Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 128357
Eingetragen
25.7.2013
Branche
Kauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und NichtwohngebäudenVermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und NichtwohngebäudenVerwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Gegenstand
Der Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, das Halten und Verwalten sowie die Nutzung von eigenen Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten sowie eigenen Kapitalvermögens auf eigene Rechnung und im eigenen Namen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Karsten Schiemann
seit 29.7.2025
Prokura
Markus Prantl
seit 17.11.2023
Geschäftsführer
Nora Dr. Trottenberg
seit 17.11.2023
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
GoodMills Group GmbHAUT
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

GoodMills Deutschland GmbH
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

GoodMills Deutschland GmbH

Hamburg

Konzernabschluss zum 30. September 2022
und Konzernlagebericht

Konzernlagebericht für die Zeit vom 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022

1. Grundlagen des Konzerns

Die GoodMills Deutschland GmbH (GoodMills) führt mit den Marken Diamant, Aurora, Rosenmehl, Goldpuder und Gloria einige der absatzstärksten Mehl-Marken [1] sowie mit Müller's Mühle eine bekannte Marke im Bereich der Hülsenfrüchte in Deutschland [2] und ist somit im Geschäft mit Großkunden und Endverbrauchern breit aufgestellt. Die GoodMills Deutschland GmbH ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der GoodMills Group GmbH in Wien (Österreich), welche sieben Länderorganisationen mit insgesamt 25 Mühlen führt (Österreich, Deutschland, Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien) und insgesamt 3,0 Millionen Tonnen Getreide pro Jahr vermahlt. In Zentral- und Osteuropa ist die GoodMills Group das führende Mühlenunternehmen und weltweit unter den Top 4. [3] Verwaltet wird die GoodMills Group von der Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, Wien (Österreich), (LLI), welche wiederum zur Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen. m.b.H., Wien (Österreich), gehört.

Für die GoodMills Deutschland GmbH waren mit Herrn Christoph Klöpper und Herrn Moritz-Christian Krannich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/2022 zwei Geschäftsführer bestellt. Gemeinsam leiten sie aus der Unternehmenszentrale in Hamburg den Geschäftsbereich Milling Group mit sechs Mühlenstandorten in Deutschland sowie die Geschäftsbereiche GoodMills Innovation und Müller's Mühle des GoodMills Deutschland-Konzerns.

1.1 Geschäftsmodell des Konzerns

Der GoodMills Deutschland Konzern (GMD-Konzern) ist per 30.09.2022 in folgende Bereiche aufgegliedert:

- Milling Group ("Mühlen Inland"),

- Müller's Mühle ("Hülsenfrüchte, Reis und Nährmittel" sowie "Proteinmehle"),

- GoodMills Innovation ("Spezialmehle") sowie

- Übrige

Die "Milling Group" liefert Mahlprodukte für die Weiterverarbeitung an das Bäckerhandwerk, die Brotindustrie und die gesamte Nahrungsmittelindustrie sowie an den Lebensmitteleinzelhandel ("LEH"). Eine dieser Mühlen ist auf die Vermahlung von Hartweizen spezialisiert und beliefert in erster Linie Teigwarenproduzenten. Des Weiteren werden in dieser Mühle Couscous und Bulgur hergestellt. Die einheitliche strategische Ausrichtung aller Mühlenstandorte wird als "Milling Group" kommuniziert.

Im Bereich "Müller's Mühle" sind die Geschäftsaktivitäten von Müller's Mühle mit Hülsenfrüchten, Reis und Nährmittel wie Couscous und Bulgur sowie mit Proteinmehlen aus Hülsenfrüchten angesiedelt. Sie beliefert schwerpunktmäßig den LEH, den Großverbraucher-Bereich und Weiterverarbeiter. Der Bereich Müller's Mühle umfasst zudem die Verkaufsorganisation Aurora Mühlen GmbH, Hamburg.

GoodMills Innovation (GMI) liefert getreidebasierte Produkte bzw. "Spezialmehle", die entweder geeignet sind, Rezepturen der weiterverarbeitenden Kunden zu optimieren oder durch innovative Produktkonzepte deren Wertschöpfung zu erhöhen.

Der Bereich "Übrige" beinhaltet neben der Hauptverwaltung in Hamburg eine deutsche Grundstücksverwaltungsgesellschaft.

1.2 Steuerungssystem

Die zentrale finanzielle Steuerungsgröße des unternehmensintern eingesetzten Steuerungssystems ist der Rohertrag, der sich als Saldo aus den Umsatzerlösen, den Bestandsveränderungen sowie dem Materialaufwand ermittelt. Der Rohertrag gilt als entscheidende "Maßgröße" für den Betriebserfolg von GoodMills.

1.3 Produktentwicklung

Die Produktentwicklung im Business-to-Business-Bereich der Milling Group richtet sich an den unterschiedlichen Bedürfnissen ihrer Kunden aus. Durch kontinuierliche Anpassungen der Getreide- und Vermahlungsmischungen werden gezielt kundenspezifisch nachgefragte Produkte entwickelt. Gemeinsam werden solche Neuentwicklungen an die kundenseitigen Fertigungsbedingungen angepasst und für Innovationen genutzt. Im Bereich der funktionalisierten Getreidemahlerzeugnisse hat sich der GoodMills Deutschland Konzern mit der GoodMills Innovation GmbH, Hamburg, über Jahre hinweg ein spezielles Know-how erarbeitet. Eine der Kernkompetenzen ist die Entwicklung maßgeschneiderter Mischungen und Ingredienzen verbunden mit anwendungstechnischer Beratung der Kunden beim Einsatz der Erzeugnisse von GoodMills Innovation auf deren industriellen Anlagen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) [4] berichtet, dass nur noch mit einem Wachstum für die deutsche Volkswirtschaft von 1,4 Prozent für das laufende Jahr gerechnet wird. Im nächsten Jahr soll sie sogar um 0,4 Prozent schrumpfen. Die zentrale Ursache für die Korrektur gegenüber der Frühjahrsprojektion liegt in einem Stopp von russischen Gaslieferungen, wodurch sich Energiepreise weiterhin auf einem sehr hohen Niveau befinden. Vor allem in energieintensiven Bereichen wird dadurch die Industrieproduktion gebremst. Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat - lag im September 2022 bei +10,0 Prozent [5]. Im August 2022 hatte sie aufgrund einer preisdämpfenden Wirkung von gesenkter Energiesteuer auf Kraftstoffe noch bei 7,9 Prozent gelegen. Seit dem Ausbruch des Ukrainekrieges haben insbesondere die Energiepreise (+43,9 Prozent) und auch die Preise für Nahrungsmittel (+18,7 Prozent) den Gesamtindex gegenüber dem Vorjahresmonat erheblich beeinflusst.

2.1.1 Vermahlung

Vermahlung [6]

Gj. 2021/22 [7] Gj. 2020/21 [8]
Getreidevermahlung Deutschland (in Tsd. to) 9.340 8.755 [9]
Getreidevermahlung GMD-Konzern (in Tsd. to) 1.263 1.119

Die Getreidevermahlung - welche die Vermahlung von Brotgetreide (Weichweizen, Roggen) sowie Hartweizen und Dinkel beinhaltet - des GoodMills Deutschland Konzerns sowie ihr Anteil an der Gesamtvermahlung in Deutschland haben im Geschäftsjahr 2021/2022 gegenüber dem Vorjahr zugenommen.

2.1.2 Beschaffungsmarkt

Getreideernte (in Mio. to)

Deutschland [10] 2021 [11] 2020 [11]
Getreideernte Weizen insgesamt 21,4 21,7
Getreideernte Roggen 3,3 3,5
Gj. 2021/22 [7] Gj. 2020/21 [8]
Europäische Union (EU) [12]
Getreideernte Weizen insgesamt 138,3 125,9
Weltweit [12]
Getreideernte Weizen weltweit 779,9 780,3

Die für das Geschäftsjahr 2021/2022 bedeutende Weizenernte 2021 in Deutschland lag mit einer etwas niedrigeren Produktionsmenge unter dem Vorjahr. Diese geringeren Erntemengen sind im Wesentlichen auf klimatische Bedingungen zurückzuführen. Die Roggenernte lag ebenfalls leicht unter dem Wert der Ernte 2020.

Die EU verzeichnete hingegen eine gegenüber dem Vorjahr höhere Produktionsmenge für Weizen. Weltweit war die Ernte 2021 nach Angaben der USDA (United States Department of Agriculture) marginal niedriger als die Ernte 2020. In Bezug auf die Getreideernte 2022 verweisen wir auf den Prognosebericht in Abschnitt 3.1.

Die Weizenpreise an der Börse bewegten sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2021/2022 in Schwankungsbreiten zwischen 231,50 EUR pro Tonne und 437,50 EUR pro Tonne. Zum Stichtag 30.09.2022 lag der Weizenpreis auf einem Niveau von rund 355 EUR pro Tonne.[13]

2.1.3 Absatzmärkte

Milling Group

Strukturzahlen Bäckerhandwerk in Deutschland [14]

2021 [11] 2020 [11]
Betriebe 9.965 10.181
Beschäftigte je Betrieb 24,2 25,1

Der B2B-Vertrieb von Mehl im GoodMills Deutschland Konzern richtet sich an das Bäckereihandwerk sowie die Brot- und Nahrungsmittelindustrie. Die Zahl der Kleinbetriebe im Bäckerhandwerk nimmt weiterhin ab, wohingegen die industriellen Backbetriebe ihre Position ausbauen. Dieser Konzentrationsprozess setzt die Mühlenbranche nach wie vor unter erheblichen Wettbewerbsdruck.

Mehlmarkt im LEH [1]

2021/2022 [15] 2020/2021 [16]
Umsatz Mehlmarkt (in Mio. EUR) 326,4 305,9
Absatz (in to) 360.602 363.775

Der B2C-Vertrieb des GoodMills Deutschland Konzerns richtet sich an den Lebensmitteleinzelhandel. Im Zuge des Ukraine-Kriegs kam es ab Februar 2022 ähnlich wie in der Covid19-Pandemie zu verstärkten "Hamsterkäufen" im Bereich der Haushaltsmehle, so dass das Marktvolumen stabil zum Vorjahr blieb. Parallel kam es jedoch zu einer Erhöhung der Kosten für Rohware, Verpackungsmaterialien, Logistik und Energie, so dass bereits unterjährig ungeplante Preisanpassungen erfolgen mussten, die ursächlich für den Umsatzanstieg im Geschäftsjahr 2021/2022 sind.

Müller's Mühle

Hülsenfruchtmarkt im LEH [2]

2021/2022 [15] 2020/2021 [16]
Umsatz Hülsenfruchtmarkt (in Mio. EUR) 70,8 70,8
Absatz Hülsenfrüchte (in to) 20.143 20.737

Der Gesamtmarkt der Hülsenfrüchte ist im Umsatz im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Ähnlich wie im Mehlmarkt erfolgten Preissteigerungen aufgrund erhöhter Logistik- und Energiekosten, die sich umsatzsteigernd auswirkten. Hingegen wirkte sich ein rückläufiger Absatz umsatzmindernd auf den Gesamtmarkt der Hülsenfrüchte aus.

Der Couscous- und Bulgurmarkt im LEH waren hingegen in Umsatz und Absatz rückläufig. Der Reismarkt im LEH verzeichnete im GJ 2021/2022 ein Wachstum im Umsatz und Absatz. Darüber hinaus liegt bislang keine externe Statistik zur Entwicklung des Spezialmarktes für Hülsenfruchtmehle vor. [2]

GoodMills Innovation

Spezialmehle

Die GoodMills Innovation veredelt mit physikalischen und biologischen Verfahren die Funktionalität von Getreidemahlerzeugnissen. Viele dieser funktionellen Mehle werden speziell für einzelne Kunden hergestellt. Es gibt keine externen Statistiken, welche die Größe dieser Spezialmärkte abbilden. Entsprechend gibt es keine Marktdaten, welche als Referenz verwendet werden könnten.

2.2 Geschäftsverlauf des GoodMills Deutschland Konzerns

Auswirkungen der Covid19-Pandemie

Der GoodMills Deutschland Konzern gehört als wichtiger Nahrungsmittellieferant zur systemrelevanten Industrie in Deutschland. Ähnlich wie im Vorjahr haben sich auch im Geschäftsjahr 2021/2022 negative wirtschaftliche Auswirkungen aus der Covid19-Pandemie auf die Kunden des GMD-Konzerns ergeben, die sich in der Folge in Summe auch negativ auf den GoodMills Deutschland Konzern ausgewirkt haben.

Zu Beginn des Jahres 2022 war das Infektionsgeschehen in Deutschland von der Verbreitung der Omikron-Virusvariante und einer damit verbundenen massiven Zunahme an Neuinfektionen geprägt. Trotz eines durchschnittlich milderen Infektionsverlaufs wurde eine Überlastung des Gesundheitssystems durch Covid-Erkrankungen befürchtet, weswegen es erneut zu bundesweiten Eindämmungsmaßnahmen bis Anfang April 2022 kam. Bis Ende Mai ging die bundesweite 7-Tage-Inzidenz unter den Wert von 250 zurück. Nach einem kontinuierlichen Wiederanstieg in Juni und Juli, stabilisierte sich die Lage in August und September.

Insbesondere hat das Segment der Großverbraucher wie Gastronomie und Hotellerie in ähnlicher Weise wie im Vorjahr gelitten. Im Bereich Innovation waren die vertrieblichen Aktivitäten ebenso wie im Vorjahr eingeschränkt, da vielfach eine enge Zusammenarbeit mit Kunden nötig ist, was nur teilweise durch innovative Vorgehensweisen kompensiert werden kann.

Auswirkungen des Russisch-ukrainischen Krieges

Der Krieg in der Ukraine hat an den Märkten Sorgen hinsichtlich der Verfügbarkeit von Getreide geschürt. Das hat auch die deutsche Müllereibranche durch gestiegene Getreidepreise und durch eine erhöhte Volatilität zu spüren bekommen.

Der Weizenpreis kletterte seit Kriegsbeginn Ende Februar 2022 enorm in die Höhe. Kurz zuvor lag dieser bei rund 270 EUR pro Tonne, binnen weniger Wochen bewegte sich der Weizenpreis auf 400 EUR und darüber. Zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 waren die Weizenpreise ebenfalls stark angestiegen, blieben aber weit unter 300 EUR. Damals lag dies an einer gesteigerten Nachfrage aus Angst vor einem monatelangen Lockdown, wobei es keine Sorgen bezüglich der Verfügbarkeit von Getreide gab, worin der wesentliche Unterschied besteht. Zum 30.9.2022 betrug der Weizenpreis 355 EUR pro Tonne.

Die Kriegshandlungen in der Ukraine führten zudem zu erheblichen Energiepreissteigerungen aufgrund Russlands Entscheidung, Gaslieferungen an mehrere EU-Mitgliedstaaten als Reaktion auf von der EU initiierte wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland zu verringern bzw. auszusetzen. [17]

Auch im Bereich der Logistik sind erhebliche Preissteigerungen zu konstatieren. In ganz Europa verzeichneten Speditionen einen Mangel an Fahrern, von denen viele aus der Ukraine stammen. Deutlich gestiegene Spritpreise infolge verteuerter Ölpreise durch den Ukraine-Konflikt haben zu weiteren Mehrkosten im Bereich Logistik geführt. Niedrigpegelstände auf den Schiffswegen über die Sommermonate sowie ein prioritärer Transport von Kohle zur Energiegewinnung verschärften die Lage zusätzlich.

Die hohen Preissteigerungen bei Rohstoffen, Energie und Logistik haben in der Folge zu einem erheblichen Anstieg von Lebensmittelpreisen und zu erheblichen Preissteigerungen in vielen Bereichen des täglichen Lebens geführt. Insgesamt ist eine Verunsicherung auf Lieferanten-, Kunden- und Endverbraucherebene eingetreten.

Als starker und zuverlässiger Partner konnte der GoodMills Deutschland Konzern das Absatzvolumen im Vergleich zum Vorjahr steigern und die aus den gestiegenen Kosten der Inputfaktoren resultierenden notwendigen Preissteigerungen zeitlich versetzt am Markt weitergeben, um ein wirtschaftlich auskömmliches Margenniveau zu halten.

2.2.1 Milling Group

Da die Milling Group ein striktes Rohwarenrisikomanagement betreibt, waren die Auswirkungen der Preissteigerungen im Getreidemarkt auf die Finanz- und Ertragslage der Milling Group moderat. Zur Entwicklung der Getreidevermahlungsmengen in der Milling Group wird auf Kapitel 2.1.1 verwiesen.

Der B2B-Vertrieb von Mehl an Bäckereihandwerk, Brotindustrie und Nahrungsmittelindustrie sowie von Mühlennachprodukten an die Mischfutterindustrie steigerte sich im GJ 2021/2022 (1.162 Tsd. to) um 122 Tsd. Tonnen gegenüber dem Vorjahr (1.040 Tsd. to).

Der B2C-Vertrieb richtet sich an den deutschen LEH. Im Absatz-Ranking der Marken ist Diamant weiterhin die stärkste Mehlmarke im deutschen LEH mit konstantem Marktanteil gegenüber dem Vorjahr. Aurora und Rosenmehl folgen auf Platz zwei und drei, jeweils mit geringfügig erhöhtem Marktanteil gegenüber dem Vorjahr. Die GoodMills Deutschland GmbH führt nach wie vor mit ihren Marken (ausgenommen der Eigenmarken) das Ranking der Markenmehle im deutschen LEH an. [1]

2.2.2 Müller's Mühle

Die Müller's Mühle GmbH produziert Lebensmittel auf Basis natürlicher, pflanzlicher Rohstoffe von höchster Qualität. Unter der Marke Müller's Mühle werden neben Hülsenfrüchten auch Getreideprodukte wie Couscous und Bulgur sowie Reis angeboten.

Müller's Mühle hat im Geschäftsjahr 2021/2022 weiterhin den höchsten Marktanteil unter den Marken auf dem Hülsenfruchtmarkt. Die Handelsmarken gewinnen in der Tendenz jedoch etwas an Marktanteilen hinzu. Die Mitbewerber im Markengeschäft liegen in Summe nahezu auf dem Vorjahresniveau. [2]

Im Couscous- und Bulgur-Markt belegt Müller's Mühle jeweils den zweiten Platz bei den Markenanbietern mit einer leichten Steigerung der Marktanteile gegenüber dem Vorjahr. Auf dem Reismarkt zählt Müller's Mühle zu den zehn größten Markenanbietern und verzeichnet einen nahezu konstanten Marktanteil gegenüber dem Vorjahr. [2]

2.2.3 GoodMills Innovation

Die GMI ist ein Hersteller von funktionellen Mehlen (sog. "functional flours"), welche einen technologischen, gesundheitlichen oder einen geschmacklichen Mehrwert bieten. Soweit das Bäckerhandwerk über den Großhandel beliefert wird, ist der Absatzmarkt Deutschland. Für die sonstigen Ingredients ist der Hauptabsatzmarkt die Lebensmittelindustrie in Europa. Die GMI wandelte sich über die Jahrzehnte von einem rein deutschen Anbieter von Fertigmehlen für Handwerksbäcker zu einem internationalen Player von hochinnovativen Ingredients. Die GMI hat sich auch im aktuellen Geschäftsjahr auf die innovative Funktionalisierung von Getreidemahlerzeugnissen konzentriert. In diesem Marktumfeld ist der Wettbewerb zwar international ausgeprägt, allerdings befinden sich die Anbieter nur in Ausnahmefällen in einem verlustreichen Preiswettbewerb. Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurde eine Absatzsteigerung von knapp sechs Prozent in bestehenden Produktsegmenten und durch neue Innovationen erzielt.

2.3 Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

2.3.1 Ertragslage

Gesamtkonzern

Der Konzernumsatz ist deutlich gegenüber dem Vorjahreswert gestiegen. Die Umsatzerlöse gliedern sich in folgende Geschäftsbereiche:

Umsatzerlöse (in Mio. EUR)

2021/2022 2020/2021
Umsatzerlöse Milling Group 468,9 312,1
Umsatzerlöse Müller's Mühle 58,4 50,9
Umsatzerlöse GMI 77,2 69,4
Summe GMD-Konzern 604,5 432,4

Die Umsatzsteigerung in 2021/2022 resultiert im Wesentlichen aus einem massiven Anstieg der Rohstoffpreise, die als dominierender Faktor in die Produktkalkulationen der Geschäftsbereiche einfließen und zu deutlich höheren Verkaufspreisen geführt haben. Den höheren Umsatzerlösen steht jedoch ein entsprechend höherer Wareneinsatz in der Ertragslage gegenüber. Umsatzsteigernd wirkte sich weiterhin eine Steigerung des Absatzvolumens in allen Geschäftsbereichen gegenüber dem Vorjahr 2020/2021 aus.

Ertragslage GMD-Konzern (in Mio. EUR)

2021/2022 2020/2021
Rohertrag 127,3 113,6
Sonstige betriebliche Erträge 6,3 10,0
Personalaufwand 50,3 42,9
Abschreibungen 15,5 14,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen 68,0 60,3
Konzern-Betriebsergebnis -0,2 6,0
Zinsaufwand 3,1 2,1
Sonstiges Finanzergebnis 0,1 0,2
Konzernergebnis vor Steuern -3,2 4,1
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -0,3 1,2
Konzernergebnis -2,9 2,9

Der Rohertrag des GoodMills Deutschland Konzerns ist in Summe gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Dies resultiert maßgeblich aus der realisierten Absatzsteigerung in allen Geschäftsbereichen. Darüber hinaus waren im Rohertrag des Vorjahres Margenverluste in Folge des Schadensfalles der Mühle in Köln sowie deren Schließung und Inbetriebnahme der neuen Mühle in Krefeld enthalten, was sich gleichlautend in geringeren sonstigen betrieblichen Erträgen widerspiegelt, da Versicherungserstattungen aus dem Vorjahr entfallen. Des Weiteren konnten gestiegene Logistikkosten weitergegeben werden, so dass die höheren Verkaufspreise zu einer Verbesserung des Rohertrags führten, was sich wiederum gleichlautend in gestiegenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen als Verschiebung gegenüber dem Vorjahr zeigt. Die prognostizierte moderate Steigerung des Rohertrags wurde aufgrund der beschriebenen Sondereffekte übertroffen.

Im laufenden Geschäftsjahr hat GoodMills Deutschland ein mittelfristig angelegtes Transformationskonzept mit Fokus auf das Target Operating Model zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit erarbeitet, welches auch Personalmaßnahmen beinhaltet. Wesentliche Bestandteile des Konzeptes wurden der Arbeitnehmerseite bis zum Abschlussstichtag bereits kommuniziert. Für die geplanten Personalmaßnahmen wurden EUR 5,0 Mio. Rückstellungen gebildet. Dies führt zu einer entsprechenden Zunahme der Personalaufwendungen gegenüber dem Vorjahr. Darüber hinaus haben sich jährliche tarifliche Steigerungen kostenerhöhend ausgewirkt. Die Erhöhung der Abschreibungen resultiert insbesondere aus mit den in Kapitel 2.4.6 dargestellten Investitionen des Vorjahres 2020/2021 im GoodMills Deutschland Konzern. Die Abnahme in den sonstigen betrieblichen Erträgen sowie Zunahme in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren hauptsächlich aus den zuvor beschriebenen Verschiebungen zum Rohertrag. Darüber hinaus sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen insbesondere höhere Versicherungs-, Beratungs- sowie Instandhaltungskosten angefallen. Das Konzern-Betriebsergebnis vor Steuern und dem Finanzergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen aufgrund der beschriebenen Entwicklungen in den Personalaufwendungen, Abschreibungen sowie sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf insgesamt EUR -0,2 Mio. verringert. Die prognostizierte deutliche Steigerung des Betriebsergebnisses auf einen Wert im unteren zweistelligen Millionenbereich wurde somit verfehlt.

Der Zinsaufwand ist in Relation zum Vorjahr deutlich angestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich im Juli 2022, im September 2022 und erneut im Oktober 2022 für eine Anhebung des Leitzinses entschieden. Zuvor blieben die Zinsen jahrelang auf einem unverändert niedrigen Niveau. Seit dem 27. Oktober 2022 liegt der Leitzins der EZB bei 2,0 Prozent. Infolge der Leitzinserhöhungen im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der Zinsaufwand im GoodMills Deutschland Konzern bezüglich der Konsortialkredit-Finanzierung angestiegen. Zusätzlich resultierte ein höherer Zinsaufwand aus einer weiteren Aufnahme kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten gegenüber dem Geschäftsjahr 2020/2021. Die Prognose eines Konzernergebnisses vor Steuern im unteren zweistelligen Millionenbereich wurde somit verfehlt (vgl. hierzu die Abweichungen in Betriebsergebnis und Zinsaufwand).

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von EUR -0,3 Mio. resultieren in Höhe von EUR -0,5 Mio. aus saldierten Effekten im Zusammenhang mit der Veränderung der Rückstellungen für die laufenden Ertragsteuern sowie dem Saldo von EUR 0,2 Mio. aus latenten Steuererträgen auf zeitliche Unterschiede und latenten Steueraufwendungen im Zusammenhang mit steuerlichen Verlustvorträgen.

Das Konzernergebnis (nach Steuern) liegt mit EUR -2,9 Mio. infolge der dargestellten Effekte um EUR 5,8 Mio. unter dem Ergebnis des Vorjahres. Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den im Jahresabschluss der Gesellschaft zum 30. September 2022 ausgewiesenen Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR -4,7 Mio. auf neue Rechnung vorzutragen.

Milling Group

Milling Group (in Mio. EUR)

2021/2022 2020/2021
Rohertrag 80,0 67,5
Betriebsergebnis 7,0 5,5

Der Rohertrag der Milling Group ist deutlich gestiegen, die Prognose eines moderaten Anstiegs gegenüber dem Vorjahr konnte somit übertroffen werden. Zwar mussten im B2C-Geschäft mit dem LEH negative Absatz- und Margeneffekte realisiert werden. Das B2B-Geschäft der Mühlen lag jedoch deutlich über dem Vorjahresniveau aufgrund eines höheren Absatzvolumens sowie der auf Gesamtkonzernebene beschriebenen Verschiebungen zwischen Rohertrag und sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen. Aufgrund des positiven Effekts aus dem gesteigerten Absatzvolumen weist der Geschäftsbereich Milling Group in Summe ebenfalls ein gegenüber dem Vorjahr verbessertes Betriebsergebnis aus. Die Prognose, welche von einem Betriebsergebnis im unteren zweistelligen Millionenbereich ausging, wurde nicht erreicht.

