Stammdaten

Register
Amtsgericht Stralsund HRB 2443
Vorher
Gasversorgung Vorpommern GmbH
Eingetragen
9.8.1994
Branche
Tätigkeiten von Strom- und Erdgasmaklerinnen und -maklernSpeichern von Gas zu VersorgungszweckenWärme- und Kältehandel
Gegenstand
Die Lieferung, Beschaffung und die Erzeugung von Gas, Strom und Wärme sowie Erbringung energienaher Leistungen und die Beteiligung an Unternehmen, deren Gegenstand der Betrieb von Energienetzen ist.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
René Otto
seit 5.1.2024
Geschäftsführer
Arne Jebe
seit 3.2.2014
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (14)

NameAnteil
E.ON Hanse AG
49.00%
Stadt Wolgast
13.51%
Stadt Grimmen
12.67%
Gemeinde Ostseebad Heringsdorf
10.51%
Gemeinde Zinnowitz
3.93%

Gesellschafter

14 Gesellschafter

GmbH-Struktur

5 von 14 angezeigt

Germany
3.038.000 €
49.00%
Stadt Wolgast
Germany
837.620 €
13.51%
Stadt Grimmen
Germany
785.540 €
12.67%
Gemeinde Ostseebad Heringsdorf
Germany
651.620 €
10.51%
Gemeinde Zinnowitz
Germany
243.660 €
3.93%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Energie Vorpommern GmbH

Trassenheide

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

I. Grundlagen der Energie Vorpommern GmbH

1. Geschäftsmodell der Energie Vorpommern GmbH

Die Energie Vorpommern GmbH (EVP) wurde 1991 von der Stadt Grimmen, Stadt Gützkow, Kreisverwaltung Wolgast und Hamburger Gaswerke GmbH gegründet. 1992 erfolgte eine Erhöhung des Stammkapitals und der Beitritt weiterer Gesellschafter (Gemeinden: Ahlbeck, Bansin, Heringsdorf, Karlsburg, Karlshagen, Koserow, Loddin, Trassenheide, Ückeritz, Zempin und Zinnowitz).
Die Energie Vorpommern GmbH versorgt ihre Kunden in der Region Vorpommern seit über 30 Jahren mit Erdgas. Dabei wurde hauptsächlich das Gasverteilnetz im Eigentum der Tochtergesellschaft Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH genutzt. Kundenverluste durch den Wettbewerb im eigenen Netz werden durch den Vertrieb außerhalb des Netzgebietes ausgeglichen. Damit werden verstärkt auch die Gasnetze weiterer Netzbetreiber in Mecklenburg-Vorpommern zur Versorgung der Kunden heran­gezogen. Zusätzliche Dienstleistungsangebote bestehen im Bereich von vorhandenen und regelmäßig neu errichteten dezentralen Wärmeversorgungsanlagen.
Auf der Grundlage von Kundennachfragen hat die GmbH im Jahr 2015 begonnen, einen Stromvertrieb aufzubauen und dieses Angebot in den letzten Jahren kontinuierlich weiter ausgebaut. Um diese Leistungen entsprechend darzustellen, wurde die Geschäftsführung mit der Umsetzung der Umbenennung von ehemals Gasversorgung Vorpommern GmbH zu Energie Vorpommern GmbH und der damit notwendigen Anpassung des Gesellschaftervertrages beauftragt.
Seit dem 23.11.2016 gehören zum Gegenstand des Unternehmens die Lieferung, Beschaffung und die Erzeugung von Gas, Strom und Wärme und die Beteiligung an Unternehmen, deren Gegenstand der Betrieb von Energienetzen ist.
Die EVP hat in größerem Umfang Dienstleistungen von der SERVICE plus GmbH aus Neumünster bezogen.

1. Ziele und Strategien

Die Strategie der EVP muss sich einerseits an der fortschreitenden Entwicklung der Energiewende und andererseits am demografischen Wandel der Region orientieren. Die EVP setzt verstärkt auf den Vertrieb der Marke PeeneStrom und arbeitet verstärkt an der Kundenakquise im Bereich Strom und Erdgas zum Ausgleich des demografischen Wandels und zum Ausgleich wettbewerblicher Kundenverluste. Die Aktivitäten des Vertriebes und der kundennahe Service der EVP bilden dabei das Fundament für eine erfolgreiche Kundenbindung. Gleichzeitig ist die EVP bestrebt, weitere innovative Geschäftsfelder in Bezug auf Wärmeversorgung und Erneuerbarer Energien sowie E-Mobilität zu erschließen. Auf dieser Basis wird es der EVP gelingen, ihre etablierte Stellung als "Regionaler Energieversorger" zu halten und durch die Vernetzung in der Region sowie durch die bisher sehr gute Zusammenarbeit mit den kommunalen Gesellschaftern diese Basis für die Entwicklung neuer Energiekonzepte zur Einhaltung der Klimaziele der Bundesregierung und damit auch zur Stabilisierung ihrer Marktstellung zu nutzen. Mit Blick auf die weitere Entwicklung der Gesellschaft, insbesondere unter dem Einfluss der Reduzierung fossiler Energieträger, wird der Fokus der Gesellschaft auf einen verstärkten Vertrieb von elektrischer Energie und die Umsetzung Erneuerbarer Energien-Projekte neu ausgerichtet. Weiterhin sind Aktivitäten im Bereich Wärmeversorgung mittels unvermeidbarer industrieller Abwärme angelaufen. In diesem Zusammenhang ist die EVP ebenfalls im Bereich der kommunalen Wärmeplanung tätig, mit dem Ziel, neue Wärmesenken für sich zu erschließen.
Die Ergebnisse aus dem Jahr 2023 zeigen die positive Entwicklung der Gesellschaft in einem erneut energiewirtschaftlich herausfordernden Jahr.

Mit dem Jahr 2023 geht aus energiewirtschaftlicher Sicht ein weiteres ereignis- und facettenreiches Kapitel zu Ende. Anfangs stand vielerorts noch die Überwindung der Energiepreiskrise in Folge der ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland im Vordergrund. Eine rege Debatte um die steigenden Energiekosten entfachte sich und ließ Themen wie die Preisbremse und deren Umsetzung dominieren.

Im ersten Jahr nach dem Ausbruch der Energiekrise hat sich die deutsche Energiewirtschaft erfolgreich stabilisiert und zeigte sich sehr robust. Zusätzliche Gaslieferungen aus Westeuropa und zuverlässige LNG-Importe sorgten für eine gesicherte Gasversorgung. Seit Beginn 2023 sanken die Energiepreise wieder, lagen aber immer noch deutlich über dem Vorkrisenniveau.

Im Zuge der Energiekrise mit drohender Gasmangellage zeigte sich die langfristige Beschaffung bei existenziell wichtigen Handelspartnern mit direkten Importverträgen wie Sefe (wingas) oder uniper von besonderer Bedeutung. Die lokale Präsenz der EVP wurde von den verunsicherten Kunden sehr geschätzt, denn sie bot einen sicheren Anlaufpunkt, um Fragen und Sorgen zu adressieren.

Ein zentraler Schwerpunkt unserer strategischen Arbeit bleibt die Verbesserung unserer Wett­bewerbsfähigkeit in einem wieder zunehmenden Wettbewerbsumfeld, das durch aggressive, kurzfristig angepasste Preise, hohe Neukundenboni und "Haustürgeschäfte" etablierter Energieversorger im Bereich Neukunden geprägt ist.

Der Personalaufbau im Außendienst und die Organisation des Backoffice wurden abgeschlossen. Mit einem festen Personalbestand wollen wir die Stabilisierung im Endkundengeschäft fortsetzen und über die persönliche Betreuung eine noch stärkere Kundenbindung erreichen. Die Expansion in weitere Regionen von Vorpommern und Mecklenburg zur Vermarktung unserer Produkte werden wir fortsetzen. Als Kernpunkte sehen wir dabei unsere Kundenbüros (ENERGIE-Punkte) in den Städten Wolgast, Anklam, Greifswald und den Kaiserbädern. Für den Einsatz im regionalen Bereich haben wir seit 2019 ein Info-Mobil, das in regelmäßigen Abständen in der Region zum Einsatz kommt, um die Arbeit der ENERGIE-Punkte zu unterstützen.

Im Laufe des Jahres konnte die zunächst noch stark eingeschränkte Vertriebspräsenz der Außendienstmitarbeiter im regionalen und überregionalen Gas- und Stromgeschäft mit Geschäftskunden wieder voll aufgenommen werden. Die Mitarbeiter hatten regelmäßigen Kontakt zu den Kunden, um trotz der schwierigen Beschaffungssituationen neue Angebote zu legen und anfallende Probleme zu lösen. Wir sind überzeugt, durch diese Unterstützung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bei den Kunden einen Vertrauensbonus gewonnen zu haben, der uns bei einem intensiver und rauer werdenden Wettbewerb künftig einen Vorteil bietet.

3. Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft tätigt derzeit keine Produktentwicklungen.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland ist im Jahr 2023 um 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresverbrauch gesunken. Wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) in ihrem Jahresbericht schreibt, fiel der Energieverbrauch damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Den größten Einfluss auf den Rückgang des Energieverbrauchs hatte die zurückgehende wirtschaftliche Leistung in Deutschland. Vor allem die energieintensiven Industriezweige verzeichneten Produktionsrückgänge, was spürbare Auswirkungen auf den Energieverbrauch hatte. Ein weiterer Faktor waren die immer noch auf einem hohen Niveau liegenden Energiepreise. Verbrauchssenkend wirkte im Jahr 2023 zusätzlich die im Vergleich zum Vorjahr noch wärmere Witterung.

Das Versorgungsgebiet der EVP ist stark vom Hotel- und Gastronomiesektor sowie von Privatkunden mit Ferienhäusern geprägt. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3 Prozent niedriger als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung 0,1 Prozent. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland stockte im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld. Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Durch den Krieg in der Ukraine, den vergleichsweise hohen Energiepreisen und die Rekordinflation gab es aber hohe Unsicherheiten, die auch im Jahr 2023 dämpfend auf diesen Sektor einwirkten.

Die politischen und regulatorischen Vorgaben sowie Marktentwicklungen bilden die Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft, die regelmäßig durch wettbewerbsorientierte Maßnahmen beeinflusst wird. Deutschlands Weg zur Klimaneutralität ist im Klimaschutzgesetz vorgezeichnet. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 29. April 2021 und mit Blick auf das neue europäische Klimaziel 2030 hat der Bundestag hat am Freitag, 24. Juni 2022, den Gesetzentwurf der Bundesregierung "zur Änderung des Energiewirtschaftsrechts im Zusammenhang mit dem Klimaschutz-Sofortprogramm und zu Anpassungen im Recht der Endkundenbelieferung" (20/1599, 20/1977, 20/2137 Nr. 6) gebilligt. Um die Klimaschutzziele aus dem Übereinkommen von Paris zu erreichen, will Deutschland spätestens im Jahr 2045 klimaneutral sein. Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien ist dafür auch der Ausbau der Stromnetze von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus ist mit Blick auf die Sektorenkopplung ein Ausbau der Elektromobilität und damit verbundener Ladeinfrastrukturaufbau aber auch eine Elektrifizierung des Wärmesektors zwingend erforderlich.
Mit diesen Maßnahmen wird sich die fossile Energie verteuern und damit aus dem Markt verdrängt. Die Kopplung der Sektoren mit Hilfe von bestimmten energieeffizienten Technologien wie Wärmepumpenheizungen, KWK-Anlagen oder Elektroautos wird eine deutliche Senkung des Erdgasverbrauchs zur Folge haben.

Ein weiterer steter Begleiter der Berichterstattung in den Medien war im vergangenen Jahr natürlich auch die Versorgung mit LNG. Deutschland will seine Importkapazitäten für Flüssigerdgas (LNG) in den kommenden Jahren so stark ausbauen wie nur wenige andere Staaten. Deutschland plant langfristig mit Kapazitäten von 69 Milliarden Kubikmetern. Das sind mehr als die von der Bundesregierung im März geschätzten 54 bcm. So oder so befindet sich Deutschland damit unter den größten vier Zubauern von LNG-Terminals - zusammen mit China, Vietnam und Indien. Umweltschützer

kritisieren, dass Deutschland sich so noch für viele Jahre auf die Nutzung großer Mengen klimaschädlichen Erdgases festlegt und so die weltweite Förderung fossiler Rohstoffe weiter anheizt. Dennoch scheint es unvermeidbar, solch große Kapazitäten aufzubauen, da Deutschland ein wichtiges Transitland für Erdgas ist. Ab dem Jahr 2025 könnte Deutschland noch an Bedeutung gewinnen, denn zum Jahresende 2024 läuft der bestehende Gastransitvertrag durch die Ukraine nach Osteuropa aus, der derzeit noch Pipelinegaslieferungen ermöglicht. Ab 2025 könnten dann vor allem Österreich, Ungarn und die Slowakei auf Gaslieferungen über Deutschland angewiesen sein, da sie keinen Zugang zum Meer haben und somit kein Flüssigerdgas per Schiff importieren können.

Neben den Veränderungen der Energiemengen sind im Jahr 2023 auch deutliche Bewegungen bei den Preisen festzustellen. Im Vergleich zu 2022 haben sich die volumengewichteten Durchschnittspreise um mehr als die Hälfte reduziert. 2023 lag der durchschnittliche volumengewichtete Day-Ahead Börsenstrompreis bei 92,29 €/MWh bzw. 9,23 Cent/kWh, und der durchschnittliche volumengewichtete Intraday Stundenpreis betrug 97,92 €/MWh bzw. 9,79 Cent/kWh.

Dem gegenüber stehen Werte aus 2022 von 230,57 €/MWh (Day Ahead) und 232,55 €/MWh (Intraday). Tatsächlich sind die Durchschnittspreise 2023 sogar noch unter die Preise von 2021 gefallen. Damals lag der durchschnittliche volumengewichtete Day-Ahead Börsenstrompreis bei 93,36 €/MWh und der durchschnittliche volumengewichtete Intraday Stundenpreis bei 99,90 €/MWh. Die Lage am Strommarkt hat sich also im Vergleich zum Krisenjahr 2022 wieder deutlich entspannt, wenngleich die Preise signifikant höher bleiben als vor der Energiekrise. Mit dem inzwischen wieder zu verzeichnenden Preisrückgang sind jedoch wieder die "Discounter" im Neukundengeschäft aktiv.

2. Geschäftsverlauf

Der Verkauf von Erdgas und Strom an Endkunden wird zunehmend anspruchsvoller, die erfolgreiche Beschaffung immer komplexer. Die EVP hat auch 2023 ihren Bezug von Erdgas auf der Grundlage bestehender Bezugsverträge und einer von den Gesellschaftern getragenen Beschaffungsstrategie weiter optimiert. Mit Beschluss durch den Aufsichtsrat wurde bereits 2020 der Bezug für die Jahre 2023 und 2024 unter Einbeziehung der Energie Quader GmbH (EQ) als Dienstleister ausgeschrieben und vergeben. Aufgrund der krisenbedingten Neuordnung am deutschen Energiemarkt war es im Jahr 2023 nahezu ausgeschlossen, die bislang üblichen Vollversorgungsverträge für zukünftige Lieferungen abzuschließen. Es wurden nur noch Verträge mit strukturierter Beschaffung am Markt angeboten, welche für die Jahre 2025 und 2026 abgeschlossen wurden. Ferner ist der Abschluss eines eigenen Bilanzkreisvertrages bei THE vorgesehen.

Der Strombezug erfolgt nach Ausschreibung von derzeit einem Lieferanten und kann entsprechend der zunehmenden Kundenentwicklung angepasst werden. Mit Beschluss des Aufsichtsrates wurde auch die Strombeschaffung bereits 2020 ab 2023 durch EQ neu ausgeschrieben und der Risiko- und Beschaffungsleitfaden analog zur Gasbeschaffung angepasst. Die Beschaffung und die Überwachung erfolgen wie beim Gaseinkauf unter Einbeziehung von EQ.

Um auf die zunehmend preisorientierten Kundenwünsche im Industrie- und Gewerbekundenbereich eingehen zu können, können über die Lieferanten für Erdgas und Strom Zusatzmengen zu Marktpreisen angefragt und nach Kundenbestätigung beschafft werden. Der Bezug für das Lieferjahr 2024 ist bei Strom und Erdgas abgeschlossen. Bei Erdgas ergeben sich durch die hohe Flexibilität der Liefervereinbarungen keine Kapazitätsprobleme.

Der Wettbewerb in der Sparte Gas war 2023 im Bereich Firmenkunden (RLM) und Gewerbe- und Privatkunden (SLP) gerade zu Beginn des Jahres stark. Regionale und überregionale Anbieter nutzten die durch die EVP notwendigen Anpassungen der Gaspreise für Kundengewinne aus. Die Angebote anderer Marktteilnehmer mit zum Teil sehr hohen Wechselprämien erhöhten den Druck auf unsere Margen. Unsere ENERGIE-Punkte (Kundenbüros) vor allem in Wolgast und Anklam werden immer besser angenommen und haben einen großen Anteil bei der Rückgewinnung von Gaskunden und der Neukundengewinnung im Strombereich. Deshalb haben wir im Februar 2023 auch für die Region Grimmen einen ENERGIE-Punkt eröffnet. Eine erste Bilanz stimmt uns positiv, da wir somit persönlich ansprechbar sind und der "GrimmenEnergie" der Stadtwerke Greifswald Paroli bieten können.

Ein entscheidender Einschnitt in die vertrieblichen Aktivitäten der EVP ergab sich im Zusammenhang mit der Krisenkommunikation Anfang bis Mitte des Jahres 2023. Mit wiederholten und zum Teil falschen Abschlagsanpassungen der EVP in zum Teil überzogenen Höhen wurden viele Kunden genötigt, sich einen anderen Anbieter zu suchen. Die geforderten Abschläge der Kunden übertrafen teilweise das verfügbare monatliche Einkommen. Hierdurch wurden in vielen Fällen sowohl der Gasliefervertrag als auch der Stromliefervertrag mit der EVP gekündigt. Die Auswirkungen sind bis heute zu spüren. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist laut dem Vertriebsbericht mit einem Kundenrückgang im Bereich Gas von ca. 2.000 Zählpunkten zu rechnen.

