Stammdaten

Register
Amtsgericht Köln HRB 44731
Eingetragen
13.7.1984
Branche
Institute für Factoring-GeschäfteTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von MöbelnKauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Gegenstand
der Kauf und Verkauf von Forderungen nebst Forderungsvalutierung sowie die Vornahme von Handelsgeschäften aller Art im Sinne einer Verrechnungsstelle.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sanya Rönz
seit 9.11.2023
Geschäftsführer
Nicole Rönz
seit 27.11.2002
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Nicole Rönz
Hürth
1.600.000 €
80.00%

Beteiligungen

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Montan Factoring GmbH

Hürth

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

1. Grundlagen der Gesellschaft

Nachfolgend werden neben dem Geschäftsmodell der Montan Factoring GmbH deren Ziele, Strategien und Steuerungssystem dargestellt.

Geschäftsmodell der Gesellschaft

Die Montan Factoring GmbH (nachfolgend: Montan) ist seit dem Jahr 1990 als Factor für deutsche Mittelstandsunternehmen tätig. Sie kauft Forderungen an und führt für die Anschlusskunden das Mahnwesen und den Forderungseinzug durch. Sie ist ein Finanzinstitut, das unter der Aufsicht der BaFin und der Deutschen Bundesbank steht.

Organisatorische Struktur der Gesellschaft

Das Unternehmen beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich 12 Arbeitnehmer (Vorjahr: 12), darunter die Geschäftsführerinnen Frau Nicole Rönz und Frau Sanya Rönz. Die Organisation unterteilt sich gemäß den Vorgaben der MaRisk in die Bereiche Markt und Marktfolge.

Standorte

Der Sitz der Gesellschaft ist Hürth. Es werden weder im In- noch im Ausland Niederlassungen oder Tochtergesellschaften unterhalten.

Produkte und Dienstleistungen

Die Montan betreibt das Factoring grundsätzlich im Full-Service-Verfahren. Als Zusatzprodukt zum Factoring wird eine Einkaufsfinanzierung angeboten. Es besteht die Möglichkeit zum Ankauf von VOB-Rechnungen. Es werden Rechnungen gegen gewerbliche, öffentlich-rechtliche und private Kunden bearbeitet.

Geschäftsprozesse

Die Geschäftsprozesse unterteilen sich gemäß den MaRisk Anforderungen in den Bereich Markt und Marktfolge.

Markt

Der Bereich Markt beinhaltet die Themen Marketing, Vertrieb und die Risikocontrolling-Funktion. Die Neukundengewinnung erfolgt über ein Netzwerk aus Vermittlern, Banken, Wettbewerbern sowie durch "Mund-zu-Mund-Propaganda". Die Bonität der potenziellen Anschlusskunden wird institutsintern geprüft. Nach positiver Bewertung des Kunden inkl. einer Bewertung der anzukaufenden Debitoren, kann der Factoringvertrag abgeschlossen werden. Alle Anschlusskunden werden kontinuierlich geprüft und nach vorgeschriebenen Methoden bewertet.

Marktfolge

Im Bereich Marktfolge befinden sich die Kunden- bzw. Vertragsbetreuung sowie Rechnungswesen, Buchhaltung und Verwaltung. Die Gesamte Vertragsbearbeitung inklusive der Debitorenverwaltung erfolgt durch den Bereich der Marktfolge. Darunter gehören alle branchentypischen Aufgaben wie die Prüfung der Rechnungen, Ankauf und Auszahlung, Verrechnung der Zahlungseingänge sowie Zuordnung zu den jeweiligen Rechnungen. Bei vorliegenden Zahlungsstörungen werden in Absprache mit dem Anschlusskunden geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Absatzmärkte

Fokussiert werden mittelständische Kunden mit einem jährlichen Umsatzvolumen ab 500 TEUR mit Sitz in Deutschland. Die Kunden haben Außenstände bis zu 3 Mio. EUR, mit vorwiegend inländischen Debitoren. Angeschlossen werden Kunden aus allen Bereichen, der Schwerpunkt ist auf den Bereich Handwerk und Baugewerbe gesetzt.

Externe Einflussfaktoren für das Geschäft

Wie jede andere Gesellschaft ist die Montan von vielen externen Einflussfaktoren abhängig. Nationale sowie internationale Wirtschaftsschwankungen werden direkt wahrgenommen. Hohe Betriebskosten, wenig Entlastung bei den Energiepreisen, stetiges Lohnwachstum gepaart mit Fachkräftemangel und anhaltenden Lieferkettenprobleme verschärfen den Druck auf die Unternehmen. Oft würden Unternehmer gerne Änderungen vorantreiben, wissen aber nicht, ob Regeln, die heute gelten, auch noch übermorgen bestehen. Daneben sind Themen wie ESG und Schutz der Lieferketten von der Idee her gut und richtig. Allerdings führen die damit verbundenen strikten Regularien oftmals dazu, dass Unternehmer überfordert sind und gar nichts tun. Der Trend steigender Insolvenzzahlen setzt sich fort. Insolvenzverwalter verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Verfahrenszahlen. Einflussfaktoren für diese Entwicklung sind auch Nachholeffekte, da die Staatshilfen während der Corona-Pandemie zu vergleichsweise niedrigen Insolvenzzahlen geführt hatten. Mit Blick auf die Finanzmärkte werden bereits bekannte Krisen aus den Vorjahren fortgesetzt. Die Marktentwicklung der vergangenen zwei Jahre wurde maßgeblich durch die hohe Inflation bestimmt. Die Zentralbank reagierte darauf mit aggressiver Zinserhöhung, wodurch die Inflation im Laufe des Jahres deutlich zurückgegangen ist. Auch die Energiepreise sanken wieder spürbar. Ebenso konnten viele Lieferengpässe, die durch COVID-19 entstanden waren, behoben werden. Durch gesteuerte Gegenmaßnahmen konnte sich die allgemeine Situation teilweise erholen. Nach wie vor sind wir jedoch in multiplen Krisenstatus gefangen: Ukraine-Krieg, Kräftemessen zwischen Nord- und Südkorea sowie Taiwan und China, Gaza-Konflikt. Auch mit Blick auf die amerikanischen Präsidentschaftswahlen deutet nichts darauf hin, dass sich die geopolitischen Spannungen zeitnah lösen werden. In den letzten Jahren hat sich die allgemeine Akzeptanz des Factorings im Markt wesentlich verbessert. Vielfach wird Factoring von den klassischen Finanzgebern, den Banken, vorgeschlagen und häufig selbst betrieben. Durch die aktuelle Geldmarktpolitik versuchen die Banken vermehrt eine interne Lösung für den Kunden zu finden. Hinzu kommen neuere Finanzierungsmöglichkeiten wie das Crowdfunding, welches in allen Medien beworben wird.

Ziel und Strategien

Grundsätzliches Ziel der Montan ist unverändert der Erhalt des gesunden Kundenstamms sowie ein kontinuierliches Wachstum mit gleichzeitig breiter Streuung. Wichtig hierbei ist der Blick auf die Wirtschaftlichkeit und die Risikolage jedes Umsatzträgers. Aufgrund unserer Lage in der Weltwirtschaft hat die Sicherung des Bestandskundengeschäfts Vorrang vor der Gewinnung von Neukunden. Die Marketingstrategie wird kontinuierlich angepasst. Dabei werden unterschiedlichste Informationskanäle bedient.

