Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 24669
Vorher
BMV Mineralöl Versorgungsgesellschaft mit beschränkter Haftung
Eingetragen
4.11.2004
Branche
Großhandel mit Brennstoffen und MineralölerzeugnissenEinzelhandel in eigenem Namen mit Motorenkraftstoffen, Freie TankstellenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Brennstoffen, Erzen, Metallen und technischen Chemikalien
Gegenstand
Der Handel mit fossilen und biogenen Kraftstoffen sowie mit alternativen Antriebsstoffen, Umschlag und Lagerung sowie Herstellung dieser Produkte; die Förderung, Entwicklung und Vornahme von Geschäften und Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien, des Umweltschutzes, sowie der Landschaftspflege; die Erbringung von Dienstleistungen im Zusammenhang mit den vorgenannten Geschäftstätigkeiten, auch an verbundene Unternehmen, sowie die Wahrnehmung aller hiermit zusammenhängenden und dem angegebenen Zweck dienenden sonstigen Geschäfte unter Einschluss der Herstellung, des Erwerbs und der Anmietung der dazu notwendigen Anlagen, Flächen und Einrichtungen; die Vornahme von Investitionen und die Verwaltung eigenen Vermögens, insbesondere durch die Beteiligung an Unternehmen, die Finanzierung von Unternehmen im Wege von Venture Capital sowie die Förderung und Entwicklung neuer Geschäftsbereiche. Tätigkeiten, die dem Kreditwesengesetz (KWG) oder dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) unterfallen, sind nicht umfasst.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Michael Dr. Hanzlick
seit 28.11.2025
Prokura
Kerstin Schönherr
seit 24.11.2010
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
9.100.000 €
91.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

BMV Energy GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2023 bis zum 30.06.2024

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die BMV Energy GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der BMV Energy GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 30. Juni 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der BMV Energy GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2024 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. Juni 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2024 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, 16. Dezember 2024

Forvis Mazars GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Scharfenberg, Wirtschaftsprüferin

Handschu, Wirtschaftsprüferin

Bilanz zum 30.06.2024

Aktiva

30.06.2024 30.06.2023
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 9.707,00 36.693,00
2. Geleistete Anzahlungen 387.291,14 211.600,64
396.998,14 248.293,64
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 300.190,00 486,636,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 306.047,03 236.312,03
606.237,03 722.948,03
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 15.010.472,23 12.984.972,23
2. Beteiligungen 342.866,33 21.250,00
3. Sonstige Ausleihungen 169.442,53 163.282,00
15.522.781,09 13.169.504,23
16.526.016,26 14.140.745,90
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Fertige Erzeugnisse und Waren 49.735.665,31 38.937.265,05
2. Treibhausgasquoten 17.901.755,00 20.146.785,00
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 11.176.649,08
67.637.420,31 70.260.699,13
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 104.853.107,49 158.703.671,59
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 90.668.067.73 65.803.924,48
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 974,39 1.850,73
4. Sonstige Vermögensgegenstände 9.091.101,82 11.225,816,16
204.613.251,43 235.735.262,96
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 106.813.352,41 92.181.247,99
379.064.024,15 398.177.210,08
C. Rechnungsabgrenzungsposten 954.595,01 2.235.551,22
396.544.635,42 414.553.507,20

Passiva

30.06.2024 30.06.2023
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 10.000.000,00 10.000.000,00
II. Gewinnrücklagen
1. Satzungsmäßige Rücklagen 7.791.415,43 5.840.337,07
2. Andere Gewinnrücklagen 5.050.000,00 5.050.000,00
12.841.415,43 10.890.337,07
III. Bilanzgewinn 36.534.697,35 18.260.281,90
59.376.112,78 39.150.618,97
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 5.773.986,50 6.695.086,50
2. Sonstige Rückstellungen 152.698.300,06 121.711.864,80
158.472.286,56 128.406.951,30
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 200.836,78
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 81.881.239,39 131.828.754,97
3. Sonstige Verbindlichkeiten 96.814.996,69 114.966.345,18
- davon aus Steuern € 96.168.616,71 (Vorjahr € 114.098.754,73)
178.696.236,08 246.995.936,93
396.544.635,42 414.553.507,20

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.07.2023 bis 30.06.2024

2023/2024 2022/2023
1 Umsatzerlöse 2.418.057.910,84 2.392.657.828,17
2 ./. Energiesteuer -533.113.829,31 -454.496.365,76
1.884.944.081,53 1.938.161.462,41
3. Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -25.394,34 -1.227.062,72
4. Sonstige betriebliche Erträge 4.923.596,02 9.243.436,28
- davon aus Währungsumrechnung € 4.586.997,48 (Vorjahr € 8.710.203,95)
5 Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 1.839.218.443,03 1.901.282.069,52
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 6.578.895,63 6.647.041,24
1.845.797.338,66 1.907.929.110,76
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 4.254.650,45 4.070.960,98
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 518.958,58 393.088,09
- davon für Altersversorgung € 13.968,56 (Vorjahr € 13.968,56)
4.773.609,03 4.464.049,07
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 278.763,58 467.168,77
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 20.526.511,47 16.762.146,03
- davon aus Währungsumrechnung € 5.480.910,42 (Vorjahr € 3.760.938,26)
9. Erträge aus Beteiligungen 14.362.500,30 0,00
10. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 2.607,07 972,60
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.916.647,53 270.314,64
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.340.906,03 1.328.616,80
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.869.998,23 7.689.830,56
14 Ergebnis nach Steuern 30.536.911,11 7.808.201,22
15. Sonstige Steuern 3.917.30 3.887,81
16. Jahresüberschuss 30.532.993,81 7.804.313,41
17. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 18.260.281,90 14.320.614,76
18. Einstellung in Gewinnrücklagen -1.951.078,36 -2.414.646,27
Ausschüttung -10.307.500,00 -1.450.000,00
20. Bilanzgewinn 36.534.697,35 18.260.281,90

Registergericht Berlin (Charlottenburg) HRB 24669

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2023 bis 30. Juni 2024

1. Allgemeine Erläuterungen

Der Jahresabschluss für das am 30.06.2024 endende Geschäftsjahr wurde nach den geltenden Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches bzw. des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Grundlage der planmäßigen Abschreibungen ist die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes (§ 253 Abs. 1 HGB).

