Busch Group IT Solutions GmbH
Selbe AdresseErbringung von sonstigen Dienstleistungen der Informationstechnologie
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Peter Zeug seit 14.7.2025 | Geschäftsführer |
Philipp Johannes Eric Maria Seeger genannt Dütemeyer seit 22.5.2023 | Prokura |
Björn Nickel seit 29.7.2019 | Prokura |
Daniel Sälzer seit 29.7.2019 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Pfeiffer Vacuum Technology AGAßlarKonzernfinanzbericht 2019KONZERNLAGEBERICHTDAS JAHR 2019 AUF EINEN BLICKFür den Pfeiffer Vacuum Konzern war 2019 ein Jahr, in dem ein teilweise schwächeres Marktumfeld zu einem Umsatzrückgang führte. Zur gleichen Zeit wurde mit unveränderter Entschlossenheit die strategische Neuausrichtung des Konzerns weiter implementiert. Die damit verbundenen Mehraufwendungen belasteten allerdings wie erwartet die Ergebnisentwicklung. Mit den während des Jahres veränderten Marktbedingungen blieben Umsatz und Betriebsergebnis hinter den am Anfang des Jahres formulierten eigenen Erwartungen zurück. Die während des Jahres angepassten Erwartungen wurden demgegenüber erreicht. Unverändert hält Pfeiffer Vacuum an den strategischen Zielen fest: Bis zum Jahr 2025 soll das auf Wachstum und Profitabilität ausgerichtete Investitionsprogramm die volle Wirksamkeit erreichen und zu einem Marktanteil und zu einer Betriebsergebnismarge von jeweils mehr als 20 % führen. Bedingt durch eine Schwäche im Beschichtungsmarkt und eine eher verhaltene Nachfrage unserer Kunden aus der Halbleiterindustrie ist der Umsatz - ausgehend vom Rekordniveau des Vorjahres - um 4,1 % von 659,7 Mio. € auf 632,9 Mio. € zurückgegangen. Dieses Resultat lag innerhalb des zuletzt prognostizierten Korridors, der ein Umsatzvolumen von 620 bis 640 Mio. € vorsah. Gleichwohl liegen die Umsätze aus den genannten Gründen unter unseren eigenen Erwartungen, die wir zu Beginn des Geschäftsjahres gebildet und im letztjährigen Prognosebericht in Form eines erwarteten Umsatzwachstums formuliert hatten. Als unmittelbare Konsequenz aus der rückläufigen Umsatzentwicklung haben sich negative Skaleneffekte auf die Ergebnissituation ausgewirkt. Darüber hinaus befindet sich der Konzern infolge der strategischen Neuausrichtung derzeit in einer Transformationsphase. Die damit einhergehenden Maßnahmen zur Stärkung der Markt- und Wettbewerbsposition belasten zunächst und damit auch im Jahr 2019 die Ergebnisentwicklung. Im Wesentlichen haben diese beiden Effekte dazu geführt, dass das Betriebsergebnis nach 95,1 Mio. € im Jahr 2018 auf 65,2 Mio. € im Jahr 2019 gesunken ist. Die daraus im Jahr 2019 resultierende Betriebsergebnis- oder EBIT-Marge von 10,3 % lag damit nicht wie im letzten Prognosebericht formuliert etwa auf dem Niveau des Jahres 2018 (14,4 %). Die Entwicklung des Betriebsergebnisses im Verlauf des Jahres 2019 hat dann in der Folge dazu geführt, die Prognose für die EBIT-Marge auf zuletzt um 10 % anzupassen. Diese angepasste Prognose wurde erreicht. Mit einem nahezu unveränderten Finanzergebnis und einer praktisch konstanten Steuerquote folgte das Ergebnis nach Steuern von 48,4 Mio. € weitgehend der Entwicklung des Betriebsergebnisses. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich ein Rückgang um 29,8 %. Insgesamt lagen der Umsatz und infolgedessen auch das Betriebsergebnis unter den Erwartungen, die wir zu Beginn des Geschäftsjahres formuliert hatten. Pfeiffer Vacuum hat in 2019 deutliche Fortschritte bei der Umsetzung seiner Wachstumsstrategie erzielt und bestätigt sein Ziel, bis 2025 einen Marktanteil und eine EBIT-Marge von jeweils mehr als 20 % zu erreichen. Ergebnisbelastungen, wie in 2019 durch die Entwicklung von Halbleiter- und Beschichtungsmarkt, sind immer möglich. Mit Fortschreiten der Strategieumsetzung, insbesondere im Bereich Operations, erwarten wir allerdings eine Ergebnisverbesserung. Markterholungen und die damit verbundenen Skaleneffekte werden einen weiteren Beitrag leisten. Eigenkapitalquote konstantDie Vermögenslage des Pfeiffer Vacuum Konzerns wird durch eine stabile Bilanzstruktur verdeutlicht. Das Eigenkapital hat gegenüber dem Vorjahr nochmals zugelegt und wuchs von 372,2 Mio. € zum Ende des Jahres 2018 um 21,2 Mio. € auf 393,4 Mio. € am 31. Dezember 2019. Auch nach der erstmaligen Anwendung der neuen Bilanzierungsregeln zu den Miet- und Leasingverträgen (Anmerkung 3) und den daraus resultierenden gestiegenen finanziellen Verbindlichkeiten ist die Eigenkapitalquote nach 59,6 % zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres mit wiederum 59,6 % zum Ende des Berichtszeitraums konstant. Die finanziellen Verbindlichkeiten beliefen sich am Stichtag 31. Dezember 2019 auf 73,6 Mio. € (Vorjahr: 60,3 Mio. €). Das entspricht lediglich rund 11,2 % der Bilanzsumme. (Anmerkung 23 und Anmerkung 30) Dem stehen liquide Mittel in Höhe von 112,0 Mio. € gegenüber, so dass der Konzern auf Nettobasis unverändert schuldenfrei ist. Auch nach dem Rückgang im Betriebsergebnis ist der operative Cash-Flow von 62,5 Mio. € im Vorjahr auf 65,4 Mio. € im Berichtsjahr gestiegen. Neben den positiven Auswirkungen aus dem Rückgang insbesondere der Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben neue Bilanzierungsregeln zur Behandlung von Miet- und Leasingverträgen zu einer Umgliederung der Mittelabflüsse aus Miet- und Leasingraten vom operativen Cash-Flow in den Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 5,3 Mio. € geführt. Aber auch ohne Berücksichtigung dieses Effekts hat sich der operative Cash-Flow besser als das Betriebsergebnis entwickelt. Insgesamt haben sich die für uns wichtigsten Bilanzkennzahlen im Vergleich zum Stichtag des Vorjahres damit im Rahmen der Erwartungen entwickelt. Investitionsprogramm überwiegend planmäßig fortgesetztDas im Jahr 2018 verabschiedete Investitionsprogramm mit einem Volumen von 150 Mio. € wurde im Jahr 2019 fortgesetzt. Insgesamt sollen in diesem Zusammenhang Investitionen vor allem zum Ausbau und zur Modernisierung der Produktionskapazitäten erfolgen. Zudem werden Mittel für die Bereiche Forschung und Entwicklung sowie IT bereitgestellt, um die operative Effizienz zu verbessern und die Transformation zu realisieren. Die zeitliche Planung dieser Investitionen wird kontinuierlich evaluiert und gegebenenfalls angepasst, um längere als geplante Lieferzeiten zu berücksichtigen oder die erfolgreiche Umsetzung der Investitionen an neue Umstände oder Erwartungen anzupassen. Dies war auch in 2019 der Fall und kann wegen der hohen Komplexität und des Umfangs der Investitionen durchaus auch in der Zukunft erneut eintreten. Als wichtiges Element des Investitionsprogramms und der neuen Wachstumsstrategie in 2019 ist darüber hinaus die Erweiterung des Standorts Wuxi, China, zu nennen. Mit der Verdopplung der ursprünglichen Größe setzt das neue Werk einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung von Pfeiffer Vacuum in China. Dadurch will das Unternehmen noch besser auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen und gleichzeitig das strategische Wachstum im lokalen Beschichtungs- und Halbleitermarkt unterstützen. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 kamen wieder eine ganze Reihe neuer Produkte auf den Markt: Mit den neuen Turbopumpen HiPace 700 H präsentierte Pfeiffer Vacuum Anfang 2019 kompressionsstarke Modelle. Mit einem Kompressionsverhältnis von > 2 x 10 7 für Wasserstoff sind sie für die Erzeugung von Hoch- und Ultrahochvakuum geeignet. Durch das hohe Kompressionsverhältnis entsteht in der Kammer ein niedriges Restgasspektrum, wie es zum Beispiel für bestimmte massenspektrometrische Applikationen wünschenswert ist. Auf der HannoverMesse ComVac 2019 wurden die neuen Wälzkolbenpumpen der Baureihe HiLobe vorgestellt. Die Experten von Pfeiffer Vacuum präsentierten erstmals diese neuen Vakuumpumpen, mit denen sich zahlreiche industrielle Vakuumanwendungen wie beispielsweise Elektronenstrahlschweißen, Vakuumöfen oder Gefriertrocknung abdecken lassen. Die Pumpen der Baureihe HiLobe sind besonders für Schnellevakuierungen (Schleusenkammern oder Lecksuchanlagen) interessant. Des Weiteren eignen sie sich für den Einsatz in Beschichtungsanwendungen. Weiteres Wachstum und deutliche Verbesserung der Ergebnismarge geplantUnsere im Jahr 2018 verabschiedete Wachstumsstrategie sieht unverändert ein organisches Umsatzwachstum ergänzt um anorganisches Wachstum durch Akquisitionen vor. Marktanteil und EBIT-Marge sollen bis zum Jahr 2025 auf mehr als 20 % steigen. Die Strategie von Pfeiffer Vacuum bleibt damit klar auf weiteres Wachstum ausgerichtet (siehe Prognosebericht, S. 078). Neben der Entwicklung neuer Produkte zählt etwa auch der Ausbau der globalen Präsenz des Unternehmens dazu. Der Schwerpunkt liegt dabei auf ausgewählten asiatischen Ländern, allen voran das stark wachsende China. Hier haben wir mit dem bereits erwähnten Ausbau am Standort Wuxi die ersten Maßnahmen umgesetzt. Um die Wachstumsstrategie schnellstmöglich umzusetzen, wurden die Umbildung des Vorstands und eine Neuordnung der Funktionen zum 1. Januar 2019 vorgenommen (siehe dazu auch die Ausführungen im Abschnitt "Corporate Governance Bericht") (siehe auch S. 082). Neu geschaffen wurde die Position des Chief Operations Officer (COO), der die Leistungsfähigkeit, Effizienz und Flexibilität der globalen operativen Infrastruktur und Prozesse verantwortet. Die zuvor interimistisch besetzte Position des COO wurde mit der Berufung von Herrn Wolfgang Ehrk in den Vorstand der Pfeiffer Vacuum Technology AG mit Wirkung vom 1. Januar 2020 nunmehr dauerhaft besetzt (siehe auch S. 082). Als weiteres Element der Pfeiffer Vacuum Strategie, globale Verantwortlichkeiten zu verankern, wurde darüber hinaus die Führungsstruktur des Konzerns im Berichtsjahr 2019 neu organisiert. Zur erfolgreichen Strategieumsetzung investieren wir darüber hinaus in Talente im technischen Bereich und weitere Experten. Im Mai 2019 wurde eine strategischen Kooperation mit der Busch Gruppe vereinbart. Generelles Ziel ist die Verbesserung unserer Wettbewerbsposition in der Vakuumtechnologiebranche. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, Synergien in den Bereichen Einkauf, Vertrieb und Service, IT sowie Forschung & Entwicklung zu realisieren. DER PFEIFFER VACUUM KONZERNUNTERNEHMENSPROFILSeit dem Jahr 1890 und damit seit nunmehr 130 Jahren entwickeln, produzieren und vertreiben wir ein umfassendes Produktportfolio im Bereich der Vakuumtechnologie und bieten dazu weltweiten Service. Seit der Erfindung der Turbopumpe vor mehr als 50 Jahren sind wir ein weltweit führender Anbieter von Vakuumlösungen. Unser Produktportfolio umfasst hybrid- und magnetgelagerte Turbopumpen, Vorvakuumpumpen sowie Mess- und Analysegeräte bis hin zu komplexen Vakuumsystemen. Wir produzieren an insgesamt zehn Standorten in Europa, Asien und Nordamerika unsere High-Tech-Produkte. Derzeit gehören 20 Vertriebs- und Servicegesellschaften zum Konzern. Unsere Mitarbeiter erfüllen mit ihrem Know-how und ihrem Engagement die Ansprüche unserer Kunden aus unseren Absatzmärkten Analytik, Industrie, Forschung & Entwicklung, Beschichtung sowie Halbleiter. Trotz der verhalteneren Nachfragedynamik im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 war - gemessen an den erwirtschafteten Umsatzerlösen - der Bereich Halbleiter erneut ein starker Markt für Pfeiffer Vacuum. Ihm folgten die Absatzmärkte Industrie und Analytik. Weltweit mit Produktions-, Vertriebs- und Serviceniederlassungen nah am KundenPfeiffer Vacuum produziert in Deutschland sowohl in Aßlar als auch in Göttingen und in Dresden. Innerhalb Europas kommen die Produktionsstätten in Annecy, Frankreich, und Cluj, Rumänien, hinzu. In Asien sind wir mit einem Produktionsstandort in Asan, Südkorea, in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam, und seit Oktober 2019 auch in Wuxi, China, vertreten. In den USA bestehen Produktionsstätten in Indianapolis und Yreka. Darüber hinaus sind wir an mehr als 20 Standorten rund um den Globus mit Vertriebs- und Serviceniederlassungen vertreten. Weltweit sind 3.276 Mitarbeiter (31. Dezember 2019) damit befasst, Pfeiffer Vacuum jeden Tag einen weiteren Schritt voranzubringen. Absatzmärkte und MarktpositionDie Produkte von Pfeiffer Vacuum kommen in zahlreichen Industriezweigen zum Einsatz. Unsere Kunden in allen Regionen und aus allen Branchen vertrauen auf die Zuverlässigkeit unserer Produkte. Mit Blick auf die jeweilige übergeordnete Branche ordnet Pfeiffer Vacuum diese Kunden den Märkten Halbleiter, Industrie, Analytik, Forschung & Entwicklung (F&E) und Beschichtung zu. Insgesamt betrachten wir uns in unserem Marktumfeld als Nummer zwei auf dem Weltmarkt. STANDORTE UND MITARBEITER WELTWEIT
Die Produkte und Lösungen von Pfeiffer Vacuum kommen in wichtigen Zukunftsmärkten zum Einsatz. Schon heute sind viele innovative Prozesse, beispielsweise in der Nanotechnologie, bei der Herstellung von LEDs oder in der Forschung ohne den Einsatz von Vakuumtechnik undenkbar. Der technologische Fortschritt, der sich aus den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in diesen Technologiefeldern ergibt, führt zu neuen Produkten und Fertigungsprozessen. So führt die dynamische Entwicklung des privaten und beruflichen Kommunikationsverhaltens der Menschen zu immer neuen Anwendungen, die auf neuen Technologien der Halbleiterindustrie basieren. Der zunehmende Bedarf an Energie bei gleichzeitiger Notwendigkeit der Ressourcenschonung verändert die Energiegewinnung. Aus diesen wie aus weiteren gesellschaftlichen und industriellen Trends ergeben sich für Pfeiffer Vacuum zusätzliche Absatzmöglichkeiten. Zu unseren Stärken gehört, dass wir alle Märkte bedienen und deshalb nicht nur abhängig von den Entwicklungen in einzelnen Marktsegmenten sind. So konnte etwa im Jahr 2019 die schwächere Nachfrage in der Halbleiterindustrie durch Umsatzzuwächse im Bereich Industrie teilweise kompensiert werden. Breites Anwendungsspektrum für ZukunftstechnologienHalbleiterUnsere Vakuumpumpen werden in der Halbleiterindustrie zur Produktion von Mikroprozessoren und Handlingsystemen benötigt. Die Kunden setzen in erster Linie sehr viele mittlere und große Vorpumpen, aber auch Turbopumpen sowie Messgeräte ein. Mit unseren Dekontaminationssystemen können Chiphersteller ihren Ertrag deutlich steigern. Ein wesentlicher Wachstumstreiber der Halbleiterindustrie liegt in der rasanten Entwicklung der Kommunikationstechnologie. Neue Einsatzgebiete von Vakuumtechnik ergeben sich beispielsweise in der Nanotechnologie. Unsere Halbleiterkunden haben ihre Standorte überwiegend in Asien, den USA und zu einem kleineren Teil auch in Europa. ANWENDUNGSBEISPIELE
IndustrieIn diesem Segment vereinen wir eine heterogene Gruppe von Industriekunden, die für bestimmte Produktionsschritte unsere Vakuumlösungen benötigen. Industrielle Trends wie Qualitätssteigerungen, Energieeinsparung und -gewinnung, Elektromobilität oder Umweltschutz ermöglichen neue Einsatzgebiete. Anwendungsbeispiele sind die Metallurgie, die Röhrenproduktion sowie die Klima- und Kältetechnik. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die noch junge Solarthermie-Technik, deren Absorberröhren sowohl mittels unserer Pumpstände evakuiert als auch von unseren Lecksuchern permanent auf Leckagen geprüft werden. Unsere Kunden im Segment "Industrie" kommen vorwiegend aus Europa, den USA und zunehmend auch aus Asien. AnalytikUnsere größten Kunden in diesem Markt sind sogenannte OEM-Kunden (Original Equipment Manufacturer), also Anbieter von industriellen Anlagen oder Analyseinstrumenten. Komplexe Analysegeräte wie Rasterelektronenmikroskope werden vor allem zur Qualitätssicherung in der Industrie eingesetzt. Diese Branche ist besonders von Megatrends aus den Bereichen Life Science, Biotechnologie und Sicherheit geprägt. Immer kleinere und leichtere tragbare Analysegeräte werden in der Umwelttechnik, in der Sicherheitstechnik oder für Dopinganalysen benötigt. Die Analytikindustrie fragt daher zumeist kleine und mittlere Turbopumpen, Vorpumpen sowie Messgeräte nach. Unsere wichtigsten Kunden für Produkte aus dem Bereich Analytik kommen aus den USA, Japan, England und Deutschland. Forschung & EntwicklungDie Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen hat bei Pfeiffer Vacuum eine lange Tradition. Ob Physik- oder Chemielaboratorien an Universitäten, renommierte Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer- und das Max-Planck-Institut oder große multinationale Forschungseinrichtungen wie CERN in Genf - sie alle verwenden unsere Pumpen, Massenspektrometer, Lecksucher oder Vakuumlösungen. In enger Kooperation mit Forschungseinrichtungen in Europa, den USA und Asien entstehen immer wieder neue Anwendungen, beispielsweise im Bereich der Energiegewinnung oder der Gesundheitstechnik. BeschichtungViele Dinge des täglichen Lebens könnten ohne Vakuum nicht in der gewünschten Qualität hergestellt werden. So erfolgen beispielsweise die Entspiegelung von Brillengläsern, die Produktion von Flachbildschirmen, die funktionelle Beschichtung von Textilien oder die Herstellung von OLEDs und LEDs sowie die Beschichtung von Solarzellen oder Architekturglas in Vakuumkammern. Hochwertige Werkzeuge werden unter Vakuum beschichtet und gehärtet und dadurch noch haltbarer. Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie zählen zu den Megatrends, die weiteres Wachstum versprechen. In der Beschichtungsindustrie werden hauptsächlich mittlere und große Vor- und Turbopumpen benötigt, aber auch Messgeräte und komplette Vakuumsysteme. Kunden, die unsere Beschichtungstechnologie nutzen, kommen aus allen Industrienationen rund um den Globus. UNTERNEHMENSSTRATEGIEInnovation als Wachstumsbasis: Marktanteil soll auf über 20 % steigenPfeiffer Vacuum entwickelt, produziert und vertreibt technologisch und qualitativ anspruchsvolle Vakuumlösungen. Das Unternehmen versteht sich als Qualitätsmarktführer und sieht es als langfristiges strategisches Ziel an, seine Produkte nicht über den Preis, sondern über die Qualität zu verkaufen. Zu dieser Verkaufsstrategie gehört es auch, die langfristigen Kostenvorteile der Lebensdauer eines Pfeiffer Vacuum Produkts gegenüber den Kunden herauszustellen (Total Cost of Ownership). Diese ergeben sich unter anderem aus geringeren Wartungs- und Reparaturkosten, längeren Laufzeiten und niedrigerem Energieverbrauch im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten. Der Anspruch, immer nah am Kunden zu sein, ist das Leitbild von Pfeiffer Vacuum. Mit einer weltweiten Präsenz werden wir diesem Anspruch gerecht und sorgen dafür, dass unsere Kunden stets im Mittelpunkt unseres Handelns stehen. Pfeiffer Vacuum hat es sich zum Ziel gesetzt, seinen Marktanteil auf über 20 % auszubauen und seine Position als Nummer zwei der weltweiten Vakuumindustrie deutlich zu stärken. Die Marktposition soll durch Wachstum mit neuen und innovativen Produkten, neuen Lösungen sowie mit einem breiteren Dienstleistungsangebot gestärkt werden. Die Strategie von Pfeiffer Vacuum ist klar auf weiteres Wachstum ausgerichtet. In diesem Zusammenhang soll die globale Präsenz des Unternehmens ausgebaut werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf ausgewählten asiatischen Ländern. Allen voran steht China mit seinen außergewöhnlich hohen Zuwachsraten im Halbleitermarkt im Fokus. Pfeiffer Vacuum wird in seinen Marktsegmenten Halbleiter, Beschichtung, Analytik, Industrie und Forschung & Entwicklung von den Megatrends heute und zukünftig profitieren. Zu diesen Trends zählen in den Bereichen Halbleiter und Beschichtung beispielsweise die Digitalisierung, der Ausbau erneuerbarer Energien, die Elektromobilität oder die immer größeren, hochauflösenden Displays. Die rasanten Entwicklungen der Life-Science-Industrie, der Nanotechnologie und der Sicherheitswirtschaft bieten zusätzliche Wachstumschancen für die Unternehmensbereiche Analytik, Industrie und Forschung & Entwicklung. Pfeiffer Vacuum wird alles daran setzen, seinen Kunden bei der Umsetzung dieser neuen Technologien ein starker Partner zu sein. Die Transformation von Pfeiffer Vacuum dient einzig und allein unseren Kunden. STRATEGISCHE GRUNDPFEILER VON PFEIFFER VACUUM8 Elemente prägen die Wachstumsstrategie von Pfeiffer Vacuum
Umfangreiche Wachstumsinvestitionen: EBIT-Marge soll auf über 20 % bis 2025 steigenUm die dynamische Entwicklung von Pfeiffer Vacuum weiter voranzutreiben, hat der Vorstand in 2018 ein Investitionsprogramm mit einem Volumen von 150 Millionen Euro auf den Weg gebracht. In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 wurden bisher rund 50 Millionen Euro realisiert. Der größte Teil der noch verbleibenden Investitionen wird in den Jahren 2020 und 2021 erwartet. Die Mittel fließen unter anderem in den Ausbau und die Modernisierung der Produktionskapazitäten. Zudem werden die Ausgaben für neue Projekte aus den Bereichen Forschung & Entwicklung und IT in den kommenden Jahren erhöht. Vorrangiges Ziel ist es, die operative Effizienz zu verbessern und die digitale Transformation zu realisieren. Durch die eingeleiteten Maßnahmen streben wir an, die EBIT-Marge auf über 20 % bis zum Jahr 2025 zu steigern (siehe Prognosebericht, S. 078). Kooperationsvereinbarung mit der Busch Gruppe geschlossenEine ergänzende Maßnahme zur Verbesserung der Wettbewerbsposition in der Vakuumtechnologiebranche ist die im Mai 2019 vereinbarte strategische Kooperation mit der Busch Gruppe. Das Unternehmen Busch in Maulburg hält über eine Tochtergesellschaft 60,22 % der Aktien an Pfeiffer Vacuum. Die Busch Gruppe verfügt über eine komplementäre Produktpalette an Vakuumpumpen und Lösungen für den Grobvakuummarkt. Seit Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung im Mai 2019 arbeiten beide Unternehmen daran, Synergien in den zentralen Bereichen Einkauf, Vertrieb und Services, IT sowie Forschung & Entwicklung zu realisieren. POSITIONIERUNG UND KLASSIFIZIERUNG VON PFEIFFER VACUUM UND BUSCHPfeiffer Vacuum und Busch haben unterschiedliche Zielmärkte und verfügen über ein komplementäres Produktportfolio. Durch die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen ist es allerdings beispielsweise möglich, Wachstum durch Cross-Selling zu realisieren oder durch das gemeinsame Betreiben von Servicecentern neue Märkte zu erschließen. STEUERUNGSSYSTEMStraffe Steuerung durch jährliche Umsatz- und ErgebniszieleDer Vorstand der Pfeiffer Vacuum Technology AG verantwortet die strategische Führung des Konzerns. Alle Konzerngesellschaften werden vom Vorstand und der globalen Organisation durch die Vorgabe von jährlichen Umsatz-, Ergebnis- und qualitativen Strategiezielen gesteuert (Management by Objectives). Die bedeutsamsten Kennzahlen in diesem Zusammenhang sind Umsatz, Betriebsergebnis, Betriebsergebnis- oder EBIT-Marge sowie das Vorsteuerergebnis. Unabhängig von der primären Steuerung des Konzerns werden in diesem Konzernlagebericht zum besseren Verständnis des Geschäftsverlaufs, der Lage und der künftigen Entwicklung weitere Kennzahlen, wie etwa das Ergebnis je Aktie, das Ergebnis nach Steuern oder der ROCE, beschrieben. Alle Konzerngesellschaften sind grundsätzlich für alle Marktsegmente verantwortlich, haben weiterhin ein eigenverantwortliches Management und entscheiden im Rahmen zentraler Richtlinien und Strategiezielen grundsätzlich selbst, wie die vorgegebenen Ziele (Umsatz, Betriebsergebnis und Betriebsergebnismarge sowie Vorsteuerergebnis) zu erreichen sind. Bei wesentlichen Entscheidungen sind die Aufsichtsgremien der Gesellschaften, besetzt unter anderem mit den Vorstandsmitgliedern der Pfeiffer Vacuum Technology AG, und globale Organisation einzubeziehen. Die Zielerfüllung erfolgt über detaillierte Soll-Ist-Vergleiche und Abweichungsanalysen im Rahmen des monatlichen Berichtswesens, das um Marktinformationen ergänzt wird. Damit soll sichergestellt werden, dass Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt und korrigiert werden können. Monatliche Telefonkonferenzen und physische Konferenzen mit dem Management der operativen Gesellschaften sollen zudem gewährleisten, dass alle Fragen zur geschäftlichen Entwicklung diskutiert werden. Zusätzlich finden persönliche Gespräche der Konzernleitung und der globalen Organisation mit den Mitarbeitern vor Ort statt. Für Länder, in denen Pfeiffer Vacuum nicht unmittelbar mit einer eigenen Gesellschaft vertreten ist, erfolgt die Vereinbarung der Umsatzziele mit dem lokalen Vertriebspartner. Auch hier wird die Zielerreichung über Soll-Ist-Vergleiche gemessen. Ein weiteres Instrument zur Steuerung ist die variable Vergütung des lokalen Managements der ausländischen Tochtergesellschaften und der Vertriebsmitarbeiter. So werden zusätzlich die Mitarbeiter in den Unternehmensbereichen, die nicht unmittelbar den Umsatz beeinflussen können, für die Kostenstrukturen und damit auch für den langfristigen Unternehmenserfolg sensibilisiert. Um die einzelnen Bereiche der eingangs dargelegten Strategie und die damit verbundenen Ziele fokussierter und schneller umzusetzen, wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2019 eine neue Geschäftsverteilung im Vorstand beschlossen. Das Unternehmen wurde damit entsprechend seiner globalen Geschäftsfunktionen organisiert (siehe dazu auch die Ausführungen im Abschnitt "Corporate Governance Bericht" dieses Konzernlageberichts) (siehe auch S. 082). KONZERNSTRUKTURPfeiffer Vacuum - weltweit vertretenZum 31. Dezember 2019 gehörten unverändert 32 Unternehmen zum Pfeiffer Vacuum Konzern. Für den Konzern nehmen die Pfeiffer Vacuum GmbH, Asslar, Deutschland, und die Pfeiffer Vacuum SAS, Annecy, Frankreich, zentrale Rollen ein. In der Pfeiffer Vacuum GmbH sind die Entwicklung und Produktion für alle Pfeiffer Vacuum Produkte, der Vertrieb für Deutschland und das zentrale Beteiligungsmanagement für den Konzern organisiert. Diese Gesellschaft beschäftigte per 31. Dezember 2019 insgesamt 865 Mitarbeiter (31. Dezember 2018: 808). Die Pfeiffer Vacuum SAS ist gewissermaßen das französische Gegenstück zur Pfeiffer Vacuum GmbH. Die Gesellschaft beschäftigte zum Jahresende 732 Mitarbeiter (31. Dezember 2018: 718), ist die zentrale Entwicklungs- und Produktionsstätte für den Halbleiter- und Beschichtungsmarkt und zuständig für den Vertrieb in Frankreich. Mit insgesamt 1.597 Mitarbeitern ist in diesen beiden Gesellschaften knapp die Hälfte der 3.276 im Konzern tätigen Mitarbeiter (zum 31. Dezember 2019) beschäftigt. Alsweitere Konzerngesellschaften mit eigenen Produktionsstandorten sind die Pfeiffer Vacuum Components & Solutions GmbH, die Dreebit GmbH, die Pfeiffer Vacuum Semi Korea Ltd., die Pfeiffer Vacuum Romania S.r.l., die Nor-Cal Products, Inc. und die Advanced Test Concepts, LLC. und die Nor-Cal Products Viet Nam Co., Ltd. sowie seit Oktober 2019 auch die Pfeiffer Vacuum (Shanghai) Co., Ltd. (mit dem Standort Wuxi) mit der Fertigung und Montage eigener Produkte betraut. Die übrigen Konzerngesellschaften sind rechtlich selbstständige Kapitalgesellschaften, die Vertriebs- und Serviceaufgaben wahrnehmen. Rechtlich sind alle Gesellschaften im Wesentlichen in einer mit der deutschen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) vergleichbaren Rechtsform organisiert. Die vollständige Konzernstruktur stellt sich zum 31. Dezember 2019 wie folgt dar:
1 und 2 Beteiligungsquote des Konzerns zusammen
100,0 %
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGUnser Anspruch: TechnologieführerschaftEs ist unser oberstes Ziel, innovative Produkte und Lösungen mit höchster Prozesseffizienz für unsere Kunden anzubieten. Unsere Innovationskraft ist der entscheidende Schlüssel für unseren künftigen Geschäftserfolg. Neben eigener Forschung und Entwicklung (F&E) an weltweit drei Standorten arbeitet Pfeiffer Vacuum in Projekten eng mit Kunden und Zulieferern zusammen, um so frühzeitig gemeinsam neue Technologien zur Marktreife voranzutreiben. Darüber hinaus verfügen wir über ein etabliertes Netzwerk mit verschiedenen nationalen und internationalen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Die Kernthemen der F&E von Pfeiffer Vacuum sind aus den Bedürfnissen unserer meist global und in zum Teil sehr unterschiedlichen Märkten agierenden Kunden abgeleitet. Sie lassen sich den Megatrends wie Energie, Gesundheit und Umwelt zuordnen und betreffen häufig die Bereiche Industrie 4.0, Internet of Things, Digitalisierung und Predictive Maintenance. Wichtige F&E-Projekte im Geschäftsjahr 2019 zielten auf Ergänzung im Portfolio fehlender und Erneuerung vorhandener Produktgruppen. Im OEM-Geschäft konnten neue Linien wichtiger Kunden mit unseren kundenspezifisch entwickelten Pumpen gewonnen und vorhandene Linien im Volumen gesteigert werden. Unser Anspruch als Technologieführer wird dadurch gestützt, dass viele unserer Mitarbeiter in Ingenieurs- und ingenieursnahen Tätigkeiten für uns aktiv sind. Davon konnten 2019 insgesamt 220 Beschäftigte dem Bereich F&E zugeordnet werden (Vorjahr: 214). Als Ergebnis der F&E-Aktivitäten hat Pfeiffer Vacuum im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 53 (Vorjahr: 34) neue Patentfamilien angemeldet. Im Geschäftsjahr 2019 beliefen sich die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung auf 29,6 Mio. € (Vorjahr: 28,7 Mio. €). Die F&E-Quote lag mit 4,7 % aufgrund der schwächeren Umsatzentwicklung über dem Vorjahresniveau (4,3 %) siehe auch S. 043). Im Jahr 2020 wollen wir unsere Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit durch ein Technologiezentrum im kalifornischen Silicon Valley weiter verbessern. Der geplante Standort liegt in unmittelbarer Nähe zu einigen wichtigen OEMs der Halbleiter- und der analytischen Industrie und bildet damit ein Bindeglied zu unseren etablierten europäischen Entwicklungszentren. Ein Ziel, das wir mit dem Technologiezentrum verfolgen, ist es, die Umsetzungsgeschwindigkeit bei der Produktentwicklung signifikant zu verbessern und nah an Entwicklungstrends zu sein. WIRTSCHAFTSBERICHTGESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE ENTWICKLUNGENGesamtwirtschaftDie Weltwirtschaft wächst schwächer als erwartetDie globale Wirtschaft hat das Jahr 2019 mit einem Wachstum von 2,9 % abgeschlossen. Davon geht der Internationale Währungsfonds (IWF) in seiner jüngsten Schätzung "World Economic Outlook" aus. Gegenüber dem Jahr 2018 entspricht das einem deutlichen Rückgang um 0,7 Prozentpunkte. Im Oktober 2019 waren die IWF-Analysten noch davon ausgegangen, die Hürde von 3 % überspringen zu können. Die überraschend schwache Wirtschaftsentwicklung in einigen Schwellenländern - allen voran in Indien, Mexiko und Südafrika - hätten zu der Kurskorrektur geführt. Die Wirtschaft in den Schwellen- und Entwicklungsländern wuchs nach Einschätzung des IWF um 3,7 %, nach 4,5 % im Vorjahr. Für die Industrienationen ermittelten die IWF-Ökonomen einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2019 um 1,7 % (Vorjahr: 2,2 %). Handelspolitische Streitigkeiten, geopolitische Spannungen und die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels -wie die Brände in Australien, die Dürre in Afrika und die Tropenstürme in der Karibik - haben zu einer großen Verunsicherung geführt. Eine anhaltende Lockerung der Geldpolitik zahlreicher Notenbanken auf der Welt konnte nach Einschätzung der IWF-Experten entscheidend dazu beigetragen, dass die Verlangsamung des Wachstums nicht noch deutlicher ausgefallen ist. EuropaIn der Eurozone stieg die Wirtschaftsleistung um 1,2 % und damit deutlich langsamer im Vergleich zum Vorjahr als der Zuwachs 0,7 Prozentpunkte höher gelegen hatte. Gerade die beiden größten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich verzeichneten deutliche Einbußen. Das Wachstum in Deutschland verlangsamte sich spürbar von 1,5 % im Jahr 2018 auf 0,5 % in 2019. In Frankreich fiel der Rückgang mit 0,4 Prozentpunkten moderater aus. Die französische Konjunktur legte insgesamt um 1,3 % zu. Italien erreichte nur ein leichtes Plus von 0,2 % (2018: 0,8 %) und Spaniens Volkswirtschaft stieg ebenfalls langsamer, verbesserte sich aber um vergleichsweise starke 2,0 % (2018: 2,4 %). USAFür die Volkswirtschaft der USA rechnet der IWF damit, dass die Wirtschaftsleistung um 2,3 % steigen wird, nach 2,9 % im Jahr 2018. Das reduzierte Wachstum ist auch auf die Verstimmungen gegenüber einigen Handelspartnern zurückzuführen, die aus der Drohung oder der Einführung mit Zollschranken resultieren. AsienWie im Jahr zuvor wurde das Wirtschaftswachstum Chinas von den angespannten Handelsbeziehungen zu den USA beeinträchtigt. Die Konjunktur legte im Jahr 2019 um 6,1 % zu, nachdem im Vorjahr noch ein Wachstum von 6,6 % erreicht werden konnte. Die Wirtschaftsleistung Japans hat nach Einschätzung des IWF im Jahr 2019 ein Wachstum von 1,0 % erreicht (Vorjahr 0,3 %). Indien verzeichnete dagegen einen sehr deutlichen Rückgang seines Wachstums. Auf dem Subkontinent toben derzeit heftige politische Unruhen, die IWF-Angaben zufolge immer stärker zu einer Gefahr für die Entwicklung in der größten Demokratie der Welt werden. Auch habe sich der Konsum in Indien stärker als erwartet abgeschwächt, weil die Einkommen auf dem Land nur langsam steigen und Kredite weniger nachgefragt werden. Der IWF geht davon aus, dass die indische Wirtschaft 2019 nur um 4,8 % gewachsen ist, nach 6,8 % im Vorjahr. Maschinenbau- und Vakuumbranche behauptet sich in schwierigem