Im Ergebnis ist der Gasabsatz für 2023 auf 315 MWh gesunken und liegt somit 6,8 % unter dem Niveau des Vorjahres. Dabei kam der wesentliche Rückgang aus dem Firmenkundengeschäft (-29,1 %). Im Privatkundenbereich blieb der Absatz mit einem Minus von 1,1 % zum Vorjahr weitgehend unverändert.
Um auf die gestiegenen Beschaffungspreise zu reagieren, wurden insbesondere im Gewerbebereich neue Erdgas- und Stromprodukte mit höheren marktfähigen Preisen eingeführt. Alle Vertragsbeziehungen wurden auf Bezugspreise hin geprüft und die notwendigen Vertragsanpassungen im Rahmen der Vertragsbedingungen durchgeführt. Im Rahmen dieser Anpassungen haben wir auch Kündigungen zum Jahresende vollzogen. Die Angebote der Gewerbekunden wurden wieder unterjährig geprüft und an die Entwicklung der Bezugspreise angepasst. Nach den Preisanpassungen bietet die EVP ihren Kunden auch weiterhin Preisstabilität je nach Vertragsabschluss bis 2024 an.

Der Erdgasvertrieb konnte trotz geringerer Vertriebsmengen einen verbesserten Ergebnisbeitrag leisten. Die Umsatzerlöse stiegen von insgesamt 20,5 Mio. € in 2022 auf jetzt 44,7 Mio. € in 2023.
Die bezogene Gasmenge von 333 GWh liegt unter dem Niveau des Vorjahres und wurde auch 2023 noch stark von der Mehr- und Mindermengenabrechnung (18 GWh) beeinflusst. Im Vergleich zu anderen Energieversorgern wirkt sich hier der vorwiegende Absatz in der Tourismuswirtschaft aus. In der Abnahmestruktur haben wir in den Wintermonaten meist Mindermengen - im Sommer dagegen Mehrmengen.
Durch die Absatzsteigerung sind die Kosten für den Gesamtbezug von 16,3 Mio. € in 2022 auf jetzt 40,3 Mio. € gestiegen. Darin enthalten sind die Aufwendungen für die Netznutzung, die sich preisbedingt auf 5,2 Mio. € (Vorjahr: 4,3 Mio. €) erhöht haben.
In der Erdgassparte betrug der Rohüberschuss 2023 4,4 Mio. € und liegt somit 4,8 % über dem des Vorjahres. Diese Entwicklung liegt oberhalb der witterungsgetriebenen Absatzbedingungen im Versorgungsgebiet der EVP und zeigt die gute Entwicklung in einem wettbewerbsintensiven Umfeld (ca. 100 Wettbewerber im eigenen Netz).

Bedingt durch den wieder zunehmenden Wettbewerbsdruck, welcher sich durch aggressive, kurzfristig angepasste Preise, hohe Neukundenboni und "Haustürgeschäfte" etablierter Energieversorger bei unseren Kunden und Neukunden im Stromvertrieb bemerkbar machte, konnten - zur Verbesserung unserer Wett­bewerbsfähigkeit - die in den Planungen zugrunde gelegten Margen nicht realisiert werden. Um den drohenden Kundenverlusten entgegenzuwirken, wurden die Vertriebspreise dem Wettbewerbsumfeld angepasst, wenngleich die niedrigeren Großhandelspreise auf der Beschaffungsseite der EVP nur zeitverzögert ihre positiven Effekte entfalteten. Hierdurch konnte die EVP dem extremen Wettbewerbs- und Preisdruck standhalten und im Ergebnis eine Stabilisierung der Kundenanzahl erreichen. Nachdem die Preisvorteile auf Seiten der Beschaffung der EVP für den Vertrieb wirksam werden, ist die Realisierung von Margen in Höhe wie vor der Energiekrise gegeben. Insgesamt war die Kundenanzahl sowohl im Großkundenkundensegment (RLM) als auch im Privat- und Gewerbekundensegment (SLP) moderat rückläufig und betrug zum Jahresende 2023 insgesamt 4.595 Kunden (-4,8 %). Der entsprechende Absatz an Letztverbraucher verringerte sich um 6,2 % auf 19,2 GWh etwas überproportional zur Kundenentwicklung, was auf den Verlust einiger, vergleichsweise absatzstarker RLM-Kunden zurückzuführen ist.

Die kaufmännische Betriebsführung einschließlich Wechselprozessen und Abrechnung wurde auch in 2023 vom Dienstleister SERVICE plus GmbH durchgeführt. Die Grundlagen der Betriebsführung sind im Betriebsführungsvertrag vereinbart. Hier kommt es zunehmend zu Abwicklungsproblemen, da die deutlich gestiegenen Kundenzahlen, häufigere Wechsel und nicht zuletzt erhebliche Mehraufwände und Arbeitsrückstände bei der Abwicklung der staatlichen Vorgaben die auf normalen Geschäftsverlauf ausgelegte Kapazität deutlich übersteigen. Die häufigen und zum Teil gravierenden Regeländerungen bei der Abwicklung vorgegebener Abgaben und insbesondere die nur zum Teil über Systemfunktionen abbildbaren, zusätzliche Aufgaben für die Abwicklung der Sofortmaßnahmen und der Preisdeckel sorgen für einen signifikanten Mehraufwand für Nacharbeiten und manuelle Behebung von Problemfällen. Die reduzierte Service-Qualität führt zu stark erhöhten Kundenbeschwerden und schwächt das Image der EVP als lokaler und verlässlicher Partner. Wir erwarten jedoch, dass der überwiegende Teil dieser Herausforderungen nicht dauerhaften Charakters ist und die Kundenzufriedenheit mittelfristig wieder gesteigert werden kann.

Die Marke der Energie Vorpommern GmbH "Gas und Strom für die Region" hat sich weiter positiv entwickelt und die Bekanntheit sowie die Akzeptanz konnten weiter gesteigert werden. Die Geschäftsleitung beurteilt den Geschäftsverlauf insgesamt als moderat optimistisch.

3. Lage

Die Lage des Unternehmens ist geprägt von unserem operativen Geschäft und der mit extremen Mehraufwand verbundenen Abwicklung der Soforthilfemaßnahmen und Preisbremsengesetze der Bundesregierung. Insgesamt kann unsere wirtschaftliche Lage dennoch als gut bezeichnet werden.
Die EVP, als regionaler Versorger mit Strom, Gas und Wärme, wird von den Einwohnern des Landkreises Vorpommern-Greifswald und darüber hinaus zunehmend als kundennahes, örtliches Unternehmen wahrgenommen. Verstärkt wird diese Wahrnehmung durch die ansteigenden Besuche von Kunden in unseren Kundenbüros in Wolgast, Anklam, Grimmen und Heringsdorf.
a) Ertragslage

Das Unternehmen erzielte in 2023 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 1,9 Mio. € (Vorjahr 2,9 Mio. €).
Die Gesamtumsatzerlöse stiegen in 2023 auf 55,3 Mio. € (Vorjahr: 26,3 Mio. €), was auf die sowohl in der Strom- als auch in der Gas-Sparte preisbedingt gestiegenen Umsatzerlöse zurückzuführen ist. Die Gaserlöse haben sich mit jetzt 40,9 Mio. € gegenüber dem Vorjahresniveau mehr als verdoppelt und die Stromerlöse mit jetzt 9,4 Mio. € nahezu verdoppelt. In der Wärmesparte erhöhten sich die Umsätze insbesondere mengenbedingt. Einige Preisgleitklauseln wurden Anfang 2023 vor dem Hintergrund der Auswirkungen durch die erhebliche Preisentwicklung aktualisiert und dämpften damit die Effekte aus dem gestiegenen Absatz.
Der Materialaufwand stieg insbesondere infolge der preisbedingt gestiegener Gas- und Strombezugsaufwendungen sowie aufgrund der gleichfalls preisbedingt gestiegenen entsprechenden Netzentgelte auf 50,1 Mio. € in 2023 (Vorjahr 21,0 Mio. €). Der Saldo aus Gesamtumsatzerlösen und Materialaufwand beträgt somit in 2023 rd. 4,4 Mio. € (Vorjahr 5,3 Mio. €).

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 0,1 Mio. € geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres. In 2023 konnten etwas geringere Erträge aus dem Eingang bereits abgeschriebener Forderungen erzielt werden.

Der sonstige betriebliche Aufwand liegt mit 2,4 Mio. € über dem Vorjahresniveau (Vorjahr 1,8 Mio. €). Hier stieg insbesondere die Vorsorge, die im Rahmen der Wertberichtigungen auf Forderungen getroffen wurde. Darüber hinaus fielen zusätzliche Dienstleistungsentgelte im Zuge der Umsetzung der Energiepreisbremse an. Zudem wurde der rückläufigen Kundenentwicklung in der Gassparte mit zusätzlichen Marketingmaßnahmen begegnet, was zu entsprechend höheren Aufwendungen führte. Ferner fielen im Rahmen der Eröffnung des ENERGIE-Punktes in Grimmen Aufwendungen an.

Aus dem Ergebnis der Beteiligung an der Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH konnten wir einen Ertrag über dem Vorjahresniveau in Höhe von 1,6 Mio. € vereinnahmen.

Der Steueraufwand ist im Wesentlichen ergebnisbedingt um 0,5 Mio. € auf 0,8 Mio. € gesunken.

Das Ergebnis nach Steuern beträgt 1,9 Mio. € nach 2,9 Mio. € im Vorjahr.

b) Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 11,6 Mio. € auf 36,9 Mio. €.

In 2023 investierte die EVP überwiegend in Wärmecontractinganlagen. Das Anlagevermögen erhöhte sich insgesamt geringfügig auf 20,0 Mio. €. Das Anlagevermögen wird weiterhin durch den Beteiligungsansatz an der Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH bestimmt.

Das Umlaufvermögen stieg insgesamt um 12,2 Mio. € auf 17,6 Mio. €. Während im Vorjahr bis zum Jahresende noch keine CO2-Zertifikate beschafft wurden, hatte die EVP bis Jahresende 2023 bereits entsprechenden Zertifikate in Höhe von 1,7 Mio. € erworben. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 14,2 Mio. € erheblich über dem Vorjahresniveau von 3,6 Mio. €. Ursächlich hierfür sind neben den im Frühjahr angepassten Abschlagsplänen die zum Jahresende noch nicht erstellten Jahresverbrauchsabrechnungen. Die Umsetzung der Energiepreisbremse im Rahmen der Jahresverbrauchsabrechnung gestaltete sich komplexer als absehbar.

Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen bestanden zum Stichtag nicht. Der entsprechende Vorjahreswert in Höhe von 0,6 Mio. € beinhaltete insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zusammen mit Forderungen aus der Gewinnabführung sowie Verbindlichkeiten aus dem Finanzclearing mit der Tochter Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH ausgewiesen wurden. Die sonstigen Vermögensgegenstände von 1,1 Mio. € (Vorjahr 0,8 Mio. €) betreffen neben Steuererstattungsansprüche insbesondere Forderungen aus Netznutzungsentgelten. Im Vorjahr beinhaltete diese Position zudem Forderungen aus dem Finanzclearing mit der HanseWerk AG.
Das Guthaben bei Kreditinstituten befand sich mit 0,5 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme verringerte sich auf 39,2 % (Vorjahr 59,7 %). Absolut sank das Eigenkapital um 0,3 Mio. € auf 14,7 Mio. €.
Die Rückstellungen stiegen deutlich um insgesamt 2,8 Mio. € auf 6,4 Mio. €, was wesentlich auf die  Rückstellungsbildung für Netzentgelte in der Strom- und Gas-Sparte als auch auf die Mehr- und Mindermengenabrechnung Gas zurückzuführen ist. Der Anpassungsbedarf bei den Pensionsrückstellungen und den Steuerrückstellungen waren gering.
Die Verbindlichkeiten liegen mit 16,4 Mio. € über dem Vorjahresniveau von 6,6 Mio. €. Im Einzelnen sanken die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechend der Tilgungsvereinbarungen auf 1,3 Mio. €. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sanken um 0,5 Mio. € auf 1,9 Mio. €. Im Vorjahr führte eine verzögerte Rechnungstellung durch den Gaslieferanten zu einem entsprechenden Anstieg in der Position. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestanden 2023 in Höhe von insgesamt 0,7 Mio. € und beinhalten Verbindlichkeiten aus dem Finanzclearing mit der Tochter Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die unter dieser Position ausgewiesenen Forderung aus der Ergebnisabführung. Im Vorjahr wurde insgesamt eine Forderung ausgewiesen.. Die sonstigen Verbindlichkeiten, die neben höheren Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus der Verbrauchsabrechnung insbesondere höhere Verbindlichkeiten aus dem Finanzclearing mit der HanseWerk AG beinhalten, erhöhten sich um 10,0 Mio. € auf 11,8 Mio. €. Die Steuerverbindlichkeiten unter anderem aus Umsatzsteuer lagen mit 0,6 Mio. € über dem Vorjahresniveau.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt -5,8 Mio. € und ist damit um 12,3 Mio. € niedriger als im Vorjahr (6,5 Mio. €).
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt 2,4 Mio. €. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt -2,6 Mio. €. Für das Geschäftsjahr war insgesamt ein Absinken des Finanzmittelfonds um 6,0 Mio. € zu verzeichnen.

4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Wichtiger Leistungsindikator ist der Jahresüberschuss. Dieser beträgt 1,9 Mio. € und unterschreitet die Planung um 1,1 Mio. €, was neben insbesondere auf geringere Margen sowohl im Gas- als auch in der Strom-Sparte zurückzuführen ist.
Weiterer wichtiger Indikator ist die verkaufte Gasmenge, diese beträgt 315 Mio. kWh und liegt damit aufgrund kundenbedingt geringerer Absätze an Gewerbe- und Großkunden (RLM) unter der geplanten Verkaufsmenge von insgesamt 334 Mio. kWh.

5. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Umweltschutz

Der Umfang der Aktivitäten zur Förderung eines rationellen und umweltschonenden Energieeinsatzes wird durch ein breites Beratungsangebot bestimmt. Auch in Vorpommern wurden bereits Maßnahmen ergriffen, um die Ziele der Energie- und Klimaschutzpolitik zu erreichen.
Neben den ersten Ladesäulen für die E-Mobilität in Wolgast und Ahlbeck wurden weitere Ladesäulen in Karlshagen, Usedom und Zinzow errichtet. Weitere Ladepunkte sind in Planung.
Mit der Kundenberatung für Privatkunden in Wolgast, Anklam, Grimmen und den Kaiserbädern werden wir den Bereich der Energie­effizienz und -spar­beratungen für Endverbraucher ausbauen und vor allem auch zu den vielfältigen Möglichkeiten zur Senkung des Energieverbrauchs und damit auch zur Kostenreduzierung beraten. Ferner arbeiten wir unter anderem aktiv in den Regionen Lubmin, Karlshagen oder Wolgast an Erneuerbaren Energien-Projekten. Beispielhaft sei an dieser Stelle die Freiflächen-PV-Anlage "Poppelberg" in Wolgast genannt. Diese soll im Jahr 2024 realisiert werden.

II. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Ende des Geschäftsjahres sind nicht eingetreten.

III. Prognosebericht

In der Prognose noch nicht berücksichtigt sind die schwer abzuschätzenden Folgen des Ukraine-Konflikts. Sein weiterer Verlauf, die Sanktionen gegen Russland und ihre Rückwirkungen auf die europäische Energieversorgung können erhebliche Auswirkungen auf unser Geschäft haben. Ferner haben die Spannungen im Nahen Osten einen erheblichen Einfluss auf die Rohstoff- und Energiepreise.

Das Absatzvolumen der Energie Vorpommern GmbH ist aufgrund des ausgewogenen Verhältnisses von Privat- und überwiegend im Hotel- und Gaststättenwesen tätigen Geschäftskunden verhältnismäßig unabhängig von der unmittelbaren konjunkturellen Entwicklung. Daher ergeben sich aus der konjunkturellen Abschwächung keine nennenswerten Auswirkungen auf die Entwicklung der Gesellschaft. Von zentraler Bedeutung sind jedoch Abweichungen vom langjährigen Temperaturmittel insbesondere in der Heizperiode eines Jahres und die steigende Preisentwicklung auf den Rohstoff­märkten.
Von der derzeitigen Entwicklung der Weltmarktpreise für Erdgas leitet die EVP die Erwartung ab, dass die derzeit wieder rückläufigen Bezugspreise für Gas und Strom Druck auf die bestehenden Verträge ausüben werden. Um weitere Kundenverluste zu vermeiden, sind Anschlussverträge nur mit starken Preissenkungen, die sich direkt an der Marktentwicklung orientieren, abzuschließen. Auch im Stromsegment ist eine Anpassung der Endkundenpreise an die Marktpreise notwendig.

Auf Grund der hohen Altersstruktur der Bevölkerung in unserem Vertriebsgebiet und als Ergebnis von Kundenbefragungen gehen wir von einem steigenden Beratungsbedarf in Fragen der Energieversorgung aus. Deshalb haben wir unser Angebot an Kundenberatungen in Wolgast, Anklam und Kaiserbäder um den Standort Grimmen erweitert. Da wir bedingt durch unser großes Versorgungsgebiet nicht alle Interessenten zu den ENERGIE-Punkten bekommen, werden wir nach Möglichkeit auch 2024 örtliche Veranstaltungen nutzen, um Kunden auf unsere Leistungen hinzuweisen und durch das Angebot der direkten Ansprache die Kundenanzahl wieder zu steigern.
Bei der Wärmesparte gehen wir derzeit nicht von einem sprunghaften Wachstum aus. Aber wir konnten durch gezieltes Marketing nicht nur die Zusammenarbeit mit der Wohnungsgesellschaft in Heringsdorf weiter ausbauen, sondern auch in Mölschow in Verhandlungen zur Errichtung eines Nahwärmenetzes einsteigen. Auf Grundlage der Situation bei den fossilen Energieträgern suchen wir jetzt jedoch nach erneuerbaren Lösungen für unsere Contracting-Anlagen.
Mit Berücksichtigung dieser Faktoren und einer normalen Wetterlage gehen wir in den nächsten Jahren von einer Festigung der Absatzmengen im eigenen Netzgebiet und weiteren Zuwächsen im Umland aus. Vor allem unser Stromangebot mit den weiter wachsenden Kundenzahlen wird uns dabei unterstützen. Trotz Mengenzugewinnen ist u.a. aufgrund des Preisdrucks von insgesamt sinkenden Umsatzerlösen auszugehen und mit einem Rückgang der spezifischen Margen zu rechnen.

Da unsere Marktanteile im Versorgungsgebiet mittelfristig weiter abnehmen, werden wir uns verstärkt auf neue Versorgungsgebiete im unmittelbaren Umland konzentrieren und ggf. auch strategische Vertriebspartnerschaften eingehen. Dabei soll uns auch die Entwicklung und Ausstrahlung unserer Marke im Umland helfen.
Aufgrund der aktuellen EEX-Preise erwarten wir für 2024 weiter fallende Bezugskonditionen.

Der wieder zunehmende Marktdruck kann sich negativ auf unsere Vertriebsziele für 2024 und 2025 auswirken.
Vorbehaltlich der schwer einzuschätzenden Risiken aus Preisen und Verfügbarkeiten gehen wir derzeit davon aus, dass wir im laufenden Geschäftsjahr an das gute operative Ergebnis von 2023 nicht übertreffen können.
Ausgehend von der derzeitigen Entwicklung planen wir für 2024 einen Jahresüberschusses von ca. 2,4 Mio. € und einen Umsatz von ca. 34 Mio. €.

IV. Chancen- und Risikobericht
Im Rahmen der energiewirtschaftlichen Aktivitäten ist die EVP unterschiedlichen Chancen und Risiken ausgesetzt. Der Erfolg hängt im Wesentlichen von einem verantwortungsbewussten Umgang mit den Risiken ab. Allerdings gibt es durch den russischen Angriff auf die Ukraine und die starke Beschleunigung des Umbaus der Energiewirtschaft hin zu erneuerbaren Energien neue Unwägbarkeiten. Welche Auswirkungen diese Effekte auf den Geschäftsverlauf der EVP haben werden, lässt sich derzeit noch nicht abschließend einschätzen.
Die Energie Vorpommern GmbH ist unmittelbar und vollumfänglich in die Risiko­managementsysteme der Betriebsführer HanseWerk AG und SERVICE plus GmbH eingebunden. Diese haben auf Basis der geltenden Richtlinien mit entsprechenden Dokumentations- und Meldepflichten ein Risikomanagementsystem eingerichtet, das sicherstellt, dass die Geschäftsführung regelmäßig über die Risikosituation angemessen informiert wird, um entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Der Aufsichtsrat wird im Rahmen der Berichterstattung regelmäßig über die Risikolage des Unternehmens unterrichtet.
Zur Auswertung von Kennzahlen haben wir ein Reportingsystem aufgebaut. Das Reporting unterstützt die Unternehmensführung bei der operativen und strategischen Unternehmensführung. Durch den kaufmännischen Dienstleister der EVP, die SERVICE plus GmbH, wird dieser Report auf der Grundlage einer Vielzahl von Unternehmensdaten aus verschiedenen Systemen anhand von Merkmalen gruppiert, verdichtet und stichtagsbezogen dargestellt. Über die Finanzwirtschaft (Liquidität, Forderungen und Verbindlichkeiten) bis zur Beschaffung, Abrechnung und zu den Vertriebsaktivitäten wird monatlich der Stand des Unternehmens dargestellt. Die Berichterstattung ermöglicht es der Geschäftsführung, sich unterjährig einen Überblick zu verschaffen und bei Bedarf schnell konkrete Themen weiter zu vertiefen oder auf sich abzeichnende Tendenzen einzuwirken.
Hervorzuheben sind die Auswertungen der Aktionen und Vorgänge im Kundenkontaktmanagement sowie der Vertriebsaktivitäten. Die monatlichen Ergebnisse werden ausgewertet und als Vertriebsreport monatlich als Basis der weiteren Vertriebsarbeit genutzt. An einer weiteren Spezialisierung unter Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen wird derzeit in Zusammenarbeit mit weiteren Beteiligungen der SERVICE plus GmbH gearbeitet.
1. Risikobericht
Durch Abhängigkeiten von politischen Entscheidungen in Bund, Land und Kommune können Gefahren für das Unternehmen entstehen. Um diese frühzeitig zu erkennen, ist es für die EVP wie auch in den Vorjahren von großer Bedeutung, Verbandsarbeit zu leisten und Austausch mit den zuständigen Behörden zu führen.
Ein Risiko stellt der unvorhergesehene Ausfall von Mitarbeitern bei der EVP wie auch bei deren Dienstleistern dar, insbesondere bei denen, die über ein hohes Maß an Spezialwissen verfügen. Um das Risiko möglichst gering zu halten, setzt die EVP daher weiterhin auf regelmäßige Schulungen und Weiterbildungen des Personals. Nennenswerte Risiken, denen wir entweder mit Risikokompensation, -reduzierung bzw. -vermeidung oder aber mit vertretbarer Risikoakzeptanz begegnen, stellen sich wie folgt dar:

Branchenspezifische Risiken:

Branchenspezifische Risiken der Energiewirtschaft sind das Marktpreis- und Mengenrisiko sowie das Strukturierungsrisiko bei der Beschaffung und dem Absatz von Energie. Die Risiken auf der Beschaffungsseite reduzieren wir im Rahmen unseres Risikohandbuches durch eine Beschaffung von unterschiedlichen Tranchen­ zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Die zukünftig vermehrt anzutreffende strukturierte Beschaffung im Strom- und Gaseinkauf wird insbesondere das temperaturbedingte Strukturierungsrisiko beim Gaseinkauf berücksichtigen müssen.

Mit dem Ausbau der LNG-Kapazitäten in Deutschland hat sich das Risiko von ausbleibenden Lieferangeboten reduziert. Die Versorgungslage ist stabil, welches sich positiv mit sinkenden Preisen beim Energieeinkauf bemerkbar macht. Die schwächelnde deutsche Wirtschaft und die damit einhergehende sinkende Nachfrage nach Energie setzt die Großhandelspreise ebenfalls unter Druck.

Weitere Risiken ergeben sich aus Preisanpassungen und deren Umsetzung bei der Weitergabe an den Kunden sowie der Rechtsprechung. Die zunehmenden Abwicklungsprobleme durch die erheblichen Mehraufwände für staatliche Maßnahmen wie zum Beispiel die Abwicklung des Erdgas-Wärme-Soforthilfe-Gesetzes und die Umsetzung der Preisbremsen in den Abrechnungssystemen führen zu einer reduzierten Service-Qualität, stark erhöhten Kundenbeschwerden und einer Schwächung des Images der Energie Vorpommern als lokaler und verlässlicher Partner. Da wir davon ausgehen, dass sich die Situation mittelfristig wieder verbessert und die Kundenzufriedenheit wieder steigt, sehen wir dieses als temporäres Problem und damit als beherrschbares Risiko an.
Bestandsgefährdende Risiken sind derzeit nicht erkennbar.

Ertragsorientierte Risiken

Die Grundgeschäfte der EVP sind den üblichen energiewirtschaftlichen und wettbewerblichen Risiken ausgesetzt. Um hier mithalten zu können, gilt es, in einem sich schnell ändernden Umfeld eine ebenso flexible Anpassung der Denk- und Arbeitsweisen umzusetzen. Das liberalisierte Marktumfeld, in dem sich die EVP bewegt, unterliegt einer stark steigenden Wettbewerbsintensität. Der Margendruck nimmt stetig zu. Kunden vergleichen bei steigenden Bezugspreisen immer bewusster Preise und wechseln ihren Energieversorger. Die historisch sehr hohen Gas- und Strompreise im Berichtszeitraum verstärken den Preisdruck und die Wechselbereitschaft erheblich und bringen die Gefahr mittelfristig zunehmender Kundenverluste. Deshalb sind wettbewerbsfähige Marktpreise und ständig weitere attraktive, neue Angebote erforderlich.

Wie die Ergebnisse der letzten Geschäftsjahre zeigen, sind die Umsätze und damit das Ergebnis in hohem Maße witterungsabhängig. Ungewöhnlich milde Wetterphasen während der Herbst- und Wintermonate können sich negativ auswirken.

Zugleich wird zukünftig das Risiko aus der wegfallenden Flexibilität der Vollversorgungsverträge zu berücksichtigen sein. Dieses Risiko ergibt sich neben den witterungsbedingten Faktoren auch zusätzlich durch den Wegfall der Abnahmen durch Kaufkraftprobleme der Kunden.
Aufgrund einer längerfristigen Beschaffungsstrategie kann die Gesellschaft nicht immer in vollem Umfang auf den teilweise aggressiven Markt reagieren. Die Beschaffungsstrategie gewinnt jedoch zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung und ist entscheidend dafür, ob eine Belieferung überhaupt positive Margen erzielen kann. Neue Vertriebsstrategien, neue Märkte und neue Produkte erfordern eine flexible und auf die Bedürfnisse des Vertriebs ausgerichtete Beschaffung.

Sonstige Risiken

Risiken der künftigen Entwicklung sehen wir weiterhin in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld, schwankenden Preisniveaus und erhöhten gesetzlichen Regelungen. Vor dem Hintergrund unserer finanziellen Stabilität sehen wir uns durch unser Risikomanagement für die Bewältigung der künftigen Risiken aber gut gerüstet. Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar.
Dennoch können Veränderungen des politischen und regulatorischen Rahmens erhebliche negative Auswirkungen auf das Geschäft der EVP haben.
Das Geschäftsjahr war auch durch die Auswirkungen der Kaufkraft-Änderungen der Kunden geprägt. Die EVP war und ist durch die hohe Inflation wirtschaftlich mittelbar und unmittelbar im Bereich Tourismus tangiert und so indirekt betroffen.
Als Betreiber von kritischer Infrastruktur lief das operative Geschäft, den Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung angepasst, weitestgehend normal weiter. Jederzeit wurde die Versorgungssicherheit im Netzgebiet gewährleistet.
Preisbedingte Anstiege von Forderungsausfällen konnten im Berichtszeitraum noch nicht registriert werden. Aus Kundenkontakten sind aber Schwierigkeiten absehbar, die in Einzelfällen die Leistungsfähigkeit des Kunden überfordern. Daher sind hier zunehmende Forderungsausfälle absehbar. Hierfür wurden in der Kalkulation der Preise entsprechende Vorkehrungen getroffen, die die Folgen abfangen sollen. Derzeit sind aber keine den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Risiken erkennbar.

Weitere externe Risiken ergeben sich aus dem regulatorischen Umfeld und den Kartellbehörden des Landes oder des Bundes. Das regulatorische Risiko besteht darin, geplante Netzentgelte der Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH künftig aufgrund von Entscheidungen der BNetzA nicht erlösen zu können. Ein sinkendes Beteiligungsergebnis wäre die Folge. Wir begegnen dieser Entwicklung mit kontinuierlichem Kosten- und Assetmanagement sowie durch die regelmäßige Analyse und Bewertung unseres strategischen Geschäftsfeldes.

Ukraine-Krieg

Der seit dem 24. Februar 2022 herrschende Krieg in der Ukraine und die von der EU verhängten Sanktionen gegen Russland haben Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und Energiewirtschaft. Steigende Preise für Strom, Gas und weitere Rohstoffe sowie mögliche Lieferengpässe haben zu höherer Inflation und geringerem Wirtschaftswachstum geführt. Für die EVP können sich hierdurch auch zukünftig noch einmal höhere Aufwendungen für die Energiebeschaffung ergeben. Bei der Beschaffung von Materialien und Dienstleistungen kann es zu deutlichen Preissteigerungen und Lieferengpässen kommen. Die durch den Ukraine-Krieg beschleunigte Neuausrichtung der deutschen Energiepolitik wird nicht nur die Abhängigkeit von russischem Erdgas verringern, sondern die Abkehr von fossilen Energien generell beschleunigen. Hieraus sind mittelfristig Auswirkungen auf das Geschäft der EVP zu erwarten, die die EVP durch den Ausbau Erneuerbarer Energien-Projekte und dem Aufbau eines eigenen Erzeugungs-Portfolios an Erneuerbarer Energien begegnen will.

Finanzwirtschaftliche Risiken
Risiken aus Zahlungsstromschwankungen und damit verbundene Liquiditätsrisiken haben sich durch die Preisveränderungen und die Maßnahmen zur Preisdeckelung erhöht. Die EVP verringert diese aber durch die Einbindung in das Cash-Pooling der HanseWerk AG. Im Rahmen des kaufmännischen Betriebsführungs­vertrages und weiterer Vereinbarungen erfolgt die Überwachung der Ausfallrisiken über ein unternehmensweites Forderungsmanagement.

2. Chancenbericht
Durch die enge Zusammenarbeit mit den Betriebsführern HanseWerk AG und SERVICE plus GmbH wurde in den vergangenen Jahren eine breite Datenbasis für Entscheidungsfindungen und zum Risikomanagement aufgebaut. Der Geschäftsleitung stehen durch die Einbindung in Informationsflüsse aus verschiedenen Kooperationen und durch die Mitarbeit in branchenbezogenen Arbeitskreisen aktuelle Informationen über wirtschaftliche, politische und rechtliche Veränderung in der Energieversorgung zur Verfügung.
Aufgrund der Attraktivität der Region, seiner geografischen Lage und speziell des Versorgungsgebietes der Insel Usedom kann eine Stabilisierung des Absatzes und eine weitere Verdichtung des bestehenden Versorgungsnetzes erwartet werden. Investitionen werden vor allem in den Ausbau der Infrastruktur, des Gastgewerbes aber auch des Gesundheitstourismus erwartet. Regelmäßig wachsende Besucher- und Gästezahlen bestätigen die Entwicklung. Saisonverlängernde Maßnahmen und Aktivitäten in der Region unterstützen den Prozess.

Die Energiekrise führte in 2023 zu weiteren Veränderungen in der Kundenstruktur. Zukünftig sollen vor allem durch eine Verstärkung der Vertriebsaktionen weitere Kundenpotentiale aus der Rückgewinnung verlorener Privatkunden im Netzgebiet der Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH erschlossen werden. Weiterhin werden wir auch 2024 unser Stromgeschäft weiter ausbauen. Steigerungen erwarten wir vor allem im Ausbau der Gaslieferungen über das Versorgungsgebiet der Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH hinaus. Im überregionalen Gasgeschäft liegen interessante Wachstumschancen, womit wir Mengenverluste im Kernversorgungsgebiet abfangen und mittelfristig wieder Absatzsteigerungen erreichen werden.

3. Gesamtaussage
Die Ergebnisse für 2023 sichern uns ein stabiles Fundament. Der EVP ist es gelungen, sich als regionaler Gasversorger und seit der Umfirmierung ab November 2016 auch als Energieversorger im Wettbewerb zu etablieren und ein Image als regionaler, sicherer und zuverlässiger Energieversorger gegenüber anderen Anbietern aus der Region aufzubauen. Risiken der künftigen Entwicklung sehen wir in der Volatilität der Energiepreise und einem weiterhin schwie­rigen Wettbewerbsumfeld. Durch organisatorische Maßnahmen und die kontinuierliche Anpassung des Risikomanagementsystems sollen derartige Risiken in der Zukunft frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Wenn die EVP die Transformation der Energiewirtschaft aktiv mitgestaltet, bestehen aus heutiger Sicht für die Zukunft keine Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten.

V. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Gesellschaft ist die Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Beim Management der Finanzpositionen verfolgt das Unternehmen eine konservative Risikopolitik. Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten.
Die Gesellschaft verfügt über einen solventen Kundenstamm. Die Forderungen werden über ein effizientes Mahnwesen überwacht und Ausfälle minimiert.
Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein adäquates Debitorenmanagement.

VI. Bericht über Zweigniederlassungen

Neben dem Geschäftssitz in Trassenheide unterhält die EVP Kundenbüros in Wolgast, in Anklam, in Heringsdorf, in Grimmen und ein weiteres Vertriebsbüro in der Niederlassung der HanseGas AG in Greifswald.

 

Trassenheide, 05.06.2024


Geschäftsführer der Energie Vorpommern GmbH

gez. Udo Arndt

gez. René Otto

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 20.032.682,97 19.898.159,07
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 0,00
1. sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 0,00
II. Sachanlagen 1.363.597,96 1.229.074,06
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 21.181,43 21.670,23
2. technische Anlagen und Maschinen 958.287,46 879.131,44
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 211.489,82 172.537,14
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 172.639,25 155.735,25
III. Finanzanlagen 18.669.085,01 18.669.085,01
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 18.669.085,01 18.669.085,01
B. Umlaufvermögen 17.571.383,55 5.341.166,93
I. Vorräte 1.713.159,77 0,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 15.360.569,98 4.964.200,59
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14.214.643,42 3.556.152,31
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0,00 568.992,63
3. sonstige Vermögensgegenstände 1.145.926,56 839.055,65
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 497.653,80 376.966,34
C. Rechnungsabgrenzungsposten 6.772,43 4.492,47
Bilanzsumme, Summe Aktiva 37.610.838,95 25.243.818,47

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 14.726.822,02 15.075.831,22
I. gezeichnetes Kapital 6.200.000,00 6.200.000,00
II. Gewinnrücklagen 6.587.552,62 5.885.829,31
III. Gewinnvortrag 88.278,60 88.278,60
IV. Jahresüberschuss 1.850.990,80 2.901.723,31
B. Rückstellungen 6.370.861,00 3.561.546,53
C. Verbindlichkeiten 16.383.756,15 6.606.440,72
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.268.124,85 1.415.625,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.924.912,84 2.402.804,78
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 724.975,31 0,00
4. sonstige Verbindlichkeiten 12.465.743,15 2.788.010,94
davon aus Steuern 643.522,23 946.160,67
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 9.928,88 -25,64
D. Passive latente Steuern 129.399,78 0,00
Bilanzsumme, Summe Passiva 37.610.838,95 25.243.818,47

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 4.506.560,90 5.426.308,77
2. Personalaufwand 692.658,04 585.793,47
a) Löhne und Gehälter 593.304,75 516.762,94
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 99.353,29 69.030,53
3. Abschreibungen 128.461,09 100.419,79
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 128.461,09 100.419,79
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 2.410.824,37 1.805.551,49
5. auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags erhaltene Gewinne 1.629.823,99 1.316.648,29
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 52.318,67 19.227,78
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 280.536,64 56.242,34
8. Steuern vom Einkommen und Ertrag 794.934,76 1.286.665,17
9. Ergebnis nach Steuern 1.881.288,66 2.927.512,58
10. sonstige Steuern 30.297,86 25.789,27
Jahresüberschuss 1.850.990,80 2.901.723,31

Anhang

Allgemeine Angaben

Der Sitz der Gesellschaft ist Trassenheide. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 2443 im Register beim Amtsgericht Stralsund eingetragen.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 ist nach den Vorschriften des HGB für große Kapitalgesellschaften aufgestellt worden.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewendeten Ansatz- und Bewertungsmethoden werden stetig angewendet.

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt unter der Annahme der Unternehmensfortführung (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB).

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei den Gegenständen des Anlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, sind die Anschaffungskosten um planmäßige Abschreibungen vermindert. Bei der Nutzungsdauer wird grundsätzlich auf die Nutzungsdauer des wirtschaftlichen Werteverzehrs abgestellt. Zu deren Ermittlung werden die steuerlichen Abschreibungstabellen herangezogen, soweit die dort genannten Nutzungsdauern innerhalb der Bandbreite handelsrechtlich zulässiger Nutzungsdauern liegen. Die verwendeten Nutzungsdauern sind:


Nutzungsdauer
Immaterielle Vermögensgegenstände
3 Jahre
Grundstücke und Bauten
50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen
5 bis 20 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
1 bis 20 Jahre


Zugänge ab dem Geschäftsjahr 2010 werden ausschließlich linear entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Es wurde von dem Wahlrecht gem. Art. 67 Abs. 4 EGHGB Gebrauch gemacht und die Wertansätze fortgeführt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens bis zu einem Anschaffungspreis von 800 EUR sind voll abgeschrieben.

Die Anteile an verbundenen und beteiligten Unternehmen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungskosten gem. § 253 Abs. 1 HGB bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden erkennbare Einzelrisiken durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko wurde durch eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1 % auf die Netto-Forderungen ausreichend Rechnung getragen.
Innerhalb der Forderungen aus Energielieferungen sind erhaltene Abschlagszahlungen auf den abgegrenzten, noch nicht abgelesenen Verbrauch unserer Kunden verrechnet. Die Ermittlung der abgegrenzten Forderungen erfolgt kundenindividuell unter Berücksichtigung von Gesamtmengen.

Die liquiden Mittel entsprechen den Nominalwerten.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen. Die Auflösung des Postens erfolgt linear entsprechend dem Zeitablauf.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handels- und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des Ertragssteuersatzes von aktuell 30,0 %. Der kombinierte Ertragssteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Im Falle einer Steuerentlastung wird vom entsprechenden Aktivierungswahlrecht kein Gebrauch gemacht. Im Geschäftsjahr ergeben sich passive Steuerlatenzen im Wesentlichen aufgrund von temporären Wertdifferenzen zwischen handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen im Anlagevermögen sowie bei den Pensions- und den sonstigen Rückstellungen. Die passivierten latenten Steuern in Höhe von T€ 129 ergeben sich aus dem Saldo aus aktiven latenten Steuern (T€ 87) und passiven latenten Steuern (T€ 216).

Das Gezeichnete Kapital ist mit dem Nennbetrag angesetzt.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfolgt einheitlich nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Anwendung der nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen üblichen Projected Unit Credit Methode. Für die Abzinsung der Pensionsverpflichtung wird der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben bzw. 10 Geschäftsjahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren zugrunde gelegt. Weiterhin sind ein Gehaltstrend und eine Rentendynamik berücksichtigt. Den versicherungsmathematischen Rückstellungsberechnungen liegen im Wirtschaftsjahr 2023 als Rechnungsgrundlagen die Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck auf der Basis eines Zinsfußes von 1,82 % p.a. für 10 Jahre Durchschnittsbildung (Vorjahr 1,78 % p.a.) sowie 1,72 % p.a. für 7 Jahre Durchschnittsbildung (Vorjahr 1,44 % p.a.) zugrunde. Hierbei wurde wie im Vorjahr eine Rentendynamik mit 0,00 % p.a., 1,00 % p.a. bzw. 2,00 % p.a. einbezogen.
Als Bewertungsendalter werden grundsätzlich die frühestmöglichen Altersgrenzen in der gesetzlichen Rentenversicherung unter Berücksichtigung der Regelungen des RV-Altersgrenzenanpassungsgesetzes vom 20.04.2007 herangezogen.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen auf der Grundlage einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Abschlussstichtag vorgenommen. Als Abzinsungssätze werden die den Restlaufzeiten der Rückstellungen entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssätze der vergangenen sieben Geschäftsjahre verwendet, wie sie von der Deutschen Bundesbank monatlich bekannt gegeben
werden.

Die erhaltenen Anzahlungen sind um die darin enthaltene Umsatzsteuer vermindert (Nettomethode).

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen
Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Neben den Forderungen aus der Abrechnung von Energielieferungen werden hier auch die Forderungen aus abgegrenzten, noch nicht fakturierten Lieferungen und Leistungen (T€ 22.971; Vorjahr T€ 9.444) erfasst, die mit den hierfür erhaltenen Teilbeträgen (T€ 13.174; Vorjahr T€ 8.523) verrechnet wurden.

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Rückstellungen betreffen Pensionsverpflichtungen, die auf Grund des Tarifvertrages über die betriebliche Zusatzrentenversicherung der energie- und versorgungswirtschaftlichen Unternehmen vom 9. Oktober 1990 und 16. Oktober 1992 sowie aufgrund der Versorgungszusage gegenüber den früheren Geschäftsführern bestehen.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Erfüllungsbetrag, der sich zum 31.12.2023 bei Diskontierung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre ergibt, zu dem Erfüllungsbetrag nach den geänderten neuen biometrischen Rechnungsgrundlagen "Heubeck-Richttafeln 2018 G", unterliegt gem. § 253 Abs. 6 HGB einer Ausschüttungssperre. Der Unterschiedsbetrag ermittelt sich wie folgt:

Erfüllungsbetrag bei zehnjähriger Durchschnittsbildung 697.591 €
Erfüllungsbetrag bei siebenjähriger Durchschnittsbildung 704.346 €

Unterschiedsbetrag aufgrund der unterschiedlichen
Durchschnittsbildung, der einer Ausschüttungssperre unterliegt         6.755 €

Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen betreffen mit T€ 3 (Vorjahr T€ 3) Rückstellungen im Bereich Personalwesen, mit T€ 13 (Vorjahr T€ 13) Prüfungskosten sowie mit T€ 4.926 (Vorjahr T€ 2.013) ausstehende Rechnungen. Es wurde weiterhin eine Rückstellung für Drohverluste T€ 42 gebildet (Vorjahr T€ 145).

Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:



 
Restlaufzeit
 
bis zu 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
 




Verbindlichkeiten
gegenüber Kredit-
instituten
147.499,85
590.000,00
530.625,00
1.268.124,85
(Vorjahr)
(147.500,00)
(590.000,00)
(678.125)
(1.415.625,00)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
1.924.912,84
0,00
0,00
1.924.912,84
(Vorjahr)
(2.402.804,78)
(0,00)
(0,00)
(2.402.804,78)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
724.975,31
0,00
0,00
724.975,31
(Vorjahr)
(0,00)
(0,00)
(0,00)
(0,00)
Sonstige Verbindlichkeiten
12.465.743,15
0,00
0,00
12.465.743,15
(Vorjahr)
(2.788.010,94)
0,00
 ( 0,00)
(2.788.010,94)
Gesamt 
15.263.131,15
590.000,00
530.625,00
16.383.756,15
(Vorjahr)
(5.338.315,72)
(590.000,00)
(678.125,00)
(6.606.440,72)



Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen T€ 725 (Vorjahr T€ 0) betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten gegenüber der Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH. Diese resultieren aus Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr T€ 704 (Vorjahr T€ 0), den Forderungen aus der Verlustübernahme T€ 1.630 (Vorjahr T€ 2.617) sowie dem Finanzclearing T€ 1.651 (Vorjahr T€ 2.763).

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Steuerverbindlichkeiten in Höhe von T€ 638 (Vorjahr
T€ 941) enthalten. Es werden zudem Verbindlichkeiten aus Finanzclearing gegenüber
einem dritten Unternehmen in Höhe von T€ 6.796 ausgewiesen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

In dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von T€ 52 (Vorjahr T€ 19) enthalten.

Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen von T€ 133.295 betreffen:


Fälligkeiten im folgenden Geschäftsjahr
Fälligkeiten in den folgenden Geschäftsjahren

T€
T€
Netznutzungsverträge Energielieferverträge
Dienstleistungsverträge
11.500 21.184
1.117
35.534 62.810
1.151
Gesamt
33.801
99.494



Von den sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen T€ 26.680 (Vorjahr T€ 26.680) verbundene Unternehmen und T€ 2.268 (Vorjahr T€ 3.055) Gesellschafter.

Abschlussprüfer
Für die Leistungen des Abschlussprüfers wurden in 2023 folgende Leistungen erfasst:
Jahresabschlussprüfung T€ 13

Mitarbeiter
Im Geschäftsjahr wurden 9 Arbeitnehmer (Vorjahr 8) beschäftigt, davon 1 geringfügig Beschäftigter.

Geschäftsführung
Udo Arndt, Trassenheide
Andreas Wollkopf, Stutensee (bis 11.07.2023)
René Otto, Burg Stargard (seit 01.01.2024) .

Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Es wurde eine Rückstellung mit T€ 698 für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitgliedern der Geschäftsleitung gebildet.

Aufsichtsrat
Martin Schröter, Bürgermeister der Stadt Wolgast, Vorsitzender

Matthias Boxberger, Vorsitzender des Vorstands und Vorstand Technik der HanseWerk AG, Quickborn, stellvertretender Vorsitzender

Kerstin Teske, Amt Usedom-Nord
Michael Ebert, HanseWerk AG, Quickborn
Laura Isabelle Marisken, Bürgermeisterin der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf
Werner Schön, Bürgermeister der Gemeinde Zempin
Arne Wendt, Geschäftsführer SERVICE plus GmbH, Neumünster

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr € 3.450,00 (Vorjahr € 2.530,00) an Bezügen erhalten.

Angaben gemäß § 6b EnWG
Die Energie Vorpommern GmbH hat im Geschäftsjahr 2023 Geschäfte größeren Umfangs gemäß § 6b Abs. 2 EnWG mit den folgenden Unternehmen durchgeführt:
·  Bezug von sonstigen Leistungen, insbesondere kaufmännische Betriebsführung von der SERVICE plus GmbH, Neumünster, mit einem Volumen von T€ 1.058 (Vorjahr
T€ 984).
·  Finanzclearing mit der HanseWerk AG, Quickborn, zu marktüblichen Konditionen.
Es fielen Zinsaufwendungen über T€ 179 (Vorjahr T€ 13) an.
·  Finanzclearing mit der Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH, Trassenheide, zu marktüblichen Konditionen. Es fielen Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 13 (Vorjahr T€ 0) an.
·  Gewinnübernahme mit der Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH, Trassenheide. Hieraus resultierten Erträge im Geschäftsjahr von T€ 1.630 (Vorjahr T€ 1.316)

Anteilsbesitz und Konzernbeziehungen
Die Energie Vorpommern GmbH ist zu 100% an der Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH beteiligt. Das Eigenkapital beträgt T€ 30. Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag. Von der Aufstellung eines Konzernabschlusses ist die Energie Vorpommern GmbH, Trassenheide, gemäß § 293 HGB befreit.
Nachtragsbericht
Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahrs eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, lagen nicht vor.

Ergebnisverwendung
Die Geschäftsführung schlägt dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss in Höhe von € 1.850.990,80 an die Gesellschafter auszuschütten.

 

Trassenheide, 05. Juni 2024


Die Geschäftsführer

gez. Udo Arndt

gez. René Otto

Anlagespiegel

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand

Stand

01.01.2023
Zugang
31.12.2023




A. Anlagevermögen



I. Immaterielle Vermögensgegenstände



1. Immaterielle Vermögensgegenstände
16.585,90
0,00
16.585,90
2. Software
2.818,80
585,32
3.404,12

19.404,70
585,32
19.990,02
II. Sachanlagen



1. Grundstücke und Bauten
24.440,10
0,00
24.440,10
2. Technische Anlagen und Maschinen
1.160.180,31
139.930,45
1.300.110,76
3. Andere Anlagen,



    Betriebs- und Geschäftsausstattung
338.916,43
105.565,22
444.481,65
4. Anlagen im Bau
155.735,25
16.904,00
172.639,25

1.679.272,09
262.399,67
1.941.671,76
III. Finanzanlagen



1. Anteile an verbundenen Unternehmen
18.669.085,01
0,00
18.669.085,01

20.367.761,80
262.984,99
20.630.746,79
Abschreibungen
Stand

Stand

01.01.2023
Zugang
31.12.2023




A. Anlagevermögen



I. Immaterielle Vermögensgegenstände



1. Immaterielle Vermögensgegenstände
16.585,90
0,00
16.585,90
2. Software
2.818,80
585,32
3.404,12

19.404,70
585,32
19.990,02
II. Sachanlagen



1. Grundstücke und Bauten
2.769,87
488,80
3.258,67
2. Technische Anlagen und Maschinen
281.048,87
60.774,43
341.823,30
3. Andere Anlagen,



    Betriebs- und Geschäftsausstattung
166.379,29
66.612,54
232.991,83
4. Anlagen im Bau
0,00
0,00
0,00

450.198,03
127.875,77
578.073,80
III. Finanzanlagen



1. Anteile an verbundenen Unternehmen
0,00
0,00
0,00

469.602,73
128.461,09
598.063,82

Stand
Stand


31.12.2023
31.12.2022





A. Anlagevermögen



I. Immaterielle Vermögensgegenstände



1. Immaterielle Vermögensgegenstände
0,00
0,00

2. Software
0,00
0,00


0,00
0,00

II. Sachanlagen



1. Grundstücke und Bauten
21.181,43
21.670,23

2. Technische Anlagen und Maschinen
958.287,46
879.131,44

3. Andere Anlagen,



    Betriebs- und Geschäftsausstattung
211.489,82
172.537,14

4. Anlagen im Bau
172.639,25
155.735,25


1.363.597,96
1.229.074,06

III. Finanzanlagen



1. Anteile an verbundenen Unternehmen
18.669.085,01
18.669.085,01


20.032.682,97
19.898.159,07

Bericht des Aufsichtsrats


Der Aufsichtsrat hat sich durch regelmäßige schriftliche und mündliche Berichte der Geschäftsführung über die Lage der Gesellschaft und über die Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung unterrichten lassen. Er hat die Tätigkeit der Geschäftsführung überwacht und im Rahmen seiner satzungsmäßigen Zuständigkeit die ihm obliegenden Beschlüsse gefasst.

Der Jahresabschluss 2023 - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und Lagebericht sind von der ATN Allgemeine Treuhand Nord, Revisions- und Beratungsgesellschaft mbH geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Prüfungsbericht hat dem Aufsichtsrat vorgelegen und wurde zustimmend zur Kenntnis genommen.

Der Aufsichtsrat billigt den Bericht der Geschäftsführung, den Jahresabschluss sowie den Vorschlag zur Verwendung des Jahresüberschusses.

Er schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresabschluss zum 31.12.2023 festzustellen, den Lagebericht 2023 zu genehmigen, den Jahresüberschuss 2023 entsprechend dem Vorschlag der Geschäftsführung zu verwenden und der Geschäftsführung sowie dem Aufsichtsrat Entlastung für das Wirtschaftsjahr 2023 zu erteilen.

Der Aufsichtsrat spricht der Geschäftsführung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank für die geleistete Arbeit aus.

Der Aufsichtsrat
Vorsitzender
Trassenheide im Juni 2024

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 26.06.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk


Der unten stehende Bestätigungsvermerk wurde für den nicht verkürzten Jahresabschluss vergeben.

An die Energie Vorpommern GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Energie Vorpommern GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Energie Vorpommern GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

· entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und
· vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

· identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
· gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
· beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
· ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungs­legungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
· beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
· beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
·  führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

2. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Prüfungsurteil

Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konnten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 eingehalten hat.

Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F. (07.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen
handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach
§ 6b Abs. 3 EnWG


Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten. Die gesetzlichen Vertreter sind auch verantwortlich für die Aufstellung des Tätigkeitsabschlusses nach den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.

Die Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Tätigkeitsabschluss entspricht der im Abschnitt "Verantwortung der gesetzlichen Vertreterfür den Jahresabschluss und den Lagebericht" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen,

·    ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben und

·    ob der Tätigkeitsabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG entspricht.

Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach
§ 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

Unsere Verantwortung für die Prüfung des Tätigkeitsabschlusses entspricht der im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung.


Kiel, 06.06.2024
 

ATN Allgemeine Treuhand Nord
Revisions- und Beratungsgesellschaft mbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
 

gez. Blaase-Hitscher
     gez. Werth

- Wirtschaftsprüferin -
     - Wirtschaftsprüfer -

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