Brillant 2192. GmbH
Selbe AdresseKauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Mathias Kamolz seit 21.11.2011 | Vorstandsmitglied |
Elke Büchner seit 9.12.2010 | Prokura |
Reiner Eugen Dr. Beutel seit 13.8.2010 | Vorstandsmitglied |
Stephan Droxner seit 10.8.2010 | Prokura |
Zevy Moscovici seit 10.8.2010 | Prokura |
Ingolf Prof. Dr. Weise seit 19.1.2009 | Prokura |
Hans-Jörg Axmann seit 24.11.2008 | Vorstandsmitglied |
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Sovello AGBitterfeld-WolfenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2009 bis zum 31.12.2009Lagebericht für das Geschäftsjahr 20091. Aussagen zur gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Lage Mit dem Jahr 2009 ging das wohl schwierigste Jahr der jüngeren Wirtschaftsgeschichte zu Ende. Nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes ist das deutsche BIP um 5 % geschrumpft. In den übrigen Industriestaaten sieht die Bilanz ähnlich aus. In den USA dürfte 2009 ein BIP-Rückgang um 2,6 % zu verzeichnen sein. Vermutlich wäre der Rückgang der Wirtschaftsleistung und der Anstieg der Arbeitslosigkeit sogar noch deutlicher ausgefallen, hätte die Geld- und die Fiskalpolitik nicht energisch gegengesteuert. Weltweit musste das Bankensystem kurzfristig durch die Regierungen gestützt werden. Die Entwicklung des Ölpreises im Jahr 2009 war ein ermutigendes Signal für die Solarbranche. Der Preis eines Barrels Rohöl beendete seinen krisenbedingten Einbruch bereits im Januar 2009 bei knapp 40 USD und stieg im Jahresverlauf relativ kontinuierlich wieder auf fast 80 USD an. Mit Blick auf die Solarbranche verschärfte die Wirtschafts- und Finanzkrise das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, das durch die Deckelung des spanischen Marktes im Herbst 2008 entstanden war. Die Bereitschaft der Banken, größere Solarparks zu finanzieren, war weltweit äußerst gering, so dass ein wesentlicher Teil der Nachfrage vor allem außerhalb Deutschlands wegfiel bzw. verschoben wurde. Da zusätzlich zu dem nachfrageseitigen Spanien- und Finanzierungsproblem zugleich signifikante Kapazitätserweiterungen in Betrieb genommen wurden, entstand im ersten Halbjahr 2009 ein enormes Überangebot an Wafern, Zellen und Solarmodulen. Die sich im Verlauf des ersten Halbjahres 2009 beschleunigenden Preissenkungen wirkten zunächst kontraproduktiv. Angesichts fast wöchentlich neuer Preisrunden stellten bald immer mehr Kunden den Kauf von Solaranlagen zurück mit dem Ergebnis, dass im Frühsommer 2009 der Branchenabsatz bei weit weniger als der Hälfte des entsprechenden Vorjahresniveaus lag und die Modulpreise innerhalb von neun Monaten um gut 30 % gefallen waren. Die negative Preisspirale endete im Sommer 2009. Die durch das deutlich gesunkene Preisniveau sehr attraktiv gewordenen Renditen für Solaranlagenbetreiber führten ab August zu einem regelrechten Nachfrageboom, der bis zum Jahresende 2009 anhielt. Insgesamt wird für das Gesamtjahr 2009 ein weltweiter Solarmodulabsatz leicht über Vorjahresniveau von ca. 6,5 bis 7,0 GWp geschätzt. Deutschland war mit 3,8 GWp Neuinstallationen im Jahr 2009 der weltweit größte Solarmarkt. Ein ähnlich starkes Wachstum wie in Deutschland war in den USA, Japan, Italien und Frankreich zu verzeichnen. Diese Länder lagen bei den Neuinstallationen allesamt in einer Größenordnung von 200 bis 500 MWp. Neu in diesem "Club" war im Jahr 2009 auch China, dessen heimische Nachfrage sich vervielfacht hat. Die Entwicklung der Solarbranche war also auch im Jahr 2009 in der überwiegenden Mehrzahl der Länder ähnlich dynamisch wie in den Vorjahren. Diese Dynamik scheint sich auch im laufenden Jahr fortzusetzen. Nicht zuletzt aufgrund des starken Zubaus an Solaranlagen stieg der Anteil der Produktion von Strom aus erneuerbaren Energiequellen im Jahr 2009 erneut an. Nach vorläufigen Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) liegt der Anteil erneuerbarer Energien bei 16 % am gesamten Stromverbrauch. Die aus Photovoltaik erzeugte Strommenge hat dabei gegenüber dem Vorjahr um ca. 43 % zugenommen und betrug 6 % der gesamten Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien. 2. Die wirtschaftliche Lage der Sovello AG 2.1. Basis und Strategie der Sovello AG Die direkte Nutzung der Solarenergie kann auf zwei Arten erfolgen: Photovoltaik, d. h. die solare Stromerzeugung, und Solarthermie, die solare Wärmeerzeugung. Die Sovello AG - nachfolgend auch Sovello oder Gesellschaft genannt - ist ein führendes High-Tech-Unternehmen im Bereich der Photovoltaik mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen, Sachsen-Anhalt. Die Sovello ist im Wege des Formwechsels aus der EverQ GmbH hervorgegangen und ist der erste Modulproduzent am Standort Bitterfeld-Wolfen. Die Solarmodule werden in drei Fabriken hergestellt, die jeweils integriert die Produktion der Wafer, Zellen und Solarmodule umfassen. Die Gesellschaft war im Berichtsjahr ein Joint Venture zwischen der Q-Cells SE (Bitterfeld-Wolfen, Sachsen-Anhalt), der Renewable Energy Corporation ASA (Sandvika, Norwegen) und der Evergreen Solar Inc. (Marlboro, MA, USA). Unsere Produktion basiert auf dem in den USA von Evergreen Solar entwickelten String-Ribbon™-Herstellungsverfahren. Dieses zeichnet sich insbesondere durch den sparsamen Einsatz der Ressource Silizium, dem Grundrohstoff der Solarindustrie, aus. Im Jahr 2009 ist die dritte Produktionslinie mit einem Investitionsvolumen von rund Mio. EUR 150 und einer Nominalkapazität 1 von 80 MWp in Betrieb genommen. Seit dem Jahr 2005 wurden am Standort Thalheim (Stadt Bitterfeld-Wolfen) drei Produktionslinien errichtet. Nach Abschluss der Hochlaufphase wird die Sovello damit über eine Nominalkapazität von 180 MWp verfügen. Das "Solar Valley" in Thalheim zeichnet sich insbesondere durch eine hervorragende Infrastruktur für PV Unternehmen aus. Dafür bekam der Standort im Mai 2009 die Auszeichnung "Cell Award - weltweit beste Region für Solarunternehmen" verliehen. Im Jahr 2009 ist es Sovello gelungen, die Marke "Sovello" im Markt zu positionieren. Langfristige Vertriebspartnerschaften konnten geschlossen werden. Der Vertrieb der Produktserien erfolgte ab dem zweiten Halbjahr 2009 unter der eigenen Marke "Sovello Pure Power". Das Produktportfolio umfasst derzeit Module mit Nennleistungen zwischen 180 und 220 Watt, die in zwei Standardmaßen gefertigt werden. Alle Sovello-Module werden mit Plus-Leistungstoleranzen ausgeliefert. Die Sovello, die Nachhaltigkeit als ganzheitliches Prinzip unter Berücksichtigung sozialer, technologischer, ökonomischer und ökologischer Aspekte versteht, ist diesem Anspruch auch im Jahr 2009 ein Stück näher gekommen. Das Unternehmen hat mit der Umweltzertifizierung ISO 14001 den Nachweis des TüV Süd erhalten, dass das integrierte Managementsystem (IMS) und damit alle qualitäts- und umweltrelevanten Prozessschritte vollständig wirksam sind. Dies geht über die im Vorjahr erreichte Zertifizierung nach ISO 9001:2000 hinaus, mit der bereits bestätigt wurde, dass Sovello über ein gut funktionierendes und wirksames Qualitätsmanagementsystem verfügt. Mit Beginn des Jahres 2010 ist Sovello Mitglied der Vereinigung "PV Cycle". Diese in 2007 gegründete Organisation ist ein Zusammenschluss namhafter Photovoltaik-Unternehmen mit dem Ziel, ein freiwilliges, branchenweites Rücknahme- und Recycling-Programm aufzubauen, damit Solarmodule nach dem Ende ihrer Lebensdauer optimal verwertet oder entsorgt werden können. Mit der Mitgliedschaft unterstreicht Sovello den Anspruch, das nachhaltigste Solarunternehmen der Welt werden zu wollen. Sovello ist bestrebt, seinen Kunden künftig eine saubere Lösung anbieten zu können, mit der es Verantwortung für seine Produkte zeigt, und zwar über die gesamte Wertschöpfungskette von der Kristallzucht über das fertige Modul bis hin zu dessen Entsorgung. Zum Ende des Geschäftsjahres 2009 sind im Unternehmen 1.144 Arbeitsplätze, inklusive 28 Ausbildungsverhältnisse, geschaffen worden. Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Sovello AG für die Herausforderungen der nächsten Jahre gut positioniert ist. Auch vor dem Hintergrund schwierigerer Marktbedingungen sowie zunehmendem Wettbewerbsdruck kann Sovello bei konsequenter Nutzung der erkannten Kostensenkungs- und Entwicklungspotenziale profitabel agieren. 