WirtschaftsumfeldWie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilt, sank die Produktion im deutschen Maschinenbau während der ersten zehn Monate des Jahres 2019 um real 1,8 %, die Auftragseingänge gingen im selben Zeitraum um 9 % zurück. Die Kapazitätsauslastung lag im Oktober 2019 mit 83,9 % unter dem langjährigen Durchschnitt von 86,2 %. Bei dem Verband führt man das darauf zurück, dass viele Kunden der Branchenvertreter aufgrund der schwachen Weltkonjunktur, den Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China und des tiefgreifenden Strukturwandels in der Automobilindustrie verunsichert seien und derzeit ihre Investitionen verschieben oder stoppen. Das Produktionsvolumen wird daher im Jahr 2019 rund 218 Milliarden Euro betragen. Das entspricht einem Rückgang von rund 2,0 %. Die USA waren vor China im Jahr 2019 mit einem Auftragsvolumen von über 15 Milliarden Euro der wichtigste Absatzmarkt für die deutschen Maschinenbauer. DER MARKT FÜR VAKUUMTECHNIKGesamtmarktvolumen in % 12M 2018: 4,88 Mrd. € Quelle: ISVT Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) erwartet, dass der weltweite Umsatz im Halbleitermarkt im Jahr 2019 um 12,0 % auf gut 413 Milliarden US-Dollar geschrumpft ist. Ebenfalls um 12,0 % gingen die Halbleiterumsätze auf dem deutschen Markt zurück und erreichten ein Niveau von rund 13 Milliarden US-Dollar. Die Gründe lägen auch hier vornehmlich in den Handelskonflikten zwischen den USA und China, beziehungsweise den USA und Europa, der während des Jahres 2019 noch unklaren Situation hinsichtlich des Brexits sowie dem schwächelnden Automobilmarkt. GESCHÄFTSVERLAUFVor dem Hintergrund der eher verhaltenen gesamtwirtschaftlichen Dynamik zeigte die Umsatzentwicklung von Pfeiffer Vacuum im Jahr 2019 einen rückläufigen Trend im Vergleich zum Jahr 2018. Während im letztjährigen Prognosebericht auf Basis der seinerzeit vorliegenden Annahmen noch ein Umsatzzuwachs im einstelligen Prozentbereich erwartet wurde, hat sich im Sommer 2019 gezeigt, dass insbesondere die stark reduzierte Kundennachfrage im Halbleiter- und Beschichtungsmarkt nicht kompensiert werden kann und es so zu keinem Umsatzanstieg kommen würde. Zuletzt wurde daher die Umsatzprognose mit einer Bandbreite von 620 bis 640 Mio. € angegeben, die mit einem Umsatz im Jahr 2019 von 632,9 Mio. € erreicht wurde. Nach 659,7 Mio. € im Jahr 2018, dem bisher besten Jahr der Firmengeschichte, bedeutet dies einen Rückgang um 4,1 %. Vor dem Hintergrund der rückläufigen Umsatzentwicklung und der daraus resultierenden negativen Skaleneffekte sowie der laufenden Maßnahmen zur Schaffung zukunftsfähiger Unternehmensstrukturen im Bereich der Aufbau- und Ablauforganisation ist das Betriebsergebnis im Jahr 2019 hinter das Niveau von 2018 zurückgefallen. Ein Betriebsergebnis von 65,2 Mio. € bedeutet eine Betriebsergebnis- oder EBIT-Marge von 10,3 %. Nach 95,1 Mio. € oder 14,4 % im äußerst erfolgreichen Jahr 2018 wurde damit die im letztjährigen Prognoseberichte erwartete Konstanz der Margen aus den vorgenannten Gründen nicht erreicht. Gleiches gilt für die erwartete Entwicklung des Ergebnisses vor Steuern, das sich parallel zum Betriebsergebnis entwickelte. Demgegenüber konnte die zuletzt im September 2019 in Aussicht gestellte EBIT-Marge von um 10 % für das Geschäftsjahr 2019 erreicht werden. Ein Blick in die Bilanz des Pfeiffer Vacuum Konzerns zeigt eine im Wesentlichen unveränderte Vermögenslage. Der Konzern ist auf Nettobasis schuldenfrei und weist nach wie vor eine hohe Eigenkapitalquote aus. Unsere Liquiditätssituation versetzt uns in die Lage, die notwendigen Schritte für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Konzerns aus eigener Kraft voranzutreiben. Alle geplanten Investitionen zur Weiterentwicklung von Pfeiffer Vacuum sowie die Ausschüttungen von Dividenden an unsere Aktionäre sollen auch zukünftig aus dem laufenden Cash-Flow finanziert werden. Insbesondere als Folge eines differenzierten und sehr bewussten Auswahl- und Validierungsprozesses und von längeren Lieferzeiten haben die Investitionen im Jahr 2019 mit 34,9 Mio. € das ursprünglich geplante Investitionsvolumen von 40 bis 60 Mio. € nicht erreicht. Eine Anpassung der Planung ist gleichwohl nicht vorgesehen und wir halten dementsprechend an allen bisherigen Vorhaben fest. Nach unserer Überzeugung sind die mittelfristigen Unternehmensziele nur mit diesen erfolgreich umgesetzten Investitionen zu erreichen. ERTRAGS-, FINANZ-UND VERMÖGENSLAGEMit einem Umsatzvolumen von 632,9 Mio. € im Geschäftsjahr 2019 haben wir einen Rückgang um 26,8 Mio. € oder 4,1 % gegenüber dem Rekordniveau von 659,7 Mio. € in 2018 erreicht. Ursächlich für diese Entwicklung war insbesondere die stärker als zunächst erwartet ausgeprägte Zurückhaltung unserer Kunden in der Halbleiter- und Beschichtungsindustrie, was sich vor allem in der Region Asien auswirkte. Nachfolgend erläutern wir den im Jahr 2019 erzielten Umsatz nach Segmenten, Regionen, Produkten und Märkten. Zu den Umsätzen nach Segmenten ist anzumerken, dass für die Zuordnung der Umsätze der Firmensitz der Gesellschaft maßgeblich ist, die den Umsatz fakturiert hat. Die segmentbezogene Darstellung zeigt somit die Umsätze nach Tochtergesellschaften. Demgegenüber enthalten die Umsätze nach Regionen alle Umsätze in einer bestimmten Region, unabhängig davon, welche Gesellschaft des Pfeiffer Vacuum Konzerns den Umsatz fakturiert hat. Der Umsatz nach Segmenten und der Umsatz nach Regionen unterscheiden sich dabei mehr oder weniger stark voneinander. So weicht beispielsweise der Umsatz des Segments Asien deutlich von dem der Region Asien ab, da das Segment Asien nur den direkten Umsatz unserer asiatischen Tochtergesellschaften enthält. Im Gegensatz dazu beinhaltet die Region Asien zusätzlich die Umsätze, die unsere außerhalb Asiens produzierenden Gesellschaften direkt mit asiatischen Kunden erzielen, zum Beispiel mit Kunden in Japan oder China. Im Umsatz nach Segmenten ist der Umsatz der deutschen Gesellschaft durch die Direktlieferungen an Vertretungen beziehungsweise Kunden außerhalb Deutschlands deutlich höher als der Umsatz Deutschland nach Regionen. Umsatz nach SegmentenUSADas Segment USA zeigte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 eine zufriedenstellende Entwicklung und hob sich damit vom allgemeinen Trend im Konzern positiv ab. Mit Ausnahme der Umsätze im Bereich Beschichtung zeigten alle bedienten Märkte eine positive Entwicklung, die bei den Industriekunden und im Marktsegment Forschung & Entwicklung besonders erfreulich verlief. Insgesamt hat allerdings auch die Entwicklung des US-Dollar-Kurses die Umsatzentwicklung mit einem einstelligen Millionenbetrag begünstigt. Europa (ohne Deutschland u. Frankreich)In diesem Segment zeigte sich ebenfalls ein Umsatzrückgang, wobei die Entwicklung der einzelnen Vertriebsgesellschaften durchaus sehr unterschiedlich verlief. So verzeichnete etwa die österreichische Vertriebsgesellschaft erneut eine sehr erfreuliche Entwicklung, während die Vertriebseinheit in der Schweiz aufgrund niedrigerer Nachfrage aus der Halbleiterindustrie unter dem Vorjahresniveau lag. In England war der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr annähend stabil. Unverändert sehen wir daher über die Folgen einer möglichen negativen Kursentwicklung des britischen Pfunds hinaus keine wesentlichen Auswirkungen auf die Umsatzerlöse als Folge des Ausscheidens von Großbritannien aus der EU. DeutschlandInsbesondere bedingt durch ein schwächeres Geschäft mit unseren Kunden in der Beschichtungsindustrie, vornehmlich Systemintegratoren im Solarbereich, ist der Umsatz im Segment Deutschland nach einem erfolgreichen Jahr 2018 zurückgegangen. Dem gegenüber hat sich aber der Umsatz mit den Kunden aus dem heterogenen Industrie-Markt sehr positiv entwickelt, was den Rückgang im Beschichtungsmarkt teilweise kompensiert hat. Asien (ohne Südkorea)Als einziges Segment neben den USA zeigte das Segment Asien (ohne Südkorea) im Jahr 2019 einen Umsatzanstieg. Nach wie vor wird die Entwicklung hier von unserer lokalen Vertriebseinheit in China geprägt, die im Berichtsjahr einen leicht positiven Trend aufwies. Deutliche Verluste im Beschichtungsmarkt, und hier insbesondere im Bereich Solar, konnten durch Zuwächse in den anderen Märkten kompensiert werden. In den übrigen Ländern in diesem Segment zeigte sich das Umsatzniveau weitgehend stabil. SüdkoreaUnsere großen Halbleiterkunden werden in Asien ganz überwiegend durch die im Segment Südkorea geführten Produktions- und Vertriebsgesellschaft adressiert. Als Folge der zurückhaltenden Nachfrage unserer Kunden im abgelaufenen Geschäftsjahr sind auch die Umsätze entsprechend zurückgegangen. FrankreichNach einem erfolgreichen Jahr 2018 wies der Umsatz in Frankreich in 2019 einen rückläufigen Trend auf. Neben der Entwicklung der Nachfrage in Frankreich selbst war auch das aus Frankreich direkt abgewickelte Auslandsgeschäft vorwiegend in China ein wesentlicher Faktor. USA (Produktion)Der im Vergleich zum Vorjahr schwächere Umsatz der in diesem Segment enthaltenen Nor-Cal Products Inc., Yreka, USA, wurde - wie in großen Teilen des übrigen Konzerns auch - wesentlich durch die Halbleiter- und Beschichtungsindustrie verursacht. Diese Entwicklung betraf alle Produktbereiche gleichermaßen. UMSATZ NACH SEGMENTEN
Alle SonstigenIn diesem Segment werden die Konzerngesellschaften zusammengefasst, die sich aufgrund der segmentbezogenen Merkmale (etwa wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Funktionsumfang, Produktportfolio, Absatzmärkte, Vertriebswege) von den anderen Segmenten unterscheiden und folglich keinem anderen Segment zuordnen lassen. Dementsprechend ist dieses Segment sehr heterogen zusammengesetzt. Der Rückgang um 4,1 Mio. € ist daher durch eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren geprägt und folgt grundsätzlich der rückläufigen Entwicklung von Pfeiffer Vacuum im Geschäftsjahr 2019. Umsatz nach RegionenEuropaNach Jahren mit einer sehr zufriedenstellenden Entwicklung war in der Region Europa im Jahr 2019 ein Rückgang der Umsatzerlöse um 6,0 % zu verzeichnen. Ähnlich wie in der gesamten Gruppe war auch hier der Umsatzrückgang ganz überwiegend durch die Entwicklung in den Marktsegmenten Halbleiter und Beschichtung geprägt. Allerdings verlief die Entwicklung in den einzelnen Ländern durchaus unterschiedlich. So waren vor allem in Deutschland, der Schweiz und in den Niederlanden überdurchschnittliche Umsatzrückgänge zu verzeichnen, während wir in Österreich und Schweden sehr erfreuliche Zuwächse erzielen konnten. AsienBedingt durch die Nachfrageschwäche in den Märkten Halbleiter und Beschichtung war in der Region Asien der größte absolute Umsatzrückgang zu verzeichnen. Innerhalb der Region zeigte sich Südkorea deutlich schwächer als im Vorjahr, während wir in China vergleichsweise geringere Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatten. Positiv hervorzuheben ist Taiwan, wo ein leichter Umsatzzuwachs erzielt werden konnte. Nord- und SüdamerikaMit einem Umsatz von 169,7 Mio. € stellte sich die Region leicht verbessert im Vergleich zum Jahr 2018 dar. Unverändert zu den Vorjahren wird diese Region ganz überwiegend durch die Entwicklung in den USA geprägt. Der auch hier zu verzeichnende Rückgang im Beschichtungsmarkt wurde durch eine erfreuliche Entwicklung der Umsätze mit unseren Kunden in der Forschung & Entwicklung und in der Industrie weitgehend ausgeglichen. Der Anteil am Gesamtumsatz betrug im Jahr 2019 insgesamt 26,8 % und vervollständigt damit das im Konzern insgesamt sehr ausgewogene Bild der regionalen Umsatzverteilung. Umsatz nach Produkten - Turbopumpen und Service weitgehend stabilTurbopumpenMit einem Umsatzvolumen von 191,6 Mio. € konnten die Umsätze mit Turbopumpen nahezu auf dem hohen Niveau des Vorjahres (192,1 Mio. €) gehalten werden. Dies ist eine durchaus erfreuliche Entwicklung, da die rückläufigen Umsätze im Beschichtungsmarkt durch entsprechende Zuwächse in anderen Märkten, allen voran im Marktsegment Industrie, fast vollständig kompensiert werden konnten. Diese Entwicklung führte auch dazu, dass diese Produktgruppe im Jahr 2019 den höchsten Umsatzanteil (30,3 %) aufwies. Instrumente und KomponentenNachdem sich diese Produktgruppe im Vorjahr - auch bedingt durch die akquisitionsbedingten Zuwächse - sehr gut entwickelt hat, war hier im Jahr 2019 eine rückläufige Entwicklung zu verzeichnen. Dabei war der Rückgang in grundsätzlich allen Regionen und Märkten erkennbar, wenngleich auch hier die Bereiche Beschichtung und Halbleiter einen wesentlichen Einfluss hatten. VorpumpenIm diesem Produktbereich war im Jahr 2019 sowohl absolut als auch relativ gesehen der stärkste Umsatzrückgang zu verzeichnen. Wie auch bei den Umsätzen mit Instrumenten und Komponenten war die Schwäche in der Halbleiter- und Beschichtungsindustrie wesentlich für diese Entwicklung. Dem gegenüber stehen Umsatzverbesserungen, die wir mit Kunden aus dem Marktsegment Industrie gemacht haben, die aber die zuvor genannten Umsatzrückgänge nur zu einem kleinen Teil kompensieren konnten. UMSATZ NACH REGIONEN
UMSATZ NACH PRODUKTEN
ServiceDas stark halbleiterorientierte Servicegeschäft zeigte eine im Jahr 2019 leicht positive Tendenz. Diese steht - wie oftmals auch in der Vergangenheit bereits beobachtet - im Zusammenhang mit einer eher schwächeren Entwicklung im Bereich der Produktverkäufe. Regionale Besonderheiten waren hier im Jahr 2019 nicht zu verzeichnen. SystemeDer Umsatz in dieser projektgetriebenen Sparte stieg leicht von 18,9 Mio. € im Vorjahr auf 19,7 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr und entfällt wie bereits in den Vorjahren überwiegend auf Kunden aus der Halbleiterindustrie. UMSATZ NACH MÄRKTEN
Umsatz nach Märkten - starke Entwicklung im IndustriesegmentHalbleiterDie anhaltende Nachfrageschwäche in der Halbleiterindustrie war für die Umsatzentwicklung von Pfeiffer Vacuum im Jahr 2019 von erheblicher Bedeutung. Zwar hat das zweite Halbjahr hier die erwartete Belebung gezeigt, die jedoch den schwachen Jahresauftakt nicht relativieren konnte, und somit insgesamt unter den Erwartungen zu Beginn des Jahres 2019 lag. Regional war diese Schwäche vor allem in Asien und Europa sehr ausgeprägt, während in den USA die Umsätze insgesamt weitgehend stagnierten. IndustrieUnser heterogenstes Marktsegment umfasst ein breites Kundenspektrum von der Automobil- über die metallverarbeitende bis hin zur Lebensmittelindustrie. Dieser Markt entwickelte sich im Jahr 2019 über den volkswirtschaftlichen Trend hinaus positiv und zeigte mit einem Anstieg um 10,5 % einen sehr erfreulichen Zuwachs. Aufgrund der Heterogenität gleichen sich positive und negative Tendenzen sowohl in den einzelnen Teilbereichen als auch regional unverändert sehr gut aus. AnalytikNach Jahren mit einem teilweise deutlichen Wachstum wurde der Umsatz in diesem Marktsegment im Jahr 2019 nochmals leicht gesteigert. Unsere Kunden in diesem Bereich setzen das ganze Produktspektrum ein, wenngleich eine Fokussierung auf Turbopumpen besteht. Die Entwicklung der Umsätze mit Turbopumpen wird daher ganz wesentlich durch dieses Marktsegment beeinflusst. Regional ist festzustellen, dass in Asien Zuwächse erreicht werden konnten, während in Europa die Nachfrage rückläufig war. BeschichtungDer in 2019 insgesamt zu verzeichnende Rückgang war praktisch in allen wesentlichen Regionen erkennbar und wurde durch die Entwicklung der Solarindustrie geprägt. Hier waren im 4. Quartal des Jahres praktisch keine Impulse mehr zu verzeichnen, sodass der Umsatz in dem gesamten Marktsegment in diesem Zeitraum stark zurückging und so zum schwächsten Quartal des abgelaufenen Jahres führte. Forschung & EntwicklungMit 66,7 Mio. € lag der Umsatz im Marktsegment Forschung & Entwicklung um 2,5 Mio. € über Vorjahresniveau (64,2 Mio. €) und markiert so einen klar positiven Trend über die letzten Jahre. Aufgrund des großen Anteils staatlicher und halbstaatlicher Forschungseinrichtungen entwickelt sich dieses Segment weitgehend unabhängig von konjunkturellen Einflüssen, wurde jedoch gerade im letzten Jahr durch die gesteigerten weltweiten Forschungsaktivitäten zusätzlich verstärkt. Auftragseingang und AuftragsbestandNach einem Auftragseingang von 677,2 Mio. € im Jahr 2018 sank dieser Wert im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 598,7 Mio. €. Dies entspricht einem Rückgang um 11,6 %. Die Book-to-Bill-Ratio, der Quotient aus Auftragseingang und Umsatz, betrug nach einem starken Wert von 1,03 im Vorjahr 0,95 im Jahr 2019. Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2019 belief sich auf 110,7 Mio. € und lag damit um 23,6 % unter dem Vorjahreswert von 144,9 Mio. €. Die Auftragsreichweite auf Basis des durchschnittlichen Umsatzes 2019 beträgt wie in den Vorjahren unverändert gut zwei Monate. ErtragslageBruttoergebnis auch durch negative Skaleneffekte belastetBedingt überwiegend durch den Umsatzrückgang sind die Umsatzkosten im Jahr 2019 von 424,5 Mio. € auf 417,0 Mio. € gesunken. Dieser Rückgang um 7,5 Mio. € oder 1,8 % fiel im Vergleich zum Umsatzrückgang unterproportional aus, was im Wesentlichen auf negative Skaleneffekte zurückzuführen war. Daneben hat aber auch die Umsetzung der Wachstumsstrategie die Ergebnisentwicklung in diesem Bereich belastet. Insgesamt ergab sich eine Verringerung der Bruttomarge - also des Verhältnisses von Bruttoergebnis und Umsatzerlösen. Nach 35,7 % im Vorjahr lag die Bruttomarge im Berichtsjahr bei 34,1 %. In absoluten Zahlen ist das Bruttoergebnis von 235,2 Mio. € im Vorjahr um 19,3 Mio. € auf 215,9 Mio. € im Jahr 2019 zurückgegangen. Neben den bereits erwähnten Einflüssen hat sich auch der im Jahresverlauf schwächere Euro positiv auf die Entwicklung von Bruttoergebnis und Bruttomarge ausgewirkt. Vertriebs- und VerwaltungskostenDie Summe der Vertriebs- und Verwaltungskosten lag im Jahr 2019 bei 124,0 Mio. €. Nach 117,5 Mio. € im Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 6,5 Mio. €, der in etwa hälftig auf die Entwicklung der Verwaltungs- und allgemeinen Kosten und der Vertriebs- und Marketingkosten entfällt. Die Entwicklung ist grundsätzlich durch die Umsetzung der Wachstumsstrategie begründet. Neben der Schaffung neuer Konzernstrukturen haben auch die Ausrichtung auf weiteres Geschäftswachstum und die im Geschäftsjahr begonnene Implementierung einer konzernweit einheitlichen IT-Systemlandschaft dazu beigetragen. Insgesamt ist der Anteil der Vertriebs- und Verwaltungskosten am Gesamtumsatz nach 17,8 % im Vorjahr auf 19,6 % im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 angestiegen. Forschungs- und Entwicklungskosten auf unverändert hohem NiveauAls Unternehmen im Hochtechnologiebereich betrachten wir Forschungs- und Entwicklungskosten als unabdingbare Investition in die Zukunft. Wir setzen daher weiterhin auf Innovation in der Vakuumtechnik durch eigene Forschungsprojekte und die konsequente Förderung von Lehre und Wissenschaft. Dementsprechend wurde im Jahr 2019 ein nochmals höherer Betrag für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten aufgewendet. Nach 28,7 Mio. € im Jahr 2018 wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt 29,6 Mio. € ausgegeben. Infolge der rückläufigen Umsatzentwicklung belief sich der Anteil der Forschungs- und Entwicklungskosten nach 4,3 % im Vorjahr nunmehr auf 4,7 %. Bereinigt um die in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen Aufwandszuschüsse für Forschungs- und Entwicklungsleistungen in Höhe von 3,1 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €) lagen die Forschungs- und Entwicklungskosten netto bei 26,5 Mio. € in 2019 (Vorjahr: 25,1 Mio. €). Sonstige betriebliche Erträge und AufwendungenWie in den Vorjahren enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen (Anmerkung 9) überwiegend die im Konzern erzielten Wechselkursgewinne und -verluste. In den sonstigen betrieblichen Erträgen von 7,8 Mio. € in 2019 (Vorjahr: 11,3 Mio. €) waren darüber hinaus Aufwandszuschüsse in Höhe von 3,1 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €) und übrige Erträge von 0,6 Mio. € (Vorjahr: 2,3 Mio. €), im Wesentlichen resultierend aus Veräußerungsgewinnen, enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 4,9 Mio. € (Vorjahr: 5,2 Mio. €) enthielten auch im Jahr 2019 überwiegend die erfassten Wechselkursverluste. Nach + 0,8 Mio. € im Vorjahr lag das Nettowährungsergebnis im Jahr 2019 bei - 0,2 Mio. €. Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen ist insgesamt von 6,1 Mio. € auf 2,9 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr gesunken. BetriebsergebnisMit 65,2 Mio. € lag das Betriebsergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 um 29,9 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 95,1 Mio. €. Das entspricht einem Rückgang um 31,5 % gegenüber dem Rekordwert des Vorjahres. Insbesondere negative Skaleneffekte, die weitere Umsetzung der Wachstumsstrategie und der niedrigere Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen haben zu dieser Entwicklung geführt. Als ein Element der Ergebnisentwicklung sind die Personalkosten zu nennen, die wesentlicher Bestandteil aller Funktionskosten sind und von 198,9 Mio. € im Vorjahr auf 211,0 Mio. € im abgelaufenen Jahr 2019 gestiegen sind. Auch hierin spiegeln sich die ergriffenen Maßnahmen zur Umsetzung der Wachstumsstrategie wider. Das erreichte Betriebsergebnis von 65,2 Mio. € korrespondiert mit einer Betriebsergebnismarge oder auch EBIT-Marge von 10,3 % (Vorjahr: 14,4 %). Die im Vorjahr im Prognosebericht dargestellte EBIT-Marge etwa auf dem Niveau des Jahres 2018 konnte somit aus den zuvor genannten Gründen nicht erreicht werden. Mit erzielten 10,3 % liegt die EBIT-Marge allerdings auf dem zuletzt prognostizierten Niveau von um 10 %. Bezogen auf die Segmente zeigt sich, dass die beiden großen Produktionsstandorte in Deutschland und in Frankreich wie bereits im Vorjahr mit 43,1 % und 13,0 % den größten Anteil am insgesamt erwirtschafteten Betriebsergebnis aufweisen (Vorjahr: 47,0 % und 16,7 %). Gleichwohl haben die negativen Skaleneffekten aus dem rückläufigen Umsatz zu einem relativen Rückgang geführt, während in Europa (ohne Deutschland und Frankreich) ein erneuter Anstieg am Betriebsergebnis des Konzerns von 9,7 % in 2018 auf nunmehr 12,0 % zu verzeichnen war. Trotz der insgesamt schwächeren Umsatzentwicklung wurden die Anteile in Südkorea und Asien (ohne Südkorea) nach 6,3 % und 12,1 % im Vorjahr auf 9,6 % und 14,8 % gesteigert. Das gilt auch für das Segment USA (10,0 %, Vorjahr: 6,1 %), während der Anteil des Segments USA (Produktion) durch die Umsatzentwicklung belastet und dadurch rückläufig war. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (earnings before interest, taxes, depreciation and amortization, EBITDA), also das Betriebsergebnis ohne Abschreibungsbeträge (auf materielle und immaterielle Vermögenswerte) belief sich im Jahr 2019 auf 84,6 Mio. €. Nach 113,7 Mio. € im Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 29,1 Mio. €. Zur besseren Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr erfolgte die Ermittlung der Abschreibungsbeträge in Höhe von 19,5 Mio. € (Vorjahr: 18,6 Mio. €) ohne Berücksichtigung der Abschreibungen auf Nutzungsrechte. Finanzergebnis - durch Anwendung neuer Bilanzierungsregeln beeinflusstBei einem praktisch unveränderten Zinsniveau lag das Finanzergebnis mit - 0,6 Mio. € leicht unter dem Niveau des Vorjahres (- 0,5 Mio. €) (Anmerkung 10). Die ab dem Berichtsjahr 2019 erstmals anzuwendenden neuen Bilanzierungsregeln zu Leasingverträgen führten dazu, dass nunmehr eine Zinskomponente aus diesen Verträgen auszuweisen ist (Anmerkung 3). Mit einem zusätzlichen Zinsaufwand von 0,1 Mio. € sind die Auswirkungen auf den Pfeiffer Vacuum Konzern aber vernachlässigbar. ErtragsteuernNachdem die Steuerquote im Jahr 2018 27,2 % betragen hatte, liegt dieses Verhältnis im Jahr 2019 bei 25,0 %. Wesentliche Veränderungen haben sich damit nicht ergeben. Bei ähnlicher relativer Belastung sind als Folge des niedrigeren Ergebnisses vor Steuern die Steueraufwendungen absolut gesehen von 25,7 Mio. € im Vorjahr um 9,5 Mio. € auf 16,2 Mio. € gesunken (Anmerkung 24). Ergebnis nach SteuernNachdem das Ergebnis nach Steuern im Vorjahr mit 68,9 Mio. € einen absoluten Rekordwert erreicht hatte, ist dieser Wert im Jahr 2019 auf 48,4 Mio. € als Folge der zuvor genannten Entwicklungen gesunken. Das entspricht einem Rückgang um 20,5 Mio. € oder 29,8 %. Damit einhergehend ist die Umsatzrentabilität nach Steuern, also das Verhältnis von Ergebnis nach Steuern und Umsatz, von 10,4 % im Vorjahr auf 7,6 % im Jahr 2019 gesunken. Ergebnis je AktieDa sich im Berichtsjahr keine Veränderungen im Bestand der umlaufenden Aktien ergeben haben, hat sich das Ergebnis je Aktie parallel zum Ergebnis nach Steuern verändert. Nach dem Rekordwert von 6,98 € im Vorjahr wurden im Jahr 2019 insgesamt 4,90 € erzielt (Anmerkung 35). VermögenslageInvestitionsprogramm und neue Bilanzierungsregeln erhöhen BilanzsummeDie Entwicklung der Vermögenslage des Pfeiffer Vacuum Konzerns ist auf der Aktivseite insbesondere durch den Anstieg des Sachanlagevermögens von 126,1 Mio. € im Vorjahr auf 154,7 Mio. € zurückzuführen (Anmerkung 12). Ausschlaggebend dafür wiederum waren überwiegend die infolge des Investitionsprogramms gestiegenen Neuerwerbe von Anlagevermögen, die isoliert betrachtet zu einem Anwachsen dieses Bilanzpostens um 29,1 Mio. € führten. Daneben hat die erstmalige Anwendungen der neuen Regeln zur Bilanzierung von Miet- und Leasingverträgen (IFRS 16 "Leases" (Anmerkung 3)) dazu geführt, dass alle aus Miet- und Leasingverträgen resultierenden Nutzungsrechte als Vermögenswert auszuweisen sind. Das hat zu einem weiteren Anstieg des Sachanlagevermögens um 15,4 Mio. € geführt. Die Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 sind detailliert im Anhang zum Konzernabschluss erläutert (Anmerkung 3). Demgegenüber hat das niedrigere Geschäftsvolumen zu einem Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der Vorräte geführt. So konnten die Vorräte von 133,2 Mio. € in 2018 auf 128,5 Mio. € gesenkt werden (Anmerkung 15), die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich von 92,2 Mio. € auf 87,9 Mio. € (Anmerkung 16). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind von 108,4 Mio. € zum Ende des Geschäftsjahres 2018 auf 112,0 Mio. € am 31. Dezember 2019 gestiegen. PFEIFFER
VACUUM KONZERNBILANZ
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
31.12.2019
in Mio. € |
31.12.2018
in Mio. € |
Veränderung
in Mio. € |
|
| Langfristige Vermögenswerte | 300,8 | 268,4 | 32,4 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 112,0 | 108,4 | 3,6 |
| Übrige kurzfristige Vermögenswerte | 246,8 | 247,4 | - 0,6 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 358,8 | 355,8 | 3,0 |
| Summe der Aktiva | 659,6 | 624,2 | 35,4 |
| Eigenkapital | 393,4 | 372,2 | 21,2 |
| Kurzfristige Schulden | 126,7 | 130,9 | - 4,2 |
| Langfristige Schulden | 139,5 | 121,1 | 18,4 |
| Summe Schulden | 266,2 | 252,0 | 14,2 |
| Summe der Passiva | 659,6 | 624,2 | 35,4 |
Eine detaillierte Analyse zur Entwicklung der liquiden Mittel befindet sich im nachfolgenden Abschnitt "Finanzlage" (siehe S. 046). Insgesamt ist so die Bilanzsumme um 35,4 Mio. € von 624,2 Mio. € auf 659,6 Mio. € zum 31. Dezember 2019 gestiegen.
Auf der Passivseite der Bilanz hat die Erstanwendung von IFRS 16 (Anmerkung 3) zu einem Anstieg der lang- und kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten geführt, da ab dem Geschäftsjahr 2019 in diesem Posten die Verbindlichkeiten aus den eingegangenen Miet- und Leasingverträgen auszuweisen sind. So sind diese Verbindlichkeiten in Summe von 60,3 Mio. € im Vorjahr auf 73,6 Mio. € zum Ende des Geschäftsjahres 2019 gestiegen (Anmerkung 23 und Anmerkung 30). Überwiegend bedingt durch den erneut niedrigeren Diskontierungssatz sind die Pensionsrückstellungen von 55,6 Mio. € auf 64,1 Mio. € gestiegen (Anmerkung 25). Die wesentlichste Veränderung im Vergleich zum Vorjahr entfiel allerdings auf das Eigenkapital (Anmerkung 19). Dieses erhöhte sich von 372,2 Mio. € um 21,2 Mio. € auf 393,4 Mio. €.
Der Anstieg resultiert als Saldo aus dem im Berichtsjahr erwirtschafteten Ergebnis nach Steuern [48,4 Mio. €) und der Dividendenzahlung an die Aktionäre der Pfeiffer Vacuum Technology AG [22,7 Mio. €) [ S Anmerkung 20) sowie den per saldo um 4,4 Mio. € gesunkenen sonstigen Eigenkapitalbestandteilen. Wesentlich für die Entwicklung der sonstigen Eigenkapitalbestandteile waren zu erfassende Effekte aus der Währungsumrechnung und ergebnisneutral zu erfassende Bewertung der Pensionsrückstellungen zum Bilanzstichtag. Bedingt durch den proportional annähernd gleichen Anstieg des Eigenkapitals und der Bilanzsumme ist die Eigenkapitalquote mit 59,6 % unverändert. Der Pfeiffer Vacuum Konzern behauptet daher seine im Vergleich zur Branche überdurchschnittliche Eigenkapitalausstattung. Die bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten sind im Vergleich zur Bilanzsumme entsprechend niedrig und schränken die finanzielle Handlungsfähigkeit des Konzerns nicht ein.
Der Konzern bleibt auf Nettobasis schuldenfrei - trotz der durch IFRS 16 zusätzlich auszuweisenden Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen.
|
31.12.2019
in Mio. € |
31.12.2018
in Mio. € |
Veränderung
in Mio. € |
|
| Vorräte | 128,5 | 133,2 | - 4,7 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1 | 90,7 | 92,5 | - 1,8 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2 | - 53,4 | - 56,3 | 2,9 |
| Kurzfristiges Betriebskapital | 165,8 | 169,4 | - 3,6 |
1 einschließlich
Vertragsvermögenswerte
2 einschließlich kurzfristige
Vertragsverbindlichkeiten
Der Rückgang des Geschäftsvolumens war auch die wesentliche Ursache für die Reduzierung des kurzfristigen Betriebskapitals um 3,6 Mio. € auf 165,8 Mio. €.
Nach 62,5 Mio. € im Jahr 2018 belief sich der operative Cash-Flow im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 auf 65,4 Mio. €. Dies entspricht einem Anstieg um 2,9 Mio. € oder 4,5 %. Zwar ist das Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum Vorjahr gesunken (- 30,1 Mio. €), gleichzeitig haben aber der Rückgang des Working Capitals und der Rückstellungen zu einem höheren Mittelzufluss geführt. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die erstmalige Anwendungen von IFSR 16 zu einer Verschiebung des Tilgungsanteils der bisher im operativen Cash-Flow enthaltenen Miet- und Leasingraten in den Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit führt. Dies hat den operativen Cash-Flow mit 5,3 Mio. € positiv beeinflusst. Insgesamt ist der Cash-Flow je Aktie von 6,34 € im Jahr 2018 auf 6,63 € im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 gestiegen. Das nochmals höhere Niveau dieser Kennzahl steht unverändert für die Fähigkeit des Pfeiffer Vacuum Konzerns, im Rahmen der operativen Tätigkeit die zur Finanzierung des laufenden Geschäfts und der Strategieumsetzung erforderlichen Mittelzuflüsse zu generieren.
Als Folge des im Frühjahr 2018 angekündigten und daraufhin angepassten Investitionsprogramms, infolgedessen in den kommenden Jahren insgesamt 150 Mio. € in der Pfeiffer Vacuum Gruppe investiert werden sollen, sind die Investitionsausgaben im Jahr 2019 im Vergleich zu den Jahren vor 2018 wiederum hoch und überstiegen mit 34,9 Mio. € das Niveau des Jahres 2018 (33,7 Mio. €). Unverändert waren damit die Investitionsausgaben die wesentliche Bestimmungsgröße für den Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit in diesem Zeitraum. Weitere Ausführungen zur Zusammensetzung des Investitionsvolumens finden sich im nachfolgenden Abschnitt "Investition und Finanzierung" (siehe S. 047). Den Investitionsausgaben stehen Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen in Höhe von 0,6 Mio. € (Vorjahr: 2,2 Mio. €) gegenüber, so dass sich nach 31,5 Mio. € im Vorjahr insgesamt ein Mittelabfluss aus Investitionstätigkeiten von 34,3 Mio. € ergab.
Im Berichtsjahr führte die Erstanwendung der Vorschriften zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen (IFRS 16) (Anmerkung 3) zu einem Ausweis des Tilgungsanteils von Miet- und Leasingraten innerhalb des Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit (5,3 Mio. €). Zusammen mit der Dividendenzahlung in Höhe von 22,7 Mio. € (Vorjahr: 19,7 Mio. €) (Anmerkung 20) und der Aufnahme von finanziellen Verbindlichkeiten von 0,1 Mio. € (Vorjahr: Rückzahlungen von 0,1 Mio. €) belief sich der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit insgesamt auf 27,9 Mio. € im Jahr 2019. Im Vorjahr war dieser Mittelabfluss im Wesentlichen durch die Dividendenzahlung geprägt und belief sich insgesamt auf 19,8 Mio. €.
|
2019
in Mio. € |
2018
in Mio. € |
|
| Ergebnis vor Steuern | 64,5 | 94,6 |
| Gezahlte Ertragsteuern | - 18,7 | - 22,7 |
| Abschreibungen auf Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte | 24,2 | 18,6 |
| Sonstige nicht-zahlungswirksame Veränderungen | 3,3 | 0,1 |
| Veränderungen der Bilanzposten | - 7,9 | - 28,1 |
| Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit (operativer Cash-Flow) | 65,4 | 62,5 |
Unter Berücksichtigung der Währungseffekte betrug der Mittelzufluss im Jahr 2019 damit insgesamt 3,6 Mio. € (Vorjahr: 11,0 Mio. €) und führte zu einem Anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 3,3 % auf 112,0 Mio. €.
