JWW Holding GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Ricardo Sendim Fioramonte seit 4.11.2025 | Geschäftsführer |
Rodrigo Cesar Perico seit 30.8.2021 | Geschäftsführer |
Ralph Dipl. Ing. Wegener seit 30.8.2021 | Geschäftsführer |
Gilberto Luiz Moretti Garcia seit 17.10.2016 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Tupy Materials & Components B.V. | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
TUPY (Europe) GmbHGrasbrunnJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Anhang für das Geschäftsjahr 20221. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) §§ 242 bis 256a und 264 bis 288 HGB und den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Gesellschaft weist die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 i.V.m. Abs. 4 HGB auf. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den Vorschriften des HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Umsatzkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 3 HGB. Die TUPY (Europe) GmbH mit Sitz in Grasbrunn ist beim Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 120194 registriert. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze 2.1. Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden pro rata temporis entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer für die einzelnen Posten des Anlagevermögens wie folgt vorgenommen:
2.2. Vorräte Die Vorräte sind zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten bewertet. Es erfolgt eine Einzelbewertung nach der Fifo-Methode. Soweit der Wert der Handelswaren am Bilanzstichtag niedriger ist, werden die Waren mit dem niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag angesetzt. Einkäufe in Fremdwährungen werden mit dem Transaktionskurs zum Anschaffungszeitpunkt oder dem niedrigeren Kurs am Bilanzstichtag bewertet. 2.3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Fremdwährungsposten werden mit dem Transaktionskurs erfasst und, sofern kurzfristig, mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine pauschalierte Einzelwertberichtigung Rechnung getragen. 2.4. Guthaben bei Kreditinstituten Die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert bilanziert. Soweit es sich um Fremdwährungspositionen handelt, erfolgt die Umrechnung mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag. 2.5. Rechnungsabgrenzungsposten Als Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, ausgewiesen. 2.6. Rückstellungen Die Steuerrückstellungen für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer werden aufgrund der Jahresergebnisse unter Berücksichtigung der festgesetzten Vorauszahlungen in der Höhe der zu erwartenden Nachzahlungen gebildet. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken sowie ungewisse Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. 2.7. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden, soweit kurzfristig, mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. 2.8. Latente Steuern Passive latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, für die sich in Folgejahren eine Steuerbelastung ergeben wird, gebildet. Die Bewertung erfolgte mit der voraussichtlichen Steuerbelastung der nachfolgenden Geschäftsjahre. 2.9. Umsatzerlöse Umsatzerlöse werden an dem Zeitpunkt realisiert, zu dem die Lieferung ausgeführt beziehungsweise die Leistung erbracht wurde. 3. Erläuterungen zur Bilanz 3.1. Anlagevermögen Bei den Zugängen zu den Sachanlagen im Geschäftsjahr handelt es sich im Wesentlichen um Betriebs- und Geschäftsausstattung. Eine von den gesamten Anschaffungskosten ausgehende Darstellung der Entwicklung der Posten des Anlagevermögens (Anlagenspiegel) wird als Anlage zum Anhang hinzugefügt. 3.2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstammen dem Lieferverkehr mit Kunden. Es wurde eine pauschalierte Einzelwertberichtigung auf den Nettoforderungsbestand in Höhe von TEUR 25 (Vorjahr: TEUR 13) gebildet. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen gegenüber vier Konzerngesellschaften der TUPY-Gruppe. Sie entstammen dem laufenden Verrechnungsverkehr für Lieferungen und Leistungen. Die Restlaufzeit beträgt weniger als ein Jahr. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind als Hauptbestandteile Steuererstattungsansprüche aus italienischer Einfuhrumsatzsteuer der Geschäftsjahre 2021 und 2022 in Höhe von EUR 16,944 Mio. (Vorjahr: EUR 1,575 Mio.) sowie noch nicht fällige Ansprüche gegenüber der Muttergesellschaft auf Erstattungen von Aufwendungen für Nachbearbeitungen und Wertschöpfungsbeiträge sowie für Änderungen der Einkaufspreise in Höhe von TEUR 939 (Vorjahr: TEUR 781) ausgewiesen. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind TEUR 25 (Vorjahr: TEUR 25) enthalten, die eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben. 3.3. Guthaben bei Kreditinstituten Die Guthaben gegenüber Kreditinstituten bestehen aus den Beständen auf Girokonten, die in Euro, US-Dollar und britischen Pfund gehalten werden. 3.4. Eigenkapital Das Stammkapital lautet auf DM 650.000,00 (EUR 332.339,72). Es entspricht dem Eintrag im Handelsregister. 3.5. Rückstellungen Die Steuerrückstellungen enthalten den zusätzlichen Aufwand für die Jahre 2021 und 2022 für noch nicht veranlagte Gewerbesteuer (TEUR 855; i. Vj. TEUR 312) sowie Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag (TEUR 1.333; i. Vj. TEUR 486). Darüber hinaus sind Rückstellungen für nachzuentrichtende Umsatzsteuer und Zoll auf Preisanpassungen in Höhe von TEUR 2.433 ausgewiesen. In den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Gewährleistungsrückstellungen (Nacharbeiten und Wertschöpfungsbeiträge) in Höhe von TEUR 577, Rückstellungen für ausstehende Preisanpassungen in Höhe von TEUR 300 sowie Rückstellungen für mitarbeiterbezogene Aufwendungen in Höhe von TEUR 266 ausgewiesen. Der Honoraraufwand für die Jahresabschlusserstellung und -prüfung ist in Höhe von TEUR 95 enthalten. 3.6. Verbindlichkeiten Von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entfallen TEUR 844 (Vorjahr: TEUR 589) auf Logistikkosten und Kosten für Qualitätsmanagement. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und bestehen gegenüber zwei Unternehmen der TUPY-Gruppe. Darin sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 15.658 (i. Vj. TEUR 1.191) enthalten. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Steuerverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 757. Neben deutscher Einfuhrumsatzsteuer aus einem Aufschubkonto sind deutsche Umsatzsteuer sowie Lohn- und Kirchensteuer ausgewiesen. Sämtliche Verbindlichkeiten haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Unter den geleisteten Anzahlungen werden die von Kunden geleisteten Anzahlungen auf Werkzeugvorrichtungen ausgewiesen. 3.7. Latente Steuern Die passiven latenten Steuern, die auf der unterschiedlichen Behandlung von Währungseffekten nach Handels- und Steuerrecht herrühren, wurden mit einem Steuersatz von 26 % ermittelt. Die passiven latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr von TEUR 2 um TEUR 108 auf TEUR 110 erhöht. 4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 4.1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse betreffen im Wesentlichen Erlöse aus Warenlieferungen an europäische Kunden der Gesellschaft sowie Provisionserträge für vermittelte Umsätze. Von den Umsätzen entfallen 25 % (Vorjahr: 19 %) auf das Inland und 75 % (Vorjahr: 81 %) auf das Ausland. Die Umsatzerlöse entfallen zu 72 % auf den Bereich Lkw- und Nutzfahrzeuge, zu 27 % auf den Bereich Automobil/Pkw und zu 1% auf den Bereich technische Serviceleistungen. 4.2. Materialaufwand
4.3. Personalaufwand
4.4. Sonstige betriebliche Erträge Es handelt sich im Wesentlichen um Kostenweiterbelastungen an die Muttergesellschaft (TEUR 2.046. i. Vj. TEUR 1.123) und Währungsgewinne aus in US-Dollar ausgeführten Fremdwährungsgeschäften (TEUR 2.319, i. Vj. TEUR 816). Darüber hinaus sind aus der Auflösung von Rückstellungen periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 151 enthalten. 4.5. Sonstige betriebliche Aufwendungen Hauptbestandteil sind Währungsverluste aus den in US-Dollar ausgeführten Fremdwährungsgeschäften (TEUR 2.440, i.Vj. TEUR 541). 4.6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Der Posten enthält Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag zur Körperschaftsteuer sowie Gewerbesteuer des Geschäftsjahres in Höhe von TEUR 1.461 sowie einen Aufwand in Höhe von TEUR 108 aus der Zuführung der Verbindlichkeit aus passiven latenten Steuern. 5. Sonstige Angaben 5.1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Aus dem Mietverhältnis für die Geschäftsräume in Grasbrunn hat die Gesellschaft Verpflichtungen in Höhe von TEUR 189. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit bis Ende März 2026. 5.2. Arbeitnehmer Durchschnittlich waren im Geschäftsjahr acht Angestellte bei der Gesellschaft beschäftigt, davon sieben in den Bereichen Vertrieb, technischer Kundendienst und Logistik sowie ein Mitarbeiter in der Verwaltung. 5.3. Gesamthonorar des Abschlussprüfers Für Abschlussprüfungsleistungen wurden als Honorare im Geschäftsjahr 2022 TEUR 50 (Vorjahr: TEUR 59) erfasst. 5.4. Geschäftsführung Der Geschäftsführung gehörten im Geschäftsjahr an: Herr Gilberto Luiz Moretti Garcia (Global Sales Director, TUPY S.A.), Joinville, Brasilien, Herr Rodrigo Cesar Perico (Senior Treasury Manager, TUPY S.A.), Joinville, Brasilien, Herr Fernando Cestari de Rizzo (CEO, TUPY S.A.), Joinville, Brasilien wurde am 22. Juni 2023 neu bestellt und mit Wirkung zum 29. September 2025 wieder abberufen. Herr Ralph Wegener (Managing Director), Dortmund, Die Herren Thiago Struminski (Head-Finance, Vice-President Controlling & Administration, TUPY S.A.), Joinville, Brasilien und Ricardo Sendim Fioramonte (Executive Vice-President Sales, TUPY S.A.), Joinville, Brasilien, wurden mit Wirkung zum 22. Juni 2023 abberufen; Herr Fioramonte wurde mit Wirkung zum 29. September 2025 erneut bestellt. Die Geschäftsführer sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Die Gesell-schaft wird durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten. Haftungsverhältnisse für die Geschäftsführung wurden nicht eingegangen. 5.5. Gesamtbezüge der Geschäftsführung Die in Brasilien beheimateten Geschäftsführer erhielten im Berichtsjahr keine Bezüge von der Gesellschaft. Für den verbleibenden deutschen Geschäftsführer unterbleibt die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung in Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB. 5.6. Ergebnisverwendung Ein Gewinnverwendungsbeschluss für das Geschäftsjahr liegt nicht vor. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen. 5.7. Konzernverhältnisse Oberstes Mutterunternehmen ist die TUPY S.A., Joinville, (S.C.), Brasilien, welche für den größten und zugleich kleinsten Kreis den Konzernabschluss aufstellt. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Gesellschaft in Joinville, (S.C.), Brasilien, erhältlich. 5.8. Nachtragsbericht Mit Beginn des dritten Quartals 2024 wurde das Geschäftsmodell der Gesellschaft neu ausgerichtet Die Neuausrichtung wird 2025 abgeschlossen werden, so dass die Gesellschaft von einer Vertriebsgesellschaft in eine reine Servicegesellschaft umgewandelt wird. Der Kundenstamm der Gesellschaft wird in diesem Zeitraum sukzessive auf eine Konzerngesellschaft in den Niederlanden übertragen werden. TUPY (Europe) GmbH übernimmt in Folge für Gruppenunternehmen technischen, logistischen und administrativen Support. Die strategische Neuausrichtung führt zu einem Rückgang der Umsatzerlöse und des Jahresergebnisses. So betrug der Jahresüberschuss im Geschäftsjahr 2024 EUR 6,4 Mio und wird im Geschäftsjahr 2025 bei ungefähr EUR 1 Mio liegen.
Grasbrunn, den 20. November 2025 TUPY (Europe) GmbH Ricardo Sendim Fioramonte Rodrigo Cesar Perico Gilberto Luiz Moretti Garcia Ralph Wegener Lagebericht zum Geschäftsjahr 2022I. Grundlagen des Unternehmens Die TUPY (Europe) GmbH in Grasbrunn bei München war im Geschäftsjahr als operative Vertriebstochter der brasilianischen Gießerei TUPY S.A. auf dem europäischen Markt für Automobilhersteller und deren Zulieferer tätig. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft wurde 2022 wesentlich durch den russisch-ukrainischen Krieg und steigende Inflationsraten sowie die Nachwehen der COVID-19-Pandemie beeinflusst. Die globalen Lieferkettenprobleme verstärkten sich weiter, steigende Energie-, Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise sorgten im Jahresverlauf für zunehmenden Preisdruck. Das Wachstum der Weltwirtschaft stieg insgesamt um 3,4 %, die Wirtschaft der Eurozone konnte um 3,5 % wachsen1 ; die deutsche Wirtschaft nur um 1,9 %2. Die Inflation zog dramatisch an. Im vierten Quartal 2022 erreichte die Inflationsrate zeitweise über 10 %. Deutschland verzeichnete im Jahresdurchschnitt eine Rate von 6,9 %.3 Nutzfahrzeugmärkte Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen, der zunehmende Inflationsdruck und fortdauernde Störungen der Lieferketten haben das Wachstum und die Entwicklung der Weltwirtschaft im vergangenen Jahr erheblich beeinflusst. Die Märkte entwickelten sich uneinheitlich. Der Absatz schwerer Nutzfahrzeuge in der EU und USA erholte sich, wohingegen China und Brasilien teils erhebliche Rückgänge zu verzeichnen hatten. Auf dem deutschen Markt war ein Absatzrückgang um 2 % zu verzeichnen.4 Automobilmärkte Die Entwicklung des globalen Pkw-Marktes wurde 2022 vor allem durch die anhaltenden Störungen der Lieferketten und Angebotsengpässe beeinflusst und bewegte sich auf Vorjahresniveau. Der europäische Automobilmarkt ist erneut geschrumpft. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Absätze um fast 4 %.5 Davon abweichend konnte Deutschland als größter EU-Automarkt steigende Neuzulassungen um knapp 1,1 % erzielen. Wechselkursentwicklung In dem Wirtschaftsumfeld waren die Wechselkurse sehr volatil. Der Kurs des US-Dollars zum Euro bewegte sich im Jahresverlauf zwischen 0,96 und 1,15. Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar im Jahresverlauf 2022 6 % an Wert verloren.6 Gegenüber dem brasilianischen Real, der Funktionalwährung der Muttergesellschaft, verlor der Euro um 12%. Entwicklung der Energie und Rohstoffpreise Die industriellen Rohstoffpreise, insbesondere Stahlschrott, stiegen zu Jahresbeginn stark und sehr sprunghaft an (+ 25 %) und gaben im Jahresverlauf erheblich nach, um zu Jahresende 20 % unter das Vorjahresende zu fallen. Die Energiepreise stiegen bis Jahresende um 10 % über die Preise Ende des Vorjahres. Im Jahresdurchschnitt betrug der Preisanstieg bis 40 %.7 III. Geschäftsverlauf Trotz der herausfordernden wirtschaftlichen Situation hat die TUPY (Europe) GmbH das Jahr 2022 aufgrund höherer Auftragseingänge nach den im Wesentlichen durch die Corona-Pandemie bedingten Produktionsausfällen der Vorjahre mit einem Rekordumsatz und Jahresergebnis abgeschlossen. Die wesentlichen steuerungsrelevanten finanziellen Leistungsindikatoren stellen, wie im Vorjahr, die Umsatzentwicklung und das Jahresergebnis dar. Die Umsätze resultieren aus Warenlieferungen an europäische Kunden der Gesellschaft sowie Provisionserträgen für vermittelte Umsätze. Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2022 auf 62,0 Mio. EUR. Auch der Jahresüberschuss in Höhe von 4,5 Mio. EUR überstieg den Überschuss des Vorjahres. Damit wurde die im Vorjahr prognostizierte positive Entwicklung erreicht. Insgesamt hat sich die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus Sicht der Geschäftsführung günstig entwickelt. 