1. Die angegebene Nominalkapazität ist eine theoretisch mögliche Kapazität. Bei der Berechnung werden bestimmte produkt- und produktionsspezifische Annahmen zugrunde gelegt. Produktionsunterbrechungen für Wartung, Instandhaltung und Reinigung sind dabei nicht berücksichtigt. Das tatsächliche Produktionsvolumen weicht in aller Regel insbesondere aufgrund von Produktionsunterbrechungen oder Abweichungen anderer technischer Parameter (Ausbeute, Effizienz) etwas ab. 2.2. Ertragslage Umsatz- und Absatzentwicklung Die Wirtschafts- und Finanzkrise beeinflusste stark die Entwicklung der Solarbranche weltweit. Auch die Entwicklung der Sovello AG im vergangenen Geschäftsjahr war hiervon gekennzeichnet. Die Umsatzerlöse betragen in 2009 112 Mio. EUR gegenüber 219 Mio. EUR im Vorjahr. Damit sind die Umsatzerlöse um nahezu 50 % rückläufig. Bedingt durch einen erheblichen Nachfragerückgang haben wir insbesondere in den beiden ersten Quartalen 2009 einen Absatzrückgang zu verkraften gehabt. Der immense Preisdruck auf dem Gesamtmarkt wirkte auch auf unsere Qualitätsmodule "Made in Germany" zurück. Dennoch ist es Sovello gelungen, die bis zur Jahresmitte aufgebauten Bestände an gefertigten Solarmodulen im zweiten Halbjahr an unsere Kunden abzusetzen und somit an der wiederbelebten Nachfrage zu partizipieren. Der Anteil der Modulumsätze (einschließlich Vertriebsgebühr) am Gesamtumsatz beträgt mit 110 Mio. EUR 98,1 % (2008: 213 Mio. EUR; 97,1 %). Hauptabnehmer unserer Produkte waren Großhändler in Deutschland (84,0 %), den USA (7,6 %), Italien (3,2 %) und Frankreich (3,0 %). Daneben wurden Erlöse insbesondere durch den Verkauf von fertigungsbedingt anfallendem Wafer- und Zellschrott erzielt. Im Geschäftsjahr 2009 haben wir 26,5 % (29 Mio. EUR; Vorjahr: 209 Mio. EUR) des Umsatzes auf der Grundlage eines Vertriebsvertrages mit dem Gesellschafter Evergreen erzielt, unter dessen Marke dieser Anteil der Module auf dem Markt vertrieben wurde. Ergebnisentwicklung und Entwicklung wesentlicher Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung Der signifikante Umsatzrückgang hat sich auch auf das Ergebnis niedergeschlagen. Ebenso wie in anderen Bereichen der Volkswirtschaft zwangen die sehr schwierigen Marktbedingungen auch die Sovello dazu, im Zeitraum von Mai bis September von der Kurzarbeit Gebrauch zu machen. Die Produktion wurde im Rahmen eines strikten Working Capital Managements zeitweise vollständig heruntergefahren. Die variablen Aufwendungen konnten der Umsatzentwicklung zwar angepasst werden, dieses war für die fixen Aufwendungen jedoch nicht möglich. Zusätzlich war es uns durch den nachfragebedingt zeitlichen Auseinanderfall von Produktion und Absatz in 2009 nicht möglich, die Marktentwicklungen in die Herstellkosten einfließen zu lassen. Die Materialaufwandsquote als Verhältnis von Materialaufwand zu Umsatzerlösen und Bestandsveränderungen beträgt im Geschäftsjahr 69,7 % (Vorjahr: 49,3 %). Belastend auf die Ertragslage wirkte sich die zeitliche Verzögerung der Inbetriebnahme unserer dritten Produktionslinie aus. Der Verkaufsstart von Sovello-Modulen, die in der dritten Produktionslinie gefertigt wurden, erfolgte im Monat August. Insgesamt entfallen 22,1 % (14,2 Mio. EUR) des negativen Jahresergebnisses auf Inbetriebnahmeaufwendungen. Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum absolut leicht gesunken und betrug in 2009 37,5 Mio. EUR (Vorjahr: 37,8 Mio. EUR). Die Personalaufwandsquote als Verhältnis des Personalaufwandes zu den Umsatzerlösen hat sich aufgrund der geringen Kapazitätsauslastung mit 33,5 % gegenüber 17,3 % im Vorjahr verschlechtert. Die Erstattungen seitens der Agentur für Arbeit im Zeitraum der Kurzarbeit konnten die Auswirkung nicht kompensieren. Der Anstieg bei den Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum resultiert aus der Inbetriebnahme unserer dritten Fertigungslinie. Die wirtschaftlichen Abschreibungen betragen in 2009 unter Berücksichtigung der anlagenbezogenen Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuwendungen zum Anlagevermögen 22,7 Mio. EUR (2008: 15,8 Mio. EUR). Aus reduzierten Beschaffungskosten für Rohsilizium droht aufgrund vertraglich vereinbarter Abnahmeverpflichtungen ein Verlust in Höhe von 2,8 Mio. EUR, der handelsbilanziell aufwandswirksam in 2009 erfasst wurde. Des Weiteren beeinflusste die Berücksichtigung einer drohenden Rückzahlung von Fördermitteln einschließlich Zinsen das Jahresergebnis durch einmalige Aufwendungen in Höhe von 4,8 Mio. EUR. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt darstellen:
2.3. Vermögenslage Die Bilanzsumme der Sovello AG hat sich gegenüber dem Vorjahresstichtag um 69,5 Mio. EUR auf 395,7 Mio. EUR verringert. Ursächlich für diesen Rückgang sind ein reduziertes Umlaufvermögen sowie eine Reduzierung des Rechnungsabgrenzungspostens, denen eine Zunahme des Anlagevermögens gegenübersteht. Das Anlagevermögen bewertet zu Nettobuchwerten stieg um 8,2 Mio. EUR im Wesentlichen durch die Investitionen in die dritte Produktionslinie auf 269,0 Mio. EUR an. Die Zugänge zum Anlagevermögen des Jahres 2009 betragen 37,9 Mio. EUR gegenüber 104,7 Mio. EUR im vergangenen Jahr. Für die Errichtung der Produktionslinien wurden öffentliche Fördermittel (Investitionszulagen bzw. Investitionszuschüsse) bereitgestellt. Für diese Investitionszuwendungen wurde ein Sonderposten auf der Passivseite der Bilanz gebildet, der entsprechend der Nutzungsdauer der geförderten Vermögensgegenstände aufgelöst wird. Die abgegrenzten Investitionszuwendungen betragen zum 31. Dezember 2009 insgesamt 46,8 Mio. EUR (Vorjahr: 53,5 Mio. EUR). Bisher wurden seitens der Zuwendungsgeber insgesamt 58,9 Mio. EUR (27,5 Mio. EUR Investitionszulage; 31,4 Mio. EUR Investitionszuschuss) für die Produktionslinien 1 und 2 an die Gesellschaft ausgezahlt. Von den erhaltenen Zuwendungen sind zum Bilanzstichtag 2,8 Mio. EUR nicht frei verfügbar. Bezüglich bereits ausgezahlter Investitionszuwendungen ist seit Juni 2008 ein EU-Prüfverfahren anhängig, in dessen Ergebnis festgestellt werden sollte, ob der Gesellschaft zum Zeitpunkt des Beginns der Errichtung der ersten Produktionslinie ein KMU-Förderaufschlag 2 zustand. Die EU-Kommission hat am 27. Januar 2010 den Beschluss gefasst, die Bewilligung des KMU-Förderaufschlages als Teil der Investitionsförderung zur Errichtung der ersten Produktionslinie zu widerrufen. Zum Ende des ersten Quartales 2010 sind von den entsprechenden Stellen Rückforderungsbescheide ergangen. Sovello ist im Monat April 2010 der Rückforderung vollständig nachgekommen. Hierfür wurde zum 31. Dezember 2009 eine Rückstellung zuzüglich Zinsen in Höhe von 11,5 Mio. EUR bilanziert. Bestehende Forderungen auf Investitionszuwendungen betragen zum Bilanzstichtag 14,0 Mio. EUR (2008: 37,7 Mio. EUR). Ein zweites Verfahren, welches die beihilferechtliche Zusammenfassung von Investitionen zum Gegenstand hatte, wurde im Berichtsjahr ohne Kürzung der Beihilfesätze positiv abgeschlossen. 2. KMU Kleine oder mittlere Unternehmen Das Umlaufvermögen (88,5 Mio. EUR) hat sich gegenüber dem Vorjahr um 57,3 Mio. EUR verringert. Maßgeblich hierfür ist neben reduzierten Gesellschafterforderungen in Höhe von 45,4 Mio. EUR eine Reduzierung der sonstigen Vermögensgegenstände um 34,8 Mio. EUR aufgrund erfolgter Einzahlungen aus Investitionszuwendungen und schnellerer Einbringung von Umsatzsteueransprüchen. Diesem Rückgang steht eine Erhöhung des Vorratsvermögens um 3,4 Mio. EUR auf 35,6 Mio. EUR bedingt durch Bestandsaufbau an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und unfertigen Erzeugnissen entgegen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen 8,8 Mio. EUR (Vorjahr: 2,0 Mio. EUR). Der Anstieg ist resultiert aus der geänderten Vertriebsstruktur, da Sovello seit 2009 direkt Produktverkäufe an Endkunden (insbesondere Großhändler) fakturiert. In Vorjahren erfolgte der Vertrieb der Solarmodule über den Gesellschafter Evergreen. Die Liquiden Mittel betragen zum Bilanzstichtag 24,3 Mio. EUR (2008: 11,5 Mio. EUR). Von den liquiden Mitteln sind zum Bilanzstichtag 2,8 Mio. EUR auf Sonderkonten hinterlegt und damit nicht frei verwendbar; sie betreffen in 2009 an Sovello ausgezahlte Investitionszuschüsse. Der Rechnungsabgrenzungsposten, der im Wesentlichen Vorauszahlungen auf künftige Siliziumlieferungen enthält, hat sich gegenüber dem Vorjahr von 58,7 Mio. EUR auf 38,2 Mio. EUR verringert. Von einer im Mai 2007 geleisteten Vorauszahlung in Höhe von 64,0 Mio. EUR an eine Tochtergesellschaft der Renewable Energy Corporation (REC) wurden nach Vertragsänderungen 9,1 Mio. EUR in 2008 sowie 8,9 Mio. EUR in 2009 zurückgezahlt. Daneben haben wir ab dem Monat Juni 2009 Lieferungen auf der Basis des Siliziumliefervertrages erhalten, die mit der Vorauszahlung verrechnet wurden. Im ersten Quartal 2009 haben wir eine Vorauszahlung in Höhe von 7,7 Mio. EUR an einen zweiten Siliziumlieferanten getätigt. Bereits im vierten Quartal 2008 hatten wir hierfür 2,0 Mio. EUR gezahlt, so dass insgesamt 9,7 Mio. EUR für Siliziumlieferungen bis 2016 geleistet wurden. Derzeit verringerte Marktpreise für Rohsilizium führten zu einer aufwandswirksamen Reduzierung der Vorauszahlung um 2,8 Mio. EUR in 2009. Die bilanzierte Vorauszahlung betrug zum 31. Dezember 2009 noch 6,0 Mio. EUR. Auf der Passivseite hat sich das Eigenkapital im Vergleich zum 31. Dezember 2008 durch den Jahresfehlbetrag 2009 verringert. Das Grundkapital ist am Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr ebenso wie die Geschäftsanteile der Gesellschafter unverändert. Einstellungen in die Kapitalrücklage in Höhe von 18,5 Mio. EUR wirkten sich dagegen positiv auf die Eigenkapitalquote aus. Die Eigenkapitalquote beträgt 15,4 % (2008: 22,9 %) bei einem bilanziellen Eigenkapital von 60,7 Mio. EUR. Unter Berücksichtigung des Eigenkapitalanteils der abgegrenzten Investitionszuwendungen beträgt die wirtschaftliche Eigenkapitalquote 26,1 % (Vorjahr: 33,3 %). Zur Finanzierung bestehen zum 31. Dezember 2009 Darlehen bei Kreditinstituten (68,3 Mio. EUR) und bei den Gesellschaftern (165,0 Mio. EUR). Die Bankdarlehen beinhalten Darlehen in Höhe von 5,8 Mio. EUR (Vorjahr: 33,5 Mio. EUR) zur Zwischenfinanzierung von bisher nicht ausgezahlten Investitionszuwendungen. Zinszahlungen für die Gesellschafterdarlehen wurden in 2009 vollständig gestundet (9,4 Mio. EUR). Sämtliche Darlehen sind innerhalb des nächsten Jahres fällig. Die Laufzeit der Darlehen der Gesellschafter, von denen Teilbeträge in US-Dollar ausgereicht wurden, sind im Jahr 2009 verlängert worden (siehe hierzu auch Abschnitt 3). Zur Verringerung der Bilanzsumme haben die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit 8,7 Mio. EUR beigetragen. Dies betrifft insbesondere die um 6,8 Mio. EUR reduzierten Investitionsverbindlichkeiten, die zum Bilanzstichtag nunmehr 4,8 Mio. EUR betragen. 