Pfeiffer Vacuum verfügt zum Bilanzstichtag darüber hinaus über freie Kreditlinien in Höhe von 13,7 Mio. € (Vorjahr: 13,9 Mio. €). Die freie Liquidität wird im Rahmen des Finanzmanagements nach Möglichkeit zinstragend angelegt. Bei den Konzerngesellschaften in Asslar und Annecy besteht zur Liquiditätsbündelung ein Cash-Management-System. Bei der Geldanlage dominieren konservative und weitgehend kurzfristige Anlageformen als Tages- oder Termingelder bei Kreditinstituten. Spekulative Geschäfte werden nicht getätigt. Sowohl das Liquiditätsmanagement als auch die Steuerung des Zinsänderungsrisikos erfolgen im Wesentlichen in der Konzernzentrale unter Berücksichtigung aller im Konzern relevanten Sachverhalte (Anmerkung 33 und Anmerkung 34).
Wie geplant wurden das operative Geschäft, die im Jahr 2019 durchgeführten Investitionen und die erhöhte Dividendenzahlung allein durch eigene Mittel des Konzerns finanziert. Das von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedete strategieunterstützende Investitionsprogramm soll auch weiterhin rein aus Eigenmitteln finanziert werden. Zur Finanzierung von Akquisitionen wird die Aufnahme von finanziellen Verbindlichkeiten geprüft werden. Aus diesem so auch in der Vergangenheit bereits umgesetzten Ansatz resultierten zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 ausgewiesene finanzielle Verbindlichkeiten von 60,1 Mio. €. Weitere finanzielle Verbindlichkeiten ergaben sich aus der bereits erwähnten erstmaligen Anwendung von IFRS 16. Die Investitionsausgaben des Jahres 2019 in Höhe von 34,9 Mio. € (Vorjahr: 33,7 Mio. €) entfielen unter anderem auf Modernisierungsmaßnahmen und Kapazitätserweiterungen an den Produktionsstandorten Asslar (Deutschland), Annecy (Frankreich) und Wuxi (China). Darüber hinaus wurden erforderliche Ersatzinvestitionen im Bereich des Maschinenparks und der Betriebs- und Geschäftsausstattung durchgeführt. Das Investitionsvolumen liegt mit 34,9 Mio. € über dem hohen Niveau des Vorjahres (33,7 Mio. €). Allerdings wurden aufgrund der im Berichtsjahr vorgenommenen differenzierten Evaluierung und erforderlichenfalls Anpassung sowie von langen Lieferzeiten für bereits beauftragte Maßnahmen die ursprünglich prognostizierten Investitionsausgaben von 40 bis 60 Mio. € nicht erreicht. Pfeiffer Vacuum hält weiterhin an den geplanten Maßnahmen fest. Hierzu wird auch auf die weiterführenden Aussagen im Prognosebericht verwiesen.
Die Aufteilung der Investitionsausgaben für materielle und immaterielle Vermögenswerte auf die zu berichtenden Segmente stellt sich im Vorjahresvergleich wie folgt dar:
|
2019
in Mio. € |
2018
in Mio. € |
|
| Frankreich | 10,9 | 8,0 |
| Deutschland | 9,8 | 7,3 |
| Asien (ohne Südkorea) | 3,8 | 2,8 |
| Südkorea | 2,5 | 1,9 |
| Europa (ohne Deutschland und Frankreich) | 0,6 | 0,5 |
| USA | 0,5 | 5,0 |
| USA (Produktion) | 0,2 | 0,3 |
| Alle Sonstigen | 6,6 | 7,9 |
| Gesamt | 34,9 | 33,7 |
Die Bilanz des Pfeiffer Vacuum Konzerns zeigt seit Langem eine im Vergleich zur Branche überdurchschnittliche Eigenkapitalausstattung, die trotz der Belastungen aus dem Ausweis der Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverhältnisses infolge der Erstanwendung von IFRS 16 auf einem hohen Niveau liegt. Die Eigenkapitalquote von 59,6 % zum Ende des Vorjahres ist unverändert und weist damit erneut einen für die Maschinenbaubranche überdurchschnittlichen Wert aus. Die Umlaufvermögensquote als Quotient aus Umlaufvermögen (kurzfristige Vermögenswerte) und kurzfristigen Verbindlichkeiten belief sich auf 283 % (Vorjahr: 272 %) und steht für ein nochmals verbessertes Finanzierungskonzept und die hohe Bonität von Pfeiffer Vacuum.
Bedingt durch die unverändert hohen Investitionsausgaben von 34,9 Mio. € (Vorjahr: 33,7 Mio. €) und ein leicht erhöhtes Abschreibungsvolumen im Jahr 2019 von 19,5 Mio. € ergab sich eine Abschreibungsquote (Verhältnis von Investitionsausgaben zu Abschreibungen) von 180 % im Vergleich zu 181 % im Vorjahr (jeweils ohne Berücksichtigung der Einflüsse von Nutzungsrechten).
Bedingt durch das schwächere Umsatzvolumen und die Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Strategie- und Transformationsprozess, den das Unternehmen derzeit vollzieht, zeigen die Kennzahlen des Value Reporting eine rückläufige Entwicklung. Neben dem ROCE (Return On Capital Employed; Betriebsergebnis im Verhältnis zur Summe aus Sachanlagevermögen und Working Capital) als Maß für die Verzinsung des eingesetzten Kapitals sind in diesem Zusammenhang die Umsatzrendite und das Ergebnis je Aktie zu nennen.
Der Vorstand bestätigt die mittelfristigen Ziele des Unternehmens, und damit auch die geplante Erreichung einer EBIT-Marge von mehr als 20 % im Jahr 2025. Im Zusammenhang mit der Umsetzung der Wachstumsstrategie erwarten wir im Jahr 2020 erhöhte Ausgaben. Diese resultieren einerseits aus der Strategieimplementierung, die in diesem Jahr besonders intensiv sein wird, und andererseits aus erhöhten Investitionen. Dementsprechend sieht der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands eine angepasste Dividende von 1,25 € je Aktie vor (Prognosebericht S. 079 und Anmerkung 20). Die daraus resultierende Ausschüttungsquote läge bei 25,5 % (Vorjahr: 33,0 %).
Für das Geschäftsjahr 2019 hat die Pfeiffer Vacuum Technology AG (im Folgenden: Pfeiffer Vacuum) gemäß dem "Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten" (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz, kurz: CSR-RUG) eine nichtfinanzielle Konzernerklärung erstellt. Diese erfüllt die Anforderungen nach §§ 315b und 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB. Die nichtfinanzielle Konzernerklärung stellt - analog zur Finanzberichterstattung - für den gesamten Konzern dar, wie die Steuerung wesentlicher nichtfinanzieller Sachverhalte erfolgt. Angaben, die sich nicht auf den gesamten Konzern beziehen, sind kenntlich gemacht.
Die Inhalte der vorliegenden Erklärung wurden im Auftrag des Aufsichtsrats durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft. Hierbei wurde eine betriebswirtschaftliche Prüfung zur Erlangung begrenzter Prüfungssicherheit (limited assurance) nach dem International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised), durchgeführt. Der Prüfvermerk zur Prüfung der nichtfinanziellen Konzernerklärung wird nach dem Bestätigungsvermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts wiedergegeben. Verweise auf Angaben außerhalb des Konzernlageberichts sind weiterführende Informationen und nicht Bestandteil der Prüfung der gesonderten nichtfinanziellen Konzernerklärung.
Auf die Möglichkeit zur Nutzung eines Berichtsrahmenwerks wie der Global Reporting Initiative (GRI) haben wir in diesem Berichtsjahr wie bereits im Vorjahr verzichtet. Die Weiterentwicklung der hierfür erforderlichen konzernweit einheitlichen Standards wurde erst Ende des Geschäftsjahres beschlossen. Wir werden in naher Zukunft ein Rahmenwerk auswählen, das passgenau für unsere künftige Nachhaltigkeitsstrategie ist. Die soziale und ökologische Verantwortung des Unternehmens wurde 2019 als ein eigener strategischer Fokus etabliert und wird im Jahr 2020 weiter ausgebaut werden. So wird insbesondere ein weltweites, interdisziplinäres CSR-Team mit Verantwortlichen aus den Fachbereichen Einkauf, Forschung & Entwicklung, Compliance, Communications, Umwelt, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz aufgebaut.
Die Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns ist im Wesentlichen auf drei Bereiche ausgerichtet. Mitarbeiter, verantwortungsvolles Handeln und Innovation und soll Lösungen zur Optimierung der Auswirkungen auf ökologische, ökonomische und soziale Aspekte liefern.
Die vorliegende Erklärung informiert über die wesentlichen Entwicklungen des Geschäftsjahres 2019 zu den fünf gesetzlich geforderten Aspekten Umweltbelange, Achtung der Menschenrechte, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Der Aspekt zu den Sozialbelangen wurde als nicht wesentlich eingestuft und wird in dem Kapitel Arbeitnehmerbelange mit aufgeführt.
Nach § 289c HGB sind Angaben zu machen, die für das Verständnis von Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Geschäftslage sowie die Auswirkungen auf die fünf Aspekte wesentlich sind. Für das Verständnis sind die jeweiligen Managementkonzepte einschließlich der angewandten Due Diligence, die Ergebnisse der Konzepte und steuerungs-relevanten Kennzahlen zu beschreiben. Ebenfalls offengelegt werden müssen gemäß §289c Abs. 3 Nr. 3 und 4 HGB wesentliche Risiken, die mit der Geschäftstätigkeit, den Produkten und Dienstleistungen verknüpft sind und die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die fünf Aspekte haben oder haben werden.
Im vorliegenden Bericht werden einige Managementkonzepte und Kennzahlen für die bedeutensten Produktionsstandorte des Konzerns beschrieben. Hierzu gehören die deutschen Standorte Asslar, Göttingen und Dresden, Annecy in Frankreich, Cluj in Rumänien, Asan in Südkorea, Yreka und Nashua in den USA und Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam.
Die Geschäftstätigkeit des Pfeiffer Vacuum Konzerns wird durch eine Vielzahl nichtfinanzieller Faktoren beeinflusst. Durch die angemessene Steuerung dieser Sachverhalte kann Pfeiffer Vacuum eine wichtige Grundlage für einen langfristigen Unternehmenserfolg schaffen.
Für die vorliegende Erklärung wurden erstmals in 2017 im Rahmen einer dreistufigen Wesentlichkeitsanalyse die zu berichtenden nichtfinanziellen Sachverhalte identifiziert und 2019 erneut bewertet. Auf eine externe Identifikation der wesentlichen Themen erfolgte eine interne Analyse mit Priorisierung und anschließender Validierung sowie Überprüfung.
Für die externe Analyse wurde eine umfassende Liste relevanter Themen erstellt, die in der Wertschöpfungskette des Konzerns vorkommen und von Nachhaltigkeitsstandards wie GRI, relevanten Ratingagenturen und institutionellen Investoren beachtet werden. Diese Auflistung wurde, gemeinsam mit Führungskräften und Mitarbeitern verschiedenster Fachbereiche, hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt und ihrer Geschäftsrelevanz hinterfragt.
Aus den Ergebnissen dieser Umfrage ergaben sich die Themen Compliance, Energie, Wasser, Vielfalt und Chancengleichheit, Lieferketten und Produkte.
Diese wurden bewertet und mit Maßnahmen und Risiken dokumentiert. In einer abschließenden Bewertung wurden diejenigen Sachverhalte priorisiert, bei denen die Geschäftstätigkeit deutliche Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft hat und die gleichzeitig von hoher Geschäftsrelevanz für den Konzern sind.
Der Aspekt Sozialbelange wird mit dem zugeordneten Sachverhalt Soziale Verantwortung im Kapitel Arbeitnehmerbelange der Vollständigkeit halber aufgenommen. Dies gilt auch für das lokale Engagement und den Gemeinwohlbezug sowie für die Auswirkungen des Konzerns im Zusammenhang mit Arbeitnehmerbelangen.
In der folgenden Tabelle sind die wesentlichen Sachverhalte den vier zu berichtenden Aspekten zugeordnet.
| Umweltbelange | Achtung der Menschenrechte | Arbeitnehmerbelange | Bekämpfung von Korruption und Bestechung |
| Energie | Konfliktmineralien | Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz | Compliance |
| Umweltfreundlichkeit (Reduce Material, Recycle Water) und Energieeffizienz der Produkte | Sozialstandards in der Lieferkette | Mitarbeiterstruktur | |
| Umweltstandards in der Lieferkette | Diversität | ||
| Mitarbeiterqualifikation/Ausbildung | |||
| Weiterentwicklung und Training | |||
| Soziale Verantwortung |
Die nachfolgende Grafik zeigt die aktuelle Materialitätsanalyse zur Wesentlichkeit von Nachhaltigkeitssachverhalten.
Pfeiffer Vacuum verfügt über ein konzernweit etabliertes Risikomanagementsystem, um Risiken auf jeder Unternehmensebene zu erkennen und ihnen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen. Im Berichtsjahr konnten wir keine Risiken nach Berücksichtigung von Risikomitigationsmaßnahmen identifizieren, die mit unserer Geschäftstätigkeit, unseren Geschäftsbeziehungen sowie unseren Produkten und Dienstleistungen verbunden sind und die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die in der Tabelle dargestellten Aspekte und Sachverhalte der nichtfinanziellen Konzernerklärung haben oder haben werden. Siehe dazu die Ausführungen im Abschnitt "Risiko- und Chancenbericht" (siehe S. 065).
Die Produkte von Pfeiffer Vacuum haben in allen Phasen ihres Lebenszyklus Auswirkungen auf die Umwelt, von der Entwicklung bis zur Entsorgung. Rohstoffe, Halbfabrikate, Vorprodukte, Energie und Wasser werden im Rahmen der Herstellung benötigt. Der Verbrauch von Ressourcen beginnt bereits in der Lieferkette mit der Beschaffung. Während der Herstellungsphase werden an allen Produktionsstandorten Strom, Wasser und Materialien wie Edelstahl, Aluminium und Grauguss verbraucht und es entsteht Abfall, beispielsweise in Form von Metallspänen. In der Nutzungsphase sind im Wesentlichen der Stromverbrauch, die Lärmemission und die Materialbeschaffenheit in der jeweiligen Applikation entscheidend. Eine kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltmanagements wird an den Produktionsstandorten Annecy, Asslar und Asan durch die Zertifizierung nach der Umweltmanagementnorm ISO 14001 unterstützt.
Pfeiffer Vacuum bezieht Vorprodukte von einer Vielzahl an Zulieferern. Mangelnde Umweltstandards bei den Lieferanten können die Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser sowie Klimaschäden oder Biodiversitätsverluste nach sich ziehen. Daher ist Pfeiffer Vacuum bestrebt, entlang der gesamten Lieferkette mit Partnern zusammenzuarbeiten, die umweltrechtliche Vorgaben beachten und nachweislich managen, beispielsweise mithilfe eines Umweltmanagementsystems.
Einen konzernweit einheitlichen Ansatz gab es zu Umweltstandards in der Lieferkette bei Pfeiffer Vacuum im Berichtsjahr nicht. Jedoch wurde die Verantwortung für die Steuerung der Lieferketten des Konzerns Anfang Dezember 2019 global organisiert. Ein weltweites vernetztes Management und eine Vereinheitlichung der Lieferantenpolitik ist in den kommenden Jahren vorgesehen.
An den wesentlichen Produktionsstandorten von Pfeiffer Vacuum liegt die Hauptverantwortung für die Einhaltung von Umweltstandards in der Lieferkette dezentral bei den Mitarbeitern der jeweiligen Beschaffungsabteilung. Diese verpflichten die Lieferanten, sich mindestens an die umweltrechtlichen Gesetzesvorgaben zu halten. Dafür gibt es einen Verhaltenskodex (oder entsprechende Vereinbarungen mit den Lieferanten), der die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Durchführung umweltbezogener Maßnahmen fordert. Lieferanten, die für die Serienlieferung von produktionsrelevanten Teilen infrage kommen, müssen diese Bedingungen akzeptieren.
In Yreka und Ho-Chi-Minh-Stadt wird ein Lieferantenfragebogen genutzt, um potenzielle neue Lieferanten zu prüfen. In Annecy, Asslar und Göttingen enthalten die Vereinbarungen außerdem den Hinweis, dass die Entwicklung beziehungsweise Nutzung eines angemessenen Umweltmanagementsystems erwartet wird. Dadurch sollen Umweltbelastungen im Rahmen des Möglichen verringert werden.
Eine verbindliche Verpflichtung der Lieferanten zur Einhaltung von Kriterien, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen, gibt es bisher nicht. Eine Softwarelösung für das Management der globalen Lieferkettenbeziehungen wurde 2018 ausgewählt und am Standort Annecy eingeführt. In den kommenden Jahren ist die Einbindung weiterer Standorte geplant. Dadurch werden standortübergreifend die gleichen verbindlichen Anforderungen im Hinblick auf umweltrechtliche Vorgaben und Standards an alle Lieferanten gestellt.
Lieferkettensicherheit kann nur gewährleistet werden, wenn die verpflichtenden Vorgaben auf ihre Einhaltung überprüft werden. Die wesentlichen Produktionsstandorte überprüfen die Befolgung von Umweltstandards durch Qualitätsprüfungen bei den einzelnen Lieferanten vor Ort. Die Prüfungen orientieren sich dabei an den internationalen Zertifizierungsstandards für Qualität und Umwelt wie ISO beziehungsweise OCHAS. So wird zusätzlich zu einem Regelkatalog von Anforderungen überprüft, ob zertifizierte Managementsysteme existieren oder bei Begehungen der Betriebsstätten Auffälligkeiten erkennbar sind.
Mit Unterstützung einer an weltweit anführende Risikomanagementsysteme angeschlossenen Softwarelösung werden Adressrisiken, Länderrisiken, Umweltrisiken und geopolitische Ereignisse überwacht und auf Auswirkungen auf die Lieferketten des Konzerns überprüft. Veränderungen der Risikobewertung und Gefährdungssituationen werden an alle relevanten Bereiche des Konzerns weitergegeben. Somit können in Echtzeit konzernübergreifend Lieferketten und Lieferanten auf Risiken beurteilt und Maßnahmen zur Risikobegrenzung umgehend getroffen werden.
Der Betrieb der Produktionsstätten und Verwaltungsgebäude benötigt Energie. Dies ist nicht nur ein Kostenfaktor, sondern verursacht auch klimaschädliche Emissionen in Form von CO 2 und anderen Klimagasen. Auch wenn die Herstellung von Vakuumpumpen im Branchenvergleich des Maschinenbaus verhältnismäßig wenig energieintensiv ist, berichtet Pfeiffer Vacuum wegen der gesamtgesellschaftlichen Relevanz des Themas über das Energiemanagement.
In 2019 wurde eine globale Energiemanagement-Verantwortung geschaffen, die in einem ersten Schritt Energieträger und Verbrauchswerte aller Standorte zentral erfasst hat, um diese auf Ressourceneffizienz und Verbrauchsreduzierung zu analysieren. Basierend auf den Analyseergebnissen sollen Maßnahmen für die kommenden Jahre abgeleitet werden, um die Energieverbräuche zu optimieren.
Die aktuell lokale Steuerung der Energieverbräuche wird somit künftig vom globalen Energiemanagement-Verantwortlichen unterstützt.
Im Berichtsjahr wurde an den Standorten in Annecy und Asslar begonnen, Energieverbrauchszähler mit Messsystemen zur Analyse und Steuerung des Energiebedarfs zu installieren. Die Messsysteme sind mit Sensoren zur Diagnostik und vorausschauenden Wartung ausgestattet. Eine konzernweite Implementierung dieser Messsysteme wird angestrebt. Bei Neuanschaffungen von Maschinen ist Pfeiffer Vacuum bestrebt, eine Steigerung der Energieeffizienz in einer Bandbreite von 10 bis 20 % zu realisieren. Neubauten beziehungsweise Renovierungen und Erweiterungen von Gebäuden, beispielsweise die 2019 begonnene Produktionserweiterung in Annecy, werden energieeffizient geplant und realisiert. Für die kommenden Jahre hegt Pfeiffer Vacuum den Anspruch, Betriebsmodernisierungen und -erweiterungen energie- sowie ressourceneffizient zu errichten und zu betreiben.
Zur umweltfreundlichen Energieerzeugung gibt es ein Blockheizkraftwerk in Asslar und eine lokale Biomasseanlage in Annecy. Photovoltaikanlagen für Eigenverbrauch und zur Einspeisung ins Netz sind an den Standorten in Asslar und Coulemborg installiert und in Dresden geplant. Konzernweit werden in den kommenden Jahren weitere Energiesparmaßnahmen umgesetzt. Die Installation beziehungsweise der Austausch konventioneller Leuchtmittel durch LED-Beleuchtung an den Standorten in Asslar, Annecy, Asan und Yreka wurde im Berichtsjahr fortgeführt. Am Standort in Asslar gibt es seit 2019 eine Brikettierungsanlage, die Aluminiumspäne aus dem Fertigungsprozess zur effizienten Entsorgung brikettiert. Neben einem geringeren CO 2-Verbrauch auf dem Transportweg erzielt der Konzern durch diese Maßnahme einen höheren Wiederverkaufswert der Abfallstoffe.
Zertifizierte Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 beziehungsweise 14001 gibt es an den Standorten in Asan, Asslar und Annecy. Eine konzernweite Vereinheitlichung ist in den kommenden Jahren geplant. Lokale Energiebeauftragte koordinieren an den Standorten alle Maßnahmen und Pflichten zur Erfüllung der lokalen gesetzlichen Anforderungen. An Standorten, in denen in den Vorjahren Leistungen von externen Energiedienstleistern erbracht wurden, werden seit 2019 eigene Mitarbeiter beschäftigt. Auswertungen und Analysen der Energieverbräuche werden in Energiekreissitzungen mit themennahen Abteilungen wie Gebäudemanagement, Einkauf und Technik besprochen und mit konkreten Maßnahmen zur Verbesserung versehen. Regelmäßige Energieaudits dienen der umfassenden Analyse und Überprüfung der Maßnahmen. Darüber hinaus werden erfolgsversprechende Mitarbeitervorschlägen gerne berücksichtigt.
Hauptsächlicher Energieträger im Pfeiffer Vacuum Konzern ist elektrischer Strom. Ein weiterer Energieträger für den Bezug von Wärme ist Gas in Form von Erdgas beziehungsweise Flüssiggas.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Verbräuche von Strom und Erdgas an den bedeutensten Produktionsstandorten. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 35.958 MWh Strom und 9.297 MWh Gas verbraucht.
Eine der wesentlichen Auswirkungen des Energieverbrauchs ist die Emission von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid (CO 2), die in der nachfolgenden Tabelle dargestellt ist. Die Erstellung einer CO 2-Verbrauchsbilanz ist ein komplexer Prozess, der von vielen unterschiedlichen Determinanten begleitet wird. Pfeiffer Vacuum hat im Geschäftsjahr 2018 begonnen, die CO 2-Emissionen zu berichten. Die Bestimmung der Bemessungsgrundlagen basiert auf dem international anerkannten Berechnungsstandard des Treibhausgas-Protokolls (Greenhouse Gas Protocol). Entsprechend dieser Grundlage berichtet Pfeiffer Vacuum die direkten Emissionen aus dem Betrieb der Anlagen und Gebäude sowie die indirekten Emissionen aus zugekauften Energien.
An den in der nachstehenden Tabelle aufgelisteten Produktionsstandorten in Europa, Asien und USA wurden in den betrachteten Verbrauchskategorien Strom und Erdgas 13.107 t CO 2 e (ausgedrückt als Kohlenstoffdioxid-Äquivalente) ausgestoßen. Für die kommenden Jahre ist eine erweiterte Bestandsaufnahme, Datenerhebung und Berichterstattung der Treibhausgase geplant.
| Europa | Asien | USA | ||
| Verbrauchskategorie |
Standorte Asslar, Annecy, Göttingen und Cluj
in MWh |
Standorte Asan und Ho-Chi-Minh-Stadt
in MWh |
Standorte Yreka und Nashua
in MWh |
Gesamt
in MWh |
| Strom | 24.392 | 7.135 | 4.431 | 35.958 |
| Erdgas 1 | 7.065 | 156 | 2.076 | 9.297 |
1 Yreka verwendet LPG statt Erdgas
| Europa | Asien | USA | ||
| Emissionen pro Verbrauchskategorie |
Standorte Asslar, Annecy, Göttingen und Cluj
in t |
Standorte Asan und Ho-Chi-Minh-Stadt
in t |
Standorte Yreka und Nashua
in t |
Gesamt
in t |
| CO 2 e aus Strom | 6.086 | 3.932 | 973 | 10.991 |
| CO 2 e aus Erdgas 1 | 1.434 | 32 | 650 | 2.116 |
1 Yreka verwendet LPG statt Erdgas
Die Versorgung mit Trinkwasser ist eine globale Herausforderung von zunehmender Relevanz. Der Wassergebrauch wird in den Produktionsstandorten dezentral gesteuert, ein globales Wassermanagement gibt es bisher nicht. Pfeiffer Vacuum hat im Geschäftsjahr 2019 erstmals konzernweit den Wasserverbrauch erhoben. Mit den Daten wird Transparenz und eine Basis für weitere Analysen geschaffen, insbesondere wegen der zunehmenden Relevanz des Themas Wasser. Im Hinblick auf die ausreichende weltweite Versorgung und Verfügbarkeit plant Pfeiffer Vacuum, die konzernweiten Wasserverbräuche umfassend zu analysieren und weiterzuverfolgen. Wasser wird in Fertigungs- und Reinigungsprozessen, als Kühlmittel, Brauchwasser oder Trinkwasser im Konzern genutzt.
Wasserverbräuche werden wir in den nächsten Jahren ausbauen und dementsprechend darüber berichten.
Während der Herstellungsphase unserer Produkte werden diverse Ressourcen verbraucht. Mit Blick auf die Umweltauswirkungen sind hier vor allem die Materialauswahl in der Produktentwicklung und der Materialeinsatz im Produktionsprozess entscheidend.
Einen wesentlichen Einfluss auf die Materialeffizienz und die Umweltfreundlichkeit der Produkte hat Pfeiffer Vacuum im Produktentwicklungsprozess. Zur konzernweiten Steuerung der Forschung und Entwicklung des Konzerns gibt es seit 2019 eine globale Entwicklungsorganisation, die an den CEO berichtet. Als innovationsstarkes und verantwortungsbewusstes Unternehmen wird Pfeiffer Vacuum in den kommenden Jahren die Ziele Ressourceneffizienz, Reduzierung des Materialverbrauchs und Emissionen in den Prozessketten des Konzerns festlegen. Strategische Maßnahmen sind die konzernweite Koordination und Steuerung der globalen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie die Weiterentwicklung der Digitalisierungstechnologien. Neue Technologien wie künstliche Intelligenz, erweiterte Realität und Big Data sind dabei von Bedeutung.
Aufgrund der Individualität und physikalischen Grenzen unserer verschiedenen Produkttechnologien gibt es keine konzernweiten Vorgaben für Energie-, Umwelt- und Ressourceneffizienz. Jedoch gibt es je nach Anwendungsbereich und Herstellungsprozess unterschiedliche Vorgaben zur Berücksichtigung von Ressourcen- und Umweltschutzaspekten. Zu den Vorgaben gehören beispielsweise die Erhöhung der Energieeffizienz, die Prüfung der Umweltfreundlichkeit der eingesetzten Materialien, die Reduzierung der verwendeten Rohstoffe, Verfahren zur Verringerung von Emissionen und Abfall sowie zur Vermeidung von Gefahrstoffen. So können beispielsweise durch ein entsprechendes Produktdesign Produkte entwickelt werden, die durch geringeren Abmaße und moderne Antriebe eine Einsparung sowie Schonung der eingesetzten Materialien und Ressourcen ermöglichen.
Im Produktionsprozess strebt Pfeiffer Vacuum an den bedeutensten Produktionsstandorten die Steigerung der Materialeffizienz und den umweltgerechten Umgang mit allen eingesetzten Materialien an. Eine Erhöhung der Materialeffizienz von Aluminium würde beispielsweise (bei sonst gleichen Produktionsbedingungen) zu einer geringeren Umweltbelastung führen, weil zur Aluminiumherstellung große Energiemengen eingesetzt werden müssen und zum Teil umweltgefährdende Abfallstoffe entstehen. Für den umweltgerechten Umgang mit den eingesetzten Rohstoffen und Vorprodukten hält sich Pfeiffer Vacuum an gesetzliche Vorgaben für gefährliche Materialien. Als Beispiel seien hier die EU-Chemikalienverordnung REACH und die RoHS-Richtlinien zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektrogeräten genannt
Neben den genannten Umweltaspekten in der Herstellungsphase ist zudem die Energieeffizienz der Produkte in der Nutzungsphase ein wichtiger Konstruktionsaspekt. Diese Festlegung erfolgt in internen Verfahrensanweisungen an den beiden Entwicklungsstandorten in Asslar und Annecy. Im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung wird für jeden Neuproduktprozess gefordert, dass der Energieverbrauch in der Anwendung um 5 % gegenüber dem Vorgängermodell sinkt. 2019 wurden bei zwei Produktlinien eine entsprechend verbesserte Energiebilanz erzielt.
Durch die Verwendung innovativer Kontroll- und Antriebstechnologie können je nach Anwendung Energieeinsparungen bis zu 90 % erzielt werden.
Kunden von Pfeiffer Vacuum fordern zunehmend den Nachweis, dass die erworbenen Produkte "konfliktfrei" sind, also keine Konfliktmineralien enthalten. Unter dem Begriff "Konfliktmineralien" versteht man die Rohstoffe Tantal, Zinn, Gold und Wolfram, wenn ihre Gewinnung und der Handel mit diesen Rohstoffen zur Finanzierung oder anderweitigen Unterstützung bewaffneter Gruppen in der Demokratischen Republik Kongo oder ihren Nachbarstaaten beitragen. Durch die Konflikte werden Menschenrechte sowie der Schutz und die Entwicklung lokaler Gemeinschaften gefährdet. Im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung zur Vermeidung von Konfliktmineralien stellt sich Pfeiffer Vacuum seiner Verantwortung in der Lieferkette. Pfeiffer Vacuum setzt die potenziell kritischen Mineralien Tantal, Zinn, Wolfram und Gold vor allem im Zusammenhang mit zugekauften Elektronik-Bauteilen ein. Daher ist das Unternehmen bestrebt, die Wahrscheinlichkeit des Einsatzes von Konfliktmineralien durch geeignete Kontrollprozesse zu verringern.
Da Pfeiffer Vacuum die Metalle nicht direkt von den Schmelzen bezieht, werden die Lieferketten in Zusammenarbeit mit den Lieferanten untersucht. An den Produktionsstandorten mit eigenen Beschaffungsabteilungen in Asslar, Annecy, Yreka und Ho-Chi-Minh-Stadt werden Lieferanten zum Einsatz von Konfliktmineralien befragt. Bestätigt sich der potenzielle Einsatz von Konfliktmineralien, werden Lieferanten verpflichtet in einer angemessenen Frist Maßnahmen umzusetzen, um die Erfüllung der Konformität zu gewährleisten. Bei Bedarf erfolgt die Beschaffung konfliktfreier Bauteile über einen Zweitlieferanten.
Pfeiffer Vacuum hat den Prozess am Standort Asslar wegen der hohen Komplexität und Dynamik des Themas an einen spezialisierten Dienstleister ausgelagert und 2019 eine entsprechende Software implementiert. Hierdurch soll die notwendige Nachvollziehbarkeit und Vollständigkeit der Informationen unterstützt werden. Diese Software wird in den kommenden Jahren auch in anderen Konzernteilen eingeführt. Pfeiffer Vacuum verfolgt darüber hinaus für seinen Standort in Asslar das Ziel, weiterhin nur Rohstoffe zu verwenden, die gemäß der Einschätzung der Responsible Minerals Initiative (RMI) ausnahmslos aus zertifizierten Schmelzen stammen. Zertifizierte Schmelzen fördern Erze und Mineralien in Übereinstimmung mit definierten Umwelt- und Sozialstandards. Aktuell sind auch unbedenkliche, aber nicht zertifizierte Schmelzen zugelassen.
Die Gesellschaften in Asslar, Yreka und Ho-Chi-Minh-Stadt stellen bei Bedarf ein Conflict Mineral Statement zur Verfügung. Dieses Bekenntnis zu konfliktfreien Produkten enthält ein standardisiertes Conflict Minerals Reporting Template (CMRT) der Responsible Minerals Initiative, das detaillierte Informationen zum Ursprungsland aller zum Einsatz gekommenen Schmelzen und Raffinerien enthält. In Yreka und Ho-Chi-Minh-Stadt werden neue Lieferanten darüber hinaus dazu verpflichtet, ein Formular zu Konfliktmineralien zu unterzeichnen.
Im Berichtsjahr wurden an keinem Standort Lieferanten aufgrund von Konfliktmineralien ausgeschlossen.
Pfeiffer Vacuum strebt an, die sozialrechtlichen Vorgaben und Normen weltweit einzuhalten. Die Beachtung von Sozialstandards beinhaltet unter anderem die Achtung von Menschen- und Arbeitnehmerrechten sowie die Sicherheit am Arbeitsplatz. Dies hat indirekt auch einen Einfluss auf den Schutz und die Entwicklung lokaler Gemeinschaften. Da die wesentlichen Produktionsstätten von Pfeiffer Vacuum in industrialisierten Staaten liegen, hat Pfeiffer Vacuum die Wahrscheinlichkeit der Verletzung von Sozialstandards aufgrund der jeweils gültigen strengen gesetzlichen Vorgaben als eher gering eingestuft. Die wesentlichen Risiken für die Verletzung von Sozialstandards liegen daher insbesondere in den globalen Lieferketten.
Seit 2019 werden Lieferanten bei Vertragsabschluss verpflichtet, über den Code of Conduct die Einhaltung der gesetzlichen Verpflichtungen für Menschenrechte sowie die Einhaltung aller Arbeits- und Gesundheitsschutzbestimmungen verbindlich zu bestätigen. Lieferanten produktionsrelevanter Produkte werden zudem in Einzelvereinbarungen auf erhöhte Anforderungen an Sozialstandards verpflichtet. In Yreka und Ho-Chi-Minh-Stadt werden an neue Lieferanten Vorgaben für Ethik und Arbeitsrichtlinien gestellt.
Darüber hinaus weist die im Abschnitt "Umweltstandards in der Lieferkette" (siehe S. 054) beschriebene Software-Plattform zum Risikomanagement im Einkauf auch Risiken hinsichtlich Sozialstandards aus.
Pfeiffer Vacuum beschäftigte zum Ende des Jahres 2019 insgesamt 3.276 Mitarbeiter (Anmerkung 39). Dies stellt einen Anstieg um 2,24 % gegenüber der Vorjahreszahl von 3.204 Mitarbeitern dar . Diese Entwicklung ist in allen Regionen zu beobachten, in denen Pfeiffer Vacuum tätig ist, und resultiert aus der ausgeweiteten Geschäftstätigkeit sowie Vorbereitungen zur Umsetzung der Wachstumsstrategie.
Pfeiffer Vacuum ist global aufgestellt und vereint daher eine Vielzahl von Menschen verschiedenartiger Herkunft unter einer Dachmarke. Unsere Mitarbeiter sind stolz auf die erfolgreiche Zusammenarbeit unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten. Pfeiffer Vacuum gehört seit mehreren Jahren der "Charta der Vielfalt" an, einer Initiative der deutschen Bundesregierung. Die "Charta der Vielfalt" ist ein grundlegendes Bekenntnis zu Fairness und Wertschätzung von Menschen in Unternehmen. Von den 3.276 Mitarbeitern sind 599 Beschäftigte weiblich und 2.677 männlich (Anmerkung 39). Somit beträgt der Frauenanteil 18 % der Gesamtbelegschaft. Die Vakuumtechnik stellt ein spezielles Fachgebiet im Maschinenbau dar, in dem es in der Regel äußerst wenig weiblichen Nachwuchs gibt. Der Aufsichtsrat der Pfeiffer Vacuum Technology AG steht seit Oktober 2017 unter weiblichem Vorsitz. Mit Bestellung von Nathalie Benedikt zur Finanzvorständin im Jahr 2017 kann Pfeiffer Vacuum zum 31. Dezember 2019 auf eine Frauenquote von 50 % im Vorstand verweisen. Seit Danuar 2020 beträgt die Frauenquote im Vorstand 33 %.
Pfeiffer Vacuum bildet in diversen Berufsbildern aus. Nachwuchsförderung hat einen hohen Stellenwert im Unternehmen. An verschiedenen Standorten bieten wir betriebliche Ausbildungsgänge in der Industriemechanik, im kaufmännischen Bereich sowie in der Lagerlogistik an. Im Jahr 2019 hat Pfeiffer Vacuum weltweit insgesamt 92 Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt (Vorjahr: 96).
Neben der betrieblichen Berufsausbildung beteiligt sich Pfeiffer Vacuum in Deutschland mit großem Erfolg am Programm "StudiumPlus", einem dualen Studiengang der Technischen Hochschule Mittelhessen. Darüber hinaus besteht eine Partnerschaft zur betrieblichen Ausbildung mit der Georg-August-Universität Göttingen. So ist unser Nachwuchs an Wirtschafts- und Maschinenbauingenieuren sowie im Bereich Wirtschaftsinformatik für die Zukunft sichergestellt.
Zudem bieten viele unserer Niederlassungen Praktikumsplätze für Berufseinsteiger und Studierende beziehungsweise temporäre Anstellungen für Werkstudierende in den Semesterferien an. Dadurch ermöglichen wir jungen Menschen, Einblick in betriebliche Abläufe zu bekommen und sich als mögliche Mitarbeiter zu qualifizieren.
In Zusammenarbeit mit verschiedenen Schulen und Universitäten führen wir Betriebsführungen durch und stellen uns dem Publikum auf Karrieremessen vor. Besonders in Frankreich halten außerdem mehrere unserer Fachkräfte an Universitäten Vorlesungen über Vakuumtechnologie und Unternehmensführung.
