Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 176633
Eingetragen
11.12.2008
Branche
Forschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieForschung und Entwicklung im Bereich Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie im Bereich Sprach-, Kultur- und KunstwissenschaftenSonstige Forschung und Entwicklung im Bereich Natur-, Ingenieur-, Agrarwissenschaften und Medizin
Gegenstand
Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der digitalen Technologien, in denen Software einen wesentlichen Anteil hat, sowie Weitervermittlung bzw. Übertragung des entstandenen Wissens an interessierte Unternehmen, Behörden, Forschungseinrichtungen und Personen. Insbesondere werden grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung sowohl in den Bereichen Software- und Systems-Engineering, Cyber-Physical Systems und Information-Systems, als auch in den Themenfeldern lnformationssicherheit, Breitband-Infrastruktur und Netzpolitik, E-Government und Digitale Innovationen betrieben.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Holger Dr. Pfeifer
seit 23.1.2023
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Freistaat Bayern, vertreten durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat (StMFLH)
66.67%
33.33%

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Freistaat Bayern, vertreten durch das Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat (StMFLH)
Germany
20.000 €
66.67%
Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung des angewandten Forschung eingetragener Verein
Germany
10.000 €
33.33%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

fortiss GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

Geschäftsmodell des Unternehmens

Der Auftrag des Landesforschungsinstituts fortiss des Freistaats Bayern ist es, Forschung und Transfer für softwareintensive Systeme voranzutreiben. Die im Jahr 2008 gegründete Forschungseinrichtung mit Sitz in München arbeitet in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung und dem steuerrechtlichen Status einer gemeinnützigen Institution an der anwendungsorientierten Entwicklung digitaler Technologien, bei denen Software eine zentrale Rolle als Innovations- und Wertschöpfungstreiber spielt.

fortiss verortet sich an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft und fungiert als Bindeglied zwischen Forschung und Anwendung. Durch die Verknüpfung von Software- Engineering-Kompetenz und Fachwissen sowie die Integration wissenschaftlicher Exzellenz mit Praxisbezug schafft das Institut eine Brücke zwischen Theorie und Praxis. Konzepte und Methoden des Software Engineering werden in enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern entwickelt, evaluiert und kontinuierlich verbessert.

Aufgabe und Ziel der fortiss GmbH ist es, die Innovationsrate zu steigern und die Innovationseffizienz für die Digitalisierung von Wirtschaft, Verwaltung und digitalen Lebenswelten voranzutreiben, insbesondere mit Blick auf die Bedürfnisse des Standorts Bayern. Durch offene Informations- und Prototypisierungsangebote, Plattformlösungen und Werkzeuge soll der Technologietransfer erleichtert und beschleunigt werden. So unterstützt fortiss nicht nur große Technologieunternehmen bei ihrer Innovationsdynamik, sondern fördert auch das Innovationspotenzial kleiner und mittlerer Unternehmen.

Das Institut verfolgt diese Ziele in einer Verbindung von Auftragsforschung, öffentlich finanzierten Forschungsprojekten und Eigenforschung. Die Auftragsforschung überprüft Lösungskonzepte auf ihre Praxistauglichkeit in realen Anwendungsszenarien. Öffentlich finanzierte Projekte im Bereich der digitalen Transformation bereiten Ergebnisse der Grundlagenforschung für die Anwendung auf und ermöglichen die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Produkte und Dienstleistungen.Eigenfinanzierte Forschung zielt darauf ab, zukünftige Problemstellungen und Technologietrends zu identifizieren, auch wenn diese noch keine direkte Verwertungsperspektive bieten. Sie dient der initialen Vorlaufforschung und schließt Transferlücken.

1. Gesamtaussage

Die Verankerung der strategischen Ausrichtung und des fokussierten Kompetenzangebots des Instituts in der Außendarstellung, in den weiterentwickelten Informations- und Transferformaten hat im zurückliegenden Jahr weitere wichtige Fortschritte gemacht. Der Innovationsbeitrag von fortiss insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen in Bayern konnte mit erweiterten Angeboten und Kooperationsformen noch intensiver ausgestaltet werden.

Gleichzeitig ist unter fortdauernd erschwerten Rahmenbedingungen 2023 die erhoffte Trendwende ausgeblieben. Die angestrebte Konsolidierung und der Ausbau der Drittmitteleinnahmen sind nicht wie ursprünglich intendiert gelungen. Durch die Nutzung von Einsparpotenzialen behauptet sich die fortiss GmbH gleichwohl auf insgesamt stabilem Niveau.

Unverändert stellt der Fachkräftemangel einen kritischen Engpass dar, der die Erschließung von Optionen und die Wahrnehmung von Chancen erschwert.

2. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Als Forschungseinrichtung ist die fortiss GmbH gleichermaßen von den strukturpolitischen Rahmenbedingungen und förderpolitischen Vorgaben auf den Ebenen von Land, Bund und Europäischer Union abhängig wie auch von der Innovationsfähigkeit und Bereitschaft insbesondere der bayerischen Wirtschaft zur Investition in Forschung und Entwicklung beeinflusst. Grundlegende Konjunktur- und Innovationszyklen werden hier gerade zuletzt immer wieder von oftmals kurzfristigen wirtschaftlichen und geschäftspolitischen Entscheidungen der Akteure überlagert, die sich dem Einfluss einer Forschungseinrichtung entziehen.

