Energie
Vorpommern GmbH
Trassenheide
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
Lagebericht
I. Grundlagen der Energie Vorpommern GmbH
1. Geschäftsmodell der Energie Vorpommern
GmbH
Die Energie Vorpommern GmbH (EVP) wurde 1991 von der
Stadt Grimmen, Stadt Gützkow, Kreisverwaltung Wolgast
und Hamburger Gaswerke GmbH gegründet. 1992 erfolgte
eine Erhöhung des Stammkapitals und der Beitritt
weiterer Gesellschafter (Gemeinden: Ahlbeck, Bansin,
Heringsdorf, Karlsburg, Karlshagen, Koserow, Loddin,
Trassenheide, Ückeritz, Zempin und Zinnowitz).
Die Energie Vorpommern GmbH versorgt ihre Kunden in der
Region Vorpommern seit über 30 Jahren mit Erdgas. Dabei
wurde hauptsächlich das Gasverteilnetz im Eigentum der
Tochtergesellschaft Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH
genutzt. Kundenverluste durch den Wettbewerb im eigenen Netz
werden durch den Vertrieb außerhalb des Netzgebietes
ausgeglichen. Damit werden verstärkt auch die Gasnetze
weiterer Netzbetreiber in Mecklenburg-Vorpommern zur
Versorgung der Kunden herangezogen. Zusätzliche
Dienstleistungsangebote bestehen im Bereich von vorhandenen
und regelmäßig neu errichteten dezentralen
Wärmeversorgungsanlagen.
Auf der Grundlage von Kundennachfragen hat die GmbH im
Jahr 2015 begonnen, einen Stromvertrieb aufzubauen und dieses
Angebot in den letzten Jahren kontinuierlich weiter
ausgebaut. Um diese Leistungen entsprechend darzustellen,
wurde die Geschäftsführung mit der Umsetzung der
Umbenennung von ehemals Gasversorgung Vorpommern GmbH zu
Energie Vorpommern GmbH und der damit notwendigen Anpassung
des Gesellschaftervertrages beauftragt.
Seit dem 23.11.2016 gehören zum Gegenstand des
Unternehmens die Lieferung, Beschaffung und die Erzeugung von
Gas, Strom und Wärme und die Beteiligung an Unternehmen,
deren Gegenstand der Betrieb von Energienetzen ist.
Die EVP hat in größerem Umfang
Dienstleistungen von der SERVICE plus GmbH aus
Neumünster bezogen.
1.
Ziele und Strategien
Die Strategie der EVP muss sich einerseits an der
fortschreitenden Entwicklung der Energiewende und
andererseits am demografischen Wandel der Region orientieren.
Die EVP setzt verstärkt auf den Vertrieb der Marke
PeeneStrom und arbeitet verstärkt an der Kundenakquise
im Bereich Strom und Erdgas zum Ausgleich des demografischen
Wandels und zum Ausgleich wettbewerblicher Kundenverluste.
Die Aktivitäten des Vertriebes und der kundennahe
Service der EVP bilden dabei das Fundament für eine
erfolgreiche Kundenbindung. Gleichzeitig ist die EVP
bestrebt, weitere innovative Geschäftsfelder in Bezug
auf Wärmeversorgung und Erneuerbarer Energien sowie
E-Mobilität zu erschließen. Auf dieser Basis wird
es der EVP gelingen, ihre etablierte Stellung als "Regionaler
Energieversorger" zu halten und durch die Vernetzung in der
Region sowie durch die bisher sehr gute Zusammenarbeit mit
den kommunalen Gesellschaftern diese Basis für die
Entwicklung neuer Energiekonzepte zur Einhaltung der
Klimaziele der Bundesregierung und damit auch zur
Stabilisierung ihrer Marktstellung zu nutzen. Mit Blick auf
die weitere Entwicklung der Gesellschaft, insbesondere unter
dem Einfluss der Reduzierung fossiler Energieträger,
wird der Fokus der Gesellschaft auf einen verstärkten
Vertrieb von elektrischer Energie und die Umsetzung
Erneuerbarer Energien-Projekte neu ausgerichtet. Weiterhin
sind Aktivitäten im Bereich Wärmeversorgung mittels
unvermeidbarer industrieller Abwärme angelaufen. In
diesem Zusammenhang ist die EVP ebenfalls im Bereich der
kommunalen Wärmeplanung tätig, mit dem Ziel, neue
Wärmesenken für sich zu erschließen.
Die Ergebnisse aus dem Jahr 2023 zeigen die positive
Entwicklung der Gesellschaft in einem erneut
energiewirtschaftlich herausfordernden Jahr.
Mit dem Jahr 2023 geht aus energiewirtschaftlicher
Sicht ein weiteres ereignis- und facettenreiches Kapitel zu
Ende. Anfangs stand vielerorts noch die Überwindung der
Energiepreiskrise in Folge der ausbleibenden Gaslieferungen
aus Russland im Vordergrund. Eine rege Debatte um
die steigenden Energiekosten entfachte sich und
ließ Themen wie die Preisbremse und deren
Umsetzung dominieren.
Im ersten Jahr nach dem Ausbruch der Energiekrise hat
sich die deutsche Energiewirtschaft erfolgreich stabilisiert
und zeigte sich sehr robust. Zusätzliche Gaslieferungen
aus Westeuropa und zuverlässige LNG-Importe sorgten
für eine gesicherte Gasversorgung. Seit Beginn 2023
sanken die Energiepreise wieder, lagen aber immer noch
deutlich über dem Vorkrisenniveau.
Im Zuge der Energiekrise mit drohender Gasmangellage
zeigte sich die langfristige Beschaffung bei existenziell
wichtigen Handelspartnern mit direkten Importverträgen
wie Sefe (wingas) oder uniper von besonderer Bedeutung. Die
lokale Präsenz der EVP wurde von den verunsicherten
Kunden sehr geschätzt, denn sie bot einen sicheren
Anlaufpunkt, um Fragen und Sorgen zu adressieren.
Ein zentraler Schwerpunkt unserer strategischen Arbeit
bleibt die Verbesserung unserer
Wettbewerbsfähigkeit in einem wieder zunehmenden
Wettbewerbsumfeld, das durch aggressive, kurzfristig
angepasste Preise, hohe Neukundenboni und
"Haustürgeschäfte" etablierter Energieversorger im
Bereich Neukunden geprägt ist.
Der Personalaufbau im Außendienst und die
Organisation des Backoffice wurden abgeschlossen. Mit einem
festen Personalbestand wollen wir die Stabilisierung im
Endkundengeschäft fortsetzen und über die
persönliche Betreuung eine noch stärkere
Kundenbindung erreichen. Die Expansion in weitere Regionen
von Vorpommern und Mecklenburg zur Vermarktung unserer
Produkte werden wir fortsetzen. Als Kernpunkte sehen wir
dabei unsere Kundenbüros (ENERGIE-Punkte) in den
Städten Wolgast, Anklam, Greifswald und den
Kaiserbädern. Für den Einsatz im regionalen Bereich
haben wir seit 2019 ein Info-Mobil, das in
regelmäßigen Abständen in der Region zum
Einsatz kommt, um die Arbeit der ENERGIE-Punkte zu
unterstützen.
Im Laufe des Jahres konnte die zunächst noch stark
eingeschränkte Vertriebspräsenz der
Außendienstmitarbeiter im regionalen und
überregionalen Gas- und Stromgeschäft mit
Geschäftskunden wieder voll aufgenommen werden. Die
Mitarbeiter hatten regelmäßigen Kontakt zu den
Kunden, um trotz der schwierigen Beschaffungssituationen neue
Angebote zu legen und anfallende Probleme zu lösen. Wir
sind überzeugt, durch diese Unterstützung in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten bei den Kunden einen
Vertrauensbonus gewonnen zu haben, der uns bei einem
intensiver und rauer werdenden Wettbewerb künftig einen
Vorteil bietet.
3. Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft tätigt derzeit keine
Produktentwicklungen.
II.
Wirtschaftsbericht
1.
Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene
Rahmenbedingungen
Der Primärenergieverbrauch in Deutschland ist im
Jahr 2023 um 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresverbrauch
gesunken. Wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG
Energiebilanzen) in ihrem Jahresbericht schreibt, fiel der
Energieverbrauch damit auf den niedrigsten Stand seit der
Wiedervereinigung. Den größten Einfluss auf den
Rückgang des Energieverbrauchs hatte die
zurückgehende wirtschaftliche Leistung in Deutschland.
Vor allem die energieintensiven Industriezweige verzeichneten
Produktionsrückgänge, was spürbare
Auswirkungen auf den Energieverbrauch hatte. Ein weiterer
Faktor waren die immer noch auf einem hohen Niveau liegenden
Energiepreise. Verbrauchssenkend wirkte im Jahr 2023
zusätzlich die im Vergleich zum Vorjahr noch
wärmere Witterung.
Das Versorgungsgebiet der EVP ist stark vom Hotel- und
Gastronomiesektor sowie von Privatkunden mit
Ferienhäusern geprägt. Das preisbereinigte
Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach ersten
Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3
Prozent niedriger als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug
der Rückgang der Wirtschaftsleistung 0,1 Prozent. Die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland stockte im
Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld. Die
trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor
hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die
Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige
Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine
geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Durch den Krieg
in der Ukraine, den vergleichsweise hohen Energiepreisen und
die Rekordinflation gab es aber hohe Unsicherheiten, die auch
im Jahr 2023 dämpfend auf diesen Sektor einwirkten.
Die politischen und regulatorischen Vorgaben sowie
Marktentwicklungen bilden die Rahmenbedingungen der
Energiewirtschaft, die regelmäßig durch
wettbewerbsorientierte Maßnahmen beeinflusst wird.
Deutschlands Weg zur Klimaneutralität ist im
Klimaschutzgesetz vorgezeichnet. Nach dem Urteil des
Bundesverfassungsgerichts vom 29. April 2021 und mit Blick
auf das neue europäische Klimaziel 2030 hat der
Bundestag hat am Freitag, 24. Juni 2022, den Gesetzentwurf
der Bundesregierung "zur Änderung des
Energiewirtschaftsrechts im Zusammenhang mit dem
Klimaschutz-Sofortprogramm und zu Anpassungen im Recht der
Endkundenbelieferung" (20/1599, 20/1977, 20/2137 Nr. 6)
gebilligt. Um die Klimaschutzziele aus dem Übereinkommen
von Paris zu erreichen, will Deutschland spätestens im
Jahr 2045 klimaneutral sein. Neben dem Ausbau der
erneuerbaren Energien ist dafür auch der Ausbau der
Stromnetze von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus ist
mit Blick auf die Sektorenkopplung ein Ausbau der
Elektromobilität und damit verbundener
Ladeinfrastrukturaufbau aber auch eine Elektrifizierung des
Wärmesektors zwingend erforderlich.