Der Erfolg von Pfeiffer Vacuum basiert maßgeblich auf dem Sachverstand, der Loyalität und der hohen Motivation unserer Mitarbeiter. Insbesondere das Fachwissen unserer Service- und Vertriebsmitarbeiter hat einen wichtigen Stellenwert in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Diese profitieren von der langjährigen Erfahrung, auf die unsere Experten hinsichtlich der physikalischen und chemischen Reaktionen verschiedenster Moleküle und Stoffe unter Vakuumbedingungen zurückgreifen können.
Die meisten Projekte erarbeiten unsere Kunden gemeinsam mit unseren Vertriebs- und Market-Teams, die wiederum bei Bedarf die entsprechenden Spezialisten aus den Bereichen Forschung & Entwicklung sowie Produktion und Service hinzuziehen. Bei der Herstellung und Montage unserer Produkte ist die fachliche Versiertheit unserer Mitarbeiter ebenfalls von größter Bedeutung. Am Ende steht das Ziel, jedem Kunden für seine Anwendung eine perfekte Vakuumlösung anzubieten.
| 2019 Anzahl | 2018 Anzahl | |
| Absolventen von Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen | 1.236 | 1.201 |
| Mitarbeiter mit Fachausbildung | 1.496 | 1.448 |
| Mitarbeiter ohne Fachausbildung | 452 | 459 |
| Auszubildende | 92 | 96 |
| Gesamt | 3.276 | 3.204 |
Eine gute Ausbildung sowie die Bereitschaft, sich durch ständige Fortbildung den Veränderungen der Marktgegebenheiten anzupassen, sind für alle Mitarbeiter die besten Voraussetzungen für sichere Arbeitsplätze und nachhaltigen beruflichen Erfolg - und zwar unabhängig vom Alter. Deshalb spielt Weiterbildung in unserem Unternehmen an allen Standorten eine entscheidende Rolle.
Neue Mitarbeiter absolvieren einen Einführungskurs in die Grundlagen der Vakuumtechnik, Vertriebs- und Servicemitarbeiter erhalten vertiefende Schulungen zu Produkten und Servicemaßnahmen. Es bestehen Praxisprogramme zur Qualifizierung von Führungskräften, Meister und Gruppenleiter werden in Management- und Führungstechniken geschult. Darüber hinaus achtet das Unternehmen auf Fachfortbildungen zum Transfer technischer Innovationen ins Unternehmen. Kurse zum Erwerb von chinesischen, deutschen, englischen oder französischen Sprachkenntnissen werden je nach Standort und Bedarf angeboten.
Grundsätzlich ist das Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten an die lokalen Gegebenheiten und Anforderungen gebunden. Die Themen Mitarbeiterentwicklung, Leadership und Work-Life-Balance werden in den folgenden Jahren einen hohen strategischen Stellenwert einnehmen. Pfeiffer Vacuum hat hierzu erstmalig im Jahr 2018 eine weltweite Human Resources Strategie (HR Strategie) verabschiedet.
Auch das Anreizsystem von Pfeiffer Vacuum unterscheidet sich je nach lokalen Gegebenheiten. Vertriebsmitarbeiter erhalten grundsätzlich leistungsbezogene Anreize durch ein individuelles, an Umsatzwachstum und Ertrag orientiertes Prämiensystem. Hinzu kommen - je nach Standort - weitere Bonus-, Prämien- oder Mitarbeiterbeteiligungssysteme.
Ebenso vielfältig gestaltet sich die Altersversorgung an den einzelnen Standorten. Diese umfasst weltweit neben einem rein öffentlichen Angebot in Frankreich, in das die französische Niederlassung einbezahlt, auch zusätzliche Maßnahmen und Einzahlungen in Pensionsfonds, das Angebot einer Pensionskasse und eine Direktversicherung mit der Zusatzoption der Entgeltumwandlung.
Wir nehmen unsere soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern ernst.
Die Krankenquoten in Asslar und Göttingen lagen bei 6,41 % beziehungsweise 6,53 %. In Annecy war die Krankenquote mit 3,34 % deutlich niedriger. Die Fluktuationsquote unterscheidet sich je nach Standort. In Asslar lag sie im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 3,35 % und in Göttingen bei 3,59 %. Damit sind diese im Vergleich zum Vorjahr gesunken. In Annecy betrug die Fluktuationsquote nach einem hohen Wert 2018 im Jahresverlauf 2019 nunmehr 3,83 %.
| 2019 Anzahl | 2018 Anzahl | |
| Trainingsmaßnahmen 1 | 3.000 | 2.100 |
| Trainingsteilnehmer 1 | 12.600 | 11.000 |
| Auszubildende | 92 | 96 |
1 Die Zahlen wurden jeweils auf die nächste
Hunderterstelle gerundet.
Die Gesundheit der Mitarbeiter, die Betriebsabläufe und der Zustand der Gebäude sind Schlüsselfaktoren der Wertschöpfung des Konzerns und wesentliche Voraussetzung für die Erfüllung der hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen an die Produkte und Services des Pfeiffer Vacuum Konzerns. Als verantwortungsvoller Arbeitgeber möchte Pfeiffer Vacuum die Anzahl an Unfällen und die Häufigkeit krankheitsbedingter Ausfalltage so stark wie möglich begrenzen. Davon profitiert neben jedem Beschäftigten der Konzern selbst, da mangelnder Arbeitsschutz Kosten durch Fehlzeiten, eine verminderte Produktionsfähigkeit und eine geringere Produktqualität nach sich ziehen kann. Aus diesem Grund verfolgen wir das Ziel, die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz auf einem hohen Niveau zu halten.
In den Bereichen Produktion, Service, Verwaltung und Vertrieb gibt es jeweils unterschiedliche Anforderungen an die Arbeitssicherheit, weshalb die folgenden Ausführungen vorrangig auf die wesentlichen Produktionsstandorte des Unternehmens Bezug nehmen.
Seit dem Geschäftsjahr 2019 wird das Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz konzernweit gesteuert. Die Erfüllung der jeweiligen länderspezifischen gesetzlichen Anforderungen sind konzernweit geltende Mindestanforderung an Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. 2019 wurde eine globale Arbeitsschutzrichtlinie entwickelt, die einen präventiven Ansatz verfolgt. In regelmäßigen Gesprächen werden Gefahrenquellen und Verbesserungsvorschläge analysiert und konkrete Maßnahmen vereinbart. Darüber hinaus finden in regelmäßigen Abständen konzernweit Schulungen statt, in denen neben allgemeinen Sicherheitsanforderungen und Schutzmaßnahmen auch spezifische Erkenntnisse thematisiert werden, um das Wissen und die Erfahrungen aller Mitarbeiter kontinuierlich zu erweitern.
Das Tragen einer Sicherheitsausrüstung ist konzernweit Pflicht und umfasst alle Mitarbeiter und sonstige Personen, die sich in den Produktionsräumen aufhalten.
Pfeiffer Vacuum hat im Geschäftsjahr global einheitliche, verbindliche Sicherheitsvorgaben normiert. Diese werden in umfangreichen Aufklärungskampagnen und Schulungsmaßnahmen an die Mitarbeiter weitergegeben.
Die Erfassung und Auswertung sämtlicher arbeitsschutzbezogener Daten erfolgt monatlich und steht dem Management und den zentralen Verantwortlichen im Rahmen der Regelkommunikation und anlassbezogen zur Steuerung der Maßnahmen zur Verfügung.
Die Tochtergesellschaft in Asan hat ihr Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzkonzept nach OHSAS 18001 zertifizieren lassen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Kennzahlen für die Arbeitssicherheit an den bedeutensten Produktionsstandorten in den Regionen Europa, Asien und USA. Die Unfallhäufigkeit (LTIFR: Lost Time Injuries Frequency Rate, das heißt Unfälle mit Ausfallzeiten von mindestens einem Tag/ einer Schicht) betrug 14,4 im Berichtsjahr. Es gab 2019 keine Todesfälle. Für das nächste Berichtsjahr werden die Kennzahlen für Arbeitssicherheit auf alle Konzernstandorte ausgeweitet.
Der Gesundheitsschutz soll arbeitsbedingte Störungen und Berufskrankheiten verhindern. Hierzu wird beispielsweise auf die Ergonomie am Arbeitsplatz geachtet. Der Gesundheitsschutz wird in Annecy, Yreka, Ho-Chi-Minh-Stadt und Göttingen durch die jeweilige Abteilung Environment, Health and Safety und in Asan durch einen externen Dienstleister gesteuert. Das Gesundheitsschutzkonzept am Produktionsstandort in Asslar wird von der Personalabteilung verwaltet und beinhaltet unter anderem Maßnahmen wie Gesundheitsberatungen bei einem Betriebsarzt, ein Angebot für Impfungen und Fitnessclubmitgliedschaften für Mitarbeiter.
Pfeiffer Vacuum in Annecy unterbreitet den Mitarbeitern ähnliche Angebote und hat darüber hinaus ein abteilungsübergreifendes Komitee gebildet, das Maßnahmen zur Steigerung des Wohlbefindens der Mitarbeiter entwickelt. Als Teil einer ergonomischen Begutachtung der Arbeitsplätze wurden in Yreka verschiedene Empfehlungen wie mobile Arbeitsplätze und Optimierungen der Beleuchtung umgesetzt. Zudem besteht für Angestellte die Möglichkeit, im Mitarbeitervorschlagskomitee Verbesserungen anzuregen.
| Europa | Asien | USA | ||
| Unfallkennzahlen | Standorte Asslar, Annecy, Göttingen und Cluj | Standorte Asan und Ho-Chi-Minh-Stadt | Standorte Yreka und Nashua | Gesamt |
| LTI (Lost Time Injuries: Unfälle mit mindestens einem Tag Ausfallzeit) | 53 | 5 | 1 | 59 |
| LTIFR (Lost Time Injuries Frequency Rate: LTI pro 1 Million Arbeitsstunden) | 19,7 | 6,7 | 1,5 | 14,4 |
| Arbeitsbedingte Todesfälle | 0 | 0 | 0 | 0 |
| FAR (Fatal Accident Rate: Todesfallhäufigkeit) in % | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Im oligopolistisch strukturierten Markt der Vakuumtechnologie ist Pfeiffer Vacuum durch weitverzweigte Lieferketten und weltweite Geschäftsbeziehungen der Gefahr von Korruption und Kartellvorfällen ausgesetzt. Relevante Verstöße können Marktbedingungen verzerren und den fairen Wettbewerb behindern. Relevante Verstöße sind mit Auswirkungen sowohl auf Kunden und Geschäftspartner als auch auf die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit als Ganzes verbunden. Bei Aufdeckung eines Verstoßes drohen teils hohe Geldstrafen, Reputationsschäden und Kundenverluste.
Das zentrale Element für das Pfeiffer Vacuum Compliance Management ist der Pfeiffer Vacuum Code of Conduct. Als Verhaltenskodex ist er wesentliche Grundlage für das tägliche Handeln aller Mitarbeiter und Organmitglieder weltweit - im Umgang miteinander und mit allen weiteren Stakeholdern: Kunden, Geschäftspartnern, der Öffentlichkeit. Der Code of Conduct wurde im Geschäftsjahr 2019 in allen Konzernsprachen veröffentlicht und ist über die globalen Websites des Unternehmens sowie intern allen Mitarbeitern bekannt gegeben worden (↗ Verhaltenskodex). Über ein Software-basiertes E-Learning beziehungsweise in Präsenzschulungen werden alle Mitarbeiter des Konzerns im Verständnis der einzelnen Regeln und ihrer Anwendung geschult. 2019 haben ca. 80 % der weltweiten Mitarbeiter erfolgreich an den Code-of-Conduct-Schulungen teilgenommen und ihr Verständnis sowie die verbindliche Anwendung mit einer entsprechenden schriftlichen Erklärung bestätigt.
Geschäftspartner werden im Rahmen jeder Geschäftsbeziehung zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben verpflichtet.
Für die konzernweite Koordination und Steuerung der Compliance ist die Global Head of Compliance mit einem internationalen Team zuständig. Das Team umfasst mehrere Mitarbeiter mit Zuständigkeit für operative Compliance-Fragen, Risikomanagement und Exportkontrolle. Die Compliance-Managerin berichtet direkt an die Finanzvorständin. Der Aufsichtsrat wird regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen und Themen informiert. Weitere Berichterstattungen erfolgen anlassbezogen.
Zu den wesentlichen Aufgaben der Compliance-Organisation gehört, neben der Implementierung des konzernweiten Pfeiffer Vacuum Compliance-Programms, die formalisierte Bewertung der Risiken und Chancen einschließlich der jährlichen Überprüfung des internen Kontrollsystems. Mittels interner Audits werden internationale Konzerngesellschaften und Unternehmensbereiche wie Vertrieb und Einkauf regelmäßig auf besonders risikoexponierte Themen bewertet und überprüft.
Für die Prävention und Aufklärung möglicher Verstöße haben Mitarbeiter sowie externe Dritte jederzeit die Möglichkeit, sich vertraulich an die Compliance-Abteilung zu wenden. Seit dem Geschäftsjahr 2019 steht hierfür eine zentrale Whistleblowing-Hotline zur Meldung von Verdachtsfällen zur Verfügung. Hinweise können anonymisiert über ein Meldeformular auf der Homepage des Unternehmens gegeben werden. Im Geschäftsjahr 2019 gab es keine Meldungen, bei denen Korruptions- oder Bestechungsvorfälle bestätigt werden konnten.
Die konzernweite Einführung eines Online-Systems zur anonymisierten Meldung von Verstößen ist für 2020 vorgesehen. Für die Einführung und Schulung an allen Konzernstandorten wurden 2019 Aufklärungs- und Anwendungskonzepte in allen Sprachen des Konzerns vorbereitet. Um alle Mitarbeiter gleichermaßen mit den Inhalten zu erreichen, werden IT-Umgebungen und technische Medien entsprechend aufgerüstet.
Die Implementierung der Whistleblowing-Hotline und die Erweiterung des globalen Risiko- und Chancenmanagements werden zentrale Themen des Compliance-Managements für 2020 sein.
Um nachhaltig erfolgreich zu sein und wettbewerbsfähig zu bleiben, versucht Pfeiffer Vacuum stets, sich bietende Chancen frühzeitig zu identifizieren und aktiv zu nutzen. Das Ergreifen von Chancen bedeutet aber auch ein bewusstes Eingehen von Risiken. Der verantwortungsvolle Umgang damit hat maßgeblichen Anteil am Erfolg des Unternehmens. Insgesamt streben wir ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Chancen und Risiken an, indem wir ihnen systematisch und kontrolliert begegnen.
Ein Risikofrüherkennungssystem ist dabei nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht, sondern auch aufgrund gesetzlicher Regelungen, insbesondere des § 91 Abs. 2 AktG, notwendig.
Die Einschätzung der Gesamtrisiko- und Chancensituation basiert zum einen auf der Betrachtung von allen wesentlichen Einzelrisiken und -chancen, die im Rahmen des konzernweiten Risiko- und Chancenbewertungsprozesses berichtet und in Risikokategorien zusammengefasst werden. Zum anderen dient die Identifizierung und Bewertung von Chancen unter der Abwägung potenzieller Risiken, die wir zum Bestandteil unserer strategischen Ausrichtung sowie kurz- und mittelfristigen Unternehmensplanung machen, der langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolgs.
Die Ergebnisse aus diesen Prozessen werden regelmäßig analysiert und entsprechend dem Vorstand berichtet.
Das Risiko- und Chancenmanagement bei Pfeiffer Vacuum wurde im Geschäftsjahr 2019 entsprechend der internen und externen Anforderungen überprüft und angepasst. Chancenorientiertes und gleichzeitig risikobewusstes Handeln wird hierbei gefördert. Die Darstellung der Chancen und Risiken in diesem Bericht weicht gegenüber dem Vorjahr ab, da wir sowohl die Kategorisierung als auch die zur Bewertung herangezogenen Beurteilungsmaßstäbe weiterentwickelt haben. Durch eine weitestgehend differenziertere, ursachengerechte Betrachtung und Bewertung hat sich unsere Berichterstattung hinsichtlich der Gesamtdarstellung und Bewertung einzelner Risiken im Vergleich zum Vorjahr geändert. Unsere Einschätzung des Gesamtrisikos hat sich dabei nicht wesentlich verändert. Wir sind der Auffassung, dass das eingerichtete Risiko- und Chancenmanagementsystem geeignet ist, die vorhandenen und potenziellen Risiken und Chancen zu erkennen, zu analysieren und zu quantifizieren, um diese adäquat zu steuern.
Es ist unsere Aufgabe, die zukünftigen Herausforderungen zu bewältigen und sich ergebende Chancen zu ergreifen, damit unsere gesteckten Ziele erreicht werden können. Unter Berücksichtigung der in diesem Risiko- und Chancenbericht erläuterten Risiken sind für die Pfeiffer Vacuum Technology AG und die wesentlichen Konzernunternehmen weder zum Bilanzstichtag noch zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Risiken erkennbar. Der Abschlussprüfer hat gemäß § 317 Abs. 4 HGB geprüft, ob das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, unternehmensgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen. Diese Prüfung ergab keine Beanstandungen.
Als Risiken verstehen wir mögliche künftige Ereignisse, die das Erreichen unserer Unternehmensziele negativ beeinflussen können und die Unsicherheit über den Eintritt eines Ereignisses bergen. Chancen definieren wir entsprechend als potenzielle Ereignisse, die positive Abweichungen von unseren Unternehmenszielen zur Folge haben können. In unserer konzernweiten Risiko- und Chancenberichterstattung werden strategische, operative, rechtliche, finanzielle und Compliance-Risiken sowie entsprechende Chancen erfasst. Ziel ist es dabei, diese rechtzeitig zu erkennen, zu bewerten, zu steuern sowie zu überwachen und systematisch zu berichten.
Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für ein effektives Risiko- und Chancenmanagementsystem bei Pfeiffer Vacuum. Das System wird in enger Abstimmung zwischen dem Vorstand und der Abteilung Global Compliance & Risk Management (Compliance) kontinuierlich weiterentwickelt und an die aktuellen Anforderungen angepasst. Die Abteilung Compliance hat die Aufgabe, dieses System zu organisieren, zu steuern und zu überwachen. Pfeiffer Vacuum sieht Risiko- und Chancenmanagement als eine unternehmensweite Aufgabe, bei der alle Mitarbeiter der lokalen Konzerneinheiten sowie globale Funktionsbereiche eine entscheidende Rolle spielen. Die Grundsätze, Vorgehensweise, Verantwortlichkeiten sowie Anforderungen an die Berichterstattung innerhalb des Konzerns sind in der Richtlinie zum Risikomanagement (Group Policy: Risk Management) festgelegt.
Die Unternehmensbereiche und deren operative Geschäftsführer sind verantwortlich für die Identifikation, Bewertung und Steuerung von Chancen und Risiken. Die verantwortlichen Führungskräfte sind verpflichtet, alle relevanten Risiken zu berichten.
Die Risiko- und Chancenidentifikation bei Pfeiffer Vacuum sehen wir als kontinuierliche Aufgabe und Bestandteil der bestehenden Geschäftsprozesse. Sie umfasst eine systematische Betrachtung und Analyse interner und externer Ereignisse und Entwicklungen, die einen positiven oder negativen Einfluss auf das Erreichen unserer Unternehmensziele haben könnten.
Mit dem Schritt zu einer integrierten und prozessorientierten Organisation und einem globalen und unternehmensweiten Expertennetzwerk sowie dem weltweit aufgestellten Vertriebsnetz versuchen wir stets, sich bietende Chancen schnell und zielgerichtet zu ergreifen und potenzielle Risiken zu erkennen und zu steuern. Mögliche Chancen werden darüber hinaus im Rahmen der Strategie- und Planungsprozesse diskutiert, analysiert und konkretisiert sowie in Form von operativen oder strategischen Projekten umgesetzt.
Um explizit auch die branchen- und gesamtwirtschaftlichen Chancen optimal nutzen zu können, führen wir Markt- und Wettbewerbsanalysen durch. Dadurch erhalten wir einen guten Überblick, um durch die gezielte Nutzung unserer Potenziale unseren Marktanteil weiter auszubauen. Durch den Kontakt zu unseren Kunden streben wir an, Anforderungen und Trends frühzeitig zu erkennen und somit Veränderungen am Markt aktiv zu gestalten.
Das monatliche Konzernberichtswesen unterstützt das Risiko- und Chancenmanagement mit vielfältigen Kennzahlen und Berichten, die den Unternehmensbereichen und dem Vorstand sowie dem Aufsichtsrat als wesentliche Grundlage dienen, regelmäßig über die laufenden Geschäfte zu beraten und daraus Erkenntnisse zu gewinnen. Auch die regelmäßig stattfindenden Führungsrunden und der Informationsaustausch mit den Vertretern der Konzerneinheiten sind fest verankerte Praktiken, die den Bereichsleitern und unseren Tochtergesellschaften die Möglichkeit geben, sich untereinander und mit dem Vorstand über potenzielle Risiken und Chancen auszutauschen.
Neben dem monatlichen Berichtswesen unterstützt uns unser internes Kontrollsystem (IKS) dabei, Risiken in den täglich ablaufenden Prozessen aufzudecken und so möglichen Fehlentwicklungen vorzubeugen. Hierbei werden vor allem Prozesse überprüft, die einen wesentlichen Einfluss auf das Jahresergebnis von Pfeiffer Vacuum haben. Regelmäßig durchgeführte Kontrollen sollen menschlichem Versagen, Systemfehlern und Verstößen gegen die internen Vorschriften vorbeugen.
Um die Vollständigkeit und Vergleichbarkeit der identifizierten Risiken zu gewährleisten, wurde als Bestandteil der Richtlinie zum Risikomanagement ein Risikoregister mit Haupt- und Unterkategorien entwickelt. Entscheidend für die Zuordnung der identifizierten Risiken ist dabei die Ursache eines Risikos. Damit soll die Möglichkeit einer Aggregation der Ergebnisse, sowohl auf Reportingeinheits- als auch auf Konzernebene, sichergestellt werden.
Die identifizierten Risiken werden anhand zweier Dimensionen bewertet: des Risikoausmaßes und der Eintrittswahrscheinlichkeit. Sowohl bei der Bewertung des Risikoausmaßes als auch bei der Eintrittswahrscheinlichkeit wird nach folgenden vier Kategorien unterschieden: niedrig, mittel, hoch und signifikant (bisher: niedrig, mittel, hoch). Für den Konzern und die Konzerngesellschaften gelten folgende Beurteilungsmaßstäbe, wonach das Risikoausmaß als finanzielle Komponente in Form von quantitativer Auswirkung in Relation zum EBIT ausgedrückt wird:
| Kategorie | EBIT-Auswirkung |
| Niedrig | < 3 % |
| Mittel | ≥ 3 % |
| Hoch | ≥ 5 % |
| Signifikant | ≥ 7 % |
| Kategorie | Definition als Häufigkeit | Definition als Wahrscheinlichkeit |
| Niedrig | ≤ 1 Ereignis in 10 Jahren | Selten < 10 % |
| Mittel | > 1 Ereignis in 10 Jahren | Möglich ≥ 10 % |
| Hoch | > 1 Ereignis in 4 Jahren | Höchstwahrscheinlich ≥ 50 % |
| Signifikant | ≥ 1 Ereignis pro Jahr | Nahezu sicher ≥ 75 % |
Die Bewertung des Risikos ist das Produkt aus Risikoausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit. Auf dieser Basis werden Risiken gemäß der folgenden Grafik in niedrige, mittlere, hohe und signifikante Risiken (bisher: niedrig, mittel, hoch) klassifiziert.
Im Rahmen der Risikobewertungsmethode werden potenzielle Risiken vor risikosteuernden Maßnahmen (Bruttorisiken) sowie die Residualrisiken nach der Umsetzung bereits getroffener oder noch notwendiger risikosteuernder Aktivitäten (Nettorisiken) beurteilt. Die Einschätzung in diesem Bericht spiegelt ausschließlich die Nettorisiken wieder. Um konsistent mit dem Prognosebericht zu bleiben, wurde für die Beurteilung der Risiken in diesem Bericht, ein Zeitraum von einem Jahr zugrunde gelegt.
Die systematische Risiko- und Chancenberichterstattung erfolgt in einem mehrstufigen Prozess. Die lokalen Konzerneinheiten erstellen Meldungen nach den Vorgaben der Richtlinie zum Risikomanagement. Diese werden durch die Abteilung Compliance geprüft, aggregiert und den globalen Funktionsbereichsleitern zur Überprüfung, Validierung und Rückmeldung bereitgestellt. Auf Basis der von den Risikoverantwortlichen übermittelten Informationen wird der Bericht für den Vorstand erstellt, der gegebenenfalls weitere Steuerungsmaßnahmen beschließt. Auf Basis aller Erkenntnisse wird der Konzern-Risikobericht erstellt.
Bei Ereignissen oder Sachverhalten, die aufgrund ihrer Bedeutung beziehungsweise Wesentlichkeit einer unmittelbaren Informationsweitergabe bedürfen, muss dies ad hoc außerhalb der regulären Risikoberichterstattung an den Vorstand, die Compliance-Abteilung oder das eingerichtete Emergency Intervention Committee (EIC) erfolgen.
Auf Basis der identifizierten und bewerteten Risiken haben die Risikoverantwortlichen die Aufgabe, für wesentliche Risiken geeignete Maßnahmen zur Risikosteuerung zu definieren, umzusetzen und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überwachen. Bei der Entscheidung über die Steuerungsmaßnahmen sind Kosten und Nutzen etwaiger Maßnahmen zu berücksichtigen.
Sowohl die globalen Funktionsbereichsleiter als auch die Compliance-Abteilung arbeiten mit den Risikoverantwortlichen in enger Abstimmung zusammen und überwachen den Fortschritt der zur Risikosteuerung geplanten Maßnahmen. Strategische Fokusthemen sowie deren Fortschritt und die Auswirkungen auf das Unternehmen werden darüber hinaus in den regelmäßigen Vorstandssitzungen diskutiert.
Im Folgenden werden die wesentlichen Konzernrisiken und -chancen erläutert, die aus heutiger Sicht als relevant betrachtet werden. Die Darstellung weicht vom Vorjahr ab, da sowohl die Kategorisierung als auch die zur Bewertung herangezogenen Beurteilungsmaßstäbe weiterentwickelt wurden.
| Risikokategorie | Risikoklassifizierung | |||
| niedrig | mittel | hoch | signifikant | |
| Strategische Risiken | ||||
| Gesamtwirtschaftlich und gesellschaftspolitisch | • | |||
| Marktentwicklung | • | |||
| Kooperationen | • | |||
| Akquisition und Integration | • | |||
| Produktportfolio und Technologie | • | |||
| Organisationsentwicklung | • | |||
| Risikokategorie | Risikoklassifizierung | |||
| niedrig | mittel | hoch | signifikant | |
| Operative Risiken | ||||
| Forschung und Entwicklung | • | |||
| Beschaffung | • | |||
| Versorgungskette (Supply Chain) | • | |||
| Produktion | • | |||
| Umwelt, Gesundheit, Sicherheit, Qualität | • | |||
| Vertrieb, Service und Marketing | • | |||
| Personalmanagement | • | |||
| Informationstechnologie/ Informationssicherheit | • | |||
| Externe Störfälle | • | |||
| Kostenverbesserung | • | |||
| Finanzrisiken | ||||
| Fremdwährungen | • | |||
| Liquiditätslage | • | |||
| Rechtliche und Compliance-Risiken | ||||
| Vertragswesen | • | |||
| Steuern | • | |||
| Patente und Schutzrechte | • | |||
| Datenschutz | • | |||
| Exportkontrolle | • | |||
| Kartellrecht | • | |||
| Compliance, übrige | • | |||
| Nachhaltigkeit | • | |||
Als weltweit agierender Konzern ist Pfeiffer Vacuum von der globalen Entwicklung der Wirtschaft abhängig. Konjunkturell bedingte Einbrüche, Finanzmarkt- und Wechselkursschwankungen, geopolitische Unsicherheiten und Spannungen sowie militärische Auseinandersetzungen können einen unmittelbaren, negativen Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung haben. Ebenso können marktspezifische konjunkturelle Schwächen, insbesondere des Halbleitermarktes, überproportional die Umsatzentwicklung von Pfeiffer Vacuum beeinflussen. Des Weiteren können Unsicherheiten aus internationalen Handelskonflikten, wirtschaftspolitische Sanktionen, aber auch zunehmende Auswirkungen des Klimawandels potenzielle Risiken in Form von Umsatzausfällen oder Kostensteigerungen beim Konzern bergen.
Wir beobachten kontinuierlich die gesamtwirtschaftliche und gesellschaftspolitische Entwicklung, kommunizieren und diskutieren unsere Erkenntnisse und Einschätzungen innerhalb des unternehmensweiten Expertennetzwerks, um potenzielle Risiken rechtzeitig zu erkennen, geeignete risikosteuernde Maßnahmen zu finden und diese in die Wege zu leiten.
Pfeiffer Vacuum hat eine ausgewogene regionale und marktsegmentbezogene Umsatzverteilung (siehe S. 039). Dies führt zu einem Ausgleich im Gesamtgefüge von Umsätzen in wirtschaftlich schwachen und wirtschaftlich wachsenden Märkten und Industrien. Denn es sind selten alle Regionen und Marktsegmente in gleichem Ausmaß von einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Entwicklung betroffen. Das Management des konjunkturellen Risikos umfasst auch die Steuerung der Kapazitäten und Kosten. Durch den Einsatz von flexiblen Arbeitszeitmodellen versuchen wir nach Möglichkeit, die Produktionskapazitäten an die Entwicklung der Auftragslage anzupassen.
Im Zusammenhang mit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union scheint der ungeregelte Brexit zunächst vermieden worden zu sein. In der bis mindestens Ende 2020 dauernden Übergangsphase soll zwischen den Briten und der EU zunächst über die künftigen Beziehungen nach dem Brexit verhandelt werden. Während der Übergangsphase bleibt Großbritannien im EU-Binnenmarkt und in der Europäischen Zollunion, alle EU-Regeln gelten weiter. Es gibt keine Zollkontrollen, Einfuhr- oder Reisebeschränkungen.
Das Land zahlt bis dahin weiter seine Beiträge zum EU-Haushalt, die ab 2021 aller Voraussicht nach wegfallen werden. Die EU-Staaten im Osten und Süden Europas fürchten, geringere Unterstützung zu bekommen, was zur Schwächung der Wirtschaft in den betroffenen Ländern führen könnte. Gefordert wird nun eine schnelle Einigung auf einen neuen EU-Haushalt, der die Hilfen für die wirtschaftlich schwächeren Mitgliedsländer unangetastet lässt.
Wachstumsfördernd zu sehen ist die anhaltend lockere Geldpolitik der großen Notenbanken rund um den Globus. Auch die Investitionstätigkeit und Binnenmarkt im Euroraum wird weiterhin durch die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank stimuliert. Wie auch im Prognosebericht erläutert und basierend auf den Erwartungen externer Marktbeobachter, soll der weltweite Halbleitermarkt in den kommenden Jahren deutlich wachsen. Wir sehen dies als Chance, mittel- und langfristig von diesem Trend überproportional zu profitieren.
Wir sind zuversichtlich, dass unsere breite strategische Neuausrichtung mit einer Fokussierung auf klar definierte Themen uns dabei hilft, den Risiken entgegenzuwirken, und gleichzeitig eine Chance bietet, die dynamische Entwicklung von Pfeiffer Vacuum voranzutreiben.
Eng mit den weltweiten konjunkturellen Entwicklungen verbunden sind die Umsätze in den einzelnen Marktsegmenten von Pfeiffer Vacuum. So ist beispielsweise der Forschungs- und Entwicklungsmarkt von staatlichen Ausgaben und Schwerpunkten bei Forschungsprojekten abhängig. Der Halbleitermarkt verfolgt seine eigene Zyklizität, die in Boomphasen Chancen, in Schwächephasen Risiken birgt. Der Beschichtungsmarkt ist eng an Entwicklungen in der Solarindustrie geknüpft und wies im abgelaufenen Jahr eine Abschwächung auf. Im Marktsegment Industrie wird eine heterogene Gruppe von Industriekunden vereint, die für bestimmte Produktionsschritte unsere Vakuumlösungen benötigen. Unterschiedliche industrielle Trends ermöglichen neue Einsatzgebiete für unsere Vakuumlösungen und helfen uns, negativen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen entgegenzuwirken.
Mit den Trends in den einzelnen Marktsegmenten geht auch die Entwicklung in den Produktkategorien einher. So werden kleinere Turbopumpen und Analyseinstrumente eher in der Analytik benötigt, die tendenziell frühzyklisch reagiert. Vorpumpen kommen in einer größeren Anzahl im Halbleitermarkt zum Einsatz, aber auch in den sonstigen Industrien, die mit den Entwicklungen im Maschinenbau allgemein konform gehen.
Um den Risiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Marktsegmenten und Produkten zu begegnen, legt Pfeiffer Vacuum sehr viel Wert auf seine breite Aufstellung.
Pfeiffer Vacuum ist einem intensivem Wettbewerb ausgesetzt. Nach unserer Einschätzung begegnen wir diesem Risiko, indem wir unsere Produkte nicht über den Preis, sondern über die Qualität verkaufen. Unsere Marktposition soll vor allem über neue Produkte und Lösungen sowie ein breiteres Dienstleistungsangebot ausgebaut werden. Als Chancen sehen wir, dass unsere Geschäftsbereiche von den heutigen und zukünftigen Megatrends wie Digitalisierung, Elektromobilität, Ausbau erneuerbarer Energien sowie rasanten Entwicklungen der Life-Science-Industrie, der Nanotechnologie und der Sicherheitswirtschaft profitieren werden.
Mit dem uns gesteckten Ziel, immer nah am Kunden zu sein, wollen wir durch unsere weltweite Präsenz dafür sorgen, dass unsere Kunden stets im Mittelpunkt unseres Handelns stehen. Eine intensive Zusammenarbeit mit unseren Kunden, insbesondere den OEMs, hilft uns dabei, die Anforderungen und Trends frühzeitig zu erkennen und somit Veränderungen am Markt aktiv zu gestalten.
Eine erhebliche Chance zur Stärkung unserer Wettbewerbsposition in der Vakuumtechnologiebranche sehen wir in der im Mai 2019 vereinbarten strategischen Kooperation mit der Busch SE (Busch Gruppe). Seit Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung arbeiten beide Unternehmen daran, Synergien in den Bereichen Einkauf, Vertrieb und Service, Forschung & Entwicklung sowie IT zu realisieren. Ziele der Kooperation sind die Stärkung der Wettbewerbsposition im Markt für Vakuumtechnologie, die bessere Nutzung der sich bietenden Wachstumschancen und die Verbesserung der Kostenstrukturen (siehe S. 031).
Von der strategischen Kooperation mit der Busch Gruppe, etwa bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie Beschaffungs- und Absatzprozessen, versprechen wir uns, in den kommenden Jahren eine Unterstützung des Wachstums und eine verbesserte Wettbewerbsposition erreichen zu können. Auch im Hinblick auf die Konsolidierungen in der Vakuumbranche soll diese Kooperation das Ziel unterstützen, Pfeiffer Vacuum als Technologieführer und starke Nummer zwei im weltweiten Vakuumgeschäft zu positionieren. Die Entscheidung für eine strategische Zusammenarbeit basiert auf der Vielzahl an Gemeinsamkeiten beider Unternehmen als internationale Vakuumtechnologiekonzerne, die über eine komplementäre Produktpalette mit Lösungen für unterschiedliche Zielmärkte verfügen. Mit der Bündelung des Einkaufsvolumens sollen Preisvorteile realisiert werden. Sich ergänzende Produkt- und Serviceangebote werden die Marktpräsenz beider Unternehmen erweitern. Durch die Zusammenarbeit in einzelnen Forschungs- und Entwicklungsprojekten sollen eine größere Innovationskraft und eine höhere Profitabilität entstehen.
Die Integration von Unternehmen in den Konzern des Erwerbers stellt immer eine besondere Herausforderung dar. Um bestmöglich auszuschließen, dass sich die mit einem Erwerb verbundenen Erwartungen nicht vollumfänglich erfüllen, werden im Vorfeld eines Unternehmenserwerbs detaillierte Prüfungen in Form einer Due Diligence durchgeführt. Dabei werden insbesondere rechtliche Verhältnisse, technische Ausstattung, Produktionsplanung und die aktuelle sowie erwartete finanzwirtschaftliche Situation der Zielgesellschaft analysiert.
Um rechtliche und finanzwirtschaftliche Risiken zu minimieren, wird bei Vorbereitung und Durchführung des Erwerbs auf renommierte Anwalts- und Prüfungsgesellschaften als Berater zurückgegriffen, die langjährige Erfahrungen mit Akquisitionen in den entsprechenden Größenordnungen vorweisen können. Insgesamt soll damit sichergestellt werden, dass alle Aspekte des Unternehmenserwerbs berücksichtigt wurden. Auch können hieraus Erkenntnisse über mögliche Synergien aus der Akquisition abgeleitet werden. Durch diese Maßnahmen wird versucht, das Risiko von unvorhergesehenen Entwicklungen deutlich zu reduzieren. Ganz ausgeschlossen werden kann dieses Risiko allerdings nicht, da eine erfolgreiche Akquisition von vielen weiteren Faktoren abhängig ist. Gleiches gilt auch für eine sich an eine Akquisition anschließende Integration.