Müller's Mühle

Müller's Mühle (in Mio. EUR)

2021/2022 2020/2021
Rohertrag 17,1 16,0
Betriebsergebnis -0,3 1,2

Der Rohertrag des Geschäftsbereichs Müller's Mühle ist, entsprechend dem prognostizierten Anstieg gegenüber dem Vorjahr, absatzvolumenbedingt gestiegen. Aufgrund höherer Kosten für Instandhaltung und Frachten, höherer Abschreibungen sowie einmaliger Aufwendungen für zukünftige Personalmaßnahmen liegt das Betriebsergebnis der Müller's Mühle hingegen unter dem Wert des Vorjahres. Somit wurde die Prognose verfehlt, das Betriebsergebnis des Vorjahres deutlich zu übertreffen.

GoodMills Innovation

GoodMills Innovation (in Mio. EUR)

2021/2022 2020/2021
Rohertrag 30,3 29,5
Betriebsergebnis 2,9 5,6

Die GoodMills Innovation konnte wiederholt sowohl ihren Absatz als auch in Folge den Rohertrag im Vergleich zum Vorjahr steigern. Dazu wurden insbesondere neu geschaffene Kapazitäten ausgenutzt als auch bestehende Produktbereiche ausgeweitet. Der prognostiziere Anstieg des Rohertrags gegenüber dem Vorjahr im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wurde jedoch nicht erreicht. Die Personalaufwendungen (inkl. Aufwendungen für fremde Arbeitskräfte) sind gestiegen. Die anderen Aufwandsbereiche (Betriebs-, Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen) nahmen in Summe ebenfalls zu. Das Betriebsergebnis liegt in Summe unter dem Niveau des Vorjahres, wohingegen die letztjährige Prognose von einer moderaten Steigerung ausgegangen war.

Übrige

Übrige[18](in Mio. EUR)

2021/2022 2020/2021
Rohertrag -0,1 1,0
Betriebsergebnis -9,8 -6,3

Der Rohertrag im Geschäftsbereich "Übrige", bestehend aus der GoodMills Deutschland Zentrale, der VK Grundbesitz GmbH und der Konsolidierung, zeigt im Geschäftsjahr 2021/2022 nahezu keinen Ergebniseffekt, da der positive Konsolidierungseffekt zwischen dem Rohertrag und den übrigen Positionen der Ertragslage aus dem Vorjahr weggefallen ist. Auf Ebene des Betriebsergebnisses wirken im Wesentlichen die für den Gesamtkonzern beschriebenen höheren Personal- und Zinsaufwendungen hinein.

2.3.2 Finanzlage

Die einzelnen Cashflows des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

Kapitalflussrechnung (in Tsd. EUR)

2021/2022 2020/2021
Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit 4.071 1.143
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -12.535 -32.730
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 15.997 27.602
Veränderungen des Finanzmittelfonds 7.533 -3.985
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 26 4.011
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 7.559 26

Der positive Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit resultiert aus dem Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von EUR 2,9 Mio. bereinigt im Wesentlichen um den Saldo aus Abschreibungen und Zuschreibungen in Höhe von EUR 15,1 Mio. sowie bereinigt um die Abnahme langfristiger Rückstellungen in Höhe von EUR 11,9 Mio. Darüber hinaus ergab sich eine Zunahme der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Vermögenswerte von insgesamt EUR 22,2 Mio.; hingegen haben sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten um EUR 16,0 Mio. erhöht (bzgl. deren Entwicklung wird auf Kapitel 2.3.3 verwiesen). Die beschriebenen Veränderungen der langfristigen Rückstellungen sowie der übrigen Verbindlichkeiten enthalten nicht zahlungswirksame, ergebnisneutral im Eigenkapital erfasste Effekte nach Steuern in Höhe von EUR 6,8 Mio., welche dementsprechend im Rahmen des Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit eliminiert werden. Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit liegt insgesamt um EUR 2,9 Mio. über dem Wert des Vorjahres infolge stichtagsbezogener Schwankungen im Working Capital insbesondere in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Vorjahresstichtag.

Der negative Cashflow aus der Investitionstätigkeit ergibt sich im Wesentlichen aus Mittelabflüssen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von EUR 13,6 Mio. und liegt betragsmäßig deutlich unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2020/2021. Zu den Schwerpunkten der Investitionen gehörten im abgelaufenen Geschäftsjahr Erweiterungsinvestitionen im Bereich GMI sowie Ersatzinvestitionen im Mühlengeschäft.

Der unverändert positive Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit fiel gegenüber dem Vorjahr geringer aus, was im Wesentlichen aus einer reduzierten Aufnahme von kurzfristigen Krediten in Höhe von EUR 12,4 Mio. (Vorjahr EUR 33,0 Mio.) resultiert. Die Aufnahme kurzfristiger Kredite im Geschäftsjahr 2021/2022 diente im Wesentlichen der Deckung der gestiegenen Working Capital Bedarfe.

Der GoodMills Deutschland Konzern finanzierte sich am Abschlussstichtag zum einen über einen Konsortialkredit mit einer Kreditlinie von EUR 120,0 Mio. (Vorjahr EUR 90,0 Mio.). Die Erhöhung um EUR 30,0 Mio. dient ausschließlich zur Finanzierung des Trade Working Capitals. Zum Bilanzstichtag waren EUR 83,3 Mio. in Anspruch genommen, so dass eine freie Kreditlinie in Höhe von EUR 36,7 Mio. verbleibt. Des Weiteren finanzierte sich die GMD über Langfristdarlehen für Investitionsprojekte in Höhe von EUR 82,1 Mio. Ferner existiert ein Rahmenvertrag mit einer der Geschäftsbanken über eine ABS-Finanzierung mit einem maximalen Finanzierungsvolumen von EUR 58,0 Mio. (Inanspruchnahme zum 30. September 2022: EUR 55,8 Mio.). Darüber hinaus besteht eine Kontokorrentkreditlinie über EUR 2,0 Mio. für Margin-Verpflichtungen resultierend aus den Warentermingeschäften an der Matif. Diese Kreditlinie wurde zum Bilanzstichtag nahezu vollständig in Anspruch genommen. Der Konsortialkreditvertrag hatte am Bilanzstichtag eine Restlaufzeit von über 1,5 Jahren. Der Vertrag über die ABS-Finanzierung verfügte am Bilanzstichtag über eine Restlaufzeit von über einem Jahr. Die Finanzverbindlichkeiten valutieren ausschließlich in Euro.

Der Finanzmittelfonds entspricht den liquiden Mitteln des Konzerns. Zum 30. September 2022 belaufen sich die liquiden Mittel auf EUR 7,6 Mio. gegenüber einem Bestand von TEUR 26 zum 30. September 2021.

Die im Rahmen der bestehenden Finanzierungsverträge getroffenen Vereinbarungen, insbesondere die Covenants, wurden von GoodMills im Geschäftsjahr 2021/2022 eingehalten. Die Gesellschaften des Konzerns waren im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die Finanzierung der GoodMills Deutschland Gruppe ist auf Basis der dargestellten Finanzlage über einen Zeitraum von zwölf Monaten hinausgehend gesichert.

2.3.3 Vermögenslage

Die Bilanzstruktur stellt sich zum Stichtag wie folgt dar:

Bilanzsumme Aktiva (in Mio. EUR)

30.9.2022 30.9.2021
Immat. Vermögenswerte und Sachanlagen 290,8 291,7
Finanzanlagen 2,6 3,0
Vorräte 78,1 57,2
Übrige Vermögenswerte 47,3 38,5
Bilanzsumme Aktiva 418,9 390,4

Die Konzernbilanzsumme hat sich im Geschäftsjahr 2021/2022 erhöht. Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen sowie Finanzanlagen liegen geringfügig unter dem Vorjahreswert. Am Abschlusstag wurden latente Steuern gebildet auf temporäre Differenzen, Sicherungsgeschäfte sowie Verlustvorträge. Der Saldo der aktiven latenten Steuern wird mit passiven latenten Steuern saldiert, somit wird nur ein Passivposten ausgewiesen. Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen bzw. Verlustvorträge werden nur angesetzt, sofern ihre Realisierbarkeit in der näheren Zukunft hinreichend gesichert erscheint.

Das Vorratsvermögen hat sich deutlich erhöht, was im Wesentlichen in einem wertmäßig höheren Bestand an Rohstoffen infolge deutlich gestiegener Getreidepreise begründet ist. Zudem sind im Zuge höherer Getreidepreise auch die Forderungen wertmäßig angewachsen.

Die übrigen Vermögenswerte haben sich gegenüber dem Vorjahr erhöht. Im Zuge erfolgter Verkaufspreiserhöhungen aufgrund höherer Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Summe um EUR 5,9 Mio. gegenüber dem Vorjahresstichtag angewachsen. Darüber hinaus sind die zu Beginn des Geschäftsjahres bestehenden liquiden Mittel um EUR 7,5 Mio. angestiegen. Die sonstigen finanziellen Forderungen, in denen insbesondere Forderungen in Bezug auf den Schadensfall in Köln sowie Forderungen in Bezug auf den Verkauf der Minderheitsbeteiligungen zum 30.09.2021 enthalten waren, haben sich um EUR 5,1 Mio. vermindert.

Bilanzsumme Passiva (in Mio. EUR)

30.9.2022 30.9.2021
Eigenkapital 121,6 120,6
Langfristige Rückstellungen 31,1 43,1
Langfristige Verbindlichkeiten 102,7 97,9
Kurzfristige Schulden 163,5 128,8
Bilanzsumme Passiva 418,9 390,4

Auf der Passivseite führten das negative Konzernjahresergebnis von EUR 2,9 Mio. und die erfolgte Dividendenzahlung sowie ein positiver Effekt aus der Neubewertungsrücklage von EUR 4,8 Mio. und der Rücklage aus Sicherungsbeziehungen von EUR 2,3 Mio. per Saldo zu einer Erhöhung des Eigenkapitals gegenüber dem Vorjahr. In Folge der parallel gestiegenen Bilanzsumme ergibt sich eine Abnahme der Eigenkapitalquote zum Stichtag auf 29,1 Prozent (Vorjahr: 31,0 Prozent).

Insbesondere aufgrund einer Abnahme der Rückstellungen für Pensionen von EUR 11,8 Mio. haben sich die langfristigen Rückstellungen reduziert.

Die kurzfristigen Schulden sind angewachsen, insbesondere durch eine um EUR 12,4 Mio. höhere Inanspruchnahme kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten sowie zum Vorjahr um EUR 5,5 Mio. gestiegene Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen infolge gestiegener Getreidepreise. Darüber hinaus sind die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um EUR 18,0 Mio. gestiegen.

Insgesamt beurteilen wir die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns als solide; während die Ertragslage unter den Erwartungen liegt. Für die nächsten Jahre geht die Geschäftsführung weiterhin von einer positiven Entwicklung der Gruppe aus.

2.4 Wesentliche finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

2.4.1 Rohertrag

Rohertrag

2021/2022 2020/2021
Rohertrag GMD-Konzern (in Mio. EUR) 127,3 113,6

Der Rohertrag des GoodMills Deutschland Konzerns ist in 2021/2022 gestiegen. Zu den Gründen der Entwicklung des Rohertrags im Vergleich zum Vorjahr 2020/2021 wird auf die Ausführungen im Kapitel 2.3.1 verwiesen.

2.4.2 Betriebsergebnis (vor Steuern und Finanzergebnis)

Betriebsergebnis

2021/2022 2020/2021
Betriebsergebnis GMD-Konzern (in Mio. EUR) -0,2 6,0

Das Konzern-Betriebsergebnis des GoodMills Deutschland Konzerns ist in 2021/2022 hingegen deutlich gesunken. Zu den Gründen der Entwicklung des Betriebsergebnisses im Vergleich zum Vorjahr 2020/2021 wird auf die Ausführungen im Kapitel 2.3.1 verwiesen.

2.4.3 Konzernergebnis vor Steuern

Konzernergebnis vor Steuern

2021/2022 2020/2021
Konzernergebnis GMD-Konzern (in Mio. EUR) -3,2 4,0

Das Konzernergebnis vor Steuern hat sich im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen aufgrund der in Kapitel 2.3.1 beschriebenen Effekte in den Personalaufwendungen, Abschreibungen, sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie im Zinsaufwand reduziert.

2.4.4 Produktion

Produktion

2021/2022 2020/2021
Produktionsmenge GMD-Konzern (in Tsd. to) 1.374 1.225

Im Geschäftsjahr 2021/2022 hat der GoodMills Deutschland Konzern 149 Tsd. to bzw. 12,2 % und somit deutlich mehr Getreide, Reis und Hülsenfrüchte als im Vorjahr 2020/2021 verarbeitet. Die Ursache liegt insbesondere in einer geringeren Produktionsmenge im Zusammenhang mit dem Schadensfall der Mühle in Köln sowie der Schließung des Standortes Köln und der Inbetriebnahme der neuen Mühle in Krefeld im Vorjahr. Auch die übrigen Mühlen insgesamt sowie Müller's Mühle und GoodMills Innovation konnten ihre Produktionsmengen steigern. Die Prognose eines deutlichen Anstiegs der Produktionsmenge für das Geschäftsjahr 2021/2022 wurde somit erreicht.

2.4.5 Absatz- und Umsatzentwicklung

Absatz- und Umsatzentwicklung

2021/2022 2020/2021
Absatz GMD-Konzern (in Tsd. to) 1.373 1.227
Umsatz GMD-Konzern (in Mio. EUR) 604,5 432,4

Absatz und Umsatz im GoodMills Deutschland Konzern lagen im Geschäftsjahr 2021/2022 deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Dies resultiert maßgeblich aus einer in allen Geschäftsbereichen realisierten Absatzsteigerung. Entsprechend wurde die Erwartung aus der Prognose erfüllt, die ein gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhtes Absatzvolumen vorsah. Ein weiterer Treiber für das Übertreffen der Umsatzprognose sind diverse Preissteigerungen, um Einstandspreiserhöhungen unter anderem in den Bereichen Rohwaren, Energie und Logistik zu kompensieren.

Bei den Absatzkanälen des GoodMills Deutschland Konzerns haben sich im Berichtsjahr keine Veränderungen ergeben. Der Großteil des Geschäftes mit Mehl wird durch Kontrakte mit den großen Abnehmern (Preise, Menge) fixiert. Solche Kontrakte können sich auf einen Zeitraum von einem Monat bis zu einem Jahr - in Ausnahmefällen sogar darüber hinaus - erstrecken. Eine Risikoreduzierung für solche Lieferverpflichtungen in die Zukunft hinein geschieht durch korrespondierende Gegendeckung entweder mit der Rohware oder über geeignete Derivate. Neben Futures werden auch OTC-Warentermingeschäfte (Finanzderivate) eingesetzt. Es ist ein Risikorahmen definiert, innerhalb dessen sich die GoodMills bewegt.

2.4.6 Investitionen

Investitionen (in Mio. EUR)

2021/2022 2020/2021
Investitionen immaterielles Anlagevermögen 0,9 2,3
Investitionen Sachanlagevermögen 12,7 33,9
Summe Investitionen GMD-Konzern 13,6 36,2

Im abgelaufenen Geschäftsjahr lagen die Investitionen im GoodMills Deutschland Konzern deutlich unter der Prognose von EUR 18,6 Mio. Ursächlich hierfür sind vorsichtshalber vorübergehende Investitionsstopps, um flexibel auf die gegebenen Unsicherheiten im Markt in Folge des Ukrainekrieges reagieren zu können.

2.4.7 Mitarbeiter

Mitarbeiterdaten

30.9.2022 30.9.2021
Mitarbeiter, Stichtag 30.9. (in Köpfen) 590 600
Auszubildende, Stichtag 30.9. (in Köpfen) 20 18
Mitarbeiter, Stichtag 30.9. (in Vollzeitäquivalent) 580 584
Mitarbeiter, Jahresdurchschnitt (in Vollzeitäquivalent) 579 585
Krankenstand der Mitarbeiter (in Prozent) 5,6% 3,7%
Anteil der Frauen an der Belegschaft (in Prozent) 23% 24%
Durchschnittsalter der Mitarbeiter (in Jahren) 46 45

Zum Abschlussstichtag ist somit gemäß der Prognose keine wesentliche Veränderung der Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr eingetreten.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1 Prognosebericht

Rahmenbedingungen

Für das Geschäftsjahr 2022/2023 ist die Getreideernte 2022 bestimmend. Weltweit wurden etwas höhere Produktionszahlen gegenüber der Getreideernte 2021 erzielt. Extreme Trockenphasen haben zwar zu geringeren Erträgen geführt, zeitgleich hat sich die Qualität der Ernte jedoch insgesamt verbessert. Die Trockenheit im Frühjahr und Sommer 2022 führte zu verbesserten Hektolitergewichten und Kleberwerten bei jedoch geringeren Proteinwerten. Die Informationen wurden auf Basis der Ernteprognosen des Deutschen Raiffeisenverbands e.V. (DRV) und des United States Department of Agriculture (USDA) ermittelt.

Insgesamt ist davon auszugehen, dass sich die konjunkturelle Abkühlung fortsetzen wird. Die Wirtschaftsleistung wird in den beiden Quartalen des Winterhalbjahres voraussichtlich um 0,2 bzw. 0,4 Prozent schrumpfen. Im Wesentlichen dürfte dies auf einen Rückgang der privaten Konsumausgaben zurückzuführen sein. Da die Energieversorger die Strom- und Gaspreise an die hohen Beschaffungskosten anpassen werden, wird die Inflationsrate im ersten Quartal 2023 mit etwa 11 Prozent voraussichtlich ihren Höhepunkt erreichen. In der Folge werden die realen Haushaltseinkommen deutlich zurückgehen und die Kaufkraft sinken. Die Maßnahmen der Bundesregierung aus dem Entlastungspaket III dürften diesem Rückgang etwas entgegenwirken, ihn aber nicht ausgleichen. [19]

Aufgrund von anhaltenden Überkapazitäten bleibt die Müllereibranche unverändert wettbewerbsintensiv. Die Kunden nutzen ihre steigende Einkaufsmacht in einem sich weiter konzentrierenden Markt. Daher bleiben weitere Kostensenkungen unerlässlich, um einem möglichen Margendruck aufgrund hoher Wettbewerbsintensität zu begegnen.

Eine Prognose für das Ergebnis des Geschäftsjahres 2022/2023 ist vor den in Kapitel 2.2 beschriebenen Rahmenbedingungen (Pandemie und Ukraine-Krieg) mit Unsicherheiten verbunden. Unter Einbeziehung der in Kapitel 3.2 dargestellten Risiken kann es folglich zu Abweichungen von der erstellten Prognose kommen.

In der vorliegenden Prognose für das Geschäftsjahr 2022/2023 wird von keiner Verbreitung neuer Virusmutationen und folglich von einer weiteren Normalisierung des Absatzvolumens an Großverbraucher wie Hotellerie und Gastronomie ausgegangen. Des Weiteren wird eine weitere Normalisierung der vertrieblichen Aktivitäten im Bereich Innovation unterstellt. Als Resultat des Ukraine-Kriegs erwartet der GoodMills Deutschland Konzern in seiner Prognose nur geringe Auswirkungen auf die eigene Versorgung mit Getreide, da seine Rohstoffe überwiegend regional beschafft werden (Kapitel 3.2.6). Darüber hinaus liegt die Annahme zugrunde, dass im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg stehende Kostensteigerungen für Rohstoffe, Logistik und Energie im Wesentlichen über höhere Verkaufspreise ausgeglichen werden können.

Für das Geschäftsjahr 2022/2023 erwartet der GMD-Konzern potenziell Risiken aus möglichen Insolvenzen bei Kunden im B2B-Umfeld insbesondere aus den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs. Wie in Kapitel 3.2.5 beschrieben, sind jedoch Forderungsausfallrisiken durch das Debitorenüberwachungssystem sowie eine Kreditausfallversicherung abgesichert. Schwer vorhersehbar bleiben jedoch die Logistik der Rohstoffe und entsprechende Transportkosten aufgrund von weiterhin beschränkt verfügbaren Kapazitäten, insbesondere in den Bereichen Schiff und Bahn. Andererseits ergeben sich Chancen gegenüber der Prognose aus einer höheren Nutzung von Kapazitätserweiterungen sollte es zu einer noch stärkeren Beruhigung des Marktumfelds kommen.

Gesamtkonzern

Der GoodMills Deutschland Konzern strebt für 2022/2023 ein positives Betriebsergebnis im unteren zweistelligen Millionenbereich an, welches deutlich über dem Betriebsergebnis 2021/2022 liegt.

Für das kommende Geschäftsjahr wird eine deutlich höhere Produktionsmenge von Mahlprodukten, Reis und Hülsenfrüchten gegenüber dem Vorjahr erwartet. Die erwartete moderate Steigerung des Rohertrags soll im Wesentlichen über deutliche Zugewinne in Absatz- und Umsatzvolumen sowie einer Stabilisierung des Margenniveaus in allen Geschäftsbereichen realisiert werden.

Ausgehend von einem negativen Konzernergebnis vor Steuern von EUR -3,2 Mio. im Geschäftsjahr 2021/2022 strebt der GoodMills Deutschland Konzern ein Konzernergebnis vor Steuern im knapp zweistelligen EUR-Millionenbereich an.

Im GoodMills Deutschland Konzern werden für das Geschäftsjahr 2022/2023 deutlich höhere Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und das Sachanlagevermögen als im Vorjahr prognostiziert. Die größte Einzelmaßnahme entfällt dabei auf Investitionen der GoodMills Innovation für Erweiterungsvorhaben im Produktionsbereich sowie diverse Ersatzinvestitionen, die voraussichtlich im Geschäftsjahr 2022/2023 fertiggestellt werden.

Die Anzahl der Mitarbeiter wird auf einem ähnlichen Niveau wie im Geschäftsjahr 2021/2022 prognostiziert.

Milling Group

Aufgrund einer prognostizierten moderaten Umsatz- und Absatzsteigerung und Stabilisierung des Margenniveaus in der Milling Group für das Geschäftsjahr 2022/2023 wird sich der absolute Rohertrag gegenüber dem Vorjahr moderat erhöhen. Gleichzeitig werden signifikant höhere Energie-, Verpackungs- und Logistikkosten prognostiziert. In Summe erwartet der GoodMills Deutschland Konzern für den Geschäftsbereich Milling Group für das Geschäftsjahr 2022/2023 ein Betriebsergebnis über dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres 2021/2022 im unteren zweistelligen Millionenbereich.

Müller's Mühle

Für den Bereich Müller's Mühle wird gemäß der Prognose für 2022/2023 eine deutliche Umsatz- und Absatzsteigerung bei einem konstanten Margenniveau pro Tonne erwartet. Der absolute Rohertrag wird sich moderat über das Niveau des Berichtsjahres 2021/2022 erhöhen. In Summe wird für die Müller's Mühle ein Betriebsergebnis im unteren einstelligen Millionenbereich erwartet.

GoodMills Innovation

Die GoodMills Innovation rechnet im kommenden Jahr mit verbesserten vertrieblichen Rahmenbedingungen, so dass zusätzlich geschaffene Produktionskapazitäten für eine deutliche Umsatz- und Absatzsteigerung genutzt werden können. Dies wird sich auch in einem moderat verbesserten Rohertrag niederschlagen. Aufgrund des Handlings eines höheren Volumens wird parallel auch ein geringfügig ansteigendes Kostenniveau erwartet. In Summe wird eine moderate Steigerung des Betriebsergebnisses gegenüber dem Vorjahr erwartet, welches im mittleren einstelligen Millionenbereich liegen wird.

3.2 Chancen- und Risikobericht

3.2.1 Risikopolitische Grundsätze

Verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln wird von dem Bestreben getragen, das Verhältnis von Chancen und Risiken zu optimieren. Der systematische Umgang mit Risiken und deren Begrenzung im Rahmen eines effizienten Risikomanagementsystems ist ein wesentliches Instrument, die sich bietenden Chancen optimal zu nutzen und die Zielerreichung sicherzustellen. Im Rahmen ihrer Konzernleitungsfunktion bestimmt die Geschäftsführung die für alle Mitarbeiter verbindlichen risikopolitischen Grundsätze. Das Risikomanagement ist Bestandteil aller aufbau- und ablauforganisatorischen Maßnahmen.

3.2.2 Risikobewertung

Die Risikobewertung erfolgt anhand der Eintrittswahrscheinlichkeit und des möglichen finanziellen Ausmaßes eines Risikos auf Basis unterschiedlicher Ausprägungen (worst case, most likely case, best case). Zur Gewährleistung einer einheitlichen Bewertung der Risiken innerhalb des GoodMills Deutschland Konzerns und der Vergleichbarkeit der Ergebnisse werden die Risiken nach fest definierten Kriterien bewertet. Die Maßstäbe der Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des möglichen finanziellen Ausmaßes von Risiken werden regelmäßig überprüft und aktualisiert.

3.2.3 Bestandsgefährdende Risiken

Eine Bestandsgefährdung tritt für die GoodMills Deutschland GmbH annahmegemäß ein, wenn das potenzielle Schadensausmaß eines Risikos oder mehrerer Risiken eine von der Geschäftsführung in Abstimmung mit den Mitgliedern des Risk Boards definierte Schwelle überschreitet. Die Bestandsgefährdung kann durch einzelne Risiken direkt oder durch die Kumulation bzw. Wechselwirkung von Risiken entstehen. Daher sind die Identifizierung und Bewertung aller wesentlichen Risiken von höchster Bedeutung, um das potenzielle Schadensausmaß so gering wie möglich zu halten.

