig benötigten finanziellen Mittel im Unternehmen (unternehmensinterne Finanzierung) oder durch Zahlung bestimmter Beträge an externe Versorgungsträger (unternehmensexterne Finanzierung) erfolgen. Bei den beitragsorientierten Pensionsplänen (Defined Contribution Plans) verpflichtet sich das Unternehmen zur Zahlung fest definierter Beiträge an externe Versorgungsträger, die auch die spätere Versorgungsleistung erbringen. Das Unternehmen hat außer den periodischen Beitragszahlungen faktisch keine weiteren Verpflichtungen. Leistungsorientierte PensionspläneCharakteristika der VersorgungspläneDie Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen beinhalten die betriebsinternen Direktzusagen für eine betriebliche Altersversorgung an Mitarbeiter der HVB Group. Diese leistungsorientierten Pensionszusagen sind teils endgehaltsabhängig, teils basieren sie auf Bausteinplänen mit dynamischer Besitzstandswahrung. Seit 2003 werden in Deutschland fondsgebundene Versorgungspläne mit einer garantierten Mindestverzinsung in Höhe von 2,75% zugesagt. In den Angaben zu den Pensionsverpflichtungen werden auch die über die Pensionskasse der HypoVereinsbank VVaG finanzierten Verpflichtungen ausgewiesen (hierin sind auch die Verpflichtungen der HVB Unterstützungskasse e.V. enthalten, die über die HVB Pensionskasse rückgedeckt sind). Bei der Berechnung dieser Verpflichtungen werden die einheitlichen Bewertungsparameter der HVB Group verwendet. Etwaige Planüberdeckungen unterliegen den Regelungen zur Vermögensbegrenzung (Asset Ceiling), da die Vermögenswerte den Mitgliedern der Pensionskasse gehören. Die HVB Group hat Planvermögen in Form sogenannter Contractual Trust Arrangements (CTA) eingerichtet. Dabei wurden zur Finanzierung der Pensionsverpflichtungen erforderliche Vermögen an rechtlich unabhängige Treuhänder - unter anderem HVB Trust e.V. - übertragen, die die Vermögenswerte im Einklang mit den jeweiligen Treuhandverträgen verwalten. In Deutschland bestehen keine gesetzlichen oder regulatorischen Mindestdotierungsverpflichtungen. Die betriebliche Altersvorsorge für Pensionisten (Direktzusage) ist von der HVB Group im Jahr 2009 neu geordnet worden. In diesem Zusammenhang wurde die HVB Trust Pensionsfonds AG (Pensionsfonds) gegründet. Auf den Pensionsfonds wurden sowohl die Pensionsverpflichtungen gegenüber den Pensionisten, die zum Oktober 2009 bereits Rentenleistungen der Bank bezogen haben, als auch die zu deren Deckung erforderlichen Vermögenswerte übertragen. Im Dezember 2016 wurden erneut Versorgungszusagen bzw. -verpflichtungen der Bank in Höhe von 370 Mio € für weitere 2.910 Anspruchsberechtigte, die zum Oktober 2016 bereits Rentenleistungen bezogen haben, sowie ein entsprechendes Planvermögen zur Deckung der Ansprüche der Leistungsempfänger auf den Pensionsfonds übertragen. Der Betrag wurde auf Basis der steuerlich zulässigen Rahmenbedingungen für eine Übertragung von Direktzusagen auf einen Pensionsfonds gemäß dem BMF-Schreiben vom 10. Juli 2015 ermittelt. Der Rentenanspruch der Pensionisten bleibt von der Übertragung unberührt, die HVB steht auch weiterhin für die Rente ein. Der Pensionsfonds ist eine rechtlich selbstständige Einrichtung und unterliegt der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Anlässlich der aktuellen Niedrigzinsphase hat die Bank als Trägerunternehmen im Berichtsjahr 122 Mio € zur Stärkung an die HVB Trust Pensionsfonds AG gezahlt, die in dieser Größenordnung ihre Bewertungsparameter angepasst hat. Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Pensionsplänen ist die HVB Group verschiedenen Risiken ausgesetzt. Potenzielle Pensionsrisiken bestehen sowohl in Bezug auf die Leistungsverpflichtungen (Liability-Seite) als auch die zugeordneten Planvermögen (Asset-Seite) zur Deckung der Ansprüche der Leistungsempfänger. Die leistungsorientierten Zusagen sind mit versicherungsmathematischen Risiken, wie dem Zinsänderungsrisiko, dem Langlebigkeitsrisiko, dem Gehalts- und Rentenanpassungsrisiko sowie dem Inflationsrisiko, behaftet. Bei den fondsgebundenen Versorgungszusagen besteht das Risiko, dass der Garantiezins in Höhe von 2,75% über die den Versorgungszusagen zugeordneten Fonds bei anhaltendem Niedrigzinsniveau langfristig nicht erwirtschaftet werden kann. Im Zusammenhang mit der Kapitalanlage sind die Vermögenswerte in erster Linie Marktrisiken ausgesetzt, wie zum Beispiel Kursrisiken aus Wertpapierbeständen oder Wertentwicklungen von Immobilienanlagen. Das zentrale Pensionsrisiko kommt somit in der Verschlechterung des Finanzierungsstatus aufgrund einer ungünstigen Entwicklung der Leistungsverpflichtungen und/oder der Planvermögen zum Ausdruck, da die Trägerunternehmen im Fall von Planunterdeckungen zur Bedienung der Ansprüche der Versorgungsberechtigten eintreten müssen. Aus heutiger Sicht sind keine außergewöhnlichen, unternehmens- oder planspezifischen Risiken sowie erhebliche Risikokonzentrationen, mit denen die Versorgungspläne des Konzerns belastet sein könnten, zu erkennen. ÜberleitungsrechnungenDie in der Konzernbilanz ausgewiesenen Beträge aus leistungsorientierten Versorgungsplänen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses lassen sich wie folgt herleiten: (in Mio €)
Nachfolgende Tabellen zeigen die Entwicklung des Barwerts der gesamten (kapitalgedeckten und nicht kapitalgedeckten) Pensionsverpflichtungen, des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens und der sich aus der Saldierung dieser Größen ergebenden Nettoschuld (Nettovermögen) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen. Ferner sind den Tabellen die Veränderungen der Auswirkungen der Vermögensbegrenzung (Asset Ceiling) während des Geschäftsjahres sowie die Überleitungen von der Eröffnungs- zur Abschlussbilanz der als Vermögenswerte aktivierten Überdeckung des Planvermögens und der passivierten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen zu entnehmen: (in Mio €)
(in Mio €)
Der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen in Höhe von 4.989 Mio € (Vorjahr: 4.697 Mio €) entfällt zum Ende der Berichtsperiode zu 33% (Vorjahr: 33%) auf aktive Arbeitnehmer, 23% (Vorjahr: 22%) auf ehemalige Arbeitnehmer mit unverfallbaren Leistungsansprüchen und 44% (Vorjahr: 45%) auf Pensionäre und Hinterbliebene. Versicherungsmathematische AnnahmenNachfolgend sind die wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen aufgeführt, die der Ermittlung des Barwerts der leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtungen zugrunde gelegt wurden. Die zusammenfassende Angabe mehrerer Pläne erfolgt in Form von gewichteten Durchschnittsfaktoren: (in %)
Die der versicherungsmathematischen Berechnung des Barwerts der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen zugrunde liegende Sterblichkeitsrate basiert auf den modifizierten Heubeck'schen Richttafeln 2005 G (Generationstafeln), die eine Absenkung der Sterbewahrscheinlichkeit bei den Frauen auf 90% (Vorjahr: 90%) und den Männern auf 75% (Vorjahr: 75%) vorsehen. Die ebenfalls auf den genannten Richttafeln beruhende Invalidisierungswahrscheinlichkeit wird in der HVB Group bei Frauen und Männern gleichermaßen auf 80% (Vorjahr: 80%) abgesenkt. Da etwaige Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen zur Invalidität grundsätzlich nur einen geringfügigen Einfluss auf den Verpflichtungsbarwert haben, berechnet die HVB Group für diesen Bewertungsparameter nachfolgend keine Sensitivitäten. Zudem wird der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen durch Annahmen zu künftigen Inflationsraten beeinflusst. Inflationswirkungen sind grundsätzlich in den oben genannten Annahmen berücksichtigt. SensitivitätsanalysenDurch die im Folgenden dargestellten Sensitivitätsanalysen soll aufgezeigt werden, wie sich der Barwert der leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtungen bei (isolierter) Änderung einer versicherungsmathematischen Annahme verändern würde, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben. Mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen werden insofern nicht berücksichtigt. Den Sensitivitätsanalysen werden die am Bilanzstichtag von der HVB Group für die anschließende Rechnungsperiode erwarteten Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen zugrunde gelegt. Ein Anstieg beziehungsweise Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen in Höhe der in der Tabelle angegebenen Prozentpunkte hätte auf den Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen am Bilanzstichtag folgende Auswirkungen: Sensitivitäten zum 31. Dezember 2016:
Sensitivitäten zum 31. Dezember 2015
Mit dem zu verzeichnenden Rückgang der Sterblichkeitsraten geht eine Erhöhung der Lebenserwartung abhängig vom individuellen Alter jedes Begünstigten einher. Um die Sensitivität der Sterblichkeit respektive der Langlebigkeit zu bestimmen, wurde die Lebensdauer für alle Versorgungsberechtigten um ein Jahr erhöht. Der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen zum 31. Dezember 2016 würde sich infolge dieser Änderung um 158 Mio € (3,2%) auf 5.147 Mio € (bzw. zum 31. Dezember 2015 um 143 Mio € (3,0%) auf 4.840 Mio €) erhöhen. Die HVB Group hält eine gegenläufige Entwicklung, nämlich einen Anstieg der Sterblichkeit beziehungsweise einen Rückgang der Lebenserwartung, für nicht wahrscheinlich und hat daher für diesen Fall im Berichtsjahr (und im Vorjahr) keine Sensitivität berechnet. Bei der Ermittlung der Sensitivitäten der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen für die wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen hat die gleiche Methode Anwendung gefunden (Anwartschaftsbarwertverfahren), die auch für die Berechnung der in der Konzernbilanz ausgewiesenen Pensionsrückstellungen herangezogen wurde. Erhöhungen und Senkungen der verschiedenen Bewertungsannahmen wirken bei der Ermittlung der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung - vor allem aufgrund des Zinseszinseffekts bei der Ermittlung des Barwerts der künftigen Leistung - nicht mit dem gleichen Absolutbetrag. Ändern sich mehrere Annahmen gleichzeitig, entspricht die Gesamtwirkung nicht notwendigerweise der Summe der Einzeleffekte. Ferner gilt, dass die Sensitivitäten eine Veränderung des Barwerts der Leistungsverpflichtung nur für die jeweilige konkrete Größenordnung der Änderung von Annahmen (zum Beispiel 0,25%) widerspiegeln. Ändern sich die Annahmen in einer anderen Größenordnung, hat dies nicht notwendigerweise eine lineare Auswirkung auf den Verpflichtungsbarwert. Da den Sensitivitätsanalysen die durchschnittliche Duration der erwarteten Versorgungsverpflichtungen zugrunde liegt und folglich die erwarteten Auszahlungszeitpunkte unberücksichtigt bleiben, führen sie nur zu näherungsweisen Informationen beziehungsweise Tendenzaussagen. Asset Liability ManagementDas Planvermögen wird treuhänderisch mit dem Ziel verwaltet, die Bedienung der gegenwärtigen und zukünftigen Pensionsverpflichtungen durch eine adäquate Anlagestrategie sicherzustellen und somit das Risiko von Nachschüssen der Treugeber bzw. Trägerunternehmen zu minimieren. Die Entscheidungen zur Kapitalanlage werden beim CTA von einem institutionalisierten Gremium, dem sogenannten Investment Committee, verantwortet, das die Anlagestrategie und -richtlinien für das Planvermögen definiert. Die Anlage des Vermögens soll sich insbesondere an der Struktur der Pensionsverpflichtungen orientieren und die Erzielung eines angemessenen Ertrags unter Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken sicherstellen. Zur Rendite-Risiko-Optimierung gibt das Investment Committee für die Assetklassen des Planvermögens strategische Allokationsbandbreiten bzw. Anlagegrenzen vor, die flexibel im Rahmen des festgelegten Risikobudgets genutzt werden können. Für die Pensionskasse und den Pensionsfonds sind die vom Gesetz vorgesehenen Gremien und Prozesse in entsprechender Weise implementiert. Für einen ganzheitlichen Blick auf die Planvermögen und die Leistungsverpflichtungen (Asset Liability Management) werden die Pensionsrisiken mit Hilfe eines speziell entwickelten Risikomodells regelmäßig überwacht und in der Risikorechnung der Bank berücksichtigt. Da die HVB Group unterschiedliche Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung mit rechtlich selbstständigen Einheiten nutzt, finden darüber hinaus spezifisch eingesetzte Risikomanagementkonzepte, wie zum Beispiel Stresstest oder Risikotragfähigkeitsanalysen, Anwendung. Die mit den leistungsorientierten Verpflichtungen verbundenen Risiken betreffen neben den oben genannten versicherungsmathematischen Risiken vor allem finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Planvermögen. Das Kapitalanlagerisiko zur Finanzierung der Altersversorgungsverpflichtungen umfasst insbesondere potenzielle Liquiditäts-, Bonitäts-, Konzentrations-, Markt- und Immobilienrisiken: Liquiditätsrisiken können aus einer fehlenden bzw. begrenzten Marktgängigkeit der Kapitalanlagen resultieren, wodurch bei einem potenziellen Verkauf zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen möglicherweise Verluste realisiert werden müssten. Dieses Risiko besteht derzeit nicht, da die mit hoher Wahrscheinlichkeit eingehenden Zahlungen ausreichen, um die Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Darüber hinaus ist ein entsprechender Anteil der Kapitalanlagen in als liquide klassifizierbaren Anlagen (Liquidität/Termingelder) investiert. Um dieses Risiko weiterhin zu vermeiden, werden regelmäßig Liquiditätsprojektionen erstellt. Das Bonitätsrisiko resultiert aus möglichen Verschlechterungen der Zahlungsfähigkeit einzelner Schuldner bis hin zu einer möglichen Zahlungsunfähigkeit. Dieses Risiko soll durch die gezielte Streuung der Kapitalanlagen sowie durch Einhaltung spezieller Anlagerichtlinien hinsichtlich der Bonität von Emittenten gemindert werden. Die entsprechenden Ratings werden laufend überwacht. Konzentrationsrisiken resultieren aus zu hohen Investitionen in eine einzelne Anlageart, eine einzelne Branche, einzelne Titel oder ein einzelnes Objekt. Diesem Risiko wird durch eine breite Streuung aufgrund von Anlagerichtlinien, eine laufende Überprüfung der Kapitalanlagepolitik sowie spezielle Vorgaben für die Asset Manager begegnet. So wird unter anderem mittels gezielter Investition in gemischte Wertpapierfonds eine Minderung des Konzentrationsrisikos durch Diversifikation in Bezug auf die Zusammensetzung des Fondsvermögens angestrebt. Die Ursachen für Marktrisiken resultieren aus der Gefahr eines Rückgangs der Zeitwerte, bedingt durch negative Veränderungen von Marktpreisen, Aktienkursen sowie Änderungen am Zinsniveau. Auch hier wird die Einhaltung der spezifischen Vorgaben hinsichtlich der Mischung und Streuung der Kapitalanlagen beachtet und den Asset Managern werden risikobegrenzende Investmentrichtlinien vorgegeben. Immobilienrisiken bestehen sowohl bei den Immobilien im Direktbestand als auch bei den Immobilien-Spezialfonds und resultieren zum Beispiel aus eventuellen Mietausfällen, Wertverlusten der Objekte, hohen Instandsetzungskosten oder sinkender Attraktivität des Standorts. Um diese Risiken zu minimieren, wird die Investition in Immobilien über eine Quote begrenzt und eine möglichst große Diversifizierung angestrebt. Im Bereich der Direktimmobilien wird zusätzlich der Abschluss von kurzfristigen Mietverträgen vermieden. Aufgliederung des PlanvermögensDas Planvermögen zur Finanzierung der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen setzt sich aus folgenden Anlageklassen zusammen: (in Mio €)
Für den größeren Teil der im Direktbestand gehaltenen festverzinslichen Wertpapiere und nahezu alle im gemischten Wertpapierfonds enthaltenen Vermögenskategorien bestand eine Marktpreisnotierung an einem aktiven Markt. Die festverzinslichen Wertpapiere verfügen in der Regel über ein Investment Grade Rating. Die Anlage in gemischte Wertpapierfonds bildet betragsmäßig den Schwerpunkt der Asset-Allokation des Planvermögens. Durch die gezielte Investition in verschiedene Vermögenskategorien und die überwiegende Beschränkung auf traditionelle Anlageinstrumente wird zum einen eine risikomindernde Mindestdifferenzierung realisiert und zum anderen einer konservativen Grundstrategie Rechnung getragen. Der im Fonds enthaltene hohe Anteil an Renten mit einer mittel- bis langfristigen Benchmark (zum Beispiel Staats- und Unternehmensanleihen, Pfandbriefe) verspricht eine geringe Volatilität und soll eine ausgleichende Bewegung an die vom allgemeinen Zinsniveau abhängige Wertentwicklung der langfristigen Versorgungszusagen gewährleisten. Die weitere Aufgliederung des gemischten Wertpapierfonds stellt sich wie folgt dar: (in %)
Das Planvermögen beinhaltete zum Abschlussstichtag eigene Finanzinstrumente des Konzerns und von den Unternehmen der HVB Group selbstgenutzte Immobilien und sonstige Vermögenswerte: (in Mio €)