Um integrationsbedingte Risiken zu begrenzen, werden Pfeiffer Vacuum Richtlinien in den neu erworbenen Gesellschaften zeitnah implementiert. Des Weiteren werden diese Gesellschaften bereits unmittelbar nach Erwerb in das Reporting der Pfeiffer Vacuum Gruppe integriert, um eine gezielte Steuerung der einzelnen Gesellschaften zu ermöglichen. Hierzu gehören neben umfangreichen Berichten auch regelmäßige Kommunikationen in Form von Telefonkonferenzen oder persönlichen Treffen am Standort dieser Gesellschaften. Zusätzlich wird das standardisierte Risikomanagementsystem den neu erworbenen Konzernunternehmen nahe gebracht, um so das Risiko von möglichen Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen.
Produkte und Dienstleistungen, die den Kundenbedürfnissen nicht entsprechen, können unmittelbar zu potenziellen Umsatzrückgängen und damit zum Verlust von Marktanteilen und Reputation führen. Daher zählen für Pfeiffer Vacuum unzureichende Innovationsfähigkeit und der Qualitätsverlust bei Produkten und Service zu den wesentlichen Risikofaktoren.
Aus diesem Grund haben wir uns von Beginn an als vorrangiges Ziel gesetzt, unseren Kunden zuverlässige, langlebige, leistungsfähige und energieeffiziente Produkte anzubieten. Durch stetigen Kundenkontakt und die daraus resultierende Marktnähe wirken wir den Risiken entgegen. Die Erkenntnisse über die Bedürfnisse unserer Kunden ermöglichen uns, bedarfsgerechte Produkte zu entwickeln und anzubieten. Auf diese Weise wollen wir unsere Wettbewerbsposition sowie unseren Bekanntheitsgrad weiter ausbauen.
Zudem werden wir die Ausgaben für neue Projekte im Bereich Forschung & Entwicklung in den kommenden Jahren stetig erhöhen, um so von den Megatrends zu profitieren und innovative Produkte anbieten zu können.
Darüber hinaus ist die Einhaltung hoher Qualitätsstandards für uns von größter Bedeutung. Die Zertifizierung nach ISO 9001:2008 erfolgte bereits im Jahr 1995 und wurde seitdem ohne Unterbrechung erteilt. Innovative Produkte und eine stetige Erweiterung des Produktportfolios bieten uns Möglichkeiten, die existierenden Märkte besser und breiter zu bedienen, und Chancen, zusätzliches Umsatzvolumen durch den Zugewinn von Marktanteilen zu generieren. Selektive Akquisitionen können uns dabei helfen, die Technologie oder den Marktzugang zu erweitern, um so die eigene Marktposition zu stärken.
Die Wachstumsstrategie von Pfeiffer Vacuum und die damit einhergehenden Herausforderungen sind umfangreich und betreffen die gesamte Unternehmensorganisation. Die Umsetzung unserer Wachstumsstrategie, wie der Ausbau und die Modernisierung der Produktionskapazitäten, die Prozess- und Systemharmonisierung durch Vereinheitlichung der ERP-Landschaften, Projekte aus den Bereichen Forschung & Entwicklung und die Realisierung von Synergien in den zentralen Unternehmensbereichen durch Kooperation mit der Busch Gruppe, sind eine Vielzahl von Aufgaben, die in Einklang gebracht werden müssen. Sowohl der Umfang der Aufgaben als auch ihre Komplexität stellen einige unserer Mitarbeiter vor Herausforderungen.
Als mögliche Risiken daraus können einzelne Mitarbeiter und Führungskräfte aufgrund ihrer Mitwirkung in verschiedenen Projekten stärker belastet werden. Dies kann zu Verzögerungen bei der Umsetzung oder zu ungeplanten Zusatzkosten führen. Wir begegnen diesen Risiken, indem wir eine offene Kommunikation fördern, kontinuierliche und schnelle Entscheidungen treffen und bei Bedarf zusätzliche Ressourcen bereitstellen.
Auf dem Beschaffungsmarkt bestehen grundsätzlich Risiken, insbesondere in Form von Lieferengpässen, Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten, Preiserhöhungen, Qualitätsproblemen, nachteiligen Änderungen der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie externen Störfällen. Diese können sich negativ auf unsere internen Geschäftsabläufe auswirken sowie zu Kostensteigerungen führen.
Wir begegnen diesen Risiken, indem wir unsere potenziellen Lieferanten sorgfältig analysieren, auswählen sowie laufende Lieferantenqualifizierungen durchführen. Dabei greifen wir auch auf externe Wirtschaftsinformationsdatenbanken zu. Möglichen Lieferengpässen und Lieferantenabhängigkeiten wirken wir in erster Linie mit der kontinuierlichen Prüfung alternativer Lieferanten entgegen (Second-Source Supplier). Risiken aus erwarteten Marktknappheiten im Bereich der Rohstoffe und damit einhergehenden Preiserhöhungen versuchen wir nach Möglichkeit, durch langfristige Rahmenkontrakte zu reduzieren. Als weitere Maßnahmen sehen wir die angestrebte Optimierung der strategischen und der lokalen Beschaffung, ein enges Zusammenwirken mit dem Supply Chain Management sowie die forcierte Realisierung von Synergieeffekten aus der bereits dargestellten Kooperation mit der Busch Gruppe.
Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die stetige Optimierung unserer Maßnahmen und Prozesse gegen die steigende Komplexität in der Supply Chain. Die Erreichung einer maximalen Effizienz kann hier zum Erfolgsfaktor im Wettbewerb werden.
Wir ergreifen die Chance, unsere Prozesse zu verbessern und Kosten zu reduzieren, um gleichzeitig einen besseren Service anbieten zu können.
Produktionsunterbrechungen oder Produktionsausfälle aufgrund interner oder externer Störfälle, aber auch fehlende Produktionskapazitäten gehören zu den wesentlichen Risiken, die eine termingerechte Produktverfügbarkeit verhindern können. Um technisch bedingte Stillstandszeiten auf ein geringes Maß zu reduzieren, werden moderne Produktionsmaschinen und Anlagen sowie qualifizierte Techniker eingesetzt. Darüber hinaus tragen die regelmäßige Wartung und vorbeugende Instandhaltung des Maschinenparks sowie ein effizientes Energiemanagement zur weiteren Risikoprävention bei. Die angestrebte bestmögliche Ausgestaltung unserer Produktionsnetzwerke hilft uns dabei, das Zusammenwirken und die Steuerung unserer Produktionsstandorte zu optimieren, mögliche Kapazitätsengpässe zu vermeiden und uns noch mehr nach den Bedürfnissen unserer Kunden zu richten.
Weitere Investitionen in die Erweiterung, Modernisierung und Optimierung unserer Produktions-, Logistik- und Serviceprozesse sehen wir als Chance, unseren Kunden noch schneller qualitativ hochwertige Lösungen bieten zu können.
Missstände bei Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie bei der Qualität unserer Produkte und Serviceleistungen könnten negative Folgen auf die Finanz- und Ertragslage von Pfeiffer Vacuum haben und im schlimmsten Fall zum Reputationsverlust führen. Daher stellen wir höchste Ansprüche an Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie an die Qualität unserer Produkte.
Als verantwortungsvoller Arbeitgeber ist Pfeiffer Vacuum bestrebt, die Zahl von Unfällen und die Häufigkeit krankheitsbedingter Ausfalltage so weit wie möglich zu begrenzen. Auch die Sicherheitsvorgaben unserer Kunden nehmen wir sehr ernst. Dennoch lassen sich nicht alle Ereignisse verhindern. Risiken in Form von Qualitätsmängeln beugen wir durch kontinuierliche Optimierung unseres Qualitäts- und Prozessmanagements vor. Das Thema Arbeitssicherheit wird bei Pfeiffer Vacuum an den wesentlichen Produktionsstandorten durch mindestens einen zentralen internen (Abteilung: Environment, Health and Safety) oder externen Ansprechpartner verantwortet. Bezüglich der Maßnahmen unseres Qualitäts- und EHS-Managements verweisen wir auf die Ausführungen im Rahmen des Kapitels "Nichtfinanzielle Konzernerklärung" (siehe S. 050).
Als weltweit agierendes Unternehmen kann sich Pfeiffer Vacuum externen Risiken nicht entziehen. Zunehmende Auswirkungen des Klimawandels, von Naturkatastrophen, Feuern und Unfällen, aber auch die länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung von Krankheiten können zu Geschäftsunterbrechungen oder Sachschäden am Vermögen des Unternehmens führen und die Gesundheit unserer Mitarbeiter gefährden.
Soweit es möglich und wirtschaftlich vertretbar ist, haben wir Versicherungen abgeschlossen, um finanzielle Konsequenzen solcher Risiken zu minimieren. Darüber hinaus setzen wir mögliche vorbeugende Maßnahmen um und optimieren Notfallpläne zur raschen Wiederaufnahme unserer Geschäftstätigkeiten. Des Weiteren lassen wir uns wiederholt lokalen Prüfungen des Sicherheitsmanagements unterziehen.
Der Coronavirus-Ausbruch beeinträchtigt seit Januar 2020 das Leben und die wirtschaftlichen Aktivitäten in China. Die Gesundheit und Sicherheit aller unserer Mitarbeiter hat für uns höchste Priorität. Aus diesem Grund wurden für den Konzern Verhaltens- und Sicherheitsregeln etabliert. So wurden unter anderem Geschäftsreisen eingeschränkt, Heimarbeit ermöglicht sowie Kommunikation in Form von Videokonferenzen bevorzugt. Des Weiteren analysieren wir kontinuierlich die Entwicklung und passen unsere Maßnahmen entsprechend an.
Die von der chinesischen Regierung beschlossenen Quarantänemaßnahmen können wirtschaftliche Folgen haben. Produktionsausfälle in der chinesischen Industrie könnten die Auswirkungen des Coronavirus auf die deutsche Konjunktur spürbar verstärken. Inwiefern sich das Coronavirus - beispielsweise durch Verzögerungen in der Lieferkette - negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilt werden.
Als Anbieter von Vakuumlösungen, einem Spezialgebiet im Maschinenbau, sind wir auf den hohen Qualifizierungsgrad unserer Mitarbeiter und ihr Engagement angewiesen. Der Wettbewerb um eine vielfältige und hoch qualifizierte Belegschaft in allen Bereichen, wie etwa Spezialisten, Experten oder Talenten, ist in unserer Branche und in den Regionen, in denen wir geschäftlich tätig sind, weiterhin intensiv. Es besteht generell das Risiko, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren oder nicht genügend qualifiziertes Personal für unser Unternehmen gewinnen, entwickeln und binden zu können, um die hohen Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen. Das könnte sich negativ auf die Kundenzufriedenheit auswirken. Sollte dies das laufende Geschäft und die Auftragsakquisition beeinträchtigen, sind negative Effekte auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht auszuschließen.
Im Rahmen unseres Personalcontrollings verfolgen wir strukturelle Veränderungen innerhalb unserer Belegschaft und können damit Fehlentwicklungen frühzeitig erkennen und ihnen entgegenwirken. Wir begegnen diesem Risiko mit strategischen Projekten im Personalbereich, die global implementiert werden. Die Projekte verstärken das Employer Branding sowie die Rekrutierung, Bindung und Weiterentwicklung von Mitarbeitern und Fachkräften.
Die starke Veränderung in der Pfeiffer Vacuum Organisation könnte das Engagement der Mitarbeiter sowie die Verbundenheit mit dem Konzern beeinflussen. Deshalb haben wir verstärkt Change-Management-Initiativen und Kommunikationsmaßnahmen implementiert.
Durch die zunehmende Digitalisierung in allen Geschäftsprozessen sind die Anforderungen an die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von elektronisch verarbeiteten Informationen und den damit verbundenen Einsatz von Informationstechnologie (IT) hoch. Neben der gestiegenen Bedrohung durch Cyberkriminalität steigen die regulatorischen Anforderungen für den Umgang mit Informationen, beispielsweise durch die EU-Datenschutz-Grundverordnung.
Die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen, Daten und Systemen ist außer durch Cyberattacken und direkte physische Eingriffe auch durch fehlendes Bewusstsein und Fehlverhalten von Mitarbeitern gefährdet.
Hierzu gehören auch die Gefahren von Systemausfällen, Datenverlusten sowie Viren- oder Hackerangriffen, die zu einer Unterbrechung der Geschäftstätigkeit führen können. Eine weitere mittelbare Folge könnten Reputationsschäden sein.
Die Gefahr von Datenverlusten wird durch die tägliche Sicherung unserer kompletten Unternehmensdaten auf ein Minimum reduziert. Insbesondere unsere Unternehmensdatenbank mit sensiblen Informationen aus Produktion, Materialwirtschaft, Auftragsabwicklung, Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung unterliegt einem hohen Sicherheitsstandard. Alle von unseren Mitarbeitern innerhalb der Serverumgebung erstellten Dateien werden ebenfalls täglich gesichert. Die Aufbewahrung der gesicherten Daten erfolgt an sicheren, gegen Brand geschützten Orten.
Systemausfallzeiten werden durch den Einsatz eines eigenen Supportteams auf ein geringes Maß reduziert. Auch gegen die Gefahr von Computerviren und Hackerangriffen schützt das Unternehmen die Hard- und Software durch regelmäßig aktualisierte Virenscanner und moderne Firewalls.
Der Eintritt von Risiken im Zusammenhang mit Informationssicherheit und IT könnte mit hohen Auswirkungen auf das Konzernergebnis verbunden sein.
Im Rahmen des Risikomanagements werden Informationssicherheits- und IT-Risiken unter Einbindung der Fachstellen systematisch erfasst und bewertet. Trotz vorbeugender Sicherheitsmaßnahmen zum logischen Zugriffsschutz, in der Programmpflege und im IT-Betrieb können Risiken in diesem Umfeld nicht vollständig ausgeschlossen werden. Alle Mitarbeiter sind zum sorgfältigen Umgang mit Informationen wie vertraulichen Geschäfts-, Kunden- und Mitarbeiterdaten, zur sicheren Nutzung von Informationssystemen und zum transparenten Umgang mit Risiken verpflichtet.
Derzeit wird ein Informationssicherheits-Management-System nach der Norm ISO/IEC 27001 aufgebaut und eingerichtet. Ziel ist es, den Umgang mit diesen Risiken sowie die hierzu eingerichteten Sicherheitsmaßnahmen ganzheitlich zu planen, umzusetzen und kontinuierlich zu verbessern.
Der mögliche Verlust wichtiger Kunden oder das Versäumnis, neue Kunden zu gewinnen, könnte negative Auswirkungen auf unsere Geschäftsaktivitäten in Vertrieb und Service haben. Ursachen hierfür können unter anderem ein mangelndes Kundenbeziehungsmanagement (Customer Relationship Management), eine unzureichende Reaktionszeit oder Flexibilität oder ein verspäteter Markteintritt sein. Die Abhängigkeit von einzelnen Kunden oder ihrem Investitionsverhalten birgt ebenfalls Risiken.
Die Aufgabe von Pfeiffer Vacuum ist somit klar auf den Ausbau unserer globalen Präsenz ausgerichtet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf ausgewählten asiatischen Ländern, allen voran China.
Die Neuausrichtung unserer globalen Vertriebsorganisation, bestehend aus Vertrieb, Service, Support und Business Development, verbunden mit einem regionalen und marktsegmentspezifischen Netzwerk an Spezialisten, soll uns dabei helfen, die Wünsche unserer Kunden frühzeitig zu erkennen, unser Customer Relationship Management zu optimieren und gleichzeitig unsere Ressourcen in geeigneter Weise zu steuern.
Die weltweit agierenden Vertriebsmannschaften sind miteinander vernetzt und verfolgen einheitliche Pfeiffer Vacuum Verkaufsregeln. Hinzu kommen regelmäßige Produktschulungen für das permanent ergänzte Produktspektrum, so dass die Vertriebsmitarbeiter in der Lage sind, dem Kunden die technologischen und qualitativen Vorteile unserer Produkte näher zu bringen und für ihn geeignete Lösungen anzubieten.
Die Vertriebsorganisation wird durch die Vorgabe von jährlichen Umsatz- und Ergebniszielen gesteuert (Management by Objectives) (siehe S. 032). Daran gekoppelt ist eine variable Vergütung des lokalen Managements der Vertriebsgesellschaften und der Vertriebsmitarbeiter. Die Messung der Zielerfüllung erfolgt im Rahmen der jährlichen Zielbeurteilungsaktivitäten über Soll-Ist-Vergleiche und Abweichungsanalysen.
Pfeiffer Vacuum entwickelt, produziert und vertreibt technologisch und qualitativ höchst anspruchsvolle Vakuumlösungen. Der Geschäftserfolg und die Reputation von Pfeiffer Vacuum hängen stark von der Entwicklung innovativer Produkte und Lösungen ab. Neue technische Möglichkeiten, Trends und veränderte Kundenbedürfnisse können Technologiewechsel sowie neue Geschäftsmodelle erforderlich machen.
Entsprechend unserem Verständnis als Technologieführer in der Vakuumbranche ist es unser oberstes Ziel, innovative Produkte und Lösungen mit höchster Prozesseffizienz für unsere Kunden anzubieten. Unsere Innovationskraft ist der entscheidende Schlüssel für unseren künftigen Geschäftserfolg. Um hier Chancen frühzeitig zu nutzen und die Eintrittswahrscheinlichkeit und die wirtschaftliche Auswirkung des Risikos gering zu halten, arbeitet Pfeiffer Vacuum in Projekten eng mit Kunden und Zulieferern zusammen. So sollen frühzeitig und gemeinsam neue Technologien zur Marktreife vorangetrieben werden. Neben eigener Forschung und Entwicklung an weltweit drei Standorten verfügen wir über ein etabliertes Netzwerk mit verschiedenen nationalen und internationalen Universitäten und Forschungseinrichtungen.
Damit wir unser Ziel einer EBIT-Marge von mehr als 20 % bis zum Jahr 2025 erreichen können (Prognosebericht S. 078), haben wir uns vorgenommen, unsere operative Effizienz kontinuierlich zu verbessern. Dieses Ziel kann durch interne oder externe Ereignisse oder Fehlentwicklungen beeinflusst werden. Die Steuerung der Performance erfolgt über detaillierte Soll-Ist-Vergleiche und Abweichungsanalysen im Rahmen der monatlichen Berichterstattung. Diese werden zusätzlich um Marktinformationen ergänzt. Zusätzlich soll durch einen regelmäßigen Austausch mit dem Management der operativen Gesellschaften und den Konzernfunktionsleitern sichergestellt werden, dass geschäftliche Entwicklungen zeitnah kommuniziert und diskutiert werden. Diese Maßnahmen sollen dazu führen, dass mögliche Missstände frühzeitig erkannt und korrigiert werden können.
Aufgrund der ausgeprägten internationalen Aktivitäten und des damit verbundenen hohen Exportanteils unterliegen wir einem Fremdwährungsrisiko.
Hinsichtlich der Steuerung der Fremdwährungsrisiken ist zu unterscheiden: Für die in US-Dollar oder koreanischen Won fakturierten konzerninternen Umsätze führt das Unternehmen ein aktives Währungsmanagement durch. Mit dem Ziel, Kurseinflüsse auf die zukünftigen diesbezüglichen Umsätze zu minimieren, werden für die genannten Währungen auch Devisentermingeschäfte und vereinzelt auch Devisenoptionen abgeschlossen (Anmerkung 33). Darüber hinaus ergibt sich in einigen Gesellschaften ein Bewertungsrisiko zum Bilanzstichtag aus den konzerninternen Fremdwährungsforderungen. Sowohl Gewinne und Verluste aus realisierten Devisentermin- und -optionsgeschäften als auch die Bewertungsergebnisse aus den Fremdwährungsforderungen sind in gewissem Umfang steuerbar. Diese schlagen sich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nieder.
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind darüber hinaus die Erträge und Aufwendungen der ausländischen Gesellschaften enthalten, die nicht in Euro berichten, und die daher zunächst in Euro umgerechnet werden müssen. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem Jahresdurchschnittskurs in Euro umgerechnet und um die konzerninternen Lieferungen und Leistungen bereinigt. Unter vorläufiger Vernachlässigung der Vertriebs- und Verwaltungskosten stehen daher im Konzern die Umsätze in Fremdwährung den Herstellungskosten überwiegend in Euro gegenüber. Dabei unterliegen etwa die in US-Dollar fakturierten Umsätze einem Fremdwährungsrisiko (Umrechnungsrisiko), während die Herstellungskosten im Wesentlichen in Euro anfallen und keinen Kurseinflüssen unterliegen. Die Höhe des Umsatzes und des Bruttoergebnisses ist daher unmittelbar durch den Kurs beeinflusst und extern vorgegeben sowie nicht absicherbar. Eine gewisse Kompensation dieses Effekts ergibt sich dadurch, dass die Gesellschaften außerhalb der Eurozone eigene Vertriebs- und Verwaltungskosten ausweisen, die sich entsprechend gegenläufig zum Umsatz verändern (natural hedge). Dabei können - in Abhängigkeit von der Entwicklung des Euro zur jeweiligen Fremdwährung -positive wie negative Effekte auf Umsatz und operatives Ergebnis auftreten.
Unabhängig von der konjunkturellen Lage besteht immer ein Risiko in der Zahlungsunfähigkeit eines Kunden (Forderungsausfallrisiko). Liquiditätsrisiken bestehen ganz allgemein darin, den Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht nachkommen zu können. Durch das Forderungsmanagement und die Überwachung des Zahlungsverhaltens der Kunden werden Bonitätsrisiken und damit Forderungsausfälle minimiert (IS Anmerkung 16). Darüber hinaus ist die Abhängigkeit von einzelnen Kunden begrenzt.
Die finanziellen Verbindlichkeiten beliefen sich am 31. Dezember 2019 auf 73,6 Mio. € (entsprechend einem Anteil von 11,2 % an der Bilanzsumme) (IS Anmerkung 23 und IS Anmerkung 30). Bei liquiden Mitteln von 112,0 Mio. € besteht somit unverändert zu den Vorjahren keine Verschuldung auf Netto-Basis. Damit gibt es genügend finanziellen Handlungsspielraum, um auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten den Fortbestand des Unternehmens zu gewährleisten. Aus dem operativen Geschäft werden ausreichend liquide Mittel generiert, um weiter aus eigener Kraft zu wachsen.
Die internationale Geschäftstätigkeit von Pfeiffer Vacuum führt dazu, dass das Unternehmen verschiedenen landesspezifischen rechtlichen Risiken ausgesetzt ist. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Bereiche nationale und internationale Vertragsgestaltung und Besteuerung. Aus diesen Bereichen können sich unmittelbare Auswirkungen auf die Ertrags- oder die Vermögenslage ergeben.
Um die möglichen Risiken zu minimieren, haben wir uns unter anderem als Ziel gesetzt, das globale Vertragsmanagement zu überprüfen und entsprechend den wachsenden Anforderungen zu optimieren.
Darüber hinaus kann, wie für viele andere weltweit agierende Technologieunternehmen auch, eine wachsende Zahl von Fällen zum Recht am geistigen Eigentum auch für Pfeiffer Vacuum potenzielle Risiken bergen. Mögliche Schäden aus der Verletzung solcher Rechte können zu Zahlungen von Schadensersatzansprüchen bis hin zu einer Verurteilung zur Unterlassung des Vertriebs eines Produkts oder der Nutzung einer bestimmten Technologie führen.
Die Minimierung des Risikos aus Liefer- und Leistungsverträgen erfolgt grundsätzlich über die Verwendung von standardisierten Auftrags- und Geschäftsbedingungen.
Bei besonderen Verträgen erfolgt die Prüfung des Vertragswerks zunächst unternehmensintern und gegebenenfalls unter Hinzuziehung von externen Rechtsberatern. Das zur Beurteilung des täglichen Geschäfts erforderliche Fachwissen wird durch unsere qualifizierten Mitarbeiter aus den Bereichen Recht, Patentwesen, Steuern und Vertrieb eingebracht. Bei komplexen Fragestellungen der nationalen und internationalen Besteuerung oder des Patentwesens bedienen wir uns externer Steuerberater und Patentanwälte. Produkthaftungsrisiken werden durch entsprechende Versicherungen abgedeckt. Derzeit bestehen keinerlei Rechtsstreitigkeiten, deren Ausgang sich in nennenswertem Umfang auf die Ertrags- oder Vermögenslage auswirken könnte.
Unser Compliance-Fokus liegt auf den Handlungsfeldern Anti-Korruption, Kartellrecht, Datenschutz, Informationssicherheit und Exportkontrolle, da der Eintritt entsprechender Risiken wesentliche Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit und damit auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben kann. Verstöße dagegen könnten unter anderem zu Reputationsverlust, straf- oder zivilrechtlicher Verfolgung, Geldbußen, Sanktionen, gerichtlichen Verfügungen, Gewinnabschöpfungen sowie zum Ausschluss von der Teilnahme an bestimmten Geschäften oder zu anderen Restriktionen führen.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, hat das Unternehmen ein weltweites Compliance-Management-System implementiert. Dessen Ziel ist es, Compliance-Verstöße durch Präventionsmaßnahmen möglichst zu vermeiden, etwaiges Fehlverhalten frühzeitig zu erkennen, bei bestätigten Verstößen schnell zu reagieren und Fehlverhalten zu sanktionieren.
Wirksamkeit und Effektivität des Pfeiffer Vacuum Compliance-Programms sind daher von zentraler Bedeutung und wir legen besonderen Wert auf seine strikte Umsetzung. Damit setzen wir verbindliche Vorgaben für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Grundstein dieses Compliance-Programms ist eine Analyse und Einschätzung der Compliance-Risiken in den verschiedenen globalen Funktionen und Gesellschaften des Konzerns. Diese Risikoanalysen bilden die Grundlage für eine entsprechende Compliance-Risikoklassifizierung und die detaillierte Ausgestaltung von Compliance-Maßnahmen.
Verstöße gegen exportkontrollrechtliche Bestimmungen können massive Konsequenzen für das Unternehmen sowie für die verantwortlichen Akteure haben: Neben einem Reputationsrisiko droht der Verlust von Exportprivilegien sowie ein Haftungsrisiko. Um dem entgegen zu wirken, hat das Unternehmen eine globale Exportkontroll-Organisation aufgebaut, welche die lokalen und internationalen Gesetze analysiert und deren Einhaltung überwacht.
Pfeiffer Vacuum sieht sich auch wettbewerbs- und kartellrechtlichen Risiken ausgesetzt. Diese resultieren insbesondere daraus, dass der Pfeiffer Vacuum Konzern in einem Oligopolgeprägten Markt tätig ist. Das Unternehmen minimiert die Risiken von kartellrechtswidrigem Verhalten durch Schulungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Für den Pfeiffer Vacuum Konzern ist die Wahrung der Persönlichkeitsrechte seiner Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre und Lieferanten schon immer ein wichtiges und selbstverständliches Anliegen. Der sorgfältige Umgang mit den uns zur Verfügung gestellten Daten hat für uns als vertrauenswürdigem Partner Priorität. Wir entwickeln unsere Datenschutzmaßnahmen stetig weiter, um unserer Verantwortung nachzukommen. Unbefugter Zugriff auf sensible Daten wie zum Beispiel Personalstammdaten kann haftungsrechtliche Konsequenzen haben. Hinzu kommt der damit verbundene Reputationsverlust.
Die operativen Aufgaben des Datenschutzmanagements sind in den Fachabteilungen verankert. Die Risikoanalyse sowie Maßnahmen und Überwachung werden durch das Compliance-Management-System unterstützt.
Pfeiffer Vacuum schätzt das Compliance-Risiko als relevant ein, wobei die Eintrittswahrscheinlichkeit niedrig ist. Pfeiffer Vacuum hat das Compliance-Management-System in den Jahren 2018 und 2019 deutlich weiterentwickelt. Neue Compliance-Maßnahmen wurden implementiert und sollen auch zukünftig zur weiter verbesserten Risikosituation beitragen.
Nachhaltigkeit ist mit der neuen globalen Unternehmensstrategie zum Bestandteil des Unternehmensleitbilds von Pfeiffer Vacuum geworden. Nachhaltigkeit bedeutet für den Konzern in erster Linie ethisches Handeln mit Respekt gegenüber allen Interessengruppen und Verantwortung für die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen. Der Trend zu gestiegenen Nachhaltigkeitsanforderungen in unseren Kundenindustrien setzt sich fort. Die sich daraus ergebenden Chancen in einem wachsenden Markt wollen wir künftig noch gezielter durch nachhaltigere Innovationen nutzen. Weitere Informationen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit finden Sie im Kapitel "Nichtfinanzielle Konzernerklärung" (siehe S. 050).
Zielsetzung des internen Kontrollsystems des Rechnungslegungsprozesses ist es, durch Implementierung von Kontrollen hinreichende Sicherheit zu gewährleisten, dass trotz der identifizierten Risiken ein regelkonformer Konzernabschluss erstellt wird.
Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften eingebunden.
Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des konzernrechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in Richtlinien und Organisationsanweisungen niedergelegt, die bei Bedarf an aktuelle externe und interne Entwicklungen angepasst werden. Dabei arbeiten unsere internen Experten fallbezogen auch mit externen Ansprechpartnern zusammen. So soll sichergestellt werden, dass die Konzernrechnungslegung den Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften nach IFRS entspricht.
Im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess erachten wir solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Konzernrechnungslegung und die Gesamtaussage des Konzernabschlusses einschließlich Konzernlagebericht maßgeblich beeinflussen können. Dies sind insbesondere die folgenden Elemente:
| ― |
Identifikation der wesentlichen Risikofelder und Kontrollbereiche mit Relevanz für den Konzernrechnungslegungsprozess |
| ― |
Monitoringkontrollen zur Überwachung des Konzernrechnungslegungsprozesses durch den Vorstand |
| ― |
Präventive Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen des Konzerns und der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften sowie in operativen Unternehmensprozessen, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Konzernabschlusses einschließlich Konzernlagebericht generieren (inklusive einer Funktionstrennung) |
| ― |
Maßnahmen, die die ordnungsgemäße EDV-gestützte Verarbeitung von konzernrechnungslegungsbezogenen Sachverhalten und Daten sicherstellen |
Die Pfeiffer Vacuum Technology AG unterliegt keinem offiziellen Rating durch Moody's, Standard & Poor's oder ähnliche Agenturen.
Wesentliche Änderungen der Unternehmenssituation oder des Branchenumfeldes haben sich seit Beginn des Geschäftsjahres 2020 nicht ergeben.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2020 wieder an Schwung gewinnt. In ihrer aktuellen Prognose "World Economic Outlook" gehen die Experten davon aus, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 3,3 % wachsen wird, während sie das Wachstum für 2019 nur auf 2,9 % beziffern. Damit liegen die aktuellen Erwartungen der IWF-Ökonomen an das globale Wachstum niedriger als bei der letzten Prognose von Oktober 2019. Damals hatte der IWF für 2020 ein Wachstum von 3,4 % in Aussicht gestellt. Für 2021 revidierte der IWF die Prognose auf 3,4 %, nach zuvor 3,6 %. Die Erholung wird weniger stark ausfallen, als es die Experten des IWF noch im Oktober 2019 vorhergesagt hatten.
Hauptgrund für die Prognosesenkung seien die überraschend negativen Nachrichten aus einigen Schwellenländern, darunter etwa Südafrika, Mexiko und vor allem Indien. Das Wachstum in Indien werde zwar auf 5,8 % in 2020 und 6,5 % im Jahr 2021 anziehen, doch der IWF korrigierte damit seine Prognose vom Oktober 2019 um 1,2 beziehungsweise 0,9 Prozentpunkte deutlich nach unten. Trotz der jüngsten Annäherungen belasten der Handelsstreit zwischen den USA und China, geopolitische Risiken im Nahen Osten wie auch die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels das weitere globale Wachstum.
Für China beispielsweise erwarten die Experten eine weitere Abkühlung des Wirtschaftswachstums auf 5,8 % im Jahr 2021, nach 6,0 % im laufenden und 6,1 % im zurückliegenden Jahr 2019. Auch für die USA prognostizieren die IWF-Volkswirte einen schrittweisen Rückgang des Wachstums - von 2,3 % im Jahr 2019 auf 2,0 % im Jahr 2020 und 1,7 % in 2021.
Einen umgekehrten Trend sieht der IWF in der Eurozone, wenn auch mit niedrigeren Wachstumsraten. Nach 1,2 % im vergangenen Jahr erwarten die Volkswirte hier 1,3 % in diesem und 1,4 % im folgenden Jahr. Vergleichsweise stark soll die Wirtschaft in Deutschland anziehen. Nach einem mageren Wachstum von geschätzten 0,5 % im Jahr 2019 erwartet der IWF in diesem Jahr eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,1 und für 2021 um 1,4 %.
Die Analysten beim IWF gehen davon aus, dass sich die globale Wirtschaftslage stabilisieren und die exportorientierte deutsche Industrie davon profitieren wird. Die IWF-Ökonomen verweisen auf das erste Teilabkommen im Handelsstreit zwischen den USA und China. Dadurch werde sich der negative Effekt aller Handelskonflikte auf die Weltwirtschaft 2020 von 0,8 auf 0,5 Prozentpunkte verringern. Zuversichtlich stimme zudem die anhaltend lockere Geldpolitik der großen Notenbanken rund um den Globus sowie die nachlassende Sorge vor einem ungeregeltem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Beide Faktoren verleihen nach Einschätzung der IWF-Volkswirte der Weltkonjunktur Rückenwind.
Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) prognostiziert für das laufende Jahr 2020 einen weiteren Produktionsrückgang um real 2 %. Sofern sich das Geschäftsklima aufhelle, würden sich die Auftragsbücher im Laufe des Jahres wieder füllen. Von besonderer Bedeutung dafür sei jedoch die Fortsetzung der Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China, so die Ökonomen des VDMA.
Die Wirtschaftsberatungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) geht in ihrer Studie "Opportunities for the global semiconductor market" von April 2019 davon aus, dass der weltweite Halbleitermarkt in den kommenden Jahren deutlich wachsen wird. Bis zum Jahr 2022 erwarten die Studienersteller eine durchschnittliche Umsatzsteigerung von 4,6 % pro Jahr. Alleine die globalen Chipumsätze würden bis dahin auf ein Niveau in Höhe von 575 Milliarden US-Dollar ansteigen. Die jährlichen Zuwachsraten in Europa (3,5 %) würden hinter denen in den USA (4,3 %) und Asien (4,8 %) zurückbleiben.
Die Automobilindustrie wird sich nach den Erwartungen der PwC-Autoren zum bedeutendsten Absatzmarkt für Chiphersteller entwickeln - noch vor dem Geschäft mit Chips für die Datenverarbeitung. Ein wesentlicher Wachstumstreiber im Automobilsektor bleiben demzufolge Halbleiter zur Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI).
In Elektro- und Hybridautos werden demzufolge etwa doppelt so viele Halbleiter benötigt wie in herkömmlichen Fahrzeugen. Die globalen Umsätze mit Chips für alternative Antriebsstränge, Infotainment sowie ADAS-Fahrerassistenzsysteme, Fahrsicherheit und anderen automobile Anwendungen werden nach Erwartungen von PwC bis 2022 auf fast 68 Milliarden Dollar steigen. Dabei ist das riesige KI-Chip-Potenzial in autonom fahrenden Autos noch gänzlich unerschlossen.
Positive Signale für das Jahr 2020 kommen auch vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Die Verbandsvertreter prognostizieren für den globalen Halbleitermarkt Umsatzsteigerungen von 4,0 % auf 429 Milliarden Dollar, die unter anderem durch den Anlauf der 5G-Technologie sowie den Einsatz künstlicher Intelligenz getrieben seien. Der deutsche Markt dürfte nach Einschätzung der Verbandsvertreter sogar um 5,0 % zulegen.
Pfeiffer Vacuum strukturiert seine Kunden in die Marktsegmente Halbleiter, Industrie, Analytik, Forschung & Entwicklung und Beschichtung. Das Marktsegment Halbleiter gilt allgemein als zyklisch. Nach jährlichen Nachfragesteigerungen von 2015 bis 2018 machte dieser Markt im Jahr 2019 eine Pause, nachdem die Nachfragedynamik im Jahr 2018 besonders stark war. Für 2019 erwarteten wir im ersten Halbjahr eine gedämpfte Nachfrage und im zweiten Halbjahr eine Lockerung der Nachfrage, da Hersteller einen Ausbau ihrer Produktionsstätten planten. Die erhöhte Nachfrage trat zwar ein, aber nicht in dem ursprünglich erwarteten Maß, da einige wichtige Kunden den Ausbau ihrer Produktionsstätten von 2019 auf 2020 verlegten. Die Dynamik des Marktes erachten wir allerdings als weiterhin intakt und erwarten in der ersten Hälfte des Jahres 2020 eine Steigerung der Marktnachfrage und eine Umsatzerhöhung im Jahr 2020. Es bieten sich unverändert gute Chancen für die weitere Zukunft: Grundsätzlich bleibt Pfeiffer Vacuum bei der festen Überzeugung, dass der Bedarf an Produkten aus der Halbleiterindustrie mit der zunehmenden Komplexität der digitalen Innovationen in fast allen Bereichen des täglichen Lebens generell und überdurchschnittlich wachsen wird - auch wenn diese Entwicklung typischerweise von einer starken Zyklizität geprägt ist.
Im Marktsegment Industrie wird das Auftragswachstum vor allem von neuen Produktentwicklungen und Materialien sowie dem allgemeinen Trend hin zu Energieeffizienz und Ressourcenschonung bestimmt. Unverändert zu den Vorjahren rechnet Pfeiffer Vacuum auch hier mittelfristig mit einer vergleichsweise stabilen Wachstumsentwicklung.
Für das Marktsegment Analytik rechnet Pfeiffer Vacuum mit einem moderaten Wachstum ausgehend vom bereits hohen Niveau des Vorjahres. Diese Prognose basiert auf einem höheren Bedarf aus den Bereichen Lebensmittelindustrie, Pharma und Umweltanalyse sowie steigender Anforderungen in der Materialanalyse.
