Nordex Grundstücksverwaltung GmbH
Selbe AdresseKauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Rolf Michael Spreth seit 3.3.2025 | Prokura |
Luca Valsasina seit 7.2.2024 | Geschäftsführer |
Stanislas Philippe Patricke Marie Porche seit 13.11.2023 | Prokura |
Silvia Gabi van der Jagt seit 4.8.2020 | Prokura |
Pascal Strauß seit 6.6.2014 | Prokura |
Kerstin Siefken seit 22.8.2013 | Prokura |
Ralf Irmer seit 21.12.2012 | Prokura |
Ronald Heße seit 21.12.2012 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 92.50% | |
AIR LIQUIDE INTERNATIONAL S.A | 7.50% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% | |
| 100.00% | |
| 100.00% | |
| 100.00% | |
| 100.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KGDüsseldorfKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 20221. Allgemeine InformationDie Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG, nachfolgend kurz "ALIG", mit Sitz in Düsseldorf, ist eine 100 %ige Tochter der französischen Air Liquide S.A., Paris/Frankreich. Wir gehören damit zur Air Liquide Gruppe, einem der führenden Anbieter von Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 2. Geschäft und Rahmenbedingungen2.1 GeschäftDie Aktivitäten der weltweiten Air Liquide Gruppe sind nach ihren spezifischen Produkten und Dienstleistungen in die Geschäftssegmente Gase und Service, Engineering/Anlagenbau und Globale Märkte und Technologien unterteilt. Die ALIG ist die Muttergesellschaft des deutschen Teilkonzerns der Air Liquide Gruppe. Sie ist mit ihren Tochtergesellschaften in den Segmenten Gase und Service sowie Engineering/Anlagenbau tätig, wobei das Segment Gase und Service die Business Lines Large Industries, Industrial Merchant, Electronics und Healthcare umfasst. Die Tätigkeit des Bereichs Large Industries konzentriert sich auf die Produktion und den Vertrieb von Luftgasen und Wasserstoff via Pipeline. Darüber hinaus werden Großkunden an bestimmten Standorten mit diesen und anderen Gasen sowie mit Synthesegas versorgt. Es werden insbesondere Kunden aus der Stahlindustrie sowie der chemischen und petrochemischen Industrie beliefert. Daneben betreiben zwei Tochtergesellschaften Anlagen zur Erzeugung von elektrischer Energie, Wärme und Kälte für einen spezifischen Kunden. Im Geschäftsjahr 2022 lag der Fokus des Geschäftsfeldes zum einen auf dem Management der durch den Russland-Ukraine-Krieg ausgelösten Energiekrise im Bereich Strom- und Erdgas und zum anderen auf der Verlängerung strategischer, langfristiger Kundenverträge. Die Business Line Industrial Merchant beschäftigt sich mit der Produktion, der Abfüllung und dem Vertrieb von technischen Gasen und Kohlendioxid. Zu den Produkten gehören reine Gase wie Sauerstoff, Stickstoff, Argon, Acetylen, Wasserstoff, Edel- und Prüfgase sowie speziell nach Kundenbedürfnissen hergestellte Gasgemische. Die Kundenstruktur umfasst sowohl große als auch mittelständische Unternehmen, insbesondere aus der Automobil-, der Metall- und der Lebensmittelbranche, sowie Handwerksbetriebe aller Größen. Der Bulk-Bereich beinhaltet die Kunden, die überwiegend über Tanklastwagen oder kleinere On-Site-Anlagen versorgt werden, während im Cylinder-Bereich die Kunden betreut werden, die überwiegend mit Gasflaschen versorgt werden. In der Business Line Electronics werden Gase sowie damit verbundene Dienstleistungen an Kunden im Bereich der Mikroelektronik sowie der Photovoltaik vertrieben. Zudem werden Versorgungssysteme für Reinstmedien (Spezial- und Reinstgase, Chemikalien für die Halbleiterindustrie und Reinstwasser) entwickelt und konstruiert. Im Bereich Healthcare ist die VitalAire Gruppe als Home Healthcare Unternehmen auf dem Gebiet der respiratorischen Heimtherapie mit dem Vertrieb von medizinischen Geräten und Gasen sowie zugehörigen Serviceleistungen tätig. Therapieschwerpunkte sind hierbei insbesondere die außerklinische Beatmung bei chronischen Atmungsschwächen, die Sauerstoff-Langzeittherapie, die Schlafapnoe-Therapie für Patienten mit schlafbezogenen Atemstörungen sowie das Monitoring zur Überwachung von Vitalparametern. Seit 2011 gehört auch die Infusionstherapie mit integriertem Arzneimittelhandel einschließlich der Betreuung von Patienten im Bereich der Parkinson-Erkrankung sowie seit 2015 im Bereich der PAH- (pulmonal arterielle Hypertonie), die Chemo- und Schmerztherapie zu den Geschäftsfeldern der VitalAire. Im Bereich der außerklinischen Intensivpflege ist die VitalAire seit Ende 2011 erfolgreich tätig. Seit Mitte 2020 ist die VitalAire selbst auch in der Diabetes-Therapie zugehörig zum Infusionsbereich als Anbieter von elektronischen Pumpen nebst Zubehör aktiv. Die Tätigkeit der AIR LIQUIDE Medical und ihrer Tochtergesellschaft BioKryo beinhaltet die Abfüllung und den Vertrieb von medizinischen Gasen sowie von Anwendungen und Dienstleistungen (u.a. im Bereich der Kryolagerung) an Krankenhäuser, Ärzte und andere Gesundheitseinrichtungen. Im Segment Engineering/Anlagenbau entwickelt, plant und baut die Air Liquide Global E&C Solutions Germany GmbH (im folgenden kurz "AL Global E&C"), die bis Februar 2014 als Lurgi GmbH firmierte, mit ihren Tochtergesellschaften Anlagen zur Verarbeitung von Ressourcen wie Öl, Erdgas, Kohle und Pflanzenrohstoffen zu Synthesegas, Wasserstoff, synthetischen Treibstoffen sowie petrochemischen Produkten. Im Zuge der Ausrichtung der Air Liquide Gruppe auf eine Reduzierung von CO 2 Emissionen und der Fokussierung auf erneuerbare Energien (Stichworte: "Green Deal" und "Hydrogen Economy") werden insbesondere Technologien zur Entwicklung von hocheffizienten und umweltfreundlichen Produktionsprozessen, z.B. im Bereich CO 2-Abtrennung, Gasreinigung und Entschwefelung, sowie Technologien der "Grünen Chemikalien und Kraftstoffe", unter anderem für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie vorangetrieben. Eine "Elektrolyse Product Unit" wurde begründet um Anlagen für die Erzeugung von grünem Wasserstoff im Konzern, aber auch an Drittkunden anzubieten. Der Bau der neuen Produktionsstätte der Air Liquide Global E&C Solutions in China (Yantai Co., Ltd.), einer 100 %ige Tochtergesellschaft von AL Global E&C, wurde in 2021 gestartet. Der Produktionsbetrieb hat planmäßig im Jahr 2022 begonnen und wird in 2023 weiter hochgefahren werden. Während die Kunden im Segment Gase und Service überwiegend im Inland ansässig sind, sind wesentliche Absatzmärkte im Bereich Engineering/Anlagenbau die Regionen mit großen Rohstoffvorkommen. Hierzu gehören der Mittlere Osten, Südostasien, Nord- und Südamerika. Aus der Fokussierung auf erneuerbare Energien resultieren Marktpotenziale auch in Europa. Für die wesentlichen inländischen Gesellschaften des ALIG-Konzerns bestanden zum 31. Dezember 2022 Beherrschungs- und Ergebnis- bzw. Gewinnabführungsverträge sowie eine ertrag- und umsatzsteuerliche Organschaft mit der ALIG als Organträgerin. 2.2 Wirtschaftliche EntwicklungIn Deutschland stieg das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 um 1,8 % gegenüber dem Vorjahr, was insgesamt eine reduzierte Wachstumszunahme (Vorjahr: +2,7 %) bedeutete. Die Erwartung für 2022 hatte bei einem Anstieg von 2,4 % gelegen. Der Krieg in der Ukraine führte zu massiv steigenden Energiekosten und löste im Geschäftsjahr eine Energiekrise aus. Aber auch in fast allen anderen Konsumbereichen kam es zu einem Preisanstieg und die Inflation kletterte auf ein Rekordniveau. Diese Faktoren wirkten sich negativ auf die konjunkturelle Lage in Deutschland aus und führten unterjährig zu einer unterschiedlichen Dynamik der Wirtschaft: während das Wachstum kalenderbereinigt im ersten Quartal noch bei 0,8 % zum Vorquartal lag, ist es im letzten Quartal um 0,4 % gesunken. Der Anstieg des Bruttoinlandsproduktes in der Eurozone mit 3,5 % lag deutlich über dem der deutschen Wirtschaft. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe ist nach einem Anstieg von 3,5 % in 2021 im Jahr 2022 um 0,6 % gesunken und lag damit weit unterhalb des prognostizierten Anstiegs von 3,3 %. Die Preise haben sich, gemessen am Verbraucherpreisindex, um 6,9 % gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Jahresteuerungsrate lag damit weit über dem Niveau des Vorjahres (+3,1 %). Die Rohölpreise (UK Brent) in USD lagen in 2022 mit durchschnittlich 101 USD/Barrel deutlich über dem Preis von 2021 mit 71 USD/Barrel (+42,3 %). Zusätzlich erfuhr der EURO gegenüber dem US-Dollar im Jahresdurchschnittsvergleich zum Vorjahr eine Abwertung von 11,0 %. Als Ergebnis dieser Entwicklungen lag der Durchschnittspreis pro Liter für Dieselkraftstoffe in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2022 um 56,1 Cent oder 40,1 % über dem Vorjahr. Weltweit war im Jahr 2022 ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 3,0 % zu verzeichnen, wobei die Wirtschaftsräume Lateinamerika (+3,6 %) und Asien/Pazifik (+3,3 %) die stärksten Anstiege erzielen konnten. Der Anstieg in Nordamerika und Westeuropa lag bei 2,2 % bzw. 3,5 %. 3. Unternehmenssituation3.1 UmsatzentwicklungDer ALIG-Konzern erzielte im Geschäftsjahr Umsätze in Höhe von MEUR 2.181, was gegenüber dem Vorjahr mit einem Umsatz von MEUR 1.732 einen Anstieg von MEUR 449 oder 25,9 % bedeutet. Umsatz nach Segmenten:
Das Segment Gase und Service beinhaltet die Umsätze der Business Lines Industrial Merchant, Large Industries, Healthcare und Electronics. Die Business Line Industrial Merchant beinhaltet zu etwa 40 % (Vj. 37 %) das Bulk- und zu 30 % (Vj. 34 %) das Flaschengeschäft mit externen Kunden. Darüber hinaus werden Umsätze mit On-Site-Anlagen und mit dem Verkauf von Hardware und Services erzielt. Die Umsätze im Bereich Industrial Merchant sind im Vorjahresvergleich insbesondere aufgrund inflationsbedingter Preisanpassungen im Energiesektor um insgesamt 30 % angestiegen. In der Business Line Large Industries war wieder ein Anstieg des konsolidierten Umsatzes von 66 % (Vj. 73 %) zu verzeichnen, wobei die Entwicklung der Erdgas- und Strompreise hierauf einen signifikanten Einfluss hatte. Bereinigt um diesen Effekt lag der Umsatz insbesondere aufgrund gesunkener Absatzvolumen 22 % unter dem Vorjahresniveau. Im Bereich der Luftgase (Sauerstoff, Stickstoff, Argon) lag der bereinigte Umsatz 21 % unter dem Vorjahresniveau. Im Produktbereich Wasserstoff-, Synthesegas- und Kohlenstoffmonoxid zeichnete sich ein vergleichbarer Trend ab und der Umsatz reduzierte sich um 36 %. Die Umsätze der Energieversorgungscenter lagen deutlich über dem Vorjahresniveau. Der Umsatz in der Business Line Healthcare ist insgesamt um 14,9 % gestiegen. Bei der VitalAire Gruppe war im Geschäftsjahr 2022 insgesamt ein Umsatzanstieg von 16,3 % zu verzeichnen, der im Wesentlichen auf den Bereich Diabetes mit dem Vertrieb von elektronischen Pumpen und Zubehör zurückzuführen ist. Der Umsatz im respiratorischen Bereich ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Im Bereich Beatmung sind die Patientenzahlen wie auch die Umsatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Im Bereich der Sauerstofftherapie sind die Werte zum Vorjahr stabil geblieben, während sich die Patientenzahlen leicht erhöht haben. Der Schlaftherapiebereich zeigte in diesem Jahr bei den Versorgungspauschalen erneut einen Anstieg der Umsätze, begleitet von wiederholt höheren Patientenzahlen. Die Umsätze im Bereich Verkauf sind wie auch die Patientenzahlen etwas zurückgegangen. Die Entwicklung des Geschäftsjahres 2022 mit der nach wie vor starken Nachfrage der Krankenkassen nach Versorgungspauschalen und dem gleichzeitigen Rückgang im Bereich Verkauf war insgesamt auch von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine begleitet. Bei dem Vertrieb von Gasen und Dienstleistungen durch die AIR LIQUIDE Medical und die BioKryo lag der Umsatz 6,8 % über dem Vorjahresniveau, insbesondere durch Anstiege in den Bereichen Behälter-Gasverkäufe und Kryolagerung/-konservierung. In der Business Line Electronics ergab sich wie im Vorjahr wieder eine positive Entwicklung im Umsatzbereich (+41,5 %), die im Wesentlichen ebenfalls auf die angestiegenen Energiepreise zurückzuführen ist. So führte insbesondere der überproportionale Anstieg im Bereich der Gasverkäufe an Kunden der Halbleiterindustrie insgesamt zu einem Anstieg der Bereichsumsätze. Aber auch der Bereich Dienstleistungen und Installations lag über Vorjahresniveau. Im Segment Engineering/Anlagenbau konnten wir im zweiten Jahr in Folge einen signifikanten Anstieg des Auftragsbestandes verzeichnen, sowohl gemessen in Anzahl als auch im Volumen. Durch den späten Realisierungszeitpunkt bei Langfristfertigung macht sich diese positive Entwicklung noch nicht im Umsatz des Berichtsjahres bemerkbar. Dieser lag erwartungsgemäß unter dem Vorjahresumsatz (MEUR -175,0), da im Berichtsjahr entsprechend weniger Projekte mit signifikant hohen Vertragsvolumen abgeschlossen und an die Kunden übergeben wurden. Von den im Jahr 2022 insgesamt bearbeiteten 327 Aufträgen (Vorjahr: 249 Aufträge) mit einem Gesamtwert von MEUR 1.881 (Vorjahr MEUR 1.403) wurden 98 Aufträge (Vorjahr: 73 Aufträge) unterjährig abgeschlossen. Die größten Absatzmärkte im Geschäftsjahr 2022 waren wie in den Vorjahren Asien und Europa. 3.2 ProduktionDie Produktionsmengen der Werke im Large Industries Bereich, die die On-Site-Kunden sowie die Kunden an der Luftgase- und Wasserstoffpipeline und der Synthesegasanlage versorgen, entsprechen den Absatzmengen, da die gasförmigen Produkte nicht gelagert werden. Wasserstoff wird teilweise zugekauft und von verschiedenen Lieferanten sowie eigenen Anlagen in die Wasserstoffpipeline eingespeist. Während die Produktionsmengen der Verflüssigungsanlagen, die den Bereich Industrial Merchant versorgen, leicht über Vorjahresniveau lagen, produzierten die Luftgaseanlagen geringere Mengen als im Vorjahr. Auch die Synthesegas- sowie die Kohlenmonoxidproduktion lagen deutlich unter dem Produktionslevel des Vorjahres. Im Bereich Industrial Merchant lagen im Jahr 2022 die Produktionszahlen im Flaschengeschäft mit 0,2 % (gemessen in Zylinderäquivalenten (CEQ)) geringfügig über dem Vorjahresniveau. In der Business Line Electronics werden an einzelnen Standorten bei Kunden Vor-Ort-Erzeugungsanlagen für die Gasproduktion betrieben. In der Business Line Healthcare wird insbesondere bei der AIR LIQUIDE Medical produziert. Im Geschäftsjahr lagen die Produktionszahlen im Flaschengeschäft 5,9 % (gemessen in CEQ) unter dem Vorjahresniveau. Im Bereich Engineering/Anlagenbau war im Geschäftsjahr 2022 eine im Vergleich zu 2021 erneut deutlich verbesserte Auslastung zu verzeichnen. Dies resultierte insbesondere aus mit der Energiewende in Verbindung stehenden Beauftragungen für Prozessstudien und vermehrt bezahlter Angebotsarbeit. Die Aufwendungen im Bereich nicht bezahlter Angebotsbearbeitung reduzierten sich gegenüber 2021 erneut. Die wesentliche Auslastung des Jahres 2022 bestand aus Basic Engineering für verschiedene Technologien, insbesondere für Methanol, Syngas sowie einleitende Arbeiten für gruppeninterne Projekte. Auch die Bearbeitung einer deutschen Baustelle in Schwarzheide trug in erheblichem Maße zur Jahresauslastung bei. Im Bereich Projektabwicklung wurden im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 327 (Vorjahr 249) externe Aufträge mit einem Gesamtwert von MEUR 1.881 (Vorjahr MEUR 1.403) bearbeitet. Davon konnten 98 (Vorjahr 73) Aufträge abgeschlossen und an die Kunden übergeben werden. 229 (Vorjahr 179) Aufträge befanden sich zum Jahresende noch in der Abwicklung. Die Schwerpunkte der Aufträge lagen im Jahr 2022 in den Bereichen Synthesegas/ Sulfur-Management und Gas-to-Petrochemicals. Regional wurden die Aufträge überwiegend in Asien (166), Europa (78) und Amerika (40) bearbeitet. 3.3 BeschaffungDie russische Invasion in die Ukraine im Geschäftsjahr 2022 hatte massive Auswirkungen auf die Energiepreise. So lagen die Stromkosten aufgrund der im gesamten Jahr stark steigenden Strompreise deutlich über dem Vorjahresniveau und folgten damit dem Trend für Spot- und Kalenderprodukte, die an der Leipziger Strombörse gehandelt werden. Demselben Trend folgend, bewegten sich auch die spezifischen Erdgaskosten und die Zukaufkosten für Wasserstoff (abhängig von der Preisentwicklung des Erdöls und Erdgases) oberhalb der Vorjahreswerte. Die Veränderungen von Strom-, Gas und Wasserstoffbeschaffungskosten werden im Bereich Large Industries jeweils weitgehend über Eskalationsformeln an die Kunden weitergegeben. Für den Bereich Industrial Merchant ist insbesondere die Entwicklung der Transport- und allgemeinen Produktionskosten relevant, die im Geschäftsjahr vor allem aufgrund der negativen Dieselpreisentwicklung sowie stark gestiegener Stromkosten deutlich angestiegen sind. Gleiches gilt für den Vertrieb von Gasen in den Bereichen Electronics und Healthcare. Zur Verminderung der Kosten wurde daher weiterhin ein besonderer Fokus auf die Optimierung der Transportkosten sowie auf Effizienzprojekte in den Produktionswerken gelegt. In der Business Line Healthcare existieren bei der VitalAire Gruppe diverse Vereinbarungen mit Herstellern und Lieferanten, die regelmäßig überprüft und angepasst werden, gerade im Hinblick auf den seit Jahren vorhandenen Preisdruck durch die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Die Betreuung der strategischen Lieferanten hat dabei mit entsprechender Unterstützung durch die Healthcare-Leitung des Konzerns in Paris, Frankreich, eine hohe Priorität. Gleichzeitig wurde auch im Berichtsjahr, wie in der Vergangenheit, auf den regelmäßigen Austausch zu Produktverbesserungen bzw. -weiterentwicklungen Wert gelegt. Das Geschäftsjahr 2022 war aber insgesamt von der Entwicklung der allgemeinen Preissteigerungsraten beeinflusst, die auch das Folgejahr begleiten wird. Im Bereich Engineering/Anlagenbau werden fast alle Komponenten, die Bestandteile der Anlagen sind, zugekauft. Somit spielt die Beschaffung eine wesentliche Rolle bei dem Ziel, die Anlagen sicher, gemäß vorgegebener Kosten und Termine und unter Erfüllung aller vertraglich definierten Kundenanforderungen zu erstellen. Die Beschaffung umfasst hierbei den Einkauf, die Qualitätskontrolle, die Terminsicherung sowie die Logistik, das heißt, den Transport der Komponenten zum jeweiligen Aufstellungsort. Die Beschaffung erfolgt weltweit, unter Einbeziehung des globalen Netzwerkes mit Beschaffungsorganisationen in Frankreich, Polen, Indien, China und USA. Schwerpunkt-Aktivitäten lagen im Management von Liefer- und Transportengpässen sowie steigender Rohstoff-, Material- und Komponentenpreisen infolge des Krieges in der Ukraine, Covid 19-bedingter Lockdowns in China und weltweiter Inflationsanstiegen. Das Beschaffungsvolumen lag unter dem Vorjahreswert. 3.4 ErtragslageZur Kommentierung der Entwicklung der Umsatzerlöse wird auf die Erläuterungen unter Punkt 3.1. des Lageberichtes verwiesen. Der Anstieg des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen (MEUR 270 in 2022; Vj. MEUR -207) bezieht sich fast ausschließlich auf laufende Projekte im Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau. Der Anstieg steht im Zusammenhang mit einem höheren Anarbeitungsgrades von Projekten im laufenden Geschäftsjahr. Die aktivierten Eigenleistungen reduzierten sich um MEUR 0,8 durch abgeschlossene und laufende Projekte im Geschäftssegment Gase und Service von MEUR 4,2 auf MEUR 3,4. Der Materialaufwand hat sich im Verhältnis zu den Umsatzerlösen von 45,9 % im Vorjahr auf 68,2 % in 2022 erhöht. Die Erhöhung ist beiden Geschäftssegmenten zuzuordnen. Der Anstieg resultiert im Geschäftssegment Gase und Service im Wesentlichen aus den stark gestiegenen Bezugskosten für Energie und im Geschäftsbereich Engineering/Anlagenbau aus dem starken Anstieg der unfertigen Aufträge im Vorratsbestand. Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderung und der aktivierten Eigenleistungen lag die Bruttogewinnmarge im Verhältnis zur Gesamtleistung mit 39,4 % unter dem Niveau des Vorjahres (48,0 %). Während die Bruttogewinnmarge im Segment Engineering/Anlagenbau aufgrund des Wegfalls eines negativen Einmaleffektes im Vorjahr aus einer finaler Abrechnung eines Großprojekts angestiegen ist, reduzierte sie sich im Geschäftsbereich Gase und Service überproportional aufgrund von stark gestiegenen Bezugskosten für Strom und Erdgas. Die Personalaufwendungen sind in 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um MEUR 109 oder 39,4 % gestiegen. Der Anstieg resultiert mit MEUR 64 insbesondere aus versicherungsmathematischen Anpassungen, die zu einem Anstieg der Pensionsrückstellungen geführt haben. Darüber hinaus führten die normalen Erhöhungen im Zusammenhang mit Tarif- und Gehaltsanpassungen, der Anstieg der insgesamt im Konzern beschäftigten Mitarbeiter sowie Konsolidierungskreisänderungen im Geschäftssegment Gase und Service zu einem Anstieg der Personalaufwendungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (MEUR 448; Vj. MEUR 322) sind über dem Niveau des Vorjahres und enthalten insbesondere Fracht- und Transportkosten, Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen, Lizenzabgaben, nachlaufende Kosten für langfristige Kundenprojekte, Miet-, Pacht- und Leasingaufwendungen sowie Vertriebskosten. Die Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf einen starken Anstieg der nachlaufenden Kosten für langfristige Kundenprojekte im Bereich Anlagenbau, infolge der jährlichen Neubewertung der Projektrisiken, zurückzuführen. Des Weiteren beeinflussten insbesondere der allgemeine inflationsbedingte Kostenanstieg, höhere umsatzabhängige Aufwendungen und vermehrte Reisetätigkeiten, nach dem Auslaufen der Covid-19 Beschränkungen in einigen Ländern, die Aufwendungen im Geschäftsjahr. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um MEUR 28 resultiert aus höheren Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen sowie aus Versicherungserstattungen. Demgegenüber stehen geringere Erträge aus der Veräußerung von Konzernunternehmen. Die weiteren sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens. Dem Anstieg des Rohertrags (MEUR 234) und der sonstigen betrieblichen Erträge (MEUR 28) standen höhere Personalaufwendungen (MEUR 109), höhere Abschreibungen (MEUR 38) und höhere sonstige betriebliche Aufwendungen (MEUR 126) gegenüber. Dies führte insgesamt zu einem Rückgang des operativen Ergebnisses von MEUR 79 um MEUR 12 auf MEUR 67. Da das Finanz- und Beteiligungsergebnis insgesamt um MEUR 8 unter dem Ergebnis des Vorjahres liegt, verminderte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern von MEUR 77 im Vorjahr auf MEUR 56 in 2022. Der Rückgang des Beteiligungsergebnisses um insgesamt MEUR 8 ergibt sich in erster Linie aus geringeren Erträgen aus Beteiligungen. Das Nettofinanzergebnis verbesserte sich unwesentlich um TEUR 254. Den geringeren Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens aufgrund der Veräußerung von Konzerngesellschaften im Vorjahr, stand ein Rückgang bei den Zinsaufwendungen aus Pensionen gegenüber. Die Ertragsteuern setzen sich zusammen aus einem Nettoaufwand für laufende Steuern (MEUR 31; Vj. MEUR 31) sowie aus latenten Steuererträgen in Höhe von MEUR 12 (Vj. MEUR 8). Die zu erwartende theoretische Steuerquote für den ALIG-Konzern liegt bei 15,76 % im Geschäftsjahr 2022. 3.5 VermögenslageDie Bilanzsumme beträgt MEUR 2.634 und ist im Vergleich zum Vorjahr um MEUR 409 (18,4 %) angestiegen. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme liegt bei 31,1 % (Vj. 35,0 %). Das Anlagevermögen erhöhte sich insgesamt um MEUR 41. Der Rückgang bei den immateriellen Vermögensgegenständen von MEUR 5 ist im Wesentlichen auf die Abschreibungen von Geschäfts- und Firmenwerten zurückzuführen, die von den Zugängen aus Konsolidierungskreisänderungen nur zum Teil kompensiert wurden. Die niedrigeren Investitionen des Geschäftsjahres (MEUR 2) im Vergleich zu den laufenden planmäßigen Abschreibungen (MEUR 6) führten ebenfalls zu einem Rückgang. Bei den Sachanlagen lagen die Investitionen von MEUR 188 über den Abschreibungen von MEUR 108. Die Investitionen betrafen überwiegend drei Großprojekte für neue Produktionseinheiten für Gase bei Großkunden sowie den Kauf neuer Geräte für das Fallpauschalengeschäft. Aufgrund von Nettoabgängen in Höhe von MEUR 5 ergab sich im Bereich des Sachanlagevermögens insgesamt ein Anstieg von MEUR 72. Der Rückgang bei den Finanzanlagen von MEUR 26 steht im Zusammenhang mit Änderungen im Konsolidierungskreis im Geschäftssegment Gase und Service. Von den Vorräten entfallen 86,2 % (Vj. 82,9 %) auf das Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau. Diese enthalten in Höhe von MEUR 505 (Vj. MEUR 240) Anlagen im Bau für Dritte aus der Abwicklung der laufenden Kundenaufträge. Aufgrund eines höheren Anarbeitungsgrades ist der Bestand im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um MEUR 52 steht im Zusammenhang mit einem Anstieg der abgetretenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bei einzelnen Konzerngesellschaften an eine Factoring-Gesellschaft. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten im Wesentlichen Finanzforderungen in Höhe von MEUR 392 (Vj. MEUR 567). Diese setzen sich aus Darlehensforderungen und Finanzmittelanlagen von MEUR 365 (Vj. MEUR 284) sowie Cash Pool- Forderungen von MEUR 26 (Vj. MEUR 283) zusammen. Darüber hinaus ergab sich ein Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um MEUR 23 auf MEUR 76. Die sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um MEUR 25 überwiegend infolge ausstehender Forderungen aus dem Verkauf von Konzernunternehmen und höheren Steuerforderungen. Die aktiven latenten Steuern erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um MEUR 21. Die Differenzen zwischen dem handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansatz insbesondere bei den Sachanlagen und den sonstigen Rückstellungen sowie den Pensionsverpflichtungen führten zu einem Anstieg der aktiven latenten Steuern. Beim Eigenkapital ergab sich im Vorjahresvergleich ein Anstieg in Höhe von MEUR 18. Dem Konzern-Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von MEUR 37 standen insbesondere ausgeschüttete Dividenden an Minderheitsgesellschafter (MEUR 21) gegenüber. Der Anstieg des Sonderpostens für Investitionszulagen und Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen (+MEUR 8) basiert vorwiegend auf im Geschäftsjahr neu gewährten Investitionszuschüssen der öffentlichen Hand. Die Steuerrückstellungen sind um MEUR 17 von MEUR 33 auf MEUR 16 zurückgegangen. Die Veränderung ist insbesondere auf den Unterschied zwischen den Vorauszahlungen und den Aufwendungen aus laufenden Steuern zurückzuführen. Sie enthalten im Wesentlichen Gewerbesteuerrückstellungen. Die Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von MEUR 507 (Vj. MEUR 444), aus Rückstellungen für nachlaufende Kosten für langfristige Kundenprojekte von MEUR 59 (Vj. MEUR 20), aus Rückstellungen für sonstige mitarbeiterbezogene Personalverpflichtungen (Jahresboni, Restrukturierungsaufwendungen, Urlaubsentgelte, Jubiläumszuwendungen) von MEUR 52 (Vj. MEUR 43), für Bodenaltlasten und Rückbauverpflichtungen von MEUR 52 (Vj. MEUR 59), für ausstehende Lieferantenrechnungen von MEUR 35 (Vj. MEUR 31), für Garantieverpflichtungen von MEUR 25 (Vj. MEUR 16) sowie für die Abgabe von CO 2 Emissionszertifikaten von MEUR 16 (Vj. MEUR 0) zusammen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Dritten enthalten im Wesentlichen erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen in Höhe von MEUR 504 (Vj. MEUR 382). Diese entfallen fast ausschließlich auf das Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um MEUR 95 angestiegen. Der Anstieg steht zum einen im Zusammenhang mit den stark gestiegenen Bezugskosten für Energie im Geschäftssegment Gase und Service sowie zum anderen mit stichtagsbedingt höheren Verbindlichkeiten im Segment Engineering/ Anlagenbau. Der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um MEUR 144 ist vorwiegend bedingt durch höhere Anzahlungen von ausländischen Schwestergesellschaften für in Abwicklung befindliche Aufträge im Segment Engineering/Anlagenbau. Darüber hinaus sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen vor allem im Segment Engineering/Anlagenbau ebenfalls um MEUR 33 angestiegen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht resultieren aus Anzahlungen von ausländischen Schwestergesellschaften für in Abwicklung befindliche Aufträge im Segment Engineering/Anlagenbau. Der Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten um MEUR 104 resultiert im Wesentlichen aus geringeren Verbindlichkeiten aus Steuern. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet wie im Vorjahr insbesondere die zeitanteilige Abgrenzung von Fallpauschalen in der Business Line Healthcare, die von Krankenkassen im Rahmen der Nutzung von medizinischen Geräten für die Heimtherapie gezahlt werden, sowie von Flaschenmieten im Industrial Merchant Bereich. Die passiven latenten Steuern sind gegenüber dem Vorjahr um MEUR 8 angestiegen. Der Anstieg der passiven latenten Steuern resultiert im überwiegend aus Differenzen zwischen der Steuer- und der Handelsbilanz sowie aus konsolidierungsbedingten Differenzen bei den Immateriellen Vermögensgegenständen. 3.6 FinanzlageDer Konzern verfügt über eine solide Finanzierungsbasis. Im Rahmen des Cash Pooling-Verfahrens werden die Bankbestände mehrerer am Cash Pool in Deutschland beteiligter Gesellschaften auf einem Bankkonto zusammengezogen und weiter auf das Europool-Konto der Air Liquide Finance S.A., Paris/Frankreich, abgeführt. Liquiden Mitteln (einschließlich kurzfristiger Finanzmittelanlagen mit Laufzeit weniger als drei Monaten sowie Cash Pool Forderungen) von MEUR 258 (Vj. MEUR 430) stehen Verbindlichkeiten aus Cash Pool von MEUR 6 (Vj. MEUR 5) gegenüber. Liquiditätsüberschüsse von MEUR 170 (Vj. MEUR 170) wurden darüber hinaus als Darlehen an verbundene Unternehmen gegeben. Die Verzinsung der Cash Pool Bestände ist an den ESTER gebunden. Die Planung von Finanzierung und Liquidität ist Teil des jährlichen Budgetprozesses und wird darüber hinaus monatlich aktualisiert. Die Finanzlage des Konzerns wurde im Berichtsjahr durch den operativen Cashflow (MEUR 9 positiv beeinflusst. Nach Berücksichtigung eines negativen Cashflows aus der Investitionstätigkeit (MEUR 185) insbesondere aufgrund der Investitionen ins Anlagevermögen sowie des positiven Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit (MEUR 3) geprägt durch die Zahlungen von Dividenden denen gegenläufig Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten und erhaltene Investitionszuschüsse gegenüberstanden, verzeichnet der Konzern im Geschäftsjahr insgesamt einen Mittelabfluss zum Finanzmittelfonds (Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, Cash Pool-Bestände) von MEUR 174. Die Eigenkapitalquote hat sich insgesamt von 24,9 % im Vorjahr auf 21,7 % reduziert. 3.7 PersonalbereichMitarbeiter nach Segmenten im Jahresdurchschnitt:
Von den Mitarbeitern im Bereich Gase und Service arbeiten alle Mitarbeiter im Inland. Ohne Berücksichtigung der Veränderungen aus Konsolidierungskreisänderungen arbeiteten 3 Mitarbeiter mehr im Segment Gase und Service. Von den Mitarbeitern im Bereich Engineering/Anlagenbau gehören 337 (Vj. 330) deutschen Gesellschaften an, während auf das übrige Europa 321 (Vj. 297) entfallen sowie auf Asien 567 (Vj. 455) und Afrika. Der Anstieg der Mitarbeiter in Asien steht im Zusammenhang mit der in 2021 gegründeten Tochtergesellschaft in China und dem damit einhergehenden Aufbau der Belegschaft. Der ALIG-Konzern hat im Geschäftsjahr 62 Auszubildende (Vj. 38) beschäftigt. Der Erfolg des ALIG-Konzerns ist maßgeblich geprägt durch das Engagement und die Leistung seiner Mitarbeiter. Unser Ziel ist es qualifizierte Mitarbeiter zu motivieren, weiter zu entwickeln und langfristig an das Unternehmen zu binden. Die Entwicklung von Talenten und Fähigkeiten ist einer der strategischen Treiber, mit dem die Air Liquide Gruppe ihre strategischen Ambitionen und Ziele verfolgt. 3.8 Sicherheit und UmweltschutzSicherheit und Zuverlässigkeit sind von elementarer Bedeutung für unsere Mitarbeiter, Dienstleister und Kunden und sind damit Garant für den Erfolg von Air Liquide. Das Industrial Management System "IMS" ist als integriertes Managementsystem für die gesamte Air Liquide Gruppe ein fester Bestandteil. Es vereint die Grundsätze von Sicherheit und Risk Management. Flankierende nicht weniger wichtige Maßnahmen sind die in 2014 bei Air Liquide in Deutschland eingeführten Life Saving Rules. Seit dem Jahr 2015 wurde die Einhaltung dieser konzernweiten Überlebensregeln auch auf externe Dienstleister ausgeweitet. An allen Standorten, die mit der Produktion, der Abfüllung und dem Vertrieb von Gasen unter den Anwendungsbereich der Störfall- Verordnung fallen, sind Vorkehrungen getroffen, um Störfälle zu verhindern bzw. Maßnahmen festgelegt, um die Auswirkungen von Betriebsstörungen so gering wie möglich zu halten. Die Alarm- und Gefahrenabwehrpläne werden regelmäßig überarbeitet und ergänzt. Im Geschäftsjahr 2022 gab es kein meldepflichtiges Ereignis gemäß Störfall-Verordnung. Für alle eigenen Luftzerleger und Gasproduktionsstätten, die im Geltungsbereich des zertifizierten Managementsystems gemäß der DIN EN ISO-Normen 9001 (Qualitätsmanagementsystem), 14001 (Umweltmanagementsystem) und 50001 (Energiemanagementsystem) enthalten sind, wurden interne Standard-Audits durchgeführt. Die Kohlenstoffdioxidproduktion (CO 2) an den Standorten in Gelsenkirchen und Wittenberg wurde im Geschäftsjahr nach der FSSC 22000 (Food Safety System Certification) rezertifiziert. Die Akkreditierung des Prüf- und Kalibrierlabors im Spezialgasewerk Krefeld-Gellep besitzt unverändert seine Gültigkeit. Die Restgasverwertungsanlage in Krefeld-Gellep wurde im Geschäftsjahr erneut als zugelassener Entsorgungsfachbetrieb auditiert und bestätigt. Die Regelwerksverfolgung (regulation watch) der Gruppe beinhaltet alle Maßnahmen, die für eine systematische Erfassung, Auswertung, Verteilung und Bekanntmachung der Regelwerke zu Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz und Energienutzung erforderlich sind. Behördliche bzw. genehmigungsrechtliche Auflagen liegen an den jeweiligen Gasproduktionsstandorten vor. Nach Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 wurden zum Schutz vor Infektionen für die Mitarbeiter/-innen und Besucher der Air Liquide Standorte entsprechende Pläne aufgestellt, die auf einer einheitlichen Basis die Schutzmaßnahmen an den einzelnen Standorten zusammengefasst haben und die im Laufe der Pandemie auch in 2022 immer wieder an die sich ändernde dynamische Covid-19 Gefährdungslage angepasst wurden. Trotz der im Vergleich zu 2021 deutlich höheren Anzahl an mit Corona infizierten Mitarbeiter/-innen konnte die Geschäftstätigkeit in allen Bereichen aufrechterhalten und die Kunden zuverlässig und gemäß den Vereinbarungen vorsorgt werden. Die innerhalb des Geschäftssegmentes Engineering/Anlagenbau seit vielen Jahren bestehenden Maßnahmen zum Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz, die die Umsetzung der Forderungen des SCC (Safety Certificate Contractors) bzw. ISO 45001 beinhalten, sind ebenfalls in den Rahmen des Industrial Management Systems (IMS) der Air Liquide Gruppe eingebunden, das 2022 eine umfangreiche Aktualisierung durchlaufen hat. Im Geschäftsjahr 2022 stand erneut die Bewältigung der Corona-Pandemie im Vordergrund. Hierauf wurde mit wiederholten Anpassungen an dem Konzept 'Work from Home' und an dem umfangreichen Hygiene- und Schutzkonzept reagiert. Die Mitarbeiter wurden hierzu umfassend informiert und konsultiert. Hinzu kam ein umfangreiches und zeitnahes Impfangebot. Daneben wurden die geplanten Maßnahmen fortgeführt. Hierzu zählen u.a. die Schulung von Mitarbeitern als Ersthelfer sowie als Brandschutz- und Evakuierungshelfer. Ferner haben alle Führungskräfte mit Personalverantwortung eigene Sicherheitsaktionen durchgeführt. 4. Forschung und EntwicklungEigene Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Segment Gase und Service haben die Business Lines Large Industries, Industrial Merchant, Electronics und Healthcare nicht. Durch Lizenzverträge über Technologie- und Leistungs-Transfers profitieren sie von den Forschungs- und Entwicklungsergebnissen der französischen Konzernobergesellschaft. Im Segment Engineering/Anlagenbau waren in 2022 durchschnittlich 56 (Vj. 57) Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung am Innovation Campus in Frankfurt am Main tätig. Die F&E-Aktivitäten an diesem Campus konzentrieren sich auf die Prozessentwicklung und verfahrenstechnische Lösungen im Bereich von Carbon Management und einer Verringerung der Kohlenstoffemissionen bei der Erzeugung von Wasserstoff und Synthesegas. Im Jahr 2022 wurden am Standort die Baumaßnahmen im Zusammenhang mit Elektrolyseuren unterschiedlicher Kapazitäten und Technologien abgeschlossen und die Anlagen in Betrieb genommen. Die Stärke dieses Campus liegt in der Entwicklung, Planung und dem Betrieb hochmoderner, sicherer und zuverlässiger Pilotanlagen. Mit spezifischen Analysemethoden unterstützt der Campus die eigene experimentelle Arbeit sowie Aktivitäten im industriellen Umfeld. 