2023 stand unter insgesamt schwierigen Rahmenbedingungen. Die erhoffte konjunkturelle Belebung nach den vergangenen krisengeprägten Jahren blieb aus. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland geriet bei rückläufigem Bruttoinlandsprodukt ins Stocken.1 Insbesondere im produzierenden Gewerbe ging die Wirtschaftsleistung deutlich zurück, nachlassende Investitionen bremsten die wirtschaftliche Erholung.2 Angesichts anhaltender Unsicherheiten nahm auch die Reichweite von Kooperationsperspektiven und die Belastbarkeit von Kooperationsbeziehungen für fortiss grundsätzlich ab.

Reduzierte Investitionsspielräume überlagern sich auch bei Technologieführern mit verkürzten Innovationszyklen und erhöhen den Kommerzialisierungsdruck. Das Gewicht möglicher Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtung und Industrie verschiebt sich so mehr und mehr von originären Forschungsbeiträgen auf die Umsetzung von Forschungsergebnissen in kommerzielle Anwendungen und Produktentwicklungen. Auch bei grundlegender Transferorientierung und Anwendungsperspektive, wie sie den Forschungsansatz von fortiss kennzeichnen, verlangt dies eine Ergänzung und Anpassung des Geschäftsmodells und eine Weiterentwicklung von Inhalt und Form des Kompetenzangebots des Instituts.

Komplementär zur Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit mit der Wirtschaft steht für fortiss die Forschungs- und Technologieförderung der öffentlichen Hand. In öffentlich geförderten Verbundvorhaben werden innovative Konzepte früher Reifegrade und prototypische Lösungskerne gemeinsam von Wissenschaft, Forschung und Industrie verprobt.

Dabei stellen europäische wie nationale Förderpolitik zunehmend anstatt der Unterstützung einzelner Fragestellungen und Technologiestränge eine systemische Perspektive und den Anspruch eines ganzheitlichen Innovationsverständnisses in den Vordergrund.

Das 2021 gestartete, bis 2027 mit einem Budget von insgesamt 95,5 Mrd. Euro3 ausgestattete europäische Rahmenprogramm "Horizon Europe" verfolgt mit vier strategischen Leitlinien für Forschung und Innovation in fünf Clustern den Anspruch, "die offene strategische Autonomie Europas und seine weltweite Führungsrolle bei digitalen Technologien und neuen Grundlagentechnologien zu sichern".4

1 Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung vom 15. Januar 2024 - 019/24.

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2024/bip2023/pm-bip.pdf?__blob=publicationFile

2 Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung vom 23. Februar 2024 - 066/24.

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/02/PD24_066_811.html

3 European Commission, Directorate-General for Research and Innovation, Horizon Europe, budget - Horizon Europe - the most ambitious EU research & innovation programme ever, Publications Office of the European Union, 2021, https://data.europa.eu/doi/10.2777/202859

4 European Commission, Directorate-General for Research and Innovation, Horizon Europe: strategic plan 2021-2024, Publications Office, 2021, https://data.europa.eu/doi/10.2777/083753, S. 8-12

Für die Folgejahre liegt der Fokus auf drei strategischen Schlüsselorientierungen: "Green Transition, thedigital Transition, and a more resilient, competitive, inclusive, and democratic Europe"5, die - eng miteinander verknüpft - sich gegenseitig "synergetisch" verstärken sollen.

Auf nationaler Ebene nimmt die "Zukunftsstrategie Forschung und Innovation" von 2023 wesentliche Elemente der europäischen Programmlinien auf. In der Definition von sechs querschnittlich verankerten zentralen "Missionen"6 will die Zukunftsstrategie ein "Silodenken" der Innovationsförderung überwinden7, technologische Innovationen, neue Geschäftsmodelle sowie Dienstleistungen und soziale Innovationen im Lösungszusammenhang betrachten.8 Im internationalen Wettbewerb insbesondere Defizite der Umsetzung konstatierend, soll die Fähigkeit zum Transfer wissenschaftlicher Innovation in die Anwendung gestärkt9, umfassende "Innovationsökosysteme" adressiert werden.10

Der 2023 veröffentliche "Digitalplan Bayern" setzt mit den Schwerpunkten Infrastruktur und Daten, Sicherheit, vernetzte Verwaltung sowie Digitale Bildung und Kompetenzen gleichermaßen auf einen umfassenden Ansatz der Innovation über die Digitalisierung aller Wirtschafts-, Verwaltungs- und Lebensbereiche.11 Für fortiss ist insbesondere das Ziel einer Intensivierung und Beschleunigung des Wissenstransfers aus der Forschung in die Wirtschaft zentral, der vor allem den Anteil kleiner mittlerer bayerischer Unternehmen, die digitale Zukunftstechnologien nutzen, deutlich erhöhen soll.12 In diesem Rahmen verortet sich fortiss in der Digitalisierungsstrategie der Bayerischen Staatsregierung: "Das Landesforschungsinstitut fortiss ist ein wichtiger Kompetenzträger im Bereich softwareintensiver Systeme und bietet mit seinem Transferangebot »fortiss Mittelstand« gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen Unterstützung bei der Bewältigung des digitalen Wandels."13

Diese in engem zeitlichem Zusammenhang auf den Weg gebrachten Förderprogramme der unterschiedlichen Ebenen stehen freilich in Teilen unter Finanzierungsvorbehalten. Die vielfach angespannten öffentlichen Haushalte öffnen inzwischen kaum mehr Spielräume; selbst der Ausgleich steigender Kostenbelastungen im mehrjährig laufenden Forschungsvorhaben stößt auf Grenzen. Damit droht auch die Umsetzung bisheriger Absichtserklärungen in weitere konkrete Vorhaben zu stocken.