Analytische Instrumente finden vor allem Anwendung in den Bereichen Massenspektrometrie und Medizintechnik, zum Beispiel Medikamentenanalyse und -entwicklung. Hier sehen wir auch weiteres Potential für die Zukunft.
Das Marktsegment Forschung & Entwicklung ist von politischen Entscheidungen über die Förderung von Projekten und Forschungseinrichtungen abhängig. Auch hier ist nach unseren Einschätzungen mit einem leichten Umsatzwachstum im Jahr 2020 zu rechnen.
Das Marktsegment Beschichtung umfasst Kunden aus den Bereichen Display (LED, OLED), Architekturglas, Solar und vielen weiteren Bereichen der Oberflächenveredelung. Die Nachfrage im Jahr 2019 war durch den Rückgang im Solarmarkt geprägt. Dieser Markt befindet sich derzeit in einer Umwandlungsphase. Technologische Entwicklungen könnten die Effizienz von Solarzellen wesentlich erhöhen. Dies lässt auf einen erneuten Aufschwung dieser Industrie hoffen. Allerdings ist der dafür notwendige Zeitraum schwer abzusehen.
Insgesamt sehen wir die Marktentwicklung der für Pfeiffer Vacuum relevanten Kundenmärkte, die einen hohen Differenzierungsgrad aufweisen, als langfristig intakt und von weiterem Wachstum begleitet.
Ausgehend von einer Erholung der Nachfrage besonders im Marktsegment Halbleiter, erwarten wir ein organisches Umsatzwachstum für das Geschäftsjahr 2020. Der Umfang dieses Wachstums hängt stark von der Auswirkung des Coronavirus auf unsere Kunden ab, besonders im chinesischen und asiatischen Markt. Diese sind derzeit nicht abschließend beurteilbar und konnten deshalb bei der Planung nicht berücksichtigt werden. Notfallpläne wurden vorbereitet, um potenzielle Störungen zu beheben und zu minimieren, aber eine finanzielle Auswirkung ist möglich und lässt sich derzeit nicht vorhersagen. Ohne negative Auswirkungen von dieser Entwicklung erwarten wir einen Umsatz, der deutlich über dem Niveau von 2019 liegen sollte.
Im Geschäftsjahr 2018 wurden die Implementierung und Umsetzung von strategischen Maßnahmen beschlossen. Ein strategisches Ziel in diesem Zusammenhang ist die Steigerung des Marktanteils und der EBIT-Marge auf über 20 % bis 2025. Während der Investitions- und Umsetzungsphase der strategischen Maßnahmen wird die Implementierung die Ergebnisentwicklung zunächst belasten, da die Umsetzung der Maßnahmen zu einem Anstieg der operativen Aufwendungen führt. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass wir zur Zielerreichung zunächst in eine globale Führungsstruktur, in Expertenfunktionen sowie in erstklassige Produktionsstätten investieren. Im Jahr 2019 wurden die globale Führungsstruktur und einige Expertenfunktionen umgesetzt.
Infolgedessen und resultierend aus den bereits getätigten und weiter geplanten Investitionen ist, auch unter Berücksichtigung einer angenommenen Umsatzerhöhung, die Betriebsergebnismarge für das Jahr 2020 weiter auf dem Niveau des Jahres 2019 zu erwarten. Besonders für 2020 erwarten wir, dass einige der großen strategischen Investitionen und Projekte in die Umsetzungsphase übergehen.
Viele dieser Investitionen sind eng miteinander verbunden oder voneinander abhängig. Deshalb ist es durchaus möglich, dass es zu Anpassungen kommt, um den Erfolg dieser Projekte zu gewährleisten.
Wegen des anhaltend niedrigen Zinsniveaus gehen wir von einer Entwicklung des Ergebnisses vor Steuern weitgehend parallel zum Betriebsergebnis aus.
Im Geschäftsjahr 2018 wurde ein Investitionsprogramm mit einem Gesamtvolumen von 150 Mio. € beschlossen, um die strategischen Ziele zu erreichen. Ursprünglich als ein 3-Jahresprogramm geplant, erwarten wir nun, dass dieses Programm nicht vor Ende 2021 abgeschlossen sein wird. Zu den primären Zielsetzungen des Investitionsprogramms zählen unverändert Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung von Produktionskapazitäten, die Intensivierung von Forschung & Entwicklung, die Forcierung der Industrie-4.0-Bestrebungen sowie die Ausweitung der Präsenz in Asien insgesamt und in China im Besonderen. Darüber hinaus ist in diesem Zusammenhang die Implementierung eines einheitlichen, globalen ERP-Systems zu nennen. In den Jahren 2018 und 2019 wurden insgesamt bereits 68,6 Mio. € aus diesem Programm investiert.
Die derzeit für das Geschäftsjahr 2020 im Rahmen des übergeordneten 150 Mio. € Investitionsprogramms geplanten Ausgaben dürften in einer Bandbreite zwischen 40 und 60 Mio. € liegen, abhängig davon, welche Maßnahmen sich bereits im Jahr 2020 realisieren lassen und welche in das darauffolgende Jahr fallen.
Im Juni 2019 haben wir begonnen, Synergien aus der strategischen Partnerschaft mit der Busch Gruppe zu analysieren. Von dieser Zusammenarbeit erwarten wir eine positive Auswirkung auf Margen und Ertrag. Im Jahr 2020 sollen die ersten konkreten Maßnahmen, insbesondere den Bereich Einkauf betreffend, umgesetzt werden. Allerdings erwarten wir im Jahr 2020 noch keine Ergebnisauswirkungen, da die Projekte zunächst implementiert werden müssen.
Vor dem Hintergrund der erhöhten Ausgaben zur Strategieimplementierung, die in diesem Jahr besonders intensiv sein wird, und den erwarteten Investitionen in 2020 schlägt der Vorstand vor, für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende von 1,25 € je Aktie (Vorjahr: 2,30 € je Aktie) auszuschütten. Bei einem Ausschüttungsvolumen von 12,3 Mio. € würden 25,5 % des Konzerngewinns an die Anteilseigner ausgezahlt (Vorjahr: 33,0 %).
| 2019 | 2018 | ||
| Ausschüttungsquote 1 | in % | 25,5 | 33,0 |
| Dividende je Aktie | in € | 1,25 2 | 2,30 |
| Dividendenrendite | in % | 0,8 2 | 2,1 |
1 vorgeschlagene Ausschüttung im
Verhältnis zum Ergebnis nach Steuern des jeweiligen
Jahres
2 vorbehaltlich der Zustimmung durch den
Aufsichtsrat und die Hauptversammlung
Dieser Prognosebericht enthält Aussagen, Schätzungen und andere Informationen, die auf der Basis von Annahmen über die zukünftige gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Entwicklung sowie den Erfolg, unsere Strategie umzusetzen, getroffen wurden. Diese Annahmen entsprechen dem aktuellen Stand zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernlageberichts. Es bestehen Risiken und Unsicherheiten bezüglich der Eintrittswahrscheinlichkeit der hier getroffenen Aussagen und Schätzungen, so dass die tatsächlichen Entwicklungen wesentlich davon abweichen können.
Unter der Annahme keiner wesentlichen Verschlechterung der weltwirtschaftlichen Entwicklung im allgemeinen und China im Besonderen ist Pfeiffer Vacuum überzeugt, im Geschäftsjahr 2020 den Umsatz ausbauen zu können und den Ertrag auf Vorjahresniveau zu halten oder leicht zu erhöhen. Insgesamt sind wir überzeugt, dass diese Erwartungen realistisch sind. Allerdings stellen etwa Unsicherheiten über die geopolitischen Entwicklungen und daraus resultierende Nachfragesenkungen sowie Währungsvolatilitäten und Gesundheitsnotstände ein Risiko für die Erreichung dieser Ziele dar.
Das gezeichnete Kapital der Pfeiffer Vacuum Technology AG beläuft sich zum 31. Dezember 2019 unverändert auf 25.261 T € und besteht aus insgesamt 9.867.659 nennwertlosen Stückaktien. Es existieren und existierten keine unterschiedlichen Aktiengattungen, sodass alle Aktien die gleichen Rechte, insbesondere die gleichen Stimm- und Dividendenbezugsrechte, verbriefen. Dementsprechend beträgt der rechnerische Anteil am gezeichneten Kapital jeweils 2,56 €.
Zum 31. Dezember 2019 hatten Dr. Karl Busch, Frau Ayhan Busch, Frau Ayla Busch, Herr Sami Busch und Herr Kaya Busch, alle Deutschland, nach eigenen Angaben insgesamt 60,22 % der Stimmrechte der Gesellschaft (Vorjahr: 50,02 %). Darüber hinausgehende Informationen liegen uns nicht vor. Die Anteile werden mittelbar über die Pangea GmbH, Maulburg, Deutschland, und weitere rechtlich selbstständige Einheiten der familiengeführten Busch Gruppe gehalten und den genannten Personen zugerechnet. Weitere Anteilseigener mit einer Beteiligungsquote größer 10,0 % bestanden zum 31. Dezember 2019 und auch zum 31. Dezember 2018 nach unserem Kenntnisstand nicht.
Satzungsänderungen können von der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der bei der Hauptversammlung anwesenden Stimmen beschlossen werden, es sei denn, das Gesetz schreibt zwingend eine größere Mehrheit vor. Nach unserer Kenntnis bestehen keine Beschränkungen die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffend. Gemäß der Satzung der Gesellschaft und §§ 84, 85 AktG werden Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig.
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2018 ist der Vorstand ermächtigt, das gezeichnete Kapital um bis zu 12.630.602,24 € oder 4.933.829 Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Diese Ermächtigung gilt bis zum 23. Mai 2023 und bedarf der Zustimmung des Aufsichtsrats.
Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2019 ist der Vorstand ermächtigt, Teilschuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten beziehungsweise Options- oder Wandlungspflichten, Genussrechten und Gewinnschuldverschreibungen (beziehungsweise Kombinationen dieser Instrumente) im Gesamtnennbetrag von bis zu 200.000.000,00 € zu begeben und den Inhabern Wandlungsrechte auf bis zu 2.466.914 Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 6.315.299,84 € zu gewähren. Diese Ermächtigung gilt bis zum 22. Mai 2024 und bedarf der Zustimmung des Aufsichtsrats.
Auf der Hauptversammlung am 21. Mai 2015 haben die Aktionäre den Vorstand zum Rückkauf eigener Aktien entsprechend § 71 Abs. 1 Nr.8 AktG ermächtigt. Diese Ermächtigung erstreckt sich auf einen Rückkauf eines anteiligen Betrags vom Grundkapital von bis zu 2.526.120,70 € (986.766 Aktien entsprechend 10,0 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Beschlussfassung), bedarf zur Ausübung der Zustimmung des Aufsichtsrats und ist gültig bis zum 20. Mai 2020.
Zum 31. Dezember 2019 werden unverändert zum Vorjahr keine eigenen Aktien gehalten.
Zu Angaben im Zusammenhang mit den Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder verweisen wir auf die diesbezüglichen Ausführungen im Vergütungsbericht (siehe S. 086).
Weitere Besonderheiten, auf die im Rahmen von § 315a Abs. 1 HGB einzugehen wäre, bestehen nicht.
Vorstand und Aufsichtsrat der Pfeiffer Vacuum Technology AG haben am 4. November 2019, die nach § 161 AktG erforderliche Entsprechenserklärung für das Jahr 2019 abgegeben. Sie wurde den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft (↗ Pfeiffer Vacuum / Corporate Governance) dauerhaft zugänglich gemacht.
Die Pfeiffer Vacuum Technology AG entspricht damit seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 5. Dezember 2018 sämtlichen Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 7. Februar 2017 mit folgenden zwei Ausnahmen:
| ― |
Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt einen Selbstbehalt für die D&O-Versicherung des Aufsichtsrats (Ziffer 3.8). Die aktuelle D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat sieht keinen Selbstbehalt vor. Insgesamt werden die Motivation und das Verantwortungsbewusstsein des Aufsichtsrats nicht durch einen Selbstbehalt verbessert, da er zum Wohl des Konzerns arbeitet. |
| ― |
Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt eine festzulegende Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat (Ziffer 5.4.1). Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2018 eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat von 15 Jahren gesetzt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats erfüllen diese Zielsetzung, mit Ausnahme von Herrn Götz Timmerbeil, für den der Aufsichtsrat eine Ausnahme beschlossen hat, da er über eine hohe Sachkompetenz und eine langjährige Kenntnis des Unternehmens verfügt, auf die der Aufsichtsrat derzeit und gerade nach den vorgenommenen Änderungen im Aufsichtsrat während der letzten drei Jahre nicht verzichten möchte. |
Als in Asslar, Deutschland, ansässige Aktiengesellschaft unterliegt die Pfeiffer Vacuum Technology AG auch den Vorschriften des deutschen Aktiengesetztes (AktG). Ein darin verankertes Grundprinzip ist das duale Führungssystem, das dem Vorstand die Leitung des Unternehmens und dem Aufsichtsrat die Bestellung, Beratung und Überwachung des Vorstands zuweist. Diese beiden Gremien sind als Organe der Gesellschaft sowohl hinsichtlich ihrer Mitglieder als auch in ihren Verantwortlichkeiten streng voneinander getrennt. Beide Organe arbeiten aber im Unternehmensinteresse eng zusammen.
Im Geschäftsjahr 2019 bestand der Vorstand aus
| ― |
Diplom-Ingenieur Dr. Eric Taberlet (Vorstandsvorsitzender), |
| ― |
Diplom-Betriebswirtin Nathalie Benedikt (Finanzvorständin), |
| ― |
Diplom-Physiker Dr. Ulrich von Hülsen (bis 30. Juni 2019) und |
| ― |
Diplom-Ingenieur Dr. Matthias Wiemer (bis 30. Juni 2019). |
Dr. Ulrich von Hülsen ist auf seinen Wunsch hin und im beiderseitigen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat zum Ablauf des 30. Juni 2019 aus dem Vorstand der Pfeiffer Vacuum Technology AG ausgeschieden. Ebenfalls zum Ablauf des 30. Juni 2019 und im beiderseitigen Einvernehmen ist Dr. Matthias Wiemer aus dem Vorstand der Pfeiffer Vacuum Technology AG ausgeschieden.
Die Vorstandsmitglieder sind für die Weiterentwicklung und die Strategie des Unternehmens verantwortlich. Sie sind des Weiteren in das tägliche Geschehen im Unternehmen eingebunden und tragen auch operative Verantwortung.
Um die einzelnen Bereiche der Wachstumsstrategie - Marktanteile gewinnen, globale Produktions- und Wertschöpfungskette stärken, Aktivitäten in Forschung & Entwicklung ausbauen - fokussierter und schneller umzusetzen, wurde die Geschäftsverteilung im Vorstand zum 1. Januar 2019 neu festgelegt. Das Unternehmen wurde entsprechend seiner globalen Geschäftsfunktionen organisiert.
Die Vorstandsressorts waren ab dem 1. Januar 2019 wie folgt aufgeteilt:
| Dr. Eric Taberlet | Nathalie Benedikt | Dr. Ulrich von Hülsen | Interim-Manager | Dr. Matthias Wiemer |
| CEO & CSO | CFO | CTO | COO | Vorstandsmitglied |
| • Konzernstrategie | • Compliance • CSR | • Globale F&E | • Global Operations (Beschaffung, Produktion, Logistik) | • Mergers & Acquisitions |
| • Globaler Vertrieb & Service | • Finanzen & Controlling | • Produktmanagement | • Strategische Projekte | |
| • Investor Relations | • Digitalisierung | |||
| • IT | ||||
| • Kommunikation | ||||
| • Personal |
CEO = Chief Executive Officer,
CSO = Chief Sales Officier,
CTO = Chief Technology Officer,
CFO = Chief Financial Officier,
COO = Chief Operations Officer
| Dr. Eric Taberlet | Nathalie Benedikt | Interim-Manager |
| CEO, CSO & CTO | CFO | COO |
| • Konzernstrategie | • Compliance | • Continuous Improvement |
| • Globaler Vertrieb & Service | • CSR | • Produktion |
| • Globale F&E | • Finanzen & Controlling | • Einkauf |
| • Produktmanagement | • Investor Relations | • Qualität und EHS (Environment, Health and Safety) |
| • Digitalisierung | • IT | • Supply Chain |
| • Kommunikation | ||
| • Personal |
CEO = Chief Executive Officer,
CSO = Chief Sales Officier,
CTO = Chief Technology Officer,
CFO = Chief Financial Officier,
COO = Chief Operations Officer
Der COO wird die Leistungsfähigkeit, Effizienz und Flexibilität der globalen operativen Infrastruktur und Prozesse verantworten. Die Position des COO wurde bis zur endgültigen Besetzung interimistisch mit einem externen Berater besetzt.
Nach dem Ausscheiden von Dr. Matthias Wiemer und Dr. Ulrich von Hülsen hat Dr. Eric Taberlet die Funktion des CTO übernommen.
Bei Ausübung der Vorstandsfunktion gilt das Vier-Augen-Prinzip: Wesentliche Entscheidungen werden stets gemeinsam getroffen. Bei persönlichen Ausgaben wie beispielsweise Spesen ist die Zustimmung eines anderen Vorstandsmitglieds erforderlich. Neben der täglichen engen Zusammenarbeit und gegenseitigen Information findet wöchentlich eine Vorstandssitzung statt. Daneben tritt der Vorstand zu einer gesonderten monatlichen Sitzung zusammen.
Der Vorstand arbeitet ausschließlich für Pfeiffer Vacuum. In diesem Zusammenhang gehören die Mitglieder des Vorstands verschiedenen Kontrollgremien diverser Konzerngesellschaften an. Es bestehen keine Mitgliedschaften in Kontrollgremien außerhalb des Pfeiffer Vacuum Konzerns.
Mit Wirkung vom 1. Januar 2020 wurde Herr Wolfgang Ehrk als Mitglied des Vorstands der Pfeiffer Vacuum Technology AG berufen und hat innerhalb des Vorstands die Funktion des COO übernommen. Das bisher interimistisch besetzte Aufgabengebiet umfasst nunmehr die Bereiche Continuous Improvement, Produktion, Einkauf, Qualität und EHS (Environment, Health and Safety) sowie Supply Chain.
Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und der Satzung der Pfeiffer Vacuum Technology AG, besteht der Aufsichtsrat aus insgesamt sechs Personen. Vier Personen repräsentieren die Anteilseigner, zwei Personen die Beschäftigten der Gesellschaft.
Die Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner, Götz Timmerbeil und Filippo Th. Beck, wurden im Mai 2016 durch die Hauptversammlung für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Die Amtszeit der im Mai 2018 nachgewählten Aufsichtsratsmitglieder Ayla Busch und Henrik Newerla endet ebenfalls am Tag der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2020 beschließt.
Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Helmut Bernhardt zum 30. Juni 2019 ist Matthias Mädler mit Wirkung vom 1. Juli 2019 als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat eingetreten.
Die Zusammensetzung stellte sich im Verlauf des Jahres 2019 wie folgt dar:
| ― |
Ayla Busch (Vorsitzende), Co-CEO Busch SE, Maulburg |
| ― |
Götz Timmerbeil (stellvertretender Vorsitzender), Wirtschaftsprüfer und Steuerberater |
| ― |
Filippo Th. Beck, Rechtsanwalt schweizerischen Rechts |
| ― |
Helmut Bernhardt (Arbeitnehmervertreter), bis 30. Juni 2019, Entwicklungsingenieur |
| ― |
Manfred Gath (Arbeitnehmervertreter), bis 31. Dezember 2019, Betriebsratsvorsitzender |
| ― |
Henrik Newerla, selbstständiger Managementberater |
| ― |
Matthias Mädler (Arbeitnehmervertreter), ab 1. Juli 2019, Entwicklungsingenieur |
Für die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder unterbreitet der Nominierungsausschuss dem Aufsichtsrat einen Wahlvorschlag. Bei der Auswahl der Kandidaten wird darauf geachtet, dass dem Aufsichtsrat jederzeit Mitglieder angehören, die über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen und hinreichend unabhängig sind. Dabei werden auch die internationale Geschäftstätigkeit des Konzerns und potenzielle Interessenkonflikte berücksichtigt.
Der Aufsichtsrat hat sich für seine Zusammensetzung folgende Ziele gesetzt: Internationalität, Vermeidung potenzieller Interessenkonflikte, Unabhängigkeit, zeitliche Verfügbarkeit, Altersgrenze, Zugehörigkeitsdauer, berufliche Vielfalt. Diese Ziele wurden bisher berücksichtigt, und dies ist auch bei zukünftigen Wahlvorschlägen beabsichtigt. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden im Berichtszeitraum keine Vergütungen oder Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, gezahlt beziehungsweise gewährt. Potenzielle Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind, traten im Geschäftsjahr 2019 nicht auf. Schließlich sieht die Geschäftsordnung für den Vorstand vor, dass der Aufsichtsrat bei wesentlichen Geschäftsvorfällen seine Zustimmung erteilen muss.
Nach der Empfehlung des DCGK gehören nicht mehr als zwei ehemalige Vorstandsmitglieder dem Aufsichtsrat von Pfeiffer Vacuum an. Ferner prüft der Aufsichtsrat die Unabhängigkeit seiner Mitglieder. Dafür hat er Grundsätze für die Beurteilung der Unabhängigkeit festgelegt, die sich insbesondere am Kodex orientieren. Nach diesen Grundsätzen ist die Mehrheit der gegenwärtigen Aufsichtsratsmitglieder als unabhängig anzusehen, so dass eine unabhängige Beratung und Überwachung des Vorstands gewährleistet ist.
Die Einrichtung eines Prüfungsausschusses (Audit Committee) ist bei Pfeiffer Vacuum eine lange geübte Praxis. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Götz Timmerbeil, ist als Wirtschaftsprüfer in besonderem Maße qualifiziert, die Tätigkeiten des Prüfungsausschusses, insbesondere Fragen zur Rechnungslegung, zur Compliance und zum Risikomanagementsystem, zu verantworten.
Aufgabe des Nominierungsausschusses ist es, dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorzuschlagen. Darüber hinaus wurde ein Vorstandsausschuss gebildet. In der Vergangenheit beriet der Vorstandsausschuss im Detail die Personalangelegenheiten der Vorstandsmitglieder, bevor sie - entsprechend den Vorgaben des DCGK - vom gesamten Aufsichtsrat beschlossen wurden. Die Festlegung der Vorstandsvergütung erfolgt damit unter Beachtung der Regelungen des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung.
Darüber hinaus wurde im Berichtsjahr ein Ausschuss gebildet, der die Überwachung der Transaktionen mit nahestehenden Personen ("Related Parties Transactions" oder "RPT") zur Aufgabe hat. Die Bildung dieses RPT-Ausschusses war insbesondere die Konsequenz aus dem (erwarteten) Inkrafttreten des Gesetzes zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrichtlinie ("ARUG II") und der diesbezüglichen Aufgabenstellungen des Aufsichtsrats.
Die Zuordnung der Mitglieder des Aufsichtsrats zu den einzelnen Ausschüssen ergibt sich aus nachfolgender Übersicht:
| Nominierungsausschuss | Prüfungsausschuss | Vorstandsausschuss | RPT-Ausschuss | |
| Frau Ayla Busch | Vorsitzende | Ja | Vorsitzende | - |
| Götz Timmerbeil | Ja | Vorsitzender | Ja | Vorsitzender |
| Filippo Th. Beck | Ja | Ja | Ja | - |
| Helmut Bernhardt (bis 30. Juni 2019) | - | - | - | - |
| Manfred Gath | - | - | - | - |
| Henrik Newerla | - | - | Ja | Ja |
| Matthias Mädler (ab 1. Juli 2019) | Ja |
Die folgenden Mitglieder übten weitere Mandate aus. Sofern nicht anders angegeben, handelt es sich dabei um Aufsichtsratsmandate:
| ― |
Ayla Busch
|
||||||||||
| ― |
Götz Timmerbeil
|
||||||||||
| ― |
Filippo Th. Beck
|
Die Gesellschaft hat für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sogenannte D&O-Versicherung) abgeschlossen.
Ebenfalls altersbedingt ist Manfred Gath am 31. Dezember 2019 als Arbeitnehmervertreter aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Für ihn ist Stefan Röser mit Wirkung vom 1. Januar 2020 in den Aufsichtsrat eingetreten.
Eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat ist eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Corporate Governance und dient dem Wohl der Gesellschaft. In diesem Zusammenhang finden mindestens zwei Aufsichtsratssitzungen pro Kalenderjahr statt, bei denen die Vorstände ausführlich über den Verlauf des operativen Geschäfts und die Umsetzung der mit dem Aufsichtsrat abgestimmten Strategie berichten. Die Anzahl der tatsächlich abgehaltenen Aufsichtsratssitzungen liegt darüber.
Gegebenenfalls erläutern auch weitere Führungskräfte die aktuellen Themen ihrer jeweiligen Verantwortungsgebiete. Bei Bedarf werden darüber hinaus außerordentliche Sitzungen abgehalten. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat durch ein monatliches Berichtswesen über die allgemeine Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage und der strategischen Ziele.
Die Hauptversammlung ist das höchste Organ der Gesellschaft. Auf der Hauptversammlung haben die Aktionäre die Möglichkeit, ihr Stimmrecht selbst auszuüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben zu lassen. Die Aktionäre treffen auf der Hauptversammlung wesentliche Entscheidungen, etwa über die Gewinnverwendung, die Änderung der Satzung oder die Zustimmung zu Aktienrückkaufprogrammen. Alle für die Hauptversammlung wesentlichen Informationen und Dokumente werden den Aktionären rechtzeitig zur Verfügung gestellt. Die Tagesordnung und eine Erläuterung der Teilnahmebedingungen sowie die Rechte der Aktionäre werden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben rechtzeitig vor dem Hauptversammlungstermin bekanntgegeben.
Alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung stehen auch auf unserer Internetseite zur Verfügung. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, auf elektronischem Wege Fragen an die Mitarbeiter unserer Investor-Relations-Abteilung zu richten. Mit unserem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Quartalsberichten sowie auf unserer Internetseite veröffentlicht wird, informieren wir Aktionäre und Interessenten während des Jahres über wesentliche Termine, Veröffentlichungen und Ereignisse. Außerdem stehen wir durch unsere aktive Investor-Relations-Tätigkeit in enger Verbindung mit unseren Aktionären. Darüber hinaus besteht jederzeit die Möglichkeit, sich mit Fragen an das Unternehmen zu wenden.
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats wird im Abschnitt "Vergütungsbericht" (siehe S. 086) des Lageberichts erläutert.
Der Anspruch, allen Zielgruppen die gleichen Informationen zum gleichen Zeitpunkt zeitnah zur Verfügung zu stellen, hat in unserer Unternehmenskommunikation einen hohen Stellenwert. Dies äußert sich unter anderem darin, dass alle wesentlichen Informationen in deutscher und englischer Sprache herausgegeben werden. Anteilseigner und Interessenten können sich im Internet direkt über aktuelle Entwicklungen im Konzern informieren. Sämtliche Ad-hoc-Mitteilungen der Pfeiffer Vacuum Technology AG werden auf der Internetseite der Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Der Erwerb und die Veräußerung von Pfeiffer Vacuum Aktien durch die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats werden gemäß Art. 19 VO (EU) Nr. 596/2014 (Marktmissbrauchsverordnung) unverzüglich europaweit und auch über die Internetseite unter group.pfeiffervacuum.com veröffentlicht.
Im Januar 2018 hat der Aufsichtsrat gemäß § 111 Abs. 5 AktG einen Frauenanteil von 16,67 % für den Aufsichtsrat und von 25 % für den Vorstand sowie eine Frist zur Erreichung der Zielgrößen bis zum 31. Dezember 2020 bestimmt. Diese Anteile werden derzeit bereits erreicht.
Die Regelung in § 76 Abs. 4 AktG bezieht sich auf die Führungsebenen ausschließlich in der Pfeiffer Vacuum Technology AG. Aufgrund ihrer Holdingfunktion hat diese Gesellschaft nur sehr wenige Mitarbeiter und es bestehen keine weiteren Führungsebenen unterhalb des Vorstands, so dass insoweit keine Zielgröße festgelegt werden kann.
Die Einhaltung aller auf die Pfeiffer Vacuum Technology AG und ihre Tochtergesellschaften anwendbaren gesetzlichen Vorschriften und internen Regeln durch Management und Mitarbeiter (Compliance) ist Ziel des Unternehmens und Bestandteil der Unternehmenskultur. Dies kommt insbesondere in dem für alle Mitarbeiter geltenden Verhaltenskodex zum Ausdruck. Der Vorstand bekennt sich ausdrücklich zu diesen Grundsätzen und dem "Nulltoleranz"-Prinzip. Unser Verhaltenskodex bestimmt unter anderem integres und rechtmäßiges Handeln als Maßstab und ist damit Basis der täglichen Arbeit aller Beschäftigten im Konzern. Der Verhaltenskodex, der im Jahr 2018 aktualisiert und ergänzt wurde, ist auch außerhalb des Unternehmens über die Homepage der Gesellschaft in allen für die Mitarbeiter des Konzerns wesentlichen Sprachen verfügbar. Hierin wird unter anderem eine Möglichkeit beschrieben, wie Mitarbeiter Hinweise auf Rechtsverstöße im Konzern geben können. Dieser Weg steht auch Dritten außerhalb des Unternehmens offen.
Die Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Richtlinien ist eine umfassende Aufgabe, die grundsätzlich von den einzelnen Konzernbereichen kompetent verantwortet wird. Die handelnden Mitarbeiter bilden sich bei Bedarf weiter und besuchen Schulungsmaßnahmen, um aktuelle Entwicklungen im jeweiligen Verantwortungsbereich zu erkennen und zu adressieren. Festgestellte Compliance-Verstöße werden entsprechend sanktioniert.
Entsprechend den gesetzlichen Regelungen werden der Konzernabschluss von Pfeiffer Vacuum und die Quartalsfinanzberichte in Übereinstimmung mit den aktuell gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.
Der Einzelabschluss der Pfeiffer Vacuum Technology AG als oberste Konzerngesellschaft wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt. Der vorliegende Konzernabschluss der Pfeiffer Vacuum Technology AG wurde entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2019 durch die PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Deutschland, geprüft. Die PricewaterhouseCoopers GmbH ist auch Abschlussprüfer für den Jahresabschluss der Pfeiffer Vacuum Technology AG und darüber hinaus auch der Prüfer des Berichts über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen.
Mit dem Abschlussprüfer wurde vereinbart, dass der Vorsitzende des Prüfungsausschusses über Ausschluss- oder Befangenheitsgründe, die während der Prüfung auftreten, unverzüglich unterrichtet wird, soweit diese nicht umgehend beseitigt werden. Der Abschlussprüfer soll auch über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Abschlussprüfung ergeben, unverzüglich berichten. Außerdem hat der Abschlussprüfer den Aufsichtsrat zu informieren beziehungsweise im Prüfungsbericht zu vermerken, wenn er im Zuge der Abschlussprüfung Tatsachen feststellt, die mit der von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG abgegebenen Entsprechenserklärung nicht vereinbar sind.
Im nachfolgenden Abschnitt wird die Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats erläutert.
Jedes Vorstandsmitglied erhält ein jährliches Festgehalt und Sachbezüge, insbesondere in Form von zur Verfügung gestellten Firmenwagen.
Im Jahr 2019 wurde die Sozialversicherungspflicht der Vergütung von Dr. Eric Taberlet in Frankreich festgestellt. Die daraufhin abgeführten Arbeitgeberanteile sind in den Nebenleistungen enthalten.
| Dr. Eric Taberlet, Vorstandsvorsitzender (Eintritt: 27.11.2017) | 2019 | 2019 | 2018 | |
| in T€ |
Minimalwert
in T€ |
Maximalwert
in T€ |
in T€ | |
| Festvergütung | 290 | 290 | 290 | 251 |
| Nebenleistungen | 146 | 146 | 146 | 38 |
| Summe | 436 | 436 | 436 | 289 |
| Einjährige variable Vergütung | 102 | 0 | 140 | 140 |
| Mehrjährige variable Vergütung (aus 2018) | 34 | 0 | 53 | 53 |
| Mehrjährige variable Vergütung (aus 2019) | 34 | 0 | 53 | 0 |
| Summe variable Vergütung | 170 | 0 | 246 | 193 |
| Sonstiges | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 606 | 436 | 682 | 482 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 606 | 436 | 682 | 482 |
| Nathalie Benedikt, Finanzvorständin (Eintritt: 27.11.2017) | 2019 | 2019 | 2018 | |
| in T€ |
Minimalwert
in T€ |
Maximalwert
in T€ |
in T€ | |
| Festvergütung | 211 | 211 | 211 | 220 |
| Nebenleistungen | 32 | 32 | 32 | 20 |
| Summe | 243 | 243 | 243 | 240 |
| Einjährige variable Vergütung | 102 | 0 | 140 | 140 |
| Mehrjährige variable Vergütung (aus 2018) | 34 | 0 | 53 | 53 |
| Mehrjährige variable Vergütung (aus 2019) | 34 | 0 | 53 | 0 |
| Summe variable Vergütung | 170 | 0 | 246 | 193 |
| Sonstiges | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 413 | 243 | 489 | 433 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 413 | 243 | 489 | 433 |
| Dr. Ulrich von Hülsen, Vorstandsmitglied (Eintritt: 1.8.2017, Austritt: 30.6.2019) | 2019 | 2019 | 2018 | |
| in
T
€ |
Minimalwert
in T€ |
Maximalwert
in T€ |
in T€ | |
| Festvergütung | 111 | 111 | 111 | 220 |
| Nebenleistungen | 5 | 5 | 5 | 8 |
| Summe | 116 | 116 | 116 | 228 |
| Einjährige variable Vergütung | 0 | 0 | 0 | 140 |
| Mehrjährige variable Vergütung (aus 2018) | 53 | 0 | 53 | 53 |
| Mehrjährige variable Vergütung (aus 2019) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe variable Vergütung | 53 | 0 | 53 | 193 |
| Sonstiges | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 169 | 116 | 169 | 421 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 169 | 116 | 169 | 421 |
Jedes Vorstandsmitglied erhält weiterhin eine jahresbezogene Tantieme für das jeweilige Geschäftsjahr in Abhängigkeit von der Erreichung vorab festgelegter Ziele (kurzfristige variable Vergütung). Die Tantieme beträgt bei vollständiger Zielerreichung 140 T € und wird im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung für das vorausgegangene Jahr gezahlt. Für die Jahre 2018 und 2019 erhielt jedes Vorstandsmitglied verschiedene kurzfristige Ziele entsprechend des jeweiligen Verantwortungsbereiches zugewiesen.
Darüber hinaus erhält jedes Vorstandsmitglied eine langfristige variable Vergütung in Abhängigkeit von der Erreichung festgelegter Ziele während eines dreijährigen Bemessungszeitraumes. Dabei hängt die langfristige variable Vergütung zur Hälfte an der Entwicklung des EBITDA der Gesellschaft und zur anderen Hälfte von der Erreichung eines weiteren durch den Aufsichtsrat vorab festgelegten Zieles (sogenannter Key Performance Indicator oder KPI) oder alternativ mehrerer weiterer durch den Aufsichtsrat vorab festgelegter KPIs während eines dreijährigen Bemessungszeitraums ab. Die Höhe der jahresbezogenen Tantieme und der langfristigen variablen Vergütung richtet sich jeweils nach dem Grad der Zielerreichung und beträgt bei vollständiger Zielerreichung nach drei Jahren 160 T €. Die bisher erreichte Zielerfüllung wurde jeweils zum 31. Dezember 2019 und zum 31. Dezember 2018 als Rückstellung erfasst.
Die langfristige variable Vergütung wird allerdings erst zwei Jahre später fällig, und zwar in voller Höhe nur dann, wenn der Erfolg des betrachteten Jahres mindestens so hoch ist wie der Erfolg des Vorjahres. Fällt er darunter, reduziert sich der Langzeitanreiz entsprechend. Ausgangspunkt der Berechnung ist in beiden Fällen ein jährlicher Zielbetrag, der für die langfristige Vergütung jeweils für den folgenden Dreijahreszeitraum zugeteilt wird. Die Auszahlung der 2018 gewährten langfristigen variablen Vergütung kann somit erstmals nach Ablauf des Geschäftsjahres
| Dr. Matthias Wiemer, Vorstandsmitglied (Eintritt: 1.4.2007, Austritt: 30.6.2019) | 2019 | 2019 | 2018 | |
| in T€ |
Minimalwert
in T€ |
Maximalwert
in T€ |
in T€ | |
| Festvergütung | 350 | 350 | 350 | 350 |
| Nebenleistungen | 14 | 14 | 14 | 14 |
| Summe | 364 | 364 | 364 | 364 |
| Einjährige variable Vergütung | 70 | 0 | 70 | 140 |
| Mehrjährige variable Vergütung (aus 2018) | 27 | 0 | 27 | 53 |
| Mehrjährige variable Vergütung (aus 2019) | 26 | 0 | 26 | 0 |
| Summe variable Vergütung | 123 | 0 | 123 | 193 |
| Sonstiges | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 487 | 364 | 487 | 557 |
| Versorgungsaufwand | 277 | 277 | 277 | 225 |
| Gesamtvergütung | 764 | 641 | 764 | 782 |
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Festvergütung | 962 | 1.041 |
| Nebenleistungen | 197 | 80 |
| Summe | 1.159 | 1.121 |
| Einjährige variable Vergütung | 274 | 560 |
| Mehrjährige variable Vergütung (aus 2018) | 148 | 212 |
| Mehrjährige variable Vergütung (aus 2019) | 94 | 0 |
| Summe variable Vergütung | 516 | 772 |
| Sonstiges | 0 | 0 |
| Summe | 1.675 | 1.893 |
| Versorgungsaufwand | 277 | 225 |
| Gesamtvergütung | 1.952 | 2.118 |
2020 erfolgen. Die Auszahlung der 2019 gewährten langfristigen Vergütung kann entsprechend erstmals mit Ablauf des Geschäftsjahres 2021 vorgenommen werden.
Die Tantieme für das Geschäftsjahr 2018 wurde nach Beschluss des Vorstandsausschusses gewährt.
Die vorstehende Vergütung wird für die in den Geschäftsjahren 2018 und 2019 aktiven Vorstandsmitglieder angegeben.
Für das am 27. November 2017 abberufene Vorstandsmitglied Manfred Bender wurden in den Jahren 2018 und 2019 keine Vergütungen gewährt oder ausgezahlt.
Für Herrn Dr. Matthias Wiemer besteht eine Versorgungszusage in Höhe von unverändert 40 % des letzten Fixgehaltes. In diesem Zusammenhang wurden im Jahr 2019 Nettopensionsaufwendungen nach IFRS in Höhe von 277 T € in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst (Vorjahr: 225 T €).
Darüber hinaus bestehen Versorgungszusagen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern. Die auf diesen Personenkreis entfallenden Nettopensionsaufwendungen des abgeschlossenen Geschäftsjahres belaufen sich auf 91 T € (Vorjahr: 80 T €).
Nach einer Rückführung von 53 T € im Jahr 2018 wurde im Jahr 2019 insgesamt eine Zuführung vom Pfeiffer Vacuum Trust e. V. in Höhe von 5 T € vorgenommen. Die für ehemalige Vorstandsmitglieder bestehende Nettopensionsverpflichtung beträgt 8.346 T € (Vorjahr: 6.869 T €). Die laufenden Pensionen im Jahr 2019 betrugen unverändert 371 T €.
| Dr. Eric Taberlet Vorstandsvorsitzender | Nathalie Benedikt Finanzvorständin | Dr. Ulrich von Hülsen Vorstandsmitglied | ||||
| Eintritt: 27.11.2017 | Eintritt: 27.11.2017 | Eintritt: 1.8.2017 Austritt: 30.6.2019 | ||||
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
2019
in T€ |
2018
in T€ |
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Festvergütung | 290 | 278 | 211 | 240 | 111 | 220 |
| Nebenleistungen | 146 | 38 | 32 | 20 | 5 | 8 |
| Summe | 436 | 316 | 243 | 260 | 116 | 228 |
| Einjährige variable Vergütung | 132 | 29 | 132 | 29 | 129 | 109 |
| Mehrjährige variable Vergütung (aus 2018) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Mehrjährige variable Vergütung (aus 2019) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe variable Vergütung | 132 | 29 | 132 | 29 | 129 | 109 |
| Sonstiges | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 568 | 345 | 375 | 289 | 245 | 337 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 568 | 345 | 375 | 289 | 245 | 337 |
| Dr. Matthias Wiemer Vorstandsmitglied | Gesamt | |||
| Eintritt: 1.4.2007 Austritt: 30.6.2019 | ||||
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Festvergütung | 350 | 350 | 962 | 1.088 |
| Nebenleistungen | 14 | 14 | 197 | 80 |
| Summe | 364 | 364 | 1.159 | 1.168 |
| Einjährige variable Vergütung | 247 | 300 | 640 | 467 |
| Mehrjährige variable Vergütung (aus 2018) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Mehrjährige variable Vergütung (aus 2019) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe variable Vergütung | 247 | 300 | 640 | 467 |
| Sonstiges | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 611 | 664 | 1.799 | 1.635 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 611 | 664 | 1.799 | 1.635 |
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ausschließlich eine fixe Vergütung, die von der Hauptversammlung festgelegt wird. Am 24. Mai 2016 stimmte die Hauptversammlung einer Erhöhung der Aufsichtsratsvergütung ab dem Geschäftsjahr 2016 zu. Sofern Aufsichtsratsmitglieder während eines Geschäftsjahres neu gewählt werden oder ausscheiden, wird die Vergütung zeitanteilig gezahlt.
Die Zusammensetzung der Vergütung in den Jahren 2019 und 2018 stellt sich wie folgt dar:
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Ayla Busch, Vorsitzende des Aufsichtsrats | 105 | 105 |
| Götz Timmerbeil, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats | 70 | 70 |
| Filippo Th. Beck | 35 | 35 |
| Helmut Bernhardt (bis 30. Juni 2019) | 17,5 | 35 |
| Manfred Gath | 35 | 35 |
| Henrik Newerla (ab 19. März 2018) | 35 | 28 |
| Matthias Mädler (ab 1. Juli 2019) | 17,5 | - |
| Gesamt | 315 | 308 |
Durch die Aufsichtsratstätigkeit bedingte nachgewiesene Auslagen wie etwa Reisekosten werden erstattet.
Über die genannten Vergütungsbestandteile hinaus gab es im Berichtsjahr keine weiteren Leistungen an Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder. Insbesondere wurden keine Aktienoptionen gewährt, keine Darlehensansprüche begründet und keine Haftungszusagen ausgesprochen. Ebenfalls bestehen keine weiteren besonderen Vereinbarungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstands- oder Aufsichtsratstätigkeit und auch keine Rückforderungsansprüche.
| Anhang |
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Umsatzerlöse | 7, 32 | 632.865 | 659.725 |
| Umsatzkosten | 8, 15 | - 416.995 | - 424.517 |
| Bruttoergebnis | 215.870 | 235.208 | |
| Vertriebs- und Marketingkosten | 8 | - 71.669 | - 68.371 |
| Verwaltungs- und allgemeine Kosten | 8 | - 52.293 | - 49.106 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 8 | - 29.620 | - 28.663 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 9 | 7.768 | 11.302 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 9 | - 4.904 | - 5.240 |
| Betriebsergebnis | 32 | 65.152 | 95.130 |
| Finanzaufwendungen | 10, 33 | - 853 | - 727 |
| Finanzerträge | 10, 33 | 216 | 208 |
| Ergebnis vor Steuern | 24, 32 | 64.515 | 94.611 |
| Ertragsteuern | 24 | - 16.158 | - 25.732 |
| Ergebnis nach Steuern | 48.357 | 68.879 | |
| Ergebnis je Aktie (in €) | |||
| Unverwässert | 35 | 4,90 | 6,98 |
| Verwässert | 35 | 4,90 | 6,98 |
| Anhang |
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Ergebnis nach Steuern | 48.357 | 68.879 | |
| Direkt im Eigenkapital erfasstes Ergebnis | |||
| Beträge, die gegebenenfalls in künftigen Perioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden | |||
| Währungsumrechnung | 21 | 2.615 | 4.904 |
| Ergebnis aus Cash-Flow-Hedges | 21, 33 | 43 | - 13 |
| Darauf entfallende latente Steuern | 21 | - 4 | 4 |
| 2.654 | 4.895 | ||
| Beträge, die nicht in künftigen Perioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden | |||
| Pensionsbewertung | 21, 25 | - 9.490 | - 4.125 |
| Darauf entfallende latente Steuern | 21 | 2.395 | 1.374 |
| - 7.095 | - 2.751 | ||
| Direkt im Eigenkapital erfasstes Ergebnis nach Steuern | - 4.441 | 2.144 | |
| Gesamtes Periodenergebnis nach Steuern | 43.916 | 71.023 |
Aktiva
| Anhang |
31.12.2019
in T€ |
31.12.2018
in T€ |
|
| Immaterielle Vermögenswerte | 11 | 112.244 | 109.460 |
| Sachanlagen | 3, 12 | 154.701 | 126.143 |
| Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien | 13 | 400 | 424 |
| Sonstige Finanzielle Vermögenswerte | 14 | 4.031 | 4.282 |
| Sonstige Vermögenswerte | 14 | 2.034 | 3.200 |
| Latente Steueransprüche | 24 | 27.377 | 24.895 |
| Langfristige Vermögenswerte | 300.787 | 268.404 | |
| Vorräte | 15 | 128.484 | 133.191 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 16, 33 | 87.867 | 92.164 |
| Vertragsvermögenswerte | 16 | 2.860 | 298 |
| Ertragsteuerforderungen | 9.962 | 3.726 | |
| Geleistete Anzahlungen | 4.308 | 3.504 | |
| Sonstige Finanzielle Vermögenswerte | 14 | 3.161 | 609 |
| Sonstige Forderungen | 17 | 10.166 | 13.884 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 18, 33 | 111.980 | 108.380 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 358.788 | 355.756 | |
| Summe der Aktiva | 32 | 659.575 | 624.160 |
|
PASSIVA |
|||
| Anhang |
31.12.2019
In T€ |
31.12.2018
In T€ |
|
| Gezeichnetes Kapital | 19 | 25.261 | 25.261 |
| Kapitalrücklage | 19 | 96.245 | 96.245 |
| Gewinnrücklagen | 20 | 304.552 | 278.891 |
| Sonstige Eigenkapitalbestandteile | 21 | - 32.613 | - 28.172 |
| Eigenkapital der Aktionäre der Pfeiffer Vacuum Technology AG | 393.445 | 372.225 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 3, 23, 33 | 69.729 | 60.182 |
| Pensionsrückstellungen | 25 | 64.103 | 55.638 |
| Latente Steuerschulden | 24 | 5.041 | 4.638 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 27 | 584 | 630 |
| Langfristige Schulden | 139.457 | 121.088 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 26, 33 | 41.137 | 38.054 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 27 | 12.259 | 18.271 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 28 | 23.406 | 25.740 |
| Rückstellungen | 29 | 38.735 | 41.626 |
| Ertragsteuerschulden | 7.248 | 7.061 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 3, 30, 33 | 3.888 | 95 |
| Kurzfristige Schulden | 126.673 | 130.847 | |
| Summe der Passiva | 659.575 | 624.160 |
| Anhang |
Gezeichnetes Kapital
in T€ |
Kapitalrücklage
in T€ |
Gewinnrücklagen
in T€ |
Sonstige Eigenkapitalbestandteile
in T€ |
Eigenkapital der Aktionäre der Pfeiffer Vacuum
Technology AG
in T€ |
|
| Stand 01.01.2018 | 25.261 | 96.245 | 229.747 | - 30.316 | 320.937 | |
| Ergebnis nach Steuern | - | - | 68.879 | - | 68.879 | |
| Direkt im Eigenkapital erfasstes Ergebnis nach Steuern | 21, 33 | - | - | - | 2.144 | 2.144 |
| Gesamtes Periodenergebnis | - | - | 68.879 | 2.144 | 71.023 | |
| Dividendenzahlung | 20 | - | - | - 19.735 | - | - 19.735 |
| Stand 31.12.2018 | 25.261 | 96.245 | 278.891 | - 28.172 | 372.225 | |
| Ergebnis nach Steuern | - | - | 48.357 | - | 48.357 | |
| Direkt im Eigenkapital erfasstes Ergebnis nach Steuern | 21, 33 | - | - | - | - 4.441 | - 4.441 |
| Gesamtes Periodenergebnis | - | - | 48.357 | - 4.441 | 43.916 | |
| Dividendenzahlung | 20 | - | - | - 22.696 | - | - 22.696 |
| Stand 31.12.2019 | 25.261 | 96.245 | 304.552 | - 32.613 | 393.445 |
| Anhang |
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit: | |||
| Ergebnis vor Steuern | 32 | 64.515 | 94.611 |
| Korrektur Finanzerträge/Finanzaufwendungen | 637 | 519 | |
| Erhaltene Finanzerträge | 189 | 177 | |
| Gezahlte Finanzaufwendungen | - 818 | - 900 | |
| Gezahlte Ertragsteuern | - 18.717 | - 22.703 | |
| Abschreibungen auf Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte | 3, 11, 12, 13, 32 | 24.226 | 18.591 |
| Gewinne/Verluste aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten | 341 | - 1.532 | |
| Veränderung Wertberichtigung auf Forderungen | 16 | 350 | 590 |
| Veränderung Wertberichtigung auf Vorräte | 15 | 4.441 | 1.467 |
| Sonstige nicht-zahlungswirksame Veränderungen | 3 | - 1.859 | 6 |
| Veränderungen der Bilanzposten: | |||
| Vorräte | 904 | - 20.035 | |
| Forderungen und sonstige Aktiva | - 2.198 | - 19.329 | |
| Rückstellungen, einschließlich Pensionsrückstellungen, und Steuerschulden | - 1.159 | - 425 | |
| Verbindlichkeiten | - 5.472 | 11.510 | |
| Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 65.380 | 62.547 |
| Anhang |
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit: | |||
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 11, 12, 13, 32 | - 34.913 | - 33.669 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen | 650 | 2.177 | |
| Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit | - 34.263 | - 31.492 | |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit: | |||
| Aufnahme von finanziellen Verbindlichkeiten | 33 | 97 | 23 |
| Dividendenzahlung | 20 | - 22.696 | - 19.735 |
| Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten | 3, 33 | - 5.257 | - 87 |
| Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit | - 27.856 | - 19.799 | |
| Wechselkursbedingte Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 339 | - 278 | |
| Veränderung des Bestandes an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten | 3.600 | 10.978 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode | 108.380 | 97.402 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode | 18 | 111.980 | 108.380 |
Die Pfeiffer Vacuum Technology AG mit Sitz in der Berliner Straße 43, 35614 Aßlar, Deutschland, ist das Mutterunternehmen im Pfeiffer Vacuum Konzern (kurz "Gesellschaft" oder "Pfeiffer Vacuum"). Die Pfeiffer Vacuum Technology AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und beim Amtsgericht Wetzlar unter der Nummer HRB 44 in das Handelsregister eingetragen. Sie ist im Prime Standard der Deutschen Börse in Frankfurt am Main notiert und wird im TecDAX geführt.
Pfeiffer Vacuum ist einer der führenden Komplettanbieter von Vakuumtechnik und liefert kundenspezifische Lösungen für die unterschiedlichsten Anforderungen bei der Erzeugung, Steuerung und Messung von Vakuum.
Zu den Produkten, die an den Standorten Aßlar, Dresden und Göttingen in Deutschland, Annecy, Frankreich, Asan, Südkorea, Indianapolis und Yreka in den USA sowie Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam und Wuxi in China produziert werden, gehören Turbopumpen, ein Spektrum an Vorpumpen wie Drehschieber-, Wälzkolben- und trocken verdichtende Pumpen, komplette Pumpstände, kundenspezifische Vakuumsysteme und Komponenten.
Die Gesellschaft vertreibt ihre Produkte über ein dichtes Netz von eigenen Vertriebsgesellschaften und freien Handelsvertretungen. An jedem wichtigen Industriestandort der Welt gibt es außerdem Servicestandorte. Die Hauptmärkte der Gesellschaft liegen in Europa, den USA und Asien.
Der Konzernabschluss der Pfeiffer Vacuum Technology AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den Auslegungen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Hierin eingeschlossen sind die noch gültigen International Accounting Standards (IAS), die Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC) und die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC). Veröffentlichte, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards wurden nicht frühzeitig angewendet. Der Konzernanhang enthält darüber hinaus die Angaben entsprechend § 315e Abs. 1 HGB.
Der Konzernabschluss wurde auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten aufgestellt. Davon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und Planvermögen im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionsplänen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden. Der Konzernabschluss von Pfeiffer Vacuum wird in Euro (€) aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, erfolgt die Darstellung in Tausend Euro (T €).
Aus rechentechnischen Gründen können in den in diesem Abschluss dargestellten Informationen Rundungsdifferenzen auftreten.
In den Konzernabschluss von Pfeiffer Vacuum werden alle Gesellschaften einbezogen, die der Konzern mittelbar oder unmittelbar beherrscht. Eine Beherrschung wird dann angenommen, wenn der Konzern schwankenden Renditen aus seinem Engagement in den Gesellschaften ausgesetzt ist und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über die Gesellschaften zu beeinflussen.
Die Einbeziehung in den Konzernabschluss erfolgt auf Basis von Jahresabschlüssen, die nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt wurden. Der Stichtag der Einzelabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften entspricht dem Stichtag des Konzernabschlusses.
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen oder gemeinschaftlichen Tätigkeiten bestanden zum 31. Dezember 2019 und in den Vorjahren nicht. Außerdem hält der Konzern keine Anteile an nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt zum Erwerbszeitpunkt nach der Erwerbsmethode (Acquisition Method). Dabei werden zunächst alle Vermögenswerte (einschließlich gegebenenfalls zusätzlich zu aktivierender immaterieller Vermögenswerte) und Schulden mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Anschließend werden die Anschaffungskosten der Beteiligung, also die Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert, mit dem erworbenen neu bewerteten Eigenkapital verrechnet. Ein entstehender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und in den Folgeperioden nur bei Vorliegen einer Wertminderung abgeschrieben (Impairment-Only-Approach).
Alle konzerninternen Forderungen und Verbindlichkeiten, Gewinne und Verluste sowie Aufwendungen und Erträge werden im Rahmen des Konsolidierungsprozesses eliminiert.
Die Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen außerhalb der Europäischen Währungsunion wurden in Übereinstimmung mit IAS 21 "The Effects of Changes in Foreign Exchange Rates" in Euro umgerechnet. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die funktionale Währung der Tochterunternehmen ist die jeweilige lokale Landeswährung. Vermögenswerte und Schulden werden dementsprechend mit Mittelkursen zum Bilanzstichtag und die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung mit Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral in den sonstigen Eigenkapitalbestandteilen ausgewiesen.
Im Konzernabschluss werden Wechselkursgewinne und -verluste aus der laufenden Geschäftstätigkeit der einbezogenen Konzerngesellschaften erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.
Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Davon abweichend hat der Konzern im Geschäftsjahr 2019 die nachfolgend aufgeführten IASB-Verlautbarungen erstmals angewandt, die von der Europäischen Union (EU) in europäisches Recht übernommen wurden und deren Anwendung im Geschäftsjahr 2019 insoweit verpflichtend war.
| Veröffentlichung durch IASB/IFRS IC | Zeitlicher Anwendungsbereich 1 | |
| Amendments to IFRS 9: Prepayment Features with Negative Compensation | März 2018 | 1. Januar 2019 |
| Annual Improvements to IFRS Standards 2015-2017 Cycle | März 2019 | 1. Januar 2019 |
| IFRS 16 Leases | November 2017 | 1. Januar 2019 |
| Amendments to IAS 19: Plan Amendment, Curtailment or Settlement | März 2019 | 1. Januar 2019 |
| Amendments to IAS 28: Long-term interests in Associates and Joint Ventures | Februar 2019 | 1. Januar 2019 |
| IFRIC 23 Uncertainty over Income Tax Treatments | Oktober 2018 | 1. Januar 2019 |
1 Geschäftsjahresbeginn gemäß
EU-Vorgabe am oder nach dem genannten Datum
Folgende lASB-Verlautbarungen wurden von der EU in europäisches Recht übernommen, waren aber im Geschäftsjahr 2019 nicht verpflichtend anzuwenden. Pfeiffer Vacuum wird diese Verlautbarungen erst ab den Geschäftsjahren anwenden, in denen diese innerhalb der EU verpflichtend anzuwenden sind.
| Veröffentlichung durch IASB/IFRS IC | Zeitlicher Anwendungsbereich 1 | |
| Amendments to IFRS 3 Business Combinations | März 2019 | 1. Januar 2020 |
| Amendments to IFRS 9, IAS 39 and IFRS 7: Interest Rate Benchmark Reform | Dezember 2019 | 1. Januar 2020 |
| Amendments to IAS 1 and IAS 8: Definition of Material | Dezember 2019 | 1. Januar 2020 |
| Annual Improvements to IFRS Standards 2015-2017 Cycle (issued on 12 December 2017) | Dezember 2019 | 1. Januar 2020 |
1 Geschäftsjahresbeginn gemäß
EU-Vorgabe am oder nach dem genannten Datum
Die "IFRIC Interpretations 23", die "Amendments to IFRS 9" und die "Amendments to IAS 28" haben für Pfeiffer Vacuum keine Relevanz.
Die nachfolgenden vom IASB bzw. IFRS IC verabschiedeten Verlautbarungen sind von der EU gegenwärtig noch nicht in EU-Recht übernommen worden.
| Veröffentlichung durch IASB/IFRS IC | Zeitlicher Anwendungsbereich | |
| IFRS 17 Insurance Contracts | Mai 2017 | 1. Januar 2021 |
| Amendment to IFRS 3: Definition of a Business | Oktober 2018 | 1. Januar 2020 |
| Amendments to IAS 1 and IAS 8: Classification of Liabilities as Current or Non-current | Januar 2020 | 1. Januar 2022 |
Pfeiffer Vacuum beabsichtigt die oben aufgeführten neuen Verlautbarungen zum Zeitpunkt ihres Inkrafttretens innerhalb der EU anzuwenden. Die Auswirkungen dieser noch nicht in europäisches Recht übernommenen Verlautbarungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzernabschlusses von Pfeiffer Vacuum werden gegenwärtig noch analysiert.
Aus der erstmaligen Anwendung dieser IASB-Verlautbarungen ergaben sich nachfolgend beschriebene Auswirkungen auf die Darstellung des Konzernabschlusses von Pfeiffer Vacuum.
IFRS 16 ändert die Vorschriften zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen und ersetzt den bisherigen Standard IAS 17 sowie die zugehörigen Interpretationen. Pfeiffer Vacuum hat sich für die Umstellung auf IFRS 16 nach dem modifizierten retrospektiven Ansatz entschieden. Die Vergleichsinformationen für das Geschäftsjahr 2018 werden im Geschäftsjahr 2019 demnach nicht angepasst.
Beim Übergang auf IFRS 16 konnte der Konzern wählen, ob er:
| ― |
die Definition des IFRS 16 für ein Leasingverhältnis auf alle seine Verträge anwendet oder |
| ― |
eine Ausnahmeregelung anwendet und somit nicht neu beurteilt, ob es sich bei einem Vertrag um ein Leasingverhältnis handelt beziehungsweise dieser ein solches enthält, falls dies bereits unter IAS 17 analysiert und eingestuft wurde. |
Der Konzern wird die Ausnahmeregelung bezüglich der Beibehaltung der Definition eines Leasingverhältnisses bei der Umstellung nutzen. Dies bedeutet, dass der Konzern IFRS 16 auf alle Verträge anwenden wird, die vor dem 1. Januar 2019 abgeschlossen worden sind und nach IAS 17 und IFRIC 4 als Leasingverhältnisse identifiziert worden sind.
Das zentrale Ziel des IFRS 16 ist es, beim Leasingnehmer einheitlich alle Leasingverträge anzusetzen und bilanziell abzubilden. Die bisherige Klassifizierung in Finanzierungs- und Operating-Leasingverhältnisse entfällt für den Leasingnehmer. Für alle Leasingverhältnisse sind ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit in der Bilanz zu erfassen.
Die Leasingverbindlichkeit bemisst sich nach den mit dem internen Zinsfuß abgezinsten ausstehenden Leasingzahlungen, das Nutzungsrecht wird grundsätzlich mit dem Betrag der Leasingverbindlichkeit zuzüglich anfänglicher direkter Kosten bewertet. Da der interne Zinsfuß aufgrund fehlender Informationen häufig nicht einfach ermittelt werden kann, darf alternativ der Grenzfremdkapitalzinssatz für Diskontierungszwecke verwendet werden. Während der Leasinglaufzeit ist das Nutzungsrecht abzuschreiben und die Leasingverbindlichkeit unter Anwendung der Effektivzinsmethode und Berücksichtigung der Leasingzahlungen fortzuschreiben.
Die Leasinggeberbilanzierung bleibt weitgehend unverändert. Als Leasinggeber wird auch weiterhin eine Klassifizierung der Leasingverhältnisse in Finanzierungs- und Operating-Leasingverhältnisse auf Grundlage der Verteilung von Chancen und Risiken aus dem Vermögenswert vorgenommen.
Im Rahmen der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 ist die Leasingverbindlichkeit nach der oben beschriebenen Methodik zum Umstellungszeitpunkt mit dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen anzusetzen. Der Barwertermittlung liegen dabei Grenzfremdkapitalzinssätze vom 1. Januar 2019 zugrunde.
Die in der Bilanz angesetzten Nutzungsrechte werden in denjenigen Bilanzpositionen ausgewiesen, in denen die dem Leasingvertrag zugrundeliegenden Vermögensgegenstände ausgewiesen worden wären, wenn sie im Eigentum des Unternehmens stehen würden. Die Nutzungsrechte werden daher zum Stichtag unter den langfristigen Vermögenswerten in dem Posten Sachanlagen ausgewiesen.
Die Gesellschaft hat folgende im Standard aufgeführte praktische Behelfe zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 ausgeübt:
| ― |
Leasingverhältnisse, bei denen der zugrunde liegende Vermögensgegenstand von geringem Wert (< 5.000 USD) ist, wurden gemäß IFRS 16 erfasst und bilanziert. |
| ― |
Leasingverhältnisse mit einer Restlaufzeit von weniger als 12 Monate am Tag der Erstanwendung wurden als Nutzungsrecht bilanziert. |
| ― |
Bei der Bewertung des Nutzungsrechts zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung wurden die anfänglichen direkten Kosten unberücksichtigt gelassen. |
| ― |
Eine Unterteilung der Zahlung in Leasing- und Nicht-Leasing-Komponenten wird nicht vorgenommen. Die gesamte Zahlung wird als Leasing-Komponente behandelt. |
Zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 erfasst die Gesellschaft eine Leasingverbindlichkeit und ein Nutzungsrecht für Leasingverhältnisse, die zuvor gemäß IAS 17 als Finanzierungsleasingverhältnisse eingestuft waren. Diese Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten wurden in Höhe der zum 31. Dezember 2018 bestehenden IAS 17 Verbindlichkeit angesetzt.
In Bezug auf den Anhang zum Konzernabschluss ergeben sich deutlich umfangreichere Angaben.
Aufgrund der Umstellung auf IFRS 16 haben sich folgende Effekte aus der erstmaligen Erfassung der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019 ergeben:
| ― |
Zum Erstanwendungszeitpunkt wurden Nutzungsrechte, die bisher als Operating-Leasingverhältnisse und Finanzierungs-Leasingverhältnisse bilanziert wurden, in Höhe von 19,6 Mio. € im Sachanlagevermögen erfasst. Leasingverbindlichkeiten wurden in Höhe von 17,6 Mio. € in der Bilanz erfasst. Der Unterschiedsbetrag zwischen den Nutzungsrechten und der Leasingverbindlichkeit resultierte dabei aus Leasingverhältnissen, bei denen zu Beginn der Vertragslaufzeit Vorauszahlungen geleistet worden sind. Die Leasingverbindlichkeiten werden unter den kurzfristigen und langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Der Barwertermittlung der Leasingverbindlichkeiten liegen die Grenzfremdkapitalzinssätze vom 1. Januar 2019 zugrunde. Der gewichtete Grenzfremdkapitalzinssatz zum 1. Januar 2019 betrug 1,03 %. |
| ― |
Im Eigenkapital ergaben sich keine Effekte aus der Erstanwendung. |
| ― |
Aufgrund der Erfassung der Leasingverbindlichkeiten aus den Operating-Leasingverhältnissen verringerte sich die Eigenkapitalquote um etwa 1,6 %. |
| ― |
Der aus der Änderung der Bilanzierungsregeln resultierende Anstieg der finanziellen Verbindlichkeiten wirkte sich mit etwa 17,6 Mio. € negativ auf die Nettoverschuldung des Unternehmens aus. |
Im Gegensatz zur bisherigen Vorgehensweise, nach der Aufwendungen für Operating-Leasingverhältnisse vollständig im Betriebsergebnis gezeigt wurden, werden nach IFRS 16 nur noch die Abschreibungen auf die Nutzungsrechte dem Betriebsergebnis zugerechnet.
Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Dadurch kommt es zu einer im Pfeiffer Vacuum Konzern unwesentlichen Entlastung des Betriebsergebnisses.
Durch die geänderte Erfassung von Aufwendungen aus Operating-Leasing-Verhältnissen in der Cash-Flow-Rechnung ergab sich eine Verbesserung des Cash-Flows aus der laufenden Geschäftstätigkeit.
Die Differenz erwarteter Auszahlungen für Operating-Leasingverhältnisse in Höhe von 14,6 Mio. € zum 31. Dezember 2018 und den in der Eröffnungsbilanz erfassten Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 17,6 Mio. € ergibt sich im Wesentlichen aus der Diskontierung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz (Effekt. 2,0 Mio. €) sowie durch die Neueinschätzung der Nutzungsdauern aufgrund hinreichend sicherer Verlängerungsoptionen und Nicht-Leasingkomponenten.
Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über abgrenzbare Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übergeht, das heißt, wenn der Kunde die Fähigkeit besitzt, die Nutzung der übertragenen Güter oder Dienstleistungen zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen daraus zieht. Voraussetzung dabei ist, dass ein Vertrag mit durchsetzbaren Rechten und Pflichten besteht und unter anderem der Erhalt der Gegenleistung - unter Berücksichtigung der Bonität des Kunden - wahrscheinlich ist. Die meisten Verträge mit Kunden sind Festpreisvereinbarungen, bei denen Pfeiffer Vacuum als Prinzipal agiert. Die Umsatzerlöse entsprechen den Transaktionspreisen laut den Verträgen mit Kunden, zu denen der Konzern voraussichtlich berechtigt ist. Bei Einzelverträgen mit variablen Gegenleistung, die im Transaktionspreis enthalten ist, wird der Betrag der variablen Gegenleistung entweder nach der Erwartungswertmethode oder mit dem wahrscheinlichsten Betrag ermittelt und als Minderung der Umsatzerlöse erfasst. Die Transaktionspreise beinhalten grundsätzlich keine Finanzierungskomponente, da die erwartete Zeitspanne zwischen der Übertragung der Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden und dem Zahlungszeitpunkt zwölf Monate nicht übersteigt. Wenn ein Vertrag mehrere abgrenzbare Leistungsverpflichtungen umfasst, wird der Transaktionspreis auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf die Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Falls Einzelveräußerungspreise nicht direkt beobachtbar sind, werden diese auf Basis vom "Expected-cost-plus-a-margin"-Ansatz geschätzt. Umsatzerlöse im Sinne des IFRS 15 werden bei Pfeiffer Vacuum entweder zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen bestimmten Zeitraum realisiert, wobei die zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung überwiegt.
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Vakuumprodukten werden zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem die Verfügungsgewalt auf den Kunden übergeht, im Regelfall bei Lieferung der Güter. Umsatzerlöse bei Verträgen mit kundenspezifischen Vakuumlösungen werden über einen bestimmten Zeitraum nach Leistungsfortschritt, basierend auf dem Verhältnis der bereits angefallenen Kosten zum Bilanzstichtag zu den geschätzten Gesamtkosten realisiert (inputbasierte Methode) und unter (vertragliche) Vermögenswerte erfasst. In Verbindung mit dem Verkauf von Vakuumprodukten bietet Pfeiffer Vacuum zum Teil erweiterte Garantieversprechen an, die über die gesetzlichen Gewährleistungsverpflichtungen ("assurance-type warranties") hinausgehen ("service & process-type warranties"). Leistungsverpflichtungen im Zusammenhang mit erweiterten Garantieversprechen, für die der Kunde bereits eine Gegenleistung entrichtet hat, werden unter Vertragsverbindlichkeit erfasst und über den Zeitraum realisiert, in dem die Leistungen basierend auf der abgelaufenen Zeit erbracht werden.
Umsätze aus der Erbringung von Servicedienstleistungen werden nach Ausführung realisiert. Sie beinhalten in Rechnung gestellte Arbeitszeiten der Servicemitarbeiter, Ersatzteile und Austauschteile. Zinserträge werden realisiert, wenn die Zinsen entstanden sind. Mieterträge aus den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden linear über die Laufzeit der Verträge erfasst.
Die Umsatzkosten umfassen die zur Erzielung der Umsatzerlöse angefallenen Herstellungskosten sowie die Kosten des Servicegeschäfts. Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten auch Gemeinkosten einschließlich etwa der Abschreibungen auf Produktionsgebäude und -anlagen. In den Umsatzkosten werden ferner die Aufwendungen für Frachten, Abwertungen auf die Vorräte sowie Kosten für Gewährleistungen ausgewiesen. Für zum Bilanzstichtag realisierte Umsätze werden Gewährleistungsrückstellungen gebildet, die auf historischen Erfahrungswerten basieren.
Forschungs- und Entwicklungskosten werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung grundsätzlich als Aufwand gebucht. Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn die in IAS 38 "Intangible Assets" genannten Aktivierungsvoraussetzungen im Pfeiffer Vacuum Konzern vollständig erfüllt werden. In den Geschäftsjahren 2019 und 2018 wurden keine selbstgeschaffenen Entwicklungskosten aktiviert.
Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Vermögenswerte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet und über die erwartete Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden sowie beim Sachanlagevermögen die Restwerte werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und gegebenenfalls angepasst. Für die Nutzungsdauer werden folgende Werte unterstellt:
| Produktionshallen, Produktions- und Verwaltungsgebäude, sonstige gebäudeähnliche Vermögenswerte | 20 - 40 Jahre |
| Technische Anlagen, Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung einschließlich IT-Ausstattung | 3 - 15 Jahre |
| Immaterielle Vermögenswerte 1 | 3 - 5 Jahre |
Im Rahmen von Unternehmenserwerben angesetzte immaterielle Vermögenswerte, wie etwa Markenrechte oder Kundenbeziehungen, können davon abweichend längere Nutzungsdauern von bis zu 20 Jahren haben. Die Festlegung erfolgt jeweils einzelfallbezogen.
Planmäßige Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung verursachungsgerecht den Funktionsbereichen zugeordnet. Reparatur- und Instandhaltungskosten werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die Gesellschaft überprüft die Werthaltigkeit der Vermögenswerte, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Sofern Anzeichen für eine Wertminderung bestehen, führt die Gesellschaft die in IAS 36 "Impairment of Assets" vorgeschriebenen Bewertungen durch. Dabei wird der Buchwert des Vermögenswerts mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt Cash-Flows, die abhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cash-Flows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dieses stützt sich auf Bewertungsmultiplikatoren oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert. Erforderliche Wertaufholungen werden in Folgeperioden bis zur Höhe der Wertaufholungsgrenze ergebniswirksam gebucht. Die Wertaufholungsgrenze wird durch den Betrag bestimmt, der sich bei planmäßiger Abschreibung des Vermögenswerts zum jeweiligen Bilanzstichtag ergeben hätte.
Die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wird mindestens einmal jährlich überprüft. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss erwartungsgemäß profitieren werden. Eine Überprüfung findet stets dann statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Ist dies der Fall, wird die zuvor dargestellte Vorgehensweise für Wertminderungen nach IAS 36 "Impairment of Assets" angewendet. Ein sich ergebender Wertminderungsbetrag wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Eine Wertaufholung in Folgeperioden ist beim Geschäfts- oder Firmenwert nicht zulässig.
Eine Sachanlage oder ein immaterieller Vermögenswert wird entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Gewinne und Verluste aus den Abgängen von Vermögenswerten werden als Unterschiedsbetrag zwischen den Veräußerungserlösen und dem Buchwert, gegebenenfalls abzüglich direkt zurechenbarer Veräußerungskosten, ermittelt und erfolgswirksam erfasst.
Immobilien werden dem Bestand der als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien zugeordnet, wenn sie zur Erzielung von Mieteinnahmen gehalten werden. Sie werden mit den Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten angesetzt und über die erwartete Nutzungsdauer linear abgeschrieben (Anschaffungskostenmodell). Die Beurteilung der Restwerte, der Nutzungsdauern und der Abschreibungsmethoden sowie etwaiger Wertminderungsaufwendungen erfolgt analog zu der bei den Sachanlagen dargestellten Vorgehensweise. Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien werden ausgebucht, wenn sie abgehen oder wenn sie dauerhaft nicht mehr genutzt werden und kein künftiger wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird.
Finanzinstrumente sind Verträge, die bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Die Bilanzierung von Finanzinstrumenten erfolgt bei üblichem Kauf oder Verkauf zum Erfüllungstag, das heißt zu dem Tag, an dem der Vermögenswert geliefert wird. Entsprechend IFRS 9 "Financial Instruments" werden Finanzinstrumente bei Zugang den folgenden Kategorien zugeordnet:
| ― |
"Fair Value through Profit or Loss" (erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert) |
| ― |
"Fair Value through other comprehensive income" (erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert) |
| ― |
"Amortised Cost" (Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten) |
Forderungen, insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und (vertragliche) Vertragsvermögenswerte, werden im Zugangszeitpunkt mit dem Betrag der unbedingten Gegenleistung erfasst und nachfolgend zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Forderungen enthalten im Allgemeinen keine wesentlichen Finanzierungskomponenten. Enthalten sie signifikante Finanzierungskomponenten, sind sie stattdessen zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen. Ein (vertraglicher) Vertragsvermögenswert ist der Anspruch auf den Erhalt einer Gegenleistung im Austausch für Güter oder Dienstleistungen, die auf den Kunden übergegangen sind. Wertberichtigungen auf (vertragliche) Vertragsvermögenswerte und Forderungen für Bonitätsrisiken werden auf Basis der erwarteten Ausfälle ("expected loss model") gebildet. Pfeiffer Vacuum wendet dabei ein vereinfachtes Wertminderungsmodell gemäß IFRS 9 an, bei dem eine Risikovorsorge in Höhe der zu erwarteten Verluste über die Restlaufzeit zu bilden ist. Eine Wertaufholung wird ergebniswirksam, maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten, erfasst. Forderungen werden ausgebucht, sobald sie uneinbringlich sind.