Mit diesen Maßnahmen wird sich die fossile
Energie verteuern und damit aus dem Markt verdrängt. Die
Kopplung der Sektoren mit Hilfe von bestimmten
energieeffizienten Technologien wie
Wärmepumpenheizungen, KWK-Anlagen oder Elektroautos wird
eine deutliche Senkung des Erdgasverbrauchs zur Folge haben.
Ein weiterer steter Begleiter der Berichterstattung in
den Medien war im vergangenen Jahr natürlich auch die
Versorgung mit LNG. Deutschland will seine
Importkapazitäten für Flüssigerdgas (LNG) in
den kommenden Jahren so stark ausbauen wie nur wenige andere
Staaten. Deutschland plant langfristig mit Kapazitäten
von 69 Milliarden Kubikmetern. Das sind mehr als die von der
Bundesregierung im März geschätzten 54 bcm. So oder
so befindet sich Deutschland damit unter den
größten vier Zubauern von LNG-Terminals - zusammen
mit China, Vietnam und Indien. Umweltschützer
kritisieren, dass Deutschland sich so noch für
viele Jahre auf die Nutzung großer Mengen
klimaschädlichen Erdgases festlegt und so die weltweite
Förderung fossiler Rohstoffe weiter anheizt. Dennoch
scheint es unvermeidbar, solch große Kapazitäten
aufzubauen, da Deutschland ein wichtiges Transitland für
Erdgas ist. Ab dem Jahr 2025 könnte Deutschland noch an
Bedeutung gewinnen, denn zum Jahresende 2024 läuft der
bestehende Gastransitvertrag durch die Ukraine nach Osteuropa
aus, der derzeit noch Pipelinegaslieferungen ermöglicht.
Ab 2025 könnten dann vor allem Österreich, Ungarn
und die Slowakei auf Gaslieferungen über Deutschland
angewiesen sein, da sie keinen Zugang zum Meer haben und
somit kein Flüssigerdgas per Schiff importieren
können.
Neben den Veränderungen der Energiemengen sind im
Jahr 2023 auch deutliche Bewegungen bei den Preisen
festzustellen. Im Vergleich zu 2022 haben sich die
volumengewichteten Durchschnittspreise um mehr als die
Hälfte reduziert. 2023 lag der durchschnittliche
volumengewichtete Day-Ahead Börsenstrompreis bei 92,29
€/MWh bzw. 9,23 Cent/kWh, und der durchschnittliche
volumengewichtete Intraday Stundenpreis betrug 97,92
€/MWh bzw. 9,79 Cent/kWh.
Dem gegenüber stehen Werte aus 2022 von 230,57
€/MWh (Day Ahead) und 232,55 €/MWh (Intraday).
Tatsächlich sind die Durchschnittspreise 2023 sogar noch
unter die Preise von 2021 gefallen. Damals lag der
durchschnittliche volumengewichtete Day-Ahead
Börsenstrompreis bei 93,36 €/MWh und der
durchschnittliche volumengewichtete Intraday Stundenpreis bei
99,90 €/MWh. Die Lage am Strommarkt hat sich also im
Vergleich zum Krisenjahr 2022 wieder deutlich entspannt,
wenngleich die Preise signifikant höher bleiben als vor
der Energiekrise. Mit dem inzwischen wieder zu verzeichnenden
Preisrückgang sind jedoch wieder die "Discounter" im
Neukundengeschäft aktiv.
2.
Geschäftsverlauf
Der Verkauf von Erdgas und Strom an Endkunden wird
zunehmend anspruchsvoller, die erfolgreiche Beschaffung immer
komplexer. Die EVP hat auch 2023 ihren Bezug von Erdgas auf
der Grundlage bestehender Bezugsverträge und einer von
den Gesellschaftern getragenen Beschaffungsstrategie weiter
optimiert. Mit Beschluss durch den Aufsichtsrat wurde bereits
2020 der Bezug für die Jahre 2023 und 2024 unter
Einbeziehung der Energie Quader GmbH (EQ) als Dienstleister
ausgeschrieben und vergeben. Aufgrund der krisenbedingten
Neuordnung am deutschen Energiemarkt war es im Jahr 2023
nahezu ausgeschlossen, die bislang üblichen
Vollversorgungsverträge für zukünftige
Lieferungen abzuschließen. Es wurden nur noch
Verträge mit strukturierter Beschaffung am Markt
angeboten, welche für die Jahre 2025 und 2026
abgeschlossen wurden. Ferner ist der Abschluss eines eigenen
Bilanzkreisvertrages bei THE vorgesehen.
Der Strombezug erfolgt nach Ausschreibung von derzeit
einem Lieferanten und kann entsprechend der zunehmenden
Kundenentwicklung angepasst werden. Mit Beschluss des
Aufsichtsrates wurde auch die Strombeschaffung bereits 2020
ab 2023 durch EQ neu ausgeschrieben und der Risiko- und
Beschaffungsleitfaden analog zur Gasbeschaffung angepasst.
Die Beschaffung und die Überwachung erfolgen wie beim
Gaseinkauf unter Einbeziehung von EQ.
Um auf die zunehmend preisorientierten
Kundenwünsche im Industrie- und Gewerbekundenbereich
eingehen zu können, können über die
Lieferanten für Erdgas und Strom Zusatzmengen zu
Marktpreisen angefragt und nach Kundenbestätigung
beschafft werden. Der Bezug für das Lieferjahr 2024 ist
bei Strom und Erdgas abgeschlossen. Bei Erdgas ergeben sich
durch die hohe Flexibilität der Liefervereinbarungen
keine Kapazitätsprobleme.
Der Wettbewerb in der Sparte Gas war 2023 im Bereich
Firmenkunden (RLM) und Gewerbe- und Privatkunden (SLP) gerade
zu Beginn des Jahres stark. Regionale und überregionale
Anbieter nutzten die durch die EVP notwendigen Anpassungen
der Gaspreise für Kundengewinne aus. Die Angebote
anderer Marktteilnehmer mit zum Teil sehr hohen
Wechselprämien erhöhten den Druck auf unsere
Margen. Unsere ENERGIE-Punkte (Kundenbüros) vor allem in
Wolgast und Anklam werden immer besser angenommen und haben
einen großen Anteil bei der Rückgewinnung von
Gaskunden und der Neukundengewinnung im Strombereich. Deshalb
haben wir im Februar 2023 auch für die Region Grimmen
einen ENERGIE-Punkt eröffnet. Eine erste Bilanz stimmt
uns positiv, da wir somit persönlich ansprechbar sind
und der "GrimmenEnergie" der Stadtwerke Greifswald Paroli
bieten können.
Ein entscheidender Einschnitt in die vertrieblichen
Aktivitäten der EVP ergab sich im Zusammenhang mit der
Krisenkommunikation Anfang bis Mitte des Jahres 2023. Mit
wiederholten und zum Teil falschen Abschlagsanpassungen der
EVP in zum Teil überzogenen Höhen wurden viele
Kunden genötigt, sich einen anderen Anbieter zu suchen.
Die geforderten Abschläge der Kunden übertrafen
teilweise das verfügbare monatliche Einkommen. Hierdurch
wurden in vielen Fällen sowohl der Gasliefervertrag als
auch der Stromliefervertrag mit der EVP gekündigt. Die
Auswirkungen sind bis heute zu spüren. Zum
gegenwärtigen Zeitpunkt ist laut dem Vertriebsbericht
mit einem Kundenrückgang im Bereich Gas von ca. 2.000
Zählpunkten zu rechnen.
Im Ergebnis ist der Gasabsatz für 2023 auf 315 MWh
gesunken und liegt somit 6,8 % unter dem Niveau des
Vorjahres. Dabei kam der wesentliche Rückgang aus dem
Firmenkundengeschäft (-29,1 %). Im
Privatkundenbereich blieb der Absatz mit einem Minus von 1,1
% zum Vorjahr weitgehend unverändert.
Um auf die gestiegenen Beschaffungspreise zu reagieren,
wurden insbesondere im Gewerbebereich neue Erdgas- und
Stromprodukte mit höheren marktfähigen Preisen
eingeführt. Alle Vertragsbeziehungen wurden auf
Bezugspreise hin geprüft und die notwendigen
Vertragsanpassungen im Rahmen der Vertragsbedingungen
durchgeführt. Im Rahmen dieser Anpassungen haben wir
auch Kündigungen zum Jahresende vollzogen. Die Angebote
der Gewerbekunden wurden wieder unterjährig geprüft
und an die Entwicklung der Bezugspreise angepasst. Nach den
Preisanpassungen bietet die EVP ihren Kunden auch weiterhin
Preisstabilität je nach Vertragsabschluss bis 2024 an.
Der Erdgasvertrieb konnte trotz geringerer
Vertriebsmengen einen verbesserten Ergebnisbeitrag leisten.
Die Umsatzerlöse stiegen von insgesamt 20,5 Mio. €
in 2022 auf jetzt 44,7 Mio. € in 2023.
Die bezogene Gasmenge von 333 GWh liegt unter dem
Niveau des Vorjahres und wurde auch 2023 noch stark von der
Mehr- und Mindermengenabrechnung (18 GWh) beeinflusst. Im
Vergleich zu anderen Energieversorgern wirkt sich hier der
vorwiegende Absatz in der Tourismuswirtschaft aus. In der
Abnahmestruktur haben wir in den Wintermonaten meist
Mindermengen - im Sommer dagegen Mehrmengen.
Durch die Absatzsteigerung sind die Kosten für den
Gesamtbezug von 16,3 Mio. € in 2022 auf jetzt 40,3 Mio.
€ gestiegen. Darin enthalten sind die Aufwendungen
für die Netznutzung, die sich preisbedingt auf
5,2 Mio. € (Vorjahr: 4,3 Mio. €)
erhöht haben.
In der Erdgassparte betrug der Rohüberschuss 2023
4,4 Mio. € und liegt somit 4,8 % über dem des
Vorjahres. Diese Entwicklung liegt oberhalb der
witterungsgetriebenen Absatzbedingungen im Versorgungsgebiet
der EVP und zeigt die gute Entwicklung in einem
wettbewerbsintensiven Umfeld (ca. 100 Wettbewerber im eigenen
Netz).
Bedingt durch den wieder zunehmenden Wettbewerbsdruck,
welcher sich durch aggressive, kurzfristig angepasste Preise,
hohe Neukundenboni und "Haustürgeschäfte"
etablierter Energieversorger bei unseren Kunden und Neukunden
im Stromvertrieb bemerkbar machte, konnten - zur Verbesserung
unserer Wettbewerbsfähigkeit - die in den Planungen
zugrunde gelegten Margen nicht realisiert werden. Um den
drohenden Kundenverlusten entgegenzuwirken, wurden die
Vertriebspreise dem Wettbewerbsumfeld angepasst, wenngleich
die niedrigeren Großhandelspreise auf der
Beschaffungsseite der EVP nur zeitverzögert ihre
positiven Effekte entfalteten. Hierdurch konnte die EVP dem
extremen Wettbewerbs- und Preisdruck standhalten und im
Ergebnis eine Stabilisierung der Kundenanzahl erreichen.
Nachdem die Preisvorteile auf Seiten der Beschaffung der EVP
für den Vertrieb wirksam werden, ist die Realisierung
von Margen in Höhe wie vor der Energiekrise gegeben.
Insgesamt war die Kundenanzahl sowohl im
Großkundenkundensegment (RLM) als auch im Privat- und
Gewerbekundensegment (SLP) moderat rückläufig und
betrug zum Jahresende 2023 insgesamt 4.595 Kunden (-4,8 %).
Der entsprechende Absatz an Letztverbraucher verringerte sich
um 6,2 % auf 19,2 GWh etwas überproportional zur
Kundenentwicklung, was auf den Verlust einiger,
vergleichsweise absatzstarker RLM-Kunden
zurückzuführen ist.
Die kaufmännische Betriebsführung
einschließlich Wechselprozessen und Abrechnung wurde
auch in 2023 vom Dienstleister SERVICE plus GmbH
durchgeführt. Die Grundlagen der Betriebsführung
sind im Betriebsführungsvertrag vereinbart. Hier kommt
es zunehmend zu Abwicklungsproblemen, da die deutlich
gestiegenen Kundenzahlen, häufigere Wechsel und nicht
zuletzt erhebliche Mehraufwände und
Arbeitsrückstände bei der Abwicklung der
staatlichen Vorgaben die auf normalen Geschäftsverlauf
ausgelegte Kapazität deutlich übersteigen. Die
häufigen und zum Teil gravierenden Regeländerungen
bei der Abwicklung vorgegebener Abgaben und insbesondere die
nur zum Teil über Systemfunktionen abbildbaren,
zusätzliche Aufgaben für die Abwicklung der
Sofortmaßnahmen und der Preisdeckel sorgen für
einen signifikanten Mehraufwand für Nacharbeiten und
manuelle Behebung von Problemfällen. Die reduzierte
Service-Qualität führt zu stark erhöhten
Kundenbeschwerden und schwächt das Image der EVP als
lokaler und verlässlicher Partner. Wir erwarten jedoch,
dass der überwiegende Teil dieser Herausforderungen
nicht dauerhaften Charakters ist und die Kundenzufriedenheit
mittelfristig wieder gesteigert werden kann.
Die Marke der Energie Vorpommern GmbH "Gas und Strom
für die Region" hat sich weiter positiv entwickelt und
die Bekanntheit sowie die Akzeptanz konnten weiter gesteigert
werden. Die Geschäftsleitung beurteilt den
Geschäftsverlauf insgesamt als moderat optimistisch.
3. Lage
Die Lage des Unternehmens ist geprägt von unserem
operativen Geschäft und der mit extremen Mehraufwand
verbundenen Abwicklung der Soforthilfemaßnahmen und
Preisbremsengesetze der Bundesregierung. Insgesamt kann
unsere wirtschaftliche Lage dennoch als gut bezeichnet
werden.
Die EVP, als regionaler Versorger mit Strom, Gas und
Wärme, wird von den Einwohnern des Landkreises
Vorpommern-Greifswald und darüber hinaus zunehmend als
kundennahes, örtliches Unternehmen wahrgenommen.
Verstärkt wird diese Wahrnehmung durch die ansteigenden
Besuche von Kunden in unseren Kundenbüros in Wolgast,
Anklam, Grimmen und Heringsdorf.
a) Ertragslage
Das Unternehmen erzielte in 2023 ein Ergebnis nach
Steuern in Höhe von 1,9 Mio. € (Vorjahr 2,9 Mio.
€).
Die Gesamtumsatzerlöse stiegen in 2023 auf 55,3
Mio. € (Vorjahr: 26,3 Mio. €), was auf die sowohl
in der Strom- als auch in der Gas-Sparte preisbedingt
gestiegenen Umsatzerlöse zurückzuführen ist.
Die Gaserlöse haben sich mit jetzt 40,9 Mio. €
gegenüber dem Vorjahresniveau mehr als verdoppelt und
die Stromerlöse mit jetzt 9,4 Mio. € nahezu
verdoppelt. In der Wärmesparte erhöhten sich die
Umsätze insbesondere mengenbedingt. Einige
Preisgleitklauseln wurden Anfang 2023 vor dem Hintergrund der
Auswirkungen durch die erhebliche Preisentwicklung
aktualisiert und dämpften damit die Effekte aus dem
gestiegenen Absatz.
Der Materialaufwand stieg insbesondere infolge der
preisbedingt gestiegener Gas- und Strombezugsaufwendungen
sowie aufgrund der gleichfalls preisbedingt gestiegenen
entsprechenden Netzentgelte auf 50,1 Mio. € in 2023
(Vorjahr 21,0 Mio. €). Der Saldo aus
Gesamtumsatzerlösen und Materialaufwand beträgt
somit in 2023 rd. 4,4 Mio. € (Vorjahr 5,3 Mio. €).
Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 0,1
Mio. € geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres.
In 2023 konnten etwas geringere Erträge aus dem Eingang
bereits abgeschriebener Forderungen erzielt werden.
Der sonstige betriebliche Aufwand liegt mit 2,4 Mio.
€ über dem Vorjahresniveau (Vorjahr 1,8
Mio. €). Hier stieg insbesondere die Vorsorge, die
im Rahmen der Wertberichtigungen auf Forderungen getroffen
wurde. Darüber hinaus fielen zusätzliche
Dienstleistungsentgelte im Zuge der Umsetzung der
Energiepreisbremse an. Zudem wurde der rückläufigen
Kundenentwicklung in der Gassparte mit zusätzlichen
Marketingmaßnahmen begegnet, was zu entsprechend
höheren Aufwendungen führte. Ferner fielen im
Rahmen der Eröffnung des ENERGIE-Punktes in Grimmen
Aufwendungen an.
Aus dem Ergebnis der Beteiligung an der Gasversorgung
Vorpommern Netz GmbH konnten wir einen Ertrag über dem
Vorjahresniveau in Höhe von 1,6 Mio. €
vereinnahmen.
Der Steueraufwand ist im Wesentlichen ergebnisbedingt
um 0,5 Mio. € auf 0,8 Mio. € gesunken.
Das Ergebnis nach Steuern beträgt 1,9 Mio. €
nach 2,9 Mio. € im Vorjahr.
b) Finanz- und Vermögenslage
Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum
Vorjahr um 11,6 Mio. € auf 36,9 Mio. €.
In 2023 investierte die EVP überwiegend in
Wärmecontractinganlagen. Das Anlagevermögen
erhöhte sich insgesamt geringfügig auf 20,0 Mio.
€. Das Anlagevermögen wird weiterhin durch den
Beteiligungsansatz an der Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH
bestimmt.
Das Umlaufvermögen stieg insgesamt um 12,2 Mio.
€ auf 17,6 Mio. €. Während im Vorjahr bis zum
Jahresende noch keine CO2-Zertifikate beschafft wurden, hatte
die EVP bis Jahresende 2023 bereits entsprechenden
Zertifikate in Höhe von 1,7 Mio. € erworben. Die
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 14,2
Mio. € erheblich über dem Vorjahresniveau von 3,6
Mio. €. Ursächlich hierfür sind neben den im
Frühjahr angepassten Abschlagsplänen die zum
Jahresende noch nicht erstellten
Jahresverbrauchsabrechnungen. Die Umsetzung der
Energiepreisbremse im Rahmen der Jahresverbrauchsabrechnung
gestaltete sich komplexer als absehbar.
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
bestanden zum Stichtag nicht. Der entsprechende Vorjahreswert
in Höhe von 0,6 Mio. € beinhaltete insbesondere
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zusammen mit
Forderungen aus der Gewinnabführung sowie
Verbindlichkeiten aus dem Finanzclearing mit der Tochter
Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH ausgewiesen wurden. Die
sonstigen Vermögensgegenstände von 1,1 Mio. €
(Vorjahr 0,8 Mio. €) betreffen neben
Steuererstattungsansprüche insbesondere Forderungen aus
Netznutzungsentgelten. Im Vorjahr beinhaltete diese Position
zudem Forderungen aus dem Finanzclearing mit der HanseWerk
AG.
Das Guthaben bei Kreditinstituten befand sich mit 0,5
Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres.
Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme
verringerte sich auf 39,2 % (Vorjahr 59,7 %). Absolut sank
das Eigenkapital um 0,3 Mio. € auf 14,7 Mio. €.
Die Rückstellungen stiegen deutlich um insgesamt
2,8 Mio. € auf 6,4 Mio. €, was wesentlich auf
die Rückstellungsbildung für Netzentgelte in
der Strom- und Gas-Sparte als auch auf die Mehr- und
Mindermengenabrechnung Gas zurückzuführen ist. Der
Anpassungsbedarf bei den Pensionsrückstellungen und den
Steuerrückstellungen waren gering.
Die Verbindlichkeiten liegen mit 16,4 Mio. €
über dem Vorjahresniveau von 6,6 Mio. €. Im
Einzelnen sanken die Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten entsprechend der Tilgungsvereinbarungen auf
1,3 Mio. €. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen sanken um 0,5 Mio. € auf 1,9 Mio. €. Im
Vorjahr führte eine verzögerte Rechnungstellung
durch den Gaslieferanten zu einem entsprechenden Anstieg in
der Position. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen bestanden 2023 in Höhe von insgesamt 0,7
Mio. € und beinhalten Verbindlichkeiten aus dem
Finanzclearing mit der Tochter Gasversorgung Vorpommern Netz
GmbH, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie
die unter dieser Position ausgewiesenen Forderung aus der
Ergebnisabführung. Im Vorjahr wurde insgesamt eine
Forderung ausgewiesen.. Die sonstigen Verbindlichkeiten, die
neben höheren Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
aus der Verbrauchsabrechnung insbesondere höhere
Verbindlichkeiten aus dem Finanzclearing mit der HanseWerk AG
beinhalten, erhöhten sich um 10,0 Mio. € auf 11,8
Mio. €. Die Steuerverbindlichkeiten unter anderem aus
Umsatzsteuer lagen mit 0,6 Mio. € über dem
Vorjahresniveau.
Der Cashflow aus der laufenden
Geschäftstätigkeit beträgt -5,8 Mio. €
und ist damit um 12,3 Mio. € niedriger als im Vorjahr
(6,5 Mio. €).
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit
beträgt 2,4 Mio. €. Der Cashflow aus der
Finanzierungstätigkeit beträgt -2,6 Mio. €.
Für das Geschäftsjahr war insgesamt ein Absinken
des Finanzmittelfonds um 6,0 Mio. € zu verzeichnen.
4. Finanzielle Leistungsindikatoren
Wichtiger Leistungsindikator ist der
Jahresüberschuss. Dieser beträgt 1,9 Mio. €
und unterschreitet die Planung um 1,1 Mio. €, was neben
insbesondere auf geringere Margen sowohl im Gas- als auch in
der Strom-Sparte zurückzuführen ist.
Weiterer wichtiger Indikator ist die verkaufte
Gasmenge, diese beträgt 315 Mio. kWh und liegt damit
aufgrund kundenbedingt geringerer Absätze an Gewerbe-
und Großkunden (RLM) unter der geplanten Verkaufsmenge
von insgesamt 334 Mio. kWh.
5. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Umweltschutz
Der Umfang der Aktivitäten zur Förderung
eines rationellen und umweltschonenden Energieeinsatzes wird
durch ein breites Beratungsangebot bestimmt. Auch in
Vorpommern wurden bereits Maßnahmen ergriffen, um die
Ziele der Energie- und Klimaschutzpolitik zu erreichen.
Neben den ersten Ladesäulen für die
E-Mobilität in Wolgast und Ahlbeck wurden weitere
Ladesäulen in Karlshagen, Usedom und Zinzow errichtet.
Weitere Ladepunkte sind in Planung.
Mit der Kundenberatung für Privatkunden in
Wolgast, Anklam, Grimmen und den Kaiserbädern werden wir
den Bereich der Energieeffizienz und
-sparberatungen für Endverbraucher ausbauen und vor
allem auch zu den vielfältigen Möglichkeiten zur
Senkung des Energieverbrauchs und damit auch zur
Kostenreduzierung beraten. Ferner arbeiten wir unter anderem
aktiv in den Regionen Lubmin, Karlshagen oder Wolgast an
Erneuerbaren Energien-Projekten. Beispielhaft sei an dieser
Stelle die Freiflächen-PV-Anlage "Poppelberg" in Wolgast
genannt. Diese soll im Jahr 2024 realisiert werden.
II.
Nachtragsbericht
Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Ende des
Geschäftsjahres sind nicht eingetreten.
III.
Prognosebericht
In der Prognose noch nicht berücksichtigt sind die
schwer abzuschätzenden Folgen des Ukraine-Konflikts.
Sein weiterer Verlauf, die Sanktionen gegen Russland und ihre
Rückwirkungen auf die europäische Energieversorgung
können erhebliche Auswirkungen auf unser Geschäft
haben. Ferner haben die Spannungen im Nahen Osten einen
erheblichen Einfluss auf die Rohstoff- und Energiepreise.
Das Absatzvolumen der Energie Vorpommern GmbH ist
aufgrund des ausgewogenen Verhältnisses von Privat- und
überwiegend im Hotel- und Gaststättenwesen
tätigen Geschäftskunden
verhältnismäßig unabhängig von der
unmittelbaren konjunkturellen Entwicklung. Daher ergeben sich
aus der konjunkturellen Abschwächung keine nennenswerten
Auswirkungen auf die Entwicklung der Gesellschaft. Von
zentraler Bedeutung sind jedoch Abweichungen vom
langjährigen Temperaturmittel insbesondere in der
Heizperiode eines Jahres und die steigende Preisentwicklung
auf den Rohstoffmärkten.
Von der derzeitigen Entwicklung der Weltmarktpreise
für Erdgas leitet die EVP die Erwartung ab, dass die
derzeit wieder rückläufigen Bezugspreise für
Gas und Strom Druck auf die bestehenden Verträge
ausüben werden. Um weitere Kundenverluste zu vermeiden,
sind Anschlussverträge nur mit starken Preissenkungen,
die sich direkt an der Marktentwicklung orientieren,
abzuschließen. Auch im Stromsegment ist eine Anpassung
der Endkundenpreise an die Marktpreise notwendig.
Auf Grund der hohen Altersstruktur der Bevölkerung
in unserem Vertriebsgebiet und als Ergebnis von
Kundenbefragungen gehen wir von einem steigenden
Beratungsbedarf in Fragen der Energieversorgung aus. Deshalb
haben wir unser Angebot an Kundenberatungen in Wolgast,
Anklam und Kaiserbäder um den Standort Grimmen
erweitert. Da wir bedingt durch unser großes
Versorgungsgebiet nicht alle Interessenten zu den
ENERGIE-Punkten bekommen, werden wir nach Möglichkeit
auch 2024 örtliche Veranstaltungen nutzen, um Kunden auf
unsere Leistungen hinzuweisen und durch das Angebot der
direkten Ansprache die Kundenanzahl wieder zu steigern.
Bei der Wärmesparte gehen wir derzeit nicht von
einem sprunghaften Wachstum aus. Aber wir konnten durch
gezieltes Marketing nicht nur die Zusammenarbeit mit der
Wohnungsgesellschaft in Heringsdorf weiter ausbauen, sondern
auch in Mölschow in Verhandlungen zur Errichtung eines
Nahwärmenetzes einsteigen. Auf Grundlage der Situation
bei den fossilen Energieträgern suchen wir jetzt jedoch
nach erneuerbaren Lösungen für unsere
Contracting-Anlagen.
Mit Berücksichtigung dieser Faktoren und einer
normalen Wetterlage gehen wir in den nächsten Jahren von
einer Festigung der Absatzmengen im eigenen Netzgebiet und
weiteren Zuwächsen im Umland aus. Vor allem unser
Stromangebot mit den weiter wachsenden Kundenzahlen wird uns
dabei unterstützen. Trotz Mengenzugewinnen ist u.a.
aufgrund des Preisdrucks von insgesamt sinkenden
Umsatzerlösen auszugehen und mit einem Rückgang der
spezifischen Margen zu rechnen.
Da unsere Marktanteile im Versorgungsgebiet
mittelfristig weiter abnehmen, werden wir uns verstärkt
auf neue Versorgungsgebiete im unmittelbaren Umland
konzentrieren und ggf. auch strategische
Vertriebspartnerschaften eingehen. Dabei soll uns auch die
Entwicklung und Ausstrahlung unserer Marke im Umland helfen.
Aufgrund der aktuellen EEX-Preise erwarten wir für
2024 weiter fallende Bezugskonditionen.
Der wieder zunehmende Marktdruck kann sich negativ auf
unsere Vertriebsziele für 2024 und 2025 auswirken.
Vorbehaltlich der schwer einzuschätzenden Risiken
aus Preisen und Verfügbarkeiten gehen wir derzeit davon
aus, dass wir im laufenden Geschäftsjahr an das gute
operative Ergebnis von 2023 nicht übertreffen
können.
Ausgehend von der derzeitigen Entwicklung planen wir
für 2024 einen Jahresüberschusses von ca.
2,4 Mio. € und einen Umsatz von ca.
34 Mio. €.
IV.
Chancen- und Risikobericht
Im Rahmen der energiewirtschaftlichen Aktivitäten
ist die EVP unterschiedlichen Chancen und Risiken ausgesetzt.
Der Erfolg hängt im Wesentlichen von einem
verantwortungsbewussten Umgang mit den Risiken ab. Allerdings
gibt es durch den russischen Angriff auf die Ukraine und die
starke Beschleunigung des Umbaus der Energiewirtschaft hin zu
erneuerbaren Energien neue Unwägbarkeiten. Welche
Auswirkungen diese Effekte auf den Geschäftsverlauf der
EVP haben werden, lässt sich derzeit noch nicht
abschließend einschätzen.
Die Energie Vorpommern GmbH ist unmittelbar und
vollumfänglich in die Risikomanagementsysteme der
Betriebsführer HanseWerk AG und SERVICE plus GmbH
eingebunden. Diese haben auf Basis der geltenden Richtlinien
mit entsprechenden Dokumentations- und Meldepflichten ein
Risikomanagementsystem eingerichtet, das sicherstellt, dass
die Geschäftsführung regelmäßig
über die Risikosituation angemessen informiert wird, um
entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können.
Der Aufsichtsrat wird im Rahmen der Berichterstattung
regelmäßig über die Risikolage des
Unternehmens unterrichtet.
Zur Auswertung von Kennzahlen haben wir ein
Reportingsystem aufgebaut. Das Reporting unterstützt die
Unternehmensführung bei der operativen und strategischen
Unternehmensführung. Durch den kaufmännischen
Dienstleister der EVP, die SERVICE plus GmbH, wird dieser
Report auf der Grundlage einer Vielzahl von Unternehmensdaten
aus verschiedenen Systemen anhand von Merkmalen gruppiert,
verdichtet und stichtagsbezogen dargestellt. Über die
Finanzwirtschaft (Liquidität, Forderungen und
Verbindlichkeiten) bis zur Beschaffung, Abrechnung und zu den
Vertriebsaktivitäten wird monatlich der Stand des
Unternehmens dargestellt. Die Berichterstattung
ermöglicht es der Geschäftsführung, sich
unterjährig einen Überblick zu verschaffen und bei
Bedarf schnell konkrete Themen weiter zu vertiefen oder auf
sich abzeichnende Tendenzen einzuwirken.
Hervorzuheben sind die Auswertungen der Aktionen und
Vorgänge im Kundenkontaktmanagement sowie der
Vertriebsaktivitäten. Die monatlichen Ergebnisse werden
ausgewertet und als Vertriebsreport monatlich als Basis der
weiteren Vertriebsarbeit genutzt. An einer weiteren
Spezialisierung unter Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen
wird derzeit in Zusammenarbeit mit weiteren Beteiligungen der
SERVICE plus GmbH gearbeitet.
1. Risikobericht
Durch Abhängigkeiten von politischen
Entscheidungen in Bund, Land und Kommune können Gefahren
für das Unternehmen entstehen. Um diese frühzeitig
zu erkennen, ist es für die EVP wie auch in den
Vorjahren von großer Bedeutung, Verbandsarbeit zu
leisten und Austausch mit den zuständigen Behörden
zu führen.
Ein Risiko stellt der unvorhergesehene Ausfall von
Mitarbeitern bei der EVP wie auch bei deren Dienstleistern
dar, insbesondere bei denen, die über ein hohes
Maß an Spezialwissen verfügen. Um das Risiko
möglichst gering zu halten, setzt die EVP daher
weiterhin auf regelmäßige Schulungen und
Weiterbildungen des Personals. Nennenswerte Risiken, denen
wir entweder mit Risikokompensation, -reduzierung bzw.
-vermeidung oder aber mit vertretbarer Risikoakzeptanz
begegnen, stellen sich wie folgt dar:
Branchenspezifische Risiken:
Branchenspezifische Risiken der Energiewirtschaft sind
das Marktpreis- und Mengenrisiko sowie das
Strukturierungsrisiko bei der Beschaffung und dem Absatz von
Energie. Die Risiken auf der Beschaffungsseite reduzieren wir
im Rahmen unseres Risikohandbuches durch eine Beschaffung von
unterschiedlichen Tranchen zu unterschiedlichen
Zeitpunkten. Die zukünftig vermehrt anzutreffende
strukturierte Beschaffung im Strom- und Gaseinkauf wird
insbesondere das temperaturbedingte Strukturierungsrisiko
beim Gaseinkauf berücksichtigen müssen.
Mit dem Ausbau der LNG-Kapazitäten in Deutschland
hat sich das Risiko von ausbleibenden Lieferangeboten
reduziert. Die Versorgungslage ist stabil, welches sich
positiv mit sinkenden Preisen beim Energieeinkauf bemerkbar
macht. Die schwächelnde deutsche Wirtschaft und die
damit einhergehende sinkende Nachfrage nach Energie setzt die
Großhandelspreise ebenfalls unter Druck.
Weitere Risiken ergeben sich aus Preisanpassungen und
deren Umsetzung bei der Weitergabe an den Kunden sowie der
Rechtsprechung. Die zunehmenden Abwicklungsprobleme durch die
erheblichen Mehraufwände für staatliche
Maßnahmen wie zum Beispiel die Abwicklung des
Erdgas-Wärme-Soforthilfe-Gesetzes und die Umsetzung der
Preisbremsen in den Abrechnungssystemen führen zu einer
reduzierten Service-Qualität, stark erhöhten
Kundenbeschwerden und einer Schwächung des Images der
Energie Vorpommern als lokaler und verlässlicher
Partner. Da wir davon ausgehen, dass sich die Situation
mittelfristig wieder verbessert und die Kundenzufriedenheit
wieder steigt, sehen wir dieses als temporäres Problem
und damit als beherrschbares Risiko an.
Bestandsgefährdende Risiken sind derzeit nicht
erkennbar.
Ertragsorientierte Risiken
Die Grundgeschäfte der EVP sind den üblichen
energiewirtschaftlichen und wettbewerblichen Risiken
ausgesetzt. Um hier mithalten zu können, gilt es, in
einem sich schnell ändernden Umfeld eine ebenso flexible
Anpassung der Denk- und Arbeitsweisen umzusetzen. Das
liberalisierte Marktumfeld, in dem sich die EVP bewegt,
unterliegt einer stark steigenden Wettbewerbsintensität.
Der Margendruck nimmt stetig zu. Kunden vergleichen bei
steigenden Bezugspreisen immer bewusster Preise und wechseln
ihren Energieversorger. Die historisch sehr hohen Gas- und
Strompreise im Berichtszeitraum verstärken den
Preisdruck und die Wechselbereitschaft erheblich und bringen
die Gefahr mittelfristig zunehmender Kundenverluste. Deshalb
sind wettbewerbsfähige Marktpreise und ständig
weitere attraktive, neue Angebote erforderlich.
Wie die Ergebnisse der letzten Geschäftsjahre
zeigen, sind die Umsätze und damit das Ergebnis in hohem
Maße witterungsabhängig. Ungewöhnlich milde
Wetterphasen während der Herbst- und Wintermonate
können sich negativ auswirken.
Zugleich wird zukünftig das Risiko aus der
wegfallenden Flexibilität der
Vollversorgungsverträge zu berücksichtigen sein.
Dieses Risiko ergibt sich neben den witterungsbedingten
Faktoren auch zusätzlich durch den Wegfall der Abnahmen
durch Kaufkraftprobleme der Kunden.
Aufgrund einer längerfristigen
Beschaffungsstrategie kann die Gesellschaft nicht immer in
vollem Umfang auf den teilweise aggressiven Markt reagieren.
Die Beschaffungsstrategie gewinnt jedoch zunehmend an
wirtschaftlicher Bedeutung und ist entscheidend dafür,
ob eine Belieferung überhaupt positive Margen erzielen
kann. Neue Vertriebsstrategien, neue Märkte und neue
Produkte erfordern eine flexible und auf die Bedürfnisse
des Vertriebs ausgerichtete Beschaffung.
Sonstige Risiken
Risiken der künftigen Entwicklung sehen wir
weiterhin in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld,
schwankenden Preisniveaus und erhöhten gesetzlichen
Regelungen. Vor dem Hintergrund unserer finanziellen
Stabilität sehen wir uns durch unser Risikomanagement
für die Bewältigung der künftigen Risiken aber
gut gerüstet. Risiken, die den Fortbestand der
Gesellschaft gefährden könnten, sind derzeit nicht
erkennbar.
Dennoch können Veränderungen des politischen
und regulatorischen Rahmens erhebliche negative Auswirkungen
auf das Geschäft der EVP haben.
Das Geschäftsjahr war auch durch die Auswirkungen
der Kaufkraft-Änderungen der Kunden geprägt. Die
EVP war und ist durch die hohe Inflation wirtschaftlich
mittelbar und unmittelbar im Bereich Tourismus tangiert und
so indirekt betroffen.
Als Betreiber von kritischer Infrastruktur lief das
operative Geschäft, den Maßnahmen der Bundes- und
Landesregierung angepasst, weitestgehend normal weiter.
Jederzeit wurde die Versorgungssicherheit im Netzgebiet
gewährleistet.
Preisbedingte Anstiege von Forderungsausfällen
konnten im Berichtszeitraum noch nicht registriert werden.
Aus Kundenkontakten sind aber Schwierigkeiten absehbar, die
in Einzelfällen die Leistungsfähigkeit des Kunden
überfordern. Daher sind hier zunehmende
Forderungsausfälle absehbar. Hierfür wurden in der
Kalkulation der Preise entsprechende Vorkehrungen getroffen,
die die Folgen abfangen sollen. Derzeit sind aber keine den
Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Risiken
erkennbar.
Weitere externe Risiken ergeben sich aus dem
regulatorischen Umfeld und den Kartellbehörden des
Landes oder des Bundes. Das regulatorische Risiko besteht
darin, geplante Netzentgelte der Gasversorgung Vorpommern
Netz GmbH künftig aufgrund von Entscheidungen der BNetzA
nicht erlösen zu können. Ein sinkendes
Beteiligungsergebnis wäre die Folge. Wir begegnen dieser
Entwicklung mit kontinuierlichem Kosten- und Assetmanagement
sowie durch die regelmäßige Analyse und Bewertung
unseres strategischen Geschäftsfeldes.
Ukraine-Krieg
Der seit dem 24. Februar 2022 herrschende Krieg in der
Ukraine und die von der EU verhängten Sanktionen gegen
Russland haben Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und
Energiewirtschaft. Steigende Preise für Strom, Gas und
weitere Rohstoffe sowie mögliche Lieferengpässe
haben zu höherer Inflation und geringerem
Wirtschaftswachstum geführt. Für die EVP
können sich hierdurch auch zukünftig noch einmal
höhere Aufwendungen für die Energiebeschaffung
ergeben. Bei der Beschaffung von Materialien und
Dienstleistungen kann es zu deutlichen Preissteigerungen und
Lieferengpässen kommen. Die durch den Ukraine-Krieg
beschleunigte Neuausrichtung der deutschen Energiepolitik
wird nicht nur die Abhängigkeit von russischem Erdgas
verringern, sondern die Abkehr von fossilen Energien generell
beschleunigen. Hieraus sind mittelfristig Auswirkungen auf
das Geschäft der EVP zu erwarten, die die EVP durch den
Ausbau Erneuerbarer Energien-Projekte und dem Aufbau eines
eigenen Erzeugungs-Portfolios an Erneuerbarer Energien
begegnen will.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Risiken aus Zahlungsstromschwankungen und damit
verbundene Liquiditätsrisiken haben sich durch die
Preisveränderungen und die Maßnahmen zur
Preisdeckelung erhöht. Die EVP verringert diese aber
durch die Einbindung in das Cash-Pooling der HanseWerk AG. Im
Rahmen des kaufmännischen
Betriebsführungsvertrages und weiterer
Vereinbarungen erfolgt die Überwachung der
Ausfallrisiken über ein unternehmensweites
Forderungsmanagement.
2. Chancenbericht
Durch die enge Zusammenarbeit mit den
Betriebsführern HanseWerk AG und SERVICE plus GmbH wurde
in den vergangenen Jahren eine breite Datenbasis für
Entscheidungsfindungen und zum Risikomanagement aufgebaut.
Der Geschäftsleitung stehen durch die Einbindung in
Informationsflüsse aus verschiedenen Kooperationen und
durch die Mitarbeit in branchenbezogenen Arbeitskreisen
aktuelle Informationen über wirtschaftliche, politische
und rechtliche Veränderung in der Energieversorgung zur
Verfügung.
Aufgrund der Attraktivität der Region, seiner
geografischen Lage und speziell des Versorgungsgebietes der
Insel Usedom kann eine Stabilisierung des Absatzes und eine
weitere Verdichtung des bestehenden Versorgungsnetzes
erwartet werden. Investitionen werden vor allem in den Ausbau
der Infrastruktur, des Gastgewerbes aber auch des
Gesundheitstourismus erwartet. Regelmäßig
wachsende Besucher- und Gästezahlen bestätigen die
Entwicklung. Saisonverlängernde Maßnahmen und
Aktivitäten in der Region unterstützen den Prozess.
Die Energiekrise führte in 2023 zu weiteren
Veränderungen in der Kundenstruktur. Zukünftig
sollen vor allem durch eine Verstärkung der
Vertriebsaktionen weitere Kundenpotentiale aus der
Rückgewinnung verlorener Privatkunden im Netzgebiet der
Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH erschlossen werden.
Weiterhin werden wir auch 2024 unser Stromgeschäft
weiter ausbauen. Steigerungen erwarten wir vor allem im
Ausbau der Gaslieferungen über das Versorgungsgebiet der
Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH hinaus. Im
überregionalen Gasgeschäft liegen interessante
Wachstumschancen, womit wir Mengenverluste im
Kernversorgungsgebiet abfangen und mittelfristig wieder
Absatzsteigerungen erreichen werden.
3. Gesamtaussage
Die Ergebnisse für 2023 sichern uns ein stabiles
Fundament. Der EVP ist es gelungen, sich als regionaler
Gasversorger und seit der Umfirmierung ab November 2016 auch
als Energieversorger im Wettbewerb zu etablieren und ein
Image als regionaler, sicherer und zuverlässiger
Energieversorger gegenüber anderen Anbietern aus der
Region aufzubauen. Risiken der künftigen Entwicklung
sehen wir in der Volatilität der Energiepreise und einem
weiterhin schwierigen Wettbewerbsumfeld. Durch
organisatorische Maßnahmen und die kontinuierliche
Anpassung des Risikomanagementsystems sollen derartige
Risiken in der Zukunft frühzeitig erkannt und
Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Wenn die EVP die
Transformation der Energiewirtschaft aktiv mitgestaltet,
bestehen aus heutiger Sicht für die Zukunft keine
Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden
könnten.
V.
Risikoberichterstattung über die Verwendung von
Finanzinstrumenten
Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Gesellschaft
ist die Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle
Risiken jeglicher Art. Beim Management der Finanzpositionen
verfolgt das Unternehmen eine konservative Risikopolitik. Zu
den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen
Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei
Kreditinstituten.
Die Gesellschaft verfügt über einen solventen
Kundenstamm. Die Forderungen werden über ein effizientes
Mahnwesen überwacht und Ausfälle minimiert.
Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall-
und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende
Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von
Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein
adäquates Debitorenmanagement.
VI.
Bericht über Zweigniederlassungen
Neben dem Geschäftssitz in Trassenheide
unterhält die EVP Kundenbüros in Wolgast, in
Anklam, in Heringsdorf, in Grimmen und ein weiteres
Vertriebsbüro in der Niederlassung der HanseGas AG in
Greifswald.
Trassenheide, 05.06.2024
Geschäftsführer der Energie Vorpommern
GmbH
gez.
Udo Arndt
gez.
René Otto
Bilanz
Aktiva
|
|
31.12.2023
EUR |
31.12.2022
EUR |
| A.
Anlagevermögen |
20.032.682,97 |
19.898.159,07 |
| I.
Immaterielle Vermögensgegenstände |
0,00 |
0,00 |
| 1.
sonstige immaterielle
Vermögensgegenstände |
0,00 |
0,00 |
| II.
Sachanlagen |
1.363.597,96 |
1.229.074,06 |
| 1.
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und
Bauten einschließlich der Bauten auf fremden
Grundstücken |
21.181,43 |
21.670,23 |
| 2.
technische Anlagen und Maschinen |
958.287,46 |
879.131,44 |
| 3.
andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
211.489,82 |
172.537,14 |
| 4.
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau |
172.639,25 |
155.735,25 |
| III.
Finanzanlagen |
18.669.085,01 |
18.669.085,01 |
| 1.
Anteile an verbundenen Unternehmen |
18.669.085,01 |
18.669.085,01 |
| B.
Umlaufvermögen |
17.571.383,55 |
5.341.166,93 |
| I.
Vorräte |
1.713.159,77 |
0,00 |
| II.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände |
15.360.569,98 |
4.964.200,59 |
| 1.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
14.214.643,42 |
3.556.152,31 |
| 2.
Forderungen gegen verbundene Unternehmen |
0,00 |
568.992,63 |
| 3.
sonstige Vermögensgegenstände |
1.145.926,56 |
839.055,65 |
| III.
Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei
Kreditinstituten und Schecks |
497.653,80 |
376.966,34 |
| C.
Rechnungsabgrenzungsposten |
6.772,43 |
4.492,47 |
| Bilanzsumme,
Summe Aktiva |
37.610.838,95 |
25.243.818,47 |
Passiva
|
|
31.12.2023
EUR |
31.12.2022
EUR |
| A.
Eigenkapital |
14.726.822,02 |
15.075.831,22 |
| I.
gezeichnetes Kapital |
6.200.000,00 |
6.200.000,00 |
| II.
Gewinnrücklagen |
6.587.552,62 |
5.885.829,31 |
| III.
Gewinnvortrag |
88.278,60 |
88.278,60 |
| IV.
Jahresüberschuss |
1.850.990,80 |
2.901.723,31 |
| B.
Rückstellungen |
6.370.861,00 |
3.561.546,53 |
| C.
Verbindlichkeiten |
16.383.756,15 |
6.606.440,72 |
| 1.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
1.268.124,85 |
1.415.625,00 |
| 2.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
1.924.912,84 |
2.402.804,78 |
| 3.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen |
724.975,31 |
0,00 |
| 4.
sonstige Verbindlichkeiten |
12.465.743,15 |
2.788.010,94 |
| davon
aus Steuern |
643.522,23 |
946.160,67 |
| davon
im Rahmen der sozialen Sicherheit |
9.928,88 |
-25,64 |
| D.
Passive latente Steuern |
129.399,78 |
0,00 |
| Bilanzsumme,
Summe Passiva |
37.610.838,95 |
25.243.818,47 |
Gewinn- und Verlustrechnung
|
1.1.2023 - 31.12.2023
EUR |
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR |
| 1.
Rohergebnis |
4.506.560,90 |
5.426.308,77 |
| 2.
Personalaufwand |
692.658,04 |
585.793,47 |
| a)
Löhne und Gehälter |
593.304,75 |
516.762,94 |
| b)
soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung |
99.353,29 |
69.030,53 |
| 3.
Abschreibungen |
128.461,09 |
100.419,79 |
| a)
Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen |
128.461,09 |
100.419,79 |
| 4.
sonstige betriebliche Aufwendungen |
2.410.824,37 |
1.805.551,49 |
| 5.
auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines
Gewinnabführungs- oder
Teilgewinnabführungsvertrags erhaltene
Gewinne |
1.629.823,99 |
1.316.648,29 |
| 6.
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
52.318,67 |
19.227,78 |
| 7.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen |
280.536,64 |
56.242,34 |
| 8.
Steuern vom Einkommen und Ertrag |
794.934,76 |
1.286.665,17 |
| 9.
Ergebnis nach Steuern |
1.881.288,66 |
2.927.512,58 |
| 10.
sonstige Steuern |
30.297,86 |
25.789,27 |
| Jahresüberschuss |
1.850.990,80 |
2.901.723,31 |
Anhang
Allgemeine Angaben
Der Sitz der Gesellschaft ist Trassenheide. Die
Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 2443 im Register beim
Amtsgericht Stralsund eingetragen.
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 ist nach
den Vorschriften des HGB für große
Kapitalgesellschaften aufgestellt worden.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem
Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewendeten
Ansatz- und Bewertungsmethoden werden stetig angewendet.
Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt unter der
Annahme der Unternehmensfortführung (§ 252
Abs. 1 Nr. 2 HGB).
Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet.
Bei den Gegenständen des Anlagevermögens, deren
Nutzung zeitlich begrenzt ist, sind die Anschaffungskosten um
planmäßige Abschreibungen vermindert. Bei der
Nutzungsdauer wird grundsätzlich auf die Nutzungsdauer
des wirtschaftlichen Werteverzehrs abgestellt. Zu deren
Ermittlung werden die steuerlichen Abschreibungstabellen
herangezogen, soweit die dort genannten Nutzungsdauern
innerhalb der Bandbreite handelsrechtlich zulässiger
Nutzungsdauern liegen. Die verwendeten Nutzungsdauern sind:
|
Nutzungsdauer
|
Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
3 Jahre
|
Grundstücke und
Bauten
|
50 Jahre
|
Technische Anlagen und
Maschinen
|
5 bis 20 Jahre
|
Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung
|
1 bis 20 Jahre
|
Zugänge ab dem Geschäftsjahr 2010 werden
ausschließlich linear entsprechend der
betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Es
wurde von dem Wahlrecht gem. Art. 67 Abs. 4 EGHGB Gebrauch
gemacht und die Wertansätze fortgeführt.
Geringwertige Wirtschaftsgüter des
Anlagevermögens bis zu einem Anschaffungspreis von 800
EUR sind voll abgeschrieben.
Die Anteile an verbundenen und beteiligten Unternehmen
sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden
Wert bewertet.
Die Vorräte wurden zu Anschaffungskosten gem.
§ 253 Abs. 1 HGB bewertet.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
werden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Bei den
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden erkennbare
Einzelrisiken durch angemessene Wertberichtigungen
berücksichtigt. Dem allgemeinen Ausfall- und
Kreditrisiko wurde durch eine Pauschalwertberichtigung in
Höhe von 1 % auf die Netto-Forderungen ausreichend
Rechnung getragen.
Innerhalb der Forderungen aus Energielieferungen sind
erhaltene Abschlagszahlungen auf den abgegrenzten, noch nicht
abgelesenen Verbrauch unserer Kunden verrechnet. Die
Ermittlung der abgegrenzten Forderungen erfolgt
kundenindividuell unter Berücksichtigung von
Gesamtmengen.
Die liquiden Mittel entsprechen den Nominalwerten.
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen
Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwendungen für
eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen. Die
Auflösung des Postens erfolgt linear entsprechend dem
Zeitablauf.
Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede
zwischen den handels- und steuerlichen Wertansätzen von
Vermögensgegenständen, Schulden und
Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Die Ermittlung der
latenten Steuern erfolgt auf Basis des Ertragssteuersatzes
von aktuell 30,0 %. Der kombinierte Ertragssteuersatz
umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und
Solidaritätszuschlag. Eine sich insgesamt ergebende
Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente
Steuer angesetzt werden. Im Falle einer Steuerentlastung wird
vom entsprechenden Aktivierungswahlrecht kein Gebrauch
gemacht. Im Geschäftsjahr ergeben sich passive
Steuerlatenzen im Wesentlichen aufgrund von temporären
Wertdifferenzen zwischen handels- und steuerrechtlichen
Wertansätzen im Anlagevermögen sowie bei den
Pensions- und den sonstigen Rückstellungen. Die
passivierten latenten Steuern in Höhe von
T€ 129 ergeben sich aus dem Saldo aus aktiven
latenten Steuern (T€ 87) und passiven latenten
Steuern (T€ 216).
Das Gezeichnete Kapital ist mit dem Nennbetrag
angesetzt.
Die Bewertung der Rückstellungen für
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfolgt
einheitlich nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter
Anwendung der nach internationalen
Rechnungslegungsgrundsätzen üblichen Projected Unit
Credit Methode. Für die Abzinsung der
Pensionsverpflichtung wird der von der Deutschen Bundesbank
veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der
vergangenen sieben bzw. 10 Geschäftsjahre bei einer
angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren zugrunde gelegt.
Weiterhin sind ein Gehaltstrend und eine Rentendynamik
berücksichtigt. Den versicherungsmathematischen
Rückstellungsberechnungen liegen im Wirtschaftsjahr 2023
als Rechnungsgrundlagen die Richttafeln 2018 G von
Dr. Klaus Heubeck auf der Basis eines
Zinsfußes von 1,82 % p.a. für 10 Jahre
Durchschnittsbildung (Vorjahr 1,78 % p.a.) sowie 1,72 % p.a.
für 7 Jahre Durchschnittsbildung (Vorjahr 1,44 % p.a.)
zugrunde. Hierbei wurde wie im Vorjahr eine Rentendynamik mit
0,00 % p.a., 1,00 % p.a. bzw. 2,00 % p.a.
einbezogen.
Als Bewertungsendalter werden grundsätzlich die
frühestmöglichen Altersgrenzen in der gesetzlichen
Rentenversicherung unter Berücksichtigung der Regelungen
des RV-Altersgrenzenanpassungsgesetzes vom 20.04.2007
herangezogen.
Die Steuerrückstellungen und die sonstigen
Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren
Risiken und ungewissen Verpflichtungen auf der Grundlage
einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung mit dem
notwendigen Erfüllungsbetrag. Bei Rückstellungen
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden
künftige Preis- und Kostensteigerungen
berücksichtigt und eine Abzinsung auf den
Abschlussstichtag vorgenommen. Als Abzinsungssätze
werden die den Restlaufzeiten der Rückstellungen
entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssätze der
vergangenen sieben Geschäftsjahre verwendet, wie sie von
der Deutschen Bundesbank monatlich bekannt gegeben
werden.
Die erhaltenen Anzahlungen sind um die darin enthaltene
Umsatzsteuer vermindert (Nettomethode).
Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag
angesetzt.
Erläuterungen zur Bilanz
Anlagevermögen
Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im
Anlagenspiegel dargestellt.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
Neben den Forderungen aus der Abrechnung von
Energielieferungen werden hier auch die Forderungen aus
abgegrenzten, noch nicht fakturierten Lieferungen und
Leistungen (T€ 22.971; Vorjahr T€ 9.444)
erfasst, die mit den hierfür erhaltenen
Teilbeträgen (T€ 13.174; Vorjahr T€ 8.523)
verrechnet wurden.
Alle Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von
bis zu einem Jahr.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen
Die Rückstellungen betreffen
Pensionsverpflichtungen, die auf Grund des Tarifvertrages
über die betriebliche Zusatzrentenversicherung der
energie- und versorgungswirtschaftlichen Unternehmen vom 9.
Oktober 1990 und 16. Oktober 1992 sowie aufgrund der
Versorgungszusage gegenüber den früheren
Geschäftsführern bestehen.
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem
Erfüllungsbetrag, der sich zum 31.12.2023 bei
Diskontierung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der
vergangenen sieben Geschäftsjahre ergibt, zu dem
Erfüllungsbetrag nach den geänderten neuen
biometrischen Rechnungsgrundlagen "Heubeck-Richttafeln 2018
G", unterliegt gem. § 253 Abs. 6 HGB einer
Ausschüttungssperre. Der Unterschiedsbetrag ermittelt
sich wie folgt:
| Erfüllungsbetrag bei
zehnjähriger Durchschnittsbildung |
697.591 € |
| Erfüllungsbetrag bei
siebenjähriger Durchschnittsbildung |
704.346 € |
Unterschiedsbetrag aufgrund der unterschiedlichen
Durchschnittsbildung, der einer
Ausschüttungssperre unterliegt
6.755
€
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen betreffen mit T€
3 (Vorjahr T€ 3) Rückstellungen im Bereich
Personalwesen, mit T€ 13 (Vorjahr T€ 13)
Prüfungskosten sowie mit T€ 4.926 (Vorjahr T€
2.013) ausstehende Rechnungen. Es wurde weiterhin eine
Rückstellung für Drohverluste T€ 42 gebildet
(Vorjahr T€ 145).
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:
|
Restlaufzeit
|
|
bis zu 1 Jahr
|
1 bis 5 Jahre
|
über 5 Jahre
|
Gesamt
|
|
€
|
€
|
€
|
€
|
Verbindlichkeiten
gegenüber Kredit-
instituten
|
147.499,85
|
590.000,00
|
530.625,00
|
1.268.124,85
|
(Vorjahr)
|
(147.500,00)
|
(590.000,00)
|
(678.125)
|
(1.415.625,00)
|
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und
Leistungen
|
1.924.912,84
|
0,00
|
0,00
|
1.924.912,84
|
(Vorjahr)
|
(2.402.804,78)
|
(0,00)
|
(0,00)
|
(2.402.804,78)
|
Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen
|
724.975,31
|
0,00
|
0,00
|
724.975,31
|
(Vorjahr)
|
(0,00)
|
(0,00)
|
(0,00)
|
(0,00)
|
Sonstige Verbindlichkeiten
|
12.465.743,15
|
0,00
|
0,00
|
12.465.743,15
|
(Vorjahr)
|
(2.788.010,94)
|
0,00
|
(
0,00)
|
(2.788.010,94)
|
Gesamt
|
15.263.131,15
|
590.000,00
|
530.625,00
|
16.383.756,15
|
(Vorjahr)
|
(5.338.315,72)
|
(590.000,00)
|
(678.125,00)
|
(6.606.440,72)
|
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen T€ 725 (Vorjahr T€ 0)
betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten
gegenüber der Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH. Diese
resultieren aus Forderungen aus dem Lieferungs- und
Leistungsverkehr T€ 704 (Vorjahr T€ 0), den
Forderungen aus der Verlustübernahme T€ 1.630
(Vorjahr T€ 2.617) sowie dem Finanzclearing T€
1.651 (Vorjahr T€ 2.763).
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind
Steuerverbindlichkeiten in Höhe von T€ 638 (Vorjahr
T€ 941) enthalten. Es werden zudem
Verbindlichkeiten aus Finanzclearing gegenüber
einem dritten Unternehmen in Höhe von T€
6.796 ausgewiesen.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem
Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
In dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen"
sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen
in Höhe von T€ 52 (Vorjahr T€ 19) enthalten.
Sonstige Angaben
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen von T€
133.295 betreffen:
|
Fälligkeiten im
folgenden Geschäftsjahr
|
Fälligkeiten in den
folgenden Geschäftsjahren
|
|
T€
|
T€
|
Netznutzungsverträge
Energielieferverträge
Dienstleistungsverträge
|
11.500 21.184
1.117
|
35.534 62.810
1.151
|
Gesamt
|
33.801
|
99.494
|
Von den sonstigen finanziellen Verpflichtungen
betreffen T€ 26.680 (Vorjahr T€ 26.680) verbundene
Unternehmen und T€ 2.268 (Vorjahr T€ 3.055)
Gesellschafter.
Abschlussprüfer
Für die Leistungen des Abschlussprüfers
wurden in 2023 folgende Leistungen erfasst:
Jahresabschlussprüfung T€ 13
Mitarbeiter
Im Geschäftsjahr wurden 9 Arbeitnehmer (Vorjahr 8)
beschäftigt, davon 1 geringfügig
Beschäftigter.
Geschäftsführung
Udo Arndt, Trassenheide
Andreas Wollkopf, Stutensee (bis 11.07.2023)
René Otto, Burg Stargard (seit 01.01.2024) .
Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge
wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.
Es wurde eine Rückstellung mit T€ 698
für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen
Mitgliedern der Geschäftsleitung gebildet.
Aufsichtsrat
Martin Schröter, Bürgermeister der Stadt
Wolgast, Vorsitzender
Matthias Boxberger, Vorsitzender des Vorstands und
Vorstand Technik der HanseWerk AG, Quickborn,
stellvertretender Vorsitzender
Kerstin Teske, Amt Usedom-Nord
Michael Ebert, HanseWerk AG, Quickborn
Laura Isabelle Marisken, Bürgermeisterin der
Gemeinde Ostseebad Heringsdorf
Werner Schön, Bürgermeister der Gemeinde
Zempin
Arne Wendt, Geschäftsführer SERVICE plus
GmbH, Neumünster
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr €
3.450,00 (Vorjahr € 2.530,00) an Bezügen erhalten.
Angaben gemäß § 6b EnWG
Die Energie Vorpommern GmbH hat im Geschäftsjahr
2023 Geschäfte größeren Umfangs
gemäß § 6b Abs. 2 EnWG mit den folgenden
Unternehmen durchgeführt:
· Bezug von sonstigen Leistungen,
insbesondere kaufmännische Betriebsführung von der
SERVICE plus GmbH, Neumünster, mit einem Volumen von
T€ 1.058 (Vorjahr
T€ 984).
· Finanzclearing mit der HanseWerk
AG, Quickborn, zu marktüblichen Konditionen.
Es fielen Zinsaufwendungen über T€ 179
(Vorjahr T€ 13) an.
· Finanzclearing mit der
Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH, Trassenheide, zu
marktüblichen Konditionen. Es fielen Zinsaufwendungen in
Höhe von T€ 13 (Vorjahr T€ 0) an.
· Gewinnübernahme mit der
Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH, Trassenheide. Hieraus
resultierten Erträge im Geschäftsjahr von T€
1.630 (Vorjahr T€ 1.316)
Anteilsbesitz und Konzernbeziehungen
Die Energie Vorpommern GmbH ist zu 100% an der
Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH beteiligt. Das
Eigenkapital beträgt T€ 30. Es besteht ein
Ergebnisabführungsvertrag. Von der Aufstellung eines
Konzernabschlusses ist die Energie Vorpommern GmbH,
Trassenheide, gemäß § 293 HGB befreit.
Nachtragsbericht
Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem
Schluss des Geschäftsjahrs eingetreten und weder in der
Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz
berücksichtigt sind, lagen nicht vor.
Ergebnisverwendung
Die Geschäftsführung schlägt dem
Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss in Höhe von
€ 1.850.990,80 an die Gesellschafter
auszuschütten.
Trassenheide, 05. Juni
2024
Die Geschäftsführer
gez.
Udo Arndt
gez.
René Otto
Anlagespiegel
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
|
Stand
|
|
Stand
|
|
01.01.2023
|
Zugang
|
31.12.2023
|
|
€
|
€
|
€
|
A. Anlagevermögen
|
|
|
|
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
|
|
|
|
1. Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
16.585,90
|
0,00
|
16.585,90
|
2. Software
|
2.818,80
|
585,32
|
3.404,12
|
|
19.404,70
|
585,32
|
19.990,02
|
II. Sachanlagen
|
|
|
|
1. Grundstücke und
Bauten
|
24.440,10
|
0,00
|
24.440,10
|
2. Technische Anlagen und
Maschinen
|
1.160.180,31
|
139.930,45
|
1.300.110,76
|
3. Andere Anlagen,
|
|
|
|
Betriebs- und Geschäftsausstattung
|
338.916,43
|
105.565,22
|
444.481,65
|
4. Anlagen im Bau
|
155.735,25
|
16.904,00
|
172.639,25
|
|
1.679.272,09
|
262.399,67
|
1.941.671,76
|
III. Finanzanlagen
|
|
|
|
1. Anteile an verbundenen
Unternehmen
|
18.669.085,01
|
0,00
|
18.669.085,01
|
|
20.367.761,80
|
262.984,99
|
20.630.746,79
|
Abschreibungen
|
Stand
|
|
Stand
|
|
01.01.2023
|
Zugang
|
31.12.2023
|
|
€
|
€
|
€
|
A. Anlagevermögen
|
|
|
|
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
|
|
|
|
1. Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
16.585,90
|
0,00
|
16.585,90
|
2. Software
|
2.818,80
|
585,32
|
3.404,12
|
|
19.404,70
|
585,32
|
19.990,02
|
II. Sachanlagen
|
|
|
|
1. Grundstücke und
Bauten
|
2.769,87
|
488,80
|
3.258,67
|
2. Technische Anlagen und
Maschinen
|
281.048,87
|
60.774,43
|
341.823,30
|
3. Andere Anlagen,
|
|
|
|
Betriebs- und Geschäftsausstattung
|
166.379,29
|
66.612,54
|
232.991,83
|
4. Anlagen im Bau
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
|
450.198,03
|
127.875,77
|
578.073,80
|
III. Finanzanlagen
|
|
|
|
1. Anteile an verbundenen
Unternehmen
|
0,00
|
0,00
|
0,00
|
|
469.602,73
|
128.461,09
|
598.063,82
|
|
Stand
|
Stand
|
|
|
31.12.2023
|
31.12.2022
|
|
|
€
|
€
|
|
A. Anlagevermögen
|
|
|
|
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
|
|
|
|
1. Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
0,00
|
0,00
|
|
2. Software
|
0,00
|
0,00
|
|
|
0,00
|
0,00
|
|
II. Sachanlagen
|
|
|
|
1. Grundstücke und
Bauten
|
21.181,43
|
21.670,23
|
|
2. Technische Anlagen und
Maschinen
|
958.287,46
|
879.131,44
|
|
3. Andere Anlagen,
|
|
|
|
Betriebs- und Geschäftsausstattung
|
211.489,82
|
172.537,14
|
|
4. Anlagen im Bau
|
172.639,25
|
155.735,25
|
|
|
1.363.597,96
|
1.229.074,06
|
|
III. Finanzanlagen
|
|
|
|
1. Anteile an verbundenen
Unternehmen
|
18.669.085,01
|
18.669.085,01
|
|
|
20.032.682,97
|
19.898.159,07
|
|
Bericht
des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat sich durch regelmäßige
schriftliche und mündliche Berichte der
Geschäftsführung über die Lage der
Gesellschaft und über die Entscheidungen von
grundsätzlicher Bedeutung unterrichten lassen. Er hat
die Tätigkeit der Geschäftsführung
überwacht und im Rahmen seiner
satzungsmäßigen Zuständigkeit die ihm
obliegenden Beschlüsse gefasst.
Der Jahresabschluss 2023 - bestehend aus Bilanz,
Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung
der Buchführung und Lagebericht sind von der ATN
Allgemeine Treuhand Nord, Revisions- und
Beratungsgesellschaft mbH geprüft und mit dem
uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen
worden. Der Prüfungsbericht hat dem Aufsichtsrat
vorgelegen und wurde zustimmend zur Kenntnis genommen.
Der Aufsichtsrat billigt den Bericht der
Geschäftsführung, den Jahresabschluss sowie den
Vorschlag zur Verwendung des Jahresüberschusses.
Er schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den
Jahresabschluss zum 31.12.2023 festzustellen, den Lagebericht
2023 zu genehmigen, den Jahresüberschuss 2023
entsprechend dem Vorschlag der Geschäftsführung zu
verwenden und der Geschäftsführung sowie dem
Aufsichtsrat Entlastung für das Wirtschaftsjahr 2023 zu
erteilen.
Der Aufsichtsrat spricht der Geschäftsführung
sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank
für die geleistete Arbeit aus.
Der Aufsichtsrat
Vorsitzender
Trassenheide im Juni 2024
sonstige Berichtsbestandteile
Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 26.06.2024 festgestellt.
Bestätigungsvermerk
Der unten stehende Bestätigungsvermerk wurde
für den nicht verkürzten Jahresabschluss vergeben.
An die Energie Vorpommern GmbH
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Energie Vorpommern
GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem
Anhang, einschließlich der Darstellung der
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Energie
Vorpommern GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar
2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
· entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen,
für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum
31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember
2023 und
· vermittelt der beigefügte
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser
Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht
den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3
Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung
zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit
des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und
des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317
HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung
nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im
Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für
die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts"
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in
Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und
berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen
deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die
von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und
geeignet sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht
zu dienen.
Verantwortung
der gesetzlichen Vertreter
und
des Aufsichtsrats
für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für
die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen,
für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und
dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung
und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben
sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern
einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie
dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft
vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen
Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der
zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als
notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines
Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden
deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und
um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen
mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung
gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen
gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen,
der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum
Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung
der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können
aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und
werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise
erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt
die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und
Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von
Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
· identifizieren und beurteilen wir die
Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im
Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern, planen und führen
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch
sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und
geeignet sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen
Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen
nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass
aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen
kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen
bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen
beinhalten können.
· gewinnen wir ein Verständnis von dem
für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten
internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des
Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen
Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel,
ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der
Gesellschaft abzugeben.
· beurteilen wir die Angemessenheit der von
den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den
gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte
und damit zusammenhängenden Angaben.
· ziehen wir Schlussfolgerungen über
die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf
der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine
wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir
zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk
auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im
Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben
unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu
modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der
Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks
erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse
oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass
die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr
fortführen kann.
· beurteilen wir Darstellung, Aufbau und
Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich
der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so
darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
· beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der
Lage der Gesellschaft.
· führen wir
Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im
Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter
Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die
den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen
Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und
beurteilen die sachgerechte Ableitung der
zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein
eigenständiges Prüfungsurteil zu den
zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden
Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches
unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse
wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.
Wir erörtern mit den für die Überwachung
Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die
Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir
während unserer Prüfung feststellen.
2. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche
Anforderungen
Prüfung der Einhaltung der
Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG
Prüfungsurteil
Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre
Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur
Führung getrennter Konnten für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember
2023 eingehalten hat.
Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach
§ 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung
getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der
Pflichten zur Führung getrennter Konten in
Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter
Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach
§ 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F.
(07.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach
diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt
"Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten
nach § 6b Abs. 3 EnWG" weitergehend beschrieben. Wir
sind von dem Unternehmen unabhängig in
Übereinstimmung mit den deutschen
handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften
und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die
Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards:
Anforderungen an die Qualitätssicherung in der
Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an. Wir sind der
Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für
unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der
Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu
dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die
Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach
§ 6b Abs. 3 EnWG
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für
die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für
die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze
1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten. Die
gesetzlichen Vertreter sind auch verantwortlich für die
Aufstellung des Tätigkeitsabschlusses nach den deutschen
Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als
notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung
getrennter Konten einzuhalten.
Die Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für
den Tätigkeitsabschluss entspricht der im Abschnitt
"Verantwortung der gesetzlichen Vertreterfür den
Jahresabschluss und den Lagebericht" hinsichtlich des
Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten
nach § 6b Abs. 3 EnWG
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen,
· ob die gesetzlichen
Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1
bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen
wesentlichen Belangen eingehalten haben und
· ob der
Tätigkeitsabschluss in allen wesentlichen Belangen den
deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis
7 EnWG entspricht.
Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den
Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unser
Prüfungsurteil zur Einhaltung der
Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG
beinhaltet.
Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach
§ 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung
getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung
der Konten zu den Tätigkeiten nach
§ 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht
und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der
Stetigkeit beachtet wurde.
Unsere Verantwortung für die Prüfung des
Tätigkeitsabschlusses entspricht der im Abschnitt
"Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts"
hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen
Verantwortung.
Kiel, 06.06.2024
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ATN Allgemeine Treuhand Nord
Revisions- und Beratungsgesellschaft mbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
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gez.
Blaase-Hitscher
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gez. Werth
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Wirtschaftsprüferin -
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- Wirtschaftsprüfer -
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