Riembauer GmbH
Selbe AdresseHerstellung von Türen und Fenstern aus Holz
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Ebrahem Al Kadari seit 3.3.2025 | Prokura |
Jürgen Schmid seit 3.3.2025 | Prokura |
Michael Wiesneth seit 3.3.2025 | Prokura |
Roman Romanko seit 16.2.2021 | Prokura |
Jürgen Hillen seit 8.4.2019 | Prokura |
Detlef W. Hübner seit 3.5.2016 | Prokura |
Marc Wilhelm Hübner seit 3.5.2016 | Prokura |
Norbert Stelian Balan seit 3.5.2016 | Geschäftsführer |
Dennis Hübner seit 29.7.2014 | Prokura |
Nebojsa Kostic seit 24.4.2012 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Deufol SE AG | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Deufol SEHofheim am TaunusKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
KonzernbilanzAktiva
Konzern-Kapitalflussrechnung
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung *
* Vergleiche Anhangsangaben (19) bis (23).
Anhang des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022Allgemeine InformationenDie Deufol SE hat ihren Sitz in Hofheim am Taunus und ist in das Handelsregister Frankfurt am Main unter der Nummer HRB 95470 eingetragen. Deufol ist ein globaler Premium-Dienstleister im Bereich der Verpackungen und ergänzenden Services. Zu weiteren Details wird auf die Angaben in der Segmentberichterstattung verwiesen. Die Anschrift des eingetragenen Sitzes der Gesellschaft lautet: Johannes-Gutenberg-Straße 3 - 5, 65719 Hofheim am Taunus (Deutschland). Mutterunternehmen ist die Lion's Place GmbH, Hofheim am Taunus, welche zugleich den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Diese Unterlagen werden im Unternehmensregister bekannt gemacht. Die geschäftsführenden Direktoren haben den IFRS-Konzernabschluss am 31. März 2023 freigegeben, um ihn im Anschluss an den Verwaltungsrat weiterzuleiten. Grundlagen der RechnungslegungDie Deufol SE stellt ihren Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden ergänzend dazu die Vorschriften des § 315e HGB beachtet und angewandt. Es wurden alle am Bilanzstichtag verpflichtend anzuwendenden IFRS (IFRS, IAS, IFRIC, SIC) beachtet, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente sowie als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. KonsolidierungAlle Tochterunternehmen, die unter der rechtlichen oder tatsächlichen Kontrolle der Deufol SE stehen, sind in den Konzernabschluss einbezogen. In den Konzernabschluss werden neben der Deufol SE 19 (Vorjahr 19) inländische und 26 (Vorjahr 26) ausländische Tochtergesellschaften im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen (im Folgenden als "Deufol Gruppe" oder "Deufol Konzern" oder "Konzern" bezeichnet). Eine Beherrschung liegt vor, wenn der Konzern eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement bei dem Beteiligungsunternehmen hat und er seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen auch dazu einsetzen kann, diese Renditen zu beeinflussen. Insbesondere beherrscht der Konzern ein Beteiligungsunternehmen dann und nur dann, wenn er alle nachfolgenden Eigenschaften besitzt:
Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass der Besitz einer Mehrheit der Stimmrechte zur Beherrschung führt. Zur Unterstützung dieser Annahme und wenn der Konzern keine Mehrheit der Stimmrechte oder damit vergleichbarer Rechte an einem Beteiligungsunternehmen besitzt, berücksichtigt er bei der Beurteilung, ob er die Verfügungsgewalt an diesem Beteiligungsunternehmen hat, alle relevanten Sachverhalte und Umstände. Hierzu zählen u. a.:
Ergeben sich aus Sachverhalten und Umständen Hinweise, dass sich eines oder mehrere der drei Beherrschungselemente verändert haben, muss der Konzern erneut prüfen, ob er ein Beteiligungsunternehmen beherrscht. Die Konsolidierung eines Tochterunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert. Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens, das während des Berichtszeitraums erworben oder veräußert wurde, werden ab dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Tag, an dem die Beherrschung endet, im Konzernabschluss erfasst. Der Gewinn oder Verlust und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses werden Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Anteilen zugerechnet, selbst wenn dies zu einem negativen Saldo der nicht beherrschenden Anteile führt. Bei Bedarf werden Anpassungen an den Abschlüssen von Tochterunternehmen vorgenommen, um deren Rechnungslegungsmethoden denen des Konzerns anzugleichen. Alle konzerninternen Vermögenswerte und Schulden, Eigenkapital, Erträge und Aufwendungen sowie Cashflows aus Geschäftsvorfällen, die zwischen Konzernunternehmen stattfinden, werden bei der Konsolidierung vollständig eliminiert. Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Verliert der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen, so erfolgt eine Ausbuchung der damit verbundenen Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert), Schulden, nicht beherrschenden Anteile und sonstigen Eigenkapitalbestandteile. Jeder daraus entstehende Gewinn oder Verlust wird in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Jede zurückbehaltene Beteiligung wird zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Joint Ventures werden gemäß IFRS 11 in Verbindung mit IAS 28 nach der At-Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Weitere wesentliche Beteiligungen werden nach der At-Equity-Methode bilanziert, wenn die Deufol Gruppe keinen beherrschenden Anteil hält, aber einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik der Beteiligungsgesellschaft ausüben kann. Dies ist grundsätzlich bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 % der Fall ("assoziierte Unternehmen"). Im Erwerbszeitpunkt einer nach der At-Equity-Methode bilanzierten Beteiligung wird die Differenz zwischen Anschaffungskosten und anteiligem Eigenkapital zunächst durch bestimmte Anpassungen an die Zeitwerte den Vermögenswerten und Schulden dieser Beteiligungen zugeordnet. Ein verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Firmenwert angesetzt und nicht planmäßig abgeschrieben. Sinkt der erzielbare Betrag einer Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen (der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten) unter den Buchwert, führt dies zu einer entsprechenden Wertminderung. Der Wertminderungsaufwand wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode (der so genannten "Purchase Method"). Dabei werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden Anteil am neu bewerteten Eigenkapital zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Ein sich ergebender Unterschiedsbetrag wird, soweit er auf stillen Reserven oder stillen Lasten beruht, den entsprechenden Vermögenswerten und Schulden des Tochterunternehmens zugerechnet. Ein verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Firmenwert aktiviert. Gemäß IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse) i. V. m. IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten) ist der Firmenwert nicht planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer abzuschreiben, sondern stattdessen mindestens einmal jährlich hinsichtlich des Erfordernisses einer Wertminderung zu überprüfen. Nicht beherrschende Anteile stellen den Anteil des Ergebnisses und des Nettovermögens dar, der nicht dem Konzern zuzurechnen ist. Diese werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und in der Konzernbilanz separat ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzernbilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt vom auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapital. Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse innerhalb des Konsolidierungskreises werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. WährungsumrechnungDer Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung und Darstellungswährung des Deufol Konzerns, aufgestellt. Sofern nichts anderes vermerkt ist, sind alle Beträge in Tausend Euro angegeben. Jedes Unternehmen innerhalb des Deufol Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum Bilanzstichtag gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in die Konzernwährung Euro umgerechnet. Die Umrechnung erfolgt nach der modifizierten Stichtagskursmethode, d. h., die Vermögenswerte und Schulden werden von der funktionalen Währung in die Berichtswährung grundsätzlich mit den EZB-Referenzkursen am Bilanzstichtag, die Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Die Umrechnung des Eigenkapitals erfolgt zu historischen Kursen. Unterschiede aus der Währungsumrechnung bei den Vermögenswerten und Schulden gegenüber der Umrechnung des Vorjahres sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz werden ergebnisneutral im Eigenkapital innerhalb der Position "Kumulierte erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen" ausgewiesen. Bei der Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebs wird der im Eigenkapital für diesen ausländischen Geschäftsbetrieb erfasste kumulative Betrag erfolgswirksam aufgelöst. Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zum am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs zwischen der funktionalen Währung und der Fremdwährung umgerechnet. Auf Fremdwährung lautende monetäre Vermögenswerte und Schulden werden mit dem Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die hieraus resultierenden Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst. Hiervon ausgenommen sind Währungsdifferenzen aus Fremdwährungskrediten, soweit sie zur Sicherung einer Nettoinvestition in einem ausländischen Geschäftsbetrieb eingesetzt werden. Diese werden bis zur Veräußerung der Nettoinvestition direkt im Eigenkapital und erst bei Abgang im Periodenergebnis erfasst. Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher, nicht in der Europäischen Währungsunion vertretener Währungen haben sich wie folgt entwickelt:
UmsatzrealisierungDeufol wendet den Standard IFRS 15 an. Dieser Standard regelt die Höhe und den Zeitpunkt der Umsatzerfassung und sieht ein einheitliches fünfstufiges Erlösrealisierungsmodell vor, das grundsätzlich auf alle Kundenverträge anzuwenden ist. Ein in den Anwendungsbereich des IFRS 15 fallender Vertrag mit einem Kunden ist bilanziell zu erfassen, wenn die folgenden Kriterien kumulativ erfüllt sind:
Umsatzerlöse werden im Wesentlichen aus Dienstleistungen, Produktlieferungen sowie Mietverträgen erzielt und werden erfolgswirksam, wenn bzw. sobald Deufol die Verfügungsmacht über Waren oder Dienstleistungen entweder über einen Zeitraum oder zu einem Zeitpunkt an einen Kunden überträgt. Umsatzerlöse aus Produktverkäufen und Dienstleistungsverträgen werden zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem die Verfügungsgewalt auf den Erwerber übergeht. Rechnungen werden zu diesem Zeitpunkt ausgestellt; dabei sehen die Zahlungsbedingungen Zahlungsziele innerhalb des branchenüblichen Rahmens vor. Umsatzerlöse aus Mietverträgen werden linear über einen bestimmten Zeitraum realisiert. Die Erfassung erfolgt in Höhe der Gegenleistung, die das Unternehmen im Austausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Die Erlöse werden nach Abzug von Kaufpreisminderungen wie Skonti, Kundenboni und gewährten Rabatten realisiert. Ergebnis je AktieDas Ergebnis je Aktie (EPS) wird in Übereinstimmung mit IAS 33 ermittelt. Der Basisgewinn je Aktie ergibt sich durch Division des den Stammaktionären des Mutterunternehmens zustehenden Periodenergebnisses durch den gewichteten Durchschnitt der in Umlauf befindlichen Stammaktien. Während einer Periode neu ausgegebene oder zurückgekaufte Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich in Umlauf befinden, bewertet. Der verwässerte Gewinn je Aktie errechnet sich durch Division des den Stammaktionären des Mutterunternehmens zustehenden adjustierten Periodenergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Zahl der in Umlauf befindlichen Stammaktien und der gewichteten durchschnittlichen Zahl der Stammaktien, welche nach der Umwandlung aller potenziellen Stammaktien mit Verwässerungseffekten in Stammaktien ausgegeben würden. Immaterielle Vermögenswerte und FirmenwerteEntgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Selbst erstellte Software wird zu Herstellungskosten aktiviert und planmäßig über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Aktivierte Softwarelizenzen sowie Kundenbeziehungen werden planmäßig über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer oder entsprechend ihrer Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Abschreibungen werden gemäß der Nutzung des Vermögenswerts in den Funktionsbereichen erfasst. Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag (Recoverable Amount) unter den fortgeführten Anschaffungskosten, so werden die immateriellen Vermögenswerte wertgemindert. Sind die Gründe für die Wertminderung entfallen, so werden entsprechende Zuschreibungen bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen. Dies gilt nicht für die aktivierten Firmenwerte. Firmenwerte werden in Übereinstimmung mit IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" in Verbindung mit IAS 36 "Wertminderung von Vermögenswerten" bewertet. Hiernach werden Firmenwerte nicht planmäßig linear abgeschrieben, sondern unterliegen einer jährlichen Werthaltigkeitsprüfung. Die auf die immateriellen Vermögenswerte angewandten Bilanzierungsgrundsätze stellen sich zusammen gefasst wie folgt dar:
SachanlagenSachanlagen werden zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Bei den Abschreibungen werden wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde gelegt. Bei Verkauf oder Verschrottung scheiden die Anlagegegenstände aus dem Anlagevermögen aus; dabei entstehende Gewinne oder Verluste werden ergebniswirksam berücksichtigt. Für die planmäßigen Abschreibungen werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt: Nutzungsdauer der Sachanlagen
Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag (Recoverable Amount) unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, so werden die Sachanlagen wertgemindert. Sind die Gründe für die Wertminderung entfallen, so werden entsprechende Zuschreibungen bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen. Komplexere Sachanlagen, die aus klar trennbaren Komponenten mit unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden für Zwecke der Abschreibungsermittlung in diese Komponenten aufgeteilt. Die Berechnung der Abschreibungen erfolgt anhand der Nutzungsdauern der einzelnen Komponenten. Als Finanzinvestition gehaltene ImmobilienAls Finanzinvestition gehaltene Immobilien im Sinne des IAS 40 werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten einschließlich Transaktionskosten bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung bietet IAS 40 das Wahlrecht zur Bewertung zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert zum Bilanzstichtag. Deufol übt dieses Wahlrecht hinsichtlich einer Bewertung nach dem Modell des beizulegenden Zeitwertes aus. Der beizulegende Zeitwert spiegelt die Marktbedingungen am Abschlussstichtag wider. Gewinne oder Verluste aus Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden in der Periode ihrer Entstehung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, einschließlich des entsprechenden Steuereffekts. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt im Rahmen regelmäßiger Bewertungen gemäß IAS 40. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden entweder ausgebucht, wenn sie veräußert werden (d. h. zu dem Zeitpunkt, zu dem der Empfänger die Verfügungsgewalt erlangt), oder dann, wenn sie dauerhaft nicht mehr genutzt werden können und kein künftiger wirtschaftlicher Nutzen aus ihrem Abgang mehr erwartet wird. Die Differenz zwischen den Nettoveräußerungserlösen und dem Buchwert des Vermögenswerts wird in der Periode der Ausbuchung erfolgswirksam erfasst. Die Höhe der im Falle der Ausbuchung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassenden Gegenleistung ergibt sich aus den Regelungen über die Bestimmung des Transaktionspreises in IFRS 15. Immobilien werden nur dann aus dem oder in den Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien übertragen, wenn eine Nutzungsänderung vorliegt. Bei einer Übertragung aus dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien in den Bestand der vom Eigentümer selbst genutzten Immobilien entsprechen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten für Zwecke der Folgebewertung dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Nutzungsänderung. Wird eine bislang selbst genutzte Immobilie dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zugeordnet, so wird diese Immobilie bis zum Zeitpunkt der Nutzungsänderung entsprechend der im Abschnitt "Sachanlagen" dargelegten Methode bilanziert. LeasingverhältnisseSeit dem 1. Januar 2019 gilt für die Bilanzierung von Leasingverhältnissen der Standard IFRS 16, dessen zentrales Ziel die bilanzielle Erfassung aller Leasingverhältnisse ist. Leasingnehmer müssen für alle Leasingverhältnisse grundsätzlich ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit in ihrer Bilanz erfassen. Die Leasingverbindlichkeit wird im Deufol Konzern mit dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen bemessen, während das Nutzungsrecht mit dem Betrag der Leasingverbindlichkeit zuzüglich direkter Kosten bewertet wird. Während der Leasinglaufzeit ist das Nutzungsrecht abzuschreiben und die Leasingverbindlichkeit unter Anwendung der Effektivzinsmethode und Berücksichtigung der Leasingzahlungen fortzuschreiben. Die Abzinsung der Leasingzahlungen hat nach IFRS 16 grundsätzlich mit dem Zinssatz zu erfolgen, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt. Da dieser bei den in der Deufol Gruppe abgeschlossenen Leasingverhältnissen zumeist nicht bestimmbar ist, erfolgt die Abzinsung in der Regel mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Anwendungserleichterungen bestehen nach IFRS 16 für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse. Für kurzfristige Leasingverhältnisse nimmt Deufol die Anwendungserleichterungen in Anspruch. Dementsprechend werden für derartige Leasingverhältnisse kein Nutzungsrecht und keine Verbindlichkeit angesetzt. Die diesbezüglichen Leasingzahlungen werden unverändert als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im Zeitpunkt der Erstanwendung wurde für bestehende Verträge keine Neubeurteilung vorgenommen, ob diese auf Basis der Kriterien des IFRS 16 ein Leasingverhältnis darstellen oder nicht. Stattdessen wurden Verträge, die bereits unter IAS 17 als Leasingverhältnis eingestuft waren, zum Erstanwendungszeitpunkt auch weiterhin als Leasingverhältnis klassifiziert und als solches behandelt. Joint Ventures und assoziierte UnternehmenDie Beteiligungen an Joint Ventures und an assoziierten Unternehmen werden nach der At-Equity-Methode bewertet. Die Anschaffungskosten von nach der At-Equity-Methode bewerteten Unternehmen werden jährlich um Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert, soweit diese auf die Deufol Gruppe entfallen. Nicht derivative finanzielleVermögenswerteIFRS 9 gibt ein einheitliches Modell zur Einstufung finanzieller Vermögenswerte vor, mit dem finanzielle Vermögenswerte bei erstmaligem Ansatz in drei Kategorien eingestuft werden:
Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte bei der erstmaligen Erfassung hängt von den Eigenschaften der vertraglichen Cashflows der finanziellen Vermögenswerte und vom Geschäftsmodell des Unternehmens zur Steuerung seiner finanziellen Vermögenswerte ab. Die entsprechende Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte wird von der Unternehmensleitung zum Zeitpunkt des Erwerbs vorgenommen und zu jedem Bilanzstichtag geprüft. Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag, d. h. an dem Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswerts eingegangen ist, bilanziell erfasst. Für die Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte in vier Kategorien klassifiziert:
Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird hauptsächlich dann ausgebucht, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:
Der Konzern erfasst bei allen Schuldinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste (ECL). Erwartete Kreditverluste basieren auf der Differenz zwischen den vertraglichen Cashflows, die vertragsgemäß zu zahlen sind, und der Summe der Cashflows, deren Erhalt der Konzern erwartet, abgezinst mit einem Näherungswert des ursprünglichen Effektivzinssatzes. Die erwarteten Cashflows beinhalten die Cashflows aus dem Verkauf der gehaltenen Sicherheiten oder anderer Kreditbesicherungen, die wesentlicher Bestandteil der Vertragsbedingungen sind. Erwartete Kreditverluste werden in zwei Schritten erfasst. Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, wird eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Kreditverluste erfasst, die auf einem Ausfallereignis innerhalb der nächsten zwölf Monate beruhen (12-Monats-ECL). Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, hat ein Unternehmen eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste zu erfassen, unabhängig davon, wann das Ausfallereignis eintritt (Gesamtlaufzeit-ECL). Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet der Konzern eine vereinfachte Methode zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste an. Daher verfolgt er Änderungen des Kreditrisikos nicht nach, sondern erfasst stattdessen zu jedem Abschlussstichtag eine Risikovorsorge auf der Basis der Gesamtlaufzeit-ECL. Der Konzern hat eine Wertberichtigungsmatrix erstellt, die auf seiner bisherigen Erfahrung mit Kreditverlusten basiert und die um zukunftsbezogene Faktoren, die für die Kreditnehmer und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spezifisch sind, angepasst wurde. Der Wertberichtigungsbedarf wird zu jedem Bilanzstichtag hinsichtlich erwarteter Kreditverluste überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Wertberichtigungsquoten werden anhand der Überfälligkeitsdauern der Forderungen bestimmt. Liegen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen objektive Hinweise dafür vor, dass nicht alle fälligen Beträge gemäß den ursprünglich vereinbarten Rechnungskonditionen eingehen werden (wie z. B. die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners), wird eine Wertminderung unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos vorgenommen. Eine Ausbuchung der Forderungen erfolgt, wenn sie als uneinbringlich eingestuft werden. Derivative FinanzinstrumenteDerivative Finanzinstrumente werden im Konzern grundsätzlich nur zur Sicherung von Zins- und Währungsänderungsrisiken eingesetzt. Derivate, die nicht als Sicherungsinstrumente in ein Hedge Accounting einbezogen sind, werden als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus diesen finanziellen Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten werden in diesen Fällen erfolgswirksam erfasst. Sofern die Regeln des Hedge Accountings gemäß IFRS 9 angewendet werden, wird der effektive Teil des Gewinns oder Verlusts aus einem Cashflow-Hedge unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt im Eigenkapital als Bestandteil der kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen erfasst, während der ineffektive Teil sofort erfolgswirksam erfasst wird. Der beizulegende Zeitwert von Sicherungsderivaten wird vollständig als langfristiger Vermögenswert oder langfristige Verbindlichkeit eingestuft, wenn die Restlaufzeit des gesicherten Grundgeschäfts mehr als 12 Monate beträgt. Er wird als kurzfristiger Vermögenswert bzw. kurzfristige Verbindlichkeit eingestuft, wenn die Restlaufzeit des gesicherten Grundgeschäfts weniger als 12 Monate beträgt. Die Bewertung der Derivate erfolgt nach anerkannten Methoden unter Berücksichtigung aktueller Marktparameter. Die Gesamtposition der Finanzinstrumente wird in der Anhangsangabe (38) erläutert. Absicherung von Cashflows (Cashflow-Hedges)Die im Eigenkapital erfassten Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, in der die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst, z. B. dann, wenn abgesicherte Finanzerträge oder -aufwendungen erfasst werden oder wenn ein erwarteter Verkauf durchgeführt wird. Resultiert eine Absicherung im Ansatz eines nicht-finanziellen Vermögenswerts oder einer nicht-finanziellen Schuld, so werden die im Eigenkapital erfassten Beträge Teil der Anschaffungskosten im Zugangszeitpunkt des nicht-finanziellen Vermögenswerts bzw. der nicht-finanziellen Schuld. Wird mit dem Eintritt der vorgesehenen Transaktion oder der festen Verpflichtung nicht länger gerechnet, werden die zuvor im Eigenkapital erfassten Beträge in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. Wenn das Sicherungsinstrument ausläuft oder veräußert, beendet oder ausgeübt wird, ohne dass ein Ersatz oder ein Überrollen des Sicherungsinstruments in ein anderes Sicherungsinstrument erfolgt, verbleiben die bislang im Eigenkapital erfassten Beträge so lange als gesonderter Posten im Eigenkapital, bis die vorgesehene Transaktion oder feste Verpflichtung eingetreten ist. Zu Beginn der Absicherung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien des Konzerns im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Die Dokumentation erfasst die Identifizierung des Sicherungsinstruments, des gesicherten Grundgeschäfts, der Art des abgesicherten Risikos und die Art und Weise, wie der Konzern beurteilen wird, ob die Sicherungsbeziehung die Anforderungen an die Wirksamkeit der Absicherung erfüllt (einschließlich seiner Analyse der Ursachen einer Unwirksamkeit der Absicherung und der Art und Weise der Bestimmung der Sicherungsquote). Eine Sicherungsbeziehung erfüllt nur dann die Anforderungen für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften, wenn alle folgenden Kriterien erfüllt sind:
Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Bilanz umfassen Kassenbestände, Schecks, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen, deren ursprüngliche Laufzeit bis zu drei Monate beträgt. VorräteDie Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Ermittlung der Wertansätze liegt grundsätzlich das gewogene Durchschnittsverfahren zugrunde; für bestimmte Vorräte wird die FIFO-Methode angewandt. Die Herstellungskosten umfassen produktionsbezogene Vollkosten, die auf Grundlage der Normalbeschäftigung ermittelt werden. Neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten (wie Material- und Fertigungseinzelkosten) werden auch fixe und variable Material- und Fertigungsgemeinkosten, die durch den Produktionsprozess veranlasst sind, sowie angemessene Abschreibungen auf Fertigungsanlagen mit einbezogen. Latente SteuernLatente Steuern werden auf der Grundlage der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode ("Liability Method") gemäß IAS 12 berechnet. Demnach werden Steuerabgrenzungsposten auf sämtliche temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen nach IFRS und den steuerlichen Wertansätzen der Einzelgesellschaften bzw. auf entsprechende Konsolidierungsvorgänge gebildet. Überdies sind latente Steueransprüche für künftige Vermögensvorteile aus steuerlichen Verlustvorträgen zu berücksichtigen. Latente Steueransprüche für Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede sowie für steuerliche Verlustvorträge wurden jedoch nur angesetzt, soweit die Realisierung hinreichend konkretisiert ist. Die Bewertung der latenten Steueransprüche erfolgt unter Anwendung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze. Für die Berechnung der inländischen latenten Steueransprüche wurde ein Steuersatz i. H. v. 29,48 % (Vorjahr 28,65 %) zugrunde gelegt; dabei wurden neben der Körperschaftsteuer von 15 % der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer und der durchschnittliche Gewerbeertragsteuersatz im Konzern berücksichtigt. Latente Steueransprüche und -schulden wurden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld beglichen wird, erwartet wird. Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Latente Steuerschulden werden nicht erfasst im Falle zu versteuernder temporärer Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. Kumulierte erfolgsneutrale EigenkapitalveränderungenIn dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen, soweit sie nicht auf Kapitaltransaktionen mit Anteilseignern, wie z. B. Kapitalerhöhungen oder Ausschüttungen, beruhen. Hierzu zählen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, unrealisierte Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten im Rahmen eines Cashflow-Hedges sowie versicherungsmathematische Gewinne und Verluste im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen. Die Erfassung erfolgt, soweit zutreffend, unter Berücksichtigung latenter Steuern. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach dem in IAS 19 vorgeschriebenen versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") für leistungsorientierte Altersversorgungspläne. Der in den Pensionsaufwendungen enthaltene Zinsanteil wird im Finanzergebnis gezeigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Pensionsrückstellungen ergeben sich aus den Pensionsverpflichtungen abzüglich der Marktwerte des Planvermögens. Bei beitragsorientierten Altersversorgungssystemen (z. B. Direktversicherungen) werden die einzahlungspflichtigen Beiträge unmittelbar als Aufwand verrechnet. Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden dafür nicht gebildet, da der Konzern in diesen Fällen neben der Verpflichtung zur Prämienzahlung keiner weiteren Verpflichtung unterliegt. Sonstige RückstellungenSonstige Rückstellungen werden gebildet, soweit eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die Vermögensabflüsse erwarten lässt und zuverlässig ermittelbar ist. Sie stellen ungewisse Verpflichtungen dar, die mit dem nach bestmöglicher Schätzung ermittelten Betrag angesetzt werden. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit Marktzinssätzen, die dem Risiko und Zeitraum bis zur Erfüllung entsprechen, abgezinst. Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten und sonstige VerbindlichkeitenErstmaliger Ansatz und BewertungFinanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz nach IFRS 9 wie folgt klassifiziert:
FolgebewertungFinanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Hiervon ausgenommen sind finanzielle Verbindlichkeiten, die bei erstmaligem Ansatz der Kategorie der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten zugeordnet wurden. Differenzen zwischen den historischen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag sowie Transaktionskosten werden unter entsprechender Anwendung der Effektivzinsmethode berücksichtigt. Sonstige Verbindlichkeiten werden zum Nennwert oder zum Rückzahlungsbetrag bilanziert. Langfristige unverzinsliche sonstige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Barwert bilanziert. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst. AusbuchungEine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die ihr zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell anderen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, so wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst. Saldierung von FinanzinstrumentenFinanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert und der Nettobetrag in der Konzernbilanz ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Eigene AnteileErwirbt der Konzern eigene Anteile, so werden diese zu Anschaffungskosten erfasst und vom Eigenkapital abgezogen. Der Kauf, der Verkauf, die Ausgabe oder die Einziehung von eigenen Anteilen werden erfolgsneutral in den Rücklagen erfasst. KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung wird in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des IAS 7 erstellt und zeigt, wie sich die Zahlungsmittel des Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und Mittelabflüsse verändert haben. Dabei wird zwischen Zahlungsströmen aus betrieblicher Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die Darstellung der Zahlungsströme aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode. SegmentberichterstattungDie Segmentberichterstattung erfolgt nach IFRS 8 (Geschäftssegmente). Die Segmentabgrenzung entspricht den Segmentierungen des internen Berichtswesens. Durch die Segmentierung sollen die Ertragskraft sowie die Vermögens- und Finanzlage für die einzelnen Aktivitäten bzw. die verschiedenen Regionen des Konzerns transparent dargestellt werden. FremdkapitalkostenAlle Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen. Qualifizierte Vermögenswerte, für die eine Einbeziehung von Fremdkapitalkosten in deren Herstellungskosten verpflichtend wäre, bestehen im Konzern nicht. Zuwendungen der öffentlichen HandDeufol hat im Zusammenhang mit Investitionsvorhaben Zuwendungen der öffentlichen Hand erhalten. Gemäß IAS 20 besteht ein Wahlrecht, diese Zuwendungen entweder als passiven Rechnungsabgrenzungsposten mit abschreibungsproportionaler Auflösung auszuweisen (Brutto-Methode) oder, wie von Deufol ausgeübt, sie bei der Feststellung des Buchwerts des Vermögenswerts abzusetzen und mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrages über die Nutzungsdauer des Vermögenswerts erfolgswirksam zu erfassen (Netto-Methode). Auch für erfolgsbezogene Zuwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung bietet IAS 20 ein Wahlrecht, diese als sonstige Erträge auszuweisen oder sie von den entsprechenden Aufwendungen abzuziehen. Deufol wendet die zweitgenannte Option an. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Ermessensausübung des Managements und Hauptquellen von SchätzungsunsicherheitenDie Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert teilweise die Vornahme von Schätzungen oder das Treffen von Annahmen durch die geschäftsführenden Direktoren, welche die Bilanzierung der Vermögenswerte, Schulden und finanziellen Verpflichtungen zum Bilanzstichtag sowie die Erträge und Aufwendungen in der Berichtsperiode beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge bzw. Entwicklungen können von diesen Schätzungen und Annahmen abweichen. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen sind im Folgenden beschrieben: Die Wertberichtigung zweifelhafter Forderungen umfasst in erheblichem Maße Einschätzungen und Beurteilungen einzelner Forderungen, die auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden, den aktuellen Konjunkturentwicklungen und der Analyse historischer Forderungsausfälle auf Portfoliobasis beruhen. Ansatz und Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgen auf der Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Der tatsächliche Nutzenabfluss kann insofern vom Betrag der sonstigen Rückstellungen abweichen. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf Anhangsangabe (27). Latente Steueransprüche aus Verlustvorträgen werden auf Basis der Einschätzung über die zukünftige Realisierbarkeit der steuerlichen Vorteile bilanziert, d. h., wenn mit ausreichenden steuerlichen Erträgen oder Minderbelastungen zu rechnen ist. Als Betrachtungshorizont werden hierfür die nächsten fünf Jahre zugrunde gelegt. Die tatsächliche steuerliche Ertragssituation in zukünftigen Perioden, und damit die tatsächliche Nutzbarkeit von Verlustvorträgen, kann von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf Anhangsangabe (07). Wesentliche zukunftsbezogene Schätzungen und Annahmen bestehen im Bereich der Werthaltigkeitstests der Firmenwerte, weil bei der hierbei angewandten Discounted-Cashflow-Methode die zukünftigen Cashflows, ein adäquater Zinssatz sowie zukünftige langfristige Wachstumsraten festzulegen sind. Eine Veränderung dieser Einflussfaktoren kann zu abweichenden Ergebnissen des Impairment-Tests führen. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf Anhangsangabe (12). Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien umfasst zukunftsbezogene Schätzungen hinsichtlich der Entwicklung indexbasierter Mieten im vertraglich vereinbarten Mietzeitraum sowie der am Markt erzielbaren Mieten im Anschluss hieran. Weiterhin sind Annahmen über die Höhe der Bewirtschaftungskosten, die nicht auf den bzw. die Mieter umgelegt werden, sowie über die Veräußerungskosten zu treffen. Darüber hinaus erfordert die zur Bewertung angewandte Discounted-Cashflow-Methode die Anwendung eines adäquaten Zinssatzes. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf die Anhangsangabe (13). Die Bewertung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit bestimmter Nutzungsdauer erfordert die Verwendung von Schätzungen für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zum Erwerbszeitpunkt, insbesondere bei den im Zusammenhang mit einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen Vermögenswerten. Des Weiteren ist die erwartete Nutzungsdauer dieser Vermögenswerte zu bestimmen. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte und der Nutzungsdauer sowie die Werthaltigkeitstests bei Vorliegen von Anzeichen auf eine Wertminderung basieren auf Ermessensentscheidungen des Managements. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf die Anhangsangaben (11) und (12). Sofern eine Vereinbarung über einen Unternehmenszusammenschluss eine von künftigen Ereignissen abhängige Anpassung der Anschaffungskosten für den Zusammenschluss vorsieht, wird der Betrag dieser Anpassung in die Anschaffungskosten des Zusammenschlusses zum Erwerbszeitpunkt mit einbezogen, wenn die Anpassung wahrscheinlich ist und verlässlich bewertet werden kann. Weitere Ermessensentscheidungen können hinsichtlich der Festlegung der erforderlichen Parameter für die bilanzielle Erfassung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16 bestehen; dies gilt insbesondere für die Bestimmung der für die Abzinsung zu verwendenden Zinssätze. Wir verweisen auf Anhangsangabe (10). Ermessensausübungen und Schätzungen des Managements können sich auf die Bewertung von und Angaben zu Vermögenswerten und Schulden sowie auf die für den Berichtszeitraum ausgewiesenen Einnahmen und Aufwendungen auswirken. Aufgrund der komplexen weltwirtschaftlichen Situation, insbesondere ausgelöst durch den Ukraine-Krieg und seine Folgewirkungen, unterliegen diese Ermessensausübungen und Schätzungen des Managements einer erhöhten Unsicherheit. Die tatsächlichen Beträge können von den Ermessensausübungen und Schätzungen des Managements abweichen. Änderungen dieser Ermessensausübungen und Schätzungen können wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. Im Rahmen der Aktualisierung der Ermessensausübungen und Schätzungen des Managements wurden alle verfügbaren Informationen zu den erwarteten wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt. Diese Informationen wurden auch in die Analyse der Werthaltigkeit und Einbringlichkeit von Vermögenswerten und Forderungen einbezogen. Wir haben unsere zugrunde liegenden Schätzungen und Annahmen auf Grundlage des vorhandenen Wissens und der besten verfügbaren Informationen erstellt. Wir werden auch weiterhin mögliche künftige Auswirkungen auf die Bewertung einzelner Vermögenswerte und Schulden analysieren. Änderung der Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Neue RechnungslegungsvorschriftenErstmals angewandte RechnungslegungsvorschriftenDeufol hat im aktuellen Geschäftsjahr die nachfolgend dargestellten neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen erstmalig angewandt: Änderungen an IFRS 3: Verweis auf das RahmenkonzeptDurch die Änderungen an IFRS 3 beziehen sich die Verweise auf das aktuelle Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung 2018. Die Änderungen enthalten auch das Erfordernis, bei Verpflichtungen, die in den Anwendungsbereich von IAS 37 fallen, IAS 37 anzuwenden. Weiterhin stellen die Änderungen von IFRS 3 klar, dass ein Erwerber die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen Eventualforderungen nicht ansetzen darf. Die Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von Deufol. Änderungen an IAS 16: Erträge vor Erreichen des betriebsbereiten ZustandsDie Änderungen an IAS 16 verbieten den Abzug möglicher Nettoerträge von den Anschaffungskosten einer Sachanlage. Sofern Güter hergestellt werden, solange eine Sachanlage noch nicht betriebsbereit ist, müssen die Erträge aus der Veräußerung solcher Güter und deren Herstellungskosten erfolgswirksam in Übereinstimmung mit IFRS 15 erfasst werden. Für die Bewertung der Herstellungskosten sind die Vorschriften in IAS 2 anzuwenden. Die Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von Deufol, da im Konzern keine Sachanlagen vorhanden sind, bei denen im Rahmen von Testläufen Güter hergestellt werden. Änderungen an IAS 37: Umfang der Erfüllungskosten bei belastenden VerträgenDurch die Änderung an IAS 37 wird präzisiert, dass die Kosten der Vertragserfüllung diejenigen Kosten umfassen, die dem Vertrag direkt zurechenbar sind. Hierzu gehören sowohl die durch die Vertragserfüllung verursachten zusätzlichen Kosten (z. B. Material- und Personalkosten) als auch weitere der Vertragserfüllung direkt zurechenbare Kosten. Die Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von Deufol. Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018 - 2020)Im Rahmen des IASB-Projekts der jährlichen Verbesserungen (Zyklus 2018 - 2020) wurde eine Reihe von Standards geändert. Die Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von Deufol. Erlassene, noch nicht angewandte RechnungslegungsvorschriftenDas IASB hat die im Folgenden dargestellten neuen bzw. geänderten Standards verabschiedet. Da diese Standards jedoch noch nicht verpflichtend anzuwenden bzw. noch nicht von der EU übernommen sind, wurden sie im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 nicht angewendet. Die neuen Standards bzw. Änderungen von bestehenden Standards sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem jeweiligen Zeitpunkt des Inkrafttretens beginnen. Eine vorzeitige Anwendung erfolgt nicht, auch wenn einzelne Standards dies zulassen. Deufol erwartet aus den Änderungen grundsätzlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Standard / Änderungen
KonsolidierungskreisKonsolidierte UnternehmenZum Kreis der vollkonsolidierten Unternehmen gehören neben der Deufol SE alle wesentlichen Tochterunternehmen und Teilkonzerne, die unter der rechtlichen oder tatsächlichen Kontrolle der Deufol SE stehen.
Folgende Tabelle zeigt die zum 31. Dezember 2022 vollkonsolidierten Unternehmen: Vollkonsolidierte Gesellschaften per 31.12.2022
Vollkonsolidierte Gesellschaften per 31.12.2022
Nach der At-Equity-Methode bilanzierte FinanzanlagenFolgende Unternehmen wurden nach der At-Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen: At-Equity-Gesellschaften per 31.12.2022
* bezogen auf die jeweilige Obergesellschaft
Angaben nach § 313 Abs. 2 Nr. 4 HGBAn folgenden Unternehmen besitzt die Deufol SE mindestens den fünften Teil der Anteile: Name und Sitz der Gesellschaften
Erläuterungen zur Konzern Gewinn- und Verlustrechnung01 UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus der Erbringung von Dienstleistungen und von unter geordneter Bedeutung aus Mieten. In den Umsatzerlösen sind Mieteinnahmen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien i. H. v. 1.051 Tsd. € (Vorjahr 999 Tsd. €) enthalten. Zu weiteren Erläuterungen der Umsatzerlöse verweisen wir auf die Segmentberichterstattung ab Seite ► 105. 02 Sonstige betriebliche ErträgeDie Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Erträge zeigt die folgende Tabelle auf:
03 MaterialaufwandIn den Materialkosten sind folgende Aufwendungen enthalten:
04 PersonalaufwandIn den Personalkosten sind folgende Aufwendungen enthalten:
Mitarbeiterzahl pro Region:
Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl belief sich im Jahr 2022 auf 2.079, davon 642 Angestellte und 1.437 Gewerbliche. In der Holding waren durchschnittlich 83 Mitarbeiter (Vorjahr 82) beschäftigt. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 waren im Konzern 2.094 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr 2.009). 05 Sonstige betriebliche AufwendungenNachfolgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen:
Die für das Geschäftsjahr berechneten Gesamthonorare des Konzern-Abschlussprüfers betragen im Einzelnen für Abschlussprüfungsleistungen im Berichtsjahr 307 Tsd. € (Vorjahr 251 Tsd. €), für Steuerberatungsleistungen 109 Tsd. € (Vorjahr 109 Tsd. €) und für sonstige Leistungen 41 Tsd. € (Vorjahr 38 Tsd. €). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind direkte betriebliche Aufwendungen i. H. v. 207 Tsd. € (Vorjahr 168 Tsd. €) enthalten, die den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, mit denen während des Geschäftsjahres Mieteinnahmen erzielt wurden, direkt zurechenbar sind. 06 FinanzergebnisDas Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
07 Steuererträge / -aufwendungenDie Ertragsteuern des Konzerns teilen sich wie folgt auf:
Der latente Steueraufwand bzw. -ertrag setzt sich wie folgt zusammen:
Die latenten Steuern auf steuerfreie Rücklagen stehen im Zusammenhang mit einem im Geschäftsjahr 2020 erfolgten Immobilienverkauf in Belgien. Nach belgischem Steuerrecht ist bei Kapitalgesellschaften die Einstellung von Veräußerungsgewinnen des Anlagevermögens in eine steuerfreie Investitionsrücklage möglich, soweit diese zeitnah wieder reinvestiert werden. Per 31. Dezember 2022 wurden latente Steuern für deutsche Gesellschaften mit einem Gesamtsteuersatz von 29,48 % (Vorjahr 28,65 %) berechnet. Für die latenten Steuern der Auslandsgesellschaften wird jeweils der landesspezifische Steuersatz herangezogen. Nachfolgende Tabelle stellt die Überleitungsrechnung zwischen dem erwarteten Ertragsteueraufwand und dem ausgewiesenen Ertragsteueraufwand des Konzerns unter Verwendung des Ertragsteuersatzes der Deufol SE i. H. v. 29,48 % (Vorjahr 28,65 %) dar:
Die latenten Steueransprüche setzen sich wie folgt zusammen:
Von den latenten Steueransprüchen entfallen 3.160 Tsd. € (Vorjahr 4.753 Tsd. €) auf inländische Konzernunternehmen. Die inländischen steuerlichen Verlustvorträge sind zeitlich unbegrenzt vortragbar, die inländischen Ergebnisse unterliegen jedoch der Mindestbesteuerung. Zum 31. Dezember 2022 betrugen die körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge 48,8 Mio. € (Vorjahr 49,9 Mio. €). Die gewerbesteuerlichen Verlustvorträge deutscher Konzerngesellschaften bestanden i. H. v. 32,2 Mio. € (Vorjahr 31,0 Mio. €). Die steuerlichen Verlustvorträge der ausländischen Tochtergesellschaften betrugen 4,5 Mio. € (Vorjahr 4,4 Mio €). Diese sind i. H. v. 1,9 Mio. € (Vorjahr 1,1 Mio. €) zeitlich unbegrenzt vortragsfähig. Die temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, für die keine latenten Steuern bilanziert werden, belaufen sich auf insgesamt 35,1 Mio. € (Vorjahr 30,8 Mio. €). Die latenten Steuerschulden setzen sich wie folgt zusammen:
08 Gewinn- / Verlustanteil nicht beherrschende AnteileDie nicht beherrschenden Anteile am Konzernjahresergebnis enthalten im Wesentlichen Ergebnisanteile an Gesellschaften der Deufol-Nürnberg-Gruppe sowie der Deufol-België-Gruppe. 09 Ergebnis je Aktie
Erläuterungen zur Konzernbilanz10 LeasingverhältnisseDer Deufol Konzern bilanziert Leasingverhältnisse nach den Vorgaben des IFRS 16. Die Leasingverbindlichkeit ist mit dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen anzusetzen. Der Barwertermittlung liegen dabei Grenzfremdkapitalzinssätze zugrunde. Die Deufol hat als Leasingnehmerin vor allem Verträge über Lager- und Büroimmobilien, Fahrzeuge sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung abgeschlossen. Leasingverträge werden individuell verhandelt und weisen jeweils unterschiedliche Vereinbarungen zu beispielsweise Verlängerungs-, Kündigungs- oder Kaufoptionen auf. Darüber hinaus bestehen in einigen Fällen Preisanpassungsklauseln, die sich an marktüblichen Indizes orientieren. Verträge über die Anmietung von Grundstücken und Gebäuden haben eine durchschnittliche Laufzeit von 10 Jahren (Vorjahr 10 Jahre), die durchschnittliche Restlaufzeit zum Bilanzstichtag beläuft sich auf knapp 3 Jahre (Vorjahr 3 Jahre). Leasingverträge über andere Objekte als Grundstücke und Gebäude haben in der Regel Laufzeiten von durchschnittlich 4 Jahren (Vorjahr 4 Jahre). In den Sachanlagen sind folgende Nutzungsrechte an Leasinggegenständen ausgewiesen:
Im Geschäftsjahr 2022 wurden Zugänge von Nutzungsrechten an Leasinggegenständen in Höhe von 16.433 Tsd. € (Vorjahr 11.346 Tsd. €) bilanziert. Die planmäßigen Abschreibungen auf Nutzungsrechte an Leasinggegenständen im Geschäftsjahr 2022 entfallen auf folgende Gruppen von Vermögenswerten:
Im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen, bei denen Deufol Leasingnehmer ist, wurden im Geschäftsjahr 2022 darüber hinaus die folgenden Beträge in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:
Die Zahlungsmittelabflüsse im Zusammenhang mit den Aktivitäten als Leasingnehmer betrugen im Jahr 2022 19.832 Tsd. € (Vorjahr 19.501 Tsd. €). Nicht bilanzierte Verpflichtungen für kurzfristige Leasingverhältnisse, die zum Bilanzstichtag noch nicht begonnen haben, bestanden per 31. Dezember 2022, wie im Vorjahr, in untergeordneter Betragshöhe. Gleiches gilt für zum Bilanzstichtag bereits eingegangene Leasingverhältnisse, die nach dem 31. Dezember 2022 beginnen und keine kurzfristigen Leasingverhältnisse darstellen. Die ausstehenden Leasingzahlungen, die unter den kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten bilanziert sind, weisen die folgenden Fälligkeiten auf:
Die künftigen (nicht abgezinsten) Mindestzahlungen aus den unkündbaren Miet-, Pacht- und Leasingverträgen betrugen zum 31. Dezember 2022 insgesamt 37.111 Tsd. € (Vorjahr 36.708 Tsd. €), hiervon mit einer Restlaufzeit von einem Jahr 12.033 Tsd. € (Vorjahr 11.979 Tsd. €), mit einer Restlaufzeit zwischen einem Jahr und fünf Jahren 18.720 Tsd. € (Vorjahr 18.300 Tsd. €) und mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 6.358 Tsd. € (Vorjahr 6.429 Tsd. €). 11 SachanlagenHinsichtlich der in den Sachanlagen enthaltenen geleasten Vermögensgegenstände verweisen wir auf den vorhergehenden Abschnitt 10 "Leasingverhältnisse". Im Geschäftsjahr wurden ebenso wie im Vorjahr keine außerplanmäßigen Wertminderungen auf Sachanlagen vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2022 erhielt die Deufol staatliche Zuwendungen im Zusammenhang mit dem Aufbau unseres Werks in Ungarn in Höhe von rd. 14 Tsd. € (Vorjahr 665 Tsd. €), die auf Technische Anlagen und Maschinen entfielen und von deren Anschaffungskosten in Abzug gebracht wurden. 12 Immaterielle VermögenswerteDie immateriellen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen die bei der Konsolidierung der erworbenen Beteiligungsgesellschaften angefallenen Firmenwerte und erworbene Kundenbeziehungen. Folgende Tabelle zeigt die Aufteilung der Firmenwerte nach Segmenten:
Firmenwerte sind gemäß IAS 36 "Wertminderung von Vermögenswerten" mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit zu überprüfen, indem ein Impairment-Test durchgeführt wird. Dabei wird der Buchwert einer Zahlungsmittel generierenden Einheit (Cash-Generating Unit, CGU) mit dem erzielbaren Betrag (Recoverable Amount) verglichen. Der Recoverable Amount der CGU ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt gemäß der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie des IFRS 13, d. h. unter Nutzung von Informationen, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. Die niedrigste Ebene innerhalb des Konzerns, auf der die Geschäfts- oder Firmenwerte für interne Managementzwecke überwacht werden, entspricht grundsätzlich der Ebene der Geschäftssegmente im Sinne des IFRS 8. Insofern wird der Geschäfts- oder Firmenwert den Geschäftssegmenten Deutschland, Übriges Europa und USA / Rest der Welt zugeordnet, wobei der dem Segment USA / Rest der Welt zugeordnete Firmenwert vollständig wertberichtigt ist. Im Segment Übriges Europa überwacht das Management den Geschäfts- oder Firmenwert differenziert auf Ebene dreier nach regionalen Gesichtspunkten eingeteilter Zahlungsmittel generierender Einheiten. Der erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert (Value in Use) und wurde als Barwert zukünftiger Cashflows ermittelt. Der Ermittlung der Cashflows wurde eine Mehrjahresplanung der in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen zugrunde gelegt. Der konkrete Planungszeitraum beträgt jeweils drei Jahre. Die Planungen beruhen auf Erfahrungen aus der Vergangenheit sowie auf Erwartungen über die zukünftige Segment- und Marktentwicklung. Die Diskontierungssätze vor Steuern werden auf Basis von Marktdaten ermittelt und betragen für die einzelnen CGUs der Gruppe zwischen 8,20 % und 9,53 % (Vorjahr 6,08 % und 6,89 %). Die Terminal Growth Rate i. H. v. 1,0 % (Vorjahr 1,0 %) übersteigt nicht die langfristigen Wachstumsraten der Branche und der Region, in der die Zahlungsmittel generierenden Einheiten tätig sind. Für die definierten CGUs hat sich im Rahmen des Impairment-Tests kein Wertberichtigungsbedarf ergeben. Eine Modifikation der Grundannahmen hinsichtlich der Erhöhung des Diskontierungszinssatzes und der langfristigen Wachstumsrate um jeweils 1,0 Prozentpunkte würde keinen Wertberichtigungsbedarf nach sich ziehen. Im Bereich der übrigen immateriellen Vermögenswerte wurde im Geschäftsjahr eine außerplanmäßige Wertminderung auf eine aktivierte Kundenliste i. H. v. 104 Tsd. € vorgenommen. Sie erfolgte aufgrund der hinter den Erwartungen zurückbleibenden Umsätze mit den von der Kundenliste umfassten Geschäftsbeziehungen und betrifft ausschließlich das Segment USA/ Rest der Welt. Im Vorjahr fielen keine außerplanmäßigen Wertminderungen an. 13 Als Finanzinvestition gehaltene ImmobilienDer Posten "als Finanzinvestition gehaltene Immobilien" beinhaltet Bestandsimmobilien, die weder selbst genutzt werden noch zur Veräußerung vorgesehen sind, sondern zur Generierung von Mieteinnahmen und Wertsteigerungen gehalten werden. Bei Immobilien, die in diese Kategorie eingestuft werden, erfolgt die Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert. Veränderungen zum aktuellen Buchwert vor Neubewertung (beizulegender Zeitwert des Vorjahres plus nachträgliche / zusätzliche Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich nachträglicher Anschaffungspreisminderungen) werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen oder sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Der Bilanzausweis der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien des Konzerns betrifft eine Gewerbeimmobilie im Euroraum. Die im Berichtsjahr vorgenommene Bewertung hatte eine Anpassung des Zeitwertes i. H. v. - 0,1 Mio. € (Vorjahr Ertrag 0,2 Mio. e) zur Folge, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen wird.