Geringwertige Wirtschaftsgüter werden nach Maßgabe der steuerlichen Vorschriften erfasst.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten (§ 253 Abs. 1 HGB) bilanziert.

Die Waren wurden mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Die fertigen Erzeugnisse (Super-Benzine, Diesel, Ethanol) wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet.

Die entgeltlich erworbenen CO 2 -Emissionsberechtigungen zur Erfüllung der gesetzlichen Treibhausgasminderungsquote werden in den Vorräten gesondert als Treibhausgasquoten ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Marktwert am Bilanzstichtag.

Die Bewertung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte grundsätzlich zum Nennwert. Erkennbare Risiken wurden durch die Bildung von Wertberichtigungen angemessen berücksichtigt.

Die flüssigen Mittel werden zu Nominalwerten angesetzt.

Anstelle des Gewinnvortrags und des Jahresüberschusses wird im Eigenkapital der Bilanzgewinn von T€ 36.534 ausgewiesen (Gewinnvortrag aus dem Vorjahr T€ 18.260 abzüglich Einstellung in die Gewinnrücklagen i. H. v. T€ 1.951, abzüglich Ausschüttung i. H. v. T€ 10.308 zuzüglich Jahresüberschuss von T€ 30.533).

Der Wertansatz der Rückstellungen berücksichtigt alle erkennbaren Risiken in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages.

Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen/Finanzanlagen

Die Entwicklung des Anlagevermögens und der Abschreibungen im Geschäftsjahr 2023/2024 ist auf Seite 7 im Einzelnen dargestellt.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen die Beteiligung an der Sprint Tank Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Berlin (Sprint), der VIA ENERGY GmbH, Naumburg (Saale) (VIA ENERGY), und der Libergy GmbH, Berlin (Libergy). Zum Bilanzstichtag ist die Gesellschaft mit 94,5 % am Stammkapital der Sprint (nach Abzug eigener Anteile von nominal T€ 403) von T€ 3.097 beteiligt. Die Sprint weist in ihrem Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023/2024 einen Jahresüberschuss von T€ 2.233 aus. Das Eigenkapital zum 30.06.2024 beträgt einschließlich Gewinnvortrag und Jahresüberschuss insgesamt T€ 9.291. An der VIA ENER- GY hält die Gesellschaft zum Bilanzstichtag 100 % der Anteile (nominal T€ 1.200). Die VIA ENERGY weist in ihrem Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023/2024 einen Jahresüberüberschuss von T€ 5.237 aus. Das Eigenkapital zum 30.06.2024 beträgt einschließlich Gewinnvortrag und Jahresüberschuss insgesamt TE 9.401. An der Libergy hält die Gesellschaft zum Bilanzstichtag 50,5 % der Anteile (nominal T€ 25). Die Libergy weist in ihrem Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023/2024 einen Jahresfehlbetrag von T€ 457 aus. Das Eigenkapital zum 30.06.2024 beträgt einschließlich Jahresfehlbetrag insgesamt T€ 1.593.

Die Beteiligungen betreffen unter anderem einen 25%-igen Anteil am Stammkapital der H2NOW GmbH, Berlin (nominal T€ 9). Die H2NOW GmbH weist in ihrem Jahresabschluss zum 31.12.2023 einen Jahresfehlbetrag von T€ 123 aus. Das Eigenkapital zum 31.12.2023 beträgt einschließlich Jahresfehlbetrag insgesamt T€ 72.

Vorräte

Der Bestand der Treibhausgasquote zum Bilanzstichtag resultiert ausschließlich aus entgeltlich erworbenen Quoten und wird zur Deckung der eigenen Verpflichtung zur Minderung der Treibhausgasemissionen aus dem Inverkehrbringen von Kraftstoffen nach dem Bilanzstichtag verbraucht.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TE 90.668 betreffen solche aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben in Höhe von T€ 21 eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Rückstellungen

Die Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

T€
Steuerrückstellungen 5.774
Ausstehende Rechnungen 81.448
EBV-Rücklieferungsverpflichtungen 1.963
Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften 3.151
CO 2 Abgabe 63.736
Personalbereich 917
sonstige 1.483

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

30.06.2024
Haftungsverhältnisse 6.594.708,00
- davon gegenüber verbundenen
Unternehmen: 6.594.708,00

Die BMV hat Mietbürgschaften für ihre Tochtergesellschaft Sprint in Höhe von T€ 594 übernommen. Außerdem wurde für die Tochtergesellschaft VIA ENERGY GmbH eine Bürgschaft in Höhe von T€ 6.000 für Warenlieferanten übernommen.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen sowie vom Beirat genehmigten Investitionen belaufen sich für das Geschäftsjahr 2024/2025 auf T€ 2.491, der Gesamtbetrag der vertraglichen Verpflichtungen bis zum Ende der jeweiligen Laufzeiten beträgt T€ 10.805. Außerdem bestehen zum Bilanzstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen THG-Quotenkaufverträgen in Höhe von rd. 6,5 Mio. € p.a. bis einschließlich 2030.