Künftige ZahlungsströmeIn der HVB Group bestehen Finanzierungsvereinbarungen, die Maßnahmen zur Ausfinanzierung leistungsorientierter Versorgungspläne vorsehen. Die in den Vereinbarungen enthaltenen Mindestdotierungsverpflichtungen können sich auf zukünftige Beitragszahlungen auswirken. Bei der HVB Trust Pensionsfonds AG kommt es zu einer Nachschussverpflichtung, wenn das Vermögen unter die Mindestdeckungsrückstellung fällt. Für die HVB Pensionskasse muss ein Zusatzbeitrag durch die Bank erfolgen, wenn die dauerhafte Finanzierbarkeit der Verpflichtungen nicht mehr gewährleistet ist. Für den CTA gibt es eine derartige Nachschussverpflichtung nicht. Für das Geschäftsjahr 2017 beabsichtigt die HVB Group, Beiträge zu leistungsorientierten Pensionsplänen in Höhe von insgesamt 28 Mio € (Vorjahr: 17 Mio €) vorzunehmen. Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit (Duration) der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen der HVB Group betrug am Abschlussstichtag 18,1 Jahre (Vorjahr: 18,1 Jahre). Gemeinschaftliche Pensionspläne mehrerer ArbeitgeberDie HVB Group ist Mitgliedsunternehmen der Versorgungskasse des Bankgewerbes e.V. (BVV), an der auch andere Finanzinstitute in Deutschland beteiligt sind. Der BVV erbringt betriebliche Altersversorgungsleistungen an die berechtigten Mitarbeiter der Trägerunternehmen. Die BVV-Tarife sehen feste Rentenzahlungen mit Überschussbeteiligungen vor. Aufgrund der in Deutschland geltenden gesetzlichen Subsidiärhaftung des Arbeitgebers (§ 1 Abs. 1 S. 3 BetrAVG) wird der BVV-Plan von der HVB Group als leistungsorientierter gemeinschaftlicher Pensionsplan mehrerer Arbeitgeber (Multi-Employer-Plan) eingestuft. Da die für eine Bilanzierung als leistungsorientierten Plan verfügbaren Informationen nicht ausreichen, um die Vermögenswerte sowie die auf die aktiven und ehemaligen Mitarbeiter bezogenen Pensionsverpflichtungen den einzelnen Mitgliedsunternehmen zuzuordnen, bilanziert die HVB Group den Plan so, als handle es sich um einen beitragsorientierten Plan. Im Fall einer Unterdeckung kann der Konzern Anlagerisiken und versicherungsmathematischen Risiken ausgesetzt sein. Eine Inanspruchnahme aus der gesetzlichen Subsidiärhaftung wird von der HVB Group derzeit nicht erwartet. Für das Geschäftsjahr 2017 rechnet die HVB Group für diesen Versorgungsplan mit Arbeitgeberbeitragszahlungen in Höhe von 25 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €). Aufgrund des aktuellen Zinsumfelds hat der BVV eine Leistungsreduktion für die zukünftigen Rentenanwartschaften vorgenommen. Um die Mitarbeiter der Bank von dieser Leistungsreduktion zu befreien, zahlt die Bank als Arbeitgeber zukünftig einen Zusatzbeitrag, so dass den Mitarbeitern dadurch kein Nachteil bei den zukünftigen Rentenanwartschaften entsteht. Im Geschäftsjahr 2017 beträgt dieser Zusatzbeitrag 8 Mio €. Beitragsorientierte PensionspläneFür die beitragsorientierten Pensionszusagen leisten Konzernunternehmen der HVB Group feste Zahlungsbeträge pro Periode an überbetriebliche Versorgungsträger. Die als laufender Aufwand im Personalaufwand erfassten Beiträge für die beitragsorientierten Versorgungspläne und den Pensions-Sicherungs-Verein VVaG (PSVaG) beliefen sich im Berichtsjahr auf 22 Mio € (Vorjahr: 35 Mio €). Die ebenfalls im Personalaufwand ausgewiesenen Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung und zu den berufsständischen Versorgungswerken, bei denen es sich um beitragsorientierte staatliche Pläne (State Plans) handelt, betrugen im Berichtsjahr 92 Mio € (Vorjahr: 99 Mio €). Rückstellungen für Finanzgarantien und unwiderrufliche Kreditzusagen, Restrukturierungsrückstellungen und sonstige Rückstellungen (in Mio €)
RestrukturierungsrückstellungenDie im Geschäftsjahr 2016 ausgewiesenen Zuführungen zu Restrukturierungsrückstellungen stehen maßgeblich im Zusammenhang mit den im Rahmen des Strategieprogramms "Transform 2019" geplanten Maßnahmen. Die Zuführungen zu den Restrukturierungsrückstellungen des Vorjahres resultieren aus den Maßnahmen der Mehrjahresplanung 2016-2018. Die im Vorjahr vorgenommenen Auflösungen, Umbuchungen und Inanspruchnahmen betrafen überwiegend in 2013 gebildete Rückstellungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsprogrammen für die Modernisierung des Privatkundengeschäfts. Sonstige RückstellungenDie unter den Sonstigen Rückstellungen ausgewiesenen Personalrückstellungen umfassen langfristige Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern wie Rückstellungen für Jubiläumszahlungen, Vorruhestand oder Altersteilzeit. Zudem werden in den Personalrückstellungen die Teile des Bonusses ausgewiesen, die zeitlich versetzt ausbezahlt werden bzw., sofern der Bonus in Form von Aktien gewährt wird, transferiert werden, wobei die Warteperiode ein Jahr übersteigt. Die Auszahlung dieser Boni ist zusätzlich an die Erreichung vordefinierter Ziele gebunden. Entsprechend sind hier Bonuszusagen für die Geschäftsjahre 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 enthalten, die ab 2017 ausgezahlt werden. Die hier enthaltenen Bonusrückstellungen sind im Berichtsjahr sowie in den zurückliegenden Geschäftsjahren aufwandswirksam erfasst worden. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Auszahlung des Bonusses kommt, wird als hoch angesehen. Für Details zur Bonusregelung siehe auch Note Verwaltungsaufwand. Von den Anderen Rückstellungen in Höhe von 798 Mio € (Vorjahr: 701 Mio €) entfallen 678 Mio € (Vorjahr: 579 Mio €) auf Rückstellungen für Rechtsrisiken, Prozesskosten und Schadenersatzleistungen. Die Höhe der jeweiligen Rückstellungen entspricht der bestmöglichen Schätzung des Betrags, der notwendig wäre, um die Verpflichtung am Bilanzstichtag zu begleichen. Trotzdem unterliegt die Bestimmung der Höhe dieser Rückstellungen Schätzunsicherheiten. Insbesondere bei den Mietgarantien werden dabei neben den Laufzeitannahmen die Kostenschätzungen turnusmäßig validiert. Der überwiegende Teil der Sonstigen Rückstellungen mit Ausnahme der Rückstellungen für Mietgarantien und Andienungsrechte wird grundsätzlich innerhalb des folgenden Geschäftsjahres in Anspruch genommen. 71 EigenkapitalDas Eigenkapital der HVB Group setzt sich per 31. Dezember 2016 wie folgt zusammen: Gezeichnetes KapitalAm 31. Dezember 2016 war das gezeichnete Kapital der HVB in Höhe von 2.407 Mio € (Vorjahr: 2.407 Mio €) eingeteilt in auf den Inhaber lautende Stammaktien in Höhe von 802.383.672 Stückaktien (Vorjahr: 802.383.672 Stückaktien). Der auf die Aktie entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals beträgt je Stückaktie 3,- €. Die Aktien sind voll einbezahlt. KapitalrücklageDie Kapitalrücklage resultiert aus bei der Ausgabe von Aktien erzielten Agiobeträgen und beläuft sich per 31. Dezember 2016 auf 9.791 Mio € (Vorjahr: 9.791 Mio €). Andere RücklagenDie Anderen Rücklagen in Höhe von 5.107 Mio € (Vorjahr: 8.125 Mio €) beinhalten im Wesentlichen Gewinnrücklagen. Der Rückgang der Anderen Rücklagen im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf eine Entnahme und die gleichzeitige Einstellung in den Bilanzgewinn des Berichtsjahres in Höhe von 3.000 Mio € sowie Anpassungen in den Pensionsähnlichen Verpflichtungen in Höhe von -194 Mio €. Dagegen wirkt sich die Einstellung aus dem Konzernüberschuss (auf den Anteilseigner UniCredit S.p.A. entfallend) in Höhe von 148 Mio € positiv aus, die sich aus dem Konzernüberschuss in Höhe von 153 Mio € abzüglich der Einstellung (5 Mio €) in den Bilanzgewinn ergibt. Bewertungsänderungen von FinanzinstrumentenDie Rücklagen aus Bewertungsänderungen von Finanzinstrumenten im Eigenkapital belaufen sich per 31. Dezember 2016 auf 104 Mio € (Vorjahr: 41 Mio €). Dieser Anstieg um 63 Mio € gegenüber dem Vorjahr ist auf die Erhöhung der AfS-Rücklage um 63 Mio € auf 74 Mio € zurückzuführen und resultiert im Wesentlichen aus per Saldo positiven Fair-Value-Schwankungen bei festverzinslichen Wertpapieren und Beteiligungen. Die in den Rücklagen aus Bewertungsänderungen von Finanzinstrumenten im Eigenkapital ebenfalls enthaltene Hedge-Rücklage blieb mit 30 Mio € gegenüber dem Vorjahr unverändert. 72 NachrangkapitalDas in den Bilanzposten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie Verbriefte Verbindlichkeiten enthaltene Nachrangkapital gliedert sich wie folgt auf: (in Mio €)
Dabei wurden nachrangige Verbindlichkeiten und hybride Kapitalinstrumente bankaufsichtsrechtlich entsprechend den Vorschriften der Artikel 62 Absatz 1 Buchstabe a, 63 bis 65, 66 Absatz 1 Buchstabe a und 67 CRR als Ergänzungskapital angesetzt. Die hybriden Kapitalinstrumente werden dem Ergänzungskapital gemäß Artikel 87 und 88 CRR in Verbindung mit Artikel 480 CRR zugerechnet. Das Nachrangkapital ist in folgenden Bilanzposten enthalten: (in Mio €)
Für dieses Nachrangkapital sind Zinsaufwendungen von 18 Mio € (Vorjahr: 21 Mio €) angefallen. Im Nachrangkapital sind anteilige Zinsen in Höhe von 4 Mio € (Vorjahr: 5 Mio €) enthalten. Nachrangige VerbindlichkeitenBei allen nachrangigen Verbindlichkeiten kann eine vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung der Emittenten nicht entstehen. Im Falle des Konkurses oder der Liquidation dürfen sie erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger zurückgezahlt werden. Nachrangige Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen lagen im Berichtszeitraum in Höhe von 313 Mio € (Vorjahr: 395 Mio €) vor. Hybride KapitalinstrumenteUnter den Begriff der hybriden Kernkapitalinstrumente können Emissionen in Form von Vermögenseinlagen stiller Gesellschafter fallen, die teilweise durch eigens für diesen Zweck gegründete Tochtergesellschaften begeben werden. Unsere hybriden Kapitalinstrumente erfüllen die gültigen Voraussetzungen des Artikels 63 CRR zur Anerkennung als Ergänzungskapital. Per 31. Dezember 2016 trägt hybrides Kapital der HVB Group in Höhe von 22 Mio € (Vorjahr: 34 Mio €) zur Stärkung unserer aufsichtsrechtlichen Kapitalbasis bei. Angaben zur Kapitalflussrechnung73 Erläuterungen zu den Posten der KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung zeigt die Zahlungsströme des Geschäftsjahrs, aufgeteilt in die Bereiche "operative Geschäftstätigkeit", "Investitionstätigkeit" und "Finanzierungstätigkeit". Die operative Geschäftstätigkeit definieren wir weit, so dass die Abgrenzung entsprechend dem operativen Ergebnis vorgenommen wird. Der ausgewiesene Zahlungsmittelbestand entspricht dem Bilanzposten Barreserve und enthält den Kassenbestand sowie die täglich fälligen Guthaben bei Zentralnotenbanken. Die Position Veränderung anderer zahlungsunwirksamer Posten enthält die Bewertungsänderungen von Finanzinstrumenten, die Nettozuführung zu den latenten Steuern, die Veränderung der Rückstellungen, die Veränderung anteiliger und abgegrenzter Zinsen, die Auflösung von Agio und Disagio, die Veränderung aus der At-Equity-Bewertung sowie Fremdanteile am Jahresergebnis. Im Geschäftsjahr 2016 wurden Erlöse aus der Veräußerung von Anteilen an vollkonsolidierten Unternehmen in Höhe von 30 Mio € erzielt, davon 30 Mio € in bar. Die in bar erzielten Verkaufserlöse stehen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Anteils an der UniCredit Global Business Services (UGBS) GmbH. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der veräußerten vollkonsolidierten Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen: (in Mio €)
In den Geschäftsjahren 2015 und 2016 wurden keine wesentlichen Käufe von Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen vorgenommen. Sonstige Angaben74 Nachtragsbericht (Ereignisse nach der Berichtsperiode)Bei der HVB Group ergaben sich keine nennenswerten Vorgänge nach dem 31. Dezember 2016. 75 Angaben zum LeasinggeschäftHVB Group als LeasinggeberOperating-LeasingDie HVB Group ist Leasinggeber im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen. Diese Leasingverträge umfassen im Berichtsjahr insbesondere Immobilien (Grundstücke und Gebäude) sowie Mobilien wie im Wesentlichen Betriebs- und Geschäftsausstattung, Flug- und Fahrzeuge und Industriemaschinen. Die Mietverträge für Immobilien beruhen auf marktüblichen Konditionen und enthalten Verlängerungsoptionen sowie Preisanpassungsklauseln in Form von Staffelmieten oder Indexklauseln; in der Regel sind keine Kaufoptionen vereinbart. Die Leasingverträge für Mobilien sind regelmäßig mit Laufzeiten zwischen vier bis zehn Jahren und einer zusätzlichen Kaufoption ausgestaltet; Verlängerungs- oder Preisanpassungsklauseln bestehen nicht. Die zukünftig zu erhaltenden Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen betragen: (in Mio €)
FinanzierungsleasingDie HVB Group tritt als Leasinggeber im Rahmen von Finanzierungsleasingverhältnissen auf und vermietet mobile Güter wie insbesondere Betriebs- und Geschäftsausstattung, Flug- und Fahrzeuge und Industriemaschinen. In der Regel sind die Leasingvereinbarungen mit Laufzeiten zwischen vier bis zehn Jahren und gegebenenfalls einem Andienungsrecht des Leasinggebers ausgestaltet; Verlängerungs- oder Preisanpassungsklauseln bestehen nicht. Folgende Tabelle zeigt die Überleitung der zukünftigen Mindestleasingzahlungen zur Brutto- und Nettoinvestition in das Leasingverhältnis sowie zum Barwert der zukünftigen Mindestleasingzahlungen am Abschlussstichtag. Damit setzen sich die Forderungen an Kunden aus dem Leasinggeschäft (Forderungen aus Finanzierungsleasing) wie folgt zusammen: (in Mio €)
Die zukünftigen Mindestleasingzahlungen umfassen die vom Leasingnehmer insgesamt aus dem Leasingvertrag zu zahlenden Leasingraten zuzüglich des garantierten Restwerts. Der nicht garantierte Restwert ist derjenige Teil des Restwerts des Leasinggegenstands, dessen Realisierung durch den Leasinggeber nicht gesichert ist. Die Bruttoinvestition in das Leasingverhältnis ist aus Sicht des Leasinggebers die Summe aus den zukünftigen Mindestleasingzahlungen und jeglichem, dem Leasinggeber zustehenden, nicht garantierten Restwert. Der unrealisierte Finanzertrag bezeichnet die Differenz zwischen dem Bruttoinvestitionswert aus dem Leasingverhältnis und dessen Barwert (Nettoinvestitionswert) und entspricht der impliziten Verzinsung des Leasingverhältnisses zwischen Abschlussstichtag und Vertragsende. Der Barwert der zukünftigen Mindestleasingzahlungen ergibt sich aus der Nettoinvestition in das Leasingverhältnis abzüglich des Barwerts des nicht garantierten Restwerts. Die Bruttoinvestition in das Leasingverhältnis und der Barwert der zukünftigen Mindestleasingzahlungen sind wie folgt fällig: (in Mio €)
Die kumulierten Wertberichtigungen für uneinbringliche ausstehende Mindestleasingzahlungen im Rahmen der Forderungen an Kunden aus dem Finanzierungsleasinggeschäft betragen zum Ende der Berichtsperiode 18 Mio € (Vorjahr: 15 Mio €). Die Angabe der im Posten Forderungen an Kunden enthaltenen Forderungen aus Finanzierungsleasing erfolgt jeweils gekürzt um Wertberichtigungen auf Forderungen (siehe Note Forderungen an Kunden). Diese gliedern sich wie folgt auf: (in Mio €)
Einwandfreie, überfällige Forderungen und darauf entfallene Sicherheitenwerte nach Überfälligkeit (in Mio €)
Forderungen und Sicherheitenwerte nach Bonitätsklassen (in Mio €)
Die Darstellung der Sicherheitenwerte nach Überfälligkeit und nach Bonitätsklassen wurde im Berichtsjahr angepasst. Die Tabellen enthalten nun auch die rechtlich der UniCredit Leasing GmbH oder deren Tochtergesellschaften gehörenden und als Sicherheiten dienenden Leasingobjekte, die im Rahmen eines Finanzierungsleasingverhältnisses an fremde Dritte vermietet werden, aber bislang den einzelnen Kategorien nicht zugeordnet werden konnten. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. HVB Group als LeasingnehmerOperating-LeasingDie HVB Group tritt als Leasingnehmer im Zusammenhang mit Operating-Leasingverhältnissen auf. Die im Berichtsjahr bestehenden Verpflichtungen betreffen insbesondere Miet- und Leasingvereinbarungen über Immobilien (Grundstücke und Gebäude) sowie Mobilien, die vor allem Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Fahrzeuge umfassen. Die Mietverträge für Immobilien enthalten in der Regel Verlängerungsoptionen sowie Preisanpassungsklauseln in Form von Staffelmieten oder Indexklauseln; Kaufoptionen sind teilweise vereinbart. Die Leasingverträge für Mobilien sind zu marktüblichen Konditionen mit Laufzeiten zwischen drei bis neun Jahren ausgestaltet. Im Berichtsjahr führten die Verpflichtungen aus Operating-Leasing im Rahmen von Miet- und Untermietverhältnissen zu Mindestleasingzahlungen in Höhe von insgesamt 103 Mio € (Vorjahr: 123 Mio €), die als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden. In künftigen Geschäftsjahren ist mit folgenden kumulierten Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen zu rechnen: (in Mio €)
In den Outsourcing-Vereinbarungen über die Auslagerung der Informations- und Kommunikationstechnologieprozesse auf den UniCredit gruppenweiten Service Provider UBIS sind entgeltliche Nutzungsüberlassungen in Form von Operating-Leasingverhältnissen enthalten. Die in diesem Zusammenhang jährlich abgeschlossenen Full-Service-Verträge bestehen zum Großteil aus Mietzahlungen für die Bereitstellung von Hard- und Software, die in den oben angegebenen Mindestleasingzahlungen in Höhe von 33 Mio € für das Berichtsjahr und 33 Mio € für das folgende Geschäftsjahr berücksichtigt sind. Die HVB Group hat für Immobilien Untermietverträge zu marktüblichen Konditionen zum Teil mit Mietanpassungsklauseln und Verlängerungsoptionen abgeschlossen. Im Berichtsjahr wurden erhaltene Zahlungen aus Untermietverhältnissen in Höhe von 9 Mio € (Vorjahr: 9 Mio €) als Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Untermietverhältnissen, deren Erhalt in den folgenden Geschäftsjahren erwartet wird, beträgt 27 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €). FinanzierungsleasingDie von der HVB Group als Leasingnehmer eingegangenen Finanzierungsleasingverhältnisse betreffen Immobilien (Grundstücke und Gebäude). Die Leasingvereinbarungen enthalten in der Regel eine Kaufoption und Preisanpassungsklauseln. Folgende Tabelle zeigt die Überleitung der Summe der zukünftigen Mindestleasingzahlungen am Abschlussstichtag zu deren Barwert. Damit ergeben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus dem Leasinggeschäft (Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing) wie folgt: (in Mio €)
Der Unterschiedsbetrag zwischen den zukünftigen Mindestleasingzahlungen und deren Barwert stellt nicht amortisierten Zinsaufwand dar. Folgende Tabelle zeigt die Fälligkeit der zukünftigen Mindestleasingzahlungen und deren Barwert zum Abschlussstichtag: (in Mio €)
Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Untermietverhältnissen, deren Erhalt in den folgenden Geschäftsjahren erwartet wird, beträgt 22 Mio € (Vorjahr: 19 Mio €). 76 Reklassifizierung von Finanzinstrumenten gemäß IAS 39.50 ff. und IFRS 7In Übereinstimmung mit der Änderung von IAS 39 und IFRS 7 durch das International Accounting Standards Board (IASB) und der EU-Verordnung 1004/2008 hat die HVB in 2008 und 2009 bestimmte finanzielle Vermögensgegenstände in die Kategorie Kredite und Forderungen umgewidmet. Für diese reklassifizierten Handelsbestände besteht keine Handelsabsicht mehr, da infolge der außergewöhnlichen Umstände durch die Finanzkrise (2008/09) bis zum Umklassifizierungszeitpunkt die Märkte in diesen Finanzinstrumenten illiquide geworden sind. Vor dem Hintergrund der hohen Qualität dieser Assets wird beabsichtigt, die Bestände längerfristig zu halten. Eine Reklassifizierung aus dem AfS-Bestand wurde nicht vorgenommen. Seit 2010 wurden keine weiteren Reklassifizierungen vorgenommen. Die in 2008 reklassifizierten Asset-backed Securities und Andere Schuldverschreibungen wurden zum 31. Dezember 2008 mit einem Buchwert von 13,7 Mrd € sowie die in 2009 reklassifizierten Bestände mit einem Buchwert per 31. Dezember 2009 in Höhe von 7,3 Mrd € ausgewiesen. Darstellung der reklassifizierten Bestände für die aktuelle sowie vorherige Berichtsperiode: (in Mrd €)
