SIMONSWERK GmbH
Selbe AdresseGroßhandel mit Eisenerzen, Eisen, Stahl, Eisen- und Stahlhalbzeug
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Rolf Thöne seit 26.4.2021 | Geschäftsführer |
David Bannas seit 3.2.2021 | Geschäftsführer |
Frank Dr.-Ing. Remy seit 14.2.2019 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Familie Julius Thyssen Verwaltungsgesellschaft mbHMülheim an der RuhrKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022KonzernbilanzAKTIVA
PASSIVA
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
KONZERNANHANG1. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM KONZERNABSCHLUSS Die Gesellschaft ist im Handelsregister unter der Registernummer B 15064 eingetragen. Das zuständige Registergericht ist das Amtsgericht Duisburg. Der Stichtag des auf die Familie Julius Thyssen Verwaltungsgesellschaft mbH, Mülheim an der Ruhr (im Folgenden kurz: FJTV GmbH), aufgestellten Konzernabschlusses ist der 31. Dezember 2022. Dieser entspricht dem Abschlussstichtag der Muttergesellschaft und aller vollkonsolidierten Tochterunternehmen. Die assoziierten Unternehmen haben ebenfalls alle den 31. Dezember 2022 als Abschlussstichtag. Stichtag für alle Erstkonsolidierungsmaßnahmen ist der Erwerbszeitpunkt der Tochtergesellschaften bzw. in den folgenden Jahren auch der Zeitpunkt von Eigenkapitalzuführungen oder -herabsetzungen. In den Konsolidierungsmaßnahmen wurden jeweils die Ergebniswirkungen der Vorjahre berücksichtigt und im Ergebnisvortrag gezeigt. 2. ANGABEN ZUM KONSOLIDIERUNGSKREIS 2.1. Konsolidierungskreis Neben der Familie Julius Thyssen Verwaltungsgesellschaft mbH wurden die nachfolgenden Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen, wobei die Aufstellung sowohl die nach § 301 HGB vollkonsolidierten Unternehmen als auch die nach den §§ 311 u. 312 HGB at Equity konsolidierten Unternehmen umfasst. In der Tabelle werden jeweils die Beteiligungsquoten bzw. die Stimmrechtsanteile des direkten Mutter-Tochter-Verhältnisses abgebildet. Konkret bedeutet dies, welchen Anteil die jeweilige Muttergesellschaft an der Tochtergesellschaft hält (z.B. hält FJTV GmbH als Muttergesellschaft 86,6145% an ihrer Tochtergesellschaft Thyssen'sche Handelsgesellschaft m.b.H., Mülheim an der Ruhr (im Folgenden kurz: THG GmbH)). Die angegebenen Beteiligungsquoten sind jeweils auf die Anteile ohne eigene Anteile bezogen.
2.2. Nicht konsolidierte Unternehmen Die Dr. Anton-Remmen-Unterstützungseinrichtung der SIMONSWERK G.m.b.H., Rheda-Wiedenbrück, wurde gemäß § 296 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen, da sie keine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt, ihre Bilanzsumme weniger als 1% der Konzernbilanzsumme ausmacht und somit für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung ist. Die Thyssen'sche Handelsgesellschaft ist mit 1% am Stammkapital beteiligt. Die Bilanzsumme beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 99 (Vorjahr TEUR 108), das Ergebnis TEUR -9 (Vorjahr TEUR -13). 2.3. Assoziierte Unternehmen Die Olympics Baumarkt Holding GmbH, Wermelskirchen, wurde als assoziiertes Unternehmen einbezogen, da die FJTV GmbH ca. 27,6432% Anteile an einer Gesellschaft hält, die Stimmrechte über ca. 25,6% an der Olympics Baumarkt Holding GmbH bündelt. Daneben ist ein Geschäftsführer der FJTV GmbH Mitglied eines Organs der Olympics Baumarkt Holding GmbH. Aus Konzernsicht ist die Olympics Baumarkt Holding GmbH zum Bilanzstichtag wesentlich. Der nach den Regelungen des HGB aufgestellte wirtschaftliche Konzernabschluss der Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2022 folgende stark komprimierte Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung auf:
2.4. Beteiligungen Das Eigenkapital der KHAN I Technology Transfer Fund GmbH & Co. KG, Dortmund, beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 40.673, der Jahresfehlbetrag TEUR 1.427. Bei der KHAN KG handelt es sich um eine Gesellschaft, die Forschungsaufträge an Dritte vergibt. Das Eigenkapital der MINUSCO Benelux B.V. beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 763, der Jahresüberschuss TEUR 98. Bei der MINUSCO B.V. handelt es sich um eine reine Vertriebsgesellschaft. 3. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE Der Konzernabschluss der Familie Julius Thyssen Verwaltungsgesellschaft mbH, Mülheim an der Ruhr, wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des GmbH-Gesetzes und unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungs- und Bewertungsgrundsätze aufgestellt. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte nach den §§ 290 ff. HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Bei den Kapitalkonsolidierungen vor dem 1. Januar 2010 wurden entsprechend dem Beibehaltungswahlrecht nach Art. 66 Abs. 3 S. 4 EGHGB die Anschaffungswerte der Beteiligungen mit dem Konzernanteil am Buchwert des Eigenkapitals der konsolidierten Gesellschaften zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Der Unterschiedsbetrag wurde, soweit er auf Mehrwerte entfiel, auf die entsprechenden Bilanzpositionen verteilt. Die verbleibenden Unterschiedsbeträge wurden als Firmenwerte behandelt. Die sich bei der Kapitalkonsolidierung ergebenden Firmenwerte wurden in den betroffenen Vorjahren jeweils sofort in voller Höhe abgeschrieben. Die sich ergebenden Unterschiedsbeträge waren jeweils aktivisch. Die nach dem 1. Januar 2010 vorgenommenen Erstkonsolidierungen erfolgten nach der Neubewertungsmethode. Bei der at-Equity-Konsolidierung wurde der Unterschiedsbetrag aus der Buchwertmethode zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung der assoziierten Unternehmen in den Konzernabschluss ermittelt. Im Geschäftsjahr wurden Zwischengewinne aus Lieferungen und Leistungen von assoziierten Unternehmen nicht eliminiert, da von den betroffenen Unternehmen wegen Unwesentlichkeit keine Angaben zu Zwischengewinnen eingeholt wurden. Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung wurden Forderungen und Verbindlichkeiten sowie übrige Bilanzpositionen, die sich bei den einbezogenen Unternehmen gegenüberstanden, gemäß § 303 Abs. 1 HGB eliminiert. Im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung wurden Aufwands- und Ertragspositionen, die sich bei den einbezogenen Unternehmen gegenüberstanden, eliminiert. Zwischengewinne aus Lieferungen und Leistungen zwischen vollkonsolidierten Unternehmen wurden eliminiert, soweit diese materiell wesentlich waren. Für nicht dem Mutterunternehmen gehörende Anteile an in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wurde im Eigenkapital ein besonderer Posten für nicht beherrschende Anteile gebildet. Soweit aufgrund von Konsolidierungsmaßnahmen das Konzernjahresergebnis von den Einzelergebnissen der einbezogenen Unternehmen abweicht, wurden entsprechend § 306 HGB Steuerabgrenzungen vorgenommen. 4. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN Die Bilanzierung der Vermögensgegenstände und Schulden erfolgt im Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen bzw. rechtlichen Eigentums. Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluss berücksichtigt. Alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, werden berücksichtigt. Gewinne werden nur berücksichtigt, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind. Bei ausländischen verbundenen Unternehmen werden die Bewertungsmethoden an die auf den Konzernabschluss angewandten Bewertungsmethoden bis auf unwesentliche Positionen angepasst. Die assoziierten Unternehmen bilanzieren nach den Vorschriften des deutschen HGB oder erstellen eine HB II. Die Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der at-Equity-Methode angesetzt. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Geschäfts- oder Firmenwerte, für die Anschaffungskosten angefallen sind, werden unter den immateriellen Vermögensgegenständen aktiviert und planmäßig linear über die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die durch Konsolidierungsmaßnahmen im Konzernabschluss entstandenen Firmenwerte werden über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die sich in Zusammenhang mit Erstkonsolidierungen ab 2010 ergebenden Firmenwerte wurden über vier Jahre abgeschrieben. Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung wurden bis 2004 in dem jeweiligen Geschäftsjahr vollständig abgeschrieben bzw. in 2005 mit den Rücklagen verrechnet. Dagegen werden Anteilsauf- bzw. -abstockungen ohne Wechsel der Konsolidierungsmethode erfolgsneutral mit dem Eigenkapital gemäß dem Wahlrecht des DRS 23 direkt verrechnet. Die Nutzungsdauerschätzung des identifizierten Firmenwertes der Anomatic Investment Corp., Delaware/USA, basiert auf der voraussichtlichen Lebenszykluslänge der Produkte der erworbenen Unternehmen und beträgt acht Jahre. Die Nutzungsdauer des bei der Erstkonsolidierung der ANSELMI & C. S.r.l. im Jahr 2017 und der COLCOM Group S.p.A. im Jahr 2019 entstandenen Firmenwertes wird aus gleichem Grund ebenfalls mit acht Jahren angenommen. Dies gilt auch für die angenommene Nutzungsdauer des bei der Erstkonsolidierung der S&T GmbH entstandenen Firmenwertes von acht Jahren. Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen im Wesentlichen nach der linearen Methode bewertet. Dabei werden zulässige Vereinfachungsregeln in Anspruch genommen. Die Herstellungskosten umfassen Material- und Fertigungskosten, Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Gemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Die den Abschreibungen zugrunde liegenden Nutzungsdauern wurden anhand amtlicher Tabellen geschätzt. Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten abzüglich Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Bei den Vorräten wurden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips mit den durchschnittlichen Einstandskosten oder zu niedrigeren Tages- oder Marktpreisen (Absatz- /Beschaffungsmarkt) bewertet. Als Marktpreise werden bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe die Beschaffungsmarktpreise angesetzt. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt nach § 255 Abs. 2 HGB zu Herstellungskosten. Diese umfassen Material- und Fertigungskosten, Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Gemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Liegen die für die Erzeugnisse voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlöse abzüglich der noch anfallenden Kosten unter den Herstellungskosten, wurden die nach den Grundsätzen der verlustfreien Bewertung erforderlichen Abschläge vorgenommen. Die Handelswaren sind zu Anschaffungskosten bzw. zu niedrigeren Stichtagswerten bewertet. Alle erkennbaren Risiken, die aus überdurchschnittlicher Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit resultieren, wurden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Bei der Ermittlung des Wertberichtigungsbedarfs gelangte auch das Verfahren der Gängigkeitsabschreibung zur Anwendung. Das Wahlrecht der Einbeziehung von Fremdkapitalzinsen in die Herstellungskosten wurde nicht genutzt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit den Nennwerten bzw. Anschaffungskosten angesetzt. Bei der Bewertung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird neben den erforderlichen Einzelwertberichtigungen aus erkennbaren Risiken dem allgemeinen Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Übrige Forderungen und sonstige Wertpapiere sind zu Nennwerten und Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren beizulegenden Werten am Bilanzstichtag bilanziert. Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks werden mit dem Nennbetrag angesetzt. ,Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden gemäß § 250 Abs. 1 HGB Ausgaben vor dem Abschlussstichtag abgegrenzt, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Für latente Steuern werden gesondert ausgewiesene aktivische und passivische Abgrenzungsposten für Steuerlatenzen auf temporäre Unterschiede zwischen der Konzernbilanz und den einzelnen Steuerbilanzen gebildet. Auf in Deutschland, China und Spanien bestehende steuerliche Verlustvorträge wurde keine aktive latente Steuer gebildet. Als Steuersatz wurde jeweils der länderspezifische Ertragssteuersatz des betroffenen Tochterunternehmens verwendet, der sich auf der Grundlage des geltenden lokalen Steuerrechts ergibt. Die angewandten Steuersätze liegen zwischen 21,0% und 36,1% (Vorjahr: 21,0% und 36,1%). Der Ausweis aktiver und passiver latenter Steuern erfolgt gemäß § 306 S. 2 HGB unsaldiert. Finanzanlagen, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgung dienen, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und nach § 246 Abs. 2 S. 2 HGB mit den Rückstellungen für Altersteilzeit verrechnet; entsprechend wird mit den zugehörigen Aufwendungen bzw. Erträgen aus der Aufzinsung bzw. Abzinsung und aus dem zu verrechnenden Vermögen verfahren. Übersteigt der beizulegende Zeitwert der Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen) den Betrag der Schulden, ist der übersteigende Betrag in der Bilanz gesondert als "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" auszuweisen. Das gezeichnete Kapital wird mit dem Nennbetrag angesetzt. Für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen werden passivische Sonderposten gebildet, die über die Nutzungsdauer der bezuschussten Wirtschaftsgüter aufgelöst werden. Die Prämissen zur Bewertung der Pensionsrückstellungen lauten wie folgt:
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe eines pauschalen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe eines pauschalen Zinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt zum Abschlussstichtag TEUR 2.040 (Vorjahr: TEUR 3.124). Die Erfolgswirkungen aus der Änderung des Rechnungszinses werden einheitlich im Finanzergebnis ausgewiesen. Den Rückstellungen für Jubiläumskosten liegen versicherungsmathematische Gutachten zugrunde, die mit einem Einkommenstrend von 2,00% - 3,00% (Vorjahr: 2,00%), einer Fluktuationsrate von 2,00% bis 4,00% (unverändert) und einem laufzeitadäquaten Zinssatz von 1,45% (Vorjahr: 1,35%) berechnet wurden. Zu der Rückstellung für Altersteilzeit, die mit einem Einkommenstrend von 2,25% - 3,00%, (Vorjahr: 2,00%) und einem Zinssatz von 0,55% bis 0,59% (Vorjahr: 0,40% bis 0,41%) berechnet wurde, liegen versicherungsmathematische Gutachten vor. Der Wertansatz von Steuer- und sonstigen Rückstellungen berücksichtigt alle erkennbaren Risiken auf der Grundlage vernünftiger kaufmännischer Beurteilung. Sie werden in Höhe der notwendigen Erfüllungsbeträge gebildet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden soweit erforderlich bei der Ermittlung des Erfüllungsbetrags (in Höhe der allgemeinen Inflationsrate) berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden nach § 253 Abs. 2 HGB auf den Abschlussstichtag abgezinst. Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften werden auf Basis von Vollkosten ermittelt. Das Ausweiswahlrecht, die Erfolgswirkung aus der Änderung des Abzinsungssatzes bei den Rückstellungen für Altersvorsorgeverpflichtungen entweder im Betriebs- oder im Finanzbereich auszuweisen (vgl. IDW RS HFA 30, Tz. 87), wurde dahingehend ausgeübt, dass der Aufwand aus der Zinssatzänderung in Höhe von TEUR 458 (Vorjahr: TEUR 2.374) zusammen mit dem Aufwand aus der Abzinsung der Pensionsverpflichtungen als Zinsaufwand im Finanzergebnis erfasst wurde. Verbindlichkeiten sind unter Beachtung des Imparitätsprinzips mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt. Als passive Rechnungsabgrenzungsposten werden gemäß § 250 Abs. 2 HGB Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, abgegrenzt. Die Währungsumrechnung erfolgt im Konzern für Bilanzen ausländischer Tochtergesellschaften einheitlich zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag. Die funktionale Währung der Muttergesellschaft ist der Euro. Eigenkapitalpositionen werden mit historischen Kursen umgerechnet. Positionen der Gewinn- und Verlustrechnungen werden mit Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Entstehende Kursdifferenzen werden im Eigenkapital getrennt nach Eigen- und Fremdanteil ausgewiesen. Die aus der Umrechnung der Aktiv- und Passivposten der Bilanz entstandenen Umrechnungsdifferenzen werden ohne Berührung der GuV direkt im Konzerneigenkapital gesondert erfasst. Aus Vereinfachungsgründen wurden die Aufrechnungsdifferenzen aus der Schuldenkonsolidierung erfolgswirksam erfasst sowie die Erfolgsbeiträge aus den Jahresabschlüssen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung belassen. Die Veränderung zwischen dem Wechselkurs bei Lieferung und dem Kurs am Abschlussstichtag wurde, soweit sie auf das Zwischenergebnis entfällt, erfolgsneutral in die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung eingestellt. In den Einzelabschlüssen sind die auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Bei den übrigen Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten erfolgte eine Umrechnung zu historischen Kursen oder zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag, wenn dieser Wert niedriger (Vermögensgegenstände) bzw. höher (Verbindlichkeiten) ist. Die im Hochinflationsland Argentinien operierende Tochtergesellschaft Thomas de Sudamerica sowie das assoziierte Unternehmen Nelo S.A. wurden auf Basis der Indexierung nach dem Anschaffungskosten-Nominalwertprinzip bewertet. Hierbei wurden die Vorgaben der argentinischen Regierung zugrunde gelegt. Die Inflationsbewertung wurde an deutsches Bilanzrecht angepasst. Insgesamt erfolgte die Inflationsbilanzierung erfolgswirksam. Die Umrechnung dieser beiden Gewinn- und Verlustrechnungen erfolgte zum Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag. Zur Absicherung von US-Dollar- und Euro-Zinsrisiken bestehen zum 31. Dezember 2022 insgesamt drei Zinsswaps. Der erste Zinsswap mit einem Nominalbetrag von 11.723 TUSD (Vorjahr: 19.458 TUSD) begann zum 30. Juni 2019 und hat die gleiche Laufzeit wie das zugrunde liegende Darlehen bis zum 30. Juni 2024. Die Gesellschaft zahlt fixe Zinsen und erhält im Gegenzug den 3-Monats US-Dollar-SOFR (inkl. Credit Adjustment Spread). Zum 30. Juni 2022 wurde ein weiterer Zinsswap über 5.313 TUSD (50% der Tranche) abgeschlossen. Dieser läuft - wie das zugrunde liegende Darlehen - bis zum 30. Dezember 2027. Die Gesellschaft zahlt fixe Zinsen und erhält im Gegenzug den 3-Monats US-Dollar-SOFR (inkl. Credit Adjustment Spread). Um ebenfalls die EUR-Zinsrisiken abzusichern, wurde am 11. Juli 2022 ein dritter Zinsswap abgeschlossen, welcher eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2027 und einen Nominalbetrag in Höhe von 17.500 TEUR aufweist. Auch hier entspricht die Laufzeit des Swap der Laufzeit des zugrunde liegenden Darlehens. Die Gesellschaft zahlt fixe Zinsen und erhält im Gegenzug den 3-Monats EURIBOR. Bei allen Zinsswaps können mit den zugrunde liegenden Darlehen Bewertungseinheiten gebildet werden. Die Effektivität wurde anhand der Critical Term Match Methode ermittelt. Damit wird eine vollständige Wirksamkeit festgestellt. Infolgedessen sind durch Anwendung der Einfrierungsmethode zum Bilanzstichtag hierfür keine Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden. Der Aufwand für Leiharbeiter in der Produktion wird nach Konzernbilanzierungsvorgaben unter der Position Personalaufwand vorgenommen. 5. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ 5.1. Angaben zu Aktiva Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens sowie die Entwicklung der Abschreibungen im Geschäftsjahr können aus dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagenspiegel entnommen werden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben mit TEUR 6 (Vorjahr: TEUR 6) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Bei den Forderungen gegen Gesellschafter des Mutterunternehmens handelt es sich wie im Vorjahr um sonstige Vermögensgegenstände. Die Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Bei den Forderungen gegen assoziierte Unternehmen handelt es sich wie im Vorjahr um sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben TEUR 335 (Vorjahr: TEUR 474) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Forderungen, die rechtlich erst im Folgejahr entstehen, belaufen sich auf TEUR 2.225 (Vorjahr: TEUR 2.865). Es handelt sich im Wesentlichen um noch nicht abzugsfähige Vorsteuer. Die Entwicklung der latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:
In Deutschland, China und Spanien bestehen steuerliche Verlustvorträge, auf die keine latenten Steuern aktiviert wurden. Die Verlustvorträge sind zeitlich begrenzt und werden als nicht werthaltig eingeschätzt. In die latenten Steuersätze wurden wie in Vorjahren die aktuell gültigen Körperschaftsteuer-, Solidaritätszuschlags- und Gewerbesteuersätze einbezogen. Im Ausland kamen die Steuersätze für Bundes- oder Staatensteuern zur Anwendung. 5.2. Angaben zu Passiva Die Entwicklung des Eigenkapitals ist dem Konzerneigenkapitalspiegel zu entnehmen. Zum Sonderposten für Investitionszuschüsse wurden in 2022 in Höhe von TEUR 19 (Vorjahr: TEUR 9) Auflösungserträge vereinnahmt. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für drohende Rechtsstreitrisiken sowie für Personal- und Sachkosten. In den sonstigen Rückstellungen wird ein Passivsaldo aus der Verrechnung von Sicherungsvermögen zu Altersteilzeitverpflichtungen ausgewiesen. In 2022 wurde mit den Altersteilzeitverpflichtungen mit einem Erfüllungsbetrag von TEUR 3.585 (Vorjahr: TEUR 3.281) mit einem Deckungsvermögen von TEUR 2.213 (Vorjahr: TEUR 1.836) saldiert. Der Zeitwert des kurzfristig angelegten Sicherungsvermögens entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten. Erträge aus dem Sicherungsvermögen ergaben sich nur in weit untergeordneter Höhe. Insofern wurde keine Saldierung der Erträge mit den Altersteilzeitaufwendungen vorgenommen. Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten setzten sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt zusammen:
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind TEUR 144 (Vorjahr: TEUR 1.152) durch Grundschulden und Sicherungsübereignungen von Anteilsrechten besichert. Kreditinstitute haben das Recht, ihre Kreditzusage zu kündigen, wenn die Beteiligungs- und Stimmrechtsquote an bestimmten Konzernunternehmen auf weniger als die Mehrheit reduziert wird. Zudem sind Verfügungsbeschränkungen in Bezug auf Anteile an und Vermögensgegenstände von Konzernunternehmen zu beachten. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern des Mutterunternehmens handelt es sich, wie im Vorjahr, um sonstige Verbindlichkeiten. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich, wie im Vorjahr, um sonstige Verbindlichkeiten. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen handelt es sich, wie im Vorjahr, um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. 6. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG Die Umsätze im Berichtsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr wurden in folgenden Tätigkeitsbereichen erzielt:
Die Umsätze im Berichtsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr wurden in folgenden Ländern erzielt:
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind TEUR 19 Erträge aus der Auflösung von Sonderposten für Investitionszulagen und -zuschüsse (Vorjahr: TEUR 9) enthalten, sowie Erstattungen von Arbeitgeberanteilen zur Sozialversicherung im Rahmen der Kurzarbeit in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 2). Der Aufwand für Altersversorgung betrug im Geschäftsjahr TEUR 4.781 (Vorjahr: TEUR 3.746). Im Konzernabschluss sind folgende Honorare an den Konzernabschlussprüfer enthalten:
7. SONSTIGE ANGABEN 7.1. Anzahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt
7.2. Bezüge Gesellschaftsorgane Mitglieder der Geschäftsführung der Muttergesellschaft erhielten in 2022 von einbezogenen Unternehmen Gesamtbezüge in Höhe von TEUR 2.287 (Vorjahr: TEUR 1.865). Frühere Mitglieder der Geschäftsführung bzw. deren Hinterbliebene erhielten in 2022 Gesamtbezüge von TEUR 36 (Vorjahr: TEUR 35). Für frühere Mitglieder der Geschäftsführung bzw. deren Hinterbliebene sind Pensionsrückstellungen von insgesamt TEUR 209 (Vorjahr: TEUR 217) passiviert. 7.3. Transaktionen mit nahestehenden Personen Im Berichtsjahr gab es keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die für die Beurteilung der Finanzlage notwendig sind und zu nicht marktüblichen Bedingungen zustande gekommen sind. 7.4. Angaben zum Investmentvermögen (Wertpapiere des Anlagevermögens) Das Unternehmen hält mehr als 10% der Anteile an inländischen Investmentvermögen i.S. des § 1 InvG. Das Anlageziel ist das Erreichen einer guten Performance unter Berücksichtigung einer konservativ geprägten Anlagestrategie. Der Marktwert des Investmentfonds beträgt TEUR 50.692 (Vorjahr: TEUR 57.273) und der Buchwert TEUR 26.116 (Vorjahr: TEUR 26.116). Damit beträgt die stille Reserve im Investmentfondsvermögen TEUR 24.576 (Vorjahr: TEUR 31.157). Die Wertpapiere sind täglich handelbar. Im Geschäftsjahr wurden TEUR 1.823 (Vorjahr: TEUR 1.667) Ausschüttungen vereinnahmt. 7.5. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften betrugen zum Bilanzstichtag TEUR 380 (Vorjahr: TEUR 1.338). Darüber hinaus bestehen keine Gewährleistungsverpflichtungen. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen wird auf Basis der zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bestehenden Erkenntnisse über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als gering eingestuft, da die finanzielle Lage des Hauptschuldners aufgrund positiv prognostizierter Cashflows eine Erfüllung der Verbindlichkeit erwarten lässt. Sonstige finanzielle Verpflichtungen führen in den nächsten fünf Jahren zu einem Zahlungsabfluss von TEUR 16.925 (Vorjahr: TEUR 17.837). Davon fließen TEUR 4.742 (Vorjahr: TEUR 7.100) im Folgejahr ab. Weiterhin liegt zum Bilanzstichtag ein Bestellobligo in Höhe von TEUR 93.939 (Vorjahr: TEUR 53.644) vor. Insgesamt bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen von TEUR 110.864 (Vorjahr: TEUR 69.777). 7.6. Befreiung von Tochterunternehmen von der Offenlegung des Jahresabschlusses Folgende einbezogene Gesellschaften haben von den Befreiungen des § 264b HGB Gebrauch gemacht und von der Offenlegung ihres Jahresabschlusses abgesehen:
Folgende einbezogene Gesellschaften haben von den Befreiungen nach § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht und von der Offenlegung ihres Jahresabschlusses abgesehen:
7.7. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Gewinn- oder Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, haben sich nicht ergeben. 7.8. ErgebnisverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss des Mutterunternehmens in Höhe von EUR 335.784,39 an die Gesellschafter auszuschütten.
Mülheim an der Ruhr, den 05. Mai 2023 Familie Julius Thyssen Verwaltungsgesellschaft mbH Benedikt Boucke Achim Breidenstein Jürgen Heite Thomas Prangemeier Entwicklung des Konzernanlagevermögens
Konzerneigenkapitalspiegel
Konzernkapitalflussrechnung
KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR 2022 BIS ZUM 31. DEZEMBER 20221. GRUNDLAGEN DER FJTV-GRUPPE 1.1. Geschäftsmodell und Unternehmensstruktur Der Konzern der Familie Julius Thyssen Verwaltungsgesellschaft mbH (im Folgenden FJTV-Gruppe) gliedert sich in die nachstehenden Sparten:
Die Geschäftsbereiche werden jeweils eigenständig geführt. Geschäftsbereich Flüssiggas: Der Geschäftsbereich "Flüssiggas" umfasst neben der Progas GmbH & Co. KG in Dortmund die Jaeger Flüssiggasanlagenbau GmbH in Hoppegarten sowie die Progeha-Unterstützungseinrichtung e.V. als vollkonsolidierte Gesellschaften. Weiterhin vollkonsolidiert wird die Progas GmbH, Dortmund. Die übrigen inländischen Beteiligungsgesellschaften, die überwiegend Füllstellen-, Lager- und Logistikgesellschaften sind, wurden aufgrund der jeweiligen Beteiligungsquote von max. 50% "at equity" konsolidiert. Die Geschäftstätigkeit umfasst den Handel, die Lagerung und den Umschlag von Flüssiggas (Tank- und Flaschengas sowie Autogas). Daneben gehört die Aufbereitung von Flüssiggas für Aerosolverwendungen sowie der Verkauf und die Wartung von Flüssiggasbehältern sowie damit zusammenhängende Dienstleistungen dazu. Geschäftsbereich Baubeschläge: Der Geschäftsbereich "Baubeschläge" umfasst die Zwischenholding SIMONSWERK Group GmbH in Rheda-Wiedenbrück sowie ihre Tochter- und Enkelgesellschaften, die SIMONSWERK GmbH in Rheda-Wiedenbrück, die SIMONSWERK GmbH & Co. KG in Heilbad Heiligenstadt, die SIMONSWERK Polska Sp. z o.o., eine Vertriebstochter in Polen, die SIMONSWERK UK Ltd. in Großbritannien sowie die Vertriebsgesellschaft SIMONSWERK North America Inc. in den USA. Weiterhin werden die Anselmi & C. S.r.l., Italien, und die COLCOM Group S.p.A., Italien, vollkonsolidiert. Darüber hinaus besteht zur Unterstützung der Vertriebsaktivitäten ein Repräsentationsbüro in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das weitere Repräsentationsbüro in Moskau wurde wegen des Ukraine-Krieges und des daraus folgenden Rückzugs aus dem russischen Markt im Geschäftsjahr 2022 geschlossen. Innerhalb des Geschäftsbereiches "Baubeschläge" werden überwiegend Bänder für Türen sowie sonstige Beschlagtechnik hergestellt und vertrieben. Geschäftsbereich Baumärkte: Der Geschäftsbereich "Baumärkte" besteht aus einer Beteiligung an der LH Holdinggesellschaft mbH, über die THG eine indirekte Beteiligung an der Olympics Baumarkt Holding GmbH (OBI-Gruppe bzw. OBI) hält. Die OBI-Gruppe ist eine führende Baumarkt-Gruppe mit Beteiligungen vornehmlich in Deutschland, Österreich, Italien, Tschechien, Polen und Ungarn. Die russischen Märkte wurden im Berichtsjahr aufgrund des Ukraine-Krieges veräußert. Geschäftsbereich Packaging: Der Geschäftsbereich "Packaging" umfasst neben der Thomas GmbH in Langenselbold auch deren Tochtergesellschaften Thomas Cosmetica de Espana S.L. (Spanien), Thomas International Inc., Thomas Erie Inc., Solla Eyelet Products Inc. (alle USA), Thomas de Sudamerica S.A. (Argentinien) sowie Thomas (Suzhou) Metals Co. Ltd. (China). Weiterhin besteht eine Beteiligung an der Nelo S.A. (Argentinien). Die Unternehmen stellen Verpackungskomponenten aus Aluminium und Stahlblech für die Aerosol-, Kosmetik- und Pharmaindustrie her. Die Anomatic-Gruppe (mit Sitz in den USA) repräsentiert die zweite Säule im Geschäftsbereich Packaging. Anomatic ist der führende Hersteller von anodisierten Verpackungskomponenten aus Aluminium insbesondere für den amerikanischen Kosmetikmarkt. Die Produktion erfolgt an fünf Standorten (davon vier in den USA und einer in China). Die Anomatic-Gruppe beliefert renommierte Unternehmen der Kosmetikindustrie und hat sich in den vergangenen Jahren vom Teilelieferanten zum Komplettanbieter entwickelt. Geschäftsbereich Gesundheitsindustrie: Bislang einziges Unternehmen des Geschäftsbereiches "Gesundheitsindustrie" ist die Spiggle & Theis Medizintechnik GmbH, Overath. Das Unternehmen fokussiert sich ausschließlich auf den Bereich HNO-Chirurgie und verfügt über ein globales Vertriebs- und Händlernetzwerk sowie eine sehr gute Marktposition in diesem Segment. Spiggle & Theis ist Hersteller im Sinne der Medical Device Regulation (MDR). Dem Geschäftsbereich "Gesundheitsindustrie" ist seit dem Jahr 2021 zudem eine Beteiligung (8,3333%) an der KHAN I Technology Transfer Fund GmbH & Co. KG zugeordnet. Die KHAN KG investiert in die Entwicklung und anschließende Kommerzialisierung von Medikamenten-Wirk- stoffen für schwere und als kaum heilbar geltende Krankheiten. Geschäftsbereich Sonstige Beteiligungen und Finanzanlagen: In diesem Geschäftsbereich wird die Konzernmuttergesellschaft mit zwei weiteren Zwischenholdinggesellschaften zusammengefasst, die unter anderem Aktivitäten im Bereich Finanzanlagen sowie sonstige Dienstleistungen wahrnehmen. Darüber hinaus wird in diesem Geschäftsbereich ein Aktienspezialfonds gehalten. 1.2. Ziele und Strategie Nachdem in den vergangenen Jahren das Beteiligungsportfolio bereits in wesentlichen Teilen verändert wurde, wurden auch im Berichtsjahr einige M&A-Projekte geprüft und verfolgt. Es konnte im Berichtsjahr keines dieser Projekte erfolgreich abgeschlossen werden. Allerdings wurden im Sommer 2022 im Geschäftsbereich Baubeschläge die Anteile an der Anselmi & C. S.r.l., Italien von 63,25% auf 80,00% aufgestockt. Das Beteiligungsportfolio soll zukünftig weiter optimiert und ausgebaut werden. Neben der Stärkung der vorhandenen Geschäftsbereiche sind auch Akquisitionen in neue Geschäftsfelder vorstellbar und gewünscht. Bei der Investition in neue Geschäftsbereiche wird insbesondere darauf geachtet, dass sich die Unternehmen in Wachstumsbranchen befinden, über eine interessante Wertschöpfung verfügen sowie eine hohe technische Kompetenz aufweisen. Es wird eine "buy and build"-Strategie verfolgt. Die bestehenden Geschäftsbereiche werden darin unterstützt und gefördert, sich sowohl geografisch als auch in ihrem Produktspektrum weiterzuentwickeln. Dabei haben Investitionen zum Zweck der Internationalisierung und der Produktinnovationen höchste Priorität. Darüber hinaus werden in den Beteiligungsunternehmen regelmäßig Programme zur Senkung der Kosten in allen Bereichen sowie zur Optimierung der Produktivität und der Unternehmensstrukturen eingeleitet und umgesetzt. 1.3. Forschung und Entwicklung, Qualitätsmanagement und Umweltschutz Im Bereich "Baubeschläge" wird kontinuierlich daran gearbeitet, durch Innovationen und Produktentwicklungen die Marktstellung sowie die Ertragskraft zu verbessern und hierdurch die bestehenden Arbeitsplätze zu sichern. Die SIMONSWERK-Gruppe sowie auch Spiggle &Theis haben insbesondere den Anspruch, ihr Produktportfolio stets auf dem modernsten technologischen Stand zu halten und gleichzeitig durch innovative Neuentwicklungen den speziellen Wünschen der Kunden zu entsprechen. Um diesen Wettbewerbsvorsprung auch in Zukunft sichern zu können, zählen die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung zu den wichtigsten strategischen Kernaufgaben. Demzufolge lagen die Aufwendungen mit 3,6 Mio. EUR in etwa auf dem bereits hohen Niveau des Vorjahres (3,7 Mio. EUR). Im Bereich "Packaging" liegt der Fokus auf der ständigen Weiterentwicklung von Maschinen, Werkzeugen, Pressen und Anodisierungsanlagen, um bestehende Wettbewerbsvorteile beizubehalten bzw. auszubauen. Darüber hinaus wird kontinuierlich daran gearbeitet, die Umweltverträglichkeit der eingesetzten Prozesse zu optimieren. So gelang es z.B. 2022, große Teile der Produktpalette des bedeutenden Kunden Victoria's Secret auf recyceltes Aluminium umzustellen. Auch im neuen Geschäftsbereich "Gesundheitsindustrie" ist das Thema Forschung & Entwicklung von hoher Relevanz. In einer eigenen Abteilung werden neue bzw. ergänzende Produkte entwickelt, um Produktgruppen zu erweitern, Alleinstellungsmerkmale am Markt zu generieren und neue Kunden zu gewinnen. Hierdurch erhofft sich die Gesellschaft - vor allem im Ausland - Wettbewerbsvorteile. Im Bereich "Flüssiggas" stand 2022 die Entwicklung von Strategien zur zukünftigen Dekarbonisierung der Produktpalette im Mittelpunkt der Aktivitäten. Hierzu wurde eine separate Planstelle aufgebaut und besetzt sowie mehrere Projekte mit einem namhaften Berater durchgeführt. Darüber hinaus beziehen die Gesellschaften im Geschäftsbereich "Flüssiggas" seit 2021 sog. "Ökostrom", der zu 100% aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. In den anderen Geschäftsbereichen werden Investitionsüberlegungen grundsätzlich unter dem Gesichtspunkt "Umweltfreundlichkeit" und "Energieeffizienz" bewertet und getroffen. An die Produkte und die Leistungen der Konzernunternehmen werden insgesamt hohe Ansprüche gestellt. Durch eine hohe Qualität soll langfristig Wachstumspotenzial geschaffen werden. Dies wird auch dadurch unterstrichen, dass zahlreiche Konzernunternehmen nach der international anerkannten Norm DIN EN ISO 9001 zertifiziert sind. In den Bereichen "Baubeschläge" und "Gesundheitsindustrie" gewähren zudem eine Reihe von patentierten Produkten und Fertigungsverfahren eine mittel- und langfristige Absatzperspektive. 1.4. Corporate Governance Gute und verantwortungsbewusste Führung und Überwachung des Unternehmens hat für die FJTV-Gruppe eine hohe Bedeutung. Erfolgsgrundlage dafür sind eine enge und effiziente Zusammenarbeit der Belegschaft, Geschäftsführung und Gremien, die ordnungsgemäße Rechnungslegung und Abschlussprüfung, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und unternehmensinterner Richtlinien sowie der verantwortungsbewusste Umgang mit Risiken. Im Jahre 2014 wurde konzernweit eine neue Compliance-Richtlinie (einheitlicher Verhaltenskodex) veröffentlicht, die u.a. die Themen Kartellrecht, unlauterer Wettbewerb und Anti-Korruption umfasst. Daneben wurden konzernweit Compliance-Schulungen durchgeführt. Es wurden ein Compliance-Officer bei der Holding sowie Compliance-Beauftragte je Geschäftsbereich ernannt. Durch unterschiedliche Maßnahmen (z.B. Präsenzschulungen, Befragungen von Mitarbeitern zu Compliance-relevanten Sachverhalten oder E-Learning-Systeme) wird seitdem das Bewusstsein für die Einhaltung der Compliance-Richtlinie laufend gestärkt. Zudem erstatten die Tochtergesellschaften regelmäßig Berichte an die Holding. Bereits im Jahr 2020 hat die FJTV-Gruppe begonnen, ein Tax Compliance Management System bei seinen deutschen Gesellschaften einzuführen. Diese Implementierungsphase wird im Geschäftsjahr 2023 abgeschlossen. Im Bereich Informationssicherheit wurde 2022 ein globales Projekt gestartet, in dessen Rahmen insbesondere der Status der Cyber Security aller Beteiligungen sowie der THG selbst untersucht und verbessert wird. Das Projekt wird von einer unabhängigen Beratung durchgeführt und von THG begleitet. Mit einem Abschluss rechnen wir Ende 2023. 1.5. Personal und Soziales Zum Abschlussstichtag (31. Dezember 2022) waren im Konzern 868 Angestellte und 1.809 gewerbliche Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 843 Angestellte und 1.563 gewerbliche Mitarbeiter). 34 Personen (Vorjahr: 33) befanden sich darüber hinaus in der beruflichen Ausbildung. FJTV-Gruppe: Beschäftigte zum Stichtag 31.12.2022 nach Bereichen (ohne Geschäftsführung)
In den operativen Bereichen bestehen hinsichtlich der Personalvergütungen teilweise tarifliche Bindungen. Neben den tariflichen Bezügen werden insbesondere im Vertriebsbereich zusätzliche Leistungsvergütungen gewährt. Im Bereich der Holdingtätigkeit besteht keine tarifliche Bindung. Auf die Qualifikation und Ausbildung der Mitarbeiter wird besonders geachtet. In allen Konzernunternehmen wird besonderer Wert auf eine umfassende und stetige Fortbildung der Mitarbeiter in technischen und kaufmännischen Bereichen gelegt, um die Qualität der Organisation, Produkte und Leistungen auch weiterhin auf einem hohen Niveau zu halten. Die Dauer der Betriebszugehörigkeit ist in vielen Konzernbereichen signifikanter Indikator für die Zufriedenheit der Arbeitnehmer. Diese nicht finanziellen Leistungsindikatoren dienen nur der Steuerung innerhalb der einzelnen Bereiche. Sie werden nicht als bedeutsame Indikatoren den Aufsichtsorganen berichtet. Im Bereich der betrieblichen Altersversorgung werden den Arbeitnehmern im Konzern unterschiedliche, gesetzlich definierte Modelle angeboten. 2. WIRTSCHAFTSBERICHT 2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Das Jahr 2022 stand weltweit im Zeichen des von Russland geführten Angriffskrieges gegen die Ukraine und den daraus resultierenden Folgen für die weltweiten Volkswirtschaften. Nach Angaben der Statistikbehörde EUROSTAT erhöhte sich die Wirtschaftsleistung innerhalb der Europäischen Union (EU 27) um +3,6% (Vorjahr: +5,3%). Die USA verzeichnete einen Anstieg der Wirtschaftsleistung (reales Bruttoinlandsprodukt) von +2,1% (Vorjahr: +5,7%), welcher damit geringer ausfiel als der Vergleichswert der EU (Quelle: Internationaler Währungsfonds IWF). Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland ist im vergangenen Jahr um +1,9% (Vorjahr: +2,7%) gewachsen (Quelle: Statistisches Bundesamt DESTATIS). Damit konnte sich die deutsche Wirtschaft nach dem Einbruch im Jahr 2020 weiter erholen, sodass sich das BIP im Jahr 2022 um 0,7% im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, erhöhte. Aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der damit verbundenen Energiekrise sowie den weiterhin vorhandenen Liefer- und Materialengpässen ist die jährliche Inflationsrate signifikant angestiegen. Beispielhaft sei hier die Inflationsrate der EU (EU 27) genannt, welche nach 5,3% im Jahr 2021 im Berichtsjahr bei 10,4% gelegen hat. Für den Geschäftsbereich "Flüssiggas" ist der Energieverbrauch in Deutschland eine wichtige Kennzahl zur Entwicklung der entsprechenden Branche. Dieser entwickelte sich im Jahr 2022 mit -4,7% rückläufig (Vorjahr +2,6%) und lag damit auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Neben verhaltensbedingten Einsparungen führten Energieeffizienzinvestitionen sowie auch preisbedingte Produktionskürzungen in einzelnen Wirtschaftsbranchen zur Minderung des Energieverbrauches. Knapp ein Prozent des Gesamtrückgangs führt die "AG Energiebilanzen e.V." zudem auf die gegenüber 2021 wärmere Witterung zurück. Die Bauwirtschaft in Europa ist ein wichtiger Indikator für die Entwicklung im Geschäftsbereich "Baubeschläge". Der Anstieg des Bauvolumens betrug gemäß EUROCONSTRUCT in 2022 +3,0% (Vorjahr: +5,6%). Der Branchenverband BHB - Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. meldet für das Jahr 2022 für die deutsche Baumarktbranche ein Umsatzwachstum von +7,2% (auf bereinigter bzw. vergleichbarer Verkaufsfläche), nach einem Rückgang im Vorjahr von -9,1%. Der Kennzahlenvergleich bleibt laut BHB schwierig, da die Branche im Vorjahr noch mit (regional unterschiedlich ausgeprägten) Lockdown-Phasen zu kämpfen hatte und im Berichtsjahr u.a. aufgrund des Ukraine-Krieges starke Preissteigerungen zu verzeichnen waren. Das reale Wachstum betrug +0,9%. Für den Geschäftsbereich "Packaging" (wie auch den Geschäftsbereich "Flüssiggas") ist die Entwicklung des weltweiten Aerosolmarktes ein wichtiger Anhaltspunkt. Dieser stieg nach Einschätzung der Geschäftsführung der Thomas-Gruppe im Berichtsjahr um ca. +2,7% (von ca. 18,5 Mrd. auf 19 Mrd. Ventilteller). Der Bundesverband Medizintechnologie e.V. kam in einer Herbstumfrage zu dem Ergebnis, dass die Branche sich von den starken, corona-bedingten Umsatzeinbrüchen Zug um Zug erholt. Nach einem Umsatzanstieg von +3,1% im Vorjahr erwartet die Branche für 2022 in Deutschland ein Umsatzplus von +3,5%. 2.2. Geschäftsverlauf Geschäftsbereich "Flüssiggas": Der konsolidierte Konzernumsatz im Geschäftsbereich "Flüssiggas" stieg im Jahr 2022 von 211,7 Mio. EUR. auf 271,0 Mio. EUR (35,9% des Konzernumsatzes). Eine wesentliche Ursache für das Umsatzwachstum waren deutlich gestiegene Beschaffungspreise, die zu höheren Verkaufspreisen führten. Gegenläufig wirkte ein Rückgang der Absatzmenge. Der Gesamtabsatz des Geschäftsbereichs "Flüssiggas" sank im Vergleich zum Vorjahr um -5,3%. Der wesentliche Rückgang resultiert aus dem wichtigsten Geschäftsfeld Heiz-/Prozessgas. Ein kleinerer Rückgang ist zudem im Zentralen Geschäft zu verzeichnen. Der Grund für den deutlichen Absatzrückgang im Heiz-/Prozessgas (-7,5%) lag insbesondere an der sehr milden Witterung sowie den Energieeinsparungen der Verbraucher. Das operative Ergebnis des Geschäftsbereichs "Flüssiggas" lag geringfügig oberhalb des Vorjahresniveaus. Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus einer konsequent verfolgten Preispolitik und dadurch verbesserten Margen in sämtlichen Geschäftsfeldern. Gegenläufig erhöhten sich die Abschreibungen (wegen erhöhter Investitionen), die Personalaufwendungen (Tariferhöhungen) sowie die sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Hier enthalten ist ein Verlust aus Anlagenabgängen in Höhe von 2,2 Mio. EUR., der aus dem Abbruch des ERP-Projektes aufgrund fehlender Erfolgsaussichten bei der Einführung resultiert. Geschäftsbereich "Baubeschläge": 26,0% des Konzernumsatzes wurden im Geschäftsbereich "Baubeschläge" erzielt. Der konsolidierte Umsatz stieg um +7,7% auf 196,2 Mio. EUR.. Wachstumsimpulse kamen sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Insgesamt konnte der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz von 65,6% in 2021 auf 67,0% in 2022 nochmals ausgebaut werden. Das Umsatzwachstum ist im Berichtsjahr allerdings vor allem auf Preiserhöhungen bzw. einem implementierten Materialteuerungszuschlag zurückzuführen. Das Betriebsergebnis des Geschäftsbereichs "Baubeschläge" war deutlich rückläufig, aber oberhalb des Vorkrisenjahres 2019. Die Materialaufwendungen erhöhten sich im Berichtsjahr aufgrund des stark erhöhten Preisniveaus bei Rohmaterialien überproportional. Zudem erhöhten sich die Personalaufwendungen aufgrund eines erhöhten Beschäftigungsstandes und zum anderen aus strukturellen Veränderungen in der Zusammensetzung der Belegschaft. Weitere Belastungen entstanden aus der Zeitarbeit, in der höhere Tarife gelten. Ferner normalisierten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf ein Vor-Corona-Niveau, da die entsprechenden Restriktionen ausgelaufen sind und z.B. Messen sowie Reisetätigkeiten wieder aufgenommen wurden. Geschäftsbereich "Baumärkte": Trotz des Rückzugs aus dem russischen Markt infolge des Ukraine-Krieges im Geschäftsjahr 2022 konnte die OBI-Gruppe einen Konzernumsatz von 6,1 Mrd. EUR erzielen und erreichte annähernd das Niveau des Vorjahres (-1,4%). Nahezu alle Länder - mit Ausnahme Russlands - verzeichnen im Vorjahresvergleich ein Umsatzwachstum. Das Konzernergebnis nach Steuern ist im Vergleich zum Vorjahr stark rückläufig. Der Rückzug aus Russland belastet das Ergebnis aufgrund erforderlicher Abschreibungen auf die russischen Aktivitäten in einem signifikanten Umfang. Zudem belasteten die deutlich gestiegenen Einkaufspreise aufgrund der wesentlich höheren Rohstoffpreise und gestiegene Personalaufwendungen das Ergebnis 2022. Die Anzahl der OBI-Märkte war im Vergleich zum Vorjahr mit 645 Märkten (31. Dezember 2022) im Wesentlichen aufgrund der Veräußerung des Russland-Geschäftes deutlich rückläufig (-27). Allein in Deutschland betreibt OBI 349 Märkte. Geschäftsbereich "Packaging": Der Geschäftsbereich "Packaging" erwirtschaftete 35,0% des Konzernumsatzes. Das Umsatzvolumen beider Gesellschaften erhöhte sich im Berichtsjahr deutlich. Die Thomas-Gruppe erwirtschaftete mit 108,8 Mio. EUR 28,3 Mio. EUR mehr als im Vorjahr (+35,1%). Dieser Anstieg wurde - auch aufgrund der Rohmaterialpreissteigerungen, die im Wesentlichen an die Kunden weitergegeben wurden - von allen drei Geschäftsbereichen (Aerosol, Kosmetik und Pharma) getragen. Die Anomatic-Gruppe generierte im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 165,6 Mio. USD (Vorjahr: 138,4 Mio. USD), welche ebenfalls stark durch die Steigerungen der Rohmaterialpreise beeinflusst waren. Das operative Ergebnis des Geschäftsbereichs "Packaging" entwickelte sich im Vorjahresvergleich leicht rückläufig, da die Personalaufwendungen in der Anomatic-Gruppe überproportional angestiegen sind. Dies liegt im Wesentlichen an nachteiligen Verschiebungen im Produktmix. Geschäftsbereich "Gesundheitsindustrie": Der Geschäftsbereich "Gesundheitsindustrie" steuerte Umsatzerlöse in Höhe von 22,3 Mio. EUR. (Vorjahr: 19,1 Mio. EUR) zum Konzern bei (3,0%). Das erfreuliche Wachstum resultierte sowohl aus dem Inland, wie auch aus den Auslandsmärkten. Im Berichtsjahr konnte ein erfreuliches Betriebsergebnis erwirtschaftet werden, welches signifikant oberhalb des korrespondierenden Wertes des Vorjahres liegt. Geschäftsbereich "Sonstige Beteiligungen und Finanzanlagen": Die Ergebnisbeiträge im Geschäftsbereich "Sonstige Beteiligungen und Finanzanlagen" resultieren aus Erträgen aus dem Wertpapiervermögen und sonstigen Dienstleistungen. Außerdem werden hier die Aufwendungen der Holding- und Zwischenholdinggesellschaft zusammengefasst. Besondere Bedeutung hat in diesem Geschäftsbereich die Holdingtätigkeit, die sich auf die Ausübung der Gesellschafterrechte, das Beteiligungsmanagement, die Controllingfunktionen und die strategische Konzernplanung in steuer-, gesellschafts- und haftungsrechtlicher Hinsicht sowie auf Finanzierungskonzeptionen bezieht. Die Aufwendungen aus diesen Tätigkeiten werden nach Möglichkeit den verursachenden Konzerngesellschaften weiterbelastet. Zusammenfassend stellt sich der Umsatz nach Sparten im Dreijahres-Vergleich der FJTV-Gruppe wie folgt dar: FJTV-Gruppe: Umsatz nach Geschäftsbereichen
2.3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 2.3.1. Ertragslage Der Umsatz der FJTV-Gruppe stieg im Berichtsjahr um +23,4% auf 754,0 Mio. EUR. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus Rohmaterialpreissteigerungen, die - wenn auch teilweise zeitverzögert - weitgehend an die Kunden weitergeben werden konnten. Das Umsatzwachstum konnte, wenn auch in unterschiedlichem Umfang, in allen Geschäftsbereichen realisiert werden. Die Umsatzrelationen der mittelständisch orientierten Unternehmensgruppe haben sich im Jahr 2022 weiter Richtung ausländischer Absatzmärkte verschoben. Die Region Deutschland trägt im Berichtsjahr 48,0% zum Konzernumsatz bei (Vorjahr: 48,8%). Die Internationalisierung der Gruppe schreitet weiter voran. Die folgende Übersicht, in der die Umsatzerlöse des assoziierten Unternehmens OBH Group Holding GmbH (Obergesellschaft der OBI-Gruppe) nicht enthalten sind, gibt einen detaillierten Aufschluss über die Konzernumsätze nach Regionen: FJTV-Gruppe: Umsatz nach Regionen
Die Auswirkungen von Wechselkurseinflüssen auf die Aufwendungen und Erträge führen im Geschäftsjahr 2022 im Saldo zu einem Ertrag von +2,6 Mio. EUR. (Vorjahr: +0,5 Mio. EUR). Die FJTV-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2022 ein Ergebnis nach Steuern von 15,7 Mio. EUR (Vorjahr: 30,0 Mio. EUR). Hierbei sind bereits - aus früheren Akquisitionen resultierende - gesetzlich zwingende Abschreibungen auf neubewertete Vermögensgegenstände (2,4 Mio. EUR) sowie Geschäfts- oder Firmenwerte (20,3 Mio. EUR) berücksichtigt. 2.3.2. Finanzlage Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein Liquiditätsabfluss von -29,1 Mio. EUR verzeichnet. Im Vorjahr flossen +1,0 Mio. EUR an Liquidität zu. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag mit + 29,5 Mio. EUR unterhalb des korrespondierenden Vorjahreswertes (+32,3 Mio. EUR). Er ist durch den Aufbau von Working Capital gekennzeichnet, was aufgrund der deutlichen Materialpreissteigerungen zu erwarten war. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag im Berichtsjahr bei -29,9 Mio. EUR (Vorjahr: -4,8 Mio. EUR). Hierin enthalten sind die Investitionen in das Anlagevermögen. Zudem ist als Sondereffekt die bereits erwähnte Aufstockung der Anteile an der Anselmi & C. S.r.I., Italien, enthalten. Die von der Olympics Baumarkt Holding GmbH (assoziiertes Unternehmen) vereinnahmten Dividendenerträge normalisierten sich wieder (3,7 Mio. EUR; Vorjahr: 13,1 Mio. EUR). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist wesentlich von Darlehenstilgungen sowie gezahlten Dividenden an Gesellschafter beeinflusst und liegt bei -28,7 Mio. EUR (Vorjahr: -26,5 Mio. EUR). Zum Bilanzstichtag verringerte sich die Liquidität von 100,7 Mio. EUR auf 71,5 Mio. EUR. Davon waren 10,0 Mio. EUR (Vorjahr: 7,0 Mio. EUR) in kurzfristigen Wertpapieren (Restlaufzeit im Erwerbszeitpunkt kleiner als 3 Monate) angelegt. Hinsichtlich einer Liquiditätsanalyse verweisen wir auf die Kapitalflussrechnung nach DRS 21. Im Jahr 2016 wurde ein Bankdarlehen zur teilweisen Finanzierung eines Beteiligungserwerbs aufgenommen. Im Februar 2020 wurde dieser Konsortialkredit aktualisiert und erweitert. Die entsprechenden Darlehensstände beider Tranchen (nach erfolgten Tilgungen) betragen zum Jahresende 17,5 Mio. EUR. bzw. 23,8 Mio. USD. Die Restlaufzeit des Kreditvertrags beträgt fünf Jahre. Im Rahmen des Darlehensvertrages sind sog. "Financial Covenants" einzuhalten. Zu berechnen sind in diesem Zusammenhang der Nettoverschuldungsgrad sowie die Eigenkapitalquote. Diese Kennzahlen besitzen daher eine hohe Bedeutung für die Unternehmensgruppe und werden eng überwacht (vgl. auch Kapitel 2.3.4). 2.3.3. Vermögenslage Die Bilanzsumme blieb zum 31. Dezember 2022 mit 601,4 Mio. EUR nahezu konstant (Vorjahr: 600,4 Mio. EUR). Auf der Aktivseite gab es gegenläufige Effekte: Einerseits sank das Anlagevermögen im Wesentlichen durch die planmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte. Die übrigen jährlichen Abschreibungen entsprechen im Berichtsjahr nahezu der Investitionstätigkeit, sodass das übrige Anlagevermögen im Vorjahresvergleich nahezu konstant ist. Das Umlaufvermögen stieg im Berichtsjahr deutlich an. Aufgrund der Materialpreissteigerungen erhöhte sich der Bestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (korrespondierend mit den höheren Umsatzerlösen) sowie das Vorratsvermögen. Auf der Passivseite stiegen die Steuerrückstellungen sowie die sonstigen Rückstellungen an. Das Eigenkapital blieb nahezu konstant (338,2 Mio. EUR; Vorjahr: 340,1 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote (einschließlich anteiliger Sonderposten) verringerte sich geringfügig von 56,6% auf 56,2%. Aufgrund der bereits beschriebenen Materialpreissteigerungen stiegen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an. Gegenläufig konnten die Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen reduziert werden. Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen beliefen sich im Konzerngeschäftsjahr 2022 insgesamt auf 29,1 Mio. EUR. (Vorjahr: 21,6 Mio. EUR). Im Geschäftsbereich "Flüssiggas" wurden 9,4 Mio. EUR (Vorjahr: 8,0 Mio. EUR) investiert. Die Sachanlageinvestitionen betrafen mit 4,5 Mio. EUR (Vorjahr: 4,2 Mio. EUR) wieder vor allem bei Neukunden aufgestellte bzw. vorgehaltene Tankanlagen. Weiterhin wurden 2,9 Mio. EUR (Vorjahr: 1,1 Mio. EUR) in Stahlflaschen investiert. Im Geschäftsbereich "Baubeschläge" wurden im Berichtsjahr 9,5 Mio. EUR (Vorjahr: 6,2 Mio. EUR) in Sachanlagen und immaterielle Werte investiert. Damit bewegte sich das Investitionsvolumen in diesem Geschäftsbereich deutlich oberhalb des Niveaus des Vorjahres. Die Investitionen der Gesellschaften konnten überwiegend aus eigenen Mitteln finanziert werden. Die Investitionen im Geschäftsbereich "Packaging" lagen im vergangenen Jahr mit 9,8 Mio. EUR (Vorjahr: 7,0 Mio. EUR) oberhalb des Vergleichswertes aus dem Vorjahr. Auf die Anomatic-Gruppe entfielen im Berichtsjahr 5,2 Mio. EUR (Vorjahr: 3,2 Mio. EUR). Es wurden sowohl Ersatz- als auch Erweiterungsinvestitionen getätigt. Die Thomas-Gruppe investierte 4,6 Mio. EUR (Vorjahr: 3,8 Mio. EUR), davon entfiel mit 2,3 Mio. EUR der wesentliche Teil auf die Kapazitätserweiterung mit neuen Pressen, Werkzeugen und Racking-Maschinen für die Anodisierung. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen betrugen im Berichtsjahr 46,1 Mio. EUR. nach 44,3 Mio. EUR im Vorjahr. Zusammenfassend beurteilt die Geschäftsführung die Vermögens- und Finanzlage der FJTV-Gruppe unverändert als sehr robust und nachweislich gesund bezeichnen. Die Ertragslage ist als zufriedenstellend zu beurteilen. Das Ergebnis des Vorjahres konnte - im Wesentlichen aufgrund des Rückzugs von OBI aus Russland und den damit verbundenen Einmaleffekten - nicht erreicht werden. 2.3.4. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren Im Dreijahres-Vergleich zeigen folgende finanzielle Kennzahlen die Leistungsentwicklung des Konzerns: FJTV-Gruppe: Kennzahlen