5 European Commission, Directorate-General for Research and Innovation, Horizon Europe strategic plan 2025-2027,

Publications Office of the European Union, 2024, https://data.europa.eu/doi/10.2777/092911, S. 12

6 Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Zukunftsstrategie Forschung und Innovation. Kurzfassung.

Februar 2023, https://www.bmbf.de/SharedDocs/Publikationen/de/bmbf/1/730940_Zukunftsstrategie_Forschung_

und_Innovation_Kurzfassung.pdf?__blob=publicationFile&v=4, S 7-10

7 Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Umsetzung der Zukunftsstrategie Forschung und Innovation.

Bericht der Bundesregierung, Dezember 2023, https://www.bmbf.de/SharedDocs/Downloads/de/2023/umsetzungsbericht_

zukunftsstrategie.pdf?__blob=publicationFile&v=1, S. 18

8 ebd., S. 2

9 ebd., S. 12 ff.

10 ebd., S. 13 11 Bayerisches Staatsministerium für Digitales (Hrsg.), Digitalplan Bayern. Zukunftsstrategie für unsere Heimat, März 2023, S.

11 https://www.bayern.de/wp-content/uploads/2023/03/Digitalplan-Bayern.pdf

12 ebd., S. 169 13 ebd., S. 167

3. Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens

fortiss ist es 2023 gegen den Trend gelungen, Formen der industriellen Kooperationen leicht auszubauen; fortiss Know-how konnte in beachtlicher Breite in so unterschiedlichen Anwendungsfeldern wie Maschinenbau, Finanzdienstleistung oder Softwareentwicklung erfolgreich transferiert werden. Das ist angesichts verbreiteter Zurückhaltung der Industriepartner in Folge der tiefgreifenden Herausforderungen, den diese durch eine schwache Nachfragelage, zugespitzte Wettbewerbssituationen und veränderte regulatorische Rahmenbedingungen gegenüberstehen, ein Erfolg.

Dagegen entwickelten sich die öffentlich geförderte Drittmittelprojekte rückläufig. Nach dem Auslaufen relevanter Projekte und teils neu akzentuierten Anforderungen der Nachfolgeprogrammen konnte zunächst nicht in allen Bereichen nahtloser Anschluss auf gleichem Niveau gefunden werden.

So konnte das Geschäftsjahr 2023 noch nicht die erhoffte Wende wirtschaftlicher Erholung und des Beginns eines erneuten Aufschwungs bringen.

Die Verbindung der Forschungsaktivitäten der fortiss GmbH mit Forschung und Lehre der bayerischen Hochschulen hat mit der erstmaligen gemeinsamen Berufung einer Professur für "Software Engineering für datenintensive Anwendungen" (Prof. Dr. Andrea Stocco) an der School of Computation, Information and Technology der Technischen Universität München 2023 eine weitere, entscheidende Intensivierung erfahren.

In der Initiative eines "Bavarian Center for Software Innovation" startete fortiss 2023 eine Kooperation mit der Technischen Hochschule Ingolstadt und der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden mit dem Ziel, Softwarekompetenz insbesondere mittelständischer Unternehmen in Bayern auch außerhalb der Metropolregionen nachhaltig zu stärken. Mit dezentralen zielgruppenspezifischen Informations- und Transferangeboten wirken die Partner zusammen, um effiziente Forschungskooperationen mit dem Mittelstand im Bereich Software Engineering zu initiieren.

Mit nachdrücklichen Anstrengungen und erweiterten Formen der Mitarbeitersuche begegnet die fortiss GmbH dem Mangel an Fachkräften. Dieser fortwirkende Mangel behinderte eine mögliche offensivere Bewerbung um Forschungsvorhaben und die konsequente Ausschöpfung eingeworbener Budgets.

Trotz insgesamt abnehmender Einnahmen aus Drittmittelprojekten konnte darauf verzichtet werden, die institutionelle Förderung des Freistaats Bayern im bisherigen Umfang in Anspruch zu nehmen. Die rückläufige Betriebsleistung konnte durch substanzielle Einsparungen auf der Ausgabenseite kompensiert werden. Der Jahresverlust und der erforderliche Rückgriff auf Rücklagen konnten verringert werden.

4.1 Ertragslage

Ergebnisquellen 2023 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Umsatzerlöse 1.055 995 60 6,0
Veränderung des Bestands unfertiger Erzeugnisse -74 -120 46 38,3
sonstige betriebliche Erträge 8.829 9.562 -734 -7,7
Finanzergebnis 0 0 0 n.a.
Steuerergebnis 23 74 -51 -68,9
Jahresergebnis -152 -196 44 22,4

Die Finanzierung der fortiss GmbH basiert auf den drei Säulen Grundfinanzierung aus der institutionellen Förderung, Auftragsfinanzierung durch die Wirtschaft sowie öffentliche Projektfinanzierung.

Die Einnahmen aus der kommerziellen Kooperation mit Industriepartnern verbessern sich in 2023 gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent auf 981 TEUR ab.

Schwächer fallen die Einnahmen aus öffentlich geförderter Drittmittelforschung aus. Der Rückgang binnen Jahresfrist beläuft sich auf 11 Prozent. Allein die Förderung aus EU-Programmen zeigt hier eine steigende Tendenz. Entsprechende Projekte erreichen einen Anteil von fast 30 Prozent. Dominierend bleiben die von der Bundesebene geförderten Drittmittelprojekte mit einem Anteil von 60 Prozent.