1 Vor Stückzinsen.
Der Fair Value zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Reklassifizierung stellt die neuen Anschaffungskosten dar, die zum Teil deutlich unter dem Nominal liegen. Entsprechend ist eine Amortisierung dieser Differenz (Disagio) über die Restlaufzeit der reklassifizierten finanziellen Vermögenswerte vorzunehmen. Hieraus und aus fällig gewordenen sowie teilweise getilgten Papieren ergibt sich im Geschäftsjahr 2016 ein Effekt in Höhe von 13 Mio € (Geschäftsjahr 2015: 29 Mio €), der im Zinsüberschuss erfasst wird. Die Effektivzinssätze für die umklassifizierten Wertpapiere liegen in einer Bandbreite von 0,16% bis 7,81%. Aus verkauften reklassifizierten Papieren wurde im Geschäftsjahr 2016 in der Gewinn- und Verlustrechnung ein Ergebnis in Höhe von 19 Mio € (Geschäftsjahr 2015: 6 Mio €) ausgewiesen. Von der für reklassifizierte Bestände gebildeten Kreditrisikovorsorge haben wir im Geschäftsjahr 2016 51 Mio € aufgelöst. Im Geschäftsjahr 2015 waren 34 Mio € Kreditrisikovorsorge auf reklassifizierte Bestände gebildet worden. Wären diese Reklassifizierungen in 2008 und 2009 nicht vorgenommen worden, hätte sich im Handelsergebnis im Geschäftsjahr 2016 ein negativer Saldo aus der Mark-to-Market Bewertung (inklusive realisierter Verkäufe) von 25 Mio € (Geschäftsjahr 2015: 72 Mio €) ergeben. Diese Effekte entsprechen einer theoretischen Pro-forma-Rechnung, da aufgrund der Reklassifizierung die Bestände zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Demnach hat die Einbeziehung der vorgenannten GuV-Effekte im Geschäftsjahr 2016 zu einem um 108 Mio € höheren Ergebnis vor Steuern geführt (Geschäftsjahr 2015: 73 Mio €). Der kumulierte Nettoeffekt auf die Gewinn- und Verlustrechnung aus den bisher vorgenommenen Reklassifizierungen beträgt seit dem Wirksamwerden der Reklassifizierungen in 2008 bis zum Berichtsstichtag -104 Mio € vor Steuern (31. Dezember 2015: -212 Mio €). 77 Angaben zu ausgewählten strukturierten ProduktenZur Erhöhung der Transparenz werden nachfolgend zusätzliche Informationen zu ausgewählten strukturierten Produkten angegeben. Dabei werden neben zurückbehaltenen Tranchen aus eigenen Verbriefungstransaktionen der HVB Group auch Bestände in von Dritten emittierten Asset-backed-Securities (ABS)-Transaktionen dargestellt. ABS-PortfolioIn einer Verbriefungstransaktion werden vor allem Kreditforderungen bzw. Kreditrisiken vom Verkäufer (Originator) auf Dritte übertragen. Die Verbriefung wird meistens über sogenannte strukturierte Einheiten (früher: Special Purpose Vehicles; SPVs) vorgenommen. Diese Vehikel emittieren auf dem Kapitalmarkt zur Refinanzierung des Erwerbs der Forderungen Wertpapiere, die durch die erworbenen Forderungen besichert sind. Dadurch werden die Kreditrisiken in Form von Asset-backed-Securities an Investoren weitergegeben. Die von Vehikeln emittierten Wertpapiere werden in der Regel in Tranchen unterteilt, die sich vor allem hinsichtlich der Rangfolge in der Bedienung von Rück- und Zinszahlungsansprüchen unterscheiden. Diese Tranchen werden in der Regel von Ratingagenturen beurteilt. Je nach den zugrunde liegenden Vermögenswerten (Underlying Assets) einer Verbriefung werden bei ABS-Transaktionen unter anderem folgende Wertpapiere unterschieden:
Daneben werden auch Konsumentenkredite, Kreditkartenforderungen und Forderungen aus Finanzierungsleasing verbrieft. Aufgliederung zurückbehaltener Tranchen aus eigenen Verbriefungstransaktionen und Bestände in von Dritten emittierten ABS-Transaktionen nach Ratingklassen: (in Mio €)
Die Zuordnung zu Senior, Mezzanine und Junior erfolgte auf Basis externer bzw., falls kein externes Rating vorhanden ist, auf Basis interner Ratings, wobei als Senior-Tranchen nur solche mit bestem Rating gezeigt werden. Als Junior-Tranchen werden nur niedrig geratete (schlechter als ein externes BB-Rating) bzw. nicht geratete Tranchen (sogenannte First Loss Pieces) ausgewiesen, alle anderen Tranchen werden als Mezzanine-Tranchen zusammengefasst. Aufgliederung zurückbehaltener Tranchen aus eigenen Verbriefungstransaktionen und Bestände in von Dritten emittierten ABS-Transaktionen nach Regionen: (in Mio €)
Aufgliederung zurückbehaltener Tranchen aus eigenen Verbriefungstransaktionen und Bestände in von Dritten emittierten ABS-Transaktionen nach Restlaufzeiten: (in Mio €)
Aufgliederung zurückbehaltener Tranchen aus eigenen Verbriefungstransaktionen und Bestände in von Dritten emittierten ABS-Transaktionen nach den Bestandskategorien gemäß IAS 39: (in Mio €)
78 Fair-Value-HierarchieIm Folgenden beschreiben wir die Entwicklung der Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet und mit solchem in der Bilanz ausgewiesen werden insbesondere im Hinblick auf die sogenannte Fair-Value-Hierarchie. Diese Fair-Value-Hierarchie ist in folgende Stufen eingeteilt: Das Level 1 beinhaltet Finanzinstrumente, die zu Preisen für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die auf aktiven Märkten notiert sind, bewertet werden. Diese Preise werden unverändert übernommen. Wir haben überwiegend börsennotierte Eigenkapitalinstrumente und Anleihen sowie börsengehandelte Derivate in diese Kategorie eingeteilt. Im Level 2 werden Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten gezeigt, deren Bewertung aus direkten (als Preise) oder indirekten (von Preisen abgeleitete) beobachtbaren Inputdaten abgeleitet werden. Für die betreffenden Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten selbst ist kein Preis an einem aktiven Markt beobachtbar. Aufgrund dessen zeigen wir in dieser Stufe insbesondere die beizulegenden Zeitwerte von Zins- und Kreditderivaten sowie die beizulegenden Zeitwerte von ABS Bonds, sofern für die betreffende Assetklasse ein liquider Markt besteht. Zwischen Level 1 und Level 2 sind finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten in Höhe von 1.168 Mio € (Vorjahr: 2.136 Mio €) transferiert worden. Im Gegenzug sind zwischen Level 2 und Level 1 finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten in Höhe von 1.393 Mio € (Vorjahr: 1.874 Mio €) transferiert worden. Der Großteil der Transfers betrifft Wertpapiere und resultiert aus einer Zu- bzw. Abnahme des tatsächlich stattgefundenen Handels in den betroffenen Wertpapieren und damit verbunden einer geänderten Geld-Brief-Spanne. Für Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert auf einer wiederkehrenden Basis ermittelt wird, ergaben sich folgende Transfers zwischen Level 1 und Level 2: (in Mio €)
Für Instrumente, die innerhalb der Berichtsperiode (1. Januar bis 31. Dezember) zwischen den Leveln transferiert werden, gilt der 1. Januar als Transferzeitpunkt. Level 3 bezieht sich auf Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, deren beizulegender Zeitwert nicht ausschließlich auf Grundlage beobachtbarer Marktdaten (nicht beobachtbare Inputdaten) ermittelt wird. Falls die Auswirkung der am Markt nicht beobachtbaren Inputdaten auf die Fair-Value-Ermittlung unwesentlich ist, erfolgt ein Ausweis in Level 2. Die jeweiligen beizulegenden Zeitwerte weisen somit auch Bewertungsparameter auf, die auf Modellannahmen basieren. Hierunter fallen Derivate und strukturierte Produkte, die zumindest eine "exotische" Komponente beinhalten, wie zum Beispiel Fremdwährungs- oder Zinsderivate auf illiquide Währungen, Derivate mit marktunüblichen Laufzeiten, strukturierte Produkte mit einem nicht liquiden Underlying als Referenz bzw. ABS Bonds einer Assetklasse, für die kein liquider Markt besteht. Basiert der Wert eines Finanzinstruments auf nicht beobachtbaren Bewertungsparametern, kann der Wert dieser Parameter zum Bilanzstichtag aus einer Bandbreite von angemessenen möglichen Alternativen ausgewählt werden. Im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses werden für diese nicht beobachtbaren Parameter angemessene Werte ermittelt und der Bewertung zugrunde gelegt, die den herrschenden Marktgegebenheiten entsprechen. Darüber hinaus wird einzelnen Parametern, die nicht separat als eigenständiger Bewertungsparameter im Bewertungsmodell berücksichtigt werden können, durch Ansatz einer Modellreserve Rechnung getragen. Aufgeteilt auf die einzelnen Klassen von Finanzinstrumenten kommen in Abhängigkeit der Produkttypen die folgenden Bewertungsverfahren zur Anwendung. Dabei sind die Bewertungen für Finanzinstrumente des Fair Value Levels 3 von folgenden signifikanten und nicht am Markt beobachtbaren Parametern abhängig:
In der nachfolgend dargestellten Sensitivitätsanalyse wird die Auswirkung der Änderung von angemessenen möglichen alternativen Parameterwerten auf den Fair Value (nach Adjustments) aufgezeigt. Für erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Bestände würde die positive Fair-Value-Änderung durch Nutzung angemessener möglicher Alternativen am 31. Dezember 2016.125 Mio € (Vorjahr: 148 Mio €) betragen, die negative -61 Mio € (Vorjahr: -61 Mio €). Aufgeteilt auf die einzelnen Klassen von Finanzinstrumenten ergeben sich bezogen auf die Produkttypen folgende wesentliche Sensitivitätsauswirkungen: (in Mio €)
Da die signifikanten Bewertungsparameter der im Level 3 enthaltenen Hybridderivate denen der Aktienderivate entsprachen, wurden die entsprechenden Finanzinstrumente zum 31. Dezember 2016 in den Produkttyp Aktienderivate eingeordnet. In Bezug auf festverzinsliche Wertpapiere und andere Schuldtitel sowie ABS-Wertpapiere wurden im Rahmen der Sensitivitätsanalysen ratingabhängig die Credit-Spread-Kurven verändert. Bei Aktien wird der Spotpreis um einen relativen Wert abgewandelt. Bei den im Level 3 enthaltenen Aktienderivaten wurden für die Sensitivitätsanalyse folgende unbeobachtbare Parameter variiert (Stresstest): Spotpreise bei Hedge Funds, implizite Volatilität, Dividenden, implizite Korrelationen und die Annahmen zur Interpolation zwischen einzelnen am Markt beobachtbaren Parametern wie zum Beispiel Volatilitäten. Bei den Zinsprodukten wurden im Rahmen der Sensitivitätsanalyse Zinsniveau und Zinskorrelationen sowie implizite Volatilitäten variiert. Bei den Kreditderivaten wurden ratingabhängige Verschiebungen der Risikoprämien-Kurven für das Bonitätsrisiko wie auch implizite Korrelationen Änderungen sowie Erhöhungen der Ausfallraten unterstellt. Fremdwährungsderivate wurden hinsichtlich des Zinsniveaus sowie der impliziten Volatilität variiert. Werden Transaktionen getätigt, bei denen der Transaktionspreis vom Fair Value zum Transaktionszeitpunkt abweicht und in erheblichem Umfang nicht beobachtbare Parameter für Bewertungsmodelle zugrunde gelegt wurden, erfolgt die Erfassung des betreffenden Finanzinstruments zum Transaktionspreis. Diese Differenz zwischen dem Transaktionspreis und dem Fair Value des Bewertungsmodells wird als Handelstaggewinn/-verlust bezeichnet. Jeglicher am Handelstag ermittelter Gewinn wird abgegrenzt und über die Laufzeit der Transaktion in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Sobald sich für die Transaktion ein Referenzkurs auf einem aktiven Markt ermitteln lässt oder die wesentlichen Inputparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, wird der abgegrenzte Handelstaggewinn unmittelbar erfolgswirksam im Handelsergebnis erfasst. Die folgende Tabelle zeigt im Jahresvergleich die Veränderungen der Handelstaggewinne, die aufgrund der Anwendung wesentlicher nicht beobachtbarer Parameter für zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesene Finanzinstrumente abgegrenzt wurden: (in Mio €)
Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung der in der Bilanz zum Fair Value ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten zu den jeweiligen Levels der Fair-Value-Hierarchie: (in Mio €)
In den folgenden Tabellen wird die Entwicklung von finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten dargestellt, die im Rahmen der Fair-Value-Hierarchie dem Level 3 zugeordnet sind: (in Mio €)
1 In GuV und Eigenkapital.
Die Transfers zu anderen Levels bei derivativen Produkten sind auf die verbesserte Beobachtbarkeit der Bewertungsparameter für Zins- bzw. Zins-Währungsderivate in bestimmten Währungen zurückzuführen. Der Großteil der sonstigen Transfers aus bzw. zu anderen Levels betrifft Wertpapiere und resultiert aus einer Zu- bzw. Abnahme des tatsächlich stattgefundenen Handels in den betroffenen Wertpapieren und damit verbunden einer geänderten Geld-Brief-Spanne. Insgesamt reduzierte sich das Level-3-Volumen der derivativen Geschäfte im Jahresvergleich auf der Aktivseite um 161 Mio € (Vorjahr: Reduktion um 105 Mio €) sowie auf der Passivseite um 266 Mio € (Vorjahr: Erhöhung um 318 Mio €). (in Mio €)
1 In GuV und Eigenkapital.
(in Mio €)
1 In GuV und Eigenkapital.
(in Mio €)