3.2.4 Absatzmarkt

In der Mühlenwirtschaft bestehen seit Jahren hohe Kapazitätsreserven, die nach wie vor jederzeit zu einem starken Preis- und Mengendruck führen können. Um diesen Risiken des Absatzmarktes zu begegnen, ist es das strategische Ziel der GoodMills Deutschland GmbH, durch ein professionelles Key Account Management die Beziehungen zu den wichtigen Großabnehmern zu stabilisieren bzw. zu festigen. Darüber hinaus unternimmt die GoodMills Deutschland GmbH fortlaufende Anstrengungen, sowohl ihren Produkt- (Commodity/Spezialmehle) als auch ihren Absatzkanalmix (B2B, B2C) risikooptimal auszubalancieren. Eine weitere Herausforderung ist die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel mit dem daraus resultierenden Kräfte-Ungleichgewicht hinsichtlich der Verhandlungsposition bei Preisen und Konditionen. Dem begegnet die GoodMills Deutschland GmbH damit, dass sie dem Handel seine Möglichkeiten zur Wertschöpfung mit ihren Marken besser und mit mehr Nachdruck aufzeigt. Das Eintrittsrisiko eines negativen Absatzeffekts wird ebenso wie die Risikohöhe als mittel bewertet. Ein mittleres Risiko (Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe) liegt im Absatzpreis. Insbesondere durch das Kräfte-Ungleichgewicht besteht ein Risiko, dass nicht sämtliche Kostensteigerungen an Kunden weitergegeben werden können.

In Folge des Ukrainekrieges kam es zu signifikanten Kostensteigerungen in allen Bereichen des täglichen Lebens. GoodMills Deutschland hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mehrfach Preisanpassungen vorgenommen, um Kostensteigerungen weiterzureichen. Die weiterhin hohe Inflation und der erwartete konjunkturelle Abschwung könnten zu einem Absatzrückgang im Konzern führen. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, dass Kunden auf preisgünstigere Produkte zurückgreifen. Das Risiko für GoodMills Deutschland wird als moderat eingeschätzt. Als diversifizierter Konzern kann es zu Verschiebungen zwischen den Produktsegmenten kommen, tendenziell aber nicht zu einem Absatzrückgang zeitgleich in allen Segmenten.

Zusätzlich führt die Situation des Gasmarktes zu Verwerfungen und Unsicherheiten im Energiesektor (unklare Versorgungslage und Energiepreisvolatilität). Sollte es zu einer Gasmangellage kommen und die Produktionsstätten unserer Kunden zeitweise stillgelegt werden, könnte es zu entsprechenden Absatzverlusten im GoodMills Deutschland Konzern kommen. Aufgrund des hohen Füllstandes deutscher Gasspeicher per Ende September wird das Eintrittsrisiko als gering eingeschätzt bei mittlerer Risikohöhe. Zudem zählt die überwiegende Zahl der Kunden des GoodMills Deutschland Konzerns - wie die GoodMills selbst - zur kritischen Infrastruktur und dürfte damit zuletzt von einer eventuellen Rationierung betroffen sein. Im Rahmen der Covid-Pandemie ist von einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe zukünftiger Risiken und Chancen auszugehen.

3.2.5 Forderungsausfallrisiko

Es besteht ein gewöhnliches Ausfallrisiko bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Diesem wird durch ein umfangreiches Debitorenüberwachungssystem begegnet, das alle Geschäftsbereiche umfasst und somit eine Minimierung des Risikos gewährleistet. Dabei werden Kreditlimits durch dokumentierte Genehmigungsverfahren definiert und diese laufend kontrolliert. Zusätzlich besteht für fast das gesamte Forderungsvolumen eine Kreditausfallversicherung. Aufgrund der Maßnahmen wird das Risiko von Forderungsausfällen mit einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit und einer niedrigen Risikohöhe bewertet.

3.2.6 Beschaffungsmarkt

Die Rohstoffkosten sind mit einem Anteil von über 70 Prozent in der Produktkalkulation der dominierende Faktor für die Ergebnisentwicklung. Um Preis, Menge und Qualität sicherzustellen, liegt dem Rohstoffeinkauf eine Richtlinie zu Grunde, die sich im Wesentlichen am Absatz orientiert. Die Versorgung der einzelnen Standorte mit Rohstoffen wird üblicherweise durch Einkaufskontrakte sichergestellt. Ist dies nicht möglich, nutzt die GoodMills Deutschland GmbH Finanzinstrumente, die an Warenterminbörsen, z.B. der Euronext (Matif) in Paris, gehandelt werden. Sie bedient sich derartiger Finanzinstrumente, um sich gegen Schwankungen der Rohstoffpreise abzusichern. Aufgrund der etablierten Absicherungsinstrumente wird die Eintrittswahrscheinlichkeit und Risikohöhe als gering bewertet.

Die Covid19-Pandemie hat unserer Einschätzung nach weiterhin keinen relevanten Einfluss auf die physische Versorgungsfähigkeit, da im Getreidemarkt eine hinreichende Anzahl an alternativen Versorgungsquellen besteht. In Folge der kriegerischen Auseinandersetzung kann die Ukraine wesentliche Mengen der Getreideernte nicht exportieren, was zu Versorgungsengpässen insbesondere in Importländern führen kann. Die GoodMills Deutschland GmbH und ihre Tochtergesellschaften beziehen den überwiegenden Teil des Getreides regional (Deutschland und angrenzende Nachbarländer), nur ein kleiner Anteil wird aus dem Ausland bezogen - einzig im Hartweizengeschäft wird das Getreide überwiegend aus dem Ausland beschafft. Es bestehen keine Lieferantenbeziehungen zur Ukraine oder nach Russland. Deutschland ist ein Weizenexportland. In Summe wird das Risiko eines Versorgungsengpasses infolge des Ukrainekrieges als gering bewertet.

Neben den Rohstoffen unterliegen auch weitere Kostenpositionen, wie zum Beispiel Verpackungen, Treibstoff, Energie und sonstige Sachkosten, deutlichen Preiserhöhungen. Sämtliche Preissteigerungen werden kontinuierlich in Angebotskalkulationen berücksichtigt. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich Kostensteigerungen auf aktuellem Niveau bzw. weiter steigenden Niveaus über das Geschäftsjahr 2022/2023 hinweg materialisieren. Da Preissteigerungen bisher an den Markt weitergereicht wurden, wird das Ergebnisrisiko als moderat eingeschätzt für den Fall, dass weitere Preissteigerungen nicht weitergegeben werden können.

3.2.7 Schadensrisiken

Zu den wesentlichen Schadensrisiken gehören Feuer, Explosion, Produktschaden sowie Produkt- und Umwelthaftpflichtschäden. Für eventuelle Schadensfälle hat die GoodMills Deutschland GmbH neben dem entsprechenden Versicherungsschutz Notfallpläne entwickelt, die wie der Versicherungsschutz regelmäßig überprüft werden. Zusätzlich wird die betriebliche Sicherheit durch regelmäßige Wartungs- und Inspektionsarbeiten sowie externe Revisionen gewährleistet. Trotz dieser Maßnahmen ist eine absolute Sicherheit nicht gegeben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird unter Berücksichtigung aller Vorsorgen als mittel bewertet, die Risikohöhe vor Versicherungsleistungen ebenfalls. Das Nettorisiko nach Versicherungen wird als gering bewertet.

3.2.8 Finanzwirtschaftliche Risiken

Der Konzern ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Zinsrisiken und im geringen Umfang auch Währungsrisiken ausgesetzt. Im Falle einer Absicherung gegen diese Risiken werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Finanzinstrumente werden nur dann eingesetzt, wenn sie durch ein Grundgeschäft unterlegt sind. Die GoodMills Deutschland GmbH verweist hierzu auch auf die Darstellung des Risikomanagements von Finanzinstrumenten in Abschnitt 8.2.1 des Konzernanhangs. In einer weiteren Anhebung des Leitzinses sowie einer Änderung des Ratings der Gesellschaft im Rahmen von Kreditgewährungen bestehen Risiken für eine Erhöhung der Zinskosten für die GoodMills Deutschland GmbH. Zusätzlich bestehen Risiken aus der unterschiedlichen Fristigkeit von Krediten und der Abschreibungsdauer von finanzierten Anlagen. Ziel des Managements ist eine fristenkongruente Finanzierung von Projekten im Rahmen der anstehenden Refinanzierung umzusetzen. Im Vergleich zum Status Quo birgt dies das Risiko deutlich höherer Zinskosten.

Soweit aufgrund der Wettbewerbssituation diese Erhöhungen nicht an Kunden weitergereicht werden können, besteht ein Ergebnisrisiko. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für weitere Zinserhöhungen sowie die Risikohöhe der beschriebenen finanzwirtschaftlichen Risiken werden als mittel bewertet.

3.2.9 Investitionen

Entscheidungen über Investitionen sind wegen des hohen Kapitaleinsatzes und der langfristigen Bindung mit Chancen und Risiken behaftet. Vorbereitung und Umsetzung solcher Entscheidungen folgen festgelegten Konzernrichtlinien. Die Investitionsphase wird durch externe und interne Berater bzw. geeignete Fachleute begleitet. Genehmigungs- sowie Umsetzungsprozesse unterliegen bei der GoodMills Deutschland GmbH im Branchenvergleich höchsten Standards. Das mit den Investitionen verbundene Risiko wird hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit als gering bis mittel eingestuft, bei mittlerer Risikohöhe.

3.2.10 Aufrechterhaltung des laufenden Produktions- und Geschäftsbetriebs

Die Covid19-Pandemie stellt unverändert eine besondere Herausforderung an die Aufrechterhaltung des laufenden Produktions- und Geschäftsbetriebs. Die GoodMills verfolgt insbesondere die Ziele der Aufrechterhaltung der Gesundheit der Mitarbeiter und Geschäftspartner sowie die Gewährleistung der Produktion sowie Infrastruktur und somit der Lieferfähigkeit. Maßnahmen erfolgen in den drei Kategorien persönlicher Maßnahmen, organisatorischer Maßnahmen sowie technischer Maßnahmen. Auf Basis der gesammelten Erfahrungen und der getroffenen Maßnahmen sowie einer weiterhin bestehenden Ungewissheit für den Verlauf der Pandemie sehen wir ein mittleres Schadensrisiko bei einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit für Störungen im Produktions- und Geschäftsbetrieb.

3.2.11 Chancen für den GoodMills Deutschland Konzern

Im Vergleich zur Prognose für das Geschäftsjahr 2022/2023 sehen wir die nachfolgend dargestellten Chancen für den Fall, dass gegenüber unseren Planungsannahmen hinausgehende Effizienzsteigerungen bzw. Auslastungsgrade für unsere Kapazitäten erzielt werden können:

Chance für eine Verbesserung der Ertragslage des Konzerns aus dem Neubau der Mühle in Krefeld auf Basis der neuen Technik im eingeschwungenen Zustand,

Chancen für eine Steigerung des Absatzes der Mühlen in Hamburg sowie Landshut infolge der Erweiterung um ein Mühlensystem respektive der Erneuerung mit erhöhter Kapazität,

Ertragschancen aus der Erweiterung der Lagerkapazitäten der GMI sowie den Investitionsprojekten der Mühle Mannheim, bei Müller's Mühle sowie bei GMI.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird für sämtliche Chancen als hoch bewertet, bei einer Ausprägung in mittlerem Umfang.

GoodMills Deutschland ist finanziell und strukturell gut aufgestellt, um mögliche Opportunitäten am Markt zu bedienen, sollten die wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen zu Veränderungen im Wettbewerbsumfeld führen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird diesbezüglich mit gering bewertet, da es aktuell keine Anzeichen von strukturellen Veränderungen gibt. Die Effekthöhe wäre jedoch mittel bis hoch durch die Nutzung von Skaleneffekten.

3.2.12 Gesamtbild der Risikolage im Konzern

Zur Erfüllung der Unternehmensziele sowie zur Erhaltung des Substanz- und Ertragswertes des GoodMills Deutschland Konzerns ist es von wesentlicher Bedeutung, sämtliche Risiken, welche die Zielerreichung oder im Extremfall den Fortbestand des Unternehmens gefährden, frühzeitig zu erkennen und ihnen durch wirksame Maßnahmen effektiv zu begegnen. Durch die regelmäßige Prüfung und Aktualisierung der Maßstäbe besteht für den Konzern die Chance, das Ausmaß eines Risikos so gering wie möglich zu halten.

Die Gesamtchancen- und Risikosituation ergibt sich für den GoodMills Deutschland Konzern aus den zuvor dargestellten Einzelrisiken und den daraus abgeleiteten Chancen. Um die Beherrschung dieser Risiken zu gewährleisten, haben wir ein Risikomanagementsystem geschaffen.

Die größten Risiken für den Konzern ergeben sich aktuell aus einer negativen Absatzmarktentwicklung von hergestellten Produkten sowie Kostensteigerungen, die gegebenenfalls nicht vollständig an die Kunden des GoodMills Deutschland Konzerns weitergegeben werden können. Darüber hinaus können auch finanzwirtschaftliche Risiken in Form von Zinsrisiken einen signifikanten Einfluss auf die Zielerreichung der Prognose 2022/2023 für den GoodMills Deutschland Konzern haben.

Nach den uns heute bekannten Informationen bestehen keine Einzelrisiken, die den Fortbestand des GoodMills Deutschland Konzerns gefährden. Dasselbe gilt für die Gesamtbetrachtung aller Risiken.

[1] Quelle: The Nielsen Company, abgerufen am 19.10.2022

[2] Quelle: Information Resources GmbH (IRI), abgerufen am 19.10.2022

[3] Informationen gemäß offizieller Homepage der GoodMills Group, URL: https://www.goodmills.at/unternehmen/goodmills-group, abgerufen am 09.11.2022

[4] Bundesregierung legt Herbstprojektion vor, URL: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2022/10/20221012-bundesregierung-legt-herbstprojektion-vor.html, abgerufen am 09.11.2022

[5] Verbraucherpreisindex Sep 2022, URL: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/09/PD22_413_611.html, abgerufen am 09.11.2022

[6] Die wichtigsten Daten zur Mühlenstruktur der Wirtschaftsjahre 2021/22 und 2020/21, URL: https://www.ble.de/DE/BZL/Daten-Berichte/Getreide-Getreideerzeugnisse/getreide-getreideerzeugnisse_node.html, abgerufen am 09.11.2022

[7] Gj. 2021/2022: Prognosewerte für Zeitraum 01.07.2021 bis 30.06.2022

[8] Gj. 2020/2021: Zeitraum 01.07.2020 bis 30.06.2021

[9] Wert weicht vom Konzernlagebericht für das GJ 2020/2021 ab, da zwischenzeitlich seitens des Verbandes aktualisiert

[10] Quelle: DRV-Prognose für Getreide vom 14.07.2022 (Deutscher Raiffeisenverband e.V.)

[11] Kalenderjahr 2021: Zeitraum 01.01.2021 bis 31.12.2021; Kalenderjahr 2020: Zeitraum 01.01.2020 bis 31.12.2020

[12] Quelle: WASDE-Report 628, September 2022 (World Agricultural Supply and Demand Estimates, by USDA United States Department of Agriculture)

[13] Aktuelle Weizenpreise, URL: https://www.kaack-terminhandel.de/euronext/weizen, abgerufen am 09.11.2022

[14] Strukturzahlen Bäckerhandwerk, URL: https://www.baeckerhandwerk.de/baeckerhandwerk/zahlen-fakten, abgerufen am 09.11.2022

[15] Moving annual total (MAT): Zeitraum 01.07.2021 bis 30.06.2022

[16] Moving annual total (MAT): Zeitraum 01.07.2020 bis 30.06.2021

[17] Auswirkungen der Invasion Russlands in die Ukraine, URL: https://www.consilium.europa.eu/de/policies/eu-response-ukraine-invasion/impact-of-russia-s-invasion-of-ukraine-on-the-markets-eu-response, abgerufen am 09.11.2022

[18] Summe aus Zentrale, VK Grundbesitz GmbH und Konsolidierung

[19] ifo Konjunkturprognose, URL: https://www.ifo.de/fakten/2022-09-12/ifo-konjunkturprognose-herbst-2022-inflation-wuergt-privaten-konsum-ab-deutsche, abgerufen am 09.11.2022

 

Hamburg, 21. November 2022

Christoph Klöpper

Moritz-Christian Krannich

Konzernbilanz zum 30. September 2022

AKTIVA

Angaben
in TEUR
Anhang 30.09.2022 30.09.2021
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 5.1 28.960 29.603
Sachanlagen 5.1 256.586 256.806
Nutzungsrechte Sachanlagen 5.2 5.258 5.286
übrige Finanzanlagen 5.3 2.632 3.000
293.436 294.695
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 5.5 78.106 57.234
Forderungen 5.6 20.012 13.167
Sonstige Vermögenswerte 5.8 4.396 4.342
Ertragsteuerforderungen 7.8 13 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.7 9.724 14.812
Derivative Finanzinstrumente 5.051 6.135
Liquide Mittel 5.9 7.559 26
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 5.10 584 0
125.445 95.716
418.881 390.411

PASSIVA

Angaben
in TEUR
Anhang 30.09.2022 30.09.2021
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 6.1 54.502 54.502
Kapitalrücklage 6.3 66.277 66.277
Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital 6.4 27.049 32.795
übriges Konzerneigenkapital 6.5 -26.218 -32.981
121.610 120.593
Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen 6.7 30.730 42.499
Latente Steuerschulden 5.4 6.215 2.929
Sonstige Rückstellungen 6.6 417 587
Finanzverbindlichkeiten 6.8 92.114 90.609
Sonstige Verbindlichkeiten 138 138
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 6.9 4.308 4.225
133.922 140.987
Kurzfristige Schulden
Rückstellungen 6.10 2.495 2.426
Finanzverbindlichkeiten 6.11 85.244 72.810
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.12 39.734 34.181
Sonstige Verbindlichkeiten 6.14 2.642 2.485
Ertragsteuerverbindlichkeiten 7.8 1.314 2.288
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 6.13 26.152 8.102
Leasingverbindlichkeiten 6.9 1.065 1.159
Derivative Finanzinstrumente 8 4.703 5.380
163.349 128.831
418.881 390.411

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022

Angaben
in TEUR
Anhang 2021/2022 2020/2021
Umsatzerlöse 7.1 604.512 432.425
Bestandsveränderungen 4.995 3.413
Gesamtleistung 609.507 435.838
Sonstige betriebliche Erträge 7.2 6.315 10.020
Materialaufwand 7.3 482.210 322.201
Personalaufwand 7.4 50.313 42.869
Abschreibungen 7.5 15.488 14.467
Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.6 67.988 60.323
übriges Beteiligungsergebnis 7.7 3 126
Zinserträge 7.7 36 33
Zinsaufwendungen 7.7 3.061 2.119
Ergebnis vor Ertragsteuern -3.199 4.038
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 7.8 -303 1.187
Konzernergebnis -2.896 2.851
Zurechnung des Ergebnisses an die
Gesellschafter der GoodMills Deutschland GmbH -2.896 2.851
Minderheitengesellschafter 0 0

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Zeit
vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022

Angaben
in TEUR
2021/2022 2020/2021
Konzernergebnis -2.896 2.851
Posten, die nie in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Gewinne und Verluste aus der Neubewertung von Pensionsrückstellungen
Veränderung der unrealisierten Gewinne + / Verluste - 6.582 1.742
realisierte Gewinne - / Verluste + 0 0
Steuereffekt -2.089 -515
4.493 1.227
Posten, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wurden oder werden können
Gewinne und Verluste aus Sicherungsinstrumenten bei einer Absicherung von Fremdwährungsrisiken
Veränderung der unrealisierten Gewinne + / Verluste - 494 692
realisierte Gewinne - / Verluste + -204 0
Ineffektivität Gewinne - / Verluste + 0 0
Steuereffekt -92 -220
198 472
Gewinne und Verluste aus Sicherungsinstrumenten bei einer Absicherung von Rohstoffpreisschwankungen
Veränderung der unrealisierten Gewinne + / Verluste - 5.692 -1.821
realisierte Gewinne - / Verluste + -2.656 0
Ineffektivität Gewinne - / Verluste + 0 0
Steuereffekt -964 575
2.072 -1.246
2.270 -774
Sonstiges Ergebnis 6.763 453
Gesamtergebnis 3.867 3.304
Zurechnung des Gesamtergebnisses an die
Gesellschafter der GoodMills Deutschland GmbH 3.867 3.304
Minderheitengesellschafter 0 0

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Mutterunternehmen
Gezeichnetes Kapital
T€
Kapitalrücklage
T€
Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital
T€
Stand am 01.10.2020 54.502 66.277 36.170
Gewinnausschüttungen 0 0 -11.300
0 0 -11.300
Konzernergebnis 0 0 2.851
sonstiges Ergebnis 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 2.851
Auflösung GewRL IFRS-Umstellung 0 0 -10
Umgliederung aufgrund IFRS 9 EK-Instrumente FVOCI 0 0 5.084
0 0 5.074
Stand am 30.09.2021 54.502 66.277 32.795
Stand am 01.10.2021 54.502 66.277 32.795
Gewinnausschüttungen 0 0 -2.850
0 0 -2.850
Konzernergebnis 0 0 -2.896
sonstiges Ergebnis 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 -2.896
Stand am 30.09.2022 54.502 66.277 27.049
Mutterunternehmen
übriges Konzerneigenkapital
davon Ausgleichsposten aus sukzessiven Erwerben
T€
davon Rücklage aus der Bewertung von EK-Instrumente FVOCI
T€
davon Neubewertungsrücklage Pensionsrückstellungen
T€
Stand am 01.10.2020 -16.189 5.084 -18.215
Gewinnausschüttungen 0 0 0
0 0 0
Konzernergebnis 0 0 0
sonstiges Ergebnis 0 0 1.227
Gesamtergebnis 0 0 1.227
Auflösung GewRL IFRS-Umstellung 0 0 0
Umgliederung aufgrund IFRS 9 EK-Instrumente FVOCI 0 -5.084 0
0 -5.084 0
Stand am 30.09.2021 -16.189 0 -16.988
Stand am 01.10.2021 -16.189 0 -16.988
Gewinnausschüttungen 0 0 0
0 0 0
Konzernergebnis 0
sonstiges Ergebnis 0 0 4.493
Gesamtergebnis 0 0 4.493
Stand am 30.09.2022 -16.189 0 -12.495
Mutterunternehmen
übriges Konzerneigenkapital Summe Anteile der Gesellschafter des Mutterunternehmens
davon Rücklage aus Sicherungsgeschäften Matif
T€
davon Rücklage aus Sicherungsgeschäften Fremdwährung
T€
Summe übriges Konzerneigenkapital
T€
T€
Stand am 01.10.2020 1.301 -331 -28.350 128.599
Gewinnausschüttungen 0 0 0 -11.300
0 0 0 -11.300
Konzernergebnis 0 0 0 2.851
sonstiges Ergebnis -1.246 472 453 453
Gesamtergebnis -1.246 472 453 3.304
Auflösung GewRL IFRS-Umstellung 0 0 0 -10
Umgliederung aufgrund IFRS 9 EK-Instrumente FVOCI 0 0 -5.084 0
0 0 -5.084 -10
Stand am 30.09.2021 55 141 -32.981 120.593
Stand am 01.10.2021 55 141 -32.981 120.593
Gewinnausschüttungen 0 0 0 -2.850
0 0 0 -2.850
Konzernergebnis 0 0 0 -2.896
sonstiges Ergebnis 2.072 198 6.763 6.763
Gesamtergebnis 2.072 198 6.763 3.867
Stand am 30.09.2022 2.127 339 -26.218 121.610
Konzern Konzerneigenkapital
T€
Stand am 01.10.2020 128.599
Gewinnausschüttungen -11.300
-11.300
Konzernergebnis 2.851
sonstiges Ergebnis 453
Gesamtergebnis 3.304
Auflösung GewRL IFRS-Umstellung -10
Umgliederung aufgrund IFRS 9 EK-Instrumente FVOCI 0
-10
Stand am 30.09.2021 120.593
Stand am 01.10.2021 120.593
Gewinnausschüttungen -2.850
-2.850
Konzernergebnis -2.896
sonstiges Ergebnis 6.763
Gesamtergebnis 3.867
Stand am 30.09.2022 121.610

Konzern-Kapitalflussrechnung vom 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022

in TEUR Anhang 1.10.2021 -30.9.2022 1.10.2020 -30.9.2021
Konzernergebnis 6.4 -2.896 2.851
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 7.5 15.488 14.467
Erträge aus der Wertaufholung für Sachanlagen 7.2 -355 -1.138
Abnahme der langfristigen Rückstellungen 6.5.3, 6.6 -11.939 -4.896
Zunahme der latenten Steuerschulden 5.4 3.286 36
Erhöhung(+)/Verminderung(-) nicht zahlungswirksamer Erträge und Aufwendungen 6.9 203 212
Auszahlungen für Zinsen auf gezahlte Leasingraten 6.9 -1 -11
Gewinne(-)/Verluste(+) aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens aus dem fortgeführten Geschäftsbereich 7.2,7.6 -252 411
Zunahme(-)/Abnahme(+) der Vorräte, Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Vermögenswerte 5.1-5.8 -22.195 -13.719
Zunahme(+)/Abnahme(-) der kurzfristigen Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Schulden 6.9-6.15 15.968 2.477
Währungseffekte 0 0
Saldo der ergebnisneutral im EK erfassten Veränderungen der Aktiva und Passiva 6.764 453
Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit 4.071 1.143
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen 5.1 -925 -2.312
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen 5.1 -12.668 -33.364
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 5.3 129 -327
Einzahlungen aus Abgängen des immateriellen Anlagevermögens 13 0
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 5.1 676 218
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 5.3 238 3.055
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -12.535 -32.730
Auszahlungen an Aktionäre 6.4 -2.850 -11.300
Aufnahme/Verminderung langfristiger Kredite 6.8 1.504 8.592
Auszahlungen/Einzahlungen im Zusammenhang mit dem ABS-Finanzierungsprogramm 6.13 6.281 -1.187
Aufnahme/Verminderung der kurzfristigen Kredite 6.11 12.434 32.996
Auszahlungen für in Leasingraten enthaltene Tilgungsanteile nach IFRS 16 6.9 -1.372 -1.499
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 15.997 27.602
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 7.533 -3.985
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 26 4.011
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 7.559 26
Zusätzliche Angaben
Im Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit sind folgende Zahlungsströme enthalten:
Erhaltene Ertragsteuern 0 106
Gezahlte Ertragsteuern -459 -295
Erhaltene Zinsen 16 33
Gezahlte Zinsen -2.804 -1.787

Anhang zum Konzernabschluss zum 30. September 2022

Inhaltsverzeichnis

1 Berichtendes Unternehmen

2 Grundlagen der Rechnungslegung

2.1 Funktionale und Darstellungswährung

2.2 Änderungen wesentlicher Rechnungslegungsmethoden

3 Konsolidierungskreis und -grundsätze

3.1 Einbezogene Tochterunternehmen

3.2 Nichteinbezogene Tochterunternehmen

3.3 Konsolidierungsmethoden

4 Rechnungslegungsmethoden: Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung

4.1 Immaterielle Vermögenswerte

4.2 Sachanlagen

4.2.1 Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten unter Berücksichtigung eines Geschäfts- oder Firmenwert

4.2.2 Leasingverhältnisse

4.3 Vorräte

4.4 Finanzinstrumente

4.5 Finanzielle Vermögenswerte

4.5.1 Klassifizierung und Bewertung

4.5.2 Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

4.6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

4.7 Finanzielle Verbindlichkeiten

4.8 Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherheitsbeziehungen

4.9 Liquide Mittel

4.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

4.11 Währungsumrechnung

4.12 Rückstellungen

4.13 Fremdkapitalkosten

4.14 Forschung und Entwicklung

4.15 Erlösrealisation

4.16 Ertragsteuern

4.17 Verwendung von Schätzungen

5 Erläuterung der Vermögenswerte

5.1 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

5.2 Nutzungsrechte an Sachanlagen nach IFRS 16

5.3 Finanzanlagen

5.4 Latente Steuern

5.5 Vorräte

5.6 Kurzfristige Forderungen

5.7 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

5.8 Sonstige Vermögenswerte

5.9 Liquide Mittel

5.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

6 Erläuterung des Eigenkapitals und der Schulden

6.1 Gezeichnetes Kapital

6.2 Gewinnverwendung

6.3 Kapitalrücklage

6.4 Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital

6.5 Übriges Konzerneigenkapital

6.5.1 Ausgleichsposten aus sukzessiven Erwerben

6.5.2 Rücklage aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten FVOCI

6.5.3 Neubewertungsrücklage Pensionsrückstellungen

6.5.4 Rücklagen aus Sicherungsgeschäften

6.6 Langfristige Rückstellungen

6.7 Altersvorsorgepläne

6.8 Langfristige Finanzverbindlichkeiten

6.9 Leasingverbindlichkeiten

6.10 Kurzfristige Rückstellungen

6.11 Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

6.12 Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

6.13 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

6.14 Sonstige Verbindlichkeiten

6.15 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten

7 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

7.1 Umsatzerlöse

7.2 Sonstige betriebliche Erträge

7.3 Materialaufwand

7.4 Personalaufwand

7.5 Abschreibungen

7.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

7.7 Finanzergebnis

7.8 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

8 Erläuterungen zu Finanzinstrumenten

8.1 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

8.2 Risikomanagement, Finanzderivate und weitere Angaben zum Kapitalmanagement

8.2.1 Grundsätze des Risikomanagements

8.2.2 Liquiditätsrisiko

8.2.3 Marktrisiken

8.2.4 Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting

8.2.5 Ausfallrisiko

8.2.6 Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

8.2.7 Angaben zum Kapitalmanagement

9 Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

10 Weitere Anhangsangaben

10.1 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

10.2 Nahestehende Unternehmen und Personen

10.3 Vergütungen für Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen

10.4 Freigabe der Veröffentlichung

10.5 Organe

1 Berichtendes Unternehmen

Die GoodMills Deutschland GmbH (nachstehend Gesellschaft, GM DE GmbH oder GmbH genannt) ist die geschäftsleitende Holding des GoodMills Deutschland Konzerns mit Sitz am Haulander Hauptdeich 2 in Hamburg, Deutschland, eingetragen im Handelsregister Hamburg unter HRB 133482. Der Konzern ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung hochwertiger und anwendungsindividueller Getreidemahlerzeugnisse. Der Konzernabschluss ist in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt worden. Es werden grundsätzlich alle bis zum Tag der Aufstellung des Konzernabschlusses von der EU übernommenen IFRS angewendet, sofern nicht der jeweilige IFRS eine Anwendung erst auf nach dem 1. Oktober 2021 beginnende Geschäftsjahre vorsieht.

Die Gesellschaft ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der GoodMills Group GmbH, Wien, Österreich, die ihrerseits wiederum eine 100%ige Tochtergesellschaft der LEIPNIK LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs Aktiengesellschaft (LLI), Wien, Österreich, ist. Die GM DE GmbH und ihre Tochtergesellschaften werden im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der LLI einbezogen. Den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen, in den der Konzern der GM DE GmbH einbezogen ist, stellt die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen.m.b.H., Wien, Österreich, als oberste Muttergesellschaft auf. Zwischen der GM DE GmbH und der obersten Muttergesellschaft bestehen keine Geschäftsbeziehungen.

Das Geschäftsjahr der Muttergesellschaft beginnt am 1. Oktober eines Jahres und endet am 30. September des darauffolgenden Jahres. Damit entspricht das Geschäftsjahr der GM DE GmbH dem der GoodMills Group GmbH und dem der LLI. Die einbezogenen Tochtergesellschaften haben gleichlautende Geschäftsjahre.

2 Grundlagen der Rechnungslegung

Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Einzelheiten zu den Rechnungslegungsmethoden und Änderungen an diesen finden sich Abschnitt 4 des Konzernanhangs. Die dort aufgeführten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind nach den gleichen Grundsätzen wie im Vorjahr fortgeführt worden, soweit neue oder überarbeitete IFRS keine geänderte Bilanzierung oder Bewertung erforderlich machten.

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung werden in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Bei der Kapitalflussrechnung ist der Cash-Flow aus der betrieblichen Tätigkeit nach der indirekten Methode aufgestellt. Die übrigen beiden Cash-Flows werden entsprechend der direkten Methode dargestellt.

Zur übersichtlichen Darstellung wurden die Erläuterungen der Bilanz in zwei Kapitel aufgegliedert. In Kapitel 5 werden die Erläuterung der Vermögenswerte und in Kapitel 6 die Erläuterungen des Eigenkapitals und der Schulden dargestellt.

2.1 Funktionale und Darstellungswährung

Dieser Konzernabschluss wird in Euro (EUR), der funktionalen Währung des Unternehmens, dargestellt. Den meisten Konzerntransaktionen liegt diese Währung zugrunde. Alle in Euro dargestellten Finanzinformationen wurden, soweit nicht anders angegeben, in Einheiten von Tausend - Euro (TEUR) dargestellt.

2.2 Änderungen wesentlicher Rechnungslegungsmethoden

Im Geschäftsjahr 2021/2022 erstmalig angewendete Standards und Interpretationen

Die nachfolgend beschriebenen Standards und Interpretationen bzw. Änderungen von Standards und Interpretationen mit einer möglichen Auswirkung auf den Konzernabschluss der GoodMills Deutschland GmbH waren im Konzernabschluss zum 30. September 2022 erstmals verpflichtend umzusetzen:

Änderungen IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4, IFRS 16 - Interest Rate Benchmark Reform (Phase 2): Der International Accounting Standards Board (IASB) hat 'Interest Rate Benchmark Reform - Phase 2 (Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16)' mit Änderungen herausgegeben, die Sachverhalte adressieren, die die Finanzberichterstattung nach der Reform eines Referenzzinssatzes beeinflussen könnten, einschließlich seiner Ersetzung durch alternative Referenzzinssätze. Die Erleichterungen beziehen sich auf die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen und haben zur Folge, dass die IBOR-Reform nicht zur Beendigung des Hedge Accountings führt. Die Änderungen treten für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen.

Änderungen IFRS 4 - Deferral of IFRS 9: Die Änderungen schreiben vor, dass Versicherer, die die vorübergehende Ausnahme von der Anwendung von IFRS 9 in Anspruch nehmen, die Änderungen in IFRS 9 bei der Bilanzierung von Modifizierungen anwenden müssen, die sich unmittelbar aus der IBOR-Reform ergeben. Erstmalige Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen.

Änderungen des IFRS 16 -COVID-19-Related Rent Concessions beyond 30 June 2021: Im Mai 2020 gab der IASB auf die Coronavirus-Pandemie bezogene Mietkonzessionen (Änderung an IFRS 16) heraus. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie wurde am 31. März 2021 diese Erleichterung bis zum 30. Juni 2022 verlängert. Die Änderung tritt für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. April 2021 beginnen.

Erstanwendung für ab 1. Januar 2022 beginnende Geschäftsjahre:

Änderungen des IFRS 3 Business Combinations: Reference to the Conceptual Framework

Änderungen des IAS 16 Property, Plant and Equipment: Proceeds before Intended Use

Änderungen des IAS 37 Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets: Onerous Contracts / Cost of Fulfilling a Contract

Annual Improvements 2018 - 2020 (IFRS 1, IFRS 9, IAS 41, IFRS16)

Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich aus diesen Standards bzw. Änderungen von Standards keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden.

Frühestens im Geschäftsjahr 2023/2024 erstmals anzuwendende Standards und Interpretationen

Die nachfolgend beschriebenen Standards bzw. Änderungen von Standards und Interpretationen mit einer möglichen Auswirkung auf den Konzernabschluss der GoodMills Deutschland GmbH sind in EU-Recht übernommen worden und erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen:

Erstanwendung für ab 1. Januar 2023 beginnende Geschäftsjahre:

Änderungen IAS 1 Presentation of Financial Statements und IFRS Practice Statement 2: Disclosure of Accounting Policies

Änderungen IAS 8 Accounting policies: Changes in Accounting Estimates and Errors: Definition of Accounting Estimates

Änderungen IAS 12 Income Taxes: Deferred Tax related to Assets and Liabilities arising from a Single Transaction

IFRS 17 Insurance Contracts: "Versicherungsverträge" ersetzt IFRS 4 "Versicherungsverträge" und macht damit erstmals einheitliche Vorgaben für den Ansatz, die Bewertung, die Darstellung von und Anhangsangaben zu Versicherungsverträgen, Rückversicherungsverträgen sowie Investmentverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung einschließlich Änderungen des

IFRS 17 -Insurance Contracts

Frühestens im Geschäftsjahr 2024/2025 erstmals anzuwendende Standards und Interpretationen (EU-Endorsement noch ausstehend)

Der nachfolgend beschriebenen Standards bzw. Änderungen von Standards und Interpretationen mit einer möglichen Auswirkung auf den Konzernabschluss der GoodMills Deutschland GmbH sind zum Aufstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses noch nicht in EU-Recht übernommen worden und sind, vorbehaltlich der Übernahme in EU-Recht frühestens erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen:

Änderungen des IAS 1 - Classification of Liabilities as Current or Non-current and Classification of Liabilities as Current or Non-current - Deferral of Effective Date Amendments Classification of Liabilities as Current or Non-current

3 Konsolidierungskreis und -grundsätze

In den Konzernabschluss werden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung neben der GoodMills Deutschland GmbH alle jene Gesellschaften einbezogen, bei denen die GoodMills Deutschland GmbH unmittelbar oder mittelbar über die wirtschaftliche Kontrolle verfügt. Die Abbildung des sukzessiven Erwerbs von Minderheitenanteilen erfolgt ergebnisneutral im übrigen Eigenkapital unter Bildung einer entsprechenden Rücklage in Höhe der Differenz zwischen dem Kaufpreis für den Erwerb der Minderheitenanteile und deren Buchwert am letzten Abschlussstichtag abzüglich der bis zum Erwerbszeitpunkt an die Minderheiten gezahlten Dividenden.

Grundsätzlich von der Konsolidierung ausgenommen werden solche Tochtergesellschaften, die für sich allein und insgesamt von untergeordneter Bedeutung für ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind.

3.1 Einbezogene Tochterunternehmen

Zum Bilanzstichtag werden unverändert zum Vorjahr folgende sechs Gesellschaften nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen:

Name Sitz Konzernanteil
%
Unternehmen
GoodMills Deutschland GmbH Hamburg M
Müller ́s Mühle GmbH Gelsenkirchen 100 T
AURORA MÜHLEN GMBH Hamburg 100 T
GoodMills Innovation GmbH Hamburg 100 T
Castellmühle Krefeld GmbH Hamburg 100 T
VK Grundbesitz GmbH Hamburg 100 T

T = Tochterunternehmen, M = Mutterunternehmen

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften Müller`s Mühle GmbH, AURORA MÜHLEN GMBH, GoodMills Innovation GmbH, Castellmühle Krefeld GmbH und VK Grundbesitz GmbH haben die Erleichterungen des § 264 Abs. 3 HGB ganz in Anspruch genommen.

3.2 Nichteinbezogene Tochterunternehmen

Folgende Gesellschaften sind nicht in den Konzernabschluss einbezogen:

Name Sitz Konzernanteil
%
Unternehmen
Müfa Mehl und Backbedarf Handelsgesellschaft mbH Hamburg 100 T
Neuß & Wilke GmbH Gelsenkirchen 100 T
THE AUTHENTIC ETHNIC FOOD COMPANY GmbH Gelsenkirchen 100 T
GoodMills Innovation Polska Sp.z.o.o. Poznan 100 T

T = Tochterunternehmen, M = Mutterunternehmen

3.3 Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem Konzernanteil am beizulegenden Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden der Tochterunternehmen zum Erwerbszeitpunkt. Übersteigen die Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs die Werte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts- oder Firmenwert unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Gemäß IFRS werden Geschäftswerte nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Jede Wertminderung wird sofort erfolgswirksam erfasst. Eine spätere Wertaufholung findet nicht statt.

Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt.

Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die im GoodMills Deutschland Konzern angewandten anzugleichen.

4 Rechnungslegungsmethoden: Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung

4.1 Immaterielle Vermögenswerte

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer innerhalb von 5 Jahren abgeschrieben, der Amortisationssatz beträgt 20 %. Immaterielle Vermögenswerte, deren Nutzungsdauer unbestimmt ist (z.B. bestimmte Marken und Geschäftswerte), werden seit dem 1. Januar 2003 nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Sie werden mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit geprüft bzw. auch dann, wenn Ereignisse eine Wertminderung auslösen könnten.

Die im Zusammenhang für die Implementierung der Umstellung des ERP-Systems auf SAP in den Mühlenstandorten der Gruppe, und der Customizing-Tätigkeiten anfallenden Aufwendungen werden als Anschaffungsnebenkosten der betreffenden Lizenzen aktiviert und in den geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau ausgewiesen, soweit das Projekt zum Stichtag noch nicht in Betrieb genommen wurde.

4.2 Sachanlagen

Die Bestimmung des Bruttowertes ergibt sich aus den Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögenswert zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögenswert einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten sowie die nachträglichen Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen sind abzusetzen.

Nach dem erstmaligen Ansatz als Vermögenswert ist eine Sachanlage zu ihren Anschaffungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und der kumulierten Wertminderungsaufwendungen anzusetzen. Staatliche Zuschüsse und Zulagen werden von den Anschaffungskosten gekürzt. Fremdkapitalkosten, die der Anschaffung oder Herstellung so genannter qualifizierter Vermögenswerte (Bau neuer Produktionsstätten bzw. wesentlicher Ergänzungsinvestitionen mit einer Bauzeit von mehr als einem Jahr) zugerechnet werden können, werden bis zur Fertigstellung als Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten aktiviert. Der Fremdkapitalkostensatz ermittelt sich als gewogener Durchschnitt der Fremdkapitalkosten der aufgenommenen Fremdfinanzierung. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die allgemeinen Aktivierungskriterien wie Nutzenzufluss und Bestimmbarkeit der zurechenbaren Kosten erfüllt sind.

Die Abschreibung erfolgt in der Weise, dass die Kosten oder der Wertansatz von Vermögenswerten, mit Ausnahme von Grundstücken oder Anlagen im Bau, über deren voraussichtliche Nutzungsdauer linear auf folgender Grundlage verteilt werden:

Gebäude 2,5 %
Technische Anlagen und Maschinen 4 - 10 %
Büro- und Geschäftsausstattung 10 - 25 %

Im Rahmen von Leasing gehaltene bilanzierte Nutzungsrechte werden über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer auf derselben Grundlage wie eigene Vermögenswerte oder, falls diese kürzer ist, über die Laufzeit des entsprechenden Leasingverhältnisses abgeschrieben.

4.2.1 Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten unter Berücksichtigung eines Geschäfts- oder Firmenwerts

Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern gemäß den Vorschriften des IAS 36 die Buchwerte seiner Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte, um festzustellen, ob es Anhaltspunkte für einen Wertminderungsbedarf bei diesen Vermögenswerten gibt. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt, um den Umfang des eventuellen Wertminderungsaufwands festzustellen. Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu der der Vermögenswert gehört. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, noch nicht nutzbaren immateriellen Vermögenswerten sowie zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, werden jedes Jahr Wertminderungstests durchgeführt. Dies gilt auch bei Anzeichen für eine Wertminderung.

Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus Nettoveräußerungswert und dem Barwert des erwarteten Mittelzuflusses aus der Nutzung des Vermögenswertes. Wenn der geschätzte erzielbare Betrag eines Vermögenswertes (oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit) den Buchwert unterschreitet, wird der Buchwert des Vermögenswertes (oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) auf den erzielbaren Betrag vermindert. Der Wertminderungsaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Bei anschließender Umkehrung einer Wertminderung wird der Buchwert des Vermögenswertes (oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) auf den neu geschätzten erzielbaren Betrag erhöht. Eine Umkehrung des Wertminderungsaufwandes wird sofort erfolgswirksam erfasst.

4.2.2 Leasingverhältnisse

Ein Vertrag ist oder enthält ein Leasingverhältnis, wenn er das Recht einräumt, die Nutzung eines bestimmten Vermögenswertes über einen festgelegten Zeitraum gegen Entgelt zu kontrollieren. Im Rahmen von Leasingverträgen gehaltene Nutzungsrechte werden als Vermögenswerte des Konzerns mit ihren Anschaffungskosten zzgl. der direkt zurechenbaren Kosten erfasst. Die entsprechende Verbindlichkeit gegenüber dem Leasinggeber wird in der Bilanz als Leasingverbindlichkeit bilanziert und in Höhe des Barwertes der künftigen Leasingzahlungen angesetzt.

Ein Leasingverhältnis wird zum Zeitpunkt der Nutzungsüberlassung des Vermögenswertes bilanziert.

Die Folgebewertung des Nutzungsrechts erfolgt mit fortgeführten Anschaffungskosten. Die laufenden Leasingzahlungen werden in einen Tilgungs- und Zinsanteil aufgeteilt, wobei die Leasingverbindlichkeit um den Tilgungsanteil verringert wird. Zinsaufwendungen werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

4.3 Vorräte

Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden nach der Methode des gewichteten Durchschnitts berechnet. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten Verkaufspreis abzüglich aller geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung sowie der Kosten für Marketing, Verkauf und Vertrieb dar.

Die fertigen und auch die unfertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten unter Berücksichtigung angemessener Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich anteiliger Abschreibungen auf das Anlagevermögen bewertet. Aus dem Herstellungsprozess kommt es in Übereinstimmung mit IAS 23 nicht zu einer Aktivierung der Zinsen. Zusätzlich werden anteilige produktionsbezogene Verwaltungsgemeinkosten in die Bewertung einbezogen. Handelswaren werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sofern erforderlich erfolgt eine Abwertung auf den niedrigeren Nettoveräußerungserlös. Das Niederstwertprinzip orientiert sich ausschließlich am Absatzmarkt für die aus den Rohstoffen hergestellten Erzeugnisse.

4.4 Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt.

Zu den Finanzinstrumenten gehören sowohl die originären Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Finanzforderungen und Finanzverbindlichkeiten als auch die derivativen Finanzinstrumente.

4.5 Finanzielle Vermögenswerte

Die Bilanzierung und Bewertung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt nach IFRS 9. Diese werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn dem GoodMills Deutschland Konzern ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten/Schulden erfolgen zum Handelstag. Dies ist der Tag des Kaufs oder Verkaufs eines Vermögenswertes/einer Schuld, an dem die Vertragsbedingungen eine Lieferung des Vermögenswertes/der Schuld innerhalb des für den betroffenen Markt üblichen Zeitrahmens vorsehen.

Der erstmalige Ansatz eines finanziellen Vermögenswertes (außer einer Forderung aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente) erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Transaktionskosten, die beim Erwerb von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten anfallen, werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst. Unverzinsliche oder unterverzinsliche Forderungen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem Barwert der erwarteten zukünftigen Cash-Flows angesetzt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente werden beim erstmaligen Ansatz zum Transaktionspreis bewertet.

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Zahlungsströme auslaufen oder er die Rechte zum Erhalt der Zahlungsströme in einer Transaktion überträgt, in der auch alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswertes verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden. Eine Ausbuchung findet ebenfalls statt, wenn der Konzern alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen weder überträgt noch behält und er die Verfügungsgewalt über den übertragenen Vermögenswert nicht behält.

4.5.1 Klassifizierung und Bewertung

Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte erfolgt auf Grundlage des den Instrumenten zugrundeliegenden Geschäftsmodells sowie den Charakteristika der aus den Instrumenten resultierenden Zahlungsströme (solely payments of principal and interest, SPPI). Das Geschäftsmodell eines Unternehmens spiegelt wider, wie das Unternehmen seine finanziellen Vermögenswerte verwaltet, um damit Cashflows zu erwirtschaften. Die zweite Bedingung der Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte ist, ob die Zahlungsströme des Finanzinstruments ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag bestehen (SPPI). Auf dieser Basis werden die finanziellen Vermögenswerte in eine der folgenden Kategorien eingeordnet und entsprechend folgebewertet:

zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC): Der finanzielle Vermögenswert, der ein Schuldinstrument darstellt, wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows zu halten. Ferner können die vertraglichen Cashflows als Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag charakterisiert werden. Zinserträge werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode im Finanzergebnis ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden zusammen mit den Fremdwährungsgewinnen und -verlusten erfolgswirksam erfasst. Wertminderungsaufwendungen werden ebenfalls gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI): Der finanzielle Vermögenswert, der ein Schuldinstrument darstellt, wird im Rahmen des Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung vertraglicher Cashflows als auch der Veräußerung finanzieller Vermögenswerte liegt. Ferner können die vertraglichen Cashflows als Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag charakterisiert werden. Veränderungen des Buchwerts werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Erträge oder Aufwendungen aus Wertminderungen, Zinserträge und Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgswirksam erfasst. Der im sonstigen Ergebnis angesetzte kumulierte Gewinn oder Verlust aus dem Eigenkapital wird mit Ausbuchung des finanziellen Vermögenswerts aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Zinserträge werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode im Finanzergebnis ausgewiesen. Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in den sonstigen Erträgen und Aufwendungen erfasst.

erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL): Der finanzielle Vermögenswert, der ein Schuldinstrument darstellt, ist weder zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) noch zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVOCI) zu bewerten, da entweder das SPPI-Kriterium nicht erfüllt wurde oder das Geschäftsmodell nicht vorsieht, den Vermögenswert bis zur Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows zu halten.

Der Konzern macht keinen Gebrauch von der Fair Value Option. Ferner wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Reklassifizierungen oder Modifikationen von Finanzinstrumenten vorgenommen.

4.5.2 Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Die Erfassung von Wertminderungen in IFRS 9 basiert auf den über die Laufzeit erwarteten Ausfällen (expected credit loss model). Der Konzern erfasst Wertberichtigungen für erwartete Kreditausfälle im Zusammenhang mit zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten. Im Konzern fallen hierunter operative Forderungen, die nicht in das bestehende ABS-Programm eingehen, sonstige finanzielle Vermögensgegenstände und liquide Mittel. Die Wertminderungen werden vom Bruttobuchwert der Vermögenswerte abgezogen.

Abhängig davon, ob das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswertes seit der erstmaligen Erfassung signifikant angestiegen ist, sind die Wertminderungen entweder auf der Grundlage der erwarteten Zwölf-Monats-Kreditverluste oder auf der Grundlage der erwarteten Kreditverluste über die Gesamtlaufzeit des Vermögenswerts zu ermitteln. Unter Zwölf-Monats-Kreditverlusten werden die erwarteten Kreditverluste innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag verstanden. Bei lebenslangen Kreditverlusten handelt es sich um die erwarteten Kreditverluste während der Gesamtlaufzeit eines Finanzinstruments. Soweit nicht anders beschrieben nimmt der Konzern an, dass das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswertes signifikant angestiegen ist, wenn er mehr als 30 Tage überfällig ist. Liegen darüber hinaus Ereignisse mit nachteiligen Auswirkungen auf die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswertes vor, wird dieser als in seiner Bonität beeinträchtigt (wertgemindert) eingestuft. Indikatoren dafür, dass ein finanzieller Vermögenswert in der Bonität beeinträchtigt ist, umfassen die folgenden beobachtbaren Daten:

- erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder des Kreditnehmers

- eine Vertragsverletzung, wie bspw. ein Verzug

- hohe Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz des Kontrahenten

Beim Ausfall eines Kontrahenten werden alle Vermögenswerte gegen diesen Kontrahenten als wertgemindert eingestuft. Der Ausfall eines Kontrahenten wird vom Konzern grundsätzlich angenommen, wenn die ausstehenden Zahlungsströme eine Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen aufweisen.

Abschreibungen von finanziellen Vermögenswerten (teilweise oder in Gänze) werden durchgeführt, wenn seitens des Konzerns die Aktivitäten zum Rückerhalt der Außenstände eingestellt wurden und unter realistischen Annahmen nicht mehr von einer Einbringlichkeit eines finanziellen Vermögenswertes ausgegangen werden kann.

4.6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Mit Abschluss eines Rahmenforderungsverkauf- und -verwaltungsvertrag vom 19. September 2013 mit Vertragsänderungen vom 25. September 2015, 23. Februar 2018, 21. Januar 2019, 18. Januar 2021 und 25. April 2022 mit der Raiffeisen Bank International AG wurde der GoodMills Deutschland GmbH und deren Tochtergesellschaften die Möglichkeit eingeräumt, während der Laufzeit des Rahmenvertrags regelmäßig dem Vertragspartner Handelsforderungen und dazugehörige Sicherheiten aus dem eigenen Geschäftsbetrieb zum Ankauf und zur Abtretung anzubieten. Die jeweils angebotenen Forderungen und die dazugehörigen Sicherheiten müssen bestimmte Auswahlkriterien erfüllen. Bei der Kaufpreisberechnung werden Abschläge für Ausfall- und Forderungsverwässerungsrisiken sowie Finanzierungs- und sonstige Kosten der Gesellschaft in Rechnung gestellt. Die einbehaltenen Abschläge werden zum überwiegenden Teil als sonstige finanzielle Vermögenswerte in der Bilanz ausgewiesen. Die vom Konzern verkauften und abgetretenen Forderungen werden weiterhin für den Käufer eingezogen und verwaltet. Die Forderungen werden bei Verkauf ausgebucht, da alle wesentlichen Risiken und Chancen, in erster Linie das Ausfallrisiko, beim Verkauf an den Vertragspartner übertragen werden. Da darüber hinaus bereits bei Zugang der jeweiligen Forderungen vom Konzern beabsichtigt wird, diese weiter zu veräußern, werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" (FVTPL) zugeordnet.