2. Wirtschaftsbericht

Im weiteren Verlauf wird der Geschäftsverlauf in 2023 dargestellt, analysiert und beurteilt. Zusätzlich wird auf gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen eingegangen.

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Factoringgeschäft ist grundsätzlich von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängig, da Kunden aus verschiedensten Branchen angeschlossen sind. Sobald sich eine Factoringfirma ausschließlich einer bestimmten Branche verschreibt, ist die Abhängigkeit von dieser so risikoreich, dass schon geringe Schwankungen enorme Auswirkungen auf das Geschäft haben können. Die Montan ist vorwiegend in den Branchen Handwerk und Baugewerbe aktiv. Sie sieht dies allerdings als Spezialisierung neben dem Hauptgeschäft, da im Grunde alle Branchen angeschlossen werden. Eine unmittelbare Abhängigkeit von einer Branche ist nicht gegeben.

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft war im gesamten Jahresverlauf 2023 von einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitig hohen, wenn auch rückläufigen Inflationsraten geprägt. Ausschlaggebend waren vor allem die Nachwirkungen der massiven Kaufkraftverluste im Zuge der Energiepreiskrise, die den privaten Konsum geschwächt haben. Hinzu kommen die deutlich geringere Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft sowie die dämpfenden Effekte der geopolitischen Spannungen und Krisen, die weiterhin eine gewisse Unsicherheit mit sich bringen und den Markt schwächen. Die weiter anhaltenden hohen Preise in jeglichen Wirtschaftsstufen sowie die ungünstigen Finanzierungsbedingungen auf Grund steigender Zinsen und der geringen Nachfrage aus dem In- und Ausland dämpfen die Konjunktur. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel im Jahr 2023 nach dem Bericht des Statischen Bundesamtes um 0,3% niedriger aus als zum Vorjahr. Im Vergleich zu 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2023 um 0,7 % höher.[1] Die Ausrüstungsinvestitionen konnten trotz der schwachen Konjunktur im Verlauf des Jahres um 3% zum Vorjahr zulegen. So hatten sich infolge der Lieferschwierigkeiten große Auftragsbestände angestaut, die mit den nachlassenden Engpässen allmählich abgearbeitet werden konnten. Factoring wurde im Jahr 2023 stärker nachgefragt und soll voraussichtlich auch 2024 wachsen. Speziell in Krisenzeiten steht Factoring als Finanzierungsinstrument hoch im Kurs. Im Jahr 2023 betrug das Wachstum 9,3 % gegenüber dem Vorjahr. Dies liegt besonders an der Zurückhaltung der Kreditinstitute. Nach Prognosen des IWF vom April 2024 ist die weltweite Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um 0,3 % im Vergleich zu 2023 gesunken. Die Prognose von Januar 2024 belief sich auf ein Wachstum von 0,5%, welche bereits um 0,3 Prozentpunkte nach unten korrigiert wurde. Deutschland bleibt auch mit dieser neuen Prognose weiterhin das Schlusslicht in der Reihe der stärksten Volkswirtschaften der Welt.[2] Laut IWF hat der Krieg in der Ukraine eine kostspielige humanitäre Krise ausgelöst. Die wirtschaftlichen Schäden durch den Konflikt tragen zu einer erheblichen Verlangsamung des globalen Wachstums im Jahr 2023 bei. Die Verbraucherpreise haben sich im Jahresdurchschnitt 2023 um 5,9% gegenüber 2022 erhöht, wodurch die Inflationsrate einen Rückgang verzeichnete. Auslöser der weiterhin hohen Inflationsrate sind wie im vergangenen Jahr die Kriegs- und Krisensituationen. So milderten die Entlastungsmaßnahmen, die Teuerung von Energie im Jahresverlauf 2023 wie bereits im Vorjahr 2022 teilweise ab. Die US-Notenbank Fed hob den Leitzins der Vereinigten Staaten zur Bekämpfung der steigenden Inflation insgesamt viermal auf schließlich 5,25% an. Der aktuelle Leitzins der EZB liegt bei 4,5%.[3] Die Entwicklung der Bruttowertschöpfung verlief im Jahr 2023 in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich: Aufgrund der geringen Produktion im Bereich Energieversorgung sank die Wirtschaftsleistung im produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) um 2%. Positive Impulse kamen aus der Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau. Dagegen sanken Produktion und Wertschöpfung in den energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und Metallindustrie erneut, nachdem die Wirtschaftsleistung in diesen Branchen bereits 2022 besonders stark auf die steigenden Energiepreise reagiert hatte. Im Baugewerbe machten sich neben den weiterhin hohen Baukosten und dem Fachkräftemangel insbesondere die zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen bemerkbar. Die Bauinvestitionen sanken im Jahr 2023 preisbereinigt um 2,1 %. Neben den hohen Baupreisen wirkten sich die spürbar gestiegenen Bauzinsen aus, die insbesondere den Wohnungsbau bremsten.[4] Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe bestimmt für 2023 einen Umsatz von 162,6 Mrd. EUR, welches einem nominalen Zuwachs von 1,3% und einem realen Rückgang von 5% entspricht. Trotz des realen Umsatzrückganges haben die Unternehmen weiter am Beschäftigungsaufbau festgehalten und rechnen 2023 mit ca. 927.780 Beschäftigten. Die Prognose bestimmt jedoch einen Rückgang für das Jahr 2024, da insbesondere altersbedingt Mitarbeiter ausscheiden, welche nicht durch neue Mitarbeiter ersetzt werden können. Ursächlich für die Steigerungen im Bauhauptgewerbe sind steigende Kosten auf der Einkaufseite und ein wieder anziehender Preiswettbewerb um Aufträge. In dem Maße, wie die Nachfrage nach Bauleistungen (insbesondere im Wohnungsbau) verhalten bleibt, werden die Insolvenzen zunächst weiter anziehen.[5]

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Factoring Markt in Deutschland ist in den letzten Jahren zu einer tragenden Säule der Unternehmensfinanzierung avanciert. Zum 31.12.2023 waren in Deutschland 169 reine Factoringgesellschaften (Vorjahr: 171) von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zugelassen.[6] Organisiert sind diese in zwei Verbänden. Im Deutschen Factoring-Verband e.V., der mit 42 großen Factoringgesellschaften über 98 % des Factoringumsatzes in Deutschland repräsentiert[7] und der Branchenvertretung für kleinere und mittlere Factoringgesellschaften, dem Bundesverband Factoring für den Mittelstand e.V. (24 Mitglieder).[8]

Branchenkonjunktur

Die Branche konnte trotz schwankender konjunktureller Gesamtlage wiederholt das Jahr mit einem Plus abschließen. Der Umsatzzuwachs stieg insgesamt um 3,1 % (Vorjahr: +19,3 %) und liegt nunmehr bei 384,4 Mrd. EUR. Die Factoring-Quote entwickelte sich trotz Branchenwachstum mit 0,5% leicht rückläufig auf 9,3%. Im internationalen Vergleich ist die deutsche Factoring-Quote im Gegensatz zu anderen EU-Ländern relativ gering. Nichtsdestotrotz erweist sich die Factoring Branche als Stabilisator in Krisenzeiten und stellt einen elementaren und stetig wachsenden Bestandteil der Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft dar. Die positive Entwicklung ist auf ein Umsatzwachstum im nationalen Geschäft von 4,6% zurückzuführen. Wesentlich schlechter entwickelte sich das internationale Factoring-Geschäft mit einem Rückgang von 0,6% im Vergleich zum Vorjahr. Das Export-Factoring-Volumen stagnierte annähernd auf dem Vorjahresniveau mit einem Plus von 0,1%, wohingegen das generierte Volumen im Import-Factoring um 11% zurückging. Der Kundenanteil im KMU- Finanzierungsbereich sowie im mittleren Kunden-Segment konnte ein Wachstum von 2,5 Prozentpunkten auf 96,6 % verzeichnen und erreichte somit den Höchstwert der letzten Jahre. Im Gegensatz dazu sank der Kundenanteil der großvolumigen Unternehmen (> 50 Mio. EUR) im Vergleich zum Vorjahr um 1,1%.[9]

