FF Fischer Beteiligungs-GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Alexander Bässler seit 28.1.2025 | Geschäftsführer |
Petra Dr. Kirsch seit 7.4.2020 | Prokura |
Christian Dipl.-Wirtschaftsingenieur (FH) Knoll seit 18.7.2016 | Geschäftsführer |
Claudia Rothe seit 12.2.2015 | Prokura |
Marc-Sven Mengis seit 12.2.2015 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
fischer holding GmbH & Co. KGWaldachtalKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022I. Grundlagen des Konzerns 1. Geschäftsmodell Das operative Geschäft der Unternehmensgruppe fischer (Ugf) gliedert sich in die Unternehmensbereiche Befestigungssysteme mit den Produktsortimenten Kunststoff, Metall und Chemie, den Unternehmensbereich fischer automotive Systems mit Systemkomponenten für den Fahrzeuginnenraum, den Unternehmensbereich fischertechnik mit technischen Spielwaren und die Unternehmensbereiche fischer Consulting mit Prozessberatung sowie fischer Electronic Solutions mit Elektronik. Die Produktionsstandorte des Unternehmensbereichs Befestigungssysteme befinden sich in Deutschland, Italien, der Tschechischen Republik, Argentinien, Brasilien, Vietnam und China. Die Automotive-Sparte hat Produktionswerke in Deutschland, der Tschechischen Republik, Serbien, den USA und China, die Erstausrüster (OEMs) und First Tier Supplier beliefern. Der weltweite Vertrieb des Unternehmensbereiches Befestigungssysteme erfolgt überwiegend durch eigene, internationale Vertriebsgesellschaften vor Ort. In Ländern, in denen die Ugf nicht vertreten ist, erfolgt der Vertrieb über Importeure. 2. Forschung und Entwicklung Im Unternehmensbereich Befestigungssysteme wurden im Rahmen der europäischen Verbands- und Richtlinienarbeit verschiedenste europäische Bewertungsdokumente überarbeitet und verschiedene Aktivitäten im Rahmen der Überarbeitung der Bauprodukteverordnung umgesetzt. Durch internationale Forschungsarbeiten wurden Verbindungen zu Zulassungsinstituten und Universitäten weiter gestärkt. Neben Forschungsprojekten in Europa wurden auch die Kooperationen mit Universitäten und Instituten in den USA und China noch weiter intensiviert. Für die Onlinebemessungssoftware C-fix Online wurde die Implementierung des linearen Federmodells inklusive der Fußpunktbemessung gelauncht. Das patentierte Verfahren zur Steifigkeitsbewertung wurde implementiert und wird zu Beginn 2023 für die Anwender zugänglich gemacht. Das Jahr 2022 startete für die Produktentwicklung Kunststoff mit der Einführung des neuen Zweikomponentendübels DuoXpand. Entwickelt wurde er insbesondere für die Befestigung von Unterkonstruktionen in Durchsteckmontage von Problembaustoffen. Das Produktdesign des DuoXpands wurde mit den Designpreisen "Red Dot, German Design Award" und "Focus Open" ausgezeichnet. Für den digitalen Gebäudepass und die Ökobilanzierung von Gebäuden wurde von fischer eine EPD (Environmental Product Declaration) erstellt. Darin sind Umweltdaten für alle Dämmstoffbefestiger von fischer über den gesamten Lebenszyklus hinweg aufgeführt. Die Schwerpunkte in der Produktentwicklung Stahl lagen auf neuen Produkten in den Gruppen Hinterschnittanker, Betonschraube, Bolzenanker sowie dem Stahl-Stahl-Verbinder. In der Produktgruppe der Bolzenanker wurden die Vorbereitungen zur Markteinführung des FAZ II Plus abgeschlossen, der zahlreiche Kundenvorteile, wie beispielsweise die Möglichkeit einer Installation ohne Bohrlochreinigung, bietet. Im Entwicklungsbereich Chemie konnte die Entwicklung des neuen preisgünstigen Epoxidsystems FIS EB II mit bestandener GB-Code-Zulassung (nationale Zulassung in China) und sehr guter ETA-Zulassung erfolgreich abgeschlossen werden. Hauptentwicklungsziel im Bereich fischer Einlegeteile war es, das innovative Konzept für die Ankerschienen FES InnoLock weiterzuentwickeln. Marktseitig wird das innovative Produkt in Deutschland für das höchste Wohn- und Geschäftsgebäude bereits erstmals eingesetzt. Im Bereich Direktbefestigungen wurde mit dem FGW 90F ein neues gasbetriebenes Setzgerät für Holz auf den Markt gebracht. Der Hauptfokus im Entwicklungsbereich Schrauben war die PowerFull II Vollgewindeschraube. Die neue Vollgewindeschraube setzt mit ihrer patentierten Kopf- und Gewindegeometrie neue Maßstäbe sowohl hinsichtlich Lasten als auch in der Anwendung. Entwicklungsschwerpunkte des Geschäftsbereichs automotive waren 2022 die Entwicklung von aktuatorischen Düsen, die Entwicklung von Flach- und Designausströmern und die Vorentwicklung von dekorativen und funktionalen Oberflächen sowie Aktuatorik für Antriebssysteme von kinematischen Teilen, insbesondere von Ladeklappen. Ziel im Jahr 2023 und den Folgejahren ist neben der Serienentwicklung die Weiterentwicklung von aktuatorischen Düsen sowie gemeinsam mit den Entwicklungsabteilungen der Kunden Luftausströmer und kinematische Lösungen für Anwendungsfelder in elektrischen und selbstfahrenden Fahrzeugen weiterzuentwickeln. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung an unseren Hauptstandorten in Waldachtal, Horb a. N. und Denzlingen betrugen im Berichtsjahr EUR 18,7 Mio. (i. V. EUR 20,2 Mio.). Am 31.12.2022 waren an diesen Standorten 149 Personen in den Bereichen Forschung und Entwicklung beschäftigt. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2022 geprägt von Material- und Lieferengpässen, massiv steigenden Preisen, dem Fachkräftemangel, der im Jahresverlauf nachlassenden Corona-Pandemie, vor allem aber von den Folgen des Kriegs in der Ukraine und der damit verbundenen Energiekrise. Trotz dieser schwierigen Bedingungen hat sich die deutsche Wirtschaft insgesamt als widerstandsfähig erwiesen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zufolge im Jahr 2022 um 1,9% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das Wachstum ist vor allem auf den privaten Konsum und Investitionen zurückzuführen. Die Inflationsrate lag bei historisch hohen 7,9 % und wurde vor allem von extremen Preisanstiegen für Energieprodukte und Nahrungsmittel getrieben. Die Entwicklung der Bauwirtschaft wurde vor allem von hohen Materialpreisen, Lieferengpässen und steigenden Hypothekenzinsen beeinflusst, wodurch sich die reale Bruttowertschöpfung verringerte. Zwar ist das Bauvolumen nominal um knapp 14 % gestiegen, inflationsbereinigt allerdings ging es um 2 % zurück. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe verzeichnete lt. Hauptverband der Deutschen Bauindustrie ein reales Minus von 5 %. Die für die Unternehmensgruppe fischer wichtigen Segmente Hochbau und Tiefbau verzeichneten gegen Ende des Jahres 2022 einen rückläufigen realen Auftragseingang. Die Wirtschaftsleistung vieler Mitgliedstaaten im Euro-Raum war im 1. Halbjahr 2022 noch aufwärtsgerichtet, bevor sich im Sommer die konjunkturellen Aussichten erheblich verschlechterten. Die konjunkturelle Aufwärtsdynamik wurde zunehmend von den direkten und indirekten Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, dem Kaufkraftverlust aufgrund der hohen Inflationsraten und der abkühlenden Weltwirtschaft belastet. Die hohen Inflationsraten in Europa waren vor allem von den Energiepreisen getrieben und angesichts der steigenden Inflationsraten wurden die Leitzinsen von zahlreichen Zentralenbanken deutlich angehoben. Dennoch war das europäische Wirtschaftswachstum im Jahr 2022 widerstandsfähiger als erwartet und somit legte im Euro-Raum lt. europäischer Statistikbehörde Eurostat das BIP um 3,5 % zu. Für das Bauvolumen der Euroconstruct-Länder rechnet Euroconstruct im Jahr 2022 mit einem Wachstum von 3 %. Die positive Entwicklung der Wirtschaftsleistung ist insbesondere auf ein überdurchschnittliches Wachstum der großen Volkswirtschaften Spanien (5,2 %) und Italien (3,9 %) zurückzuführen. In Frankreich war das Wachstum des BIP mit 2,6 % etwas geringer. Die Konjunktur im Vereinigten Königreich wurde weiterhin von den Brexit-Folgen wie dem Mangel an Arbeitskräften und der politischen Instabilität beeinflusst. So ging das Wachstum des BIP in Großbritannien von 7,6 % 2021 auf 4,1 % in 2022 zurück. Die wirtschaftliche Aktivität der Entwicklungs- und Schwellenländer wurde von der hohen Inflation, großer Unsicherheit und den anhaltenden Störungen der Lieferketten beeinflusst und hatte ein Nachlassen der Dynamik des Wachstums des BIPs gegenüber dem Vorjahr auf 3,9 % zur Folge. Das schwächere Wachstum war maßgeblich auf die Lockdowns chinesischer Metropolen und die daraus resultierenden Lieferkettenprobleme zurückzuführen. In der Volkswirtschaft China schwächte sich das Wachstum mit 3 % unter anderem aufgrund regulatorischer Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung des Corona-Virus und dem Einbruch des Immobilienmarkts deutlich ab. Damit fiel das BIP-Wachstums Chinas hinter das globale BIP-Wachstum von 3,4 % zurück. Die wirtschaftliche Aktivität in Indien war im ersten Halbjahr 2022 durch eine COVID-Welle und dem damit verbundenen deutlichen Rückgang des privaten Konsums geprägt. Dennoch wuchs das BIP in Indien im Jahr 2022 um 6,8 %. Für Brasilien, der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas, erwartete der IWF ein Wachstum des BIP um 3,1 % im Jahr 2022, das maßgeblich vom Wachstum des Dienstleistungssektors und steigenden Exporten beeinflusst wurde. Argentiniens Wirtschaft wuchs im Jahr 2022 gestützt durch die hohen Exporte um 4,4 %. Das globale Bauvolumen nahm im Jahr 2022 um 1,2 % im Vergleich zum Vorjahr zu. Die internationalen Automobilmärkte waren lt. VDA im Jahr 2022 von sehr unterschiedlichen Dynamiken geprägt. Während die Märkte in Europa (EU27, EFTA & UK), Japan und den USA hinter dem Vorjahresniveau zurückblieben, legte der Absatz in China deutlich zu. Insbesondere der Mangel an Vorprodukten und Rohstoffen, die deutlich gestiegenen Preise für Energie und Logistik sowie die durch den russischen Angriffskrieg ausgelöste Unsicherheit verhinderten ein besseres Ergebnis auf den internationalen Automobilmärkten. Insgesamt blieb der Pkw-Weltmarkt 2022 auf Vorjahresniveau. Es wurden 71,2 Millionen Pkw abgesetzt. Im Jahr 2022 wurden auf dem europäischen Pkw-Markt lt. VDA 11,3 Mio. Neufahrzeuge zugelassen, rund 4 % weniger als im Vorjahr. Damit blieb auch im vergangenen Jahr die Erholung von den pandemiebedingten Rückgängen der beiden Vorjahre aus. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 war der Absatz im zurückliegenden Jahr um 29 % reduziert. Auf dem chinesischen Pkw-Markt wurden lt. VDA im vergangenen Jahr 23,2 Mio. Neufahrzeuge verkauft. Das sind 10 % mehr als im Vorjahr. Die Rückgänge aus dem Frühling, als Lockdowns in wichtigen Absatzregionen für ein stark eingeschränktes Geschäft sorgten, wurden auch dank einer Steuerreduktion auf einen Großteil der verkauften Fahrzeuge im zweiten Halbjahr wieder wettgemacht. In den USA sind die Light-Vehicle-Verkäufe (Pkw und Light Trucks) im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr 2021 um 8 % auf 13,7 Mio. Fahrzeuge zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 war der Markt 2022 gut 3,2 Mio. Fahrzeuge kleiner. Der Absatz von Light Trucks (-6 % gegenüber 2021) entwickelte sich dabei im vergangenen Jahr weniger schwach als der Absatz von Pkw (-15 % gegenüber 2021). 2. Geschäftsverlauf Insgesamt war das Geschäftsjahr stark geprägt durch die gestörten Lieferketten als Folge der Corona-Pandemie und des Russland-Ukraine-Kriegs und den damit verbundenen Preissteigerungen und Knappheiten bei Rohstoffen und Vorprodukten. In einzelnen Ländern wirkte sich im zweiten Halbjahr die beginnende Rezession infolge der Energiepreisexplosion auf die Nachfrage und damit auf den Umsatz aus. Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage konnte im Berichtsjahr in der Unternehmensgruppe fischer erstmals der Umsatz von einer Milliarde Euro überschritten werden. Im Unternehmensbereich Befestigungssysteme konnte wie im Vorjahr ein zweistelliges Wachstum erzielt werden. So schloss der Unternehmensbereich mit +14 % gegenüber dem Vorjahr ab, der Planumsatz wurde um 8 % übertroffen. Das absolute Wachstum wurde vor allem in den europäischen Ländern erzielt. So lag der Umsatz hier per Dezember kumuliert zweistellig über dem Plan, wobei vor allem in Süd- und Osteuropa der Plan deutlich übertroffen werden konnte und auch Marktanteile hinzugewonnen werden konnten. Insbesondere bei Solarbefestigungen wurde hier ein sehr starkes Wachstum erzielt. In Deutschland wirkte sich im zweiten Halbjahr die rückläufige Konjunktur aus, so dass zwar ein Wachstum im Vergleich zum Vorjahr erzielt wurde, der Umsatzplan allerdings leicht verfehlt wurde. Das Wachstum in Asien blieb unter den Erwartungen. Zwar entwickelten sich die Umsätze in fast allen Ländern positiv und in Indien konnten wesentliche Marktanteile hinzugewonnen werden. Allerdings blieb die Gesellschaft in China aufgrund der sehr restriktiven Coronapolitik vor Ort verbunden mit Werksschließungen und Baustellenschließungen deutlich hinter dem Plan. Durch die weltweiten gestiegenen Rohstoff- und Transportkosten infolge Corona und der Energiekrise wurde das Einkaufsziel per Ende Dezember deutlich verfehlt. Den negativen Auswirkungen auf das Ergebnis wurde durch die Steigerungen der Verkaufsmenge, Preiserhöhungen am Markt, ein weiterhin aktives Kostenmanagement und deutlichen Einsparungen in den Personalkosten gegenüber Plan entgegengewirkt, so dass insgesamt das Plan-EBIT im Unternehmensbereich Befestigungssysteme deutlich überschritten wurde. Das Vorjahr wurde aufgrund hoher aufwandswirksamer Investitionen in neue Produkte und Geschäftsmodelle unterschritten. Nach einem guten Start im Unternehmensbereich fischer automotive sytems mit Artikelumsätzen von 2 % über Planniveau im ersten Halbjahr war das Jahr 2022 ab Juli von einer massiven Abweichung im Artikelumsatz gegenüber den in der Planung enthaltenen - auf Angaben der O-EMs beruhenden - Abrufen betroffen. Dies betraf insbesondere die Werke in Serbien und Tschechien. Die Tochtergesellschaft in den USA startete mit leicht negativen Abweichungen zum Plan im Januar und Februar, konnte dies aber bereits im März aufholen und lag von da an über Plan. Bei der Tochtergesellschaft in China führten die massiven Lockdowns zu Beginn des Jahres zu erheblichen Umsatzeinbrüchen im April und Mai. Ab Juni besserte sich die Lage. Durch die Lockdowns wurde der Anlauf eines Projektes verschoben, das für September geplant war, so dass es ab September wieder zu massiven Umsatzeinbrüchen kam. Neben dem volumenmäßigen Rückgang führte der Artikelmix und die gestiegenen Materialkosten zu negativen Abweichungen. Die Materialpreisabweichungen konnten jedoch zum größten Teil an die Kunden weitergegeben werden. Die reduzierten Mengen, welche in Europa hauptsächlich durch kurzfristige Abrufstornierungen verursacht wurden, führten zusätzlich zu einer starken Unterauslastung der direkten Fertigungsmitarbeiter. Ein Ausgleich über Kurzarbeit war wegen der Kurzfristigkeit der Stornierungen nicht möglich. Die Verhandlung über eine Kompensation seitens des Kunden ist zum Stichtag noch nicht abgeschlossen. Ein im Dezember aufgetretenes Qualitätsproblem, was zu einer Aktionierung von 45.600 Fahrzeugen führen wird, führt zu einer weiteren Verschlechterung des Ergebnisses. Die externen Projektumsätze, welche ein maßgeblicher Indikator für das zukünftige Artikelgeschäft sind, sind im Berichtsjahr gesunken (-16,2 %), werden aber nach der Planung 2023 massiv steigen (+51%). Der wesentliche Fokus lag im Jahr 2022 weiter auf Kosteneinsparungsmaßnahmen zur Adaption auf die deutlichen Einbrüche im Artikelgeschäft, auf dem Aufbau des neuen Werkes in Serbien und der Restrukturierung des Werkes in Horb sowie insbesondere zum Ende des Jahres auf der Neuakquise. Unterschiedlich verlief das Geschäftsjahr bei den kleinen Unternehmensbereichen fischer Werkzeug- und Formenbau, fischer Sondermaschinenbau, fischer Consulting, fischertechnik und fischer Electronic Solutions. Die fischer Sondermaschinenbau GmbH übertraf den Planumsatz um 4 %, konnte aber infolge deutlicher Preisanstiege bei Elektronikkomponenten das Planergebnis nicht erreichen. Die fischer Werkzeug- und Formenbau GmbH unterschritt durch geringere Umsätze im Neuwerkzeugbau zwar den Planumsatz leicht, konnte aber infolge der im Vorjahr stattgefundenen Neustrukturierung wie geplant mit einem positiven EBIT abschließen. Der Unternehmensbereich fischer Consulting verfehlte den Planumsatz infolge verzögerter Neueinstellungen von Beratern deutlich, durch die Neuausrichtung in den Vorjahren wurde die relative Ziel-EBIT-Rendite allerdings stark übertroffen. Die fischertechnik konnte trotz der Zielerreichung im Schul- und Bildungssegment aufgrund der Erholung der Lehrmittelmärkte das Umsatzziel nicht erreichen, da bei den Spielwaren infolge des Nachfrageeinbruchs durch den Russland-Ukraine-Krieg der Zielumsatz stark unterschritten wurde, und erzielte damit trotz Einsparungsmaßnahmen auch kein positives Ergebnis, fischer elctronic solutions GmbH war sehr von der Halbleiterkrise getroffen und konnte dadurch Kundenaufträge teilweise nicht bedienen. Dennoch wurde der Zielumsatz überschritten, da die massiven Preissteigerungen für Elektronikkomponenten weitgehend an die Kunden weitergegeben werden konnten. Die fehlende Auslastung infolge der Mengenrückgänge durch fehlende Komponenten konnte dadurch allerdings nicht ausgeglichen werden, so dass trotz Einsparungen gegenüber dem Plan kein positives Ergebnis erreicht wurde. 3. Ertragslage Der Konzernumsatz der Unternehmensgruppe fischer stieg im Jahr 2022 von EUR 929,7 Mio. um EUR 138,3 Mio. auf EUR 1.068,0 Mio. Die stärksten Märkte bildeten unverändert die Länder der EU, ohne Deutschland, mit einem Anteil von 45,6 % (+ 1,4 %-Punkte) am Gesamtbruttoumsatz. Deutschland folgte mit einem Anteil von 25,7 % (- 1,3 %-Punkte), gefolgt von Asien (10,0 %). Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz betrug insgesamt 74,3 % (+ 1,3 %-Punkte). Der Planumsatz in Höhe von EUR 1.007,3 Mio. wurde überschritten. Der Unternehmensbereich Befestigungssysteme erreichte mit einem Umsatz von EUR 861,3 Mio. (i. V. EUR 755,4 Mio.) einen Anteil von 80,6 % am Konzernumsatz. Der Auslandsanteil in diesem Unternehmensbereich lag bei 80,7 % (+ 1,9 %-Punkte). Der Unternehmensbereich fischer automotive systems erzielte mit einem Umsatz von EUR 158,4 Mio. (i. V. EUR 134,1 Mio.) einen Anteil von 14,8 % am Konzernumsatz. Der mit Abstand stärkste Markt war Deutschland mit 46,2 % (+ 0,5 %-Punkte), gefolgt von USA mit 26,5 %. Der Unternehmensbereich fischertechnik erreichte einen Umsatz von EUR 7,8 Mio. (i. V. EUR 7,0 Mio.). Der Unternehmensbereich Elektronik erreichte einen Umsatz von EUR 22,4 Mio. (i. V. EUR 19,3 Mio.). Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich auf EUR 25,2 Mio. (i. V. EUR 27,4 Mio.), was im Wesentlichen auf höhere Erträge aus Wechselkursumrechnungen und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen zurückzuführen ist. Der Materialaufwand betrug EUR 497,6 Mio. (i. V. EUR 392,5 Mio.). Die Materialaufwandsquote in Bezug auf die Gesamtleistung erhöhte sich um 4,0 %-Punkte auf 45,4 % aufgrund der deutlichen Steigerungen der Bezugspreise am Markt. Der Personalaufwand belief sich auf EUR 315,0 Mio. (i. V. EUR 295,0 Mio.). Der Anstieg der Personalaufwendungen ist auf den Anstieg der Anzahl der Mitarbeiter zurückzuführen. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Wesentlichen auf die gestiegenen Dienstleistungs- und Marketingausgaben sowie höhere Währungskursverluste zurückzuführen. Das Betriebsergebnis laut Gewinn- und Verlustrechnung betrug EUR 53,7 Mio. nach EUR 67,7 Mio. im Vorjahr. Negativ wirkten sich hier vor allem die gestiegene Materialaufwandsquote sowie höhere allgemeine Kostensteigerungen aus. Das Finanz- und Beteiligungsergebnis in Höhe von EUR -7,5 Mio. (i. V. EUR -3,5 Mio.) betraf im Wesentlichen Zinsen und ähnliche Aufwendungen. Der Jahresüberschuss belief sich auf EUR 26,7 Mio. nach EUR 45,1 Mio. im Vorjahr und lag unter Plan. Die Umsatzrendite betrug 2,5 % (i. V. 4,8 %). Das Jahresergebnis der Unternehmensgruppe resultierte wie in den Vorjahren aus dem positiven Beitrag des Unternehmensbereichs Befestigungssysteme. Der Ergebnisbeitrag des Unternehmensbereiches fischer automotive systems war negativ. Ebenso war der Ergebnisbeitrag einiger digitaler Start-ups negativ. Die anderen Unternehmensbereiche hatten aufgrund der geringen Umsatzanteile einen untergeordneten Ergebnisanteil. 4. Vermögenslage Die Investitionen in das Anlagevermögen beliefen sich auf EUR 58,4 Mio. Die Abschreibungen des Geschäftsjahres betrugen EUR 35,2 Mio. (i. V. EUR 32,6 Mio.). Unter Berücksichtigung von Inflationsanpassungen (EUR + 1,8 Mio.), Wechselkurseffekten (+ EUR 1,2 Mio.), Zugänge durch Erstkonsolidierungen (EUR +4,7 Mio.), Zuschreibungen (+ EUR 0,3 Mio.) und Anlagenverkäufen (- EUR 0,4 Mio.) erhöhte sich das Anlagevermögen um EUR 30,8 Mio. Das Working Capital erhöhte sich im Laufe des Berichtsjahres um EUR 63,7 Mio. auf EUR 326,5 Mio., was insbesondere auf gestiegene Vorratsbestände zurückzuführen ist. Das Vorratsvermögen erhöhte sich um EUR 46,5 Mio. Im Unternehmensbereich Befestigungssysteme ergab sich eine Erhöhung um EUR 31,8 Mio. Der Unternehmensbereich fischer automotive Systems erhöhte sein Vorratsvermögen um EUR 13,9 Mio. Bei den übrigen Unternehmensbereichen ergab sich ein Aufbau von EUR 0,8 Mio. Der Aufbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (+ EUR 19,3 Mio.) resultiert insbesondere aus dem Umsatzwachstum im Unternehmensbereich Befestigungssysteme (+ EUR 13,6 Mio.). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um EUR 2,1 Mio., die Verbindlichkeiten in Summe erhöhten sich um EUR 34,2 Mio. Die Bilanzsumme belief sich zum 31.12.2022 auf EUR 746,4 Mio. Diese erhöhte sich gegenüber dem Bilanzstichtag 31.12.2021 um EUR 77,1 Mio. aufgrund des gestiegenen Working Capital und der Investitionen in das Anlagevermögen bei gegenläufiger Verringerung der liquiden Mittel. 5. Investitionen Das Investitionsvolumen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen betrug in 2022 EUR 57,8 Mio., davon EUR 49,6 Mio. im Unternehmensbereich Befestigungssysteme. An den Standorten der fischerwerke wurden im Bereich Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände insgesamt EUR 30,3 Mio. investiert. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit lagen in den Bereichen Gebäude und Grundstücke, maschinelle Anlagen und Vorrichtungen und Werkzeuge sowie Software. Zudem wurde in ein neues Gebäude in Argentinien investiert. Im Unternehmensbereich fischer automotive Systems betrugen die Investitionen insgesamt EUR 9,5 Mio. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit lagen vor allem bei Maschinen sowie bei Anzahlungen für die Erweiterung bestehender Gebäude. 6. Finanzlage Das Eigenkapital erhöhte sich im Vorjahresvergleich um EUR 29,5 Mio. und betrug zum Bilanzstichtag EUR 333,0 Mio. Die Eigenkapitalquote beträgt 44,6 % (i. V. 45,4 %). Die Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von über einem Jahr erhöhten sich um EUR 2,7 Mio. auf EUR 120,6 Mio. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verringerte sich auf EUR 3,5 Mio. insbesondere durch den Aufbau des Working Capitals. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit in Höhe von EUR -59,8 Mio. lag über Vorjahresniveau (EUR -37,9 Mio.). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beliefen sich zum Bilanzstichtag auf EUR 173,5 Mio. (i. V. EUR 131,8 Mio.) und damit auf 23,2 % (i. V. 19,7 %) der Bilanzsumme. Der Bestand an liquiden Mitteln verringerte sich um EUR 36,8 Mio. auf EUR 62,8 Mio. Das bestehende Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 100,0 Mio. besteht aus mehreren Tranchen mit Laufzeiten bis 2025. Neben den vorhandenen liquiden Mitteln stehen der Unternehmensgruppe fischer darüber hinaus weitere Darlehen und freie Kreditlinien in ausreichender Höhe und mit ausreichenden Laufzeiten zur Verfügung. Darüber hinaus wurden im Februar und März 2023 bereits EUR 35 Mio. an weiteren langfristigen Bankverbindlichkeiten ausgezahlt. Damit ist die Unternehmensgruppe fischer für Zukunftsinvestitionen gut aufgestellt. 7. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Personal Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 beschäftigte die Unternehmensgruppe fischer 5.371 Mitarbeiter (i.V. 5.079). Durch die einzuhaltenden Kontaktbeschränkungen gab es wie bereits im letzten Jahr häufig die Herausforderung, Schulungen digital abzubilden. Dennoch konnten auch internationale Schulungen teilweise wieder in Präsenz durchgeführt und auch die internationale Personalarbeit wieder aufgenommen werden. Im Rahmen des Talent Managements gab es viele Aktivitäten, die teilweise in Präsenz und teilweise virtuell stattfanden. So wurde 2022 der fünfte fischer Management Talent Pool abgeschlossen und die "Experte bei fischer"-Reihe fortgeführt. Um alle Mitarbeiter optimal auf den digitalen Wandel vorzubereiten, hat das Team der Personalentwicklung eine Digitalakademie konzipiert. Diese ermöglicht allen eine passende Aus- und Weiterbildung rund um das Thema Digitalisierung. Darüberhinausgehend werden zielgruppenspezifische Schulungen analog den veränderten Aufgaben und benötigten Kompetenzen im jeweiligen Berufsbild angeboten. Zudem wurde der erste Digital Talent Pool im Jahr 2022 gestartet, der national und international sogenannte digitale Enabler- d.h. Mitarbeiter mit ausgeprägten digitalen Kompentenzen - fortbildet mit dem Ziel, dass diese Mitarbeiter in ihren jeweiligen Bereichen den digitalen Wandel mitgestalten und vorantreiben. Die Ausbildung hat bei der Unternehmensgruppe fischer einen herausragenden Stellenwert. Auszubildende und DH-Studierende werden neben der fachlichen Ausbildung auch in Sozial-, Methoden- und interkultureller Kompetenz qualifiziert. Mit einem breit gefächerten Ausbildungsangebot im kaufmännischen und technischen Bereich erfolgt die berufliche Ausbildung oder das DH-Studium bedarfsgerecht und zielgruppenorientiert. In der Regel werden alle Auszubildenden und DH-Studierenden, die sich nicht für eine Weiterbildung oder ein Studium nach Abschluss ihrer Ausbildung entschieden haben, in das Angestelltenverhältnis übernommen. Ein weiteres Highlight 2022 stellte die Eröffnung des fischer Azubihauses am Hauptstandort dar, welches vorranging von Auszubildenden und Studierenden anderer Standorte während ihres Ausbildungsaufenthalts am Hauptstandort genutzt wird. Digitalisierung Im Geschäftsjahr 2022 konnte die Digitalisierung in allen Unternehmensbereichen weiterentwickelt werden. Auf Basis der Digitalstrategie wurde sowohl die Digitalisierung der internen Prozesse als auch die Erschließung neuer digitaler Geschäftsmodelle angestrebt. In den 10 Digitalisierungsprogrammen der Unternehmensgruppe fischer wurden 2022 über 100 Projekte durchgeführt und abgeschlossen. So wurde im Berichtsjahr der Umsatz über die Onlineplattform myfischer, die neben einem Onlineshop für Kunden auch weitere digitale Dienste zur Verfügung stellt, von EUR 6,5 Mio. auf EUR 17,5 Mio. erhöht. Im Hinblick auf die Digitalisierung der Produktion konnte ein wichtiger Meilenstein erreicht werden. So wurde an fast allen deutschen Produktionsstandorten ein IoT-Netzwerk installiert sowie sämtliche Anlagen an das digitale Produktionssteuerungssystem angeschlossen. In der Logistik konnte mit der Implementierung des Systems SAP EWM ein großer Schritt in der Modernisierung der ERP-Infrastruktur vollzogen werden. Der Go-Live des EWM-Systems wird im vierten Quartal 2023 erfolgen. Nachhaltigkeit Die Grundsätze zur Nachhaltigkeit, basierend auf der gesellschaftlichen Verantwortung, sind im Leitbild der Unternehmensgruppe fischer verankert. Dabei ist nachhaltiges, unternehmerisches und verantwortungsvolles Handeln die Basis für den langfristigen ökonomischen Erfolg in Einklang mit ökologischer Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit. Die Unternehmensgruppe fischer orientiert sich seit 2015 an der WIN-Charta des Landes Baden-Württemberg und an den Sustainable Development Goals (SDG) der UN. Dabei bestimmen sieben der 17 Schwerpunktthemen des SDG mit Punkt 3 Gesundheit und Wohlergehen, Punkt 4 Hochwertige Bildung, Punkt 7 Bezahlbare und Saubere Energie, Punkt 8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, Punkt 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, Punkt 12 Nachhaltiger Konsum und Produktion und Punkt 13 Maßnahmen zum Klimaschutz die nachhaltige Ausrichtung von fischer im Hinblick auf Produkte, Märkte, Produktion und Beschaffung. Hinzu kommt die Verpflichtung, verantwortungsbewusst gegenüber Mitarbeitenden, Umwelt und Gesellschaft zu agieren. Die Verzahnung von Unternehmensstrategie und Nachhaltigkeit wird mit dem Akronym TIGER ausgedrückt, was die zentralen strategischen Herausforderungen Technologie, Innovation, Globalisierung, Ecology und Responsibility unterstreicht. Der fischer Nachhaltigkeitskompass ist ein wesentlicher und integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und liefert spezifische Kennzahlen für eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmenssteuerung. Die Nachhaltigkeitsziele als solche werden operationalisiert und fließen in den Kaskadierungsprozess des Hoshin-Kanri-Managements des Unternehmens ein. Nachhaltigkeitsziele werden somit in den alljährlichen Zielsetzungen auf die einzelnen Bereiche heruntergebrochen. Die Nachhaltigkeitskennzahlen werden vierteljährlich überwacht. Mit dem neu gegründeten fischer NachhaltigkeitsCampus wurde eine Einrichtung ins Leben gerufen, die einerseits interne Führungskräfte mit der Nachhaltigkeitsstrategie von fischer vertraut macht und andererseits Vertreterinnen und Vertreter anderer Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit coacht. Bei der Produktentwicklung steht des Weiteren nicht nur der Einsatz nachhaltiger und langlebiger Materialien im Vordergrund, in enger Zusammenarbeit mit der Produktion entstehen auch ressourcenschonende Verfahren. Das fischer GreenLine Sortiment wird als erstes Sortiment weltweit aus mindestens 50 % nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Der im Unternehmensbereich Befestigungssysteme entwickelte TermoZ CS II trägt gemeinsam mit dem Wärmedämm-Verbundsystem dazu bei, Gebäude klimaneutral zu machen. Im Juni 2022 fand der vierte Stakeholder-Dialog mit externen Interessenvertretern von Verbänden, Kunden, Lieferanten, Wissenschaft und Gesellschaft am Standort Tumlingen statt. Die Resultate fließen unmittelbar in die Nachhaltigkeitsaktivitäten der Unternehmensgruppe ein. Des Weiteren wurde im Geschäftsjahr 2022 mit dem Teilelager am Standort Tumlingen eine neue Produktionshalle nach KfW 55 Standard in Betrieb genommen. Dieses Gebäude ist mit einer Photovoltaik-Anlage zur Eigenstromgewinnung und mit einer Wärmepumpe für einen effizienten Heizbetrieb ausgestattet. Am Standort Denzlingen wurde ein sorgfältig geplantes Konzept für eine effizientere Bereitstellung von Heizwärme und Prozesskälte verwirklicht. Dabei wurden zwei Blockheizkraftwerke und eine Absorptionskälteanlage miteinander kombiniert. Ebenfalls in Tumlingen wurde mit dem Bau einer Freiflächen-Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von annähernd 4 MWp begonnen. Mit der Auszeichnung des "Lean & Green Awards" 2022 bzw. dem Gewinn des Sonderpreises "Integrierte Lean & Green-Strategie" wurde die Zusammengehörigkeit von effizientem und ressourcenschonendem Produzieren und verantwortungsvollem Handeln bei fischer aufgezeigt. Verantwortungsvolles Handeln und regelkonformes Verhalten jedes Einzelnen im Einklang mit allen maßgeblichen Gesetzen und den internen fischer-Richtlinien ist ein Grundwert im Unternehmensleitbild. Um dies sicherzustellen und zu fördern, werden Führungskräfte und Beschäftigte im Rahmen eines Trainingsprogramms zu Leitbild und Compliance jährlich geschult. Neben dem bereits etablierten Hinweisgebersystem in unseren chinesischen Landesgesellschaften wurde zu Jahresbeginn ein zentrales Hinweisgebersystem eingeführt und im Jahresverlauf in alle europäischen Landesgesellschaften ausgerollt. III. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht 1. Risikobericht Für 2023 zeichnet sich infolge des Russland-Ukraine-Kriegs im Euroraum und in weiten Teilen von Europa eine Rezession ab. Aber auch andere Länder wie zum Beispiel die USA und viele Länder in Lateinamerika werden nur schwach wachsen. Da die Unternehmensgruppe fischer in den oben genannten Ländern mit Tochtergesellschaften vertreten ist, die teilweise über fischerwerke beliefert und finanziert werden, wirken sich konjunkturelle Entwicklungen in diesen Ländern auch auf die Ertrags- und Finanzlage der Gesellschaft aus. Die Abkühlung der Wirtschaft, gestiegene Bauzinsen, die Inflation und der damit verbundene Kaufkraftverlust beeinflussen die Entwicklung der Bauwirtschaft maßgeblich und für Deutschland wird mit einem Rückgang des realen Umsatzes im Bauhauptgewerbe von bis zu 6 % gerechnet. Wachstumsimpulse für die Bauwirtschaft in Europa gehen von der steigenden Baunachfrage in Spanien, Frankreich und Großbritannien aus. Für den europäischen Bausektor geht die Euroconstruct für 2023 von einer Stagnation aus. Risikomindernd wirkt hier die weltweite Diversifizierung. Die Unternehmensgruppe fischer ist mit der Sparte Befestigungssysteme in 37 Ländern vertreten und beliefert weitere Märkte durch Importeure. Der Ausblick im Einkauf auf 2023 bleibt in weiten Teilen ungewiss. Aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs und dem damit verbundenen Nachfragerückgang zeichnet sich bei manchen Rohstoffen eine Stabilisierung der Preise ab. Inwieweit sich die deutlich gestiegenen Energiepreise wieder nach unten bewegen werden, ist derzeit nicht absehbar. Voraussichtlich werden diese in Europa deutlich über dem Vorkriegsniveau bleiben. Die durch Corona angespannten Lieferketten haben sich wieder etwas entspannt, so dass auch wieder kürzere Lieferzeiten bei Komponenten und Handelswaren aus Asien realisierbar sind. Die Unternehmensgruppe fischer begegnet diesen Risken durch eine Mehrlieferantenstrategie, der Qualifizierung alternativer Materialien sowie durch die Weitergabe von Preiserhöhungen. Die deutlichen Preissteigerungen am Markt bei Rohstoffen, Vorprodukten und landwirtschaftlichen Erzeugnisse und die steigenden Energiekosten wurden in 2022 durch die Unternehmen auch vermehrt an die Verbraucher weitergegeben. Die Inflation in Deutschland lag in 2022 bei 7,9 % und wird mit erwarteten 7,2 % in 2023 deutlich über dem Zielwert der EZB liegen. Für die Eurozone rechnet die Deutsche Bank 2023 mit einer Inflation von 5,8 %, in Osteuropa und Großbritannien werden noch höhere Inflationsraten erwartet. Dies wird zu einem weiteren Anstieg der Inflation über Lohnforderungen führen und birgt die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale und damit einer weiteren Verteuerung. Die letzten Tarifabschlüsse lagen deutlich über den Vorjahren, auch wenn sie noch hinter der Kerninflation zurückblieben, und führen zu stark steigenden Lohnkosten an den deutschen und am tschechischen Produktionsstandort. Die Unternehmensgruppe fischer wird dem durch zusätzliche Produktionsstandorte über eigene Auftragsfertiger in Best-Cost-Countries begegnen. Im Zusammenhang mit der hohen Verschuldung, die durch die Maßnahmen der Staaten und der EZB im Rahmen der Pandemiebekämpfung und infolge der nationalen Hilfsprogramme zur sozialen Abfederung der Energiekrise noch deutlich gestiegen ist, besteht zudem das Risiko eines Wiederaufflammens der Euro-Krise. Die Zinsanhebungen durch die EZB zur Inflationsbekämpfung werden das Risiko vor allem in den südeuropäischen Staaten verschärfen. Mögliche Risiken für den Euro-Raum bergen zudem die ungelösten Probleme im Bankensektor, insbesondere die geringe Kapitalisierung und die weiterhin hohen Bestände an notleidenden Krediten, vor allem in den südeuropäischen Mitgliedsstaaten. Darüber hinaus wird die Abtragung des Schuldenbergs möglicherweise Steuererhöhungen zur Folge haben, die dann auch Unternehmen treffen werden. Die derzeitigen geopolitischen Spannungen zwischen dem Westen und Russland im Hinblick auf den Angriff auf die Ukraine hatten gravierende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Für die Unternehmensgruppe fischer waren die Auswirkungen im Hinblick auf das Wegbrechen des Marktes infolge der Einstellung der Belieferung der russischen Tochtergesellschaft verkraftbar, da deren Umsätze in 2021 weniger als 1 % des Gruppenumsatzes ausmachten. Dem Risiko, dass der komplette Zahlungsverkehr zum Erliegen kommt und damit Forderungen gegen die Tochtergesellschaft nicht mehr bedient werden können, ist die Unternehmensgruppe fischer mit dem Abzug der kompletten Überschussliquidität aus Russland begegnet. Da die Unternehmensgruppe fischer und ihre Tochtergesellschaften Gas nur zum Heizen und nicht in der Produktion verwenden, bestehen Abhängigkeiten hier nur mittelbar über Lieferanten im Wesentlichen in der chemischen Industrie. Im Hinblick auf die Gasverfügbarkeit hat sich die Situation inzwischen entspannt, so dass eine Gasmangellage derzeit nur noch wenig wahrscheinlich ist. Infolge des Russland-Ukraine-Kriegs ist das Risiko von Cyberangriffen, das in den letzten Jahren bereits deutlich größer geworden ist, nochmals gestiegen. Daher wurde zusätzlich zur Verlängerung der bestehenden Cyberversicherung durch eine Vielzahl an Maßnahmen die weltweite IT-Sicherheit gegenüber Hackerangriffen massiv erhöht. Im Geschäftsbereich Automotive Systems ergaben sich nur mittelbare Auswirkungen aus dem Krieg in der Ukraine. Der einzige Lieferant in der Ukraine stellte seine Produktion auf andere Werke innerhalb Europas um. Aufgrund der geringen Größe des ukrainischen bzw. des russischen Marktes in dem für Automotive Systems relevanten Segment bestehen auch im Absatz keine direkten Auswirkungen. Weitere Herausforderungen für Deutschland und Europa sind der aus dem demografischen Wandel resultierende Handlungsbedarf bei der Gewinnung von Fachkräften. Diesem Risiko begegnet die Unternehmensgruppe fischer durch die zahlreichen Maßnahmen im Hinblick auf Fort- und Weiterbildungen, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, gesundheitsfördernde und andere soziale Maßnahmen und nicht zuletzt durch die Ausbildung junger Menschen über den eigenen Bedarf hinaus. Dem Risiko eines Liquiditätsengpasses wird mit einer mittelfristigen Sicherung von vorhandenen Kreditlinien, einem langfristigen Schuldscheindarlehen, weiterer lang- und mittelfristiger Darlehen sowie einem aktiven Liquiditätsmanagement entgegengetreten. Dies umfasst auch Risiken aus der Finanzierung des Geschäftsbereichs Automotive Systems. Die bestehenden Risiken aus der hohen Volatilität einzelner Währungen sowie der finanziellen Situation einzelner Länder und damit Risiken aus Zins- und Währungsschwankungen werden im Rahmen der Finanzstrategie durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten in der Unternehmensgruppe fischer reduziert. Das Forderungsausfallrisiko ist weitgehend durch den Abschluss von Kreditversicherungen und die Abwicklung von Zahlungen über Delkredereverbände reduziert. Beim Forderungsmanagement werden Risiken infolge einer möglichen mangelnden Liquidität bei Kunden durch ein effizientes Kundenkreditmanagement und ein konsequentes Mahnwesen minimiert. Im Befestigungsbereich steht Qualität an erster Stelle. Daher finden fortlaufend intensive Qualitätssicherungsmaßnahmen statt. Alle Aktivitäten in Richtung Prozess- und Produktqualität werden laufend gesteigert, um der Vision und dem Leitbild der Unternehmensgruppe gerecht zu werden. Einheitliche Kennzahlen und Maßnahmen über die gesamte Wertschöpfungskette tragen dem hohen Stellenwert von Qualität in der Unternehmensgruppe Rechnung. Restrisiken sind im Rahmen der bestehenden erweiterten Produkthaftpflichtversicherung weitgehend abgedeckt. Im Geschäftsbereich fischer automotive systems sind die konjunkturellen Risiken nach wie vor hoch. Die Corona-Pandemie und die Halbleiterkrise hatten starken Einfluss auf die Abrufe der Kunden in den vergangenen drei Jahren. Auch 2023 erwartet fischer automotive systems noch Auswirkungen aus der Halbleiterkrise und der damit verbundenen Lieferkettenprobleme auf die Abrufe der Kunden in Europa und damit das Absatzniveau. In China wird nach der kompletten Aufhebung der Corona-Maßnahmen zwar mit einem Anstieg der Produktion und einem Anziehen der Nachfrage gerechnet, aber auch hier werden sich im ersten Halbjahr noch Auswirkungen aus den coronabedingten Produktionsverschiebungen bei Neuanläufen ergeben. Dem begegnet die Unternehmensgruppe fischer durch ergebnissichernde Maßnahmen im Rahmen des bestehenden Effizienzprogramms. Aufgrund der Tätigkeit des Geschäftsbereichs fischer automotive systems im Premiumsegment besteht neben der Abhängigkeit von einigen wenigen Kunden eine steigende Abhängigkeit vom Absatzmarkt in den USA und China. Diese hat die Unternehmensgruppe fischer in den letzten beiden Jahren durch eine Vertriebsoffensive verbunden mit der Erschließung neuer Kunden in den Standorten in den USA und China reduziert. Durch den weiteren Ausbau der Kundenstruktur insbesondere in Europa und den USA wird dieses Risiko im Jahr 2023 weiter reduziert. Die Risiken im Automobilsektor liegen in den Haftungsrisiken für Feldausfälle. Ohne ein konsequentes Qualitätsmanagement können hier hohe Aufwendungen auch Jahre nach dem Produktionsstart entstehen. Weiterhin bestehen Risiken im Hinblick auf die Einhaltung der hohen Qualitätsanforderungen durch die OEMs. Es wird in Zukunft noch ambitionierter werden, den hohen Qualitätsanforderungen bei zunehmendem Preisdruck der Automobilhersteller gerecht zu werden, ohne dabei hohe Verluste aus diesen Geschäften in Kauf nehmen zu müssen. Ein besonderes Risiko stellt hierbei die Qualitätseinhaltung der Vorlieferanten, insbesondere der Oberflächenveredler dar. Um diesen Risiken zu begegnen, verfügt die Unternehmensgruppe fischer über ein international ausgerolltes Qualitätsmanagementsystem und verbessert stetig ihre Qualitätsprozesse im In- und Ausland, wobei neben der Serienfertigung auch insbesondere der Produktentstehungsprozess im Fokus steht. Der Preisdruck durch die Automobilhersteller auf die Zulieferer ist zudem gestiegen, auch, da der Umbruch in der Branche im Hinblick auf Elektromobilität, Digitalisierung und autonomes Fahren sehr hohe finanzielle Ressourcen beansprucht. Die Stundenlöhne in Deutschland, die höchsten der Welt in der Branche, können bei den Automobilherstellern schon länger nicht mehr durchgesetzt werden, so dass es immer schwerer wird, in Deutschland auskömmliche Margen zu erzielen. Die Unternehmensgruppe fischer begegnet dieser Herausforderung neben weiteren Effizienzmaßnahmen und Prozessverbesserungen mit der Verlagerung bestehender Umfänge nach Tschechien und Serbien sowie dem Ausbau beider Werke. In Deutschland werden keine neuen Automotive-Produktumfänge mehr lokalisiert und das Werk wird sukzessive mit Produkten anderer Unternehmensbereiche ausgelastet. Im Rahmen des Risikomanagements der Unternehmensgruppe wurden alle relevanten Risiken ermittelt und zentral erfasst. Die einzelnen Risiken wurden bewertet und klassifiziert. Über ein Monitoring der Risiken werden die Risikoveränderungen dokumentiert und Maßnahmen zur Risikominderung eingesteuert. Dem fischer ProzessSystem (fPS) kommt nach wie vor eine besondere Bedeutung bei der Risikoabsicherung zu. So werden die wichtigsten Kennzahlen der einzelnen Bereiche durch ein aktives Controlling ständig überwacht. Bei erkennbaren Risiken werden zeitnah Maßnahmen eingesteuert. Die Wirkungen der jeweiligen Maßnahme werden überprüft. Die dargestellten Risiken können durch ein entsprechendes Risiko- und Qualitätsmanagement abgesichert und minimiert werden, so dass sich das nicht beeinflussbare Gesamtrisiko im Wesentlichen auf das Absatz- und Beschaffungsrisiko, verursacht durch Schwankungen der Wirtschaftsentwicklung in den verschiedenen Marktsegmenten, beschränkt. 2. Chancenbericht Der IWF erwartet aufgrund der unerwartet hohen Widerstandsfähigkeit zahlreicher Volkswirtschaften im vergangenen Jahr für das Jahr 2023 keine Rezession der Weltwirtschaft, was von Ökonomen noch im Herbst nicht ausgeschlossen wurde. Demnach geht der IWF von einem verlangsamten globalen Wirtschaftswachstum von 2,9 % aus, welches unter anderem die Anhebung der Zentralbankzinsen zur Bekämpfung der Inflation insbesondere in den Industrieländern sowie die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine widerspiegelt. Erste Entspannungssignale sind bereits zu erkennen. Die weltweite Inflation scheint ihren Höhepunkt im dritten Quartal 2022 erreicht zu haben. Die Energiepreise sind gesunken, was die Inflation insbesondere in den Vereinigten Staaten, dem Euroraum und Latein-Amerika senkt und sich positiv auf den privaten Konsum auswirken dürfte. Positive Impulse sollten im Jahresverlauf auch von China ausgehen. Die Aufhebung der strikten Null-Covid-Politik dürfte unter anderem zu einer weiteren Entspannung in den Lieferketten führen und sich positiv auf das Weltwirtschaftswachstum auswirken. Für das globale Bauvolumen wird ein Wachstum von 1,2 % im Jahr 2023 prognostiziert. Die Entwicklung in den einzelnen Ländern ist hier jedoch unterschiedlich, vor allem Spanien, Frankreich, Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Brasilien und Mexiko stützen das Wachstum. Die Entwicklung wird maßgeblich von der Verfügbarkeit von Material und Arbeitskräften sowie der weiteren Entwicklung der Preise beim Baumaterial und im Wohnungsbau von den Bauzinsen beeinflusst. Daher ermöglicht der technologische Fortschritt zahlreiche Chancen, um Prozesse in der Bauausführung effizienter zu gestalten und dadurch Kosten und Personalintensität zu senken. Eine weitere Chance ist die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Bauprodukten, wobei hier der gesamte Lebenszyklus eines Bauwerks von der Errichtung über den Betrieb bis hin zum Rückbau immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Unternehmensgruppe fischer wird auf die Marktgegebenheiten reagieren und hat für alle Regionen und Märkte Maßnahmen und Aktivitäten festgelegt. Neben der Intensivierung von E-Commerce, der Unterstützung des Fachhandels sowie der starken DIY-Organisationen und dem Ausbau des OEM-Geschäfts wird insbesondere das Projekt- und Industriegeschäft auch durch einen personellen Aufbau weltweit gestärkt. So wird in Europa 2023 ein segmentspezifischer Vertriebsansatz zur direkten Bearbeitung von großen Baubetrieben eingeführt. Dabei wird auch zunehmend die Planungskompetenz von den Auftraggebern in Kombination mit den fischer-Produkten nachgefragt. Durch die Gründung eines Ingenieurbüros, das Ende 2022 seine Tätigkeit aufgenommen hat und die Planungskompetenz verschiedener Fachabteilungen bündelt, begegnet die Unternehmensgruppe fischer diesen Kundenbedürfnissen. In Asien wird insbesondere in Indien und China ein weiterer Ausbau der dortigen Landesgesellschaften erfolgen. Zur Unterstützung des geplanten Wachstums wird die Produktion in Vietnam um weitere Sortimente erweitert und der 2022 bei einem Dienstleister eröffnete Logistik-Hub in Vietnam zur Versorgung der asiatischen Gesellschaften mit Ware weiter ausgebaut. Gemäß der Wachstumsstrategie 2030 der Unternehmensgruppe fischer wird der Online- und Multichannel-Vertrieb 2023 konsequent weiter forciert und professionalisiert. Dabei wird neben der Bearbeitung von Pure Playern das eigene Online-Bestellportal weiter ausgebaut. So wird der bereits in acht Ländern betriebene Online-Shop im Jahr 2023 durch zielgruppenspezifischen Content und weitere Module weiter ausgebaut und in den Folgejahren in weitere Länder ausgerollt. Noch im Jahr 2022 konnte die Unternehmensgruppe fischer mit Jürgen Klopp einen Markenbotschafter gewinnen, der sehr gut zu den Werten des Unternehmens passt. Für das Geschäftsjahr 2023 wird die Kampagne mit dem neuen Markenbotschafter im Fokus stehen. Hier ist das Ziel, die Marke weltweit bekannter zu machen und den Umsatz entsprechend zu steigern. Ein weiterer Fokus ist die Einführung neuer Sortimente, entweder über Eigenentwicklungen, als Handelsware oder über Unternehmenszukäufe und Kooperationen. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Weiterentwicklung der Kern- und Zusatzsortimente gelegt. Daneben werden bei der Neuentwicklung von Produkten auch regionalen Anforderungen Rechnung getragen. Aus den Themenbereichen Umweltschutz, Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft ergeben sich durch neue Bauweisen, Baustoffe und Materialien Chancen für neue Produkte und Anwendungen, zumal in diesem Bereich auch viele nationale Förderprojekte sowie Förderungen der Europäischen Union in den nächsten Jahren durchgeführt werden. 2023 wird die strategische Geschäftseinheit Solarbefestigungen deutlich ausgebaut und die Produktionskapazitäten für die Befestigungen für Wärmedämmverbundsysteme nochmals erweitert werden. Des Weiteren birgt die marode Infrastruktur vielerorts Chancen. So wird ein Schwerpunkt auf Anwendungen im Bereich Bauwerkssanierungen gelegt. Um die Eigenentwicklungen und Markteinführungen von Neuprodukten zu beschleunigen, wurden und werden auch konzerninterne Start-ups für neue Sortimente gegründet. Für interessante Auslandsmärkte werden laufend Standortuntersuchungen durchgeführt. Hiernach wird über entsprechende Kooperationen mit bestehenden Importeuren oder die Gründung eigener Tochtergesellschaften entschieden. Weitere Marktchancen liegen in der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Diesbezüglich wird der Markt intensiv sondiert. Im fischer Innovationscampus sowie im Innovations- und Digital-Hub Shanghai bei der chinesischen Landesgesellschaft wird an innovativen und zukunftsweisenden Geschäftsmodellen gearbeitet. Erfreulicherweise konnte mit dem Erwerb eines Mehrheitsanteils am Startup BAUBOT GmbH in Wien ein weiteres Start-up in die Unternehmensgruppe fischer aufgenommen werden. BAUBOT entwickelt und produziert Roboter für den Einsatz auf Baustellen. Erste Verkäufe von Robotern an externe Kunden sind bereits erfolgt. 2023 werden die ersten drei Roboter unter der Marke fischer in den Einsatz kommen. Des Weiteren werden im Frühjahr mit dem Sensoranker und der digitalen Unterlegscheibe innovative Lösungen zur digitalen Überwachung und Dokumentation von Befestigungspunkten auf den Markt kommen. Neben dem Verkauf der Befestigungen selbst wird das Monitoring über eine Cloudlösung als Software as a Service angeboten werden. Zur Verkürzung der Lieferketten, der Verbesserung des Lieferservices und zur Erhöhung der Unabhängigkeit von asiatischen Lieferanten wird in Serbien ein neuer Auftragsfertiger errichtet werden. Das Grundstück wurde im Herbst 2022 von der 2021 neu gegründeten Gesellschaft in Jagodina erworben. In 2023 wird mit der Errichtung des Gebäudes begonnen. Chancen im Automobilsektor ergeben sich auch aus dem Trend zur Elektromobilität und zum autonomen Fahren. Hierdurch erschließen sich neben neuen Bauräumen wie Ladeklappen für Elektrofahrzeuge auch neue Kunden, weil neue Player auf den Markt kommen. Dies zeigte sich bereits in China und in den USA, wo die jeweiligen Tochtergesellschaften weitere neue Kunden gewinnen und ihre Bedeutung für den Geschäftsbereich fischer automotive systems weiter ausbauen konnten. Zudem werden Bauräume im Fahrzeuginnenraum anders genutzt werden können, was der dem Geschäftsbereich fischer automotive systems die Chance gibt, mit innovativen Bauteilen an dieser Entwicklung zu partizipieren. Einige Entwicklungsprojekte konnten bereits realisiert und auch an Kunden abgerechnet werden. Das Werk in Serbien eröffnet dem Geschäftsbereich fischer automotive Systems die Chance, bei Neuaufträgen in Europa die Zielpreise der Automobilhersteller unter Sicherstellung einer deutlich verbesserten Rendite erreichen zu können und bei Volumenmodellen mitbieten zu können. Durch die im Vorjahr gewonnenen Neuaufträge muss das Werk bereits erweitert werden. 3. Prognosebericht Die weltweiten Risiken hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung sind im Vergleich zu den Vorjahren noch gestiegen. Zwar nehmen die Beschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie deutlich ab und auch die Lieferketten entspannen sich zusehends, allerdings bestehen große Unsicherheiten aufgrund des Krieges in der Ukraine, der politischen Krisen weltweit und der protektionistischen Tendenzen in vielen Ländern, nicht zuletzt der USA durch den Inflation Reduction Act. Insbesondere die aus dem Russland-Ukraine-Krieg resultierenden Preissteigerungen, die sich auch 2023 in einer nach wie vor hohen Inflation in vielen Ländern, einem entsprechenden Lohndruck und einer restriktiven Zinspolitik der Notenbanken mit entsprechender deutlich höherer Zinsbelastung für Unternehmen und bei Bauprojekten auswirken, bremsen die Nachfrage. Mittelfristig wird das Wachstum in den Industrienationen zudem durch den zunehmenden Fachkräftemangel gebremst. Trotz der nach wie vor hohen Risiken für die Weltwirtschaft wird von einer schnelleren konjunkturellen Erholung ausgegangen als ursprünglich Ende 2022 angenommen. Der IWF erwartet, dass sich das globale Wirtschaftswachstum von 3,4 % 2022 auf 2,9 % 2023 abschwächt. Die globale Inflation wird nach der Prognose des IWFs zufolge von 8,8 % 2022 auf 6,6 % 2023 fallen. Das Wachstum bei den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird sich voraussichtlich auf 1,2 % abschwächen und das Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern mit einem prognostizierten Wachstum von 4,0 % leicht über Vorjahresniveau liegen. Einen wesentlichen Anteil zur Wachstumsrate der Schwellenländer werden Indien mit einem erwarteten Wachstum von 6,1 % und China mit einem prognostizierten BIP-Wachstum von 5,2 % beitragen. Für den Euroraum erwartet der IWF eine Wachstumsrate des BIP von 0,7 %. Die EU-Kommission hat in ihrer Winter-Zwischenprognose das Wachstum für den Euroraum für das laufende Jahr von ursprünglich 0,3 % auf 0,9 % angehoben sowie die Inflationserwartungen aufgrund der gesunkenen Energiepreise und den nachlassenden Lieferketten-Probleme trotz anhaltendem Inflationsdruck von 8,4 % im Jahr 2022 für 2023 auf 5,6 % reduziert. Das Wachstum wird vor allem durch die positive Entwicklung der großen Volkswirtschaften Spanien (1,1 %), Frankreich (0,7 %) und Italien (0,6 %) gestützt. Für Deutschland prognostiziert der IWF ein kleines Wachstum von 0,1 % und nach jüngster Einschätzung der Bundesregierung wurde die Konjunkturprognose auf ein Wachstum von 0,2 % angehoben. Das Risiko einer Rezession für Deutschland hat sich somit deutlich verringert. Es ist davon auszugehen, dass sich im neuen Jahr eine langsame Verbesserung der Lage der Automobilmärkte einstellt. Für das Jahr 2023 wird laut CAR für den Pkw-Weltmarkt mit einem Plus von 3,1 % gerechnet. Der Markt in den Vereinigten Staaten dürften um 1,4 % und China um 4,8 % zulegen. Dudenhöffer sieht Europa dagegen "auf der Verliererstraße". Während er für Deutschland ein leichtes Wachstum bei Neuwagenverkäufen prognostiziert, erwartet er für Frankreich, England, Italien, Spanien und den "Sonderfall" Russland schrumpfende Verkaufszahlen im Jahr 2023. Die weitere Entwicklung ist allerdings mit großer Unsicherheit behaftet und hängt wesentlich vom weiteren Verlauf des Russland-Ukraine-Kriegs, der weiteren Entspannung der Lieferkettenprobleme, den Zinserhöhungen der Zentralbanken zur Eindämmung der Inflation sowie der konjunkturellen Erholung Chinas nach dem Ende der Null-Covid-Politik ab. Durch die Diversifizierung der Märkte und Absatzkanäle sowie der Ausrichtung der Prozesse auf den Kunden ist das Unternehmen grundsätzlich auch bei Krisen in einzelnen Märkten gut aufgestellt. Die derzeitige geopolitische Lage mit ihren weltwirtschaftlichen Auswirkungen ist nach wie vor eine große Herausforderung. Die Unternehmensgruppe fischer sieht sich hier allerdings durch die zahlreichen implementierten Maßnahmen als gut aufgestellt. Daneben steht die Unternehmensgruppe fischer auch weiterhin vor großen Herausforderungen, die Kundenwünsche optimal zu erfüllen. Insbesondere die Steigerung des Servicelevels und die stetige Optimierung des Prozesses vom Kunden zum Kunden wird ein zentrales Thema bleiben. Der weitere Ausbau der Regionen, der Vertriebskanäle und des Sortiments sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle bietet gleichzeitig die Möglichkeit, auch bei einem schwachen weitweiten Wirtschaftswachstum über die Gewinnung von Marktanteilen überproportional zu wachsen. Für 2023 wurde unter Annahme einer Verbesserung der Konjunktur vor allem in Asien, weiterhin zurückhaltender Nachfrage in manchen europäischen Ländern aufgrund des Ukrainekriegs und einem Auf- und Ausbau neuer Geschäftsfelder und Vertriebskanäle im Bereich Unternehmensbereich Befestigungssysteme mit einem Wachstum bei der Unternehmensgruppe fischer von 9,2 % und damit mit einem Umsatz von EUR 1.166 Mio. geplant. Auch in 2023 wird das Konzernjahresergebnis durch strategische Zukunftsinvestitionen im Unternehmensbereich Befestigungssysteme und Abrufschwankungen im Unternehmensbereich Automotive Systems belastet. Aufgrund von Einsparungsmaßnahmen und Prozessoptimierungen wird aber insgesamt mit einem leicht verbesserten Konzernjahresergebnis 2023 geplant. Die Entwicklung in den ersten Monaten 2023 verlief bisher erfreulich. Der Umsatz liegt leicht über Plan und deutlich über Vorjahr. Das Ergebnis liegt ebenso über Plan und auf Vorjahresniveau.
Waldachtal, den 7. Juni 2023 fischer holding GmbH & Co. KG vertreten durch fischer holding Beteiligungs GmbH Geschäftsführung Prof. E. h. Klaus Fischer Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022A. Vorbemerkung/Allgemeine Grundsätze Die fischer holding GmbH & Co. KG, Waldachtal (Amtsgericht Stuttgart, HRA 725765), ist gemäß § 290 HGB zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet. Der Konzernabschluss wurde unter Beachtung der Vorschriften des HGB erstellt. B. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss wurden gemäß § 294 Abs. 1 HGB neben der Muttergesellschaft 26 (i. V. 25) inländische und 56 (i. V. 53) ausländische Tochtergesellschaften einbezogen, an denen die fischer holding GmbH & Co. KG mehrheitlich direkt oder indirekt beteiligt ist und die vollkonsolidiert werden. In 2022 wurden erstmals zwei im Ausland gegründete Unternehmen sowie ein im Inland und ein im Ausland erworbenes Unternehmen vollkonsolidiert. Aus der Veränderung des Konsolidierungskreises ergibt sich eine Erhöhung des Anlagevermögens um TEUR 7.885, des Umlaufvermögens um TEUR 3.126 und der Rückstellungen und Verbindlichkeiten um insgesamt TEUR 996. Bezogen auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung resultieren hieraus eine Erhöhung der Umsatzerlöse um TEUR 618 sowie eine negative Veränderung des Jahresergebnisses um TEUR 1.499. Gemäß § 310 HGB wurde im Berichtsjahr unverändert ein Gemeinschaftsunternehmen anteilsmäßig in den Konzernabschluss einbezogen. Eine ausländische Gesellschaft und eine inländische Gesellschaft wurden unverändert als assoziierte Unternehmen nach der Equitymethode in den Konzernabschluss einbezogen. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sowie die übrigen wesentlichen Beteiligungen sind in der Aufstellung der Angaben nach § 313 Abs. 2 HGB ersichtlich. Unter Inanspruchnahme des Wahlrechts in § 296 Abs. 2 und § 311 Abs. 2 HGB wurden aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage drei inländische Gesellschaften sowie eine (i. V. zwei) ausländische Gesellschaft nicht in den Konzernabschluss einbezogen und auch nicht als assoziierte Unternehmen bewertet und ausgewiesen. C. Konsolidierungsgrundsätze Konzernbilanzstichtag Dem Konzernabschluss liegen die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen zu Grunde. Bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen deckt sich mit einer Ausnahme der Stichtag des Einzelabschlusses mit dem Stichtag des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022. Die Gesellschaft mit abweichendem Stichtag wurde auf Basis eines Zwischenabschlusses in den Konzernabschluss einbezogen. Konsolidierungsmaßnahmen Die Kapitalkonsolidierung der voll und quotal einbezogenen Unternehmen erfolgte nach der angelsächsischen Methode (Erwerbsmethode), die zwischen Erst- und Folgekonsolidierung differenziert. Die Kapitalkonsolidierung für Erwerbsvorgänge erfolgt gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB nach der Neubewertungsmethode. Hierbei wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals der Tochtergesellschaften verrechnet. Das Eigenkapital ist dabei entsprechend der Neubewertungsmethode mit dem Betrag anzusetzen, der dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht, der diesen zum Erstkonsolidierungszeitpunkt beizulegen ist. Rückstellungen sind nach § 253 Abs. 1 Satz 2 und 3 und Abs. 2 HGB und latente Steuern nach § 274 Abs. 2 HGB zu bewerten. Die Verrechnung erfolgt gemäß § 301 Abs. 2 HGB zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Durch die Einbringung der Anteile an der fischerwerke GmbH & Co. KG, Waldachtal, als Sacheinlage zu Buchwerten zum 1. Januar 2011 ergab sich bei der Erstkonsolidierung nach Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten ein technischer passivischer Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 88.766, der als Kapitalrücklage ausgewiesen wird. Statuswahrende Abstockungen von Mehrheitsbeteiligungen werden als Veräußerungsvorgang abgebildet. Die Folgekonsolidierung - und damit auch die Konsolidierung zum 31. Dezember 2022 - erfasst den Konzernanteil der nach dem Stichtag der Erstkonsolidierung erwirtschafteten Ergebnisse der Konzerngesellschaften im Konzernergebnis. Der Posten "Nicht beherrschende Anteile" bemisst sich grundsätzlich am Eigenkapital der jeweiligen Einzelgesellschaft unter Berücksichtigung der einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Der Posten enthält außerdem Anteile an den aufgedeckten stillen Reserven und Lasten, Eigenkapitaldifferenzen aus Währungsumrechnung sowie die anteiligen Ergebnisbestandteile aus der Folgekonsolidierung der entsprechend der Neubewertungsmethode in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Die gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Konzerngesellschaften wurden im Rahmen der Schuldenkonsolidierung untereinander aufgerechnet. Ergebnisauswirkungen aus der Bewertung der konzerninternen Schuldverhältnisse im Jahresabschluss der einbezogenen Unternehmen wurden erfolgswirksam eliminiert. Währungsbedingte Aufrechnungsdifferenzen, die langfristige Darlehen betreffen, wurden ergebnisneutral in den Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" eingestellt. Die übrigen währungsbedingten Aufrechnungsdifferenzen wurden aus Vereinfachungsgründen erfolgswirksam eliminiert. Eine Drittschuldenkonsolidierung wird aus Wesentlichkeitsgründen nicht durchgeführt. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurden alle Umsätze, Aufwendungen und Erträge zwischen den einbezogenen Gesellschaften einschließlich der Gewinnausschüttungen von Konzernunternehmen voll bzw. anteilig konsolidiert. In den Konzernabschluss übernommene Vermögensgegenstände, die ganz oder teilweise auf Lieferungen und Leistungen zwischen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen beruhen, werden mit Konzernanschaffungs- bzw. Konzernherstellungskosten bewertet. Entsprechende Zwischenergebnisse im Anlage- und Umlaufvermögen werden eliminiert. Währungsbedingte Aufrechnungsdifferenzen wurden erfolgsneutral der Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung zugeordnet. Die Abgrenzung latenter Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen erfolgt gemäß § 306 HGB insoweit, als sich der abweichende Steueraufwand in den späteren Geschäftsjahren ausgleicht. Die Ermittlung der latenten Steuern wird auf Basis der zukünftigen Steuerbelastungen der betreffenden Gesellschaften vorgenommen. Dabei wird der jeweilige Steuersatz der Einzelgesellschaften verwendet. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Der Grundsatz der Stetigkeit der Konsolidierungsmethoden wurde beachtet. D. Rechnungslegungsgrundsätze 1. Grundsätzliches Bei den in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Gesellschaften wurden die nach landesrechtlichen Vorschriften aufgestellten Jahresabschlüsse der Konsolidierung zu Grunde gelegt. Die Jahresabschlüsse der ausländischen und inländischen Konzernunternehmen wurden, soweit dies erforderlich war, im Rahmen der Konsolidierung an die konzerneinheitlichen Bilanzierungsgrundsätze angepasst. Im Konzernabschluss wurde gemäß der Konzernrichtlinie der Unternehmensgruppe fischer einheitlich bewertet und gegliedert. Die in der Konzernrichtlinie der Unternehmensgruppe fischer festgelegten Bewertungsprinzipien entsprechen denen des Mutterunternehmens. Abweichungen von der Konzernrichtlinie sind nur zulässig, wenn sie zu einer vorsichtigeren Bewertung führen. In unwesentlichen Fällen unterbleibt eine Anpassung der Einzelabschlüsse. Die Einbeziehung von Tochterunternehmen aus Hochinflationsländern erfolgt auf Basis eines inflationsbereinigten Abschlusses. Dabei werden nicht-monetäre Bilanzposten und die damit zusammenhängenden Erträge und Aufwendungen mit einem Index, der die allgemeine Preisentwicklung im Hochinflationsland zwischen dem Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung dieser Posten und dem Abschlussstichtag widerspiegelt, an die Preisverhältnisse am Abschlussstichtag angepasst. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte erstmalig auch eine Indexierung des Eigenkapitals. Für monetäre Posten erfolgt keine Inflationsanpassung. Die übrigen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden für die Zeit zwischen ihrem Entstehen und dem Abschlussstichtag indexiert. Der Inflationsgewinn oder Inflationsverlust aus den nicht-monetären Posten der Bilanz werden erfolgsneutral im Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" erfasst. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Im Berichtsjahr wurden im Übrigen die Grundsätze der Bilanzierungs-, Ausweis- und Bewertungsstetigkeit beachtet. 2. Anlagevermögen Zur Erleichterung der Aufstellung und Fortführung des Anlagespiegels wurden in Abweichung vom Anschaffungskostenprinzip die aufgenommenen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens des Teilkonzerns fischerwerke GmbH & Co. KG, Waldachtal, mit historischen Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen des Teilkonzerns fischerwerke GmbH & Co. KG, Waldachtal, im Ausweis weitergeführt. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten - jeweils vermindert um plan- und außerplanmäßige Abschreibungen - bewertet. Die immateriellen Vermögensgegenstände werden über die individuelle Nutzungsdauer zwischen drei und 15 Jahren linear abgeschrieben. Das Sachanlagevermögen wird überwiegend linear abgeschrieben. Hierbei liegen die Nutzungsdauern bei Gebäuden zwischen zehn und 50 Jahren und bei beweglichen Anlagegütern zwischen drei und 20 Jahren. Für geringwertige Anlagegüter wird analog § 6 Abs. 2a EStG ein Sammelposten gebildet. Dieser wird im Wirtschaftsjahr der Bildung und in den folgenden vier Wirtschaftsjahren linear abgeschrieben. Andere aktivierte Eigenleistungen sind zu Herstellungskosten einschließlich notwendiger Gemeinkosten bewertet. Geleistete Anzahlungen im Anlagevermögen sind netto ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt, Ausleihungen mit ihrem Nennwert. Die Beteiligungen an assoziierte Unternehmen im Sinne des § 311 HGB, bei denen ein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausgeübt werden kann, werden gemäß § 312 Abs. 1 i. V. m. Abs. 4 HGB mit den fortgeführten Buchwerten bewertet. Der Wertansatz der Beteiligung und der Unterschiedsbetrag sind auf der Grundlage der Wertansätze zu dem Zeitpunkt ermittelt worden, zu dem das Unternehmen assoziiertes Unternehmen geworden ist. Auf eine Zwischenerfolgseliminierung im Rahmen der Equity-Bewertung wurde verzichtet, da diese für die Beurteilung der Vermögens- und Ertragslage unbedeutsam ist. Die fortgeführten Buchwerte der assoziierten Unternehmen unterschreiten das anteilige Eigenkapital der assoziierten Unternehmen zum Bilanzstichtag um TEUR 67. In den Beteiligungsansätzen sind keine Geschäfts oder Firmenwerte enthalten. Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben. 3. Umlaufvermögen Vorräte werden zu Anschaffungs-/Herstellungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Gängigkeitsabschläge sind in Abhängigkeit von der jeweiligen Lagerreichweite festgelegt. Die Konzernherstellungskosten werden mittels einer Zuschlagssatzrechnung basierend auf den aktivierungspflichtigen Herstellungskosten zuzüglich Frachtkosten ermittelt. Die Bewertung der einzelnen unter den unfertigen Erzeugnissen/Leistungen zu aktivierenden Werkzeuge, Montagevorrichtungen und Entwicklungsleistungen erfolgt grundsätzlich auf Basis einzeln abrechenbarer Teilprojekte. Die Ermittlung der verlustfreien Werte erfolgt anhand der erwarteten bzw. vereinbarten Projekterlöse. In den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind Ersatzteilbestände enthalten, deren Wert anhand von zeitindexierten Wiederbeschaffungskosten ermittelt wurde. Die geleisteten Anzahlungen sind ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Allen erkennbaren Einzelrisiken wird durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen. Die Ermittlung der Einzelwertberichtigungen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt mit Hilfe eines pauschalierten Verfahrens unter Anwendung eines Überfälligkeitsrasters. Das allgemeine Kreditrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist durch eine Pauschalwertberichtigung von 1 % für Inlands- und Auslandsforderungen berücksichtigt. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens sind mit Nennwerten bzw. zum niedrigeren Stichtagskurs angesetzt. Das in den Rechnungsabgrenzungsposten enthaltene Disagio wird linear über den Zeitraum der Zinsbindung des entsprechenden Darlehens abgeschrieben. 4. Rückstellungen Die Pensionsverpflichtungen werden nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Heubeck-Richttafeln 2018 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Künftige Rentensteigerungen werden bei den inländischen Gesellschaften in Höhe von jährlich 2,25 % berücksichtigt. Bei einer ausländischen Gesellschaft werden Rentensteigerungen von jährlich 5 % berücksichtigt. Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wird in Anwendung des Wahlrechts nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei der Abzinsung pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt. Der Rechnungszinssatz basiert gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB auf dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre und beträgt zum Abschlussstichtag 1,78 % (im Vorjahr: 1,87 %). Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich zum 31. Dezember 2022 im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre eine Verminderung der Rückstellungen für Pensionen in Höhe von TEUR 2.019 (Unterschiedsbetrag). Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen, unbelastet und insolvenzsicher sind sowie ausschließlich zur Erfüllung von Schulden aus Pensionsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen (Deckungsvermögen), wurden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB unmittelbar mit den korrespondierenden Schulden verrechnet. Das Deckungsvermögen ist zum Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens der Rückdeckungsversicherungen entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten gemäß § 255 Abs. 4 Satz 3 HGB und besteht aus dem so genannten geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsunternehmens. Wertpapiere werden zum Marktpreis bewertet. Bei den Rückstellungen für Altersteilzeit werden die Aufstockungsbeträge sowie der Erfüllungsrückstand mit ihrem Barwert unter Zugrundelegung eines durchschnittlichen Marktzinssatzes entsprechend der individuell verbleibenden Restlaufzeit je Arbeitnehmer ausgewiesen. Darüber hinaus wird eine jährliche Lohnsteigerung von 3,4 % berücksichtigt. Bei den Jubiläumsrückstellungen beträgt der Zinssatz für das Barwertverfahren 1,45 %. Die Berechnung erfolgt mittels der Staffelung nach Dauer der Betriebszugehörigkeit und ist in Höhe der anteilig bis zum Bilanzstichtag bereits erdienten Beträge unter Berücksichtigung von unternehmensspezifischen Fluktuationsabschlägen gebildet. Die übrigen Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags für erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen gebildet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst. Bei den sonstigen Rückstellungen bestehen teilweise Schätzunsicherheiten hinsichtlich der künftigen Inanspruchnahme. 5. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sind mit dem Nennwert angesetzt. 6. Latente Steuern Latente Steuern aus den Einzelabschlüssen (Handelsbilanz II - Steuerbilanz-Unterschieden) der einbezogenen Gesellschaften und latente Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen entsprechend § 306 HGB werden auf der Basis der zukünftigen Steuerbelastung der einbezogenen Gesellschaften ermittelt und zusammengefasst ausgewiesen. Aktive latente Steuern umfassen auch latente Steuern auf steuerliche Verlustvortragsmöglichkeiten, sofern mit einer Inanspruchnahme innerhalb der nächsten fünf Jahre zu rechnen ist. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Dabei wird der jeweilige länderspezifische Steuersatz der Einzelgesellschaft verwendet. Die Steuersätze liegen zwischen 9 % und 35 %. Auf Zwischengewinne in den Vorratsbeständen erfolgt die Berechnung der Steuerlatenzen mit dem individuellen Steuersatz des empfangenden Unternehmens. E. Währungsumrechnung In den Einzelabschlüssen werden Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Insofern sind im vorliegenden Konzernabschluss unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung enthalten. Bei einer Restlaufzeit über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum Wechselkurs des Bilanzstichtags unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite. Geschlossene Fremdwährungspositionen werden zum Sicherungskurs bewertet. Die Umrechnung der Bilanzposten der ausländischen Tochterunternehmen erfolgt mit Ausnahme des Eigenkapitals mit dem am Bilanzstichtag veröffentlichten Referenzmittelkurs. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung der ausländischen Tochterunternehmen werden mit dem Durchschnittskurs (Mittelwert der veröffentlichten Monatsdurchschnittskurse auf Basis Referenzmittelkurs) umgerechnet. Die Umrechnung des konsolidierungspflichtigen Eigenkapitals erfolgt zu historischen Kursen. Die sich aus der Währungsumrechnung zum Bilanzstichtag ergebenden Differenzbeträge wurden erfolgsneutral der Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung zugeordnet. Die Umrechnung der nicht konsolidierungspflichtigen Rücklagen und Ergebnisvorträge erfolgt zu historischen Kursen. Die sich aus der Währungsumrechnung zum Bilanzstichtag ergebenden Differenzbeträge wurden ebenfalls erfolgsneutral der Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung zugeordnet. Bei den inflationsbereinigten Abschlüssen werden alle Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Devisenkassamittelkurs am Konzernabschlussstichtag umgerechnet. Bei assoziierten Unternehmen, deren Abschlüsse auf fremde Währung lauten, wird entsprechend der modifizierten Stichtagsmethode das anteilige Eigenkapital mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Veränderungen des Eigenkapitals, die ausschließlich auf Veränderungen des Umrechnungskurses zurückzuführen sind, werden erfolgsneutral in der Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung erfasst. Die Umrechnung des anteiligen Jahresergebnisses erfolgt jeweils mit dem Jahresdurchschnittskurs. Der sich aus der Umrechnung des Jahresergebnisses mit dem Referenzmittelkurs ergebende Ertrag in Höhe von EUR 61,84 wird in der Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung ausgewiesen. Der Grundsatz der Stetigkeit der Währungsumrechnung beachtet. F. Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung I. Konzernbilanz 1. Konzernanlagevermögen Die gesondert dargestellte Entwicklung des Konzernanlagevermögens ist integraler Bestandteil des Konzernanhangs. Geschäfts- oder Firmenwert Der bei der fischerwerke GmbH & Co. KG, Waldachtal, aktivierte Firmenwert wird über einen Zeitraum von 15 Jahren abgeschrieben. Die Schätzung der Abschreibungsdauer berücksichtigt die im Firmenwert enthaltenen etablierten Marken der Unternehmensgruppe fischer. Der Restbuchwert beträgt EUR 1.627.008,36. Vier aus der Erstkonsolidierung resultierende Geschäfts- oder Firmenwerte werden über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren basierend auf dem erwarteten Produktlebenszyklus abgeschrieben. Zwei weitere Geschäfts- oder Firmenwerte werden über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren abgeschrieben. Die Schätzung der Nutzungsdauer basiert auf den erwarteten zahlungswirksamen Ertragszugängen des bestehenden Kundenstamms. Der Restbuchwert beträgt EUR 6.343.022,22. 2. Sonstige Vermögensgegenstände In dem Posten ist ein Betrag von EUR 48.413,63 (i. V. EUR 410.594,44) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr ausgewiesen. Er beinhaltet außerdem einen Betrag in Höhe von EUR 2.042.391,73 (i. V. EUR 2.018.165,49), der rechtlich erst nach dem Bilanzstichtag entsteht. Es handelt sich hierbei um noch nicht verrechenbare Vorsteuer. 3. Rechnungsabgrenzungsposten In dem Posten ist ein Disagio in Höhe von EUR 1.035,09 (i. V. EUR 1.514,00) enthalten. 4. Aktive latente Steuern Die latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:
5. Gewinnrücklagen
6. Konzernbilanzgewinn Im Konzernbilanzgewinn ist ein Gewinnvortrag in Höhe von EUR 156.969.190,67 enthalten. 7. Pensionsrückstellungen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen Die unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesenen Verpflichtungen aus Pensionszusagen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen sind zum 31. Dezember 2022 mit dem Erfüllungsbetrag in Höhe von EUR 15.579.829,02 angesetzt. Das Deckungsvermögen in Form verpfändeter Rückdeckungsversicherungen und Wertpapieren wurde mit dem Zeitwert in Höhe von EUR 7.708.910,58 angesetzt und mit den Pensionsrückstellungen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB saldiert. Die Anschaffungskosten des Deckungsvermögens betragen zum 31. Dezember 2022 EUR 5.854.490,20. 8. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen bestehen für Verpflichtungen im Arbeitnehmerbereich in Höhe von TEUR 34.842, aus Umsätzen in Höhe von TEUR 32.735 und für sonstige Verpflichtungen in Höhe von TEUR 17.028. 9. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten hatten im Vorjahr folgende Restlaufzeiten:
Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise durch Grundschulden bzw. Hypotheken oder eine Sicherungsübereignung besichert. Die besicherten Verbindlichkeiten betragen am Bilanzstichtag TEUR 14.462. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen handelsübliche Eigentumsvorbehalte. Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
II. Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Aufgliederung nach Sparten
Aufgliederung nach Regionen
In den Umsatzerlösen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 713 enthalten. Es handelt sich dabei hauptsächlich um nachträgliche Preiskorrekturen, Retouren und Bonuszahlungen. Zudem sind periodenfremde Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 45 enthalten. 2. Sonstige betriebliche Erträge Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 6.264 ausgewiesen. Es handelt sich im Wesentlichen um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie Gewinnen aus Anlagenabgängen. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 14.557.307,32 (i. V. EUR 9.080.409,31) enthalten. Davon entfallen auf unrealisierte Erträge EUR 3.037.704,08 (i. V. EUR 1.352.674,38). 3. Personalaufwand In dem Posten "Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung" sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von EUR 3.356.283,38 (i. V. EUR 5.068.242,28) enthalten. 4. Sonstige betriebliche Aufwendungen Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.234 ausgewiesen. Es handelt sich im Wesentlichen um Forderungsverluste sowie um Nachbelastungen für Vorjahre. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 16.924.112,73 (i. V. 8.213.273,21). Davon entfallen auf unrealisierte Aufwendungen EUR 7.296.197,69 (i. V. EUR 3.861.055,27). 5. Finanzergebnis Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge enthalten in Höhe von EUR 53.519,78 (i. V. EUR 108.929,81) Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen. Erträge aus Deckungsvermögen in Höhe von EUR 4.490.930,23 wurden nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von EUR 282.617,88 saldiert. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betreffen mit EUR 5.322.232,36 (i. V. EUR 906.835,60) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen. 6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten in Höhe von EUR 2.539.499,61 Erträge aus latenten Steuern (i. V. Aufwendungen EUR 334.807,29). Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten periodenfremde Aufwendungen und Erträge in Höhe von TEUR 137. 7. Ergebnis nicht beherrschender Anteile Das Jahresergebnis, das auf die nicht beherrschenden Anteile entfällt, betrifft in Höhe von EUR 328.161,75 Anteile an Gewinnen und in Höhe von EUR 1.668.859,57 Anteile an Verlusten. G. Aufstellung der Angaben nach § 313 Abs. 2 HGB
1) davon 0,65% von der fischer Kft,
Budapest/Ungarn, gehalten
2) davon 5,00% treuhänderisch von Prof. E.
h. Klaus Fischer gehalten für fischerinternational
GmbH, Waldachtal
10) davon 0,60% treuhänderisch von der
Industriefinanz GmbH, Emmendingen, gehalten
H. Konzernkapitalflussrechnung Der Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 45.792 (i. V. TEUR 98.195) enthält liquide Mittel (TEUR 62.849, i. V. TEUR 99.615) und Bankverbindlichkeiten, die zur Disposition der liquiden Mittel gehören (TEUR 17.087, i. V. TEUR 1.420). Durch den Einbezug des Gemeinschaftsunternehmens erhöhte sich der Finanzmittelfonds um TEUR 36 (i.V. TEUR 79). I. Sonstige Angaben 1. Offenlegungserleichterungen Für folgende Gesellschaften werden die Offenlegungserleichterungen nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB in Anspruch genommen:
2. Personal Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer beträgt:
Die Mitarbeiter des anteilsmäßig einbezogenen Unternehmens (17 Angestellte) sind hierbei quotal mit 50 % enthalten. 3. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Haftungsverhältnisse im Sinne von § 251 HGB bestehen für Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen in Höhe von EUR 116.718,24 (i. V. EUR 329.667,63). Da die betroffenen Gesellschaften bisher ihren Verpflichtungen uneingeschränkt nachgekommen sind, ist eine Inanspruchnahme höchst unwahrscheinlich. Eine Passivierung war daher nicht erforderlich. Derzeit liegen uns keine Erkenntnisse vor, dass sich an dieser Einschätzung etwas ändern wird. Es bestehen insgesamt sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 78.011, davon entfallen auf Leasingverträge TEUR 18.826, auf Mietverträge TEUR 21.090 und auf Dienstleistungs-/Wartungsverträge TEUR 16.693. Des Weiteren bestehen Verpflichtungen aus Bestellobligo in Höhe von TEUR 15.126 sowie sonstige Verpflichtungen in Höhe von TEUR 6.276. 4. Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten Die derivativen Finanzinstrumente betreffen ausschließlich OTC-Produkte und setzen sich wie folgt zusammen:
Die negativen Marktwerte in Höhe von insgesamt TEUR 1.238 bestehen aus Währungskurssicherungen. Die Währungssicherungen sind nicht durch Bewertungseinheiten gedeckt. Drohverlustrückstellungen wurden in Höhe von TEUR 1.238 gebildet. Die Marktwerte für Devisentermingeschäfte sind nach der Diskontierungsmethode für unbedingte Geschäfte bewertet. 5. Honorar für Leistungen des Konzernabschlussprüfers
6. Nachtragsbericht Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Ende des Geschäftsjahres, über die an dieser Stelle zu berichten wäre, haben sich nicht ereignet.
Waldachtal, 7. Juni 2023 fischer holding GmbH & Co. KG vertreten durch fischer holding Beteiligungs GmbH Geschäftsführung Prof. E. h. Klaus Fischer Entwicklung des Konzernanlagevermögens der fischer Holding GmbH & Co. KG, Waldachtal, im Geschäftsjahr 2022
*) betrifft Argentinien und Türkei
Konzernkapitalflussrechnung der fischer Holding GmbH & Co. KG, Waldachtal, für das Geschäftsjahr 2022
Konzerneigenkapitalspiegel der fischer holding GmbH & Co. KG, Waldachtal, für das Geschäftsjahr 2022
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die fischer holding GmbH & Co. KG, Waldachtal Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der fischer holding GmbH & Co. KG, Waldachtal, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der fischer holding GmbH & Co. KG, Waldachtal, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, 7. Juni 2023 Ebner
Stolz GmbH & Co. KG
Frank Strohm, Wirtschaftsprüfer Birgit Weisschuh, Wirtschaftsprüferin Zusätzliche AngabenDer Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 ist durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 7. Juni 2023 gebilligt worden. |
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