1 In GuV und Eigenkapital.
79 Fair Values der Finanzinstrumente gemäß IFRS 7Der Fair Value stellt den Preis dar, der im Rahmen eines geordneten Geschäftsvorfalles zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswertes bzw. für den Transfer einer Schuld vereinbart würde. Hierbei wird unterstellt, dass die Transaktion auf dem Hauptmarkt für das Instrument bzw. dem vorteilhaftesten Markt, zu dem die Bank Zugang hat, ausgeführt wird. Der Fair Value von Krediten ergibt sich aus der Summe der diskontierten, risikoadjustierten erwarteten Cashflows, die auf Basis der Swapkurve (Basis: Libor) diskontiert werden. Dabei beruhen die erwarteten, risikoadjustierten Cashflows auf der Überlebenswahrscheinlichkeit und dem Verwertungserlös im Falle eines Ausfalls. Die Überlebenswahrscheinlichkeit wird auf Basis der risikoneutralen Ausfallwahrscheinlichkeit bestimmt, während die Verwertungserlöse auf Basis der internen Loss-Given-Default-Parameter bestimmt werden. Die risikoneutrale Ausfallwahrscheinlichkeit wird wiederum auf Basis der intern ermittelten 1-Jahres-Ausfallrate (reale Ausfallwahrscheinlichkeit), der Marktrisikoprämie und der Korrelation zwischen dem jeweiligen Kredit und dem allgemeinen Marktrisiko ermittelt. Die Marktrisikoprämie stellt einen Faktor dar, um die Differenz zwischen der realen Ausfallwahrscheinlichkeit und der Renditeerwartung des Marktes für das übernommene Risiko abzudecken. Das Kreditportfolio wird in vier Sektoren (Staatsfinanzierungen, Kredite an Banken, Firmenkredite und Retailkredite) unterteilt, um die spezifischen Gegebenheiten jedes Sektors berücksichtigen zu können. Für jeden dieser Sektoren mit Ausnahme von Retailkrediten wird zunächst die Marktrisikoprämie auf Basis eines Portfolios von für den jeweiligen Sektor spezifischen, liquiden CDS-Notierungen bestimmt. Nur für Retailkredite wird die Marktrisikoprämie mangels eines CDS-Marktes aus den Marktrisikoprämien für die übrigen Sektoren abgeleitet. Die Fair Values bestimmter zu Nominalwerten bilanzierter Finanzinstrumente entsprechen nahezu ihren Buchwerten. Hierunter fallen etwa Barreserve sowie Forderungen und Verbindlichkeiten ohne eindeutige Fälligkeit oder Zinsbindung. Diese Instrumente werden regelmäßig mit ihrem Rückzahlungsbetrag übertragen (zum Beispiel Rückzahlung einer täglich fälligen Einlage zum Nominalbetrag), so dass Preisnotierungen für identische bzw. ähnliche Instrumente auf inaktiven Märkten vorliegen. Entsprechend werden diese Instrumente dem Level 2 zugeordnet. Grundlage der Fair-Value-Ermittlung der übrigen Forderungen, bei denen der Fair Value nicht nahezu dem Nominalwert entspricht, ist die Verwendung des risikoneutralen Credit Spreads, in den alle am Markt relevanten Faktoren einfließen. Weitere Parameter neben dem risikoneutralen Credit Spread und dem risikolosen Zins werden nicht berücksichtigt. Sofern die Märkte liquide sind und wie aktuell keine relevanten Marktstörungen erkennbar sind, führt die Arbitrage zwischen den Märkten, auf denen Kreditrisiken gehandelt werden, zu einer Angleichung der Credit Spreads. Insofern wird der CDS-Markt als der relevante Exit-Markt für Kredite definiert. Da die verwendeten Parameter zur Bestimmung der realen Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) und der Verwertungserlöse (LGD) für die Bestimmung des Fair Values nicht unwesentlich sind und auf Basis interner Verfahren ermittelt werden und somit nicht am Markt beobachtbar sind, werden die Kredite bzw. übrigen Forderungen dem Level 3 zugeordnet. Anteile an Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Anteile an nicht konsolidierten oder nicht at-Equity bewerteten börsennotierten Unternehmen werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Soweit bei nicht börsennotierten Eigenkapitalinstrumenten der Fair Value nicht zuverlässig ermittelt werden kann, erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten. Für die an Börsen gehandelten Wertpapiere und Derivate sowie bei börsennotierten Schuldtiteln wird auf quotierte Marktpreise zurückgegriffen. Diese Instrumente werden dem Level 1 zugeordnet. Der Fair Value der übrigen Wertpapiere wird als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows ermittelt. Hier werden die in der Note Fair-Value-Hierarchie beschriebenen Methoden zur Bestimmung der Fair Value Levels angewandt. Die Fair Values der Zins- und Zins-Währungs-Swap-Vereinbarungen sowie Zinstermingeschäfte werden auf Basis abgezinster Cashflows ermittelt. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Finanzinstrumente geltenden Marktzinssätze verwendet. Der Fair Value von Devisentermingeschäften wird auf Basis von aktuellen Terminkursen bestimmt. Optionen werden mittels Kursnotierungen oder anerkannter Modelle zur Ermittlung von Optionspreisen bewertet. Als Bewertungsmodelle dienen für einfache europäische Optionen das gängige Black & Scholes Modell sowie das Bachelier Modell. Bei komplexeren Instrumenten werden die Zinsen über Term-Structure-Modelle mit der aktuellen Zinsstruktur sowie Caps- und Swaption-Volatilitäten als bewertungsrelevante Parameter simuliert. Die Auszahlungsstruktur der Aktien bzw. Indizes der komplexen Instrumente wird entweder mittels Black & Scholes oder eines stochastischen Volatilitäts-Modells mit Aktienpreisen, Volatilitäten, Korrelationen und Dividendenerwartungen als Parameter bewertet. Hier werden die in der Note Fair-Value-Hierarchie beschriebenen Methoden zur Bestimmung der Fair Value Levels angewandt. Für die Beschreibung der Methoden zur Bestimmung der Fair Value Levels für nicht börsennotierte Derivate verweisen wir auf die Note Fair-Value-Hierarchie. Bei den Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bzw. Kunden und den verbrieften Verbindlichkeiten, sofern diese nicht börsennotiert sind) werden die zukünftig erwarteten Cashflows mit aktuellen Zinssätzen unter Berücksichtigung von intern ermittelten Funding-Aufschlägen auf den Barwert diskontiert. Die Funding-Aufschläge entsprechen den Parametern, die die Bank bei der Preisfestsetzung ihrer eigenen Emissionen zugrunde legt. Diese Funding-Aufschläge stellen intern ermittelte Parameter dar, die für die Bestimmung des Fair Values wesentlich sind, entsprechend werden die übrigen Verbindlichkeiten dem Level 3 zugeordnet. Die Fair Values wurden stichtagsbezogen auf Basis der zur Verfügung stehenden Marktinformationen sowie unternehmensindividueller Berechnungsmethoden ermittelt. (in Mrd €)
(in Mrd €)
(in Mrd €)
(in Mrd €)
In der HVB Group beträgt die Differenz zwischen den Fair Values und den Buchwerten bei den Aktiva 4,0 Mrd € (Vorjahr: 5,3 Mrd €) und bei den Passiva 3,5 Mrd € (Vorjahr: 3,7 Mrd €). Der Saldo dieser Werte beläuft sich auf 0,5 Mrd € (Vorjahr: 1,6 Mrd €). Bei der Gegenüberstellung der Buchwerte bzw. Fair Values der abgesicherten Grundgeschäfte ist zu beachten, dass ein Teil der stillen Reserven/stillen Lasten bereits im Hedgeanpassungsbetrag erfasst worden ist. 80 Angaben zur Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten und VerbindlichkeitenIn den folgenden zwei Tabellen sind getrennt die bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten enthalten, die gemäß IAS 32.42 bereits in der Bilanz saldiert wurden (Offsetting/Netting) sowie die Finanzinstrumente, die Gegenstand einer rechtlich durchsetzbaren Aufrechnungsrahmenvereinbarung oder einer ähnlichen Vereinbarung sind, aber nicht den bilanziellen Saldierungskriterien genügen. Finanzielle Vermögenswerte, die einem Netting in der Bilanz unterliegen oder Gegenstand einer rechtlich durchsetzbaren Aufrechnungsrahmenvereinbarung oder einer ähnlichen Vereinbarung sind: (in Mio €)
1 Derivate sind in den Bilanzposten
Handelsaktiva und Hedging Derivate enthalten.
Finanzielle Verbindlichkeiten, die einem Netting in der Bilanz unterliegen oder Gegenstand einer rechtlich durchsetzbaren Aufrechnungsrahmenvereinbarung oder einer ähnlichen Vereinbarung sind: (in Mio €)
1 Derivate sind in den Bilanzposten
Handelspassiva und Hedging Derivate enthalten.
Finanzielle Vermögenswerte, die einem Netting in der Bilanz unterliegen oder Gegenstand einer rechtlich durchsetzbaren Aufrechnungsrahmenvereinbarung oder einer ähnlichen Vereinbarung sind: (in Mio €)
1 Derivate sind in den Bilanzposten
Handelsaktiva und Hedging Derivate enthalten.
Finanzielle Verbindlichkeiten, die einem Netting in der Bilanz unterliegen oder Gegenstand einer rechtlich durchsetzbaren Aufrechnungsrahmenvereinbarung oder einer ähnlichen Vereinbarung sind: (in Mio €)
1 Derivate sind in den Bilanzposten
Handelspassiva und Hedging Derivate enthalten.
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit denselben Kontrahenten sind gemäß IAS 32.42 aufzurechnen und in der Bilanz mit dem Nettowert auszuweisen, wenn eine Saldierung der bilanzierten Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt rechtlich durchsetzbar ist und es beabsichtigt ist, die Abwicklung auf Nettobasis im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit vorzunehmen oder gleichzeitig den Vermögenswert zu verwerten und die Verbindlichkeit abzulösen. Die Tabellen zeigen für diese Bilanzsaldierungen eine Überleitung von den Bruttobeträgen vor Saldierung über die aufgerechneten Beträge zu den Nettobeträgen nach Saldierung. Die bilanziellen Saldierungen betreffen bei der HVB Group Transaktionen mit zentralen Kontrahenten, nämlich die OTC-Derivate (Verrechnung der sich auf Währungsebene ausgleichenden positiven und negativen Zeitwerte) sowie die Forderungen und Verbindlichkeiten aus echten Pensionsgeschäften (Reverse Repos und Repos), die mit demselben Central Counterpart (CCP) abgeschlossen wurden. Daneben werden aufrechenbare, täglich fällige Forderungen und Verbindlichkeiten mit denselben Kontrahenten im Bankgeschäft in der Bilanz saldiert. Darüber hinaus werden kumulierte Fair-Value-Änderungen von Derivaten an Terminbörsen mit den kumulierten Variation-Margin-Zahlungen verrechnet. In der Spalte "Effekte von Aufrechnungsrahmenvereinbarungen" sind die Finanzinstrumente ausgewiesen, die einer rechtlich durchsetzbaren zweiseitigen Aufrechnungsvereinbarung (Master Netting Agreements) oder einer ähnlichen Vereinbarung unterliegen, aber wegen Nichterfüllung der oben genannten Aufrechnungsvoraussetzungen von IAS 32.42 nicht in der Bilanz saldiert werden. Hierunter fallen bei der HVB Group OTC-Derivate und Repo-Geschäfte mit individuellen Kontrahenten, mit denen rechtlich durchsetzbare Aufrechnungsrahmenvereinbarungen für eine Verrechnung im Fall eines Ausfalls bestehen. Zudem sind in den Tabellen die in diesem Zusammenhang verpfändeten beziehungsweise erhaltenen Sicherheiten in Form von Finanzinstrumenten und Barsicherheiten dargestellt. Da die nicht bilanzwirksam abgebildeten Wertpapierleihegeschäfte ohne Barsicherheiten auch nicht in obigen Netting-Tabellen enthalten sind, verweisen wir für die hieraus erhaltenen bzw. verpfändeten Wertpapiere auf die Notes Sicherheitenübertragung für eigene Verbindlichkeiten und Note Erhaltene Sicherheiten, die von der HVB Group weiterveräußert oder weiterverpfändet werden dürfen. Das vom Bundesgerichtshof (BGH) am 9. Juni 2016 verkündete Urteil zur teilweisen Unwirksamkeit von Aufrechnungsvereinbarungen des deutschen Rahmenvertrags für Finanztermingeschäfte im Insolvenzrecht hatte aufgrund der zwischenzeitlich ergangenen Allgemeinverfügung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der am 29. Dezember 2016 in Kraft getretenen gesetzlichen Änderung der Insolvenzordnung keine Auswirkungen auf die Bilanzierung dieser Nettingvereinbarungen. Die verwendeten Nettingvereinbarungen bleiben damit im Falle der Insolvenz einer der beiden Parteien weiter rechtlich wirksam und durchsetzbar. 81 Undiscounted CashflowIm Rahmen des IFRS 7.39 geben wir die Restlaufzeiten für nichtderivative und derivative finanzielle Verbindlichkeiten sowie für Kreditzusagen und Finanzgarantien an. Die Gliederung der Restlaufzeiten richtet sich nach den vertraglichen Fälligkeiten. Diese sind maßgeblich für den zeitlichen Anfall der Zahlungen. Daher haben wir die vertraglich vereinbarten, nicht diskontierten Zahlungen in Laufzeitbänder eingeteilt. Die hier dargestellten nicht diskontierten Cashflows sind nicht mit den Buchwerten vergleichbar, da letztere auf diskontierten Cashflows basieren. Daneben haben wir in diesem Zusammenhang gemäß IFRS 7.39 (c) die finanziellen Vermögenswerte nach Restlaufzeiten gegliedert. Dies sind finanzielle Vermögenswerte, die Zahlungsströme generieren, um die finanziellen Verbindlichkeiten zu begleichen. In der nachfolgenden Übersicht haben wir die derivativen und nichtderivativen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Laufzeitkategorien eingeteilt. Dabei werden alle finanziellen Verbindlichkeiten in das jeweilige Laufzeitband eingeteilt. Die Derivate der Handelsaktiva sowie Handelspassiva werden mit ihrem Fair Value in das kürzeste Laufzeitband eingeteilt. Dies ist darin begründet, dass die Derivate einer kurzfristigen Veräußerungsabsicht unterliegen und daher die Fälligkeit der vertraglichen nicht diskontierten Zahlungsströme nicht den tatsächlich erwarteten zeitlichen Anfall der Zahlungen angemessen darstellen. Die übrigen Finanzinstrumente der Handelsaktiva und Handelspassiva werden mit ihren Cashflows in das entsprechend frühestmögliche Laufzeitband eingeteilt. Hedging Derivate, die im Rahmen des Hedge Accountings eingesetzt werden, werden mit ihren vertraglich vereinbarten, nicht diskontierten Zahlungsströmen in das jeweilige Laufzeitband eingeteilt. Kreditzusagen und Finanzgarantien werden mit ihrem maximalen Betrag in das kürzeste Laufzeitband (täglich fällig) eingeteilt, in dem sie frühestens in Anspruch genommen werden. Die Höhe der Kreditzusagen beläuft sich auf 49.111 Mio € (Vorjahr: 48.683 Mio €). Insbesondere für nicht in Anspruch genommene Kreditzusagen bzw. Eventualverbindlichkeiten für Finanzgarantien ist diese im IFRS 7 vorgegebene Annahme unrealistisch, da mit einer vollständigen Inanspruchnahme aller offenen Kreditzusagen bzw. Finanzgarantien am nächsten Tag nicht zu rechnen ist. Das gleiche gilt für die Darstellung der Fair Values der Handelsderivate. Einteilung finanzieller Vermögenswerte nach Laufzeitbändern (in Mio €)
(in Mio €)
Einteilung finanzieller nicht derivativer und derivativer Verbindlichkeiten nach Laufzeitbändern: (in Mio €)
(in Mio €)
82 Aufsichtsrechtliche Offenlegungspflichten (Offenlegungsbericht)Die HVB gilt als bedeutendes Tochterunternehmen der UniCredit im Sinne des Artikels 13 Absatz 1 CRR und unterliegt damit im Anwendungsbereich der CRR (Artikel 13 Absatz 1 und Teil 8 CRR) sowie nach § 26a KWG bestimmten erweiterten aufsichtsrechtlichen Offenlegungspflichten (sogenannte Offenlegung nach Säule III). Die Offenlegung dieser Informationen nimmt die HVB in Form eines eigenständigen Offenlegungsberichts auf Einzelbasis vor. Dieser wird jährlich zum 31. Dezember sowie darüber hinaus unterjährig zum jeweiligen Quartalsultimo erstellt und auf der Internetseite der Bank unter "Über uns" >"Investor Relations" >"Berichte" veröffentlicht. Die Veröffentlichung für den Stichtag 31. Dezember erfolgt zeitnah nach Veröffentlichung des Geschäftsberichts. Die Veröffentlichung der unterjährigen Berichte erfolgt zeitnah nach Abgabe der aufsichtsrechtlichen COREP-Meldung an die zuständigen Aufsichtsbehörden. Die gemäß Artikel 450 CRR i.V.m. § 16 Absatz 1 Institutsvergütungsverordnung erforderliche Offenlegung zur Vergütungspolitik und -praxis für Mitarbeiterkategorien, deren Tätigkeit sich wesentlich auf das Gesamtrisikoprofil der Bank auswirkt (sogenannte Risk Taker), erfolgt aufgrund der erhöhten Bedeutung in Form eines eigenständigen Berichts für die HVB. Dieser wird einmal jährlich zum 31. Dezember erstellt und zeitnah nach der Hauptversammlung der UniCredit Bank AG, auf der Internetseite der Bank unter "Über uns" >"Investor Relations" >"Corporate Governance" veröffentlicht. 83 Bankaufsichtsrechtliche Kennzahlen (auf IFRS-Basis)Die HVB Group steuert das ökonomische und das aufsichtsrechtliche Eigenkapital im Rahmen der wertorientierten Gesamtbanksteuerung. Die Berechnung des Ergebnisanspruchs erfolgt nach dem "Allocated Capital" Prinzip, das von der UniCredit konzernweit angewendet wird. Im Rahmen des dualen Steuerungsprinzips werden den Geschäftsbereichen sowohl regulatorisches Kapital im Sinne von gebundenem Kernkapital als auch Internes Kapital zugeteilt. Beide Ressourcen sind mit Verzinsungsansprüchen belegt, die von der Renditeerwartung des Kapitalmarkts abgeleitet werden. Weitere Angaben zur Steuerung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalausstattung und der ökonomischen Kapitaladäquanz sind dem Risk Report im Kapitel Umsetzung der Gesamtbanksteuerung zu entnehmen. Nachfolgend gehen wir auf die aufsichtsrechtlichen Kennzahlen ein. Die gesetzliche Grundlage stellt die am 1. Januar 2014 in Kraft getretene EU-Verordnung über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen (CRR) dar. Die in der CRR vorgeschriebene aufsichtsrechtliche Gesamtkapitalquote gibt das prozentuale Verhältnis zwischen den nach Teil 2 CRR ermittelten Eigenmitteln und der 12,5-fachen Summe aus dem Gesamtanrechnungsbetrag für Adressrisiken, für Marktrisiken und für das operationelle Risiko (entspricht dem Risikoaktivaäquivalent dieser Risikopositionen) wieder. Nach Artikel 92 CRR ist die aus der Relation des Kernkapitals zu den wie oben beschrieben ermittelten Gesamtrisikoaktiva errechnete Kernkapitalquote mit mindestens 6,0% einzuhalten. Anrechenbare Eigenmittel, die bei der Berechnung der Gesamtkapitalquote nach CRR zugrunde gelegt werden, setzen sich aus Kern- und Ergänzungskapital zusammen. Zur Messung der Marktrisikopositionen werden in der HVB Group insbesondere interne Modelle eingesetzt. Die Eigenmittel nach gebilligten Konzernabschlüssen, die Risikoaktiva inklusive den Risikoäquivalenten für Marktrisikopositionen und für das operationelle Risiko stellen sich zum 31. Dezember 2016 wie folgt dar: Eigenmittel 1 : (in Mio €)
1 Konsolidierungskreis und -methoden
gemäß Bankaufsichtsrecht.
Nach Teil 2 CRR belaufen sich die Eigenmittel der HVB Group per 31. Dezember 2016 auf 17.173 Mio € (Vorjahr: 20.102 Mio €). Dem Ergänzungskapital haben wir wie im Vorjahr keine nicht realisierten Reserven nach § 10 Abs. 2b Satz 1 Nr. 6 und 7 KWG in der bis zum 31. Dezember 2013 geltenden Fassung zugerechnet. Die Eigenmittel werden basierend auf IFRS-Werten nach CRR/CRD IV mittels des Konzernabschlussverfahrens ermittelt. Im Vergleich zu den in der IFRS-Bilanz ausgewiesenen Kapitalposten ergibt sich folgende Überleitungsrechnung: (in Mio €)
(in Mio €)
1 Darunter werden insbesondere Repos und
Wertpapierleihegeschäfte subsumiert.