Wettbewerbssituation

Factoring ist nach den wirtschaftlichen Herausforderungen der letzten Jahre als krisensicher in seinem Kundensegment verankert. Es ist eine beliebte und verbreitete Finanzierungsmethode im mittleren und höheren Segment und nimmt an Nachfrage zu. Jede Factoring Gesellschaft hat ihre eigenen Schwerpunkte und Spezialisierungen, wodurch der Markt vielfältig und anpassungsfähig bleibt. Spezialisierungen in Form von bestimmten Branchen oder Unternehmensgrößen sowie flexible und branchenübergreifende Lösungen bieten daher viel Spielraum im deutschen Markt. Während Deutschland mit einer Factoring-Quote von rund 9,7 Prozent ein solides Wachstum und eine zunehmende Inanspruchnahme verzeichnet, verdeutlichen die höheren Quoten in anderen europäischen Ländern ein noch größeres Potenzial im deutschen Markt. Belgien erreicht beispielsweise eine Quote von 18 Prozent und Spanien von 16 Prozent. In diesen Ländern ist Factoring fest im Finanzwesen verankert und gilt als etablierte Option zur Unternehmensfinanzierung. Auch die Anzahl der Firmeninsolvenzen ist für die Wettbewerbsbetrachtung nicht zu unterschätzen. Auf der einen Seite können die Auskunfteien sowie Warenkreditversicherer mit ihrer Limitzeichnung das Ankaufsvolumen beschränken, auf der anderen Seite wird bei Großinsolvenzen das Thema Factoring und somit die Absicherung vor einem Delkrederefall zum Gesprächsthema. Inflation, Energiemangel und weitere gesamtwirtschaftliche Probleme haben die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland drastisch ansteigen lassen. Im Jahr 2023 stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 23,5% auf 18.100 Fälle. Im Verarbeitenden Gewerbe stiegen die Fallzahlen am stärksten um 30,2% an, gefolgt vom Handel mit 26%. Der Zuwachs im Dienstleistungsgewerbe betrug im Vergleich zum Vorjahr 22,3 % und das Baugewerbe musste einen Anstieg von 20,8% verzeichnen.[10]

Marktstellung der Gesellschaft

Bei der Montan handelt es sich um einen kleineren Finanzdienstleister. Das Factoringvolumen kann nicht mit denen großer Factoringfirmen verglichen werden. Die Spezialisierung erfolgte im Bereich des Handwerkerfactorings bzw. dem Baugewerbe.

Wesentliche Veränderungen gegenüber dem Vorjahr

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen erholen sich langsam von den nachträglichen Herausforderungen der Krisen. Die Factoringbranche hat sich als krisensicher herausgestellt und hat weitere Zuwächse verbucht.

Geschäftsverlauf

Der Fokus der Geschäftstätigkeit lag in 2023 im Bereich der Neukundenakquise. Das Ankaufsvolumen im Geschäftsjahr 2023 ist gegenüber dem Vorjahr insgesamt gesunken. Hauptbranche war im Jahr 2023 mit 23,7 % das produzierende Gewerbe, knapp gefolgt vom Baunebengewerbe (22,4 %) (Vorjahr: Baunebengewerbe). Die Umsätze wurden ausschließlich mit in Deutschland ansässigen Unternehmen generiert. Das Ankaufsvolumen umfasst im geringen Umfang auch Forderungen gegen ausländische Debitoren. Der Geschäftsverlauf 2023 war durch einen deutlichen Umsatzrückgang um TEUR 303 gekennzeichnet. Der Umsatz, bestehend aus Gebühren und Zinsen, ist somit um rund 11,2 % gegenüber dem Vorjahresumsatz gesunken. Diese Entwicklung ist auf das gesunkene Ankaufsvolumen zurückzuführen. Die Gebührensätze konnten dabei unverändert beibehalten werden. In Folge des geminderten Ankaufsvolumens sank der Jahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr um TEUR 271 auf TEUR 209. Trotz des Umsatz- und Gewinnrückgangs konnte die Gesellschaft das Geschäftsjahr wiederholt positiv beenden. Die Vermögenslage konnte weiter gefestigt werden, wobei die Ertrags- und Finanzlage aufgrund des Umsatz- und Gewinnrückgangs einen Rückgang aufweist.

3. Ertragslage

In der Factoringbranche wird neben den Umsätzen (Zinsen und Gebühren) die Ertragskraft am Ankaufsvolumen gemessen. Im Ankaufsvolumen ist neben den Ausgangsrechnungen der Kunden auch die Einkaufsfinanzierung enthalten. Im Geschäftsjahr konnten Erlöse aus Zinsen und Gebühren i. H. v. 2,4 Mio. EUR erzielt werden (Vorjahr: 2,7 Mio. EUR). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus einem gesunkenen Ankaufsvolumen. Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen liegen mit TEUR 132 um TEUR 115 unter dem Vorjahresniveau (TEUR 247). Zuschreibungen zu Forderungen lagen im Jahr 2023 nicht vor (Vorjahr TEUR 118). Der Jahresüberschuss im Berichtsjahr beträgt TEUR 209, nach TEUR 480 im Vorjahr. Die Minderung gegenüber dem Vorjahr beträgt 271 TEUR und resultiert im Wesentlichen aus den niedrigeren Umsatzerlösen sowie dem Anstieg der unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesenen Fremdkosten zur Entwicklung einer Factoring Software. Insgesamt beurteilen wir die Ertragslage trotz des Umsatzrückgangs weiterhin als zufriedenstellend.

4. Finanzlage

Zur Darstellung wurde die nachfolgende Cash-Flow-Berechnung in Anlehnung an DRS 21 nach der indirekten Methode erstellt.

2023
Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit - 1.630 4.233
Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit - 1.639 584
Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit 370 341
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds - 2.899 5.158
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 7.106 1.948
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 4.207 7.106

Trotz des erneut positiven Jahresergebnisses ist der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit im Gegensatz zum Vorjahr negativ. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung liegt in der Zunahme der Forderungen an Kunden um 1,8 Mio. EUR. Im Vorjahr konnten die Kundenforderungen um 3,4 Mio. EUR abgebaut werden, was zu einem entsprechenden Zufluss liquider Mittel geführt hat. In Summe ist der Finanzmittelbestand, bestehend aus den Bankguthaben der Gesellschaft, um 2,9 Mio. EUR auf 4,2 Mio. EUR gesunken. Die zur Verfügung stehende Kreditlinie brauchte zum Bilanzstichtag erneut nicht in Anspruch genommen zu werden. Aufgrund des bestehenden Finanzmittelbestands und des aktuell nicht benötigten Kreditrahmens wird die Finanzlage unverändert als gut eingeschätzt.