Beim Konzern bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Veräußerbarkeit von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien und keine vertraglichen Verpflichtungen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zu kaufen, zu erstellen oder zu entwickeln. Die Ermittlung des zum 31. Dezember 2022 beizulegenden Zeitwerts der Immobilie wurde eigenständig durch den Konzern vorgenommen. Hierbei wurde die international anerkannte Discounted-Cashflow-Methode angewandt, d. h. die Antizipation der zukünftigen Zahlungsströme, abgezinst auf ihren Barwert zum Bilanzstichtag. Der Zeitwert wurde auf Grundlage wesentlicher nicht beobachtbarer Input-Faktoren (Stufe 3) bestimmt. Zur Ermittlung der Zahlungsströme wurde die gemäß Vertrag mit dem Mieter vereinbarte Miete für den unkündbaren Grundmietzeitraum zugrunde gelegt. Da diese Miete einer indexbasierten jährlichen Anpassung unterliegt, wurde eine aus der Vergangenheitsentwicklung abgeleitete Schätzung der zukünftigen Entwicklung des betreffenden Index unter Berücksichtigung der kurzfristig erwarteten Inflationsraten im Euroraum vorgenommen. Hinsichtlich der im Anschluss an diesen Zeitraum erzielbaren Marktmiete wurde auf ein Bewertungsgutachten eines unabhängigen Immobiliensachverständigen zurückgegriffen. Ebenso wurden diesem Gutachten die von der Summe der Barwerte in Abzug zu bringenden Veräußerungskosten entnommen und um erwartete Kostensteigerungen angepasst. Der zur Ermittlung der Barwerte der Zahlungsströme benötigte Zinssatz von 7,65 % (Vorjahr 6,84 %) wurde aus dem um eine Risikoprämie erhöhten Prime Yield einer im Laufe des Jahres 2022 veröffentlichten Studie des belgischen Immobilienmarktes abgeleitet. Hinsichtlich der Bemessung der nicht auf den Mieter umzulegenden Bewirtschaftungskosten des Objekts wurde die Kostenquote anhand der tatsächlich angefallenen und beim Vermieter verbliebenen Aufwendungen der letzten Geschäftsjahre ermittelt, da diese Daten insofern als repräsentativ auch für zukünftige Jahre eingeschätzt werden. Bei einer Erhöhung (Verminderung) des Diskontierungszinssatzes um 0,25 Prozentpunkte ergibt sich eine Verminderung (Erhöhung) des beizulegenden Zeitwertes von - 473 Tsd. € (+ 505 Tsd. €). Im Vorjahr hätte sich eine entsprechende Verminderung (Erhöhung) des beizulegenden Zeitwerts von - 531 Tsd. €(+ 572 Tsd. €) ergeben. 14 Nach der At-Equity-Methode bilanzierte FinanzanlagenZum 31. Dezember 2022 beläuft sich der Buchwert der nach der At-Equity-Methode bilanzierten Anteile an assoziierten Unternehmen auf 1.883 Tsd. € (Vorjahr 1.545 Tsd. €). Zusammenfassende Finanzinformationen für die nach der At-Equity-Methode bilanzierten Unternehmen enthält die nachfolgende Tabelle, wobei sich die Angaben auf den Konzernanteil an den assoziierten Unternehmen beziehen: Vermögenswerte
Die nicht erfassten Verluste betragen 160 Tsd. € (Vorjahr 21 Tsd. €); kumuliert betragen die nicht erfassten Verluste 347 Tsd. € (Vorjahr 187 Tsd. €). 15 Übrige Forderungen und sonstige VermögenswerteDie Zusammensetzung der Position "Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte" zeigt die nachfolgende Tabelle:
Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2022
Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2021
16 VorräteDie Zusammensetzung der Vorräte zeigt folgende Tabelle auf:
17 Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen sich wie folgt dar:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen bestanden zum aktuellen Berichtsstichtag ebenso wie zum Vorjahresstichtag nicht. Zum 31. Dezember 2022 stellt sich die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt dar:
Die Aufteilung nach Wertberichtigungsquoten stellt sich wie folgt dar:
Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestandes an Forderungen bestehen zum Abschlussstichtag keine Anzeichen, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen sollten. Die Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zeigt folgende Tabelle auf:
18 Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteDie Zusammensetzung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zeigt folgende Tabelle:
Verfügungsbeschränkungen liegen bei den als Zahlungsmittel ausgewiesenen Beträgen nicht vor. 19 Gezeichnetes KapitalZum 31. Dezember 2022 beträgt das Gezeichnete Kapital 43.773.655 € (Vorjahr 43.773.655 e) und ist eingeteilt in ebenso viele auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien. Als Genehmigtes Kapital stand per 31. Dezember 2022 ein Betrag von 20.000.000 € zur Ausgabe von neuen Aktien gegen Bar- oder Sacheinlage zur Verfügung (Vorjahresende 20.000.000 €). Dies resultiert aus dem Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Juni 2019, der die Deufol SE ermächtigt, bis zum 27. Juni 2024 das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 20.000.000 € zu erhöhen. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Juni 2017 wurde die Deufol SE ermächtigt, im Zeitraum vom 28. Juni 2017 bis zum 27. Juni 2022 eigene Aktien bis zu maximal 4.377.365 Stück zu erwerben; dies entspricht 10 % des derzeitigen Grundkapitals. Dieser Beschluss ersetzte die Fassung vom 30. Juni 2016. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 29. Juni 2022 wurde die Deufol SE erneut zum Erwerb eigener Aktien bis zu maximal 4.377.365 Stück im Zeitraum vom 29. Juni 2022 bis zum 28. Juni 2027 ermächtigt. 20 KapitalrücklageDie Kapitalrücklage, die im Wesentlichen das Aufgeld aus der Ausgabe von Aktien sowie Einzahlungen der Gesellschafter beinhaltet, beträgt zum Jahresende 2022 unverändert 107.329 Tsd. €. 21 GewinnrücklageIm Berichtsjahr erfolgte eine Zuführung zu der Gewinnrücklage in Höhe von 56 Tsd. €. Die Gewinnrücklage beläuft sich zum Jahresende 2022 somit auf 12.881 Tsd. € (Vorjahr 12.825 Tsd. €). 22 Eigene AnteileEntsprechend der Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 30. Juni 2016 wurden gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG im Geschäftsjahr 2016 812.775 eigene Aktien erworben. Der Rückkauf erfolgte zu durchschnittlichen Anschaffungskosten von 0,66 € je Aktie i. H. v. 536 Tsd. €. Auf Basis des Beschlusses über die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien, den die Hauptversammlung am 28. Juni 2017 gefasst hatte und der die Fassung vom 30. Juni 2016 ersetzte, wurden im Geschäftsjahr 2019 120.000 eigene Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 2 AktG erworben. Der Rückkauf erfolgte zu durchschnittlichen Anschaffungskosten von 1,05 € je Aktie in Höhe von insgesamt 126 Tsd. €. Im Rahmen des Erwerbs einer Beteiligung durch die Deufol SE im Dezember 2019 wurde der Kaufpreis in Form von 263.600 eigenen Anteilen beglichen, deren gewichteter Durchschnittskurs sich auf 0,71 € je Aktie belief. 23 Nicht beherrschende Anteile am EigenkapitalDie nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital umfassen im Wesentlichen die Anteile fremder Dritter an Gesellschaften der Deufol-Nürnberg-Gruppe und der Deufol-België-Gruppe. Die Entwicklung dieser Anteile ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung detailliert dargestellt. 24 GewinnverwendungDer Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) ermittelten Bilanzgewinn der Deufol SE für das Geschäftsjahr 2022 i. H. v. 13.209 Tsd. € auf neue Rechnung vorzutragen. 25 FinanzverbindlichkeitenFolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Finanzverbindlichkeiten des Deufol Konzerns:
Sachanlagen i. H. v. 54,5 Mio. € (Vorjahr 59,9 Mio. €) und vollkonsolidierte Anteile dienen i. H. v. 5,0 Mio. € (Vorjahr 5,0 Mio. €) der Besicherung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie sonstigen Finanzverbindlichkeiten. Verbindlichkeiten gegenüber KreditinstitutenDem Konzern stehen kurz- und mittelfristige Kreditlinien bei verschiedenen Kreditinstituten i. H. v. 38,6 Mio. € zur Verfügung (Vorjahr 38,6 Mio. €), die zum 31. Dezember 2022 i. H. v. 17,1 Mio. € (Vorjahr 22,8 Mio. €) ausgenutzt waren. Die bilanzierten, variabel verzinslichen Darlehen unterliegen marktüblichen Zinsänderungsrisiken. Der durchschnittliche gewichtete Zinssatz für kurzfristige Kredite betrug im Geschäftsjahr 2022 3,74 % (Vorjahr 3,54 %). Die zu zahlenden Kreditmargen sind teilweise abhängig von der Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen (so genannter Covenants). Nachstehende Tabelle zeigt die wesentlichen kurz-, mittel- und langfristigen Bankverbindlichkeiten des Konzerns auf:
1) 3-Monats-EURIBOR zero-floored + 1,50 %
(Vorjahr: 3-Monats-EURIBOR zero-floored + 3,70 %)
Darüber hinaus bestehen weitere langfristige Bankverbindlichkeiten zur Finanzierung von Sachanlagen, insbesondere Maschinen und technischen Anlagen, i. H. v. 0,5 Mio. € (Vorjahr 0,6 Mio. €). Verbindlichkeiten aus FinanzierungsleasingWir verweisen auf die zusammengefassten Ausführungen zu Leasingverhältnissen in Anhangsangabe (10). 26 PensionsrückstellungenInnerhalb der Deufol Gruppe gibt es sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Versorgungssysteme. Die leistungsorientierten Pensionspläne beinhalten Pensionsverpflichtungen ebenso wie langfristige Abfertigungsansprüche (pensionsähnliche Rückstellungen). Die langfristigen Abfertigungsansprüche sind bei Tochtergesellschaften bzw. Betriebsstätten in Österreich und Italien bilanziert. In Deutschland resultiert der größte Teil aus leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen. Diese umfassen sowohl solche aus bereits laufenden Pensionen als auch aus Anwartschaften auf künftig zu zahlende Pensionen und sind partiell durch eine Unterstützungskasse abgedeckt, deren Vermögenswerte zum Teil als Planvermögen im Sinne des IAS 19 einzustufen sind. Die Abfertigungsansprüche der Tochtergesellschaften in Österreich und der Betriebsstätte in Italien entsprechen den jeweiligen länderspezifischen Regelungen und Gesetzen. Die Bewertung der Versorgungsverpflichtungen erfolgt gemäß den Vorschriften des IAS 19. Die bilanzierten Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Höhe der Pensionsverpflichtungen (versicherungsmathematischer Barwert der erdienten Versorgungsansprüche bzw. "Defined Benefit Obligation") wurde nach versicherungsmathematischen Methoden berechnet. Hierzu wurden folgende Parameter zugrunde gelegt:
* Es wird keine Fluktuation unterstellt, da
ausschließlich unverfallbare Anwartschaften bestehen.
Für die in Deutschland bestehenden Pensionsverpflichtungen wurden hinsichtlich der Sterblichkeit die Heubeck-Richttafeln (RT) 2018 G angewandt. Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Barwerts der Gesamtverpflichtung und der bilanzierten Nettopensionsverpflichtung:
Der Marktwert des Planvermögens, welches sich auf deutsche Pensionsverpflichtungen bezieht, verminderte sich im Berichtsjahr durch versicherungsmathematische Verluste in Höhe von - 27 Tsd. € und unterjährige Veränderungen des Marktwertes in Höhe von - 4 Tsd. € auf 488 Tsd. € (Vorjahr 519 Tsd. €). Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens zum Bilanzstichtag betraf in Höhe von 212 Tsd. € (Vorjahr 208 Tsd. €) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie in Höhe von 276 Tsd. € (Vorjahr 311 Tsd. €) Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen in Form kapitalbildender Lebensversicherungen. Die Wertermittlungen des Planvermögens erfolgen ausschließlich auf Basis öffentlich notierter Marktpreise. Die Pensionsaufwendungen des Geschäftsjahres setzen sich wie folgt zusammen:
Der erwartete Pensionsaufwand für 2023 beträgt 68 Tsd. €. Bei den beitragsdefinierten Versorgungsplänen geht die Deufol Gruppe über die Verpflichtung zur Entrichtung der Beiträge keine weiteren Verpflichtungen ein. Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger i. H. v. 3.786 Tsd. € geleistet (Vorjahr 3.565 Tsd. €). Im Zusammenhang mit der Schließung des so genannten "Carton Business" in den USA hat die Gesellschaft eine Verpflichtung gegenüber einer Pensionskasse i. H. v. 2.400 Tsd. € (Vorjahr 2.410 Tsd. €) passiviert. Für diese Verpflichtung erfolgen keine Berechnungen gemäß IAS 19, jedoch ist die Verpflichtung über eine Zeit von 20 Jahren zu tilgen. Die Pensionszahlungen hängen generell von der Beschäftigungsdauer und/ oder der Vergütung der Anspruchsberechtigten im Zeitpunkt des Versorgungsfalls ab. Die Pensionsverpflichtungen ebenso wie die Kapitalanlagen in Planvermögen unterliegen verschiedenen Risiken, die negative Effekte insbesondere auf die Rückstellungen und das Eigenkapital haben können. Hierbei handelt es sich vornehmlich um demografische / biometrische Risiken sowie Zins- und Anlagerisiken. SensitivitätsanalyseEin Anstieg bzw. Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen um 0,25 Prozentpunkte hätte auf die Pensionsverpflichtungen zum 31. Dezember 2022 folgende Auswirkungen:
Den Sensitivitätsberechnungen liegt die durchschnittliche Laufzeit der zum 31. Dezember 2022 ermittelten Versorgungsverpflichtungen zugrunde; diese gewichtete durchschnittliche Laufzeit beläuft sich für die deutschen Verpflichtungen auf 12,2 Jahre (Vorjahr 15,0 Jahre). Für die in Österreich bestehenden Abfertigungsrückstellungen beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit 11,7 Jahre (Vorjahr 11,6 Jahre). Die Berechnungen wurden für die als wesentlich eingestuften versicherungsmathematischen Parameter isoliert vorgenommen, um die Auswirkungen auf den zum 31. Dezember 2022 berechneten Barwert der Pensionsverpflichtungen separat aufzuzeigen. In der Sensitivitätsanalyse sind die Verpflichtungen gegen eine Pensionskasse in den USA nicht enthalten, da diese eingefroren sind und die Veränderungen der versicherungsmathematischen Annahmen deshalb keinen Einfluss auf die Pensionsverpflichtung haben. 27 Sonstige RückstellungenDie Entwicklung der sonstigen Rückstellungen ist in folgender Tabelle dargestellt:
Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten wurden für drohende Inanspruchnahmen aus laufenden Rechtsstreitigkeiten gebildet. Die Rückstellung für Rückbauverpflichtungen bezieht sich auf die im Rahmen der Akquisition der Wallmann-Gruppe zugegangenen Gebäude auf gemieteten Flächen im Hamburger Hafen. Die im Berichtsjahr erfolgte Zuführung in Höhe von 931 Tsd. € resultiert aus der Anhebung kostenseitiger Berechnungsparameter infolge der Inflationsentwicklung (752 Tsd. €) sowie aus der Aufzinsung der Rückstellung (179 Tsd. €; Vorjahr 202 Tsd. €). Die durch die Deufol Gruppe gebildeten Rückstellungen sind sowohl kurz- als auch langfristiger Natur. Im Einzelnen ergibt sich folgende Struktur der erwarteten Fälligkeiten der Abflüsse:
28 Sonstige VerbindlichkeitenDie sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
29 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und LeistungenDie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen i. H. v. 23.179 Tsd. € (Vorjahr 17.723 Tsd. €) haben allesamt eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Darin enthalten sind Verbindlichkeiten aus noch nicht abgerechneten Lieferungen und Leistungen i. H. v. 5.651 Tsd. € (Vorjahr 4.769 Tsd. €). Erläuterungen zur Konzern KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung des Konzerns wird gemäß IAS 7 erstellt. Sie zeigt Herkunft und Verwendung der Geldströme in den Geschäftsjahren 2022 und 2021. Ihr kommt damit eine zentrale Bedeutung für die Beurteilung der Finanzlage des Deufol Konzerns zu. Die Kapitalflussrechnung unterscheidet dabei zwischen Mittelveränderungen aus betrieblicher Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" und umfasst Kassenbestände, Schecks und sofort verfügbare Bankguthaben, deren ursprüngliche Laufzeit bis zu drei Monate beträgt. Die Zusammensetzung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist in Anhangsangabe (18) erläutert. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit und der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit sind jeweils direkt ermittelt. Demgegenüber wird der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit indirekt abgeleitet. 30 Cashflow aus der betrieblichen GeschäftstätigkeitAus der betrieblichen Geschäftstätigkeit ergab sich im Geschäftsjahr 2022 ein Mittelzufluss von 35,1 Mio. € (Vorjahr 12,5 Mio. €). 31 Akquisitionen und VerkäufeAkquisitionen, Gründungen und Verkäufe erfolgten im Berichtsjahr nicht. 32 Cashflow aus der InvestitionstätigkeitAus der Investitionstätigkeit resultierte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Mittelabfluss von 5,6 Mio. € (Vorjahr 7,4 Mio. €). Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrugen 6,4 Mio. € und aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen resultierte ein Mittelzufluss i. H. v. 0,2 Mio. €. Mittelabflüsse aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten erfolgten im Berichtsjahr nicht; aus im Vorjahr erfolgten Verkäufen von Tochterunternehmen flossen dem Deufol Konzern 0,2 Mio. € infolge der planmäßigen Begleichung einer Kaufpreisrate im Berichtsjahr zu. Die erhaltenen Zinsen und Dividenden machten ebenfalls 0,2 Mio. € aus. 33 Cashflow aus der FinanzierungstätigkeitAus der Finanzierungstätigkeit resultierte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Mittelabfluss von 26,4 Mio. € (Vorjahr 22,9 Mio. €). Die Zahlungsmittelabflüsse aus der Tilgung von sonstigen Finanzverbindlichkeiten beliefen sich auf 13,4 Mio. € (Vorjahr 13,7 Mio. €); die gezahlten Zinsen machten 3,2 Mio. € aus (Vorjahr 3,7 Mio. €). Darüber hinaus verminderten sich die Zahlungsmittel durch Tilgung von Bankverbindlichkeiten i. H. v. 9,8 Mio. € (Vorjahr 5,5 Mio. €). Im Folgenden wird eine Überleitung der Finanzverbindlichkeiten zum Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit im Geschäftsjahr 2022 und im Vorjahr dargestellt:
34 Veränderung der Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteDer Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten erhöhte sich per saldo um 3,4 Mio. € auf 17,6 Mio. €. Die Netto-Finanzverschuldung, definiert als Finanzverbindlichkeiten abzüglich Finanzforderungen, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten des Konzerns, verminderte sich um 9,6 Mio. € auf 71,0 Mio. €. Sonstige Angaben35 Haftungsverhältnisse und EventualverbindlichkeitenIm Konzern bestehen Bürgschaften zugunsten Dritter nur für bilanzierte Verpflichtungen oder für innerhalb des Konzerns gegebene wechselseitige Mietbeitrittsgarantien. Gegenüber assoziierten Unternehmen bestehen wie in Vorjahren keine Bürgschaften. Rechtsstreitigkeiten und Verwaltungsverfahren werden von uns auf Einzelfallbasis geprüft. Wir bewerten die möglichen Ergebnisse solcher Rechtsstreitigkeiten anhand der uns vorliegenden Informationen und in Rücksprache mit unseren Rechtsanwälten und Steuerberatern. Soweit nach unserer Einschätzung eine Verpflichtung wahrscheinlich zu zukünftigen Mittelabflüssen führen wird, passivieren wir den Barwert der erwarteten Mittelabflüsse, soweit diese als verlässlich messbar betrachtet werden. Rechtsstreitigkeiten sowie Steuerangelegenheiten werfen komplexe Fragen auf und sind mit zahlreichen Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten verbunden, u. a. aufgrund des Sachverhaltes, der Umstände jedes einzelnen Falles und der Behörde, die involviert ist. In Ungarn hat die Deufol von 2019 bis 2021 umfangreiche Investitionen im Zusammenhang mit dem Aufbau eines neuen Werkes insbesondere in Grundstücke und Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung getätigt. Teile dieser Investitionen wurden auf Basis eines Fördervertrages durch staatliche Zuschüsse gefördert. In der nunmehr von 2022 bis 2027 andauernden Monitoringphase müssen bestimmte Bedingungen auf Jahresbasis bzw. kumuliert am Ende der Monitoringphase erfüllt werden. Werden diese Bedingungen nicht oder nicht vollständig eingehalten, kann der Zuschuss ganz oder in Teilen zurückgefordert werden. Zur Absicherung der Möglichkeit der (teilweisen) Rückzahlung der Förderung hat die Deufol SE eine Garantie gegenüber dem ungarischen Staat abgegeben. 36 EventualforderungenEventualforderungen, die eine wesentliche finanzielle Auswirkung auf die Deufol Gruppe haben könnten, bestanden im Berichtsjahr nicht. 37 Angaben zum KapitalmanagementDeufol verfolgt grundsätzlich das Ziel, die Eigenkapitalbasis nachhaltig zu sichern. Als Zielgröße wird eine Konzerneigenkapitalquote von über 40 % angestrebt. Per 31. Dezember 2022 betrug die Eigenkapitalquote des Konzerns 46,0 % (Vorjahr 44,5 %). Die Eigenkapitalquote fungiert hierbei lediglich als passives Steuerungskriterium, während Umsatz und operatives Ergebnis (EBIT) als aktive Steuerungsgrößen herangezogen werden. Innerhalb des Konzerns sind in einigen Fällen Kreditverträge mit der Einhaltung von Finanzkennzahlen verknüpft. Die Entwicklung der relevanten Finanzkennzahlen ist in diesen Fällen fester Bestandteil des Reportings der betroffenen Unternehmen, um frühzeitig Fehlentwicklungen zu erkennen und gegenzusteuern bzw. mit den betroffenen Kreditgebern Verhandlungen aufzunehmen. Sämtliche Finanzkennzahlen wurden im Geschäftsjahr eingehalten. 38 FinanzrisikomanagementDie Deufol Gruppe ist im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Marktrisiken (Währungsrisiko, Zinsrisiko und Warenpreisrisiko), das Ausfallrisiko und das Liquiditätsrisiko. Die Deufol Gruppe setzt zur Steuerung dieser Risiken ein konzerneinheitliches Risikomanagementsystem ein. Ziel ist es, eine auf Maßnahmen und somit stetiger Risikominimierung basierende Arbeitsweise zu erreichen. Derivative Finanzinstrumente werden innerhalb der Deufol Gruppe ausschließlich zur Risikoreduzierung eingesetzt. WährungsänderungsrisikenUnter Währungsänderungsrisiko versteht man das Risiko, dass der Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Wechselkursänderungen schwanken. Insgesamt sind die Risiken aus der Änderung von Wechselkursen für die operative Tätigkeit der Deufol Gruppe von untergeordneter Bedeutung. Auswirkungen auf die Vermögenslage des Konzerns ergeben sich im Wesentlichen durch die Umrechnung der in US-Dollar aufgestellten Abschlüsse der amerikanischen Gesellschaften in die Berichtswährung Euro. Wäre der Euro gegen den US-Dollar um 10 % stärker (schwächer), so wäre das Ergebnis der Gruppe um 26 Tsd. € niedriger (höher) und im Vorjahr um 63 Tsd. € höher (niedriger). Der Ausgleichsposten im Eigenkapital wäre um o Tsd. € niedriger (höher), im Vorjahr um 3 Tsd. € höher (niedriger). Weitere Währungsänderungsrisiken ergeben sich vor allem durch die Einbeziehung der tschechischen und ungarischen Gesellschaften sowie der polnischen Gesellschaft. Seit dem Auslaufen der bis in das Vorjahr hinein bestehenden Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Währungsrisiken hat die Deufol keine neuen Devisentermingeschäfte abgeschlossen. ZinsänderungsrisikenUnter dem Zinsänderungsrisiko versteht man das Risiko, dass der Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken. Unternehmen können diesem Risiko sowohl durch variabel als auch durch festverzinsliche Finanzinstrumente ausgesetzt sein. In der Deufol Gruppe werden sowohl fest- als auch variabel verzinsliche Finanzinstrumente gehalten. Wenn das Zinsniveau zum 31. Dezember 2022 für variabel verzinsliche Verbindlichkeiten um durchschnittlich 100 Basispunkte höher (niedriger) gewesen wäre, so hätte dies eine Auswirkung auf den Zinsaufwand des Konzerns i. H. v. rund 193 Tsd. € (Vorjahr 266 Tsd. €) gehabt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Zinsentwicklungen hat die Deufol Gruppe im Berichtsjahr Zinssicherungsgeschäfte auf mehrere Darlehen mit unterschiedlichen Laufzeiten abgeschlossen, die auf Basis einer festen Zinsmarge zuzüglich eines zero-floored 3-Monats-EURIBOR als Referenzzinssatz verzinst werden. Jedes Zinssicherungsgeschäft ist hierbei einem Darlehen als Grundgeschäft zugeordnet und weist nahezu identische Konditionen wie das jeweilige Grundgeschäft auf, insbesondere hinsichtlich des Referenzzinssatzes, der Zinsanpassungstermine, der Laufzeiten, der Nennbeträge und der Zahlungstermine. Die Zinssicherungskontrakte sind gemäß IFRS 9 vollumfänglich als Sicherungsinstrumente zur Absicherung von Cashflows (Cashflow-Hedges) aus variablen Zahlungsströmen der betreffenden Darlehen designiert. Zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument besteht jeweils eine wirtschaftliche Beziehung, da die Konditionen der Zinssicherungskontrakte denjenigen der variabel verzinslichen Darlehen in allen wesentlichen Vertragsbedingungen entsprechen. Das zugrunde liegende Risiko der Zinssicherungsgeschäfte ist mit dem der abgesicherten Risikokomponenten identisch. Daher hat der Konzern für die Sicherungsbeziehungen ein Absicherungsverhältnis von 1:1 festgelegt. Die von der Deufol Gruppe zum Bilanzstichtag gehaltenen Zinssicherungsgeschäfte betreffen drei Ratentilgungsdarlehen, die unterschiedliche Laufzeiten (endend 2026, 2027 und 2032) aufweisen und die zum Stichtag mit 9,7 Mio. € valutierten. Alle Darlehen werden auf Basis des 3-Monats-EURIBOR zuzüglich einer festen Zinsmarge zwischen 1,80 % und 2,20 % verzinst. Die Zinssicherungsgeschäfte, jeweils bestehend aus einem Zinsswap und einer Floor-Komponente, beinhalten einen Festzins (einschließlich Floor-Prämie) in einer Spanne von 1,37 % bis 1,80 %. Aus den Zinsswaps verpflichtet sich die Deufol Gruppe, einen festen Zins an die Bank zu zahlen. Im Gegenzug zahlt die Bank den 3-Monats-EURIBOR, sofern er positiv ist. Im Falle eines negativen 3-Monats-EURIBOR hat die Deufol Gruppe diesen an die Bank zu zahlen; mittels einer Floor-Komponente, um die jeder Zinsswap ergänzt ist, ist in diesen Fällen jedoch auch die Bank verpflichtet, den 3-Monats-EURIBOR an die Deufol Gruppe zu zahlen, so dass sich die Zahlungsströme aus dem 3-Monats-EURIBOR insoweit ausgleichen und Kongruenz mit den Grundgeschäften erreicht wird, die auf Basis eines zero-floored 3-Monats-EURIBOR verzinst werden. Die Auswirkungen der Zinsswaps auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind im Folgenden dargestellt. Die eingesetzten Sicherungsinstrumente haben folgende Auswirkungen auf die Bilanz: Buchwerte bzw. Zeitwerte der Sicherungsinstrumente, die in ein Hedge Accounting einbezogen werden
Im Rahmen der Bilanzierung von Cashflow-Hedges sind die designierten effektiven Anteile einer Sicherungsbeziehung erfolgsneutral im OCI auszuweisen. Alle darüber hinausgehenden Änderungen des Marktwerts der designierten Komponente werden als Ineffektivität erfolgswirksam erfasst. Sämtliche Cashflow-Hedges wurden im Geschäftsjahr 2022 (wie im Vorjahr) als vollumfänglich effektiv beurteilt. In nachfolgender Tabelle erfolgt eine Überleitung der Rücklage für die Absicherung von Cashflow-Hedges:
WarenpreisrisikoDer Konzern benötigt insbesondere Verpackungsmaterialien, wie z. B. Holz, Folien, Schrauben oder Pappe. Die Einkaufspreise dieser Produkte können je nach Marktsituation schwanken. Nicht immer können die schwankenden Preise an die Kunden direkt weitergegeben werden. Daher besteht ein Warenpreisrisiko, das Einfluss auf die Ergebnis-, Eigenkapital- sowie die Cashflow-Situation haben kann. Zur Minderung der Risiken wurden Rahmenlieferverträge mit verschiedenen Lieferanten abgeschlossen. Darüber hinaus ist in manchen Verträgen eine direkte Weiterbelastung des Materialaufwandes vereinbart, so dass bei diesen Verträgen kein materielles Warenpreisrisiko besteht. Darüber hinaus passen wir die Vorratshaltung zur Abfederung von Preisbewegungen und zur Sicherstellung der Verfügbarkeit unserer Vorräte der Marktlage entsprechend an. Kreditrisiko (Ausfallrisiko)Der Konzern schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab. Kunden der Deufol Gruppe sind nahezu ausschließlich große Industrieunternehmen mit guter oder sehr guter Bonität. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, so dass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist. Das maximale Ausfallrisiko aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist auf deren Buchwert beschränkt. Zu weiteren Angaben verweisen wir auf Anhangsangabe (17). Bei sonstigen finanziellen Vermögenswerten des Konzerns wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen und sonstigen Forderungen entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente. LiquiditätsrisikenUnter Liquiditätsrisiko versteht man das Risiko, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten hat, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, die sich aus seinen Finanzinstrumenten ergeben. Die Finanzierung der Deufol Gruppe erfolgt in verschiedenen regionalen Finanzierungskreisen. Zur Finanzierung werden im Wesentlichen syndizierte Kreditfazilitäten sowie bilaterale Bankkredite eingesetzt. Der Liquiditätsstatus der konsolidierten ausländischen Konzerngesellschaften wird durch das lokale Management laufend überwacht und in regelmäßigem Turnus an das Management des Konzerns gemeldet; für die deutschen Gesellschaften erfolgt die tägliche Liquiditätsüberwachung und -steuerung zentral durch die Konzernverwaltung. Nachfolgende Tabelle zeigt alle vertraglich vereinbarten Zahlungen für Zinsen und Tilgungen aus bilanzierten finanziellen Verpflichtungen:
Weitere Angaben zu FinanzinstrumentenDie Nettoergebnisse der Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar:
Wertansätze der FinanzinstrumenteZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten. Deshalb entsprechen zum Abschlussstichtag deren Buchwerte näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher stimmen die bilanzierten Werte näherungsweise mit den beizulegenden Zeitwerten überein. Die beizulegenden Zeitwerte von verzinslichen Darlehen sowie Leasingverbindlichkeiten werden als Barwert der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung von Marktzinssätzen ermittelt. Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente betreffen derivative Zinssicherungskontrakte, die in ein Hedge Accounting einbezogen sind. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Zinssicherungsgeschäfte erfolgt anhand von Bewertungstechniken basierend auf beobachtbaren Marktdaten zum Bilanzstichtag (Stufe 2) und ergeben sich durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsmittelströme; hierbei dienen Marktzinssätze zur Abzinsung, die über die Restlaufzeit der Instrumente angewendet werden. Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie nach IFRS 7 in Verbindung mit IFRS 13 sind im Folgenden beschrieben:
Die Wertansätze der Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien sowie die Fair-Value-Hierarchiestufen stellen sich wie folgt dar:
* Mit Recycling = Posten, die zukünftig
möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden
* Mit Recycling = Posten, die zukünftig
möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden
Segmentinformationen nach Regionen und Dienstleistungen39 SegmentberichterstattungDie Segmentberichterstattung wird gemäß den Regelungen des IFRS 8 (Geschäftssegmente) erstellt. Das primäre Berichtsformat orientiert sich an geografischen Bereichen, die zum Zwecke der Unternehmenssteuerung zusammengefasst wurden. Als für die Beurteilung des Geschäftserfolgs der Segmente verwendetes Segmentergebnis hat das Management das Periodenergebnis vor Ertragsteuern, Finanzerträgen, Finanzaufwendungen, Gewinnanteilen an at Equity bilanzierten Unternehmen und Wertminderungen auf Firmenwerte (EBITA) festgelegt. Die Deufol Gruppe verfügt über folgende berichtspflichtige Segmente:
Die Holding umfasst die Konzernverwaltung und beinhaltet neben Konzernleitungsfunktionen Unterstützungsfunktionen wie Key Accounting und Unternehmenskommunikation. Das Betriebsergebnis (EBITA) der Geschäftseinheiten wird vom Management getrennt überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen und um die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen. Die Entwicklung der Segmente wird im Wesentlichen anhand des Betriebsergebnisses bewertet. Da die Deufol Gruppe dezentral organisiert ist, können auch Finanzaufwendungen und -erträge sowie Ertragsteuern den einzelnen Geschäftssegmenten zugeordnet werden. Die Verrechnungspreise zwischen den Geschäftssegmenten werden anhand der marktüblichen Konditionen unter fremden Dritten ermittelt. 40 Segmentinformationen nach Regionen
Informationen über wichtige KundenDie Deufol Gruppe hat zwei große Kunden im Bereich der Verpackung und Logistik, mit denen im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt 72,6 Mio. € (Vorjahr 64,8 Mio. e) bzw. 35,2 Mio. € (Vorjahr 27,5 Mio. €) oder rund 26,7 % bzw. 13,0 % des Umsatzes (Vorjahr 26,7 % bzw. 11,3 %) der Deufol Gruppe erwirtschaftet wurden. Diese Kunden betreffen vorrangig das Segment Deutschland und darüber hinaus auch die Segmente Übriges Europa und USA/ Rest der Welt. Weitere Erläuterungen zur SegmentberichterstattungIm Bereich der übrigen immateriellen Vermögenswerte wurde im Geschäftsjahr eine außerplanmäßige Wertminderung auf eine aktivierte Kundenliste i. H. v. 104 Tsd. € vorgenommen. Sie erfolgte aufgrund der hinter den Erwartungen zurückbleibenden Umsätze mit den von der Kundenliste umfassten Geschäftsbeziehungen und betrifft ausschließlich das Segment USA/ Rest der Welt. Im Vorjahr fielen keine außerplanmäßigen Wertminderungen an. Der Konzern bewertet eine als Finanzinvestition gehaltene Immobilie zu dem beizulegenden Zeitwert. Hieraus ergab sich ein Abwertungsaufwand i. H. v. 92 Tsd. € (Vorjahr Aufwertungsertrag 207 Tsd. €), der im EBIT des Segments Übriges Europa enthalten ist. 41 Informationen über DienstleistungenNachfolgende Tabelle zeigt die Umsatzentwicklung nach Dienstleistungen:
42 Ereignisse nach dem BilanzstichtagWesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, über die gemäß IAS 10 zu berichten wäre, sind nicht eingetreten. Ergänzende AnhangsangabenAngaben zu den OrganenDer Verwaltungsrat, der per Jahresende 2022 aus fünf nicht geschäftsführenden Direktoren und drei geschäftsführenden Direktoren bestand, setzte sich im Berichtszeitraum wie folgt zusammen: Name und Funktion
Den Mitgliedern des Verwaltungsrats wurden weder Kredite noch Vorschüsse gewährt. Weiterhin wurden keine Haftungsverhältnisse zugunsten der Mitglieder des Verwaltungsrats eingegangen. Die Bezüge des Verwaltungsrats für das Jahr 2022 betrugen 153 Tsd. € (Vorjahr 140 Tsd. €). Der Kreis der geschäftsführenden Direktoren setzte sich im Berichtszeitraum wie folgt zusammen:
Die Bezüge der geschäftsführenden Direktoren setzten sich wie folgt zusammen:
Bei der Gesamtvergütung der geschäftsführenden Direktoren handelt es sich um kurzfristig fällige Leistungen. Angaben nach § 264 Abs. 3 HGBDer Konzernabschluss der Deufol SE hat befreiende Wirkung für die Erstellung und Offenlegung der Jahresabschlüsse der einbezogenen Kapitalgesellschaften nach § 264 Abs. 3 HGB, sobald die Voraussetzungen dieser Vorschriften erfüllt sind. Die Befreiungsvorschriften werden von den nachfolgenden einbezogenen Gesellschaften in Anspruch genommen:
Beziehungen zu nahestehenden PersonenNeben den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen steht die Deufol SE in Ausübung ihrer normalen Geschäftstätigkeit in unmittelbaren oder mittelbaren Beziehungen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures; diese sind in der Liste des Anteilsbesitzes verzeichnet. Die Geschäftsbeziehungen mit diesen Gesellschaften werden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Die ARNECKE SIBETH DABELSTEIN Rechtsanwälte Steuerberater Partnerschaftsgesellschaft mbB, Frankfurt am Main, ist aufgrund der Tatsache, dass ein Partner seit dem 30. Juni 2016 Mitglied des Verwaltungsrats der Deufol SE ist, als nahestehendes Unternehmen einzustufen. Im Geschäftsjahr 2022 fielen sonstige betriebliche Erträge i. H. v. 23 Tsd. € (Vorjahr o Tsd. €) und Aufwendungen i. H. v. 577 Tsd. € (Vorjahr 1.008 Tsd. €) an. Zum 31. Dezember 2022 bestanden Verbindlichkeiten gegen die ARNECKE SIBETH DABELSTEIN Rechtsanwälte Steuerberater Partnerschaftsgesellschaft mbB i. H. v. 53 Tsd. € (Vorjahr 390 Tsd. €). Die Hofgut Liederbach GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, ist aufgrund der Tatsache, dass die beiden Gesellschafter Mitglieder des Verwaltungsrats der Deufol SE sind, als nahestehendes Unternehmen einzustufen. Im Geschäftsjahr 2022 fielen sonstige betriebliche Erträge i. H. v. 1 Tsd. € (Vorjahr 0 Tsd. €) und Aufwendungen i. H. v. 401 Tsd. € (Vorjahr 389 Tsd. €) an. Zum 31. Dezember 2022 bestanden wie im Vorjahr keine Forderungen oder Verbindlichkeiten gegenüber der Hofgut Liederbach GmbH & Co. KG. Die Rhein-Main-Classics GmbH, Frankfurt am Main, ist aufgrund der Tatsache, dass die Gesellschafter Mitglieder des Verwaltungsrats der Deufol SE sind, als nahestehendes Unternehmen einzustufen. Im Geschäftsjahr 2022 fielen sonstige betriebliche Erträge i. H. v. 371 Tsd. € (Vorjahr 0 Tsd. €) an. Zum 31. Dezember 2022 bestanden, ebenso wie im Vorjahr, keine Forderungen oder Verbindlichkeiten gegen die Rhein-Main-Classics GmbH. Die Timmerhell GmbH, Hofheim am Taunus, ist aufgrund der Tatsache, dass die beiden Gesellschafter Mitglieder des Verwaltungsrats der Deufol SE sind, als nahestehendes Unternehmen einzustufen. I m Geschäftsjahr 2022 fielen Aufwendungen i. H. v. 301 Tsd. € (Vorjahr 302 Tsd. €) an. Zum 31. Dezember 2022 bestanden Verbindlichkeiten i. H. v. 14 Tsd. € (Vorjahr 14 Tsd. €) gegen die Timmerhell GmbH. Die Rüdiger Grube International Business Leadership GmbH, Hamburg, ist aufgrund der Tatsache, dass der geschäftsführende Gesellschafter seit dem 29. Juni 2018 Mitglied des Verwaltungsrats der Deufol SE ist, als nahestehendes Unternehmen einzustufen. Im Geschäftsjahr 2022 fielen Aufwendungen i. H. v. 0 Tsd. € (Vorjahr 13 Tsd. €) an. Zum 31. Dezember 2022 bestanden wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten gegen die Rüdiger Grube International Business Leadership GmbH. Die Corporate Navigator GmbH & Co. KG, Hamburg, ist aufgrund der Tatsache, dass der geschäftsführende Gesellschafter seit 26. Juni 2020 Mitglied des Verwaltungsrats der Deufol SE ist, als nahestehendes Unternehmen einzustufen. Im Geschäftsjahr 2022 fielen Aufwendungen i. H. v. 15 Tsd. € (Vorjahr 19 Tsd. €) an. Zum 31. Dezember 2022 bestanden keine Forderungen oder Verbindlichkeiten (Vorjahr Forderungen 6 Tsd. €) gegen die Corporate Navigator GmbH & Co. KG. Gerard van Kesteren, Willerzell / Schweiz, ist als Berater für die Deufol Gruppe tätig und aufgrund der Tatsache, dass er seit dem 29. Juni 2022 Mitglied des Verwaltungsrats der Deufol SE ist, als nahestehende Person einzustufen. Im Geschäftsjahr 2022 fielen Aufwendungen i. H. v. 55 Tsd. € an. Zum 31. Dezember 2022 bestanden keine Forderungen oder Verbindlichkeiten gegen Gerard van Kesteren. Ebenfalls unter den Transaktionen mit anderen nahestehenden Unternehmen ausgewiesen sind Beziehungen aus Leistungsverkehr mit Gesellschaften, an denen Herr Detlef W. Hübner mehrheitlich beteiligt ist. Diese Transaktionen führten im Geschäftsjahr 2022 zu keinen Erlösen (Vorjahr 0 Tsd. €) oder Aufwendungen (Vorjahr 0 Tsd. €). Zum 31. Dezember 2022 bestanden gegen diese Gesellschaften weder Verbindlichkeiten (Vorjahr 0 Tsd. €) noch Forderungen (Vorjahr 0 Tsd. €). Folgende Tabelle stellt die vom Konzern erbrachten bzw. empfangenen Leistungen gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen im Geschäftsjahr dar:
Hofheim am Taunus, den 31. März 2023 Die geschäftsführenden Direktoren Dennis Hübner Ebrahem Al Kadari Jürgen Hillen Detlef W. Hübner Marc Hübner Jürgen Schmid Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Deufol SE, Hofheim am Taunus - bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und Konzernanhang einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Deufol SE, Hofheim am Taunus, zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die Einbeziehung der Buchführung in die Abschlussprüfung nach § 317 Abs. 1 Satz 1 HGB sowie die Prüfung des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 2 HGB stellen zusätzliche gesetzliche Anforderungen dar, die über diejenigen der Internationalen Prüfungsstandards (ISA) hinausgehen. Unsere nach § 317 HGB durchgeführte Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lage- und Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der Internationalen Prüfungsstandards (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter des Mutterunternehmens sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Verwaltungsrats für den Konzernabschluss und zusammengefassten Lage- und KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 e Abs. 3 HGB geltenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und zusammengefassten Lage- und KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist und ob der zusammengefasste Lage- und Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der Internationalen Standards (ISA) durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Als Teil unserer Prüfung in Übereinstimmung mit den ISA üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren uns eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen u. a. den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hofheim am Taunus, 31. März 2023 VOTUM
AG
Leoff, Wirtschaftsprüfer Lehnert, Wirtschaftsprüfer LageberichtGrundlagen des KonzernsOrganisationsstruktur und
Geschäftsfelder
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Verpackung und Logistik |
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Produktion |
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IT Services |
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Real Estate |
Der Servicebereich Verpackung und Logistik bildet weiterhin unsere Kernkompetenz ab und fokussiert somit auf alle Verpackungsaktivitäten im Industrie- und Exportgüterbereich. Wir sind mit allen Materialien und Möglichkeiten vertraut, um individuelle Verpackungen für einzigartige Produkte zu konstruieren und nachhaltig zu gestalten. Außerdem bieten wir fachliche Beratung rund um die Logistik an und analysieren und optimieren die Prozesse unserer Kunden, um Einsparungspotenziale bei Zeit, Material und Kosten offenzulegen und nutzbar zu machen. Weiterhin bieten wir Warehousing-Dienstleistungen an und expandieren in den Bereich der Inhouse-Logistik und des Onsite-Materialmanagements unserer Kunden. Auch angrenzende Dienstleistungen, wie die Einlagerung von Gütern und die De- und Remontage von Industrieanlagen, Großmaschinen und Projektaufträgen, ergänzen unser Angebot. Somit stellen wir für unsere Kunden einen Komplettservice rund um den Verpackungs- und Logistikprozess: Planung, Ausführung und Nachverfolgung - individuell abgestimmt, integriert und optimiert.
Zunehmend an Relevanz gewinnt zudem unser Angebot an Hub-Lösungen, mit denen wir in wichtigen Hafengebieten, aber auch im Binnenland den Kunden die Konsolidierung der unterschiedlichen Komponenten für die Aufträge aus dem Anlagenbau und dem Projektgeschäft ermöglichen. Gleichzeitig organisieren wir hiermit für den Kunden den Transport seiner Anlagen und Komponenten mit optimierten Abläufen und optimierter Verpackung sowie reduzierten Ladungsträgern besonders ressourcenschonend und nachhaltig. Wir bauen das Hub-Konzept weiter aus und verstärken weiterhin unser Netzwerk im In- und Ausland.
Im Jahr 2022 haben wir unser Portfolio um das Angebot von Outbound-Hubs erweitert. Dazu haben wir als Erstes einen Standort in Houston (Texas) eröffnet. Mit Outbound-Hubs bieten wir die Lagerung und Konsolidierung von Komponenten in der Zielregion des Endkunden der Anlagen und Projekte an, um so die Abhängigkeiten von den Seefracht-Kapazitäten zu reduzieren und die Flexibilität unserer Kunden zur Belieferung an deren Endkunden zu erhöhen. Das Konzept ermöglicht zudem eine weitere Optimierung des Container-Staus und somit eine Reduktion des benötigten Frachtraums für den Überseetransport und eine Vermeidung kurzfristiger Luftfracht-Notwendigkeiten. Somit tragen wir in großem Umfang dazu bei, die Wertschöpfungsketten unserer Kunden nachhaltiger zu gestalten und die resultierenden CO 2-Belastungen der Kunden-Projektlogistik deutlich zu reduzieren.
Das langjährige Know-how aus unserem Kerngeschäft nutzen wir im Servicebereich Produktion auch für die Herstellung und den Vertrieb von optimiertem Verpackungsmaterial. Unsere Erfahrung erstreckt sich auf die verschiedensten Verpackungsdesigns, auf Prototypenbau und Montage sowie auf die automatisierte Fertigung von Verpackungen. Neben der Weiterentwicklung individueller Verpackungslösungen beschäftigen wir uns mit der Erarbeitung von Standards für die Verpackung, die zur Reduktion des Materialverbrauchs und somit zur Produktnachhaltigkeit beitragen und einem Kostenanstieg damit entgegenwirken wie auch die Wiederverwendbarkeit von Verpackungsmitteln ermöglichen. Die Einzel- und Serienfertigung wird im Rahmen dieses Servicebereichs sowohl genutzt, um direkt für unsere Kunden im Rahmen der Verpackung bestmögliche Resultate zu erzielen, als auch, um an Dritte verkauft zu werden. Letztlich verfolgen wir damit drei Ziele: den reibungslosen Ablauf aller Prozesse, die Senkung von Stück- und Prozesskosten sowie die ressourcenschonende und nachhaltige Verwendung von Rohstoffen.
Komplexe Lieferketten verlangen sorgfältige Planung und durchgängige Überwachung. Wir kennen die Herausforderungen rund um die Supply Chain und entwickeln für unsere Kunden die effizienteste und sicherste Lösung. Dank eigenentwickelter IT-Tools können wir komplexe Kundenprozesse analysieren und Verschwendungen eliminieren. Um den ordnungsgemäßen Zustand verpackter Ware auf dem gesamten Transportweg sicherzustellen, nutzen wir unsere eigene Supply Chain Management Software (D-SCS) in Kombination mit unserer Fotodokumentations-App, welche auf allen gängigen mobilen Endgeräten über die App Stores (Android und iOS) verfügbar ist. Auch im Verpackungsprozess selbst nutzen wir IT-Lösungen wie unser anspruchsvolles CAD-Design für das Verpackungsmaterial, um Material- und Kosteneinsparpotenziale zu realisieren. Über unsere Anwendung DSCS (Deufol Supply Chain Solution) ermöglichen wir zudem die End-To-End Abwicklung der Logistikprozesse weit über die Verpackung und den Transport hinaus. So optimieren wir die komplette Wertschöpfungskette - von der Verpackungslösung bis zum Bestimmungsort der Ware.
Die räumliche Nähe zu unseren Industriekunden und ihren Produkten entscheidet über unseren Erfolg, denn Verpackungslösungen werden direkt vor Ort benötigt. Der Servicebereich Real Estate bildet die Basis für die optimierte Nutzung unserer Standorte und Immobilien. Durch die Bündelung der komplexen unternehmensspezifischen Real Estate-Aktivitäten gewährleisten wir Kostenvorteile und optimale Auslastung unserer Standorte im Immobilien-Portfolio. Das Vorhalten eigener Immobilien an strategischen Standorten wie Häfen und anderen Logistik-Hubs sowie zentralen Produktionsstandorten sichert langfristig optimierte Logistikwege und die Investitionen in die modernen Produktionsstätten.
Die Begriffe Standort und Absatzmarkt können im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit der Deufol Gruppe weitgehend synonym verwendet werden. Als Dienstleister erbringen wir unsere Leistungen überwiegend kunden- bzw. projektspezifisch, sodass die Umsätze in der Regel dort anfallen, wo die Leistung erbracht wird.
In Deutschland haben wir zum 31. Dezember 2022 51 Standorte betrieben, an denen insgesamt 68,0 % des Konzernumsatzes erwirtschaftet werden. Im übrigen Europa, in dem rund 24,9 % des Geschäfts getätigt werden, befinden sich 32 operative Betriebsstätten, die sich auf die Länder Belgien, Frankreich, Italien, Österreich, Tschechische Republik, Slowakei, Ungarn und Polen verteilen. Auch in den Niederlanden können wir über eine Kooperation unsere Services anbieten. Die im Jahr 2019 in Ungarn und im Jahr 2021 in Polen begonnenen Aktivitäten wurden 2022 weiter ausgebaut. Nach dem Verkauf der Warehousing-Aktivitäten in Italien im Jahr 2021 haben wir die Industriegüterverpackung in Norditalien in 2022 neu ausgerichtet.
| Außenumsätze nach Regionen Angaben in Mio.€ | Vermögenswerte nach Regionen Angaben in Mio.€ | Mitarbeiter nach Regionen Deufol Gruppe zum Stichtag |
| 184,7 Deutschland | 882,7 Deutschland | 1.286 Deutschland |
| 67,5 Übriges Europa | 135,4 Übriges Europa | 709 Übriges Europa |
| 19,4 USA / Rest der Welt | 51,4 USA / Rest der Welt | 99 USA / Rest der Welt |
In den USA/Rest der Welt, die rund 7,1 % zu den Erlösen beitragen, verfügen wir über insgesamt acht Standorte. Unser Geschäft in den USA haben wir um ein Outbound-Hub in Houston (Texas) ergänzt und bieten nun die Lagerung und Konsolidierung von Komponenten in den USA an, um den amerikanischen Kontinent aus Europa leichter versorgen zu können. Durch die Outbound-Hub Lösung können die Kunden vor dem Hintergrund der geänderten Rahmenbedingungen im internationalen Frachtverkehr ihre Transporte nach Übersee besser planen und die Waren in den USA Zwischenlagern und abhängig von den Bedürfnissen der Endkunden ohne erneuten Seetransport anliefern. Mit dem neuen Standort verfügt die
| Anzahl der Standorte | |
| Deutschland | 51 |
| Übriges Europa | 32 |
| USA I Rest der Welt | 8 |
Deufol nun über insgesamt sechs Standorte in den USA. In Asien sind wir als Deufol Gruppe in Singapur vertreten und bieten daneben gemeinsam einerseits mit einem Joint-Venture Partner in Yantai sowie andererseits über eine Franchise-Lösung in Suzhou in der Volksrepublik China unsere Dienstleistungen an. Die geografische Präsenz der Deufol Gruppe kann in dem Schaubild auf der vorangegangenen Seite genauer nachvollzogen werden.
Die Führungs- und Berichtsstruktur der Deufol SE orientiert sich an folgenden geografischen Bereichen, die zum Zwecke der Steuerung zusammengefasst werden:
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Deutschland |
| ― |
Übriges Europa |
| ― |
USA / Rest der Welt |
Unverändert hohe Kundenbindung bei unterschiedlicher Wettbewerbsintensität
Die Deufol Gruppe ist mit ihren Dienstleistungen und der Präsenz in verschiedenen Regionen unterschiedlichen Wettbewerbssituationen ausgesetzt. Die Wettbewerbssituation hat sich durch verschiedene Faktoren im Verlauf des Jahres 2022 stetig gewandelt und war durch unterschiedliche Einflussfaktoren gekennzeichnet.
Die Corona-Pandemie und deren Verlauf im Jahr 2022, der Ukraine-Krieg, Inflation und steigende Zinsen und die von diesem im Jahresverlauf hervorgerufenen substanziell geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben deutliche Spuren in der Logistikbranche hinterlassen. Während die Themen Rohstoffverfügbarkeit und hohe sowie volatile Rohstoffpreise etwa ab Mitte des Jahres langsam in den Hintergrund rückten und insbesondere hinsichtlich des Rohstoffes Holz und verwandter Materialien die Preise deutlich rückläufig waren, haben Energiepreise und -verfügbarkeiten, deutlich steigende Personalkosten sowie steigende Raten für den Landtransport die Wettbewerbssituation im 2. Halbjahr beherrscht. Der Wettbewerb hat sich daher von der Frage der Verfügbarkeit des Materials für Verpackungen hin zu einer stärkeren Preisorientierung und einer Verfügbarkeit von Personal entwickelt. Ein weiterer entscheidender Wettbewerbsfaktor ist unverändert die Möglichkeit zur Zwischenlagerung und Konsolidierung unterschiedlicher Komponenten zu einer optimierten Sendung.
Im Bereich der Verpackung zeigen sich die starke Marktposition in Deutschland und in Europa sowie die hohe Kundenbindung auch in 2022 als klarer Vorteil der Deufol-Gruppe. Die Größenvorteile konnten genutzt werden, um in dem fragmentierten Markt Kunden zu halten und darüber hinaus neue zu gewinnen. Erfolgreiche langjährige Lieferantenbeziehungen konnten fortgesetzt und durch neue strategische Partner ergänzt werden. Durch das breite Spektrum an Lieferanten konnte Deufol die großvolumige Versorgung sichern und angemessen auf die schwer vorhersehbaren Preisentwicklungen reagieren.
Die stetige Ausweitung der von Deufol angebotenen Produkte und Dienstleistungen, die Ausweitung des Leistungsangebots entlang der Logistikkette und die Abrundung durch integrierte digitale Lösungen hat die Wettbewerbsposition von Deufol weiter gestärkt und in Teilen ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Der Auf- und Ausbau von Hub-Lösungen sowohl in Europa als auch seit 2022 in den USA erhöht die Vorteile für die Kunden weiter und reduziert Schnittstellen und Ressourcenverbrauch. Dies erzielt auch positive Effekte für eine nachhaltige Logistikkette. Die hohe Integration in die Logistikprozesse der Kunden stärkt vorhandene Kundenbindungen weiter und ermöglicht zudem die Gewinnung weiterer Marktanteile in einem wettbewerbsintensiven Umfeld. Um hier auch zukünftig die Wettbewerbsposition zu stärken, entwickelt Deufol stetig neue, vornehmlich digitale Lösungen für den Markt sowie kundenspezifische Zusatzleistungen.
Bei einem Dienstleister wie der Deufol Gruppe fallen keine Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im herkömmlichen Sinne an. Vielmehr entwickeln wir im Zuge der Vorbereitung neuer Projekte oder durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden ständig neue Produkte, innovative Dienstleistungen und IT-Lösungen zur Steigerung der Prozesseffizienz. Beispielsweise haben wir in den Vorjahren unser Standardpaletten- und Standardkistensystem "Deufol ConPAL / DS-BOX" erfolgreich im Markt eingeführt. Dieses System ermöglicht unseren Kunden mehr Flexibilität und eine schnellere Belieferung. Auch in 2022 haben wir die Kistenkonstruktionen weiter optimiert und intensiv an einer Erhöhung des Anteils von Standardprodukten durch eine Ausweitung unseres Angebots an solchen Lösungen gearbeitet.
Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Element für unsere Geschäftsaktivitäten. Daher entwickeln wir unser Service- und Produktportfolio seit Jahren auch unter der Initiative "Go Green" weiter, um die eingesetzten Verpackungsmaterialien unter diesem Blickwinkel zu verbessern. So bauen wir die Nutzung der von uns entwickelten Lösungen zur Mehrfachnutzung von Verpackungsteilen weiter aus und treiben die Reduktion von Schädlingsbefällen in Holzverpackungen durch die Nutzung der von uns entwickelten Verpackungskonstruktionen auf Basis von modernen Werkstoffmixen mit erhöhtem "Non-Wood"-Anteil voran. Dazu suchen wir auch stetig weitere Einsatzmöglichkeiten für derartige Verpackungen. Gleichzeitig optimieren wir unsere Produktionsprozesse, um diese neuen Verpackungskonstruktionen immer ressourcenschonender herstellen zu können. Schließlich suchen wir auch stetig nach alternativen Materialien zur Nutzung in der Verpackung im Bereich des Schutzes der zu verpackenden Produkte und deren Ladungssicherung. Weiterhin optimieren wir unsere Verpackungskonstruktionen stetig mit dem Ziel, sowohl die verwendete Menge des Verpackungsmaterials zu reduzieren als auch die bei der Erstellung der Verpackungsmittel anfallenden Reste zu minimieren und deren nachhaltige Verwertung zu steigern. Unser Hub-Konzept führt die unterschiedlichen Komponenten einer Lieferung vor der Endverpackung zusammen und ermöglicht somit nicht nur eine optimierte Verpackung der einzelnen Teile, sondern auch die komprimierte Stauung der Ladungsträger wie etwa Container und somit die Reduktion der Anzahl der Ladungsträger sowie der Ladungssicherungsmaterialien in diesem Kontext.
Der Ukraine-Krieg verändert die globale wirtschaftliche Entwicklung fundamental
Nachdem die Weltwirtschaft in den Vorjahren maßgeblich durch die Folgen der pandemischen Weltlage beeinflusst wurde, entstand 2022 mit dem russischen Angriff auf die Ukraine eine beispiellose Situation im 21. Jahrhundert mit weitreichenden Folgen für die Weltwirtschaft.
Während die Corona-Pandemie auch aufgrund der chinesischen Coronapolitik weiterhin die internationalen Transport- und Lieferketten beeinflusste, verschlechterte sich die weltwirtschaftliche Lage im Berichtsjahr durch den Ukrainekrieg deutlich. Die Kombination aus stark steigenden Energie-, Lebensmittel- sowie Rohstoffpreisen trieb die Inflation in unerwartete Höhen und zwang die Notenbanken zu radikalen Gegenmaßnahmen. Insbesondere die auf Fremdwährungskredite angewiesenen aufstrebenden Volkswirtschaften und Entwicklungsländer waren von der Straffung der Geldmarktpolitik überproportional betroffen.
Im Jahresverlauf entstand hierdurch in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften der G7Länder mit einer Inflationsrate von 7,2 % eine seit 50 Jahren nicht mehr erreichte Situation. Weltweit reagierten die Notenbanken im Jahresverlauf mit historisch steilen Anhebungen der Leitzinssätze. In den USA lag die Federal Funds Rate zuletzt mit einer Spanne zwischen 4,5 % und 4,75 % im Spitzenbereich der letzten fiskalpolitischen restriktiven Hochphase in 2007.
Konjunkturstützende Effekte, wie die hohen Auftragsbestände in der Industrie oder die zu Pandemiezeiten angehäuften Ersparnisse der Konsumenten, verhalfen dem globalen Bruttoinlandsprodukt im abgeschlossenen Geschäftsjahr trotz allem zu einer Steigerung von 3,4 % gegenüber 2021. Die fortgeschrittenen Länder verzeichneten dabei mit einer Steigerung von 2,7 % eine unterproportionale Entwicklung. Auch China zeigte relative Schwäche, die auf die weiter anhaltenden pandemiebedingten Einschränkungen zurückzuführen ist, und erreichte ein relatives Wachstum von 3,0 %.
Die Erholungstendenz des Jahres 2021 konnte sich zunächst im ersten Halbjahr 2022 trotz des Krieges in der Ukraine fortsetzen. Allerdings trübte sich das gesamtwirtschaftliche Bild bedingt durch den Energiepreisschock, die einhergehende sich anbahnende Rezession und eine Verschlechterung der Stimmungslage der Konsumenten im Verlauf des Jahres immer deutlicher.
Die Eindämmung der Krisen wurde in erheblichem Maße von den enormen fiskalpolitischen Bemühungen der Regierungen geprägt. Allein im dritten Quartal 2022 wurden staatliche Unterstützungsleistungen in Höhe von 1,2 % des BIP der Europäischen Union an Unternehmen und Haushalte ausgeschüttet. Als Resultat aus Krisen und Gegenmaßnahmen zeigte sich über das gesamte Jahr 2022 betrachtet dennoch eine, wenn auch abflachende, Steigerung des BIPs im Euroraum gegenüber dem Vorjahr um 3,5 % (Vorjahr: 5,3 %). Im internationalen Vergleich ist diese Entwicklung eher als unterproportional zu bewerten.
Im innereuropäischen Raum setzt sich die Vorjahresentwicklung in den größten Volkswirtschaften größtenteils fort. Deutschland bleibt hier mit 1,9 % hinter seinen europäischen Partnern zurück. Spanien (5,2 %) erzielt dabei vor Italien (3,9 %) und Frankreich (2,6 %) im Euroraum das am stärksten ausgeprägte Wachstum.
Die Arbeitslosenquote konnte sich nach den drastischen Produktionseinbrüchen während der Hochphase der Corona-Krise um weitere 1,1 Prozentpunkte erholen und erreicht im Euroraum mit 6,7 % neue Rekordtiefstände. Innerhalb der größten Volkswirtschaften Europas bleibt Deutschland (3,1 %) weiterhin Spitzenreiter, während wie im Vorjahr Griechenland (12,5 %) und Spanien (12,9 %) vor Italien (8,1 %) die höchsten Arbeitslosenquoten aufzeigen.
Die Lohnentwicklung im Euroraum liegt im Betrachtungszeitraum deutlich hinter den Teuerungsraten zurück. Angesichts des Arbeitskräftemangels ist hier in naher Zukunft mit Verhandlungsdruck und substanziell steigenden Löhnen und Gehältern zu rechnen.
Die deutsche Wirtschaft blickt auf ein äußerst schwieriges Jahr mit enormen Herausforderungen zurück. Während das schwächelnde weltwirtschaftliche Umfeld wenig bis keine positiven Impulse für die Konjunktur lieferte, sorgten die weiter anhaltenden Lieferkettenprobleme von elementaren Vorprodukten im verarbeitenden Gewerbe für Herausforderungen.
Nachdem im Vorjahr bereits starke Preisschwankungen für wichtige Roh- und Baustoffe wie Holz und Stahl zu verzeichnen waren, entstanden durch den Ukrainekrieg zusätzlich äußerst starke Verwerfungen im Energiesektor. Trotz dieser andauernden Krisensituationen konnte die deutsche Wirtschaft eine Steigerung des Bruttoinlandsproduktes um 1,8 % verzeichnen. Allerdings ist diese Entwicklung überwiegend auf Nachholeffekte im Dienstleistungsbereich zurückzuführen, während das verarbeitende Gewerbe unter den zuvor beschriebenen Rahmenbedingungen litt.
Die rasant steigenden Preise für Strom und Gas belasteten sowohl produzierende Unternehmen als auch die Konsumlaune privater Haushalte. Darüber hinaus sorgten die Preissteigerungen an den Energiebörsen für einen Anstieg der Verbraucherpreise auf Rekordniveau. Die Inflationsrate stieg im Jahresverlauf teilweise bis in den unteren zweistelligen Bereich und führte zu einem durchschnittlichen Preisanstieg in 2022 von 6,9 %.
Der Staat intervenierte im besonders betroffenen Energiesektor mit der so genannten Strom- und Gaspreisbremse, welche die öffentliche Hand laut Schätzungen des IfW in Kiel im Folgejahr mit etwa 87 Mrd. Euro belasten wird. Finanziert wurde diese Maßnahme im Wesentlichen über die infolge des russischen Angriffskriegs geschaffene Ausnahmeklausel der Schuldenbremse, welche zusätzliche Kreditermächtigungen von bis zu 200 Mrd. Euro ermöglicht.
Bereits im Vorjahr kündigten sich erste geldpolitische Maßnahmen der EZB aufgrund der anziehenden Inflation an. Ab Juli 2022 wurde der Leitzins der EZB in mehreren Schritten drastisch auf 3,5 % im März 2023 angehoben und die Bereitschaft für weitere Zinsschritte signalisiert. Diese Entwicklung wirkte sich dementsprechend auch auf die Finanzierungsbedingungen für Unternehmenskredite aus. Insbesondere haben sich laut Deutscher Bundesbank die stark nachgefragten kurzfristigen Kredite zur Finanzierung von Vorleistungen und Betriebsmitteln verteuert.
Der Außenhandel konnte sich im Jahresverlauf auf einem ausgeglichenen Niveau konsolidieren. Besonders die sich teilweise erholenden Lieferketten trugen dazu bei, dass die exportorientierte deutsche Wirtschaft und im Speziellen der besonders sensitive Maschinen- und Anlagenbau trotz anhaltender Materialknappheit Aufträge aus dem Ausland abarbeiten konnte. Darüber hinaus verzeichnet der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland unverändert volle Auftragsbücher.
Ungeachtet der wirtschaftlichen Abkühlung zeigte sich der Arbeitsmarkt aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels stabil. Während die Arbeitslosigkeit im Jahresschnitt insbesondere durch die Dienstleistungsbereiche gesunken ist, gab es durch die Erfassung ukrainischer Flüchtlinge zeitweise merkliche Steigerungen. Dennoch erhöhte sich die Erwerbstätigkeit im Jahresverlauf deutlich.
Das Finanzierungsdefizit verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um etwa 24,3 % auf 101,6 Mrd. Euro. Entspannung für den Staatshaushalt brachten die auslaufenden Corona-Maßnahmen, ein Effekt, der allerdings von den Entlastungspaketen zur Eindämmung der Energiekrise sowie zur Abfederung der Inflationsauswirkungen überlagert wurde.
In einem wie oben beschriebenen gesamtwirtschaftlichen Umfeld erreichten die Erlöse im Berichtszeitraum 271,6 Mio. € und stiegen somit um 11,8 % (Vorjahr 243,0 Mio. €). Damit haben wir unsere im Jahresfinanzbericht 2021 veröffentlichte Planung, welche Umsätze in einer Bandbreite zwischen 220 Mio. € und 250 Mio. € vorsah, übertroffen.
Veränderungen im Konsolidierungskreis haben sich im Berichtsjahr nicht ergeben. Im Vorjahr waren Umsatzerlöse in Höhe von 11,4 Mio. € aus vollkonsolidierten Tochterunternehmen enthalten, die gegen Ende des Jahres 2021 veräußert und entkonsolidiert wurden; bereinigt um den Effekt aus dem Wegfall dieser Umsätze im Berichtsjahr ergibt sich ein Umsatzanstieg von 17,3 %.
Die Aufwertung des US-Dollars zum Euro um durchschnittlich rund 11,0 % bewirkte eine Erhöhung der Umsatzerlöse um 2,1 Mio. €, so dass sich die um Währungseffekte bereinigte Umsatzsteigerung auf 10,9 % beläuft.
Die Gesamtleistung erhöhte sich von 250,6 Mio. € im Vorjahr auf 277,4 Mio. € im Berichtsjahr; dies entspricht einem Anstieg um 26,8 Mio. € bzw. 10,7 %.
Im abgelaufenen Jahr hat Deutschland seine Rolle als umsatzstärkster Markt der Deufol Gruppe weiter gefestigt. Er trug bei Umsätzen von 184,6 Mio. € (Vorjahr 163,1 Mio. €) im abgelaufenen Geschäftsjahr 68,0 % (Vorjahr 67,1 %) zu den Konzernerlösen bei.
Das Segment Übriges Europa hatte mit Erlösen von 67,5 Mio. € (Vorjahr 65,8 Mio. €) in der Berichtsperiode einen Anteil von 24,9 % (Vorjahr 27,1 %) an den gesamten Konzernerlösen. Im Vorjahresvergleich ist zu berücksichtigen, dass eine in 2021 verkaufte Tochtergesellschaft im Vorjahr 10,9 Mio. € zu den Erlösen beigesteuert hat und unter Bereinigung dieses Umsatzanteils die Erlöse im Segment Übriges Europa im Jahr 2022 um 12,6 Mio. € gegenüber dem Vorjahr angestiegen sind.
In den USA / Rest der Welt stiegen die Erlöse auf 19,4 Mio. € (Vorjahr 13,9 Mio. €). Damit repräsentiert dieser Bereich jetzt rund 7,1 % (Vorjahr 5,7 %) der Konzernaktivitäten. Hinsichtlich der Entwicklung der Segmente verweisen wir zudem auf die Erläuterungen auf Seite 107.
| Konsolidierter Umsatz nach Segmenten | ||
| Angaben in Mio.€ | 2022 | 2021 |
| 68,0 % Deutschland | 184,6 | 163,1 |
| 24,9 % Übriges Europa | 67,5 | 65,8 |
| 7,1 % USA / Rest der Welt | 19,4 | 13,9 |
| 0,0 % Holding | 0,1 | 0,2 |
| 100,0 % Summe | 271,6 | 243,0 |
Mit einem im Vorjahresvergleich nahezu unveränderten Umsatzanteil von rund 93,2 % (Vorjahr 93,4 %) ist der Servicebereich Verpackung und Logistik das mit Abstand wichtigste Betätigungsfeld der Gruppe. Der Anteil der im Bereich Produktion erwirtschafteten Erlöse ist von 5,7 % im Vorjahr auf 6,0 % leicht angestiegen. Der Beitrag des Bereichs Real Estate bleibt auf dem Vorjahresniveau von 0,8 %. Der Bereich IT Services fokussiert sich weiterhin zunächst auf interne Projekte und verzeichnete daher im Berichtsjahr keine nennenswerten externen Umsätze (Vorjahr 0,1 %).
| Konsolidierter Umsatz nach Dienstleistungen | ||
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Angaben
in Mio. € |
2022 | 2021 |
| Verpackung und Logistik | 253,1 | 227,0 |
| Anteil (%) | 93,2 | 93,4 |
| Produktion | 16,2 | 13,9 |
| Anteil (%) | 6,0 | 5,7 |
| IT Services | 0,1 | 0,2 |
| Anteil (%) | 0,0 | 0,1 |
| Real Estate | 2,1 | 1,9 |
| Anteil (%) | 0,8 | 0,8 |
| Holding | 0,1 | 0,0 |
| Anteil (%) | 0,0 | 0,0 |
| Summe | 271,6 | 243,0 |
Die Relation von Materialaufwand zur Gesamtleistung verzeichnete mit 39,9 % (Vorjahr 39,0 %) eine leichte Verschlechterung. Dabei stieg der Anteil der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogenen Waren um 1,6 Prozentpunkte auf 24,7 % (Vorjahr 23,1 %). Hintergrund für diese Veränderungen sind weitere Materialpreissteigerungen. Der Anteil der bezogenen Leistungen ist dagegen von 15,9 % im Vorjahr auf 15,2 % leicht gesunken. Insgesamt liegt der Materialaufwand über dem in den letzten Jahren beobachteten Korridor.
Die Personalaufwendungen lagen mit 91,8 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert von 85,5 Mio. €, jedoch reduzierte sich die auf die Gesamtleistung bezogene Personalaufwandsquote von 34,1 % im Vorjahr um 1,0 Prozentpunkte auf nun 33,1 %. Die absolut gestiegenen Personalkosten sind unter anderem auf die gestiegene Geschäftsaktivität zurückzuführen; gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 2.079 (Vorjahr 2.021). Neben der Erhöhung erfolgsabhängiger Vergütungen haben zudem Sonderzahlungen und erste Lohn- und Gehaltsanpassungen zum Inflationsausgleich sowie in geringem Maße auch die Anpassung von Mindestlöhnen zu den Steigerungen des Personalaufwands beigetragen.
Die Abschreibungen lagen mit 20,8 Mio. € geringfügig unter dem Vorjahreswert von 21,1 Mio. €.
Die Summe der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist gestiegen (+ 1,0 Mio. € auf 40,9 Mio. €). Relativ gesehen hat sich die Aufwandsquote jedoch bedingt durch die Umsatzsteigerung von 15,9 % auf 14,7 % merkbar rückläufig entwickelt.
Insgesamt ist die Kostenquote auf 95,2 % (Vorjahr 97,5 %) der Gesamtleistung gesunken. Dies korrespondiert mit einer Steigerung der EBITA-Marge von 2,5 % auf 4,8 %.
| Kostenentwicklung | ||
|
Angaben
in Mio. € |
2022 | 2021 |
| Materialaufwand | 110,6 | 97,8 |
| in % der Gesamtleistung | 39,9 | 39,0 |
| Personalaufwand | 91,8 | 85,5 |
| in % der Gesamtleistung | 33,1 | 34,1 |
| Abschreibungen | 20,8 | 21,1 |
| in % der Gesamtleistung | 7,5 | 8,4 |
| Sonst. betriebliche Aufwendungen | 40,9 | 39,9 |
| in % der Gesamtleistung | 14,7 | 15,9 |
| Summe | 264,1 | 244,3 |
| in % der Gesamtleistung | 95,2 | 97,5 |
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen / Wertminderungen (EBITDA) belief sich auf 34,0 Mio. € nach 27,5 Mio. € im Vorjahr; die EBITDA-Marge betrug 12,3 % (Vorjahr 11,0 %). Die Abschreibungen auf Sachanlagen lagen mit 19,0 Mio. € leicht unter dem Vorjahresniveau (19,3 Mio. €). Die Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte blieben mit 1,8 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr konstant.
Das operative Ergebnis vor Wertminderungen auf Firmenwerte (EBITA) verzeichnete in der Berichtsperiode einen deutlichen Anstieg auf 13,2 Mio. € (Vorjahr 6,3 Mio. €). Die EBITA-Marge betrug 4,8 % (Vorjahr 2,5 %).
Das negative Finanzergebnis verbesserte sich von - 3,4 Mio. € auf - 2,8 Mio. €. Die Zinserträge reduzierten sich dabei geringfügig von 0,2 Mio. € auf 0,1 Mio. €. Der im Finanzergebnis enthaltene Gewinn aus Beteiligungen belief sich auf 0,4 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €). Die Zinsaufwendungen betrugen in Summe - 3,4 Mio. € nach - 3,7 Mio. € im Vorjahr; dieser Rückgang resultiert vor allem aus der Rückführung der Finanzverbindlichkeiten um 6,4 Mio. €, wodurch die steigende Zinslast aufgrund höherer Zinssätze überkompensiert wurde.
| Margenentwicklung | ||
| Angaben in % vom Umsatz | 2022 | 2021 |
| EBITDA-Marge | 12,3 | 11,0 |
| EBIT(A)-Marge | 4,8 | 2,5 |
| EBT-Marge | 3,7 | 1,2 |
| Nettoergebnismarge | 2,5 | 0,8 |
Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) belief sich im Berichtsjahr auf 10,4 Mio. € (Vorjahr 2,9 Mio. €). Der gesamte Steueraufwand betrug 3,4 Mio. € nach 1,0 Mio. € im Vorjahr. Der laufende Steueraufwand aus Einkommen- und Ertragsteuern hat sich auf 1,9 Mio. € ungefähr verdoppelt (Vorjahr 0,9 Mio. €). Bei den latenten Steuern fiel ein Aufwand von 1,5 Mio. € an (Vorjahr 0,0 Mio. €), der im Wesentlichen auf Effekte im Bereich der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge zurückzuführen ist, wohingegen sich die übrigen positiven und negativen Effekte aus latenten Steuern nahezu ausglichen.
Damit ergibt sich ein Periodenergebnis i. H. v. 7,0 Mio. € (Vorjahr 1,9 Mio. €). Auf die nicht beherrschenden Anteile entfiel hierbei ein Betrag von 0,5 Mio. € (Vorjahr 0,6 Mio. €). Das den Aktionären der Deufol SE zurechenbare Ergebnis betrug in der Berichtsperiode 6,5 Mio. € nach 1,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie belief sich 2022 auf 0,150 € (Vorjahr 0,030 €).
Das Gesamtergebnis nach Steuern betrug im abgelaufenen Jahr 8,0 Mio. € (Vorjahr 2,6 Mio. €). Die Veränderung zum Vorjahr resultiert neben dem signifikant gestiegenen Periodenergebnis vornehmlich aus versicherungsmathematischen Gewinnen aus Pensionsrückstellungen (+ 0,4 Mio. €; Vorjahr - 0,1 Mio. €); darüber hinaus beliefen sich die direkt mit dem Eigenkapital verrechneten Erträge aus der Währungsumrechnung auf + 0,6 Mio. € (Vorjahr + 0,8 Mio. €).
Innerhalb der Deufol-Gruppe existieren mehrere Finanzierungskreise, die weitestgehend unabhängig voneinander agieren. In Europa wurde die zentrale Konsortialfinanzierung im Jahr 2019 neu aufgesetzt und bietet in ihrer Ausgestaltung bis Mai 2024 ausreichende finanzielle Freiräume, um neben dem operationellen Tagesgeschäft auch anfallende strategische Chancen umsetzen zu können. Daneben befinden sich andere Finanzierungskreise in den USA, in Tschechien, in Belgien, in Ungarn und in Österreich, die teils unabhängig sind und teils direkt oder indirekt mit der zentralen Konsortialfinanzierung verzahnt sind.
Dem Konzern stehen Kreditlinien bei verschiedenen Kreditinstituten i. H. v. 38,6 Mio. € (Vorjahr 38,6 Mio. €) zur Verfügung, die zum 31. Dezember 2022 i. H. v. 18,6 Mio. € (Vorjahr 22,8 Mio. €) ausgenutzt waren. Die bilanzierten variabel verzinslichen Darlehen unterliegen marktüblichen Zinsänderungsrisiken. Der durchschnittliche gewichtete Zinssatz für Kredite betrug im Geschäftsjahr 2022 3,74 % (Vorjahr 3,54 %). Die zu zahlenden Kreditmargen sind teilweise abhängig von der Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen (so genannter Covenants).
Die finanzielle Ausstattung der Deufol Gruppe ist nach Einschätzung der geschäftsführenden Direktoren ausreichend, um Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachzukommen.
Die Finanzverbindlichkeiten der Deufol Gruppe betrugen zum Stichtag 88,7 Mio. € (Vorjahr 95,2 Mio. €).
Die Netto-Finanzverbindlichkeiten, definiert als Summe von Finanzverbindlichkeiten minus Finanzforderungen und Zahlungsmittel, sanken bei erhöhten Zahlungsmitteln (+ 3,4 Mio. €) und geringfügig rückläufigen Finanzforderungen, und zwar von 80,6 Mio. € am 31. Dezember 2021 um 9,6 Mio. € auf 71,0 Mio. € zum Ende des Berichtsjahres. Der Saldo aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Sichtguthaben bei Kreditinstituten belief sich auf - 36,8 Mio. € nach - 50,0 Mio. € im Vorjahr. Dieser Rückgang resultiert weitestgehend aus der planmäßigen Rückführung langfristiger Darlehensverbindlichkeiten.
| Finanzverbindlichkeiten | ||
|
Angaben
in Mio. € |
2022 | 2021 |
| Kreditinstitute | 54,4 | 64,2 |
| davon kurzfristig | 12,7 | 16,2 |
| davon langfristig | 41,7 | 48,0 |
| Finanzierungsleasing | 34,3 | 31,0 |
| Sonstige | 0,0 | 0,0 |
| Summe | 88,7 | 95,2 |
Das Investitionsvolumen (ohne gemäß IFRS 16 bilanzierte Leasing-Sachverhalte) entsprach im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 6,4 Mio. € dem Wert des Vorjahres. Zugänge im Zusammenhang mit Erstkonsolidierungen fielen im Berichtsjahr nicht an (Vorjahr 19,7 Mio. €).
Bedingt durch eine Umstrukturierung von Immobilienbesitz erfolgt seit 2018 ein Ausweis von Immobilien in der Bilanzposition "Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien". Eine ausschließlich von einem Großkunden für dessen Produktion benutzte Immobilie wurde dabei mit dem aktuellen Zeitwert angesetzt. Der Zeitwert hat sich in der Berichtsperiode im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Mio. € vermindert (im Vorjahr Erhöhung des Zeitwertes um 0,2 Mio. €).
Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenso wie im Vorjahr 5,5 Mio. €. Die Investitionsquote als Verhältnis von Sachanlageinvestitionen zum Umsatz belief sich auf 2,0 % (Vorjahr 2,3 %).
Der größte Posten der Sachanlageinvestitionen entfiel mit 2,7 Mio. € auf Grundstücke und Gebäude. Es folgten mit 1,8 Mio. € Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie mit 0,6 Mio. € technische Anlagen und Maschinen. Die Investitionen in geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau betrugen 0,4 Mio. €.
| Investitionen nach Segmenten | ||
| Angaben in Mio.€ | 2022 | 2021 |
| Deutschland | 1,7 | 3,7 |
| Übriges Europa | 1,9 | 1,9 |
| USA / Rest der Welt | 1,8 | 0,1 |
| Holding | 1,0 | 0,7 |
| Summe | 6,4 | 6,4 |
| Investitionen | ||
| Angaben in Mio.€ | 2022 | 2021 |
| 85,9 % Sachanlagen | 5,5 | 5,5 |
| 14,1 % Immaterielle Vermögenswerte | 0,9 | 0,9 |
| Als Finanzinvestition | ||
| 0,0 % gehaltene Immobilien | 0,0 | 0,0 |
| 100,0 % Summe | 6,4 | 6,4 |
| Abschreibungen nach Segmenten | ||
|
Angaben
in Mio. € |
2022 | 2021 |
| Deutschland | 13,1 | 11,8 |
| Übriges Europa | 4,5 | 6,0 |
| USA / Rest der Welt | 2,1 | 2,0 |
| Holding | 1,1 | 1,3 |
| Summe | 20,8 | 21,1 |
| Abschreibungen | ||
| Angaben in Mio.€ | 2022 | 2021 |
| 91,3 % Sachanlagen | 19,0 | 19,3 |
| Immaterielle | ||
| 8,7 % Vermögenswerte | 1,8 | 1,8 |
| ^K^%% 100,0 % Summe | 20,8 | 21,1 |
Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sind gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken (20,8 Mio. € nach 21,1 Mio. € im Vorjahr). Die Abschreibungen auf Sachanlagen betrugen dabei 19,0 Mio. € nach 19,3 Mio. € im Vorjahr. Davon betrafen 13,3 Mio. € (13,6 Mio. € im Vorjahr) die Abschreibung der geleasten Vermögenswerte (IFRS 16). Die Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte betrugen ebenso wie im Vorjahr 1,8 Mio. €. Im Berichtsjahr fielen außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 0,1 Mio. € an (Vorjahr: 0,0 Mio. €); diese resultierten aus der Abschreibung eines im Segment USA / Rest of World bestehenden Restbuchwertes für einen erworbenen Kundenstamm.
Der betriebliche Cashflow betrug in der Berichtsperiode 35,1 Mio. € und lag damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres (12,5 Mio. €). Neben dem wesentlich gestiegenen Jahresergebnis resultiert dies insbesondere daraus, dass sich die zahlungswirksamen Effekte aus der Zunahme sowohl der Forderungen als auch der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nahezu ausglichen und im Saldo zu einem positiven Effekt von 0,5 Mio. € führten (Vorjahr: - 8,7 Mio. € aus der Zunahme der Forderungen bei gleichzeitiger Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen). Zudem ergab sich im Berichtsjahr lediglich ein moderater zahlungswirksamer Effekt aus der Zunahme des Vorratsvermögens in Höhe von - 0,2 Mio. € (Vorjahr: - 6,9 Mio. €).
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief sich auf - 5,6 Mio. € (Vorjahr - 7,4 Mio. €). Die in das Anlagevermögen getätigten zahlungswirksamen Investitionen betrugen wie im Vorjahr 6,4 Mio. €. Auf jeweils 0,2 Mio. € beliefen sich im Berichtsjahr die Zuflüsse aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen (Vorjahr 3,9 Mio. €), die zahlungswirksamen Veränderungen der Finanzforderungen (Vorjahr: 0,0 Mio. €), die Einzahlungen aus erhaltenen Zinsen und Dividenden (Vorjahr: 0,2 Mio. €) sowie die Zuflüsse aus dem Abgang von Geschäftseinheiten (Vorjahr 2,1 Mio. €); letztere betrafen die planmäßige Begleichung einer Kaufpreisrate für eine im Geschäftsjahr 2021 veräußerte Tochtergesellschaft. Auszahlungen für die Akquisition von Geschäftseinheiten fielen im Berichtsjahr nicht an (Vorjahr 7,1 Mio. €).
Der freie Cashflow, der sich aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit und dem Cashflow aus Investitionstätigkeit zusammensetzt, verzeichnete dementsprechend einen substanziellen Anstieg auf 29,5 Mio. € (Vorjahr 5,2 Mio. €).
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug - 26,4 Mio. € (Vorjahr - 22,9 Mio. €). Dabei wurden Bankverbindlichkeiten um netto 9,8 Mio. € und die sonstigen Finanzverbindlichkeiten zahlungswirksam um netto 13,4 Mio. € getilgt. Wesentliche weitere Mittelabflüsse resultierten aus gezahlten Zinsen i. H. v. 3,2 Mio. €.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen um 3,4 Mio. € auf 17,6 Mio. € per 31. Dezember 2022.
Die Bilanzsumme der Deufol Gruppe erhöhte sich 2022 um 3,5 % oder 9,2 Mio. € auf 269,6 Mio. €. Auf der Aktivseite stiegen die langfristigen Vermögenswerte im Stichtagsvergleich um 1,0 % von 195,3 Mio. € auf 197,2 Mio. €. Das Sachanlagevermögen verzeichnete einen Anstieg von 96,9 Mio. € auf 100,6 Mio. €. Der Abschreibungsgrad der Sachanlagen (Verhältnis von kumulierten Abschreibungen zu historischen Anschaffungskosten) nahm im Jahresvergleich um 3,3 Prozentpunkte auf 49,3 % zu, und die Sachanlagenintensität, also das Verhältnis von Sachanlagen zur Bilanzsumme, erhöhte sich marginal von 37,2 % auf 37,3 %. Der Buchwert der 2018 erstmals ausgewiesenen als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien hat sich aufgrund der Anpassung an den aktuellen Fair Value um 0,1 Mio. € vermindert. Der Goodwill verzeichnete im Berichtsjahr keine Änderungen. Die Anteile an assoziierten Unternehmen erhöhten sich auf 1,9 Mio. €. Bei den anderen langfristigen Vermögenswerten haben sich die sonstigen immateriellen Vermögensgegenstände um 0,9 Mio. € und die latenten Steueransprüche um 1,2 Mio. € reduziert. Ansonsten ergaben sich keine wesentlichen Änderungen.
Die kurzfristigen Vermögenswerte verzeichnen einen Anstieg auf 72,4 Mio. € (Vorjahr 65,1 Mio. €). Die Vorräte sind dabei um 0,4 Mio. € auf 16,7 Mio. € gestiegen. Auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich (um 5,1 Mio. € auf 33,6 Mio. €). Hintergrund sind hier vor allem die gestiegenen Umsatzerlöse. Die Zahlungsmittel sind ebenfalls gestiegen (+ 3,4 Mio. € auf 17,6 Mio. €). Die übrigen Posten der kurzfristigen Vermögenswerte verzeichneten in Summe einen leichten Rückgang um 1,6 Mio. € auf 4,5 Mio. €.
Das Working Capital als Differenz zwischen kurzfristigem Vermögen und kurzfristigen, nicht-zinstragenden Verbindlichkeiten blieb mit 32,1 Mio. € (Vorjahr: 32,0 Mio. €) nahezu konstant.
Das Eigenkapital der Deufol Gruppe lag am Ende des Geschäftsjahres 2022 bei 123,9 Mio. € (Vorjahr 115,8 Mio. €); die Eigenkapitalquote stieg auf 46,0 % (Vorjahr 44,5 %). Erhöht hat sich das Eigenkapital im Wesentlichen durch das Periodenergebnis (7,0 Mio. €). Das sonstige Ergebnis beinhaltet vornehmlich Währungseffekte sowie aus den Pensionsrückstellungen resultierende versicherungsmathematische Gewinne und hat mit + 1,0 Mio. € ebenfalls zum Anstieg des Eigenkapitals beigetragen.
Die langfristigen Schulden verminderten sich um 3,7 Mio. € auf 80,8 Mio. €. Dies liegt am Rückgang der langfristigen Finanzverbindlichkeiten, die infolge der laufenden Darlehenstilgungen um 4,1 Mio. € auf 64,2 Mio. € sanken. Durch den starken Anstieg des Zinsniveaus und den daraus resultierenden signifikanten Abzinsungseffekt verringerten sich die Pensionsrückstellungen um 0,6 Mio. € auf 3,4 Mio. €. Die langfristigen sonstigen Rückstellungen beinhalten die Rückbauverpflichtung einer Immobilie am Hamburger Hafen und erhöhten sich durch Kostensteigerungs- und Aufzinsungseffekte um 0,9 Mio. € auf 5,3 Mio. €. Ansonsten ergaben sich keine wesentlichen Veränderungen.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten verzeichneten einen Anstieg um 4,9 Mio. € auf 64,9 Mio. €. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten fielen per saldo um 2,3 Mio. € auf 24,6 Mio. €. Dies resultiert hauptsächlich aus der laufenden Tilgung der kurzfristigen Darlehen sowie aus dem Rückgang der Leasingverbindlichkeiten. Zugenommen haben dagegen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+ 5,5 Mio. € auf 23,2 Mio. €) und die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten (+ 2,1 Mio. € auf 15,4 Mio. €). In den übrigen Posten waren keine wesentlichen Veränderungen zu verzeichnen.
Im Jahresdurchschnitt waren 2.079 Mitarbeiter bei der Deufol Gruppe tätig. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 58 Personen bzw. 2,9 %.
Da sich der durchschnittliche Mitarbeiterbestand infolge der Entkonsolidierung zweier Tochtergesellschaften gegen Ende des Jahres 2021 um 57 Personen verringert hat, beläuft sich der um Änderungen im Konsolidierungskreis bereinigte Personalaufbau somit auf 115 Personen bzw. 5,9 % in der Berichtsperiode.
Im Inland belief sich die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten ebenso wie im Vorjahr auf 1.267 (Anteil 60,9 %), während im Ausland 812 Mitarbeiter (Anteil 39,1 %) angestellt waren.
In den operativen Standorten in Deutschland war im Jahresdurchschnitt mit 1.184 Mitarbeitern eine Person weniger als im Vorjahr beschäftigt. Im übrigen Europa stieg die durchschnittliche Mitarbeiterzahl um 47 Personen auf 723 Mitarbeiter. In den USA / Rest der Welt war eine Zunahme der Mitarbeiterzahl im Jahresdurchschnitt um 11 Personen auf 89 zu verzeichnen. Der Personalbestand der Holding ist im Vergleich zum Vorjahr um eine Person gestiegen und liegt bei 83 Mitarbeitern (Vorjahr 82).
| Mitarbeiterübersicht | ||
| Deufol Gruppe | 2022 | 2021 |
| Inland | 1.267 | 1.267 |
| Ausland | 812 | 754 |
| Weiblich | 383 | 374 |
| Männlich | 1.697 | 1.647 |
| Gesamt | 2.079 | 2.021 |
| Stichtag: 31.12. | 2.094 | 2.009 |
| Mitarbeiter nach Segmenten | ||
| Deufol Gruppe | 2022 | 2021 |
| 56,9 % Deutschland | 1.184 | 1.185 |
| 34,8 % Übriges Europa | 723 | 676 |
| 4,3 % USA/ Rest der Welt | 89 | 78 |
| 4,0 % Holding | 83 | 82 |
| 100,0 % Summe | 2.079 | 2.021 |
Der Personalaufwand stieg im Berichtszeitraum um 7,4 % auf 91,8 Mio. €; zugleich reduzierte sich die Personalaufwandsquote als Verhältnis von Personalaufwand zur Gesamtleistung um einen Prozentpunkt auf 33,1 % (Vorjahr 34,1 %).
Die Servicequalität wird durch ein besonders ausgeprägtes Expertenwissen und die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesichert. Während der vergangenen Geschäftsjahre gab es keine erhöhte Mitarbeiterfluktuation.
Die geschäftsführenden Direktoren danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren engagierten Einsatz und ihre Flexibilität im Geschäftsjahr 2022.
Mit 184,6 Mio. € liegt der konsolidierte Umsatz in Deutschland im Jahr 2022 über den Erlösen des Vorjahres i. H. v. 163,1 Mio. €. Die absolute Umsatzsteigerung in diesem Segment resultiert einerseits aus der absatzseitigen Weitergabe von Preissteigerungen, andererseits profitierte insbesondere das Bestandskundengeschäft von Nachholeffekten infolge des Rückgangs pandemiebedingter Einschränkungen und sukzessiver Erholung der Lieferketten.
Das EBITA dieses Segments lag in der Berichtsperiode bei 9,1 Mio. € (Vorjahr 8,9 Mio. €). Die EBITA-Marge belief sich auf 4,3 % im Vergleich zum Vorjahr mit 4,7 %.
Die Effekte aus dem Abgang einer vollkonsolidierten Tochtergesellschaft zum Ende des Jahres 2021 waren hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis des Segments von untergeordneter Bedeutung.
| Deutschland | ||
|
Angaben
in Mio. € |
2022 | 2021 |
| Umsatz | 214,2 | 189,9 |
| Konsolidierter Umsatz | 184,6 | 163,1 |
| EBITA = EBIT | 9,1 | 8,9 |
| EBITA-Marge (%) | 4,3 | 4,7 |
| EBT | 6,8 | 6,6 |
Im übrigen Europa erzielten wir einen konsolidierten Umsatz von 67,5 Mio. €, der ebenfalls über dem Vorjahr (65,8 Mio. €) lag. Der im Berichtsjahr zu verzeichnende Umsatzanstieg in diesem Segment, der den Wegfall der Umsatzerlöse eines in 2021 entkonsolidierten Tochterunternehmens in Höhe von 10,9 Mio. € überkompensieren konnte, resultiert vornehmlich aus der Ausweitung des Geschäfts in allen Märkten sowie inflationsbedingten Erhöhungen der Absatzpreise.
Das Segment erzielte im abgelaufenen Jahr ein operatives Ergebnis (EBITA) von 7,7 Mio. € nach 5,2 Mio. € im Vorjahr. Die EBITA-Marge belief sich auf 7,5 % im Vergleich zum Vorjahr mit 5,4 %. Die konsolidierungskreisbedingten Effekte führten im Berichtsjahr zum Wegfall eines EBITA-Beitrags in Höhe von 0,3 Mio. €.
| Übriges Europa | ||
|
Angaben
in Mio. € |
2022 | 2021 |
| Umsatz | 102,4 | 97,2 |
| Konsolidierter Umsatz | 67,5 | 65,8 |
| EBITA = EBIT | 7,7 | 5,2 |
| EBITA-Marge (%) | 7,5 | 5,4 |
| EBT | 7,1 | 4,2 |
Im Segment USA / Rest der Welt lagen die konsolidierten Umsätze mit 19,4 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau (13,9 Mio. €). Nach einem vor allem Corona-bedingten schwachen Jahr 2021 hat das Geschäft in den USA in allen Standorten sowohl im Bestands- als auch Neukundengeschäft zugelegt. Die Eröffnung des neuen Standortes in Houston / Texas in der zweiten Jahreshälfte hat auch bereits einen nennenswerten Beitrag zum Wachstum der Erlöse geleistet. Zudem hat die Aufwertung des US-Dollars zu einer Steigerung der Umsätze in Euro beigetragen.
Das EBITA dieses Segmentes betrug + 0,7 Mio. € (Vorjahr - 0,7 Mio. €). Die EBITA-Marge stieg entsprechend von - 4,9 % auf + 3,3 %. Der vom Management ausgearbeitete umfassende Maßnahmenplan, der im Berichtsjahr in die Umsetzung gebracht wurde, um die zuvor negative Ergebnissituation zu beseitigen, wirkt sich somit bereits positiv aus.
| USA /Rest der Welt | ||
|
Angaben
in Mio. € |
2022 | 2021 |
| Umsatz | 20,1 | 14,1 |
| Konsolidierter Umsatz | 19,4 | 13,9 |
| EBITA = EBIT | 0,7 | - 0,7 |
| EBITA-Marge (%) | 3,3 | - 4,9 |
| EBT | 0,4 | - 1,0 |
Das EBITA im Segment Holding betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr - 4,4 Mio. € nach - 10,4 Mio. € im Vorjahr. Das operative Vorjahresergebnis war durch den Einmaleffekt im Rahmen des Verkaufs der Geschäftsaktivitäten in Italien belastet, wohingegen im Berichtsjahr keine wesentlichen Sondereffekte zu verzeichnen waren.
Mit unserem Jahresumsatz von 271,6 Mio. € haben wir unser im Jahresfinanzbericht 2021 veröffentlichtes Umsatzziel, welches Umsätze in einer Bandbreite zwischen 220 Mio. € und 250 Mio. € vorsah, deutlich übertroffen. Der wesentliche Grund für diese positive Entwicklung war die fortgesetzte Erholung der Industrieproduktion infolge der abflachenden Corona-Pandemie und der sukzessiven Erholung der Lieferketten, wohingegen sich die wirtschaftspolitischen Folgen des Ukraine-Kriegs bislang weniger stark auf die Geschäftstätigkeit unserer Kunden und damit auch auf uns auswirkten. Zudem konnten beschaffungsseitige Preissteigerungen in relevantem Ausmaß an die Kunden weitergegeben, das Bestandskundengeschäft erneut ausgeweitet und Neukundengeschäft generiert werden.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erreichte 13,2 Mio. € und lag damit ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau. Somit konnte das operative EBIT ungeachtet der starken wirtschaftspolitischen Turbulenzen und teils wesentlich erhöhter Beschaffungspreise substanziell gesteigert werden. Die zahlreichen Ergebnisverbesserungsmaßnahmen der Vergangenheit und während des Geschäftsjahres sowie deren konsequente Umsetzung haben eine positive Wirkung gezeigt.
Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses ist die wirtschaftliche Lage der Deufol-Gruppe stabil. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind insbesondere infolge der massiven weltwirtschaftlichen Verwerfungen, die der Ukraine-Krieg ausgelöst hat, allerdings weiterhin herausfordernd. Mit einem Rückgang der Preise, der Inflationsraten und der Leitzinssätze auf das Niveau vor Kriegsausbruch ist zumindest kurzfristig nicht zu rechnen, wodurch die Konjunkturentwicklung belastet wird.
Unser Ziel ist es, in diesem Umfeld Hand in Hand mit unseren Kunden die vielfältigen Kostensteigerungen zu stemmen und unser Leistungsportfolio zu erweitern. Weiterhin hilft uns die im Jahr 2020 vollzogene strategische Neuausrichtung, auch 2023 und vor allem mittel- bis langfristig erfolgreich am Markt zu agieren und unsere Marktanteile zu stärken.
Im ersten Quartal 2023 zeigen alle Märkte und Regionen eine gute Entwicklung. Zwar ist mit einem Fortdauern der zuvor beschriebenen gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen zu rechnen; gleichwohl ist die Deufol-Gruppe mit soliden Geschäftspartnern auf der Einkaufs- und Verkaufsseite sowie dem professionellen und motivierten Management-Team gut aufgestellt und hat somit optimistische Ertragsaussichten.
Unsere Finanz- und Vermögenslage stellt sich weiterhin als ausgesprochen solide dar.
| Konzernzahlen | |
| Angaben in Mio.€ | 2022 |
| Umsatz | 271,6 |
| EBITDA | 34,0 |
| EBITA | 13,2 |
| Netto-Finanzverbindlichkeiten | 71,0 |
| Zielerreichung 2022 | ||
|
Angaben
in Mio. € |
Umsatz | EBIT |
| Planung | 220- 250 | 7 - 11 |
| Ist-Zahlen | 271,6 | 13,2 |
Im Geschäftsjahr 2022 erzielte die Deufol SE Umsatzerlöse i. H. v. 10.018 Tsd. € (Vorjahr 9.246 Tsd. €) und sonstige betriebliche Erträge i. H. v. 6.000 Tsd. € (Vorjahr 6.524 Tsd. €).
Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus Belastungen an verbundene Unternehmen für erbrachte Einkaufsleistungen, andere Dienstleistungen und für Lizenzerträge aus Namensrechten sowie aus Mieten. Im Ausland wurde ein Umsatz von 2.575 Tsd. € (Vorjahr 1.031 Tsd. €) erzielt.
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen i. H. v. 333 Tsd. € (Vorjahr 341 Tsd. €) und aus weiterbelasteten Aufwendungen i. H. v. 4.765 Tsd. € (Vorjahr 4.528 Tsd. €).
Der Materialaufwand i. H. v. 388 Tsd. € (Vorjahr 683 Tsd. €) resultiert aus dem zentralen Wareneinkauf und wird in gleicher Höhe weiterbelastet.
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (9.070 Tsd. € nach 17.448 Tsd. € im Vorjahr) sind Rechts- und Beratungskosten i. H. v. 2.465 Tsd. € (Vorjahr 4.338 Tsd. €), Versicherungskosten i. H. v. 1.382 Tsd. € (Vorjahr 1.583 Tsd. €), IT- und Kommunikationsaufwendungen i. H. v. 1.162 Tsd. € (Vorjahr 843 Tsd. €), Miet- und Leasingaufwendungen i. H. v. 968 Tsd. € (Vorjahr 937 Tsd. €), Fuhrparkaufwendungen i. H. v. 1.016 Tsd. € (Vorjahr 802 Tsd. €), Wertberichtigungen auf Forderungen bzw. Ausbuchungen von Forderungen i. H. v. 130 Tsd. € (Vorjahr 2.084 Tsd. €) und Kursverluste i. H. v. 148 Tsd. € (Vorjahr 5 Tsd. €) enthalten. Periodenfremde Aufwendungen fielen i. H. v. 320 Tsd. € (Vorjahr 395 Tsd. €) an. Zudem resultierten im Vorjahr sonstige betriebliche Aufwendungen aus dem Abgang der Beteiligung Deufol Italia S. p. A. i. H. v. 4.753 Tsd.€.
Das Finanzergebnis war positiv und betrug im abgelaufenen Jahr 6.146 Tsd. € gegenüber 7.799 Tsd. € im Vorjahr. Das Zinsergebnis hat sich dabei von 218 Tsd. € auf 26 Tsd. € verschlechtert. Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen verminderten sich von 6.921 Tsd. € auf 4.953 Tsd. € und es wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Beteiligungserträge i. H. v. 1.167 Tsd. € (Vorjahr 849 Tsd. €) erfasst. Außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen gab es im Geschäftsjahr keine (Vorjahr 189 Tsd. €).
Der Steueraufwand betrug 207 Tsd. € (Vorjahr Ertrag 10 Tsd. €). Der Jahresüberschuss betrug im Berichtsjahr 1.900 Tsd. € (Vorjahr Jahresfehlbetrag 3.714 Tsd. €).
| Gewinn- und Verlustrechnung der Deufol SE | ||
|
Angaben
in Tsd. € |
2022 | 2021 |
| Umsatzerlöse | 10.018 | 9.246 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 6.000 | 6.524 |
| Materialaufwand | (388) | (683) |
| Personalaufwand | (9.515) | (7.990) |
| Abschreibungen | (1.084) | (1.173) |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (9.070) | (17.448) |
| Finanzergebnis | 6.146 | 7.799 |
| Steuern | (207) | 10 |
| Jahresergebnis | 1.900 | (3.714) |
Die Bilanzsumme der Deufol SE nahm im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Mio. € auf 157,0 Mio. € moderat ab (Vorjahr 163,4 Mio. €). Das Anlagevermögen beträgt 122,9 Mio. € nach 121,4 Mio. € im Vorjahr. Das Umlaufvermögen inklusive Rechnungsabgrenzungsposten i. H. v. 34,0 Mio. € ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger (Vorjahr 42,0 Mio. €). Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände betrugen 1.084 Tsd. € (Vorjahr 1.173 Tsd. €), Abschreibungen auf Finanzanlagen wurden in 2022 keine getätigt (Vorjahr 189 Tsd. €). Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände wurden i. H. v. 983 Tsd. € (Vorjahr 677 Tsd. €) geleistet. Die Investitionen in Finanzanlagen betrugen 3.306 Tsd. € (Vorjahr 3.792 Tsd. €) und bestehen zu einem großen Teil aus der Kapitalzuführung bei Tochtergesellschaften.
Auf der Passivseite ist das Eigenkapital bedingt durch den Jahresüberschuss i. H. v. 1.900 Tsd. € von 95,4 Mio. € auf 97,3 Mio. € gestiegen. Die Eigenkapitalquote i. H. v. 62,0 % per 31. Dezember 2022 hat sich im Vergleich zum Vorjahr (58,4 %) aufgrund der gesunkenen Bilanzsumme erhöht. Auf die im Anhang des Jahresabschlusses der Deufol SE nach § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG gemachten Angaben wird verwiesen. Die Rückstellungen sind mit 2,5 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (2,0 Mio. €) gestiegen. Die Verbindlichkeiten sind von 66,0 Mio. € auf 57,1 Mio. € deutlich zurückgegangen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind um 6,2 Mio. € auf 25,1 Mio. € ebenfalls deutlich zurückgegangen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sanken von 31,7 Mio. € auf 29,0 Mio. €.
| Bilanz der Deufol SE | ||
|
Angaben
in Tsd.€ |
2022 | 2021 |
| Anlagevermögen | 122.916 | 121.428 |
| davon Finanzanlagen | 115.407 | 113.818 |
| Umlaufvermögen und RAP | 34.041 | 42.011 |
| Bilanzsumme | 156.957 | 163.439 |
| Eigenkapital | 97.328 | 95.428 |
| Rückstellungen | 2.495 | 2.044 |
| Verbindlichkeiten | 57.134 | 65.967 |
| davon Bankverbindlichkeiten | 25.135 | 31.315 |
| Bilanzsumme | 156.957 | 163.439 |
Die Finanzlage der Deufol SE veranschaulicht nachfolgende Cashflow-Rechnung:
| Kapitalflussrechnung der Deufol SE | ||
|
Angaben
in Tsd. € |
2022 | 2021 |
| Jahresergebnis | 1.900 | - 3.714 |
| Abschreibungen / (Zuschreibungen) | 1.084 | 1.173 |
| Zunahme / (Abnahme) von Rückstellungen | 450 | 439 |
| Sonstige nicht-zahlungswirksame Aufwendungen / (Erträge) | - 148 | 3.194 |
| Nicht-zahlungswirksame Wertberichtigungen auf Finanzanlagen | 0 | 189 |
| Veränderungen Working Capital Aktiva, zahlungswirksam | 10.332 | - 7.363 |
| Veränderungen Working Capital Passiva, zahlungswirksam | - 2.653 | - 11.065 |
| (Gewinn) / Verlust aus Anlagenabgang | - 21 | 4.784 |
| Zinserträge / Zinsaufwendungen | - 26 | - 218 |
| Erträge aus Beteiligungen und Ergebnisabführung | - 6.120 | - 7.770 |
| Nicht-zahlungswirksamer Ertragsteueraufwand | 143 | - 44 |
| Ertragsteuererstattungen / -zahlungen | 580 | 10 |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 5.521 | - 20.385 |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | - 857 | - 632 |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen | - 126 | - 45 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen | 21 | 44 |
| Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen | - 3.306 | - 3.627 |
| Einzahlungen aus dem Abgang von Finanzanlagen | 1.717 | 4.646 |
| Erhaltene Zinsen | 1.798 | 1.902 |
| Erhaltene Erträge aus Beteiligungen und Ergebnisabführung | 6.120 | 7.770 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | 5.367 | 10.058 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten | 0 | 2.943 |
| Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten | - 6.180 | - 3.526 |
| Gezahlte Zinsen | - 1.772 | - 1.684 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | - 7.952 | - 2.267 |
| Veränderung des Bestandes an Zahlungsmitteln | 2.936 | - 12.594 |
| Bestand der Zahlungsmittel am Anfang der Periode | 1.117 | 13.711 |
| Bestand der Zahlungsmittel am Ende der Periode | 4.053 | 1.117 |
Die Deufol SE ist eine Managementholding, deren Tochtergesellschaften im In- und Ausland Industrie-Dienstleistungen mit dem Schwerpunkt Industriegüterverpackung erbringen. Im Rahmen ihrer Holdingaufgaben stellt die Deufol SE u. a. die für das übergreifende Risikomanagement der Gruppe erforderlichen Ressourcen zur Verfügung und überwacht fortlaufend die Umsetzung der Risikopolitik und des Risikomanagements. Unternehmenssteuerung, Corporate Governance und Geschäftsordnung sowie Risikopolitik sind aufeinander abgestimmte Elemente innerhalb der Deufol-Gruppe.
Um in den Regionen und Servicebereichen bei sich ständig verändernden Voraussetzungen und Erfordernissen erfolgreich zu bleiben und sich bietende Chancen zu nutzen, sind zwangsläufig Risiken einzugehen. Diese werden sorgfältig geprüft und im Rahmen einer Chancen-Risiko-Abwägung beurteilt. Die Unternehmensstrategie ist grundsätzlich darauf ausgerichtet, Geschäfte und die damit verbundenen Risiken in eigenen rechtlichen Einheiten zu konzentrieren, um damit mögliche negative Auswirkungen auf die Gruppe zu begrenzen.
Den fortlaufend identifizierten und überwachten Kernrisiken wird durch das Entwickeln geeigneter Maßnahmen Rechnung getragen. Zu den Kernrisiken zählen vor allem solche, die im Zusammenhang mit der Nutzung von Bestands- und Erfolgspotenzialen des Unternehmens stehen. Beispiele hierfür sind mögliche Kundenverluste aufgrund der Verlagerung von verpackungsnahen Produktionsstandorten oder der nicht ausreichend konsequente Ausbau der Marktführerschaft in den Kerngeschäftsfeldern von Deufol. Randrisiken und Restrisiken werden dann akzeptiert, wenn sie dargestellt und konkretisiert sind. Gewisse Randrisiken werden durch den Abschluss von Versicherungen externalisiert (Naturgewalten, Haftpflichtschäden etc.). Insbesondere wird das bewusste Eingehen von Risiken durch Corporate-Governance-Richtlinien (u. a. Geschäftsordnungen der Deufol SE und der Tochtergesellschaften) und die aktive Ausübung unserer Gesellschafterstellung in den Tochterunternehmen nur unter transparenten und kontrollierten Rahmenbedingungen ermöglicht.
Die geschäftsführenden Direktoren der Deufol SE halten für eine erfolgreiche Risikopolitik ein ausgeprägtes Risikobewusstsein in allen Bereichen für unerlässlich. Die Kenntnis von bestehenden Risiken und die Sensibilisierung für Risikopotenziale sind wichtige Bestandteile der Unternehmensführung und aufgrund der unterschiedlichen Risikofelder und deren individueller Ausprägungen innerhalb der einzelnen Tochtergesellschaften essenziell, um Risikopolitik erfolgreich gestalten zu können.
Grundsätzlich werden alle Tätigkeiten der Tochtergesellschaften von einem integrierten Risikomanagement begleitet. Das Risikomanagement soll zum einen sicherstellen, dass gesetzliche Anforderungen erfüllt werden, und zum anderen zur Unterstützung der wertorientierten Steuerung der Unternehmen und damit der gesamten Deufol-Gruppe beitragen.
Die Identifikation der Risiken erfolgt durch die Bereichsleiter bzw. Geschäftsführer anhand folgender neun Risikofelder
| ― |
Strategie / Planung / Unternehmenssteuerung |
| ― |
Markt/Vertrieb / Kunde |
| ― |
Beschaffung / Lieferanten |
| ― |
Leistungserbringung |
| ― |
Finanzen |
| ― |
Personal |
| ― |
IT |
| ― |
Vertrag/ Recht |
| ― |
Sonstiges |
Die identifizierten Risiken werden von den Verantwortlichen halbjährlich in so genannten Risk-Maps überprüft und dokumentiert. Mithilfe der darauffolgenden Aggregation auf Konzernebene und des Berichts derselben an die geschäftsführenden Direktoren wird das Ausmaß relevanter Risiken somit immer auf den neuesten Stand gebracht und im Blick behalten.
Innerhalb der Gruppe erfolgt die Risikomessung nach einheitlichen Vorgaben. Die in den Risk-Maps identifizierten Risiken werden hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen Schadenshöhe mit Herleitung im Rahmen des Bruttorisikos von den entsprechenden Geschäfts- bzw. Standortleitern der Gesellschaften bewertet. Einzelne Risiken erhalten hierbei Bewertungsziffern und erfordern ab einer bestimmten Schwelle risikoeingrenzende Maßnahmen. Anschließend wird das resultierende Nettorisiko nach Maßnahmenumsetzung bewertet.
Die Eignung und Umsetzung der Maßnahmen wird durch das Risikocontrolling vor Ort gesteuert und überwacht. Darüber hinaus nehmen die geschäftsführenden Direktoren und die Regionalverantwortlichen im Rahmen regelmäßiger Dialoge mit dem Management der einzelnen Tochtergesellschaften, durch unregelmäßige Besuche vor Ort sowie durch intensive Datenanalyse und die Einbeziehung von unabhängigen Experten ihre Risikoüberwachungsfunktionen wahr.
Der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Weltkonjunktur hat im Geschäftsjahr 2022 merklich nachgelassen. Die sich verbreitenden harmloseren Varianten trafen auf eine zunehmend durch Impfungen oder durch bereits überstandene Infektionen vor schweren Krankheitsverläufen geschützte Bevölkerung, so dass die Todesfallzahlen infolge von Corona-Infektionen weltweit deutlich sanken und die Schutz- und Isolationsmaßnahmen sukzessive reduziert bzw. ganz aufgehoben wurden. Damit einhergehend entwickelten sich auch die Risiken für krankheitsbedingte Ausfälle von Mitarbeitern oder ganzen Teams und daraus resultierende Einschränkungen im Produktionsprozess wesentlich rückläufig.
Besonders geprägt wurde das Jahr 2022 dagegen durch den Überfall Russlands auf die Ukraine zu Jahresbeginn und den sich anschließenden und auch aktuell fortdauernden Ukraine-Krieg, der - neben der humanitären Katastrophe - das mögliche Worst-Case-Szenario geopolitischer Risiken innerhalb Europas darstellt und immense wirtschaftliche Folgen nach sich zieht.
Zwar wirken sich die wirtschaftspolitischen Folgen dieses Krieges insofern nicht unmittelbar auf die Deufol-Gruppe aus, da sie keine direkten Geschäftsbeziehungen nach Russland oder Belarus unterhält und somit nicht von Sanktionen gegen diese Länder betroffen ist. Dies gilt auch für den weitaus überwiegenden Teil der Kunden der Deufol-Gruppe, da diese ebenfalls keine oder nur vergleichsweise geringfügige Geschäftsbeziehungen mit den benannten Ländern unterhalten.
Gleichwohl führte der Krieg insbesondere aufgrund des hohen Exportvolumens der russischen Gasförderung zu erheblichen Versorgungsunsicherheiten hinsichtlich der Energie- und vor allem der Gasversorgung. In Deutschland, das zuvor einen erheblichen Anteil seiner Gasverbräuche über Russland bezog, war in der Folge ein extrem starker Anstieg der Energiepreise zu verzeichnen. Auch wenn sich die Marktpreise aktuell wieder auf niedrigerem Niveau eingependelt haben, ist davon auszugehen, dass das Preisniveau substanziell erhöht bleibt. Die Deufol Gruppe wirkt dem durch eine weitere Intensivierung im kontinuierlichen Verbesserungsprozess und eine konsequente Umsetzung von Effizienzmaßnahmen entgegen und verstärkt die Nachhaltigkeitsanstrengungen darüber hinaus zielgerichtet.
Zudem haben sich zahlreiche weitere Güter und Dienstleistungen im Jahresverlauf stark verteuert und die Inflationsraten weltweit in die Höhe schnellen lassen, so dass sich bereits zahlreiche Notenbanken gezwungen sahen, mit deutlichen Erhöhungen der Leitzinsen zu reagieren. Aus diesem weltwirtschaftlichen Marktumfeld erwachsen für die Deufol-Gruppe weitere wesentliche Risiken in Form steigender Beschaffungskosten für bezogene Rohstoffe und Leistungen, erhöhter Lohnforderungen und eines Anstiegs der Finanzierungskosten, die - sofern sie nur unzureichend durch Anpassungen der Absatzpreise und durch Effizienzsteigerungen aufgefangen werden können - einen substanziellen Einfluss auf die finanzielle Situation der Deufol-Gruppe haben können.
Der bereits in der Vergangenheit bewährte engmaschige Informationsaustausch auf globaler Management-Ebene, verbunden mit einem aktiven strategischen Lieferantenmanagement und der Implementierung preissensiblerer Anpassungsmechanismen auf der Kundenseite, haben es uns ermöglicht, die bisherigen Auswirkungen der zahlreichen Preisschocks abzufedern und das Geschäftsjahr mit einem guten Ergebnis abzuschließen. Ungeachtet dessen bleibt unser Marktumfeld mit weiterhin erhöhtem Inflationsniveau und anhaltender geopolitischer Unsicherheit extrem herausfordernd.
Akquisitions- und Investitionsentscheidungen sind mit komplexen Risiken verbunden. Wesentliche Ursachen hierfür sind der hohe Kapitaleinsatz und die langfristige Kapitalbindung. Solche Entscheidungen können nur auf Grundlage von festgelegten und differenzierten Zuständigkeitsregelungen und Zustimmungserfordernissen erfolgen. Insbesondere die beschriebenen Umfeldrisiken erschweren anhaltend sowohl Akquisitionen als auch Investitionen.
Die Umsatz- und Ertragsentwicklung der Tochtergesellschaften ist teilweise geprägt von den Geschäftsbeziehungen zu einer begrenzten Zahl von größeren Kunden. Das steht dementsprechend für ein relativ hohes Risiko der Abhängigkeit von diesen. Umgekehrt besteht aufgrund des spezialisierten Know-hows sowie der hohen Integration mit den Prozessen der Kunden jedoch ebenfalls nur eine eingeschränkte Substitutionsmöglichkeit, die zudem einen längeren Vorlauf bedingt. Risikomindernd ist weiterhin, dass diese Kunden einerseits verschiedenen Branchen wie dem Anlagenbau, dem Maschinenbau, dem Fahrzeugbau oder der Produktion von medizinischen Erzeugnissen (Health Care) angehören; andererseits werden gleichzeitig für denselben Kunden verschiedene und voneinander unabhängige Leistungen an unterschiedlichen Standorten und für unterschiedliche Werke häufig auf Basis langlaufender Rahmenverträge erbracht. Dementsprechend können einzelne Risikofaktoren von gegenläufigen oder risikomindernden Aspekten substanziell abgefedert werden.
Insgesamt zielt die Deufol-Gruppe darauf ab, eine langfristige Bindung der Kunden zu erreichen und im Zeitverlauf zu verstärken. Erreicht wird dies - neben der Sicherstellung einer hohen Qualität und stetig verbesserter Standards - unter anderem durch gemeinsame Projekte mit unseren Kunden, beispielsweise zur Prozessverbesserung und Effizienzsteigerung, sowie durch hohe Kundenorientierung und Flexibilität und eine Service-Ausweitung entlang der Supply-Chain im Zeitverlauf. Zur weiteren Stabilisierung der Kundenbasis zählen darüber hinaus auch der stetige Auf- und Ausbau von dauerhaften Geschäftsbeziehungen zu kleineren und mittleren Unternehmen sowie die Abwicklung einzelner Projekte und individueller Dienstleistungen.
Auch aus der Vertragsgestaltung können Risiken entstehen. Dies betrifft zum Beispiel die fehlende Abbildung von quantitativen oder qualitativen Veränderungen. Ungenügende Preisanpassungsklauseln könnten Preisrisiken sowohl aus unerwarteten Beschaffungspreissteigerungen, zum Beispiel bei Rohstoffen wie Holz oder aber bei den Personalaufwendungen, als auch bei starken Rückgängen eines unausgewogenen Indikators einseitig bei Deufol belassen. Regelmäßige Management-Abstimmungen mit den Tochtergesellschaften aus allen Regionen sowie innerhalb der Servicebereiche und servicebereichsübergreifend dienen der Früherkennung von negativen Entwicklungen für das Unternehmen. Umsatzrückgänge oder negative Kostenentwicklungen können frühzeitig identifiziert und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Die stetige und vorausschauende Weiterentwicklung der Preisanpassungsmechanismen in Rahmenverträgen ist gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen der unterschiedlichen Märkte z. B. für Rohstoffe (Holz und Metall), Energie und Personal ein elementarer Bestandteil unseres Risikomanagements. Dies wird flankiert vom stetigen Dialog mit den Kunden, um auf Sondersituationen individuell reagieren zu können.
Der wirtschaftliche Erfolg der Deufol-Gruppe beruht zu einem maßgeblichen Teil auf den Fähigkeiten, der Qualifikation und der Motivation der Mitarbeiter und des Managements. Aus diesem Grund werden diese permanent geschult, um unseren Qualitäts- und Leistungsansprüchen gegenüber unseren Kunden gerecht zu werden. Eine zunehmende Sensibilisierung unserer Mitarbeiter aller Leistungsebenen in risikorelevanten Bereichen gewährleistet die Umsetzung der unternehmensweiten Risikopolitik. Hierzu zählt ebenso die Nutzung angemessener variabler, leistungsorientierter Gehaltsbestandteile bei unseren Führungskräften.
Durch den Einsatz externer Dienstleister in der Leistungserbringung ist es möglich, Phasen mit erhöhtem oder niedrigerem Leistungsaufkommen auszugleichen, ohne Veränderungen innerhalb des geschulten Personalstammes vornehmen zu müssen.
Unsere Tochtergesellschaften werden von Führungskräften verantwortet, die sich durch die Identifikation mit Deufol auszeichnen und durch unternehmerisches Denken und Handeln geprägt sind. Das Risiko von Know-how-Verlust durch das Ausscheiden von Leistungsträgern wird begrenzt, indem relevantes Know-how strukturiert dokumentiert wird und dezentral auf mehrere Mitarbeiter verteilt ist.
Den Herausforderungen des Fachkräftemangels begegnet die Deufol-Gruppe mit einem proaktiven Personalmanagement und einer breit gefächerten Palette unterschiedlicher Maßnahmen, um ihre Attraktivität als (potenzieller) Arbeitgeber für Mitarbeiter und Bewerber zu unterstreichen.
Unter IT-Risiken fallen im Allgemeinen Gefahren für das firmeneigene Netzwerk sowie die Verfälschung oder im Extremfall Zerstörung von Daten durch Bedienungs- und / oder Programmierfehler. Die IT-Infrastruktur ist dem Konzernaufbau entsprechend dezentral angelegt. Dies führt dazu, dass Risiken isoliert für die jeweiligen Einheiten mit geringen gruppenübergreifenden Schnittstellen bestehen. Andere Teile der IT-Infrastruktur sind zentralisiert oder ausgelagert. Zur Risikominimierung werden übergreifende und umfangreiche Schutzmaßnahmen wie Virenschutzkonzepte, Firewalls, Notfall- und Recovery-Pläne sowie Backup-Lösungen durch redundante Serverschaltung, die den spezifischen Erfordernissen der Deufol-Gruppe angepasst sind, angewendet.
Neben der Schaffung der technischen Voraussetzungen zur Abwehr möglicher Cyber-Angriffe, die insbesondere auf den Diebstahl oder die Verschlüsselung relevanter Daten gerichtet sind, werden die Mitarbeiter der Deufol-Gruppe laufend für diese Art von IT-Risiken sensibilisiert und entsprechend geschult.
Innerhalb der Deufol-Gruppe existieren mehrere Finanzierungskreise, die weitestgehend unabhängig voneinander agieren. In Europa wurde die zentrale Konsortialfinanzierung im Jahr 2019 neu aufgesetzt und in 2021 im Kontext der Akquisition der Wallmann-Gruppe angepasst. Sie bietet in ihrer Ausgestaltung bis Mai 2024 ausreichende finanzielle Freiräume, um neben dem operationellen Tagesgeschäft auch anfallende strategische Chancen umsetzen zu können. Daneben befinden sich andere Finanzierungskreise in den USA, in Tschechien, in Belgien, in Ungarn und in Österreich, die teils unabhängig sind und teils direkt oder indirekt mit der zentralen Konsortialfinanzierung verzahnt sind.
Die Kreditverträge sind überwiegend mit der Einhaltung von Finanzkennzahlen, den so genannten Financial Covenants, verknüpft. Grundsätzlich eröffnet eine Verletzung der Financial Covenants den Finanzierern zwar das Recht zur Vertragskündigung, löst aber keine unverzügliche Rückzahlungsverpflichtung aus. Zudem kann es bei einer Verschlechterung der Kennziffern zu einer Erhöhung der vereinbarten Kreditmarge und damit der Finanzierungskosten der Gruppe kommen.
Zinsänderungsrisiken resultieren aktuell ausschließlich aus variablen Zinssätzen der Finanzinstrumente der allgemeinen Konzernfinanzierung. Die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu einem maßgeblichen Teil langfristig mittels Festzinsamortisationsdarlehen finanziert. Aufgrund der zum Zeitpunkt des Abschlusses vorherrschenden Zinslandschaft sind diese Investitionen unter dem aktuellen Zinsniveau finanziert. Vorwiegend im ersten Halbjahr 2022 wurden bisher variabel verzinsliche, langfristige Darlehen entweder in Festzinsdarlehen gewandelt oder aber die Verzinsung mittels kongruenter Zinssicherungsgeschäfte in eine Festverzinsung gewandelt. Die Entwicklung auf den Zinsmärkten wird stetig überwacht; bei Bedarf werden Maßnahmen zur Anpassung der Zinsvereinbarungen initiiert und umgesetzt. Die Deufol-Gruppe hat dazu die Voraussetzungen geschaffen, um kurzfristig auf Änderungen der Zinslandschaft reagieren zu können.
Die Risiken aus volatilen Wechselkursen, die stärkeren Schwankungen unterliegen, entstehen hauptsächlich im Rahmen der Konsolidierung durch die Umrechnung der Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften außerhalb des Eurowährungsraums. Im operativen Geschäft spielten Wechselkurseffekte bisher eine eher nachrangige Rolle. Infolge des Ukraine-Krieges, der in 2022 stark gestiegenen Inflation sowie der deutlichen und nach Währungen differenzierten Erhöhung des Zinsniveaus hat insbesondere im 4. Quartal die Bedeutung der Wechselkurse des EUR zum US-Dollar, zur Tschechischen Krone und zum Ungarischen Forint jedoch an Bedeutung gewonnen. Im Einzelabschluss der Deufol SE sind Währungsrisiken nahezu ausschließlich auf Transaktionen mit den Tochtergesellschaften außerhalb des Eurowährungsraums beschränkt. Die Geschäftsabwicklung in Tschechien wird seit einigen Jahren zu einem substanziellen Anteil in Euro abgewickelt, sodass die bisherige Währungsabsicherung sukzessive abgebaut wurde und Anfang 2021 vollständig ausgelaufen ist. Die Umsätze in Ungarn werden ebenfalls im Wesentlichen in Euro abgewickelt und die funktionale Währung unserer ungarischen Gesellschaften ist der Euro. Diese Vorgehensweise ermöglicht die Minimierung der Wechselkursrisiken gegenüber dem Ungarischen Forint. Ungeachtet dessen entstehen sowohl in Tschechien als auch in Ungarn insbesondere Personalaufwendungen und Steuern in der Landeswährung. Das Geschäft in den USA ist im Wesentlichen durch Erträge und Aufwendungen in US-Dollar gekennzeichnet, so dass das Währungsrisiko auf das Jahresergebnis beschränkt ist. Derzeit bestehen keine Währungssicherungsgeschäfte. Aufgrund der einsetzenden Zinswende in einigen Staaten und für einige Währungen sowie der zunehmenden Bewegungen an den Währungsmärkten werden sowohl Zins- als auch Währungsmärkte fortlaufend analysiert, um künftig gegebenenfalls wieder Währungsabsicherungsgeschäfte abzuschließen sowie das aktuelle Zinsniveau durch geeignete Maßnahmen auch im Kurzfristbereich abzusichern.
Weitere Angaben zu finanzwirtschaftlichen Risiken sind im Abschnitt "Finanzrisikomanagement" (Anhang 38 auf Seite 099 ff.) dargestellt.
Der Konzern hat im Zuge seiner Expansionsstrategie Firmenwerte bilanziert. Die Durchführung so genannter Impairment-Tests gemäß IAS 36 kann wertmindernde Anpassungen der Firmenwerte nach sich ziehen. Auf Basis des 2022 durchgeführten Werthaltigkeitstests wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt.
Die rechtlichen Risiken entstehen in der Deufol-Gruppe aus dem allgemeinen rechtlichen Risiko des Geschäftsverkehres sowie darüber hinausreichenden steuerlichen Aspekten. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren können nicht mit Sicherheit vorausgesehen werden, so dass aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf unser Geschäft und seine Ergebnisse haben können.
Weitere Angaben zu rechtlichen Risiken sind im Abschnitt "Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten" (Anhang 35 auf Seite 098) dargestellt.
Zusammengefasst ist festzustellen, dass die Deufol-Gruppe sich nach wie vor mit Umfeldrisiken konfrontiert sieht, die sich substanziell auf operative oder finanzielle Gesichtspunkte auswirken können. Während die pandemische Lage sich dem Ende zu nähern scheint und somit die unmittelbaren Auswirkungen weiter abnehmen, bestehen aus dem Ukraine-Krieg und der anhaltenden Energiekrise wesentliche Umfeldrisiken. Die erheblich gestiegene Inflation scheint zwar abzuflachen, die Märkte für Rohstoffe und Energie sind jedoch sowohl in Bezug auf Verfügbarkeiten als auch auf Preise unverändert volatil, und die richtige Beschaffung mit einem Mix aus mittel- bis langfristiger Absicherung der Belieferung und kurzfristigem Kauf an den Spotmärkten stellt eine Herausforderung dar. Deufol hat die in der Vergangenheit eingeschlagene Strategie zur Absicherung der Versorgung und der Preise unverändert fortgesetzt und die Intensität bei den einzelnen Warengruppen den aktuellen Marktsituationen angepasst, was zu einer weiteren Stabilisierung der Risikosituation des Konzerns im Jahr 2023 beiträgt.
Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs, die unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ohnehin eine Priorität genießen, wurden - wo immer möglich - beschleunigt. Der Einsatz von Photovoltaik-Anlagen wird zudem konzipiert und ist für 2023 an einzelnen Standorten vorgesehen.
Die Sicherung qualifizierten Personals bleibt schwierig und die Löhne und Gehälter zeigen derzeit stark steigende Trends. Daher ist auch ein proaktives Personalmanagement Teil unseres Risikomanagements.
Die geopolitische Lage und die Folgen des Ukraine-Krieges werden weitere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Insgesamt ist damit die Unsicherheit des Geschäfts in 2022 weiter gestiegen und wird auch in 2023 ein wesentliches Element der wirtschaftlichen Entwicklung der Industrienationen bleiben.
Die Holdingstruktur der Deufol-Gruppe mit zahlreichen operativen Einheiten, verbunden mit einem vielseitigen Dienstleistungsportfolio, welches sich über verschiedene Branchen und Regionen erstreckt, hat sich unter Risikoaspekten bewährt. Innerhalb der einzelnen Tochtergesellschaften werden die operativen Risiken soweit möglich durch entsprechenden Versicherungsschutz abgedeckt. Das Risikomanagement wird fortlaufend auch dahin gehend weiterentwickelt, Risiken frühzeitig zu erkennen, um entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können.
Da mit dem Mehrheitsaktionär kein Beherrschungsvertrag besteht, waren die geschäftsführenden Direktoren der Deufol SE zur Aufstellung eines Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG verpflichtet. In diesem Bericht wurden die Beziehungen zu der Lion's Place GmbH sowie deren Mehrheitsgesellschaftern aus der Familie Hübner und den zum Deufol Konzern gehörenden Unternehmen erfasst. Die geschäftsführenden Direktoren erklären gemäß § 312 Abs. 3 AktG: "Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt, in dem Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Berichtspflichtige Maßnahmen, durch die die Gesellschaft benachteiligt wurde, haben im Geschäftsjahr nicht stattgefunden."
Die in den vergangenen Jahren erfolgreich etablierten Maßnahmen zur Erhöhung der operativen Schlagkraft und Stärkung der Unternehmenskultur werden konsequent fortgeführt. Neben der verbesserten Vernetzung der Gesellschaftsstandorte untereinander liegt der Fokus gleichermaßen auf der Intensivierung des regionalübergreifenden Informationsaustausches. Hierzu zählt auch die Nutzung der Deufol-internen Hub-Struktur, die es der Deufol Gruppe ermöglicht, Kunden entlang der Wertschöpfungskette ganzheitlich zu bedienen und gleichzeitig über innovative Deufol-Applikationen transparente Prozesse anzubieten. Diese Verknüpfungen erlauben es Deufol als Konzern, sich von Marktbegleitern in der Export- und Industriegüterverpackung zu differenzieren.
Die Struktur der Deufol Gruppe mit der Deufol SE als übergeordneter Managementholding-Obergesellschaft und rund 45 operativen Gesellschaften in den relevanten Märkten wird zur Risikobegrenzung grundsätzlich beibehalten, im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Gruppe jedoch bei Bedarf optimiert. Darüber hinaus bildet die aktuelle Struktur auch die unterschiedlichen Geschäftsfelder der Gruppe ab. Die strategischen Chancen des Konzerns liegen insbesondere auch darin, dass wir die Vorteile unserer Größe als wesentlicher Marktteilnehmer zu unserem Nutzen ausgestalten können. Als global aufgestellter Premium-Dienstleister im Bereich der Verpackungsdienstleistungen und angrenzenden Services bieten wir unseren weltweit tätigen Kunden ganzheitliche Lösungen, die deren Geschäftserfolg nachhaltig unterstützen. Wir erweitern unsere Geschäftsbereiche stetig um ergänzende Zusatzservices rund um die Verpackung sowie selbst entwickelte Softwarelösungen, die den Verpackungsprozess in ein intelligentes Dienstleistungspaket einbetten. Um unsere Flexibilität auszubauen, auf Marktentwicklungen und Kundenanforderungen einzugehen und innovative Lösungen voranzutreiben, werden wir auch im Jahr 2023 die Ausrichtung unseres Geschäfts auf vier Servicebereiche weiter vorantreiben:
1. Verpackung und Logistik: Unter Beibehaltung unserer Kernkompetenz in der Industrie- und Exportgüterverpackung bieten wir unseren Kunden einen Komplett-Service rund um individuelle Verpackungslösungen und angrenzende Dienstleistungen.
2. Produktion: Wir vereinheitlichen, automatisieren und standardisieren die Herstellung und den Vertrieb von Verpackungsmaterialien.
3. IT Services: Wir unterstützen unsere Kunden mit nützlichen Dienstleistungen und selbst entwickelten Tools entlang ihrer komplexen Lieferketten.
4. Real Estate: Um die ideale Anbindung zum Kunden zu gewährleisten, optimieren wir die Nutzung und Verwaltung unserer globalen Standorte.
Unseren Kunden wollen wir mit dieser Ausrichtung nachhaltige, innovative und umfassende Services und Dienstleistungen auf hohem Qualitätsniveau anbieten. Zudem werden wir hiermit den ständig steigenden Anforderungen gerecht. Gleichzeitig festigen wir unsere Position im fortschreitenden Prozess unserer Kunden, sich auf wenige Kerndienstleister zu fokussieren.
Zu unseren herausragenden Merkmalen als Verpackungsdienstleister gehört unsere internationale Präsenz. Viele unserer Kunden haben einen "Global Footprint", der es erfordert, dass auch wir international unsere Dienstleistungen in gewohnter Qualität entwickeln und zur Verfügung stellen können.
Die anhaltenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, speziell die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China durch das dortige Wiederaufleben des Virus in 2022, aber besonders auch die unveränderte äußerst angespannte Lage im Ukraine-Krieg bleiben im Jahr 2023 prägende Elemente der Weltwirtschaft. Die im Zuge der unsicheren geopolitischen Lage stark gestiegenen Referenzzinssätze sorgen im Umfeld von Rekordverschuldungen zu erhöhten Kosten für Schuldner und Risiken für Gläubiger. Staatliche Unterstützungsleistungen werden hierbei durch die hohen Schulden und die verschärften globalen Finanzierungsbedingungen zusätzlich erschwert. Insbesondere für einkommensschwache Länder steigt das Verschuldungsrisiko. Aufstrebende Volkswirtschaften und Entwicklungsländer, die stark auf Fremdwährungskredite und externe Finanzierung angewiesen sind, müssen sich wegen der gestrafften Geldpolitik in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften auf mögliche Finanzmarktprobleme vorbereiten.
Nichtsdestoweniger ist in 2023 gegenüber 2022 voraussichtlich mit einer Beruhigung der wirtschaftlichen Turbulenzen zu rechnen. Während 2022 stark von einer steigenden globalen Inflation in Höhe von 8,8 % geprägt war, wird sich diese in 2023 voraussichtlich mit einem Rückgang auf 6,6 % etwas reduzieren. Prognostiziert wird demnach ein Sinken der durchschnittlichen jährlichen Inflation im Vergleich zu 2022 um 2,7 Prozentpunkte in den Industriestaaten und etwa um 1,8 Prozentpunkte in Entwicklungs- und Schwellenländern. In dem projizierten Inflationsrückgang spiegelt sich zu einem Teil die eintretende Entspannung in den Rohstoffpreisen aufgrund der schwächer als erwarteten globalen Nachfrage wider. Andererseits zeigen sich hier auch die Effekte der globalen Geldpolitik. Trotzdem liegt die Inflation damit nach wie vor über dem Durchschnitt von 4,9 % vor der Pandemie. Speziell im Euroraum kann die Anhebung des EZB-Leitzinses der Inflationsrate nur schwer entgegenwirken und bremst gleichzeitig das Wirtschaftswachstum aus. Global prognostiziert der IWF daher für 2023 ein im Vergleich zum Vorjahr weiterhin abgeflachtes Wachstum von 2,9 % gegenüber dem globalen Wachstum in 2022 von 3,4 %.
Ein Jahr nach Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine bleibt die politische und wirtschaftliche Unsicherheit in der EU und im Euroraum unverändertes zentrales Thema der Rahmenbedingungen für 2023. Während im vergangenen Geschäftsjahr die Sorge um Gasknappheit, steigende Energiepreise und die einsetzende geldpolitische Straffung in einer starken Reduktion des Bruttoinlandproduktes und einem massiven Anstieg der Inflation im Euroraum resultierten, rechnet die Europäische Kommission für 2023 mit einer leichten Beruhigung des Marktes.
Nachdem sich zum ersten Halbjahr 2022 eine Rezession im Euroraum für 2023 abzeichnete, scheint dies mit den Entwicklungen des letzten Quartals abgewendet worden zu sein. Trotz der hohen Inflationsrate von 8,4 % ging die wirtschaftliche Aktivität im Euroraum im zweiten Halbjahr kaum zurück. Auch der Euro erstarkte nach einem Tiefstand im dritten Quartal gegenüber wichtigen ausländischen Währungen im Laufe der letzten Monate wieder. Insgesamt rechnet die Europäische Kommission daher für 2023 mit einem marginalen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 0,9 % im Euroraum. Zusätzlich geht die Inflation im Euroraum um etwa 2,8 Prozentpunkte auf 5,6 % zurück.
Trotzdem bleibt die EU geprägt von den Auswirkungen des Angriffskriegs. Einerseits sind an den Energiemärkten die Gaspreise bereits wieder unter das Vorkriegsniveau gesunken und auch die sonstigen Energiepreise gehen leicht zurück. Es bleibt jedoch die Frage, inwiefern diese Preisrückgänge auch zeitnah an die Unternehmen und Endverbraucher weitergegeben werden. Zudem besteht die Möglichkeit, dass bei einer Beendigung verschiedenster staatlicher Unterstützungsleistungen an Haushalte, die europaweit je nach Land im Verlauf von 2023 auslaufen werden, erneute Preissteigerungen zu erwarten sind. Auch ist davon auszugehen, dass die Leitzinsen der EZB und anderer europäischer Zentralbanken zunächst weiter erhöht und Investitionen damit vorerst ausgebremst werden. Die Effekte dieser Zinserhöhung zeigen sich bereits jetzt in besonders zinssensitiven Sektoren stärker als erwartet. Perspektivisch wird jedoch mit einem Absinken der Leitzinsen etwa ab dem 2. Halbjahr 2024 gerechnet, so dass sich am Markt derzeit inverse Zinsstrukturkurven gebildet haben.
Im Umfeld großer Veränderungen hat sich die EU in den vergangenen Monaten als starker Wirtschaftsraum bewährt. Der Hochpunkt der Inflation scheint überwunden und die Lücke zwischen Preiserhöhungen und Lohn- und Gehaltsanstiegen wird im Geschäftsjahr 2023 wohl schmäler werden. Trotzdem bleibt das wirtschaftliche Umfeld im Euroraum von Unsicherheiten und geldmarktpolitischen Umstürzen auch in 2023 weiterhin geprägt.
Nach dem durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Inflationsschock und durch die folglich von der EZB eingeläuteten restriktiven monetären Rahmenbedingungen mit stark steigenden Zinskurven befindet sich die deutsche Wirtschaft in einem von weltweiten Unsicherheiten geprägten Umfeld in einer wirtschaftlichen Schwächephase.
Trotz dieser ausgesprochen komplexen Ausgangssituation und einer anhaltenden Krisenlage hellen sich die Konjunkturprognosen für das Frühjahr im Vergleich zu den unterjährigen Prognosen in den Vorquartalen etwas auf. Das IfW in Kiel rechnet in seiner Frühjahresprognose mit einem moderaten Wachstum im Jahr 2023 von 0,5 %. Einen maßgeblich positiven Einfluss auf die Konjunkturprognosen hat hierbei die sich erholende Energiepreissituation. Während die Gefahr einer Erdgasmangellage durch den heraufziehenden Frühling und neue Beschaffungswege zunächst gebannt zu sein scheint, wirken sich auch die rückläufigen Preisentwicklungen an den Großhandelsmärkten und die staatlichen Maßnahmen der so genannten "Energiepreisbremse" konjunkturstützend aus. Dies stärkt neben der Industrie gleichermaßen auch die Konsumkonjunktur; dennoch bleiben insbesondere die Einflüsse der Inflation ausgesprochen hoch. Nachdem die EZB im Anschluss an Zinserhöhungen in 2022 nun bereits im Februar und März des Jahres 2023 mit den nächsten Zinsschritten um jeweils 50 Basispunkte auf nun 3,5 % reagiert hat, ist im Laufe des Jahres mit erneuten Zinsschritten zu rechnen.
Das IfW in Kiel rechnet in seiner Frühjahrsprognose 2023 damit, dass die Inflationsrate durch die getroffenen Maßnahmen im Jahr 2023 mit 5,4 % auf erhöhtem Niveau, jedoch unter dem Vorjahr liegen wird. Auch wenn die Preisimpulse im Kraftstoff- und Energiesektor weniger stark ausfallen, bleibt der Preisdruck in den vorgelagerten Produktionsstufen der Wertschöpfungsketten insgesamt hoch und verschiebt sich zunehmend in Richtung der nachgelagerten Güter. Dies wird sich zwangsläufig in steigenden Erzeugerpreisen widerspiegeln. Unter anderem ziehen die Nahrungsmittelpreise besonders durch die gestiegenen Energiekosten in der Verarbeitung und beim Transport weiter an. Die Geldentwertung ist darüber hinaus auch ein Belastungsfaktor für Investitions- und (Re-)Finanzierungsbedingungen.
Negativen Einfluss auf die Kerninflationsrate haben darüber hinaus die durch den Fachkräftemangel getriebenen Personalkosten. Demzufolge ist in Deutschland für 2023 laut Schätzungen des IfW in Kiel eine Steigerung der Bruttolöhne und -gehälter um rund 6,4 % zu erwarten, eine Kostenerhöhung, die sich unweigerlich auch auf Endverbraucherpreise niederschlagen wird.
Ferner führt der gegenwärtige Mangel an Arbeitskräften dazu, dass die Arbeitslosigkeit im Prognosejahr trotz der vorherrschenden Krisenbedingungen voraussichtlich nicht ansteigen wird. Die Staatsausgaben werden trotz Rückgang der Corona-Hilfen durch den 200 Mrd. Euro schweren Krisenabwehrschirm auf mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung deutlich ansteigen. Insbesondere die Gütersubventionen erhöhen sich hierbei rasant und bestimmen die Steigerung maßgeblich, während Investitionen aus dem Sondervermögen der Bundeswehr zunächst nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Auch im Geschäftsjahr 2023 ist mit anhaltenden Unsicherheiten im Marktumfeld von Deufol zu rechnen. Obwohl sich die Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie reduzieren, sieht sich der Deufol Konzern mit konjunkturellen Herausforderungen im Zuge des Kriegs in der Ukraine, steigenden Energie- und Personalkosten und der vorherrschenden Inflation konfrontiert. Trotz dieser Herausforderungen ist die Deufol Gruppe für das kommende Jahr gut aufgestellt und rechnet mit weiter anhaltendem Umsatz- und Ertragszuwachs.
Nachdem die Deufol 2022 in dem komplexen Marktumfeld das Geschäft erneut über die Erwartungen hinweg ausweiten konnte und den neuen Standort in Polen erfolgreich etabliert hat, strebt der Konzern weiter nach einer geografischen Expansion. Bereits im letzten Quartal des abgeschlossenen Geschäftsjahrs konnte in Houston ein neuer Standort in den USA eröffnet werden, der im laufenden Jahr ausgebaut wird. Zusätzlich wird das Osteuropageschäft sowohl in Ungarn als auch in Polen weiterhin fokussiert. Im Zusammenspiel mit den etablierten Binnenlandstandorten und den zunehmenden Angeboten im Rahmen des Hub-Systems ist mit einem stetigen Ausbau des Marktanteils zu rechnen.
Das Jahr 2023 soll weiter genutzt werden, um die Struktur der Deufol zu festigen und die Standardisierung und Digitalisierung voranzutreiben. Dazu werden die kennzahlengestützten Steuerungsinstrumente kontinuierlich ausgebaut; auch die Erfassung und Verankerung von Nachhaltigkeitskennzahlen rücken hierbei weiter in den Fokus.
Selbstverständlich bleibt auch die Deufol Gruppe von den im Zuge von steigenden Energie- und Personalkosten fordernden Marktaspekten nicht unbeeinflusst. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken und die Nachhaltigkeit unserer Produkte und Dienstleistungen voranzutreiben, wurden im Rahmen der Planung für das Jahr 2023 bereits Maßnahmen festgehalten, die in den Regionen des Konzerns einerseits zur Optimierung der Energienutzung beitragen und die bestehenden elektrischen Verbraucher auf Notwendigkeit und Nachhaltigkeit prüfen. Andererseits arbeitet die Deufol im Umfeld des Fachkräftemangels zusätzlich an ihrer Arbeitnehmerattraktivität, um bestehende Mitarbeiter zu halten und neue Bewerber anzusprechen. Mitarbeiter bleiben als wertvollste Ressource in unserer Wertschöpfungskette im Fokus des Managements.
Infolge des Zusammenspiels der weiterhin schwierigen Marktlage auf der einen Seite, verschiedener Maßnahmen zur Stärkung und Steigerung von Marktanteilen auf der anderen Seite sowie Investitionen in die Nachhaltigkeit und Digitalisierung in der Wertschöpfungskette rechnet der Deufol Konzern mit einem weiterhin erfolgreichen Jahr 2023. Für das Jahr 2023 wird der Umsatz in einem Korridor von etwa 270 bis 295 Mio. € und ein EBIT aus dem operativen Geschäft zwischen 10,0 und 15,0 Mio. € erwartet. Als Folge dieses substanziellen operativen Ergebnisses gehen wir von einem positiven Geschäftsergebnis 2023 aus, das ungefähr auf dem Niveau des Berichtsjahres liegen wird.
Nach aktueller Erwartung besteht für den operativen Geschäftsbetrieb auch bei konservativer Geschäftsentwicklung keine Notwendigkeit, auf zusätzliche und ungeplante Finanzierungsmaßnahmen zurückzugreifen. Der positive Geschäftsverlauf des vergangenen Jahres zeigt seine Auswirkungen auch in der Liquidität des Unternehmens. Unter Hinzunahme der für 2023 angenommenen Umsatz- und Ertragsentwicklung ist zu erwarten, dass die derzeitige Finanzausstattung die bestehenden Liquiditätserfordernisse absichert.
Die Deufol hat Investitionen zu einem Teil über langfristige Festzinsvereinbarungen finanziert. Einzelne variabel verzinsliche Investitionsfinanzierungen wurden in 2022 auf eine Festsatzverzinsung umgestellt oder der Festzinssatz durch Zinssicherungsgeschäfte erreicht. Die steigenden Marktzinssätze wirken sich jedoch in der Working Capital Finanzierung und bei der Finanzierung von Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen aus. Deufol hat daher das Liquiditätsmanagement weiterentwickelt wie auch an die geänderte Zinssituation angepasst, um die Auswirkungen des Zinsanstieges zu begrenzen und die Liquidität zielgerichtet vorzuhalten. Ungeachtet dessen wird die geänderte Zinslandschaft in 2023 sowie den Folgejahren zu einer höheren Zinslast führen und das Finanzergebnis merklich verschlechtern.
Zur nachhaltigen Sicherung der Liquidität hat die Geschäftsführung bereits zum Jahresende 2022 Schritte eingeleitet, um eine optimierte Anschlussfinanzierung für die im Mai 2024 auslaufende Konsortialfinanzierung zu erreichen.
Die Investitionen ins Anlagevermögen (ohne nach IFRS 16 zu bilanzierende Leasing-Sachverhalte) sind im laufenden Jahr auf einem Niveau von rund 15 Mio. € geplant und liegen damit über dem Niveau von 2022 (6,4 Mio. €). Die geplanten Investitionen dienen einerseits nachhaltigen Maßnahmen im Bereich der Energienutzung sowie der Optimierung des Fahrzeug- und Maschinenparks und unterstützen andererseits das geplante Wachstum.
Die Deufol Gruppe will in den nächsten Jahren ihr Profil als ganzheitlicher End-2-End-Logistikdienstleister weiter stärken. Im Besonderen sollen der Vertrieb und die Weiterentwicklung unserer innovativen Softwarelösungen im Rahmen der IT-Dienstleistungen vorangetrieben werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf nachhaltigen Lösungsansätzen in Bezug auf Verpackungsmaterialien und Optimierung der Warenströme. Unsere breite Kundenbasis und die langjährigen Geschäftsbeziehungen, das spezielle Know-how und die finanzielle Ausstattung in einem Umfeld starker geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheit erlauben uns nach einem erfolgreichen Jahr 2022, auch für das Geschäftsjahr 2023 weiter zuversichtlich auf die Entwicklung der Gruppe zu blicken.
Hofheim am Taunus, den 31. März 2023
Die geschäftsführenden Direktoren
Dennis Hübner
Ebrahem Al Kadari
Jürgen Hillen
Detlef W. Hübner
Marc Hübner
Jürgen Schmid
Der Verwaltungsrat informiert im folgenden Bericht über die Schwerpunkte seiner Tätigkeit im Geschäftsjahr 2022. Die Deufol SE wird durch den Verwaltungsrat ("monistisches System") geleitet, der die Grundlinien der Geschäftstätigkeit bestimmt und deren Umsetzung durch die geschäftsführenden Direktoren überwacht. Im Folgenden werden die Leitungs-, Überwachungs- und Beratungsschwerpunkte im Plenum, die Jahres- und Konzernabschlussprüfung, die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen sowie Veränderungen in den Organen erläutert.
Der Verwaltungsrat hat die ihm gemäß Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er hat die Gesellschaft geleitet, die Grundlinien der Geschäftstätigkeit bestimmt und deren Umsetzung durch die geschäftsführenden Direktoren überwacht. In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Verwaltungsrat unmittelbar eingebunden. Basis für Letzteres ist insbesondere ein in der Geschäftsordnung für die geschäftsführenden Direktoren niedergelegter detaillierter Katalog der Geschäfte, die einer vorherigen Zustimmung des Verwaltungsrats bedürfen.
Während des Berichtszeitraums haben die geschäftsführenden Direktoren den Verwaltungsrat über die Lage der Gesellschaft und die wesentlichen Geschäftsvorgänge aus gegebenem Anlass mündlich und schriftlich unterrichtet. Monatlich erhielt der Verwaltungsrat ein Reporting, bestehend aus einer aktuellen Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Cashflow-Rechnung für den Konzern nebst Übersichten über die Entwicklung der Umsätze, der Betriebsergebnisse und weiterer Kennzahlen in den einzelnen Tochtergesellschaften mit Plan-Ist-Vergleichen und Vergleichszahlen des Vorjahreszeitraums. Diese Daten gaben regelmäßig Anlass zu Fragen des Verwaltungsrats und entsprechenden Erläuterungen der geschäftsführenden Direktoren.
Der Verwaltungsrat erhielt aktuelle Berichte über die Geschäftsentwicklungen und Sondersachverhalte. Zu diesen Vorgängen fand häufig ein intensiver Meinungsaustausch zwischen dem Verwaltungsrat und den geschäftsführenden Direktoren statt. Die Mitglieder des Verwaltungsrats waren und sind darüber hinaus in regelmäßigem mündlichem oder schriftlichem Kontakt mit den geschäftsführenden Direktoren.
Der Verwaltungsrat hat die Berichte der geschäftsführenden Direktoren sowie weitere Entscheidungsvorlagen in insgesamt fünf Sitzungen und darüber hinaus im Rahmen häufiger elektronischer und telefonischer Kontakte behandelt und eingehend mit den geschäftsführenden Direktoren besprochen.
In 15 Fällen erfolgte eine Beschlussfassung außerhalb von Sitzungen. Diesen Entscheidungen, die aus zwingenden Zeitgründen nicht auf eine ordentliche Verwaltungsratssitzung terminiert werden konnten, ging ein intensiver Informationsaustausch per E-Mail und / oder per Telefon voraus. Bei einer der fünf Sitzungen fehlte ein Verwaltungsratsmitglied entschuldigt, ansonsten haben sämtliche Verwaltungsratsmitglieder an sämtlichen Sitzungen teilgenommen.
Strategische Schwerpunkte der Beratungen des Verwaltungsrats mit den geschäftsführenden Direktoren waren im Berichtszeitraum die derzeitige Umsatz- und Ertragssituation in den einzelnen Geschäftsbereichen mit besonderem Augenmerk auf die Geschäftstätigkeiten in Deutschland, USA und Österreich sowie die Geschäftsentwicklung in diesen Ländern. Überdies wurden die Auswirkungen und Maßnahmen des Konzerns angesichts der hohen Inflation in Europa und den USA regelmäßig thematisiert.
Besonders intensiv wurde stets das Thema Finanzierung und insbesondere die strategische Positionierung im Rahmen der Refinanzierung erörtert. Im Übrigen wurde wiederkehrend über den Umgang mit steigenden Einkaufspreisen, die Optimierung des Working Capitals und die Anpassung der Organisationsstruktur (Go-to-Market-Struktur) beraten.
Wie in den Vorjahren befasste sich der Verwaltungsrat auch mit der Schadenersatzklage gegen die ehemaligen Vorstände Andreas Bargende und Tammo Fey sowie gegen weitere Personen. Insbesondere das Thema Mediation wurde im Rahmen der Sitzungen intensiv besprochen.
Der von den geschäftsführenden Direktoren nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 und der zusammengefasste Lage- und Konzernlagebericht der Deufol SE wurden gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 29. Juni 2022 und der anschließenden Auftragserteilung durch den Verwaltungsrat von der Votum AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt a. M., geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Der Konzernabschluss der Deufol SE wurde nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) gemäß § 315 e HGB aufgestellt. Der Abschlussprüfer versah den vorgelegten Konzernabschluss und den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Sämtliche Abschlussunterlagen einschließlich zusammengefasstem Lage- und Konzernlagebericht, der Gewinnverwendungsvorschlag der geschäftsführenden Direktoren sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben dem Verwaltungsrat vorgelegen. Sie wurden vom Verwaltungsrat geprüft und im Beisein der Prüfer erörtert. Der Verwaltungsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch die Abschlussprüfer angeschlossen und im Rahmen seiner eigenen Prüfung festgestellt, dass Einwendungen nicht zu erheben sind. Am 26. April 2023 hat der Verwaltungsrat den Jahresabschluss 2022 der Deufol SE sowie den Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag der geschäftsführenden Direktoren hat der Verwaltungsrat zugestimmt.
Die geschäftsführenden Direktoren haben zusätzlich einen Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen verfasst und zusammen mit dem vom Abschlussprüfer erstellten Prüfungsbericht dem Verwaltungsrat vorgelegt. Der Abschlussprüfer hat den folgenden Bestätigungsvermerk für den Bericht erteilt:
"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war oder Nachteile ausgeglichen worden sind,
3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch die geschäftsführenden Direktoren sprechen."
Der Verwaltungsrat hat im Rahmen seiner eigenen Prüfungen des Berichts über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen festgestellt, dass keine Einwände zu erheben sind, und stimmt dem Ergebnis der Wirtschaftsprüfer zu.
Mit Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. Juni 2022 wurde Herr Gerard van Kesteren als Verwaltungsratsmitglied für eine einjährige Laufzeit gewählt.
Hofheim, den 26. April 2023
Für den Verwaltungsrat
Detlef W. Hübner, Vorsitzender
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