4.7 Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten (FLAC) oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FLFVTPL) eingestuft und bewertet. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird zu FVTPL eingestuft, wenn sie als zu Handelszwecken gehalten eingestuft wird, ein Derivat ist oder beim Erstansatz als ein solches designiert wird.

Finanzielle Verbindlichkeiten zu FVTPL werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und Nettogewinne oder -verluste, einschließlich Zinsaufwendungen, werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Andere finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode bewertet. Zinsaufwendungen und Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden ebenfalls im Gewinn oder Verlust erfasst.

Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Der Konzern bucht des Weiteren eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn dessen Vertragsbedingungen geändert werden und die Zahlungsströme der angepassten Verbindlichkeit signifikant anders sind. In diesem Fall wird eine neue finanzielle Verbindlichkeit basierend auf den angepassten Bedingungen zum beizulegenden Zeitwert erfasst.

4.8 Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherheitsbeziehungen

Die Gesellschaft setzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung gegen Risiken aus Währungs-, Rohstoffpreis- und Zinsschwankungen ein. Diese Strategie ist Bestandteil des Risikomanagements und hat zum Ziel, Wertänderungs- oder Zahlungsstromrisiken aus einem Grundgeschäft durch Abschluss eines Gegengeschäfts zu kompensieren. Fallweise und in einem geringen Umfang werden darüber hinaus derivative Finanzinstrumente auch zur Einstandspreisoptimierung eingesetzt. Dabei kommen ausschließlich marktgängige Instrumente mit ausreichender Marktliquidität zum Einsatz. Des Weiteren handelt es sich bei den Kontrakten fast ausschließlich um standardisierte Finanztermingeschäfte. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten unterliegt einer ständigen Risikokontrolle. Derzeit werden fest kontrahierte Rohstoffeinkaufskontrakte in Fremdwährung durch Devisentermingeschäfte gegen Verluste aus Wechselkursschwankungen gesichert. Ferner sichert der GoodMills Deutschland Konzern einen Teil seines geplanten Rohstoffeinkaufs über Warenfutures gegen das Risiko steigender Preise ab, wenn die physisch tatsächlich benötigte Menge nicht anderweitig durch Rohstoffeinkaufskontrakte gesichert werden kann.

Derivate werden erstmalig zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und anschließend zu jedem Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert fortgeschrieben. Der beizulegende Zeitwert des Derivats kann positiv oder negativ sein. Kann der beizulegende Zeitwert eines Derivats nicht aus einem Marktpreis abgeleitet werden, so wird er nach anerkannten Bewertungsverfahren ermittelt. Als Eingangsparameter für diese Modelle werden, soweit wie möglich, die am Bilanzstichtag beobachteten relevanten Marktpreise (Forwards) und Zinsstrukturkurven verwendet, die von anerkannten Quellen bezogen werden.

Sicherungsbeziehungen werden nach den Regeln des Hedge Accountings gemäß IFRS 9 abgebildet, wenn die Anforderungen an ihre Dokumentation sowie die Bestimmung der Effektivität erfüllt sind. Der Konzern designiert bestimmte Derivate als Sicherungsinstrumente, um die Schwankungen in Zahlungsströmen abzusichern, die mit höchstwahrscheinlich erwarteten Transaktionen oder fest kontrahierten Verpflichtungen verbunden sind, die aus Änderungen von Fremdwährungskursen und Rohstoffpreisen resultieren. Zum Beginn der designierten Sicherungsbeziehungen dokumentiert der Konzern die Risikomanagementziele und -strategien, die er im Hinblick auf die Absicherung verfolgt. Der Konzern dokumentiert des Weiteren die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument und ob erwartet wird, dass sich Veränderungen der Zahlungsströme des gesicherten Grundgeschäfts und des Sicherungsinstruments kompensieren. Im Konzern kommt im aktuellen Geschäftsjahr ausschließlich Cash-Flow Hedge Accounting für Fremdwährungs- und Rohstoffpreisrisiken zur Anwendung.

Ist ein Derivat als Sicherungsinstrument zur Absicherung von Zahlungsströmen (Cash-Flow Hedge) designiert, so wird der wirksame Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwertes im sonstigen Ergebnis erfasst und kumuliert in die Rücklage für Sicherungsbeziehungen eingestellt. Der wirksame Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwertes, der im sonstigen Ergebnis erfasst wird, ist begrenzt auf die kumulierte Änderung des beizulegenden Zeitwertes des gesicherten Grundgeschäfts seit Absicherungsbeginn. Ein unwirksamer Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes des Derivats wird unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst.

Für Fremdwährungssicherungen erfasst der Konzern nur die Veränderung im beizulegenden Zeitwert der Kassakomponente von Devisentermingeschäften als Sicherungsinstrument in der Absicherung von Zahlungsströmen. Die Veränderung im beizulegenden Zeitwert des Terminelements von Devisentermingeschäften (forward points) wird separat als Kosten der Absicherung bilanziert und in eine Rücklage für Kosten der Sicherungsbeziehung ins Eigenkapital eingestellt.

Wenn eine abgesicherte erwartete Transaktion später zum Ansatz eines nicht finanziellen Postens, wie etwa Vorräte, führt, wird der kumulierte Betrag aus der Rücklage für Sicherungsbeziehungen und der Rücklage für Kosten der Absicherung direkt in die Anschaffungskosten des nicht finanziellen Postens einbezogen, wenn dieser bilanziert wird. Bei allen anderen abgesicherten erwarteten Transaktionen wird der kumulierte Betrag, der in die Rücklage für Sicherungsbeziehungen und die Rücklage für die Kosten der Absicherung eingestellt worden ist, in dem Zeitraum oder den Zeiträumen in den Gewinn oder Verlust umgegliedert, in denen die abgesicherten erwarteten zukünftigen Zahlungsströme den Gewinn oder Verlust beeinflussen. Wenn die Absicherung nicht mehr die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften erfüllt oder das Sicherungsinstrument verkauft wird, ausläuft, beendet wird oder ausgeübt wird, wird die Bilanzierung der Sicherungsbeziehung prospektiv beendet.

4.9 Liquide Mittel

Liquide Mittel werden zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) bewertet.

4.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Die Klassifizierung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte setzt voraus, dass die Vermögenswerte im gegenwärtigen Zustand zu gängigen Bedingungen veräußerbar sind und die Veräußerung höchstwahrscheinlich ist. Eine Veräußerung ist höchstwahrscheinlich, wenn der Plan für den Verkauf beschlossen wurde, die Suche nach einem Käufer und die Durchführung des Plans aktiv begonnen wurden, der Vermögenswert zu einem angemessenen Preis aktiv angeboten wird und die Veräußerung erwartungsgemäß innerhalb eines Jahres ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung erfolgt. Unmittelbar vor der erstmaligen Einstufung eines Vermögenswertes als zur Veräußerung gehalten erfolgt dessen Bewertung gemäß der einschlägigen IFRS. Der Ansatz der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte erfolgt zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich erwarteter Veräußerungskosten.

4.11 Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen der Gesellschaften werden Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung mit dem Umrechnungskurs am Bilanzstichtag bewertet. Erträge und Aufwendungen, die sich aus der Umrechnung ergeben, werden erfolgswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen erfasst.

Die für die GM DE GmbH wesentlichen Wechselkurse haben sich wie folgt entwickelt:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
Land 1 EUR = 9/30/2022 9/30/2021 2021/2022 2020/2021
Polen PLN 4.8483 4.6197 4.6567 4.5361
USA USD 0.9748 1.1579 1.0847 1.1957

Zur Absicherung von bestimmten Währungsrisiken schließt der Konzern Termingeschäfte ab, die in der oben beschriebenen Weise bilanziert werden.

4.12 Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen werden entsprechend den Regelungen des IAS 19 bewertet. Die Verpflichtungen der Gesellschaft aus leistungsorientierten Pensionsplänen werden für jeden leistungsorientierten Plan separat und nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Dabei werden zunächst die in der laufenden Periode und die in früheren Perioden von den Arbeitnehmern -im Austausch für die erbrachten Arbeitsleistungen - erdienten Versorgungsleistungen geschätzt. Diese Versorgungsleistungen werden in einem nächsten Schritt unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens (projected unit credit method) diskontiert, um den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung, die sogenannte Bruttopensionsverpflichtung, zu ermitteln. Von der Bruttopensionsverpflichtung wird das Planvermögen mit seinem beizulegenden Zeitwert abgezogen. Hieraus ergibt sich die anzusetzende Nettoschuld beziehungsweise der anzusetzende Nettovermögenswert.

Die Gesellschaft bestimmt den Nettozinsaufwand (Nettozinsertrag) durch Multiplikation der Nettoschuld (des Nettovermögenswertes) zu Periodenbeginn mit dem der Diskontierung der leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtung am Periodenbeginn zu Grunde liegenden Zinssatz. Der Diskontierungszinssatz wird auf der Grundlage von Renditen bestimmt, die am jeweiligen Stichtag für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen am Markt erzielt werden. Währung und Laufzeit der zugrunde gelegten Anleihen stimmen mit der Währung und den voraussichtlichen Fristigkeiten der nach Beendigung der Arbeitsverhältnisse zu erfüllenden Versorgungsverpflichtungen überein.

Der Ermittlung der Nettoschuld (des Nettovermögenswertes) liegt zu jedem Abschlussstichtag ein versicherungsmathematisches Gutachten eines qualifizierten versicherungsmathematischen Gutachters zugrunde.

Die Neubewertungskomponente umfasst die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Bewertung der leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtung.

Sämtliche Neubewertungseffekte erfasst die Gesellschaft sofort im sonstigen Ergebnis, wohingegen die übrigen Komponenten des Nettopensionsaufwands (Dienstzeit- und Nettozinskomponente) im Gewinn oder Verlust der Periode Berücksichtigung finden.

Übrige Rückstellungen werden insoweit erfasst, als sich aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung ergibt, die Höhe der Wahrscheinlichkeit des Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich ist und diese zuverlässig geschätzt werden kann. Dies bedeutet, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit mehr als 50 % betragen muss. Die Bewertung erfolgt auf Basis des Erfüllungsbetrages mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit oder bei Gleichverteilung der Eintrittswahrscheinlichkeiten mit dem Erwartungswert der Erfüllungsbeträge. Rückstellungen werden nur für rechtliche und faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt.

Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen werden erfasst, wenn der Konzern einen detaillierten, formalen Restrukturierungsplan aufgestellt hat, der den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist.

4.13 Fremdkapitalkosten

Alle Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie angefallen sind, grundsätzlich erfolgswirksam erfasst. Fremdkapitalkosten, die der Anschaffung oder Herstellung qualifizierter Vermögenswerte (Bau neuer Produktionsstätten bzw. wesentlicher Ergänzungsinvestitionen mit einer Bauzeit von mehr als einem Jahr) zugerechnet werden können, werden bis zur Fertigstellung als Anschaffungskosten- bzw. Herstellungskosten aktiviert.

4.14 Forschung und Entwicklung

Kosten für Forschung und Entwicklung werden im Jahr der Aufwendungen voll der Erfolgsrechnung belastet. Entwicklungskosten für neue Produkte werden nicht aktiviert, da ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen erst nachzuweisen ist, wenn die Produkte schon von dem Markt angenommen worden sind.

4.15 Erlösrealisation

Der Konzern erzielt Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Mehlprodukten, Reis- und Hülsenfrüchten, Fertiggerichten und Spezialmehle an seine Kunden (vgl. Abschnitt 7.1). Eine Aufteilung von Leistungsverpflichtungen und der Gegenleistung ist unter Berücksichtigung der Kundenverträge nicht erforderlich. Die Erlösrealisation aus dem Verkauf von Erzeugnissen und Waren wird realisiert, wenn die geschuldete Lieferung oder Leistung erbracht worden, d.h. der Gefahren- und Eigentumsübergang erfolgt ist. Dieser Erfüllungszeitpunkt richtet sich nach dem Lieferdatum in Verbindung mit den der jeweiligen Lieferung zugrunde liegenden Incoterms.

Rabatte und Preisnachlässe werden bei der Erlösrealisation berücksichtigt.

Aufgrund der seitens GM DE GmbH mit Kunden geschlossenen Verträge und einer ausschließlich zeitpunktbezogenen Erlösrealisation erfolgt im Konzernabschluss weder eine Aktivierung von Vertragsvermögenswerten noch eine Passivierung von Vertragsschulden.

Dividendenerträge aus Finanzinvestitionen sowie Zinserträge werden mit Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

4.16 Ertragsteuern

Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens und auf Grundlage der geltenden bzw. bis zum Bilanzstichtag angekündigten Steuersätze berechnet.

Latente Steuern werden auf zeitliche Unterschiede zwischen den Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden in den IFRS- und Steuerbilanzen der konsolidierten Gesellschaften, auf Konsolidierungsvorgänge und auf steuerliche Verlustvorträge berechnet. Latente Steuern werden auf Basis der erwarteten Steuersätze ermittelt, die im Zeitpunkt der Begleichung der Schuld oder der Realisierung des Vermögenswertes Geltung haben. Latente Steuern werden erfolgswirksam erfasst, soweit der zu Grunde liegende Geschäftsvorfall nicht außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst wurde.

Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen bzw. Verlustvorträge werden nur angesetzt, sofern ihre Realisierbarkeit hinreichend gesichert erscheint. Die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern wird dabei zu jedem Bilanzstichtag auf Basis der zu versteuernden temporären Differenzen sowie der geplanten steuerpflichtigen Einkommen in künftigen Geschäftsjahren beurteilt.

Auf temporäre Unterschiede, die aus der Zeitwertbilanzierung von Vermögenswerten und Schulden im Rahmen von Unternehmenserwerben resultieren, werden latente Steuern bilanziert. Latente Steuern werden auf in der Folgebewertung entstehende temporäre Unterschiede bei derivativen Geschäfts- oder Firmenwerten nur dann angesetzt, wenn die derivativen Geschäfts- oder Firmenwerte steuerlich geltend gemacht werden können.

4.17 Verwendung von Schätzungen

Die Aufstellung des Konzernabschlusses fordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden. Diese Beurteilungen des Managements können sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, auf die Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angabe der Eventualschulden auswirken. Sämtliche Schätzungen sowie Beurteilungen im Rahmen der Bilanzierung und Bewertung werden fortlaufend neu bewertet und basieren auf historischen Erfahrungen und Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen als vernünftig zu beurteilen sind.

Nutzungsdauern im Anlagevermögen werden aufgrund der auf Erfahrungen beruhenden, betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern festgelegt und in regelmäßigen Abständen anhand der tatsächlichen Verwendungen im Unternehmen überprüft.

Bei Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen ist u. a. der Abzinsungsfaktor eine wichtige Schätzgröße, der sich an den am Bilanzstichtag beobachteten Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmens- und Bankanleihen orientiert. Daneben werden analytisch abgeleitete Annahmen über Pensionseintrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Gehalts- und Rentenerhöhung getroffen.

Die Werthaltigkeit und Beurteilung von Geschäfts- oder Firmenwerten und nicht planmäßig abgeschriebenen immateriellen Vermögenswerten erfolgt auf Basis von Prognoserechnungen für die Cash-Flows der Zahlungsmittel generierenden Einheiten.

Aktive latente Steuern werden angesetzt, soweit die Realisierung künftiger Steuervorteile wahrscheinlich ist, wobei die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation für die Nutzung der Steuervorteile von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen kann.

Kapitalmarktannahmen und Zukunftsprognosen sowie die Buchwerte der Vermögenswerte bzw. Schulden sind bei den jeweiligen Bilanzposten erläutert.

Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag. Sollten sich Rahmenbedingungen entgegen unserer ursprünglichen Annahme verändern, können die tatsächlichen Werte von den Schätzungen abweichen. Tritt dieser Fall ein, erfolgt eine Anpassung der Annahmen. Es ist insoweit möglich, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine Anpassung des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich wird.

5 Erläuterung der Vermögenswerte

5.1 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Die Zusammensetzung und Entwicklung der Bilanzposten des Anlagevermögens sind in gesonderten Aufstellungen am Schluss des Konzernanhangs dargestellt.

Der Konzern weist zum Stichtag zwei Markenrechte in den immateriellen Vermögenswerten mit einem Buchwert von 18,4 Mio. EUR aus. Alle Markenrechte sind mit ihren Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert. Eine planmäßige Abschreibung der Markenrechte erfolgt nicht, da die Erfahrung der Vergangenheit gezeigt hat, dass der laufende Verkauf unserer Produkte unter den betreffenden Marken deren Bekanntheitsgrad bereits soweit erhält, dass zusätzliche Aufwendungen für die Markenpflege und den Erhalt der Markenwerte nicht in wesentlichem Umfang erforderlich sind und daher unbestimmte Nutzungsdauern für die Markenrechte unterstellt werden können.

Der Nutzungswert für diese Marken wurde unter Anwendung der sog. Mehrgewinn-Methode ermittelt. Dafür wurden die künftig erwarteten Cash-Flows aus den Mengen, die unter der Marke verkauft werden, ermittelt, davon abgezogen wurden die Cash-Flows, die sich bei alternativem Verkauf des Mehls als Nicht-Marke-Produkt ergeben würden, um so die auf die jeweilige Nutzung der Marke entfallenden zusätzlichen Cash-Flows abzuleiten. Die Ableitung der Mengen erfolgte auf Basis der Gesamtunternehmensplanung des GoodMills Deutschland Konzerns. Die künftigen zusätzlichen Cash-Flows wurden entsprechend der Gesamtunternehmensplanung auf Basis einer Deckungsbeitragsrechnung für die kommenden fünf Jahre detailliert geplant, für die Folgejahre erfolgt eine Fortschreibung der Unternehmensplanung auf Basis des letzten Planjahres. Die jährlichen Cash-Flows wurden mit einem Kapitalkostensatz von 5,30 % (Vorjahr: 3,71 %) abgezinst. Bei der ewigen Rente wurde ein Wachstumsabschlag von 1,0 % (Vorjahr: 1,0 %) berücksichtigt. Wesentliche Faktoren bei der Planung sind dabei die Annahmen zur künftigen Entwicklung der Absatzmengen und der Umsatzerlöse. Hierbei geht der Konzern bis zum Ende des Detailplanungszeitraums von einer Änderung der Absatzmengen um insgesamt -9,2 % bzw. +0,4 % sowie von einer Änderung der Umsatzerlöse um insgesamt -3,6 % bzw. +4,9 % für die beiden Marken aus. Der Werthaltigkeitstest wurde für beide Marken durchgeführt und führte zu keinem Abwertungsbedarf.

Auch bei Abzinsung der jährlichen Cash-Flows mit einem um 2 %-Punkte höheren Kapitalkostensatz besteht für beide Marken kein Abwertungsbedarf zum Abschlussstichtag.

Soweit der Gesellschaft Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte, führt sie für die zahlungsmittelgenerierende Einheit, der dieser Vermögenswert zuzuordnen ist, einen Wertminderungstest gemäß IAS 36 zur Ermittlung des erzielbaren Betrags in Form eines Nutzungswertes durch. Entsprechendes gilt im Hinblick auf den Wegfall von in der Vergangenheit vorgenommenen Wertminderungen. Als zahlungsmittelgenerierende Einheit werden dabei die Bereiche "GoodMills Deutschland Milling Group" (Mühlengeschäft Inland), "Müller's Mühle" (Hülsenfrüchte, Reis und Nährmittel) und "GoodMills Innovation" (Spezialmehle) definiert. Für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert nicht zugeordnet ist, haben sich im Geschäftsjahr 2021/2022 keine Anhaltspunkte für Wertminderungen ergeben. Dementsprechend wurden keine Wertminderungstests für diese zahlungsmittelgenerierenden Einheiten nach IAS 36 durchgeführt und keine entsprechenden Nutzungswerte ermittelt. Die Überprüfung der Werthaltigkeit für immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer, noch nicht nutzbaren immateriellen Vermögenswerten sowie zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, hat zu keinem Wertminderungsbedarf im abgelaufenen Geschäftsjahr geführt.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von TEUR 149 (Vorjahr: TEUR 212) aktiviert, der Finanzierungskostensatz beträgt 1,1 % (Vorjahr: 1,35 %).

Im Eigentum des Konzerns stehende Grundstücke und Gebäude mit einem Buchwert von 91.674 TEUR (Vorjahr: TEUR 83.153) sowie Technische Anlagen, Maschinen und Betriebs- und Geschäftsausstattung mit einem Buchwert von 123.465 TEUR (Vorjahr: 126.728 TEUR) wurden zur Absicherung von Verbindlichkeiten des Konzerns verpfändet. Insbesondere wurden sie als Sicherheit für Bankdarlehen gegeben. Die mit Grundpfandrechten, dem restlichen Sachanlagevermögen, den Vorräten, den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den Ansprüchen aus der Kreditversicherung besicherten Darlehen valutieren am Stichtag 30. September 2022 mit 165.458 TEUR (Vorjahr: 159.528 TEUR). Der Konzern ist nicht dazu berechtigt, diese Vermögenswerte als Sicherheit für andere Verbindlichkeiten zu verpfänden oder sie mit Ausnahme der Vorräte an ein anderes Unternehmen zu verkaufen.

5.2 Nutzungsrechte an Sachanlagen nach IFRS 16

Zum 1. Oktober 2018 hat die GM DE GmbH erstmalig den IFRS 16 unter Anwendung der modifiziert retrospektiven Methode angewendet.

Die Gesellschaften des GM DE GmbH Konzerns sind als Leasingnehmer überwiegend Vertragspartner in Leasingverträgen für Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie KFZ.

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte
in TEUR
Technische Anlagen u. Maschinen, BGA
in TEUR
Summe
in TEUR
Stand per 01.10.21 3.320 1.966 5.286
Zugang 705 667 1.372
Abschreibung -338 -968 -1.306
Abgang -17 -77 -94
Stand per 30.09.22 3.670 1.588 5.258

5.3 Finanzanlagen

In der nachstehenden Tabelle sind die zum Zeitwert bewerteten Finanzanlagen aufgeführt.

30.09.2022
TEUR
30.09.2021
TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen 406 406
Beteiligungen 10 98
Wertpapiere des Anlagevermögens 2.178 2.458
Genossenschaftsanteile und Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen 38 38
2.632 3.000

Bei den aufgeführten Wertpapieren handelt es sich um Finanzinvestitionen in festverzinsliche Wertpapiere, die der Absicherung einer Rentenverpflichtung dienen. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Wertpapiere basieren auf veröffentlichten Marktpreisen und entsprechen zum Stichtag den Buchwerten.

5.4 Latente Steuern

in TEUR Aktive latente Steuern 2022 Passive latente Steuern 2022 Aktive latente Steuern 2021 Passive latente Steuern 2021
30.9.
Immaterielle Vermögenswerte 0 3.905 0 3.612
Sachanlagen 0 20.283 0 20.797
Finanzanlagen 40 0 0 42
Vorräte 61 22 61 11
Vermögenswerte 454 548 517 1.947
Pensionsrückstellungen 2.516 0 7.961 2.432
Sonstige Rückstellungen 107 0 55 0
Preissicherungsgeschäfte 3.611 4.752 0 39
Verbindlichkeiten 2.441 0 2.050 77
Übrige 57 66 1.708 263
9.287 29.576 12.352 29.220
Verlustvortrag 14.074 13.939 0
Saldierung -23.361 -23.361 -26.291 -26.291
0 6.215 0 2.929

Für die Ermittlung der latenten Steuern im aktuellen Geschäftsjahr wurde ein gemischter Steuersatz von 31,74 % (Vorjahr: 31,74 %) zugrunde gelegt, der sich aus dem Körperschaftsteuersatz von 15,0 % (Vorjahr: 15,0 %), dem Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,50 % (Vorjahr: 5,50 %) und einem gemeindespezifischen Gewerbesteuermischsatz von 15,92 % (Vorjahr: 15,92 %) zusammensetzt.

Im aktuellen Jahr besteht ein Überhang an passiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen in Höhe von 6.215 TEUR. Die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge haben sich im Vergleich zum Vorjahr von 13.939 TEUR auf 14.074 TEUR erhöht.

Es bestehen am Abschlussstichtag körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 50.500 TEUR (Vorjahr: 49.651 TEUR) und gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 45.202 TEUR (Vorjahr: 41.728 TEUR), von denen im Konzern in den nächsten Geschäftsjahren voraussichtlich 46.232 TEUR körperschaftsteuerliche und 42.461 TEUR gewerbesteuerliche Verlustvorträge zur Verrechnung mit künftigem zu versteuerndem Ergebnis der Unternehmen verwendet werden können. Auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 4.268 TEUR (Vorjahr: 2.567 TEUR) und auf gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 2.741 TEUR (Vorjahr: 963 TEUR) wurden mangels Realisierbarkeit keine aktiven latenten Steuern gebildet. Die Vortragsfähigkeit der aktivierten steuerlichen Verlustvorträge im Inland ist nach derzeitiger Rechtslage unbeschränkt möglich.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionszusagen werden nach Anwendung des IAS 19 in vollem Umfang ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst, sodass auch die darauf entfallenden latenten Steuern erfolgsneutral zu behandeln sind. Die erfolgsneutralen latenten Steueransprüche auf Pensionsrückstellungen haben sich im Geschäftsjahr um 2.089 TEUR auf 5.812 TEUR (Vorjahr: 7.901 TEUR) verringert.

Zusätzlich beinhalten die latenten Steuerverbindlichkeiten einen Betrag von 1.147 TEUR (Vorjahr:

92 TEUR), der aus direkt mit dem Eigenkapital verrechneten Preissicherungsgeschäften resultiert und erfolgsneutral eingestellt wurde.

5.5 Vorräte

30.09.2022
TEUR
30.09.2021
TEUR
1. Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe 51.645 35.592
2. Unfertige Erzeugnisse 2.288 1.799
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 24.173 19.843
78.106 57.234

Für den Fall niedrigerer Nettoveräußerungserlöse werden Abwertungen im Regelfall in Form von Einzelwertberichtigungen vorgenommen.

Im Geschäftsjahr wurden Vorräte mit einem Buchwert von 3.763 TEUR (Vorjahr: 16.095 TEUR) vor der Berücksichtigung von Wertminderungen zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Der Gesamtbestand der erfolgswirksam im Materialaufwand vorgenommenen Wertberichtigungen während des gesamten Geschäftsjahres beträgt 676 TEUR (Vorjahr: 803 TEUR).

Die Rohstoffe werden in handelsüblichem Umfang unter verlängertem Eigentumsvorbehalt geliefert.

Die im Eigentum des Konzerns stehenden Vorräte mit einem Buchwert von 61.406 TEUR (Vorjahr: 42.698 TEUR) wurden zur Besicherung von Verbindlichkeiten des Konzerns sicherungsübereignet.

5.6 Kurzfristige Forderungen

30.09.2022
TEUR
30.09.2021
TEUR
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19.018 13.136
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 994 31
20.012 13.167

Der Konzern hat mit Vertrag vom 19. September 2013 und allen nachfolgenden Änderungen (zuletzt vom 18. Januar 2022) im Rahmen eines ABS-Programms zum Stichtag Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 52.367 TEUR (Vorjahr: 38.347 TEUR) verkauft und um diesen Betrag den Forderungsbestand reduziert. Die vom Konzern verkauften und abgetretenen Forderungen werden weiterhin für den Käufer eingezogen und verwaltet.

Bei der Kaufpreisberechnung werden Abschläge für Ausfall- und Forderungsverwässerungsrisiken sowie Finanzierungs- und sonstige Kosten der Gesellschaft in Rechnung gestellt.

Die ausgewiesenen nicht verkauften Forderungen sind zum Teil kreditversichert. Der Wert der versicherten Forderungen beträgt zum 30. September 2022 5.752 TEUR (Vorjahr: 8.846 TEUR). Die im Eigentum des Konzerns stehenden Forderungen mit einem Buchwert von 19.018 TEUR (Vorjahr: 13.136 TEUR) sowie etwaige Ansprüche aus der Kreditversicherung in Höhe von 4.889 TEUR (Vorjahr: 7.519 TEUR) wurden zur Absicherung von Verbindlichkeiten des Konzerns übereignet.

5.7 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

30.09.2022
TEUR
30.09.2021
TEUR
1. Risikoabschläge ABS-Finanzierung 4.855 5.013
2. Sicherheitsgarantie Preissicherungsgeschäfte 4.351 739
3. Debitorische Kreditoren 118 3.760
4. Übrige finanzielle Vermögenswerte 400 5.300
Summe 9.724 14.812

In den sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind in diesem Zusammenhang Forderungen in Höhe der erwarteten künftigen Auszahlung aus den am Abschlussstichtag verkauften Forderungen in Höhe von 4.855 TEUR (Vorjahr: 5.013 TEUR) aktiviert.

Die Übrigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Vorjahr Restkaufpreisforderungen aus dem Verkauf von Minderheitsbeteiligungen.

Im Vorjahr wurden in den Debitorischen Kreditoren hauptsächlich Forderungen gegenüber Finanzdienstleistern abgebildet.

5.8 Sonstige Vermögenswerte

In den sonstigen Vermögenswerten sind Forderungen aus Steuern in Höhe von 3.120 TEUR (Vorjahr: 3.093 TEUR), Rechnungsabgrenzungsposten von 456 TEUR (Vorjahr: 875 TEUR) sowie sonstige Vermögenwerte von 820 TEUR (Vorjahr: 374 TEUR) enthalten.

5.9 Liquide Mittel

Die Position betrifft Schecks, Bankguthaben und Kassenbestände und umfasst Bargeld und kurzfristige Einlagen, die vom Konzern gehalten werden. Der Buchwert dieser Vermögenswerte entspricht näherungsweise ihrem beizulegenden Zeitwert.

Die liquiden Mittel in Höhe von 7.559 TEUR bestehen aus Bank- und Kassenguthaben sowie aus Guthaben bei StoneX, wovon ein Großteil als Sicherheit für börsennotierte Warentermingeschäfte dient und somit nicht zur freien Verfügung steht.

5.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

In der Position zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte sind die als Veräußerungsgruppe zusammengefassten und zum Verkauf stehenden Vermögenswerte am ehemaligen Mühlenstandort in Jarmen enthalten. Diese bestehen im Wesentlichen aus dem Grund und Boden sowie Gebäuden. Im Rahmen der nach IFRS 5 (unmittelbar vor der erstmaligen Einstufung der betreffenden Vermögenswerte als zur Veräußerung gehalten) vorzunehmenden Bewertung wurden zur Ermittlung der fortgeführten Anschaffungskosten für diese Vermögenswerte Zuschreibungen in Höhe von 284 TEUR zur Aufholung von in Vorjahren vorgenommene Wertminderungen ergebniswirksam erfasst. Da der auf diese Weise ermittelte Buchwert unter dem Zeitwert der Vermögenswerte lag, erfolgt der Ansatz der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte im Konzernabschluss zum Buchwert. Anlass der erwarteten Veräußerung ist die bereits erfolgte Schließung der Mühle Jarmen, der Verkauf der betreffenden Vermögenswerte wird im Geschäftsjahr 2022/2023 erwartet.

6 Erläuterung des Eigenkapitals und der Schulden

6.1 Gezeichnetes Kapital

Hinsichtlich der Entwicklung des Eigenkapitals verweisen wir auf die Darstellung in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung.

Das Stammkapital der GoodMills Deutschland GmbH ist eingeteilt in einen Geschäftsanteil in Höhe von nominal 54.501.798,00 EUR. Die Alleingesellschafterin der GoodMills Deutschland GmbH ist die GoodMills Group GmbH mit Sitz in Wien.

30.09.2022
TEUR
30.09.2021
TEUR
voll eingezahltes Stammkapital 54.502 54.502

6.2 Gewinnverwendung

Zum 30.09.2022 weist das Mutterunternehmen in ihrem handelsrechtlichen Jahresabschluss einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 4,7 Mio. EUR aus. Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresfehlbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

6.3 Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt am Abschlussstichtag unverändert zum Vorjahr 66.277 TEUR.

6.4 Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital

2022
TEUR
2021
TEUR
Stand 1.10. 32.795 36.170
Konzernergebnis Anteil Muttergesellschaft -2.896 2.851
Auflösung GewRL IFRS-Umstellung -10
Ergebnisneutrale Umgliederung von Rücklagen aus dem übrigen Konzerneigenkapital 0 5.084
Gewinnausschüttungen -2.850 -11.300
Stand 30.09. 27.049 32.795

6.5 Übriges Konzerneigenkapital

6.5.1 Ausgleichsposten aus sukzessiven Erwerben

Der Ausgleichsposten aus sukzessiven Erwerben in Höhe von -16.189 TEUR (Vorjahr: -16.189 TEUR) resultiert aus dem Erwerb des bisherigen 40 %-Minderheitenanteils am Geschäftsbereich GoodMills Innovation im Geschäftsjahr 2018 und entspricht dem gezahlten Kaufpreis nach Abzug des Minderheitenanteils am Reinvermögen des Geschäftsbereichs im Erwerbszeitpunkt

6.5.2 Rücklage aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten FVOCI

Im Vorjahr wurde, aufgrund des vollständigen Verkaufs von Anteilen an zwei Minderheitsbeteiligungen, die entsprechende Rücklage für ergebnisneutral zum Zeitwert bewertete EK-Instrumente gemäß IFRS 9 innerhalb des Eigenkapitals in das erwirtschaftete Eigenkapital umgegliedert.

6.5.3 Neubewertungsrücklage Pensionsrückstellungen

Die Neubewertungsrücklage Pensionsrückstellungen hat sich wie folgt entwickelt:

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Stand 1.10 -16.988 -18.215
Veränderung aus der Neubewertung 6.582 1.742
darauf entfallende latente Steuern -2.089 -515
Stand 30.9 -12.495 -16.988

6.5.4 Rücklagen aus Sicherungsgeschäften

Die Rücklagen aus Sicherungsgeschäften beinhalten Gewinne und Verluste aus dem effektiven Teil von als Sicherungsinstrument im Cash-Flow Hedge designierten Rohstoff- und Fremdwährungsderivaten sowie die als Kosten der Absicherung designierten Bestandteile dieser Sicherungsinstrumente. Für eine detaillierte Beschreibung sowie eine Überleitung der Rücklagen aus Sicherungsgeschäften verweisen wir auf Kapitel 8.

30.09.2022
TEUR
30.09.2021
TEUR
Rücklage aus Rohstoffderivaten ("Sicherungsgeschäfte MATIF") 2.127 55
Rücklage aus Fremdwährungsderivaten ("OCI FX-Geschäfte") 339 141
2.466 196

6.6 Langfristige Rückstellungen

01.10.21
TEUR
Verbrauch
TEUR
Auflösung
TEUR
Versicherungsmathematische Verluste (+) / Gewinne (-)
TEUR
Pensionsverpflichtungen 42.499 4.465 1.000 -6.582
Sonstige Rückstellungen
- Vorruhestandszahlungen 139 109 0
- Jubiläum 248 61 0
- Sonstige 200 0 0
587 170 0
43.086 4.635 1.000 -6.582
Zinseffekt
TEUR
Zuführung
TEUR
30.09.22
TEUR
Pensionsverpflichtungen 257 21 30.730
Sonstige Rückstellungen
- Vorruhestandszahlungen 0 0 30
- Jubiläum 0 0 187
- Sonstige 0 0 200
0 0 417
257 21 31.147

6.7 Altersvorsorgepläne

Die Pensionszusagen im GoodMills Deutschland Konzern bestehen ausschließlich in Form von leistungsorientierten Direktzusagen. Dabei wurden gegenüber ehemaligen Mitgliedern der Geschäftsführung der GoodMills Deutschland GmbH Einzelzusagen in insgesamt wesentlichem Umfang erteilt. Wir verweisen auch auf die Erläuterungen in Abschnitt 10.2 des Konzernanhangs. Diese Zusagen sind hinsichtlich ihrer Höhe regelmäßig abhängig von der Dauer des jeweiligen Dienstverhältnisses als auch der Höhe der Bezüge. In Einzelfällen wurden Festzusagen erteilt. Die nicht als Einzelzusage erteilten Pensionszusagen wurden im Rahmen verschiedener Versorgungspläne erteilt, welche die Bemessung der Rentenleistung in Abhängigkeit der jeweiligen Durchschnittsbezüge über einen definierten Zeitraum vor Renteneintritt vorsehen und zum 1. Januar 1982 geschlossen wurden. Die Rentenleistungen sind zum 31. Dezember 1996 für alle Mitarbeiter insofern fixiert worden, als dass deren Höhe in Anwendung des jeweiligen Pensionsplans auf diesen Zeitpunkt ermittelt und festgesetzt wurde. Für noch aktive Anwärter erhöht sich der so festgesetzte Leistungsbetrag ab dem Jahr 1998 um 1,0 % p.a. Die Versorgungspläne sehen die Zahlung einer Hinterbliebenenrente in Höhe von 60 % des Rentenbetrags vor.

Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Pensionsplänen ist die Gesellschaft verschiedenen Risiken ausgesetzt, insbesondere den allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Langlebigkeitsrisiko und dem Zinssatzänderungsrisiko.

Die Berechnung der Pensionsverpflichtungen beruht auf den folgenden Parametern:

30.09.2022 30.9.2021
Rechnungszins 3,60 % 0,63 %
Gehaltsdynamik 2,75 % 2,75 %
Rentendynamik 2,20 % 1,60 %

Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen werden die "Richttafeln 2018G" (RT2018G) von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt.

Die Veränderungen des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Zum 1.10. 42.499 47.448
Dienstzeitaufwand (ergebniswirksam) 21 21
Auflösung (ergebniswirksam) -1.000 0
Zinsaufwand (ergebniswirksam) 257 210
im laufenden Geschäftsjahr ergebniswirksam erfasste Veränderungen der Verpflichtung -722 231
Im laufenden Geschäftsjahr ergebnisneutral erfasste
versicherungsmathematische Verluste (+) / Gewinne (-) -6.582 -1.742
Gezahlte Leistungen -4.465 -3.438
Zum 30.9. 30.730 42.499

Die ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfassten kumulierten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste haben sich wie folgt entwickelt:

30.09.2022
TEUR
30.09.2021
TEUR
Zum 1.10. 25.080 26.815
Korrektur zum 01.10. 0 7
Korrigierter Wert 01.10. 25.080 26.822
Im laufenden Geschäftsjahr erfasste versicherungs-
mathematische Verluste (+) / Gewinne (-) -6.582 -1.742
Zum 30.9. 18.498 25.080

Im Berichtsjahr und im Vorjahr ergaben sich erfahrungsbedingte Anpassungen des Barwerts der Versorgungsansprüche wie folgt:

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Erfahrungsbedingte Anpassungen 330 -1.033

Im Berichtsjahr und im Vorjahr ergaben sich die folgenden versicherungsmathematischen Verluste, die aus Veränderungen der finanziellen Annahmen entstehen:

Finanzielle Anpassungen 2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Barwert der Versorgungsansprüche -6.912 -709

Im Berichtsjahr sind darüber hinaus keine (Vorjahr: TEUR 0) versicherungsmathematischen Verluste aus Veränderungen bei den demographischen Annahmen entstanden.

Für das Geschäftsjahr 2022/2023 werden Auszahlungen an Pensionäre in Höhe von 3.357 TEUR (Vorjahr: 3.438 TEUR) erwartet.

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Leistungsverpflichtung beträgt 9,7 Jahre (Vorjahr: 9,7 Jahre).

Die nachfolgende Sensitivitätsanalyse stellt die Auswirkungen auf die Höhe der Leistungsverpflichtung am Abschlussstichtag aufgrund einer isolierten Veränderung bei einzelnen maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen dar, wie sie bei vernünftiger Betrachtungsweise erwartet werden kann:

Sensitivitätsanalyse zum 30.9.2022:

Erhöhung Diskontierungszins 0,75%-Punkte
TEUR
Absinken Diskontierungszins 0,75%-Punkte
TEUR
Erhöhung Rententrends 0,25%-Punkte
TEUR
Erhöhung Lebenserwartung 1 Jahr
TEUR
Barwert der Versorgungsansprüche 29.053 32.603 31.293 32.318
Differenz zum Bilanzausweis -1.677 1.873 563 1.588

Sensitivitätsanalyse zum 30.9.2021:

Erhöhung Diskontierungszins 0,75%-Punkte
TEUR
Absinken Diskontierungszins 0,75%-Punkte
TEUR
Erhöhung Rententrends 0,25%-Punkte
TEUR
Erhöhung Lebenserwartung 1 Jahr
TEUR
Barwert der Versorgungsansprüche 39.610 45.791 43.454 44.936
Differenz zum Bilanzausweis -2.889 3.292 955 2.437

Da den Sensitivitätsanalysen die durchschnittliche Duration der erwarteten Versorgungsverpflichtungen zugrunde liegt und folglich die erwarteten Auszahlungszeitpunkte unberücksichtigt bleiben, führen sie nur zu näherungsweisen Informationen beziehungsweise Tendenzaussagen.

Die gebuchten Aufwendungen für Defined Contributions Plans im Berichtsjahr betragen 3.040 TEUR (Vorjahr: 2.997 TEUR).

6.8 Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Die GM DE GmbH finanziert sich über Langfristdarlehen in Höhe von 82,1 Mio. EUR, die in den Geschäftsjahren 2017/2018, 2018/2019, 2019/2020 und 2020/2021 aufgenommen wurden. Gegenläufig sind in der Position abgegrenzte Transaktionskosten in Höhe von 91 TEUR enthalten. Ferner existiert ein Rahmenvertrag über eine ABS-Finanzierung mit einem maximalen Volumen von 58 Mio. EUR (Inanspruchnahme zum 30.09.2022: 55,8 Mio. EUR).

6.9 Leasingverbindlichkeiten

Aus der Anwendung von IFRS 16 weist die GM DE GmbH zum 30.09.2022 Leasingverbindlichkeiten aus, die sich wie folgt zusammensetzen:

Verbindlichkeiten aus Leasing < 1 Jahr
TEUR
Verbindlichkeiten aus Leasing > 1 Jahr
TEUR
Summe
TEUR
IFRS 16 per 01.10.2021 1.159 4.225 5.384
Zugang Leasing 16 1.356 1.372
Auszahlungen aus Tilgung -57 -1.315 -1.372
Abgang -94 0 -94
Zinseffekte 1 82 83
Umgliederungen 40 -40 0
Stand per 30.09.2022 1.065 4.308 5.373

6.10 Kurzfristige Rückstellungen

01.10.21
TEUR
Verbrauch
TEUR
Auflösung
TEUR
Zuführung
TEUR
30.09.22
TEUR
Sonstige Rückstellungen
Drohverluste 650 650 0 277 277
Sonstige 1.776 27 2 471 2.218
2.426 677 2 748 2.495

Die Drohverlustrückstellungen wurden im Zusammenhang mit schwebenden Verkaufsverträgen gebildet.

6.11 Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

30.09.2022
TEUR
30.09.2021
TEUR
Kurzfristige Bankverbindlichkeiten 85.244 72.810

Die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten sind wie folgt besichert:

Sachanlagevermögen 215.139 TEUR (davon Grundpfandrechte 5.300 TEUR), Vorräte 61.406 TEUR, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18.904 TEUR (davon Ansprüche aus der Kreditversicherung 4.889 TEUR).

Der GoodMills Deutschland Konzern finanzierte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr zusätzlich zum einen über einen Konsortialkredit mit einer Kreditlinie von 120 Mio. EUR. Hiervon waren am Abschlussstichtag 83,3 Mio. EUR in Anspruch genommen, sodass eine freie Kreditlinie in Höhe von 36,7 Mio. EUR verbleibt.

Die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen annähernd ihren Buchwerten.

Zum 30. September 2022 unterliegen sämtliche variabel verzinslichen Verbindlichkeiten des Konzerns ausschließlich dem EURIBOR. Die Berechnungsmethode des EURIBOR hat sich im Laufe des Jahres 2019 geändert. Im Juli 2019 erteilte die belgische Financial Services and Markets Authority die Zulassung für den EURIBOR gemäß der European Union Benchmarks Regulation. Dies ermöglicht es den Marktteilnehmern, den EURIBOR weiterhin sowohl für bestehende als auch für neue Verträge zu verwenden, und der Konzern geht davon aus, dass der EURIBOR auf absehbare Zeit als Referenzzinssatz bestehen bleiben wird.

6.12 Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

30.09.2022
TEUR
30.09.2021
TEUR
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 39.066 33.825
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 668 356
39.734 34.181

6.13 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

30.09.2022
TEUR
30.09.2021
TEUR
1. Verbindlichkeiten aus Mitarbeiteransprüchen 9.567 3.167
2. Verbindlichkeiten gegenüber ABS-Finanzierer 8.318 2.037
3. Übrige sonstige fin. Verbindlichkeiten 8.267 2.898
26.152 8.102

Die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Mitarbeiteransprüchen resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der Verbindlichkeiten für Personalmaßnahmen und Bonuszahlungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber dem ABS-Finanzierer haben sich insbesondere infolge des gestiegenen Volumens verkaufter Forderungen erhöht, während der Anstieg der übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten im Wesentlichen aus gestiegenen Bonusverpflichtungen aus Rückvergütungen resultiert.

6.14 Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Rückstellungen für ausstehenden Urlaub in Höhe von 960 TEUR (Vorjahr: 1.019 TEUR), Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern in Höhe von 1.549 TEUR (Vorjahr: 1.313 TEUR) und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 133 TEUR (Vorjahr: 153 TEUR).

6.15 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten

Die Gesellschaft hat langfristige Verträge, die nicht in den Standard IFRS 16 fallen, wie z.B. Wartungsverträge. Die Verpflichtung stellt sich wie folgt dar (Vorjahreswerte in Klammern):

Restlaufzeit
unter 1 Jahr
TEUR
1-5 Jahre
TEUR
mehr als 5 Jahre
TEUR
Summe 30.09.2022
TEUR
1. Verpflichtungen aus Operating Leasing 1 4 0 5
(35) (21) (0) (56)
2. sonstige finanzielle Verpflichtungen 645 564 0 1.209
(2.606) (6.479) (4.676) (13.761)
Gesamtbetrag 646 568 0 1.214
(2.641) (6.500) (4.676) (13.817)

Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Operating Leasing betreffen zum 30. September 2022 lediglich kurzfristige Leasingverhältnisse oder geleaste Vermögenswerte von geringem Wert, auf die die Ansatz- und Bewertungsregeln des IFRS 16 keine Anwendung finden und für die daher keine Leasingverbindlichkeit erfasst ist. Die Verpflichtungen aus Operating Leasing in Höhe von 5 TEUR resultieren aus Standardleasingverträgen für Betriebs- und Geschäftsausstattungen und betreffen Flurförderzeuge (5 TEUR).

Die weiteren sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von 1.209 TEUR beinhalten Verpflichtungen aus Beratungsverträgen in Höhe von 528 TEUR, Verpflichtungen aus Lizenz- und Beraterverträgen in Höhe von 66 TEUR und sonstige Verpflichtungen in Höhe von 615 TEUR.

7 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

7.1 Umsatzerlöse

Zu den Grundlagen der Erlösrealisation verweisen wir auf den Abschnitt 4 des Konzernanhangs.

Der Konzern erzielt Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Mehlprodukten, Reis- und Hülsenfrüchten, Fertiggerichten und Spezialmehle an seine Kunden. Die Erlösrealisation aus dem Verkauf von Erzeugnissen und Waren wird realisiert, wenn die geschuldete Lieferung oder Leistung erbracht worden, d.h. der Gefahren- und Eigentumsübergang erfolgt ist. Dieser Erfüllungszeitpunkt richtet sich nach dem Lieferdatum in Verbindung mit den der jeweiligen Lieferung zugrunde liegenden Incoterms.

Die Umsatzerlöse entfallen in Höhe von 522.419 TEUR (Vorjahr: 370.955 TEUR) auf das Inland, in Höhe von 79.621 TEUR (Vorjahr: 61.470 TEUR) auf das europäische Ausland und in Höhe von 2.472 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) auf das Drittland und gliedern sich nach den genannten Tätigkeitsbereichen wie folgt:

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Mühlenprodukte 468.878 312.082
Reis, Hülsenfrüchte, Fertiggerichte 58.449 50.935
Spezialmehle 77.185 69.408
604.512 432.425

7.2 Sonstige betriebliche Erträge

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Erträge aus Grundgeschäften 165 117
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und abgegrenzten Schulden 1.975 1.546
Erträge aus Schadensfällen 630 5.013
Erträge aus der Wertaufholung für Sachanlagen 355 1.138
Erträge aus Anlagenabgängen 260 253
Währungs- und Umrechnungsgewinne 1.506 713
sonstige Erträge 1.424 1.240
6.315 10.020

Für die Erläuterungen der Fremdwährungsderivate von Währungs- und Umrechnungsgewinnen verweisen wir auf Abschnitt 4.8 (Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen).

7.3 Materialaufwand

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 468.819 310.971
Aufwendungen für bezogene Leistungen 13.391 11.230
482.210 322.201

7.4 Personalaufwand

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Löhne und Gehälter 42.830 35.582
Soziale Abgaben 6.942 6.727
Altersversorgung 541 560
50.313 42.869

Im Jahresdurchschnitt waren im Konzern 596 Mitarbeiter (Vorjahr: 598) unverändert ausschließlich im Inland beschäftigt.

7.5 Abschreibungen

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Planmäßige Abschreibungen 14.182 13.029
Abschreibungen nach IFRS 16 1.306 1.438
15.488 14.467

7.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Aufwendungen Vertrieb 38.730 33.501
Aufwendungen Betrieb 9.678 8.993
Aufwendungen Instandhaltung 7.755 7.389
Aufwendungen Verwaltung 8.957 7.792
Mindestleasingzahlungen aus Operating Leasing 449 469
Aufwendungen aus Grundgeschäften 373 58
Währungs- und Umrechnungsverluste 1.199 775
Aufwendungen aus Anlagenabgängen 8 664
sonstige Aufwendungen 839 682
67.988 60.323

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betragen in Summe 939 TEUR (Vorjahr: 976 TEUR) und sind sowohl Bestandteil des Personalaufwandes (778 TEUR) und als auch der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (161 TEUR).

Im Geschäftsjahr sind Aufwendungen im Sinne von § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB für folgende Leistungen des Abschlussprüfers der Gesellschaft angefallen: Abschlussprüfung 270 TEUR (Vorjahr: 298 TEUR), andere Bestätigungsleistungen 100 TEUR (Vorjahr: 119 TEUR), Steuer- und Rechtsberatungsleistungen 196 TEUR (Vorjahr: 108 TEUR) sowie sonstige Leistungen 1 TEUR (Vorjahr: 47 TEUR).

7.7 Finanzergebnis

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 3 2
Erträge aus Beteiligungen 0 124
Beteiligungsergebnis 3 126
Erträge aus Finanzanlagevermögen 20 16
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 16 17
davon verbundene Unternehmen 0 0
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2.804 -1.909
davon verbundene Unternehmen -91 -5
Zinsanteil der Zuführung zur Pensionsrückstellung -257 -210
Zinsergebnis -3.025 -2.086
Finanzergebnis gesamt -3.022 -1.960
2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Zinsergebnis -3.025 -2.086
davon:
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 16 17
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FVTPL) 20 141
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet mit fortgeführten Anschaffungskosten (FLAC) -2.804 -2.102
-2.768 -1.944
Beteiligungsergebnis 3 126
davon:
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 3 2
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte (FVTPL) 0 124

7.8 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Als Ertragsteuern werden die tatsächlichen Steuern in Form der gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuern ausgewiesen. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich aus Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag sowie aus Gewerbesteuer und den entsprechenden ausländischen Einkommen- bzw. Ertragsteuern zusammen.

Die tatsächlichen Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnissen und Vorschriften des Jahres berechnet. Darüber hinaus beinhalten die im Geschäftsjahr ausgewiesenen tatsächlichen Steuern auch Anpassungsbeträge für eventuell anfallende Steuerzahlungen bzw. -erstattungen für noch nicht endgültig veranlagte Jahre, allerdings ohne Zinszahlungen bzw. Zinserstattungen und Strafen auf Steuernachzahlungen. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerrückstellungen gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung (Erwartungswert bzw. wahrscheinlichster Wert der Steuerunsicherheit). Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es überwiegend wahrscheinlich und damit hinreichend gesichert ist, dass sie realisiert werden können. Nur bei Bestehen eines steuerlichen Verlustvortrags wird keine Steuerrückstellung oder Steuerforderung für diese unsicheren Steuerpositionen bilanziert, sondern stattdessen die aktive latente Steuer für die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge angepasst.

Die wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwands für die Geschäftsjahre 2021/2022 und 2020/2021 setzen sich wie folgt zusammen:

Konzern- Gewinn und Verlustrechnung 2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Laufende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Inland 0 1.049
Laufende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag für Vorjahre -445 109
Latente Steuern aus zeitlichen Unterschieden 276 -1.488
Latente Steuern aus Verlustvorträgen -134 1.517
Steuern vom Einkommen und Ertrag im Konzern -303 1.187

Die inländischen Ertragsteuern werden mit 31,74 % (Vorjahr: 31,74 %) des geschätzten steuerpflichtigen Gewinns für das Geschäftsjahr berechnet.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von gerundet -303 TEUR entsprechen dem Saldo aus der Reduzierung von Rückstellungen für die laufenden Ertragsteuern in Höhe von -445 TEUR sowie dem Saldo aus latenten Steuererträgen auf zeitliche Unterschiede und Aufwendungen im Zusammenhang mit steuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von 142 TEUR. Die im Vorjahr gebildeten Rückstellungen für Ertragsteuern wurden reduziert. Latente Steuern aus zeitlichen Unterschieden betragen 276 TEUR und aus Verlustvorträgen -134 TEUR.

Die Überleitungsrechnung zwischen dem tatsächlichen Ertragsteueraufwand und dem erwarteten Ertragsteueraufwand auf Basis des IFRS-Konzernergebnisses und des anzuwendenden Steuersatzes der Konzernobergesellschaft GM DE GmbH in Höhe von 31,74 % (Vorjahr: 31,74 %) für die Geschäftsjahre 2021/2022 und 2020/2021 setzt sich folgendermaßen zusammen:

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Ergebnis vor Steuern -3.199 4.038
Ertragsteuern zum erwarteten Ertragsteuersatz von 31,74 % (2020/21: 31,74 %) -1.015 1.282
Steuersatzänderung 0 65
laufende und latente Steueraufwendungen /-erträge
für Vorjahre 621 -290
Steuerfreie Erträge und gewerbesteuerliche Kürzungen -51 -34
nicht abzugsfähige Aufwendungen und gewerbesteuerliche Hinzurechnungen 145 101
Ansatzkorrektur latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge 0 0
Sonstige Abweichungen -3 63
-303 1.187

Bei in Deutschland ansässigen Unternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft fallen Körperschaftsteuer in Höhe von 15 % (Vorjahr: 15 %) sowie ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % (Vorjahr: 5,5 %) der geschuldeten Körperschaftsteuer an. Zusätzlich unterliegen diese Gesellschaften der Gewerbesteuer, deren Höhe sich in Abhängigkeit gemeindespezifischer Hebesätze bestimmt und für das laufende Geschäftsjahr 15,92 % (Vorjahr: 15,92 %) beträgt.

8 Erläuterungen zu Finanzinstrumenten

8.1 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Im Folgenden werden die Buchwerte, Wertansätze und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien dargestellt. Während die Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 vorgenommen wird, ordnet der Konzern die zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente zur dreistufigen Fair-Value-Hierarchie wie folgt zu:

Level 1:

In diesem Level werden Finanzinstrumente ausgewiesen, bei denen die Fair Value-Ermittlung auf der Grundlage von quotierten Preisen auf aktiven Märkten erfolgt. Im Konzern fallen hierunter börsennotierte Wertpapiere und börsengehandelte Warentermingeschäfte.

Level 2:

Hier werden Finanzinstrumente ausgewiesen, bei denen die wesentlichen Inputparameter zur Fair Value-Ermittlung ausschließlich am Markt beobachtbar sind. Der Konzern weist in diesem Level nicht börsengehandelte Devisen- und Rohstoffderivate aus.

Level 3:

Finanzinstrumente, bei denen die wesentlichen Inputparameter zur Fair Value-Ermittlung nicht am Markt beobachtbar sind, sind in diesem Level auszuweisen. Als Finanzinstrumente des Level 3 werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertete Minderheitsbeteiligungen ausgewiesen.

Der Konzern erfasst mögliche Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair Value-Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Transfers zwischen den verschiedenen Leveln der Fair Value-Hierarchie vorgenommen.

Bei großer Unsicherheit hinsichtlich der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes bei der Bewertung von Finanzinstrumenten werden die Anschaffungskosten als bester Schätzer für den beizulegenden Wert herangezogen. Dies betrifft u.a. Forderungen gegen verbundene Unternehmen, sonstige finanzielle Vermögenswerte, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten.

Im Übrigen erfolgt die Fair Value-Ermittlung anhand der Discounted Cash-Flow-Methode, wobei die individuellen Bonitäten und sonstigen Marktgegebenheiten in Form von marktüblichen Bonitäts- bzw. Liquiditätsspreads bei der barwertigen Ermittlung berücksichtigt werden.

Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
in TEUR Aktiva Buchwert zum 30.9.22 Amortised Cost Fair Value OCI Fair Value P&L
A. Langfristige Vermögenswerte
übrige Finanzanlagen 2.632
davon Anteile an verbundenen Unternehmen 406 0 0 0
davon Beteiligungen 10 0 10 0
davon Wertpapiere des Anlagevermögens 2.178 0 0 2.178
davon Genossenschaftsanteile 38 0 0 38
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 0
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LuL 19.018 0 0 19.018
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 9.724 9.724 0 0
Derivative Finanzinstrumente 5.052
davon Derivate mit Hedge-Beziehung 4.844 0 0 0
davon Derivate ohne Hedge-Beziehung 208 0 0 208
Liquide Mittel 7.559 7.559 0 0
Passiva
A. Langfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten 92.114 92.114 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 4.308 0 0 0
B. kurzfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten 85.244 85.244 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 39.066 39.066 0 0
Finanzierungsleasing 1.065 0 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 26.152 26.152 0 0
Derivative Finanzinstrumente 4.703
davon Derivate mit Hedge-Beziehung 4.531 0 0 0
davon Derivate ohne Hedge-Beziehung 172 0 0 172
Beizulegender Zeitwert
in TEUR Aktiva Keiner Bewertungskategorie zugeordnet Level 1 Level 2 Level 3 Fair Value zum 30.9.22
A. Langfristige Vermögenswerte
übrige Finanzanlagen 2.632
davon Anteile an verbundenen Unternehmen 406 0 0 0 406
davon Beteiligungen 0 0 10 10
davon Wertpapiere des Anlagevermögens 2.178 0 0 2.178
davon Genossenschaftsanteile 0 0 38 38
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LuL 0 19.018 0 19.018
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 9.724
Derivative Finanzinstrumente 0 0 0 5.052
davon Derivate mit Hedge-Beziehung 4.844 4.475 369 0 4.844
davon Derivate ohne Hedge-Beziehung 0 208 0 208
Liquide Mittel 0 0 0 7.559
Passiva
A. Langfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 92.114
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 4.308 0 0 0 4.308
B. kurzfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 85.244
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 39.066
Finanzierungsleasing 1.065 0 0 0 1.065
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0 26.152
Derivative Finanzinstrumente 4.703
davon Derivate mit Hedge-Beziehung 4.531 4.528 3 0 4.531
davon Derivate ohne Hedge-Beziehung 0 172 0 172
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gem. IFRS 9:
Finanzielle Vermögensgegenstände Amortized Cost (AC) 17.283 17.283 0 0
Finanzielle Vermögensgegenstände Fair Value erfolgsneutral (FVOCI) 10 0 10 0
Finanzielle Vermögensgegenstände Fair Value erfolgswirksam (FVTPL) 21.442 0 0 21.442
Finanzielle Verbindlichkeiten Fair Value erfolgswirksam (FLFVTPL) 172 0 0 172
Finanzielle Verbindlichkeiten Amortized Cost (FLAC) 232.577 232.577 0 0
Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
in TEUR Aktiva Buchwert zum 30.09.21 Amortised Cost Fair Value OCI Fair Value P&L
A. Langfristige Vermögenswerte
übrige Finanzanlagen 3.000
davon Anteile an verbundenen Unternehmen 406 0 0 0
davon Beteiligungen 98 0 98 0
davon Wertpapiere des Anlagevermögens 2.458 0 0 2.458
davon Genossenschaftsanteile 38 0 0 38
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 0
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LuL 13.136 0 0 13.136
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 14.812 14.812 0 0
Derivative Finanzinstrumente 6.135 0 0 0
davon Derivate mit Hedge-Beziehung 6.078 0 0 0
davon Derivate ohne Hedge-Beziehung 57 0 0 57
Liquide Mittel 26 26 0 0
Passiva
A. Langfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten 90.609 90.609 0 0
Finanzierungsleasing 4.225 0 0 0
sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0 0
B. kurzfristige Schulden 0 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten 72.810 72.810 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 34.181 34.181 0 0
Finanzierungsleasing 1.159 0 0 0
sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 8.102 8.102 0 0
Derivative Finanzinstrumente 5.380 0 0 0
davon Derivate mit Hedge-Beziehung 5.332 0 0 0
davon Derivate ohne Hedge-Beziehung 48 0 0 48
Beizulegender Zeitwert
in TEUR Aktiva Keiner Bewertungskategorie zugeordnet Level 1 Level 2 Level 3 Fair Value zum 30.09.21
A. Langfristige Vermögenswerte
übrige Finanzanlagen 3.000
davon Anteile an verbundenen Unternehmen 406 0 0 0 406
davon Beteiligungen 0 0 98 98
davon Wertpapiere des Anlagevermögens 2.458 0 0 2.458
davon Genossenschaftsanteile 0 0 38 38
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LuL 0 13.136 0 13.136
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 14.812
Derivative Finanzinstrumente 0 0 0 6.135
davon Derivate mit Hedge-Beziehung 6.078 5.911 167 0 6.078
davon Derivate ohne Hedge-Beziehung 0 57 0 57
Liquide Mittel 0 0 0 26
Passiva
A. Langfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 90.609
Finanzierungsleasing 4.225 0 0 0 4.225
sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0 0
B. kurzfristige Schulden 0 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 72.810
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 34.181
Finanzierungsleasing 1.159 0 0 0 1.159
sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 0 8.102
Derivative Finanzinstrumente 0 0 0 5.380
davon Derivate mit Hedge-Beziehung 5.332 5.332 0 0 5.332
davon Derivate ohne Hedge-Beziehung 0 48 0 48
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gem. IFRS 9:
Finanzielle Vermögensgegenstände Amortized Cost (AC) 14.838 14.838 0 0
Finanzielle Vermögensgegenstände Fair Value erfolgsneutral (FVOCI) 98 0 98 0
Finanzielle Vermögensgegenstände Fair Value erfolgswirksam (FVTPL) 15.689 0 0 15.689
Finanzielle Verbindlichkeiten Fair Value erfolgswirksam (FLFVTPL) 48 0 0 48
Finanzielle Verbindlichkeiten Amortized Cost (FLAC) 205.346 205.346 0 0

Die Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien setzen sich wie folgt zusammen:

aus der Folgebewertung Nettoergebnis
30.09.2022 aus Dividenden und Effektivzinsen zum Fair Value Währungs- Umrechnung aus Zinsen Summe
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) - EK-Instrumente OHNE Recycling 0 0 0
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) 22 2.394 0 2.416
Fortgeführte Anschaffungskosten (AC) - finanzielle Vermögenswerte 0 0 16 16
Fortgeführte Anschaffungskosten (AC) - finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 100 -2.721 -2.621
22 2.394 100 -2.705 -189
aus der Folgebewertung Nettoergebnis
30.09.2021 aus Dividenden und Effektivzinsen zum Fair Value Währungsumrechnung aus Zinsen Summe
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) - EK-Instrumente OHNE Recycling 126 0 0 126
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) 16 49 0 65
Fortgeführte Anschaffungskosten (AC) - finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 17 17
Fortgeführte Anschaffungskosten (AC) - finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 -6 -2.119 -2.125
142 49 -6 -2.102 -1.917

8.2 Risikomanagement, Finanzderivate und weitere Angaben zum Kapitalmanagement

8.2.1 Grundsätze des Risikomanagements

Der GoodMills Deutschland Konzern unterliegt hinsichtlich der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Risiken aus der Veränderung der Getreidepreise sowie aus Schwankungen der Wechselkurse und der Zinssätze. Darüber hinaus bestehen insbesondere Ausfallrisiken im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Liquiditätsrisiken.

Es ist Unternehmenspolitik, diese Risiken ständig zu beobachten, zu quantifizieren und abzusichern. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Marktrisiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen und Schwankungen der Cash-Flows durch Veränderungen von Wareneinstands- und Verkaufspreisen sowie von Wechselkursen und Zinssätzen zu vermeiden. Hierzu werden je nach Einschätzung des Risikos ausgewählte derivative und nicht derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Grundsätzlich werden jedoch nur Risiken gesichert, die Auswirkungen auf den Cash-Flow des Konzerns haben. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich ausschließlich als Sicherungsinstrumente genutzt, d.h. für Handels- oder andere spekulative Zwecke kommen sie nicht zum Einsatz. OTC-Warentermingeschäfte werden zur Preisoptimierung eingesetzt. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden von der Geschäftsführung festgelegt. Die Umsetzung der Finanzpolitik sowie das laufende Risikomanagement obliegen den jeweiligen Fachabteilungen des Konzerns und sind in verschiedenen Konzernrichtlinien niedergelegt, die den Umgang mit Rohstoff-, Zins- und Währungsrisiken genau festlegen. Eine Risikokonzentration wird so vermieden.

8.2.2 Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, sich jederzeit Finanzmittel beschaffen zu können, um eingegangene finanzielle Verbindlichkeiten bei Fälligkeit zu begleichen. Als wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt eine Finanzplanung. Auf dieser Grundlage werden der Finanzierungsbedarf einschließlich der im Rahmen des bestehenden ABS-Vertrags zu verkaufenden Forderungen und die erforderlichen Kreditlinien bei den Banken ermittelt.

Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken durch das Halten von angemessenen Kreditlinien bei Banken sowie durch die Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cash-Flows und Abstimmungen der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

Risiken aus derivativen finanziellen Verbindlichkeiten in Form von Devisentermingeschäften ergeben sich grundsätzlich nicht, da diese als Sicherungsgeschäft im Hedge Accounting dienen. Für diese Fälle besteht lediglich ein hypothetisches Risiko für den Fall, dass das Grundgeschäft, zu dem das Sicherungsgeschäft abgeschlossen wurde, entfällt. Sollte dies eintreten, müsste unverzüglich das Sicherungsgeschäft aufgelöst bzw. durch eine entsprechende Gegenposition glattgestellt werden.

Es ergeben sich keine Risiken aus börsennotierten Warentermingeschäften (Futures), da diese immer in einem Sicherungszusammenhang mit einem Grundgeschäft stehen.

Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit negativem beizulegendem Zeitwert stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Instrument Buchwert 30.09.2022
TEUR
Cashflow bis zu 1 Jahr
TEUR
Cashflow 2-5 Jahre
TEUR
Cashflow >5 Jahre
TEUR
Cashflows Summe
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 167.358
Zinsen -1.401 -2.819 -235 -4.455
Tilgung -94.016 -51.414 -21.928 -167.358
Verbindlichkeiten LuL 39.066 -39.066 -39.066
Leasingverbindlichkeiten 5.373 -1.140 -2.200 -2.589 -5.929
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 26.152 -26.152 -26.152
Derivative Finanzinstrumente
börsengehandelte Warentermingeschäfte
(Futures) 4.531 -4.531 -4.531
FX-Derivate 172 -172 -172
Instrument Buchwert 30.09.2021
TEUR
Cashflow bis zu 1 Jahr
TEUR
Cashflow 2-5 Jahre
TEUR
Cashflow >5 Jahre
TEUR
Cashflows Summe
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 163.420
Zinsen -1.326 -6.692 -689 -8.707
Tilgung -81.582 -41.414 -40.424 -163.420
Verbindlichkeiten L&L 33.825 -33.825 0 0 -33.825
Leasingverbindlichkeiten 5.384 -1.234 -2.205 -2.510 -5.949
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 8.102 -8.102 0 0 -8.102
Derivative Finanzinstrumente
börsengehandelte Warentermingeschäfte
(Futures) 5.332 -5.332 0 0 -5.332
FX-Derivate 48 -48 0 0 -48

Es wird nicht erwartet, dass die Zahlungsmittelabflüsse in der Fälligkeitsanalyse zu wesentlich abweichenden Stichtagen oder mit wesentlich abweichenden Beträgen auftreten werden.

8.2.3 Marktrisiken

Das Marktrisiko ist das Risiko, dass sich die Marktpreise, zum Beispiel Wechselkurse, Zinssätze oder Rohstoffpreise, ändern und dadurch die Erträge des Konzerns oder der Wert der gehaltenen Finanzinstrumente beeinflusst werden. Zur Steuerung der Marktrisiken setzt der Konzern derivative Finanzinstrumente ein. Sämtliche Transaktionen erfolgen innerhalb konzerninterner Risikomanagementrichtlinien. Zur Steuerung von Ergebnisvolatilitäten soll, soweit möglich, die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften eingesetzt werden.

8.2.3.1 Rohstoffrisiko

Der Wareneinkauf unterliegt aufgrund der starken Getreidepreisschwankungen einem ständigen Wertänderungsrisiko. Deshalb werden diese grundsätzlich durch entsprechende Getreidekontrakte mit fest vereinbarten Preisen abgesichert, um das Preisrisiko zu minimieren. Es wird versucht, diese Einkaufskontrakte fristenkongruent mit entsprechenden Verkaufskontrakten abzuschließen. Ist es nicht möglich, Getreidekontrakte abzuschließen, werden Sicherungsgeschäfte über die Warenterminbörse getätigt. Kontrollierte Risikopositionen werden nur in sehr begrenztem Umfang eingegangen, sodass sich keine weiteren Preisrisiken aus der Veränderung der Rohstoffpreise ergeben.

Die Getreidepreisschwankungen werden für Zwecke der internen Steuerung auf Basis eines Value at Risk überwacht. Dieser wird auf Basis historischer Daten berechnet. Der Value at Risk gibt den maximal möglichen Verlust auf Basis einer Wahrscheinlichkeit von 95 % für einen Risikohorizont von 36 Monaten wieder. Auf Basis eines Nettoexposures von -2.430 t (Vorjahr: -26.000 t) betrug zum 30.09.2022 der Value at Risk 228 TEUR (Vorjahr: 1.417 TEUR).

Das Preisrisiko Reis- und Hülsenfrüchte sowie Nährmittel wird auf Basis eines Market-to-Market-Modells überwacht. Zum 30.09.2022 ergab sich aus der Bewertung zu aktuellen Marktpreisen eine offene Risikoposition von 602 TEUR (Vorjahr: 538 TEUR)

8.2.3.2 Währungsrisiko

Währungsrisiken entstehen durch Finanzinstrumente sowie vertraglich fixierte und geplante Transaktionen, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert sind. Die Aktivitäten der einzelnen Konzernunternehmen werden mehrheitlich in der jeweiligen funktionalen Währung abgewickelt. Aus diesem Grund wird das Währungsrisiko des GoodMills Deutschland Konzerns als gering eingeschätzt. Einige Konzernunternehmen sind dennoch Fremdwährungsrisiken durch Zahlungen außerhalb der funktionalen Währung ausgesetzt. Zur Sicherung des Fremdwährungsrisikos werden Devisentermingeschäfte meist mit einer Laufzeit unter einem Jahr ab dem Abschlussstichtag genutzt.

Eine Änderung des US-Dollar gegenüber dem Euro um 10 % zum 30.09.2022 hätte die Bewertung der als Sicherungsinstrument designierten Devisentermingeschäfte beeinflusst und sich mit den unten dargestellten Beträgen auch auf das Eigenkapital und den Gewinn oder Verlust ausgewirkt. In der Analyse wird unterstellt, dass alle anderen Einflussfaktoren, vor allem die Zinssätze, konstant bleiben.

Eine Kursänderung des Euro gegenüber dem US-Dollar hätte zum Stichtag 30.09.2022 die Bewertung der als Sicherungsinstrumente im Cash-Flow Hedge Accounting designierten Devisentermingeschäfte mit einem Gesamtnominalvolumen von 6.614 TEUR (Vorjahr: 6.452 TEUR) und einem beizulegenden Zeitwert von -369 TEUR (Vorjahr: -167 TEUR) beeinflusst und sich in der Folge auf das Eigenkapital des Konzerns (Rücklage aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung) ausgewirkt. Für den Fall, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar um 10 % auf-/abgewertet hätte und alle anderen Variablen konstant gehalten würden, wäre das Eigenkapital um 691 TEUR höher/ -691 TEUR niedriger (Vorjahr: 660 TEUR höher/ -660 TEUR niedriger) gewesen.

8.2.3.3 Zinsrisiko

Der Konzern ist Zinsrisiken ausgesetzt, da die Konzernunternehmen Finanzmittel zu variablen Zinssätzen aufnehmen. Das Risiko wird durch den Konzern gesteuert, indem ein angemessenes Verhältnis zwischen festen und variablen Mittelaufnahmen eingehalten wird. Dies erfolgt auch unter Verwendung von Zinssicherungsinstrumenten. Die Sicherungsmaßnahmen werden regelmäßig beurteilt, um sie auf die Zinserwartung und die gewünschte Risikobereitschaft abzustimmen. Danach werden die Sicherungsstrategien ausgewählt, die den Zinsaufwand über die Zinszyklen hinweg sichern. Die verzinslichen Finanzinstrumente des Konzerns, stellen sich wie folgt dar:

Verzinsung Buchwerte
30.09.2022
TEUR
30.09.2021
TEUR
fix verzinst
Vermögenswerte
- Wertpapiere 2.178 2.458
2.178 2.458
Summe fix verzinst 2.178 2.458
fix verzinst
Schulden
- Finanzverbindlichkeiten 82.114 90.609
82.114 90.609
Summe fix verzinst 82.114 90.609
Verzinsung Buchwerte
2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
variabel verzinst
Schulden
- Finanzverbindlichkeiten 95.244 72.810
95.244 72.810
Summe variabel verzinst 95.244 72.810

Für variabel verzinsliche Verbindlichkeiten wird eine Sensitivitätsanalyse unter der Annahme erstellt, dass der Betrag der ausstehenden Verbindlichkeit zum Bilanzstichtag für das gesamte Jahr ausstehend war. Im Rahmen der internen Berichterstattung über das Zinsrisiko an die Leitungsgremien wird dabei ein Anstieg bzw. ein Absinken des Zinses um 50 Basispunkte unterstellt. Dies stellt die Einschätzung der Geschäftsführung hinsichtlich einer begründeten, möglichen Änderung der Zinsen dar.

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Im Übrigen werden alle originären Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, so dass sie keinem Zinsänderungsrisiko unterliegen.

Für den Fall, dass die Zinsen 50 Basispunkte höher/niedriger gewesen wären und alle anderen Variablen konstant gehalten würden,

würde der Jahresüberschuss um -394 TEUR sinken / 394 TEUR steigen (Vorjahr: Rückgang TEUR - 308 sinken / TEUR 308 steigen). Dies ist hauptsächlich auf Zinsrisiken durch die Aufnahme von Mitteln zu variablen Sätzen durch den Konzern, sowie Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts der im Bestand befindlichen Wertpapiere zurückzuführen, und

für das Eigenkapital des Konzerns ergeben sich keine Effekte (Vorjahr: keine Effekte).

8.2.4 Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting

Zur Absicherung gegen künftige Währungsverluste beim Erwerb und Verkauf von Rohstoffen und Waren in Fremdwährung setzt der Konzern Devisentermingeschäfte ein. Für diese Sicherungsbeziehungen wendet der Konzern das Cash-Flow Hedge Accounting an. Der Konzern designiert das Kassaelement von Devisentermingeschäften zur Absicherung seines Währungsrisikos und wendet ein Sicherungsverhältnis von 1:1 an. Die Terminelemente eines Devisentermingeschäfts sind von der Designation des Sicherungsinstruments ausgeschlossen und werden als Kosten der Absicherung gesondert bilanziert und im Eigenkapital in einer Rücklage für die Kosten der Absicherung ausgewiesen.

Darüber hinaus sichert der Konzern hochwahrscheinliche geplante Getreideeinkäufe gegen das Rohstoffpreisrisiko ab und designiert diese Sicherungsbeziehungen ebenfalls in das Cash-Flow Hedge Accounting. Mittels der Rohstoffsicherungsgeschäfte werden Zahlungsströme für künftige Rohstoffeinkäufe für die kommenden 24 Monate gesichert, sofern eine direkte physische Eindeckung (back-to-back) des Rohstoffbedarfes nicht unmittelbar möglich ist. Um Ineffektivitäten aus den Sicherungsbeziehungen zu vermeiden, designiert der Konzern lediglich die Rohstoffpreisrisikokomponente der geplanten Einkäufe als Grundgeschäft. Weitere Kostenfaktoren wie bspw. Liefer- oder Lagerkosten bleiben hingegen für die Zwecke des Hedge Accountings unberücksichtigt. Für die hier beschriebenen Sicherungsbeziehungen wendet der Konzern ebenfalls ein Sicherungsverhältnis von 1:1 an.

Der Konzern bestimmt das Bestehen einer wirtschaftlichen Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft auf der Grundlage von Währung bzw. Rohstoff, Nominalbetrag und Zeitpunkt ihrer jeweiligen Zahlungsströme. Es ist die Richtlinie des Konzerns, dass die kritischen Bedingungen der Sicherungsinstrumente dem abgesicherten Grundgeschäft entsprechen (Critical Terms Match). Zur Beurteilung, ob aus den Sicherungsbeziehungen bilanziell zu erfassende Ineffektivitäten entstanden sind, bedient sich der Konzern der hypothetischen Derivate Methode. Mögliche Quellen der Ineffektivität stellen hierbei zeitliche Verschiebungen der gesicherten Zahlungsströme, sowie für Fremdwährungssicherungen das in den beizulegenden Zeitwert der Sicherungsinstrumente einzubeziehende Kreditausfallrisiko dar.