Zum 31. Dezember 2016 (nach gebilligten Konzernabschlüssen) ergeben sich folgende Kapitalquoten: (in %)
84 Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen (in Mio €)
1 Den Eventualverbindlichkeiten stehen
Eventualforderungen in gleicher Höhe gegenüber.
Finanzgarantien und unwiderrufliche Kreditzusagen werden mit ihrem Nominalbetrag (maximaler Mittelabfluss), gekürzt um hierfür gebildete Rückstellungen, ausgewiesen. Weder bei den Eventualverbindlichkeiten noch bei den anderen Verpflichtungen gibt es Einzelpositionen von wesentlicher Bedeutung. Bei den hier aufgeführten Finanzgarantien handelt es sich grundsätzlich um Garantien bzw. Gewährleistungen, die die Bank im Kundenauftrag abgegeben hat. Daher steht der Bank im Falle einer Inanspruchnahme ein Rückgriffsrecht auf den Kunden (Avalauftraggeber) zu. Sofern dessen Bonität zweifelhaft ist, wird diesbezüglich eine Rückstellung gebildet. Dadurch wird dem Verlust Rechnung getragen, den die Bank erleidet, da die Rückgriffsforderung gegenüber dem Avalauftraggeber aufgrund dessen zweifelhafter Bonität nicht im vollem Umfang als werthaltig angesehen wird. Zu welchem Zeitpunkt sich die hier angesprochenen Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen in einem Mittelabfluss niederschlagen, ist schwer vorherzusagen. Zum einen dienen insbesondere Kreditzusagen häufig als Liquiditätsreserve für den Begünstigten, so dass es teilweise überhaupt nicht zu einer Inanspruchnahme und damit zu einem Mittelabfluss kommen muss. In Bezug auf Finanzgarantien ist anzumerken, dass es sich hierbei um bedingte Zahlungsversprechen handelt, so dass - bevor eine Inanspruchnahme erfolgen kann - die Bedingung eintreten muss (zum Beispiel Ausfall des garantierten Kredits im Falle einer Kreditgarantie, nicht vertragsgemäße Lieferung im Falle einer Liefergarantie usw.). Auch hier ist es schwer abzuschätzen, ob und wann dies der Fall sein wird, da insbesondere Finanzgarantien nur im Ausnahmefall überhaupt in Anspruch genommen werden, so dass es zu einem Mittelabfluss kommt. Wertpapierleihegeschäfte werden nicht bilanziert, da das wirtschaftliche Eigentum beim Verleiher verbleibt. Die Bank wird lediglich juristischer Eigentümer der entliehenen Wertpapierbestände, die bei Fälligkeit des Leihgeschäfts wieder an den Verleiher zurück zu übertragen sind. Rückgabeverpflichtungen aus Wertpapierleihegeschäften in Höhe von 13.603 Mio € (Vorjahr: 12.593 Mio €) stehen somit entliehene Wertpapierbestände in gleicher Höhe gegenüber, die nicht als Vermögenswerte unter den Aktiva ausgewiesen werden. Die HVB hat von der Möglichkeit Gebrauch gemacht bis zu 15% (2015: 30%) des Jahresbeitrags zum Restrukturierungsfonds in Form von in vollem Umfang abgesicherten Zahlungsansprüchen (sogenannte unwiderrufliche Zahlungsverpflichtungen) gemäß § 12 RStruktFG zu erbringen. Die hierfür gestellten Barsicherheiten belaufen sich zum Jahresende 2016 auf 34 Mio € (2015: 22 Mio €). Die HVB hat von der Möglichkeit Gebrauch gemacht bis zu 30% des Jahresbeitrags zur Entschädigungseinrichtung deutscher Banken in Form von in vollem Umfang abgesicherten Zahlungsansprüchen (sogenannte unwiderrufliche Zahlungsverpflichtungen) gemäß § 19 EntschFinV zu erbringen. Die hierfür gestellten Finanzsicherheiten belaufen sich zum Jahresende 2016 auf 7 Mio €. Aus Rechtsrisiken können der HVB Group Verluste entstehen, deren Eintritt größer als unwahrscheinlich, aber kleiner als wahrscheinlich ist und für die keine Rückstellungen gebildet wurden. Derartige Rechtsrisiken können aus negativen Entwicklungen zivilrechtlicher Verfahren resultieren sowie der Tendenz, im Interesse der Verbraucher bzw. der Kunden zu entscheiden. Je nach Ausgang der Verfahren kann sich die Einschätzung des Verlustrisikos als zu niedrig oder zu hoch erweisen. Wir gehen davon aus, dass für den weit überwiegenden Teil der Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsrisiken keine Inanspruchnahme erfolgen wird und die Beträge damit auch nicht repräsentativ für tatsächliche künftige Verluste sind. Zum Jahresultimo 2016 belaufen sich für die HVB diese Eventualverbindlichkeiten aus signifikanten Rechtsrisiken, bei denen eine Schätzung möglich ist, auf 162 Mio € nach 84 Mio € zum Jahresende 2015. Im Rahmen der Grundstücksfinanzierung und -entwicklung wurden zur Förderung der Vermarktbarkeit von Fondskonstruktionen - insbesondere sogenannte Leasingfonds und (geschlossene) KG-Immobilienfonds - Mieteintrittsverpflichtungen oder Mietgarantien sowie Andienungsverpflichtungen übernommen. Erkennbare Risiken aus diesen Garantien sind durch die Bildung von Rückstellungen berücksichtigt worden. Einzahlungsverpflichtungen auf nicht voll eingezahlte Aktien und Anteile beliefen sich Ende 2016 auf 50 Mio € (Vorjahr: 44 Mio €), die Haftsummen für Genossenschaftsanteile auf 1 T€ (Vorjahr: 1 T€). Nachhaftungen gemäß § 22 Abs. 3 und 24 GmbHG bestanden nicht. Zum Bilanzstichtag bestand eine unbeschränkte, persönliche Haftung aus dem Besitz von Anteilen an 72 Personengesellschaften (Vorjahr: 67). Gemäß § 5 Abs. 10 des Statuts für den Einlagensicherungsfonds haben wir uns verpflichtet, den Bundesverband deutscher Banken e.V., Berlin, von etwaigen Verlusten freizustellen, die durch Maßnahmen zugunsten von in unserem Mehrheitsbesitz stehenden Kreditinstituten anfallen würden. Mit Patronatserklärung vom 21. Dezember 1993 hat die HVB gegenüber dem Land Baden-Württemberg (Finanzministerium) eine Erklärung zur Übernahme einer Liquiditätsausstattungsverpflichtung bei Verkauf, Auflösung oder Konkurs der HVB Projekt GmbH abgegeben. Neben der HVB und deren verbundenen Kreditinstituten in Deutschland haften unsere Tochtergesellschaften in den übrigen Regionen als Mitglied bei Einlagensicherungseinrichtungen ihres Landes im Rahmen der jeweiligen Bestimmungen. Eventualverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen (in Mio €)
85 PatronatserklärungDie HVB trägt für die folgenden Gesellschaften, abgesehen vom Fall des politischen Risikos, bis zu der Höhe ihrer jeweiligen Anteilsbesitzquote dafür Sorge, dass sie ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllen können:
In dem Umfang, in dem sich unsere Anteilsbesitzquote an der jeweiligen Gesellschaft reduziert, ermäßigt sich auch unsere Verpflichtung aus der vorstehenden Patronatserklärung hinsichtlich solcher vertraglichen Verpflichtungen der entsprechenden Gesellschaft, die erst nach dem Absinken unserer Anteilsbesitzquote begründet werden. Ist die HVB nicht mehr Gesellschafterin einer der vorgenannten Gesellschaften, endet mit dem Zeitpunkt der Beendigung unserer Beteiligung unsere Verpflichtung aus der vorstehenden Patronatserklärung hinsichtlich solcher vertraglichen Verbindlichkeiten der betreffenden Gesellschaft, die erst nach dem Zeitpunkt der Beendigung unserer Beteiligung begründet werden. Für Gesellschaften, zu deren Gunsten in früheren Geschäftsberichten der HVB Patronatserklärungen abgegeben worden waren, die aber in der vorstehenden Liste nicht mehr aufgeführt sind, wird seitens der HVB keine neue Patronatserklärung mehr abgegeben. Verbindlichkeiten dieser Gesellschaften, die vor der Reduzierung bzw. Beendigung des Anteilsbesitzes begründet wurden, werden nur nach Maßgabe der jeweils vor Reduzierung bzw. Beendigung der Beteiligung abgegebenen Patronate von solchen früheren Erklärungen erfasst. 86 Angaben zu strukturierten EinheitenEine strukturierte Einheit nach IFRS 12 ist ein Unternehmen (oder eine wirtschaftlich abgeschlossene Einheit), das so konzipiert wurde, dass Stimmrechte oder vergleichbare Rechte nicht der dominierende Faktor für eine Beherrschung sind. Strukturierte Einheiten zeichnen sich häufig durch beschränkte Tätigkeiten, einen eng gesetzten und genau definierten Unternehmenszweck, unzureichendes Eigenkapital oder eine Finanzierung in Tranchen (Waterfall) aus. Strukturierte Einheiten können konsolidiert oder nicht konsolidiert sein, abhängig davon, ob die HVB Group Beherrschung über die Unternehmen hat oder nicht. Geschäfte mit strukturierten Einheiten können anhand des in der HVB Group verfolgten Geschäftsmodells in die folgenden Kategorien eingeteilt werden:
Finanzinstrumente mit unkonsolidierten strukturierten EinheitenFinanzinstrumente mit unkonsolidierten strukturierten Einheiten umfassen jegliche vertragliche Beziehungen, aus denen die HVB Group variable Erträge und Verlustrisiken aus den strukturierten Einheiten erhält, ohne jedoch Beherrschung über die strukturierte Einheit zu erlangen. Dies können Eigen- und Fremdkapitalinstrumente, Derivate, Liquiditätsfazilitäten oder Garantien sein. ABS-VehikelDie HVB Group investiert in ABS-Vehikel und benutzt ABS-Vehikel für eigene Verbriefungstransaktionen. Diese Vehikel kaufen Kredite oder Forderungen an und refinanzieren sich durch die Emission von Wertpapieren am Geld- oder Kapitalmarkt. Die Wertpapiere sind mit den angekauften Vermögenswerten besichert. Die HVB Group kann diesen Vehikeln ihre Finanzierung auch in Form von Liquiditätsfazilitäten stellen. Für eigene Verbriefungstransaktionen genutzte ABS-Vehikel sind im Konzernabschluss voll konsolidiert und gehören nicht zu den hier gezeigten unkonsolidierten strukturierten Einheiten. Damit gelten nur solche ABS-Vehikel als unkonsolidierte strukturierte Einheiten, an denen die HVB Group ausschließlich als Investor beteiligt ist.
Für weitergehende Informationen zum Exposure gegenüber nicht konsolidierten ABS-Investorpositionen verweisen wir auf die Note Angaben zu ausgewählten strukturierten Produkten. Repackaging-VehikelRepackaging-Vehikel werden genutzt, um Kunden spezifische Wertpapier- und Derivatelösungen anbieten zu können. Diese Vehikel kaufen Vermögenswerte (wie beispielsweise Wertpapiere, Kredite und Forderungen, Derivate) an und restrukturieren die Cashflows aus diesen Vermögenswerten durch Hinzunahme anderer Instrumente oder Wertpapiere. Die Vehikel refinanzieren sich durch Emission passgenauer Wertpapiere oder Derivate, die den Kundenwünschen entsprechen. Üblicherweise ist die Refinanzierung mit den erworbenen Vermögenswerten besichert.
Refinanzierungsvehikel für KundenKunden nutzen diese Vehikel zur Refinanzierung. Diese Refinanzierungsvehikel kaufen kurzfristige Forderungen oder Leasingforderungen von Kunden an und refinanzieren sich zumeist durch die Emission von Wertpapieren am Kapital- und Geldmarkt (meist Commercial Paper Conduits). Die HVB Group kann diesen Vehikeln ihre Finanzierung auch in Form von Liquiditätsfazilitäten oder anderen Kreditprodukten stellen. Bei den unten aufgeführten Vehikeln handelt es sich mehrheitlich um vom Kunden oder von der HVB Group im Kundenauftrag aufgesetzte Vehikel. Diese Vehikel werden nicht konsolidiert, da die HVB Group nicht mehrheitlich den variablen Erträgen aus den Vehikeln ausgesetzt ist und keine Möglichkeit hat, diese zu beeinflussen.
Einige InvestmentfondsInvestmentfonds gelten als strukturierte Einheiten, wenn sie nicht durch Stimmrechte oder ähnliche Rechte gesteuert werden. Investmentfonds investieren in eine Vielzahl von Vermögenswerten und können sich neben den von Anlegern eingebrachten Geldern im Rahmen ihrer Anlagegrundsätze auch durch Fremdkapital finanzieren. Investmentfonds dienen der Erreichung bestimmter festgelegter Anlageziele. Die HVB Group bietet ihren Kunden eigen- und fremdverwaltete Investmentfonds an und investiert auch selbst in Investmentfonds. Im Kundenauftrag verwahren wir Investmentfondsanteile in Kundendepots für fremde Rechnung. Die HVB Group hält auch Anteile an Investmentfonds im Eigenbestand. Diese werden vorwiegend im Handelsbestand sowie in wesentlich geringerem Umfang auch im AfS-Bestand gehalten. Darüber hinaus bieten wir auch gegenüber Investmentfonds typische Bankdienstleistungen wie Derivate- und Finanzierungslösungen sowie das Einlagengeschäft an. Der von der HVB Group beherrschte Investmentfonds European-Office-Fonds ist im Konzernabschluss voll konsolidiert und gehört nicht zu den hier gezeigten unkonsolidierten strukturierten Einheiten. Bei der Anzahl und beim aggregierten Net Asset Value der Investment Fonds werden im Berichtsjahr lediglich Fonds, gegenüber denen die HVB Group ein Exposure aufweist, berücksichtigt. Fonds, mit denen die HVB Group ausschließlich Passivgeschäft betreibt (im wesentlichen Einlagen), werden für diese Angabe nicht mehr berücksichtigt, da von diesen Geschäften keine Variabilität für die HVB Group ausgeht und diese entsprechend IFRS 12 Appendix A nicht als "interest" gelten. Die Vorjahresangaben wurden entsprechend angepasst.
Bei dem aggregierten Net Asset Value ist zu beachten, dass sich unser Risiko nur anteilig im Verhältnis der von uns gehaltenen Anteile und ausgereichten Finanzierungen bzw. Derivate zum gesamten Fondsvolumen ergibt. Eine Risikobetrachtung ergibt sich aus der unten stehenden Tabelle im Abschnitt Risiken in Zusammenhang mit unkonsolidierten strukturierten Einheiten. Andere strukturierte EinheitenStrukturierte Einheiten, die keiner der anderen Kategorien zugeordnet werden können, fallen in diese Kategorie. Die HVB Group betreibt unter dieser Kategorie vorwiegend Kreditgeschäft mit strukturierten Einheiten, die von Kunden oder von der HVB Group im Kundenauftrag aufgesetzt worden sind. Diese Unternehmen sind hauptsächlich Leasingvehikel, die nur über unzureichendes Eigenkapital verfügen und wirtschaftlich vom Leasingnehmer beherrscht werden. Die Leasingvehikel wurden zum Teil über Konsortialkredite finanziert. Darüber hinaus sind in den anderen strukturierten Einheiten Kreditnehmer enthalten, über die die HVB Group im Zuge der Restrukturierung/Abwicklung Beherrschung erlangt, aus Wesentlichkeitsgründen aber auf eine Konsolidierung verzichtet hat (siehe Note Konsolidierungskreis).
Risiken in Zusammenhang mit unkonsolidierten strukturierten EinheitenDie nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die außerbilanziellen Risikopositionen der HVB Group in Zusammenhang mit unkonsolidierten strukturierten Einheiten: (in Mio €)
(in Mio €)
Das maximale Verlustrisiko aus unkonsolidierten strukturierten Einheiten ergibt sich aus der Summe der Aktiva und der außerbilanziellen Risikopositionen in Bezug auf strukturierte Einheiten. Diese Perspektive gibt jedoch nicht das ökonomische Risiko wieder, da erhaltene Sicherheiten oder Sicherungsinstrumente nicht berücksichtigt werden. Finanzielle oder anderweitige Unterstützung von unkonsolidierten strukturierten Einheiten ohne vertragliche Verpflichtung ("Implicit Support") gab es im Berichtsjahr nicht. Konkrete Pläne für zukünftige Stützungsmaßnahmen gegenüber unkonsolidierten strukturierten Einheiten gibt es ebenfalls nicht. Gesponserte unkonsolidierte strukturierte EinheitenStrukturierte Einheiten gelten als von der HVB Group gesponsert, wenn die HVB Group einen wesentlichen Anteil an der Errichtung der Unternehmen hatte. Die HVB Group hat strukturierte Einheiten gesponsert, ohne über Finanzinstrumente an diesen Unternehmen beteiligt zu sein. Die HVB Group ist damit nicht den ökonomischen Risiken aus diesen strukturierten Einheiten ausgesetzt. Erträge generieren wir aus strukturierten Einheiten ohne Beteiligung über Finanzinstrumente nur in geringfügigem Ausmaß. Im Berichtsjahr wurden Provisionserträge in Höhe von 9 Mio € (Vorjahr: 9 Mio €) aus Gebühren und Management-Fees eigenverwalteter Investmentfonds generiert, von denen 5 Mio € (Vorjahr: 5 Mio €) als Bestandsprovision an Dritte weitergeleitet wurden. Konsolidierte strukturierte EinheitenDie wesentlichste konsolidierte strukturierte Einheit ist das Multi-Seller Conduit Programm Arabella. Per 31. Dezember 2016 stehen Wertpapiere mit einem Nominalwert von 3.515 Mio € (Vorjahr: 2.404 Mio €) aus. Die Bilanzsumme des Multi-Seller Conduits Arabella Finance DAC liegt zum Stichtag bei 3.517 Mio € (Vorjahr: 2.409 Mio €). Vertragliche Vereinbarungen, die die HVB Group zur Gewährung von Finanzhilfen an konsolidierte strukturierte Einheiten verpflichten, bestehen insbesondere in Form von Liquiditätsfazilitäten. Diese können von den Vehikeln gezogen werden, um Fristeninkongruenzen zwischen den angekauften Vermögenswerten und den emittierten Wertpapieren zu überbrücken. Finanzielle oder anderweitige Unterstützung von konsolidierten strukturierten Einheiten ohne vertragliche Verpflichtung ("Implicit Support"): Soweit die Marktlage eine Platzierung der Emissionen des konsolidierten Multi-Seller Conduits Arabella Finance DAC nicht zugelassen hat, hat die HVB diese angekauft. Ohne den Ankauf der Wertpapiere wäre die HVB von einzelnen Elektra-Purchase-Gesellschaften über gegebene Liquiditätsfazilitäten in gleicher Höhe in Anspruch genommen worden. Zum Bilanzstichtag hat die HVB Emissionen der Arabella Finance DAC mit einem Nominalwert von 1.353 Mio € (Vorjahr: 627 Mio €) im Bestand. Zukünftige Stützungsmaßnahmen sind wie folgt geplant: die HVB wird auch zukünftig weiterhin von Fall zu Fall unterscheiden, ob sie temporär nicht platzierbare Emissionen des konsolidierten Multi-Seller Conduits Arabella Finance DAC aufkauft, bzw. die Liquiditätslinien benutzt. Das Volumen der anzukaufenden Emissionen ist entsprechend vom Refinanzierungsbedarf, der herrschenden Marktlage und obiger Entscheidung im Einzelfall abhängig. Sowohl vertragliche Finanzhilfen als auch Stützungsmaßnahmen ohne vertragliche Verpflichtung gegenüber konsolidierten strukturierten Einheiten sind für den Konzernabschluss nicht von Bedeutung, da es sich um konzerninterne Transaktionen handelt. 87 Treuhandgeschäfte (in Mio €)
88 Übertragung von finanziellen VermögenswertenÜbertragene finanzielle Vermögenswerte sind nach den Abgangskriterien des IAS 39 auszubuchen, wenn im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum an dem Vermögenswert verbunden sind, übertragen werden. Die HVB Group hat kein anhaltendes Engagement (Continuing Involvement) in übertragenen und ausgebuchten finanziellen Vermögenswerten, bei denen die wesentlichen Risiken und Chancen weder zurückbehalten noch übertragen wurden. Übertragene, nicht ausgebuchte finanzielle VermögenswerteAllerdings werden von der HVB Group Geschäftstransaktionen getätigt, bei denen sie zuvor erfasste finanzielle Vermögenswerte gemäß IAS 39 überträgt, jedoch alle wesentlichen mit diesen Vermögenswerten verbundenen Risiken und Chancen zurückbehält und diese daher nicht ausgebucht werden. Den weiterhin bilanzierten Vermögenswerten steht gleichzeitig eine dazugehörige Verbindlichkeit für die erhaltene Gegenleistung gegenüber, was der Bilanzierung als besicherter Kreditaufnahme entspricht. Diese übertragenen, weiter bilanzierten Vermögenswerte können von der HVB Group nicht für andere Zwecke genutzt werden. Vom Konzern abgeschlossene Transaktionen dieser Art betreffen vor allem echte Wertpapierpensionsgeschäfte (Repos) und Wertpapierleihegeschäfte (Verleihe). Die bei Repo-Geschäften in Pension gegebenen (übertragenen) Wertpapiere (Kassaverkauf) werden in der Konzernbilanz weiter bilanziert und bewertet, da der Konzern als Pensionsgeber alle Kredit-, Aktienkurs-, Zins- und Währungsrisiken zurückbehält, die mit den Vermögenswerten und deren Ergebnissen verbunden sind. Die vom Pensionsnehmer erhaltene Zahlung, für die das übertragene Wertpapier als Sicherheit dient, wird je nach Kontrahent als Repo-Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten oder Kunden passiviert. Mit Lieferung der Wertpapiere geht die uneingeschränkte Verfügungsbefugnis auf den Pensionsnehmer über. Tritt der Konzern bei Wertpapierleihegeschäften als Verleiher von Wertpapieren auf, werden die an Kontrahenten verliehenen Wertpapiere weiterhin in der Bilanz des Verleihers ausgewiesen. Die Transaktionen werden unter den handelsüblichen und gebräuchlichen Bedingungen für Wertpapierleih- und Pensionsgeschäfte ausgeführt, bei denen der Kontrahent ein vertragliches Recht oder Gewohnheitsrecht zur Weiterveräußerung oder -verpfändung der erhaltenen Wertpapiere besitzt. Daneben fallen unter diese Transaktionsarten beispielsweise auch die von der HVB Group durchgeführten True-Sale-Verbriefungstransaktionen Rosenkavalier 2008 und Rosenkavalier 2015 (siehe hierzu Note Eigene Verbriefungstransaktionen), bei denen nicht ausgebuchte verbriefte Kundenforderungen indirekt als Sicherheiten für Pensionsgeschäfte mit der EZB dienen. In der nachfolgenden Note Sicherheitenübertragung für eigene Verbindlichkeiten sind Details zu Repo-Geschäften, Wertpapierleihen und anderen Transaktionen dargestellt, bei denen die als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten übertragenen finanziellen Vermögenswerte nicht ausgebucht werden. 89 Sicherheitenübertragung für eigene VerbindlichkeitenDie eigenen Verbindlichkeiten der HVB Group, für die wir Sicherheiten stellen, betreffen unter anderem Sonderkreditmittel der KfW und ähnlicher Institute, die wir zu deren Bedingungen weitergegeben haben. Daneben wurden Sicherheiten für Geldaufnahmen im Rahmen echter Pensionsgeschäfte (Repos) an internationalen Geldmärkten und für Offenmarktgeschäfte mit Zentralbanken sowie für Wertpapierleihegeschäfte gestellt. Als Pensionsgeber von Repos hat die HVB Group Vermögenswerte mit einem Buchwert von 51,5 Mrd € (Vorjahr: 47,4 Mrd €) verpensioniert bzw. in einen Sicherheitenpool bei der Europäischen Zentralbank bzw. GC Pooling übertragen. Im letzteren Fall müssen hierfür nicht immer Verbindlichkeiten bestehen. Die Vermögenswerte sind weiterhin Bestandteil unserer Aktiva, die erhaltenen Gegenwerte weisen wir unter den Verbindlichkeiten aus. Die als Sicherheit für eigene Verbindlichkeiten gestellten Vermögenswerte entfallen auf: (in Mio €)
Die aus Forderungen an Kunden gestellten Sicherheiten betreffen Sonderkredite der KfW und ähnlicher Institute. Die von der HVB Group als Sicherheit gestellten Vermögenswerte entfallen auf folgende eigene Verbindlichkeiten: (in Mio €)
Gemäß IFRS 7.14 geben wir den Buchwert der finanziellen Vermögenswerte an, die wir als Sicherheiten stellen. Zusätzlich wird die Angabe ergänzt, inwieweit die gestellten Sicherheiten vom Sicherungsnehmer weiterverkauft bzw. weiterverpfändet werden dürfen. (in Mio €)
90 Erhaltene Sicherheiten, die von der HVB Group weiterveräußert oder weiterverpfändet werden dürfenDie HVB Group hat als Sicherungsnehmer im Rahmen echter Pensionsgeschäfte (Repos) und Sicherungsvereinbarungen für OTC-Derivate Sicherheiten erhalten, die jederzeit zu marktüblichen Konditionen weiterveräußert oder weiterverpfändet werden können, ohne dass ein Zahlungsverzug des Sicherungsgebers vorliegen muss. Der beizulegende Zeitwert der erhaltenen Sicherheiten beträgt 29,6 Mrd € (Vorjahr: 32,0 Mrd €). Davon sind von der HVB Group 13,1 Mrd € (Vorjahr: 16,0 Mrd €) tatsächlich weiterverpfändet/weiterveräußert worden. Hierfür besteht eine Rückübertragungsverpflichtung in gleicher Art, Menge und Güte. Die Transaktionen, welche die Nutzung dieser Sicherheiten gestatten, wurden unter den handelsüblichen und gebräuchlichen Bedingungen für Wertpapierpensions- und -leihgeschäfte durchgeführt. 91 Angaben über Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und PersonenNeben den Beziehungen zu verbundenen und in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen kommt es bedingt durch die Integration der HVB in die UniCredit Gruppe zu einer Vielzahl von Transaktionen mit der UniCredit S.p.A. und weiteren verbundenen, aber nicht einbezogenen Unternehmen der UniCredit Gruppe. Die diesbezüglichen quantitativen Informationen sind den Angaben zur Bilanz und GuV zu entnehmen. Der HVB kommt innerhalb der UniCredit Gruppe die Rolle des Kompetenzzentrums für Markets und Investment Banking für die gesamte Gruppe zu. In dieser Rolle fungiert die HVB unter anderem als Counterpart für Derivategeschäfte der Konzernunternehmen der UniCredit Gruppe. Hierbei handelt es sich im Regelfall um Hedging Derivate, die über die HVB an den Markt externalisiert werden. Informationen bezüglich des Exposures gegenüber der UniCredit und deren Tochtergesellschaften sind auch im Konzernlagebericht im Risk Report im Kapitel Risikoarten im Einzelnen, Abschnitt Kreditrisiko dargestellt. Die HVB hat, ebenso wie weitere verbundene Unternehmen, IT-Aktivitäten an ein mit der Bank verbundenes Unternehmen, die UniCredit Business Integrated Solutions S.C.p.A. (UBIS), Mailand, ausgelagert. Ziel ist dabei die Hebung von Synergien sowie die Möglichkeit der Bank via Service Level Agreement schnelle und qualitativ hochwertige IT-Services bieten zu können. Im Berichtsjahr fielen bei der HVB für diese Services Aufwendungen in Höhe von 560,7 Mio € (Vorjahr: 538,6 Mio €) an. Dem standen Erträge aus erbrachten Dienstleistungen und Leistungsverrechnungen in Höhe von 16,8 Mio € (Vorjahr: 11,4 Mio €) gegenüber. Ferner kam es zum Erwerb von Softwareprodukten von der UBIS in Höhe von 2,1 Mio € (Vorjahr: 3,2 Mio €). Darüber hinaus hat die HVB an die UBIS bestimmte Backoffice-Aktivitäten übertragen. In diesem Zusammenhang stellt die UBIS der HVB und weiteren verbundenen Unternehmen über ein einheitliches Geschäfts- und Betriebsmodell Abwicklungsleistungen bereit. Für diese Services wurden seitens der HVB im Berichtsjahr 100,5 Mio € (Vorjahr: 67,5 Mio €) aufgewendet. Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen werden grundsätzlich zu Marktpreisen durchgeführt. Die HVB ist infolge der Eintragung des Squeeze-out-Beschlusses in das Handelsregister am 15. September 2008 nicht mehr börsennotiert. Die Bezüge der Vorstandsmitglieder werden daher nicht individualisiert angegeben. Bezüge an Organmitglieder: (in T€)
(in T€)
Aufgabe des Aufsichtsratsplenums der Bank ist es, über die Festsetzung der Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder zu beschließen sowie die angemessene Ausgestaltung der Vergütungssysteme für den Vorstand zu überprüfen. Dabei wird das Aufsichtsratsplenum durch den Vergütungskontrollausschuss unterstützt, der dem Aufsichtsratsplenum entsprechende Vorschläge unterbreitet. Zentrale Kriterien der Ausgestaltung der Vergütung sowie der Vergütungsstruktur für die Vorstandsmitglieder sind dabei die Angemessenheit und Nachhaltigkeit. Die Vergütungsstruktur ergibt sich aus den Anstellungsverträgen mit den Vorstandsmitgliedern und besteht aus zwei Komponenten: einem Festgehalt und einer variablen Vergütung. Grundsätzlich wird die variable Vergütung anteilig über mehrere Jahre zeitversetzt in bar und in Aktien zugesagt, wobei die Auszahlung in den Folgejahren von der Erreichung definierter Unternehmensziele abhängt. In der Tabelle werden neben der direkten Vergütung Versorgungszusagen für neun Vorstandsmitglieder ausgewiesen. Sechs Vorstandsmitglieder nahmen in 2016 an der arbeitgeberfinanzierten fondsgebundenen Altersversorgung für Leitende Angestellte (AgfA) teil. Als Beitrag werden bzw. wurden von der Bank 35% des Festgehalts aufgewendet (2016: 1.243 T€, Vorjahr: 1.368 T€). Für diesen Betrag wurde mit den Vorstandsmitgliedern eine Gehaltsumwandlung vereinbart, so dass das Vorstandsmitglied anstelle einer Auszahlung eine wertgleiche Versorgungszusage der Bank erhält. Den Mitgliedern des Vorstands werden im üblichen Rahmen Sachbezüge und sonstige Nebenleistungen gewährt. Diese Werte sind in dem ausgewiesenen Fixum enthalten. Vergütungen der Vorstandsmitglieder für Aufsichtsratsmandate bei Konzernunternehmen sind an die HVB abzuführen. Im Rahmen der Versorgungszusagen (Sterbegeld) für die Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr 2016 Pensionsrückstellungen in Höhe von 187 € zugeführt (Vorjahr: Auflösung 2.487 T€). Für frühere Mitglieder des Vorstands sowie pensionierte Vorstandsmitglieder der HVB und deren Hinterbliebene beträgt der Pensionsrückstellungswert gemäß IFRS (inklusive der ausgelagerten Verpflichtungen der HVB Trust Pensionsfonds AG) 141.906 T€ (Vorjahr: 138.477 T€). Die Bezüge des pensionierten Vorstands und seiner Hinterbliebenen beliefen sich im Jahr 2016 nach Auslagerung des größten Teils der Pensionsverpflichtungen in die HVB Trust Pensionsfonds AG auf 1.382 T€ (Vorjahr: 1.993 T€). Dem Vorstand wurden im Berichtsjahr aktienbasierte Vergütungen unter dem Group Incentive System in folgendem Umfang gewährt:
Bezüglich der Details zur aktienbasierten Vergütung verweisen wir auf die Angaben in der Note Verwaltungsaufwand, in der wir die zugrunde liegenden Programme der UniCredit Gruppe dargestellt haben. Forderungen an nahestehende Personen, eingegangene Haftungsverhältnisse für diese sowie Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar: (in T€)
1 Ohne Mitglieder des Vorstands und des
Aufsichtsrats der UniCredit Bank AG.
Der HVB nahestehende Personen sind Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder sowie Mitglieder des Executive Management Committee der UniCredit S.p.A. und jeweils deren nahe Familienangehörige. Kredite an Mitglieder des Vorstands und deren nahestehende Familienangehörige wurden als Überziehungskredit mit einem Zinssatz von 10,63% sowie Hypothekendarlehen mit Zinssätzen zwischen 1,36% und 5,13% und Fälligkeiten in den Jahren 2022 bis 2025 ausgereicht. Kredite an Mitglieder des Aufsichtsrats und deren nahestehende Familienangehörige wurden als Dispositionskredit mit einem Zinssatz von 6,00% und Kontokorrentkredit mit einem Zinssatz von 10,63% und Laufzeiten jeweils "bis auf Weiteres" sowie Hypothekendarlehen mit Zinssätzen zwischen 1,92% und 3,33% und Fälligkeiten in den Jahren 2017 bis 2035 ausgereicht. Alle mit dem aufgeführten Personenkreis getätigten Bankgeschäfte wurden zu marktüblichen Konditionen und Sicherheiten abgeschlossen. 92 Honorar des AbschlussprüfersDas im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar (exlusive Umsatzsteuer) für den Abschlussprüfer Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, von 12 Mio € (Vorjahr: 12 Mio €) für Tätigkeiten bei der HVB Group setzt sich im Einzelnen wie folgt zusammen: (in Mio €)
93 Mitarbeiterinnen und MitarbeiterDurchschnittlicher Personalstand
Nach der Betriebszugehörigkeit ergibt sich folgendes Bild: (in %)
94 GeschäftsstellenGeschäftsstellen nach Regionen
95 Aufstellung BeteiligungsbesitzIn der Aufstellung unseres Beteiligungsbesitzes gemäß § 313 Abs. 2 HGB sind die verbundenen, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen danach gegliedert, ob sie in den Konzernabschluss einbezogen sind oder nicht. Ferner enthält die Aufstellung den weiteren Beteiligungsbesitz gemäß § 271 Abs. 1 HGB sowie in den Konzernabschluss einbezogene strukturierte Einheiten mit und ohne Beteiligungsbesitz der HVB.
Devisenkurse für 1 € zum 31. Dezember 2016Währungsschlüssel gemäß International Standardisation Organisation (ISO-Code)
Anmerkungen und ErläuterungenBei Prozentangaben, die mit einem < oder > versehen sind, ergibt sich der angegebene Zahlenwert durch kaufmännische Rundung auf eine Nachkommastelle. So entsprechen <100,0% beispielsweise 99,99% oder >0,0% beispielsweise 0,01%.
96 Mitglieder des Aufsichtsrats
97 Mitglieder des Vorstands
München, 7. März 2017 UniCredit Bank AG Der Vorstand Buschbeck Dr. Diederich Laber Schindler Varese Dr. Weimer Zadra Erklärung des VorstandsWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
München, den 7. März 2017 UniCredit Bank AG Der Vorstand Buschbeck Dr. Diederich Laber Schindler Varese Dr. Weimer Zadra Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den von der UniCredit Bank AG, München, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzern Gewinn- und Verlustrechnung einschließlich Konzern Gesamtergebnisrechnung, Konzern Bilanz, Entwicklung des Konzern Eigenkapitals, Konzern Kapitalflussrechnung und die Konzernabschluss Anhangangaben - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss der UniCredit Bank AG, München, den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
München, den 9. März 2017 Deloitte
GmbH
Prof. Dr. Leuschner, Wirtschaftsprüfer Kopatschek, Wirtschaftsprüfer Corporate GovernanceBericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die Aufgaben wahrgenommen, die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegen und hat in diesem Rahmen den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und dessen Geschäftsführung überwacht. Das besondere Interesse des Aufsichtsrats galt wie schon in den Vorjahren der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung des HVB-Teilkonzerns (nachfolgend "HVB Group") in einem unverändert herausfordernden Umfeld. Der Vorstand informierte regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftslage und die wirtschaftliche Situation der einzelnen Geschäftsfelder, die Geschäftspolitik und grundsätzliche Fragen der Unternehmensführung und -planung. Der Aufsichtsrat behandelte eingehend die finanzielle Entwicklung der UniCredit Bank AG (im Folgenden "HVB" oder "Bank") und der HVB Group sowie die Ertragslage, das Liquiditäts- und Kapitalmanagement und die Risikolage. Auch über wesentliche Geschäfte, Rechtsstreitigkeiten, interne und behördliche Untersuchungen der Bank im In- und Ausland, Compliance Themen sowie sonstige Ereignisse, die für die Bank von erheblicher Bedeutung waren, erfolgte eine umfassende Berichterstattung durch den Vorstand. Dies geschah in erster Linie in den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, aber auch außerhalb von Sitzungen in schriftlicher Form. Daneben wurden wichtige Themen und anstehende Entscheidungen in regelmäßigen Gesprächen zwischen dem Sprecher des Vorstands und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats erörtert. Bei Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für die Bank war der Aufsichtsrat unmittelbar und frühzeitig eingebunden, hat das jeweilige Thema umfassend beraten sowie nach gründlicher Prüfung und Beratung entschieden, soweit dies angezeigt war. Bei Bedarf wurden auch Beschlüsse außerhalb von Sitzungen in schriftlicher Form gefasst. Sitzungen des AufsichtsratsIm Geschäftsjahr 2016 fanden sieben Sitzungen des Aufsichtsrats statt, davon zwei außerplanmäßige Sitzungen. Daneben wurden in einem gesonderten Strategieworkshop die künftige Ausrichtung des Commercial Bankings und des Corporate & Investment Bankings sowie die Digitalisierungsstrategie, die IT-Strategie und die Risikostrategien eingehend erörtert. In den einzelnen Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig mit den folgenden Themen: Der Schwerpunkt der ersten Sitzung des Jahres am 19. Februar 2016 lag auf dem Thema "Strategien der Bank". In einem vorab abgehaltenen Strategieworkshop am 18. Februar 2016 wurden die Geschäftsstrategie inkl. ICT-Strategie, IT Investments und Digitalisierungsstrategie sowie die Risikostrategien mit dem Vorstand im Einzelnen besprochen und eingehend diskutiert. Dabei wurde das Geschäftsmodell der Bank mit dem Vorstand vor dem Hintergrund der makroökonomischen Entwicklung erörtert. In der Sitzung am 19. Februar 2016 erörterte der Aufsichtsrat dann die mehrjährige Geschäftsstrategie und die Mehrjahresplanung 2016-2020 der HVB Group, insbesondere auch im Hinblick auf die Umsetzung des HVB Programms "16/18" und den damit verbundenen Stellenabbau in der Bank sowie das Budget für das Jahr 2016. Zudem berichtete der Vorstand über das vorläufige Ergebnis der HVB auf Basis der Financial-Reporting-Meldungen (FinRep), welches erstmals veröffentlicht wurde, sowie zum Ergebnis einzelner EZB-Prüfungsberichte, insbesondere zum SREP 2015. Weiter bestimmte der Aufsichtsrat unter Berücksichtigung der Empfehlung des Vergütungskontrollausschusses und der Vergütungsbeauftragten sowie unter Einbindung externer Berater den Gesamtbetrag der variablen Vergütung der Vorstandsmitglieder und der Mitarbeiter ("Bonus-Pool") für das Geschäftsjahr 2015 und beschloss die Festsetzung der Ziele 2016 für den Vorstand. Ebenso befasste sich der Aufsichtsrat mit der Evaluierung der Performance Screens 2015 und der Zielerreichung der Vorstände. Unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Vergütungskontrollausschusses fasste der Aufsichtsrat hierzu entsprechende Beschlüsse. In der Bilanzsitzung am 17. März 2016 erörterte der Aufsichtsrat mit dem Abschlussprüfer Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (im folgenden "Deloitte") den Jahres- und Konzernabschluss 2015 einschließlich der Lageberichte und billigte diesen auf Empfehlung des Prüfungsausschusses nach eigener intensiver Prüfung. Ebenso befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) und stimmte dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns zu. In dieser Sitzung wurde außerdem vom Chief Risk Officer (CRO) der Bank ein umfassender Risikobericht vorgelegt, anhand dessen sich der Aufsichtsrat einen Überblick über die Entwicklung des Kredit-, des Markt-, des operationellen, des Reputations- sowie des strategischen Risikos verschaffen konnte. Weiter berichtete der Vorstand zum Transaktionsstand der Einbringung der UniCredit Global Business Services GmbH in die UniCredit Business Integrated Solutions S.C.p.A. In der Sitzung am 21. April 2016 erörterte der Aufsichtsrat mit dem Vorstand den Personalbericht 2015. Ebenso wurde die Implementierung der Policy der UniCredit S.p.A. zum Group Incentive System 2016 in der HVB für die Vergütung des Vorstands beschlossen. Der Vorstand informierte zum Ergebnis der Identifikation der "Risk Taker" in der HVB. Weiter berichtete der Vorstand zum Stand der internen Untersuchungen und den Anfragen der Aufsichtsbehörden bezüglich der sogenannten "Panama Papers" sowie zum Stand des Auslagerungsportfolios und dazu anstehender Entscheidungen, wie z. B. Vertragsverlängerungen. In dieser Sitzung verabschiedete der Aufsichtsrat auch die Beschlussvorschläge für die ordentliche Hauptversammlung der Bank am 10. Mai 2016. Auf Basis der Empfehlung des Prüfungsausschusses beschloss der Aufsichtsrat am 13. Mai 2016 außerhalb einer Sitzung die Erteilung des Prüfungsauftrags (inkl. Festlegung der Prüfungsschwerpunkte und des Honorars) an Deloitte, die durch die Hauptversammlung am 10. Mai 2016 zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer 2016 gewählt worden war. Der Prüfungsauftrag wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats in der Sitzung am 8. November 2016 um die zusätzliche prüferische Durchsicht des dritten Quartals 2016 und außerhalb einer Sitzung am 19. Dezember 2016 um den Prüfungsschwerpunkt IFRS 9 nachträglich erweitert und eine entsprechende Honoraranpassung durch den Aufsichtsrat beschlossen. In der Sitzung am 29. Juli 2016 erläuterte der Vorstand anhand ausführlicher Unterlagen die Geschäftsentwicklung der Bank und das Ergebnis des ersten Halbjahres 2016 (Halbjahresfinanzbericht). Die Implementierung der Group Compensation Policy der UniCredit S.p.A. in der HVB für den Vorstand wurde beschlossen. Der Aufsichtsrat befasste sich auch mit der Überprüfung der Angemessenheit der Vergütungssysteme insgesamt und erörterte den Vergütungsbericht 2015 des Vorstands. Ebenso beschloss der Aufsichtsrat in der Sitzung die Änderung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats zum 1. August 2016, die insbesondere aufgrund der EU-Abschlussprüferverordnung notwendig geworden war. Der Vergütung für Deloitte für den Jahresabschluss 2016 stimmte der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Prüfungsausschusses zu. Weiter berichtete der Vorstand zur FinTech Strategie der Bank. Aufgrund des Ausscheidens von Herrn Federico Ghizzoni aus dem Aufsichtsrat der HVB wurde Herr Gianni Franco Papa zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt und auch über seine Nachbesetzung in den Ausschüssen beschlossen. Am 21. Juli bzw. 10. August 2016 beschloss der Aufsichtsrat außerhalb einer Sitzung die Beschlussvorschläge für zwei weitere außerordentliche Hauptversammlungen der Bank am 27. Juli und 30. August 2016 im Zusammenhang mit Cum/Ex-Transaktionen und der Wahl von Herrn Paolo Cornetta zum neuen Mitglied im Aufsichtsrat. In einer außerplanmäßigen Sitzung des Aufsichtsrats am 5. September 2016 beschloss der Aufsichtsrat die einvernehmliche Aufhebung des Vorstandsmandats von Herrn Lutz Diederichs mit Wirkung zum Ablauf des 5. September 2016 und die Bestellung des neuen Vorstandsmitglieds, Herrn Robert Schindler, mit Wirkung vom 6. September 2016 bis zu Ablauf des 31. Dezember 2019. Am 30. September 2016 fand eine weitere außerplanmäßige Sitzung des Aufsichtsrats statt, in welcher die einvernehmliche Aufhebung des Vorstandsmandats von Herrn Francesco Giordano mit Wirkung zum Ablauf des 30. September 2016 sowie die Bestellung des neuen Vorstandsmitglieds (CFO), Herrn Guglielmo Zadra, mit Wirkung vom 1. Oktober 2016 bis zum Ablauf des 31. Dezember 2019 beschlossen wurde. Am 19. Oktober 2016 verabschiedete der Aufsichtsrat außerhalb einer Sitzung, die Beschlussvorschläge für eine erneute außerordentliche Hauptversammlung der Bank am 9. November 2016 mit dem einzigen Tagesordnungspunkt der Wahl von Herrn Francesco Giordano zum Mitglied des Aufsichtsrats für den ausscheidenden Herrn Mirko Davide Georg Bianchi und beschloss in diesem Zusammenhang auch über die Neubesetzung in diversen Ausschüssen. In der Sitzung am 8. November 2016 gab der Vorstand anhand ausführlicher Unterlagen einen Überblick über die Geschäftsentwicklung der ersten neun Monate 2016 und berichtete über das Ergebnis (Erörterung der vorläufigen Zahlen zum 30. September 2016). Im Fokus der Sitzung standen der vorläufige Multi Year Plan 2016-2019 sowie die damit verbundenen Maßnahmen in der Bank, die ausführlich erörtert wurden. In diesem Zusammenhang wurde auch die grundsätzliche Bereitschaft der Zahlung einer Sonderdividende diskutiert. Vertreter des Joint Supervisory Teams der EZB, die an der gesamten Sitzung teilnahmen, gaben einen Überblick über ihre Sichtweise auf die HVB, insbesondere das Business Modell, das Risikoprofil und die Kostenstruktur der HVB als Teil der UniCredit Group. Der Vorstand berichtete ferner über die Überwachung der Einhaltung der bankaufsichtsrechtlichen Regelungen. Neben der Erörterung der Nachfolgeplanung für Vorstand und Aufsichtsrat wurden in dieser Sitzung auch die Ergebnisse der jährlichen Evaluierung für Vorstand und Aufsichtsrat, welche mithilfe eines externen, unabhängigen Beraters (Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) durchgeführt wurde, präsentiert. Diese wurden basierend auf der Vordiskussion in der Sitzung des Nominierungsausschusses am 24. Oktober 2016 nun im Aufsichtsratsplenum besprochen und Maßnahmen und Verbesserungsvorschläge erörtert. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft kam in ihrer Einschätzung zu dem Ergebnis, dass Größe, Zusammensetzung, Struktur und Leistung des Aufsichtsrats den gesetzlichen Anforderungen des § 25d KWG entsprechen und die Leistung des Organs als insgesamt effizient und in Einklang mit den gesetzlichen Normen zu bewerten ist. Der Aufsichtsrat schloss sich nach Erörterung dieser Auffassung an. Regelmäßig befasste sich der Aufsichtsrat in den Sitzungen des Jahres 2016 und anhand schriftlicher Informationen zum sog. Findings Management mit den wesentlichen internen (Compliance und Revision) und externen (BaFin und EZB) Prüfungsergebnissen und -berichten sowie denen des Jahresabschlussprüfers und überwachte die angemessene Abarbeitung von Prüfungsfeststellungen. Die Abarbeitung der aufgenommenen Feststellungen entsprechend der Planung unterliegt einer engen Überwachung und Fortschrittskontrolle sowohl durch den Vorstand als auch den Aufsichtsrat. Weiter wurde der Aufsichtsrat über den Stand der Umsetzung der strategischen Neuausrichtung von Commercial Banking (Projekt KOMPASS) vom Vorstand informiert. Der Aufsichtsrat befasste sich zudem im vergangenen Jahr mit der Entwicklung des Upstream Exposures, bei dem es sich um das Exposure der HVB Group gegenüber der UniCredit S.p.A. bzw. mit der UniCredit S.p.A. verbundenen Unternehmen handelt. Weiter informierte der Vorstand den Aufsichtsrat auf Basis des BaFin-Rundschreibens 6/2013 in seinem Algorithmushandel-Report 2016 über die Algorithmushandelsstrategie der Bank und entsprechende Risiken. Rechtsstreitigkeiten und interne bzw. externe UntersuchungenÜber wichtige Rechtsstreitigkeiten und Verfahren informierte sich der Aufsichtsrat im vergangenen Jahr regelmäßig und beriet diese. Soweit erforderlich wurden zu einzelnen Themen Ad-hoc Ausschüsse gebildet, welche Empfehlungen für den Umgang mit den Ergebnissen von Untersuchungen für den Aufsichtsrat vorbereiteten. Weiter wurden externe Rechtsberater zwecks eigener Beratung des Aufsichtsrats hinzugezogen. Die Vorsitzenden der Ad-hoc Ausschüsse berichteten zusammen mit den externen Rechtsberatern regelmäßig im Aufsichtsratsplenum. Hierzu zählten wie schon in den Vorjahren insbesondere die Verfahren im Zusammenhang mit Transaktionen rund um den Dividendenstichtag (Cum/Ex-Transaktionen). In diesem Zusammenhang informierte der Vorstand auch regelmäßig zum Cum/ Ex-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages sowie zum Thema Cum/Cum-Transaktionen. Der Vorstand informierte daneben zum Abschluss des im März 2015 eingeleiteten Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Köln im Zusammenhang mit Transaktionen der UniCredit Luxembourg S.A. Auch ließ sich der Aufsichtsrat im Verlauf des Jahres 2016 weiterhin über den jeweiligen Stand und die weitere Entwicklung der Untersuchungen amerikanischer Behörden informieren, welche in Bezug auf frühere Transaktionen erfolgen, die bestimmte iranische natürliche und/ oder juristische Personen betreffen. Darüber hinaus wurde der Aufsichtsrat auch regelmäßig über die in diesem Zusammenhang seitens der HVB durchgeführten weiteren Prüfungen unterrichtet. Von wenigen Terminüberschneidungen abgesehen, nahmen an den Plenumssitzungen in der Regel alle Aufsichtsratsmitglieder teil; kein Mitglied des Aufsichtsrats nahm im Geschäftsjahr 2016 an weniger als der Hälfte der Sitzungen teil. Vor jeder Aufsichtsratssitzung hatten sowohl die Arbeitnehmervertreter als auch die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat Gelegenheit, die Themen der jeweiligen Aufsichtsratssitzung in Vorbesprechungen auch mit dem Vorstand zu erörtern. Bei Bedarf fanden Sitzungen auch ohne Beteiligung des Vorstands statt. Interessenkonflikte von einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern wurden offengelegt und berücksichtigt; betroffene Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen weder an den entsprechenden Beratungen noch an den Sitzungen teil. Ausschüsse des AufsichtsratsZur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat aus seiner Mitte einen Risikoausschuss, einen Prüfungsausschuss, einen Nominierungsausschuss und einen Vergütungskontrollausschuss gebildet. Jeder Ausschuss hat einen Vorsitzenden ernannt. Die Zusammensetzung der Ausschüsse ist in der Aufstellung "Aufsichtsrat" in diesem Geschäftsbericht dargestellt. Die Aufgaben der einzelnen Ausschüsse sind in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Die Zusammenarbeit und der fachliche Austausch zwischen den einzelnen Ausschüssen sind über die teilweise personenidentische Besetzung der Ausschüsse sichergestellt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse stimmten sich mit dem jeweils zuständigen Vorstand und auch untereinander zu ausschussübergreifenden Themen ab, um die Zusammenarbeit in den Gremien insgesamt zu stärken. Ebenso machten sie von ihren Auskunftsrechten gegenüber der Leiterin der Internen Revision und dem Chief Compliance Officer, aber auch - soweit mit dem Vorstand abgestimmt - gegenüber der Ebene unterhalb des Vorstands Gebrauch. Die Vorsitzenden aller Ausschüsse berichteten in der jeweils nächsten Sitzung des Aufsichtsratsplenums sowohl über die Gegenstände als auch über die Ergebnisse der Beratungen und die Beschlussfassungen in den Ausschüssen. NominierungsausschussDer Nominierungsausschuss tagte im vergangenen Jahr zweimal und nahm insbesondere seine in § 25d Abs. 11 KWG definierten Aufgaben wahr. Soweit erforderlich fasste er Beschlüsse außerhalb von Sitzungen. Der Ausschuss besprach die Nachfolgeplanung für die Mitglieder des Aufsichtsrats, insbesondere bereitete er den Vorschlag des Aufsichtsrats für die Nachwahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat, Herrn Paolo Cornetta und Herrn Francesco Giordano, durch die außerordentlichen Hauptversammlungen am 30. August 2016 und 9. November 2016 vor. Er orientierte sich dabei an den vom Aufsichtsrat festgelegten Kriterien für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats. Gegenstand der Sitzungen waren ferner die Vorbereitung der Wiederbestellung und Neubestellung von Vorstandsmitgliedern sowie die Nachfolgeplanung im Vorstand der Bank. Der Nominierungsausschuss hat die Strategie zur Erreichung der Zielsetzung zur Förderung von Frauen im Vorstand und Aufsichtsrat überprüft und bestätigt. Des Weiteren bereitete der Nominierungsausschuss mit Unterstützung eines externen, unabhängigen Beraters (Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) die jährliche Evaluierung von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 25d Abs. 11 KWG durch den Aufsichtsrat vor und sprach diesbezügliche Handlungsempfehlungen an den Aufsichtsrat aus. Der Nominierungsausschuss überprüfte die Grundsätze der Geschäftsleitung für die Auswahl und Bestellung der Personen der oberen Leitungsebene und unterstützte den Aufsichtsrat bei diesbezüglichen Empfehlungen an den Vorstand. Der Übernahme von Nebentätigkeiten durch Vorstandsmitglieder außerhalb der HVB Group, die als Mandat im Sinne des § 25c Abs. 2 KWG zu berücksichtigen sind, stimmte der Nominierungsausschuss zu. Über die Übernahme weiterer Nebentätigkeiten ließ sich der Nominierungsausschuss informieren. Schließlich erteilte der Nominierungsausschuss nach entsprechender Prüfung seine Zustimmung zu einem Vorratsbeschluss betreffend Personenorgankredite gemäß § 15 KWG. VergütungskontrollausschussDer Vergütungskontrollausschuss tagte im vergangenen Jahr siebenmal sowie einmal gemeinsam mit dem Risikoausschuss. Der Ausschuss nahm insbesondere seine in § 25d Abs. 12 KWG und in der Institutsvergütungsverordnung vom 16. Dezember 2013 definierten Aufgaben wahr. Dies beinhaltet insbesondere die Unterstützung des Aufsichtsrats bei der angemessenen Ausgestaltung der Vergütungssysteme für den Vorstand und bei der Überwachung der angemessenen Ausgestaltung der Vergütungssysteme für die Mitarbeiter. Der Vergütungskontrollausschuss erörterte im Geschäftsjahr 2016 die angemessene Ausgestaltung der Vergütungssysteme für die Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2015 anhand des Vergütungskontrollberichts 2015 der Vergütungsbeauftragten der Bank und ließ sich die Jahresplanung 2016 der Vergütungsbeauftragten vorstellen. Auf Grundlage dieses Vergütungskontrollberichts der Vergütungsbeauftragten überprüfte der Ausschuss ferner in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Risikoausschuss die relevanten Schnittstellen zwischen Vergütungssystem und Risikomanagementsystem, um die Auswirkungen der Vergütungssysteme auf die Risiko-, Kapital- und Liquiditätssituation des Instituts/der HVB Group zu bewerten und die Ausrichtung der Vergütungssysteme an der auf die nachhaltige Entwicklung des Instituts gerichteten Geschäftsstrategie und an den daraus abgeleiteten Risikostrategien sowie an der Vergütungsstrategie auf Instituts- und Gruppenebene sicherzustellen. Des Weiteren erörterte er den Beschluss zur Angemessenheit des Gesamtbetrags der variablen Vergütung für Vorstand und Mitarbeiter ("Bonus-Pool") für das Geschäftsjahr 2015 und bereitete den Beschluss für den Aufsichtsrat vor. Weiterhin beriet der Ausschuss über die Evaluierung der Performance der Vorstandsmitglieder sowie über die Festsetzung der jeweiligen variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2015 und gab entsprechende Empfehlungen an den Aufsichtsrat. Die Beschlüsse des Aufsichtsrats zur Festsetzung der Ziele der einzelnen Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2016 bereitete der Vergütungskontrollausschuss vor. Des Weiteren hat er die Group Compensation Policy 2016 für die Mitarbeiter der HVB Group zur Kenntnis genommen und die Grundsätze der Vergütungssysteme für die Mitarbeiter als angemessen bewertet. Auch die Implementierung der Group Compensation Policy 2016 für den Vorstand diskutierte der Vergütungskontrollausschuss und empfahl deren Umsetzung. Ferner diskutierte er die Angemessenheit des Group Incentive Systems 2016 für den Vorstand, die Senior- und Executive Vice Presidents und die Risk Taker und beriet die Umsetzungen dieses Systems für die Mitglieder des Vorstands. Der Vergütungskontrollausschuss unterstützte den Aufsichtsrat auch bei der Überprüfung der Angemessenheit und Üblichkeit der Vergütungspakete für die Vorstände 2016 auf Basis einer Benchmark Analyse eines externen Beraters und bei der Überwachung der angemessenen Ausgestaltung der Vergütungen der Leiter der Risiko-Controlling-Funktion und der Compliance-Funktion sowie der Risk Taker. Die ordnungsgemäße Einbeziehung der internen Kontroll- und aller sonstigen maßgeblichen Bereiche bei der Ausgestaltung der Vergütungssysteme überwachte der Vergütungskontrollausschuss. Ferner besprach er die Vorstandsanstellungsverträge und die Vergütung im Zusammenhang mit den Veränderungen im Vorstand. Der Vergütungskontrollausschuss erörterte die Regelungen der Vorstandsanstellungsverträge im Einzelnen und sprach diesbezügliche Empfehlungen an das Aufsichtsratsplenum aus. Externe Rechtsberater zog er in Einzelfällen hinzu. Die Vergütungsbeauftragte beriet den Vergütungskontrollausschuss bei dessen Überwachungs- und Ausgestaltungsaufgaben hinsichtlich aller Vergütungssysteme. RisikoausschussDer Risikoausschuss kam im vergangenen Jahr fünfmal zu Sitzungen sowie einmal zu einer gemeinsamen Sitzung mit dem Vergütungskontrollausschuss zusammen. Die Prüfungsleiter des Abschlussprüfers, die Leiterin der Internen Revision sowie die Leiterin von CRO Central Functions (Risikocontrolling) nahmen an allen Sitzungen des Ausschusses als Auskunftspersonen teil. Der Risikoausschuss beriet den Aufsichtsrat insbesondere über die aktuelle und zukünftige Gesamtrisikobereitschaft und -strategie der Bank und unterstützte ihn bei der Überwachung der Umsetzung dieser Strategie. Regelmäßig erörterte der Risikoausschuss die Abweichungen von der Gesamtrisikobereitschaft und -strategie. In Übereinstimmung mit den Mindestanforderungen an das Risikomanagement der Kreditinstitute (MaRisk) ließ sich der Risikoausschuss monatlich Risikoberichte vorlegen. Anhand der Risikoberichte zum Quartal erläuterte der CRO in den Sitzungen insbesondere die Entwicklung der aufsichtsrechtlichen Kennziffern und der Risikotragfähigkeit sowie der Kredit- und Marktrisiken, der operationellen Risiken, der Reputationsrisiken und der Liquiditätsrisiken. Weitere Berichte zum Thema Risiko und Strategie ließ sich der Risikoausschuss regelmäßig vorlegen. Über die unter Risikogesichtspunkten wesentlichen Informationen wurde der Risikoausschuss auch außerhalb der Sitzungen jeweils zeitnah unterrichtet. Gegenstand intensiver Beratung mit dem CRO, der Internen Revision und dem Abschlussprüfer war auch die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Regelmäßig erörterte der Ausschuss die Feststellungen der Internen Revision und die ergriffenen Maßnahmen sowie den Stand der Behebung wesentlicher Feststellungen der Aufsicht und des Jahresabschlussprüfers, die im Findings-Programme des Vorstands zusammengefasst sind. In zwei Sitzungen erörterte der Risikoausschuss ausführlich mit dem Vorstand, der Internen Revision und dem Abschlussprüfer, ob die Konditionen im Kundengeschäft mit dem Geschäftsmodell und der Risikostruktur der Bank im Einklang stehen. In der gemeinsamen Sitzung mit dem Vergütungskontrollausschuss prüfte der Risikoausschuss auf Basis des Vergütungskontrollberichts 2015 der Vergütungsbeauftragten, ob die durch das Vergütungssystem gesetzten Anreize die Risiko-, Kapital- und Liquiditätsstruktur der Bank sowie die Wahrscheinlichkeit und Fälligkeit von Einnahmen berücksichtigen. Darüber hinaus ließ sich der Risikoausschuss in seinen Sitzungen regelmäßig über das von der Bank finanzierte Windparkprojekt in der Nordsee und potenzielle Risiken berichten. Weitere Themen des Risikoausschusses, die regelmäßig in den Sitzungen erörtert wurden, waren insbesondere Cyberkriminalität, mögliche Auswirkungen des Brexits auf die Bank, die IT-Organisation und das IT-Sicherheitsmanagement der Bank. An den Ausschuss übertragene Anforderungen der Capital Requirement Regulation (CRR) und eine Analyse der Rechtsrisiken der Bank wurden darüber hinaus erörtert. Anlassbezogen erörterte der Risikoausschuss in den Sitzungen regelmäßig einzelne Kreditengagements, Länder-, Konzentrations- und Branchenrisiken. Schließlich erteilte der Risikoausschuss zu Unternehmensorgankrediten gemäß § 15 KWG nach entsprechender Prüfung seine Zustimmung. PrüfungsausschussDer Prüfungsausschuss kam im vergangenen Jahr zu sechs Sitzungen zusammen. Die Prüfungsleiter des Abschlussprüfers, die Leiterin der Internen Revision, die Compliance-Beauftragte (Chief Compliance Officer) sowie die Leiterin von CRO Central Functions (Risikocontrolling) nahmen an allen Sitzungen des Ausschusses als Auskunftspersonen teil. Gegenstand der Sitzungen waren die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses und der Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen sowie die Erörterung des Halbjahresfinanzberichts und der Zahlen zum 31. März und 30. September 2016. Der Ausschuss befasste sich mit dem Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2016, überprüfte die Qualifikation und Unabhängigkeit des Abschlussprüfers anhand der Unabhängigkeitserklärung und die Qualität der Abschlussprüfung. Er bereitete die Erteilung des Prüfungsauftrags durch den Aufsichtsrat, einschließlich der Festlegung von Prüfungsschwerpunkten und eines Vorschlags zur Höhe der Vergütung des Abschlussprüfers, vor. Außerdem erteilte er regelmäßig die Zustimmung zu Aufträgen an den Abschlussprüfer über zusätzliche Leistungen. Gegenstand intensiver Beratung war auch die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems, insbesondere des Internen Kontrollsystems und der Internen Revision. Die Wirksamkeit der einzelnen Systeme wurde mit dem Vorstand, der Internen Revision und dem Abschlussprüfer erörtert. Es wurden Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Systeme festgelegt; auch hierüber ließ sich der Ausschuss regelmäßig berichten. Darüber hinaus hat der Risikoausschuss des Aufsichtsrats im Prüfungsausschuss über die Wirksamkeit des Risikomanagements berichtet. Auch von der Wirksamkeit der Internen Revision hat sich der Prüfungsausschuss überzeugt. Regelmäßig wurde der Ausschuss über die Arbeit und die Feststellungen der Internen Revision, der Compliance-Funktion sowie über Sonderprüfungen und wesentliche Beanstandungen von Aufsichtsbehörden unterrichtet. Ebenso ließ sich der Ausschuss den Stand der Abarbeitung der relevanten Prüfungsfeststellungen des Abschlussprüfers zum Jahres- und Konzernabschluss berichten. Seitens der Compliance-Beauftragten (Chief Compliance Officer) wurden dem Ausschuss der Jahresbericht Compliance zum Wertpapiergeschäft und zur Geldwäscheprävention sowie regelmäßig Berichte über Compliance-relevante Themen überlassen, die im Prüfungsausschuss speziell vertieft und nachgehalten wurden. Im Rahmen der Quartalsberichte von Compliance wurde u. a. zum Ausbau der Compliance-Funktion berichtet. Außerdem befasste sich der Ausschuss mit dem Bericht des Wirtschaftsprüfers über die jährliche Prüfung des Depotgeschäfts gemäß § 36 WpHG, mit dem Bericht des Vorstands zu den Auslagerungen der Bank, mit dem Bericht des Datenschutzbeauftragten und mit der angemessenen Personalausstattung der Bank. Quartalsweise ließ sich der Prüfungsausschuss über die Liquiditätssituation berichten. Mehrfach wurde über den Umsetzungsstand neuer bilanzrechtlicher Vorschriften, insb. IFRS 9, informiert. Weiter beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mehrfach mit den Neuerungen und Auswirkungen auf die Arbeit des Prüfungsausschusses aufgrund der EU-Reform der Abschlussprüfung. In diesem Zusammenhang diskutierten die Mitglieder des Prüfungsausschusses mit dem Abschlussprüfer schon jetzt die neuen Anforderungen an den Bestätigungsvermerk und die Offenlegung von Prüfungssachverhalten (Key Audit Matters) und legten den Prozess zur Genehmigung von Nichtprüfungsleistungen neu fest. Die Leiterin des Bereichs Revision unterrichtete den Prüfungsausschuss quartalsweise in seinen Sitzungen über die von der Internen Revision in ihren Prüfungen getroffenen wesentlichen Feststellungen sowie weitere signifikante Aspekte der Tätigkeit anhand eines Berichts des Vorstands und der Revision. Dem Ausschuss wurde auch die Jahresplanung der Internen Revision vorgelegt. Corporate GovernanceDer Aufsichtsrat und seine Ausschüsse befassten sich auch im letzten Jahr intensiv mit der Umsetzung der Governance-Anforderungen aus §§ 25c und 25d KWG. Im Mittelpunkt standen dabei die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben der Aufsichtsratsausschüsse. Die neuen erweiterten Anforderungen an den Prüfungsausschuss aufgrund des Abschlussprüfungsreformgesetzes 2016 wurden eingehend erörtert und auch in der Neufassung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats reflektiert. Nominierungsausschuss und Aufsichtsrat erörterten -wie dargestellt - die Ergebnisse der jährlichen Evaluierung von Vorstand und Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass seine Arbeitsweise und die des Vorstands effizient erfolgt und ein guter Standard erreicht ist. Die Prüfung ergab einzelne Ansatzpunkte für Verbesserungen, welche künftig berücksichtigt werden. Dem Aufsichtsrat gehören nach seiner Einschätzung auch eine ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Aus- und FortbildungsmaßnahmenDie Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr. Sie wurden dabei von der HVB angemessen unterstützt. Insbesondere wurde für die neuen Aufsichtsratsmitglieder ein internes Einführungsprogramm angeboten und individuelles schriftliches Informationsmaterial zur Verfügung gestellt. Für alle Aufsichtsratsmitglieder hat die Bank interne Fortbildungsveranstaltungen zu Ratingsystemen in der Bank, zur Digitalisierung, zur Liquiditäts- und Fundingsituation der Bank und zur Marktmissbrauchsverordnung angeboten. Außerdem erhielten die Aufsichtsratsmitglieder von der Bank Informationen zu neuen regulatorischen Entwicklungen für Aufsichtsräte von Kreditinstituten. Jahresabschluss 2016Der nach den Vorschriften des HGB aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht für die UniCredit Bank AG sowie der nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2016 wurden unter Einbeziehung der Buchführung von Deloitte geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die genannten Abschlussunterlagen mit dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands wurden dem Aufsichtsrat zusammen mit dem Bericht des Abschlussprüfers zugeleitet. Im Rahmen der Vorprüfung befasste sich der Prüfungsausschuss intensiv mit diesen Unterlagen. In der vorbereitenden Sitzung des Prüfungsausschusses sowie in der nachfolgenden Bilanzsitzung des Aufsichtsrats berichtete der Prüfungsleiter des Abschlussprüfers über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung, insbesondere gemäß § 171 Abs. 1 AktG über das Interne Kontroll- und das Risikomanagementsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, und beantwortete eingehend die Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. In der Sitzung des Prüfungsausschusses berichtete der Abschlussprüfer über Leistungen, die er zusätzlich zu den Abschlussprüfungsleistungen erbrachte, und legte dar, dass keine Umstände vorliegen, die seine Befangenheit besorgen lassen. Über das Ergebnis der Prüfung durch diesen Ausschuss berichtete der Vorsitzende des Prüfungsausschusses im Aufsichtsratsplenum. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses billigte der Aufsichtsrat das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer, nachdem sämtliche Vorlagen geprüft, eingehend diskutiert und für ordnungsgemäß, plausibel und vollständig befunden worden waren. Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss sowie Lage- und Konzernlagebericht sowie des Vorschlags für die Gewinnverwendung stellte der Aufsichtsrat fest, dass keine Einwendungen zu erheben sind. Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss billigte der Aufsichtsrat deshalb. Damit war der Jahresabschluss festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schloss sich der Aufsichtsrat an. Die UniCredit S.p.A. ist seit dem 17. November 2005 mehrheitlich und seit dem 15. September 2008 zu 100% am Grundkapital der HVB beteiligt. Der Vorstand erstellte demnach gemäß § 312 AktG auch für das Geschäftsjahr 2016 einen Bericht über die Beziehungen der HVB zu verbundenen Unternehmen. Der Bericht enthält folgende Schlusserklärung des Vorstands: "Wir erklären, dass die UniCredit Bank AG nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die in diesem Bericht aufgeführten Rechtsgeschäfte vorgenommen sowie die in diesem Bericht aufgeführten Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt sowie dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt wurde bzw. entstandene Nachteile ausgeglichen wurden." Deloitte hat diesen Bericht geprüft und mit folgendem Bestätigungsvermerk versehen: "Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war oder Nachteile ausgeglichen worden sind, 3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen." Der Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen und der diesbezügliche Prüfungsbericht von Deloitte wurden dem Aufsichtsrat ebenfalls zugeleitet. Im Rahmen der Vorprüfung befassten sich der Prüfungsausschuss und anschließend der Gesamtaufsichtsrat intensiv mit diesen Unterlagen. Die Angaben auf Plausibilität und Konsistenz und einzelne Rechtsgeschäfte der HVB mit der UniCredit S.p.A. und deren verbundenen Unternehmen sowie sonstige kostenauslösende, von der UniCredit S.p.A. veranlasste Maßnahmen wurden geprüft. Die Prüfungsleiter des Abschlussprüfers nahmen an dieser Besprechung des Aufsichtsrats sowie an der vorbereitenden Sitzung des Prüfungsausschusses teil und berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses berichtete zudem im Gesamtaufsichtsrat über das Ergebnis der Prüfung des Ausschusses. Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Berichts des Vorstands gemäß § 312 AktG über die Beziehungen der HVB zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2016, bei der sich keine Beanstandungen ergaben, ist der Aufsichtsrat der Auffassung, dass Einwendungen gegen die Schlusserklärung des Vorstands in diesem Bericht nicht zu erheben sind. PersonalienHerr Lutz Diederichs ist mit Wirkung zum Ablauf des 5. September 2016 und Herr Francesco Giordano mit Wirkung zum Ablauf des 30. September 2016 einvernehmlich aus dem Vorstand ausgeschieden. Mit Wirkung vom 6. September 2016 wurde Herr Robert Schindler und mit Wirkung vom 1. Oktober 2016 Herr Guglielmo Zadra vom Aufsichtsrat zu ordentlichen Mitgliedern des Vorstands bestellt. Herr Federico Ghizzoni ist mit Wirkung zum Ablauf des 10. August 2016 durch Niederlegung seines Mandats aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. In der außerordentlichen Hauptversammlung am 30. August 2016 wurde Herr Paolo Cornetta als neues Aufsichtsratsmitglied für den Rest der Amtszeit von Herrn Ghizzoni, d.h. bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2019 beschließt, gewählt. Bereits in der Aufsichtsratssitzung am 29. Juli 2016 wurde Herr Gianni Franco Papa zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats ab 11. August 2016 gewählt. Mit Wirkung zum Ablauf des 8. November 2016 hat Herr Mirko Davide Georg Bianchi sein Mandat niedergelegt und ist aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Für den Rest seiner Amtszeit, d. h. bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2019 beschließt, ist ab Beendigung der Hauptversammlung am 9. November 2016 Herr Francesco Giordano neu in den Aufsichtsrat gewählt worden. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Federico Ghizzoni für seine langjährige engagierte und verdienstvolle Mitarbeit als Vorsitzender in diesem Gremium sowie auch Herrn Mirko Davide Georg Bianchi für sein Engagement und die konstruktive Begleitung des Unternehmens im Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Mitarbeitervertretungen für den hohen Einsatz und ihre geleistete Arbeit im Geschäftsjahr 2016.
München, den 22. März 2017 Der Aufsichtsrat Gianni Franco Papa, Vorsitzender |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Neueste Nachrichtenartikel und Medienerwähnungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Weitere Unternehmen an oder nahe dieser Geschäftsadresse
100 nahegelegene Organisationen
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Kreditinstitute mit Sonderaufgaben
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Betrieb von Parkhäusern und Parkplätzen
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Beteiligungsgesellschaften
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Kauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Kauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Mit Versicherungsdienstleistungen und Pensionskassen verbundene Tätigkeiten a. n. g.
Verbriefungszweckgesellschaften a. n. g.
Bauträger für Wohngebäude
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Sonstige mit Finanzdienstleistungen verbundene Tätigkeiten a. n. g.
Beteiligungsgesellschaften
Kauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Wagniskapital-Beteiligungsgesellschaften
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Beteiligungsgesellschaften
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Kauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Beteiligungsgesellschaften
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Beteiligungsgesellschaften
Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen