Qlar Group GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Martin Issing seit 5.9.2019 | Prokura |
Sascha Schwarzkopf seit 5.9.2019 | Prokura |
Keith Cochrane seit 26.3.2019 | Geschäftsführer |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Schenck Process GmbH (vormals: Platin 1425. GmbH)DarmstadtKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20211 Grundlagen des Konzerns Der Konzern unter der Führung der Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) wird nachfolgend als Schenck Process Gruppe bezeichnet. 1.1 Geschäftsmodell Die Schenck Process Gruppe ist ein weltweit führender Technologiekonzern im Bereich der hochwertigen Verfahrens- und Messtechnik für industrielle Prozesse. Mit hochverfügbaren und zuverlässigen Lösungen und maßgeschneiderten Dienstleistungen optimiert die Gruppe vor allem Schüttgut-Prozesse, die für sehr viele Industrien erfolgskritisch sind. Dazu liefert die Gesellschaft u.a. die verfahrenstechnischen Produkte zum Dosieren, Mischen, Zerkleinern, Filtern und Sieben, wie auch passend dazu hochentwickelte Hard- und Software zum Messen, Automatisieren und Überwachen. Zur Gruppe gehören Gesellschaften in Europa, Nord- und Südamerika, China, Indien, Australien, Japan und Südafrika. Sie bedient einen breit gefächerten Kundenstamm aus den verschiedensten Industriesektoren, z.B. Lebensmittel, Bergbau, Baustoffe und Hochleistungswerkstoffe, Chemie, Metalle und Energieerzeugung. Insgesamt verfügt die Schenck Process Gruppe weltweit über 24 Betriebsgesellschaften mit mehreren Niederlassungen. Am 16.11.2020 erwarb die Schenck Process Holding GmbH, Darmstadt, eine 100%ige Tochtergesellschaft der Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH), alle Anteile an der Baker Perkins Holdings Limited, Peterborough, Großbritannien. Infolgedessen wurden mittelbar 100% der Anteile an den Tochterunternehmen Baker Perkins Limited, Großbritannien, sowie Baker Perkins Inc., Delaware, USA, erworben. Die Schenck Process Gruppe hat die Übernahme der Solids Handling And Process Engineering Co. (SHAPE), einem Anbieter von speziellen Lösungen im Bereich Pulverhandhabung und -verarbeitung mit Sitz in Bangkok, Thailand zum 1. August 2021 abgeschlossen. SHAPE bietet Lösungen für nahezu alle Aspekte von Fertigungsprozessen und Verfahren, bei denen trockene Feststoffe verwendet werden, von der Entnahme und Handhabung von Rohstoffen über den prozessübergreifenden Transfer und die Verarbeitung in Form von Mischen, Zerkleinern und Sieben bis hin zur Abfüllung. 1.2 Organisationsstruktur Die Schenck Process Gruppe ist in Form eines regionalen Geschäfts- und Berichterstattungsmodells organisiert. Hierdurch können die Regionen selbständig, schnell und eigenverantwortlich handeln und damit flexibel auf sich verändernde lokale Kundenwünsche rasch reagieren. In dieser schlanken Struktur ist jede Region für alle Aspekte ihres Geschäfts verantwortlich, wobei innerhalb der Gruppe ein gemeinsamer Rahmen vorgegeben ist. Damit wird dem regionalen Management ein unternehmerischer Entscheidungsraum gegeben, um die Kontakte zum und die Zusammenarbeit mit dem Kunden auszubauen. Die Organisations- und Berichtsstruktur wird durch die drei Regionen Americas (Nord- und Südamerika), APAC (Asien, Indonesien und Australien) und EMEA (Deutschland, übriges Europa einschl. Russland und Afrika) abgebildet. Das wichtigste Forum des Top Managements ist das Group Leadership Team (GLT), in dem neben der Geschäftsführung (CEO und CFO) die Regionalleiter Americas, APAC und EMEA sowie der Chief Commercial Officer (CCO), der Chief Technology Officer (CTO) und der Chief Human Resources Officer (CHRO) vertreten sind. Zudem sind weitere wichtige Unterstützungsfunktionen (Corporate functions) im Corporate Center wie Forschung und Entwicklung, IT, Accounting, Controlling, HR, Legal und weitere Funktionen mit einer weltweiten Verantwortung ausgestattet. Aufgabe dieser Zentralfunktionen ist es, die Regionen durch das Erarbeiten von - wo sinnvoll - globalen Lösungen effizient zu unterstützen und sicherzustellen, dass mittels gleichgerichteter, globaler Prozesse und Methoden gesetzliche Bestimmungen sowie regulatorische Standards eingehalten werden. Im Folgenden ist die Organisations- und Berichtsstruktur zusammenfassend dargestellt:
Group Leadership Team (GLT) Innerhalb der Regionen werden die Geschäfte auf der Grundlage des Ausrüstungslebenszyklus gesteuert: Original Equipment (OE) und Aftermarket (AM). Als Teil des Original Equipment-Geschäfts wird ein breit gefächertes Spektrum von Anlagen und Lösungen entwickelt, konstruiert, gefertigt, produziert, montiert, getestet und verkauft, um den Kunden die Verarbeitung von Schüttgütern zu ermöglichen. Die von uns eingesetzten Technologien umfassen das Wiegen, die Zug- und LKW-Beladung, das Sieben, Dosieren, Filtern, Mischen, Sichten, Schleifen und Zerkleinern sowie die mechanische und pneumatische Förderung und das Trocknen. Mit der Akquisition von Baker Perkins wurde die Lösungskompetenz um Extrusion, Glasieren und Beschichten sowie Formen erweitert. Zusätzlich zu den Lösungen für die Handhabung von Schüttgütern bietet die Gruppe auch eine Reihe digitaler Lösungen an, um die industriellen und logistischen Prozesse unserer Kunden zu automatisieren und intelligente Prozesssteuerungen zu ermöglichen. Unsere Produkte und Lösungen des Original Equipment-Geschäfts helfen unseren Kunden, die Prozesseffizienz und die Nachhaltigkeit in ihren Produktionsprozessen zu verbessern. So ermöglichen beispielsweise die Produkte und Lösungen in den Infrastruktur- und Energieendmärkten den Kunden, alternative Brennstoffarten zu nutzen und damit den Einsatz traditioneller fossiler Brennstoffe wie Kohle zu reduzieren. Im Rahmen des Aftermarket-Geschäfts bietet die Gruppe für eigene Anlagen oder Anlagen Dritter ein umfassendes Spektrum von Dienstleistungen an. Hierzu zählen: Wartung, Ersatz- und Verschleißteile, Verbrauchsmaterialien, Komponenten, Reparatur, Aufarbeitung, Software und Automatisierung, Fernwartung, Zustandsüberwachung und andere Dienstleistungen. Im Allgemeinen beziehen Kunden Aftermarket-Dienstleistungen entlang von drei Lebenszyklusphasen. Während der Garantiezeit erfolgt die Installation und die Bereitstellung von Ersatzteilen für die Inbetriebnahme, die häufig bereits im Anlagenpreis enthalten sind. Während der Kernservice-Periode werden den Kunden, je nach Anlagentyp und Vertragsgestaltung, Ersatzteile und Wartungsdienstleistungen bereitgestellt. Während der verlängerten Service-Periode entscheiden sich Kunden entweder dafür, die Ausgaben für die Anlagen zu reduzieren und diese bis zur vollständigen Abnutzung zu betreiben, oder den Lebenszyklus der Anlagen durch Aufrüstung bzw. Modernisierungen zu verlängern. Der Aftermarket-Umsatz wird in erster Linie durch die Gesamtzahl der in Betrieb befindlichen Anlagen und die effektive Lebensdauer dieser Anlagen bestimmt, wobei die effektive Lebensdauer in der Regel von dem Nutzungsgrad abhängt. Darüber hinaus vermarktet die Gruppe Versandautomationssysteme der LOGiQ-Reihe, mit denen die Effizienz der Anlagenlogistikprozesse bei ein- und ausgehenden Schüttgütern gesteigert werden kann. Im Weiteren werden den Kunden aus der Industrie wegweisende Lösungen für logistische Wägesysteme und Diagnosesysteme angeboten. Das Produkt- und Leistungsangebot wird schrittweise um Funktionen aus dem Bereich "Internet of Things" (IoT) erweitert. Diese neuen digitalen Lösungen erweitern das bereits vorhandene Portfolio um weitere intelligente Steuerungen und Regelungen zur weiteren Effizienzsteigerung, Energieeinsparung sowie Emissionsreduzierung der Prozesse unserer Kunden ergänzen. Beispielhaft zeigen sich in den letzten zwei Jahren zunehmende Erfolge im Bereich von Zustandsüberwachungssystemen von Siebanlagen, die unserem Kunden helfen, ungeplante Ausfallzeiten zu vermeiden bzw. im Sinne der Verfügbarkeit Wartungseinsätze besser zu planen. 1.3 Externe Einflussfaktoren auf das Geschäftsmodell Die Schenck Process Gruppe beliefert und unterstützt ihre Kunden weltweit und ist über ein international verzweigtes Netzwerk aus Produktionsstandorten, Kompetenzzentren und Servicestützpunkten überall dort vertreten, wo es gilt, lokale Kundenbedürfnisse zufrieden zu stellen. Das Unternehmen ist in Bezug auf seine Kunden in deren wettbewerbsrelevanten Regionen tätig; zusammen mit der diversifizierten Kundenstruktur führt dies grundsätzlich zu einer geringen Abhängigkeit von einzelnen Regionen und Branchen. Die einzelnen Geschäftsbereiche verfügen über langfristige Beziehungen mit industrieführenden, weltweit tätigen Kunden. Wir beobachten, dass die Nachfrage in unseren Endmärkten von einer ganzen Reihe günstiger makroökonomischer Megatrends angetrieben wird. Dazu zählen in erster Linie (1) demografische Entwicklungen und wachsender Wohlstand, besonders in Bezug auf Lebensmittelqualität und -sicherheit, (2) Verstädterung und Infrastruktur und (3) Energie- und Kosteneffizienz sowie Nachhaltigkeit. Aufgrund des Bevölkerungswachstums und des steigenden Einkommens rechnen wir damit, dass die Nachfrage in unserem Endmarkt für Lebensmittelprodukte mit zunehmendem Bewusstsein für Lebensmittelqualität und -sicherheit profitieren wird. Besonders vorteilhaft dürften sich in diesem Markt die zunehmend strengeren Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit und -hygiene, die steigende Nachfrage nach Premium-Heimtiernahrung und das Wachstum verwandter Sektoren, wie alternative Proteine, auswirken. Im Markt der Bergbauprodukte und, in geringerem Umfang, in den Endmärkten für Chemie und Kunststoffe, sind wir überzeugt, dass die zunehmenden Urbanisierungs- und damit einhergehenden Infrastrukturentwicklungen eine wachsende Nachfrage nach unseren Produkten erzeugen wird. Es ist zudem davon auszugehen, dass insbesondere unsere Umsätze im Endmarkt für Bergbauprodukte von der steigenden Nachfrage nach Seltenerdmineralen, dem Ausbau vorhandener Eisenerz-Anlagen (brownfield expansion) und den Modernisierungsinitiativen vieler Bergbaukunden profitieren werden. Am Endmarkt für Chemikalien und Kunststoffe dürfte die Nachfrage durch das Wachstum in der Kreislaufwirtschaft sowie in bestimmten Marktnischen, einschließlich Recycling und Klebstoffe, angetrieben werden. Insgesamt erwarten wir, dass der verstärkte Fokus der Kunden auf Energieeffizienz, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit die Nachfrage nach unseren effizienten Produkten und Lösungen in allen Endmärkten, in denen wir tätig sind, steigern wird. Ein gutes Beispiel ist die laufende "grüne" Modernisierung von Zementwerken. In allen Endmärkten besteht unser Ziel darin, die Effizienz unserer Produkte zu verbessern und umweltfreundliche Modernisierungsprojekte zu unterstützen. Diese makroökonomischen Megatrends bieten uns eine solide Wachstumsgrundlage für das zukünftige Wachstum der Gruppe. Die COVID-19-Pandemie hatte insbesondere im Jahr 2020 erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Zu den Bemühungen des öffentlichen Gesundheitswesens, die Auswirkungen der Pandemie einzudämmen, gehören bis heute staatliche Maßnahmen wie u. a. Reisebeschränkungen, Beschränkungen für öffentliche Versammlungen, die Anordnung von Ausgangssperren und Zwangsschließungen. Im Gegensatz zum Geschäftsjahr 2020 hatte dieses Zusammenspiel keine erheblichen Auswirkungen auf die Ergebnis Situation im Geschäftsjahr 2021. Die Auswirkungen der Covid-19- Pandemie im Jahr 2021 waren regional geprägt, so wurde insbesondere die Region APAC mit den Ländern Indien und Australien nachteilig betroffen, hingegen war die Region Americas weniger beeinträchtigt. Im Rahmen der COVID-19-Pandemie hat die Schenck Process Gruppe im Geschäftsjahr 2021 nahezu keine staatlichen Hilfen in Anspruch genommen. 1.4 Forschung und Entwicklung Die Schenck Process Gruppe bedient ein weit gefächertes Netzwerk von Kunden verschiedener Größe, Industrien und regionaler Verteilung - mit Schwerpunkt auf den Lebensmittel- und Bergbaumärkten. Diese Kunden stellen hohe Ansprüche an unsere Produkte und legen vermehrt Wert auf intelligente Lösungen, die ihnen helfen, Rohmaterial- und Energiekosten sowie Emissionen (z. B. CO 2, NOx und SOx) zu minimieren und die Einflüsse auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Deshalb ist für Schenck Process die strategische Zielsetzung, in den verschiedenen Kompetenzzentren der Länder bzw. Regionen herausragende, kundenspezifische und energieeffiziente Produkte und Lösungen zu entwickeln. Alle Entwicklungsaktivitäten werden zentral gesteuert und koordiniert. Im Geschäftsjahr 2021 hat die Schenck Process Gruppe den Entwicklungsfokus auf die Bereiche von smarten, digitalen Prozessanwendungen mit intelligenten Algorithmen nochmals verstärkt. Im Oktober 2021 ging CONiQ® Cloud als skalierbare IoT Plattform für Prozessapplikationen online - eine Lösung auf AWS (Amazon Web Service) Basis, die weltweit genutzt werden wird. In den Bereichen Siebtechnik und pneumatische Förderung wurden erste Kundensysteme hiermit verbunden und entsprechende digitale Ergänzungen und Service Leistungen für die Prozesse unserer Kunden zur Verfügung gestellt. Im Laufe des Jahres wurden die Grundlagen für weitere intelligente Algorithmen erarbeitet, um die nächsten wesentlichen Prozesstechnologien zu unterstützten. Erhebliche Entwicklungsleistungen erfolgten auch am neuen CONIQ® Control-System (erstmalig dem Markt im Jahr 2020 präsentiert). Es handelt sich dabei um ein innovatives, flexibles und benutzerfreundliches Steuerungssystem, welches für eine Vielzahl von industriellen Wiegeanwendungen geeignet ist. Mit der Einführung von weiteren Hardware- und Software Varianten deckt Schenck Process Applikationen auf Basis einer vereinheitlichten Hard- und Software-Plattform ab. CONiQ® Control bietet dabei eine benutzergeführte Bedienoberfläche, die flexibel am Gerät selbst oder mit mobilen Zusatzgeräten (Tablets / Smartphones) einfach zu bedienen sind. Auch dies unterstützt unsere Kunden dabei, ihre Produktions- und Wiegeprozesse effizienter zu gestalten. In der ersten Jahreshälfte 2021 wurde zur optimierten Rohstoffgewinnung in Südamerika ein innovatives Siebsystem mit elliptischem Schwingungsverhalten erfolgreich beim Kunden getestet. Zielsetzung der neuen Technologie ist es, eine deutlich verbesserte Klassifikationsleistung von Schüttgütern mit extrem unterschiedlichen Feuchtegraden zu erreichen. Insbesondere mit Blick auf die Nahrungsmitteindustrie hat die Schenck Process Gruppe ihre Entwicklungsleistungen in Europa und Nordamerika ausgebaut. So wurden weitere Systeme, Produkte und Komponenten in beiden Regionen lokalisiert, an entsprechende Hygiene-Standards angepasst, sowie um smarte / intelligente Steuerungssysteme zur materialschonenden und energiesparenden Behandlung ergänzt. Die Gruppe hat im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 16,9 Mio. € (Vorjahr: 18,3 Mio. €) getätigt. Davon wurden Entwicklungskosten in Höhe von 9,7 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €) als immaterielle Vermögenswerte aktiviert. Die Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte betrugen 7,4 Mio. € (Vorjahr: 9,5 Mio. €) und die Abschreibungen auf Sachanlagen betrugen 0,7 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €). Die Summe der zahlungswirksamen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen betrug 2,5% (Vorjahr: 2,6%) des Umsatzes.
1) Zahlungswirksame Aufwendungen für F+E = erfolgswirksam erfasste F+E-Kosten einschl. Aktivierung abzüglich der gesamten Abschreibungen. 1.5 Unternehmenssteuerung Als bedeutsamste Steuerungsgrößen der Geschäftsaktivitäten dienen erhaltene Kundenaufträge (als "Auftragseingang" bezeichnet), der Umsatz, das Betriebsergebnis "Bereinigtes EBITDA", die bereinigte EBITDA Marge sowie die Liquiditätskennzahl "Free Cashflow". Die um Sondereinflüsse, Ertragsteuern, Zinsen, Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögensgegenstände bereinigte Darstellung des Betriebsergebnisses zeigt die operative Leistung des Unternehmens. Der Free Cashflow definiert sich als Mittelzufluss oder Mittelabfluss aus betrieblicher Tätigkeit und Investitionstätigkeit nach Steuern, aber vor Finanzierungstätigkeit und M&A Aktivitäten. Die Steuerung der Geschäftsaktivitäten erfolgt über die beschriebenen Finanzkennzahlen hinaus noch nach dem Working Capital im Verhältnis zum Umsatz sowie den weiteren nicht-finanziellen Kennzahlen Unfallhäufigkeit (LTIFR; Lost Time Injury Frequency Rate), Reklamationsquote (CCR; Customer Complaint Ratio), Liefertreue (OTD; On Time Delivery) sowie Umsatzerlöse je Mitarbeiter der letzten 12 Monate (LTM-Sales per Head). 1.6 Umwelt-, Sozial- und Unternehmungsführungskriterien (Corporate Governance) Für die Schenck Process Gruppe als ein international agierender Konzern, der eine Vielzahl von Produkten und Lösungen für vielfältige Märkte und Industrien anbietet, ist es selbstverständlich, auch einen positiven gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Umwelt-, Sozial- und Corporate Governance-Aspekte (ESG) sind sowohl für die Gruppe selbst als auch deren Eigentümer Blackstone von hoher Bedeutung, da sie einen wesentlichen Beitrag zu langfristiger und nachhaltiger Wertschaffung leisten können. Bei der Umsetzung der Geschäftstätigkeit legt die Gruppe Wert auf ethisch korrekte Praktiken, die Einhaltung der Menschenrechte und der lokalen Gesetze. Wir wollen auf positive Weise mit direkt und indirekt mit dem Unternehmen verbundenen sozialen Gruppen zusammenwirken und die Interessen in den Bereichen Sicherheit, Umweltschutz und soziale Verantwortung beachten. Die Schenck Process Gruppe hat sich verpflichtet, auch selbst einen aktiven Beitrag zu den 17 von den Vereinten Nationen definierten "Sustainable Development Goals" zu leisten. Die von der Schenck Process Gruppe angebotenen technischen Lösungen und Services tragen zu optimierten Produktionsprozessen und zur Reduzierung der Abfälle und des Energieverbrauchs bei und können damit einen Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft leisten. Darüber hinaus fördern wir gezielt lokale und globale Aktivitäten, um die Einhaltung von Umwelt, Sozial- und Corporate Governance-Kriterien zu gewährleisten. Die Gruppe berücksichtigt bei der Gestaltung, Entwicklung und Herstellung ihrer Produkte die Auswirkung auf die Umwelt und engagiert sich insbesondere für Verbesserungen und Neuerungen, die zu einer Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen bei der eigenen Produktion wie auch im Regeleinsatz bei ihren Kunden führen. Im Juli 2021 wurde ein Self Assessment zum Thema ESG mithilfe eines spezialisierten Beraterteams und dem Top Management durchgeführt. Es wurden insgesamt 19 interne Interviews sowie zwei Management Workshops durchgeführt. Verschiedene Schwerpunktbereiche wurden identifiziert und deren aktueller Entwicklungsstand in der Schenck Process Gruppe mit führenden Unternehmen im Bereich ESG abgeglichen. Hierdurch wurden zu priorisierende Entwicklungsfelder und Maßnahmen definiert, die den verschiedenen Verantwortungsträgern des Managements zur mittelfristigen Umsetzung und Weiterentwicklung zugeordnet wurden. Darüber hinaus wurden auch die Kernpunkte der diversen ESG Richtlinien, die zu erwartende weitere Entwicklung und Auswirkung auf den Unternehmenserfolg im Management in diesen Workshops dargestellt und mit dem Management diskutiert. Arbeitssicherheit hat oberste Priorität bei der Unternehmenstätigkeit, weiterführende Informationen sind in Kapitel 3.4 aufgeführt. Die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter stehen bei allen Sitzungen des Managements und des Beirats auf der Tagesordnung. Der Fokus der Schenck Process Gruppe liegt klar auf der Prävention von Arbeitsunfällen mit dem Ziel "Null Arbeitsunfälle". In den seltenen Fällen von Arbeitsunfällen werden diese sorgfältig untersucht und die entsprechenden Prozesse geprüft, um sicherzustellen, dass erforderliche Verbesserungen an den Prozessen ausgeführt werden. Die Schenck Process Gruppe setzt sich gezielt auch für soziale Themen in den jeweiligen umliegenden Gemeinschaften ihrer Niederlassungen ein. Die daraus entstehenden Aktivitäten werden stets sowohl von unseren Arbeitnehmern als auch vom Unternehmen unterstützt. Beispiele hierfür sind:
Die Gruppe hat darüber hinaus klar strukturierte Regeln zur Unternehmensführung (Corporate Governance), die sich, soweit anwendbar, an den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex orientieren. Die Tätigkeit der Geschäftsführung wird von einem freiwillig gebildeten Beirat auf Ebene der Schenck Process Holding GmbH, der sich aus Vertretern der Gesellschafter sowie unabhängigen Experten zusammensetzt, beratend begleitet. Der Beirat tagte in 2021 11-mal und behandelt dabei operative und strategische Themen. Der Beirat hat zwei Ausschüsse gebildet, einen Prüfungsausschuss (Audit Committee) und einen Vergütungsausschuss (Remuneration Committee). Der Prüfungsausschuss unterstützt bei der Überwachung der Prozesse des Rechnungswesens und der Abschlusserstellung und wird unabhängig von Wirtschaftsprüfung und Innenrevision informiert. Der Vergütungsausschuss befasst sich mit der Vergütung der oberen Führungskräfte sowie den Grundsätzen der variablen Vergütung im Unternehmen. 2 Wirtschaftsbericht a. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Schenck Process Gruppe als weltweit aktiver Technologiekonzern sieht das Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP), das vom Internationalen Währungsfonds (IWF) berichtet wird, als wesentlichen Referenzwert für die eigene Entwicklung an. Die Erholung der Weltwirtschaft von der Coronavirus-Krise setzt sich zwar fort, verliert aber seit der zweiten Jahreshälfte 2021 an Kraft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat für 2021 ein weltweites Wachstum von 5,9 Prozent angegeben. Insgesamt haben sich die Risiken für die wirtschaftlichen Perspektiven erhöht u.a. durch die merklichen Lieferkettenprobleme und die anziehende Inflation. In vielen Entwicklungsländern verhindert die Pandemie eine Rückkehr zur Normalität. Der Ausblick für ärmere Staaten hat sich deshalb deutlich eingetrübt. Der IWF warnt vor großen Unterschieden bei der Erholung der Konjunktur. Das liegt vor allem am Impffortschritt und den Staatshilfen für Unternehmen und Haushalte. In reicheren Ländern sind bereits rund 60 - 80 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid19 geimpft, in ärmeren Staaten dagegen weniger als 10 Prozent. Im Coronajahr 2020 war die Weltwirtschaft um 3,5 Prozent geschrumpft. Für 2021 sind vor allem die Perspektiven für die USA und die EU mittlerweile weniger optimistisch als zu Beginn des Jahres eingeschätzt. Anhaltende Covid-19-Effekte und Lieferengpässe, etwa bei Halbleitern, waren eine Hauptursache dafür, die fast alle Länder betrafen.
1) Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, Quelle: Internationaler Währungsfonds (Januar 2022) 2.2 Branchenentwicklung nach Regionen Neben den aktuellen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben industriespezifische Entwicklungen einen Einfluss auf die verschiedenen Regionen, die im Folgenden näher beleuchtet werden. Americas (Nord- und Südamerika) Die COVID-19-Pandemie wirkte sich auch im Jahr 2021 noch negativ aus, dies insbesondere auf die Lieferketten mit einem deutlichen Rückgang bei einigen Materialien wie z. B. Stahl. Die Märkte selbst erholten sich jedoch im Laufe des Jahres. Die Nachfrage nach Heimtierfutter und die Nachfrage nach alternativen Proteinen war weiterhin stabil. Andere Lebensmittelanwendungen stiegen über das Niveau vor der Krise. Die Baustoffindustrie verzeichnete einen starken Aufschwung, da ein breites Spektrum von Industrie-Materialien benötigt wurden, um den Anforderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung gerecht zu werden. Auf den Rohstoffmärkten, insbesondere in Südamerika und Kanada, war im Jahr 2021 eine ermutigende Wirtschaftstätigkeit zu verzeichnen, insbesondere im Hinblick auf den Abbau von Metallerzen, einschließlich Kupfer und Gold und die Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen, für die die Nachfrage gestiegen ist. Der Bausektor verzeichnete in letzter Zeit einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität mit privaten und öffentlichen Infrastrukturinvestitionen. Die Nachfrage nach Prozesslösungen im Energiesektor in Nordamerika erholte sich leicht. Das Aftermarket-Geschäft in Americas hat sich stark erholt und übertrifft die Geschäftsjahre 2019 und auch 2020. Dies steht im Einklang mit der allgemeinen Erholung in Americas insbesondere in Nordamerika. APAC (Australien, China, Indien, übriges Asien) Ähnlich wie andere Regionen und Industrien war auch APAC im Jahr 2021 deutlich von der COVID19-Pandemie beeinflusst. Während des gesamten Jahres 2021 waren mehrere Teilregionen von Lockdowns betroffen, um die Ausbreitung der COVID19-Delta-Variante einzudämmen. In APAC, insbesondere in Australien, profitiert die Gruppe weiterhin von den hohen Rohstoffpreisen (Eisenerz), da die lokalen Bergbauunternehmen weiterhin große Mengen produzieren. Die Gruppe bleibt im Rohstoffsektor der Region (insbesondere Eisenerz) gut positioniert. Das Bergbaugeschäft behauptete seine starke Position in APAC im Jahr 2021. Allerdings belastete die anhaltende COVID-19-Pandemie die Geschäftstätigkeit dennoch merklich, was sich in rückläufigen Umsätzen niederschlug. Der gute Auftragseingang und -bestand weist jedoch auf eine Erholung im Folgejahr hin. Chinas inländischer Zementsektor blieb insgesamt stabil. Der Rückgang beim Bau neuer Anlagen wurde durch Erweiterungen existierender Kapazitäten (brownfield) und Modernisierungen ausgeglichen, bei denen der Schwerpunkt auf der Senkung von Emissionen und der Verwendung alternativer Brennstoffe lag. Der indische Markt hat sich von den harten Abriegelungsmaßnahmen Anfang 2021 erholt, was zu einer guten Auftragslage in unseren wichtigsten Branchen führte. Im Stahlsektor in APAC setzten sich die in den vergangenen Jahren beobachteten Trends fort. Überkapazitäten in China wurden kontinuierlich angepasst, während in Indien die Investitionsbereitschaft aufgrund lokaler Entwicklungen und Regierungsinitiativen, trotz der Auswirkungen der COVID19-Pandemie hoch blieb. In der APAC-Region setzte sich das Wachstum des Endmarktes für Lebensmittel fort, und dies wird sich auch in Zukunft fortsetzen, da die Region fast die Hälfte der Weltbevölkerung umfasst. Wie im Vorjahr erwies sich das Aftermarket-Geschäft insgesamt als widerstandsfähig. Aufgrund der außergewöhnlich hohen Rohstoffpreise (Eisenerz) verlängerten die Kunden jedoch ihre Maschinenlaufzeiten, was sich bis Juni 2021 sehr nachteilig für unser Ersatzteil- und Servicegeschäft auswirkte. Darüber hinaus wurde die APAC-Region, ähnlich wie andere Teile der Welt, durch eine überlastete Lieferkette beeinträchtigt. EMEA (Deutschland, übriges Europa einschl. Russland und Afrika) Das rezessive Umfeld in EMEA, welches sich Ende 2019 bereits mehrere Monate vor der COVID19- Pandemie abzeichnete, führte in der Eurozone im Jahr 2020 zu einem weiteren Rückgang des GDP. Anfang 2021 erholte sich der Markt. Diese positive Entwicklung führte zu einem starken Anstieg des Neugeschäfts im Chemiemarkt der Region EMEA, v.a. getrieben durch eine starke Nachfrage in den Bereichen E-Mobilität, Recycling und verbrauchernahe Produkte. Im Bereich Stahl und Zement erfordern CO 2 Reduktionsmaßnahmen Umstellungen auf alternative Brennstoffe, was aktuell zu einem starken Nachfrageanstieg in der Eurozone führt. Der Lebensmittelbereich zeigt sich weiterhin stabil mit Zuwächsen in den Bereichen Tierfutter sowie veganer Ernährung. Regional zeigen sich Geschäftserholungen vor allem in der Eurozone, Russland sowie Afrika, während sich der UK Markt, bedingt durch die Brexit Folgen, etwas schwächer entwickelt. Das Aftermarket-Geschäft in EMEA wurde durch die COVID19-Pandemie stark beeinträchtigt. Aufgrund der Reiseverbote in Europa und auf internationaler Ebene war es für die Serviceteams nicht möglich beim Kunden vor Ort tätig zu sein, was zu einem starken Rückgang der Service-Umsätze führte. EMEA verfügt über eine starke installierte Anlagenbasis, vor allem in der Zement- und Stahlindustrie. Diese Industrien wurden aufgrund geringerer Produktionsvolumina und damit geringerer allgemeiner Instandhaltungsaufgaben beeinträchtigt. Im Verlauf des Jahres 2021 wurden die Produktionsmengen jedoch gesteigert und in der zweiten Jahreshälfte konnte eine moderate Erholung speziell in den Bereichen Ersatzteile und Umbauten verzeichnet werden. 2.3 Wettbewerbssituation und Markstellung Die Schenck Process Gruppe ist auf wettbewerbsintensiven Märkten tätig. In jeder der Geschäftsregionen konkurriert die Gruppe mit einer Vielzahl von Unternehmen unterschiedlicher Größe, von lokalen oder regionalen Unternehmen, die sich auf bestimmte Produktlinien oder Services konzentrieren, bis hin zu multinationalen Konzernen, die auch Gesamtlösungen anbieten. Das Leistungsspektrum der Gruppe reicht von der Lieferung von Produkten bis hin zu Realisierung von umfangreichen Prozesslösungen. Dies wird ergänzt durch ein umfangreiches Aftermarket-Angebot, das von Ersatzteilen, über Verbrauchsstoffe bis hin zu Wartungsservice reicht. Die regelmäßigen und vielfältigen Kundenkontakte des weltweiten Aftermarket-Geschäftes ermöglichen es der Gruppe, Trends und Kundenbedürfnisse in den lokalen Märkten besser zu antizipieren. Mit diesem Wissen können die von uns angebotenen Anlagen weiter von den Angeboten der Wettbewerber differenziert werden. Ebenso erlauben diese weitgehend Kenntnisse, Service, Verbrauchsmaterial- und Ersatzteilgeschäft für Anlagen von Drittanbietern auszubauen. Das Geschäftsmodell der Gruppe hat sich auch während der Pandemie als im Wesentlichen robust erwiesen, lediglich das mit Reisetätigkeit verbundene Service-Geschäft geriet durch die Lockdowns und Grenzschließungen deutlich unter Druck. Insgesamt hat sich die Gruppe jedoch rasch von den Folgen der Pandemie erholt, sodass bereits zur Mitte 2021 ein Umsatzniveau über dem Vor-Pandemiejahr 2019 erreicht wurde. 2.4 Geschäftsverlauf 2.4.1 Überblick Schenck Process Gruppe Im Folgenden wird die Entwicklung der wesentlichen operativen und weiteren Kennziffern (KPIs) der Schenck Process Gruppe für 2020 und 2021 dargestellt. Die Ergebnisgröße EBITDA, einschließlich der Ergebniseffekte aus Akquisitionen, wird dabei um die in der Darstellung der Ertragslage erläuterten Sondereinflüsse bereinigt wiedergegeben (bereinigtes EBITDA). Die Ertragslage im Geschäftsjahr 2021 wurde durch Fremdwährungseffekte negativ beeinflusst, da die globalen Währungen mehrheitlich im Jahresdurchschnitt gegenüber dem Euro abgewertet haben. Weiterführende Erläuterungen finden sich in den folgenden Abschnitten.
1) bereinigtes EBITDA = bereinigtes Konzernjahresergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (inkl. Akquisitionen) 2) Working Capital = Vorratsvermögen zzgl. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzgl. bestimmter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die aus der Bilanzierung von Factoring entstehen (Continuing Involvement), zzgl. Vertragsvermögenswerte sowie abzgl. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten und erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen. 3) Net financial debt = langfristige Anleiheverbindlichkeiten zzgl. langfristige Leasingverbindlichkeiten, sonstige langfristige Finanzverbindlichkeiten, langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, kurzfristige Leasingverbindlichkeiten, kurzfristige Verbindlichkeiten aus Factoring, kurzfristige Finanzverbindlichkeiten aus Devisentermingeschäften, sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten und abzgl. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. 4) Mitarbeiteranzahl nach Köpfen zum Bilanzstichtag Im Vorjahr wurde, auf Basis eines Auftragsbestands auf Rekordniveau, für 2021 mit einem Anstieg des Auftragseingangs, einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen sowie beim bereinigten EBITDA im hohen einstelligen Prozentbereich gerechnet. Die tatsächliche Entwicklung übertraf diese Annahmen. Der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2021 stieg um 57,1% (währungs- und akquisitionsbereinigt 49,0%) und die Umsatzerlöse um 27,2% (währungs- und akquisitionsbereinigt:19,1%) gegenüber dem Vorjahr. Diese positive Entwicklung war auf schneller als erwartet eintretende Auf- und Nachholeffekte bei der Kundennachfrage in der Mehrzahl unserer Märkte sowie auf einige bedeutende Vertragsabschlüsse, insbesondere im Bereich Tiernahrung, zurückzuführen. 1"Währungs- und akquisitionsbereinigt" heißt: ohne die Akquisition und ohne Anpassung des Wechselkurses des Vorjahres an den durchschnittlichen Wechselkurs des Jahres 2021. 2.4.2 Auftragseingang und -bestand nach Regionen und Geschäftsarten Nachstehend wird die Entwicklung der Auftragseingänge sowie des Auftragsbestands für die Geschäftsjahre 2020 und 2021 dargestellt. Dabei erfolgt eine Unterteilung in die Regionen und Geschäftsarten.
Der Auftragseingang nach Geschäftsarten erhöhte sich im Jahr 2021 im Bereich Original Equipment deutlich um 95,4% und im Bereich des Aftermarket um 14,6%. Der Anteil des Auftragseingangs in den beiden strategischen Wachstumsbereichen Lebensmittel und Bergbau an den gesamten neuen Aufträgen betrug im Berichtsjahr knapp 58%, gegenüber 53% im Vorjahr. Auf Basis konstanter Wechselkurse und ohne Berücksichtigung der Akquisition von Baker Perkins und Schenck Process Thailand legten die neu gewonnenen Aufträge in den Bereichen Original Equipment und Aftermarket um 85,3% bzw. 9,4% zu. Die Akquisitionen trugen dazu bei, das Volumen der neuen Aufträge im Geschäft mit Original Equipment wechselkursbereinigt um 45,2 Mio. € und im Aftermarket-Geschäft um 14,7 Mio. € zu erhöhen. Die Region Americas konnte im Berichtsjahr einen erheblichen Zuwachs beim Auftragseingang verzeichnen. Dies war neben Akquisitionseffekten auch auf Folgeaufträge im Rahmen zweier bereits im Vorjahr gestarteter Großprojekte in der US-Tiernahrungsmittelindustrie zurückzuführen. Positiv beigetragen hat zudem die Wiederbelebung unseres Original Equipment-Geschäfts in Brasilien. Der Aufholeffekt in der Region EMEA war aufgrund des COVID19-bedingten Nachfrageinbruchs des Vorjahres, auch ohne Berücksichtigung von Akquisitionen, insbesondere im Bereich Original Equipment deutlich. Hiervon profitierte besonders die Auftragsentwicklung aus der Kunststoff- und Chemieindustrie. In der APAC-Region war die Erholung weniger ausgeprägt, zumal die Markterholung in China im Vorjahr bereits früher als in anderen Märkten einsetzte. In Australien war das Geschäft zum einen durch die pandemiebedingten Lockdowns belastet und zusätzlich haben Kunden in der Bergbauindustrie aufgrund des Preisbooms an den Rohstoffmärkten die Laufzeiten ihrer Anlagen im laufenden Jahr verlängert und damit Wartungsaufträge verschoben. Unser Geschäft in Indien profitierte dagegen im Berichtsjahr von einem deutlichen Zuwachs bei den Aufträgen im Neuanlagengeschäft.
Der Auftragsbestand mit Drittkunden erhöhte sich um 76,3% (wechselkursbereinigt: 65,6%); maßgeblich für den Anstieg waren hierbei insbesondere die oben bereits beschriebenen, weiteren Auftragseingänge für Großprojekte in den USA und die Bestellungen für Neuanlagen in Indien, die überwiegend ab 2022 und 2023 zu Umsatzerlösen führen werden. Die im Berichtsjahr akquirierte Schenck Process Thailand wies am Jahresende einen Auftragsbestand von 0,8 Mio. € innerhalb der Region APAC aus. Für die Geschäftsjahre 2020 und 2021 ist der Auftragsbestand nach den Geschäftsarten Original Equipment und Aftermarket nachstehend dargestellt.
2.4.3 Umsatzerlöse nach Regionen und Geschäftsarten
Insgesamt stiegen die Umsatzerlöse der Gruppe um 161,0 Mio. € (27,2%) auf 752,6 Mio. €, davon Baker Perkins 61,7 Mio. € (Vorjahr: 6,9 Mio. €) und Schenck Process Thailand 0,7 Mio. €. Die Umsätze von Baker Perkins entfielen mit 20,6 Mio. € (Vorjahr: 3,9 Mio. €) auf die Region Americas und mit 41,1 Mio. € (Vorjahr: 3,0 Mio. €) auf die EMEA-Region. Die Umsätze von Baker Perkins beziehen sich erstmalig auf ein volles Geschäftsjahr. Währungs- und akquisitionsbereinigt stieg der Umsatz um 19,1% gegenüber 2020. Die um 44,0% (wechselkursbereinigt: 49,0%) erheblich gesteigerte Umsatztätigkeit in der Region Americas wurde im Berichtsjahr neben Akquisitionseffekten durch die Großprojekte im Bereich Tiernahrung geprägt, für die wir bereits im Vorjahr erste wesentliche Teilaufträge erhalten hatten. Das Bergbaugeschäft insbesondere in Südamerika konnte nach den pandemiebedingten Rückgängen des Vorjahres erheblich zulegen, während sich das Geschäft mit Chemie- und Kunststoffproduzenten umsatzseitig verhalten positiv entwickelt hat und das Kundensegment Energie & Infrastruktur leicht rückläufige Erlöse aufwies. In der Region APAC waren die Umsatzerlöse mit -1,9% (wechselkursbereinigt: -4,2%) leicht rückläufig. Dies lag einerseits an den im Vorjahr früh eintretenden Aufholeffekten im chinesischen Markt, die in Verbindung mit der stabilen Nachfrage der australischen Bergbauindustrie für eine recht hohe Vergleichsbasis gesorgt hatten. Andererseits war das Berichtsjahr in Indien von weitreichenden, COVID-19-bedingten Betriebsstillständen geprägt, in deren Folge im Frühjahr landesweite Störungen in den Lieferketten auftraten, die auch unsere Umsatztätigkeit bremsten. Zudem mussten wir im 2. Halbjahr in unserem australischen Geschäft eine schwächere Entwicklung verzeichnen, da die großen Minenbetreiber ihre Instandhaltungszyklen verlängert haben, um weiterhin an den hohen Rohstoffpreisen zu partizipieren. Der Umsatz mit Dritten der Region EMEA ist im Berichtsjahr um 41,6% (wechselkursbereinigt: 40,1%) deutlich angestiegen. Dies war, wie oben beschrieben, zum größeren Teil auf die erstmalig ganzjährige Einbeziehung von Baker Perkins zurückzuführen. Daneben konnte eine spürbare Erhöhung der Umsätze im Kundensegment Energie & Infrastruktur sowie mit der Nahrungsmittel produzierenden Industrie erzielt werden, während der Anstieg im Markt Chemie & Kunststoffe wie in Nordamerika vergleichsweise gering war.
Der Umsatz von Original Equipment stieg um 49,6 % von 298,3 Mio. € in 2020 auf 446,3 Mio. € in 2021. Auf währungs- und akquisitionsbereinigter Basis betrug der Zuwachs 38,5%. Größter einzelner Treiber des Anstiegs sind die bereits erwähnten großen Tierfutterwerke in den USA, die wir gegenwärtig ausrüsten. Die wieder höhere Investitionsneigung der Kunden führte aber auch in anderen wichtigen Märkten, mit Ausnahme Australiens und Südafrikas, zu teils deutlichen Umsatzsteigerungen bei Neuanlagen. Das AM-Geschäft ist im Geschäftsjahr 2021 um 4,5% gestiegen (währungs- und akquisitionsbereinigt: -0,4%). Auch im abgelaufenen Jahr haben pandemiebedingte Reisebeschränkungen, die beispielsweise in China und Australien auch den inländischen Reiseverkehr zeitweise betrafen, eine stärkere Erholung des Aftermarket-Umsatzes verhindert. Dazu trug auch die oben bereits beschriebene, temporär reduzierte Nachfrage der australischen Bergbauindustrie bei. In der EMEA-Region stand der Erholung des Aftermarket-Umsatzes in Europa ein Rückgang in Südafrika gegenüber, da das Vorjahr hier durch einen großen Einzelauftrag geprägt war. Die Umsätze nach Geschäftsarten wurden wie folgt durch die Akquisitionen beeinflusst: Im Bereich Original Equipment erhöhten die Baker Perkins Gesellschaften den Umsatz um 42,4 Mio. € (Vorjahr: 2,8 Mio. €) und die im Berichtsjahr erworbene Schenck Process Thailand um 0,7 Mio. €. Im Aftermarket betrugen die entsprechenden Werte 19,3 Mio. € (Vorjahr: 4,0 Mio. €) sowie unter 0,1 Mio. €. Ohne die Akquisitionen beliefen sich die Umsätze nach Geschäftsarten der Schenck Process Gruppe auf 405,0 Mio. € im Bereich Original Equipment und auf 288,8 Mio. € im Aftermarket-Geschäft. 2.4.4 Wesentliche Veränderungen Effizienz-Programm Die Schenck Process Gruppe hat Kosteneinsparungsmaßnahmen mit dem Schwerpunkt auf strukturellen Verbesserungen und einer Konsolidierung unserer Produktionsstandorte durchgeführt. Das im Dezember 2020 gestartete Restrukturierungsprogramm, das eine Neugestaltung der EMEA Region vorsieht, schreitet planmäßig voran. Es ist darüber hinaus in allen Regionen vorgesehen, Möglichkeiten für Kosteneinsparungen durch die systematische Optimierung der Geschäftsprozesse sowie die Optimierung und Konsolidierung der Lieferkette zu erzielen. Hierzu wird unter anderem das bestehende Enterprise Ressource Management-System schrittweise durch SAP S/4HANA ersetzt. Im Laufe des Jahres 2021 wurde intensiv an der System-Entwicklung gearbeitet, und wir gehen davon aus, dass das System im Frühjahr 2022 an den ersten Standorten in Betrieb genommen werden kann. Die Schenck Process Gruppe ist davon überzeugt, dass sich Wettbewerbsvorteile durch Innovation und Digitalisierung erzielen lassen und richtet hierzu ihre Entwicklungs-Aktivitäten auf die Stärkung des Produktportfolios im Bereich Lebensmittel, Bergbau und Digitaltechnik. Des Weiteren steht die Stärkung der Präsenz im Markt für (Tier-)Lebensmittel und die Nutzung von Synergien aus dem Erwerb der Baker Perkins (Akquisition im November 2020) im strategischen Fokus. Weitere Pläne zur Kostensenkung sind in der Ausarbeitung, wie z.B. die Fortführung des Technologie- und Wissenstransfers nach Indien. Mit der Akquisition von SHAPE in Thailand wurde ein Anbieter von Lösungen für die Handhabung und Verarbeitung von Pulver in der Lebensmittel- und Feinchemieindustrie erworben. Das Unternehmen bringt Fertigungs- und Prozesskompetenz für trockene Feststoffe, mehr als 20 Jahre Erfahrung sowie eine etablierte Marktposition in den Konzern ein. SHAPE bildet für die Gruppe die geeignete Wachstumsplattform für den Ausbau der Aktivitäten im Lebensmittelmarkt in der Region APAC. Das Unternehmen hat 60 Mitarbeiter am Hauptsitz in Bangkok, Thailand. Die Akquisition wurde am 1. August 2022 abgeschlossen und aus dem operativen Cashflow der Gruppe finanziert. 3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 3.1 Ertragslage Das Management bereinigt Sondereinflüsse, um eine Vergleichbarkeit der Jahresergebnisse sicher zu stellen. Im Geschäftsjahr 2021 stieg das bereinigte EBITDA auf 121,4 Mio. € (Vorjahr: 91,4 Mio. €), dies entspricht einer Zunahme von 32,9%. Ohne Wechselkursänderungen läge der Anstieg bei 32,7%, was insbesondere auf den im Jahresdurchschnitt niedriger notierenden US-Dollar zurückzuführen ist. Im Folgenden wird das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 dargestellt.
Personal/Abfindungen/Restrukturierung Die Abfindungs- und Restrukturierungsaufwendungen wiesen im Berichtsjahr einen positiven Saldo auf. Dies war auf geringer als im Vorjahr erwartete Kosten im Rahmen der Anpassung der Fertigungsstruktur und Vertriebsorganisation in Deutschland zurückzuführen; demzufolge konnten hier Rückstellungen aufgelöst werden. Dem standen nur geringere Belastungen aus Reorganisationsmaßnahmen des laufenden Jahres gegenüber, die vornehmlich die Bereiche Vertrieb und Projektabwicklung bei unserer australischen Tochter betrafen. Due Diligence/Akquisitionen/Transaktionskosten Due Diligence, Akquisitionen und Transaktionskosten beinhalten hauptsächlich Rechts- und Beratungskosten im Rahmen des Erwerbs und der Integration von Baker Perkins und der Schenck Process Thailand. Sondereinflüsse Die Sondereinflüsse entfielen vornehmlich auf Kosten in Verbindung mit der Erneuerung der IT-Infrastruktur (-4,5 Mio. €), der Neugestaltung des externen Internetauftritts inklusive Konzeptkosten für einen webbasierten Produkt Konfigurator (-0,9 Mio. €), sonstige Beratungskosten (-0,7 Mio. €), Buchverluste im Zusammenhang mit dem Abgang einer Konzerngesellschaft (-0,2 Mio. €) und Gewinne aus dem Verkauf einer Liegenschaft in Indien (0,2 Mio. €). Die Umsatzrendite bezogen auf das bereinigte EBITDA liegt im Geschäftsjahr 2021 bei 16,1% (Vorjahr: 15,4%). Bereinigtes EBITDA Die folgende Tabelle stellt die um Abschreibung, Wertminderung und Sondereinflüsse bereinigten Werte der Gewinn- und Verlustrechnung der Schenck Process Gruppe in der Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 den Vorjahreswerten gegenüber.
1) Rundungsdifferenzen sind möglich, da jeder einzelne Wert der Tabelle kaufmännisch gerundet wird. Margenentwicklung Die Entwicklung der Umsatzerlöse ist unter Abschnitt 2.4.3 dargestellt. Die auf 32,3% gefallene Bruttoergebnis-Marge ist überwiegend auf Verschiebungen im Produktmix aufgrund des im Berichtsjahr deutlich höheren Umsatzanteils des Original Equipment-Geschäfts zurückzuführen. Unsere Produktionsstätten in Indien waren aufgrund der COVID-19-Pandemie auch im abgelaufenen Jahr von mehrwöchigen Stilllegungen betroffen. Zudem war die termingerechte Beschaffung von Vorprodukten aufgrund der Logistikprobleme im internationalen Warenverkehr, zum Beispiel was die Verfügbarkeit von Seecontainern betraf, zeitweise gestört und die weitere Erhöhung der Produktionseffizienz im vergangenen Jahr dadurch nachteilig beeinflusst. Die bereinigten Funktionskosten entwickelten sich wie folgt: Die Marketing-, Vertriebs- und Verwaltungskosten stiegen auf 163,0 Mio. € (Vorjahr: 141,9 Mio. €); dies war überwiegend durch gestiegene Personalkosten begründet, was sowohl an der im Jahresdurchschnitt höheren Mitarbeiterzahl als auch dem Anstieg der Aufwendungen für Mitarbeiter-Boni lag, die im Vorjahr durch die Pandemie bedingt erheblich gesunken waren. Der um Wechselkurseffekte und Veränderungen des Konsolidierungskreises bereinigte Anstieg belief sich auf 9,8 Mio. € bzw. 7,1%. Die Forschungs- und Entwicklungskosten machten 16,4 Mio. € (Vorjahr: 18,0 Mio. €) aus, wobei hier die geringeren Abschreibungen für den Rückgang ausschlaggebend waren, der um Wechselkurs- und Konsolidierungskreiseffekte bereinigt -1,9 Mio. € (-10,4%) betrug. Schlussendlich führten die Erhöhung des EBITDA um 42,5 Mio. € und das um 71,0 Mio. € verbesserte Finanzergebnis bei einem um 13,9 Mio. € höheren Steueraufwand zu einem Jahresüberschuss von 32,3 Mio. €; dem stand im Vorjahr ein Fehlbetrag von 62,1 Mio. € gegenüber. 3.2 Finanzlage 3.2.1 Kapitalstruktur und Liquidität
Im Geschäftsjahr wurden temporär kurzfristige Kreditziehungen unter Ancillary Facilities der Revolving Credit Facility genutzt. Zum Bilanzstichtag waren die Kreditlinien unter der Revolving Credit Facility ungezogen. Es sind keine weiteren Finanzierungsvorhaben vorgesehen, Änderungen in den bestehenden Kreditkonditionen gab es nicht. Die Einhaltung der Bestimmungen in den Kreditverträgen wurde geprüft. Es wurde keine Prüfung der Finanzkennzahlen (Covenants) vorgenommen, da dies laut dem Anleihevertrag nur erforderlich ist, wenn die Gruppe über 40% der revolvierenden Kreditfazilität in Anspruch nimmt (zum 31. Dezember 2021 waren es 0 €). Eine Einhaltung der Bestimmungen wird weiterhin erwartet (ergänzende Erläuterungen entnehmen Sie bitte dem Risikobericht). Die Unternehmensanleihen mit einem Nominalwert in Höhe von 625,0 Mio. € sind am 15. Juni 2023 fällig. Die Emissionen erfolgten in Höhe von 425,0 Mio. € am 21. Dezember 2017 mit einem Nominalzinssatz von 5,375% sowie in Höhe von 125,0 Mio. € am 3. August 2018 mit einem Nominalzinssatz von 6,875% in Zusammenhang mit dem Erwerb der RBS-Gruppe. Am 22. Dezember 2020 wurde eine zusätzliche Anleihe in Höhe von 75,0 Mio. € mit einem Nominalzinssatz von 6,875% begeben, um die für die Akquisition von Baker Perkins in Anspruch genommene rollierende Fazilität zurückzuzahlen und die Tilgung der Zinsen für das Gesellschafterdarlehen in Höhe von 40,0 Mio. € zu finanzieren. Die halbjährlichen, festen Kuponzahlungen für die Anleihen sind jeweils am 15. Juni und 15. Dezember eines Jahres fällig und zahlbar. Die für den Zeitraum ab dem letzten Zinszahlungszeitpunkt bis zum Bilanzstichtag angefallenen Zinsen wurden zeitanteilig abgegrenzt und in Höhe von 1,5 Mio. € unter den Zinsaufwendungen erfasst. Zum 31. Dezember 2021 beläuft sich der Buchwert der Anleihen auf 616,2 Mio. € (Vorjahr: 610,5 Mio. €). Die Planung für das Jahr 2022 zeigt, dass die Gruppe ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllen kann. Für kurzfristige, nicht vorhersehbare Zahlungsverpflichtungen stehen mit einem Barmittelbestand von 98,6 Mio. € und einer nicht ausgeschöpften revolvierenden Kreditfazilität in Höhe von 70,0 Mio. € ausreichend liquide Mittel zur Verfügung. Neben den Unternehmensanleihen bestehen Bar- und Garantielinien mit Banken in Höhe von 180,8 Mio. €. Diese setzen sich aus 106,2 Mio. € Garantielinien und 74,6 Mio. € Barkreditlinien und revolvierenden Kreditfazilitäten zusammen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden keine größeren Änderungen der außerbilanziellen Verpflichtungen vorgenommen. Zum 31. Dezember 2021 hatte die Gruppe Barlinien und revolvierende Kreditfazilitäten in Höhe von 74,6 Mio. € (Vorjahr: 74,1 Mio. €), von denen 0,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) in Anspruch genommen sind. Zusätzlich verfügt die Gruppe über Garantielinien in Höhe von 106,2 Mio. € (Vorjahr: 93,0 Mio. €), von denen 79,8 Mio. € (Vorjahr: 54,7 Mio. €) in Anspruch genommen sind. Der Anstieg der eingeräumten Garantielinien ist im Wesentlichen auf eine Erhöhung von Versicherungslinien zurückzuführen. Somit beliefen sich die gesamten nicht in Anspruch genommenen Bar- und Garantielinien auf 101,0 Mio. € (Vorjahr: 112,4 Mio. €). Die zur Besicherung der Kreditfazilitäten verwendeten Garantielinien belaufen sich auf 24,6 Mio. € (Vorjahr: 20,1 Mio. €). Am 21. Dezember 2017 wurde mit der BCP Pinot S.à r.l., Luxemburg als Darlehensgeber, die mittelbar zu 100% an der Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) beteiligt ist, und der Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) als Darlehensnehmer ein Darlehensvertrag in Höhe von 187,0 Mio. € abgeschlossen. Das Darlehen hatte eine Laufzeit von 15 Jahren und war endfällig, konnte aber auf Anforderung des Darlehensnehmers jederzeit vorzeitig getilgt werden. Die Verzinsung des Darlehens betrug 7% p.a. auf den Nominalwert des Darlehens, die Zinsen wurden jeweils zum Jahresende kapitalisiert (inklusive aufgelaufener Zinsen in Höhe von 13,1 Mio. € des Geschäftsjahres 2020). Mit Beschluss vom 28. Dezember 2020 löste die vormalige Platin 1426. GmbH die Kapitalrücklage in Höhe von 40 Mio. € gegenüber der Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) auf und zahlte sie zur Teilerfüllung des Gesellschafterdarlehens an die BCP Pinot S.à r.l., Luxemburg aus. Die BCP Pinot S.à r.l., Luxemburg, und die Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) vereinbarten mit Beschluss vom 30. Dezember 2020, das verbleibende Gesellschafterdarlehen in Höhe von 186,7 Mio. € in eine Kapitalrücklage umzuwandeln. Die Kapitalerhöhung erfolgte durch Einbringung einer Forderung in die Platin 1424 GmbH, die diese Forderung wiederum in Form einer Kapitalerhöhung in ihr Tochterunternehmen Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) einbrachte. Diese Sacheinlage wurde mit der bestehenden Darlehensverbindlichkeit saldiert, sodass zum 31. Dezember 2020 keine Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern mehr bestanden. Die langfristigen Verbindlichkeiten zum 31 Dezember 2021 belaufen sich auf 805,2 Mio. € (Vorjahr: 799,0 Mio. €). Diese beinhalten neben Verbindlichkeiten aus Anleihen vor allem latente Steuerschulden. Diese passiven latenten Steuern in Höhe von 124,4 Mio. € (im Vorjahr: 125,4 Mio. €) betreffen überwiegend die Unterschiedsbeträge aus den im Rahmen der Erstkonsolidierungen erfolgten Kaufpreisallokationen und weiteren Akquisitionen. Die passiven latenten Steuern haben sich aufgrund der linearen Abschreibungen z.B. auf Kundenbeziehungen und Technologien reduziert. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten belaufen sich zum 31 Dezember 2021 auf 322,9 Mio. € (Vorjahr: 271,1 Mio. €). Diese resultieren neben Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 111,5.Mio. € (Vorjahr: 92,0 Mio. €) vor allem aus erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen 54,5 Mio. € (Vorjahr: 42,2Mio. €) und Vertragsverbindlichkeiten 53,7 Mio. € (Vorjahr: 26,3 Mio. €) aus Großaufträgen aus der Americas Region. Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein Free Cashflow in Höhe von 72,2 Mio. € (im Vorjahr: 68,0 Mio. €) erzielt.
Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit vor M&A ist hauptsächlich auf kapitalisierte Entwicklungskosten und Investitionen in das Sachanlagevermögen zurückzuführen. Der Free Cash Flow betrug 59,5% des bereinigten EBITDA (Vorjahr 74,4%). 3.2.2 Investitionen Das Investitionsvolumen (ohne IFRS 16 Effekte aus Leasingverträgen) der Gruppe im Geschäftsjahr 2021 belief sich konzernweit auf 29,4 Mio. € (Vorjahr: 20,1 Mio. €). Davon entfielen 23,2 Mio. € (Vorjahr: 10,4 Mio. €) auf das immaterielle Anlagevermögen. Hierauf entfielen gemäß den Ansatzkriterien des IAS 38 10,7 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €) auf aktivierte Entwicklungskosten. Des Weiteren waren 9,3 Mio. € (Vorjahr: 9,7 Mio. €) Investitionen in das Sachanlagevermögen zuzuordnen. Das Sachanlagevermögen verzeichnet vor allem Zugänge in den Bereichen technische Anlagen und Maschinen (3,0 Mio. €; Vorjahr: 5,2 Mio. €), bei der Anlagen-, Betriebs- und Geschäftsausstattung (2,9 Mio. €; Vorjahr: 2,1 Mio. €) sowie im Bereich Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Gebäude (1,0 Mio. €; Vorjahr: 1,8 Mio. €). Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen beliefen sich im Geschäftsjahr 2021 auf 2,4 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €). Die Gruppe stellt derzeit auf ein neues Enterprise Ressource Management-System (ERP) S/4 HANA um und löst damit lokale Systeme ab. Nach erfolgreicher Erstellung eines Produktions- und Sales Templates, wird S/4 HANA im Frühjahr 2022 in Tschechien und Großbritannien ausgerollt. Danach erfolgen weitere Implementierungen in Europa, USA und Australien. 3.3 Vermögenslage
Die langfristigen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen aus Kaufpreisallokationen resultierende Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 377,6 Mio. €, was 29% der Bilanzsumme (Vorjahr: 356,2 Mio. €; ca. 30% der Bilanzsumme) entspricht, sowie immaterielle Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen, Markenrechte und Technologien in Höhe von 406,1 Mio. €; ca. 31% der Bilanzsumme (Vorjahr: 401,5 Mio. €; ca. 34% der Bilanzsumme). Der Anstieg der langfristigen Vermögenswerte resultiert im Wesentlichen aus den Geschäfts- oder Firmenwerten aufgrund von Währungskurseffekten aus der Umrechnung von US-Dollar in Euro und der Akquisition der Shape Gesellschaft Thailand, sowie dem Zugang von Sachanlagevermögen. Die kurzfristigen Vermögenswerte belaufen sich zum 31. Dezember 2021 auf 371,0 Mio. € (Vorjahr: 304,1 Mio. €) und resultieren überwiegend aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit 89,3 Mio. € (Vorjahr: 82,9 Mio. €), den Zahlungsmitteln in Höhe von 98,6 Mio. € (Vorjahr: 81,2 Mio. €) sowie dem Vorratsvermögen mit 98,9 Mio. € (Vorjahr: 70,4 Mio. €). Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und dem Vorratsvermögen resultiert hauptsächlich aus einem stärkeren Wachstum des Geschäftsvolumens in einer amerikanischen und der deutschen Tochtergesellschaft. Der Bestand an Vertragsvermögenswertebeträgt zum 31. Dezember 2021 55,5 Mio. € (Vorjahr: 40,3 Mio. €). Die Erhöhung des Zahlungsmittelbestandes resultiert im Wesentlichen aus dem erzielten höheren operativen Cash Flow des Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr. Die Schenck Process Gruppe hat die Übernahme der Solids Handling And Process Engineering Co. (SHAPE), einem Anbieter und Spezialisten für Lösungen im Bereich Pulverhandhabung und -verarbeitung mit Sitz in Bangkok, Thailand zum 1. August 2021 abgeschlossen. Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Geschäftsverlauf 2021 mit einem bereinigtem EBITDA von 121,4 Mio. € erfreulich verlief. 3.4 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und weitere Faktoren 3.4.1 Sicherheit Sicherheit hat auch in 2021 für die Schenck Process Gruppe allerhöchste Priorität. Die Schenck Process Gruppe überwacht die Arbeitssicherheit im Rahmen eines integrierten Managementsystems u.a. mithilfe der Kennzahlen LTIFR (Lost Time lnjuries Frequency Rate) und LTlSR (Lost Time lnjuries Severity Rate, jeweils auf Basis von 200.000 Stunden). Im Jahr 2021 konzentrierte sich die Schenck Process Gruppe auch auf die Meldungen von Beinaheunfällen und Verbesserungsmaßnahmen der Sicherheit. Für das Geschäftsjahr 2021 wurde ein leichter Anstieg der meldepflichtigen Arbeitsunfälle von 11 (2020) auf 12 (2021) ausgewiesen, die Kennzahl LTIFR stieg von 0,40 (2020) auf 0,43 (2021). Der LTISR stieg von 8 (2020) auf 10,5 (2021). Die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden stieg von 5,06 Millionen (2020) auf 5,54 Millionen (2021). 3.4.2 Qualitätsmanagement Das integrierte Managementsystem der Gruppe verbindet Aspekte des Qualitäts-, Umwelt- und Risikomanagement sowie Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und soziales Engagement. Durch den Blick auf die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden und Mitarbeiter werden diese erfasst und von allen Unternehmensbereichen eingeplant, stetig verbessert und umgesetzt. Seit 2017 ist die Gruppe in einer internationalen Matrix-Zertifizierung nach der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001:2015 zertifiziert, die zwischenzeitlich 24 Standorte umfasst und künftig in weiteren Standorten implementiert werden soll. Der Standort Peterborough, Vereinigtes Königreich, der 2020 erworbenen Baker Perkins Ltd., wurde im Rahmen des Rezertifizierungszyklus 2021 in die Zertifizierung einbezogen. Die Standorte Jandakot, Australien, Johannesburg, Süd Afrika und drei weitere Standorte in China sollen 2022 in den Kreis der zertifizierten Standorte aufgenommen werden. Einzelne Standorte integrieren weitere Standards in das Managementsystem: Das Qualitätsmanagementsystem der Schenck Process Europe GmbH am Standort Darmstadt ist zusätzlich nach ISO 45001:2018 für Arbeitssicherheit, der DIN EN 1090-1:2009+A1:2011 sowie nach den EU-Richtlinien 2014/31/EU (NAWID), 2014/32/EU (MID) und 2014/34/EU (ATEX) zertifiziert. In diesem Jahr wurden die Rezertifizierungsaudits durchgeführt und die Gesellschaften in Chile und dem Vereinigten Königreich neu aufgenommen. Die Schenck Process UK Ltd. an den Standorten Doncaster ist ebenfalls nach 2014/34/EU (ATEX) sowie nach OHSAS 45001:2018 für Arbeitssicherheit und ISO 14001:2015 für Umweltmanagement zertifiziert. Schenck Process Australia Pty Ltd. ist nach ISO 45001:2018 für Arbeitssicherheit zertifiziert. Die Standorte Doncaster und Gloucestershire sind außerdem nach ISO 14001:2015 für das Umweltmanagement zertifiziert, die Betriebsstätte in Poynton hat die Absicht die Zertifizierung nach ISO 14001:2015 im Jahr 2022 zu erwerben. Schenck Process Australia (Pty.) Ltd. ist nach ISO 45001:2018 für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zertifiziert und strebt für die Betriebsstätte in Jandakot die Zertifizierung nach ISO 14001:2015 im Jahr 2022 an. Die wichtigste Kennzahl des Qualitätsmanagements ist die OTD (On Time Delivery), diese hat sich im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 pp auf 84,4% im Bereich des Original Equipment und im Aftermarket um 1,2 pp auf 84,5% verringert. Ursächlich hierfür waren die Beschränkungen in den Lieferketten infolge der COVID-19-Pandemie. 4 Risiko-, Chancen- und Prognosebericht 4.1 Risikomanagement Im Zuge der unternehmerischen Aktivitäten und angesichts der Vielfalt von weltweiten Geschäftstätigkeiten kommt die Schenck Process Gruppe mit zahlreichen Risiken und Chancen in Berührung, die die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns negativ oder positiv beeinflussen können. Die Betrachtung von Chancen und Risiken sowie der bewusste Umgang mit der unternehmerischen Unsicherheit sind ein wichtiger Bestandteil der Corporate Governance der Gruppe. Zur frühzeitigen Identifizierung und erfolgreichen Steuerung von operativen und strategischen Risiken und zur Nutzung von Chancen stützt sich die Gruppe auf mehrere aufeinander abgestimmte Risikomanagement- und Kontrollinstrumente. Das Risiko-/Chancenmanagement ist ein integraler Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse in der Gruppe und unterstützt so die nachhaltige Sicherung unseres zukünftigen Unternehmenserfolgs. Unterstützt wird das Risikomanagement durch die Funktion des Internal Audits, das im Rahmen seiner Tätigkeit systematisch Organisations-, Prozess- und Kontrollrisiken in den auditierten Einheiten überprüft. Auf Basis der monatlichen Berichterstattung wird die Geschäftsentwicklung jeder operativen Gesellschaft kontinuierlich überwacht und evaluiert. Darüber hinaus werden im Rahmen der quartalsweisen Prognose (Forecast) die zukünftige Entwicklung aller Konzerneinheiten sowie potenzielle Chancen und Risiken betrachtet. Im Falle von signifikanten Abweichungen werden Korrekturmaßnahmen definiert und umgesetzt. In der Gesamtbetrachtung haben die Risiken aus Großaufträgen, Marktentwicklungen und Beschaffungsrisiko die größte Bedeutung. Aufgrund der internationalen Ausrichtung und der Finanzstruktur der Gruppe liegen Währungs-, Zins- und Finanzierungsrisiken ebenfalls im Fokus. Die Risiken aus der Abwicklung von Aufträgen werden gezielt gesteuert und dadurch begrenzt. Zur Vermeidung bzw. Minimierung von Finanz-, Liquiditäts- und Rechtsrisiken sind sowohl die stetige Weiterentwicklung der Fähigkeiten und Kenntnisse unserer Mitarbeiter weltweit als auch die Bindung unserer erfahrenen Mitarbeiter Grundlage und Stabilisator unserer Geschäftsaktivitäten. 4.2 Chancen und Risiken der Geschäftstätigkeit Die Schenck Process Gruppe ist seit vielen Jahren auf unterschiedlichen Märkten tätig. Den Chancen auf diesen Märkten stehen auch Risiken gegenüber. Die nachfolgend aufgeführten Chancen und Risiken werden in der Reihenfolge ihrer Bedeutung für die Gesellschaft vor Risikobegrenzungsmaßnahmen erläutert. Chancen Unsere globale Präsenz sowie die breite technologische Aufstellung ermöglicht es uns, auch von einem ungleichmäßig verteilten globalen Aufschwung zu profitieren. Daher bieten sich signifikante Wachstumschancen aus der Erholung nach der Pandemie. In der Lebensmittel- und Tiernahrungsindustrie besteht aufgrund der zunehmend strengeren Hygieneanforderungen und Qualitätsstandards in den etablierten Märkten Europas und Nordamerikas weiteres Potential für Anlagenmodernisierungen. Verbraucher entwickeln zunehmend ein ausgeprägtes Bewusstsein für hochwertige und sichere Nahrungsmittel. Eine steigende Nachfrage nach verarbeiteten Lebensmitteln in den Schwellenländern eröffnet zusätzliche Wachstumschancen in diesem Sektor. Insbesondere erwarten wir von der wachsenden Nachfrage nach Premium-Tiernahrungsprodukten und dem Wachstum verwandter Sektoren wie alternativer Proteine zu profitieren. Wir glauben, dass einer der Schlüssel für unser zukünftiges Wachstum in diesem Endmarkt der Transfer von Technologie und Best Practices aus Nordamerika in andere Regionen ist, insbesondere in Bezug auf Prozesslösungen und Dienstleistungen. Wir sind bestrebt, unsere Fachkenntnisse und technischen Kompetenzen in der Lebensmittelindustrie weltweit in unseren Geschäftsregionen aufeinander abzustimmen, um von diesen Trends zu profitieren. Die Schenck Process Gruppe ist davon überzeugt, dass die Marktaussichten im Endmarkt für Bergbauprodukte sowie für Chemikalien und Kunststoffe positiv sind, wenn auch mit geringeren Wachstumsraten als in der Nahrungsmittelindustrie. Die Gruppe erwartet, dass der Umsatz im Endmarkt für Bergbauprodukte insbesondere von der steigenden Nachfrage nach seltenen Erden, dem Ausbau vorhandener Anlagen (brownfield expansion) und den Modernisierungsinitiativen der Bergbaukunden profitieren wird. Im Endmarkt für Chemikalien und Kunststoffe erwartet die Gruppe, dass die Nachfrage hauptsächlich durch das Wachstum der Wirtschaft sowie in bestimmten Marktnischen, einschließlich Recycling und Klebstoffe, angetrieben wird. Infolge dieser Trends strebt die Gruppe eine weitere Internationalisierung des Geschäfts mit Bergbauprodukten sowie des Aftermarket-Geschäfts an. Der Fokus im Endmarkt für Chemikalien und Kunststoffe liegt weiterhin auf Anwendungen für Spezialchemikalien und nachhaltigen Produkten. In den Infrastruktur- und Energieendmärkten beabsichtigen wir uns auf der Grundlage der großen installierten Anlagenbasis und der Chancen, die sich aus dem relativ hohen Anlagenalter in diesem Endmarkt ergeben, auf das Aftermarket-Geschäft zu konzentrieren. Wir erwarten, dass die Märkte in den Infrastruktur- und Energieendmärkten moderat wachsen, was vor allem auf den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung, die Konzentration auf Effizienz und Nachhaltigkeit und die "grüne" Modernisierung von Zementwerken zurückzuführen ist. In diesem Endmarkt besteht unser Ziel darin, die Effizienz und Nachhaltigkeit unserer Produkte und damit die Prozesseffizienz unserer Kunden zu verbessern, die sich auf umweltfreundliche Modernisierungsprojekte konzentrieren. Zudem sehen wir weitere Möglichkeiten, die Wettbewerbsposition und die zukünftige Ertragslage zu verbessern. Diese resultieren aus einer konsequenten Optimierung von Geschäftsprozessen sowie der fortlaufenden Umsetzung von Initiativen zur Kostensenkung insbesondere durch Optimierung der Beschaffung und des Supply-Chain-Managements. Auf der Produktseite nutzt die Gruppe die Chancen, die sich aus Innovationen und der Digitalisierung ergeben und verstärkt gerade hier die Anstrengungen. Risiken Risiken aus Großprojekten Der Abwicklung von Großprojekten sind erhebliche Risiken inhärent, zu denen Mängel bei der Vertragsgestaltung, Fehler in der Auftragskalkulation, veränderte wirtschaftliche und technische Bedingungen nach Vertragsabschluss oder mangelhafte Leistungen von Subauftragnehmern oder Projektpartnern zählen. Die Gruppe minimiert diese Risiken durch strenge Projekt- und Vertragsüberprüfungen vor der Unterzeichnung der Aufträge und ein umfassendes Projekt- und Auftragscontrolling. Markt- und Branchenrisiken Durch die breite Verankerung in unterschiedlichen Branchen und Regionen wird das Markt- und Branchenrisiko breit gestreut. Der hohe und weniger volatile Aftermarket-Anteil, der zu überwiegendem Teil aus dem Ersatzteilgeschäft besteht, wirkt zusätzlich risikominimierend. Die Gruppe beobachtet regelmäßig volkswirtschaftliche, rechtliche und politische Entwicklungen. Trotz des Fortschreitens der Impfkampagnen in vielen Ländern herrscht weiterhin Unsicherheit über den möglichen Zeitpunkt des Endes der Pandemie. Die Unsicherheit bezüglich neuer Varianten und damit einhergehender möglicher Lockdowns ist weiterhin vorhanden. Zudem können sich die potenzielle Einführung von Handelshemmnissen und Zöllen sowie zunehmende politische Unsicherheiten belastend auf das Geschäft auswirken. Beschaffungsrisiken Das Geschäftsmodell der Schenck Process Gruppe hängt maßgeblich von einer robusten, kosteneffektiven und reaktionsschnellen Lieferkette ab. Verfügbarkeit und Preise von Rohstoffen, hohe Auslastung der Zulieferer, regulatorische Anforderungen, Unsicherheiten im internationalen Handel und Zollhemmnisse können zu erhöhten Kosten und langen Lieferzeiten mit negativen Effekten für die Lieferkette führen. Mithilfe des Einkaufs werden Chancen der weltweiten Märkte genutzt, Kosten gesenkt bzw. den Auswirkungen der genannten Risiken entgegengewirkt. Epidemien (z. B. COVID19-Pandemie) und kriegerische Konflikte können zu Unterbrechungen der globalen Lieferkette führen, wodurch auch einige unserer Standorte betroffen wären. Dank der regionalen Aufstellung und Lieferkette der Gruppe können solche Risiken zumindest reduziert werden. Innovationsrisiken Unser Geschäftserfolg hängt maßgeblich von der Entwicklung innovativer Produkte und herausragender Services ab. Neue Trends oder Technologiewechsel können auch bei uns entsprechende Anpassungen erforderlich machen. Es besteht grundsätzlich das Risiko, dass neue Produkte vom Markt nicht akzeptiert werden. Um den Risiken entgegenzutreten wird die weltweite Forschung und Entwicklung zentral verantwortet. Personalrisiken Die zunehmende Verknappung von qualifizierten Arbeitskräften sowie geänderte Anforderungen z. B. in der Technik, im Service oder im Bereich der Digitalisierung erfordern weltweit zusätzliche Anstrengungen bei der Personalbeschaffung. Epidemien (z. B. COVID19-Pandemie) können eine temporäre Verknappung qualifizierter Arbeitskräfte bewirken, wodurch Entscheidungsprozesse und Produktion in einigen unserer Standorte betroffen wären. Durch die Personalmaßnahmen der Gruppe werden solche Risiken vermindert, indem bei dem Ausbau von Fähigkeiten, der Weiterbildung von Talenten und den Aktivitäten in Bezug auf den Arbeitsmarkt ein systematischer Ansatz verfolgt wird. Risiken der IT Die IT-Systeme der Gruppe werden regelmäßig überwacht. Zur Modernisierung der bestehenden ERP-Landschaft hat die Geschäftsführung entsprechende Programme beschlossen, die in 2019 gestartet wurden und seither planmäßig verlaufen. Der Schutz und die Verfügbarkeit der Systeme hat oberste Priorität und wird von der zentralen IT-Abteilung in enger Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern sichergestellt. Während die generellen IT-Risiken als gering eingeschätzt werden, könnten die Effekte von möglichen Cyber-Attacken gleichwohl schwerwiegend sein. Zinsänderungs- und Währungskursrisiko Finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs- und Zinsrisiko werden zentral durch das Group Treasury mit dem Einsatz derivativer Finanzinstrumente verringert. Zu den potenziellen Risiken im Finanzbereich zählen negative Ergebniseffekte aus Schwankungen von Zinsen und Währungen (Translationsrisiken). Durch den fixen Charakter des halbjährlich fälligen Zinskupons der Unternehmensanleihen besteht kein Zinsänderungsrisiko aus den laufenden Finanzierungen. Im Factoring besteht hingegen ein Zinsänderungsrisiko. Dieses Risiko ist diversifiziert auf die unterschiedlichen lokalen Zinsniveaus in den beteiligten Ländern. Weitere Währungsrisiken entstehen aus dem operativen Exportgeschäft bei Rechnungsstellung in Fremdwährung. Die Steuerung und Begrenzung dieser Risiken sind Bestandteil des konzernweit tätigen Treasury Managements. Um Fremdwährungsrisiken abzusichern, werden derivative Finanzinstrumente, im Schwerpunkt Finanztermingeschäfte, verwendet. Diese werden ausschließlich im Zusammenhang mit bestehenden Grundgeschäften und nicht zu Handels- oder Spekulationszwecken eingesetzt. Sicherungen erfolgen sowohl konkret auftrags- bzw. projektbezogen als auch antizipativ rollierend auf geplantes Umsatzvolumen. Es erfolgt eine laufende Überwachung des Devisenexposures und der Erfüllung der Grundgeschäfte. Ziel der Absicherung durch Fremdwährungsderivate ist die Minimierung von Risiken aufgrund von Wechselkursschwankungen bei Fremdwährungsgeschäften oder Zahlungsstromschwankungen bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten. Aus dem Risiko sich verändernder Kapitalmarktzinsen resultiert bei festverzinslichen Finanzinstrumenten (z. B. Anleihen) ein Wertänderungsrisiko, da die beizulegenden Zeitwerte in Abhängigkeit von den Zinssätzen schwanken. Bei Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten unterliegt die Umrechnung beim Zahlungsvorgang einem Kursänderungsrisiko. Bei Währungsrisiken erfolgt die Absicherung eines wesentlichen Teils der vertraglichen und vorhersehbaren Risiken im Wesentlichen durch den Einsatz von Devisentermingeschäften. Die Gruppe betreibt kein Hedge Accounting. Rechtsrisiken Als weltweit tätiges Unternehmen unterliegt die Gruppe im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Risiken im Zusammenhang mit Rechtsverfahren. Hierzu zählen Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Sachmängel- und Garantiehaftung, offene Vergütungsansprüche, Wettbewerbs- und Kartellrecht, gewerblicher Rechtsschutz, Steuern sowie Umweltschutz. Rechtsstreitigkeiten, die einen wesentlichen Einfluss auf die finanzielle Lage der Gruppe haben könnten, sind derzeit nicht anhängig. Für bestimmte rechtliche Risiken werden industrieübliche Versicherungen unter Zuhilfenahme eines internationalen Versicherungsmaklers abgeschlossen, die die Geschäftsführung als angemessen ansieht. Für Rechtsstreitigkeiten werden Rückstellungen gebildet, sofern es nach der Einschätzung wahrscheinlich ist, dass entsprechende nicht oder nicht vollständig durch Versicherungen abgedeckte Risiken entstehen und eine adäquate Schadenschätzung möglich ist. Chancen und Risiken aus Akquisitionen Die Gruppe verfolgt eine Wachstumsstrategie, die auch Akquisitionen umfasst. Die Gruppe prüft regelmäßig, ob sich entsprechende Chancen für Zukäufe bieten. Vor Zukäufen erfolgt eine gründliche Due Diligence, um die mit der Akquisition verbundenen Chancen und Risiken besser zu verstehen. Der Integration von Akquisitionen kommt eine wesentliche Bedeutung zu, die damit verbundenen Projekte werden sorgsam überwacht. Die Konzernbilanz weist Geschäfts- und Firmenwerte aus Akquisitionen i. H. v. 377,6 Mio. € (Vorjahr: 356,2 Mio. €) aus, die regelmäßig auf Werthaltigkeit geprüft werden. Durch Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Lage oder wesentliche Veränderungen in der Wettbewerbslandschaft können Wertberichtigungen auf die Geschäfts- und Firmenwerte nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Finanzielle Risiken Das Liquiditätsrisiko der Gruppe besteht grundsätzlich darin, den finanziellen Verpflichtungen (z. B. Rückzahlung von Darlehen, Lieferantenkrediten, Zinsen etc.) möglicherweise nicht jederzeit nachkommen zu können. Die Gruppe verfügt zum 31. Dezember 2021 über hinreichende liquide Mittel sowie freie Barkreditlinien von i. H. v. 173,3 Mio. €. Die Finanzierung des Konzerns ist über Bonds i. H. v. 625,0 Mio. €, die am 15. Juni 2023 fällig werden, sichergestellt. Aktuell ergeben sich keine Risiken aus der Nichteinhaltung bestimmter kreditvertraglicher Kennzahlen, da keine aktiven Covenants unter den begebenen Senior Secured Notes bestehen. Dies kann sich allerdings ändern, wenn eine definierte Grenze von 40% in der Ziehung der Barkreditlinien überschritten wird. Im Falle eines aktivierten Covenants beschränkt sich dies auf die Überwachung des EBITDA zur Nettoverschuldung. Die Geschäftsführung geht selbst bei einer Aktivierung des Covenants davon aus, dass die kreditvertraglichen Vorgaben eingehalten werden. Weitere Risiken ergeben sich aus der Zahlungsfähigkeit unserer Kunden und können somit zu Forderungsausfällen führen. Diesen Risiken wird durch ein systematisches Kreditcontrolling, auch in Zusammenarbeit mit externen Kreditrating-Agenturen und Kreditversicherungsanbietern, mit konsequenten Mahnmaßnahmen und Factoring begegnet. Ukrainekrieg Zusätzliche Belastungen ergeben sich aus dem russischen Einmarsch in der Ukraine seit dem 24. Februar 2022, der zu beispiellosen Sanktionen gegen Russland führte und sich bereits auf die Weltwirtschaft auswirkt, da weitere Energiekostensteigerungen und Unterbrechungen der Versorgungskette zu dem bereits in der zweiten Jahreshälfte 2021 spürbaren Inflationsdruck hinzukommen. Unser direktes Engagement in Russland und der Ukraine ist begrenzt und beläuft sich auf etwa 1 % des Umsatzes und 0,5 % der Vermögenswerte im Jahr 2021. Da das Engagement von SPG in der Region eher gering ist, erwarten wir keine signifikanten Auswirkungen auf die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gruppe. Gesamteinschätzung der Risikosituation Bei der Erstellung dieses Berichts waren keine Risiken bekannt, die eigenständig oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand der Gruppe gefährden könnten. 4.3 Prognosebericht Marktentwicklung und -Wachstum Die Erholung der Weltwirtschaft von der Coronavirus-Krise setzt sich zwar fort, verliert aber seit der zweiten Jahreshälfte 2021 an Kraft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2021 nur noch mit einem weltweiten Wachstum von 5,9 Prozent. Insgesamt haben sich die Risiken für die wirtschaftlichen Perspektiven für 2022 erhöht u.a. durch die merklichen Lieferkettenprobleme, die globalen ökonomischen Auswirkungen des russischen Überfalls auf die Ukraine, und die infolge noch stärker anziehende Inflation. In vielen Entwicklungsländern verhindert die Pandemie eine Rückkehr zur Normalität. Der Ausblick für ärmere Staaten ist deutlich düsterer geworden. Der IWF warnt vor großen Unterschieden bei der Erholung der Konjunktur. Das liegt vor allem am Impffortschritt und den Staatshilfen für Unternehmen und Haushalte. Zudem wirkt sich auch der Ukrainekrieg negativ auf die Weltwirtschaft aus, insbesondere auf Europa. In reicheren Ländern sind bereits rund 60-80 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid19 geimpft, in ärmeren Staaten dagegen erst weniger als 10 Prozent. Als potenzielles Problem für 2022 wird die anziehende Inflation gesehen. Die zuletzt deutlich angezogenen Teuerungsraten gehen laut IWF auf mehrere Faktoren zurück. Beispielsweise sind durch die Pandemie und den Ukrainekrieg Angebot und Nachfrage in vielen Branchen nicht mehr im Gleichgewicht, Rohstoffpreise und Energiekosten ziehen teils sprunghaft an, außerdem sind in der Corona Krise Sonderfaktoren ausgelaufen. Prognosen zur Inflation seien schwierig, so der IWF. Der Preisdruck dürfte aber unter den aktuellen Umständen auf hohem Niveau bleiben.
1) Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, Quelle: Internationaler Währungsfonds (Januar 2022) Erwartungen für die Geschäftsentwicklung Zusammenfassend ist die Welt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Dokuments schockiert und besorgt über den tragischen Krieg in der Ukraine. Es ist noch zu früh, daraus resultierende längerfristige wirtschaftliche Auswirkungen zu nennen, aber mit dem Engagement in attraktiven Wachstumsmärkten, einem robusten Geschäftsmodell und einem Rekordauftragsbestand zu Geschäftsjahresbeginn bleiben wir zuversichtlich, 2022 ein weiteres Jahr mit starkem Umsatzwachstum zu liefern, aufbauend auf einer bereits starken Leistung im Jahr 2021. Der Auftragseingang 2022 wird im Vergleich zum Auftragseingang 2021, der einen außergewöhnlich großen Food-Auftrag beinhaltete, nennenswert niedriger ausfallen. Dieses erwartete Umsatzwachstum wird auch zu einem weiteren Anstieg des bereinigten EBITDA führen, das deutlich über dem bereinigten EBITDA von 121,4 Mio. € im Jahr 2021 liegen wird. Die voraussichtliche EBITDA-Marge dürfte weitgehend der im Vorjahr erzielten Margen entsprechen, dies spiegelt ein proportional stärkeres Wachstum der OE Umsätze wider, da wir unseren Marktanteil weiter ausbauen, was zukünftige Umsatzchancen im Aftermarket eröffnet. Wie in den vergangenen Jahren planen wir zur Unterstützung unserer Wachstumspläne Investitionen in der Größenordnung von 2 % des Umsatzes, insbesondere in Anlagen und IT, die aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit finanziert werden. Aufgrund des Rückgangs der erhaltenen Anzahlungen, des leichten Anstiegs der IT-Ausgaben und gewisser Nachholeffekte im Working Capital wird erwartet, dass der Free Cashflow bei einer Cash Conversion Rate (bereinigtes EBITDA im Verhältnis zum Free Cashflow) von rund 40-50% unter dem Wert von 2021 liegen wird. Dieser Ausblick und andere Kapitel des Konzernlageberichts enthalten Aussagen über zukünftige Entwicklungen. Diese Aussagen sind, ebenso wie jedes unternehmerische Handeln in einem globalen Umfeld, stets mit Unsicherheiten verbunden. Sollten die genannten Risiken oder andere Unwägbarkeiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen abweichend entwickeln, können die tatsächlichen Ergebnisse von den prognostizierten abweichen. Die erwartete Geschäftsentwicklung steht insbesondere unter dem Vorbehalt der Auswirkungen von eventuellen Neuakquisitionen oder Divestments und ist vorbehaltlich einer Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds in bestimmten Regionen und Endmärkten, die der Konzern bedient. Trotz des hohen Auftragsbestands und substanzieller großer Neuaufträge kann nicht verlässlich eingeschätzt werden, ob weitere Großaufträge eingehen werden oder ob potenzielle Akquisitionen einen wesentlichen Einfluss auf das bereinigte EBITDA haben.
Darmstadt, 31. März 2022 Keith Cochrane Thomas Spitzenpfeil KonzernbilanzAktiva
Konzerngewinn- und Verlustrechnung 1.Januar bis 31.Dezember
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021I. GRUNDLAGEN Allgemeine Grundlagen Die Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) (Registergericht: Amtsgericht Darmstadt; Eintragungsnummer 98243) mit Sitz in Darmstadt ist das Mutterunternehmen der Schenck Process Gruppe (SPG). Die Unternehmen der Schenck Process Gruppe sind weltweit führend in ausgewählten Bereichen der Mess- und Verfahrenstechnik und bieten eine Vielfalt an Lösungen, Produkten, Systemen und Komponenten, in denen sich prozesstechnisches Know-how und bewährte Technologien vereinen. Der vorliegende Konzernabschluss der Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2021, einschließlich der Vorjahresangaben, wird in Einklang mit den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretation Committee (IFRS IC) aufgestellt. Des Weiteren werden die nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt. Der Konzernabschluss ist in Euro (€) erstellt. Soweit nicht anders angegeben, werden alle Beträge in tausend Euro (T€) ausgewiesen. Alle Werte werden kaufmännisch gerundet. Dementsprechend kann es zu Rundungsdifferenzen bei Prozentangaben und in Summen kommen. Die Gliederung der Konzernbilanz erfolgt in Anwendung des IAS 1 nach dem Prinzip der Fristigkeit. Die Bilanzposten werden deshalb in lang- und kurzfristige Vermögenswerte bzw. Schulden aufgeteilt. Vermögenswerte und Schulden werden grundsätzlich dann als kurzfristig eingestuft, wenn sie eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr haben. Entsprechend werden Vermögenswerte und Schulden dann als langfristig klassifiziert, wenn die Restlaufzeit mehr als ein Jahr beträgt. Die Bewertung aller Vermögenswerte und Schulden erfolgt unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Umsatzkostenverfahren angewendet. Der Konzernabschluss der Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht. Die Offenlegung soll mit befreiender Wirkung gem. § 264 Abs. 3 HGB für den Einzelabschluss der Schenck Process Holding GmbH und der Schenck Process Europe GmbH erfolgen, an denen die Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) unmittelbar oder mittelbar zu 100% beteiligt ist. Wir verweisen auf Abschnitt 35 des Konzernanhangs. Die Geschäftsführung hat für den Konzernabschluss am 31. März 2022 die Genehmigung zur Veröffentlichung erteilt. Konzerngeschäftsjahr Das Konzerngeschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Stichtage der Einzelabschlüsse der einbezogenen Unternehmen entsprechen dem Stichtag der Muttergesellschaft Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) (31. Dezember), mit Ausnahme von zwei Gesellschaften in Indien, deren Stichtage wegen statutarischer Erfordernisse auf den 31. März fallen. Für diese Gesellschaften werden Zwischenabschlüsse zum 31. Dezember erstellt. Die in den Konzernabschluss neu einbezogenen Unternehmen haben für 2021 einen Zwischenabschluss erstellt für den Zeitraum, ab dem sie in den Konzernabschluss einbezogen wurden. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss werden alle wesentlichen in- und ausländischen Gesellschaften einbezogen, bei denen die Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) die Beherrschung im Sinne von IFRS 10 ausübt. Diese Unternehmen werden beginnend mit dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem die Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) die Möglichkeit der Beherrschung erlangt. Endet diese Möglichkeit, scheiden die Gesellschaften aus dem Konsolidierungskreis aus. Erwerb Solids Handling And Process Engineering Co. (SHAPE), Thailand, Assets Im Juli 2021 gründete die Schenck Process Gruppe eine Gesellschaft, die Schenck Process (Thailand) Ltd., Amphur Bangplee, Thailand. Im Rahmen einer Asset-Deal Transaktion hat die Schenck Process (Thailand) Ltd., eine 100% indirekte Tochtergesellschaft der Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH), mit Wirkung zum 01. August 2021 von Solids Handling And Process Engineering Co. (SHAPE) Vermögensgegenstände erworben. SHAPE bietet Lösungen für nahezu alle Aspekte von Fertigungsprozessen und Verfahren, bei denen trockene Feststoffe verwendet werden: Von der Entnahme und Handhabung von Rohstoffen über den prozessübergreifenden Transfer und die Verarbeitung in Form von Mischen, Zerkleinern und Sieben bis hin zur Abfüllung. Diese Akquisition ist eine Fortsetzung der strategischen Ausrichtung der Schenck Process Gruppe, um das globale Angebot für die Lebensmittelendmärkte weiter auszubauen und die Wachstumschancen nicht nur in Thailand, sondern im gesamten asiatisch-pazifischen Raum erheblich zu stärken. Die Schenck Process Gruppe wird auf der Erfahrung und den Kundenbeziehungen von SHAPE aufbauen und das zukünftige Wachstum des Unternehmens unterstützen. Der Kaufpreis betrug 2.143 T€ und wurde ausschließlich durch Zahlungsmittel beglichen. Weiterhin gibt es einen variablen Kaufpreisbestandteil, der bei Eintreten bestimmter Bedingungen zur Zahlung fällig wird. Der maximale Betrag dieses variablen Kaufpreisbestandteils beträgt 359 T€, der auch in voller Höhe als Kaufpreisverbindlichkeit passiviert ist. Es sind im Rahmen des Erwerbs Transaktionskosten in Höhe von 141 T€ angefallen. Von der Gründung bis zum 31. Dezember 2021 hat die Gesellschaft Umsatzerlöse von 739 T€ und einen Verlust von 363 T€ zum Konzernergebnis beigetragen. Hätte der Erwerb der Assets am 1. Januar 2021 stattgefunden, hätten die Konzernumsatzerlöse nach Schätzung der Geschäftsführung bei 1.774 T€ und der Konzernverlust bei 871 T€ gelegen. Bei der Ermittlung dieser Beträge hat das Management angenommen, dass die ermittelten Anpassungen der beizulegenden Zeitwerte, die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommen wurden, auch im Falle eines Erwerbs am 1. Januar 2021 gültig gewesen wären. Zum Zeitpunkt des Erwerbs wurden Vermögenswerte und Schulden mit den folgenden beizulegenden Zeitwerten in den Konzernabschluss einbezogen:
Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb wurde wie folgt in T€ erfasst:
Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert hauptsächlich aus den erwarteten Synergien aus der Eingliederung von SHAPE in die Unternehmensgruppe, welche sich sowohl für die Gruppe insgesamt als auch für die Gesellschaft ergibt. Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde der CGU Australien zugeordnet. Zum 31. Dezember 2021 wurden insgesamt 41 Unternehmen im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen, davon 2 im Inland und 39 im Ausland. Im Jahr 2021 wurde eine ausländische und zwei inländische Gesellschaften auf eine andere Konzerngesellschaft verschmolzen, weiterhin wurden zwei ausländische Gesellschaften neu gegründet. An folgenden Unternehmen ist die Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) mittelbar bzw. unmittelbar beteiligt:
Nicht konsolidierte Gesellschaften Gesellschaften mit ruhender oder nur geringer Geschäftstätigkeit, die für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nur von untergeordneter Bedeutung sind (Clyde Materials Handling Africa Limited, Randburg, Südafrika und Schenck Process Singapore (Pte) LTd., Singapore), werden nicht konsolidiert. Diese Gesellschaften werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und bei Wertminderung abgeschrieben. Die Summe des Vermögens und des Eigenkapitals dieser Gesellschaften beträgt weniger als 1% des jeweiligen Konzernwerts. Konsolidierungsgrundsätze Die für Konsolidierungszwecke erstellten Jahresabschlüsse nach IFRS der einbezogenen Tochterunternehmen werden auf Grundlage einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge werden eliminiert. Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen einbezogenen Unternehmen werden konsolidiert. Sofern im Anlagevermögen und in den Vorräten Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen enthalten sind, werden entsprechende Zwischenergebnisse eliminiert. Auf temporäre Bewertungsunterschiede zwischen den Steuerbilanzen und der Konzernbilanz nach IFRS werden latente Steuern gebildet. Die erstmalige Bilanzierung von erworbenen Unternehmen wird unter Anwendung des IFRS 3 nach der Erwerbsmethode ("Acquisition Method") vorgenommen. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch die Verrechnung der Anschaffungskosten mit den beizulegenden Zeitwerten der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbszeitpunkt. Dabei werden die identifizierten erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten mit ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Ein positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem anteiligen, zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapital wird als Geschäfts- oder Firmenwert einer oder mehreren zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units, CGU) zugeordnet. Ein negativer Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem anteiligen, zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapital wird als Ertrag des Geschäftsjahres erfasst. Die CGU´s werden einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwertes mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft und grundsätzlich im Falle einer Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben. Fremdwährungsumrechnung Bei der Umrechnung von in ausländischer Währung aufgestellten Abschlüssen einbezogener Gesellschaften wird das Konzept der funktionalen Währung gemäß IAS 21 angewendet. Die funktionale Währung der einbezogenen Gesellschaften entspricht der jeweiligen Landeswährung bzw. einer Währung eines Drittlandes, da diese Unternehmen ihre Geschäftsaktivitäten in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig führen. Vermögenswerte und Schulden sowie Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag, das Eigenkapital zu historischen Kursen umgerechnet. Geschäfts- oder Firmenwerte sowie die aufgedeckten stillen Reserven aus Unternehmenserwerben werden in der jeweiligen funktionalen Währung geführt und zum Stichtagskurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Umrechnung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt zum Durchschnittskurs. Die daraus resultierenden Differenzen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Scheiden operative Konzerngesellschaften aus dem Konsolidierungskreis aus, werden bestehende Währungsdifferenzen ergebniswirksam erfasst. In den in lokaler Währung aufgestellten Jahresabschlüssen der einbezogenen Gesellschaften erfasste Geschäftsvorfälle in Fremdwährungen werden in die entsprechende funktionale Währung der einzelnen Einheiten zum Transaktionsstichtag umgerechnet. Aus der Umrechnung zu einem späteren Zeitpunkt entstehende Kursgewinne bzw. Kursverluste werden grundsätzlich erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Im Berichtsjahr wurden Netto-Kursgewinne in Höhe von 21.453 T€ (Vorjahr Netto-Kursgewinne: 29.674 T€) erfolgswirksam erfasst. Folgende Wechselkurse waren im Wesentlichen für die Währungsumrechnung im Konzern maßgebend:
Neue Rechnungslegungsvorschriften Anwendung neuer Standards Neue Standards oder Änderungen, die erstmals 2021 anzuwenden sind, werden in der folgenden Übersicht dargestellt:
Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16: Interest Rate Benchmark Reform Die Änderungen der zweiten Phase des Projekts Reform der Referenzzinssätze (Änderungen an IFRS 9 Financial Instruments, IAS 39 Financial Instruments: Recognition and Measurement, IFRS 7 Financial Instruments: Disclosures, IFRS 4 Insurance Contracts und IFRS 16 Leases) ergänzen die Vorgaben der ersten Phase des Projekts und setzen grundsätzlich bei dem Ersatz eines Referenzzinssatzes durch einen anderen Referenzzins an. Im Hinblick auf die Abbildung von Finanzinstrumenten sind insbesondere folgende Aspekte betroffen: Bei Änderungen der vertraglichen Cashflows ist es auf Basis der Anpassungen ggf. nicht erforderlich, den Buchwert von Finanzinstrumenten anzupassen oder auszubuchen. Vielmehr wird unter gewissen Voraussetzungen die Möglichkeit eröffnet, den Effektivzinssatz anzupassen, um die Änderung des alternativen Referenzzinssatzes widerzuspiegeln. Im Hinblick auf die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften ist es auf Basis der Änderungen unter gewissen Voraussetzungen nicht erforderlich, eine für Zwecke des Hedge Accounting designierte Sicherungsbeziehung aufgrund von Anpassungen, die durch die Reform der Referenzzinssätze ausgelöst werden, zu beenden. Neue Risiken, die sich aus der Reform ergeben, und darüber hinaus, wie der Übergang zu alternativen Referenzsätzen gehandhabt wird, sind offenzulegen. Neben Anpassungen zu IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 verabschiedete der IASB geringfügige Anpassungen an IFRS 4 und IFRS 16. Es ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Schenk Process Gruppe. Änderungen an IFRS 4 - Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung von IFRS 9 ("Aufschub von IFRS 9") Mit den Änderungen an IFRS 4 sollen die durch den unterschiedlichen Geltungsbeginn des IFRS 9 Finanzinstrumente und des künftigen IFRS 17 Versicherungsverträge bedingten, vorübergehend auftretenden Bilanzierungsfragen geregelt werden. Insbesondere die vorübergehende Befreiung von IFRS 9 wird dadurch bis 2023 verlängert, um den Geltungsbeginn des IFRS 9 mit dem Geltungsbeginn des neuen IFRS 17 in Einklang zu bringen. Die Schenk Process Gruppe geht davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben. Änderungen an IFRS 16 - Covid-19-bezogene Mietkonzessionen IFRS 16 enthält Regelungen hinsichtlich der Abbildung bei Änderungen von Leasingzahlungen (u.a. Mietzugeständnisse) beim Leasingnehmer. Der Leasingnehmer hat grundsätzlich für jeden Mietvertrag zu prüfen, ob die gewährten Mietzugeständnisse Änderungen des Leasingverhältnisses darstellen und haben eine daraus resultierende Neubewertung der Leasingverbindlichkeit vorzunehmen. Die Änderung von IFRS 16 gewährt bei Inanspruchnahme eine praktische Erleichterung. Diese ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft und zeitlich befristet. Durch die Erleichterung braucht der Leasingnehmer im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie gewährte Mietzugeständnisse nicht nach den Regelungen für Änderungen des Leasingverhältnisses zu bilanzieren, sondern so, als wären es keine Änderungen des Leasingverhältnisses. Es ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Schenk Process Gruppe. Neue Verlautbarungen Das IASB hat Standards und Interpretationen veröffentlicht, die im Geschäftsjahr 2021 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Zum Teil ist für diese Änderungen das Endorsement-Verfahren zur Übernahme in das EU-Recht noch nicht abgeschlossen. Außer den im Folgenden aufgeführten Standards und Interpretationen, die einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben können, wurden eine Reihe weiterer Standards und Interpretationen verabschiedet, die jedoch erwartungsgemäß keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben werden:
EU Endorsement ist bereits erfolgt Änderungen an IFRS 16 - Covid-19-Related Rent Concessions über den 30. Juni 2021 hinaus IFRS 16 enthält Regelungen hinsichtlich der Abbildung bei Änderungen von Leasingzahlungen (u.a. Mietzugeständnisse) beim Leasingnehmer. Der Leasingnehmer hat grundsätzlich für jeden Mietvertrag zu prüfen, ob die gewährten Mietzugeständnisse Änderungen des Leasingverhältnisses darstellen und haben eine daraus resultierende Neubewertung der Leasingverbindlichkeit vorzunehmen. Als Reaktion auf die anhaltenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie wurde am 31. März 2021 IFRS 16 Leasingverhältnisse geändert, um eine einjährige Verlängerung der praktischen Erleichterung zu ermöglichen, die Leasingnehmer bei der Bilanzierung von COVID-19-bezogenen Mietkonzessionen unterstützt. Die Änderungen erweitern die praktische Erleichterung auf Mietkonzessionen, die ursprünglich am oder vor dem 30. Juni 2022 fällige Leasingzahlungen reduzieren. Zuvor waren nur solche Mietkonzessionen im Anwendungsbereich der Erleichterung, die Leasingzahlungen reduzieren, die am oder vor dem 30. Juni 2021 fällig sind bzw. waren. Die Änderungen sind auf jährliche Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. April 2021 beginnen. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. Änderungen an IFRS 3 - Verweis auf das Rahmenkonzept Einhergehend mit dem geänderten Rahmenkonzept wurden Referenzen auf das Rahmenkonzept in diversen Standards, so auch in IFRS 3, angepasst. Die Regeln für die Bilanzierung von Unternehmenserwerben werden inhaltlich nicht geändert. Die Änderungen sind auf Unternehmenszusammenschlüsse, bei denen der Erwerbszeitpunkt am oder nach dem 1. Januar 2022 liegt, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Es werden sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben. Änderungen an IAS 16 - Sachanlagen - Erlöse vor beabsichtigter Nutzung Die Änderungen stellen klar, dass Einnahmen, die ein Unternehmen durch den Verkauf von Gegenständen erhalten hat, die hergestellt wurden, während es den Vermögenswert für seinen beabsichtigten Gebrauch vorbereitet hat (beispielsweise Produktmuster), und die damit verbundenen Kosten im Gewinn oder Verlust zu erfassen sind. Die Berücksichtigung derartiger Beträge bei der Ermittlung der Anschaffungskosten ist nicht zulässig. Die Änderungen sind auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist erlaubt. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. Änderungen an IAS 37 - Belastende Verträge - Vertragserfüllungskosten Die Änderungen umfassen die Definition, welche Kosten ein Unternehmen bei der Beurteilung, ob ein Vertrag verlustbringend sein wird, einbezieht. Demnach sind Kosten für die Erfüllung eines Vertrags alle Kosten, die direkt den Auftrag betreffen. Damit sind sowohl Kosten zu berücksichtigen, die ohne den Auftrag nicht anfallen würden (incremental cost), als auch andere dem Vertrag direkt zurechenbare Kosten. Die Änderungen sind auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist erlaubt. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. Verbesserungen zu IFRS 2018 - 2020 Durch die Annual Improvements to IFRS wurden die folgenden Standards geändert. In IFRS 1 wurde für erstanwendende Tochterunternehmen, welche IFRS 1.D16 (a) in Anspruch nehmen, die Möglichkeit eröffnet, kumulierte Umrechnungsdifferenzen mit den vom Mutterunternehmen ausgewiesenen Beträgen zu bewerten. Durch die Änderung von IFRS 9 erfolgt eine Klarstellung, welche Gebühren in den 10%-Test (IFRS 9.B3.3.6), hinsichtlich der Beurteilung, ob es zu Ausbuchung einer finanziellen Verbindlichkeit kommt, einzubeziehen sind. Es werden lediglich Gebühren berücksichtigt, welche zwischen dem Unternehmen als Kreditnehmer und dem Kreditgeber gezahlt oder erhalten wurden. In IFRS 16 wurde im erläuternden Beispiel 13 zu IFRS 16 die Darstellung der Erstattung von Mietereinbauten entfernt. In IAS 41 wird das Verbot, Steuerzahlungen im Rahmen der Fair Value-Bewertung zu berücksichtigen, gestrichen. Die Änderungen sind auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist erlaubt. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Geschäft der Schenck Process Gruppe Die COVID-19-Pandemie hatte insbesondere im Jahr 2020 erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Zu den Bemühungen des öffentlichen Gesundheitswesens, die Auswirkungen der Pandemie einzudämmen, gehören bis heute staatliche Maßnahmen wie u. a. Reisebeschränkungen, Beschränkungen für öffentliche Versammlungen, die Anordnung von Ausgangssperren und Zwangsschließungen. Im Gegensatz zum Geschäftsjahr 2020 hatte dieses Zusammenspiel keine erheblichen Auswirkungen auf die Ergebnissituation im Geschäftsjahr 2021. Die Auswirkungen der Covid-19- Pandemie im Jahr 2021 waren regional geprägt, so sind insbesondere die Region APAC mit den Ländern Indien und Australien nachteilig betroffen, hingegen war die Region Americas weniger beeinträchtigt. Im Rahmen der COVID-19-Pandemie hat die Schenck Process Gruppe im Geschäftsjahr 2021 nahezu keine staatlichen Hilfen in Anspruch genommen. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen Die Aufstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der Rechnungslegungsgrundsätze des IASB erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung von Nutzungsdauern, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, die Bewertung des immateriellen Anlagevermögens (vor allem die Bewertung der im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten Markenrechte, Kundenbeziehungen und Technologien sowie der aktivierten Entwicklungskosten), die Teilgewinnrealisierung bei Fertigungsaufträgen sowie die Realisierbarkeit von Forderungen durch entsprechende Berücksichtigung von Wertberichtigungen und zukünftigen Steuerentlastungen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Zu den Buchwerten, Prämissen und Annahmen bei den getroffenen Ermessensentscheidungen und Schätzungen verweisen wir auf die einzelnen Abschnitte im Anhang (siehe u.a. Anhangangaben zu Immateriellen Vermögenswerten, zu Pensionsrückstellungen, zu Sonstigen Rückstellungen und zu Eventualverbindlichkeiten). Geschäfts- oder Firmenwerte Der Konzern untersucht jährlich, ob eine Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte vorliegt. Eine Wertminderung ist gegeben, wenn der erzielbare Betrag der CGU den Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts unterschreitet. Als erzielbarer Betrag gilt der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert des Vermögenswerts. Die Werthaltigkeitsprüfungen basieren dabei auf Bewertungsparametern wie Wachstumsraten, Kapitalisierungszinssatz (WACC), Kapitalmarktdaten und Zahlungsstromprognosen. Bewertungsparameter können sich aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen wesentlich auf die Höhe des Abwertungsbedarfs auswirken. Verträge mit Kunden nach IFRS 15 Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden im Konzernabschluss, der Percentage of Completion (PoC)-Methode folgend, nach der entsprechend dem Auftragsfortschritt erwartete, Auftragsergebnisse anteilig realisiert werden, bewertet. Für die Anwendung der PoC-Methode werden die anfallenden Kosten ins Verhältnis zu den geschätzten Gesamtkosten gesetzt. Notwendige Voraussetzungen hierfür sind die Schätzungen der bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, der Gesamtkosten und damit des Auftragsergebnisses. Diese Schätzungen sind durch die Auftragskalkulation unterlegt. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten nach IFRS 9 Die Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte beruhen auf Annahmen zum Ausfallrisiko und zu den erwarteten Verlustquoten. Die Schenck Process Gruppe übt bei der Aufstellung dieser Annahmen und der Auswahl der Inputfaktoren für die Berechnung der Wertminderung Ermessen aus, basierend auf den Erfahrungen des Konzerns aus der Vergangenheit, bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsorientierten Schätzungen zum Ende jeder Berichtsperiode. Die wichtigsten verwendeten Annahmen und Inputfaktoren werden in der Anhangangabe 32 - Management von Finanzrisiken im Einzelnen dargestellt. Pensionsverpflichtungen Pensionsverpflichtungen werden nach der Projected Unit Credit Methode gemäß IAS 19 ermittelt. Der Barwert der Pensionsverpflichtungen hängt von versicherungsmathematischen Annahmen ab. Diese Annahmen umfassen Diskontierungszinssatz, erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen, erwartete Renditen auf das Planvermögen sowie Sterblichkeitsraten. Sie können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den künftigen tatsächlichen Entwicklungen abweichen und sich damit wesentlich auf die Höhe der Verpflichtung und der dazugehörigen Aufwendungen auswirken. Sonstige Rückstellungen Änderungen in der Wahrscheinlichkeitsschätzung einer gegenwärtigen Verpflichtung oder eines wirtschaftlichen Ressourcenabflusses können dazu führen, dass bislang als Eventualverbindlichkeiten eingestufte Sachverhalte als Rückstellung zu passivieren sind bzw. Rückstellungsbeträge sich ändern. Ertragsteuern und latente Steuern Die Schenck Process Gruppe ist in einer Vielzahl von Ländern tätig und unterliegt damit verschiedenen Steuerhoheiten. Die Bestimmung der Steuerverbindlichkeiten erfordert eine Reihe von Einschätzungen des Managements. Das Management geht davon aus, eine vernünftige Einschätzung der steuerlichen Unwägbarkeiten getroffen zu haben. Gleichwohl kann nicht zugesichert werden, dass der tatsächliche Ausgang der Unwägbarkeiten mit den angenommenen Einschätzungen übereinstimmt. Etwaige Abweichungen können sich in dem Jahr der Entstehung auf die Höhe der Steuerverbindlichkeiten oder der latenten Steuern auswirken. Bei der Einschätzung der Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern beurteilt das Management, in welchem Ausmaß mehr Gründe für als gegen eine Realisierung sprechen. Ob die aktiven latenten Steuern tatsächlich realisiert werden können, hängt davon ab, ob zukünftig in ausreichendem Maße steuerliches Einkommen erwirtschaftet werden kann, gegen welches temporäre Differenzen bzw. steuerliche Verlustvorträge verrechnet werden können. Hierfür betrachtet das Management die Zeitpunkte der Umkehrung der passiven latenten Steuern sowie die zukünftig erwarteten steuerlichen Einkommen. Die aktiven latenten Steuern verringern sich, wenn sich die Schätzung der geplanten steuerlichen Einkommen mindert oder der Umfang der künftigen Steuervorteile durch Gesetzesänderungen der Höhe nach oder in zeitlicher Hinsicht beschränkt wird. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Immaterielle Vermögenswerte Unter den immateriellen Vermögenswerten werden Geschäfts- oder Firmenwerte, Markenrechte, Technologien und aktivierte Entwicklungskosten sowie andere immaterielle Vermögenswerte (Kundenbeziehungen, Patente, Software, Lizenzen, ähnliche Rechte) ausgewiesen. Entgeltlich erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die immateriellen Vermögenswerte mit Ausnahme der Geschäfts- oder Firmenwerte und der Nutzungsrechte an der Marke Schenck Process weisen eine bestimmbare Nutzungsdauer auf. Sie werden über den Zeitraum ihrer Nutzung planmäßig linear abgeschrieben. Zu den zugrundeliegenden Nutzungsdauern verweisen wir auf die nachfolgende Tabelle. Sofern es Anzeichen für eine Wertminderung gibt, werden die planmäßig abnutzbaren immateriellen Vermögenswerte einem Impairment Test unterzogen und gegebenenfalls auf den erzielbaren Betrag im Sinne von IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten) abgeschrieben. Ist der Grund für eine früher erfolgte Erfassung einer Wertminderung entfallen, werden Zuschreibungen vorgenommen, die sich maximal auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten belaufen. Geschäfts- oder Firmenwerte haben eine zeitlich unbestimmte Nutzungsdauer und werden nicht planmäßig abgeschrieben. Sie werden mindestens jährlich, bei Anzeichen für eine Wertminderung gegebenenfalls auch anlassbezogen, einer Werthaltigkeitsprüfung (Impairment-Test) nach Maßgabe des IAS 36 unterzogen. Die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt auf Ebene der CGU. Der erzielbare Betrag einer CGU wird durch Ermittlung des Nutzungswerts, unter Anwendung eines kapitalwertorientierten Verfahrens, bestimmt. Hierbei werden zukünftige Zahlungsströme auf den Bewertungsstichtag, unter Zugrundelegung von Kapitalmarktparametern (WACC) diskontiert. Die erworbenen Markenrechte, die die Marke Schenck Process betreffen, werden nicht planmäßig abgeschrieben, da es sich um einen im Markt eingeführten alten Markennamen handelt, der einem weiten Kundenkreis bekannt ist. Die Einstellung des Marktauftritts der Schenck Process Gruppe in Bezug auf diese Markenrechte ist nicht vorgesehen oder beabsichtigt. Den Markenrechten liegt entsprechend eine zeitlich unbestimmte Nutzungsdauer zugrunde. Sie werden mindestens einmal jährlich einer Werthaltigkeitsüberprüfung (Impairment-Test) nach Maßgabe des IAS 36 unterzogen. Als Verfahren zur Ermittlung des erzielbaren Betrags dient die Lizenzpreisanalogiemethode. Bei Bedarf findet eine Abwertung auf den erzielbaren Betrag in Form des Nutzungswerts statt. Die im Rahmen der Akquisitionen in den Jahren 2018 und 2020 erworbenen Markenrechte werden planmäßig über bestimmte Nutzungsdauern abgeschrieben. Entwicklungskosten werden dann aktiviert, wenn die Voraussetzungen des IAS 38.57 erfüllt sind; hierzu müssen die nachfolgenden Nachweise erbracht werden:
Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten umfassen dabei alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der entwicklungsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten sind im Berichtszeitraum nicht angefallen. Die Abschreibung erfolgt linear ab dem Zeitpunkt der Nutzbarkeit über die vorgesehene Nutzungsdauer der entwickelten Lösungen bzw. Technologien, siehe nachfolgende Tabelle. Für immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Nutzbarkeit im Konzern folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt:
Sachanlagen Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Die Herstellungskosten beinhalten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch dem Erstellungsprozess zuzurechnende Gemeinkosten auf Basis der normalen Betriebskapazität. Die Gemeinkosten umfassen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie zurechenbare Abschreibungen des Anlagevermögens. Sofern es Anzeichen für eine Wertminderung gibt, werden die planmäßig abnutzbaren Vermögenswerte einem Impairment Test unterzogen und gegebenenfalls auf den erzielbaren Betrag im Sinne von IAS 36 abgewertet. Sofern der Grund für eine früher vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung bis höchstens auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Geringwertige Anlagegüter werden aus Wesentlichkeitsgesichtspunkten im Jahr des Zugangs aufwandswirksam erfasst. Finanzierungskosten im Sinne des IAS 23 sind im Berichtszeitraum nicht angefallen. Die Nutzungsdauern der Sachanlagen wurden wie folgt geschätzt:
Werthaltigkeitsprüfungen Werthaltigkeitsprüfungen (Impairment Tests) werden beim Geschäfts- oder Firmenwert sowie bei Markenrechten mit unbestimmter Nutzungsdauer (wenn sie nicht Teil einer Goodwill-haltenden CGU sind) mindestens jährlich im Dezember durchgeführt. Bei immateriellen Vermögenswerten mit bestimmter Nutzungsdauer sowie bei Sachanlagen und übrigen Vermögenswerten ist ein Werthaltigkeitstest nur bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte (sog. Triggering events) vorzunehmen. Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst, soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag des einzelnen Vermögenswerts bzw. der Cash Generating Unit (CGU) wird grundsätzlich ermittelt als Nutzungswert (Value in Use) oder als beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Fair Value less Costs of Disposal). Entfällt der Grund für eine im Vorjahr erfasste Wertminderung, erfolgt, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, eine Wertaufholung bis höchstens auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Leasing Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Um zu beurteilen, ob ein Vertrag das Recht zur Kontrolle eines identifizierten Vermögenswertes beinhaltet, legt der Konzern die Definition eines Leasingverhältnisses nach IFRS 16 zugrunde. Am Bereitstellungsdatum oder bei Änderung eines Vertrages, der eine Leasingkomponente enthält, teilt der Konzern das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf. i Die Schenck Process Gruppe als Leasingnehmer Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um am oder vor dem Bereitstellungsdatum geleistete Zahlungen, zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten sowie der geschätzten Kosten zur Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswertes oder zur Wiederherstellung des zugrunde liegenden Vermögenswertes bzw. des Standortes, an dem dieser sich befindet, abzüglich etwaiger erhaltener Leasinganreize. Anschließend wird das Nutzungsrecht vom Bereitstellungsdatum bis zum Ende des Leasingzeitraums linear abgeschrieben, es sei denn, das Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert geht zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern über oder in den Kosten des Nutzungsrechtes ist berücksichtigt, dass der Konzern eine Kaufoption wahrnehmen wird. In diesem Fall wird das Nutzungsrecht über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswertes abgeschrieben, welche nach den Vorschriften für Sachanlagen ermittelt wird. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht fortlaufend um Wertminderungen, sofern notwendig, berichtigt und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst. Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteten Leasingzahlungen, abgezinst mit dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz oder, wenn sich dieser nicht ohne weiteres bestimmen lässt, mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns bilanziert. Normalerweise nutzt der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz als Abzinsungssatz. Zur Ermittlung seines Grenzfremdkapitalzinssatzes erlangt der Konzern Zinssätze von verschiedenen externen Finanzquellen und macht bestimmte Anpassungen unter Berücksichtigung der begebenen Anleihen, um die Leasingbedingungen und die Art des Vermögenswertes zu berücksichtigen. Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen umfassen:
Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet. Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder Zinssatzänderung verändern, wenn der Konzern seine Schätzung zu den voraussichtlichen Zahlungen im Rahmen einer Restwertgarantie anpasst, wenn der Konzern seine Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert oder sich eine de facto feste Leasingzahlung ändert. Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwertes des Nutzungsrechtes vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich der Buchwert des Nutzungsrechtes auf null verringert hat. In der Bilanz weist der Konzern Nutzungsrechte in den Sachanlagen und Leasingverbindlichkeiten in den Finanzverbindlichkeiten aus. ii Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen Die Schenck Process Gruppe hat beschlossen, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse, nicht anzusetzen. Der Konzern erfasst die mit diesen Leasingverhältnissen in Zusammenhang stehenden Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear als Aufwand. iii Die Schenck Process Gruppe als Leasinggeber Die Schenck Process Gruppe hat keine Leasingverträge, in denen diese als Leasinggeber auftritt. Latente Steuern Aktive und passive latente Steuern werden entsprechend IAS 12 (Income Taxes) nach der bilanzorientierten Methode auf Grundlage des zum Zeitpunkt der Realisation gültigen Steuersatzes für sämtliche temporären Differenzen zwischen den Wertansätzen der Steuerbilanz und der IFRS-Bilanz gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit hinreichender Sicherheit gewährleistet ist. Temporäre Differenzen in Bezug auf ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeiten für ein bestimmtes Leasingverhältnis werden zum Zwecke der Erfassung latenter Steuern zusammengefasst (das Leasingverhältnis) betrachtet. Vorratsvermögen Die Vorräte sind zu dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt zu Durchschnittskosten oder nach der "First in - First out" (Fifo)-Methode. Abschläge wegen fehlender Gängigkeit und Nichtveräußerbarkeit / -verwertbarkeit werden entsprechend den in den Gruppenrichtlinien festgelegten Zeiträumen mit einem gestaffelten Prozentsatz von 15% bis 90% vorgenommen. Die Herstellungskosten beinhalten gemäß IAS 2 (Vorräte) neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch dem Produktionsprozess zuzurechnende Gemeinkosten auf Basis der normalen Betriebskapazität. Die Gemeinkosten umfassen Material- und Fertigungsgemeinkosten, produktionsbezogene Verwaltungsgemeinkosten sowie Abschreibungen auf Fertigungsanlagen. Fremdkapitalzinsen im Sinne des IAS 23 sind im Berichtszeitraum nicht angefallen. Soweit erforderlich, wird der niedrigere Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Nettoveräußerungswert ist der im normalen Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös abzüglich der noch anfallenden Fertigungskosten und der Vertriebskosten. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden Nach IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" ist jeder unbedingte Anspruch auf Erhalt einer Gegenleistung gesondert als Forderung - getrennt von den Vertragsvermögenswerten - auszuweisen. Demgemäß werden nach IFRS 15 Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten als separate Posten, Vertragssalden, in der Bilanz ausgewiesen. Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden nach der Percentage of Completion Methode (PoC-Methode) bilanziert. Nach IFRS 15 werden die Auftragserlöse und -kosten eines Fertigungsauftrags, bei dem das Ergebnis verlässlich geschätzt werden kann, entsprechend dem tatsächlichen Leistungsfortschritt als Erträge bzw. Aufwendungen erfasst. Ein erwarteter Verlust wird als Wertminderungsaufwand erfolgswirksam berücksichtigt. Der Leistungsfortschritt bzw. der Fertigstellungsgrad wird aus dem Verhältnis zwischen den bislang angefallenen Auftragskosten und den geschätzten Gesamtkosten zum jeweiligen Stichtag errechnet (Cost-to-Cost-Method). Ist das Ergebnis eines Fertigungsauftrags nicht zuverlässig ermittelbar, werden Erlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst (Zero-Profit-Method). Der Ausweis der Aufträge erfolgt unter dem Posten Vertragsvermögenswerte bzw. Vertragsverbindlichkeiten. Erhaltene Anzahlungen werden von den Herstellungskosten und dem anteiligen Ergebnis des Fertigungsauftrags abgesetzt. Soweit die kumulierten Leistungen (angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Gewinne) die Anzahlungen im Einzelfall übersteigen, erfolgt der Ausweis der Fertigungsaufträge unter dem Posten Vertragsvermögenswerte. Verbleibt nach Abzug der erhaltenen Anzahlungen ein negativer Saldo, erfolgt der Ausweis unter dem Posten Vertragsverbindlichkeiten. Weiterhin werden Teilabrechnungen, die die Herstellungskosten zuzüglich des anteiligen Ergebnisses des Fertigungsauftrages übersteigen, ebenfalls unter dem Posten Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Finanzinstrumente Der Konzern klassifiziert die nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte gemäß IFRS 9 in die folgenden Kategorien: finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden und finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Der Konzern stuft nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten ein als finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden oder als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. i. Nicht derivative finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten - Ansatz und Ausbuchung Der Konzern bilanziert Kredite und Forderungen ab dem Zeitpunkt, zu dem sie entstanden sind. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden erstmals am Handelstag erfasst, wenn das Unternehmen Vertragspartner nach den Vertragsbestimmungen des Instruments wird. Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Cash Flows aus einem Vermögenswert auslaufen oder er die Rechte zum Erhalt der Cash Flows in einer Transaktion überträgt, in der auch alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswertes verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden. Eine Ausbuchung findet ebenfalls statt, wenn der Konzern alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen weder überträgt noch behält aber die Verfügungsgewalt über den übertragenen Vermögenswert verliert. Jeder Anteil an solchen übertragenen finanziellen Vermögenswerten, die im Konzern entstehen oder verbleiben, wird als separater Vermögenswert oder separate Verbindlichkeit bilanziert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden verrechnet und in der Bilanz als Nettowert ausgewiesen, wenn der Konzern einen gegenwärtigen, durchsetzbaren Rechtsanspruch hat, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen und es beabsichtigt ist, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. ii. Nicht derivative finanzielle Vermögenswerte - Bewertung Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden Ein finanzieller Vermögenswert wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, falls er zu Handelszwecken gehalten oder bei erstmaligem Ansatz entsprechend bestimmt wird. Zurechenbare Transaktionskosten, Zins- und Dividendenerträge werden im Gewinn oder Verlust erfasst, sobald sie anfallen. Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden Solche Vermögenswerte werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. iii. Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten - Bewertung Eine finanzielle Verbindlichkeit wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, falls sie zu Handelszwecken gehalten oder bei erstmaligem Ansatz entsprechend bestimmt wird. Direkt zurechenbare Transaktionskosten und Zinsaufwendungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst, sobald sie anfallen. Andere nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. iv. Derivative Finanzinstrumente Der Konzern hält derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken. Eingebettete Derivate werden unter bestimmten Voraussetzungen vom Basisvertrag getrennt und separat bilanziert. Die derivativen Finanzgeschäfte werden nur mit Banken mit hohem Rating abgeschlossen. Ihr Einsatz ist in einer Richtlinie geregelt, erfolgt nicht zu spekulativen Zwecken und unterliegt einer strengen Überwachung. Die Schenck Process Gruppe wendet das Hedge Accounting nicht an. Derivate werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet; zurechenbare Transaktionskosten werden bei Anfall im Gewinn oder Verlust erfasst. Im Rahmen der Folgebewertung werden Derivate mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Sich daraus ergebende Änderungen werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst. Absicherung von Zahlungsströmen Bei Derivaten, die zur Absicherung gegen das Risiko schwankender Zahlungsströme bestimmt sind, werden die Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes des Derivats in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Forderungen Im Rahmen von Factoring-Verträgen werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf revolvierender Basis an Banken verkauft. Die Vereinbarungen haben eine unbestimmte Laufzeit, der Kaufpreis entspricht dem Nominalbetrag der Forderung unter Abzug von Gebühren und Zinsen. Es bestehen Factoring-Vereinbarungen mit drei Gesellschaften der Schenck Process Gruppe. Bei einer Vereinbarung werden alle Chancen und Risiken übertragen, sodass die kreditrisikobedingten Ausfälle und das Risiko verspäteter Zahlung von der jeweiligen Bank komplett getragen werden. Bei den übrigen Vereinbarungen werden im Rahmen eines anhaltenden Engagements die übertragenen Forderungen nicht vollständig (nur in Höhe von 85%) ausgebucht. Der maximale kreditrisikobedingte Ausfall bei diesen Vereinbarungen beträgt 15% der übertragenen Forderungen und ist von der Schenck Process Gruppe zu tragen. Entsprechend wird eine verbundene Verbindlichkeit passiviert. Die übrigen kreditrisikobedingten Ausfälle und das Risiko verspäteter Zahlung übernimmt die Bank. i. Nicht derivative finanzielle Vermögenswerte Ein finanzieller Vermögenswert, der nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert eingestuft ist, wird an jedem Abschlussstichtag überprüft, um festzustellen, ob es einen objektiven Hinweis darauf gibt, dass eine Wertminderung eingetreten ist. Als objektive Hinweise, dass bei finanziellen Vermögenswerten Wertminderungen eingetreten sind, gelten
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vermögenswerte aus Verträgen mit Kunden gemäß IFRS 15 und sonstige Vermögenswerte werden bei der Schenck Process Gruppe zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Aufgrund der Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten fällt die Ermittlung von Wertminderungen in den Anwendungsbereich des IFRS 9 unter das Modell zur Ermittlung erwarteter Kreditverluste (Expected Credit Losses, ECL). Der allgemeine Wertminderungsansatz unterscheidet danach, ob für finanzielle Vermögenswerte Wertberichtigungen in Höhe der erwarteten 12-Monats-Kreditverluste (12-month ECL, Stufe 1) oder über die erwarteten Kreditausfälle der gesamten Laufzeit des Instrumentes (Lifetime ECL, Stufe 2) berechnet werden. Finanzielle Vermögenswerte, bei denen objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, fallen unter die Stufe 3 (Lifetime ECL, credit impaired) und werden einzelwertberichtigt. Finanzinstrumente werden erstmalig in die Stufe 1 eingeordnet. Für Finanzinstrumente in dieser Stufe ist eine Risikovorsorge in Höhe der Kreditausfälle zu erfassen, deren Eintritt innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartet wird. Bei der Schenck Process Gruppe werden Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vermögenswerte aus Verträgen mit Kunden mit Hilfe des vereinfachten Ansatzes erfasst. Beim vereinfachten Ansatz erfolgt die Erfassung der Wertberichtigung aller über die gesamte Restlaufzeit erwarteten Kreditausfallverluste (Lifetime ECL). Im Vergleich zu dem allgemeinen Ansatz entfällt damit die Stufe 1 und die Forderungen werden direkt der Stufe 2 zugeordnet. Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte werden im Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) unter dem Posten Wertminderungsaufwendungen, netto dargestellt. Wenn ein nach der Erfassung der Wertberichtigung eintretendes Ereignis eine Verringerung der Höhe der Wertberichtigung zur Folge hat, wird die Verringerung der Wertberichtigung im gleichen Posten erfasst. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte werden ausgebucht, wenn nach angemessener Einschätzung keine Realisierbarkeit mehr gegeben ist (Ausfallereignis 'Default'). Wie im Vorjahr wurden Hinweise auf Wertminderungen für nicht derivative finanzielle Vermögenswerte sowohl auf der Ebene des einzelnen Vermögenswertes als auch auf kollektiver Ebene berücksichtigt. Alle Vermögenswerte, die für sich genommen bedeutsam waren, wurden im Hinblick auf spezifische Wertminderungen beurteilt. Diejenigen, die sich als nicht spezifisch wertgemindert herausstellten, wurden anschließend kollektiv auf etwaige Wertminderungen beurteilt, die eingetreten, aber noch nicht identifiziert wurden. Vermögenswerte, die für sich genommen nicht bedeutsam waren, wurden kollektiv auf Wertminderungen beurteilt, indem Vermögenswerte mit ähnlichen Risikoeigenschaften in einer Gruppe zusammengefasst wurden. Bei der Beurteilung kollektiver Wertminderungen verwendete der Konzern historische Informationen über den zeitlichen Anfall von Einzahlungen und die Höhe der eingetretenen Verluste. Eine Wertminderung wurde als Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der geschätzten künftigen Cash-Flows berechnet, abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des Vermögenswertes. Zahlungsmittel Der Bestand an Zahlungsmitteln umfasst alle flüssigen Mittel, d. h. Kassenbestände, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten, die ausnahmslos kurzfristig verfügbar sind. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen ebenfalls den Wertminderungsvorschriften von IFRS 9, aufgrund der kurzen Laufzeit der Bankguthaben und der hohen Bonität der beteiligten Kreditinstitute ist der erwartete Wertminderungsaufwand jedoch unwesentlich. ii. Nicht finanzielle Vermögenswerte Die Buchwerte der nicht finanziellen Vermögenswerte des Konzerns - mit Ausnahme von Vorräten und latenten Steueransprüchen - werden an jedem Abschlussstichtag überprüft, um festzustellen, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt. Ist dies der Fall, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes ist der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten. Bei der Beurteilung des Nutzungswertes werden die geschätzten zukünftigen Cash-Flows auf ihren Barwert abgezinst, wobei ein Abzinsungssatz vor Steuern verwendet wird, der gegenwärtige Marktbewertungen des Zinseffekts und der speziellen Risiken eines Vermögenswertes widerspiegelt. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der Buchwert eines Vermögenswertes seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Wertminderungsaufwendungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Ein Wertminderungsaufwand eines Vermögenswertes -mit Ausnahme des Geschäfts oder Firmenwerts- wird nur insofern aufgeholt, als der Buchwert des Vermögenswertes den Buchwert nicht übersteigt, der abzüglich der Abschreibungen oder Amortisationen bestimmt worden wäre, wenn kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte IFRS 5 Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die Vermögenswerte und Schulden umfassen, werden als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft, wenn es höchstwahrscheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung oder Ausschüttung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden. Im Allgemeinen werden diese Vermögenswerte oder die Veräußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Ein etwaiger Wertminderungsaufwand einer Veräußerungsgruppe wird zunächst dem Geschäfts- oder Firmenwert und dann den verbleibenden Vermögenswerten und Schulden auf anteiliger Basis zugeordnet - mit der Ausnahme, dass den Vorräten, finanziellen Vermögenswerten, latenten Steueransprüchen, Vermögenswerten im Zusammenhang mit Leistungen an Arbeitnehmer, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien oder biologischen Vermögenswerten, die weiterhin gemäß den sonstigen Rechnungslegungsmethoden des Konzerns bewertet werden, kein Verlust zugeordnet wird. Wertminderungsaufwendungen bei der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten und spätere Gewinne und Verluste bei Neubewertung werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben und jedes nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen wird nicht mehr nach der Equity-Methode bilanziert, sobald sie als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft sind. Pensionsrückstellungen Für die Mitarbeiter einzelner Gesellschaften der Schenck Process Gruppe existieren leistungsorientierte Pensionspläne, die für Neueintritte geschlossen sind. Die Pensionsverpflichtungen unterscheiden sich aufgrund der jeweiligen rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des betreffenden Landes und sind von der Betriebszugehörigkeit und Vergütungsstufe des Mitarbeiters abhängig. Die Leistungszusagen sind durch Rückstellungen abgedeckt. Diese enthalten sowohl Verpflichtungen aus laufenden Pensionen als auch Anwartschaften auf künftig zu zahlende Pensionen. Die versicherungsmathematische Bewertung der Pensionsrückstellungen basiert auf dem in IAS 19 (Employee Benefits) vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen. Die Rückstellungen für Pensionen sind ausschließlich den langfristigen Rückstellungen zugeordnet. Planvermögen im Sinne von IAS 19 wird von den Pensionsverpflichtungen abgesetzt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in dem Jahr ihres Entstehens als Teil der Pensionsrückstellung bilanziert und in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen, der Zinsanteil der Rückstellungszuführung im Zinsergebnis. Sonstige Rückstellungen Gemäß IAS 37 (Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets) werden Rückstellungen gebildet, wenn eine rechtliche oder faktische Außenverpflichtung besteht, die tatsächliche Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und eine zuverlässige Schätzung des Mittelabflusses möglich ist. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt mit dem wahrscheinlichen Wert der Inanspruchnahme. Sie werden nicht mit Rückgriffansprüchen verrechnet. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die am Bilanzstichtag zu berücksichtigenden Kostensteigerungen. Rückstellungen für Gewährleistungsansprüche werden unter Zugrundelegung des bisherigen bzw. geschätzten zukünftigen Schadensverlaufes gebildet. Langfristige Rückstellungen werden mit dem Barwert der Verpflichtung angesetzt, sofern der Effekt wesentlich ist, und in Folgeperioden aufgezinst. Eine Restrukturierungsrückstellung wird gebildet, wenn die Gruppe einen detaillierten und formellen Restrukturierungsplan genehmigt hat und die Restrukturierung entweder begonnen hat oder öffentlich bekannt gegeben wurde. Zukünftige Betriebsverluste werden nicht zurückgestellt. Eventualverbindlichkeiten Eventualverbindlichkeiten stellen mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten dar, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Konzerns stehen, erst noch bestätigt werden muss. Eventualverbindlichkeiten entstehen auch aus einer gegenwärtigen Verpflichtung, die auf vergangenen Ereignissen beruht, die jedoch nicht bilanziert werden, weil der Abfluss von Ressourcen nicht wahrscheinlich ist beziehungsweise die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann. Umsatzrealisierung Umsatzerlöse werden gemäß IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) erfasst, wenn durch Übertragung eines zugesagten Guts oder einer zugesagten Dienstleistung auf einen Kunden eine Leistungsverpflichtung erfüllt wird. Ein Vermögenswert gilt als übertragen, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über diesen Vermögenswert erlangt. Kommt ein Unternehmen einer Leistungsverpflichtung nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt nach, wird sie über einen bestimmten Zeitraum erfüllt. Die Umsatzerlöse der Schenck Process Gruppe enthalten im Wesentlichen Verkäufe von Produkten und Dienstleistungen. Sie werden vermindert um Skonti, Preisnachlässe, Kundenboni und Rabatte ausgewiesen.
Kosten der umgesetzten Leistungen Die Kosten der umgesetzten Leistungen umfassen die Kosten der verkauften Erzeugnisse und Waren sowie der erbrachten Dienstleistungen. Daneben umfassen sie die Kosten, die auf die Umsätze aus Auftragsfertigung gemäß IFRS 15 nach der PoC-Methode entfallen. Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten auch die indirekten Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf die Produktionsanlagen sowie die Abwertungen auf Vorräte. Die Kosten der umgesetzten Leistungen umfassen auch die Zuführungen zu Auftragsrückstellungen (hierunter fallen u.a. Garantie-Einzelrückstellungen und Nachlaufkostenpauschalen). Forschungs- und Entwicklungskosten Forschungskosten und nicht aktivierbare Entwicklungskosten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie entstehen. Ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert, der sich aus der Entwicklungstätigkeit ergibt, wird nur erfasst, wenn die Nachweise entsprechend IAS 38.57 erbracht wurden. Der Betrag, mit dem ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert erstmalig aktiviert wird, ist die Summe der entstandenen Aufwendungen von dem Tag an, an dem der immaterielle Vermögenswert die oben genannten Bedingungen erstmals erfüllt hat. Wenn ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert nicht aktiviert werden kann bzw. die oben genannten Kriterien für die Aktivierung bis zum Bilanzstichtag noch nicht erfüllt sind, werden die Entwicklungskosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie entstehen. In den Folgeperioden werden selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte genauso wie erworbene immaterielle Vermögenswerte zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Finanzergebnis Das Finanzergebnis beinhaltet Zinserträge aus der Anlage von liquiden Mitteln, Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten, Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten, die erfolgswirksam erfasst werden, sowie Zinsaufwand aus Pensionsrückstellungen und Erträge aus Planvermögen. Bewertung zum beizulegenden Zeitwert Einige Rechnungslegungsmethoden und Anhangangaben des Konzerns erfordern die Ermittlung beizulegender Zeitwerte für finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte und Schulden. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, zu dem am Bewertungsstichtag in einem geordneten Geschäftsvorfall im Hauptmarkt oder, wenn keiner vorhanden, im vorteilhaftesten Markt, zu dem der Konzern zu diesem Zeitpunkt Zugang hat, ein Vermögenswert verkauft oder eine Schuld übertragen werden würde. Der beizulegende Zeitwert einer Schuld spiegelt das Risiko der Nichterfüllung wider. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet der Konzern, soweit möglich, am Markt beobachtbare Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen der Fair Value-Hierarchie eingeordnet: Stufe 1: Notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden: Sofern verfügbar, ermittelt der Konzern den beizulegenden Zeitwert eines Finanzinstruments auf Basis notierter Preise auf einem aktiven Markt für dieses Instrument. Ein Markt wird dann als aktiv angesehen, wenn Transaktionen für den jeweiligen Vermögenswert oder die jeweilige Verbindlichkeit in ausreichender Frequenz und in ausreichendem Umfang stattfinden, sodass Preisinformationen fortlaufend zur Verfügung stehen. Stufe 2: Bewertungsparameter, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten, notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt als Ableitung von Preisen) beobachten lassen. Sofern keine notierten Preise auf einem aktiven Markt existieren, verwendet der Konzern Bewertungstechniken, die die Verwendung relevanter beobachtbarer Inputfaktoren maximieren und die Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren minimieren. In die verwendete Bewertungstechnik fließen alle Faktoren ein, die die Marktteilnehmer bei der Preisfindung einer solchen Transaktion berücksichtigen würden. Stufe 3: Bewertungsparameter für Vermögenswerte oder Schulden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen. Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Fair Value-Hierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Fair Value-Hierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist. Hat ein Vermögenswert oder eine Schuld, der bzw. die mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet wird, einen Geld- und einen Briefkurs, dann bewertet der Konzern Vermögenswerte bzw. Long-Positionen mit dem Geldkurs und Schulden bzw. Short-Positionen mit dem Briefkurs. Der beste Nachweis für den beizulegenden Zeitwert beim erstmaligen Ansatz eines Finanzinstruments ist grundsätzlich der Transaktionspreis, das heißt der beizulegende Zeitwert der übertragenen oder erhaltenen Gegenleistung. Stellt der Konzern fest, dass beim erstmaligen Ansatz der beizulegende Zeitwert vom Transaktionspreis abweicht und der beizulegende Zeitwert weder (a) durch einen notierten Preis auf einem aktiven Markt für einen identischen Vermögenswert oder eine identische Schuld nachgewiesen wird noch (b) auf einer Bewertungstechnik basiert, in der alle nicht beobachtbaren Inputfaktoren als unwesentlich betrachtet werden können, dann ist dieses Finanzinstrument beim erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Dieser Betrag wird zur Abgrenzung der Differenz zwischen beizulegendem Zeitwert und Transaktionspreis angepasst. Im Rahmen der Folgebewertung ist diese Differenz in einer angemessenen Weise über die Laufzeit des Instruments, allerdings nicht später als bei vollumfänglicher Bewertung durch beobachtbare Marktdaten oder Ausbuchung der Transaktion, im Gewinn oder Verlust zu erfassen. II. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 1 Immaterielle Vermögenswerte
Von den immateriellen Vermögenswerten sind 105.501 T€ (Vorjahr: 108.454 T€) an die Schenck Process Gruppe finanzierenden Anleihegläubiger sicherungsübereignet. Geschäfts- oder Firmenwerte und Markenrechte Geschäfts- oder Firmenwerte Der zum 31. Dezember 2021 bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 377.551 T€ (Vorjahr: 356.197 T€) resultiert aus dem Erwerb aller Anteile an der Schenck Process Holding GmbH durch die Platin 1426 GmbH mit Wirkung zum 28. Dezember 2017, dem Erwerb der Anteile an der Raymond Bartlett Snow (RBS) Gruppe mit Wirkung zum 29. Juni 2018, der Process Components Limited mit Wirkung zum 29. September 2018,dem Erwerb der Baker Perkins Gesellschaften mit Wirkung zum 16. November 2020 und dem Erwerb der Solids Handling And Process Engineering Co. (SHAPE), Thailand zum 1. August 2021 durch die Schenck Process (Thailand) Ltd. Der im Rahmen eines Erwerbs entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wird einer CGU (Cash Generating Unit) zugeordnet und dort jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Als CGU definiert die Schenck Process Gruppe jede operative Gesellschaft oder jede Gruppe von operativen Gesellschaften, die unabhängig von anderen operativen Gesellschaften Mittelzuflüsse erzeugt und die auf Basis der Geschäftseinheiten festgelegt wurden. Neudefinition der CGUs für die Prüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts Im Zuge einer Reorganisation hat die Schenck Process Gruppe beschlossen, das CGU Konzept zum 1. Januar 2021 anzupassen. Die CGUs sind regional gegliedert und bestehen historisch gemäß dem bisherigen Steuerungskonzept aus größeren Regionen aber teilweise auch aus einzelnen Ländern/kleineren Regionen. Die Low Risk Entities (abgeleitet aus dem Verrechnungspreis-Modells), neben Japan auch Brasilien/Chile, sind nun durch die Reorganisation deutlich stärker in überregionale Hubs (Australien und USA) eingebunden. Die operative Leitung sowie die Verantwortung für Planung und Steuerung der betroffenen Gesellschaften wurde in den genannten Ländern bzw. Regionen gebündelt und weiter zentralisiert. Für Zwecke der jährlich durchzuführenden Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wurde die bisherige CGU- Festlegung geändert:
Der erzielbare Betrag der CGU wird von Schenck Process grundsätzlich als Nutzungswert (Value in Use) unter Anwendung des Discounted Cash-Flow-Verfahrens berechnet. Die Berechnung des Zeitwerts wird auf der Grundlage von Cash-Flow-Prognosen erstellt, die auf von der Geschäftsführung für einem Zeitraum von drei Jahren genehmigten Finanzplänen (2022 bis 2024) basieren. Ergänzend wurde eine Grobplanungsphase für die Jahre 2025 bis 2026 eingefügt, in der Wachstumsraten für die Umsatzplanung angesetzt wurden, die auf die ewige Rente mit einem Wachstum von 1,5% bis 2,0% überleiten. Die angesetzten Wachstumsraten berücksichtigen entsprechend den Regelungen des IAS 36 keine kapazitätserweiternden Investitionen, für die noch keine Mittelabflüsse stattgefunden haben. Die Planungen beruhen auf gesammelten Erfahrungen, den aktuellen Geschäftsergebnissen und der bestmöglichen Schätzung der Geschäftsführung zur zukünftigen Entwicklung einzeln zu berücksichtigender Einflussfaktoren. Hierunter sind unter anderem Rohstoffpreise, Gewinnmargen und Markterwartungen zu subsummieren. Spezifische Marktannahmen, wie beispielsweise der Konjunkturverlauf, das Marktwachstum sowie (zukünftige) Zins- und Fremdwährungskurse, werden unter Berücksichtigung externer makroökonomischer und industriespezifischer Quellen miteinbezogen. Die Kapitalkosten ergeben sich aus dem gewogenen Mittel der Fremd- und Eigenkapitalkosten. Hierbei wird für die Berechnung der Eigenkapitalkosten ein Beta-Faktor anhand von Kapitalmarktdaten sowie der Kapitalstruktur vergleichbarer Unternehmen ermittelt. Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte im Geschäftsjahr 2021 auf Ebene der jeweiligen CGU führte zum 31. Dezember 2021 zu keinem Abwertungsbedarf. Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrages für die CGU's verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Weiterhin wird angegeben, um wieviel der geschätzte erzielbare Ertrag der einzelnen CGU's deren Buchwert übersteigt (Headroom).
Die nachfolgende Tabelle zeigt, welche für möglich gehaltenen Änderungen der obengenannten Annahmen für die CGU's, jeweils bei isolierter Betrachtung in Prozentpunkten erforderlich wären, damit der geschätzte Betrag dem Buchwert entspricht.
Markenrechte Bei den erworbenen Markenrechten handelt es sich um das Recht zur Nutzung der Marke "Schenck Process" mit einer unbestimmten Nutzungsdauer sowie um die Markenrechte "Raymond-Bartlett-Snow", "KEK", "KeK-Gardner", "MUCON" und "kemutec". Aus dem Erwerb der Baker Perkins Holdings Limited wurden zudem segmentspezifische eingetragene und nicht eingetragene Markenrechte, die unter der Dachmarke "Baker Perkins" zusammengefasst werden, erworben. Die Verteilung der Buchwerte der Nutzungsrechte auf die jeweiligen CGUs kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden. Die Zeitwerte der Marken-Nutzungsrechte für die jeweiligen CGUs wurden mittels der Lizenzpreisanalogiemethode ermittelt. IDW S 5 ("Grundsätze zur Bewertung immaterieller Vermögenswerte") empfiehlt die Verwendung von kapitalwertorientierten Verfahren bei der Bewertung von Markenrechten. Innerhalb des kapitalwertorientierten Verfahrens werden die Mehrgewinnmethode, die Residualwertmethode, die Methode der unmittelbaren Cash-Flow-Prognose sowie die Methode der Lizenzpreisanalogie unterschieden. Da die Nutzungsrechte der Marke "Schenck Process" einer Unternehmensmarke entspricht, ist die Mehrgewinnmethode laut IDW S5, Tz. 62, nur eingeschränkt anwendbar. Des Weiteren ist die Residualwertmethode üblicherweise den immateriellen Vermögenswerten vorbehalten, die einen erheblichen Einfluss auf die Cash-Flows des Unternehmens haben ("Leading Assets"). Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurden bereits die Kundenbeziehungen als "Leading Assets" identifiziert, weshalb die Residualwertmethode bei der Bewertung der Markenrechte keine Anwendung finden kann. Wesentliche Voraussetzung für die Anwendung der Methode der unmittelbaren Cash-Flow-Prognose ist, dass die den immateriellen Vermögenswerten direkt zurechenbaren Cash Flows ermittelbar sind, was bei Markenrechten nicht der Fall ist. Als Ergebnis ist die Lizenzpreisanalogiemethode eine angemessene Methode für die Bewertung der Markenrechte. In der Praxis wird die Lizenzpreisanalogiemethode häufig für die Bewertung von Markenrechten verwendet. Die auf die markenrelevanten Umsatzerlöse angewendete Lizenzrate beträgt auf Basis einer Analyse vergleichbarer Lizenzen 1,0%. Die Prognose der Umsatzerlöse basiert auf den von der Geschäftsführung für einen Zeitraum von drei Jahren genehmigten Finanzplänen (2022 bis 2024). Ergänzend wurde eine Grobplanungsphase für die Jahre 2025 bis 2026 eingefügt, in der Wachstumsraten für die Umsatzplanung angesetzt wurden, die auf die ewige Rente mit einem Wachstum der Umsatzerlöse von 1,5% bis 2,0% überleiten. Die verwendeten Kapitalkosten wurden wie oben beschrieben ermittelt. Die Überprüfung der Werthaltigkeit für die erworbenen Markenrechte ergab wie bei den Geschäfts- oder Firmenwerten keinen Abwertungsbedarf zum 31. Dezember 2021. Der Wert des Nutzungsrechts der Marke basiert hauptsächlich auf der Planungsprognose für die Umsatzerlöse sowie den Lizenzraten. Daher sind die Wachstumsraten der Umsatzerlöse sowie die Lizenzraten die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen für die Bewertung des zukünftigen Abschreibungsrisikos der Markenrechte. Die CGUs, auf die die Geschäfts- oder Firmenwerte sowie die Markenrechte aufgeteilt wurden, stellen sich wie folgt dar:
Kundenbeziehungen / Auftragsbestände Die Werte der aktivierten Kundenbeziehungen und Auftragsbestände wurden mittels der Residualwertmethode ermittelt. Die Residualwertmethode berücksichtigt den Barwert der erwarteten Netto-Cash-Flows, die die Kundenbeziehungen und die Auftragsbestände erzeugen, mit Ausnahme aller Cash-Flows, die mit unterstützenden Vermögenswerten verbunden sind. Während den Kundenbeziehungen Nutzungsdauern von eins bis fünfundzwanzig Jahren zugrunde liegen, werden die aktivierten Auftragsbestände im Regelfall über ein Jahr abgeschrieben. Über die jeweiligen Nutzungsdauern werden die Vermögenswerte planmäßig (ratierlich) abgeschrieben. Per 31. Dezember 2021 betrug der Buchwert der langfristigen aktivierten Kundenbeziehungen 217.183 T€ (Vorjahr: 224.769 T€) und der Buchwert der kurzfristigen aktivierten Auftragsbestände 0 T€ (Vorjahr: 2.095 T€). Technologien / Schüttgutdatenbank Im Rahmen der Ermittlung der Zeitwerte der erworbenen Technologien wurde wie bei den Markenrechten die Lizenzpreisanalogiemethode angewendet. Bei der Ermittlung des Zeitwerts der Schüttgutdatenbank wurde auf die potenziellen künftigen Wiederbeschaffungskosten abgestellt. Den identifizierten Technologien liegen Nutzungsdauern von sieben bis sechzehn Jahren zugrunde, wohingegen die Schüttgutdatenbank über fünfzehn Jahre abgeschrieben wird. Über die jeweiligen Nutzungsdauern werden die Vermögenswerte planmäßig (ratierlich) abgeschrieben. Per 31. Dezember 2021 beliefen sich die Buchwerte der aktivierten Technologien inkl. der Schüttgutdatenbank auf 48.167 T€ (Vorjahr: 52.276 T€). Aktivierte Entwicklungskosten und andere immaterielle Vermögenswerte Hierunter werden im Wesentlichen aktivierte Entwicklungskosten, Patente, Software, Produktzertifikate sowie sonstige Rechte ausgewiesen, deren Nutzungsdauern sich auf zwei bis fünfzehn Jahre belaufen. Diese Vermögenswerte werden planmäßig (ratierlich) über ihre Nutzungsdauern abgeschrieben. Per 31. Dezember 2021 belief sich ihr Buchwert auf 47.957 T€ (Vorjahr: 35.443 T€). 2 Sachanlagen
* In den planmäßigen Abschreibungen für Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken sind 6.373 T€ für Abschreibungen auf Nutzungsrechte IFRS16 enthalten. In den planmäßigen Abschreibungen für Technische Anlagen und Maschinen sind 792 T€ für Abschreibungen auf Nutzungsrechte IFRS 16 enthalten. In den planmäßigen Abschreibungen für Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sind 1.447 T€ für Abschreibungen auf Nutzungsrechte IFRS 16 enthalten. ** In den planmäßigen Abschreibungen für Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken sind 6.821 T€ für Abschreibungen auf Nutzungsrechte IFRS16 enthalten. In den planmäßigen Abschreibungen für Technische Anlagen und Maschinen sind 926 T€ für Abschreibungen auf Nutzungsrechte IFRS 16 enthalten. In den planmäßigen Abschreibungen für Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sind 1.400 T€ für Abschreibungen auf Nutzungsrechte IFRS 16 enthalten. Im Berichtszeitraum sind keine Fremdkapitalzinsen im Sinne des IAS 23 angefallen. 3 Langfristige Finanzforderungen An einige Führungskräfte der Schenck Process Gruppe wurden langfristige Darlehen ausgegeben, die zur Finanzierung des Kaufes von Anteilen an der BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P. dienen (siehe auch Abschnitt 34). Diese Darlehen werden marktüblich verzinst und werden, vertraglich festgelegt, regelmäßig getilgt. Aus den am 21. Dezember 2017 und 3. August 2018 begebenen Anleihen (siehe Abschnitt 14) und den zusätzlichen Anleihen vom 22. Dezember 2020 wird jeweils ein eingebettetes Derivat (siehe Abschnitt 31) mit positivem Zeitwert in Höhe von insgesamt 13.249 T€ (Vorjahr: 2.751 T€) bilanziert. Folgebewertungen, die eine Anpassung an den Marktwert erforderlich machen, werden ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Kurzfristige Vermögenswerte 4 Vorratsvermögen Die Vorräte und geleisteten Anzahlungen untergliedern sich wie folgt:
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden in Höhe von 18.198 T€ (Vorjahr: 14.308 T€) zu durchschnittlichen Anschaffungskosten und in Höhe von 35.184 T€ (Vorjahr: 21.961 T€) nach der "First in First out" (Fifo)-Methode bewertet. Diese Vorräte werden voraussichtlich innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten verbraucht. Im Rahmen der Herstellung der fertigen sowie unfertigen Erzeugnisse sind keine Fremdkapitalzinsen im Sinne des IAS 23 angefallen. 5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind von Kunden geschuldete Beträge für im gewöhnlichen Geschäftsverlauf verkaufte Güter bzw. erbrachte Dienstleistungen. Sie sind im Allgemeinen innerhalb von 30 Tagen zu begleichen und werden daher als kurzfristig eingestuft.
Im Folgenden wird die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Bilanzstichtag dargestellt:
Die Forderungen, die mehr als ein Jahr überfällig sind, betreffen im Wesentlichen Kundenforderungen im chinesischen und indischen Wirtschaftsraum. Die voraussichtlichen Ausfallrisiken dieser Forderungen wurden im Einzelnen analysiert. Von den Kundenforderungen, welche mehr als 1 Jahr fällig sind, sind zum Bilanzstichtag 1.450 T€ (Vorjahr: 7.770 T€) wertberichtigt. Einzelheiten zur Berechnung der Wertberichtigungen sind in der Anhangangabe 32 - Management von Finanzrisiken, enthalten. Mit verschiedenen Banken wurden Factoring-Verträge abgeschlossen. Bei einer Vereinbarung werden alle Chancen und Risiken übertragen, sodass 100% der zum Bilanzstichtag zum Buchwert übertragenen Forderungen in Höhe von 6.200 T€ (Vorjahr: 5.087 T€) ausgebucht wurden. Bei den übrigen Vereinbarungen verbleibt ein Teil der Chancen und Risiken bei der Schenck Process Gruppe (sog. anhaltendes Engagement). Dementsprechend wird von den verkauften Forderungen ein Kaufpreisabschlag in Höhe von 15% durch die Factoringbank einbehalten. Das daraus resultierende maximale Kreditausfallrisiko in Höhe von 15% beträgt zum 31. Dezember 2021 3.543 T€ (Vorjahr: 6.095 T€). 6 Vertragsvermögenswerte Die Vermögenswerte aus Kundenverträgen stellen sich wie folgt dar:
Unter den Vertragsvermögenswerten bzw. Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo werden die kundenspezifischen Fertigungsaufträge ausgewiesen, bei denen die angefallenen Herstellungskosten zuzüglich anteiliger Gewinnrealisierung die erhaltenen Anzahlungen übersteigen. 7 Finanzforderungen Die Finanzforderungen betreffen im Wesentlichen Forderungen, die in Zusammenhang mit Factoring-Verträgen stehen. Diese Forderungen entstehen durch den zeitlichen Unterschied zwischen dem Verkauf der Forderungen und dem Zahlungseingang bei der Schenck Process Gruppe von den Factoring-Gesellschaften. Der Wert der Finanzforderungen, die sich auf Factoring-Verträge beziehen, beträgt 7.065 T€ (Vorjahr: 9.699 T€). In Höhe von 118 T€ (Vorjahr: 258 T€) werden Devisentermingeschäfte mit positivem Zeitwert ausgewiesen. 8 Sonstige Vermögenswerte Die sonstigen Vermögenswerte betreffen:
Die aktiven Rechnungsabgrenzungen betreffen eine Vielzahl kleinerer Sachverhalte, die verursachungsgerecht abgegrenzt wurden. In dem Posten "Übrige" sind insbesondere Forderungen aus Mietsicherheiten in Höhe von 948 T€ (Vorjahr: 778 T€), Forderungen an Versicherungen in Höhe von 169 T€ (Vorjahr: 181 T€) und Forderungen aus Lieferantensalden enthalten, welche zum Bilanzstichtag einen aktivischen Saldo ausweisen (sog. debitorische Kreditoren); der Wert hierfür beläuft sich auf 626 T€ (Vorjahr: 144 T€). Weiterhin sind eine Vielzahl unwesentlich kleinerer Sachverhalte enthalten. 9 Zahlungsmittel Die Entwicklung der Zahlungsmittel, die den Finanzmittelfonds gem. IAS 7 bilden, ist in der Kapitalflussrechnung dargestellt. Von den Zahlungsmitteln sind 43.741 T€ (Vorjahr: 34.374 T€) an das die Schenck Process Gruppe finanzierende Bankenkonsortium sicherungsübereignet. 10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte Die in 2020 von der Schenck Process India Pvt. Ltd., zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte wurden in 2021 vollständig verkauft. Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten eingestuft wurden Am 31. Dezember 2021 wurden die Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert wie folgt ausgewiesen:
Es liegen keine zur Veräußerung gehaltene Schulden vor. Kumulative Erträge oder Aufwendungen, die im sonstigen Ergebnis enthalten sind Es sind keine kumulativen Erträge oder Aufwendungen, die in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten stehen, im sonstigen Ergebnis enthalten. 11 Eigenkapital Gezeichnetes Kapital Seit Gründung der Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) am 20. Juni 2017 beträgt das gezeichnete Kapital 25 T€. Das gezeichnete Kapital der Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) wird zu 100% von der Schenck Process Group GmbH (vormals Platin 1424. GmbH) Darmstadt, gehalten. Kapitalrücklage Die frei verfügbare Kapitalrücklage der Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) beträgt 273.477 T€ (Vorjahr: 273.477 T€). Gewinnrücklagen Die Gewinnrücklagen des Konzerns beläuft sich auf 104.728 T€ (Vorjahr: 137.012 T€). Übriges kumuliertes Eigenkapital Das übrige kumulierte Eigenkapital in Höhe von 4.580 T€ (Vorjahr: -13.456 T€).beinhaltet die erfolgsneutral erfassten Währungsdifferenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen, deren Berichtswährung nicht der Euro ist, sowie versicherungsmathematische Verluste aus leistungsorientierten Pensionszusagen Nicht beherrschende Anteile Im Rahmen des mittelbaren Erwerbs der Anteile an der Kemutec S. de R.L, Monterrey, Mexico, sind 1% im Eigentum von zwei Einzelpersonen verblieben. Der Buchwert dieser nicht beherrschenden Anteile und die an die Eigentümer gezahlte Gegenleistung sind unwesentlich und werden daher nicht gesondert erfasst. Im Geschäftsjahr 2019 wurde die Schenck Process South Africa, (Pty.) Ltd., Johannesburg, Südafrika, gegründet. An dieser Gesellschaft sind 25 % im Eigentum eines südafrikanischen Treuhänders. Da das Eigenkapital der Gesellschaft nicht materiell ist, wurden bisher keine Minderheitenanteile gesondert ausgewiesen. RÜCKSTELLUNGEN 12 Pensionsrückstellungen Pensionsrückstellungen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften (tätige und ausgeschiedene Mitarbeiter der Schenck Process Gruppe) und auslaufenden Leistungen an berechtigte Rentner sowie deren Hinterbliebene nach IAS 19 (Employee Benefits) gebildet. Für die betriebliche Altersversorgung kann grundsätzlich zwischen beitrags- und leistungsorientierten Versorgungssystemen differenziert werden. Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen ("Defined Benefit Plans") besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, die zugesagten Leistungen an aktive und frühere Mitarbeiter zu erfüllen. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen der Schenck Process Gruppe sind durch Rückstellungen abgedeckt. Die Verpflichtungen und das vorhandene Planvermögen der bestehenden Pensionspläne unterliegen verschiedenen Risiken. Diese lassen sich wie folgt subsummieren:
Die Versorgungspläne der Schenck Process Gruppe gegenüber Mitarbeitern bestehen im Wesentlichen in Großbritannien (90%) und in Deutschland (7%). Am 31. Dezember 2021 lag die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Zusagen in Deutschland bei 11 Jahren (Vorjahr: 10 Jahre) und im Ausland bei 15 Jahren (Vorjahr: 15 Jahre). In Deutschland bestehen gegenüber vier ehemaligen Mitarbeitern einzelvertragliche Pensionszusagen. Neben der Altersleistung besteht Anspruch auf Invalidenleistung und Witwen-/Witwerleistung. Zum Bilanzstichtag setzt sich der Bestand aus drei Leistungsempfängern und einem unverfallbar Ausgeschiedenen zusammen. Die Schenck Process Gruppe unterhält in Großbritannien einen für Neueintritte geschlossenen, leistungsorientierten Plan, der auch für künftige dienstzeitabhängige Steigerungen geschlossen wurde. Für die Begünstigten des leistungsorientierten Plans ist ein Inflationsausgleich bis zum Rentenbeginn gesetzlich vorgeschrieben. Der leistungsorientierte Plan wird treuhänderisch verwaltet. Hierdurch werden die Interessen der Begünstigten vertreten und die zukünftige Erfüllbarkeit der Leistungen sichergestellt. Die notwendige Finanzierung wird alle drei Jahre durch technische Bewertungen nach Maßgabe der lokalen Vorschriften bestimmt. Das Planvermögen wird separat (unabhängig von den Vermögenswerten der Gesellschaft) verwaltet und ausschließlich zur Verpflichtungserfüllung gegenüber den Begünstigten verwendet. Die bilanzierten Rückstellungen lassen sich wie folgt aus den Barwerten der leistungsorientierten Versorgungszusagen ableiten:
Den Berechnungen der Pensionsverpflichtungen liegen zum Abschlussstichtag folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:
Die Berechnungen der in Deutschland erteilten Pensionszusagen basieren auf den biometrischen Grundwerten der am 20. Juli 2018 neu veröffentlichten Richttafeln 2018G nach Prof. Dr. Klaus Heubeck (Wahrscheinlichkeiten für Todes- und Invaliditätsfälle). Im Ausland werden landesspezifische Sterbetafeln angewendet. In Großbritannien werden die Sterbewahrscheinlichkeiten auf Grund der vom "Continous Mortality Investigation Bureau of the Institute and Faculty of Actuaries" publizierten Tabellen herangezogen. Der Barwert aller leistungsorientierten Versorgungszusagen hat sich wie folgt entwickelt:
Das Planvermögen für das Inland beträgt zum Stichtag 1.846 T€ (Vorjahr: 1.795 T€). Es hat sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt entwickelt:
Das Planvermögen für das Ausland beträgt zum Stichtag 33.063 T€ (Vorjahr: 30.572 T€). Es hat sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt entwickelt:
Die in obiger Tabelle angegebenen Beiträge zum Planvermögen umfassen sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerbeiträge. Die Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen im Inland betragen 0 T€, die Arbeitnehmerbeiträge 163 T€. Die Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen im Ausland betragen 1.187 T€, die Arbeitnehmerbeiträge zum Planvermögen betragen 0 T€. Die Verteilung des Planvermögens auf die verschiedenen Investmentklassen im Ausland stellt sich wie folgt dar:
Für fast alle Beteiligungen (Aktien) und das Fondsvermögen bestehen Preisnotierungen an einem aktiven Markt. Die Kategorie Anleihen enthält Schuldscheindarlehen, Pfandbriefe und Unternehmensanleihen, die im Rahmen von Privatplatzierungen erworben wurden. Gleichermaßen beinhaltet die Kategorie der Anleihen auch Staatsanleihen. Bei den Staatsanleihen handelt es sich vorwiegend um Anleihen von Ländern höchster Bonität. Für die in der Kategorie Anleihen ausgewiesenen Vermögensanlagen bestehen vorwiegend Preisnotierungen an einem aktiven Markt. Für die Vermögensanlagen in Immobilien besteht - von Ausnahmefällen abgesehen - kein aktiver Markt. Durch eine laufende Überwachung der Ausfallrisiken in Bezug auf ein vorgegebenes Risikobudget und die Bonität der Emittenten erfolgt bei geänderter Markteinschätzung gegebenenfalls eine Veränderung der Anlage des Planvermögens. Die gewichtete durchschnittliche erwartete Rendite des Planvermögens im Ausland beträgt 1,8% (Vorjahr: 2,1%). Die zum Abschlussstichtag bestehende Rendite des Planvermögens im Ausland beträgt 5% (Vorjahr: 9%). Bei Schenck Process UK Ltd., Edinburgh, Großbritannien, bestehen ein leistungsorientierter sowie ein beitragsorientierter Pensionsplan, der über die Firma Clyde Process Pension (Trustees) Ltd., Doncaster, Großbritannien, abgewickelt wird. Der leistungsorientierte Pensionsplan weist zum Bilanzstichtag ein Plandefizit von 11,2 Mio. € (Vorjahr: 13,1 Mio. €) aus. Eine Neubewertung des leistungsorientierten Pensionsplans ist alle drei Jahre durchzuführen. Die letzte Bewertung des leistungsorientierten Pensionsplans erfolgte per 30. April 2019. Die nächste Bewertung wird spätestens am 31. Juli 2023 erwartet. Der in der Konzernbilanz ausgewiesene Betrag aufgrund von Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen ergibt sich wie folgt:
Der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwand des Geschäftsjahres aus leistungsorientierten Pensionsplänen ergibt sich wie folgt:
1)Dieser Betrag beinhaltet die Administrationskosten von 252 T€ und den sofort erfassten Verlust von 76 T€ (Vorjahr: 94 T€) aus den pensionsähnlichen Verpflichtungen in Indien und Indonesien. Für das Jahr 2022 betragen die voraussichtlichen Beiträge zu leistungsorientierten Pensionsplänen 1.340 T€ (Vorjahr: 1.283 T€). Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Gewinne und Verluste haben sich wie folgt entwickelt:
Neben erfolgsneutral erfassten Gewinnen und Verlusten sind im Eigenkapital hierauf entfallende latente Steuern in Höhe von 269 T€ (Vorjahr: 422 T€) ausgewiesen. Bei einer Veränderung der wesentlichen zugrundeliegenden Berechnungsparameter hätte sich der Barwert der leistungsorientierten Versorgungszusagen im In- und Ausland wie folgt verändert:
Bei der Bestimmung der Auswirkungen auf die Höhe der Pensionsverpflichtung bei einer Änderung der jeweiligen zugrundeliegenden Annahme wurde eine alternative Bewertung der Pensionsverpflichtung durchgeführt. Dieser Bewertung liegt die Annahme zu Grunde, dass mit Ausnahme der geänderten Angabe die jeweiligen weiteren Parameter konstant, d.h. auf dem Wert gemäß dem Gutachten gehalten werden. Eine lineare Extrapolation dieser Werte bei abweichenden Veränderungen der Annahmen oder die Addition bei Kombination der Veränderung einzelner Annahmen ist nicht möglich. Die Einzahlungen in das Planvermögen, die wir für 2022 erwarten, sowie die von den versicherungsmathematischen Gutachtern prognostizierten Leistungszahlungen der kommenden zehn Geschäftsjahre gestalten sich wie folgt:
Die Schenck Process Gruppe in Deutschland hat Verpflichtungen aus einer, für Neueintritte geschlossenen und über die "Betriebspensionskasse der Carl Schenck AG VVaG", Darmstadt bedienten, betrieblichen Altersversorgung. Dabei handelt es sich um einen multi-employer-Plan nach IAS 19. Die Altersversorgung ist paritätisch arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanziert. Die Beiträge werden als Prozentsatz der laufenden Vergütung ermittelt, wobei die maßgebende Vergütung durch einen Höchstbetrag gedeckelt ist. Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine Beiträge durch den Arbeitgeber gezahlt. Auch im kommenden Geschäftsjahr ist mit keinen weiteren Zahlungen zu rechnen. Da ausreichende Informationen für eine Bilanzierung als leistungsorientierter Plan nicht vorliegen, wird der Plan nach IAS 19.34 wie ein beitragsorientierter Plan behandelt. Bezogen auf die Deckungsrückstellung hat die Schenck Process Gruppe einen Anteil von etwa 15%. Zur Sicherstellung der langfristigen Erfüllbarkeit der Verpflichtungen, insbesondere zur Verstärkung der Deckungsrückstellung im Hinblick auf Rechnungszins und Lebenserwartung, wurde im Geschäftsjahr 2018 ein nachträglicher Gründungsstock aufgelegt. Auf die Schenck Process Gruppe entfällt dabei ein Betrag von 877 T€, den die Betriebspensionskasse bei Bedarf als unverzinsliches Darlehen einfordern kann. Von diesem Betrag wurde im Jahr 2021 kein Teilbetrag (Vorjahr: 141 T€) abgerufen. Da nicht damit zu rechnen ist, dass es tatsächlich zu einer Rückzahlung dieses Darlehens kommt, wurden die bisher abgerufenen Teilbeträge in den Vorjahren vollständig wertberichtigt. Der verbleibende Betrag von 258 T€ (Vorjahr: 258 T€), den die Betriebspensionskasse in den Folgejahren noch abrufen kann, kann sich bei veränderter Zusammensetzung des Bestandes der Pensionskasse noch verändern. Da es sich hierbei um das Versprechen einer Darlehensgewährung handelt, ist eine Rückstellung nicht zu bilden. Eine darüber hinaus gehende Haftung für Verpflichtungen anderer an diesem Plan beteiligter Unternehmen besteht nicht. Eine Abwicklung des Plans oder das Ausscheiden des Unternehmens aus dem Plan ist in der Satzung nicht vorgesehen. Falls die Pensionskasse die Leistungen nicht mehr erfüllen kann, ist sie berechtigt, die Leistungen zu kürzen. Zu Nachschüssen käme es in diesem Fall nicht, allerdings müsste die Schenck Process Gruppe die Leistungen gegenüber den eigenen Versorgungsberechtigten wegen der gesetzlichen Einstandspflicht aufstocken. 13 Sonstige Rückstellungen Die Sonstigen Rückstellungen betreffen:
In den Auftragsrückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für Nachlaufkosten, für Garantien sowie für drohende Verluste im Auftragsbestand enthalten. Rückstellungen für Nachlaufkosten und drohende Verluste basieren im besonderen Maße auf prognostizierte Kosten, deren Ermittlung auf projektindividuelle Kostenkalkulationen und Erfahrungswerten beruhen. Die Rückstellungen für Garantien basieren auf historischen Daten ähnlicher Produkte und Dienstleistungen. Die Personalrückstellungen beinhalten hauptsächlich Rückstellungen für Tantiemen, für Jubiläumsaufwendungen sowie Verpflichtungen für Altersteilzeit. Die übrigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verpflichtungen. Der Ressourcenabfluss aus den langfristigen Rückstellungen wird für einen Zeitraum von zwei bis fünf Jahren erwartet. Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
*55 T€ wurden aus den Pensionsrückstellungen in Personalrückstellungen umgebucht. Restrukturierungsrückstellung Im Jahr 2021 besteht noch eine Rückstellung in Höhe von 1,6 Mio. € (Vorjahr: 7,7 Mio. €), um die Kosten der Restrukturierung in der Region EMEA abzudecken. Dies betrifft die Schenck Process Europe GmbH, Darmstadt, Deutschland und die Schenck Process UK Ltd. Edinburgh, Großbritannien. Die geschätzten Restrukturierungskosten beinhalten Kosten für die Vertragsauflösung, Beratungsgebühren und Leistungen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses und basieren auf einem detaillierten Plan, der zwischen Management und Arbeitnehmervertretern vereinbart wurde. Es wird erwartet, dass die Restrukturierungen in 2022 abgeschlossen werden. Hiervon sind aktuell knapp 50 Mitarbeiter in Deutschland sowie knapp 10 Mitarbeiter in Großbritannien betroffen. 14 Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Anleihegläubigern Der Unternehmenserwerb der Schenck Process Holding Gruppe am 28. Dezember 2017 wurde zu einem wesentlichen Teil durch eine Unternehmensanleihe (Senior Secured Notes) finanziert. Die Unternehmensanleihe mit einem Anleihevolumen in Höhe von 425.000 T€ wurde am 21. Dezember 2017 begeben und ist endfällig am 15. Juni 2023 zurückzuzahlen. Der Nominalzinssatz beträgt 5,375% p.a. Die halbjährlichen, festen Kuponzahlungen sind jeweils am 15. Juni und 15. Dezember eines Jahres zahlbar. Weiterhin wurden im Zusammenhang mit der Unternehmensanleihe Finanzierungsnebenkosten in Höhe von 20.880 T€ gezahlt, die vom Anleihevolumen bilanziell abgesetzt und über die Laufzeit der Unternehmensanleihe nach der Effektivzinsmethode amortisiert werden. Durch vorzeitige Kündigungsoption der Unternehmensanleihe ergab sich bei Erstbewertung ein separiertes eingebettetes Derivat mit positivem Marktwert in Höhe von 3.414 T€ (siehe hierzu Abschnitt 3 und 31). Zur Finanzierung des Erwerbs der Raymond Bartlett Snow (RBS) Gruppe sowie für allgemeine Unternehmenszwecke (einschließlich Akquisitionen) wurde von der Schenck Process Holding GmbH (vormals Platin 1426. GmbH) am 3. August 2018 eine weitere Unternehmensanleihe mit einem Anleihevolumen in Höhe von 125.000 T€ begeben, die am 15. Juni 2023 endfällig zurückzuzahlen ist. Der Nominalzinssatz beträgt 6,875%. Die halbjährlichen, festen Kuponzahlungen sind jeweils am 15. Juni und 15. Dezember eines Jahres zahlbar. In Zusammenhang mit der Unternehmensanleihe sind Finanzierungsnebenkosten in Höhe von 5.773 T€ angefallen, die vom Anleihevolumen bilanziell abgesetzt und über die Laufzeit der Unternehmensanleihe nach der Effektivzinsmethode amortisiert werden. Durch vorzeitige Kündigungsoption der Unternehmensanleihe ergab sich ein separiertes eingebettetes Derivat mit positivem Marktwert in Höhe von 308 T€ (siehe hierzu Abschnitt 3 und 31). Zur Refinanzierung der Tilgung des Gesellschafterdarlehens und des Erwerbs der Baker Perkins Gesellschaften wurden von der Schenck Process Holding GmbH (vormals Platin 1426. GmbH) am 22. Dezember 2020 im Rahmen einer Privatplatzierung zusätzliche Unternehmensanleihen mit einem Anleihevolumen in Höhe von 75.000 T€ begeben. Die zusätzlichen Anleihen sind am 15. Juni 2023 endfällig zurückzuzahlen und wurden unter Berücksichtigung eines Disagios in Höhe von 73.763 T€ (98,35% des Nennwerts) ausbezahlt. Der Nominalzinssatz beträgt 6,875%. Die halbjährlichen, festen Kuponzahlungen sind jeweils am 15. Juni und 15. Dezember eines Jahres zahlbar. In Zusammenhang mit der Unternehmensanleihe sind Finanzierungsnebenkosten (inkl. Disagio) in Höhe von 2.789 T€ angefallen, die vom Anleihevolumen bilanziell abgesetzt und über die Laufzeit der Unternehmensanleihe nach der Effektivzinsmethode amortisiert werden. Durch vorzeitige Kündigungsoption der Unternehmensanleihe ergab sich ein separiertes eingebettetes Derivat mit positivem Marktwert in Höhe von 252 T€ (siehe hierzu Abschnitt 3 und 31). Die zu den separierten eingebetteten Derivaten gehörenden Passivposten werden dem Anleihevolumen zugerechnet und über die Laufzeit der Unternehmensanleihe nach der Effektivzinsmethode amortisiert (797 T€). Die anteilige Amortisation der Finanzierungskosten für 2021 beträgt 6.238 T€ (Vorjahr: 4.904 T€), was somit zu einem Bilanzausweis per 31. Dezember 2021 in Höhe von insgesamt 616.169 T€ (Vorjahr: 610.497 T€) führt. Als Sicherheiten für die Unternehmensanleihen verpfändeten mehrere Konzerngesellschaften neben der Sicherungsübereignung von Vermögenswerten die Anteile an verbundenen Unternehmen. Bezüglich des Eigenkapitals der verbundenen Unternehmen, deren Anteile von der Verpfändung betroffen sind, verweisen wir auf die Anteilsbesitzliste in Abschnitt I "Grundlagen". Weiterhin wurden von einigen Konzerngesellschaften Forderungen gegenüber anderen Konzerngesellschaften in Höhe von 793.846 T€ (Vorjahr: 1.021.218 T€) verpfändet. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die folgende Tabelle zeigt die zur Verfügung stehenden Fazilitäten, sowie die Inanspruchnahmen zum Bilanzstichtag, jeweils umgerechnet zu dem zum Zeitpunkt der Gewährung gültigen Währungskurs. Die Garantielinie des Konsortialkredits ist gegenüber dem Vorjahr unverändert (70.000 T€).
* Der gemäß obiger Tabelle in Spalte 31.12.2021 ausgewiesene Betrag der in Anspruch genommenen Avale enthält die im Geschäftsjahr herausgelegten Kreditbesicherungsgarantien in Höhe von 24.633 T€ Verbindlichkeiten aus Factoring Die Verbindlichkeiten aus Factoring in Höhe von 4.737 T€ (Vorjahr: 8.073 T€) resultieren aus von mit Banken abgeschlossenen Factoring-Verträgen. Diese Verbindlichkeiten entstehen unter anderem aus den zum Bilanzstichtag verkauften nicht bilanzierten Anzahlungsanforderungen. Weiterhin wird das maximale kreditbedingte, sowie das erwartete Ausfallrisiko der zum Bilanzstichtag durch Factoring übertragenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 3.542 T€ (Vorjahr: 6.093 T€) dargestellt. Verbindlichkeiten Zinsen Die Zinsverbindlichkeiten betreffen die für 2021 abgegrenzten Zinsen aus den Unternehmensanleihen. Verbindlichkeiten aus Leasing Seit der Einführung des IFRS 16 weist der Konzern die Verbindlichkeiten aus Leasing unter den Finanzverbindlichkeiten aus. Sonstige Finanzverbindlichkeiten In den sonstigen Finanzverbindlichkeiten sind im Wesentlichen in Rechnung gestellte Gebühren für Akkreditive enthalten. Nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung der Änderungen der Finanzverbindlichkeiten, deren Einzahlungen und Auszahlungen in der Kapitalflussrechnung im Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit dargestellt sind.
15 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
16 Vertragsverbindlichkeiten
Unter den Vertragsverbindlichkeiten bzw. Fertigungsaufträgen mit passivischem Saldo werden die kundenspezifischen Fertigungsaufträge ausgewiesen, bei denen die erhaltenen Anzahlungen die Herstellungskosten zuzüglich Gewinn- und Verlustanteilen übersteigen. Weiterhin werden Fertigungsaufträge ausgewiesen, bei denen Teilabrechnungen die Herstellungskosten zuzüglich Gewinn- und Verlustanteilen übersteigen. 17 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
18 Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen:
Die übrigen Verbindlichkeiten setzen sich aus einer Vielzahl an kleineren Sachverhalten zusammen. III. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNGEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG 19 Umsatzerlöse i Aufgliederung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden Nach IFRS 15 sind Erlöse aus Verträgen mit Kunden in Kategorien aufzugliedern, die den Einfluss wirtschaftlicher Faktoren auf Art, Höhe, Zeitpunkt und Unsicherheit von Erlösen und Zahlungsströmen abbilden. Die Schenck Process Gruppe hat entschieden, dass eine Aufgliederung der Erlöse nach Tätigkeitsbereichen und, ausgehend vom Sitz der Gesellschaften, nach Regionen sowie dem Zeitpunkt des Übergangs der Güter oder Dienstleistungen (zu einem bestimmten Zeitpunkt oder im Zeitablauf) für ihre Umstände angemessen ist.
ii Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden Die folgenden Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten wurden erfasst:
Die Vertragsvermögenswerte beinhalten Ansprüche der Schenck Process Gruppe auf Gegenleistung für geleistete Arbeiten in Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen, die zum Stichtag noch nicht in Rechnung gestellt wurden (Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo). Das Vertragsvermögen wird auf die Forderungen übertragen, wenn eine Leistungsverpflichtung erfüllt und dadurch ein unbedingter Rechtsanspruch auf Gegenleistung entstanden ist. Die Vertragsverbindlichkeiten betreffen die von Kunden erhaltenen Vorleistungen für Fertigungsaufträge, deren Umsatz im Zeitablauf realisiert wird (Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo). iii In Zusammenhang mit Vertragsverbindlichkeiten erfasste Erlöse Die zu Beginn der Periode in den Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesenen Beträge werden im Regelfall im Geschäftsjahr als Umsatzerlös erfasst. 20 Kosten der umgesetzten Leistungen, Marketing- und Vertriebskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten und Verwaltungskosten Die Kosten der umgesetzten Leistungen, Marketing- und Vertriebskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten und die Verwaltungskosten im Geschäftsjahr 2021 beinhalten im Wesentlichen Personalaufwand, Abschreibungen und Materialaufwand. In den Kosten der umgesetzten Leistungen sind Materialaufwendungen in Höhe von 347.684 T€ (Vorjahr: 263.786 T€) und Wertberichtigungen enthalten. 21 Personalaufwand In den Aufwandsposten der Gewinn- und Verlustrechnung sind die folgenden Personalaufwendungen enthalten: Aufwendungen für Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten werden unter Anhang 32 Management von Finanzrisiken dargestellt.
Mitarbeiterzahl im Jahresdurchschnitt
22 Abschreibungen und Wertminderungen nach Funktionskosten
Die Abschreibungen und Wertminderungen umfassen planmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen sowie Aufstockungsbeträge aus Kaufpreisallokationen, die eine bestimmbare Nutzungsdauer haben und im Rahmen eines Unternehmenserwerbs zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden. Weiterhin sind Abschreibungen auf kurzfristige immaterielle Vermögenswerte enthalten, die ebenfalls aus Aufstockungsbeträgen aus Kaufpreisallokationen resultieren. 23 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen setzen sich aus Buchgewinnen und -verlusten aus Abgängen aus dem Anlagevermögen zusammen. Weiterhin sind eine Vielzahl wirtschaftlich unbedeutender Sachverhalte erfasst. 24 Finanzergebnis
Die Währungskursgewinne und -verluste resultieren im Wesentlichen aus Ausreichung konzerninterner Darlehen zur Finanzierung der außerhalb des Euro-Währungsgebiet ansässigen Tochtergesellschaften im Wesentlichen des Währungsbereichs USD. Ebenfalls wurde mit verschiedenen Tochtergesellschaften Cashpool Verträge abgeschlossenen. Die übrigen Zins- und Finanzaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen aus der Amortisation der im Zusammenhang mit den beiden begebenen Anleihen angefallenen Transaktionskosten und weiterhin Factoringgebühren. 25 Ertragsteuern und latente Steuern Die Ertragsteuerforderungen und -schulden setzen sich wie folgt zusammen:
Die Steueraufwendungen und -erträge setzen sich wie folgt zusammen:
Die latenten Steuern, resultierend aus Posten, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden, belaufen sich auf 269 T€ (Vorjahr: 422 T€). Diese im sonstigen Ergebnis erfassten Posten resultieren aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten im Zusammenhang mit Pensionsrückstellungen. Der Körperschaftsteuersatz in Deutschland beläuft sich im Berichtsjahr auf 15% zuzüglich des Solidaritätszuschlages in Höhe von 5,5% der Körperschaftsteuerbelastung. Daraus ergibt sich unter zusätzlicher Berücksichtigung der Gewerbesteuer für die Schenck Process Gruppe ein erwarteter kombinierter Ertragsteuersatz von 31%. Dieser wurde bei der Berechnung der latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten für die deutschen Gesellschaften angesetzt. Für den Ansatz sowie die Bewertung latenter Steuerforderungen und -verbindlichkeiten in den ausländischen Gesellschaften wurden die jeweils gültigen landesspezifischen Steuersätze (zwischen 15% und 34%) angewandt. Nachfolgend wird die Überleitung vom erwarteten Steueraufwand/-ertrag zum ausgewiesenen Steueraufwand gezeigt:
Die Änderungen der Wertberichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen/Zinsvorträgen/Steuergutschriften ergeben sich überwiegend aus der fehlenden Nutzungsmöglichkeit der laufenden Zinsaufwendungen in Deutschland und USA sowie aus nicht angesetzten latenten Steuerforderungen auf laufende Verluste und Steuergutschriften im Ausland. Latente Steuern Der steuerliche Effekt aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen, die zu aktiven und passiven latenten Steuern führen, ergab sich wie folgt:
Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten wurden auf der jeweiligen Gesellschaftsebene saldiert, sodass pro Gesellschaft entweder latente Steuerforderungen oder latente Steuerverbindlichkeiten in einer Summe bilanziert werden. Auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften, die sich im Rahmen einer Veräußerung der Beteiligung materialisieren würden, wurden keine latenten Steuerverbindlichkeiten angesetzt, da keine Veräußerungsabsicht besteht und es somit nicht wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden. Der Konzern berücksichtigt keine latenten Steuerverbindlichkeiten für temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an ausländischen Tochtergesellschaften, sofern sich diese Differenzen nicht in absehbarer Zeit umkehren. Die temporären Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften, für die keine latenten Steuern gebildet wurden, betragen 4.025 T€. Grundlage für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ist grundsätzlich die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, dass diese Positionen in Zukunft tatsächlich realisierbar sind. Zur Beurteilung der Realisierbarkeit der aktiven latenten Steuern wird insbesondere die zukünftige Umkehrung bestehender passiver latenter Steuern sowie die erwarteten zukünftigen steuerpflichtigen Gewinne berücksichtigt. Verlustvorträge/Zinsvorträge/vortragsfähige Steuergutschriften Zum 31. Dezember 2021 wurden latente Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge sowie Steuergutschriften in Höhe von insgesamt 19.734 T€ (Vorjahr: 15.291 T€) aktiviert. Die aktiven latenten Steuern betreffen im Wesentlichen Gesellschaften in den USA und in Deutschland. Auf Verlustvorträge in Höhe von 38.150 T€ wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Dies betrifft im Wesentlichen Tochtergesellschaften in Großbritannien. Zum 31. Dezember 2021 konnten Zinsaufwendungen/Steuergutschriften nur beschränkt steuerlich geltend gemacht werden. Die Zinsvorträge/Steuergutschriften in Höhe von 175.880 T€ für Gesellschaften in den USA und in Deutschland sind unbegrenzt nutzbar. Davon sind für 149.116 T€ keine aktiven latenten Steuern aktiviert. 26 Konzernkapitalflussrechnung Der in der Kapitalflussrechnung gem. IAS 7 betrachtete Finanzmittelfonds beinhaltet die Kassenbestände sowie Schecks und frei verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von insgesamt 98.558 T€ (Vorjahr: 81.175 T€). Die Einflüsse aus wechselkursbedingten Änderungen des Finanzmittelfonds betragen 3.091 T€ (Vorjahr: -2.466 T€). 27 Leasing IFRS 16 Siehe hierzu auch die Darstellung der Rechnungslegungsmethoden in Anhangangabe "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze - Leasing" i Leasingverhältnisse der Schenck Process Gruppe als Leasingnehmer Der Konzern hat Leasingverträge über: Grundstücke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Betriebs- und Geschäftsausstattung Grundstücke und Gebäude Die bedeutendsten Leasingverträge der Schenck Process Gruppe sind die Anmietung der Bürogebäude mitsamt Fabrik- und Warenlager bei der der Schenck Process Australia (Pty.) Ltd. und der Schenck Process Europe GmbH in Deutschland sowie die Anmietung eines Bürogebäudes der Baker Perkins Holdings Limited in Großbritannien. Die Anmietungen der Schenck Process Australia (Pty.) Ltd haben eine Laufzeit bis zum 29.06.2031, die der Schenck Process Europe GmbH eine Laufzeit bis zum 31.03.2030. Das Mietverhältnis der Baker Perkins Holdings Limited hat eine Laufzeit bis zum 18.01.2032. Die genannten Leasingverträge beinhalten keine Verlängerungsoptionen. Betriebs- und Geschäftsausstattung Der Konzern mietet eine Vielzahl von Fahrzeugen an. Die Leasingverträge haben eine vertragliche Laufzeit zwischen einem Jahr und fünf Jahren. Informationen über Leasingverhältnisse, in denen der Konzern Leasingnehmer ist, werden nachfolgend dargestellt. ii Nutzungsrechte
* 21 T€ wurden in Technische Anlagen und Maschinen umgebucht. Bezüglich der Höhe der Abschreibungen verweisen wir auf Anhangangabe 2. iii In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge
* die Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten sind im Finanzergebnis erfasst. iv In der Kapitalflussrechnung erfasste Beträge
Die Auszahlungen zur Tilgung der Leasingverbindlichkeiten werden dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zugeordnet. Zahlungen, die nicht in die Ermittlung der Leasingverbindlichkeit einbezogen wurden, und Zahlungen aus kurzlaufenden und geringwertigen Leasingverhältnissen, bei denen, von den nach IFRS 16 zulässigen Erleichterungen Gebrauch gemacht wurde, sind dem Cashflow aus der operativen Tätigkeit zuzuweisen. v Verlängerungsoptionen Bei der Schenck Process Gruppe sind nur wenige Leasingverträge vorhanden, die eine Verlängerungsoption beinhalten. Bei diesen Verträgen handelt es sich ausschließlich um Altverträge im Bereich Grundstücke und Gebäude sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Bei den vorliegenden Leasingverträgen mit Verlängerungsoption ist die Ausübung der Verlängerung hinreichend sicher. Die Schenck Process Gruppe hat keine neuen Leasingverhältnisse unter Berücksichtigung von Verlängerungsoptionen abgeschlossen. 28 Eventualverbindlichkeiten Bürgschaften/Avale Während des gewöhnlichen Geschäftsverlaufs gewähren Gesellschaften der Schenck Process Gruppe Kunden selektiv Bürgschaften/Avale von Dritten. Je nach Projekt werden diese Bürgschaften im Wesentlichen eingesetzt, um die Anzahlungen von Kunden zu schützen oder eine Entschädigungszahlung bereitzustellen, falls die Gesellschaft ihren Leistungsverpflichtungen nicht nachkommen würde, oder um Gewährleistungsverpflichtungen abzudecken. Es werden Performance-Bürgschaften ausgestellt, um die vertragliche Erfüllung zu sichern; so werden beispielsweise der Durchsatz oder die Verfügbarkeit des Systems auf der Stufe des dazugehörigen Vertrags zugesichert. Es werden Gewährleistungsbürgschaften zum Vertragsende eingeräumt, um die Gewährleistungsausführung für einen bestimmten Zeitraum zu sichern. Bezüglich der Höhe der gewährten Drittbürgschaften verweisen wir auf Anhangangabe 14. Rechtliche Angelegenheiten Gesellschaften der Schenck Process Gruppe sind in einer begrenzten Anzahl von Rechtsstreitigkeiten und Verfahren im Zusammenhang mit ihren Geschäftstätigkeiten als global diversifiziertes Unternehmen als Beklagte benannt worden. Eine geringe Anzahl dieser Rechtsstreitigkeiten ist bisher noch nicht beziffert worden, weil sich die Verfahren entweder im Anfangsstadium befinden oder weil der Kläger bisher noch keinen Anspruchsbetrag für seine Klage nennen konnte. Auch wenn der Konzern sämtliche Anstrengungen unternimmt, um sich erfolgreich gegen die gegen ihn erhobenen Klagen zu verteidigen, kann der Ausgang solcher Verfahren nicht immer genau vorhergesagt werden, und in einigen Fällen kann es zu negativen Entscheidungen für den Konzern kommen. Zum Zeitpunkt des Konzernabschlusses waren einige rechtliche Angelegenheiten abgeschlossen. Für andere rechtliche Angelegenheiten wurden Verbindlichkeiten gebucht oder Rückstellungen gebildet. Eventualverbindlichkeiten aus weiteren rechtlichen Angelegenheiten wurden bilanziell nicht erfasst, da sie nach Einschätzung des Managements zum einen lediglich über eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit verfügen und zum anderen zu keinem materiellen Zahlungsmittelabfluss führen würden. Letztgenanntes trifft auch auf Eventualverbindlichkeiten aus rechtlichen Angelegenheiten zu, über die keine Aussage über die Eintrittswahrscheinlichkeit getroffen werden konnte. Die Geschäftsführung des Konzerns ergreift eine Reihe von Maßnahmen, um die finanziellen Interessen des Konzerns in Bezug auf Rechtsverfahren zu schützen. Insbesondere verfügt der Konzern über einen umfassenden Versicherungsschutz zur Absicherung gegen Verbindlichkeiten, die sich aus seinen Geschäftstätigkeiten ergeben können. Darüber hinaus bedient sich der Konzern zur Verteidigung seiner Interessen in Rechtsverfahren auf externe Rechtsberater. Aufgrund der entsprechend eingerichteten Schutzmaßnahmen und der bis zum heutigen Tag verfügbaren Informationen ist die Geschäftsführung des Konzerns der Auffassung, dass die laufenden Rechtsverfahren keine wesentlichen Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage oder die Liquidität haben werden. Andere rechtliche Risiken können aufgrund von Steuerforderungen entstehen, die hauptsächlich auf Steuerprüfungen und fortlaufenden Auseinandersetzungen mit Steuerbehörden basieren. 29 Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 40.006 T€ (Vorjahr: 23.440 T€), davon betreffen 21.826 T€ (Vorjahr: 2.656 T€) das Bestellobligo aus Kundenaufträgen und 18.180 T€ (Vorjahr: 20.367 T€) das Bestellobligo für sonstige finanzielle Verpflichtungen. Diese sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind im Wesentlichen innerhalb eines Jahres fällig. 30 Finanzinstrumente Für die Schenck Process Gruppe sind folgende Kategorien nach IFRS 9 relevant:
Alle weiteren Kategorien sind nur in unwesentlichem Umfang oder nicht vorhanden. Finanzinstrumente nach Kategorien Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Stufen in der Fair Value-Hierarchie.
* FVTPL (Fair value through the statement of profit or loss) Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten Im Folgenden werden die wesentlichen Methoden und Annahmen erläutert, die bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten angewendet werden: Zahlungsmittel werden zum Nominalwert bewertet. Kurzfristige Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt, die aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwerts darstellen. Die Buchwerte der sonstigen finanziellen Vermögenswerte und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten mit kurzen Laufzeiten entsprechen den beizulegenden Zeitwerten. Bei langfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten werden die Barwerte der zukünftigen Zahlungsströme in der Bilanz ausgewiesen. Es wird angenommen, dass die Barwerte einer Approximation der beizulegenden Zeitwerte entsprechen. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten aus den festverzinslichen Anleihen, für die Börsenkurse verfügbar sind, sind zahlbar bei Fälligkeit. Der beizulegende Zeitwert entspricht der Marktnotierung am Bilanzstichtag. Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten umfassen derivative Finanzinstrumente, die nicht in ein Hedge Accounting einbezogen sind und daher als zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu kategorisieren sind. Diese beinhalten Devisentermingeschäfte. Die beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften wurden auf der Basis von aktuellen Referenzkursen unter Berücksichtigung der Terminauf- bzw. -abschläge bestimmt. Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten langfristigen Finanzforderungen resultieren aus zwei eingebetteten Derivaten, die von den zugrundeliegenden Anleihen separiert wurden. Der beizulegende Zeitwert wurde unter Zuhilfenahme eines Bewertungsmodells ermittelt, das auf am Markt beobachtbaren Input-Parametern basiert, da für die Derivate keine Marktpreisnotierungen vorliegen. Die Zahlungsströme aus dem zugrundliegenden Basisvertrag ändern sich aufgrund der eingebetteten Derivate beispielsweise in Abhängigkeit von der Zinsentwicklung und der daraus resultierenden potenziellen Ausübung verschiedener Kündigungsoptionen. Die Bewertung der eingebetteten Derivate erfolgt insbesondere mit der Discounted-Cash-Flow-Methode, die auf individuellen, nicht beobachtbaren Inputfaktoren - u. a. simulierten Zinsentwicklungen sowie daraus abgeleiteten Ausübungspreisen von Kündigungsoptionen - basiert. Nettogewinne und -verluste Die in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigten Nettogewinne oder -verluste von Finanzinstrumenten stellen sich wie folgt dar:
Die Nettogewinne bzw. -verluste der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten beinhalten Marktwertänderungen der Derivate. Wertberichtigungen auf Forderungen und Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte werden unter der Anhangangabe 32 - Management von Finanzrisiken aufgeführt. Erträge und Aufwendungen nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten Die Gesamterträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, stellen sich wie folgt dar:
Die Gesamterträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, beinhalten im Wesentlichen Zinsaufwendungen für die Unternehmensanleihe in Höhe von 36,6 Mio. € (Vorjahr: 32,4 Mio. €) und Fremdwährungsgewinne in Höhe von 21,7 Mio. € (Vorjahr: Fremdwährungsverluste 29,8 Mio. €). 31 Derivative Finanzinstrumente Zinssicherungsgeschäfte Durch den fixen Zinskupon der Unternehmensanleihen besteht kein Zinsänderungsrisiko. Devisentermingeschäfte Die Schenck Process Gruppe nutzt Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Währungsrisiken. Risiken entstehen, wenn Geschäftstransaktionen nicht in der funktionalen Währung des Unternehmens abgewickelt werden (sog. Transaktionsrisiken). Zur Absicherung solcher Risiken werden Terminkontrakte, die von der zentralen Finanzabteilung abgeschlossen werden, eingesetzt. Die Finanzabteilung übernimmt die Sicherung der Nettoposition durch den Abschluss von Devisentermingeschäften mit Banken. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Positionen:
Die positiven und negativen Marktwerte werden ergebniswirksam im Finanzergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Das Nominalvolumen stellt die Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge derivativer Finanzgeschäfte dar. Die Marktwerte ergeben sich aus der Bewertung der offenen Positionen zu Marktpreisen ohne die Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Damit entsprechen sie den Aufwendungen oder Erträgen, die aus einer (theoretischen) Glattstellung zum Bilanzstichtag resultieren würden. Marktwertänderungen der Devisentermingeschäfte werden erfolgswirksam erfasst. Die Devisentermingeschäfte entfallen zum 31. Dezember 2021 mit 22.365 T€ auf US-Dollar, mit 4.132 T€ auf den Euro, mit 809 T€ auf den Chinesischen Yuan, mit 1.841T€ auf den Südafrikanischen Rand, mit 9.522 T€ auf das Britische Pfund und mit 10.441 T€ auf den Australischen Dollar. Die Devisentermingeschäfte haben eine Laufzeit bis zu einem Jahr. Eingebettete Derivate Aus der am 21. Dezember 2017 begebenen endfälligen Anleihe (Senior Secured Notes) in Höhe von 425.000 T€ und der am 3. August 2018 begebenen endfälligen Anleihe (Senior Secured Notes) in Höhe von 125.000 T€, und der zusätzlichen endfälligen Anleihe vom 22. Dezember 2020 in Höhe von 75.000 T€, alle mit einer Laufzeit bis zum 15. Juni 2023, ergeben sich für die Gesellschaft verschiedene vorzeitige Kündigungsoptionen, die, in Abhängigkeit von der Zinsentwicklung, vorteilhaft für die Gesellschaft sein können. Da die Kündigungsoptionen nicht unabhängig voneinander betrachtet werden können, werden sie entsprechend IFRS 9.B4.3.4 gemeinsam bewertet. Da die Anleihen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden und zudem keine enge Verbindung zwischen Anleihen und Derivaten besteht, werden die eingebetteten Derivate separiert und getrennt wie freistehende Derivate mit ihren beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die positiven beizulegenden Zeitwerte der freistehenden Derivate betrugen zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung 3.414 T€ (21. Dezember 2017), 308 T€ (3. August 2018), 252 T€ (22. Dezember 2020) und wurden als sonstiger finanzieller Vermögenswert unter den langfristigen Finanzforderungen erfasst. Die Laufzeit der Derivate entspricht der Laufzeit der begebenen endfälligen Anleihen. 32 Management von Finanzrisiken Die Schenck Process Gruppe ist durch ihre Geschäftstätigkeit verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Vor allem die Änderung von Zinsen und Währungskursen kann sich wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die vor allem aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo und Finanzforderungen aus Factoring resultieren. Weiterhin bestehen Liquiditätsrisiken, die auf Zahlungsstromschwankungen zurückzuführen sind. Die Schenck Process Gruppe hat interne Richtlinien erlassen, welche Prozesse des Risikocontrollings zum Gegenstand haben und die den Einsatz von Finanzinstrumenten regeln und dabei eine eindeutige Funktionstrennung hinsichtlich der operativen Finanzaktivitäten, deren Abwicklung und Buchführung sowie des Controllings der Finanzinstrumente beinhalten. Die Leitlinien, die den Risikomanagementprozessen des Konzerns zugrunde liegen, sind darauf ausgerichtet, dass die Risiken konzernweit identifiziert und analysiert werden. Ferner zielen sie auf eine geeignete Limitierung und Kontrolle der Risiken ab sowie auf deren Überwachung. Der Konzern steuert und überwacht die Risiken aus operativen Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten bei Bedarf, unter anderem über den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Die Schenck Process Gruppe verwendet derivative Finanzinstrumente ausschließlich im Rahmen des Risikomanagements und nicht für spekulative Zwecke. Ohne deren Verwendung wäre der Konzern höheren finanziellen Risiken ausgesetzt. Kreditrisiken Das Kreditrisiko beschreibt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes, welcher dadurch entsteht, dass ein Kontrahent seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Das Kreditrisiko umfasst dabei das unmittelbare Ausfallrisiko aufgrund der Verschlechterung der Liquiditätslage des Vertragspartners, verbunden mit der Gefahr der Konzentration einzelner Risiken. Für die Schenck Process Gruppe besteht weder hinsichtlich der Kunden noch für einzelne Länder eine besondere Konzentration von Kredit- und Ausfallrisiken. Die Höhe der finanziellen Vermögenswerte gibt unter Beachtung bestehender Sicherheiten das maximale Ausfallrisiko für den Fall an, dass Kontrahenten ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können. Das maximale Kreditausfallrisiko beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 266.044 T€. Für alle den originären Finanzinstrumenten zugrundeliegenden Leistungsbeziehungen gilt, dass zur Minimierung des Ausfallrisikos in Abhängigkeit von Art und Höhe der jeweiligen Leistung Sicherheiten verlangt, Kreditauskünfte/Referenzen eingeholt oder historische Daten aus der bisherigen Geschäftsbeziehung, insbesondere dem Zahlungsverhalten, zur Vermeidung von Zahlungsausfällen genutzt werden. Daneben werden Kreditversicherungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgeschlossen. Zur Berücksichtigung des erkennbaren, nicht auszuschließenden Ausfallrisikos einzelner Forderungen sowie des allgemeinen Kreditrisikos des Konzerns werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte unterliegen bei der Schenck Process Gruppe dem Modell der erwarteten Kreditverluste (Expected Credit Losses, ECL). Der Konzern wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um erwartete Kreditverluste zu bemessen; demzufolge werden für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte alle über die gesamte Laufzeit erwarteten Kreditverluste herangezogen. Zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste werden von der Schenck Process Gruppe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte auf Basis gemeinsamer Kreditrisikomerkmale in vier Länderregionen, sogenannte Cluster, zusammengefasst. Die Vertragsvermögenswerte betreffen noch nicht fakturierte laufende Arbeiten und weisen im Wesentlichen die gleichen Risikomerkmale auf wie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für die gleichen Vertragsarten. Die Schenck Process Gruppe hat daher die Schlussfolgerung gezogen, dass die erwarteten Verlustquoten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einen angemessenen Näherungswert der Verlustquoten für Vertragsvermögenswerte darstellen. Die erwarteten Verlustquoten bzw. Ausfallwahrscheinlichkeiten der Länderregionen berechnen sich aus dem gewogenen Durchschnitt der Ist-Ausfälle im Verhältnis zu den relevanten Umsatzerlösen über eine Periode von 48 Monaten vor dem 31. Dezember 2021. Die erwarteten Kreditverluste (Wertberichtigungen) zum Bilanzstichtag ergeben sich durch Multiplikation des mit einem Ausfallrisiko behafteten Forderungsbestands ('Exposure at Default') mit der ermittelten erwarteten Verlustquote ('Probability of Default'). Auf dieser Grundlage wurde die Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte zum 31. Dezember 2021 ermittelt:
Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden auswirken, ihre Forderungen zu begleichen. Die Schenck Process Gruppe hat das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes der Länder, in denen sie Produkte und Dienstleistungen verkauft (GDP Growth Rate), als relevantesten Faktor identifiziert und passt die historischen Verlustquoten aufgrund der erwarteten Veränderungen dieses Faktors an. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Kreditausfallrisiko einer Länderregion sinkt, wenn die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts steigt und umgekehrt. Der Schlussbilanzwert der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte zum 31. Dezember 2021 wird wie folgt auf den Eröffnungsbilanzwert der Wertberichtigung übergeleitet:
Liquiditätsrisiken Das Liquiditätsrisiko ist definiert als das Risiko, dass eine Gesellschaft ihren finanziellen Verpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen kann. Diesem Risiko begegnet die Schenck Process Gruppe mit einer auf einen festen Planungshorizont ausgerichteten Liquiditätsvorschau für den gesamten Konzern. Die Schenck Process Gruppe steuert ihre Liquidität, indem sie neben dem Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Geschäft, hier im Wesentlichen den Zahlungsmittelzufluss aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, in ausreichendem Umfang liquide Mittel vorhält und Kreditlinien bei Banken unterhält. Zum 31. Dezember 2021 bestanden für die Schenck Process Gruppe kurz- und langfristige Kredit- und Avallinien von insgesamt 180.848 T€, von denen 101.002 T€ nicht in Anspruch genommen wurden. Die folgende Übersicht beschreibt den Verlauf der vertraglich fixierten, undiskontierten Rückzahlungs- und Zinsauszahlungen aus bilanzierten Verbindlichkeiten gegenüber Anleihegläubigern, der undiskontierten Auszahlungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Derivate werden mit ihren Nettozahlungsströmen einbezogen, soweit sie negative Marktwerte haben und daher Verbindlichkeiten darstellen. Diese werden normalerweise nicht vor ihrer vertraglichen Fälligkeit ausgeglichen. Derivate mit positiven Marktwerten sind Vermögenswerte und werden daher nicht berücksichtigt. Bei den Verbindlichkeiten aus Anleihen wird eine Tilgung zur Endfälligkeit zugrunde gelegt.
Die Betriebsmittellinien in Höhe von 74.625 T € wurden zum Bilanzstichtag nicht zur Ziehung von Liquidität in Anspruch genommen. Im Vorjahr wurde ebenfalls keine Liquidität gezogen, die damalige Inanspruchnahme betraf die Herauslegung einer Kreditbesicherungsgarantie (25 T€), die zum Bilanzstichtag ausgebucht wurde. Marktrisiken Zinsänderungsrisiken Zinsänderungsrisiken bestehen aufgrund potenzieller Änderungen des Marktzinses und können bei festverzinslichen Instrumenten zu einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts und bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten zu Zinszahlungsschwankungen führen. Die bestehende Finanzierungsstruktur mit Anleihefinanzierung unterliegt keinem Zinszahlungsrisiko, da ein fester Zinssatz vereinbart ist. Es besteht aber das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts. Währungsrisiken Die Schenck Process Gruppe ist weltweit operativ tätig und demzufolge Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Hauptsächlich resultieren diese aus Veränderungen des US-Dollar-, des Australischen Dollar-, des Chinesischen Yuan- und des Japanischen Yen- -Wechselkurses. Der Euro ist die Berichtswährung. Daher beeinflusst die Änderung von Wechselkursen zwischen dem Euro und den lokalen Währungen, in denen die Jahresabschlüsse der ausländischen Tochterunternehmen aus dem Nicht-Euroraum erstellt werden, dass im Konzernabschluss ausgewiesene Jahresergebnis und Eigenkapital. Außerdem entstehen Risiken, wenn Geschäftstransaktionen nicht in der funktionalen Währung des Unternehmens abgewickelt werden (sog. Transaktionsrisiken). Zur Absicherung solcher Risiken werden Terminkontrakte, die von der Finanzabteilung abgeschlossen werden, eingesetzt. Die Finanzabteilung übernimmt die Sicherung der Nettoposition in der relevanten Fremdwährung durch den Abschluss von Devisentermingeschäften mit Banken. Bedeutung des Währungsrisikos Die zusammengefassten quantitativen Informationen zum Währungsrisiko des Konzerns stellen sich wie folgt dar.
Die angewendeten Wechselkurse können aus dem Abschnitt Fremdwährungsumrechnung aus dem Bereich Grundlagen entnommen werden. Sensitivitätsanalyse Eine für möglich gehaltene Stärkung (Schwächung) von Euro, US-Dollar, Australischen Dollar, Chinesischer Yuan oder Brasilianische Real gegenüber den anderen Währungen zum 31. Dezember hätte die Bewertung der Finanzinstrumente in fremder Währung beeinflusst und sich mit den unten dargestellten Beträgen auch auf das Eigenkapital und den Gewinn oder Verlust ausgewirkt. In der Analyse wird unterstellt, dass alle anderen Einflussfaktoren, vor allem die Zinssätze, konstant bleiben.
33 Kapitalmanagement Ein vorrangiges Ziel der Schenck Process Gruppe ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Die wertorientierten Kennzahlen unterstützen das Management in erster Linie bei strategischen Entscheidungen im Hinblick auf die Optimierung der Regionen sowie bei der Ressourcenallokation für Akquisitionen und Investitionen. Auf operativer Ebene stehen die Werttreiber mit Fokus auf Wachstum (Umsatz), Kosteneffizienz (EBITDA) und Kapitaleffizienz (Working Capital, Investitionsausgaben) im Mittelpunkt, da diese die Wertschaffung unmittelbar beeinflussen. Die zukünftige Eigenkapitalsituation im Konzernabschluss der Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) ist wesentlich beeinflusst durch die Ertragslage der Gruppe, die geprägt ist durch die jährlichen Zinsbelastungen aus den Verbindlichkeiten aus Anleihen sowie den planmäßigen Abschreibungen der Aufstockungsbeträge aus Kaufpreisallokationen. Die Eigenkapitalquote beträgt 13,3% (Vorjahr: 10,3%). Die Instrumente zur Steuerung der Kapitalstruktur des Konzerns bestehen in einer fortlaufenden Überwachung und Optimierung des Cash-Flows der Konzerngesellschaften, der Möglichkeit der Aufnahme weiterer Fremdfinanzierung sowie zusätzlicher Einlagen der Gesellschafter. Aufgrund der breit gefächerten Produktpalette für verschiedenartige Industrien und der Präsenz auf globalen Märkten werden für die Folgejahre weiterhin Cash-Flows erwartet, die eine fristgerechte Bedienung des zur Verfügung stehenden Fremdkapitals erlauben. 34 Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen Der Anteilseigner der Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) ist die Schenck Process Group GmbH (vormals Platin 1424. GmbH), Deutschland, die wiederum zu 100 % von der BCP Pinot S.à.r.l., Luxemburg gehalten wird. Der Anteilseigner der BCP Pinot S.à.r.l. ist die BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P., Kaiman-Inseln. Die Anteile an der BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P. werden größtenteils vom Private Equity Investor Blackstone gehalten. Die Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH) wird von der BCP Pinot Sàrl, Luxemburg über die Zwischenholding Schenck Process Group GmbH (vormals Platin 1424. GmbH), Deutschland, beherrscht und in deren Konzernabschluss (größter Konsolidierungskreis) einbezogen. Geschäftsführer und weitere ausgewählte Führungskräfte, sowie Mitglieder des Beirates der Schenck Process Gruppe (im Folgenden: Manager) halten über die BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P. Anteile an der BCP Pinot S.à.r.l. Sofern einer der Manager vor Beendigung der Investition durch den Finanzinvestor ausscheidet, hat die BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P. vorbehaltlich der weiteren Regelungen des Gesellschaftsvertrags das Recht (Option), diesen Manager dazu aufzufordern, seinen gesamten Anteil an die BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P. zu veräußern und zu übertragen. Bei Ausübung der Option hat der Manager einen Anspruch auf einen Verkaufspreis, der im Regelfall dem Marktwert entspricht. Bei Beendigung der Investition durch den Finanzinvestor ist der Manager am Veräußerungserlös nach vertraglich festgelegten Kriterien beteiligt. Bei Beendigung der Investitionsphase durch den Finanzinvestor kann der Manager durch die BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P. dazu angehalten werden, seine Anteile zu veräußern und/oder zu übertragen. Weiterhin besteht ein für die Schenck Process Gruppe gesellschaftsrechtlich festgelegter Beirat, der eine beratende Funktion ausübt. Herr Harry Kenyon-Slaney ist Beiratsmitglied mit einem fixen Beratungshonorar, er hält Anteile an der BCP Pinot Aggregator (Cayman) L.P. Weiterhin ist Herr Jeffrey Overly Beiratsmitglied mit einem fixen Beratungshonorar. 35 Befreiungsregelung nach § 264 Abs. 3 HGB und § 291 HGB Die nachfolgend aufgeführten, in diesen Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen machen hinsichtlich ihres Jahresabschlusses von der Befreiungsregelung nach § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch:
Die nachfolgend aufgeführten, in diesen Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen machen hinsichtlich der Aufstellungspflicht für einen Konzernabschluss von der Befreiungsregelung nach § 291 HGB Gebrauch:
36 Prüferhonorare Die als Aufwand erfassten Honorare des Abschlussprüfers des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2021 teilen sich folgendermaßen auf:
37 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Aufgrund der tragischen Situation in der Ukraine ergibt sich für die Schenck Process Gruppe folgende Situation:
Wir erwarten derzeit keine signifikanten Auswirkungen des Krieges auf unser globales Geschäft. 38 Organe der Gesellschaft Geschäftsführung Die Geschäftsführer der Schenck Process GmbH (vormals Platin 1425. GmbH), haben für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben für den Zeitraum vom 01. Januar bis 31. Dezember 2021 Bezüge in Form kurzfristig fälliger Leistungen aus dem Arbeitsverhältnis in Höhe von 1.821 T€ erhalten. Im Geschäftsjahr wurden keine Leistungen an ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung für die Zeit nach Beendigung ihrer Geschäftsführertätigkeit im Aufwand erfasst. Im Geschäftsjahr 2021 wurden wie im Vorjahr keine Zuführungen zu Pensionsrückstellungen für die Geschäftsführer gemacht. Wie in den Vorjahren wurden keine Vorschüsse, Kredite, Bürgschaften oder Gewährleistungen an Mitglieder der Geschäftsführung gewährt. Für die Mitglieder der Geschäftsführung besteht eine D&O-Versicherung ohne Selbstbehalt. Im Berichtsjahr hat sich keine Veränderung in der Geschäftsführung ergeben.
Darmstadt, 31. März 2021 Keith Cochrane Thomas Spitzenpfeil Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Schenck Process GmbH (bis 12. Juli 2021: Platin 1425. GmbH), Darmstadt Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Schenck Process GmbH (bis 12. Juli 2021: Platin 1425. GmbH), Darmstadt, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Schenck Process GmbH (bis 12. Juli 2021 Platin 1425. GmbH) für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 31. März 2022 KPMG
AG
Höfter, Wirtschaftsprüfer Amrhein, Wirtschaftsprüfer |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Neueste Nachrichtenartikel und Medienerwähnungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Weitere Unternehmen an oder nahe dieser Geschäftsadresse
5 nahegelegene Organisationen
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Herstellung von Prüfmaschinen
Druck- und Medienvorstufe
Großhandel mit Textilien
Ambulante Betreuungsdienste für Menschen mit Behinderung
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen