Carl Zeiss Surgical GmbHLiquidiert

73447 Oberkochen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Ulm HRB 501602
Eingetragen
31.1.2005
Branche
Herstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen GerätenHerstellung von orthopädischen ErzeugnissenHerstellung von medizinischen und zahnmedizinischen Apparaten und Materialien a. n. g.
Gegenstand
Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von medizinischen Geräten und Produkten, insbesondere von Visualisierungssystemen, von Produkten für die chirurgische Manipulation, von Zubehörprodukten und verwandten Produkten sowie von Dienstleistungen für solche Erzeugnisse.

Historie

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Konzern- und Jahresabschlüsse

Carl Zeiss Surgical GmbH

Oberkochen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2008 bis zum 30.09.2009

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2008/2009

1 Das Unternehmen

Gegenstand der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, (nachfolgend "Gesellschaft" oder "Unternehmen") ist die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von medizinischen Geräten und Produkten, insbesondere von Visualisierungssystemen, von Produkten für die chirurgische Manipulation, von Zubehörprodukten und verwandten Produkten sowie von Dienstleistungen für solche Erzeugnisse.

Die Muttergesellschaft der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, ist die Carl Zeiss Meditec AG, Jena.

Fertigung und Produktionsprozess

Bei der Fertigung ihrer Produkte konzentriert sich die Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, auf die Endmontage und Systemintegration. Hierzu werden etwa ein Drittel der Subsysteme und Komponenten von Lieferanten aus der Carl Zeiss Gruppe bezogen. Die übrigen zwei Drittel verteilen sich auf eine Vielzahl externer Lieferanten.

Die Integration optischmechanischer Subsysteme mit elektronischen und softwaregesteuerten Einheiten ist eine Kernkompetenz des Unternehmens.

Die Endmontage der Produkte erfolgt nahezu ausschließlich nach erteiltem Kundenauftrag, um Lagerbestände möglichst niedrig zu halten. Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2008/2009 weitere Fortschritte bei der Optimierung der Vorratsbestände erarbeitet, indem sie mit weiteren Hauptlieferanten sogenannte Konsignationslager eingerichtet hat. Dabei handelt es sich um Vorratslager, die im Besitz der jeweiligen Lieferanten und in den Produktionsprozess der Gesellschaft integriert sind. Benötigte Bauteile werden bedarfsabhängig entnommen und bezahlt. Dieses System zeigt, dass die Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, langfristige Partnerschaften mit ihren Lieferanten anstrebt.

Um ein gleich bleibend hohes Qualitätsniveau auch bei den bezogenen Komponenten und Bauteilen zu sichern, werden regelmäßige Qualifizierungsaudits der Lieferanten durchgeführt.

Mit dem Ziel einer Herstellkostensenkung wurden weniger komplexe Produktionsprozesse zu Herstellern an Low-Cost-Standorten verlagert.

Qualitätsmanagement

In den meisten Märkten der Welt sind behördliche Registrierungen und Zulassungen eine Voraussetzung für die Vermarktung medizinischer Produkte.

Dementsprechend ist die Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, in den wirtschaftlich relevanten Ländern bei den zuständigen nationalen Behörden als Medizintechnikhersteller registriert.

Das Qualitätsmanagementsystem der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, wird durch die DQS GmbH, Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen, entsprechend ISO 9001 & 13485, Anhang II & V der Richtlinie 93/42/EWG und der Canadian Medical Device Regulation (CMDR), regelmäßig auditiert und zertifiziert. Das System berücksichtigt weiterhin die Anforderungen des US-amerikanischen Gesetzes 21 C.F.R. part 820, Quality Systems Regulation, was eine Voraussetzung für die Vermarktung von Medizinprodukten in den USA ist.

Damit hat die Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, die grundsätzlichen Voraussetzungen geschaffen, um ihre CE-gekennzeichneten Produkte im europäischen Wirtschaftsraum, in Nordamerika und in anderen Ländern vermarkten zu können.

Registrierungen und Zulassungen

Das Design der Produkte des Unternehmens ist grundsätzlich auf eine weltweite Vermarktung ausgerichtet. Deshalb werden bei allen Geräten und Systemen bereits in der Designphase Konstruktionsmerkmale, verwendete Materialien und Komponenten sowie Schnittstellen so gewählt, dass sie weltweit einsetzbar sind.

Für nahezu alle Produkte liegen Zulassungen in allen wesentlichen Ländern vor. Gewisse Einschränkungen in der Vermarktung gibt es in einigen Ländern für Produkte mit einer höheren Klassifizierung (z.B. INTRABEAM® System, Visalis™ 100 und Fluoreszenzoption des Operationsmikroskops OPMI® Pentero®). Die geänderten Zulassungsbedingungen auch im Europäischen Raum (neue Medizinproduktrichtlinie der EU 2007/47/EEC) sind bzw. werden in den Produkten und Prozessen berücksichtigt.

Umweltschutz

Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit beachtet das Unternehmen alle relevanten Umweltschutzvorschriften.

Sowohl von der Produktion als auch von den Produkten des Unternehmens gehen keine mittel- oder unmittelbaren Gefährdungen für die Umwelt aus.

Marktbeschreibung

Die Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, ist im Markt der Mikrochirurgie, insbesondere der Neuro-/Hals-, Nasen- und Ohren-Chirurgie ("Neuro-/HNO-Chirurgie") tätig. Der Neuro-/HNO-Chirurgie-Gesamtmarkt teilt sich in die drei Marktsegmente "Implantate", "Chirurgische Instrumente" und "Visualisierung" auf.

Das von uns adressierte Marktsegment "Visualisierung", das die Teilsegmente "Operationsmikroskope" und "Sonstige Visualisierung" umfasst, hatte 2008 nach Schätzungen des Konzerns ein Volumen von rund US $ 840 Mio. bzw. rund € 560 Mio. Die Carl Zeiss Surgical GmbH ist dabei mit einem von ihr geschätzten stabilen Marktanteil von etwa 20 % größter Anbieter in diesem Segment. In dem Teilsegment "Operationsmikroskope" ist die Carl Zeiss Surgical GmbH nach eigener Einschätzung unverändert weltweiter Marktführer mit einem Anteil von über 50 %.

2 Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2008/2009

2.1 Makroökonomische Rahmenbedingungen 1

Im Herbst 2009 scheint der Tiefpunkt der wohl schwersten Rezession seit dem Ende des zweiten Weltkrieges überwunden. Die Lage auf den weltweiten Finanzmärkten hat sich erheblich entspannt und die Stimmungsindikatoren zeigen wieder nach oben. Gründe hierfür liegen vor allem in den politischen Interventionen, wie einigen staatlichen Stützungsprogrammen und Garantien für den Finanzsektor, als auch im energischen Eingreifen der Notenbanken.

Auch in den USA zeichnet sich langsam ein Ende der Rezession ab. Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose sagt zwar für 2009 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes ("BIP") um 2,6 % 2 gegenüber dem Vorjahr voraus, doch Erwartungen als auch Zuversicht von Unternehmen und privaten Haushalten haben sich etwas gebessert. Amerikanische Banken zeigen sich deutlich interessierter an Investitionen und haben auch schon einen Teil der staatlichen Kredite zurückgezahlt.

Die Europäische Union ("EU") hat, ebenso wie die USA, die konjunkturelle Talsohle überwunden. Allerdings teilen sich die Mitglieder der EU in zwei Lager. Ging in einigen Ländern wie Spanien, Italien, Belgien, den Niederlanden und Österreich das BIP im 3. Quartal noch zurück, so stieg es vor allem in den beiden größten europäischen Wirtschaftsnationen Frankreich und Deutschland merklich an. Trotzdem erwartet die Projektgruppe in der EU im Jahr 2009 einen BIP-Rückgang um 4,0 % 2 gegenüber dem Vorjahr.

1 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose (Hg).): Herbst 2009 "Zögerliche Belebung - steigende Staatschulden", Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2009, 15. Oktober 2009, Halle/Saale
2 Vgl. ebd., S.13

Schon sichtlich erholt von der Wirtschaftskrise zeigen sich die asiatischen Schwellenländer, wo besonders China und Indien mit Anstiegen der Bruttoinlandsprodukte von 8,0 % und 6,0 % hervorstechen. Zur Erholung trugen auch hier expansive geld- und finanzpolitische Maßnahmen bei, zudem wurde das Bankensystem der Schwellenländer von der Finanzkrise weitgehend verschont.

Auch in Deutschland hat sich die Konjunktur wieder gebessert. So erwartet die Projektgruppe einen Anstieg des BIP im letzten Quartal 2009 um 0,7 %. 1

In der zweiten Hälfte des Jahres 2009 übersprang der Euro erstmals seit Mitte August 2008 wieder über die Marke von US$ 1,50. Der japanische Yen blieb gegenüber dem Euro in der zweiten Jahreshälfte 2009 bei einem Niveau von 130 Yen. Der Medizintechnikmarkt zeigte im Jahr 2008 noch ein relativ stabiles Wachstum. Auf Grund der Verschlechterung der makroökonomischen Rahmenbedingungen wurden allerdings medizinisch nicht notwendige Dienstleistungen, wie beispielsweise die refraktive Laserchirurgie deutlich weniger nachgefragt. Dieser Trend hielt in der ersten Jahreshälfte 2009 an.

Die grundsätzlichen Wachstumstreiber in der Medizintechnik sind jedoch weiter intakt. Die Weltbevölkerung wächst zunehmend. Gleichzeitig steigt der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung. Da sich die Häufigkeit vieler Erkrankungen mit zunehmendem Alter erhöht, ist davon auszugehen, dass der Bedarf nach Diagnose- und Therapieprodukten sowohl in der Augenheilkunde als auch in der Mikrochirurgie mittelfristig weiter wächst.

Wie in der Augenheilkunde ist auch in der Mikrochirurgie der Kostendruck im Gesundheitswesen ein bestimmender Faktor.

Gleichzeitig zwingt in wichtigen Volkswirtschaften weltweit ein wachsender Kostendruck im Gesundheitswesen zu mehr Effizienz bei medizinischen Behandlungen. Damit steigt tendenziell die Nachfrage nach medizintechnischen Geräten und Systemen, mit denen Diagnosen effizienter und Behandlungen wirksamer durchgeführt werden können.

1 vgl.ebd., S.35

2.2 Umsatz- und Auftragsentwicklung

Auftragseingang, Auftragsbestand und Umsatzerlöse haben sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:

2008/2009
€ Tsd.
2007/2008
€ Tsd.
Veränderung %
Auftragseingang 170.893 174.279 - 1,9 %
Auftragsbestand zum 30. September 22.618 20.002 13,1 %
Umsatzerlöse 171.182 178.540 - 4,1 %

Auftragsbestand und Auftragseingang

Der Auftragsbestand ist von € 20,0 Mio. im September 2008 um 13,1 % auf € 22,6 Mio. zum 30. September 2009 gestiegen.

Der Trend zu einer hochwertigen Ausstattung der Kliniken und Arztpraxen hält an. Treiber ist dabei das Bestreben der Kunden, das Behandlungsergebnis der Patienten zu verbessern und gleichzeitig die Arbeit des Arztes effizienter zu gestalten.

Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2008/2009 erzielte die Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, einen Umsatz in Höhe von € 171,2 Mio. Dies entspricht einem Umsatzrückgang zum Vorjahr in Höhe von 4,1 %, der hauptsächlich auf die ungünstige Wirtschaftslage zurückzuführen ist. Im Vergleich mit anderen Unternehmen der Industrie handelt es sich vergleichsweise um einen geringen Rückgang in Hinblick auf die starke weltweite Rezession.

Positiv hingegen hat sich die Wechselkursentwicklung ausgewirkt. Die Carl Zeiss Surgical GmbH fakturierte im Geschäftsjahr 2008/2009 18 % (Vj.: 20 %) ihres Umsatzes in USD, 11 % (Vj.: 9 %) in JPY und 3 % (Vj.: 3 %) in GBP. Die Aufwertung dieser Währungen gegenüber dem Euro hat den Gesamtumsatz im Vergleich zu einem Szenario basierend auf den Vorjahresdurchschnittswechselkursen um 3,1 % erhöht. Ebenfalls betroffen von der Abwertung des Euro sind beispielsweise Umsätze in CAD und Umsätze in SGD, die bei der Berechnung der 3,1 % nicht berücksichtigt wurden und einen zusätzlichen positiven Effekt auf die Umsatzerlöse ausüben. Somit hätte sich der Gesamtumsatz unter Zugrundelegung der Wechselkurskonstellationen des Vorjahres im Geschäftsjahr 2008/2009 um 7,2 % vermindert.

Die Neuro- und HNO-Chirurgie verzeichnete im Berichtszeitraum wegen einer hohen Marktsättigung einen Rückgang von 5,2 %.

Im letzten Jahr wurden das neue Operationsmikroskop OPMI Lumera® i für die Ophthalmologie mit der Beleuchtungstechnologie Stereo Coaxial Illumination (SCI™) eingeführt. Mit SCI wird der Rotreflex - eine wichtige Voraussetzung für die Chirurgie im vorderen Augenabschnitt - in einer gänzlich neuen Qualität erzeugt. In Zukunft wird die erfolgreiche Lumera® Serie um OPMI Lumera® 700 und das Fundusabbildungssystem RESIGHT ergänzt, um auch die Retina in höchstem Detail abbilden zu können. In der Zwischenzeit werden die Operationsmikroskope der OPMI Lumera® Serie weltweit unter führenden Chirurgen als eine der wesentlichen Innovationen in der Ophthalmochirurgie anerkannt. Entsprechend ist der Umsatz mit diesen Geräten im abgelaufenen Geschäftsjahr angestiegen.

Mit Visalis™ 100 wurde ein Phakoemulsifikationsgerät (Therapiegerät zur Behandlung des grauen Stars) sehr erfolgreich in Indien und ausgewählten Ländern Asiens und Zentraleuropas eingeführt. Die Visalis™ 100 ist der erste Schritt einer langfristigen Strategie, die mit ophthalmochirurgischen Arbeitsplätzen und Workflowlösungen auf Wachstum im Geräte- und vor allem auch im attraktiven Verbrauchsmaterialmarkt zielt.

Das Umsatzwachstum in Höhe von 4,6 % im Bereich Service ist zu einem Großteil auf das Nachrüstgeschäft der INFRARED 800 Funktion beim OPMI® Pentero® zurückzuführen. Dabei handelt es sich um eine intraoperative Visualisierungsmethode, die mittels Fluoreszenz die Arbeit des Chirurgen unterstützt und ihn während der Operation mit wichtigen Informationen versorgt.

Die Umsatzverteilung nach Regionen im Berichtszeitraum spiegelt die makroökonomischen Trends wider. Die größten Umsatzrückgänge wurden in den Regionen EMEA mit 8,7 % und Americas mit 5,7 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Die Umsätze in der Region Asia liegen aufgrund der günstigen Wechselkursentwicklungen 5,2 % über dem im letzten Geschäftsjahr erzielten Umsatz.

Nachfolgend ist der Umsatz nach Regionen für das Geschäftsjahr 2008/2009 dargestellt.

Geschäftsjahr 2008/09
€ Tsd.
Geschäftsjahr 2007/08
€ Tsd.
Veränderung %
EMEA (Europe, Middle East, Africa) 74.244 81.342 - 8,7 %
Asia 51.201 48.693 5,2 %
Americas 45.737 48.505 - 5,7 %
Summe 171.182 178.540 - 4,1 %

2.3 Produktions- und Absatzentwicklung

Im GJ 2008/2009 hat sich das Unternehmen neben weiteren Effizienzverbesserungsaktivitäten in der Montage auf das Thema Logistik konzentriert. Die Durchgängigkeit der Lieferkette vom Lieferant bis zum Arbeitsplatz wurde durch Straffung der Arbeitsprozesse, Überarbeitung der Anlieferungskonzepte und Optimierung der Warenannahme und der Lagertätigkeiten erhöht. Damit wurde die Wirtschaftlichkeit des gesamten Wertstroms weiter verbessert. Während des Geschäftsjahres wurde die Personalkapazität an die Entwicklung des Auftragseingangs angepasst. Hierbei konnte das Unternehmen von den in den letzten Jahren eingeführten Flexibilisierungsmaßnahmen im Personalbereich profitieren.

Die Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, gleicht Bedarfsschwankungen durch den flexiblen Einsatz von Produktionsmitarbeitern aus. Voraussetzung dafür ist ein entsprechendes Weiterbildungssystem, durch das die Mitarbeiter für den Einsatz an unterschiedlichen Fertigungslinien qualifiziert werden. Darüber hinaus ermöglichen Arbeitszeitkonten den zeitlich flexiblen Einsatz der Mitarbeiter.

Die Produktionsplanung folgt dem rollierenden Absatzplan des Vertriebs, welcher auch die Grundlage für die Bestellung von Zukaufteilen und die Komponentenfertigung bildet. Die Endmontage findet nach Eingang eines Kundenauftrages statt, um die Lagerbestände möglichst gering zu halten. Verbrauchsorientierte Wiederbeschaffungssysteme, wie z. B. Konsignationslager und Kanbansystematik, wurden mit den meisten Lieferanten eingeführt, um den Lagerumschlag zu erhöhen.

2.4 Investitionstätigkeit

Im Berichtsjahr wurden Investitionen in Höhe von € 2,4 Mio. (i.Vj. € 1,0 Mio.) getätigt. Die Sachinvestitionen im Geschäftsjahr betreffen insbesondere Werkzeuge, Prüf- und Messeinrichtungen und sonstige Betriebsmittel.

2.5 Forschung und Entwicklung

Ziel der Entwicklungsaktivitäten ist es, den Mehrwert der Lösungen und Systeme für den Kunden weiter zu steigern. Die Carl Zeiss Surgical GmbH hat den Anspruch, technologisch führende Produkte anzubieten und sich dadurch deutlich vom Wettbewerb abzuheben. Ein Schwerpunkt liegt hierbei in der Orientierung am Workflow der Kunden und somit der Verbesserung von Effizienz und Effektivität in der Diagnose und Behandlung.

Die Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, investierte im Geschäftsjahr 2008/2009 insgesamt € 25,8 Mio. (Vorjahr € 24,9 Mio.) in Forschung und Entwicklung (F&E). Darin sind keine Zuschüsse enthalten. Die F&E-Quote (F&E Aufwand/Umsatzerlöse) lag damit bei 15,1 %. (Vorjahr 13,9 %).

Zum Stichtag 30. September 2009 waren im Bereich F&E der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, 74 Mitarbeiter (i.Vj.: 73 Mitarbeiter) beschäftigt. Dies entspricht 22,6 % aller Beschäftigten des Unternehmens (i.Vj.: 22,8 %) und verdeutlicht den hohen Stellenwert im Unternehmen.

Für Ärzte aus der Neurochirurgie, HNO- und Wirbelsäulenchirurgie, wurde mit FLOW 800 eine Software entwickelt, die die mit INFRARED 800 aufgenommenen Videosequenzen unmittelbar anwendergerecht aufarbeitet. Als Resultat erhält der Anwender eine schnelle Übersicht über die Dynamik des Blutflusses. FLOW 800 ist damit eine Innovation in der Neurochirurgie, die das Plattformkonzept von OPMI® Pentero® mit INFRARED 800 weiter fortführt.

Mit dem für die Ärzte der Ophthalmochirurgie entwickelten Phakoemulsifikationssystem Visalis™ 100 kann während der Kataraktoperation die erkrankte, natürliche Linse des Auges chirurgisch entfernt werden. Carl Zeiss Meditec deckt dort nun das gesamte Leistungsspektrum (Diagnosegerät, Operationsmikroskop, Phako-System und IOL) zur Behandlung und Nachsorge des Grauen Stars ab. Visalis™ 100 wurde speziell für die Anforderungen von Ärzten in Schwellenländern entwickelt. Es verbindet maximale Patientensicherheit und einfache Bedienbarkeit mit effizienten chirurgischen Methoden sowie exakt abgestimmten Leistungsparametern für ein optimales Ergebnis.

Mit einem neuen kabellosen Fußschaltpult entwickelte die Carl Zeiss Surgical GmbH eine mobile Lösung zur Bedienung der motorisch angetriebenen und steuerbaren Funktionen der Ophthalmo- und Neuromikroskope.

Für den Bereich der niedergelassenen Ärzte entwickelte die Carl Zeiss Surgical GmbH mit dem MEDIALINK 100 ein effizientes System für das Bilddatenmanagement. Es verbindet mehrere Videokameras mit USB-Speichermedien und ermöglicht auf diese Weise Behandlungsbilder und -videos schnell und einfach aufzunehmen, anzuzeigen und für eine weitere Bearbeitung zu verwenden. Die Netzwerkfähigkeit erlaubt zudem für einen schnellen und effizienten Arbeitsablauf den Zugriff von jedem Ort der Praxis aus.

Im Geschäftsfeld Radiotherapie konnten strategisch wichtige Länder hinzugewonnen werden. Die letzte Hürde für die Zulassung in Korea und Mexico wurde genommen. Basierend auf den immer breiteren, positiven klinischen Daten wächst die Akzeptanz für dieses neue Verfahren kontinuierlich. Darüber hinaus wurde mit der Entwicklung eines Nadelapplikators ein neuer Anwendungsbereich innerhalb des Geschäftsfeldes hinzugewonnen. Dieser dient der Anwendung bei Tumorerkrankungen an der Wirbelsäule und erlaubt eine genaue und gezielte Behandlung und Bestrahlung von Metastasen im Spinalbereich.

2.6 Personal- und Sozialbereich

Zum 30. September 2009 waren bei der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, 325 Mitarbeiter (i.Vj. 320 Mitarbeiter) beschäftigt ohne Berücksichtigung der Geschäftsführung, der freigestellten Altersteilzeitkräfte und Auszubildenden. Im Durchschnitt waren im abgelaufenen Geschäftsjahr 324 (i.Vj. 317) Mitarbeiter (ohne Auszubildende) beschäftigt.

Im Berichtsjahr wurden 6 (i.Vj. 5) Auszubildende ausgebildet.

Personalstruktur der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, zum 30. September 2009:

Im Geschäftsjahr 2008/2009 hat die Gesellschaft weitere € 1,0 Mio. (Vj.: € 1,0 Mio.) im Rahmen des Contractual Trust Arrangements (CTA) auf einen Treuhänder übertragen. Der Kapitalbedarf wurde vollständig aus den liquiden Mitteln der Gesellschaft gedeckt. Dieses stellt ein zweckgebundenes Vermögen für die Erfüllung von Pensionsverpflichtungen gegenüber aktiven Mitarbeitern der Gesellschaft dar.

Die Rückstellungen für Pensionen haben sich gegenüber dem Vorjahr (€ 15,4 Mio.) um € 1,8 Mio. auf € 17,2 Mio. erhöht. Den Pensionsrückstellungen steht Sondervermögen an dem Carl Zeiss Pensions-Treuhand e.V. für die Erfüllung von Pensionsverpflichtungen an aktive Mitarbeiter in Höhe von € 21,7 Mio. (Vj.: € 21,1 Mio.) gegenüber.

2.7 Sonstige wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr 2008/2009

Das Geschäftsjahr 2008/2009 wurde maßgeblich durch die weltweite Rezession beeinflusst. Dadurch war in verschiedenen Regionen (ganz besonders in den USA) eine Kaufzurückhaltung zu verzeichnen. Dank umgesetzter geeigneter Maßnahmen konnten die Auswirkungen abgefedert werden.

3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft per 30. September 2009

3.1 Vermögenslage

Die Eigenkapitalquote beträgt zum 30. September 2009 50,3 %; zum 30. September 2008 belief diese sich auf 41,5 %. Der Anstieg der Eigenkapitalquote und die Erhöhung des Eigenkapitals von € 55,8 Mio. auf € 65,7 Mio. ist auf den im Geschäftsjahr erzielten Jahresüberschuss in Verbindung mit einer gegenüber dem Vorjahr reduzierten Ausschüttung zurückzuführen.

Die Zunahme der Finanzanlagen um € 3,4 Mio. resultiert im Wesentlichen aus der Aufzinsung einer niedrig verzinslichen Darlehensforderung.

Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -unter Berücksichtigung kumulierter Einzel- und Pauschalwertberichtigungen- von € 6,8 Mio. im Vorjahr auf € 7,6 Mio. im Geschäftsjahr ist im Wesentlichen aus der Zunahme an Fakturierungen in asiatischen Absatzmärkten und der damit verbundenen Verlängerung der Zahlungsziele zurückzuführen. Forderungen gegen verbundene Unternehmen (ohne Cash-Pool-Guthaben) der Carl Zeiss Gruppe reduzierten sich leicht von € 21,6 Mio. im Vorjahr auf € 21,3 Mio.

Des Weiteren hat sich der Vorratsbestand in Höhe von € 18,7 Mio. gegenüber dem Vorjahr (€ 18,5 Mio.) leicht erhöht. In den Vorräten sind kumulierte Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt € 5,2 Mio. (i.Vj. € 4,7 Mio.) enthalten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen reduzierten sich im Wesentlichen durch die Tilgung der Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von € 17,3 Mio. in Zusammenhang mit der Übernahme einer Darlehensforderung im Geschäftsjahr 2007/2008.

Der Anstieg der Rückstellungen von € 49,5 Mio. im Vorjahr auf € 50,8 Mio. im Geschäftsjahr 2008/2009 ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Pensionsrückstellungen zurückzuführen.

3.2 Finanzlage und Finanzinstrumente

Die nachfolgende Kapitalflussrechnung stellt die Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse der Gesellschaft in ihren wesentlichen Posten dar.

2008/2009
€ Tsd.
2007/2008
€ Tsd.
Jahresüberschuss 19.924 20.315
Abschreibungen auf immaterielle 373 363
Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Veränderungen der Rückstellungen 1.294 5.208
Veränderungen bei Posten des Umlaufvermögens und der Verbindlichkeiten sowie zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge - 1.036 343
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 20.555 26.229
Netto-Investitionen in Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen - 2.229 - 1.028
Netto-Investitionen in Finanzanlagen - 18.059 - 950
Cash Flow aus Investitionstätigkeit - 20.288 - 1.978
Free Cash Flow 267 24.251
Ausschüttung an Gesellschafter - 10.000 - 26.000
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit - 10.000 - 26.000
Veränderung der Finanzmittel - 9.733 - 1.749
Finanzmittel zum Periodenbeginn 45.534 47.283
Finanzmittel zum Periodenende 35.801 45.534

Es wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr ein positiver Cash Flow aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von € 20,6 Mio. erwirtschaftet. Der Rückgang des Cash Flows aus operativer Tätigkeit resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg an Umsätzen in asiatischen Märkten und der damit verbundenen Ausweitung an Zahlungszielen. Der Anstieg des Cash Flows aus Investitionstätigkeit ist im Wesentlichen auf die Tilgung der Kaufpreisverbindlichkeit im Zusammenhang mit dem Erwerb einer Darlehensforderung zurückzuführen. Der Finanzmittelbestand zum 30. September 2009 beträgt somit € 35,8 Mio. und setzt sich wie folgt zusammen:

30.09.2009
€ Tsd.
30.09.2008
€ Tsd.
Veränderung
€ Tsd.
Forderungen aus Konzernfinanzierung 35.801 45.676 - 9.875
Flüssige Mittel 0 6 - 6
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
(gerundet) 0 - 148 148
35.801 45.534 - 9.733

Die Gesellschaft fakturiert in verschiedene Länder mit der jeweiligen Landeswährung und trägt somit das Risiko der Währungsentwicklung. Wesentliche Teile des Währungsrisikos werden jeweils rollierend für bis zu zwölf Monate über Devisentermingeschäfte abgesichert (siehe Kapitel 2.2. Umsatzentwicklung).

Durch die Fakturierung in Fremdwährung ist die Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, den Auswirkungen von Währungsschwankungen ausgesetzt und schließt zur Reduzierung der Kursrisiken auf der Grundlage geplanter Fremdwährungsgeschäfte Devisentermingeschäfte ab. Diese Kontrakte erstrecken sich im Allgemeinen auf einen Zeitraum von weniger als einem Jahr. Der Marktwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminauf- und Terminabschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs.

Derivative Finanzinstrumente dienen ausschließlich der Absicherung von Währungsrisiken. Sie decken die zugrunde liegenden Liefer- und Leistungsgeschäfte des Unternehmens (Grundgeschäfte) ab. Die Treasury-Funktion des Unternehmens nimmt die Carl Zeiss Financial Services GmbH, Oberkochen, wahr.

Durch ein aktives Forderungsmanagement werden mögliche Risiken von Forderungsausfällen minimiert.

3.3 Ertragslage

Geschäftsentwicklung

Die Gesellschaft konnte im Geschäftsjahr 2008/2009 ihre Stellung im Markt weiter halten, musste allerdings rezessionsbedingt Umsatz- und Ertragseinbußen hinnehmen. Die Effizienz der Prozesse konnte weiter erhöht werden, und die Personalstruktur wurde an die Unternehmensziele entsprechend angepasst. Die Ertragslage konnte prozentual betrachtet, dank einer guten Preisrealisierung, weiterhin konstant gehalten werden.

Die Ertragslage der Gesellschaft stellt sich am Ende des Geschäftsjahres gemäß unseren Erwartungen dar. Bei den Umsätzen von € 171,2 Mio. gingen -verglichen mit der Vorjahresplanungdie größten Impulse von den Operationsmikroskopen für die Ophthalmochirurgie aus. Regional betrachtet war das Unternehmen vor allem in Asien sehr erfolgreich. Es konnte in dieser Region ein deutlicher Umsatzanstieg erzielt werden.

Die Personalaufwandsquote (Personalaufwand im Verhältnis zu Umsatz) ist von 15,0 % im Vorjahr auf 15,8 % gestiegen.

Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand im Verhältnis zu Umsatz) ist unverändert und beträgt 53,2 %.

Die Abschreibungen haben sich nur unwesentlich geändert und sind auf dem Vorjahresstand von € 0,4 Mio.

Für den Markenlizenzvertrag mit der Carl Zeiss AG, Oberkochen, wurden entgeltliche Lizenzaufwendungen in Höhe von € 3,4 Mio. (i.Vj. € 3,4 Mio.) aufgewendet.

Die EbIT-Marge (Verhältnis Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zu Umsatz) erreichte mit 16,4 % einen Wert über dem Vorjahresniveau (15,7 %). Dies resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge (im Wesentlichen Auflösung von sonstigen Rückstellungen mit € 8,0 Mio.).

Der Anstieg des Finanzergebnisses von € 2,2 Mio. auf € 3,8 Mio. ist im Wesentlichen auf den Ertrag aus der Aufzinsung einer niedrig verzinslichen Darlehensforderung zurückzuführen.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liegt am Geschäftsjahresende bei € 28,1 Mio. (i.Vj. € 28,0 Mio.). Wesentliche Einflussfaktoren waren der Umsatzrückgang um 4,1 % aufgrund des bereits genannten rezessionsgeprägten Wirtschaftsumfeldes sowie die gestiegenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen auf Grund erhöhten Gewährleistungsaufwandes angestiegen.

Der Jahresüberschuss in Höhe von € 19,9 Mio. hat sich absolut um € 0,4 Mio. gegenüber dem Vorjahr (€ 20,3 Mio.) vermindert. Die Jahresüberschuss-Marge (Verhältnis Jahresüberschuss zu Umsatz) erhöhte sich leicht auf 11,6 % (Vorjahr 11,4 %). Der -verglichen mit dem Rückgang der Umsatzerlöse- geringere Rückgang des Ergebnisses nach Steuern resultiert im Wesentlichen aus dem -erstmaligen- Aufzinsungsertrag einer niedrig verzinslichen Darlehensforderung.

4 Beteiligungen

Die Gesellschaft verfügt gegenwärtig über keine Beteiligungen.

5 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag deutet sich eine leichte Erholung der Wirtschaftslage an. Die Erwartungen für die Weltkonjunktur bewegen sich allerdings weiterhin auf einem niedrigen und volatilen Niveau. Die gegenwärtige Entwicklung könnte zu einer verbesserten Nachfrage nach Produkten und damit zu einer stabilisierten Ertragssituation der Gesellschaft führen. Eine verlässliche Prognose für das GJ 2009/10 ist allerdings weiterhin kaum für einen mittelfristigen Zeitraum möglich, da die wirtschaftliche Situation immer noch sehr stark von unvorhersagbaren politischen Einflußnahmen geprägt bleibt.

6 Risikobericht

Die im Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) vorgeschriebene Einrichtung und Dokumentation eines Risikomanagement- und Überwachungssystems, mit dem Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, frühzeitig erkannt werden, ist im Unternehmen umgesetzt und wurde im Geschäftsjahr 2008/2009 weiter verfeinert.

Das Unternehmen ist in das konzernweite Risikomanagementsystem der Carl Zeiss Gruppe integriert. Die im Rahmen einer Risikoinventur identifizierten wesentlichen Risiken der Carl Zeiss Gruppe und des Unternehmens betreffen Umfeldrisiken, Branchenrisiken, Beschaffungs-, Patent-, Technologie-, Finanz-, Investitions- und Standortrisiken.

Risikomanagement-System

Die Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, ist im Rahmen ihrer operativen Tätigkeit naturgemäß einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind.

Das Risikomanagement der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, ist fester Bestandteil der Unternehmensführung und basiert auf drei wesentlichen Komponenten:

Risikomanagement-System: Um Risiken rechtzeitig identifizieren und bewerten und um entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen zu können, hat das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Carl Zeiss AG, Oberkochen, ein Risikomanagement-System etabliert. Wichtiger Bestandteil ist eine datenbankgestützte Softwarelösung, mit der Risiken sowie deren geschätzte Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenspotenziale regelmäßig erfasst, systematisiert und ausgewertet werden.

Controlling-Instrumente: Das Controlling der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, informiert die Geschäftsführung sowie alle verantwortlichen Entscheidungsträger im Unternehmen regelmäßig und zeitnah anhand von Kennzahlen über entstehende Risiken und ergänzt das Risikomanagement-System.

Zertifiziertes Qualitätsmanagement: Wichtiger Bestandteil ist das zertifizierte Qualitätsmanagement des Unternehmens. Klar strukturierte und eindeutig dokumentierte Prozesse im Rahmen des Qualitätsmanagements sorgen nicht nur für Transparenz, sondern sind mittlerweile in den meisten Märkten eine Vorbedingung für die Vermarktung von Medizin-Produkten. Das von der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, angewendete Qualitätssicherungssystem wurde von der DQS GmbH Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen nach ISO 13485 zertifiziert und steht in Übereinstimmung mit der US-amerikanischen Norm für Good Manufacturing Practice (GMP), 21 C.F.R. part 820, QSR. Das Risikomanagement-System ist integraler Bestandteil des gesamten Steuerungs- und Reportingprozesses im Unternehmen und stellt die systematische Erfassung und Bewertung von Risiken sicher. Darüber hinaus ist dadurch gewährleistet, dass die relevanten Informationen unverzüglich an die verantwortlichen Entscheidungsträger weitergeleitet werden.

Wesentliche Merkmale dieses Systems sind:

Unter Leitung eines zentralen Risiko-Managers überprüfen die verantwortlichen Mitarbeiter regelmäßig Prozesse, Vorgänge und Entwicklungen auf bestehende Risiken.

Die Risikoidentifizierung und -bewertung erfolgt unter Verwendung standardisierter Risikomatrizen.

Auf Basis vorgegebener Schwellenwerte für relevante Risiken und entsprechend der Klassifizierung anhand der Risikomatrizen erfolgt eine regelmäßige Risikoberichterstattung an die Geschäftsführung und die weiteren Entscheidungsträger im Unternehmen.

Auf dieser Grundlage werden geeignete Maßnahmen ergriffen, um identifizierte Risiken zu vermeiden beziehungsweise deren Eintrittswahrscheinlichkeit oder den möglichen wirtschaftlichen Schaden eines solchen Risikos zu verringern.

6.1 Umfeldrisiken und Branchenrisiken

Der Wettbewerb im Markt der Medizintechnik im Allgemeinen und im Bereich der medizinischen Visualisierung im Besonderen wird weiter zunehmen. Grundsätzlich besteht deshalb das Risiko, dass die Gesellschaft im Vergleich zu Wettbewerbern nicht rechtzeitig mit neuen Produkten bzw. mit Anpassungen bestehender Produkte auf Marktentwicklungen reagiert. Daraus können sich negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie eine Verschlechterung der Marktposition ergeben.

Die Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, begegnet diesem Risiko aktiv, in dem sie nicht unerhebliche Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung sowie in den vorgelagerten Bereichen Market Intelligence (Marktbeobachtung), New Business Development (strategische Geschäftsentwicklung) sowie Advanced Technologies (detaillierte Prüfung neuer Technologien) tätigt.

Zusätzliches Risikopotenzial besteht für den Fall, dass sich die Konjunkturlage insbesondere in den wichtigen Märkten des Unternehmens verschlechtert. Dies könnte sich vor allem im Bereich der privat finanzierten medizinischen Anwendungen wie Dental und im Bereich der Untersuchungsmikroskope für niedergelassene Ärzte bemerkbar machen. In diesem Falle besteht das Risiko, dass sich die Bonität der Kunden des Unternehmens beziehungsweise die Nachfrage verschlechtert. Dies könnte über Umsatz- und Forderungsausfälle negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, haben.

Auch die rezessionsbedingte potenziell rückläufige Investitionsneigung der öffentlichen Hand und der privatfinanzierten niedergelassenen Ärzte kann die Nachfrage verschlechtern. Dies könnte ebenfalls zu einer sich verschlechternden Umsatz- und Ertraglage der Gesellschaft führen. Eine Zunahme von Forderungsausfällen wäre dann dadurch ebenfalls möglich.

Zulassung der Produkte

In der Medizintechnik und im Gesundheitswesen bestehen strenge und national unterschiedliche Zulassungsvoraussetzungen. Die Versagung oder die verzögerte Erteilung notwendiger Zulassungen für die Produkte des Unternehmens könnte sich negativ auf künftigen Umsatz und Ertrag der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, auswirken.

Es kann keine Gewähr dafür übernommen werden, dass die zahlreichen Registrierungen des Unternehmens in Zukunft fortbestehen, erneuert werden oder für neue Produkte wiederum im Vergleich zum Wettbewerb frühzeitig erreicht werden. Es ist zudem nicht auszuschließen, dass sich die Registrierungsanforderungen zukünftig verschärfen werden. Daraus können sich negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, ergeben.

Um solche Entwicklungen rechtzeitig erkennen und angemessen darauf reagieren zu können, verfolgt die Gesellschaft Entwicklungen auf diesem Gebiet äußerst genau und überwacht Zulassungsverfahren im Rahmen ihres implementierten Qualitätsmanagementsystems sehr detailliert.

Produkthaftungsrisiko

Die Produkte des Unternehmens, die für medizinische Behandlungen eingesetzt werden, bergen grundsätzlich das Risiko, dass Fehlfunktionen zu Verletzungen bei den Patienten führen können. Dieses Risiko kann auch durch den Einsatz aller vertretbaren Maßnahmen der Qualitätskontrolle und die Beachtung aller gesetzlichen Vorschriften nicht vollständig ausgeschlossen werden. Auch wenn bis heute noch keine bedeutenden Schadenersatzansprüche aus Produkthaftung gegen die Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, geltend gemacht wurden, kann für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden, dass das Unternehmen mit solchen Ansprüchen konfrontiert werden wird.

Die Gesellschaft sichert sich gegen mögliche Produkthaftungsklagen durch eine Produkthaftpflichtversicherung ab. Potenzielle Produkthaftungsansprüche, die gegen das Unternehmen in den USA erhoben werden könnten, stellen ein besonderes Risiko dar, weil dort die von den Gerichten ausgesprochenen Schadensersatzsummen sehr große Höhen erreichen können. Dabei kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass der bestehende Versicherungsschutz der Gesellschaft für die Absicherung potenzieller Ansprüche in den USA nicht ausreichend ist.

6.2 Umsatzrisiken

Es können sich staatliche Eingriffe in das Gesundheitssystem negativ auf das Umsatzvolumen und die Ertragslage des Unternehmens auswirken. Dieses Risiko besteht insbesondere in Ländern, in denen pflichtversicherungsfinanzierte Behandlungen eine maßgebliche Rolle spielen. Im Falle von Budgetkürzungen oder falls die Kostenerstattung für bestimmte Behandlungen versagt wird, können sich negative Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens ergeben.

Durch die gegenwärtige Rezession könnte sich ebenfalls eine Verschlechterung der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens ergeben, sofern dies nicht mit geeigneten Maßnahmen kompensiert werden kann.

6.3 Beschaffungsrisiken

Die auf Grund des allgemeinen Kostendrucks und der Komplexität der zugelieferten Bauteile immer enger werdende Zusammenarbeit mit Zulieferern bedeutet auch eine größere wechselseitige Abhängigkeit. Daraus können sich negative Auswirkungen auf die Produktion, den Absatz und auch auf die Qualität der Produkte des Unternehmens ergeben.

Durch die Qualifizierung ihrer Lieferanten, die Identifizierung von Zweitlieferanten und die Aufstellung eines strategischen Bevorratungsplanes sichert sich die Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, gegen dieses Risiko bestmöglich ab.

Inzwischen wieder steigende Rohstoffpreise können zu einer Erhöhung der Produktionskosten führen, sofern dies nicht durch geeignete Kostenreduzierungen ausgeglichen werden kann.

6.4 Patentrisiken

Derzeit liegen keine Klagen von Verletzungen von Patenten oder sonstigen Schutzrechten vor. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass Dritte Ansprüche aus Verletzung gewerblicher Schutzrechte gegenüber dem Unternehmen in der Zukunft geltend machen. Eine solche Verletzung könnte unter Umständen die Auslieferung von Produkten verzögern. Im Falle eines negativen Verfahrensausgangs könnte das Unternehmen verpflichtet sein, Gebühren- oder Lizenzvereinbarungen einzugehen. Dabei besteht das Risiko, dass solche Urheberrechts- oder Lizenzvereinbarungen nicht oder zumindest nur zu nicht akzeptablen Bedingungen zur Verfügung stehen. Auf diese Weise könnte eine Klage wegen Verletzung gewerblicher Schutzrechte gegen das Unternehmen die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens nachteilig beeinflussen.

Die Wettbewerbsfähigkeit der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, hängt weiterhin von der Sicherung ihrer technologischen Innovationen ab. Um diese zu gewährleisten, wird das Unternehmen Patente für eigene oder fremde Erfindungen erwerben und sich um die Wahrung seiner Betriebsgeheimnisse bemühen. Das Auslaufen von Schutzrechten beziehungsweise Patenten könnte dazu führen, dass neue Wettbewerber in den Markt eintreten oder bereits aktive Wettbewerber in ihrer Position gestärkt werden.

Um vorgenannte Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, werden durch die Gesellschaft in regelmäßigen Abständen Patente und Patentneuanmeldungen auf den relevanten Gebieten analysiert.

6.5 Technologische Risiken

Die technologische Entwicklung in der Medizintechnik allgemein und - damit verbunden - speziell im Bereich der medizinischen Visualisierung verläuft äußerst dynamisch. Neue Erkenntnisse der Wissenschaft können zu kürzeren Entwicklungs- und Produktzyklen führen. Derartige Erkenntnisse können sich negativ auf vorhandene sowie auf neue Verfahren und Produkte auswirken, auf die das Unternehmen seinen Geschäftserfolg stützt.

Der Erfolg der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, wird nicht unerheblich durch die Entwicklung innovativer Produkte und durch das frühzeitige Erkennen und Umsetzen neuer Technologietrends in entsprechende Produkte bestimmt. Sollte das Unternehmen technologisch den Anschluss an die Marktentwicklung verlieren, auf wesentliche technologische Weiterentwicklungen zu spät reagieren oder einen Markttrend nicht oder nicht rechtzeitig erkennen, so könnte sich dadurch seine Wettbewerbsposition verschlechtern.

6.6 Finanzwirtschaftliche Risiken

Die Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, fakturiert in Fremdwährung und ist damit den Auswirkungen von Währungsschwankungen ausgesetzt. Zur Absicherung von Kursrisiken auf der Grundlage geplanter Fremdwährungsgeschäfte schließt die Gesellschaft Devisentermingeschäfte ab (vgl. 3.2 Finanzlage und Finanzinstrumente). Die Carl Zeiss Surgical GmbH fakturierte im Geschäftsjahr 2008/2009 18 % (Vj.: 20 %) ihres Umsatzes in USD, 11 % (Vj.: 9 %) in JPY und 3 % (Vj.: 3 %) in GBP. Die Abwertung des Euros gegenüber diesen Währungen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr zur Verbesserung der Ertragslage (siehe 2.2 Umsatzentwicklung) beigetragen.

6.7 Weitere Risiken

Schutz vor Verlust vertraulicher Daten

Im Bereich der durch das Unternehmen eingesetzten Informationstechnologien wurde eine Vielzahl von Mechanismen zum Schutz vertraulicher Daten etabliert. Dennoch können Sicherheitsverletzungen und der Verlust dieser Daten nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. In diesem Fall können sich negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsposition der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, ergeben.

Rechtliche Risiken

Gegenwärtig besteht ein Rechtsstreit mit einem Händler aufgrund eines gekündigten Distribution Agreements. Hierfür wurde anhand des derzeit einschätzbaren Risikos und der zu erwartenden Prozesskosten eine Rückstellung gebildet.

7 Prognosebericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Getrieben von der Normalisierung des internationalen Warenaustausches, dürfte die weltwirtschaftliche Erholung in der zweiten Hälfte des Jahres 2009 weiter an Schwung gewonnen haben. Produktion und Handel verzeichnen durch wirtschaftspolitische Impulse einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Getrübt wird diese positive Aussicht allerdings durch Analysen vorhergegangener wirtschaftlicher Schwächephasen, die durch Krisen im Banken- und Immobiliensektor ausgelöst wurden. Auch die Probleme im internationalen Finanzsystem sind noch nicht überstanden. Ebenso werden sich die günstigen Einflüsse der Energiepreisentwicklung umkehren, denn Experten gehen im Jahr 2010 von einem Anstieg des Ölpreises aus.

Die Vorhersage zum leichten konjunkturellen Anstieg lässt sich über alle Regionen hinweg betrachten. Aufgrund des Abklingens der politischen Konjunkturprogramme wird in den USA der private Konsum auf längere Sicht wesentlich schwächer zunehmen als in den Jahren vor der Finanzkrise. So wird für das Jahr 2010 zwar ein Anstieg des BIP um 1,5 % 1 vorhergesagt, jedoch noch lange nicht das Niveau von 2007 erreicht.

In der EU wird sich die wirtschaftliche Erholung ebenso mäßig fortsetzen, wie auf dem globalen oder amerikanischen Markt. Hier wird ein Anstieg des BIP von etwa 0,6 % 2 zu verzeichnen sein.

In Deutschland wird im Jahr 2010 ein moderater Anstieg der Export- und Inlandsnachfrage zu sehen sein, was einen Anstieg des BIP von 1,2 % 2 nach sich zieht.

Der asiatische Raum wird nächstes Jahr, geprägt von der konjunkturellen Dynamik Chinas und Indiens, der Treiber des Wachstums 2010 sein. Hier nimmt die Wertschöpfung in der Industrie wieder kräftig zu. Führende Wirtschaftsinstitute rechnen daher mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 8,5 % 3 in China und 6,8 % 4 in Indien.

Künftige Absatzmärkte

Als weltweit tätiges Unternehmen ist es Ziel in den kommenden Jahren, weiterhin eine möglichst ausgeglichene Umsatzverteilung über die einzelnen Märkte hinweg aufrecht zu erhalten. Derzeit erzielt die Carl Zeiss Surgical GmbH noch den höchsten Umsatzanteil in der Region "Europa, Mittlerer Osten und Afrika", dicht gefolgt von der Region "Americas" und der Region "Asien/Pazifischer Raum", die mittel- und langfristig aufgrund der demographischen Entwicklung deutlich an Bedeutung gewinnen wird. Daher plant die Carl Zeiss Surgical GmbH künftig ihre Aktivitäten hinsichtlich Vermarktung, Beschaffung und Produktion ihrer Produkte in dieser Region weiter auszubauen.

1 Vgl. ebd., S.13
2 Vgl. ebd., S.30
3 Vgl. ebd., S.13
4 Vgl. ebd., S.13

Künftige Forschung und Entwicklung

Der Bereich Medizintechnik ist durch ständige technologische Innovationen gekennzeichnet. Innovationsfähigkeit und kurze Entwicklungszeiten, sog. "time-to-market", sind von zentraler Bedeutung. Deshalb verstärkt die Carl Zeiss Surgical GmbH kontinuierlich ihre Anstrengungen auf diesem Gebiet. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung werden auch im Geschäftsjahr 2009/2010 in der Größenordnung der letzten Geschäftjahre liegen. Auch für das Folgejahr ist von dieser Größenordnung auszugehen. Neue Technologie- und Markttrends werden systematisch und kontinuierlich identifiziert, bewertet und die aussichtsreichsten Ideen zielgerichtet in neue Entwicklungsprojekte überführt.

Künftige Mitarbeiterentwicklung

Auch in Zukunft wird sich die Carl Zeiss Surgical GmbH dem intensiven Wettbewerb um die besten Talente stellen. Dazu soll im Geschäftsjahr 2009/2010 die Aus- und Weiterbildung vorangetrieben werden. Als attraktiver Arbeitgeber trägt das Unternehmen auch künftig Sorge, dass die passenden Fach- und Führungskräfte in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Für das kommende Jahr erwarten wir eine Veränderung der Mitarbeiterzahl in Abhängigkeit vom Geschäftsverlauf.

Chancen

Der Medizintechnikmarkt zeichnet sich durch ein grundlegendes nachhaltiges Wachstum aus. Positiv für die Carl Zeiss Surgical GmbH war im letzten Geschäftsjahr die breite regionale Aufstellung.

Zukünftige Chancen ergeben sich aus dem positiven Wachstum in den Schwellenländern Asiens und Lateinamerikas. Darüber hinaus ergeben sich Wachstumschancen aus innovativen Produkten, die im Geschäftsjahr 2009/2010 auf den Markt kommen. Positiv auswirken sollte sich auch das starke Finanzprofil, das die Unternehmensentwicklung gegen äußere Einflüsse absichert. Anders als verschiedene Wettbewerber ist das Unternehmen in der Lage, sich kurzfristig gegen die unmittelbaren Risiken zu schützen, dabei aber die langfristigen Wachstumsperspektiven nicht aus dem Auge zu verlieren. Die weitere zukünftige Entwicklung schließt in einigen Bereichen auch externe Wachstumsoptionen ein. Inwieweit sich solche Optionen jedoch sinnvoll realisieren lassen, ist aus heutiger Sicht noch nicht zu beurteilen.

Die starke Marke ZEISS hilft bei den Kunden als starker Partner wahrgenommen zu werden. Chancen ergeben sich zudem daraus, dass das Unternehmensprogramm RACE 2010 mit den fünf strategischen Prioritäten -Innovation, neue Märkte, Kundenorientierung, Prozessexzellenz und Mitarbeiter- wie bisher auch weiterhin konsequent umsetzen wird.

In Anbetracht der Krise an den Finanzmärkten und den sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung sind Prognosen im derzeitigen Umfeld mit hoher Unsicherheit verbunden.

Ausblick

Die in diesem Kapitel getroffenen Aussagen basieren auf den oben dargestellten Erwartungen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, die in Übereinstimmung mit führenden Wirtschaftsinstituten stehen. Zusammenfassend lässt sich daraus ableiten, dass die makroökonomischen Perspektiven weiterhin von der Weltwirtschaftskrise geprägt sein werden. Obwohl die Carl Zeiss Surgical GmbH nicht direkt von der Konjunktur abhängig ist, kann eine Auswirkung der Finanzkrise auf die Investitionsentscheidungen unserer Kunden, den Ärzten, nicht ausgeschlossen werden. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Ärzte Investitionen in die Zukunft verschieben.

Da die fundamentalen Trends wie alternde Bevölkerung sowie die Nachfrage nach Diagnose- und Therapieprodukten in der Neuro-/HNO-Chirurgie weiter stabil sind, erwarten wir, dass der weltweite Markt der Neuro- und HNO-Chirurgie seine - über die letzen Jahre zu beobachtende Tendenz - in den kommenden beiden Jahren fortsetzen wird. Diese Treiber sind auch Grundlage für unser weiteres Wachstum. Aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen können wir kurzfristig jedoch eine verlangsamte Umsatz- und Ergebnisentwicklung nicht ausschließen.

Es bleibt das Ziel der Gesellschaft, ihre Marktpräsenz durch eine weitere Verbreiterung des Produktportfolios und eine hohe Innovationsrate zu verbessern, um eine entsprechende Absicherung bzw. einen Ausbau des Umsatzes zu erzielen. Eine entscheidende Stütze der Strategie ist die Innovations- und Entwicklungstätigkeit. Aus heutiger Sicht können wesentliche Entwicklungsergebnisse sowohl im Geschäftsjahr 2009/2010 als auch im Geschäftsjahr 2010/2011 erwartet werden, deren volle Umsatzwirksamkeit allerdings teilweise erst im Folgejahr eintreten wird. Die potentiell damit verbundenen Kostensteigerungen, insbesondere im Bereich des Personals, müssen weiterhin durch Effizienzsteigerungen und Kostensenkungsmaßnahmen kompensiert werden. Somit kommt der kontinuierlichen Fertigungs- und Prozessoptimierung im nächsten Jahr wieder eine starke Bedeutung zu. Aus heutiger Sicht wird von einer weiterhin durch die Rezession geprägten, schwer vorhersehbaren Entwicklung des Marktes ausgegangen. Entsprechend der Entwicklung der Weltmärkte und des Verlaufs der Rezession besteht die Möglichkeit, dass sich das Basisgeschäft der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, über die nächsten beiden Jahre unstetig entwickelt. Es lässt sich schwer prognostizieren, wie das Geschäft mit dem OPMI® Pentero® - nach dem mehrjährigen sehr erfolgreichen Geschäftsverlauf - in den nächsten beiden Jahren verläuft. Für das OPMI Lumera® wird wegen der innovativen Ausprägung der Produktfamilie trotz der eventuell schwierigen Konjunkturlage ein sehr positiver Absatz erwartet.

Zusammenfassend wird im Geschäftsjahr 2009/2010 und voraussichtlich auch im Geschäftsjahr 2010/2011 ein eher schwieriger werdendes Geschäft bezüglich Umsatz und Ergebnis erwartet als im Berichtsjahr, sofern keine wesentlichen Veränderungen im gegenwärtig volatilen geprägten Geschäftsumfeld auftreten. Die sich abzeichnende zögerliche konjunkturelle Erholung wird vermutlich im Geschäftsjahr 2009/2010 nur eine sehr schwache Stimulierung des Geschäftes bewirken und die Auswirkung der politischen Eingriffe auf das Gesundheitswesen und das Ausgabeverhalten können diesen Effekt sowohl unterstützen als auch unterdrücken. In den kommenden beiden Geschäftsjahren gehen wir von einer ähnlichen Umsatz- und Ertragsgröße aus wie im aktuellen Berichtsjahr, allerdings mit der Chance auf eine ausgeprägte Verbesserung durch die Einführung von Neuprodukten. Mit einer deutlichen Verbesserung der durch die Rezession bedingten Ausgangslage ist voraussichtlich ab dem Geschäftsjahr 2010/2011 zu rechnen.

 

Oberkochen, 23. November 2009

Thomas Simmerer

Karl-Heinz Raffin

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Oktober 2008 bis 30. September 2009

2008/2009 2007/2008
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 171.181.949,86 178.540.416,45
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen - 98.756,81 - 2.092.080,92
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 295.482,39 638.504,17
4. Sonstige betriebliche Erträge 17.129.500,26 11.177.390,50
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren - 90.158.098,19 - 94.362.899,52
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen - 942.722,26 - 91.100.820,45 - 598.761,42 - 94.961.660,94
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter - 21.745.200,18 - 21.938.963,18
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung - 5.240.215,04 - 26.985.415,22 - 4.763.982,64 - 26.702.945,82
-- davon für Altersversorgung EUR 1.849.916,71 (i. Vj. EUR 1.485.306,68) --
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen - 372.734,64 - 363.320,26
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen - 45.757.609,30 - 40.377.129,51
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 3.137.542,22 376.243,69
-- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 2.966.866,00 (i. Vj. EUR 0,00) --
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 646.302,34 1.781.664,94
-- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 641.707,15 (i. Vj. EUR 1.760.503,05) --
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 6.750,55 - 8.094,85
-- davon an verbundene Unternehmen EUR 2.077,86 (i. Vj. EUR 2.097,21) --
12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 28.068.690,10 28.008.987,45
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 8.060.756,70 - 7.640.573,09
14. Sonstige Steuern - 84.179,52 - 53.655,80
15. Jahresüberschuss 19.923.753,88 20.314.758,56
16. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 29.908.212,99 19.593.454,43
17. Bilanzgewinn 49.831.966,87 39.908.212,99

Bilanz zum 30. September 2009

Aktiva

30.09.2009 30.09.2008
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 2.048.572,28 9.897,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 131.958,00 166.573,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.097.103,00 2.033.424,00
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 199.269,63 2.428.330,63 184.686,80 2.384.683,80
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 20.105.433,14 17.263.567,14
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 21.042.673,12 18.947.753,48
3. Sonstige Ausleihungen 645.972,90 41.794.079,16 2.160.738,68 38.372.059,30
46.270.982,07 40.766.640,10
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 9.823.638,81 9.507.540,84
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 4.057.628,90 3.724.762,60
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 5.081.665,57 5.441.667,14
4. Erhaltene Anzahlungen - 239.327,71 18.723.605,57 - 183.023,22 18.490.947,36
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.608.911,60 6.835.573,31
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 57.055.038,43 67.282.569,13
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.212,56 3.269,77
4. Sonstige Vermögensgegenstände 943.350,40 65.609.512,99 886.735,74 75.008.147,95
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 0,00 6.212,24
84.333.118,56 93.505.307,55
C. Rechnungsabgrenzungsposten 54.023,74 208.056,33
130.658.124,37 134.480.003,98

Passiva

30.09.2009 30.09.2008
EUR EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 4.000.000,00 4.000.000,00
II. Kapitalrücklage 11.872.000,00 11.872.000,00
III. Bilanzgewinn 49.831.966,87 39.908.212,99
65.703.966,87 55.780.212,99
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 17.177.431,04 15.383.778,31
2. Steuerrückstellungen 224.538,00 431.382,96
3. Sonstige Rückstellungen 33.389.220,12 33.683.439,16
50.791.189,16 49.498.600,43
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 439,00 147.488,60
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.434.912,69 6.812.606,96
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 5.264.242,70 21.599.184,35
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 25.191,83
5. Sonstige Verbindlichkeiten 463.373,95 616.718,82
-- davon aus Steuern EUR 406.520,53 (i. Vj. EUR 353.109,38) --
-- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 3.413,15 (i. Vj. EUR 2.248,09) --
14.162.968,34 29.201.190,56
130.658.124,37 134.480.003,98

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2008/2009

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.10.2008
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
30.09.2009
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 116.834,69 2.049.357,95 0,00 0,00 2.166.192,64
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 516.844,06 10.002,25 0,00 0,00 526.846,31
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.698.853,42 316.639,44 67.029,28 59.316,36 7.023.205,78
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 184.686,80 89.989,29 - 67.029,28 8.377,18 199.269,63
7.400.384,28 416.630,98 0,00 67.693,54 7.749.321,72
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 17.263.567,14 2.841.866,00 0,00 0,00 20.105.433,14
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 18.947.753,48 0,00 2.094.919,64 0,00 21.042.673,12
3. Sonstige Ausleihungen 2.160.738,68 1.111.958,46 - 2.094.919,64 531.804,60 645.972,90
38.372.059,30 3.953.824,46 0,00 531.804,60 41.794.079,16
45.889.278,27 6.419.813,39 0,00 599.498,14 51.709.593,52
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2008
EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
Abgänge
EUR
30.09.2009
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 106.937,69 10.682,67 0,00 117.620,36
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 350.271,06 44.617,25 0,00 394.888,31
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.665.429,42 317.434,72 56.761,36 4.926.102,78
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
5.015.700,48 362.051,97 56.761,36 5.320.991,09
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
5.122.638,17 372.734,64 56.761,36 5.438.611,45
Buchwerte
30.09.2009
EUR
30.09.2008
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.048.572,28 9.897,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 131.958,00 166.573,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.097.103,00 2.033.424,00
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 199.269,63 184.686,80
2.428.330,63 2.384.683,80
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 20.105.433,14 17.263.567,14
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 21.042.673,12 18.947.753,48
3. Sonstige Ausleihungen 645.972,90 2.160.738,68
41.794.079,16 38.372.059,30
46.270.982,07 40.766.640,10

Anhang für das Geschäftsjahr 2008/2009

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss wurde nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches und den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnung

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind mit Anschaffungskosten bzw. steuerlichen Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen, bewertet.

Den Abschreibungen liegen die steuerlich zulässigen Abschreibungssätze zu Grunde. Soweit steuerlich zulässig, wird die degressive, im Übrigen die lineare Abschreibungsmethode angewandt. Der Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibung erfolgt planmäßig. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von EUR 150,00 werden im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter mit einem Wert von mehr als EUR 150,00 und bis zu einem Wert von EUR 1.000,00 werden planmäßig nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Steuerliche Sonderabschreibungsmöglichkeiten werden in vollem Umfang genutzt.

Die Finanzanlagen sind mit ihren Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Aufzinsungsbeträge niedrig verzinslicher Ausleihungen stellen nachträgliche Anschaffungskosten der Darlehensforderung dar.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet.

Unfertige und fertige Erzeugnisse sowie Leistungen sind zu steuerlich aktivierungspflichtigen Herstellungskosten bewertet.

Wertminderungen und sonstige Risiken, die sich aus der Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden durch entsprechende Abschläge berücksichtigt. Der Grundsatz der verlustfreien Bewertung wurde beachtet.

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden aktivisch von den Vorräten abgesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit ihrem Nennwert angesetzt. Erkennbare Ausfallrisiken sind durch individuelle Bewertungsabschläge berücksichtigt. Für das allgemeine Kreditrisiko ist eine Pauschalwertberichtigung gebildet.

Aufrechenbare gegenseitige Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus den In-House-Cash-Konten werden gegeneinander verrechnet dargestellt.

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks werden zum Nominalwert angesetzt.

Die Pensionsrückstellungen sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach dem Teilwertverfahren gemäß § 6a EStG angesetzt, wobei ein Rechnungszinsfuß von 6 % p. a. und die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet worden sind.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen erfassen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und bemessen sich nach der voraussichtlichen Inanspruchnahme.

Verbindlichkeiten sind zum Rückzahlungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zeitnah mit dem Kurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls bewertet. Buchverluste aus Kursänderungen werden durch Neubewertung am Bilanzstichtag berücksichtigt.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist aus dem in der Anlage zum Anhang dargestellten Anlagenspiegel zu ersehen.

In den immateriellen Vermögensgegenständen sind Zahlungen für Lizenzen in Höhe von TEUR 2.024 (i. Vj. TEUR 0) enthalten. Der Restbetrag in Höhe von TEUR 25 (i. Vj. TEUR 10) entfällt auf Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten.

In den Finanzanlagen sind Wertpapiere des Anlagevermögens (TEUR 21.043; i. Vj. TEUR 18.948) und sonstige Ausleihungen (TEUR 645; i. Vj. TEUR 2.157) enthalten, die im Zuge eines Contractual Trust Arrangements (CTA) auf den Carl Zeiss Pensions-Treuhand e. V., Oberkochen, übertragen wurden und damit zweckgebundenes Vermögen für die Erfüllung von Pensionsverpflichtungen gegenüber aktiven Mitarbeitern der Gesellschaft darstellen.

Des Weiteren sind in dieser Position Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 20.105 (i. Vj. TEUR 17.264) enthalten, die kraft des Forderungskauf- und Abtretungsvertrags von der Carl Zeiss Meditec AG auf die Carl Zeiss Surgical GmbH übertragen wurden. Darlehensnehmerin ist die Carl Zeiss Meditec Asset Management Verwaltungsgesellschaft mbH.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit TEUR 35.801 (i. Vj. TEUR 15.444) das In-House-Cash-Konto bei der Carl Zeiss Financial Services GmbH, Oberkochen.

Die Position enthält in Höhe von TEUR 21.254 (i. Vj. TEUR 21.607) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Hierin sind in Höhe von TEUR 1 (i. Vj. TEUR 0) Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr enthalten.

Im Vorjahr war in den Forderungen gegen verbundene Unternehmen eine kurzfristige Ausleihung an die Carl Zeiss Financial Services GmbH in Höhe von TEUR 30.232 im Zusammenhang mit einer festverzinslichen Kapitalanlage enthalten.

Die Forderungen gegen die Gesellschafterin Carl Zeiss Meditec AG, Jena, belaufen sich auf TEUR 3 (i. Vj. TEUR 123).

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind in Höhe von TEUR 876 (i. Vj. TEUR 714) Positionen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr enthalten.

Eigenkapital

Der Bilanzgewinn entwickelte sich wie folgt:

EUR
Bilanzgewinn zum 30. September 2008 39.908.212,99
Ausschüttung 10.000.000,00
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 29.908.212,99
Jahresüberschuss 2008/2009 19.923.753,88
Bilanzgewinn zum 30. September 2009 49.831.966,87

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Beträge für Gewährleistungen, ausstehende Rechnungen, Schadensersatz, Provisionen sowie Personalaufwendungen.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten in Höhe von TEUR 5.259 (i. Vj. TEUR 4.086) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin Carl Zeiss Meditec AG, Jena, belaufen sich auf TEUR 116 (i. Vj. TEUR 17.264).

In den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind in Höhe von TEUR 0 (i. Vj. TEUR 2) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten.

Sämtliche Verbindlichkeiten haben Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr.

Derivative Finanzinstrumente

Die derivativen Finanzinstrumente dienen ausschließlich der Absicherung von Währungsrisiken. Sie decken die zugrunde liegenden Liefer- und Leistungsgeschäfte des Unternehmens (Grundgeschäfte) ab. Die Treasury-Funktion des Unternehmens nimmt die Carl Zeiss Financial Services GmbH, Oberkochen, wahr.

Die Währungssicherungskontrakte betreffen ausschließlich Devisentermingeschäfte, welche ausschließlich mit der Carl Zeiss Financial Services GmbH kontrahiert werden. Die Nominalwerte stellen die unsaldierte Summe aller Kauf- und Verkaufskontrakte der derivativen Finanzgeschäfte dar.

Die Marktwerte leiten sich aus den Beträgen ab, zu denen die betreffenden derivativen Finanzinstrumente am Bilanzstichtag gehandelt bzw. notiert werden, ohne Berücksichtigung gegenläufiger Entwicklungen aus den Grundgeschäften. Sofern keine Marktwerte verfügbar waren, sind diese nach anerkannten Berechnungsmethoden ermittelt worden (u. a. Barwertmethode).

30.9.2009 Nominalwert
TEUR
30.9.2009 Marktwert
TEUR
30.9.2009 Buchwert
TEUR
Währungssicherungskontrakte 61.601 2.853 - 549

Für Risiken auf Grund negativer Marktwerte (TEUR 549; i. Vj. TEUR 1.602) von derivativen Finanzinstrumenten wird durch die Bildung von Rückstellungen entsprechend Sorge getragen. Positive Marktwerte (TEUR 3.402; i. Vj. TEUR 364) stellen unrealisierte Gewinne dar und werden bilanziell nicht erfasst.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Der Umsatz wurde im Wesentlichen mit medizinischen Operationsmikroskopen erzielt und gliedert sich wie folgt:

2008/2009 2007/2008
TEUR % TEUR %
EMEA --Europe, Middle East, Africa-- 74.244 43,4 81.342 45,6
Asia 51.201 29,9 48.693 27,2
Americas 45.737 26,7 48.505 27,2
171.182 100,0 178.540 100,0

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen aus Kursgewinnen sowie aus Dienstleistungen für Konzernunternehmen / Beteiligungen.

Es sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 7.976 (i. Vj. TEUR 3.400), aus der Auflösung von Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 6 (i. Vj. TEUR 132) sowie aus Abgängen des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 2 (i. Vj. TEUR 56) enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für Vertreterprovisionen, Dienstleistungen von Konzernunternehmen, Aufwendungen für sonstige Dienstleistungen, Kursverluste, Gewährleistung sowie für Lizenzen.

Es sind periodenfremden Aufwendungen aus Abgängen des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 112 (i. Vj. TEUR 2) enthalten.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten in Höhe von TEUR 221 (i. Vj. TEUR 0) periodenfremde Aufwendungen und in Höhe von TEUR 31 (i. Vj. TEUR 0) periodenfremde Erträge.

Ergänzende Angaben

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse im Zusammenhang mit Exportlieferungen bestanden in Höhe von TEUR 0 (i. Vj. TEUR 38).

Von den sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus langfristigen Miet-, Pacht- und Leasingverträgen in Höhe von TEUR 2.364 entfallen TEUR 1.927 auf sonstige finanzielle Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Hierin enthalten sind sonstige Verpflichtungen in Höhe von TEUR 2.113 bzw. TEUR 1.927 im Fall der sonstigen finanziellen Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen mit einer Fälligkeit innerhalb eines Jahres.

Darüber hinaus bestehen kurzfristige sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Geschäftsbesorgungs- und Lizenzverträgen mit verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 5.286 (i. Vj. TEUR 5.176).

Zum Bilanzstichtag bestanden Verpflichtungen aus Bestellobligo von insgesamt TEUR 991, davon gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 155.

Mitarbeiter

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren durchschnittlich beschäftigt:

2008/2009 2007/2008
Mitarbeiter 324 317
Auszubildende 6 5
Gesamt 330 322

Teilzeitkräfte wurden anteilig berücksichtigt.

Organe der Gesellschaft

Geschäftsführung

Als hauptberufliche Geschäftsführer der Gesellschaft waren während des abgelaufenen Geschäftsjahres und zum Bilanzstichtag die folgenden Herren bestellt:

Thomas Simmerer (Vorsitzender)

Karl-Heinz Raffin

Mutterunternehmen und verbundene Unternehmen, Konzernabschluss

Der Kreis der verbundenen Unternehmen der Carl Zeiss Surgical GmbH umfasst das oberste Mutterunternehmen, die Carl Zeiss AG, Oberkochen, und deren Tochterunternehmen. Zum Kreis der verbundenen Unternehmen gehört auch die SCHOTT-Gruppe, Mainz, da die Carl-Zeiss-Stiftung alleinige Gesellschafterin der Carl Zeiss AG sowie der SCHOTT AG ist.

Das Mutterunternehmen, das einen (befreienden) Konzernabschluss für den größten Kreis der Unternehmen aufstellt und offen legt, ist die Carl Zeiss AG, Oberkochen. Dieser Konzernabschluss, welcher gemäß § 315a Abs. 3 HGB nach internationalen Rechnungslegungsstandards aufgestellt wird und in den die Carl Zeiss Meditec AG und deren Tochterunternehmen einbezogen werden, ist am Sitz der Carl Zeiss AG erhältlich. Die Carl Zeiss Meditec AG ihrerseits stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen, in den die Carl Zeiss Surgical GmbH einbezogen wird, gemäß § 290 HGB auf.

 

Oberkochen, 23. November 2009

Thomas Simmerer

Karl-Heinz Raffin

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Carl Zeiss Surgical GmbH, Oberkochen, für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2008 bis 30. September 2009 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Carl Zeiss Surgical GmbH. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Stuttgart, 23. November 2009

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Kursatz, Wirtschaftsprüfer

Gloß, Wirtschaftsprüferin

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