Als bedeutsame finanzielle Leistungsindikatoren, die auch an den Aufsichtsrat berichtet werden, sind "Konzernjahresüberschuss" und "Konzernjahresüberschuss ohne Firmenwert-Abschreibungen aus Neuerwerben" definiert. Im Rahmen des abgeschlossenen Kreditvertrages müssen die Kennzahlen Nettoverschuldungsgrad und Eigenkapitalquote ermittelt werden. Die Berechnung erfolgt abweichend von der internen Berechnung, sodass Abweichungen zur obigen Tabelle bestehen können. Weiterhin ist die Berechnung auf den THG-Teil-Konzern durchzuführen, wohingegen in diesem Bericht alle Werte auf Grundlage des FJTV-Konzernabschlusses ermittelt wurden. Gemäß Bankendefinition ergibt sich für den THG-Teil-Konzern zum 31. Dezember 2022 ein Nettoverschuldungsgrad von -0,70 (Vorjahr: -0,93) sowie eine Eigenkapitalquote von 52,5% (Vorjahr: 51,0%). Diese Kennzahlen führen zu dem geringstmöglichen Margenaufschlag bei der Ermittlung des Zinsaufwandes im Rahmen des Konsortialkreditvertrages. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden je nach Geschäftsbereich unterschiedlich erhoben und gemessen. Im Geschäftsbereich "Flüssiggas" steht z.B. der Umweltschutz im Fokus. Progas hat Umweltzertifikate erworben und dadurch die gesamte Produktpalette (außer dem Aerosol- und Handelsgeschäft) CO 2 -neutral gestellt. Weiterhin wurde 2017 ein betriebliches Gesundheitsmanagement eingeführt u.a. mit dem Ziel, die Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden und neue qualifizierte Mitarbeiter zu rekrutieren. Im Geschäftsbereich "Baubeschläge" wird als nichtfinanzieller Leistungsindikator die Kundenzufriedenheit gemessen. Zudem erfolgt eine Betrachtung der Mitarbeiterzufriedenheit. Ebenfalls nach der Kundenzufriedenheit wird im Geschäftsbereich "Packaging" sowie im Bereich "Gesundheitsindustrie" gesteuert. 3. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT Die FJTV-Gruppe ist in zahlreichen Branchen international vertreten und begegnet deswegen in ihren Märkten unterschiedlichen Chancen und Risiken. Dazu gehören unter anderem Chancen und Risiken aus konjunkturellen Entwicklungen, Nachfrage- und Wechselkursschwankungen, Finanzierungs- und Zinsentwicklungen sowie technologischen Neuerungen. Risiken resultieren für den Geschäftsbereich "Flüssiggas" aus den nicht prognostizierbaren Witterungsverhältnissen. Die sich mittel- bis langfristig verändernden klimatischen Bedingungen mit tendenziell wärmeren Wintermonaten stellen ein darüber hinaus gehendes Risikopotenzial dar. Daneben resultieren Risiken aus der Entwicklung des Dollarkurses und Steigerungen der Beschaffungsmarktpreise. Diese können in der Regel nur mit Zeitverzögerung an die Kunden weitergegeben werden, sodass die Margen unter Druck geraten können. Andererseits besteht bei stabilen Beschaffungspreisen die Chance auf moderate Margensteigerungen und eine stabil verlaufende Ertragssituation. Der politische Wille zu höherer Energieeffizienz und geringerem Verbrauch fossiler Brennstoffe sowie auch der Wunsch der Bevölkerung nach mehr Klimaschutz wachsen weiter. Allerdings dauert der politische Entscheidungsprozess weiter an, ab wann welche Heizungen mit welcher Energieform nicht mehr neu gebaut werden dürfen. Infolge der dadurch bedingten, anhaltenden Verunsicherung der Verbraucher wird ein deutlicher Rückgang im Neukundengeschäft insbesondere mit privaten Haushaltskunden registriert. Im Geschäftsbereich "Baubeschläge" wird das Risiko insbesondere im konjunkturellen Umfeld und in der Verteuerung der Rohstoffpreise gesehen. Daneben existieren aus Wechselkursen resultierende Risiken. Da der überwiegende Teil der finanzwirtschaftlichen Transaktionen auf Euro-Basis abgewickelt wird, ist das Währungsrisiko von untergeordneter Bedeutung. Dennoch sind Währungsrisiken durch einen Kursanstieg des Euros und die damit u.a. verbundene Verteuerung der Handelswaren für die Beteiligungsgesellschaften in Drittländern nicht auszuschließen. Mit jeder Richtung der Währungsentwicklung in Euro und US-Dollar sind jedoch bilanzielle und operative Chancen und Risiken verbunden. Chancen bestehen daneben durch den erfolgreichen Ausbau der operativen Beteiligungen sowie deren Auslandsgeschäften. Im Geschäftsbereich "Packaging" kann bei der Beschaffung von Rohmaterial (Stahl und Aluminium) nur wenig Einfluss auf die Preisstruktur genommen werden, da die benötigten Rohstofftypen nur von wenigen großen Lieferanten angeboten werden. Allerdings trifft dies in gleichem Maße auf die Wettbewerber zu, sodass die Risiken den Markt insgesamt treffen. Inflationsrisiken bestehen in den Aktivitäten in Argentinien. Da die kumulative Inflationsrate dort in den letzten drei Jahren 100% überschritten hatte, mussten die Gesellschaften in Argentinien zum Jahresabschluss erneut eine Inflationsbilanzierung durchführen. Darüber hinaus ist der Geschäftsverkehr mit Argentinien insgesamt durch eingeführte Kapitalverkehrskontrollen seit 2019 erheblich beeinträchtigt. Auch im Bereich Packaging bestehen Chancen durch die gute Marktpositionierung der Unternehmen und den Aufbau neuer Geschäftsfelder bzw. Produktgruppen. Die neue EU-Medizinprodukte Verordnung (MDR) wird als potenzielles Risiko im Geschäftsbereich "Gesundheitsindustrie" eingestuft. Viele Unternehmen der MedTech-Branche sehen die zusätzlichen Anforderungen als größtes Hindernis für die zukünftige Entwicklung (BVMed Branchenbericht). Als weiteres Risiko ist der Preisdruck zu erwähnen, den Einkaufsgemeinschaften ausüben. Weiterhin sind steigende Rohstoff- und Transportkosten ein immanentes Risiko. Im Geschäftsbereich "sonstige Beteiligungen und Finanzanlagen" werden die Risiken aus gesellschafts- und steuerrechtlichen Entwicklungen und die Risiken aus den Finanzmärkten regelmäßig analysiert und eingestuft. Es wird insbesondere die Bonität (Rating) der Banken sowie der wert- papier-emittierenden Gesellschaften beobachtet und analysiert; die Liquidität wird zur Minimierung des Risikos bei mehreren Banken angelegt. Aufgrund der Erfahrungen aus der Finanz- und Wirtschaftskrise und der aktuell andauernden Verschuldungskrise wird bei allen unternehmerischen Aktivitäten verstärkt auf Bonitätsrisiken geachtet. Pensionsverpflichtungen stellen ein potenzielles Liquiditätsrisiko dar. Des Weiteren belasten diese durch die Entwicklung der Zinskurve und der Inflationserwartungen die Eigenkapitalquote. Daher wird die Entwicklung der Pensionsrückstellung im Rahmen der Drei-Jahresplanung für die Auswirkungen in Bilanz, GuV und Cashflow detailliert geplant. Ein weiteres generelles Risiko besteht darin, den Zahlungsverpflichtungen aus den Kreditverbindlichkeiten uneingeschränkt und fristgerecht nachzukommen. Diese Risiken werden ebenfalls in der Drei-Jahresplanung durch das Vorhalten ausreichender Liquidität gesteuert. Zur Absicherung von US-Dollar- und Euro-Zinsrisiken bestehen zum 31. Dezember 2022 insgesamt drei Zinsswaps. Der erste Zinsswap mit einem Nominalbetrag von 11.723 TUSD (Vorjahr: 19.458 TUSD) begann zum 30. Juni 2019 und hat die gleiche Laufzeit wie das zugrunde liegende Darlehen bis zum 30. Juni 2024. Die Gesellschaft zahlt fixe Zinsen und erhält im Gegenzug den 3-Monats US-Dollar-SOFR (inkl. Credit Adjustment Spread). Zum 30. Juni 2022 wurde ein weiterer Zinsswap über 5.313 TUSD (50% der Tranche) abgeschlossen. Dieser läuft - wie das zugrunde liegende Darlehen - bis zum 30. Dezember 2027. Die Gesellschaft zahlt fixe Zinsen und erhält im Gegenzug den 3-Monats US-Dollar-SOFR (inkl. Credit Adjustment Spread). Um ebenfalls die EUR-Zinsrisiken abzusichern, wurde am 11. Juli 2022 ein dritter Zinsswap abgeschlossen, welcher eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2027 und einen Nominalbetrag in Höhe von 17.500 TEUR aufweist. Auch hier entspricht die Laufzeit des Swap der Laufzeit des zugrunde liegenden Darlehens. Die Gesellschaft zahlt fixe Zinsen und erhält im Gegenzug den 3-Monats EURIBOR. Die FJTV-Gruppe sieht effizientes und vorausschauendes Risikomanagement als eine wichtige wirtschaftliche Aufgabe. Dennoch müssen Risiken eingegangen werden, um eine ansprechende unternehmerische Rendite zu ermöglichen. Die Elemente des Risikomanagements bestehen aus der Risikofrüherkennung, dem Risikomeldewesen sowie dem Risikohandling. Unterstützt wird das Risikomanagement durch eine systematische strategische Planung, die Mittelfristplanung, die Budgetierung, das monatliche Reporting und das Controlling. Die Unternehmensführung ist sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus juristischer Sicht so ausgelegt, dass übermäßige Risiken vermieden werden. Die Zielerreichung der im Planungsprozess erstellten Budgets ist Teil des Risikomanagementsystems und hat im Controlling höchste Priorität. Ausgehend vom Risikomanagementsystem wurde eine zweckmäßige Aufbau- und Prozessorganisation eingerichtet. Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung und Sicherung der Liquidität. Hierzu wurde eine rollierende 13-wöchige Liquiditätsvorschau im gesamten Konzern implementiert. In dem Risikomanagementsystem der FJTV-Gruppe werden alle konsolidierten Gesellschaften direkt erfasst. Bei den assoziierten Unternehmen erfolgt die Ausübung der Risikoüberwachungsfunktion durch aktive Mitarbeit in den Führungs- und Kontrollgremien. Ein weiteres Risiko besteht in der Nichteinhaltung der "Financial Covenants" im Konsortialkreditvertrag. Die Höhe des Zinsaufwandes ist abhängig von den Kennzahlen des THG-Teil-Konzerns. Zurzeit wird aufgrund guter Kennzahlen der kleinstmögliche Margenaufschlag gezahlt. Insgesamt ergibt sich aus den Chancen und Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche eine breitere Streuung, sodass für den Gesamtkonzern nicht von einer Risikoklumpenbildung gesprochen werden kann. Das Gesamtrisiko des Konzerns ähnelt dem der gesamtwirtschaftlichen Chancen und Risiken. Die gesamtwirtschaftliche Risikolage ist derzeit durch Materialknappheit am Beschaffungsmarkt sowie den Ukraine-Krieg beeinflusst. Die hohe Inflation führt zudem zu Rezessionsängsten. Es sind trotzdem keine Ereignisse zu erkennen, die zu einer dauerhaften und wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns führen könnten. 4. PROGNOSEBERICHT Die Prognose der bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren des Vorjahres bezüglich eines deutlichen Umsatzanstieges (auf mehr als 640 Mio. EUR) und eines Konzernergebnisses nach Steuern und nach akquisitionsbedingten Abschreibungen auf Neuerwerbe von mehr als 20 Mio. EUR ist nur teilweise eingetreten. Die Umsatz-Prognose ist im Wesentlichen aufgrund der deutlichen Materialpreissteigerungen übertroffen worden. Das prognostizierte Konzernergebnis nach Steuern wurde hingegen deutlich verfehlt. Dies liegt im Wesentlichen am assoziierten Unternehmen OBI. Hier führen die negativen Einmaleffekte aus dem Rückzug aus Russland zu einem erheblich negativen Ergebnisbeitrag. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist nach wie vor mit großen Unsicherheiten behaftet. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und dessen wirtschaftliche Folgen, die schwache Entwicklung der Weltwirtschaft sowie die anhaltend hohen Energiepreise und Inflationsraten können die Wirtschaft in der nächsten Zeit massiv belasten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet in seiner neuesten Prognose (April 2023) daher mit eingetrübten Konjunkturaussichten. Er prognostiziert für rund 90 Prozent der Volkswirtschaften einen Rückgang des Wachstums im laufenden Jahr. In Deutschland wird sogar ein marginal schrumpfendes BIP für 2023 (-0,1%) erwartet. Der IWF kalkuliert für die USA hingegen mit einem Wachstum von +1,6%. Die chinesische Wirtschaft wächst 2023 voraussichtlich um +5,2%. Insgesamt sind die Geschäftsbereiche unterschiedlich in das Geschäftsjahr 2023 gestartet: Das aktuelle Jahr hat für den Geschäftsbereich "Flüssiggas" mit einem vergleichsweise milden ersten Quartal begonnen. In Kombination mit kriegsbedingt verstärkten Energieeinsparbemühungen der Verbraucher liegen die Absatzmengen unterhalb der Vorjahreswerte. Aus heutiger Sicht wird im Jahr 2023 ein Ergebnis erwirtschaftet, welches im Bereich des Vorjahresergebnisses liegen wird. Für das Jahr 2024 wird mit einem ebenfalls konstanten Ergebnis gerechnet. Der Geschäftsbereich "Baubeschläge" ist verhalten in das Jahr 2023 gestartet. In den ersten Monaten des Jahres sind gegenüber dem Vorjahr Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Nach jetzigen Erkenntnissen wird das für 2023 budgetierte Ergebnis jedoch erreicht. Für das Jahr 2024 wird mit einem wachsenden Ergebnis kalkuliert. Das Ergebnis der Beteiligung in der Baumarktbranche wird im laufenden Jahr voraussichtlich signifikant oberhalb des Vorjahresergebnisses liegen. Dies liegt im Wesentlichen an dem Wegfall der Einmalaufwendungen aus der Trennung vom russischen Geschäft. Für 2023 wird ein positives Ergebnis, auf niedrigem Niveau, erwartet. In 2024 soll das Ergebnis dann deutlich gesteigert werden. Im Geschäftsbereich "Packaging" erwartet die Thomas-Gruppe 2023 ein operatives Ergebnis unterhalb des Vorjahresniveaus, aber auf dem korrespondierenden Budgetwert. Für 2024 wird durch steigendes Geschäftsvolumen mit einem Ergebnis oberhalb von 2023 gerechnet. In den USA hat die Anomatic-Gruppe einen anspruchsvollen Start in das Geschäftsjahr 2023 zu verzeichnen. Aus heutiger Sicht scheint die Erreichung des Budgets jedoch realistisch. Damit werden voraussichtlich die Vorjahreswerte wieder erreicht. Für 2024 wird mit steigenden Umsätzen und Ergebnissen geplant. Die Höhe der einbezogenen Umsätze und Ergebnisse in den Konzern ist zudem auch abhängig von der Entwicklung des Wechselkurses EUR/USD, sodass dieser Effekt einen Einfluss auf die genannten Konzernkennzahlen hat. Im Geschäftsbereich "Gesundheitsindustrie" wird auch im Jahr 2023 wieder mit steigenden Umsätzen gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Das Ergebnis soll, trotz weiterhin erhöhtem regulatorischen Aufwand, überproportional gesteigert werden. Für das Jahr 2024 wird durch den forcierten Wachstumskurs eine weitere Steigerung des Umsatzes und des Ergebnisses erwartet. Unter der Voraussetzung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld analog der mehrheitlich aufgestellten Prognosen entwickelt und aus dem russischen Angriff auf die Ukraine keine weltweite Wirtschaftskrise resultiert, wird nach heutiger Einschätzung der Umsatz des Vorjahres deutlich übertroffen. Dieser liegt im Jahr 2023 voraussichtlich bei gut 800 Mio. EUR. Das Ergebnis des Konzerns (inkl. aller operativen Gesellschaften) vor nicht beherrschenden Anteilen liegt nach heutigem Kenntnisstand oberhalb von 15 Mio. EUR. Für 2024 wird mit Umsatzerlösen von mehr als 825 Mio. EUR und einem Jahresüberschuss (EAT) von mehr als 35 Mio. EUR (inklusive Abschreibungen auf Firmenwerte von ca. 8 Mio. EUR) kalkuliert. Besonderes Augenmerk liegt ebenfalls auf den "Financial Covenants" des bestehenden Kreditvertrages. Aus heutiger Sicht sind keine Einflussgrößen erkennbar, die diese Kennzahlen verschlechtern. Es wird daher nicht mit Margenaufschlägen gerechnet. Zur Prognose der nicht-finanziellen Leistungsindikatoren ist im Geschäftsbereich "Flüssiggas" erwähnenswert, dass Progas auch weiterhin die gesamte Produktpalette (außer Aerosol- und Handelsgeschäft) durch den Erwerb entsprechender Zertifikate klimaneutral stellt. Den Kunden entstehen durch diese Maßnahme keine zusätzlichen Kosten. Im Geschäftsbereich "Baubeschläge" soll die Optimierung der Kundenzufriedenheit durch eine Verbesserung der Liefertreue erreicht werden. Diese Kennzahl steht auch im Geschäftsbereich "Packaging" im Fokus und soll im Zeitablauf kontinuierlich verbessert werden. Insgesamt ergibt sich aus den prognostizierten Entwicklungen der einzelnen Geschäftsbereiche eine sich gegenseitig ausgleichende und stabilisierende Prognose für die Entwicklung des Konzerns. Wir schätzen die zukünftige Entwicklung des Konzerns ähnlich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ein.
Mülheim an der Ruhr, den 05. Mai 2023 Familie Julius Thyssen Verwaltungsgesellschaft mbH Benedikt Boucke Achim Breidenstein Jürgen Heite Thomas Prangemeier BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Familie Julius Thyssen Verwaltungsgesellschaft mbH, Mülheim an der Ruhr PRÜFUNGSURTEILE Wir haben den Konzernabschluss der Familie Julius Thyssen Verwaltungsgesellschaft mbH, Mülheim an der Ruhr, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Familie Julius Thyssen Verwaltungsgesellschaft mbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN KONZERNLAGEBERICHT Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Essen, 5. Mai 2023 BDO
AG
Fritz, Wirtschaftsprüfer Wulfmeier, Wirtschaftsprüfer |
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