Die Grundförderung des Freistaats Bayern erfolgt seit 2016 als institutionelle Förderung auf Fehlbetragsbasis. 2023 wurden 876 TEUR oder 16 Prozent weniger Mittel dieser institutionellen Förderung als im Vorjahreszeitraum in Anspruch genommen.

Aufwendungen 2023 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Personalaufwand 6.703 6.681 22 0,3
Abschreibungen 358 396 -38 -9,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.925 3.630 -705 -19,4
Summe Aufwendungen 9.986 10.707 -721 -6,7

Die Aufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr in Summe um 7 Prozent rückläufig. Nur unwesentlich gestiegene Personalausgaben, eine reduzierte Abschreibungsbelastung und deutlich gesunkene sonstige betriebliche Aufwendungen sind für diese Entwicklung verantwortlich.

Die Personalentwicklung stagnierte 2023. Insbesondere im Bereich der hochqualifizierten wissenschaftlichen Mitarbeiter beeinträchtigt der Fachkräftemangel die Geschäftsentwicklung. Die Beschäftigtenzahl, gerechnet in Vollzeitäquivalenten (VZÄ), steigt zum 31.12. im Vorjahresvergleich nur leicht um knapp 2 Prozent auf 97,4.

Weiterhin waren mehr als vier von fünf Beschäftigten (gerechnet in VZÄ) mit Aufgaben von Forschung und Transfer in den wissenschaftlichen Vorhaben des Instituts beschäftigt.

Mit 6.703 TEUR liegen die Personalaufwendungen nur leicht, mit nicht einmal einem Prozent über dem Vorjahreswert.

Verringerte Investitionen in Demonstratoren und Geschäftsausstattung sowie eine Verlagerung der Aufwände für zunehmend cloudbasierte Softwarelösungen lassen die Abschreibungen auf Anlagevermögen im Jahresverlauf um annähernd 10 Prozent sinken.

Inflationsbedingt steigen die Sachkosten, darunter indexbasierte Raumkosten, teilweise merklich. Nach dem Ende der COVID-19-Restriktionen zeichnet sich erheblicher Nachholbedarf bei Werbe- und Reisekosten ab. Veränderte Einsatzformen lassen Nutzungs- und Lizenzkosten insbesondere von Softwareanwendungen überdurchschnittlich anwachsen. Dank des Einspareffekts aus der Nichtverlängerung einer langfristigen Servicevereinbarung konnten diese Kostensteigerungen nicht nur aufgefangen, sondern die Sonstigen Betrieblichen Kosten in Summe sogar deutlich gesenkt werden.

Der Jahresverlust reduziert sich mit 152TEUR gegenüber dem Vorjahreswert um TEUR 44.

Die fortiss GmbH ist entsprechend ihrer Satzungsbestimmung und Ausgestaltung als gemeinnützige Gesellschaft selbstlos tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Erträge der Gesellschaft haben unmittelbar und ausnahmslos der Förderung von Wissenschaft und Forschung zugute zu kommen. Der Einsatz von Eigenmitteln aus über die vergangenen Jahre aufgebauten Rücklagen zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit ist insofern zweckkonform und intendiert. Der aktuelle Jahresfehlbetrag ist entsprechend mit dem bestehenden Gewinnvortrag zu verrechnen.

4.2 Finanzlage

Der Barmittelbestand beläuft sich auf 2.465 TEUR zum 31.12.2023 und nimmt um 14 Prozent gegenüber dem (um einen stichtagsbedingten "Transitgeldposten" bereinigten) Vorjahresstand ab.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben sich 2023 mit 1.328 TEUR um etwa ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr verringert, was auf reduzierte offene Forderungen aus Industriekooperationen zurückzuführen ist. Die Verbindlichkeiten nehmen mit 699 TEUR um 38% im Vergleich zum (um einen stichtagsbedingten "Transitgeldposten" bereinigten) Vorjahreswert ab. Unter den Forderungen entfallen 848 TEUR auf angeforderte, unter den Verbindlichkeiten 963 TEUR auf noch nicht verwendete öffentliche Fördermittel.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet insbesondere Mittel aus der institutionellen Förderung des Freistaats Bayern, die 2023 eingegangen, wirtschaftlich dem Geschäftsjahr 2024 zuzurechnen sind.

Die fortiss GmbH war auch im letzten Jahr auf keine externen Finanzierungsmittel angewiesen.

Das Eigenkapital verringert sich durch den gebotenen Einsatz von Rücklagen für die satzungsmäßigen Zwecke im Umfang des Jahresfehlbetrags auf insgesamt 977 TEUR (Vorjahr: 1.129 TEUR); die Eigenkapitalquote steigt auf 36,0 Prozent (Vorjahr: 17,5 Prozent). Das bilanzielle Eigenkapital umfasst neben gezeichnetem Kapital, Jahresüberschuss und Gewinnvortrag unverändert andere Gewinnrücklagen in Höhe von insgesamt TEUR 748, die sich aus einer freien Rücklage gemäß § 62 Abs. 1 Nr. 3 AO in Höhe von TEUR 490 und einer kaufmännischen Rücklage im steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb in Höhe von 258 TEUR ergeben.

Durch das Geschäftsmodell, die Finanzierungsstruktur und den Zuschnitt des Zielmarkts unterliegt die Gesellschaft bislang keinen wesentlichen Fremdwährungs- oder Ausfallrisiken. Preisrisiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, zuletzt gesteigert durch erhöhte Inflationsraten, kann fortiss freilich gerade im Bereich langlaufender Forschungsvorhaben grundsätzlich nicht entgehen.

4.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der fortiss GmbH beläuft sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 auf 4.843 TEUR.

Das Anlagevermögen verringerte sich mit 913 TEUR gegenüber dem Vorjahr (1.164 TEUR) um 22 Prozent. Im Anlagevermögen entfielen 49 TEUR (Vorjahr 55 TEUR) auf immaterielle Vermögensgegenstände. 864 TEUR (Vorjahr 1.109 TEUR) betrafen Sachanlagen, darunter entfielen 293 TEUR auf Büroeinrichtungen; 222 TEUR galten Hardware, 116 TEUR bezogen sich auf in Forschungsprojekten und für Transferzwecke erworbene bzw. erstellte Demonstratoren.

Das Umlaufvermögen sinkt in Folge verringerter Forderungen und eines reduzierten Barmittelbestands auf 3.794 TEUR (Vorjahr - um einen stichtagsbedingten "Transitgeldposten" bereinigt - 4.529 TEUR).

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten umfasst im Wesentlichen vorab entrichtete Lizenz- und Nutzungsgebühren für eingesetzte Software, die wirtschaftlich dem Geschäftsjahr 2024 zuzurechnen sind.

4.4 Risikobericht einschließlich Angaben zum Risikomanagement

Die fortiss GmbH unterhält ein explizites unternehmensweites Risikomanagementsystem, das sich auf die Identifikation und Steuerung von Risiken auf den Ebenen von Management-, Kern- und Unterstützungsprozessen richtet. Die Risikobewertung wird mindestens jährlich auf Vollständigkeit und Angemessenheit überprüft und fortgeschrieben. Beim Auftreten wesentlicher neuer Risiken oder wesentlicher Neubewertung bekannter Risiken erfolgt eine Aktualisierung anlassbezogen.

Der für Auftrag und Selbstverständnis des Instituts zentralen Aufgabe der nachhaltigen Sicherung wissenschaftlicher Exzellenz und des Aufbaus und der Aufrechterhaltung eines wettbewerbsfähigen Kompetenz- und Innovationsangebots gilt der kontinuierlich fortgeschriebene Strategieprozess, der mit den Gesellschaftern abgestimmt und durch die Expertise externer bzw. kooptierter Hochschullehrern und ausgewiesener Wissenschaftlern begleitet ist. Die institutionelle staatliche Unterstützung des Instituts als Forschungseinrichtung des Freistaats Bayern sichert dessen mittel- und langfristige Perspektive und Handlungsfähigkeit auch unter erhöhten Risiken des wirtschaftlichen Umfelds.

Die Steuerung von Durchführungs- und Ergebnisrisiken der wissenschaftlichen Forschung stellt einen integralen Teil des Projektmanagementprozesses, von Controlling und Reporting der Vorhaben dar. Haftungs- und Gewährleistungsrisiken werden durch den Charakter ergebnisoffener Forschung begrenzt; Risikoeinschränkungen durch entsprechende Aufgabenspezifikation und Definition der Kooperations- und Leistungsbeziehung sowie vertragliche Haftungsausschlüsse werden durch eine angemessene Versicherung der Geschäftstätigkeit ergänzt. Preisrisiken insbesondere bei den langlaufenden öffentlich geförderten Drittmittelprojekten nehmen mit steigenden Inflationsraten zu, sind aber angesichts der Finanzierungsformen nur unzureichend zu steuern.

Die Betriebssicherheit des Unternehmens ist durch eine ausgewogene Verbindung technisch-organisatorischer Vorkehrungen gewährleistet. Maßnahmen des Arbeitsschutzes, des Datenschutzes, der Informationssicherheit und der Compliance folgen den rechtlichen Vorgaben und betrieblichen Erfordernissen.

Der Mangel an Personalressourcen ist für die Planung und Durchführung wissenschaftlicher Forschungsvorhaben ein limitierender Faktor und unter gegebenen Marktkonditionen ein andauerndes Risiko.

Die Risikoerkennung ist durch einen geregelten Ablauf der Geschäftsprozesse, eine Trennung von Verantwortlichkeiten, wechselseitige Kontrollmechanismen und den kontinuierlichen Austausch innerhalb der Geschäftsführung sowie mit leitenden Mitarbeitern und den Gesellschaftern sichergestellt. Ausgehend von der strategischen Gesamtausrichtung wird die aktuelle Markt-, Umsatz-, Ergebnis- und Auftragssituation kontinuierlich erfasst, regelmäßig analysiert und turnusmäßig gegenüber dem Aufsichtsrat berichtet.

Die Erreichung der kurz- und mittelfristigen Geschäftsziele ist von Umgebungsfaktoren wie der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der Investitionsbereitschaft der Wirtschaft und der Förderstrategie der öffentlichen Hand bestimmt, die wenn überhaupt, nur äußerst begrenzt durch das Unternehmen beeinflussbar sind. Gesteigerte Unsicherheiten hinsichtlich übergreifender politischer Entwicklungen und gesamtwirtschaftlicher Aussichten erhöhen in den letzten Jahren die Risiken für die Rahmenbedingungen, unter denen das Institut zu agieren hat.

Der aus dem gemeinnützigen Charakter des Instituts grundsätzlich geforderte Einsatz von Kapitalrücklagen und akkumulierten Gewinnvorträge für die satzungsmäßigen Zwecke bedingt eine zuletzt rückläufige Kapitalausstattung und macht eine konsequente Liquiditätssteuerung erforderlich.

3.5. Chancenbericht

Im Kontext des kontinuierlich fortgeschriebenen Strategieprozesses werden Chancen für den Ausbau des fortiss-Projektportfolios regelmäßig identifiziert und bewertet und operative Maßnahmen daraufhin ausgerichtet.

Die Fokussierung des Kompetenzangebots und die Konsolidierung der Struktur der Forschungseinheiten, wie sie Evaluation der Unternehmensstrategie 2022 angeregt hatte, ist in eine stabile Phase übergegangen. Im Vordergrund steht nunmehr eine weitergehende Integration der Forschungsstränge mit dem Ziel erweiterter Angebotsmöglichkeiten und weiterreichender Anwendungsperspektiven. Mit dem Beitrag eines umfassend verstandenen, die Ansätze und Methoden künstlicher Intelligenz integrierenden Software Engineering befindet sich fortiss in einer Schlüsselposition als Promotor digitaler Innovation in Bayern. Vor allem für die Zielgruppe kleiner und mittelständischer bayerischer Unternehmen stellt fortiss Informations- und Transferangebote in differenzierten zielgruppenorientierten Formaten bereit. Über die Stufen von Forschung, Entwicklung und Transfer können die Potenziale der digitalen Transformation, insbesondere auch die bislang nicht bzw. unzulänglich genutzten Potenziale aus der Analyse vorhandener und neu anfallender Datenbestände identifiziert und flexibel erschlossen werden.

Die aktuellen Rahmenprogramme der Forschungsförderung der öffentlichen Hand stellen ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte und die Fragen verantworteter Gestaltung des digitalen Wandels ins Zentrum. Zielsetzungen der strategischen Autonomie und technologischen Souveränität bestimmen die Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft. Mit den von ihr verfolgten Forschungsschwerpunkten und Konzepten der Vertrauenswürdigkeit, der Beherrschbarkeit und der Resilienz digitaler Lösungen ergeben sich für die fortiss GmbH hier vielfache Anschlussoptionen.

Die Erschließung und der Ausbau weiterer Anwendungsfelder eines datengestützten Engineerings verspricht die Attraktivität des Leistungsangebots des Instituts aktuell zu halten und zu erhöhen. In der Domäne von Energieversorgung und kritischer Infrastruktur hat sich fortiss über die letzten Jahre über bisherige Anwendungsbereiche hinaus eine exzellente Reputation erworben. In der Digitalisierung des Gesundheitsbereichs wurden im Bereich der Diagnostik, aber auch in der datengestützten Prozessoptimierung exemplarische Forschungsvorhaben gestartet. Wachstumschancen dürften grundsätzlich in allen stark regulatorisch geprägten Bereichen zu finden sind. Die Anwendung großer Sprachmodelle auch im Software Engineering befindet sich in vergleichsweise frühem Reifestadium.

Bei der Drittmittelforschung und den Angeboten des Technologietransfers werden durch die Europäischen Kommission, den Bund und den Freistaat Bayern geförderte Verbundprojekte weiterhin eine Schlüsselrolle einnehmen. Die Entwicklung von Partnerschaften mit industriellen Technologieführern wie auch die Verankerung und Kooperation in Netzwerken des bayerischen Mittelstands bieten - Stabilisierung und Belebung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vorausgesetzt - Möglichkeiten zur Erholung und erneuten Stärkung der industriellen Auftrags- und Verbundforschung. Bei geeigneter Verbindung von strategischer Linie und opportunitätsgetriebener Flexibilität darf davon ausgegangen werden, dass die Entwicklungs- und Erfolgschancen für fortiss auch in Zukunft weiterhin positiv gestaltet werden können.

5 Perspektive

Die Planungen für das Geschäftsjahr 2024 schließen an das Niveau letzter Ergebnisse an und orientieren sich an bestehenden bzw. realistischerweise zu aktivierenden Chancen und Ressourcen. Vor dem Hintergrund weiterhin schwacher gesamtwirtschaftlicher Entwicklung und anhaltender negativer Einflussfaktoren aus globalen Krisen und Risiken ist mit zusätzlichem Rückenwind für die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten freilich kaum zu rechnen.

Die strategische Fokussierung des Kompetenzangebots mit der Fortschreibung der Forschungslinien und der kontinuierlichen Anpassung des Leistungskatalogs steht auch 2024 weiterhin auf der Tagesordnung. Der laufenden Auseinandersetzung mit Forschungstrends und Nachfrageentwicklung gilt besondere Aufmerksamkeit. Der Dialog mit ausgewiesenen Wissenschaftlern und Hochschullehrern, die als Research Fellows Ausrichtung und Themenangebot von fortiss begleiten, kommt dabei vermehrtes Gewicht zu. Die Sicherung und Weiterentwicklung der Leistungsqualität und die Steigerung der Leistungs- und Kosteneffizienz sind bleibende Erfolgskriterien für eine nachhaltige Geschäftsentwicklung.

Entscheidendes Fundament der Einkommensstruktur bleibt die mittelfristig verstetigte institutionelle Förderung durch den Freistaat Bayern. Die substanzielle Beteiligung an öffentlich geförderten Programmen der Digitalisierung von Europäischer Union, Bund und Land ist ein zentrales Element vorwettbewerblicher Innovationsbeiträge.