2.4. Finanzlage Die Sicherung der Liquidität im Rahmen der operativen Tätigkeit steht im Mittelpunkt des Finanzmanagements. Das Geschäftsjahr 2009 war durch die das gesamte Jahr andauernden Verhandlungen mit den kreditgebenden Banken geprägt. Durch systematische Einsparungen sowie ein konsequentes Cash Management konnte die Liquidität der Gesellschaft sichergestellt werden. Zur Steuerung finanzwirtschaftlicher Risiken sind die Minimierung der Wirkungen von Fremdwährungsschwankungen durch den gegenläufigen Aufbau von natürlichen Sicherungspositionen, der Nutzung von derivativen Finanzinstrumenten, eine optimierte Vorratshaltung, die Überwachung und Prognose von Zahlungsströmen und die Wiedererreichung einer fristenkongruenten Finanzierung der Unternehmenstätigkeit wesentlich. Hierauf zielt unser Liquiditätsmanagement ab. Im Vergleich zum Vorjahr weisen wir eine Zunahme des Bank- bzw. Kassenbestandes insbesondere aufgrund eines insgesamt positiven operativen Cash Flows aus. Die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden seit Ende 2008 um 52,7 Mio. EUR auf 68,3 Mio. EUR zurückgeführt. Hiervon entfallen auf die Tilgung von Darlehen zur Zwischenfinanzierung von Investitionsfördermitteln 27,7 Mio. EUR. Im gleichen Zeitraum sind die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern um 26,9 Mio. EUR angestiegen. Im Jahr 2009 konnte die Liquidität durch weitere Einzahlungen der Gesellschafter in die Kapitalrücklage (18,5 Mio. EUR) sichergestellt werden. Aus der Finanzierungstätigkeit ist ein negativer Cash Flow von 7,3 Mio. EUR zu verzeichnen. Durch die weitergeführten Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Erweiterungsvorhaben Fertigungslinie 3 ergab sich im Investitionsbereich ein Mittelabfluss von 15,5 Mio. EUR. Den Auszahlungen in Höhe von 46,1 Mio. EUR stehen Einzahlungen von Investitionszuwendungen in Höhe von 30,6 Mio. EUR gegenüber. In 2009 wurden nach der Genehmigung der Investitionszuwendungen durch die EU-Gremien sowohl der Investitionszuschuss (17,2 Mio. EUR) als auch die Investitionszulage (13,4 Mio. EUR) für die zweite Fertigungslinie an Sovello ausgezahlt. Aus dem operativen Bereich konnte ein Mittelzufluss in Höhe von 35,6 Mio. EUR generiert werden. Insbesondere ist dies auf den regelmäßigen Forderungseingang bei gleichzeitig optimiertem Auszahlungsverhalten zurückzuführen. Zudem wirkten sich die Materiallieferungen, für die Sovello bereits in Vorjahren Auszahlungen getätigt hatte, mit 16,1 Mio. EUR positiv aus. Weitere positive Effekte auf die Liquiditätslage waren aus Zinsstundungen für alle Gesellschafterdarlehen (9,4 Mio. EUR) sowie aus der Absicherung der Zahlungsströme durch Devisentermingeschäfte (3,3 Mio. EUR) zu verzeichnen. Der Barmittelbestand, von dem 2,8 Mio. EUR nicht zur freien Verfügung stehen, hat sich zwischen den Bilanzstichtagen von 11,5 Mio. EUR auf 24,3 Mio. EUR erhöht. Die nicht verfügbaren Beträge betreffen in 2009 an die Sovello ausgezahlte Investitionszuschüsse, zu deren Verwendung die Zustimmung des Zuschussgebers nach Abschluss der Neustrukturierung der Finanzierungsstruktur der Gesellschaft erwartet wird. Aufgrund der Verletzung bestimmter Finanzkennzahlen oder Nichteinhaltung von Budgetvorgaben (sogenannte "Covenants") bestanden im Berichtsjahr Sonderkündigungsrechte seitens der Darlehensgeber. Hierzu verweisen wir auf unsere Erläuterungen unter Abschnitt 3 des Lageberichtes. Die Liquidität der Gesellschaft war jederzeit gegeben. 2.5. Investitionen und Produktion Im Jahr 2009 konzentrierten sich die Investitionsaktivitäten auf die Weiterführung der Errichtung der dritten Produktionslinie mit einem erwarteten Investitionsvolumen von ca. 150 Mio. EUR. Im Monat Dezember 2008 wurde das Produktionsgebäude fertig gestellt; die Inbetriebnahme der dritten Linie wurde im Spätsommer 2009 begonnen. Derzeit befindet sich die Linie in der Hochlauf- und Optimierungsphase. Wir gehen davon aus, die Investition in 2010 abzuschließen, so dass wir hiernach über eine Nominalkapazität von 180 MWp über alle Linien verfügen. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände beliefen sich in 2009 auf insgesamt 37,9 Mio. EUR. Im Zuge der weltweiten Krise ist unser Produktionsvolumen im Vorjahresvergleich rückläufig. Dieses ist Folge einer mehrmonatigen Phase der Produktionsunterbrechung unter Nutzung von Kurzarbeit, um den insbesondere im ersten Halbjahr aufgetretenen Nachfragerückgang auszugleichen. Generell wird ganzjährig, an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr produziert. Bei der Herstellung bedient sich Sovello dem String-Ribbon™-Herstellungsverfahren, für dessen Nutzung eine gestaffelte Lizenzgebühr auf Basis der Umsatzerlöse von Modulen und Nebenprodukten (Wafer-/Zellabfall) zu entrichten war. 2.6. Forschung und Entwicklung Sovello konnte im Jahr 2009 den Aufbau einer eigenständigen Technologie-Abteilung weitgehend abschließen und beschäftigte am Jahresende neben dem Technologievorstand 50 Mitarbeiter in diesem Bereich. Schwerpunkte der Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Jahr 2009 waren die Verbesserung der Zelleffizienz an den bestehenden Anlagen und die Unterstützung des Anlaufs der dritten Produktionslinie, in der neu entwickelte Quad-Öfen zum Einsatz kommen. In beiden Bereichen konnten im Jahresverlauf signifikante Erfolge verbucht werden. Das Tempo der Zelleffizienzsteigerung in den bestehenden Linien konnte im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden und die wichtigsten operativen Kennzahlen der neuen, dritten Produktionslinie lagen zum Jahresende - nach wenigen Monaten Serienproduktion - bereits in Reichweite der ersten beiden Linien. Die derzeitige Mannschaft arbeitet eng mit Instituten und Forschungseinrichtungen zusammen. In 2009 konnten hier neue Kontakte geknüpft bzw. bestehende Kontakte ausgebaut werden. Ziel ist es, neue Forschungserkenntnisse schnellstmöglich und kostengünstig in die Produktion einfließen zu lassen. Im Geschäftsjahr 2009 betrugen die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 3,7 Mio. EUR (2008: 1,4 Mio. EUR). 2.7. Beschaffung Bei der Herstellung unserer Produkte sind wir neben dem Hauptrohstoff Silizium auf die Zulieferung von weiteren für die Produktion notwendigen Materialien angewiesen. Zur Sicherung der benötigten Mengen und Qualitäten arbeiten wir intensiv mit unseren Lieferanten zusammen. Im zweiten Halbjahr 2006 konnte durch den Abschluss eines Siliziumliefervertrages mit einer Tochtergesellschaft der Renewable Energy Corporation (REC) die Siliziumversorgung für einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren gesichert werden (wir verweisen auf Abschnitt 3). Daneben haben wir in 2008 einen weiteren Siliziumliefervertrag mit einem zweiten Anbieter geschlossen, der uns Lieferungen bis in das Jahr 2016 vertraglich sichert. 2.8. Absatz Das Geschäftsjahr 2009 war extern geprägt durch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, die neben einem massiven Nachfragerückgang im ersten Halbjahr auch einen schneller als erwartet eingetretenen Preisrückgang zur Folge hatte. Intern haben wir durch die Platzierung unserer eigenen Modulmarke "Sovello" einen Wandel im Absatz vollzogen. Während in der Vergangenheit der Vertrieb unserer Solarmodule nahezu ausschließlich über unseren US-amerikanischen Gesellschafter Evergreen auf der Basis eines Kommissionsvertrages erfolgte, vertreiben wir die Module nunmehr vollständig in eigener Verantwortung. Die Vertriebsabteilung, welche mittlerweile 15 Mitarbeiter umfasst, wurde entsprechend aufgestellt und es wurden Vertriebspartnerschaften begründet. Für das Jahr 2010 bestehen bereits Liefervereinbarungen, die den Absatz schon jetzt zu wesentlichen Teilen sichern. Im Jahr 2009 haben wir unsere Modullieferungen zum überwiegenden Teil (73,5 % des Umsatzes) unter der Marke "Sovello" getätigt. Der Schwerpunkt der Lieferungen lag wie im Vorjahr in Deutschland.
2.9. Mitarbeiter Sovello beschäftigte zum 31. Dezember 2009 insgesamt 1.144 Mitarbeiter (inkl. Vorstand und Auszubildende; 31. Dezember 2008: 1.188 Mitarbeiter). Die Stammbelegschaft konnte trotz der schwierigen Ergebnissituation gegenüber dem Vorjahr in 2009 gehalten werden. Der Rückgang der Mitarbeiteranzahl zwischen den Stichtagen resultiert insbesondere aus einer Nichtverlängerung von befristeten Arbeitsverhältnissen. Im Jahresdurchschnitt hat Sovello mit 1.112 mehr Mitarbeiter beschäftigt als noch ein Jahr zuvor. Seit Mai 2009 besteht die Arbeitnehmervertretung bei Sovello in Form eines Betriebsrates. Die kontinuierliche Qualifikation unserer Mitarbeiter ist für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens von besonderer Bedeutung. Sovello ermöglicht seinen Mitarbeitern die Teilnahme an internen und externen Schulungen und unterstützt spezielle positionsbezogene Weiterbildungsangebote. Über ein Bonusmodell soll jeder Mitarbeiter leistungsbezogen am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden. Im Geschäftsjahr 2007 wurde mit der Ausbildung von eigenen Nachwuchskräften begonnen. Heute bestehen 28 Ausbildungsverhältnisse, die im kaufmännischen Bereich sowie in den technischen Bereichen geschaffen wurden. 3. Nachtragsbericht Nach Ende des Geschäftsjahres 2009 haben sich nachfolgende wesentliche Ereignisse ergeben, die unmittelbare Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage von Sovello haben. Unter dem 22./23. März 2010 haben die Gesellschafter Evergreen Solar Inc., Q-Cells SE und REC ASA einen Vertrag zur Veräußerung von 100 % der Anteile an der Sovello AG an den Finanzinvestor Ventizz unterzeichnet. Die Wirksamkeitsvoraussetzungen dieser Transaktion wurden am 22. April 2010 erfüllt. Die Muttergesellschaft der Sovello AG ist ab diesem Zeitpunkt die Rolling Hills S.à r.l., Luxemburg, ein Investitionsvehikel der Ventizz. In diesem Zusammenhang wurde das Eigenkapital der Gesellschaft um Mio. EUR 10 durch Einzahlung der neuen Eigentümer erhöht sowie ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von Mio. EUR 30 ausgereicht. Weitere Eigenkapitalstärkungen hatten wir im Monat Februar 2010 (Mio. EUR 21,4) sowie im Monat April (Mio. EUR 11,1) durch die Altgesellschafter zu verzeichnen. Diese finanziellen Mittel wurden zur Reduzierung der Bankdarlehen verwendet. Die zum Bilanzstichtag bestehenden kurzfristigen Darlehen seitens des finanzierenden Bankenkonsortiums von Mio. EUR 68,3 wurden zwischenzeitlich bis auf Mio. EUR 15 zurückgeführt. Dieser verbleibende Betrag ist spätestens am 30. Dezember 2010 bzw. früher bei Erhalt von Investitionsfördermitteln zurückzuführen. Mit Datum 21. April 2010 wurde mit der Investitionsbank Sachsen-Anhalt vereinbart, dass Sovello über einen zweckbestimmten langfristigen Darlehensbetrag zur Auftragsvorfinanzierung über Mio. EUR 10 verfügen kann. Im Rahmen einer schuldbefreienden Übernahme sämtlicher in der Bilanz zum 31. Dezember 2009 unter den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern ausgewiesener Darlehen einschließlich bilanzierter Zinsen (31. Dezember 2009: Mio. EUR 174,4) durch eine Gesellschaft des neuen Eigentümers wird Sovello zudem Eigenkapital zugeführt. Am 27. Januar 2010 hat die Europäische Kommission die Rückforderung des sogenannten KMU-Bonus, den die Bundesrepublik Deutschland der Sovello (damals EverQ GmbH) als Teil der Investitionsförderung zur Errichtung der ersten Produktionslinie genehmigt hatte, beschlossen. Zum Ende des ersten Quartales 2010 sind von den entsprechenden Stellen Rückforderungsbescheide ergangen. Wir verweisen hierzu auf die Ausführungen in Abschnitt 2.3. Sovello ist im Monat April 2010 der Rückforderung vollständig nachgekommen. Wichtige Unternehmensverträge, die insbesondere die weitere Nutzung des String-Ribbon-Produktionsverfahrens sowie die Abdeckung des Siliziumbedarfes sichern, sind im Rahmen des Gesellschafterwechsels überarbeitet worden. 4. Chancen- und Risikobericht 4.1. Risikomanagement Sovello produziert technologisch anspruchsvolle, hocheffiziente Module für Solaranlagen. Somit bewegt sich Sovello in einem sehr dynamischen Marktumfeld, welches eine ständige Anpassung an die Markterfordernisse verlangt. Um unter diesen Gegebenheiten langfristig bestehen zu können, ist es zwingend erforderlich ein adäquates Risiko- und Chancenmanagement zu betreiben. Das Risikomanagementsystem der Sovello AG umfasst die Gesamtheit der Maßnahmen, die eine frühzeitige Erkennung bestandsgefährdender Entwicklungen ermöglichen. Ziel ist es, durch geeignete Maßnahmen geschäftliche Risiken zu begrenzen sowie eine Bestandsgefährdung zu vermeiden. Weiterhin nutzen wir die Bewertung der Chancen und Risiken und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen als Instrument unserer strategischen Planung. Das Risikomanagementsystem umfasst im Einzelnen die folgenden Aspekte: Risiko-Identifikation Sowohl das Umfeld des Unternehmens als auch die internen Abläufe und Gegebenheiten werden auf ihr Risikopotenzial hin geprüft. Grundsätzlich werden die Risiken in operative oder strategische Risiken klassifiziert. Weiterhin erfolgt die Einteilung der identifizierten Risiken in Kategorien nach betrieblichen Funktionen. Die Erfassung und Dokumentation der relevanten Risiken erfolgt in einem Risikoregister, welches fortlaufend aktualisiert wird. Sofern möglich, werden qualitative und/oder quantitative Frühwarnindikatoren bestimmt. Risiko-Bewertung Im Rahmen der Risikoanalyse werden die identifizierten Risiken mittels der Parameter der möglichen Schadenshöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadensfalles operationalisiert. Letztlich sollen die monetären Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft eingeschätzt werden. Risiko-Steuerung Die Überwachung und Steuerung der Risiken umfasst die Festlegung und Durchführung von Maßnahmen zur Risikominderung, -diversifikation, -überwälzung bzw. - beseitigung. Weiterhin werden die Intervalle der Neubewertung der Risiken festgehalten. Risiko-Dokumentation und Kommunikation Die Zusammenfassung der Maßnahmen, Instrumente und Ergebnisse der Identifikation, Bewertung und Steuerung der Risiken erfolgt in unserer Risikodatenbank. Darüber hinaus werden organisatorische Regelungen und weitere Beschreibungen im Risikohandbuch festgehalten. Das Berichtswesen besteht aus einer regelmäßigen Berichterstattung und - soweit erforderlich - aus Ad-hoc-Meldungen. Die Regelberichterstattung umfasst die Kommunikation der wesentlichen operativen und strategischen Risiken an den Vorstand und Aufsichtsrat sowie den Prüfungsausschuss. Aufgrund der besonderen Finanzlage im Jahr 2009 erfolgt eine wöchentliche Berichterstattung der Liquiditätslage. Die Identifikation neuer wesentlicher Risiken wird Ad-hoc mitgeteilt. 4.2. Wesentliche Risiken Beschaffung Risiken auf der Beschaffungsseite liegen in der begrenzten Zahl von Bezugsquellen für einige Schlüsselmaterialien sowie im Ausfall einzelner Anbieter bzw. in der verzögerten oder auch nicht qualitätsgerechten Bereitstellung zugesagter Materialien. Um Lieferengpässe zu vermeiden, sind wir bestrebt, jede Komponente von mindestens zwei Zulieferern zu beziehen. Sovello hat Vorauszahlungen auf künftige Siliziumlieferungen geleistet. Aus den langfristigen Lieferverträgen können wirtschaftliche Risiken resultieren, die sich aufgrund von Lieferengpässen, der Nichtabnahme von Mengen, der Marktpreisentwicklung oder anderweitig eintretenden Schwierigkeiten bei den Lieferanten ergeben können. Absatz Ein wesentliches Absatzrisiko besteht in der Unsicherheit, dass künftig der Marktpreis für Solarmodule stärker und/oder schneller sinken könnte als von uns erwartet. Demzufolge besteht die Unsicherheit, dass die geplanten Kostendegressionseffekte verstärkte Modulpreissenkungen nicht wie geplant kompensieren können. Sovello versucht absatzseitig diesen Risiken durch den Abschluss langfristiger Verkaufsverträge, Marktbeobachtungen und der Erschließung langfristiger strategischer Partnerschaften entgegenzuwirken. Die Geschäftstätigkeit der Sovello AG ist sehr stark von den politischen Rahmenbedingungen hinsichtlich der staatlichen Förderung erneuerbarer Energien abhängig. In unserem Hauptabsatzmarkt Deutschland, werden die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bereits feststehenden Degressionssätze zu sinkenden Preisen für Photovoltaikanlagen führen. Aktuell wurde ein noch schnelleres Absinken der Solarförderung innerhalb der Bundesregierung diskutiert, wodurch eine Beeinflussung der Nachfrageterminierung und aber auch der Marktpreise erfolgen könnte. Änderungen festgelegter Degressionssätze behindern insoweit die Planungssicherheit der Unternehmen sowie die Investitionssicherheit der Endkunden. Sollte es Sovello nicht gelingen, seine Liquiditäts- und Kostenstruktur an die künftigen Marktgegebenheiten anzupassen, könnte dies erheblich nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Derzeit erfolgt der Vertrieb unserer Module an den Endkunden über eine begrenzte Zahl an Großhändlern. Die Finanz- und Liquiditätslage dieser Großhändler ist zum Teil abhängig von der Durchführung zugrunde liegender Solarprojekte. Verzögerungen in der Fertigstellung und Aufnahme solcher Projekte können dazu führen, dass sich Verschiebungen hinsichtlich der Zahlungseingänge für gelieferte Module ergeben bzw. es zu Ausfällen kommen könnte, die nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Sovello wirken könnten. Produktion Zur Erreichung unserer langfristigen Pläne ist es notwendig, dass die geplanten Kostendegressionseffekte insbesondere durch Ausbeute- und Effizienzverbesserungen auf dem erwarteten Niveau realisiert werden. Dieser Zielsetzung soll vor allem durch Prozessoptimierung mittels einer verstärkten Ressourcenallokation in den Bereichen Prozessverbesserung sowie Forschung & Entwicklung Rechnung getragen werden. Im Jahr 2009 haben wir unter Mitwirkung externer Spezialisten unser Ressourcenpotenzial detailliert analysiert und entsprechende Maßnahmenpakete entwickelt. Die Umsetzung dieser wird zentraler Bestandteil unserer Chancenallokation sein. Auf unsere Produkte übernehmen wir eine 5-jährige Material- und Verarbeitungsgarantie sowie eine 25-jährige leistungsbezogene Gewährleistung. Da wir naturgemäß nicht über eine langjährige Produkthistorie verfügen, besteht das Risiko, nicht ausreichend Vorsorge getroffen zu haben. Durch Analysen hinsichtlich der Angemessenheit der zurückgestellten Beträge für Gewährleistungen anhand der Betrachtung der tatsächlichen Gewährleistungsfälle, wird ein adäquates Monitoring dieses latenten Risikos sichergestellt. Die Maschinen und Anlagen von Sovello bedürfen einer planmäßigen Wartung. Unvorhergesehene Produktionsausfälle können sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens auswirken. Unsere Produktion wird nach der Fertigstellung unserer dritten Produktionslinie auf drei voneinander unabhängig zu betreibende Linien ausgerichtet sein, so dass das Risiko eines Totalausfalls nahezu ausgeschlossen wurde. Für wesentliche Risiken wie beispielsweise Anlageschäden oder Betriebsunterbrechungen wurden entsprechende Versicherungen geschlossen. Forschung & Entwicklung Zur Qualitätssicherung über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg stellen wir Wafer, Zellen und Module in einem integrierten Prozess her. Unsere Produktion basiert auf dem STRING-RIBBONTM-Verfahren, das wir als fortschrittlich und zukunftsträchtig erachten. Sofern Wettbewerber in der technologischen Fortentwicklung der Photovoltaik wesentliche Vorteile (beispielsweise bezüglich der Effizienz oder eines kostengünstigeren Produktionsprozesses) erzielen, könnte dies erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Sovello haben. Mittels der Erhöhung von Kapazitäten im Forschungs- und Entwicklungsbereich, Forschungskooperationen mit anderen Branchenvertretern sowie der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Universitäten ist mittelfristig vorgesehen, unsere Kompetenzen weiter zu stärken. Finanzwirtschaftliche Risiken Aufgrund des Aufbau- und Wachstumsprozesses, in dem sich Sovello weiterhin befindet, sieht sich die Gesellschaft insbesondere Finanzierungsrisiken ausgesetzt. Darüber hinaus unterliegt die Gesellschaft im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Zins- und Währungsrisiken sowie Kreditrisiken. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Hierzu werden je nach Einschätzung des Risikos ausgewählte derivative Sicherungsinstrumente und andere geeignete Maßnahmen eingesetzt. Grundsätzlich werden nur solche Risiken besichert, die Auswirkungen auf den Cash Flow der Gesellschaft haben. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich als Sicherungsinstrumente genutzt, das heißt für Handels- oder andere spekulative Zwecke kommen sie nicht zum Einsatz. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Das laufende Risikomanagement obliegt der Finanzabteilung des Unternehmens. Wechselkursschwankungen können unerwünschte und unvorhersehbare Ergebnis- und Cash Flow-Volatilitäten hervorrufen. Die Währungsrisiken der Gesellschaft resultieren im Wesentlichen aus dem operativen Geschäft bedingt durch den teilweisen Export der Produkte in den US-Dollarraum sowie durch den dollarbasierten Einkauf von bestimmten Rohstoffen und Materialien. Darüber hinaus besteht ein Teil der Gesellschafterdarlehen in US-Dollar. Transaktionen in anderen Fremdwährungen sind von untergeordneter Bedeutung. Die Fremdwährungsrisiken werden regelmäßig durch Gegenüberstellung der erwarteten Zahlungsströme in US-Dollar bewertet. Der betrachtete Zeithorizont beträgt in der Regel zwölf Monate. Im Fokus steht dabei ein natürliches Hedging der US-Dollar Aus- und Einzahlungen aus den zugrunde liegenden Beschaffungs- und Verkaufsverträgen. Bestehen US-Dollar-Überhänge oder -Unterdeckungen wird in Abhängigkeit von der erwarteten Kursentwicklung der Abschluss von Währungssicherungsgeschäften zur Reduzierung des wirtschaftlichen Risikos geprüft. Das Unternehmen ist mit seinen variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Diesen Risiken begegnet Sovello zum Teil durch den Einsatz von Zinsswaps, anhand derer die variable Verzinsung durch eine fixe Verzinsung ersetzt wird. Das Liquiditätsrisiko stellt das Risiko dar, dass die Gesellschaft ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, wie z. B. den Zinszahlungen und der Tilgung von Finanzschulden, der Bezahlung von Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten sowie anderen bestehenden Verbindlichkeiten. Zur frühzeitigen Erkennung von Liquiditätsengpässen wird eine Finanzplanung erstellt, bei der der Liquiditätsbedarf regelmäßig aktualisiert wird. Der detaillierte Planungshorizont der operativen Cash-Planung beträgt im Unternehmen zwei Jahre, darüber hinaus werden Businesspläne erstellt. Das Kreditrisiko, als Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher maximal in Höhe der Buchwerte der jeweiligen finanziellen Vermögenswerte. Zur Vermeidung von Zahlungsausfällen werden Kreditauskünfte über den Vertragspartner eingeholt oder historische Daten aus der bisherigen Geschäftsbeziehung, insbesondere dem Zahlungsverhalten, genutzt. Gegebenenfalls werden Akkreditive bzw. Vorkasse vereinbart. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2009 für einzelne Kunden Warenkreditversicherungen im Rahmen gezeichneter Kreditlimite abgeschlossen. Finanzgeschäfte werden nur mit Kontrahenten abgeschlossen, die entsprechende Bonität aufweisen, so dass die tatsächlichen Ausfallrisiken gering sind. Rechtliche Risiken Wesentliche rechtliche Risiken treten in erster Linie beim Abschluss von Verträgen auf. Daher werden diese durch interne Stellen und externe Berater unter juristischen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geprüft. Lizenzverträge sowie Verträge zu Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen werden bei Bedarf dem jeweiligen Stand der entsprechenden Projekte angepasst. Für die Errichtung unserer Produktionsanlagen haben wir Investitionszulagen und -zuschüsse beantragt. Die Gesellschaft hat Fördermittelbescheide für die Produktionslinien 1 und 2 erhalten. Bezüglich beider Fördermittelbescheide wurden seitens der Europäischen Kommission in Vorjahren förmliche Prüfverfahren nach den Vorschriften des EG-Vertrages über staatliche Beihilfen eingeleitet. Ein Verfahren, welches die beihilferechtliche Zusammenfassung von Investitionsvorhaben der Gesellschaft zum Gegenstand hatte, wurde durch Genehmigung der Zuwendungen ohne Kürzung des Beihilfehöchstsatzes durch Entscheidung vom 17. Juni/20. Juli 2009 positiv beendet. Entsprechende Investitionszuwendungen (Investitionszuschuss 17,2 Mio. EUR; Investitionszulage 13,2 Mio. EUR) wurden an die Gesellschaft im Berichtsjahr ausgezahlt. Ein zweites Prüfverfahren, das die rechtmäßige Bewilligung von Investitionsbeihilfen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zum Gegenstand hat, wurde am 27. Januar 2010 durch die Entscheidung zur Rücknahme der Bewilligung eines KMU-Förderaufschlages beendet. Die hiervon betroffenen Investitionszuwendungen belaufen sich auf insgesamt rund 9,6 Mio. EUR. Diese Rückzahlungsverpflichtung des gewährten KMU-Bonus wurde im Geschäftsjahr 2009 einschließlich erwarteter Zinszahlungen im Jahresabschluss berücksichtigt. Für die Erweiterung der Produktionsstätte am Standort Bitterfeld-Wolfen um eine dritte Produktionslinie hat die Gesellschaft einen Notifizierungsantrag gestellt, der die Bewilligung der auf gesetzlicher Grundlage beantragten Investitionszulagen für diese Linie zum Gegenstand hat. Sollten sich die diesem Antrag zugrunde liegenden Voraussetzungen bis zur Genehmigung des Antrages durch die EU-Gremien ändern, so hätte dies gegebenenfalls Rückwirkung auf die Höhe der zu erwartenden Investitionszuwendungen. Die Gewährung aller Investitionszuwendungen ist darüber hinaus grundsätzlich an die Einhaltung bestimmter Auflagen und Bedingungen, zum Teil über einen mehrjährigen und in die Zukunft reichenden Zeitraum, gebunden. Im Falle einer Nichterfüllung könnte Sovello zur vollständigen oder teilweisen Rückzahlung der erhaltenen Zuwendungen verpflichtet sein. Dies würde sich nachteilig auf die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft auswirken. Weltwirtschaftliches Risiko Als wesentliches externes Risiko wird von Sovello AG weiterhin die Auswirkung der bislang tiefsten Rezession der neueren Geschichte in Form der Finanz- und Weltwirtschaftskrise wahrgenommen. Dies betrifft insbesondere Einschränkungen die sich auf unsere Expansionsstrategie beziehen und deren Forcierung im momentanen Umfeld nicht möglich ist. Auch wenn sich gegenwärtig die Meinung verbreitet, dass die Talsohle erreicht sein könnte, so sehen wir die Finanzierungsmöglichkeiten einiger Kunden erschwert, was zur Folge haben kann, dass sich die Kaufabsichten bezüglich unserer Produkte ändern. Deshalb ist es erforderlich, eine detaillierte kurz-, mittel- und langfristige Risikoeinschätzung weiterhin stetig fortzuentwickeln. 4.3. Gesamtbetrachtung Sämtliche Risiken bewerten wir aktuell - unter Einbezug der unter Abschnitt 3 dargestellten Entwicklung - nicht als bestandsgefährdend. Das Management sieht gute Chancen, in Jahresfrist konkurrenzfähig zu internationalen Anbietern zu sein und damit unsere Marktposition zu festigen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde das vorhandene Controlling- und Berichtssystem als wichtige Basis zur Überprüfung der erreichten Ergebnisse weiter optimiert. Wöchentlich werden detaillierte Liquiditätsbetrachtungen sowie monats-/quartalsweise aktualisierte Forecast-Rechnungen erstellt. Die Fortentwicklung unseres Risikomanagements wird auch künftig im Fokus bleiben. 5. Prognosebericht Trotz der Erholung der Weltwirtschaft, die im Sommer 2009 einsetzte und die auch im Jahr 2010 dank der Unterstützung der Geld- und Fiskalpolitik noch andauern dürfte, kann von einem selbsttragenden Aufschwung noch keine Rede sein. Die für das Jahr 2010 erwarteten BIP-Wachstumsraten von gut 1 % in Deutschland, rund 1 % im Euroraum und etwa 2 % in den USA werden vermutlich nicht ausreichend sein, um den Beschäftigungsabbau im laufenden Jahr zu stoppen und die Konsum- und Investitionsbereitschaft in den westlichen Industrienationen zu steigern. Die Kehrseite der Medaille dürfte - zumindest im ersten Halbjahr 2010 - ein weiterhin niedriges Zinsniveau sein. Die meisten Marktbeobachter sehen kurz- bis mittelfristig keinen signifikanten Anstieg der Inflation und erwarten daher eine spürbare Straffung der Geldpolitik durch die Zentralbanken erst in der zweiten Jahreshälfte. Entscheidend für den Rückenwind, den die Industrie und in besonderem Maße die Solarbranche von dieser Seite erfahren wird, sind jedoch die Verfügbarkeit von und erhöhte Risikoprämien für langfristige Kredite. Das weiterhin hohe Kreditausfallrisiko der Banken und die rapide steigende Verschuldung der öffentlichen Hand lassen allerdings für das Jahr 2010 gegenüber den deutlichen Fortschritten im zweiten Halbjahr 2009 eine Verlangsamung der Normalisierung der Lage an den Kapitalmärkten erwarten. Obwohl sich die Solarbranche aller Voraussicht nach auch im Jahr 2010 in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld bewegen wird, erwarten Analysten für das laufende Jahr die Rückkehr der Branche auf ihren Wachstumspfad, die sich seit Herbst 2009 bereits abzeichnet. Grund für den zu erwartenden neuerlichen Wachstumsschub um voraussichtlich rund 50 % auf rund 10 GWp weltweite Neuinstallationen ist die anhaltende Angebotsausdehnung, die das Preisniveau von Solaranlagen noch näher an die sogenannte Netzparität heranführen wird. Hauptwachstumsträger werden im laufenden Jahr vermutlich Italien, Frankreich, Nordamerika und der pazifische Raum (Japan, China, Indien, Australien) sein - mit der Folge, dass es 2010 vermutlich erstmals mehr als ein Dutzend Länder geben wird, die mehr als 100 MWp an PV-Neuinstallationen vorweisen können. Deutschland wird mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahr 2010 der weltweit größte Solarmarkt mit preissetzender Funktion bleiben, auch wenn eine genaue Prognose der Marktgröße angesichts der anhaltenden Diskussion um eine auf dem Vorschlag des Bundesumweltministers beruhende außerplanmäßige Absenkung der im EEG verankerten Einspeisevergütung, (zusätzliche Absenkung um 11-16 % mit Wirkung vom 1. Juli 2010) schwierig erscheint. Weitaus klarer erscheint jedoch, dass immer mehr führende Industrie- und Schwellenländer auf den fahrenden Solar-Zug aufspringen und Deutschland als "Lokomotive" in einigen Jahren voraussichtlich ablösen werden. Unbeschadet dieser kurzsichtigen deutschen Diskussion bietet das Weltmarktpotenzial der Photovoltaik - Marktstudien zufolge - mittel- bis langfristig nach wie vor sehr gute Entwicklungschancen für die Solarunternehmen. Die Verknappung und damit die erwartete Verteuerung herkömmlicher, endlicher Energieträger wie Öl und Gas zwingt langfristig zum Handeln. Der verstärkte Einsatz der erneuerbaren Energien hat erhebliche Vorteile für die Umwelt, die im internationalen Umfeld verstärkt Beachtung erfährt. Auf dem im Dezember 2009 durchgeführten Weltklimagipfel haben sich die Teilnehmerstaaten in der "Vereinbarung von Kopenhagen" zu grundlegenden Zielen verständigt. Die Regierungen aller Nationen haben erkannt, dass der Klimaschutz eine der zentralen Aufgaben der Gegenwart und Zukunft ist. Die wirtschaftliche Entwicklung der Sovello AG im Jahr 2010 hängt sehr stark vom Ausgang der von der neuen Bundesregierung forcierten Initiative zur außerordentlichen Anpassung der EEG-Einspeisetarife ab, da Deutschland derzeit den Hauptabsatzmarkt für Sovello-Produkte darstellt. Unter der Annahme, dass der am 3. März 2010 im Bundeskabinett sowie am 22. April 2010 in der Sachverständigenanhörung behandelte Entwurf zu außerplanmäßigen Absenkungen der PV-Einspeisetarife (16% für Aufdach- bzw. 11/15% für Freiflächenanlagen) den Gesetzgebungsprozess unverändert passiert, erwarten wir im Jahr 2010 folgende Entwicklung für Sovello. Der Umsatz dürfte im laufenden Jahr trotz des schwierigen Marktumfeldes moderat ansteigen, da unsere Auftragsbücher dank einer Reihe neuer strategischer Vertriebspartnerschaften, die in den vergangenen Monaten abgeschlossen wurden, gut gefüllt sind und da uns durch die fast abgeschlossene Inbetriebnahme unserer dritten Fertigungslinie eine deutlich höhere Produktionskapazität zur Verfügung stehen wird als im vergangenen Jahr. Allerdings wird das Volumenwachstum durch den zu erwartenden Preisrutsch nur deutlich abgeschwächt auf den Umsatz durchschlagen. Trotz der erwarteten besseren Kapazitätsauslastung und dem im vergangenen Jahr ins Leben gerufenen Kostenreduktionsprogramm "Sovello 2011", dessen Kernelemente Materialeinsparungen und erhöhte Fertigungs- und Produkteffizienzen sind, wird im Jahr 2010 die Gewinnschwelle noch nicht erreicht. Mittelfristig gehen die Planungen unverändert davon aus, dass Sovello mit den angestoßenen Maßnahmen, insbesondere dem Programm "Sovello 2011" zur Profitabilität zurückkehren kann. Sovello hat auf Basis des Technologiepotenzials, das die STRING-RIBBON™-Wafer bieten, bereits seit langem ein internes Zielkostenniveau für Solarmodule definiert, das es erlaubt, Sonnenstrom konkurrenzfähig anzubieten. Dieses Ziel, das sich in erster Linie an Energie- und CO2-Preisen und nicht an politischen Diskussionen orientiert, halten wir weiterhin für erreichbar. Der Verkauf der Sovello AG im April 2010 durch die bisherigen Eigentümer bietet uns neben dem Wiedererreichen einer soliden Kapital- und Finanzierungsbasis auch die Perspektive, mit Unterstützung des branchenerfahrenen Investors Ventizz die gesteckten Ziele umzusetzen und die Chancen, die der weiter wachsende Solarmarkt künftig bietet, zu nutzen. Insofern sieht sich Sovello in der Lage, wettbewerbsfähig am Markt zu agieren.
Bitterfeld-Wolfen, den 23. April 2010 Sovello AG Dr. Theodor Scheidegger Hans-Jörg Axmann Jörg Baumheuer Christian Langen der Vorstand Bilanz zum 31. Dezember 2009Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2009
Anhang für das Geschäftsjahr 20091. Grundlagen des JahresabschlussesDer Jahresabschluss der Sovello AG, Bitterfeld-Wolfen, ist nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt worden. Die Gliederung des Jahresabschlusses wurde unter Beachtung der allgemeinen Gliederungsgrundsätze des § 265 HGB und der Gliederungsvorschriften für die Bilanz gemäß § 266 Abs. 2 und 3 HGB vorgenommen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB erstellt. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. 2. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDer Jahresabschluss wurde unter Beachtung der generellen Bewertungsvorschriften der §§ 252 bis 256 HGB sowie unter Berücksichtigung der besonderen Ansatz- und Bewertungsvorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 269 bis 274, 279 bis 283 HGB) aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr ausnahmslos beibehalten. Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen. Die Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen oder niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Fremdkapitalzinsen für Bauzeiten wurden ebenso aktiviert wie Eigenleistungen in Zusammenhang mit der Herstellung der Betriebsbereitschaft der technischen Anlagen und Maschinen. Bei Zugängen erfolgt der Beginn der Abschreibung monatsgenau. Seit 2008 werden geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 150,00 und EUR 1.000,00 in einem Jahressammelposten erfasst und über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten ermittelt zu Durchschnittspreisen bewertet. Zur Bewertung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse werden leerkostenbereinigt, fertigungsbedingt anfallende direkte und indirekte Kosten (Materialkosten, Personalkosten, Abschreibungen) herangezogen. Soweit erforderlich werden niedrigere beizulegende Werte beachtet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert abzüglich einzeln ermittelter Wertberichtigungen; Guthaben bei Kreditinstituten zum Nominalwert angesetzt. Die Rechnungsabgrenzung betrifft Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die einen Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Tag darstellen. Es sind Vorauszahlungen enthalten, die langfristige Lieferverträge für Silizium betreffen und über die Vertragslaufzeit entsprechend der Liefermengen aufgelöst werden. Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert angesetzt. Investitionszuschüsse und Investitionszulagen zum Anlagevermögen werden in einem passivisch gebildeten Sonderposten erfasst. Die Auflösung des Sonderpostens erfolgt über die Nutzungsdauer der geförderten Vermögensgegenstände. Die Rückstellungen sind in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme dotiert. Sofern vorhanden, werden für derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften passiviert, soweit keine bilanziellen Bewertungseinheiten vorliegen. Die Verbindlichkeiten sind mit den Rückzahlungsbeträgen angesetzt. Die Umrechnung von kurzfristigen Fremdwährungsforderungen bzw. -verbindlichkeiten erfolgt mit dem Stichtagskurs, unter Beachtung des Niederstwertprinzips. 3. Erläuterungen zur BilanzDie Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens in der Berichtsperiode ist als Anlage zum Anhang beigefügt. Unter dem Posten Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau sind TEUR 325 geleistete Anzahlungen und TEUR 13.205 Anlagen im Bau erfasst. Die Herstellungskosten des Anlagevermögens beinhalten aktivierte Bauzeitzinsen in Höhe von TEUR 7.865 (davon TEUR 1.733 die Berichtsperiode betreffend). Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Es wurde eine Einzelwertberichtigung von zweifelhaften Forderungen gegen-über einem Kunden in Höhe von TEUR 594 erforderlich. Die Forderungen gegen Gesellschafter resultieren aus Liefer- und Leistungsbeziehungen. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Ansprüche auf Investitionsbeihilfen (Investitionszulage und -zuschüsse, TEUR 14.028) und Umsatzsteuerforderungen (TEUR 3.582). Die Liquiden Mittel enthalten in Höhe von TEUR 2.779 auf Sperrkonten eingezahlte Investitionszuwendungen über die Sovello nicht frei verfügen kann. TEUR 124 betreffen einen Teilbetrag der im Zusammenhang mit einem anhängigen Prüfverfahren steht, welches die Europäische Kommission nach den Vorschriften des EG-Vertrages über staatliche Beihilfen eingeleitet hat. Wir verweisen auf unsere Erläuterungen zu den Sonstigen Rückstellungen. Ein weiterer Teilbetrag in Höhe von TEUR 2.655 wird der Gesellschaft nach dem Abschluss der Finanzierungsverhandlungen mit dem Bankenkonsortium und anschließender Freigabe des Zuwendungsgebers zur Tilgung von Finanzverbindlichkeiten zur Verfügung stehen. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 31.181 insbesondere eine in 2007 getätigte Auszahlung im Zusammenhang mit einer langfristigen Liefervereinbarung für Silizium. Diese Vorauszahlung wurde, da in US-Dollar geleistet, mit dem Kurs des Zahlungstages umgerechnet. Änderungen des US-Dollar-Kurses haben keinen Einfluss auf die Bewertung des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens, da es sich bei diesem Posten nicht um einen einer Fremdwährungsforderung ähnlichen Posten handelt. Der Posten trägt einen vorratsähnlichen Charakter. Von den ursprünglichen TEUR 63.971 wurden nach Vertragsanpassungen in 2008 TEUR 9.091 und in 2009 TEUR 8.887 an Sovello zurückgezahlt. Daneben ist vertraglich festgelegt, dass die Reduzierung der Vorauszahlung entsprechend der zu verrechnenden tatsächlichen Lieferungen erfolgt. Weiterhin ist unter dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eine Vorauszahlung im Zusammenhang mit einer zweiten langfristigen Liefervereinbarung für Silizium in Höhe von TEUR 6.037 erfasst. Hierfür wurden in 2008 TEUR 2.000 sowie in 2009 TEUR 7.662 als Vorauszahlung geleistet. TEUR 2.808 sind zum Bilanzstichtag aufgrund der Preisentwicklung als nicht werthaltig anzusehen und daher im Aufwand des Geschäftsjahres erfasst. Ebenfalls im Aufwand erfasst ist eine Reduzierung der Vorauszahlung um TEUR 204 in 2009 aufgrund einer dreimonatigen Nichtabnahme des Materials. Daneben erfolgt die Reduzierung der Vorauszahlung entsprechend der zu verrechnenden tatsächlichen Lieferungen Das Grundkapital beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 480 und ist in 480.000 auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt. Die Beteiligungsverhältnisse sind am Bilanzstichtag unver-ändert zum Vorjahr. Die Kapitalrücklage enthält Aufgelder aus der Ausgabe von Gesellschaftsanteilen sowie sonstige Zuzahlungen der Gesellschafter. In 2009 erfolgten Einzahlungen in Höhe von TEUR 18.500 durch die Gesellschafter zu gleichen Teilen durch Übernahme von Darlehenstilgungen an Geldes statt. In die Gesetzliche Rücklage (Gewinnrücklage) wurde zum 31. Dezember 2008 entsprechend § 150 AktG ein Betrag von TEUR 48 aus dem Jahresüberschuss 2008 eingestellt. Der Sonderposten für Investitionszuwendungen wurde für bewilligte Investitionsbeihilfen (Investitionszuschuss) bzw. auf gesetzlichen Ansprüchen beruhend (Investitionszulage) gebildet. Die Auflösung erfolgt in Abhängigkeit von der Wertentwicklung der bezuschussten Vermögensgegenstände. Die Entwicklung in der Berichtsperiode stellt sich wie folgt dar:
Die Zugänge betreffen insbesondere Investitionszulagen für Anlagenzugänge des Jahres 2009 für die dritte Produktionslinie sowie Investitionszuschüsse für die zweite Produktionslinie, die aufgrund der Genehmigung der Investitionszuwendungen durch die EU einschließlich eines EFRE-Anteiles erfasst wurden. Zuvor hatte die Europäische Kommission ein förmliches Prüfverfahren nach den Vorschriften des EG-Vertrages über staatliche Beihilfen eingeleitet. Gegenstand des Verfahrens war die Prüfung der beihilferechtlichen Zusammenfassung von Investitionsvorhaben der Gesellschaft, was herabgesetzte Beihilfehöchstsätze zur Folge gehabt hätte. Am 17. Juni/20. Juli 2009 wurde dieses Verfahren durch die Bewilligung der Investitionszuwendungen ohne Reduzierung der Beihilfesätze beendet. Auszahlungen von Investitionszuwendungen an die Gesellschaft sind in 2009 erfolgt. Die Abgänge betreffen eine Umgliederung in die Rückstellung für Rückzahlungsverpflichtungen von Investitionszuwendungen die erste Produktionslinie betreffend. Wir verweisen auf unsere Erläuterungen zu den sonstigen Rückstellungen. Die Gesellschaft hat einen Notifizierungsantrag betreffend die Erweiterung der Produktionsstätte um eine dritte Linie erarbeitet, der die Bewilligung der auf gesetzlicher Grundlage beantragten Investitionszulagen für diese Linie zum Gegenstand hat. Sollten sich die diesem Antrag zugrunde liegenden Voraussetzungen bis zur Genehmigung des Antrages durch die EU-Gremien ändern, so hätte dies ggf. Rückwirkung auf die Höhe der zu erwartenden Investitionszuwendungen. Die Steuerrückstellungen berücksichtigten die unter Zugrundelegung der aktuell gültigen Steuersätze und Steuergesetze zu erwartenden Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Finanzbehörden aus Einkommen- und Ertragsteuern (TEUR 3.473) sowie Grundsteuer (TEUR 49). Im Geschäftsjahr 2009 fand eine steuerliche Außenprüfung der Veranlagungszeiträume 2004 bis 2007 statt, die sich auf die Steuerarten Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer sowie die Investitionszulage erstreckte. Bis zum Zeitpunkt der Erstellung des Einzelabschlusses lag noch kein abschließender Prüfungsbericht vor. Die Sonstigen Rückstellungen beinhalten in Höhe von TEUR 11.462 eine Rückstellung für Rückzahlungsverpflichtungen von Investitionszuwendungen einschließlich Zinsen. Die Europäische Kommission hat mit Entscheidung vom 17. Juni 2008 ein förmliches Prüfverfahren bezüglich der rechtmäßigen Bewilligung von Investitionsbeihilfen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) an die Gesellschaft eröffnet. Sovello wurde in diesem Zusammenhang im Jahr 2006 ein sogenannter KMU-Bonus in Höhe von rd. Mio EUR 9,6 gewährt. Vertreter der Europäischen Kommission haben im Oktober 2009 gegenüber Vertretern des Bundeswirtschaftsministeriums sowie der Gesellschaft erklärt, dass mit einer Rückzahlungsanforderung im ersten Quartal 2010 zu rechnen ist. Generell besteht basierend auf Stellungnahmen der beratenden Rechtsanwälte mit Aussicht auf Erfolg die Möglichkeit, gegen diese Entscheidung gerichtlich vorzugehen. Trotz einer gerichtlichen Anfechtung müsste Sovello bis zu einer anderweitigen Entscheidung der Rückzahlungsanforderung nebst Zinsen sofort Folge leisten. Daneben beinhalten die Sonstigen Rückstellungen überwiegend die Rückstellung für ausstehende Rechnungen mit TEUR 4.734. Darin enthalten sind mit TEUR 431 (Vorjahr: TEUR 1.173) Rückstellungen für potenzielle Aufwendungen, die Sovello aufgrund notwendiger Erdungsmaßnahmen zur Vermeidung eines Polarisationseffektes für bereits gelieferte Module entstehen könnten. Weiterhin werden personalkostenbezogene Rückstellungen für Boni und Zuschläge, ausstehenden Urlaub sowie Mehrarbeit (TEUR 2.041), Gewährleistungsrückstellungen (TEUR 1.985), Zinsabgrenzungen (TEUR 285) sowie erwartete Berufsgenossenschaftsbeiträge (TEUR 268) ausgewiesen. Die Zusammensetzung der Verbindlichkeiten sowie die Fristigkeiten können dem folgenden Verbindlichkeitenspiegel entnommen werden: Verbindlichkeiten
Die Bankverbindlichkeiten sind durch Grundschuldeintragungen in Höhe von TEUR 112.000, Sicherungsübereignung von Anlage- und Umlaufvermögen, Verpfändung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und bestehender Ansprüche auf Investitionszulagen und Investitionszuschüsse sowie Verpfändung von Bankguthaben gesichert. Im Zusammenhang mit dem Nachtrag zum Konsortialkreditvertrag vom September 2008 hat sich die Gesellschaft zur Bestellung einer weiteren Grundschuld in Höhe von TEUR 60.000 verpflichtet; die Eintragung ins Grundbuch ist bisher nicht erfolgt. Aufgrund des bestehenden Konsortialkreditvertrages ist Sovello verpflichtet, bestimmte Finanz- und Budgetkennzahlen einzuhalten und ein Schuldendienstreservekonto zu dotieren. Zum 31. Dezember 2008 und im Geschäftsjahr 2009 wurden die Finanz- und Budgetkennzahlen teilweise nicht erreicht. Das Schuldendienstreservekonto wurde nicht dotiert. Mit den finanzierenden Banken wurde zwischenzeitlich vereinbart, die kurzfristigen Darlehen bis spätestens 30. Dezember 2010 bzw. früher bei Erhalt von Investitionsfördermitteln zurückzuführen. Wir verweisen auf den Abschnitt 6 Gesellschafterwechsel. Insgesamt wurden Darlehen in Höhe von TEUR 165.006 seitens der Gesellschafter gewährt. Für diese Darlehen wurde im Verhältnis gegenüber allen Gläubigern ein Rangrücktritt erklärt. Weiterhin bestehen zum Stichtag Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen-über Gesellschaftern von TEUR 4.198 sowie passivierte Darlehenszinsen für die Gesellschafterdarlehen von TEUR 9.420. Alle Gesellschafterdarlehen haben eine Laufzeit bis 30. Juni 2010 einschließlich der aufgelaufenen Zinsen. 4. Sonstige finanzielle VerpflichtungenKünftige finanzielle Verpflichtungen ergeben sich wie folgt:
5. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungDie im Geschäftsjahr 2009 erzielten Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 111.731 entfallen überwiegend auf den Verkauf von Solarmodulen (TEUR 109.643). Daneben wurden Erlöse insbesondere durch den Verkauf von fertigungsbedingt anfallendem Wafer- und Zellschrott (TEUR 2.020) sowie Handelswaren (TEUR 68) erzielt. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen die Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuwendungen (TEUR 6.900) sowie Erträge aus Devisentermingeschäften (TEUR 3.373). Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind TEUR 2.902 erfasst, die in Vorjahren vereinnahmte Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens betreffen. Es wird erwartet, dass diese Investitionszuwendungen zurückgefordert werden. Wir verweisen auf die Erläuterungen zu den Sonstigen Rückstellungen. Des Weiteren enthalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen einen Aufwand für drohende Verluste aus einem langfristigen Siliziumliefervertrag in Höhe von TEUR 2.808. Der Zinsaufwand 2009 gliedert sich wie folgt:
Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfällt in Höhe von TEUR 81 auf Gewerbesteuer für Vorjahre, die im Rahmen der Betriebsprüfung erfasst wurden. Im Geschäftsjahr 2009 fand eine steuerliche Außenprüfung (Betriebsprüfung) für die Veranlagungszeiträume 2004 bis 2007 statt, die sich auf die Steuerarten Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer sowie die Investitionszulage erstreckte. Für Körperschaftsteuer erfolgten in 2009 Erstattungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 11. 6. Sonstige AngabenMitarbeiter Die Gesellschaft beschäftigte durchschnittlich 1.174 (Vorjahr: 1.087) Arbeitnehmer. Die zum Stichtag beschäftigten Mitarbeiter (einschließlich den Mitgliedern des Vorstands) entfallen auf folgende Bereiche:
Daneben bestehen zum Abschlussstichtag 28 (Vorjahr: 24) Lehrausbildungsverhältnisse sowie zwei Ausbildungsverhältnisse im dualen Studium. Vorstand Dr. Theodor Scheidegger, Informatiker, Vorstandsvorsitzender Hans-Jörg Axmann, Ingenieur, Vorstand Technik Jörg Baumheuer, Ingenieur, Vorstand Produktion Christian Langen, Kaufmann, Vorstand Vertrieb und Marketing Für das Geschäftsjahr 2009 betragen die Gesamtbezüge des Vorstands TEUR 1.101 (Vorjahr 1.082). Die für das Vorjahr angegebenen Bezüge haben sich im Geschäftsjahr 2009 aufgrund einer nachträglichen Anpassung um TEUR 222 verringert. Aufsichtsrat Richard M. Feldt, Ingenieur, Vorstandsvorsitzender Evergreen, Aufsichtsratsvorsitzender Anton Milner, Ingenieur, Vorstandsvorsitzender Q-Cells, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender Erik Thorsen, Kaufmann (MBA), ehem. Vorstandsvorsitzender REC (bis 21. April 2009) Terje Pilskog, Kaufmann (MBA), Vizepräsident Business Development REC (seit 7. Mai 2009) John Andersen, Kaufmann (MBA), Vorstand Produktion REC Michael El-Hillow, Kaufmann (MBA), Finanzvorstand Evergreen Dr. Hartmut Schüning, Kaufmann, ehem. Finanzvorstand Q-Cells (bis 7. August 2009) Dr. Nedim Cen, Kaufmann und Ingenieur, Finanzvorstand Q-Cells (seit 10. August 2009) Mandy Hildebrandt, Mechatronikerin, technische Mitarbeiterin Prozessentwicklung Sovello Norbert Krebs, Facharbeiter, Fertigungsleiter Sovello Sandra Seidewitz, Prozesstechnologin, Kundendienstbetreuerin Sovello Für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat der Sovello AG wurden den Aufsichtratsmitgliedern in 2009 keine Bezüge gewährt. Konzernzugehörigkeit Gesellschafter der Sovello AG sind Evergreen Solar Inc., Marlboro, Massachusetts, USA, (Evergreen), Renewable Energy Corporation ASA, Sandvika, Norwegen, (REC), und Q-Cells SE, Bitterfeld-Wolfen, Deutschland, (Q-Cells). Die Beteiligungsverhältnisse ergeben sich wie folgt:
Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Gesellschafter (Evergreen und Q-Cells at equity; REC quotal) einbezogen. Derivative Finanzinstrumente Am 11. Juli 2007 hat Sovello einen Zinsswap mit einer Laufzeit bis 30. September 2010 abgeschlossen. Der Bilanzwert beträgt EUR 0, da ein Sicherungszusammenhang mit dem fristenkongruenten Darlehen vorliegt. Zum Bilanzstichtag betragen Nominalwert TEUR 22.500 und Marktwert dieses Sicherungsgeschäftes -TEUR 429. Gesamthonorar des Abschlussprüfers Das für den Abschlussprüfer des Einzelabschlusses, Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, im Geschäftsjahr 2009 als Aufwand erfasste Honorar einschließlich Kostenerstattungen beträgt für: a) Prüfungsleistungen TEUR 101 (Vorjahr TEUR 98) b) Steuerberatungsleistungen TEUR 20 (Vorjahr TEUR 28) c) sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen TEUR 77 (Vorjahr TEUR 193) d) sonstige Leistungen TEUR 0 (Vorjahr TEUR 1). ErgebnisverwendungsvorschlagDie Gewinn- und Verlustrechnung wurde unter Berücksichtigung der teilweisen Ergebnisverwendung aufgestellt. Aufgrund des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr (TEUR 15.497) und des Jahresfehlbetrages 2009 (TEUR 64.409) wird ein Bilanzverlust von TEUR 48.912 ausgewiesen. Gemäß dem Vorschlag des Vorstandes soll der Bilanzverlust auf neue Rechnung vorgetragen werden. Gesellschafterwechsel Unter dem 22./23. März 2010 haben die Gesellschafter Evergreen Solar Inc., Q-Cells SE und REC ASA einen Vertrag zur Veräußerung von 100% der Anteile an der Sovello AG an den Investor Ventizz unterzeichnet. Die Wirksamkeitsvoraussetzungen wurden am 22. April 2010 erfüllt. Die Muttergesellschaft der Sovello AG ist ab diesem Zeitpunkt die Rolling Hills S.à r.l., Luxemburg. Durch den neuen Gesellschafter wurden TEUR 40.000 (davon TEUR 30.000 als Darlehen) zugeführt. Die Bankdarlehen wurden in diesem Zusammenhang im April 2010 bis auf einen Betrag von TEUR 15.000 zurückgeführt. Daneben wurde ein neuer Darlehensvertrag mit der Investitionsbank Sachsen/Anhalt über Mio. EUR 10 unterzeichnet.
Bitterfeld-Wolfen, den 23. April 2010 Sovello AG Dr. Theodor Scheidegger Hans-Jörg Axmann Jörg Baumheuer Christian Langen der Vorstand Entwicklung des Anlagevermögens
Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Sovello AG, Bitterfeld-Wolfen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung gemäß § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss der Sovello AG, Bitterfeld-Wolfen, den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Frankfurt/Main, den 23. April 2010 Deloitte
& Touche GmbH
Wegner, Wirtschaftsprüfer ppa. Schwarz, Wirtschaftsprüfer Bekanntmachung/ErgebnisverwendungEntsprechend dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat wird der Bilanzverlust per 31. Dezember 2009 in Höhe von EURO 48.912.277,78 auf neue Rechnung vorgetragen.
Sovello AG Dr. Theodor Scheidegger, CEO Hans-Jörg Axmann, CTO Jörg Baumheuer, COO Christian Langen, CSO der Vorstand |
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