Neben den oben genannten Sicherungsbeziehungen bestanden zum aktuellen Stichtag noch weitere derivative Finanzinstrumente in Form von Optionen. Diese wurden zum Nominalwert in Höhe von 387 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) gekauft und wurden zum Stichtag per 30.09.2022 mit dem Marktwert in Höhe von 21 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) bilanziert. Die Bewertungsunterschiede wurden erfolgswirksam FVPL gebucht.

Zum Bilanzstichtag hielt der Konzern die folgenden Instrumente, um sich gegen Wechselkurs- und Rohstoffrisiken abzusichern:

2022
in TEUR
Nominalbetrag Buchwerte Bilanzposten, in dem Sicherungsinstrumente erfasst sind
Cash Flow Hedges Vermögenswerte Verbindlichkeiten
Rohstoffmarktpreisrisiko 100.180 4.475 4.528 Sonstige finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten
Währungsrisiko 6.845 369 3 Sonstige finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten
2022
in TEUR
Wertänderung designierte Komponente Avg. Hedge Rate
Cash Flow Hedges
Rohstoffmarktpreisrisiko 86.458 605 EUR/t Weizen
Währungsrisiko 1.296 0,95 EUR/USD
2021
in TEUR
Nominalbetrag Buchwerte Bilanzposten, in dem Sicherungsinstrumente erfasst sind
Cash Flow Hedges Vermögenswerte Verbindlichkeiten
Rohstoffmarktpreisrisiko 85.512 5.911 5.332 Sonstige finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten
Währungsrisiko 6.452 167 226 Sonstige finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten
2021
in TEUR
Wertänderung designierte Komponente Avg. Hedge Rate
Cash Flow Hedges
Rohstoffmarktpreisrisiko -288 444 EUR/t Weizen
Währungsrisiko 40 0,84 EUR/USD

Zum Bilanzstichtag stellten sich die Beträge, die sich auf Positionen beziehen, die als gesichertes Grundgeschäft designiert sind, wie folgt dar:

2022
in EUR
Wertänderung Grundgeschäfte Salden im kumulierten übrigen Eigenkapital
Laufende Sicherungsbeziehungen Beendete Sicherungsbeziehungen
CFH COH CFH COH
Rücklage f. Sicherungsgeschäfte Kosten d. Absicherung Rücklage f. Sicherungsgeschäfte Kosten d. Absicherung
Cash Flow Hedges
Rohstoffpreisrisiko -9.003 9.003 - 15.483 -
Währungsrisiko -367 482 15 - -
2021
in EUR
Wertänderung Grundgeschäfte Salden im kumulierten übrigen Eigenkapital
Laufende Sicherungsbeziehungen Beendete Sicherungsbeziehungen
CFH COH CFH COH
Rücklage f. Sicherungsgeschäfte Kosten d. Absicherung Rücklage f. Sicherungsgeschäfte Kosten d. Absicherung
Cash Flow Hedges
Rohstoffpreisrisiko -579 579 - -497 -
Währungsrisiko -167 207 1 - -

Die folgende Tabelle enthält eine Überleitung der Risikokategorien der Eigenkapitalkomponenten und der Analyse der Positionen im sonstigen Ergebnis vor Steuern, die aus der Bilanzierung zur Absicherung von Zahlungsströmen resultieren:

in TEUR Währungsrisiko Rohstoffmarktpreisrisiko
Designierte Komponente Kosten d. Absicherung Designierte Komponente
Anfangsbestand zum 01.10.2021 207 1 81
Wertänderung der Berichtsperiode 1.297 31 5.691
Umgliederung in den Gewinn oder Verlust:
für laufende Sicherungsbeziehungen 0 0 0
für beendete Sicherungsbeziehungen -73 0 0
Umgliederung in die Anschaffungskosten der Vorräte -949 -17 -2.656
Endbestand zum 30.09.2022 482 15 3.116
in TEUR Währungsrisiko Rohstoffmarktpreisrisiko
Designierte Komponenten Kosten d. Absicherung Designierte Komponenten
Anfangsbestand zum 01.10.2020 -380 50 1.902
Wertänderung der Berichtsperiode 83 -15 -298
Umgliederung in den Gewinn oder Verlust:
für laufende Sicherungsgeschäfte 0 0 0
Für beendete Sicherungsgeschäfte 60 0 0
Umgliederung in die Anschaffungskosten der Vorräte 444 -34 -1.524
Endbestand zum 30.09.2021 207 1 80

8.2.5 Ausfallrisiko

Unter dem Ausfallrisiko versteht man das Risiko eines Verlustes für den Konzern, wenn eine Vertragspartei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Das maximale Ausfallrisiko wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben. Es besteht kein signifikantes Saldierungspotenzial aufgrund von Globalnetting-Vereinbarungen.

Das Ausfallrisiko des Konzerns resultiert hauptsächlich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Zum 30. September 2013 wurden erstmals Forderungen im Rahmen einer ABS-Finanzierung verkauft, seitdem wird ein entsprechend niedrigeres Forderungsvolumen ausgewiesen. Zur Absicherung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat der GoodMills Deutschland Konzern ein EDV-gestütztes System entwickelt, das das Ausfallrisiko bereits bei der Auftragsannahme minimiert. Zusätzlich besteht zur Absicherung des verbleibenden Restrisikos der Zahlungseingänge soweit möglich ein Versicherungsschutz. Eine Überwachung des Ausfallrisikos erfolgt hauptsächlich nach Fälligkeitsstruktur der Forderungen. Es besteht keine nennenswerte Konzentration des Kreditrisikos, entsprechend ist die Geschäftsführung der Überzeugung, dass keine über die bereits erfassten Wertminderungen hinausgehende Risikovorsorge notwendig ist.

Bei derivativen Finanzinstrumenten beschränkt sich das Kreditrisiko auf Geschäfte mit positiven Marktwerten und bei diesen auf die Wiederbeschaffungskosten. Derivatgeschäfte werden fast ausschließlich auf Grundlage von standardisierten Rahmenverträgen für Finanztermingeschäfte abgeschlossen. Vertragspartner sind Kreditinstitute mit guter Ratingeinstufung. Forderungen gegen Broker an Warenterminbörsen werden über gesicherte Konten abgewickelt, ein Bonitätsrisiko des Brokers besteht nicht.

8.2.6 Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Für Liquide Mittel (Buchwert zum 30.09.2022: 7.559 TEUR, 30.09.2021: 26 TEUR) erfolgt die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste auf Grundlage von bankindividuellen Ratingeinstufungen und insbesondere der Prämien für die Versicherung von Kreditausfallrisiken (Credit Default Swaps, CDS). Die erwarteten Ausfälle werden regelmäßig beobachtet und quantifiziert. Angesichts der hohen Bonität der Vertragspartner sowie der definitionsgemäß kurzfristigen Verfügbarkeiten bzw. Vertragslaufzeiten sind die hieraus resultierenden erwarteten Kreditverluste von unwesentlicher Bedeutung für den Konzern.

Die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste für sonstige finanzielle Vermögenswerte (Buchwert 30.09.2022: 9.724 TEUR, 30.09.2021: 14.812 TEUR) erfolgt hingegen grundsätzlich auf Portfolioebene. Lediglich die sich aus den Kaufpreisabschlägen für verkaufte Forderungen ergebenden Vermögenswerte werden auf Grundlage von individuellen CDS-Prämien für den Vertragspartner ermittelt. Ausgangspunkt der portfoliobasierten Ermittlung erwarteter Verluste ist eine Analyse der tatsächlichen historischen Ausfallraten. Diese historischen Ausfallraten werden bei gegebener Relevanz unter Berücksichtigung zukunftsgerichteter Informationen und der Einflüsse aktueller Veränderungen im makroökonomischen Umfeld angepasst. Ferner werden die historischen Ausfallraten regelmäßig aktualisiert. Überdies werden Wertberichtigungen im Rahmen individueller Würdigungen vorgenommen, wenn Kunden als in ihrer Bonität beeinträchtigt eingestuft werden. Die Kreditwürdigkeit eines Kunden wird anhand des Zahlungsverhaltens und seiner Zahlungsfähigkeit beurteilt. Eine Einstufung als in der Bonität beeinträchtigt erfolgt zu dem Zeitpunkt, in dem ein Mahnbescheid beantragt oder ein Auftrag an ein Inkassobüro vergeben wird. Darüber hinaus gilt ein Vertragspartner grundsätzlich als ausgefallen, wenn die ausstehenden Beträge mehr als 90 Tage überfällig sind. Aufgrund sehr geringer bonitätsbedingter Forderungsausfälle sind die für sonstige finanzielle Vermögensgegenstände resultierenden, erwarteten Kreditverluste von unwesentlicher Bedeutung für den Konzern.

8.2.7 Angaben zum Kapitalmanagement

Vorrangiges Ziel des Kapitalmanagements des Konzerns ist, die zukünftige wachstumsfördernde Kapitalbereitstellung für die einzelnen Unternehmenseinheiten unter Berücksichtigung von laufenden Markt-, Kredit- und operationellen Risiken zu gewährleisten. Das Kapitalmanagement bezieht sich auf das gesamte Eigenkapital. Dieses wird für jede rechtliche Einheit geregelt. Das starke Finanzprofil sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns tragen hierzu bei.

Grundlage für die Optimierung der Kapitalstruktur des Konzerns bildet die Eigenkapitalausstattung, die somit als wichtiges Steuerungsinstrument der Fremdfinanzierung fungiert. Auf Ebene des Gesamtkonzerns wird auf Basis der Rechnungslegungsvorschriften nach den IFRS in Abhängigkeit von bilanzierten Vermögenswerten und Schulden eine Eigenkapitalquote festgelegt und überwacht. Das im Konzernabschluss mit 121.610 TEUR (Vorjahr: 120.593 TEUR) ausgewiesene Eigenkapital und die sich daraus ergebende Eigenkapitalquote von rund 29,0 % (Vorjahr: rund 30,9 %) erfüllen diese Vorgaben.

Es bestehen keine satzungsmäßig auferlegten Kapitalerfordernisse.

9 Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel des GoodMills Deutschland Konzerns im Laufe des Geschäftsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Entsprechend IAS 7 wird nach Zahlungsströmen aus betrieblicher Tätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Während die Zahlungsströme aus betrieblicher Tätigkeit indirekt aus den Veränderungen der einzelnen Positionen der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung abgeleitet werden, sind die Zahlungsströme aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit direkt ermittelt worden. Der Finanzmittelfonds enthält Schecks, Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten.

Zur Erhöhung der Klarheit und Verständlichkeit der Konzern-Kapitalflussrechnung werden seit dem Vorjahr die ergebnisneutral in den Rücklagen im sonstigen Konzerneigenkapital erfassten Veränderungen von Aktiva und Passiva im Rahmen der Konzern-Kapitalflussrechnung nicht mehr mit den Veränderungen der Aktiva und Passiva saldiert, sondern in einer gesonderten Zeile als Saldo ausgewiesen.

Zur weiteren Erläuterung verweisen wir auf die Ausführungen im Konzernlagebericht im Abschnitt 2.3.2 Finanzlage.

Schulden
in TEUR Konzernanhang Verbindlichkeiten aus der ABS-Finanzierung Übrige Finanzverbindlichkeiten Sonstige finanzielle Verpflichtungen Verbindlichkeiten
Bilanz zum 01. Oktober 2021 2.037 163.420 5.384 0
Veränderungen des Cash Flows aus Finanzierungstätigkeiten
Gezahlte Dividenden 6.4 0 0 0
Ein-/Auszahlungen aus der Aufnahme langfristiger Kredite 6.8 -8.496 0 10.000
Auszahlungen im Zusammenhang mit der ABS-Finanzierung 6.8 0 0 0
Auszahlungen für die Tilgung kurzfristiger Kredite 6.12 12.434 0 0
Auszahlungen für in Leasingraten enthaltene Tilgungsanteile nach IFRS 16 6.9 0 -1.372 0
Gesamtveränderungen des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit 6.281 3.938 -1.372 10.000
Konzernergebnis 6.4 0 0 0 0
sonstiges Ergebnis 0 0 0 0
Gesamte sonstige Änderungen bezogen auf Schulden 0 0 1.361 0
Bilanz zum 30. September 2022 8.318 167.358 5.373 10.000
Eigenkapital
in TEUR Gezeichnetes Kapital/Kapitalrücklage Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital Übriges Konzerneigenkapital Gesamt
Bilanz zum 01. Oktober 2021 120.779 32.795 -32.981 291.434
Veränderungen des Cash Flows aus Finanzierungstätigkeiten
Gezahlte Dividenden 0 -2.850 0 -2.850
Ein-/Auszahlungen aus der Aufnahme langfristiger Kredite 0 0 0 1.504
Auszahlungen im Zusammenhang mit der ABS-Finanzierung 0 0 0 6.281
Auszahlungen für die Tilgung kurzfristiger Kredite 0 0 0 12.434
Auszahlungen für in Leasingraten enthaltene Tilgungsanteile nach IFRS 16 0 0 0 -1.372
Gesamtveränderungen des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit 0 -2.850 0 15.997
Konzernergebnis 0 -2.896 0 -2.896
sonstiges Ergebnis 0 0 6.763 6.763
Gesamte sonstige Änderungen bezogen auf Schulden 0 0 0 1.361
Bilanz zum 30. September 2022 120.779 27.049 -26.218 312.659
Schulden
in TEUR Konzernanhang Verbindlichkeiten aus der ABS-Finanzierung Übrige Finanzverbindlichkeiten
Bilanz zum 1. Oktober 2020 3.224 121.831
Auflösung GewRL IFRS-Umstellung 6.4 0 0
Umgliederung aufgrund IFRS 9 EK-Instrumente FVOCI 6.5 0 0
Gezahlte Dividenden 6.4 0 0
Einzahlungen aus der Aufnahme langfristiger Kredite 6.8 0 4.895
Auszahlungen im Zusammenhang mit der ABS-Finanzierung 6.8 -1.187 0
Auszahlungen für die Tilgung kurzfristiger Kredite 6.12 0 36.694
Gesamtveränderungen des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit -1.187 41.589
Änderungen des beizulegenden Zeitwertes 0 0
Konzernergebnis 0 0
sonstiges Ergebnis 0 0
Bilanz zum 30. September 2021 2.037 163.420
Eigenkapital
in TEUR Gezeichnetes Kapital / Kapital-Rücklage Erwirtschaftetes Übriges Konzerneigenkapital Gesamt
Bilanz zum 1. Oktober 2020 120.779 36.170 -28.350 253.654
Auflösung GewRL IFRS-Umstellung 0 -10 0 -10
Umgliederung aufgrund IFRS 9 EK-Instrumente FVOCI 0 5.084 -5.084 0
Gezahlte Dividenden 0 -11.300 0 -11.300
Einzahlungen aus der Aufnahme langfristiger Kredite 0 0 0 4.895
Auszahlungen im Zusammenhang mit der ABS-Finanzierung 0 0 0 -1.187
Auszahlungen für die Tilgung kurzfristiger Kredite 0 0 0 36.694
Gesamtveränderungen des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit 0 -6.726 -5.084 29.092
Änderungen des beizulegenden Zeitwertes 0 0 0 0
Konzernergebnis 0 2.581 0 2.581
sonstiges Ergebnis 0 0 453 453
Bilanz zum 30. September 2021 120.779 32.795 -32.981 286.050

10 Weitere Anhangsangaben

10.1 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Geschäftsjahr sind die Getreidepreise, sowie auch andere Rohstoffpreise, stark angestiegen und befinden sich auf einem Mehrjahreshoch. Im Oktober 2022 bewegte sich der Preis für den Dezember-Weizen am europäischen Terminmarkt (MATIF) zwischen EUR 333 und EUR 364 je Tonne.

Seit 1. Oktober 2022 gilt ein neuer Rechtsrahmen für die Corona-Schutzmaßnahmen, welcher sich hauptsächlich auf eine Masken- und ggf. Testpflicht in bestimmten Bereichen beschränkt. Der Impfstatus spielt bei den Corona-Schutzmaßnahmen keine Rolle mehr [1]. Es ist nicht davon auszugehen, dass Maßnahmen wie im Jahr 2020 mit Kontaktbeschränkungen bis hin zu Ausgangssperren zum Schutz der Gesundheit umgesetzt werden.

Auswirkungen auf den Jahresabschluss ergeben sich aus diesen Entwicklungen nicht.

10.2 Nahestehende Unternehmen und Personen

Geschäftsvorfälle zwischen dem Unternehmen und den konsolidierten Tochterunternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangsangabe nicht erläutert. Weitere wesentliche Geschäftsvorfälle mit Tochterunternehmen haben sich nicht ereignet. So betragen die Umsatzerlöse mit diesen Gesellschaften weniger als 1,0 % der Konzernumsatzerlöse.

Geschäftsbeziehungen mit der Muttergesellschaft, der GoodMills Group GmbH, Wien, Österreich, und den mit dieser Gesellschaft verbundenen Unternehmen sind von untergeordneter Bedeutung.

10.3 Vergütungen für Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen

a.) Angaben gemäß IAS 24.17

Geschäftsführung und Aufsichtsrat 2021/22 2020/21
TEUR TEUR
- Kurzfristig fällige Leistungen 535 767

b.) Ergänzende Angaben gemäß § 315a Abs. 1 HGB i. V. m. § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB

Gesamtbezüge aktiver Organmitglieder 2021/22 2020/21
TEUR TEUR
- Geschäftsführung 535 767
- Aufsichtsrat 36 36
Gesamtbezüge früherer Organmitglieder und von deren Hinterbliebenen
- Geschäftsführung 1.474 299

c.) Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung und deren Hinterbliebenen sind insgesamt 4.063 TEUR (Vorjahr: 7.754 TEUR) zurückgestellt.

10.4 Freigabe der Veröffentlichung

Die Geschäftsführung der GM DE GmbH hat den Konzernabschluss am 21. November 2022 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt. Die Billigung soll am 22. November 2022 erfolgen.

Der Konzernabschluss der GoodMills Deutschland GmbH wird im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.

Die LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs AG (LLI), Wien, Österreich, stellt darüber hinaus den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf und legt ihn aufgrund einer Befreiungsvorschrift nicht offen.

Den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen, in den die Gesellschaft einbezogen ist, stellt die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN reg. Gen. m.b.H., Wien, Österreich, auf und legt ihn in der Raiffeisenzeitung sowie am Firmensitz, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien offen. Der Konzernabschluss der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien wird gemäß den österreichischen Veröffentlichungsregelungen im Firmenbuch hinterlegt und in der Raiffeisenzeitung sowie im Internet veröffentlicht. Dieser wird auf der Homepage unter Presse und dort unter Berichte veröffentlicht:

https://www.raiffeisenholding.com/

https://www.raiffeisenholding.com/presse/berichte/

10.5 Organe

Mitglieder des Aufsichtsrates der GoodMills Deutschland GmbH sind:

1.

Herr DI Josef Pröll, Wien, Österreich (ab 16.02.2022),

Vorsitzender (seit dem 24.02.2022)

Generaldirektor der LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs AG, Wien, Österreich

2.

Herr DDr. Leonhard Gollegger, Wien, Österreich,stellvertretender Vorsitzender (seit dem 24.02.2022),

(vom 24.11.2021 bis zum 23.02.2022: Vorsitzender)

Chairman of the Executive Board der GoodMills Group GmbH, Wien, Österreich

3.

Herr Gunnar Steffek, Neumünster(vom 24.11.2021 bis zum 23.02.2022: stellvertretender Vorsitzender)

(bis zum 23.11.2021: Vorsitzender)

Executive Director der GoodMills Group GmbH, Wien, Österreich

4.

Frau Dr. Birgit Stöber, Wien, Österreich Executive Director for Finance der GoodMills Group GmbH, Wien, Österreich

5.

Herr Erwin Langela, Wien, Österreich (bis 15.2.2022)

Member of the Extended Board der GoodMills Group GmbH, Wien Österreich

6.

Herr Alois Dendl, Adlkofen

Müller, GoodMills Deutschland GmbH, Ergolding

7.

Herr Thomas Galus, Gelsenkirchen

Schichtführer, Müller's Mühle GmbH, Gelsenkirchen

Geschäftsführung

Christoph Klöpper, Hauptgeschäftsführer

Moritz-Christian Krannich, kfm. Geschäftsführer

[1] Quelle: www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/infektionsschutzgesetz 01.10.2022

 

Hamburg, den 21. November 2022

Christoph Klöpper

Moritz-Christian Krannich

Entwicklung des Anlagevermögens des Konzerns zum 30. September 2022

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 01.10.2021
T€
Zugänge
T€
Umbuchungen
T€
Abgänge
T€
Stand am 30.09.2022
T€
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Gewerbliche Schutzrechte, ähnliche Rechte, Lizenzen und Werte 43.075 925 0 88 43.912
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 466 0 0 0 466
43.541 925 0 88 44.378
II. Sachanlagen 0
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 147.798 0 0 580 147.218
2. Technische Anlagen und Maschinen 327.214 1.560 3.398 4.802 327.370
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.435 930 57 317 17.105
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.458 10.178 -3.455 0 13.181
5. Finanzierungsleasing 8.510 1.372 0 1.008 8.874
506.415 14.040 0 6.707 513.748
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 777 0 0 0 777
2. Beteiligungen 123 0 0 88 35
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 2.458 0 0 280 2.178
4. Genossenschaftsanteile und Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen 38 0 0 0 38
3.396 0 0 368 3.028
553.352 14.965 0 7.163 561.154
Abschreibungen
Stand am 01.10.2021
T€
Zugänge
T€
Zuschreibungen
T€
Abgänge
T€
Stand am 30.09.2022
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I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Gewerbliche Schutzrechte, ähnliche Rechte, Lizenzen und Werte 13.596 1.555 0 75 15.076
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 342 0 0 0 342
13.938 1.555 0 75 15.418
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 43.598 2.816 284 95 46.035
2. Technische Anlagen und Maschinen 185.384 8.793 71 4.675 189.431
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.117 1.018 0 313 12.822
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
5. Finanzierungsleasing 3.224 1.306 0 914 3.616
244.323 13.933 355 5.997 251.904
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 371 0 0 0 371
2. Beteiligungen 25 0 0 0 25
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 0 0 0
4. Genossenschaftsanteile und Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen 0 0 0 0 0
396 0 0 0 396
258.657 15.488 355 6.072 267.718
Buchwerte
Stand am 30.09.2022
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Stand am 30.09.2021
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I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Gewerbliche Schutzrechte, ähnliche Rechte, Lizenzen und Werte 28.836 29.479
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 124 124
28.960 29.603
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 101.183 104.200
2. Technische Anlagen und Maschinen 137.939 141.830
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.283 4.318
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 13.181 6.458
5. Finanzierungsleasing 5.258 5.286
261.844 262.092
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 406 406
2. Beteiligungen 10 98
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 2.178 2.458
4. Genossenschaftsanteile und Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen 38 38
2.632 3.000
293.436 294.695

Entwicklung des Anlagevermögens des Konzerns zum 30. September 2021

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 01.10.2020
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korrigiert Stand am 01.10.2020
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Zugänge
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Umbuchungen
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Abgänge
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Stand am 30.09.2021
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I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Gewerbliche Schutzrechte, ähnliche Rechte, Lizenzen und Werte 41.111 41.111 2.311 0 348 43.075
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 466 466 0 0 0 466
41.575 41.575 2.311 0 348 43.541
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 129.750 129.750 5.217 12.830 0 147.798
2. Technische Anlagen und Maschinen 282.228 303.163 22.268 9.172 7.390 327.214
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 17.943 17.943 980 183 2.670 16.435
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 44.680 23.746 4.897 -22.185 0 6.458
5. Nutzungsrechte an Sachanlagen 9.123 9.123 959 0 1.572 8.510
483.727 483.727 34.322 0 11.633 506.415
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 858 858 0 0 82 777
2. Beteiligungen 5.523 5.523 0 0 5.400 123
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 2.406 2.406 327 0 275 2.458
4. Genossenschaftsanteile und Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen 38 38 0 0 0 38
8.825 8.825 327 0 5.757 3.396
534.127 534.127 36.962 0 17.737 553.352
Abschreibungen
Stand am 01.10.2020
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Zugänge
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Zuschreibungen
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Abgänge
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Stand am 30.09.2021
T€
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Gewerbliche Schutzrechte, ähnliche Rechte, Lizenzen und Werte 12.365 1.579 0 348 13.596
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 342 0 0 0 342
12.707 1.579 0 348 13.938
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 41.247 2.551 200 0 43.598
2. Technische Anlagen und Maschinen 185.408 7.816 898 6.942 185.384
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.427 1.083 41 2.353 12.116
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
5. Nutzungsrechte an Sachanlagen 2.768 1.438 0 982 3.225
242.850 12.888 1.138 10.276 244.323
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 371 0 0 0 371
2. Beteiligungen 26 0 0 0 26
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 0 0 0
4. Genossenschaftsanteile und Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen 0 0 0 0 0
396 0 0 0 396
255.952 14.467 1.138 10.624 258.657
Buchwerte
Stand am 30.09.2021
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Stand am 30.09.2020
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korrigiert Stand am 30.09.2020
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I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Gewerbliche Schutzrechte, ähnliche Rechte, Lizenzen und Werte 29.479 28.746 28.746
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 124 124 124
29.603 28.870 28.870
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 104.200 88.503 88.503
2. Technische Anlagen und Maschinen 141.830 96.820 117.755
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.318 4.516 4.516
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.458 44.680 23.746
5. Nutzungsrechte an Sachanlagen 5.286 6.356 6.356
262.092 240.876 240.876
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 406 488 488
2. Beteiligungen 98 5.498 5.498
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 2.458 2.406 2.406
4. Genossenschaftsanteile und Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen 38 38 38
3.000 8.429 8.429
294.695 278.175 278.175

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die GoodMills Deutschland GmbH, Hamburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der GoodMills Deutschland GmbH, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der GoodMills Deutschland GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 22. November 2022

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Haußer, Wirtschaftsprüfer

Tauchen, Wirtschaftsprüfer

Der Konzernabschluss wurde am 22. November 2022 gebilligt.

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