5. Vermögenslage

Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr von 16,8 Mio. EUR um 2,4 % auf 17,2 Mio. EUR gestiegen. Wesentliche Vermögensbestandteile sind unverändert die Forderungen an Kreditinstitute, Forderungen an Kunden sowie das Sachanlagevermögen. Daneben ist im Berichtsjahr eine unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesene Darlehensforderung gegen ein Beteiligungsunternehmen in Höhe von 1,5 Mio. EUR als wesentlicher Vermögensbestandteil hinzugetreten. Der daraus resultierenden Zunahme der sonstigen Vermögensgegenstände sowie der Zunahme der Forderungen an Kunden um 1,8 Mio. EUR steht ein Rückgang liquider Mittel in Höhe von 2,9 Mio. EUR gegenüber. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 2 Mio. EUR und ist voll eingezahlt. Das Eigenkapital erhöhte sich aufgrund der für das Jahr 2023 vorgesehenen Gewinnthesaurierung um den erwirtschafteten Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 209. Es beträgt zum Bilanzstichtag somit 10,4 Mio. EUR. Trotz der absoluten Zunahme des Eigenkapitals kam es aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme zu einem leichten Rückgang der Eigenkapitalquote um 0,2 %-Punkte auf 60,3%. Wesentliche Fremdkapitalbestandteile sind unverändert die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (4,0 Mio. EUR) und die Rückstellungen (2,6 Mio. EUR). Sie machen insgesamt einen Anteil von 38,3 % an der Bilanzsumme aus. Insbesondere aufgrund der Eigenkapitalquote wird die Vermögenslage unverändert als stabil eingeschätzt.

6. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Finanzielle Leistungsindikatoren

Eigenkapitalrendite

Die Eigenkapitalrendite zeigt das Verhältnis vom Gewinn zum Eigenkapital (zu Beginn der Periode) an. Die Eigenkapitalrendite der Montan liegt im Jahr 2023 bei 2,02 %. Sie hat sich somit gegenüber der Eigenkapitalrendite des Vorjahres von 4,72 % um 2,7 %-Punkte vermindert. Neben den gesunkenen Zinserträgen ist diese Entwicklung insbesondere auf die gestiegenen Aufwendungen für die Entwicklung einer auf die Bedürfnisse der Gesellschaft zugeschnittenen Software zurückzuführen. Darüber hinaus wurde das Jahresergebnis im Vorjahr durch Erträge aus der Zuschreibung zu Forderungen in Höhe von TEUR 118 positiv beeinflusst.

Gesamtkapitalrendite

Als Gesamtkapitalrentabilität wird der Reingewinn zuzüglich der Fremdkapitalzinsen im Verhältnis zum Gesamtkapital bezeichnet. Die Montan erwirtschaftet eine Gesamtkapitalrendite von 2,7 %. Bei Zinsaufwendungen auf Vorjahresniveau sank somit auch die Gesamtkapitalrendite gegenüber dem Vorjahr entsprechend. Bei einer Vorjahresrendite von 4,4 % beträgt der Rückgang 1,7 %-Punkte.

Umsatzrendite

Aufgrund der Vergleichbarkeit wird bei der Berechnung die Brutto-Umsatzrendite verwendet, also das Verhältnis zwischen dem Gewinn vor Steuern und dem Umsatz. Diese lag im Jahr 2022 bei 25,3 % und ist in 2023 auf 9,1 % gesunken.

Umsatz und Ankaufssummen

Neben den hier genannten Kennzahlen stellen die Umsatzerlöse, bestehend aus Zinsen und Gebühren, sowie die Ankaufsumme wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren dar. Wir verweisen insoweit auf unsere Ausführungen zur Ertragslage.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Als Dienstleistungsunternehmen beziehen sich die nichtfinanziellen Leistungsfaktoren der Montan auf die Mitarbeiter und den Kundenstamm.

Kundenstamm

Die Kunden der Montan sind ausschließlich mittelständische Firmen mit Sitz in Deutschland. Die Montan kann weiterhin auf einen treuen Kundenstamm bauen, der teilweise seit den 1990er Jahren angeschlossen ist. Der Erhalt des Bestandes ist sehr wichtig, da sie das Fundament der Montan bilden. Generell ist die Kundenbindung bei der Montan sehr hoch, da jeder Kunde einen langjährigen Ansprechpartner hat. Die Zufriedenheit wird revolvierend durch Befragungen ermittelt. Trotzdem musste die Montan in den letzten 3 Jahren auch Abgänge langjähriger Kunden hinnehmen.

Mitarbeiter

Der Personalbestand der Montan ist seit Jahren praktisch unverändert. Die Gesellschaft beschäftigte durchschnittlich 12 Arbeitnehmer in 2023 (Vorjahr: 12), darunter zwei Geschäftsführerinnen (Leitung Markt und Marktfolge). Zum 01.11.2023 wurde Frau Sanya Rönz zur zweiten Geschäftsführerin bestellt um in allen Geschäftsbereichen volle Handlungsberechtigung zu haben und die Firma auch im Außenverhältnis angemessen vertreten zu können. Ein Großteil der Angestellten ist mehrere Jahrzehnte im Unternehmen beschäftigt. Durch die stetige Rationalisierung der Arbeitsabläufe in der EDV wäre erheblicher Umsatzzuwachs und der Anschluss weiterer Neukunden ohne zusätzliches Personal umsetzbar. Vorkommnisse im Bereich Gesundheit- und Arbeitsschutz bzw. Berufsunfälle o.ä. haben sich im Geschäftsjahr nicht ereignet.

7. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Im Prognose- und Chancenbericht wird eine mögliche Entwicklung für 2024 skizziert. Zudem wird im nachfolgenden Risikobericht auf die im Factoring typischen Risikobereiche hingewiesen.

Prognosebericht

Für das Jahr 2024 rechnet die Montan mit geringem Wachstum, der Markt erholt sich durch Steuerungsmaßnahmen langsam von der hohen Inflation, der Zurückhaltung der Konsumenten sowie der Energiepreisunsicherheit ausgelöst durch die Lieferkettenengpässe und den geopolitischen Konflikten. Factoring hat sich allerdings als alternative Finanzierungsmöglichkeit auf dem Markt als Stabilisator in Krisenzeiten etabliert. Die Wachstumsaussichten werden durch die Folgeeffekte der schwachen Konjunktur belastet und sorgen besonders auf den Rohstoffmärkten zu weiteren Preisanstiegen und Engpässen. Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden im Jahr 2024 für einen weiteren Insolvenzanstieg sorgen. Dieser Nachholeffekt entsteht durch aufgeschobene und zeitweilig abgewehrte Insolvenzen, die durch staatliche Hilfen in Krisenzeiten aufgefangen wurden. Angesichts der Entwicklung der geopolitischen Lage unterliegen alle Prognosen einer starken Unsicherheit. Um dieser Unsicherheit zu begegnen, wird die Montan ihr Augenmerk weiterhin auf die Pflege der Bestandskunden legen. Bei Neukunden wird eine intensive Risikobetrachtung und Analyse der Interessenten durchgeführt. Insgesamt kommt es aktuell statt auf aggressives Wachstum eher darauf an widerstandsfähig zu bleiben. Es wird weiterhin mit einem positiven Jahresergebnis gerechnet.

