MFB-COM GmbH & Co. KGLiquidiert

08060 Zwickau, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Chemnitz HRA 8136
Eingetragen
22.4.2015

Finanzübersicht

Historie

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Gesellschafter

1 Gesellschafter

Kommanditgesellschaft (KG)

Persönlich haftender Gesellschafter
Germany

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

MFB-COM GmbH & Co. KG

Zwickau

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020

I. Grundlagen des Unternehmens - Geschäftsmodell

Die MFB-COM GmbH & Co. KG (MFB) ist seit mehr als 10 Jahren als mittelständisches Unternehmen im Bereich Telekommunikation insbesondere für Firmen- und Großkunden tätig und stellt eine Alternative zu den großen Telekommunikationskonzernen und Groß-Systemhäusern dar. Dabei reichen die Leistungen der MFB von der Bedarfsaufnahme und Planung bis hin zum Rollout und einem anschließenden Wartungsservice. Die MFB bedient dabei Endkunden im gesamten Bundesgebiet und ist unter anderem als strategischer Partner der Deutschen Telekom tätig.

Das Leistungsportfolio umfasst im Wesentlichen die drei Geschäftsbereiche:

Firmen- und Großkunden,

Telefontechnik und

Computer- und Netzwerktechnik.

Der Geschäftsbereich Firmen- und Großkunden umfasst insbesondere die Bereitstellung von DSL- und Telefonanschlüssen und die korrespondierende Technikberatung sowie auch die Entstörung des Telefonnetzes und die Endkundenbetreuung.

Im Rahmen des Geschäftsbereiches Telefontechnik werden Telefonanlagen aller Ausbaustufen, unabhängig vom jeweiligen Hersteller, sowie auch integrierte DECT-Systeme bereitgestellt und betreut.

Der Geschäftsbereich Computer- und Netzwerktechnik beinhaltet unter anderem Installationsservice-Leistungen zum Festpreis für Privatkunden ebenso wie die Einrichtung von Routern, Modems und Firewalls, die Installation von Software und Virenschutz. Darüber hinaus wird die Konfiguration von PCs und Notebooks angeboten sowie auch die Montage aller benötigten Komponenten.

II. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die konjunkturelle Lage in Deutschland war nach 10 Wachstumsjahren durch einen Einbruch der Wirtschaftsleistung infolge der Coronavirus-Pandemie gekennzeichnet. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist nach ersten Berechnungen lt. Statistischem Bundesamt um 5,0 % gesunken. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung war ebenfalls rückläufig. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit stieg die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt gegenüber 2019 um 0,9 %-Punkte auf 5,9 %. In Sachsen stieg die Arbeitslosenquote per Dezember 2020 auf 6,0 % und liegt damit im Bundesdurchschnitt. Die Verbraucherpreise in Deutschland stiegen im Jahresdurchschnitt 2020 gegenüber 2019 um 0,5 % und damit langsamer als noch 2019 (1,4 %).

Die Telekommunikationsbranche erwirtschaftete in Deutschland im Jahr 2020 laut Branchenreport des statistischen Bundesamtes einen geschätzten Umsatz von rund 83 Mrd. €. Davon entfallen knapp 66 % auf die "Leitungsgebundene Telekommunikation". Rund 30 % des Umsatzes wurden dabei von der Deutschen Telekom AG bestritten, gefolgt von Vodafone und Telefonica. Mehr als 40 Mrd. € des Gesamtumsatzes der Branche wurden 2020 von diesen drei Anbietern realisiert.

Innerhalb des Leistungsspektrums der Branche zeigte sich das Geschäft mit Festnetzanschlüssen infolge der Coronavirus-Pandemie im Gegensatz zum Trend der Vorjahre leicht steigend. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse stieg 2020 weiter um 7 Mio. auf rund 150 Mio.

Der unverändert große Bedarf an Telekommunikationsleistungen bedingt eine ebenso bestehende Nachfrage nach den damit verbundenen technischen Leistungen wie der Bereitstellung der jeweiligen Anschlüsse. Ebenso ergeben technisch fortgeschrittenere Anschlüsse und Anlagen einen erhöhten Betreuungsbedarf.

Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2020 war von einem Rückgang der Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um rund 9 Mio. € auf 11 Mio. € geprägt. Diese Entwicklung ist zum Teil durch die Coronavirus-Pandemie verursacht, und betrifft insbesondere das Hauptgeschäft mit Projekten und Leistungen für die Deutsche Telekom AG. Aufgrund der rückläufigen Nachfrage insbesondere in der ersten Jahreshälfte 2020 konnte die Deutschen Telekom AG mit freien Personalkapazitäten insbesondere aus dem Geschäftskundebereich einen wesentlichen Teil der Aufträge mit eigenem Personal abdecken, welche sonst z. B. an die MFB vergeben worden wären. Der Rückgang der Umsatzerlöse im Kerngeschäft mit der Deutschen Telekom AG beträgt im Vergleich zum Vorjahr rund 9,2 Mio. €.

Darüber hinaus wurde der Prozess der IP-Immigration im Geschäftsjahr 2019 im Wesentlichen abgeschlossen, sodass in diesem Bereich Umsatzlöse von knapp 0,5 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr weggefallen sind. Dementgegen zeigte sich der Leistungsbereich Glasfaser als Wachstumsgeschäft mit einem Umsatzanstieg von knapp 0,7 Mio. € gegenüber dem Vorjahr.

Als Anpassungsreaktion hat die MFB ihre Kapazitäten deutlich reduziert. Neben einer Reduzierung des Personalbestandes von 120 auf 70 Mitarbeiter (jeweils Vollzeitbeschäftigte) im Verlauf des Geschäftsjahres 2020, wurden auch in den Bereichen Technik und Fuhrpark Kapazitäten in wesentlichem Umfang abgebaut. Die Inanspruchnahme von Fremdleistungen von Subunternehmern wurde in gleichem Maß wie die eigenen Personalkapazitäten reduziert, sodass der Anteil der Leistungserbringung durch Subunternehmer unverändert zum Vorjahr rund 50 % beträgt.

Durch diese Anpassungen konnten die Folgen der Coronavirus-Pandemie gemildert werden und trotz des Umsatzrückganges ein positives Jahresergebnis von rund 0,8 Mio. € realisiert werden.

Lage des Unternehmens

Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2020 (11.448,50 T€) sind im Vergleich zum Vorjahr insbesondere im Kerngeschäft mit der Telekom um 8.902,3 T€ gesunken. Daneben konnte das Wachstum der Umsatzerlöse im Bereich Glasfaserausbau (+661,8 T€) den Rückgang infolge des weitestgehend abgeschlossenen Geschäftes im Bereich IP-Immigration (-452,6 T€) kompensieren. Durch konsequente Anpassungsprozesse als Reaktion auf den Auftragsrückgang wurden sowohl die Personalaufwendungen (3.752,8 T€) als auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (1.808,4 T€) im Vergleich zum Vorjahr gesenkt. Als Ergebnis der Anpassungsprozesse konnte trotz der Auswirkungen der Pandemie ein Jahresüberschuss von 1.028,7 T€ erzielt werden.

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 stehen der MFB liquide Mittel in Höhe von 357,7 T€, und damit 245,8 T€ mehr als zum Vorjahresstichtag, zur Verfügung. Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2020 jederzeit gegeben.

Das Unternehmen schließt das Geschäftsjahr 2020 mit einer Bilanzsumme von 2.529,7 T€, welche im Vergleich zum Vorjahr um 198,9 T€ gesunken ist. Der Rückgang resultiert bei den Aktiva im Wesentlichen aus den gesunkenen Forderungen gegen Gesellschafter (-631,7 T€) sowie bei den Passiva aus dem Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -391,8 T€).

III. Prognosebericht

Nachdem das Geschäftsjahr 2020 wesentlich durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie geprägt war, kann die ursprünglich bereits für 2020 geplante Neuausrichtung der Leistungen der MFB im Jahr 2021 fortgesetzt werden. Durch die im Geschäftsjahr 2020 durchgeführten Anpassungsprozesse werden mögliche zukünftige Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie deutlich geringere Auswirkungen auf die MFB haben, da sich die Flexibilität wesentlich erhöht hat.

Nachdem der Bereich Tiefbauleistungen in 2020 lediglich im Rahmen eines Probevertrages bedient wurde, ist für 2021 die Beteiligung an einer Ausschreibung für einen umfassenden Vertrag in diesem Bereich geplant, da in diesem Bereich wesentliche Umsatzerlöse erzielbar sind. Der Leistungsbereich Glasfaserausbau zeigte sich bereits 2020 als wesentlicher Wachstumsbereich und wird auch für 2021 mit wesentlichen Umsatzsteigerungen erwartet. Hier bietet sich die Möglichkeit, durch die Leistungsbereiche Glasfaserausbau und Tiefbau wesentliche Synergien zu erzielen.

Darüber hinaus laufen strategische Gespräche mit anderen potentiellen Kunden, um den Kundenkreis der MFB zu erweitern und neben der Erzielung weiterer Umsatzerlöse auch die Abhängigkeit von der Deutschen Telekom AG als strategischem Geschäftspartner zu reduzieren. Diese neuen Kooperationen waren wegen der Coronavirus-Pandemie zunächst zurückgestellt worden, da neue Kooperationen erhebliche Anfangsinvestitionen notwendig machen und das Kerngeschäft mit der Deutschen Telekom AG sich bereits Mitte 2020 wieder erholte und damit bessere Ertragsaussichten bot.

Im Personalbereich ist der Wiederaufbau von Kapazitäten im Umfang von rund 30 Vollzeitäquivalenten geplant, welche jedoch durch Fremdleistungen von Subunternehmern bedient werden sollen, um die Flexibilität auf einem hohen Niveau zu halten.

Insgesamt schätzen wir als mittelfristiges und nachhaltig erreichbares Ziel für die Umsatzerlöse 12-15 Mio. € ein. Es wird für 2021 mit einem deutlich positiven Jahresergebnis über Vorjahresniveau gerechnet.

IV. Chancen- und Risikobericht

Risiken

Branchen- und Gesellschaftsspezifisch

Durch die starke Konzentration des Geschäftes auf die Deutsche Telekom AG ist eine grundsätzliche Abhängigkeit von dieser Geschäftsbeziehung nicht zu vermeiden. Dies soll durch die Erweiterung des Kundenkreises, insbesondere durch die geplanten strategischen Kooperationen mit anderen Großkunden, entgegengewirkt werden.

Ferner ergeben sich Risiken aus den geplanten Investitionen im Bereich Tiefbau, wofür Anlagevermögen in wesentlichem Umfang angeschafft werden soll, welches sich auf Dauer nur rentiert, wenn hinreichende Umsatzerlöse in diesem Geschäftsbereich zeitnah erzielt werden können und mögliche Verträge ausreichende Laufzeiten aufweisen.

Das Risiko laufender Personalkosten ist als eher gering einzuschätzen, da die MFB bereits jetzt mit rund 50 % Subunternehmern arbeitet und nach den Anpassungsreaktionen im Rahmen der Coronavirus-Pandemie im Geschäftsjahr 2020 für die Kapazitätserweiterungen im Jahr 2021 im Wesentlichen mit Subunternehmern plant, sodass eine hohe Flexibilität gewahrt bleibt.

Finanzwirtschaftlich

Wir erwarten keine Liquiditätsengpässe. Aufgrund der günstigen Konditionen bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Stand 31.12.2020: 732,7 T€), stellt der Kapitaldienst der Darlehen keine wesentliche Belastung dar. Wesentliche finanzwirtschaftliche Risiken für die MFB lassen sich nicht erkennen.

Weitere Risiken

Aufgrund der Auswirkungen der gegenwärtigen Coronavirus-Pandemie können negative Folgen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft nicht ausgeschlossen werden, jedoch ist die MFB für zukünftige Folgen der Pandemie durch die Anpassungsprozesse des Geschäftsjahres 2020 bereits flexibel aufgestellt.

Chancen

Wesentliche Chancen ergeben sich insbesondere aus der geplanten Erweiterung der Geschäftstätigkeit auf weitere strategische Partner ebenso wie aus der Diversifizierung des Leistungsportfolios durch die Ergänzung um den Geschäftsbereich Tiefbauleistungen.

Die Aufteilung der Leistungserbringung auf eigene Mitarbeiter und Subunternehmer ermöglicht dabei eine große Flexibilität hinsichtlich wechselnder Projekte und schwankender Auslastung in den einzelnen Bereichen und mögliche Folgen der Coronavirus-Pandemie.

Der Hinzugewinn neuer Gebiete in Vorjahren, welche vormals durch Wettbewerber betreut wurden, bietet ebenso weitere Wachstumschancen für die Zukunft.

Gesamtaussage

Die MFB ist insgesamt mit ihren Geschäftsbereichen ertragsstark aufgestellt und durch die Ausgestaltung der Personalplanung ergänzt durch Subunternehmer anpassungsfähig an Veränderungen der Marktsituation. Trotz der wesentlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie konnte infolge konsequenter Anpassungsprozesse im Geschäftsjahr 2020 ein Jahresüberschuss von rund 1,0 Mio. € erzielt werden. Durch Erweiterungen des Kundenkreises, der betreuten Gebiete und des Leistungsspektrums kann die Marktposition der MFB zusätzlich abgesichert werden, sodass trotz möglicher weiterer Folgen der Coronavirus-Pandemie mit deutlich positiven Jahresergebnissen gerechnet wird.

 

Zwickau, 25. Oktober 2021

Thomas Tzscheutschler, Geschäftsführer

Tino Gropp, Geschäftsführer

Thomas Franz, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2020
EUR
31.12.2019
EUR
A. Anlagevermögen 1.291.733,74 1.439.989,66
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 385,00 1.927,00
1. sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 385,00 1.927,00
II. Sachanlagen 1.266.348,74 1.413.062,66
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 630.806,65 647.822,65
2. technische Anlagen und Maschinen 23.360,00 0,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 593.070,01 765.240,01
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 19.112,08 0,00
III. Finanzanlagen 25.000,00 25.000,00
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 25.000,00
B. Umlaufvermögen 1.215.315,16 1.261.350,26
I. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 750.266,72 458.673,58
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 857.592,04 1.149.472,12
II. Forderungen gegen Gesellschafter 0,00 631.658,03
III. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.030,00 9.161,40
IV. sonstige Vermögensgegenstände 104.295,32 49.979,11
V. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 357.723,12 111.878,14
C. Rechnungsabgrenzungsposten 22.643,26 27.287,50
Bilanzsumme, Summe Aktiva 2.621.651,30 2.728.627,42

Passiva

31.12.2020
EUR
31.12.2019
EUR
A. Eigenkapital 101.634,23 2.500,00
I. Kapitalanteile 101.634,23 2.500,00
1. Entnahme -91.959,14 0,00
2. Kapitalanteile der Kommanditisten 101.634,23 2.500,00
B. Ausgleichsposten für aktivierte eigene Anteile 25.000,00 25.000,00
C. Rückstellungen 516.164,62 1.120.060,29
D. Verbindlichkeiten 1.978.852,45 1.581.067,13
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 732.688,27 646.140,14
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 79,22
3. sonstige Verbindlichkeiten 1.246.164,18 934.847,77
Bilanzsumme, Summe Passiva 2.621.651,30 2.728.627,42

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2020 - 31.12.2020
EUR
1.1.2019 - 31.12.2019
EUR
1. Rohergebnis 7.164.008,42 11.045.392,99
2. Personalaufwand 3.752.792,72 5.462.432,15
a) Löhne und Gehälter 3.048.197,32 4.455.696,60
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 704.595,40 1.006.735,55
3. Abschreibungen 297.541,98 354.845,48
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 297.541,98 354.845,48
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 1.808.357,53 2.347.412,38
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 425,00 105,00
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 15.606,55 17.041,47
7. Steuern vom Einkommen und Ertrag 250.488,00 495.779,00
8. Ergebnis nach Steuern 1.039.646,64 2.367.987,51
9. sonstige Steuern 13.929,21 42.206,73
10. Jahresüberschuss 1.025.717,43 2.325.780,78

Anhang für das Geschäftsjahr 2020

MFB-COM GmbH & Co. KG, Zwickau, Amtsgericht Chemnitz, HRA 8136

1. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der MFB-COM GmbH & Co. KG (MFB), Zwickau, Amtsgericht Chemnitz, HRA 8136, zum 31. Dezember 2020 wurde auf der Grundlage des Handelsgesetzbuches (HGB) nach den Vorschriften des § 264a HGB und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags aufgestellt.

Die MFB-COM GmbH & Co. KG ist eine mittelgroße Personengesellschaft im Sinne des § 267 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Ausgangspunkt für die Bilanz zum 31. Dezember 2020 sowie für die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2020 bildete der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019.

In Abweichung zum gesetzlichen Gliederungsschema wurde die Bilanz um die Posten "Forderungen gegen Gesellschafter" und "Ausgleichsposten für aktivierte eigene Anteile" erweitert.

In Abweichung zum Vorjahr wurden Eingangsrechnungen mit Leistungszeitraum bis zum 31. Dezember des Geschäftsjahres, welche im Folgejahr bis zum Aufstellungszeitpunkt eingegangen sind (480,9 TEUR, Vorjahr: 612,4 TEUR), den "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen" zugeordnet. Diese waren im Vorjahr unter den "Sonstigen Rückstellungen" ausgewiesen. Der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Wertansätze und Bewertungsgrundsätze der Bilanz zum 31. Dezember 2019 bilden die Grundlage für die Bewertungen in der Bilanz zum 31. Dezember 2020. Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden trägt allen erkennbaren Risiken nach den Grundsätzen vorsichtiger kaufmännischer Beurteilung Rechnung.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über 3 Jahre abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen ist mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen werden entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer nach der linearen Methode vorgenommen.

Finanzanlagen sind mit ihren Anschaffungskosten aktiviert.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis zu einem Betrag von 800 EUR werden im Zugangsjahr vollständig abgeschrieben und als Abgang behandelt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bzw. dem niedrigeren am Abschlussstichtag beizulegenden Wert bilanziert. Sofern erforderlich wurden zum Stichtag Einzelwertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen gebildet.

Liquide Mittel (Bankguthaben) wurden mit den Nominalwerten angesetzt.

Die Einlagen der Kommanditisten im Eigenkapital sind zum Nennwert bilanziert.

Der Ausgleichsposten für aktivierte eigene Anteile wurde gemäß § 264c Abs. 4 HGB i. V. m. § 272 Abs. 4 HGB für die Anteile an der Komplementärgesellschaft in Höhe der auf der Aktivseite ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen gebildet.

Die Rückstellungen berücksichtigen erkennbare Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme. Die Bewertung erfolgt mit dem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Erläuterungen zur Bilanz

3. Anlagevermögen

Der Anlagenspiegel für das Geschäftsjahr 2020 ist dem Anhang als Anlage beigefügt.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen die Anteile an der Komplementär-GmbH:

Name, Sitz Anteil am Gesellschaftskapital
[%]
Eigenkapital der Gesellschaft zum 31.12.2020
[TEUR]
Jahresergebnis 2020
[TEUR]
MFB-COM Verwaltungs GmbH, Zwickau 100 15,6 0,4

4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Der Betrag der sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr beträgt 1,5 TEUR (Vorjahr: 0,7 TEUR). Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegen Gesellschafter 174,9 TEUR (Vorjahr: 631,7 TEUR) betreffen die Kommanditisten und stellen sonstige Vermögensgegenstände dar.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 3,0 TEUR (Vorjahr: 9,2 TEUR) betreffen die Komplementärin MFB-COM Verwaltungs GmbH und stellen im Wesentlichen sonstige Vermögensgegenstände dar.

5. Eigenkapital

Das Kommanditkapital (2,5 TEUR) umfasst das Haftkapital und entspricht dem Gesellschaftsvertrag und der Eintragung im Handelsregister.

Der Jahresüberschuss wurde gemäß Gesellschafterbeschluss wie folgt verbucht:

2020
TEUR
Jahresüberschuss 843,7
Gutschrift Kapitalkonten -843,7
Ergebnis nach Verwendungsrechnung 0,0

6. Ausgleichsposten für aktivierte eigene Anteile

Der Ausgleichsposten für aktivierte eigene Anteile (25,0 TEUR) betrifft die Anteile an der Komplementärgesellschaft, der MFB-COM Verwaltungs GmbH, Zwickau.

7. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen (91,9 TEUR) betreffen in voller Höhe erwartete Gewerbesteuernachzahlungen für den Veranlagungszeitraum 2020.

8. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen (327,2 TEUR) betreffen im Wesentlichen ausstehende Kosten für Leasingfahrzeuge (84,0 TEUR), Personalaufwendungen (129,9 TEUR) und ausstehende Rechnungen (63,3 TEUR).

9. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben in Höhe von 121,6 TEUR (Vorjahr 646 TEUR) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und in Höhe von 268,8 TEUR (Vorjahr 304,9 TEUR) eine Restlaufzeit von über 5 Jahren.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben in Höhe von 767,9 TEUR (Vorjahr 1.159,7 TEUR) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern haben in Höhe von 7,1 TEUR (Vorjahr 0,00 TEUR) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben in Höhe von 478,2 TEUR (Vorjahr 387,5 TEUR) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von 550,4 TEUR (Vorjahr: 610,2 TEUR) durch Grundschuld und in Höhe von 182,3 TEUR (Vorjahr: 35,9 TEUR) durch Sicherungsübereignungen besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 7,2 TEUR (Vorjahr 0,00) betreffen die Kommanditisten und stellen sonstige Verbindlichkeiten dar.

10. Haftungsverhältnisse und sonstige finanziellen Verpflichtungen

Die wesentlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen zum 31. Dezember 2020 setzen sich wie folgt zusammen:

Leasingverträge Kfz 125,5 TEUR, Mietverträge (Hallen) 64,5 TEUR, Mobilfunkverträge 19,1 TEUR, Übrige 3,3 TEUR.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

11. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse wurden ausschließlich im Inland erzielt und resultieren aus folgenden Leistungen:

2020
TEUR
2019
TEUR
Veränderung
TEUR
Kerngeschäft Telekom und Subunternehmer 10.684,4 19.586,7 -8.902,30
Glasfaserausbau 715,2 53,4 661,8
Softwarenutzung Subunternehmer 18,6 33,9 -15,3
Lancom-Projekt 17,9 110,0 -92,1
PUT-Schaltungen 12,3 464,9 -452,6
Übrige 0,1 3,1 -3,0
11.448,50 20.252,0 -8.803,5

12. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Gewinne aus Verkäufen von Anlagevermögen in Höhe von 72,4 TEUR, Versicherungsentschädigungen in Höhe von 34,0 TEUR und periodenfremde Erträge in Höhe von 3,1 TEUR.

13. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Verluste aus Verkäufen von Anlagevermögen in Höhe von 21,9 TEUR und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 17,8 TEUR.

Sonstige Angaben

14. Arbeitnehmer im Geschäftsjahr

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 91 Arbeitnehmer beschäftigt, davon 69 Außendienst-Mitarbeiter, 20 Innendienst-Mitarbeiter und 2 geringfügig Beschäftigte. Darüber hinaus waren durchschnittlich 2 Auszubildende tätig. Die für die MFB tätigen Geschäftsführer sind bei der Komplementärin, der MFB-COM Verwaltungs GmbH, Zwickau, angestellt.

15. Organe der Gesellschaft

Zu Geschäftsführern sind bestellt:

Herr Thomas Tzscheutschler Zwickau Bereich Finanzen, Einkauf

Herr Thomas Franz Lichtentanne, OT Stenn Bereich Personal, Subunternehmen

Herr Tino Gropp Zwickau Vertretung alle Bereiche

Die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung unterbleibt in Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB.

16. Persönlich haftende Gesellschafter

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die MFB-COM Verwaltungs GmbH, Zwickau.

17. Nachtragsbericht

Aufgrund der Auswirkungen der gegenwärtigen Coronavirus-Pandemie können negative Folgen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für die Gesellschaft nicht ausgeschlossen werden.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach Ablauf des Geschäftsjahres eingetreten sind, haben sich nicht ereignet.

18. Ergebnisverwendung

Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2020 in Höhe von 1.025.717,43 EUR wurde gemäß Gesellschafterbeschluss vom 15. Januar 2018 nach dem Verhältnis der geleisteten Hafteinlagen auf die Kapitalkonten der Kommanditisten gutgeschrieben.

 

Zwickau, den 25. Oktober 2021

Thomas Tzscheutschler, Geschäftsführer

Thomas Franz, Geschäftsführer

Tino Gropp, Geschäftsführer

Anlagespiegel

AHK 01.01.2020
EUR
Zugänge Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Kum. Abschreib. Zuschreibungen
EUR
Buchwert 31.12.2020
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
4.626,26 4.216,92 8.458,18 385,00
Immaterielle Vermögensgegenstände
4.626,26 4.216,92 8.458,18 385,00
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
654.913,50 24.106,85 630.806,65
technische Anlagen und Maschinen
23.690,00 330,00 23.360,00
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.426.776,33 280.370,81 630,25 616.997,16 593.070,01
497.710,22-
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
19.112,08 19.112,08
Sachanlagen 2.081.689,83 323.172,89 630,25 641.434,01 1.266.348,74
497.710,22-
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen
25.000,00 25.000,00
Finanzanlagen 25.000,00 25.000,00
2.111.316,09 327.389,81 630,25 649.892,19 1.291.733,74
497.710,22-

sonstige Berichtsbestandteile

 

Zwickaum den 25.10.2021

gez.

T. Tzscheutschler

T. Franz

T. Gropp

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 11.11.2021 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

AN DIE MFB-COM GMBH & CO. KG, ZWICKAU

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der MFB-COM GmbH & Co. KG, Zwickau, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MFB-COM GmbH & Co. KG, Zwickau, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften und Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a HGB geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften und Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a HGB geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Hinweis zur Nachtragsprüfung

Diesen Bestätigungsvermerk erteilen wir zu dem geänderten Jahresabschluss und geänderten Lagebericht aufgrund unserer pflichtgemäßen, am 7. Juni 2021 abgeschlossenen Prüfung und unserer am 11. November 2021 abgeschlossenen Nachtragsprüfung, die sich auf die Änderung der Posten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen Gesellschafter, Steuerrückstellungen, Sonstige Rückstellungen, Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern, Sonstige Verbindlichkeiten, Umsatzerlöse, Sonstige betriebliche Aufwendungen und Steuern vom Einkommen und vom Ertrag bezog. Auf die Darstellung der Änderungen durch die gesetzlichen Vertreter im geänderten Anhang, Abschnitte 1, 4, 5, 7 bis 9, 11, 17 und 18 sowie im geänderten Lagebericht, Abschnitte "Geschäftsverlauf" und "Lage des Unternehmens" wird verwiesen.

 

Dresden, den 7. Juni 2021/11. November 2021

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