1. Ertragslage Nach Überwindung der durch die Corona-Pandemie bedingten Produktionsausfälle unserer Kunden in den vergangenen Jahren hat sich im Geschäftsjahr 2022 die Nachfrage bei den meisten unserer Kunden erheblich gebessert, was auch bei uns zu einem gestiegenen Auftragseingang und zunehmenden Umsatzerlösen führte. Im Geschäftsjahr 2022 stieg der Jahresüberschuss auf 4,5 Mio. EUR (Vorjahr: 2,9 Mio. EUR). Der Gesamtumsatz stieg im Geschäftsjahr um 59 % auf 62 Mio. EUR (Vorjahr: 38,9 Mio. EUR). Von dem Gesamtumsatz der TUPY (Europe) GmbH entfallen im Geschäftsjahr 27 % (Vorjahr: 38 %) auf das Segment Pkw, 72 % (Vorjahr: 60 %) auf den Bereich Lkw bzw. Nutzfahrzeuge und 1% (Vorjahr: 1%) auf den Bereich technische Serviceleistungen. Überwiegend stammen die Umsätze aus dem Verkauf von Serienprodukten bzw. Prototypen. Die Nachfrage bei Pkw-Motoren stieg an, aber nur unterproportional, im Wesentlichen bedingt durch Änderung der staatlichen Rahmenbedingungen zu Gunsten anderer Antriebsarten. Die Umsätze mit den Kernkunden MAN, DAF und MTU wurden im Berichtsjahr weiter ausgebaut. Gegen die Erwartungen stieg der Umsatz mit FORD im Pkw-Segment erheblich an; die Lieferungen für Audi wurden im Frühjahr 2022 eingestellt. Wie in den Vorjahren wurde der Umsatz der Gesellschaft vorwiegend mit Kunden im westeuropäischen Ausland erwirtschaftet, wobei sich der Anteil der ausländischen Umsätze zu Gunsten des Inlandsgeschäftes leicht verminderte. Im Geschäftsjahr 2022 entfielen 75 % (Vorjahr: 81 %) der Umsätze auf das Ausland und 25 % (Vorjahr: 19 %) wurden mit Kunden auf dem Inlandsmarkt erzielt. Die Anschaffungskosten der verkauften Waren erhöhten sich leicht überproportional. Anpassungen bei den Transferpreisen, die im Wesentlichen marktbedingt aufgrund der Veränderungen bei den Preisen für Rohstoffe und Energie sowie der US-Dollar-Entwicklung erfolgten, wirkten erst zeitversetzt. Das Bruttoergebnis vom Umsatz stieg auf TEUR 6.757. Die Umsatzrendite (hier definiert als das Verhältnis des Bruttoergebnis vom Umsatz zu den Umsatzerlösen) verminderte sich leicht auf 10,9 % (Vorjahr: 12,4 %). Die Vertriebskosten nahmen nur um 4 % zu. Dieser Posten enthält im Wesentlichen den Aufwand für die angestellten und freien Vertriebsmitarbeiter der Gesellschaft, der nahezu stabil blieb sowie die Aufwendungen für Qualitätssicherung. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 70 % auf TEUR 4.806 gestiegen (Vorjahr: TEUR 2.834). Hauptanteil an den gestiegenen Erträgen haben die Währungsgewinne aufgrund der Wechselkursentwicklung des US-Dollars zum Euro bei in US-Dollar ausgeführten Umsätzen. Darüber hinaus enthält der Posten Erstattungsansprüche gegenüber der Muttergesellschaft aus Qualitätskosten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich auf TEUR 2.988 (Vorjahr: TEUR 1.225). Hauptbestandteil dieses Postens sind, korrespondierend zu den sonstigen betrieblichen Erträgen, die Währungsverluste, die auf die in US-Dollar fakturierten Umsätze bzw. Wareneinkäufe in US-Dollar und die Bankbestände entfallen. Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich im Berichtsjahr von TEUR 3.880 um TEUR 2.169 auf TEUR 6.049. Die Entwicklung bestätigte die positiven Erwartungen unserer Prognose vom Vorjahr. 2. Vermögenslage Die Gesellschaft verfügt, wie in den Vorjahren, überwiegend über kurzfristige Finanzmittel und geldnahes Vermögen. Der Anstieg des Vorratsbestandes zum Jahresende entspricht dem höheren Geschäftsvolumen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind entsprechend der Ausweitung des Geschäfts sowie stichtagsbedingt angestiegen. Der Anstieg der sonstigen Vermögensgegenstände ist überwiegend auf die Erhöhung der Erstattungsansprüche aus italienischer Einfuhrumsatzsteuer für Einfuhren von Waren eines Gruppenunternehmens, das von der TUPY (Europe) GmbH im Rahmen einer Dienstleistungsvereinbarung betreut wird, zurückzuführen. Die Erstattung erfolgt in den Jahren 2024 und 2025. Die Erhöhung der Guthaben bei Kreditinstituten um mehr als das Dreifache resultiert im Wesentlichen aus der Thesaurierung des Gewinns und der Ausweitung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen der Muttergesellschaft. Die in Vorjahren erfolgten Zahlungen vor Fälligkeit wurden im Jahr 2022 wieder eingestellt. Durch den gestiegenen Jahresüberschuss und die Ergebnisthesaurierung erhöhte sich das Eigenkapital um 11,2 %. Die Eigenkapitalquote ist mit 63 % nach wie vor sehr gut. Der Anstieg der Rückstellungen ist überwiegend auf vier Gründe zurückzuführen: Die erhöhten Steuerrückstellungen wurden zum einen gebildet, um den durch Preisänderungen bedingten Nachzahlungen für Einfuhrumsatzsteuer und Zöllen Rechnung zu tragen; zum anderen wurden Rückstellungen für Ertragsteuern gebildet, da