Der Anteil von Kooperationen mit kommerziellen Partnern sollte nach schwierigen letzten Jahren wieder sukzessive erhöht werden können. Zu erwarten ist, dass die Formen der Kooperation in Forschung und Entwicklung mit industriellen Partnern in der Bandbreite zunehmen werden. Das Qualifikationsund Tätigkeitsprofil der wissenschaftlich Tätigen bei fortiss wird sich der zunehmenden Anwendungsnähe dieser Projekte entsprechend zu erweitern haben.

Die Vernetzung der Transferaktivitäten zur Stärkung domänenspezifischer Software-Engineering-Kompetenz als Digitalisierungstreiber mit Hochschulen, Multiplikatoren und Anwendungspartnern in Bayern wird 2024 weiter intensiv verfolgt werden. Die Initiative eines "Bavarian Center for Software Innovation" soll auf der Grundlage bisheriger Erfolgsmuster entschieden fortgesetzt und, wo möglich, ausgebaut werden.

Die fortiss GmbH hat sich im fordernden Umfeld der zurückliegenden Krisenjahre behauptet, ihre Ausrichtung in Forschung und Transfer gestärkt und ihr Angebot geschärft. In der Wahrnehmung seiner Zukunftschancen lebt das Institut von der Exzellenz seiner Forscherinnen und Forscher wie von der konstruktiven Begleitung durch Partner und Förderer und die verlässliche Unterstützung durch die fortiss tragenden Gesellschafter.

Die Geschäftsführung dankt allen Beteiligten: den Gesellschaftern, Partnern und Förderern, den Mitgliedern des Aufsichtsrats, den fortiss Research Fellows wie insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der fortiss GmbH, für ihre Unterstützung und ihren engagierten Einsatz im Jahr 2023.

 

München, im Mai 2024

fortiss GmbH

Die Geschäftsführung

Dr. Holger Pfeifer

Thomas Vallon

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 913.361,35 1.163.749,26
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 49.428,00 54.584,00
II. Sachanlagen 863.933,35 1.109.165,26
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 861.318,75 1.105.255,92
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.614,60 3.909,34
B. Umlaufvermögen 3.793.632,74 8.576.522,20
I. Vorräte -0,01 73.763,35
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.328.537,36 1.598.506,83
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.465.095,39 6.904.252,02
C. Rechnungsabgrenzungsposten 136.235,31 429.086,06
Summe Aktiva 4.843.229,40 10.169.357,52

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 976.553,59 1.128.569,57
I. Gezeichnetes Kapital 30.000,00 30.000,00
II. Gewinnrücklagen 748.211,94 748.211,94
III. Gewinnvortrag 350.357,63 546.324,40
IV. Jahresfehlbetrag 152.015,98 195.966,77
B. Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen 768.878,67 1.109.333,34
C. Rückstellungen 358.778,13 412.724,00
D. Verbindlichkeiten 1.522.887,21 5.879.501,31
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 1.139.617,05 5.879.501,31
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 383.270,16
E. Rechnungsabgrenzungsposten 1.216.131,80 1.639.229,30
Summe Passiva 4.843.229,40 10.169.357,52

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 9.810.157,99 10.435.833,73
2. Personalaufwand 6.702.648,73 6.681.210,21
a) Löhne und Gehälter 5.461.573,81 5.489.176,41
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.241.074,92 1.192.033,80
davon für Altersversorgung 22.850,26 11.708,00
3. Abschreibungen 357.936,89 395.790,41
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 357.936,89 395.790,41
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 2.924.475,08 3.629.432,90
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 191,56 707,50
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 38,00 425,05
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 342,27 231,86
davon sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus Abzinsung -313,83 193,86
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -23.219,00 -74.467,83
8. Ergebnis nach Steuern -151.987,98 -195.938,77
9. sonstige Steuern 28,00 28,00
10. Jahresfehlbetrag 152.015,98 195.966,77

Anhang

A. Rechnungslegungsgrundsätze

Bei der Bilanzierung und Bewertung sind im Jahresabschluss der fortiss GmbH, München

(Amtsgericht München, HRB 176633), gemäß § 15 Abs. 1 der Satzung der Gesellschaft die Vorschriften des HGB für große Kapitalgesellschaften (obwohl die Gesellschaft nach den Kriterien von § 267 HGB als mittelgroße Kapitalgesellschaft einzustufen ist) angewandt worden.

Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen ist mit den aktivierungspflichtigen Anschaffungs-/Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die Abschreibungen erfolgen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer und werden ausschließlich nach der linearen Methode vorgenommen. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer richtet sich nach den steuerlichen Vorschriften.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Herstellungskosten. Die Herstellungskosten enthalten Materialeinzelkosten und -gemeinkosten, Fertigungseinzelkosten und -gemeinkosten sowie Sonderkosten der Fertigung. Des Weiteren wurden anteilig die Gemeinkosten berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt.

Alle erkennbaren Einzelrisiken werden bei der Bewertung berücksichtigt.

Flüssige Mittel valutieren zum Nennwert.

Erhaltene Zuschüsse für Investitionen werden auf der Passivseite der Bilanz als Sonderposten ausgewiesen, soweit diese Zuschüsse für den Erwerb von Anlagevermögen eingesetzt wurden.

Der Sonderposten wird nach Maßgabe der Abschreibungen auf die mit den Zuschüssen finanzierten Anlagegüter aufgelöst.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutsche Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden in Höhe der tatsächlichen Ausgaben angesetzt.

B. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

1. Bilanz

Das Gliederungsschema der Bilanz wurde unter Bezugnahme auf § 265 Abs. 5 Satz 2 HGB zur Darstellung der bisher erhaltenen und verwendeten Investitionskostenzuschüsse auf der Passivseite um den Posten "Sonderposten aus Zuschüssen und Zuweisungen zur Finanzierung des Anlagevermögens" erweitert.

1. Anlagevermögen

Die gesondert dargestellte Entwicklung des Anlagevermögens ist integraler Bestandteil des Anhangs.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen ist ein Betrag in Höhe von EUR 99.278,29 (i. V. EUR 99.278,55) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr ausgewiesen.

3. flüssige Mittel

Die Position enthält den Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten.

4. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten überwiegend Rückstellungen für Urlaub (TEUR 21),

Rückbauverpflichtung (TEUR 93), Zinsen zur Rückbauverpflichtung (TEUR 25), Aufbewahrungspflichten (TEUR 44), Honorare für Zusatzvergütungen für Direktoren (TEUR 27), Abschlussarbeiten und Steuererklärungen (TEUR 24), Schwerbehindertenabgabe (TEUR 24), Jahresabschlussprüfung (TEUR 22), Research Fellows (TEUR 13), ausstehende Rechnungen (TEUR 39) und Betriebskosten-Nachzahlung (TEUR 27).

5. Verbindlichkeiten

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
Verbindlichkeiten aus Steuern 130.609,35 109.814,34
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 2.770,19 867,20
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 964.566,24 5.763.875,65
1.097.945,78 5.874.557,19

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

II. Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse stammen aus dem folgenden Tätigkeitsbereich:

TEUR %
Stromeinspeisung 0 0,0%
Vermietung von Stellplätzen 2 0,2%
Rückerstattung Relocation 5 0,4%
Auftragsforschung 1.048 99,3%
1.055 100,0%

Dabei wurden 88,8 % der Umsätze im Inland (TEUR 931) und 11,2 % (TEUR 117) in den USA erzielt.

2. Personalaufwand

Im Posten "Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung" sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von EUR 22.850,26,00 (i. V. EUR 11.708,00) enthalten.

3. Finanzergebnis

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betreffen in Höhe von EUR 313,83 (i. V.

EUR 193,86) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

C. Sonstige Angaben

1. Personal

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer beträgt:

Anzahl
Verwaltung 15
Wissenschaftliche Mitarbeiter 69
IT 2
Hilfskräfte 30
116

2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von TEUR 2.044.

3. Organe der Gesellschaft

Geschäftsführer sind:

Thomas Vallon (Diplom-Theologe), Grafing

Dr. Holger Pfeifer (Diplom-Informatiker), Ulm

Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:

Dr. Manfred Wolter (Ministerialdirigent), München (Vorsitzender)

Wolfgang Bauer (Ministerialdirigent), Karlsfeld (stellvertretender Vorsitzender)

Professor Dr. Raoul Klingner (Forschungsdirektor), München

Im Berichtsjahr betrugen die Bezüge der Geschäftsführer EUR 229.332,60, wobei EUR 213.184,21 auf das Gehalt und EUR 16.148,39 auf die Zusatzvergütung entfielen. Der Aufsichtsrat erhielt für seine Tätigkeit keine Vergütung.

4. Honorar für Leistungen des Abschlussprüfers

Die Honorare für Abschlussprüfungsleistungen des gesetzlichen Abschlussprüfers betrugen für das Geschäftsjahr 2023 insgesamt TEUR 22.

5. Nachtragsbericht

Wie sich der Angriff Russlands auf die Ukraine auf die weitere Geschäftsentwicklung auswirkt, kann von der Geschäftsführung zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht seriös abgeschätzt werden.

D. Ergebnisverwendung

Der Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 152.015,98 wird auf neue Rechnung vorgetragen.

 

München, im Mai 2024

fortiss GmbH

Geschäftsführung

Thomas Vallon

Dr. Holger Pfeifer

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2023

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
Stand am 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 637.811,68 28.019,50 0,00 0,00 665.831,18
II. Sachanlagen 0,00
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 573.646,08 0,00 0,00 0,00 573.646,08
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.695.782,50 76.830,52 3.997,75 14.286,00 3.762.324,77
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.909,34 2.703,01 -3.997,75 0,00 2.614,60
4.273.337,92 79.533,53 0,00 14.286,00 4.338.585,45
4.911.149,60 107.553,03 0,00 14.286,00 5.004.416,63
Kumulierte Abschreibungen
Stand am 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand am 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 583.227,68 33.175,50 0,00 616.403,18
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 303.375,08 45.283,00 0,00 348.658,08
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.860.797,58 279.478,39 14.281,95 3.125.994,02
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
3.164.172,66 324.761,39 14.281,95 3.474.652,10
3.747.400,34 357.936,89 14.281,95 4.091.055,28
Buchwerte
Stand am 01.01.2023
EUR
Stand am 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 49.428,00 54.584,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 224.988,00 270.271,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 636.330,75 834.984,92
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.614,60 3.909,34
863.933,35 1.109.165,26
913.361,35 1.163.749,26

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 26.07.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die fortiss GmbH, München

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der fortiss GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der fortiss GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise.

Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen.

Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, 31. Mai 2024

Schneider + Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Christian Seeberg, Wirtschaftsprüfer

Metka Jasper, Wirtschaftsprüferin

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