Risikobericht

Zum Erkennen, Bewerten und Überwachen wesentlicher bestandsgefährdender Risiken hat die Montan ein umfassendes Kontroll- und Risikomanagement implementiert. Die zentralen Bestandteile des Risikomanagementsystems sind die Risikostrategie, das Risikotragfähigkeitskonzept und das interne Kontrollverfahren, bestehend aus einer prozessabhängigen und einer prozessunabhängigen Überwachung. Es wurden geeignete Verfahren zur Identifizierung, Beurteilung, Steuerung und Kommunikation der Risiken eingeführt. Bei der Ausgestaltung der Aufbau- und Ablauforganisation wird darauf geachtet, dass unvereinbare Tätigkeiten durch unterschiedliche Personen durchgeführt werden und allen gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Die Risikoidentifizierung erfolgt auf Basis eines Bewertungsmodells unter Berücksichtigung einer Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen Auswirkungen bei Eintritt mittels Schulnoten von 1 bis 6 (unwahrscheinlich bzw. sehr gering bis außergewöhnlich hoch bzw. sehr bedrohlich). Die Quantifizierung der Risiken erfolgt mittels vierteljähriger Prognose auf der Grundlage der tatsächlichen Ist-Zahlen laut Gewinn- und Verlustrechnung (Veritäts- und Adressausfallrisiken), Schätzungen (Marktpreisrisiken) und pauschalen Abzügen von Eigenkapital (Liquiditätsrisiken und operationelle Risiken). Zusätzlich werden auf Basis verschiedener Szenarien unwahrscheinliche aber nicht unmögliche Schadenssituationen berücksichtigt. Die Darstellung erfolgt brutto, also vor Maßnahmen zur Risikobegrenzung. Zur Risikosteuerung nutzt die Gesellschaft die Methoden der Risikovermeidung, -reduzierung, -kompensation und (bewussten) Risikoübernahme. Die Geschäftsführung überprüft einmal jährlich, ob die vorhandenen Instrumente und Maßnahmen qualitativ und quantitativ ausreichend sind oder einer Anpassung bedürfen.

Risikomanagementsystem

Die Risikotragfähigkeitsrechnung berücksichtigt die gesamte Eigenkapitalausstattung der Gesellschaft und dient im Schadensfall ebenso als Deckungsmasse wie vorhandene liquide Mittel. In der Risikotragfähigkeitsrechnung wird das Eigenkapital im Sinne des Gläubigerschutzes nicht zu 100 % berücksichtigt. Die Fortführung der Gesellschaft wird vom verbleibenden Kapital gesichert. Die Steuerung der Risiken erfolgt über das Verhältnis zwischen Risikoposition und Risikodeckungsmassen. Ist das Verhältnis größer 1, sind die Ursachen zu untersuchen bzw. Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Risiken

Beim Factoring gibt es folgende Hauptrisiken: das Adressausfall-/ Veritätsrisiko, das Marktpreis-, das Liquiditätsrisiko und operationelle Risiken einschließlich Compliance- und Rechtsrisiken.

Adressausfall-/ Veritätsrisiken

Das bestehende Risiko des Ausfalls eines Debitors wird durch Versicherungen abgedeckt. Rechnungen an Debitoren in Ländern mit politischem Risiko werden nicht angekauft. Bei uneinbringlichen Forderungen erfolgt ein Rückgriffsrecht. Somit muss als Risiko nicht nur der Debitor, sondern auch der Anschlusskunde selbst bewertet werden. Die angekauften Forderungen werden kontinuierlich durch ein mehrstufiges Limitsystem geprüft. Die Wahrscheinlichkeit eines erheblichen Verlustes aus Adressausfallrisiken wird als gering eingestuft. Als zentrales Risiko ist dagegen das Veritätsrisiko, d. h. das Risiko des Ankaufs nicht existenter Forderungen, eingestuft. Darüber hinaus können angekaufte Forderungen einredebehaftet oder mit Rechten Dritter belastet sein. Zur Risikoerkennung wird ein Monitoring der Anschlusskunden durchgeführt. Durch eine Klassifizierung wird das Risiko transparent dargestellt. Die Ausfallrisiken werden eng überwacht. Bei Risikoerhöhung werden Gegenmaßnahmen ergriffen. Beim Veritätsrisiko wird aufgrund der unterschiedlichen Vorgehensweisen der Betrugshandlung ausschließlich auf Muster geachtet. Je nach Rechnungshöhe kommen unterschiedliche Prüfungshandlungen zum Tragen. Können diese nicht erfüllt werden, wird kein Ankauf vorgenommen. Zu den übrigen Risiken für die Gesellschaft gehören im Wesentlichen Konzentrationsrisiken. Hier werden regelmäßig Kontrollen in unterschiedlichen Kategorien durchgeführt.

Marktpreisrisiken

Unter dem Marktpreisrisiko versteht man die Gefahr von Verlusten durch Änderungen der Aktienkurse, Zinsen und Wechselkurse etc. Da sich die Montan nicht an der Börse finanziert, ist hier kein Risiko gegeben. Grundsätzlich verbleibt bei der Montan das Zinsänderungs- und Währungsrisiko.

Zinsänderungsrisiken

Das Marktpreisrisiko besteht beim Factoring darin, steigende Refinanzierungskosten nicht bzw. nicht in gleichem Umfang oder verspätet an die Anschlusskunden weitergeben zu können. Für die Gesellschaft ist dieses Risiko als gering zu bewerten, da die maßgeblichen Zinsentwicklungen regelmäßig beobachtet und an die Anschlusskunden weiterberechnet werden. In der aktuellen Zinssituation ist vorerst nicht mit einem erhöhten Zinsrisiko zu rechnen.

Währungsrisiken

Grundsätzlich werden von der Montan ausschließlich EUR-Rechnungen angekauft. In Ausnahmefällen erfolgt ein Ankauf von Rechnungen, die in Fremdwährung ausgestellt sind. Die Auszahlung erfolgt zum aktuellen Tageswechselkurs in EUR. Das jeweilige Währungsrisiko ist vom Anschlusskunden zu tragen.

Liquiditätsrisiken

Beim Factoring bestehen Liquiditätsrisiken zum einen darin, Neugeschäfte aufgrund fehlender Refinanzierung nicht abschließen oder bestehende Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht oder in vereinbartem Umfang erfüllen zu können. Andererseits können Liquiditätsrisiken entstehen, wenn die Finanzierungslinien aufgekündigt werden. Ein Notfallplan liegt für diese Fälle vor.

Liquiditätsrisiko im engeren Sinne

Ein Risiko, dass die Montan den gegenwärtigen und kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann, besteht nicht. Es stehen neben dem Firmenkapital zum Stichtag ausreichend hohe Kreditlinien zur Verfügung. Die eingeräumten Linien der finanzierenden Banken wurden in 2023 nicht in Anspruch genommen. Damit besteht auch bei deutlichen Zuwächsen im Ankaufsvolumen genügend Puffer.

Refinanzierungsrisiko

Die Zusammenarbeit mit zwei finanzierenden Banken wird z. B. durch jährliche Treffen mit Auswertung der Jahresabschlüsse und Erfahrungsaustausch offensiv gestaltet. Sollten dennoch die Kreditlinien wegbrechen, so gibt es einen entsprechenden Notfallplan.

Operationelle Risiken

Operationelle Risiken können durch technisches oder menschliches Versagen, mangelnde personelle Ressourcen, inadäquate sowie fehlerhafte interne Prozesse oder auch externe Ereignisse auftreten.

Verwaltung

Die jeweiligen Befugnisse und Tätigkeitsfelder sind im Unternehmenshandbuch eindeutig beschrieben. Die Aufteilung erfolgt nach den Vorgaben der MaRisk und wird durch die interne Revision überprüft.

Personal

Als Risiken im personellen Bereich sind zum einen Gefahren durch Austritts- und Engpassrisiken aber auch die Gefahr von betrügerischen Handlungen durch das Personal zu sehen. Diese Risiken werden für die Montan als sehr gering angesehen. Die Mitarbeiter der Gesellschaft sind mehrjährig beschäftigt. Durch kontinuierliche Anpassung der Software werden ständig Verbesserungen in der Erfassungsarbeit erzielt, so dass auch eine Ausweitung des Neukundengeschäftes ohne Personalengpässe zu bewältigen ist. Durch die vorgenommene Kompetenzordnung und Funktionstrennung, das Vier-Augen-Prinzip bei Zahlungen sowie permanente Kommunikation wird Betrugsversuchen vorgebeugt.

Technische Ausstattung

Die IT-Infrastruktur wird ständig überwacht und an die aktuellen Anforderungen angepasst. Dazu existieren Service- und Wartungsverträge mit einem renommierten Systemhaus. Die IT-Sicherheit wird im Wesentlichen durch Überwachungsmaßnahmen (Firewall, Monitoring) und Schulungen des Personals sichergestellt.

Nachhaltigkeitsrisiken

Ebenfalls eng überwacht werden die Nachhaltigkeitsrisiken. Das Thema Nachhaltigkeit ist für die Montan Factoring GmbH eine Herzensangelegenheit und zentraler Teil der Unternehmensphilosophie. Nachhaltigkeit bedeutet für uns, langfristig und ganzheitlich Verantwortung für Menschen, Tiere und Umwelt zu übernehmen. Die Auswirkungen der Montan als Finanzdienstleistungsunternehmen auf die Umwelt und das Klima sind im Vergleich zu produzierenden Unternehmen gering, nichtsdestotrotz berücksichtigt die Montan die Umwelteinwirkungen in ihren Geschäftstätigkeiten gewissenhaft. Zu den Anforderungen im Allgemeinen erfolgt eine quartalsweise Prüfung über alle Anschlusskunden gemäß den Vorgaben der Aufsicht. In 2023 sind keine Risiken in diesem Bereich festgestellt worden.

sonstige Risiken

Das bedeutendste sonstige Risiko liegt im Compliance-Bereich, also den rechtlichen Risiken. Es müssen nicht nur die Factoringverträge, sondern auch die internen Verfahren revolvierend dem geltenden Recht angepasst werden. Die Verträge werden regelmäßig durch fachkundige Anwälte überprüft, gleichzeitig kann so die aktuelle Rechtsprechung berücksichtigt werden. Der Compliance-Bericht wird jährlich aktualisiert und um neue Rechtsfelder erweitert.

Beurteilung der Risiken

Alle der Montan bekannten Risiken sind im Risikomanagementsystem berücksichtigt. Das Kontroll- und Risikomanagement ist im Unternehmenshandbuch dokumentiert, die Überwachung und Anpassung erfolgt anlassbezogen, mindestens jährlich. Die nächste Aktualisierung wird einen Pandemieplan gemäß den getroffenen Maßnahmen in der Corona-Krise beinhalten. Nach den aktuellen Erkenntnissen sind sämtliche übrigen Risiken durch entsprechende Rückstellungen ausreichend abgedeckt. Darüber hinaus gehende Risiken, die nach Abschluss des Geschäftsjahres einen wesentlichen Einfluss auf die künftige Entwicklung der Gesellschaft haben könnten, sind nicht bekannt. Die Risikomaßnahmen werden weiter kontinuierlich dem Markt sowie gesetzlichen Regelungen angepasst.

Chancenbericht

Trotz Belastungen der Wirtschaft durch die kriegsbedingte Inflation und die Beschaffungsprobleme im Energiebereich bietet auch das Jahr 2024 Chancen, welche erkannt und genutzt werden müssen. Die Montan ist davon überzeugt, dass das Interesse der Unternehmen an alternativen Finanzierungsmethoden weiterhin sehr hoch ist und noch weiter steigen wird. Aufgrund der Unternehmensgröße der Montan kann diese flexibel reagieren und Kundenwünsche individuell bearbeiten. So können passgenaue Konzepte mit Zusatzprodukten wie der Einkaufsfinanzierung angeboten werden. Neben der wirtschaftlichen Betrachtung ist es immer wieder der individuelle und persönliche Service, den die Kunden schätzen. Den vielen Herausforderungen und anstehenden Veränderungen des Jahres 2024 wird sich die Montan stellen und diese nutzen.

 

Hürth, 31. Mai 2024

Geschäftsführerinnen

Nicole Rönz

Sanya Rönz

[1] Destatis: Pressemitteilung Nr. 019 vom 15. Januar 2024

[2] Destatista: IWF Prognose 2024

[3] https://www.finanzen.net/zinsen/leitzins

[4] Destatis: Pressemitteilung Nr. 019 vom 15. Januar 2024

[5] Das deutsche Baugewerbe: Konjunkturprognose 2024

[6] BaFin: Bericht 2023

[7] http://www.factoring.de/mitglieder

[8] http://www.bundesverband-factoring.de/mitglieder

[9] Deutscher Factoring Verband e.V., Pressemitteilung vom 23. April 2024

[10] Creditreform, Pressekonferenz 04. Dezember 2023

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
3. Forderungen an Kreditinstitute 4.207.132,54 7.105.734,58
4. Forderungen an Kunden 8.210.309,99 6.445.657,56
7. Beteiligungen 1.362,50
11. Immaterielle Anlagewerte 134.412,45 2.677,00
12. Sachanlagen 2.574.925,40 2.768.850,40
14. Sonstige Vermögensgegenstände 1.926.841,24 271.195,98
15. Rechnungsabgrenzungsposten 5.115,24 3.854,67
16. Aktive latente Steuern 142.600,00 203.000,00
Summe der Aktiva 17.202.699,36 16.800.970,19

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 4.028.502,86 3.736.094,06
5. Sonstige Verbindlichkeiten 235.898,22 104.251,79
7. Rückstellungen 2.564.415,89 2.795.815,89
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.446.264,00 2.535.174,00
b) Steuerrückstellungen 24.041,89 24.041,89
c) andere Rückstellungen 94.110,00 236.600,00
12. Eigenkapital 10.373.882,39 10.164.808,45
a) Eingefordertes Kapital 2.000.000,00 2.000.000,00
Gezeichnetes Kapital 2.000.000,00 2.000.000,00
c) Gewinnrücklagen 4.000.000,00 4.000.000,00
cd) andere Gewinnrücklagen 4.000.000,00 4.000.000,00
d) Bilanzgewinn 4.373.882,39 4.164.808,45
Summe der Passiva 17.202.699,36 16.800.970,19

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Zinserträge 2.398.112,50 2.701.366,54
a) aus Kredit- und Geldmarktgeschäften 2.398.112,50 2.701.366,54
2. Zinsaufwendungen 259.194,18 260.497,01
Ergebnis 1. - 2. 2.138.918,32 2.440.869,53
3. Laufende Erträge 0,00 52.350,67
6. Provisionsaufwendungen 75.031,37 105.931,60
Ergebnis 5. - 6. -75.031,37 -105.931,60
8. Sonstige betriebliche Erträge 260.576,56 2.136.690,71
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 1.070.241,62 1.121.495,34
a) Personalaufwand 823.279,59 866.154,82
aa) Löhne und Gehälter 576.997,96 677.895,91
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 246.281,63 188.258,91
b) andere Verwaltungsaufwendungen 246.962,03 255.340,52
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 201.159,67 215.827,81
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 700.833,58 2.374.437,34
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 131.628,80 246.636,90
Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 118.356,56
Ergebnis -13. + 14. -131.628,80 -128.280,34
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 1.839,28 0,00
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 218.760,56 683.938,48
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 7.161,74 203.287,73
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 2.524,88 697,66
Ergebnis 23. + 24. 9.686,62 203.985,39
28. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 4.164.808,45 3.684.855,36
Ergebnis 27. bis 28b. 4.373.882,39 4.164.808,45
Ergebnis 27. bis 29. 4.373.882,39 4.164.808,45
Ergebnis 27. bis 30. 4.373.882,39 4.164.808,45
Ergebnis 27. bis 31. 4.373.882,39 4.164.808,45
Ergebnis 27. bis 32. 4.373.882,39 4.164.808,45
34. Bilanzgewinn 4.373.882,39 4.164.808,45

Anhangangaben

Inhaltsverzeichnis

1.

Anlagenspiegel

2.

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

3.

Angaben zur Bilanzierung und Bewertung

4.

Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz

5.

Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

6.

Sonstige Pflichtangaben

1. Anlagenspiegel

Anschaffungskosten/ Herstellungskosten 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Anlagewerte
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 134.409,95 134.409,95
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 69.500,40 69.500,40
Summe Immaterielle Anlagewerte 69.500,40 134.409,95 203.910,35
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.707.419,94 4.707.419,94
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 543.792,64 4.560,17 548.352,81
Summe Sachanlagen 5.251.212,58 8.909,81 5.255.772,75
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0,00 1.362,50 1.362,50
0,00 1.362,50 1.362,50
Gesamtsumme 5.320.712,98 140.332,62 5.461.045,60
Abschreibungen kumuliert 01.01.2023
EUR
Abschreibungen
EUR
Abgänge
EUR
kumuliert 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Anlagewerte
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 66.823,40 2.674,50 69.497,90
Summe Immaterielle Anlagewerte 66.823,40 2.674,50 69.497,90
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.046.661,54 161.137,50 2.207.799,04
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 435.700,64 37.347,67 473.048,31
Summe Sachanlagen 2.482.362,18 198.485,17 2.680.847,35
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00
Gesamtsumme 2.549.185,58 201.159,67 2.750.345,25
Buchwert 31.12.2023
EUR
01.01.2023
EUR
I. Immaterielle Anlagewerte
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 134.409,95 0,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2,50 2.677,00
Summe Immaterielle Anlagewerte 134.412,45 2.677,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.499.620,90 2.660.758,40
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 75.304,50 108.092,00
Summe Sachanlagen 2.574.925,40 2.768.850,40
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 1.362,50 0,00
Summe Finanzanlagen 1.362,50 0,00
Gesamtsumme 2.710.700,35 2.771.527,40

2. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Montan Factoring GmbH hat ihren Sitz in Hürth und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln (HRB 44731). Der Jahresabschluss der Montan Factoring GmbH wurde auf der Grundlage der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) unter besonderer Berücksichtigung der Regelungen der §§ 340 ff. HGB i. V. m. der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten. Nach § 340 a Abs. 1 HGB sind die für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften anzuwenden. Die Gliederung des Jahresabschlusses basiert auf den Formblättern der RechKredV. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde die Staffelform gewählt.

3. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung

3.1 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger linearer Abschreibungen angesetzt. Von dem Wahlrecht zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wurde für das im Wirtschaftsjahr erschaffene Programm Gebrauch gemacht. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und - soweit zulässig - um planmäßige Abschreibungen vermindert worden. Die Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear berechnet. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert von 800,00 EUR wurden aus Vereinfachungsgründen im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Die Beteiligung wurde mit den Anschaffungskosten angesetzt. Soweit erforderlich, wurde am Bilanzstichtag der vorliegende niedrigere Wert angesetzt. Die in den sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen in Arbeit befindlichen Aufträge wurden unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit den bis zum Bilanzstichtag angefallenen Zins- und Factoringgebühren angesetzt. Anteilige Fremdkapitalzinsen wurden nicht mit einbezogen. Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände sind unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken mithilfe von Abschreibungen, Einzel- und Pauschalwertberichtigungen bewertet worden. Für ungewisse Verbindlichkeiten aus Pensionsverpflichtungen wurden Rückstellungen gebildet. Die Rückstellungsbildung wurde gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags bewertet. Die Pensionsrückstellungen betragen 2.446.264,00 EUR. Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet. Die Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen bilanziert. Sofern die Tageswerte über den Rückzahlungsbeträgen lagen, wurden die Verbindlichkeiten zum höheren Tageswert angesetzt.

3.2 Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Ein grundlegender Wechsel von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr fand nicht statt.

4. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz

4.1 Forderungsspiegel

Die Gliederung der Forderungen nach Fälligkeiten kann dem Forderungsspiegel in der Anlage I zum Anhang entnommen werden.

4.2 Forderungen an Kunden

Am 31.12.2023 bestanden Forderungen an Kunden aus Factoring in Höhe von 8.767.041,00 EUR (Vorjahr: 7.909.092,58 EUR). Davon waren Forderungen im Nennwert von 731.270,28 EUR (Vorjahr: 1.665.005,25 EUR) mit einem Betrag in Höhe von 393.231,01 EUR (Vorjahr: 1.338.435,02 EUR) einzelwertberichtigt. Zur Abdeckung des allgemeinen Forderungsausfallrisikos, der Inkassokosten und von Zinsverlusten aufgrund verspäteter Zahlung wurde eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 2 % (= 163.500,00 EUR) gebildet.

4.3 Finanzanlagen

Die Gesellschaft besitzt Kapitalanteile an Unternehmen, bei denen der Anteilsbesitz der Herstellung einer dauernden Verbindung dient. Die Beteiligungen wurden mit Wirkung vom 05.01.2023 erworben. Eine Beteiligung in Höhe von 5 % besteht an der Hovenjürgen Grundbesitz GmbH & Co. KG mit Sitz in Hamm. Ebenfalls in Höhe von 5 % besteht die Beteiligung an der Komplementär GmbH Hovenjürgen Verwaltungs GmbH. Auf die Angabe des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses der Gesellschaft wird mit Hinweis auf § 286 Abs. 3 Satz 2 HGB verzichtet.

4.4 Sachanlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens wird im unter I. abgebildeten Bruttoanlagenspiegel dargestellt. Die Gesellschaft ist Eigentümerin des bebauten Grundstücks Innungstr. 12. Das Grundstück wird seit Fertigstellung des Wohn- und Geschäftshauses im November 2010 selbst genutzt. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten betrugen 4.707.419,94 EUR. Zum 31.12.2023 beträgt der Buchwert des betrieblichen Grundstücks 2.499.620,90 EUR. Der Gesamtbetrag der Betriebs- und Geschäftsausstattung zum 31.12.2023 beträgt 75.304,50 EUR (Vorjahr: 108.092,00 EUR).

4.5 Sonstige Vermögensgegenstände

Aufgliederung nach § 35 Abs. 1 Nr. 4 RechKredV:

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
In Arbeit befindliche Aufträge 192.730,09 173.576,19
Forderungen gg. Beteiligungsunternehmen 1.500.000,00 0,00
Übrige sonstige Vermögensgegenstände 234.111,15 97.619,79
1.926.841,24 271.195,98

Bei dem Posten Übrige handelt es sich um Steuerguthaben.

4.6 Latente Steuern

Der sich ergebende Steueraufwand nach Steuerbilanz entspricht nicht dem Ergebnis der Handelsbilanz. Die Steuerbilanz zeigt einen höheren Gewinn. Von dem Bilanzierungswahlrecht zur Bildung eines Aktivpostens für latente Steuern gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB wurde Gebrauch gemacht. Die Berechnung der latenten Steuererträge wird nachfolgend erläutert:

- Rückstellungen für Pensionen laut Handelsbilanz 2.446.264,00 EUR
- selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände -134.409,95 EUR
- Rückstellungen für Pensionen laut Steuerbilanz 1.874.620,11 EUR
- Unterschiedsbetrag Bilanzposition 437.233,94 EUR
- zur Bildung latenter Steuern maßgebender Unterschiedsbetrag 437.233,94 EUR
- GewSt (16,8 %) auf den maßgebenden Unterschiedsbetrag rd. 73.400,00 EUR
- KSt (15,83 %) auf den maßgebenden Unterschiedsbetrag rd. 69.200,00 EUR
- latenter Steuerertrag 142.600,00 EUR

Gegenüber dem Vorjahr verminderte sich der Betrag der aktiven latenten Steuern um 60.400,00 EUR.

4.7 Verbindlichkeiten

Die Gliederung der Verbindlichkeiten nach Fälligkeiten kann dem Verbindlichkeitsspiegel in der Anlage I zum Anhang entnommen werden. Die sonstigen Verbindlichkeiten gliedern sich nach § 35 Abs. 1 Nr. 4 RechKredV wie folgt auf:

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
aus Lieferungen und Leistungen 208.062,27 49.560,85
Umsatzsteuer 7.294,03 39.056,31
Lohn- und Kirchensteuer 16.916,05 15.634,63
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 3.625,87 0,00
235.898,22 104.251,79

4.8 Pensionsrückstellungen

a) Unmittelbare Verpflichtung

Die Bewertung der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfolgte gemäß § 249 Abs. 1 i. V. m. § 253 Abs. 1, 2, 6 sowie § 246 Abs. 2 HGB unter Anwendung der Vereinfachungsregel gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB. Folgende Bewertungsparameter wurden dabei angewandt:

Bewertungsmethode: Projected Unit Credit Method (PUC-Methode)

Rechnungszins 10-Jahres-Ø: 1,82 % p. a.

Rechnungszins 7-Jahres- Ø: 1,74 % p. a.

Rententrend: 3 %

Erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen: 0 %

Biometrische Annahmen: © RICHTTAFELN 2018 G von Klaus Heubeck

b) Mittelbare Verpflichtung

Aus der Auslagerung des Past Service auf einen Pensionsfonds besteht per 31.12.2023 eine Überdeckung in Höhe von 12.850,63 EUR (Vorjahr Unterdeckung 49.080,86 EUR).

4.9 Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt auf:

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
Berufsgenossenschaft 0,00 1.800,00
Urlaubsrückstellung Mitarbeiter 610,00 0,00
Gerichts-, Notar- und Anwaltskosten 2.500,00 7.000,00
Interne Fibu/ Jahresabschluss/ Aufbewahrungskosten 12.000,00 12.000,00
Abschlussprüfung 25.000,00 25.000,00
Tantieme Geschäftsführer 54.000,00 170.800,00
Übrige Kundenforderungen 0,00 20.000,00
94.110,00 236.600,00

4.10 Haftungsverhältnisse

Am Abschlussstichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse.

4.11 Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 2.000.000,00 EUR. Die Stammeinlagen sind in voller Höhe erbracht. In dem Bilanzgewinn ist ein Gewinnvortrag in Höhe von 4.164.808,45 EUR (Vorjahr: 3.684.855,36 EUR) enthalten.

5. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

5.1 Zinserträge/ sonstige betriebliche Erträge

Die Position Zinserträge aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft beinhaltet die im Rahmen des Factoringgeschäfts vereinnahmten Zinsen und Gebühren. Die übrigen Erlöse sind unter Position 5. sonstige betriebliche Erträge ausgewiesen. Die sonstigen betrieblichen Erträge gliedern sich wie folgt auf:

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
Warenverkauf 136.731,53 1.977.753,15
Sachbezüge 12.152,89 12.204,98
Übrige 111.692,14 146.732,58
260.576,56 2.136.690,71

5.2 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich wie folgt auf:

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
Wareneinkauf 136.731,53 1.977.595,65
Übrige 564.102,05 396.841,69
700.833,58 2.374.437,34

In den Übrigen Aufwendungen sind 502.695,41 EUR Aufwendungen für die Entwicklung einer Factoringsoftware enthalten.

5.3 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Steuern betreffen in Höhe von 61,13 EUR das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und in Höhe von -53.299,39 EUR Vorjahre.

5.4 Ausschüttungssperre

Der Gesamtbetrag, der gemäß § 268 Abs. 8 HGB einer Ausschüttungssperre unterliegt beträgt insgesamt 290.789,95 EUR. Hierbei handelt es sich um die aktiven latenten Steuern in Höhe von 142.600,00 EUR, dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellung mit 7- und 10-Jahresdurchschnitt des Marktzinssatzes in Höhe von 13.780,00 EUR und aus der Aktivierung von selbst erschaffenen immateriellen Anlagewerten in Höhe von 134.409,95 EUR.

6. Sonstige Pflichtangaben

6.1 Angaben zur Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer

Die Gesellschaft beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich 12 Arbeitnehmer (Vorjahr: 12). Alle Mitarbeiter waren Angestellte.

6.2 Angaben über die Mitglieder der Unternehmensorgane

Im abgelaufenen Geschäftsjahr oblag die Geschäftsführung Frau Nicole Rönz sowie Frau Sanya Rönz (ab 01.11.2023). Für frühere Mitglieder der Geschäftsführung bestehen Pensionsverpflichtungen (Rückstellungen) in Höhe von 2.446.264,00 EUR.

6.3 Angaben nach 42 Abs. 3 GmbH-Gesetz

Gegenüber den Gesellschaftern bestehen die nachfolgenden Rechte und Pflichten:

Forderungen in Höhe von 0,00 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR)

Verbindlichkeiten in Höhe von 3.530.825,33 EUR (Vorjahr: 3.161.039,80 EUR).

6.4 Honorar des Abschlussprüfers

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt 25.000,00 EUR und beinhaltet ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen.

6.5 Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.

6.6 Ergebnisverwendung

Der Jahresabschluss wurde unter Berücksichtigung der vollständigen Ergebnisverwendung aufgestellt. Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 209.073,94 EUR ab. Dieser wird zusammen mit dem Gewinnvortrag des Vorjahres (4.164.808,45 EUR) als Bilanzgewinn in Höhe von 4.373.882,39 EUR auf neue Rechnung vorgetragen.

 

Hürth, den 22.03.2024

Geschäftsführerinnen

Nicole Rönz

Sanya Rönz

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Montan Factoring GmbH, Hürth

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresschluss der Montan Factoring GmbH, Hürth, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom

1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Montan Factoring GmbH, Hürth, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Köln, 31. Mai 2024

AHW Treuhand GmbH
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