die festgesetzten Steuer-vorauszahlungen noch nicht die Verbesserung des Ergebnisses berücksichtigten. Bei den sonstigen Rückstellungen erhöhten sich die im Wesentlichen umsatzabhängigen Rückstellungen für Gewährleistungen und Preisanpassungen sowie die Bonusrückstellungen für Mitarbeiter aufgrund des herausragenden Jahresergebnisses. Die gestiegenen Verbindlichkeiten, und hier insbesondere die in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthaltenen Verbindlichkeiten gegenüber der Muttergesellschaft, sind überwiegend dem angestiegenen Umsatzgeschäft und dem damit einhergehenden Lageraufbau geschuldet. Darüber hinaus sind stichtagsbedingt Verbindlichkeiten aus Preisanpassungen enthalten. Daneben bestehen im Berichtsjahr Verbindlichkeiten gegenüber einem Gruppenunternehmen, für das wir im Rahmen unserer Servicetätigkeit das Inkasso betreuen, aus Zahlungseingängen, die diesen geschuldet werden. 3. Finanzlage Die Finanzbasis der Gesellschaft ist aus Sicht der Geschäftsführung sehr solide. Die Gesellschaft war im Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, ihre Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Die Gesellschaft finanzierte sich im Wesentlichen aus dem operativen Cash-Flow. Die Veränderung des Finanzmittelfonds von 5,8 Mio. EUR auf 18,8 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus dem positiven Geschäftsverlauf. Der Cash-Flow aus Investitionen resultiert überwiegend aus erhaltenen Zinsen auf Verrechnungskonten mit Gruppenunternehmen in Höhe von 164 TEUR. In den Jahren 2023 und 2024 erfolgten keine nennenswerten Finanzierungsvorhaben. 4. Produkt- und Sortimentspolitik Die TUPY (Europe) GmbH vertreibt auf dem europäischen Markt Produkte aus dem Produktionsprogramm der Muttergesellschaft. Hierzu gehören Motorblöcke für Pkw, Lkw und Nutzfahrzeuge, Zylinderköpfe sowie Kurbelwellenlagerdeckel und Zubehörteile. Diese aus Guss gefertigten Teile werden speziell nach individuellem Kundenwunsch in Grauguss, Sphäroguss und Vermicularguss hergestellt. Das Produktprogramm hat sich im Verlauf des Berichtsjahres nicht wesentlich verändert. Zusammen mit den Kunden werden durch die Produktionsgesellschaft kontinuierlich im Zuge der Neu- und Weiterentwicklungen von Projekten neue Produkte bzw. Nachfolgeversionen technisch entwickelt und in Serienreife gebracht. Aufgrund der Strategien der europäischen PKW-Hersteller, keine Verbrennungsmotoren weiterzuentwickeln, entschied die TUPY-Gruppe sich auf die NFZ-Produkte und deren Weiterentwicklung auf alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff zu konzentrieren. Zusätzlich zum Vertriebsgeschäft erbringt die TUPY (Europe) GmbH sowohl für Direktkunden als auch für Kunden der Mutter- und einiger Schwestergesellschaften technische Serviceleistungen zur Qualitätssicherung. Der TUPY-Konzern befindet sich in einer Umstrukturierungsphase. Die Muttergesellschaft hat im Oktober 2021 zur Umsetzung der Strategie der Konzentration auf Nutzfahrzeugprodukte und deren Weiterentwicklung auf alternative Kraftstoffe den weltweiten Geschäftsbereich Eisengusskomponenten von „Teksid“ (FIAT Chryssler Automobiles) übernommen, womit die Umsätze im LKW-Geschäft wesentlich ausgeweitet werden konnten. Im Verlauf des Geschäftsjahres wurde die in 2021 begonnene Umstrukturierung des Konzerns mit einer verstärkten Bündelung des Vertriebs in Europa vorangetrieben. Teile des Europa-Geschäfts von „ehemals Teksid“ werden seit Oktober 2021 durch die TUPY (Europe) GmbH im Rahmen einer Dienstleistungsvereinbarung betreut. TUPY (Europe) GmbH erhält für ihre Tätigkeit eine Service-Gebühr, die in den Umsatzerlösen ausgewiesen wird. 5. Beschaffung Die Ware wird im Regelfall von Brasilien nach Europa verschifft. Die Gesellschaft unterhält keine eigenen Lager, sondern bedient sich zur Lagerung und Auslieferung der Ware externer Logistikpartner. Die Einkaufspreise für Lieferungen von der Muttergesellschaft sind im Verlauf des Jahres 2022 für die meisten Produkte gestiegen. Hauptursache der Preisanstiege waren die gestiegenen Kosten bei Einsatzfaktoren, wobei sich im Wesentlichen der Preisanstieg für Stahlschrott und Energie auf dem Weltmarkt auswirkte. 6. Personalbereich Im Geschäftsjahr waren acht Mitarbeiter/-innen im Vertrieb, technischen Kundendienst, der Logistik und Verwaltung tätig. Beschäftigt wurden neben Ingenieuren und Betriebswirten auch Industrie- und Speditionskaufleute sowie ein Verwaltungsmitarbeiter. Alle Mitarbeitenden weisen eine langjährige Berufserfahrung auf. Neben den in Grasbrunn tätigen Mitarbeitern wird ein technischer Mitarbeiter in Großbritannien beschäftigt. IV. Risiko- und Chancenbericht Die Berichterstattung von Risiken und Chancen im Lagebericht bezieht sich grundsätzlich auf ein Jahr. Im Folgenden werden die Risiken und Chancen beschrieben, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben. 1. Risikobericht Im Rahmen unserer kontinuierlichen Verbesserungsprozesse werden unser internes Kontrollsystem und unser Risikomanagement-System ständig optimiert. Die nachfolgend aufgeführten Risiken sind, bezogen auf die Branche, nach ihrer Bedeutung absteigend geordnet. Währungsrisiken Währungsrisiken liegen insbesondere dort vor, wo Forderungen, Verbindlichkeiten sowie Zahlungsmittel in einer anderen als der lokalen Währung bestehen, beziehungsweise entstehen werden. Das Fremdwährungsrisiko ist im Wesentlichen auf den US-Dollar beschränkt, da ein bedeutender Teil des Umsatzgeschäftes sowohl mit deutschen als auch europäischen Kunden in US-Dollar abgewickelt wird. Im Jahr 2022 hatten die in US-Dollar fakturierten Umsätze einen Anteil von 70,9 % (Vorjahr: 54,4 %). TUPY (Europe) GmbH sichert sich gegen Wechselkursrisiken im Vertriebsbereich ab, indem die Warenlieferungen für die in US-Dollar ausgeführten Umsätze von der Muttergesellschaft ebenfalls in US-Dollar fakturiert werden. Um das Währungsrisiko zu reduzieren, wird bei TUPY (Europe) GmbH auch durch Regelungen mit den Kunden zur Weitergabe dieser Preiseffekte entgegengewirkt. Somit wird das Währungsrisiko aus der operativen Geschäftstätigkeit begrenzt. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten der Fremdwährungsrisiken stuft die Geschäftsführung als mittel bis hoch ein und bemüht sich um weitere Sicherungsmaßnahmen. Bei Eintritt ergeben sich wesentliche Auswirkungen auf die VFE-Lage. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Risiken aus Fremdwährungsgeschäften in 2022 erhöht. Im Geschäftsjahr übersteigen die Währungsverluste die Währungserträge. Die Risiko- und Chancensituation der Gesellschaft in der Gesamtbetrachtung bleibt jedoch im Wesentlichen unverändert. Umsatz-/Margenrisiken Der Umsatz der Gesellschaft ist von wenigen Großkunden abhängig. Die Kostenstruktur der Gesellschaft ist im Wesentlichen flexibel. Dennoch verbleiben bei kurzfristigen und starken Volumenänderungen in der Nachfrage Margenrisiken. Die Geschäftsführung stuft die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos, welches bei Eintritt direkte Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz und Ertragslage hat, als gering bis mittel ein. Die Ausübung unserer Geschäftstätigkeit birgt gewisse Finanzrisiken, die sich aus der Veränderung der volatilen Energie- und Rohstoffpreise zum einen sowie der Entwicklung der Währungskurse des Euro, des US- Dollars und des brasilianischen Reals zum anderen ergeben können. Den potenziellen finanziellen Folgen und den damit verbundenen Risiken aus Preisveränderungen bei Einsatzfaktoren und Wechselkursänderungen wird bei TUPY (Europe) GmbH unter anderem durch Regelungen mit den Kunden zur Weitergabe dieser Preiseffekte entgegengewirkt („Rohstoff- und Wechselkursanhänger“). Preisrisiko Dieses Risiko bezieht sich auf die Veränderung der Marktpreise für Produktionseinsatzfaktoren, insbesondere Stahlschrott, Roheisen, Metalllegierungen, Kohle und Elektrizität als Teil der Transferpreise für die bezogene Ware. Diese Preisschwankungen haben einen Einfluss auf die Kosten. Die Gesellschaft beobachtet diese Preisschwankungen. Unsere Verträge beinhalten Preisgleitklauseln, die das Durchreichen von Preisänderungen bei Rohstoffen ermöglichen. Das Preisrisiko wird als gering bis mittel angesehen. Forderungsausfallrisiko Das Ausfallrisiko ergibt sich aus ausstehenden Forderungen gegenüber Kunden. Die Gesellschaft setzt für jeden Kunden Expositionsgrenzwerte, um das Ausfallrisiko von Forderungen zu begrenzen. Bei der Bewertung der Bonität von Kunden wird auf Daten von Ratingagenturen zurückgegriffen oder historische Informationen über das Forderungsausfallrisiko herangezogen. Bei der bewussten Auswahl von potenten Kunden mit hoher Bonität und einem zeitnahen Debitorenmanagement ist das finanzielle Risiko durch Forderungsausfälle, wie in der Vergangenheit, gering. Die Risikosituation der Gesellschaft in der Gesamtbetrachtung bleibt im Wesentlichen unverändert. 2. Chancenbericht Ziel des Chancenmanagements ist es, die im Rahmen der Geschäftstätigkeit durch positive Entwicklungen möglichen Chancen frühzeitig zu erkennen und bestmöglich für das Unternehmen zu nutzen. Kunden und Produkte TUPY (Europe) GmbH hat eine langjährige Expertise beim Geschäft mit der europäischen Automobilindustrie. Bei unseren Bestandskunden konnten wir unsere Marktstellung weiter behaupten. Gezielte Kontaktvermittlung zwischen den zuständigen Mitarbeitern im Vertrieb, der Beschaffung und dem Dienstleistungsbereich, dem Kunden und der Produzentin führen zu steigender Qualität der Vertriebsaktivitäten und damit steigender Vorteile der Produktentwicklung für den Kunden. Die Muttergesellschaft erhält zeitnah und direkt die Einschätzung der OEM ́s über aktuelle Produkte sowie Anforderungen für künftige Produktentwicklungen. Bei den Nachfolgeteilen für die bisher produzierten Produkte konnten wir entsprechende Lieferanteile für 2023 und Folgejahre sichern und ausbauen. Die TUPY S.A. - und TUPY (Europe) GmbH-Gesamtstrategie wird auf neue Gesetzgebungen im Klimaschutzbereich ausgelegt. Die Geschäfte mit Pkw-Verbrennungsmotoren werden Zug um Zug weiter zurückgefahren, die Geschäfte und Lieferungen an Lkw und Off-Highway-Produzenten werden weiterentwickelt und ausgebaut. Im Lkw-Sektor wird der Diesel-Verbrennungsmotor zukünftig durch Wasserstoffmotoren ersetzt. Hierfür werden mit OEM ́s neue Werkstoffe (GJV500) und neue Designs für Motorteile entwickelt. Personal Unsere Mitarbeitenden spielen bei TUPY (Europe) GmbH eine zentrale Rolle. Langfristige Bindungen des Personals an das Unternehmen, eine hohe Motivation und Zufriedenheit ist ein wichtiger Faktor für unseren Geschäftserfolg. Die Gesellschaft zahlt übertariflich und beteiligt die Mitarbeiter durch ein Gewinnbeteiligungsprogramm, das an wirtschaftlichen, finanziellen und operationalen Indizes sowie individuellen Leistungszielen ausgerichtet ist, am Erfolg der Gesellschaft. Auch dadurch konnte neben nichtmonetären Anreizen die Personalbindung gestärkt werden. Gesamtaussage Im Vergleich zum Vorjahr gibt es wenige Änderungen hinsichtlich der Gesamtrisikoposition. Nach Überzeugung der Geschäftsleitung sind die dargestellten Risiken begrenzt und überschaubar. Die Finanzbasis des Unternehmens ist sehr stark und die Eigenkapitalquote nach wie vor sehr gut. V. Prognosebericht 1. Wirtschaftliches Umfeld Die Weltwirtschaft hat sich in 2023 trotz der geopolitischen Krisen stabiler als ursprünglich erwartet entwickelt, stand aber weiterhin unter dem Einfluss der Krisen weltweit. Die internationalen Lieferketten haben sich wieder stabilisiert, die Beschränkungen durch die COVID-19-Pandemie wurden aufgehoben und die Auswirkungen des Ukraine-Krieges haben sich gegenüber 2022 abgeschwächt. Energie- und Rohstoffpreise sanken in Folge. Jedoch bewegte sich die Inflation 2023 noch immer bei 5,5 %. Das weltweite BIP nahm um 3,5 % zu. In der Eurozone lag die Inflationsrate bei 5,3 %.8 Das BIP ging nach einem leichten Wachstum im ersten Halbjahr im zweiten Halbjahr wieder zurück, sodass das Wachstum im Euroraum im Gesamtjahr bei 0,4 % verblieb.9 Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland war mit 0,3 % rückläufig.9 Die Inflationsrate lag im Jahresdurchschnitt bei 5,9 % und sank bis Jahresende auf 3,7 %.10 Automobilmärkte / Nutzfahrzeuge Auch wenn die Weltwirtschaft sich nicht mit dem ursprünglich angenommenen Aufschwung entwickelt hat, entwickelten sich die wichtigsten Lkw-Absatzmärkten aufgrund von hohen Auftragsbeständen und Nachholbedarf sehr positiv. Trotz geopolitischer Krisen normalisierten sich die weltweiten Automobilmärkte in 2023. Der globale Pkw-Markt bewegte sich deutlich über Vorjahresniveau. Die Entwicklung auf den regionalen Märkten war dabei uneinheitlich (Europa ca. +14 %, Deutschland +5,5 %, USA + 12 %, China + 6 %).11 Wechselkursentwicklung Die Entwicklung der Wechselkurse des US-Dollar gegenüber dem Euro bleibt weiterhin volatil. Der Kurs des US-Dollars zum Euro bewegte sich in 2023 zwischen 1,05 und 1,12. Zum Jahresende war der Euro um rund 4 % stärker als Ende 2022. Im Jahr 2024 verlor der Euro gegenüber dem US-Dollar um 6 % an Wert.12 Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise Die Energiepreise gingen auf dem Weltmarkt und in der Eurozone deutlich zurück. Auch die Preise für Legierungsmaterialien und für industrielle Rohstoffe, die bei der Gießerei benötigt werden, gaben im Jahresverlauf nach, und lagen unter den Preisen am Vorjahresende. Energiepreise und Rohstoffpreise waren in 2023 nach wie vor volatil, aber insgesamt im Jahresverlauf rückläufig. 2024 zeichnete sich durch eine allgemeine Stabilisierung der Preise mit zeitweisen leichten Rückgängen aus. Produktneuheiten TUPY S.A. und die Schwestergesellschaften werden die Produktentwicklung den Kundenbedürfnissen anpassen und die Produktionsanlagen weiter modernisieren und automatisieren. Neue Teile und Nachfolgeentwicklungen gingen 2023/2024 in die Serienfertigung. 2. Ausblick Die Geschäftsführung der TUPY (Europe) GmbH schätzt die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zum Zeitpunkt der Berichterstellung weiterhin als sehr gut ein. Trotz der bekannten schwierigen Rahmenbedingungen, der inflationären Tendenzen und der geopolitischen Entwicklungen zeigen die Zahlen des Jahres 2023 bis heute, wie robust und krisenfest das Geschäftsmodell von TUPY ist, und beweisen damit einmal mehr die wirtschaftliche Stärke und Solidität des Unternehmens. Aufgrund der beschriebenen Prognosen zu der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der Entwicklung der für uns relevanten Märkte entwickelten sich die Jahre 2023 und 2024 insgesamt positiv. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2023 stieg im Vergleich zum Vorjahr um 41 % auf 87,5 Mio. EUR. Jedoch gab das Bruttoergebnis vom Umsatz nach. Der Jahresüberschuss 2023 belief sich auf 3,1 Mio. EUR. Das Jahr 2024 zeigt bis zum Ende des zweiten Quartals eine Umsatzentwicklung, die leicht über der im Vergleichszeitraum des Vorjahres liegt. Seit Beginn des dritten Quartals wird das Geschäftsmodell der Gesellschaft im Rahmen der Umstrukturierung des TUPY-Konzerns sukzessive neu ausgerichtet. TUPY (Europe) GmbH wandelt sich von einer Vertriebsgesellschaft in eine reine Servicegesellschaft um. Der erste Teil des Kundenstamms der Gesellschaft wurde, beginnend Ende des zweiten Quartals 2024, bereits auf die neue Muttergesellschaft in den Niederlanden übertragen. Als Folge der neuen Ausrichtung war der Gesamtumsatz des Jahres 2024 mit 79 Mio. EUR 10 % geringer als im Vorjahr. Neben dem positiven Ergebnis aus dem Handelsgeschäft wurden im Geschäftsjahr 2024 zusätzlich Erträge durch den Veräußerungserlös für die Übertragung des Kundenstamms erzielt. Der Jahresüberschuss belief sich auf 6,4 Mio. EUR. Bis Ende 2025 soll der Umstellungsprozess abgeschlossen und die verbleibenden Kunden übertragen werden. TUPY (Europe) GmbH wird in Folge ausschließlich technischen, logistischen und administrativen Support für Gruppenunternehmen anbieten. Der Umsatz bis Jahresende 2025 wird sich im Bereich 33 Mio. bis 34 Mio. EUR belaufen. Darin ist der Umsatz für Serviceleistungen mit einem Anteil von weniger als 5 % enthalten. Für das Jahresergebnis werden, vorsichtig geschätzt, 1 Mio. EUR erwartet. Für das Jahr 2026 wird ein Umsatz aus dem Servicegeschäft im niedrigen einstelligen Millionen Bereich erwartet. Das Jahresergebnis wird sich entsprechend verringern und ebenfalls nicht über einen niedrigen einstelligen Millionen Betrag hinausgehen.
Grasbrunn, den 20. November 2025 TUPY (Europe) GmbH Ricardo Sendim Fioramonte Rodrigo Cesar Perico Gilberto Luiz Moretti Garcia Ralph Wegener Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die TUPY (Europe) GmbH, Grasbrunn Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der TUPY (Europe) GmbH, Grasbrunn, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der TUPY (Europe) GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 25. November 2025 KPMG AG Wiegratz, Wirtschaftsprüfer Blochberger, Wirtschaftsprüferin Die Feststellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2022 der die TUPY (Europe) GmbH, Grasbrunn erfolgte am 12. Dezember 2025. |
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