Derivate

Die Gesellschaft schließt zur Absicherung von Preisrisiken im Warenbestand sowie Wechselkursrisiken aus Transaktionen in Fremdwährungen (USD) Börsen- und Währungsfutures und Swaps.

Kategorie Einheit Einkauf Verkauf Buchwert Rückstellung Beizulegender Zeitwert
(T€) (T€)
Devisentermingeschäfte/swaps TUSD 85.531 -54.415 -159 434
Börsenfutures/-swaps Diesel/Benzin/Fame Lots 16.091 -6.149 -489 1.139

Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert wird als Differenz zwischen dem Kontraktpreis und dem Marktpreis ermittelt. Der angegebene beizulegende Zeitwert stellt eine saldierte Größe dar.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse resultieren aus der Herstellung und dem Verkauf von Diesel- und Ottokraftstoffen sowie dem Handel mit Kraftstoffkomponenten und Heizöl.

Sonstige Angaben

Die Geschäftsführung und Vertretung der Gesellschaft obliegt:

 

Herrn Duraid El Obeid, Berlin

 

Geschäftsführer operatives Geschäft, Personal, IT-Bereich, Rechnungswesen, Administration, Vorsitzender

 

Frau Kerstin Schönherr, Berlin

 

Geschäftsführerin Finanzen, Marketing, Risikomanagement, Strategie

Zum Beirat der Gesellschaft gehören:

 

Herr Michael Behrendt, Hamburg,

Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hapag Lloyd AG

- Vorsitzender -

 

Frau Dr. Eva Annett Grigoleit, Berlin, Rechtsanwältin und

Partnerin CMS Hasche Sigle

- ordentliches Mitglied -

 

Herr Dr. Martin Robinius, Berlin

Implement Consulting Group Germany GmbH

- ordentliches Mitglied -

Im Jahresdurchschnitt waren im Geschäftsjahr 18 kaufmännische Mitarbeiter beschäftigt.

Die Angabe des Gesamthonorars des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2023/2024 erfolgt im Konzernabschluss der Muttergesellschaft.

Die Fortuna Familien GmbH, Berlin, die im Handelsregister des Amtsgerichts von Berlin-Charlottenburg unter HRB 163057 geführt wird, stellt als oberstes Mutterunternehmen den Konzernabschluss zum 30.06.2024 auf, in den die Gesellschaft einbezogen wird. Dieser Konzernabschluss wird im elektronischen Unternehmensregister offengelegt. Die Gesellschaft nimmt die Befreiung von der Konzernrechnungslegungspflicht gem. § 291 Abs. 2 HGB in Anspruch.

Die Geschäftsführung schlägt vor, den ausgewiesenen Jahresüberschuss von T€ 30.533 auf neue Rechnung vorzutragen.

5. Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage eingetreten.

 

Berlin, den 30.09.2024

BMV Energy GmbH

- Die Geschäftsführung -

Kerstin Schönherr

Duraid El Obeid

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023/2024

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.07.2023 Zugänge Abgänge Stand 30.06.2024
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 8.153.169,26 16.290,00 0,00 8.169.459,26
2. Geleistete Anzahlungen 211.600,64 175.690,50 0,00 387.291,14
8.364.769,90 191.980,50 0,00 8.556.750,40
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 5.834.581,76 0,00 0,00 5.834.581,76
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.274.240,10 118.776,58 64.792,05 1.328.224,63
7.108.821,86 118.776,58 64.792,05 7.162.806,39
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 12.984.972,23 2.025.500,00 0,00 15.010.472,23
2. Beteiligungen 21.250,00 321.616,33 0,00 342.866,33
3. Sonstige Ausleihungen 163.282,00 12.178,46 6.017,93 169.442,53
13.169.504,23 2.359.294,79 6.017,93 15.522.781,09
28.643.095,99 2.670.051,87 70.809,98 31.242.337,88
Abschreibungen
Stand 01.07.2023 Zugänge Abgänge Stand 30.06.2024
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 8.116.476,26 43.276,00 0,00 8.159.752,26
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
8.116.476,26 43.276,00 0,00 8.159.752,26
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 5.347.945,76 186.446,00 0,00 5.534.391,76
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.037.928,07 49.041,58 64.792,05 1.022.177,60
6.385.873,83 235.487,58 64.792,05 6.556.569,36
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
14.502.350,09 278.763,58 64.792,05 14.716.321,62
Buchwerte
Stand 30.06.2024 Stand 30.06.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 9.707,00 36.693,00
2. Geleistete Anzahlungen 387.291,14 211.600,64
396.998,14 248.293,64
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 300.190,00 486.636,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 306.047,03 236.312,03
606.237,03 722.948,03
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 15.010.472,23 12.984.972,23
2. Beteiligungen 342.866,33 21.250,00
3. Sonstige Ausleihungen 169.442,53 163.282,00
15.522.781,09 13.169.504,23
16.526.016,26 14.140.745,90

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2023 bis 30. Juni 2024

I. Grundlagen des Unternehmens

Geschäftsmodell

Die BMV Energy GmbH (die Gesellschaft oder BMV) ist ein eigentümergeführtes Unternehmen und hat ihren Sitz in Berlin.

Sie ist einer der größten unabhängigen Versorger für hochwertige Mineralölprodukte in Deutschland. Die BMV ist im Bereich der Veredelung, der Versorgung und des Vertriebs, hauptsächlich von Otto-, Diesel- und Biokraftstoffen sowie Heizöl-Produkten, tätig. In ihrer Wertschöpfung greift die Gesellschaft auf Tankläger in Deutschland zurück. Die Versorgung der Kunden erfolgt dabei aus rund 30 (Vorjahr rund 30) Lägern in Deutschland.