5. Chancen- und RisikoberichtIm Rahmen des standardisierten Risikomanagementprozesses der Air Liquide Gruppe überwachen die Gesellschaften zeitnah sowohl technische als auch unternehmerische Risiken, basierend zum einen auf konzerneinheitlichen technischen Richtlinien und zum anderen auf einem monatlichen Vergleich der Ist-Zahlen und der Steuerungsgrößen zur Planung. Das interne Kontrollsystem ist darauf ausgerichtet, dass Risiken im Ablauf der Geschäftsprozesse rechtzeitig erkannt und über Kontrollen und sonstige Maßnahmen abgedeckt werden. Den Referenzrahmen bildet das BLUEBOOK der Air Liquide Gruppe, das auf den "Handlungsprinzipien" (Principles of Action) der Air Liquide Gruppe basiert und die Grundsätze, Vorschriften und Schlüsselprozesse beinhaltet, die sicherstellen, dass die Umsetzung der Strategie und die Durchführung der Aktivitäten im Einklang mit diesen Handlungsprinzipien erfolgt. Hierzu gehören auch regelmäßige Audits von Geschäftseinheiten durch die Interne Revision der Air Liquide Gruppe. Die Gesamtlage der Chancen und Risiken für den Konzern hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich geändert. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Russland-Ukraine-Krieges sind weiterhin vorhanden. Insgesamt ergeben sich aus den dargelegten Risiken der jeweiligen Geschäftsbereiche keine Risiken, die bestandsgefährdend für den Konzern sein könnten. Im Folgenden werden die für den Konzern wesentlichen Risiken und Chancen der jeweiligen Geschäftsbereiche dargestellt. Dabei werden neben den allgemeinen Marktrisiken die Kernrisiken der einzelnen Bereiche aufgeführt. Eine Quantifizierung wird nicht vorgenommen, da diese auch nicht zur internen Steuerung dient. Marktrisiken ergeben sich aus einer unterschiedlichen Entwicklung der Absatzpreise im Vergleich zur Kostenentwicklung sowie aus dem Abnahmeverhalten der Kunden. Insbesondere im Bereich Industrial Merchant wie auch im Bereich Healthcare/ Medizinische Gase ist der deutsche Markt weiterhin durch Konkurrenz- und Preisdruck geprägt. Die allgemeinen Kostenrisiken sind zum Teil durch vertragliche Vereinbarungen abgedeckt. Die Kosten werden im Rahmen des konzernweiten ADVANCE Programms kontinuierlich optimiert. Besondere Risiken liegen in den Bereichen Large Industries und Industrial Merchant in der Entwicklung der Energiegesetzgebung, der Energiepreise sowie sonstiger energie- und strombezogener Kosten, soweit Veränderungen der Energiepreise sowie Energiesteuern oder andere Kosten nicht zeitnah an die Kunden weitergegeben werden können. Andererseits eröffnet eine weitergehende enge Verzahnung zwischen Produktionsplanung und Energiemanagement eine Chance für die Optimierung der Produktionskosten. Neben der allgemeinen Konjunkturentwicklung ist die künftige Entwicklung in der Mikroelektronikindustrie sowie die regionale Ansiedlung der entsprechenden Produktionsgesellschaften für die Business Line Electronics von besonderer Bedeutung, da der Kundenkreis in diesem Bereich relativ begrenzt ist. Die im Vorjahr erfolgte Ankündigung ausländischer Investoren in Ostdeutschland mehrere Halbleiterwerke zu bauen und zweistellige Milliarden Euro-Beträge investieren zu wollen, deutet hier auf eine positive Entwicklung hin. Die Erwartung im Hinblick auf die Entwicklung der Photovoltaikindustrie bleibt weiterhin negativ. Risiken im Healthcare Bereich ergeben sich im Hinblick auf potentielle Änderungen der Rahmenbedingungen in der deutschen Gesundheitspolitik. Der Gesundheitsmarkt hat eine wichtige ökonomische Bedeutung in Deutschland, trägt maßgelblich zur Wertschöpfung und Beschäftigung bei und ist insgesamt als Wachstumsbranche zu bezeichnen. Neben den Auswirkungen der pandemischen Lage ist der Gesundheitsmarkt gekennzeichnet durch einen umfassenden Leistungsanspruch, den medizinisch- technischen Fortschritt und einen anhaltenden Kostendruck. In Deutschland können seit dem Verbot der Ausschreibungen im Bereich der Hilfsmittel wieder modert verlaufende Verhandlungen geführt werden, die auch die Versorgungsqualität stärker berücksichtigen. Aufgrund der Entwicklung der Inflationsrate in 2022 wurden weitere Gespräche und Verhandlungen mit den Vertragspartnern der VitalAire Gruppe notwendig, die die gesamt wirtschaftliche Entwicklung berücksichtigen. Des Weiteren ergeben sich für das Unternehmen Risiken aus dem erheblichen Fachkräftemangel in Deutschland, insbesondere im Pflegebereich. In den letzten Jahren, insbesondere auch im Berichtsjahr, wurden entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitgeber-Attraktivität im Unternehmen umgesetzt. Generell ist die Sparte Engineering/Anlagenbau als weltweit tätige Unternehmensgruppe von der konjunkturellen Entwicklung und der damit verbundenen Investitionsbereitschaft nicht nur der deutschen, sondern vor allem der Weltwirtschaft abhängig. Nach dem Corona bedingten Rückgang des Auftragsvolumens in den Jahren 2019 und 2020 konnte in den darauf folgenden Jahren der Auftragseingang wieder deutlich gesteigert werden. Zu potenziellen Risiken werden Risikoeinschätzungen durchgeführt und geeignete Gegenmaßnahmen getroffen. Durch die Internationalität sind die Unternehmen im Segment Engineering/Anlagenbau insbesondere geopolitischen Risiken ausgesetzt. Die Geschäftsentwicklung wird durch das Verhältnis zwischen den großen Wirtschaftsgebieten USA, China und Europa beeinflusst. Weitere potenzielle Risiken bestehen durch Cyber Kriminalität, mögliche Engpässe in der Energieversorgung sowie durch die Folgen der aktuell hohen Inflation, insbesondere am europäischen Markt. Besondere Risiken ergeben sich aus der langfristigen Auftragsfertigung bei unvorhergesehenen Verzögerungen sowie bei Festpreisaufträgen mit integriertem Baustellen- und Montageteil. Als Risiken aufgrund von Covid-19 und Lieferkettenproblemen sind insbesondere Verzögerungen und Preiserhöhungen bei der Beschaffung von Equipment sowie Verzögerungen und Kostenerhöhungen auf den Baustellen zu nennen. Auch der Krieg in der Ukraine führt im Geschäftssegment zu direkten (Wegfall von Aufträgen und Ausfall von Zahlungen) und indirekten Risiken (Ausfall von russischen Lieferanten, verspätete Lieferung aufgrund von Rohmaterialknappheit, Budgetüberschreitungen aufgrund von Preissteigerungen). Zur frühzeitigen Identifizierung von Projektrisiken werden die Projekte über Project Gates und Project Reviews intensiv verfolgt. Chancen für Ergebnisverbesserungen ergeben sich im Wesentlichen durch eine effiziente Projektabwicklung mit geringerem Stundenaufwand, Einsparungen im Beschaffungsbereich sowie dem gesteigerten Verkauf von Projekten mit Lizenzeinnahmen. Risiken im Beschaffungsbereich liegen in steigenden Rohstoffpreisen, in der Volatilität der internationalen Beschaffungsmärkte sowie in Wechselkursschwankungen. Risikobehaftet ist auch die Beschaffung von Bau- und Montageleistungen, sowie kritischer Ausrüstung, wie z.B. Maschinen, Ventile und elektronischer Komponenten/Halbleitern. Risiken werden abgesichert, indem insbesondere vor Abgabe von Festpreisangeboten aktuelle Preisangebote von Lieferanten für kritische Lieferungen und Leistungen eingeholt werden. Darüber hinaus werden Risikoaufschläge für erwartete Preissteigerungen zwischen Kalkulationsdatum und Bestelltermin in die Kalkulation eingestellt und an den Kunden weitergereicht. Es erfolgt eine intensive Terminverfolgung und eine ständige Qualitätskontrolle, um Liefertermin und Produktqualität zu gewährleisten. Durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine kam es zu Problemen in den internationalen Lieferketten, die sich durch z.T. längere Lieferzeiten, Preiserhöhungen, Energieknappheit und der Nichterfüllung vertraglicher Hauptverpflichtungen durch Lieferanten bemerkbar machten (z.T. als Force Majeure angezeigt), denen jedoch mit aktivem Risikomanagement erfolgreich entgegengewirkt werden konnte. Darüber hinaus sind die politische Entwicklung in einzelnen Ländern sowie negative Veränderungen der globalen Handelsbeziehungen potentielle Risikofaktoren. Handelsbeschränkungen beispielsweise durch lokal protektionistische Maßnahmen wie aktuell von den Vereinigten Staaten von Amerika oder der V.R. China werden noch immer diskutiert und können generell den Zugang zu Märkten erschweren. Entsprechende Risikoszenarien haben wir geprüft und bewertet, teilweise in den Einzelgesellschaften, teilweise zentral auf Teilkonzernebene. Das Risiko bei Aufträgen mit kritischen Kunden bzw. mit Kunden in kritischen Regionen wird durch Akkreditive oder Bankgarantien begrenzt. Darüber hinausgehend werden zur Vermeidung rechtlicher und wirtschaftlicher Risiken Projekte aus den mit einem Embargo belegten Ländern nur unter Berücksichtigung der besonderen rechtlichen und konzernseitigen Anforderungen und nach Freigabe durch die zuständigen Funktionen verfolgt. Wechselkursrisiken aus Transaktionen in fremder Währung werden durch geeignete Devisentermingeschäfte vermieden. Die europäischen Konzerngesellschaften, Frankfurt und Krakau (Polen), sichern Fremdwährungsrisiken über die internationale Air Liquide Gruppe ab. Aufgrund von Landesvorschriften sichert die indische Konzerngesellschaft Fremdwährungsrisiken mit lokalen Banken ab. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Über bestehende rechtliche Risiken wird die Geschäftsleitung im Rahmen einer quartalsweise aktualisierten Berichterstattung durch die Rechtsabteilung informiert. Über drohende Rechtsstreitigkeiten, die der Rechtsabteilung zur Kenntnis gelangen, wird die Geschäftsleitung unmittelbar informiert. Für zum Bilanzstichtag erkennbare finanzielle Risiken wurden ausreichende Vorsorgen getroffen. Seit dem ersten Quartal 2020 hat sich das Coronavirus (SARS-CoV-2), das die Atemwegserkrankung Covid-19 auslösen kann, weltweit ausgeweitet. Die deutsche und europäische Wirtschaft als auch die Weltwirtschaft ist in allen Bereichen von der Coronavirus-Pandemie stark betroffen. Auch die Geschäftstätigkeiten des ALIG Konzern wurden von SARS-CoV-2 beeinflusst. Das weitere Ausmaß wird weiterhin stark von der Dauer etwaiger einschränkender, gesundheitspolitischer Maßnahmen und deren Auswirkungen auf die Weltkonjunktur abhängen. Eine quantitative Einschätzung ist schwierig, da wir in vielen Ländern geschäftlich aktiv sind und sich nach heutiger Sicht keine belastbare Aussage dazu machen lässt, wie diese Länder im Einzelnen in den Geschäftsbereichen Gase und Service sowie Engineering/ Anlagenbau auf mittlere Sicht reagieren werden. Die behördlichen Maßnahmen in den einzelnen Ländern unterscheiden sich zum Teil erheblich. Positiven Entwicklungen aus verfügbaren Impfstoffen stehen Risiken aus weiteren Lockdown-Wellen sowie Virus Mutationen und potentiellen Resistenzen gegen die Corona-Impfungen entgegen. Im Geschäftssegment Gase und Service ergeben sich Risiken insbesondere in den Bereichen Large Industries, Industrial Merchant und Electronics aufgrund sinkender Kundennachfragen und gestiegenen Forderungsausfallrisiken, während sich im Healthcare Bereich weiterhin nachfragebedingte Absatzchancen ergeben. Im Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau haben wir in 2022 trotz der Auswirkungen der pandemischen Situation und des Russland-Ukraine-Krieges einen gleichbleibenden Zugang an Projektstunden realisiert. Durch die vermehrte Ausrichtung des Technologieportfolios in Richtung erneuerbare Energien und insbesondere der damit verbundenen Einrichtung der "Elektrolyse Product Unit" ist von einem erhöhten Auftragseingang für die nächsten Jahre auszugehen. Erwähnenswert ist hierbei die im Juni 2022 erfolgte Gründung eines Joint Ventures mit der Firma Siemens auf dem Elektrolyse Sektor. Eine entsprechende Anpassung diesbezüglicher Ressourcen findet kontinuierlich statt, wobei gleichzeitig aufgrund der Umweltstrategie des Air Liquide Konzerns selektiv Aktivitäten im klassischen Öl und Gas Bereich zurückgefahren werden. Aufgrund der weiterhin nicht absehbaren Auswirkungen der politischen globalen Gesamtlage (z.B. Inflation) sind Verzögerungen im Auftragseingang weiterhin möglich, sollten aber durch die Anzahl aussichtsreicher Projekte, insbesondere im Rahmen der Energiewende, ausgeglichen werden. Die Projektabwicklung wird weiterhin, auch wenn zu einem geringeren Grad als in den Jahren zuvor, durch Reisebeschränkungen und mögliche weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie geprägt sein. Diesbezügliche Auswirkungen sind derzeit gering. Die Abwicklung der Aufträge aus dem Home Office hat sich als zuverlässig und vergleichbar produktiv gezeigt. Der Russland-Ukraine-Krieg birgt weitere Risiken für den ALIG Konzern. Im Geschäftssegment Gase und Service könnten vor allem steigende Energie- und Rohstoffpreise und eine Störung der Kundennachfrage sich negativ auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Geschäftsbereichs auswirken. Im Rohstoffbereich wird insbesondere mit einer Zunahme der Verknappung des Angebots an Helium gerechnet. Während steigende Strom-, Gas und Wasserstoffbeschaffungskosten im Bereich Large Industries jeweils weitgehend über Eskalationsformeln an die Kunden weitergegeben werden, ergeben sie insbesondere im Bereich Industrial Merchant Risiken, diese Kosten zeitnah weiterbelasten zu können. Unsicherheit besteht des Weiteren in der Fähigkeit unserer Kunden die inflationsbedingten Preiserhöhungen mittel- und langfristig tragen zu können oder ggfs. mit einem reduzierten Abnahmeverhalten zu reagieren. Im Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau wird derzeit auf Gruppenebene das Geschäft in den betroffenen Regionen mit hoher Priorität untersucht. Dabei werden unter anderem die sich ändernden Exportbeschränkungen bei laufenden Aufträgen und laufenden Neugeschäften für russische Kunden beachtet. Die betroffenen laufenden Verträge für Drittkunden werden im Einzelfall untersucht. Im März 2022 wurde im Geschäftssegment ein Stopp von jeglichem Drittkunden-Neugeschäft für russische Kunden beschlossen. Generell besteht in dieser neuen Situation im Jahr 2022 auch für Projekte außerhalb von Russland eine signifikante Volatilität bei den globalen Rohstoffpreisen (Energie und Material). Diese äußert sich in einem geänderten Verhalten unserer Lieferanten. Die Bereitschaft zu Angeboten mit bislang normaler Bindefrist sinkt und die angebotenen Preise sind teilweise signifikant gestiegen. Die weiterhin noch angespannte Lage durch die Covid-19 Krise führen im Zusammenspiel mit dem Russland-Ukraine-Krieg derzeit bei der Beschaffung von Ausrüstung, Material und Dienstleistung zum Teil zu stark steigenden Rohstoff- und Materialpreisen sowie einer deutlichen Verknappung der Verfügbarkeit, zum Beispiel von Magnesium und Aluminium, welche z.T. zu Liefer- und Leistungsverzögerungen führt. Hinzu kommt eine weiterhin kritische Situation in der internationalen Transportlogistik. Besonders im Bereich Seetransport sind hohe Preise, lange Wartezeiten in den Häfen, sowie lange Schiffslaufzeiten zum Problem geworden. Es kommt mitunter zur Stornierung von Schiffen, was negative Auswirkungen auf Preise und Lieferzeiten hat. Die stark gestiegenen Preise sowie die zu erwartenden weiteren Preissteigerungen können z.T. in neue Projekte eingepreist werden, was zu einer Chance führt, sollte sich die Preissituation kurz- bis mittelfristig stabilisieren oder gar rückläufig entwickeln. Gleiches gilt für die vorgesehenen Lieferzeiten. Sollte sich die Lage am Markt entspannen, könnten Projekte z.T. frühzeitig realisiert werden. Unsere SHEQ-Prozesse (Safety, Health, Environment, Quality) sind darauf ausgerichtet, mögliche Sicherheits-, Gesundheits- oder Umweltrisiken aus dem Umgang mit unseren Produkten, insbesondere mit Gasen, durch die Aufrechterhaltung sehr hoher Sicherheitsstandards zu vermeiden. Dies gilt ebenso für Risiken bei Produktions-, sonstigen Verarbeitungs- und Transportprozessen. Nichtsdestoweniger besteht für potentielle Schadensfälle angemessener Versicherungsschutz. Gleichzeitig werden Chancen genutzt, die sich positiv auf Sicherheit, Gesundheit und Umwelt auswirken. Dazu zählt ein starkes Engagement bzgl. Klimafreundlichkeit und Dekarbonisierung. In zunehmendem Maße werden Fördermaßnahmen z.B. im Bereich des grünen Wasserstoffs genutzt. Insgesamt ergeben sich keine Risiken, die entweder bestandsgefährdend sind oder einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Konzerns haben. Chancen ergeben sich für den Konzern insgesamt vor allem aus neuen technologischen Entwicklungen und positiven konjunkturellen Einflüssen in den verschiedenen Bereichen. 6. PrognoseberichtDie Prognose des internationalen Prognoseinstituts Consensus Economics Inc. geht im März 2023 davon aus, dass das weltweite Bruttosozialprodukt im Jahr 2023 um 2,0 % steigen und das inländische etwa auf dem Niveau des Vorjahres stagnieren (+/- 0,0 %) wird. Die Produktion im inländischen produzierenden Gewerbe soll in 2023 sogar im Jahresmittel um 0,1 % sinken. Die inländische Inflationserwartung liegt im Mittel für 2023 bei 6,0 %. Sowohl der Russland-Ukraine-Krieg als auch die durch die Covid-19-Pandemie bedingte, aufgestaute Konsumnachfrage führen in Kombination mit Verzögerungen in den wichtigsten internationalen Lieferketten und Transportwegen zu einem deutlichen Preisanstieg im Bereich Energie sowie bei vielen Rohstoffen und industriellen Vorprodukten. Der Bereich Large Industries steht wie die gesamte Industrie in Deutschland durch die hohen Energiepreise und die geopolitische Entwicklung in der Ukraine im Zusammenspiel mit Russland in 2023 stark unter Druck. Unsere Kunden der Stahlindustrie und Chemieindustrie müssen weiter mit Kostenanstiegen und Lieferengpässe der Rohstoffe rechnen und sich auf dem Weltmarkt behaupten. Geringere Produktionen führen auch bei Air liquide zu weniger abgenommenen Gasprodukten aus unseren Anlagen. Hinzu kommen stark gestiegene Energiepreise unsererseits, die an den Kunden weitergegeben werden. Wir erwarten weiterhin hohe Energiepreise und stabile Umsätze und aufgrund des robusten wirtschaftspolitischen Umfeldes eine stabile und konstante Abnahme unserer Gasvolumina, welche vergleichbar sind zum Jahr 2022. In diesem Sinn wird von einer konstanten Nachfrage innerhalb der Stahlindustrie ausgegangen. Derselbe Trend ist auch bei den Kunden in der chemischen und petrochemischen Industrie zu erwarten. Im On-Site-Bereich zeichnen sich Merkmale der Erholung ab und es wird ein leicht wachsendes Geschäft erwartet. Auch die Erwartungen des Absatzes im Bereich Wasserstoffpipeline liegen über den umgesetzten Volumen des Vorjahres. Der Absatz an Strom, Wärme und Kälte im Bereich der Energieversorgungscenter wird sich auf einem guten Niveau stabilisieren. Für die Synthesegasanlage erwarten wir eine stabile, jedoch niedrigere Auslastung als die Maximalkapazität. Es wird eine stabilere Produktion von Kohlenmonoxid und Wasserstoff für die Steam-Reformer-Anlage prognostiziert. Im Bereich Industrial Merchant erwarten wir wieder steigende Absatzmengen und Umsätze, sowohl für Bulk-Produkte als auch im Flaschengeschäft. Im Bereich Electronics gehen wir von einem einstelligen prozentualen Umsatzanstieg bei insgesamt verbesserten Geschäftsergebnissen aus. Das Geschäftssegment Healthcare leistet derzeit weiterhin einen wichtigen Beitrag in der Versorgung von Krankenhäusern und weiteren Gesundheitseinrichtungen mit medizinischem Sauerstoff zur Behandlung beatmungspflichtiger Covid-19 Patienten sowie auf dem Gebiet der respiratorischen Heimtherapie mit dem Vertrieb von medizinischen Geräten und Gasen sowie zugehörigen Serviceleistungen. Die VitalAire Gruppe ist in Deutschland seit vielen Jahren eine feste Größe im Marktsegment Homecare und richtet die Strategie weiter auf Serviceleistungen für respiratorische Patienten aus. Weiterhin stehen die Bereiche Infusion und außerklinische Intensivpflege mit im Focus des Unternehmens. Die Umsatzentwicklung unserer Homecare-Therapiebereiche wird in 2023 durch die Auswirkungen der allgemeinen Preissteigerungen, den Kostendruck der Krankenkassen wie auch durch die Stärke der Mitbewerber und den Grad des Fachkräftemangels in der Pflege beeinflusst. Insgesamt erwarten wir trotz der noch hohen Inflationsraten leichte Wachstumsraten beim Umsatz sowie eine leichte Verbesserung des Ergebnisses. Im Bereich des Vertriebes von medizinischen Gasen sowie von Anwendungen und Dienstleistungen rechnen wir im Umsatz zwar mit zweistelligen prozentuellen Wachstumsraten, aufgrund steigender Kosten jedoch insgesamt mit rückgängigen Geschäftsergebnissen. Im Bereich Engineering/Anlagenbau haben die steigenden Energiepreise und die Inflation, auch als Folge des Russland-Ukraine-Krieges, zu einem Einbruch der Konjunktur Vorhersagen und volatilen Verhältnissen sowohl am Kundenmarkt als auch auf dem Lieferantenmarkt geführt. Im Jahr 2022 hat sich der Auftragseingang für Projektstunden dennoch auf einem hohen Niveau bewegt, auch wenn Kundenentscheidungen für höhere Auftragseingänge teilweise verschoben oder sogar Projekte gestoppt wurden. Es konnten Verträge für Projekte in ihren Entwicklungsphasen, vermehrt in Bezug auf die Energiewende, geschlossen werden. Die für den Anlagenbau wichtigen Industrien wie Chemie/Raffinieren planen in großem Umfang die Umstellung auf "grüne" und alternative Produktionsprozesse mit erneuerbaren Einsatzstoffen sowie erweiterter Dekarbonisierung und legen diesbezügliche Investitionsprogramme auf. Entsprechende Konjunkturvorhersagen für 2023 zeigen eine positive Tendenz, auch im Rahmen von geförderten Projekten der Energiewende. Einige Risiken des Welthandels wie z.B. die weiteren Folgen von Sanktionen in Bezug auf Russland und diesbezügliche Handelsauswirkungen oder auch instabile Energiepreise und Inflation sind für das Jahr 2023 derzeit noch nicht klar abschätzbar. Zusätzlich ergibt sich, auch unterstützt durch staatliche Förderungen, die Möglichkeit, größere Lieferumfänge über die Projektentwicklungsphase hinaus zu platzieren. Zusammenfassend stellen wir einen andauernden, weltweit starken Markttrend fest, CO 2 Emissionen weiter zu reduzieren und mit umweltfreundlichen Gesamtlösungen die Energiewende voranzutreiben. Unser erweitertes Technologieportfolio bietet hierfür eine gute Basis. Auch für 2023 planen wir im Konzern insgesamt ein Investitionsvolumen im dreistelligen Millionenbereich. Unsere Bilanzstruktur sowie die starke Finanzposition der AIR LIQUIDE Gruppe, in die wir eingebunden sind, bilden eine solide Basis für die Zukunft. Für das Segment Gase und Service erwarten wir für 2023 insgesamt infolge weiter steigender Energiepreise einen starken Anstieg des Umsatzes. Für das Geschäftssegmentergebnis erwarten wir dagegen nur eine leichte Verbesserung im einstelligen prozentualen Bereich, insbesondere aufgrund einer weiterhin hohen Inflation und hoher Energiepreise. Im Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau haben wir in 2022 trotz der Auswirkungen der pandemischen Situation und des Russland-Ukraine-Krieges einen gleichbleibenden Zugang an Projektstunden realisiert. Zuvor war das Jahr aufgrund der verschiedenen globalen Krisen durch Verzögerungen und den Aufschub von Investitionsentscheidungen geprägt. Positive Nachricht hierbei ist die Tatsache, dass es gelungen ist, auch im Rahmen von in der Energiewende geförderten Projekten, unser Technologieportfolio in geplanten Projekten zu platzieren und diese zu Ihrer Investitionsentscheidung weiter voranzutreiben. Für das Jahr 2023 planen wir auf Basis aussichtsreicher Projekte einen über alle Technologiebereiche verteilten Auftragseingang. Wir planen eine Steigerung des Auftragseingangs im Vergleich zu 2022, hierbei vor allem in Europa, USA aber auch in Fernost. Unsere Produktlösungen sowohl im Bereich "Erneuerbare Energien", Energiewende, Wasserstoff, "Green Chemicals and Fuels" als auch Methanol sind dabei führend. Unter der Voraussetzung einer akzeptablen Risikostruktur ist weiterhin geplant, der Gruppenstrategie von Air Liquide zu folgen und insbesondere auch EP(C) Pakete zu akquirieren, um die Anzahl der Abwicklungsstunden als auch das Einkaufsvolumen zu steigern. Hierfür sind einige Projekte bereits selektiert. Darüber hinaus erwarten wir Investitionsentscheidungen des Konzerns für Wasserstoff und Elektrolyse Anlagen insbesondere in Europa. Wir erwarten für das Jahr 2023 ein gegenüber dem Vorjahr gesteigertes Niveau an Realisierungen, was sich in einer Erhöhung der Umsätze niederschlägt. Andererseits beeinflusst diese Entwicklung die Profitabilität noch nicht unmittelbar. Für das Jahr 2023 liegt die Ergebnisplanung noch leicht unterhalb der Gewinnzone. Insgesamt planen wir für das nächste Geschäftsjahr insbesondere infolge steigender Energiepreise einen deutlichen Umsatzanstieg bei einer leichten Verbesserung des Konzernergebnisses.
Düsseldorf, 28. April 2023 Sebastian Jureczek, Geschäftsführer Philippe Vigue-Durrieu, Geschäftsführer Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzern-Anhang für das Geschäftsjahr 2022Allgemeine Hinweise(1) Allgemeine AngabenDer vorliegende Konzernabschluss der Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG (im Folgenden ALIG) wurde gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Die Gesellschaft ist im Handelsregister A des Amtsgerichts Düsseldorf unter HRA 17661 eingetragen. Zur Klarheit und Übersichtlichkeit haben wir einzelne Angaben in den Anhang übernommen. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung stellten wir nach dem Gesamtkostenverfahren auf. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der ALIG für das Geschäftsjahr 2022 werden im elektronischen Unternehmensregister veröffentlicht. Verbundene Unternehmen sind solche, die als Mutter- oder Tochterunternehmen in den Konzernabschluss des obersten Mutterunternehmens, der L'Air Liquide S.A., Paris/Frankreich, einzubeziehen sind. (2) KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss der ALIG sind neben dem Mutterunternehmen alle direkt und indirekt gehaltenen Tochterunternehmen einbezogen, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind oder besondere Ausschlussgründe vorliegen. Tochterunternehmen, an denen die ALIG mehr als 50 % der Anteile hält oder bei denen die ALIG einen beherrschenden Einfluss ausübt, werden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen, wenn diese einen operativen Geschäftsbetrieb ausüben. Im Geschäftsjahr ergaben sich folgende Änderungen: Mit Verschmelzungsvertrag vom 21. Juli 2022 wurde die Air Liquide Finance GmbH, Düsseldorf, mit Wirkung zum 1. Januar 2022 auf die Air Liquide Industriegase GmbH & Co KG, Düsseldorf, verschmolzen. Im Geschäftsjahr wurde die bisher aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns gemäß § 296 Abs. 2 HGB nicht konsolidierte Gesellschaft IC Home 24 GmbH, Hamburg ab dem 1. Januar 2022 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen. Mit Verschmelzungsvertrag vom 27. Juni, 30. Juni sowie 3. August 2022 wurden die Außerklinische Intensivpflege Silvia Hofbauer GmbH, Reisbach, Gstöttner und Oberbauer GmbH & Co. KG, Simbach am Inn, die Gstöttner Oberbauer Verwaltungs GmbH, Simbach am Inn, die Häusliche Intensiv Pflege Althoff GmbH, Bornheim und die Pro Sana Beatmungsservice GmbH, Eichendorf mit Wirkung zum 1. Januar 2022 auf die IC Home 24 GmbH, Hamburg, verschmolzen. Im Berichtsjahr wurde die Lurgi India International Services Private Limited, New Delhi, Indien auf die Air Liquide Global E&C Solutions India Private Limited, New Delhi, Indien verschmolzen. Die Verschmelzung wurde mit öffentlicher Registrierung vom 30. November 2022 wirksam. Durch Eintritt eines neuen Gesellschafters bei der H2 Mobility Deutschland GmbH & Co. KG, Berlin, verringert sich der dem Konzern zuzurechnende Anteil auf 16,21 %. Die Gesellschaft wird weiterhin At-Equity einbezogen, da ein wesentlicher Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft besteht. Aufgrund auch insgesamt untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist gemäß § 296 Abs. 2 HGB bzw. § 311 Abs. 2 HGB auf die Einbeziehung einzelner Tochterunternehmen bzw. assoziierter Unternehmen in den Konzernabschluss verzichtet worden. Bei den Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um nicht operative Gesellschaften bzw. Verwaltungsgesellschaften, deren nicht konsolidierte Umsatzerlöse unter 5 % von den Konzernumsatzerlösen ausmachen. Das nicht konsolidierte Ergebnis liegt insgesamt unter 5 % des Konzernergebnisses. Eine Übersicht über die einbezogenen Unternehmen, die assoziierten Unternehmen sowie die übrigen Beteiligungsunternehmen ist der Aufstellung des Anteilsbesitzes auf den letzten Seiten dieses Anhangs zu entnehmen. Dort ist zudem angegeben, welche Gesellschaften neben der ALIG selbst die Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 bzw. § 264 b HGB in Anspruch nehmen. Konsolidierungsgrundsätze(3) Grundlagen der KonsolidierungGrundlage für die Konsolidierung sind der Jahresabschluss der ALIG und die nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellten Abschlüsse der konsolidierten Unternehmen. (4) KonsolidierungsmaßnahmenKapitalkonsolidierungDie Kapitalkonsolidierung für Gesellschaften oder für zugekaufte Kapitalanteile, die erstmals konsolidiert wurden, erfolgte nach der Neubewertungsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten der Beteiligung mit dem neu bewerteten Eigenkapital zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung. Dabei wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als "Geschäfts- oder Firmenwert" und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Passivischer Unterschiedsbetrag" ausgewiesen. Der für die Bestimmung des Zeitwerts der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten und der für die Kapitalkonsolidierung maßgebliche Zeitpunkt ist grundsätzlich der, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Die Kapitalkonsolidierung für Gesellschaften oder für zugekaufte Kapitalanteile, die vor dem 1. Januar 2010 erstmals konsolidiert wurden, wurde ebenfalls nach der Neubewertungsmethode zum Erwerbszeitpunkt vorgenommen. Die zu aktivierenden Beträge ordneten wir dabei soweit wie möglich den betreffenden Aktivposten zu; die sich aus den Kapitalkonsolidierungen ergebenden Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von insgesamt MEUR 1.815 wurden abweichend von DRS 4 aber analog § 309 Abs. 1 Satz 3 HGB a. F. erfolgsneutral mit den Rücklagen verrechnet, ebenso wie nachträgliche Anschaffungspreisänderungen der konsolidierten Beteiligungen. Assoziierte Unternehmen werden nach der sogenannten Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen und nach § 312 HGB bewertet. Die Anteile am Jahresergebnis einschließlich der Abschreibungen auf die anteilig aufgedeckten stillen Reserven werden im Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen gezeigt. SchuldenkonsolidierungForderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden eliminiert, ebenso Eventualverbindlichkeiten. ZwischenergebniseliminierungSoweit in den zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Vermögensgegenständen wesentliche Zwischenergebnisse enthalten waren, wurden diese gemäß des § 304 Abs. 1 HGB erfolgswirksam eliminiert. Aufwands- und ErtragskonsolidierungSowohl die konzerninternen Umsatzerlöse als auch die anderen konzerninternen Erträge sind mit den auf sie entfallenen Aufwendungen verrechnet worden. Konzerninterne Aufwendungen und Erträge sind im Wesentlichen aus Produktlieferverträgen, Dienstleistungsverträgen, Finanzierungsgeschäften, Steuerumlageverträgen und Gewinnabführungsverträgen entstanden. Beteiligungserträge wurden eliminiert. SteuerabgrenzungSoweit sich aus den Konsolidierungsmaßnahmen wesentliche Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz ergeben, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, werden entsprechend § 306 HGB latente Steuern angesetzt. Sie werden unsaldiert ausgewiesen. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze(5) Deutsche Rechnungslegungs Standards (DRS)Die DRS wurden mit folgenden Ausnahmen angewendet: In Ausübung des gesetzlichen Wahlrechts des § 309 Abs. 1 HGB a. F. wurden abweichend von DRS 4 aus der Kapitalkonsolidierung resultierende Geschäfts- oder Firmenwerte, die vor dem 1. Januar 2010 erstmals konsolidiert wurden, erfolgsneutral mit den Rücklagen verrechnet. (6) Angewandte Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sind gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unverändert. Dies gilt auch für die in den Konzernabschluss einbezogenen verbundenen Unternehmen, deren Einzelabschlüsse einheitlich nach den von der Muttergesellschaft angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt worden sind. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert. Für Neubewertungen im Zusammenhang mit den Kapitalkonsolidierungen wurden Bewertungsgutachten zugrunde gelegt. Software wird über 3-5 Jahre, Lizenzen, Patente, Technologien und ähnliche Rechte werden über 3-50 Jahre abgeschrieben. Alle bestehenden Geschäfts- oder Firmenwerte werden linear über 5 bzw. 10 Jahre abgeschrieben. Die Nutzungsdauer basiert auf einer Einschätzung der zeitlichen Ertragsrückflüsse auf Basis der identifizierten Komponenten der Geschäfts- und Firmenwerte. Diese repräsentieren insbesondere Kundenstämme sowie das 'know-how' (Mitarbeiter, Prozesse), die im Rahmen des Erwerbs der Geschäftsbetriebe übernommenen wurden. Die Ertragspotentiale dieser Komponenten werden voraussichtlich über einen Zeitraum von 5 Jahren ausgeschöpft. Geschäfts- oder Firmenwerte, deren Nutzungsdauer nicht verlässlich geschätzt werden kann, werden gemäß § 253 Abs. 3 Satz 4 HGB über 10 Jahre abgeschrieben. Soweit die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden weiterhin außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Planmäßige Abschreibungen wurden abgesetzt. Die Abschreibung des Sachanlagevermögens erfolgt grundsätzlich nach der linearen Methode unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Nutzungsdauer. Den planmäßigen Abschreibungen liegen bei Gebäuden je nach Beanspruchung Nutzungsdauern in der Regel zwischen 6 und 78 Jahren zugrunde. Bei technischen Anlagen und Maschinen liegen die Nutzungsdauern zwischen 1 und 30 Jahren. Andere Betriebs- und Geschäftsausstattungen werden überwiegend über einen Zeitraum zwischen 1 und 40 Jahren abgeschrieben. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden weiterhin außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. In die Herstellungskosten der selbsterstellten Anlagen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Gemeinkosten und Abschreibungen des Fertigungsbereichs einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Zu- und Abgänge des Geschäftsjahres werden pro rata temporis abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter des Sachanlagevermögens werden, wenn die Anschaffungskosten EUR 250 netto nicht überschreiten, sofort als Aufwand der Berichtsperiode erfasst. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250,00 und bis zu EUR 1.000,00 wird das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird pauschalierend jeweils mit 20 % p. a. im Zugangsjahr und in den vier darauf folgenden Jahren abgeschrieben. Die Sammelposten sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Mit Ausnahme der Beteiligungen an assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, wird das Finanzanlagevermögen mit Anschaffungswerten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Anteile an assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden, enthalten neben erworbenen Anteilen anteilige Jahresüberschüsse. Anteilige Jahresfehlbeträge sowie Dividendenausschüttungen werden als Abgang erfasst. Wertpapiere und Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten oder zum Nennwert bzw. zu ihrem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Geleistete Anzahlungen sind zum Nennwert angesetzt. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Werten angesetzt, die sich aus dem Marktpreis am Abschlussstichtag ergaben. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit den Anschaffungskosten, die Fracht- und Zollkosten beinhalten, bewertet. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Leistungen erfolgt unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit den Herstellungskosten unter Berücksichtigung des Fertigungsgrades. Die in den unfertigen Erzeugnissen und Leistungen enthaltenen Aufträge für Dritte werden mit den angefallenen Herstellungskosten gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Abschlägen für drohende Verluste bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die Material- und Fertigungseinzelkosten, Sondereinzelkosten des Anlagenbaus sowie angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich angemessener Teile der fertigungsbedingten Abschreibungen. Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwendbarkeit sowie anderen Gründen ergaben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Die Emissionsberechtigungen von Gesellschaften werden bei freier Zuteilung bis zur Verwendung mit Erinnerungswerten bilanziert. Sofern eine Unterdeckung besteht, werden diese zu Anschaffungskosten über den Markt erworben. Für zum Stichtag bestehende Verpflichtungen für den Erwerb von Emissionsberechtigungen wird dies als Rückstellung unter Bezug der aktuellen Marktpreise abgebildet und erfolgt gemäß der Bewertungsmethoden der sonstigen Rückstellungen. Die CO 2 Emissionszertifikate wurden im Geschäftsjahr 2022 erstmals vollständig nach den allgemeinen Grundsätzen für die Bilanzierung von Emissionsberechtigungen bilanziert. Daraus resultierte eine Ergebnisauswirkung von TEUR 262. Im Wesentlichen erhöhte sich dadurch die Bilanzposition Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (TEUR 22.499). Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten wird durch die Bildung von angemessenen Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko wird durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. Dabei wird die Einfrierungsmethode, bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, angewandt. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die liquiden Mittel sind zum Nennwert angesetzt. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Der Posten ist mit den ursprünglichen Zahlungsbeträgen bewertet. Die Kapitalanteile der Kommanditistin sind zum Nennwert bilanziert. Der passivische Unterschiedsbetrag wird planmäßig über die gewichtete durchschnittliche Restnutzungsdauer der erworbenen abnutzbaren nicht monetären Vermögensgegenstände (15 Jahre) aufgelöst. Steuerlich bedingte Sonderposten sind im Konzernabschluss nicht enthalten. Im Sonderposten für Investitionszulagen und Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen wird die passivische Abgrenzung von gewährten Investitionszulagen und Investitionszuschüssen der öffentlichen Hand ausgewiesen. Die Auflösung erfolgt entsprechend der Nutzungsdauer der Wirtschaftsgüter. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach der Anwartschaftsbarwertmethode unter Verwendung der Richttafeln 2018 G ermittelt. Für die Abzinsung bei den inländischen Gesellschaften wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz aus den vergangenen 10 Jahren bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,79 % (Vj. 1,87 %) gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden mit 2,7 % bis 3,0 % und erwartete Rentensteigerungen mit bis zu 2,5 % berücksichtigt. Die Fluktuation wurde unternehmensindividuell mit Raten von bis zu 2,0 % berücksichtigt. In Anwendung des Wahlrechts nach Art. 75 Abs. 5 i.V.m. Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB wird der sich aus der Änderung der Rückstellungsbilanzierung durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) ergebende Zuführungsbetrag über den Höchstzeitraum von 15 Jahren zu mindestens einem Fünfzehntel verteilt. Darüber hinaus enthält die Position Rückstellungen für Verpflichtungen zu Rentenerhöhungen gemäß § 16 Abs. 3 BetrAVG, die im Rahmen von mittelbaren Pensionszusagen nicht durch die Pensionskasse gedeckt sind. Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet. Dabei wurde der nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelte Zeitwert von Rückdeckungsversicherungen beziehungsweise der Börsenpreis von Wertpapieren zum Stichtag angesetzt. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Erfüllung notwendig ist, d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Soweit die zugrunde liegende Verpflichtung einen Zinsanteil enthält, wurde die Rückstellung zum Barwert mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergangenen 7 Geschäftsjahre abgezinst. Die Verbindlichkeiten wurden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Der Posten ist mit den ursprünglichen Zahlungsbeträgen bewertet. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlust- und Zinsvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Dabei werden auch Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen beruhen, berücksichtigt, nicht jedoch Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. eines negativen Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung. Aktive und passive Steuerlatenzen werden nicht verrechnet. Für Gesellschaften des Organkreises wurde ein konzerneinheitlicher Steuersatz zugrunde gelegt. Die übrigen inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften bilanzieren latente Steuern mit dem jeweiligen unternehmensindividuellen Steuersatz. Die Posten nach § 274 HGB und § 306 HGB wurden zusammengefasst. (7) WährungsumrechnungAuf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip und das Anschaffungskostenprinzip beachtet. Die Aktiv- und Passivposten der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse wurden mit Ausnahme des Eigenkapitals zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Gezeichnetes Kapital, Rücklagen und Ergebnisvortrag wurden zu historischen Kursen angesetzt. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind mit dem Devisenkassamittelkurs des Jahres umgerechnet. Die sich ergebende Umrechnungsdifferenz ist innerhalb des Konzerneigenkapitals nach den Rücklagen unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. Nachstehende Wechselkurse wurden bei der Umrechnung der Einzelabschlüsse in fremder Währung angewendet:
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz(8) AnlagevermögenDie Entwicklung des Konzernanlagevermögens wird im Anlagespiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt. Im Geschäftsjahr 2007 fand die Akquisition des Geschäftssegments Engineering/ Anlagenbau durch den Erwerb der Lurgi Gruppe statt. Im Rahmen der Neubewertung für die Erstkonsolidierung der Lurgi Gruppe wurden von Lurgi entwickelte Patente und Technologien sowie die Markennamen "Lurgi" und "Zimmer" selbst bilanziert. Den Bewertungen lag ein auf den Erstkonsolidierungsstichtag erstelltes Gutachten zu Grunde. Zum Stichtag sind die Lurgi Patente und Technologien sowie der Markenname "Lurgi" voll abgeschrieben. Deren Restbuchwerte im Vorjahr betrugen TEUR 66 auf die Patente und Technologien sowie TEUR 775 auf den Markennamen. Im Geschäftsjahr wurden keine (Vj. TEUR 143) außerplanmäßigen Abschreibungen auf Vermögengegenstände des Sachanlagevermögens vorgenommen. Aus den Änderungen des Konsolidierungskreises ergeben sich im Geschäftsjahr Zugänge der Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von TEUR 22.402. Alle bestehenden Geschäfts- oder Firmenwerte werden linear zwischen 5 und 10 Jahre abgeschrieben. Unter Berücksichtigung der Abschreibungen des Geschäftsjahres in Höhe von TEUR 9.835 sowie außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von TEUR 18.208 ergibt sich zum 31. Dezember 2022 ein verbleibender Buchwert aller Geschäfts- oder Firmenwerte von TEUR 62.019. Die Geschäfts- und Firmenwerte resultieren aus Kapitalkonsolidierung. (9) FinanzanlagenDie Finanzanlagen setzen sich im Konzernabschluss im Wesentlichen aus Anteilen an verbundenen Unternehmen (TEUR 5.650, Vj. TEUR 29.450) sowie Anteilen an assoziierten Unternehmen (TEUR 16.562, Vj. TEUR 18.571) zusammen. Aufgrund voraussichtlich dauerhafter Wertminderung wurden im Geschäftsjahr Wertminderungen von TEUR 33 auf sonstige Ausleihungen vorgenommen. Zum 31. Dezember wird die JJ Lurgi Engineering SDN. BDH., Petaling Jaya/Malaysia, unverändert nach der Equity-Methode mit einem Buchwert von TEUR 5.891 bilanziert. Darüber hinaus wird die H2 Mobility Deutschland GmbH & Co. KG, Berlin, mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 10.671 bilanziert. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert und dem anteiligen Eigenkapital der assoziierten Unternehmen beträgt Null. Die von den assoziierten Unternehmen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen im Wesentlichen denen des Mutterunternehmens. Zugunsten der JJ-Lurgi Engineering SDN. BDH. bestehen Verpflichtungen aus Bürgschaften in Höhe von TEUR 22.987 (Vj. TEUR 22.889). (10) VorräteBei den unfertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Projekte im Großanlagenbau. Für diese Anlagen im Bau bestehen Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 10.035 (Vj. TEUR 7.654). (11) Forderungen und sonstige VermögensgegenständeForderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 0, Vj. TEUR 589) sowie in den sonstigen Vermögensgegenständen (TEUR 8.417, Vj. TEUR 9.742) enthalten. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten in Höhe von TEUR 219.232 (Vj. TEUR 69.352) Forderungen gegen Gesellschafter und betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 76.474 (Vj. TEUR 53.810) sowie sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 619.858 (Vj. TEUR 648.171). Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 947 (Vj. TEUR 690) sowie sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 11 (Vj. TEUR 8). (12) RücklagenDie Rücklagen die dem Mutterunternehmen als Eigenkapital zur Verfügung stehen, beinhalten zusätzliche freiwillige Einlagen, sowie Einstellungen im Rahmen der Gewinnverwendung. Entsprechend den Ausführungen unter (4) wurden die Geschäfts- oder Firmenwerte durch Zukäufe vor dem 1. Januar 2010 mit den Rücklagen verrechnet. Des Weiteren wurden im Vorjahr Konsolidierungsbuchungen im Eigenkapital (siehe "sonstige Veränderungen" im Konzern-Eigenkapitalspiegel) mit den Rücklagen verrechnet. Weiterhin werden gemäß DRS 22.24 Unterschiede zu dem Jahresabschluss des Mutterunternehmens für 2022 mit den Rücklagen verrechnet. (13) Eigenkapitaldifferenz aus WährungsumrechnungDie Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung resultiert aus der Umrechnung der konsolidierten Fremdwährungsabschlüsse. (14) Konzernjahresüberschuss der dem Mutterunternehmen zuzurechnen istDas Konzernjahresergebnis, das dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist, entspricht dem Ergebnis des Einzelabschlusses der Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG, Düsseldorf. Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals für 2022 geht aus dem Konzern-Eigenkapitalspiegel hervor. Die Konzernergebnisverwendungsrechnung ist diesem beigefügt. (15) Nicht beherrschende AnteileDieser Posten betrifft Anteile anderer Gesellschafter an der AIR LIQUIDE Deutschland GmbH, Düsseldorf, der BUSE GASE GmbH & Co. KG (im Folgenden BUSE KG), Bad Hönningen, der Energieversorgungscenter Dresden-Wilschdorf GmbH & Co. KG (im Folgenden EVC I), Dresden, der TRIGEN Beteiligungs GmbH, Düsseldorf, der Zweite Energieversorgungscenter Dresden-Wilschdorf GmbH & Co. KG (im Folgenden EVC II), Dresden und der Beijing Lurgi Engineering Consulting Company Limited, Peking, China (im Folgenden Beijing Lurgi). (16) Passivischer UnterschiedsbetragIn 2013 wurde der restliche Minderheitenanteil einer zuvor nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft erworben und die Gesellschaft wurde Tochterunternehmen nach § 290 Abs. 1 HGB (sukzessiver Anteilserwerb). Der Übergang zur Vollkonsolidierung und die vollständige Neubewertung des Reinvermögens erfolgte zum 1. Oktober 2013. Nach Aufrechnung des um die Anschaffungskosten der erworbenen Beteiligungstranche erhöhten letzten Equity-Wertansatzes mit dem neu bewerteten Reinvermögen der Gesellschaft ergab sich ein passivischer Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 4.643. Der Unterschiedsbetrag wird planmäßig über die gewichtete durchschnittliche Restnutzungsdauer der erworbenen abnutzbaren Vermögensgegenstände (15 Jahre) aufgelöst. Die Auflösung betrug zum Beginn des Geschäftsjahres TEUR 2.531, im Geschäftsjahr wurden TEUR 306 in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Somit betrugen die Auflösungen zum Ende des Geschäftsjahres TEUR 2.837. (17) Sonderposten für Investitionszulagen und Investitionszuschüsse zum AnlagevermögenIm Geschäftsjahr 2022 wurden TEUR 68 (Vj. TEUR 255) aufgelöst bzw. ausgebucht und TEUR 7.756 (Vj. TEUR 0) neu gewährte Investitionszuschüsse in den Sonderposten eingestellt. (18) RückstellungenDie Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für Anwartschaften und laufende Leistungen aus Altersversorgung gebildet. Durch die Ausübung des Wahlrechts nach Art. 75 Abs. 5 i.V.m. Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB besteht zum 31. Dezember 2022 eine Unterdeckung in Höhe von MEUR 6. Der Unterschiedsbetrag bei den Altersversorgungsverpflichtungen zwischen dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 10 Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 7 Jahren beträgt MEUR 23,1 (Vj. MEUR 30,5). Die Erfolgswirkungen aus der Änderung des Abzinsungszinssatzes werden im Finanzergebnis in den "Zinsen und ähnlichen Aufwendungen" ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2022 wurden Vermögensgegenstände und Altersversorgungsverpflichtungen in folgender Höhe verrechnet:
Die Steuerrückstellungen des Konzerns betreffen im Wesentlichen Gewerbesteuer. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle dem Grunde und ihrer Höhe nach ungewissen Verbindlichkeiten und erkennbaren Risiken. Sie betreffen insbesondere mitarbeiterbezogene Verpflichtungen (Jahresboni, Urlaubsentgelte, Jubiläumszuwendungen, Restrukturierungsaufwendungen), nachlaufende Kosten für langfristige Projekte im Großanlagenbau, vertragliche Rückbauverpflichtungen, Verpflichtungen aus ausstehenden Eingangsrechnungen, Emissionszertifikaten und Garantieverpflichtungen. (19) Aktive latente Steuern / Passive latente SteuernDer Berechnung für aktive und passive latente Steuern wurden für inländische Steuern unternehmensindividuelle Steuersätze von 10,71 % bis 15,86 % zugrunde gelegt. Für ausländische Gesellschaften wurden unternehmensindividuelle Steuersätze zwischen 19,0 % und 33,22 % angesetzt. Die aktiven latenten Steuern beruhen vorwiegend auf Neubewertungen im Zusammenhang mit den Kapitalkonsolidierungen, Differenzen zwischen der Steuer- und der Handelsbilanz sowie der Konsolidierung von Zwischengewinnen. Sie beziehen sich im Wesentlichen auf Unterschiedsbeträge bei den immateriellen Vermögensgegenständen sowie bei den Rückstellungen. Zum Bilanzstichtag werden TEUR 88.823 aktive latente Steuern ausgewiesen. Im Geschäftsjahr hat sich ein Anstieg in Höhe von TEUR 21.191 ergeben. Die passiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus Anpassungen aufgrund der im Konzernabschluss gültigen einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sowie aus Neubewertungen im Zusammenhang mit den Kapitalkonsolidierungen. Die passiven latenten Steuern betreffen überwiegend Unterschiedsbeträge bei den immateriellen Vermögensgegenständen und im Sachanlagevermögen. Zum Bilanzstichtag werden TEUR 30.586 passive latente Steuern ausgewiesen. Im Geschäftsjahr hat sich ein Anstieg in Höhe von TEUR 8.221 ergeben. (20) Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten in Höhe von TEUR 34.774 (Vj. TEUR 29.278) Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und betreffen in Höhe von TEUR 155.340 (Vj. TEUR 75.156) solche aus erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen, in Höhe von TEUR 105.500 (Vj. TEUR 73.065) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie in Höhe von TEUR 85.462 (Vj. TEUR 54.471) sonstige Verbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen solche aus erhaltenen Anzahlungen in Höhe von TEUR 175 (Vj. TEUR 171) und aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 752 (Vj. TEUR 47) und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 6 (Vj. TEUR 4). Von den sonstigen Verbindlichkeiten betreffen TEUR 662 (Vj. TEUR 347) Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sowie TEUR 25.080 (Vj. TEUR 94.376) solche aus Steuern. (21) HaftungsverhältnisseHaftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von MEUR 265,6; davon betreffen MEUR 61,6 verbundene Unternehmen und MEUR 23,0 assoziierte Unternehmen. Gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen wurden Patronatserklärungen, nach denen Verluste bis zu einer Höhe von MEUR 1,6 auszugleichen sind, abgegeben. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird aufgrund der guten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betreffenden Tochterunternehmen sowie der betreffenden Dritten als gering eingeschätzt. (22) Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle VerpflichtungenAn außerbilanziellen Geschäften liegen insbesondere Operating-Leasing-Verträge über die Nutzung von Sachanlagen vor. Dem Vorteil des über die Laufzeit verteilten Liquiditätsabflusses steht das Risiko der Bindung an eine bestimmte Laufzeit gegenüber. Aus Miet-, Kauf- und Leasingverträgen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von MEUR 104,2. Aus Wartungs- und sonstigen Verträgen ergeben sich Zahlungsverpflichtungen in Höhe von MEUR 4,3 (davon gegenüber verbundenen Unternehmen MEUR 2,4). Zusätzlich resultieren Verpflichtungen aus Bestellobligo in Höhe von MEUR 335,1 (davon gegenüber verbundenen Unternehmen MEUR 64,7). Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Bezugsverträgen für Stromlieferungen in Höhe von MEUR 169,7 (davon gegenüber verbundenen Unternehmen MEUR 159,5), aus langfristigen Bezugsverträgen für Gase in Höhe von MEUR 21,8 und aus Kaufverpflichtung in Höhe von MEUR 30,7. Insgesamt belaufen sich die sonstigen finanziellen Verpflichtungen folglich auf MEUR 665,8 (Vorjahr MEUR 650,0). Einzelne Konzerngesellschaften treten ausgewählte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf revolvierender Basis an eine Factoring-Gesellschaft ab. Durch die Abtretung ergeben sich zusätzliche, flexible Liquiditätsspielräume. Dem stehen die Kosten für die erhaltene Factoring-Leistung (Finanzierungsfunktion, Übernahme des Delkredere-Risikos) gegenüber. Zum Bilanzstichtag sind Forderungen in Höhe von MEUR 138,8 (Vj. MEUR 93,7) abgetreten. (23) Derivative FinanzinstrumenteDer ALIG-Konzern unterliegt im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit finanziellen Währungsänderungsrisiken. Ziel des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements ist es, diese finanziellen Risiken zu reduzieren. Die Währungsrisiken entstehen aus der operativen Tätigkeit durch den Ein- und Verkauf von Anlagen und Erzeugnissen sowie von Darlehen in ausländischer Währung im Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau sowie aus der operativen Tätigkeit durch den Ein- und Verkauf von Waren im Geschäftsbereich Gase und Service. Die Zinsänderungsrisiken resultieren aus Gebühren für die Abtretung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an eine Factoring-Gesellschaft, deren Höhe an die Entwicklung des monatlichen Euribors (Euro Interbank Offered Rate) gebunden ist. Zur Absicherung der Währungs- und Zinsänderungsrisiken werden derivative Finanzinstrumente (Devisentermingeschäfte) mit der Air Liquide Finance S.A., Paris, Frankreich, abgeschlossen. Air Liquide Finance S.A. ihrerseits schließt mit Banken deckungsgleiche Devisentermingeschäfte ab. Alle derivativen Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung von zugrunde liegenden Geschäftsvorfällen eingesetzt, Spekulationsgeschäfte sind nicht zulässig. Dabei werden Währungsrisiken durch so genannte Micro-Hedges, bei denen das aus einem Grundgeschäft resultierende Risiko unmittelbar durch entsprechende Devisentermingeschäfte abgesichert wird, eingesetzt. Im Geschäftssegment Engineering/Anlagenbau wird zur Sicherung künftiger Geldeingänge und -ausgänge in Fremdwährung, die heute bereits vertraglich fixiert sind, in der Regel eine so genannte 'Roll-over-Strategie' angewendet. Die zum 31. Dezember 2022 im Bestand befindlichen Devisentermingeschäfte weisen folgende Nominalwerte pro Währungseinheit auf:
Die Marktwerte der Derivate werden anhand von Kapitalmarktdaten zum Bilanzstichtag sowie geeigneter finanzmathematischer Bewertungsmodelle ermittelt. Soweit zu deren Ermittlung Zinssätze benötigt werden, werden die für die jeweilige Restlaufzeit der Derivate geltenden Marktzinssätze verwendet, wobei für die Bewertung der Devisentermingeschäfte das Discounted-Cashflow-Modell zur Anwendung kommt. Zum Bilanzstichtag betragen die positiven Marktwerte der Devisentermingeschäfte TEUR 5.175 und die negativen Marktwerte TEUR 10.706. Die Marktwerte der einbezogenen derivativen Finanzinstrumente entsprechen der Höhe des abgesicherten Risikos. Die zum 31. Dezember 2022 im Bestand befindlichen Devisentermingeschäfte zur Zinsabsicherung weisen für die nächsten 12 Monate Nominalwerte von monatlich jeweils Mio. 72 EUR auf (Vorjahr: Mio. 0 EUR). Da sich die Grund- und Sicherungsgeschäfte bezüglich der wesentlichen Parameter wie Fremdwährung, Betrag und - unter Berücksichtigung der geplanten Rollierungen - Fälligkeitsdatum entsprechen, wurden im Rahmen einer kompensatorischen Bewertung in jedem Einzelfall Bewertungseinheiten gebildet. Hieraus folgt, dass das Grund- und Sicherungsgeschäft eine Einheit bilden, die bilanziell gemeinsam bewertet werden. Der Umfang der gegenläufigen Zahlungsströme von Grund- und Sicherungsgeschäften gleicht sich über die vertragliche Laufzeit weitestgehend aus. Da es sich bei den zugrunde liegenden Geschäften um bilanzielle Bewertungseinheiten handelt, ergab sich bezüglich der kassakursbedingten Marktwertänderung der Derivate kein Rückstellungsbedarf. Im Falle der Sicherungen mittels Roll-over-Strategie wird lediglich die kassakursbedingte Wertänderung der Sicherungsinstrumente noch nicht erfasst, die terminkomponentenbedingte Wertänderung wird sofort imparitätisch in der Gewinn- und Verlustrechnung und falls erforderlich als Drohverlustrückstellung eingestellt. Zum Zeitpunkt der Fälligkeit eines Devisentermingeschäfts, bei dem das zugrunde liegende Grundgeschäft noch nicht ergebniswirksam geworden ist, wird der Abrechnungserfolg im aktiven bzw. passiven Rechnungsabgrenzungsposten erfasst, bis das zugrunde liegende Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Für die Fremdwährungsgeschäfte werden prospektive und retrospektive Tests unter Heranziehung der 'Dollar-Offset-Methode' durchgeführt. Wesentlicher Einflussfaktor sind hierbei Kursschwankungen. Die Fremdwährungsgeschäfte des ALIG-Konzerns beinhalten Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie fest kontrahierte Transaktionen in Fremdwährung aus dem Projektgeschäft. Die nachfolgend genannten Grundgeschäfte sind in die Bewertungseinheit einbezogen:
Die Beträge für die schwebenden Geschäfte sowie die mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen betreffen Zahlungseingänge und -ausgänge aus laufenden Projekten. Die Fremdwährungseinzahlungen resultieren aus der vertraglichen Verpflichtung des Kunden für Projekte, für welche der ALIG Konzern noch Leistungen erbringen wird. Die Fremdwährungsauszahlungen betreffen im Wesentlichen Bestellungen für Ingenieurleistungen und sonstige bezogene Drittleistungen, welche der ALIG Konzern gegenüber seinen Lieferanten eingegangen ist oder in naher Zukunft eingehen wird. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung(24) UmsatzerlöseDie Aktivitäten des ALIG Konzerns sind nach seinen spezifischen Produkten und Dienstleistungen in die Geschäftssegmente Gase und Service sowie Engineering/ Anlagenbau unterteilt. Das Segment Gase und Service umfasst die Business Lines Large Industries, Industrial Merchant, Electronics und Healthcare. Im Segment Engineering/ Anlagenbau werden Anlagen zur Erzeugung von Industriegasen sowie Anlagen für die Sektoren der konventionellen, erneuerbaren und alternativen Energien entwickelt, geplant und gebaut.
(25) Sonstige betriebliche ErträgeIn den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 18.890 (Vj. TEUR 10.084), Erträge aus Versicherungserstattungen TEUR 14.602 T€ (Vj. TEUR 0), Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 4.128 (Vj. TEUR 213), Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 3.179 (Vj. TEUR 3.318) sowie sonstige periodenfremde Erträge von TEUR 1.287 (Vj. TEUR 1.350) enthalten. Aus der Entkonsolidierung von Konzerngesellschaften, ergaben sich Erträge von außergewöhnlicher Bedeutung in Höhe von TEUR 18.413 (Vj. TEUR 20.816). Darüber hinaus beinhaltet die Position Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszulagen und Investitionszuschüsse in Höhe von TEUR 68 (Vj. TEUR 110). (26) Sonstige betriebliche AufwendungenIn den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen, insbesondere aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens, von TEUR 2.596 (Vj. TEUR 2.377) sowie sonstige periodenfremde Aufwendungen von TEUR 2.015 (Vj. TEUR 953) enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten darüber hinaus Aufwendungen in Höhe von TEUR 2.797 (Vj. TEUR 2.804) resultierend aus der Anwendung der Übergangsvorschrift des BilMoG (Art. 75 Abs. 5 i. V. m. Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB) bezüglich der Bewertung der Pensionsrückstellungen, nach der die Unterschiedsbeträge bis spätestens zum 31. Dezember 2024 in jedem Geschäftsjahr zu mindestens einem Fünfzehntel erfolgswirksam zu erfassen sind. (27) Steuern vom Einkommen und vom ErtragZwischen der ALIG als steuerlicher Organträgerin und ihren direkten Tochtergesellschaften AIR LIQUIDE Deutschland GmbH und AIR LIQUIDE Advanced Technologies GmbH, alle Düsseldorf, sowie der AIR LIQUIDE Forschung und Entwicklung GmbH, und der Air Liquide Global E&C Solutions Germany GmbH, beide Frankfurt, bestehen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge. Die AIR LIQUIDE Deutschland GmbH und die Air Liquide Global E&C Solutions Germany GmbH haben mit den meisten ihrer direkten inländischen Tochtergesellschaften ebenfalls Ergebnisabführungsverträge abgeschlossen. Als Ertragsteuer fällt für den Organkreis der ALIG die Gewerbesteuer an. Für inländische Gesellschaften außerhalb des steuerlichen Organkreises der ALIG werden je nach Rechtsform Gewerbe- und Körperschaftsteuer berücksichtigt. Für Gesellschaften im Ausland werden vergleichbare ertragsabhängige Steuern ausgewiesen. Sie werden nach den für die einzelnen Gesellschaften maßgeblichen Steuervorschriften ermittelt. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten latente Steuererträge von TEUR 12.213 (Vj. TEUR 7.880). Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten periodenfremde Aufwendungen von TEUR 1.363 (Vj. TEUR 3.859). Der Unterschied zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand und dem rechnerischen Steueraufwand, der sich bei einem gewichteten Steuersatz für den ALIG Konzernabschluss von 15,76 % (Vj. 14,81 %) ergeben würde, resultiert insbesondere aus den periodenfremden Aufwendungen, aus permanenten Differenzen sowie aus Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen. (28) Anteile anderer Gesellschafter am JahresüberschussDie Ergebnisanteile anderer Gesellschafter betreffen die Anteile außenstehender Gesellschafter der AIR LIQUIDE Deutschland GmbH, der BUSE KG, der EVC I und EVC II, der TRIGEN Beteiligungs GmbH sowie der Beijing Lurgi. (29) Erläuterungen zur Konzern-KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung des Konzerns wird gemäß DRS 21 erstellt. Sie ist nach den Zahlungsströmen aus Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Der Finanzmittelfonds beinhaltet den Kassenbestand, die Guthaben bei Kreditinstituten, kurzfristige Finanzmittelanlagen mit einer Laufzeit von bis zu 3 Monaten sowie die Cash-Pool-Bestände, die keiner Wertschwankung unterliegen. Bei den flüssigen Mitteln bestehen keine Verfügungsbeschränkungen. Ergänzende Angaben(30) Angaben zum KonzernabschlussprüferhonorarFür das Geschäftsjahr wurde von dem Konzernabschlussprüfer ein Gesamthonorar in Höhe von TEUR 783 (Vj. TEUR 713) berechnet:
(31) GeschäftsführungDie Geschäftsführung obliegt der Air Liquide Industriegase Management GmbH, Düsseldorf, vertreten durch ihre Geschäftsführer: David Maloney, Frankfurt am Main, MBA, (bis zum 31. Dezember 2022), Sebastian Jureczek, Eichenzell, Diplom-Ingenieur, Philippe Vigue-Durrieu, Düsseldorf, Master in Business Administration. Für die Geschäftsführung und die Übernahme der persönlichen Haftung erhält die Komplementärin einen Betrag in Höhe von 10 % ihres Stammkapitals (32) MitarbeiterDurchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:
(33) Persönlich haftende GesellschafterinPersönlich haftende Gesellschafterin der ALIG ist die Air Liquide Industriegase Management GmbH, Düsseldorf, mit einem gezeichneten Kapital in Höhe von TEUR 25. Sie hat keine Einlage geleistet. (34) NachtragsberichtVorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, haben sich nicht ergeben. (35) GewinnverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung schlägt vor den Jahresüberschuss der Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG des Geschäftsjahres 2022 den Gesellschaftergewinnrücklagekonten gutzuschreiben. (36) KonzernverhältnisseDie Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG, Düsseldorf stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf, der im elektronischen Unternehmensregister veröffentlicht wird. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der obersten Konzerngesellschaft L'Air Liquide S.A., Paris/Frankreich, einbezogen. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich und wird ebenfalls elektronisch auf der Internetseite der Konzerngesellschaft (www.airliquide.com/investors) veröffentlicht.
Düsseldorf, 28. April 2023 Sebastian Jureczek, Geschäftsführer Philippe Vigue-Durrieu, Geschäftsführer Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31.12.2022
1) Mit der Gesellschaft besteht ein
Ergebnisabführungsvertrag
Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31.12.2022In Tsd. Euro
1) Mit der Gesellschaft besteht ein
Ergebnisabführungsvertrag
Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2022
Konzern-Kapitalflussrechnung für 2022
Entwicklung des Konzerneigenkapitals für 2022
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG, DüsseldorfPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG, Düsseldorf, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Air Liquide Industriegase GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 28. April 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Antje Schlotter, Wirtschaftsprüferin ppa. Katharina Jagielski, Wirtschaftsprüferin |
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