Neben verschiedenen Kunden des Großhandels versorgt die Gesellschaft ihre Tochtergesellschaft Sprint Tank GmbH (Sprint), Berlin, mit Kraftstoffen. Die Tochtergesellschaft ist mit insgesamt 136 Tankstellen zum Geschäftsjahresende auf dem deutschen Tankstellenmarkt im Wesentlichen unter den Marken Sprint und GO aktiv. Weiterhin versorgt BMV die VIA ENERGY GmbH (VIA), Naumburg, die als 100 %ige Tochtergesellschaft im nationalen Handelsgeschäft mit Heizöl, Diesel- und Ottokraftstoffen aktiv ist.

Im Geschäftsjahr 2023/2024 hat die BMV die Gründung der Libergy GmbH (Libergy), Berlin, initiiert und sich mit 50,5 % an ihr beteiligt. Libergy hat sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen beim Übergang zu nachhaltigen Energielösungen zu unterstützen und die Dekarbonisierung des Mobilitätssektors mit neuen Energien voranzutreiben. Mit innovativen umweltfreundlichen Kraftstoffen und einer digitalen Softwareplattform sollen Unternehmen insbesondere mit schweren Nutzfahrzeugen und Maschinen begleitet werden, Emissionen zu reduzieren und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Geschäftsjahr 2023/2024 war wie im Vorjahr von einem krisenbelasteten Umfeld, insbesondere den Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, geprägt. Hohe Preise auf allen Wirtschaftsstufen haben die Konjunktur gedämpft. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch gestiegene Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 hat sich daher nicht fortgesetzt.

Umfangreiche Sanktionsmaßnahmen gegen Russland bestehen von Seiten der EU und vielen anderen Ländern fort. Auch die große Abhängigkeit insbesondere von russischen Energierohstoffen wurde von zahlreichen europäischen Staaten versucht, weiter zu reduzieren. Die Situation stark gestiegener Energie- und Rohstoffpreise hat sich im GJ 2023/2024 entspannt, so dass auch die Inflation sank.

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahresdurchschnitt 2023 um 0,3 % gesunken. Die Prognose der Bundesregierung für 2024 liegt aktuell bei einer BIP-Wachstumsrate von 0,2 % (Stand 03/2024). Die Wachstumsaussichten der deutschen Wirtschaft sind tendenziell auf eine leichte Erholung eingestellt. Konjunkturstützend wird die Industrie mit ihrem Exportgeschäft eingeschätzt, während eine Fortsetzung des Abwärtstrends in der Bauwirtschaft erwartet wird. Der private Konsum soll zu Jahresbeginn noch stagnieren. Im weiteren Verlauf des Jahres soll die Kaufkraft der privaten Haushalte an Stärke und die gesamtwirtschaftliche Erholung im Zuge der Normalisierung der Konsumkonjunktur an Tempo gewinnen. So prognostiziert das ifo Institut für Wirtschaftsforschung, dass das Bruttoinlandsprodukt 2024 um 0,4 % und 2025 um 1,5 % ansteigen wird (Stand 06/2024).

Die Anzahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland stieg 2023 im Vergleich zum Vorjahr um ca. 0,3 auf 45,9 Millionen. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote aller Erwerbspersonen auf 5,7 %. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft, Jahreswirtschaftsbericht 2024).

Der Gesamtabsatz von Mineralölprodukten in Deutschland (Inlandsabsatz) sank von 2022 zu 2023 um 5,5 %. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der Absatz an Ottokraftstoffen um 2,0 %, während der Absatz von Dieselkraftstoffen und leichtem Heizöl um 4,0 % bzw. 4,9 % fiel (Quelle: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Entwicklung der Inlandsablieferungen für Mineralölprodukte 2023; Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Amtliche Mineralöldaten für die Bundesrepublik Deutschland 12/2023).

Zum 01.01.2024 sank die Anzahl der Tankstellen in Deutschland geringfügig. Es wurden insgesamt 14.442 Tankstellen (davon 14.084 Straßen- und 358 Autobahntankstellen) betrieben. Das sind 11 Stationen weniger als zum Vorjahreszeitpunkt (Quelle: Energie Informationsdienst GmbH).

Mineralölmarkt

Der mittlere Weltmarktpreis für Rohöl der Sorte Brent lag im Geschäftsjahr 2023/2024 mit rund 84 US-Dollar (USD) je Barrel über dem Vorjahreswert (GJ 2022/2023) von 81 USD je Barrel. Die Bandbreite je Barrel der Sorte Brent lag im Geschäftsjahr 2023/2024 zwischen 72 - 98 USD. Der Wechselkurs von USD zu einem Euro schwankte in dieser Zeit zwischen 1,04 und 1,13 USD (Quelle: www.boerseonline.de/devisen/dollarkurs bzw. www.boerse-online.de/rohstoffe/historisch/oelpreis/usd).

Entwicklung Verkaufspreise am deutschen Tankstellenmarkt

Die durchschnittlichen Verkaufspreise am deutschen Tankstellenmarkt erhöhten sich laut ADAC im Geschäftsjahr 2023/2024 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022/2023 um 0,1 % für Super E10 und sanken um 5,8 % für Diesel. Die Kraftstoffpreise entwickelten sich wie in der nachfolgenden Grafik dargestellt. Dabei ist festzustellen, dass sich die Preise für Diesel und Super E10 im Zeitraum Juli bis September sowie von März bis zum Ende des Geschäftsjahres entkoppelten.

2. Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2023/2024 war auf der Absatzseite von sehr guten vier Quartalen geprägt, wobei das zweite Quartal am stärksten abschnitt. Die restlichen drei Quartale wiesen nahezu gleich hohe Absätze auf. Die BMV erzielte ein Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von T€ 33.403 und liegt damit T€ 30.096 über Plan.

Der Preis für CO 2 -Tickets, die aus der festgelegten Bepreisung von fossilen Kraftstoffen laut Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) hervorgegangen sind, stieg in den Jahren 2023 zu 2024 um 15 €/t auf 45 €/t. Im Jahr 2025 wird der Preis auf 55 €/t angehoben.

Der Absatz der Sprint war im Geschäftsjahr 2023/2024 nahezu identisch im Vergleich zum Vorjahr. Das Absatzziel wurde dabei leicht übertroffen. Sprint konnte das Geschäftsjahr 2023/2024 mit einem guten Ergebnis abschließen. Das Ergebnisziel wurde aufgrund von überplanmäßigen Margen übertroffen.

Die VIA konnte ihre geplanten Absatzziele für Geschäftsjahr 2023/2024 nicht erreichen. Auf Basis ihrer Geschäftsgrundlage, dem Handel mit Heizöl sowie Diesel- und Ottokraftstoff, generierte sie dennoch einen hohen Absatz und einen starken Ergebnisbeitrag für die BMV- Gruppe.

3. Lage

a. Ertragslage

Absätze

Der Absatz der BMV hat sich im Geschäftsjahr 2023/2024 gegenüber dem Vorjahr von 1.818 um 131 auf 1.949 Tcbm erhöht. Der Absatzanstieg von 7,2 % führt in Verbindung mit gesunkenen Preisen für Mineralölprodukte zu einem Umsatzrückgang von 2,7 %. Die energiesteuerbereinigten Umsatzerlöse lagen mit T€ 1.884.944 um T€ 53.517 unter dem Vorjahreswert von T€ 1.938.161. VIA und Sprint konnten mit guten Absätzen zu dieser Entwicklung beitragen.

Der geplante Absatz wurde deutlich um 11,3 % übertroffen.

Der Umsatz inkl. Energiesteuer und Erlösschmälerungen belief sich auf T€ 2.418.058 (Vorjahr T€ 2.392.657) und liegt 10,3 % über Plan (T€ 2.191.842).

Wesentlich für den Einkauf und den Verkauf sind wie jedes Jahr die Versorgungsvereinbarungen mit Kunden und Lieferanten, die zum Ende des Jahres 2023 verhandelt wurden. Die entsprechenden Rahmenverträge für das Kalenderjahr 2024 konnten erfolgreich abgeschlossen werden.

Ergebnisentwicklung

Das Rohergebnis stieg im Geschäftsjahr 2023/2024 von T€ 29.005 um T€ 10.116 auf T€ 39.121. Im Rohergebnis sind Umsatzerlöse (T€ 1.884.944, Vorjahr T€ 1.938.161), Bestandsveränderungen (T€ -25, Vorjahr TE -1.227) sowie Materialaufwand für Mineralölprodukte (T€ 1.845.797, Vorjahr T€ 1.907.929) enthalten. Die sonstigen betrieblichen Erträge (T€ 4.924, Vorjahr T€ 9.243) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Währungsumrechnungen (T€ 4.587, Vorjahr T€ 8.710).

Die Kosten für Personalaufwand, Abschreibungen sowie sonstige betriebliche Aufwendungen sind insgesamt um T€ 3.886 angestiegen. Der Personalaufwand stieg dabei um T€ 310. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um T€ 3.764 auf T€ 20.527 vorwiegend durch höhere Aufwendungen aus Währungsdifferenzen um T€ 1.720 (T€ 5.481, Vorjahr T€ 3.761), für Delegationen um T€ 1.307, Fremdleistungen um T€ 441 sowie Rechts- und Beratungskosten um T€ 386. Die Abschreibungen gingen nach der letztmaligen Abschreibung der entgeltlich erworbenen Markenrechte im Vorjahr um T€ 188 zurück.

Infolge der guten Geschäftsergebnisse der vergangenen Jahre konnten die beiden Tochtergesellschaften VIA und Sprint im Geschäftsjahr 2023/2024 Gewinne an die BMV ausschütten, die zu Erträgen aus Beteiligungen in Höhe von T€ 14.363 (Vorjahr T€ 0) führten.

Der Steueraufwand verringerte sich deutlich (T€ 2.870, Vorjahr T€ 7.690) durch die Reduzierung der Rückstellungen für drohende Verluste im Vergleich zum Vorjahr (T€ 3.151, Vorjahr T€ 12.127).

Der Jahresüberschuss von T€ 30.533 liegt um rund 1.227 % (T€ 28.223) deutlich über dem geplanten Ergebnis. Dies ist einerseits auf ein gutes operatives Geschäftsergebnis, als auch auf das erzielte Beteiligungsergebnis zurückzuführen.

Die BMV hat im Geschäftsjahr 2023/2024 einen Betrag in Höhe von T€ 10.308 (Vorjahr T€ 1.450) an die Gesellschafter ausgeschüttet.

b. Finanzlage

Kapitalstruktur

Der Finanzbedarf der Geschäftsaktivitäten, der sich hauptsächlich aus der Vorfinanzierung der Energiesteuer ergibt, war zu jeder Zeit durch ausreichende Banklinien gesichert, die außerdem eine schnelle und flexible Nutzung sich bietender Marktchancen ermöglichten.

Die der Gesellschaft zur Verfügung stehenden kurzfristigen Kredit- und Avallinien wurden im Geschäftsjahr um T€ 15.000 (davon T€ 15.000 Avallinien) auf T€ 190.100 reduziert. Per Geschäftsjahresende wurden die kurzfristigen Linien zu 43,8 % für Avale in Anspruch genommen. Die Gesellschaft verfügt zum Bilanzstichtag über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von T€ 52.500.

Cash Flow

Die Kassen- und Bankguthaben erhöhten sich stichtagsbezogen gegenüber dem Vorjahr um T€ 14.632 auf T€ 106.813.

Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug T€ 12.929 und lag deutlich unter dem Vorjahresniveau (T€ 34.559). Hier wirkte sich trotz des höheren Periodenergebnisses insbesondere die starke Abnahme von Verbindlichkeiten aus, die die Zunahme der sonstigen Rückstellungen und die Abnahme der Vorräte, der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände leicht überkompensierte, woraus insgesamt ein entsprechend höherer Bestand an liquiden Mitteln resultierte. Zum 30.06.2024 bestehen keine Verträge mit umfangreichen vorzeitigen Rückzahlungsverpflichtungen, die für die Liquidität von erheblicher Bedeutung sind.

Der positive Cash Flow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von T€ 13.351 ist im Wesentlichen durch erhaltene Zinsen und Gewinnausschüttungen (T€ 14.363) geprägt.

Der negative Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von T€ 11.648 beinhaltet neben gezahlten Zinsen die Ausschüttung an die Gesellschafter von T€ 10.307.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen überwiegend aus längerfristigen Miet- und Leasingverträgen. Außerdem bestehen am Bilanzstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Übertragungsverträgen über Treibhausgasquoten.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2023/2024 wurden Investitionen in Finanzanlagen (T€ 2.359), insbesondere in die Anteile an verbundenen Unternehmen (Libergy) sowie in immaterielle Vermögensgegenstände (T€ 192), im Wesentlichen in ein neues ERP-System, durchgeführt. Zum 30.06.2024 bestehen keine wesentlichen Investitionsverpflichtungen.

Die Gesellschaft plant im Geschäftsjahr 2024/2025 Investitionen in Beteiligungen in Höhe von T€ 750. Investitionen in Sachanlagen sind nicht geplant.

c. Vermögenslage

Die Bilanzsumme zum 30.06.2024 hat sich gegenüber dem Vorjahr um T€ 18.009 auf T€ 396.545 verringert.

Im Vermögensbereich resultieren die Veränderungen vorrangig aus dem Rückgang der Forderungen um insgesamt T€ 28.987 bei einem Anstieg der liquiden Mittel um T€ 14.632. Die Verminderung der Forderungen ist durch den starken Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um T€ 53.851 bedingt, während sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um T€ 24.864 erhöht haben. Dem Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen insbesondere stichtagsbedingt reduzierte Salden gegenüber zwei Geschäftspartnern zugrunde.

Auf der Kapitalseite ergibt sich die geringere Bilanzsumme im Wesentlichen aus einer Reduzierung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um T€ 49.948 und der sonstigen Verbindlichkeiten um TE 18.151, die die ergebnisbedingte Erhöhung des Eigenkapitals um T€ 20.225 sowie die Erhöhung der sonstigen Rückstellungen um T€ 30.986 übersteigen. Der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dem Vorjahr ist in Verbindung mit dem Anstieg der sonstigen Rückstellungen insbesondere für ausstehende Rechnungen zum Stichtag zu sehen. Außerdem hat sich der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen korrespondierend zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen rückläufig entwickelt. Der Anstieg der sonstigen Rückstellungen ist im Wesentlichen durch deutlich höhere ausstehende Rechnungen zum Stichtag sowie die Zunahme der Rückstellungen für die CO 2 -Abgabe bedingt.

4. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeiter

Die Gesellschaft hat hochqualifizierte Mitarbeiter und sorgt für eine nachhaltige Weiterqualifikation. Dies wird durch Schulungen und Teambildungsmaßnahmen sichergestellt.

Die durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten betrug 18 kaufmännische Mitarbeiter (Vorjahr 18 Mitarbeiter).

Die Kontinuität in der Belegschaft unterstützt die Gesellschaft im Aufbau und der Pflege von Kunden- und Lieferantenbeziehungen sowie in der Weiterentwicklung und Optimierung von internen Prozessen.

Zusammenfassende Beurteilung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten sowohl ein sehr hoher Absatz - der höchste Absatz in den vergangenen 10 Jahren - als auch ein sehr guter Ergebnisbeitrag erzielt werden. Die gesteckten Absatz- und Ergebnisziele wurden übertroffen. Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit ist positiv.

Die Geschäftsführung schätzt den Geschäftsverlauf und die Lage des Unternehmens in Bezug auf das Geschäftsjahr 2023/2024 als positiv ein.

III. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

1. Chancenbericht

Das langjährige Know-how der Gesellschaft im Umgang mit starken Preisschwankungen und ein bewährtes Risiko- und Bestandsmanagement inklusive der Absicherung von Produktpreisrisiken lassen diese Risiken auch künftig beherrschbar erscheinen; z.T. bieten sich sogar Marktsituationen, die ertragsbringend genutzt werden können.

Durch kontinuierliche Fortschritte bei neuen Technologien der Biokraftstoffherstellung bestehen große Chancen in der Beschaffung und der weiteren Optimierung des Blendingprozesses. Durch die intensive Kenntnis des Biokraftstoffmarktes und die langjährige Erfahrung und Kompetenz im Umgang mit biogenen Komponenten ist die BMV in der Lage, Marktchancen frühzeitig zu erkennen und zu nutzen. Die hohe Flexibilität im Unternehmen und schnelle Entscheidungsprozesse durch schlanke Strukturen erleichtern den Umgang mit den politischen Unsicherheiten.

Die öffentliche Diskussion um alternative Energien und in diesem Rahmen auch um erneuerbare Kraftstoffe wird weiter intensiv geführt.

Nach Einschätzung der Gesellschaft werden biogene Kraftstoffe als Ergänzung zu fossilen Kraftstoffen weiter an Bedeutung gewinnen. Der Schwerpunkt der Forschung wird sich demnach auf die Weiterentwicklung der Biokraftstoffe der zweiten Generation bzw. auf E-Fuels konzentrieren und so mittelfristig zusätzliche Entwicklungs- und Optimierungschancen im Bereich der biogenen Kraftstoffe und Komponenten ermöglichen. Die Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren auf derartige Entwicklungen kontinuierlich vorbereitet. Das Europäische Parlament hat am 15.09.2022 Mindestquoten für den Einsatz klimaneutraler synthetischer Kraftstoffe im Verkehrssektor beschlossen. Demnach soll bis 2030 der Anteil der erneuerbaren Kraftstoffe nicht biologischen Ursprungs im Verkehrssektor mindestens 5,7 % betragen.

Der öffentliche Verkauf von klimaschonenden Dieselreinkraftstoffen wie dem HVO100 konnte im Mai 2024 in Deutschland starten. Sprint war mit ihrer Tankstelle in der Kniprodestraße berlinweit die erste Tankstelle, die diesen Kraftstoff verkaufte. Dies wurde durch die Veröffentlichung der Änderungsverordnung zur 10. BlmSchV ermöglicht. Seitdem ist der Verkauf von Kraftstoffen der Diesel-Norm DIN EN 15940 ("XTL"-Kraftstoffe) rechtlich zulässig. Dazu zählen nachhaltige Dieselreinkraftstoffe wie HVO100, hergestellt aus biogenen Rest- und Abfallstoffen, sowie synthetischer E-Diesel, produziert mit grünem Strom. Diese Neuerung bringt erstmals Rechtssicherheit für Hersteller, Händler und Verbraucher. HVO100 kann die Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus des Kraftstoffs um bis zu 90 Prozent senken und ist vollständig kompatibel mit allen bestehenden Dieselmotoren, ohne dass Anpassungen erforderlich sind. Deutschland hinkt hier im Vergleich zu anderen EU-Staaten weit hinterher. Die Zulassung von synthetischen Dieselreinkraftstoffen nach DIN EN 15940 sendet ein positives Signal bspw. an Hersteller von E-Diesel, die zukünftig ebenfalls wichtige Beiträge zur CO 2 -Reduktion im Straßenverkehr leisten können. Obwohl HVO100 von der CO 2 -Abgabe befreit ist, gilt jedoch derselbe Energiesteuersatz wie für fossilen Diesel.

Chancen und Risiken liegen zum Teil dicht beieinander, sodass eine klare Zuordnung für eine Gesellschaft oder einen Standort vorab nicht möglich ist. So wurden im Juni 2022 infolge des Russland-Ukraine-Krieges von der EU Sanktionen gegen Russland beschlossen, die unter anderem den Erwerb, die Einfuhr oder die Weiterleitung von Rohöl und bestimmten Erdölerzeugnissen aus Russland in die EU verbieten. Die Beschränkungen wurden schrittweise eingeführt. Die beiden Raffineriebetriebe in Schwedt und Leuna haben daraufhin ihre Verarbeitung und Produktion auf nicht-russisches Rohöl umgestellt.

In der Logistik kann es zu Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Transportmitteln und -wegen in Bezug auf Wasserwege, Schiene oder Straße, die für die Versorgung von Raffinerien, Tanklägern, Tankstellen oder anderen Empfängern essentiell sind, kommen. Allein durch Hoch- oder Niedrigwasser, den Mangel an qualifizierten Kraftfahrern und Lokführern, von Transportkapazitäten auf der Schiene können große regionale Herausforderungen für die kontinuierliche Versorgung mit Mineralölprodukten entstehen. Zur Vermeidung von überhöhten Abhängigkeiten zur Versorgung der eigenen Läger hat BMV dauerhaft Kesselwagengarnituren angemietet, um sich eigene Transportkapazitäten zu sichern.

2. Risikobericht

a. Risikomanagementsystem

Die Risikopolitik folgt der Strategie, nachhaltig zu wachsen, den Unternehmenswert zu steigern und dabei unangemessene Risiken zu vermeiden. Neben dem eigenen Risikomanagement wirkt der Beirat als neutrales Beratungs- und Kontrollorgan aktiv an der Einschätzung und Handhabung von Risiken mit.

Um Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, möglichst frühzeitig erkennen zu können, bildet der Prozess der unternehmensweiten Planung und des internen Berichtswesens einen besonderen Schwerpunkt. Es finden regelmäßige Managementmeetings mit der Geschäftsleitung und allen Mitarbeitern statt. Somit ist die Geschäftsführung zeitnah über potentielle Risiken informiert. Auf monatlicher Basis wird der Geschäftsverlauf mit der Geschäftsführung analysiert und gegebenenfalls werden Maßnahmen zur Gegensteuerung beschlossen. Darüber hinaus berichtet die Geschäftsführung monatlich an den Beirat zur aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und stellt darüber hinaus einen entsprechenden Quartalsbericht zur Verfügung.

b. Risiken

Die bestehenden Rohölreserven sind groß genug, den weltweiten Bedarf - rein rechnerisch - über die nächsten 50 Jahre zu decken. Damit wäre die Rohstoffverfügbarkeit bis weit in die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts gesichert. Die Risiken im Kraftstoffbereich liegen somit weniger in der tatsächlichen Verknappung von Rohöl, als vielmehr in der Preisentwicklung, der regionalen Verfügbarkeit, der starken Preisvolatilität und Nachfragerückgängen durch Elektrifizierung.

Die permanenten Änderungen der Gesetzesvorlagen und Gesetze im Bereich der Biokraftstoffe sind schwer einschätzbar und könnten Risiken für die Ertragslage bergen. Dies betrifft auch die Folgen des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG), dessen Umsetzung zum 01.01.2021 erfolgte. Inhalt des Gesetzes ist die Einführung eines nationalen Zertifikatehandels für Brennstoffemissionen, wodurch eine Bepreisung von CO 2 für die Sektoren Wärme und Verkehr eingeführt wurde. Die Inverkehrbringer von Brennstoffen müssen dazu an einem Emissionshandelssystem teilnehmen sowie für die Emissionen der in Verkehr gebrachten Brennstoffe Zertifikate erwerben.

Aufgrund von Preiserhöhungen, der Entwicklung umweltschonender Antriebstechnik und Nachfrageabschwächungen besteht die Möglichkeit von Absatzrückgängen. Auch Maßnahmen die beispielsweise im Zusammenhang mit dem Klimaschutzprogramm 2030 und dem Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung sowie dem European Green Deal der Europäischen Union (Gesetzesvorschläge "Fit for 55"- Paket - Gesetze zur Erreichung der Klimaziele) beschlossen wurden bzw. weiter zur Diskussion stehen, werden langfristige Auswirkungen auf den Markt der Mineralölversorgung und der Tankstellen haben. So wurde durch das EU-Parlament beschlossen, dass ab dem 01.01.2035 nur noch Pkw-Neuwagen mit Verbrennungsmotor zugelassen werden, die beim Fahren CO 2 -emissionsfrei sind. Dies können Fahrzeuge (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) sein, die dann mit klimaneutralen Kraftstoffen (eFuels) betrieben werden. In diesem Zusammenhang sind Themen wie Einführung von neuen Produkten, Marktverdichtung, Bildung von Marktnischen und Auftritt neuer Marktteilnehmer von großer Bedeutung. Diese Marktentwicklungen werden aufmerksam beobachtet und sich daraus ergebende Marktchancen genutzt. Die Zulassung synthetischer Kraftstoffe wird derzeit in der Politik diskutiert und ist eine notwendige Voraussetzung, um in den Verkehrssektoren die Klimaziele zu erreichen.

Dem Risiko von Margenschwankungen wird durch eine gute Versorgungsbasis und regionale Verteilung des Netzes entgegengewirkt. Der strengen Kostenkontrolle durch ein einheitliches Controllingsystem wird ein besonderes Augenmerk geschenkt und die ertragsorientierte Preisstellung einheitlich fortgesetzt.

Finanzielle Risiken wie Forderungen sind in der Unternehmensgruppe grundsätzlich durch Warenkreditversicherungen, Bankgarantien, Barkautionen sowie den Anspruch auf Rückerstattung der Energiesteuer im Insolvenzfall ausreichend abgesichert.

Weiterhin hat die BMV Versicherungen abgeschlossen, welche unter anderem Sachrisiken, Haftpflichtrisiken gegenüber Dritten sowie Risiken aus Umweltschäden abdecken.

Es bestehen keine Gerichtsverfahren, die die Geschäftsabläufe der Gesellschaft gefährden könnten.

Wechselkursrisiken aus Einkauftransaktionen und Warensicherungsgeschäften in US-Dollar werden durch Devisentermingeschäfte und Währungsswaps abgesichert.

Preisrisiken aus dem Handelsgeschäft werden durch Produktswaps und Mineralöltermingeschäfte täglich abgesichert.

In der Gesamtbeurteilung der Risikosituation lässt sich auf Grundlage der heute bekannten Informationen feststellen, dass keine den Fortbestand der Gesellschaft gefährdenden Risiken eingetreten und auch für das Geschäftsjahr 2024/2025 keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar sind.

3. Prognosebericht

Trotz des wettbewerbsintensiven Marktumfeldes und der erschwerten politischen Rahmenbedingungen erwartet die Geschäftsleitung auch zukünftig gute Entwicklungsmöglichkeiten für die Unternehmensgruppe. Das spezielle Branchen-Know-how und eine hohe Flexibilität ermöglichen dem Unternehmen regionale Marktnischen sowohl im fossilen als auch im biogenen Bereich rasch und erfolgreich nutzen und optimieren zu können.

Grundlage für die Prognose 2024/2025 sind darüber hinaus die im Oktober-Dezember 2023 erfolgreich abgeschlossenen Versorgungsverhandlungen mit Lieferanten für das Jahr 2024, die Möglichkeiten beim Einsatz von Komponenten im Kraftstoffblendingprozess infolge flexibel ausgestatteter Anlagen, langjährige Kundenbeziehungen sowie ein stabiler Absatz von Kraftstoffen und Heizöl über die Konzerntöchter Sprint und VIA.

Die Gesellschaft plant für das Geschäftsjahr 2024/2025 einen Absatz von rd. 1.800 Tcbm, verbunden mit einem Umsatz inkl. Energiesteuer von rd. T€ 2.200.000 und einem Jahresüberschuss von rd. T€ 2.500. Die Mitarbeiteranzahl wurde mit 19 Mitarbeitern in der Planung berücksichtigt.

Auf Basis der vorliegenden Zahlen geht die Gesellschaft heute davon aus, ihre Ziele im kommenden Geschäftsjahr zu erreichen.

 

Berlin, 30. September 2024

BMV Energy GmbH

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