Derivative Finanzinstrumente werden von der Gesellschaft ausschließlich zur Steuerung von Währungsrisiken eingesetzt. Anstelle der Regelungen zum Hedge Accounting nach IFRS 9 übt Pfeiffer Vacuum freiwillig das Wahlrecht aus und wendet weiterhin die entsprechenden Regelungen des IAS 39 an. Etwa 54 % des Konzernumsatzes sind in ausländischer Währung (nicht Euro, vorwiegend US-Dollar sowie zum Teil KRW) fakturiert (Vorjahr: 53 %). Die Gesellschaft tätigt Devisentermingeschäfte und -optionen, um ihre zukünftigen Umsätze in Fremdwährung gegen Wechselkursschwankungen abzusichern. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu diesem Zweck erworben. Pfeiffer Vacuum tätigt keine spekulativen Geschäfte. Derivative Finanzinstrumente, die zu Sicherungszwecken eingesetzt werden, werden bei erstmaliger Erfassung sowie in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Verbindlichkeiten, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Änderungen des Marktwerts der Derivate werden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst, soweit ein Cash-Flow-Hedge nach den Vorgaben des Hedge Accounting in IAS 39 vorliegt und dieser als effektiv eingestuft wird. Eine Umbuchung in die Sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen in Form von Wechselkursgewinnen und -verlusten erfolgt zeitgleich mit der Ergebniswirkung des gesicherten Grundgeschäfts. Sofern derivative Finanzinstrumente zwar zu Sicherungszwecken erworben wurden, formal aber die Voraussetzungen des Hedge Accounting gemäß IAS 39 nicht erfüllen, erfolgt die Bewertung ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt jeweils auf Basis von Referenzkursen unter Berücksichtigung der Terminauf- und -abschläge zum Bilanzstichtag. Bezüglich weiterer Informationen zu Finanzinstrumenten wird auf Anmerkung 33 verwiesen.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind finanzielle Verbindlichkeiten und werden im Zugangszeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert und nachfolgend zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Der Ansatz am Bilanzstichtag erfolgt dementsprechend zum Nennwert oder mit dem höheren Rückzahlungsbetrag einschließlich etwaiger Umsatzsteuerbeträge.
Darlehen sind ebenfalls finanzielle Verbindlichkeiten und werden nach der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert in den Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dabei werden alle Bestandteile des Effektivzinssatzes berücksichtigt. Erfolgsbeiträge aus der Anwendung der Effektivzinsmethode werden im Finanzergebnis ausgewiesen.
Der Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfasst den Kassenbestand, Bankguthaben und alle hochliquiden Anlageformen bei Kreditinstituten mit einer Ursprungslaufzeit von bis zu drei Monaten. Der Finanzmittelfonds in der Konzernkapitalflussrechnung wird ebenfalls entsprechend dieser Definition abgegrenzt. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen ebenfalls den Wertminderungsvorschriften von IFRS 9 ("expected loss-model"). Als Folge des kurzfristigen Anlagehorizonts weist dieser Posten ein geringes Wertschwankungsrisiko auf.
Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Nettoveräußerungswert und Anschaffungs- oder Herstellungskosten ausgewiesen. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten. Zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten zählen alle Kosten des Erwerbs und der Herstellung sowie sonstige Kosten, die dafür angefallen sind, die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Bei selbst erstellten unfertigen und fertigen Erzeugnissen, beinhalten die Herstellungskosten neben den zurechenbaren Einzelkosten auch produktionsbezogene Gemeinkosten. Abgänge werden mit dem gewichteten Durchschnittspreis angesetzt. Fremdkapitalzinsen werden bei den Vorräten nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Darüber hinaus werden Wertberichtigungen auf Überbestände nach Maßgabe interner Richtlinien entsprechend dem Lagerumschlag im Verhältnis zu den zukünftigen Verbräuchen oder Verkäufen ermittelt. Überbestände sind Bestände einzelner Vorratsposten, die die erwarteten Veräußerungs- oder Verbrauchsmengen übersteigen. Die Prognose der künftigen Verbrauche und Verkäufe basiert auf Schätzungen.
Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte werden mit fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen, angesetzt. Langfristige Forderungen und Vermögenswerte werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.
Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern aufgrund eines vergangenen Ereignisses gegenwärtig eine rechtliche oder faktische Außenverpflichtung hat und es wahrscheinlich ist, dass die Begleichung der Verpflichtung zu einem Nutzenabfluss führen wird und die Höhe der Rückstellung verlässlich bestimmbar ist. Die Bewertung erfolgt mit der bestmöglichen Schätzung des Verpflichtungsumfangs.
Die Bewertung der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected unit credit method") gemäß IAS 19 "Employee Benefits". Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Änderungen des Anwartschaftsbarwerts (bei Pensionsplänen) oder des versicherungsmathematischen Barwerts der erdienten Ansprüche (bei anderen Versorgungsleistungen) und solche resultierend aus Abweichungen zwischen den tatsächlichen und den mit dem Diskontsatz gerechneten Vermögenserträgen im Planvermögen sowie aus sonstigen Prämissenänderungen werden ergebnisneutral in den sonstigen Eigenkapitalbestandteilen erfasst. In den Pensionsrückstellungen wird damit der tatsächliche Nettoverpflichtungsüberhang als Differenz aus dem Anwartschaftsbarwert der Verpflichtung und dem zum Fair Value bewerteten Planvermögen ausgewiesen. Darüber hinaus wird der Ertrag aus Planvermögen in Höhe des Diskontsatzes der Pensionsverpflichtung angenommen. Die Bilanzierung der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen erfolgt auf Basis von zum Bilanzstichtag eingeholten versicherungsmathematischen Gutachten. Die bestehenden Pensionspläne sind in Anmerkung 25 erläutert.
Bei beitragsorientierten Pensionszusagen erfolgt die Erfassung als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung zum Zeitpunkt der Entstehung der Beitragsverpflichtung. Rückstellungen werden nur gebildet, sofern die Zahlung nicht im Jahr der Beitragsentstehung erfolgt.
Vertragsverbindlichkeiten und Sonstige Verbindlichkeiten werden im Zugangszeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt mit fortgeführten Anschaffungskosten. Eine Vertragsverbindlichkeit ist die Verpflichtung, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen, für die er eine Gegenleistung entrichtet hat. Der Ansatz am Bilanzstichtag erfolgt dementsprechend zum Nennwert oder mit dem höheren Rückzahlungsbetrag einschließlich etwaiger Umsatzsteuerbeträge.
Die tatsächlichen Ertragsteuern sind in dem Umfang, in dem sie noch nicht bezahlt sind, als Verbindlichkeit ausgewiesen. Allgemeine steuerliche Risiken im Konzern wurden zusätzlich berücksichtigt. Falls die bereits bezahlten Beträge für Ertragsteuern den geschuldeten Betrag übersteigen, ist der Unterschiedsbetrag als Vermögenswert angesetzt.
Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die am Bilanzstichtag gelten.
Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden gemäß IAS 12 "Income Taxes" für temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten von Vermögenswerten und Schulden in Konzernbilanz und Steuerbilanz oder für noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge gebildet (Liability-Methode). Bei der Beurteilung der Realisierbarkeit von latenten Steueransprüchen berücksichtigt die Unternehmensleitung, ob es eher wahrscheinlich oder eher unwahrscheinlich ist, dass latente Steuern nicht realisiert werden können. Die Realisierbarkeit von latenten Steueransprüchen hängt davon ab, ob zum Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen ein steuerbares Einkommen erwirtschaftet wird, von dem die temporären Differenzen abgezogen werden können. Basis hierfür ist die Steuerplanung im Unternehmen. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt unter Verwendung der lokalen Steuersätze, die zum Zeitpunkt der Realisation des Vermögenswerts beziehungsweise der Erfüllung der Schuld erwartet werden. Dabei werden die Steuersätze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Die Auswirkungen von Steuergesetzänderungen werden bereits in dem Jahr ergebniswirksam berücksichtigt, in dem die Änderungen wirksam werden. Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern unmittelbar im Eigenkapital erfasst. Auf latente Steueransprüche wird eine Wertberichtigung gebildet, wenn eine Realisation der zukünftigen Steuervorteile unwahrscheinlich wird. Latente Steueransprüche und -schulden werden miteinander verrechnet, sofern die Ansprüche und Verpflichtungen gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen.
Gemäß IFRS 16 "Leases" sind beim Leasingnehmer für alle Leasingverhältnisse ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit in der Bilanz zu erfassen. Die Leasingverbindlichkeit bemisst sich nach dem mit dem internen Zinsfuß abgezinsten ausstehenden Leasingzahlungen, das Nutzungsrecht wird grundsätzlich mit dem Betrag der Leasingverbindlichkeit zuzüglich anfänglicher direkter Kosten bewertet. Da der interne Zinsfuß, aufgrund fehlender Informationen, häufig nicht einfach ermittelt werden kann, darf alternativ der Grenzfremdkapitalzinssatz für Diskontierungszwecke verwendet werden. Während der Leasinglaufzeit ist das Nutzungsrecht abzuschreiben und die Leasingverbindlichkeit unter Anwendung der Effektivzinsmethode und Berücksichtigung der Leasingzahlungen fortzuschreiben. Die in der Bilanz angesetzten Nutzungsrechte werden in denjenigen Bilanzpositionen ausgewiesen, in denen die dem Leasingvertrag zugrundeliegenden Vermögensgegenstände ausgewiesen worden wären, wenn sie im Eigentum des Unternehmens stehen würden. Die Nutzungsrechte werden daher zum Stichtag unter den langfristigen Vermögenswerten in dem Posten Sachanlagen ausgewiesen. Die Leasingverbindlichkeiten sind unter den finanziellen Verbindlichkeiten erfasst.
Zuwendungen der öffentlichen Hand, die der Konzern als Kompensation für entstandene Aufwendungen erhält (Aufwandszuschüsse), werden in der Periode erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst, in der auch die zu kompensierenden Aufwendungen anfallen.
IFRS 13 "Fair Value Measurement" enthält einheitliche Regelungen zur Bestimmung des Fair Value und regelt, wie der beizulegende Zeitwert zu ermitteln ist, sofern ein anderer Standard die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erlaubt oder vorschreibt. Im Pfeiffer Vacuum Konzern werden Wahlrechte zur Fair Value-Bilanzierung nicht ausgeübt.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert, dass die Unternehmensführung Einschätzungen vornimmt und Annahmen trifft. Diese Einschätzungen basieren auf den historischen Erfahrungswerten der Unternehmensleitung, werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Einige Bilanzierungsgrundsätze sind als erheblich einzustufen, da sie sich wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken können und signifikante oder komplexe Schätzungen der Unternehmensleitung erfordern. Die Einschätzungen und Annahmen können von den tatsächlichen Ergebnissen abweichen. Schätzunsicherheiten, die zu einem bedeutenden Risiko einer wesentlichen Anpassung von Buchwerten innerhalb des Geschäftsjahres 2020 führen würden, bestanden nach gegenwärtiger Einschätzung zum 31. Dezember 2019 nicht.
Wesentliche zukunftsbezogene Schätzungen und Annahmen bestehen unter anderem bei der Schätzung der Zahlungsströme im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung bei Geschäfts- oder Firmenwerten, bei der Bildung von Pensions- und Gewährleistungsrückstellungen, bei Schätzungen der Nutzungsdauern des Anlagevermögens, bei der Bestimmung des Fair Value der im Rahmen von Unternehmenserwerben identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden, bei der Abgrenzung und Ermittlung von Einzelveräußerungspreisen im Sinne des IFRS 15, die nicht direkt beobachtbar sind, bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverträgen oder des Umfangs von Leasingraten oder bei latenten Steueransprüchen. Die wesentlichen Annahmen sind in den Anhangangaben zu den einzelnen Bilanzposten oder in den Bilanzierungsgrundsätzen erläutert.
Hinsichtlich der Annahmen, die der Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte zugrunde gelegt wurden, verweisen wir auf Anmerkung 11. Die Parameter, die der Bilanzierung der Pensionsverpflichtungen zugrunde gelegt wurden, sind in Anmerkung 25 erläutert. Angaben zu den Nutzungsdauern des materiellen und immateriellen Anlagevermögens sind in Anmerkung 4, Abschnitt "Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte", dargestellt. Zu den Umsatzerlösen verweisen wir auf die Anmerkung 4, Abschnitt "Ertragsrealisierung" und zur Zusammensetzung der Umsatzerlöse auf Anmerkung 7. Weitere Details zu den Rückstellungen sind in Anmerkung 29 und zu den latenten Steueransprüchen in Anmerkung 24 enthalten.
In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 sind neben der Muttergesellschaft Pfeiffer Vacuum Technology AG unverändert drei inländische und 28 ausländische Tochtergesellschaften auf Basis der Vollkonsolidierung einbezogen.
In den Geschäftsjahren 2019 und 2018 gab es keine Änderungen des Konsolidierungskreises.
| Sitz |
Beteiligungsanteil
(in %) |
|
| Pfeiffer Vacuum Technology AG | Deutschland | |
| Pfeiffer Vacuum GmbH | Deutschland | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum Austria GmbH | Österreich | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum (Schweiz) AG | Schweiz | 99,4 |
| Pfeiffer Vacuum (Shanghai) Co., Ltd. | China | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum (India) Private Ltd. | Indien | 27,0 1 |
| Pfeiffer Vacuum Ltd. | Großbritannien | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum Scandinavia AB | Schweden | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum Singapore Pte. Ltd. | Singapur | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum Taiwan Corporation Ltd. | Taiwan | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum Benelux B. V. | Niederlande | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum (Xi'an) Co., Ltd. | China | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum Malaysia SDN. BHD. | Malaysia | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum Inc. | USA | 100,0 |
| Advanced Test Concepts, LLC. | USA | 100,0 |
| Nor-Cal Products Holdings, Inc. | USA | 100,0 |
| Nor-Cal Products, Inc. | USA | 100,0 |
| Nor-Cal Products Viet Nam Co., Ltd. | Vietnam | 100,0 |
| Nor-Cal Products Europe Ltd. | Großbritannien | 100,0 |
| Nor-Cal Products Korea Co., Ltd. | Südkorea | 100,0 |
| Nor-Cal Products Asia Pacific Pte. Ltd. | Singapur | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum California Realty Holdings, LLC. | USA | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum Indiana Realty Holdings, LLC. | USA | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum New Hampshire Realty Holdings, LLC. | USA | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum Holding B. V. | Niederlande | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum Italia S. p. A. | Italien | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum (India) Private Ltd. | Indien | 73,0 1 |
| Pfeiffer Vacuum Korea Ltd. | Südkorea | 75,5 2 |
| Pfeiffer Vacuum Components & Solutions GmbH | Deutschland | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum SAS | Frankreich | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum Romania S.r. l. | Rumänien | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum Semi Korea, Ltd. | Südkorea | 100,0 |
| Pfeiffer Vacuum Korea Ltd. | Südkorea | 24,5 2 |
| Dreebit GmbH | Deutschland | 100,0 |
1 und 2 Beteiligungsquote des Konzerns zusammen
100,0 %
Pfeiffer Vacuum erwirtschaftet Erlöse aus Verträgen mit Kunden aus der Übertragung von Gütern und Dienstleistungen sowohl zeitpunkt- als auch zeitraumbezogen, wobei die zeitpunktbezogene Erlösrealisierung den größten Teil der Umsatzerlöse des Konzerns ausmacht.
Die nachfolgenden Übersichten stellen die Aufgliederung der Konzernerlöse mit Kunden nach Produkten, Regionen und Märkten dar:
|
Turbopumpen
in T€ |
Instrumente und Komponenten
in T€ |
Vorpumpen
in T€ |
Service
in T€ |
Systeme
in T€ |
Alle Geschäftsbereiche
in T€ |
|
| 2019 | 191.619 | 184.584 | 124.148 | 112.803 | 19.711 | 632.865 |
| 2018 | 192.111 | 193.755 | 143.414 | 111.582 | 18.863 | 659.725 |
|
Europa
in T€ |
Asien
in T€ |
Nord- und Südamerika
in T€ |
Rest der Welt
in T€ |
Alle Geschäftsbereiche
in T€ |
|
| 2019 | 232.043 | 231.050 | 169.664 | 108 | 632.865 |
| 2018 | 246.971 | 246.624 | 165.942 | 188 | 659.725 |
|
Halbleiter
in T€ |
Industrie
in T€ |
Analytik
in T€ |
Beschichtung
in T€ |
Forschung & Entwicklung
in T€ |
Alle Geschäftsbereiche
in T€ |
|
| 2019 | 222.602 | 149.536 | 118.470 | 75.559 | 66.698 | 632.865 |
| 2018 | 243.900 | 135.312 | 116.672 | 99.611 | 64.230 | 659.725 |
Unverändert im Vergleich zum Vorjahr gab es in 2019 keine Umsätze mit wesentlichen Kunden (> 10 % des Gesamtumsatzes).
Zur weiteren Analyse der Umsatzerlöse verweisen wir auf die Ausführungen zur Segmentberichterstattung Anmerkung 32.
Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2019 beläuft sich auf 110,7 Mio. € (Vorjahr: 144,9 Mio. €) und repräsentiert den Umfang der nicht oder teilweise nicht erfüllten Vertragsverpflichtungen.
In den Umsatzkosten sind die Herstellungskosten der verkauften Produkte sowie die Kosten der erbrachten Serviceleistungen ausgewiesen. Diese beinhalten neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten auch Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf Produktionsgebäude und -anlagen. Darüber hinaus sind hier die Aufwendungen für Frachten, Abwertungen auf die Vorräte sowie Kosten für Gewährleistungen enthalten.
Die Vertriebs- und Marketingkosten enthalten überwiegend Personalkosten, Kosten für Marketing und Werbung, Kosten für Messebesuche sowie sonstige Aufwendungen der Verkaufsförderung (zum Beispiel Kataloge, Prospekte etc.).
Die Verwaltungs- und allgemeinen Kosten enthalten im Wesentlichen Personalkosten, Aufwendungen für die Forderungswertberichtigungen, Kosten der Abschlussprüfung, sonstige allgemeine Beratungskosten sowie alle Aufwendungen, die die Gesellschaft insgesamt betreffen.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten enthalten die diesem Funktionsbereich zugeordneten Personalkosten und Materialkosten. Die auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation für Akquisitionen angesetzten Technologiewerte entfallenden Abschreibungen betrugen im Berichtsjahr 1,0 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) und sind ebenfalls Bestandteil der Forschungs- und Entwicklungskosten.
Zur weiteren Analyse der betrieblichen Kosten verweisen wir auf die Ausführungen zu den Umsatzkosten in Anmerkung 15, zur Entwicklung der Ertragsteuern auf Anmerkung 24, zur Entwicklung der Pensionskosten auf Anmerkung 25, zur Entwicklung der Personalkosten allgemein auf Anmerkung 38 und zur Entwicklung der planmäßigen Abschreibungen auf Anmerkung 11 und Anmerkung 12.
Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Währungskursgewinne | 4.126 | 5.454 |
| Aufwandszuschüsse | 3.087 | 3.568 |
| Gewinne aus der Veräußerung von Vermögenswerten | 62 | 1.744 |
| Sonstiges | 493 | 536 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 7.768 | 11.302 |
| Währungskursverluste | - 4.295 | - 4.682 |
| Sonstiges | - 609 | - 558 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 4.904 | - 5.240 |
Mit den unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesenen Aufwandszuschüssen sind keine unerfüllten Bedingungen oder sonstige Eventualitäten verbunden.
Die im Geschäftsjahr 2019 und im Vorjahr erfassten Finanzaufwendungen und Finanzerträge setzen sich wie folgt zusammen:
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen | - 853 | - 727 |
| Finanzaufwendungen | - 853 | - 727 |
| Zinserträge | 216 | 208 |
| Finanzerträge | 216 | 208 |
| Finanzergebnis | - 637 | - 519 |
Im Posten immaterielle Vermögenswerte werden im Wesentlichen die im Konzern erworbene Software und im Rahmen von Akquisitionen angesetzte immaterielle Vermögenswerte (unter anderem Technologie, Kundenstamm, Markenrecht) sowie der Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte in den Jahren 2019 und 2018 wird nachfolgend dargestellt.
|
Software
in T€ |
Software vor Inbetriebnahme
in T€ |
Geschäfts- oder Firmenwert
in T€ |
Kundenstamm
in T€ |
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
in T€ |
Gesamt
in T€ |
|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||||
| Bestand 01.01.2019 | 9.168 | 267 | 80.721 | 41.632 | 33.324 | 165.112 |
| Währungsdifferenzen | 3 | - | 652 | 473 | 128 | 1.256 |
| Zugänge | 1.543 | 3.955 | - | - | 312 | 5.810 |
| Abgänge | - 55 | - | - | - | - 24 | - 79 |
| Stand 31.12.2019 | 10.659 | 4.222 | 81.373 | 42.105 | 33.740 | 172.099 |
| Kumulierte Abschreibungen | ||||||
| Bestand 01.01.2019 | 6.278 | - | - | 23.538 | 25.836 | 55.652 |
| Währungsdifferenzen | 2 | - | - | 119 | 62 | 183 |
| Zugänge | 1.174 | - | - | 1.729 | 1.173 | 4.076 |
| Abgänge | - 55 | - | - | - | - 1 | - 56 |
| Stand 31.12.2019 | 7.399 | - | - | 25.386 | 27.070 | 59.855 |
| Nettobuchwert 31.12.2019 | 3.260 | 4.222 | 81.373 | 16.719 | 6.670 | 112.244 |
| Davon mit unbegrenzter Nutzungsdauer | - | - | 81.373 | - | 3.293 | 84.666 |
|
Software
in T€ |
Software vor Inbetriebnahme
in T€ |
Geschäfts- oder Firmenwert
in T€ |
Kundenstamm
in T€ |
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
in T€ |
Gesamt
in T€ |
|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||||
| Bestand 01.01.2018 | 8.410 | 186 | 79.299 | 40.495 | 32.922 | 161.312 |
| Währungsdifferenzen | 6 | - | 1.422 | 1.137 | 308 | 2.873 |
| Zugänge | 801 | 81 | - | - | 291 | 1.173 |
| Abgänge | - 49 | - | - | - | - 197 | - 246 |
| Stand 31.12.2018 | 9.168 | 267 | 80.721 | 41.632 | 33.324 | 165.112 |
| Kumulierte Abschreibungen | ||||||
| Bestand 01.01.2018 | 5.193 | - | - | 21.604 | 23.701 | 50.498 |
| Währungsdifferenzen | 4 | - | - | 294 | 124 | 422 |
| Zugänge | 1.130 | - | - | 1.640 | 2.208 | 4.978 |
| Abgänge | - 49 | - | - | - | - 197 | - 246 |
| Stand 31.12.2018 | 6.278 | - | -23.538 | 25.836 | 55.652 | |
| Nettobuchwert 31.12.2018 | 2.890 | 267 | 80.721 | 18.094 | 7.488 | 109.460 |
| Davon mit unbegrenzter Nutzungsdauer | - | - | 80.721 | - | 3.281 | 84.002 |
Wertminderungsaufwendungen oder Wertaufholungen für immaterielle Vermögenswerte waren in den Jahren 2019 und 2018 nicht zu erfassen.
Für die im Rahmen von Unternehmensakquisitionen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte und Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer wurde zur Überprüfung der Werthaltigkeit zum 31. Dezember 2019 ein Impairment-Test durchgeführt.
Die Bestimmung der für den Impairment-Test zugrunde zu legenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erfolgt dabei nach Maßgabe der Segmentabgrenzung nach IFRS 8 und ist daher gesellschaftsbezogen. Die erzielbaren Beträge (Nutzungswerte) wurden jeweils zum 31. Dezember 2019 für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ermittelt, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde. Basis für die Nutzungswertermittlung waren jeweils Cash-Flow-Prognosen für die Jahre 2020 bis 2022. Diese ergeben sich aus differenzierten und vom Management freigegebenen Umsatz- und Kostenplanungen für jedes Jahr dieses Detailplanungszeitraums sowie den daraus abgeleiteten operativen Betriebsergebnissen. Dabei werden sowohl die aktuellen diesbezüglichen Ergebnisse als auch die erwarteten Markt-, Wirtschafts- und Wettbewerbsentwicklungen berücksichtigt und mit den Erfahrungen der Vergangenheit verprobt. Darüber hinaus werden für die Cash-Flow-Prognosen Annahmen hinsichtlich der Entwicklung des Working Capitals und der zukünftigen Investitionen getroffen. Die nach dem Detailplanungszeitraum anfallenden Cash-Flows wurden unter Verwendung individueller Wachstumsraten extrapoliert. Die Diskontierung der Cash-Flows erfolgt mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC) unter Berücksichtigung der landesspezifischen Risiken.
Für die im Rahmen von verschiedenen Akquisitionen insgesamt angesetzten Geschäfts- oder Firmenwerte (81,4 Mio. €; Vorjahr: 80,7 Mio. €) wurde der erzielbare Betrag (Nutzungswert) zum 31. Dezember 2019 auf der Grundlage von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ermittelt. Die Verteilung dieser Geschäfts- oder Firmenwerte auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und die wesentlichen Annahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde gelegen haben, ergeben sich aus der nachfolgenden Tabelle.
| 31.12.2019 | 31.12.2018 | |||||
|
Geschäftswert
in Mio. € |
Abzinsungsfaktor vor Steuern
in % |
Langfristige Wachstumsrate
in % |
Geschäftswert
in Mio. € |
Abzinsungsfaktor vor Steuern
in % |
Langfristige Wachstumsrate
in % |
|
| Deutschland | 13,1 | 12,0 | 1,0 - 1,5 | 13,1 | 11,7 - 12,4 | 1,0 - 1,5 |
| Davon Pfeiffer Vacuum Components & Solutions GmbH | 8,2 | 12,0 | 1,5 | 8,2 | 12,1 | 1,5 |
| Frankreich (Pfeiffer Vacuum SAS) | 23,0 | 13,3 | 1,5 | 23,0 | 14,2 | 1,5 |
| Übriges Europa | 2,7 | 10,4 - 15,3 | 1,5 | 2,7 | 12,0 - 16,0 | 1,5 |
| USA | 32,0 | 10,6 | 1,5 | 31,2 | 11,0 - 11,1 | 1,5 |
| Davon Nor-Cal Products Inc. | 20,7 | 10,6 | 1,5 | 20,3 | 11,0 | 1,5 |
| Davon Pfeiffer Vacuum Inc. | 7,9 | 10,6 | 1,5 | 7,7 | 11,1 | 1,5 |
| Südkorea (Pfeiffer Vacuum Semi Korea, Ltd.) | 4,3 | 12,2 | 1,5 | 4,3 | 12,1 | 1,5 |
| China | 4,1 | 12,6 | 1,5 | 4,1 | 12,4 | 1,5 |
| Übriges Asien | 2,2 | 10,1 - 16,2 | 1,5 | 2,3 | 10,2 - 17,3 | 1,5 |
| Gesamt | 81,4 | 80,7 | ||||
Aus der Wertermittlung für die zuvor genannten Geschäfts- oder Firmenwerte ergab sich zum 31. Dezember 2019 kein Wertminderungsbetrag, da in allen Wertermittlungen der Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten über dem jeweils relevanten Buchwert lag.
Ein im Rahmen einer Akquisition angesetztes Markenrecht (Buchwert 3,3 Mio. €; Vorjahr: 3,3 Mio. €) wird vom Konzern unverändert aktiv genutzt, hat daher wie in den Vorjahren eine unbestimmte Nutzungsdauer und wurde entsprechend den Umsatzanteilen den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Hierbei entfielen unter anderem auf Frankreich 0,8 Mio. €, auf Südkorea 1,0 Mio. € und auf die USA insgesamt 0,6 Mio. €. Ein Abwertungsbedarf hat sich aus dem zum 31. Dezember 2019 durchgeführten Impairment-Test nicht ergeben.
Grundsätzlich führt keine für möglich gehaltene Änderung einer wesentlichen bei der Bewertung zu Grunde gelegten Annahme dazu, dass der Buchwert dieser Einheit deren erzielbaren Betrag übersteigt. Davon abweichend würde bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,1 %-Punkte auf 15,4 % für den auf die Region Italien allokierten Geschäfts- oder Firmenwert bei sonst konstanten Prämissen der erzielbare Betrag (Nutzungswert) dem Buchwert entsprechen (Vorjahr: 0,3 %-Punkte auf 12,4 %). Das gleiche Ergebnis würde sich bei einer Reduzierung der im Rahmen der Cash-Flow-Prognose verwendeten nachhaltigen EBIT-Marge um 0,1 %-Punkte auf 5,4 % oder des nachhaltigen Umsatzwachstums um 0,2 %-Punkte oder des nachhaltigen Free Cash-Flow um 10 T € auf 729 T € ergeben (Vorjahr: 0,2 %-Punkte auf 5,3 % beziehungsweise 0,3 %-Punkte beziehungsweise 20 T € auf 622 T €). Im Jahr 2019 würde bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 1,2 %-Punkte auf 14,4 % für den auf die Region Frankreich allokierten Geschäfts- oder Firmenwert bei sonst konstanten Prämissen der erzielbare Betrag (Nutzungswert) dem Buchwert entsprechen. Das gleiche Ergebnis würde sich bei einer Reduzierung der im Rahmen der Cash-Flow-Prognose verwendeten nachhaltigen EBIT-Marge um 1,0 %-Punkte auf 7,0 % oder des nachhaltigen Umsatzwachstums um 1,0 %-Punkte oder des nachhaltigen Free Cash-Flow um 1,8 Mio. € auf 13,6 Mio. € ergeben. Im Jahr 2018 hätte bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 1,3 %-Punkte auf 10,0 % bei dem auf die Dreebit GmbH im Geschäftsjahr 2018 allokierten Geschäfts- oder Firmenwert bei sonst konstanten Prämissen der erzielbare Betrag (Nutzungswert) dem Buchwert entsprochen. Das gleiche Ergebnis hätte sich im Jahr 2018 bei einer Reduzierung der im Rahmen der Cash-Flow-Prognose verwendeten nachhaltigen EBIT-Marge um 1,2 %-Punkte auf 5,3 % oder des nachhaltigen Free Cash-Flow um 100 T € auf 431 T € ergeben. Zum 31. Dezember 2019 betrug der Überschuss des Nutzungswerts über den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Italien 0,1 Mio. (31. Dezember 2018: Italien und Dreebit GmbH 0,1 Mio. € beziehungsweise 1,0 Mio. €).
|
Grundstücke und Gebäude
in T€ |
Technische Anlagen und Maschinen
in T€ |
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
in T€ |
Anlagen im Bau
in T€ |
Gesamt
in T€ |
|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 31.12.2018 | 99.445 | 106.892 | 35.356 | 12.444 | 254.137 |
| Anpassung durch IFRS 16 | 16.541 | 430 | 2.669 | - | 19.640 |
| Bestand 01.01.2019 (angepasst) | 115.986 | 107.322 | 38.025 | 12.444 | 273.777 |
| Währungsdifferenzen | 230 | - 26 | 88 | 11 | 303 |
| Zugänge | 3.269 | 14.937 | 6.163 | 5.485 | 29.854 |
| Abgänge | - 1.676 | - 3.252 | - 1.721 | - 1 | - 6.650 |
| Umgliederungen | 7.853 | 1.623 | 218 | - 9.694 | - |
| Stand 31.12.2019 | 125.662 | 120.604 | 42.773 | 8.245 | 297.284 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| Bestand 01.01.2019 | 40.807 | 64.480 | 22.707 | - | 127.994 |
| Währungsdifferenzen | 28 | 33 | 80 | - | 141 |
| Zugänge | 7.549 | 7.718 | 4.863 | - | 20.130 |
| Abgänge | - 1.526 | - 2.908 | - 1.248 | - | - 5.682 |
| Stand 31.12.2019 | 46.858 | 69.323 | 26.402 | - | 142.583 |
| Nettobuchwert 31.12.2019 | 78.805 | 51.281 | 16.371 | 8.245 | 154.701 |
|
Grundstücke und Gebäude
in T€ |
Technische Anlagen und Maschinen
in T€ |
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
in T€ |
Anlagen im Bau
in T€ |
Gesamt
in T€ |
|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Bestand 01.01.2018 | 87.373 | 91.396 | 33.330 | 11.246 | 223.345 |
| Währungsdifferenzen | 600 | 301 | 106 | 100 | 1.107 |
| Zugänge | 4.443 | 15.178 | 3.412 | 9.463 | 32.496 |
| Abgänge | - 378 | - 811 | - 1.622 | - | - 2.811 |
| Umgliederungen | 7.407 | 828 | 130 | - 8.365 | - |
| Stand 31.12.2018 | 99.445 | 106.892 | 35.356 | 12.444 | 254.137 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| Bestand 01.01.2018 | 37.268 | 58.514 | 20.614 | - | 116.396 |
| Währungsdifferenzen | - 3 | 101 | 77 | - | 175 |
| Zugänge | 3.739 | 6.418 | 3.432 | - | 13.589 |
| Abgänge | - 197 | - 553 | - 1.416 | - | - 2.166 |
| Stand 31.12.2018 | 40.807 | 64.480 | 22.707 | - | 127.994 |
| Nettobuchwert 31.12.2018 | 58.638 | 42.412 | 12.649 | 12.444 | 126.143 |
Im Berichtsjahr und im Vorjahr dienten keine Gebäude und Maschinen als Sicherheit für finanzielle Verbindlichkeiten des Konzerns.
Im Berichtsjahr und im Vorjahr ergaben sich für das Sachanlagevermögen keine Wertminderungsbeträge oder Wertaufholungen.
Der Konzern mietet verschiedene Grundstücke und Gebäude, Fahrzeuge (Anlagenklasse "Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung") und sonstige Vermögenswerte (Kopierer, Drucker, Kaffeeautomaten, Wasserspender und Maschinen). Mietverträge werden in der Regel für feste Zeiträume von 1 bis 4 Jahren abgeschlossen, können jedoch Verlängerungsoptionen haben. Die Mietkonditionen werden individuell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl von unterschiedlichen Konditionen. Die Leasingverträge erhalten keine Kreditbedingungen, jedoch dürfen geleaste Vermögenswerte nicht als Sicherheit für Kreditaufnahmen verwendet werden.
Ein Reihe von Leasingverträgen der Kategorien Gebäude, Fahrzeuge und sonstige Vermögenswerte enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragskonditionen werden dazu verwendet, um dem Pfeiffer Vacuum Konzern die maximale betriebliche Flexibilität in Bezug auf den Vertragsbestand zu erhalten. Die bestehenden Verlängerungs- und Kündigungsoptionen können -bis auf wenige Ausnahmen - nur durch den Konzern und nicht durch den Leasinggeber ausgeübt werden.
Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen berücksichtigt die Geschäftsführung sämtliche Tatsachen und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Sich aus der Ausübung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen ergebende Laufzeitänderungen werden nur dann in die Vertragslaufzeit einbezogen, wenn eine Verlängerung oder Nichtausübung einer Kündigungsoption hinreichend sicher ist.
|
Grundstücke und Gebäude
in T€ |
Technische Anlagen und Maschinen
in T€ |
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
in T€ |
Gesamt
in T€ |
|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||
| Bestand 01.01.2019 | 16.541 | 430 | 2.669 | 19.640 |
| Währungsdifferenzen | 43 | 1 | - 1 | 43 |
| Zugänge | 23 | 219 | 509 | 751 |
| Abgänge | - 242 | -41 | - 301 | - 584 |
| Umgliederungen | - | - | - | - |
| Stand 31.12.2019 | 16.365 | 609 | 2.876 | 19.850 |
| Kumulierte Abschreibungen | ||||
| Bestand 01.01.2019 | - | - | - | - |
| Währungsdifferenzen | 8 | 1 | 1 | 10 |
| Zugänge | 3.546 | 192 | 1.064 | 4.802 |
| Abgänge | - 223 | - 26 | - 99 | - 348 |
| Stand 31.12.2019 | 3.331 | 167 | 966 | 4.464 |
| Nettobuchwert 31.12.2019 | 13.034 | 442 | 1.910 | 15.386 |
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||
| Stand 01.01. | 861 | 861 |
| Zugänge | - | - |
| Abgänge | - | - |
| Umgliederungen | - | - |
| Stand 31.12. | 861 | 861 |
| Kumulierte Abschreibungen | ||
| Stand 01.01. | 437 | 413 |
| Zugänge | 24 | 24 |
| Abgänge | - | - |
| Umgliederungen | - | - |
| Stand 31.12. | 461 | 437 |
| Nettobuchwert 31.12. | 400 | 424 |
Die in diesem Posten ausgewiesenen Immobilien waren in den Jahren 2019 und 2018 vermietet. Die erzielten Mieterträge und die direkten operativen Aufwendungen belaufen sich auf 56 T € (Vorjahr: 56 T €) beziehungsweise 28 T € (Vorjahr: 28 T €). Wertminderungsaufwendungen oder Wertaufholungen waren im Berichtsjahr und im Vorjahr nicht zu erfassen.
Der Marktwert der als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien zum 31. Dezember 2019 beläuft sich auf 0,4 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €). Er wurde auf Basis eigener Berechnungen unter Verwendung der erwarteten abgezinsten Einnahmeüberschüsse während der geschätzten Restnutzungsdauer und eines angemessenen Zinssatzes ermittelt (Stufe 3 der Hierarchieebenen gemäß IFRS 13).
In den sonstigen finanziellen Vermögenswerten werden im Wesentlichen langfristige Geldanlagen 3.745 T € (Vorjahr: 3.315 T €) und hinterlegte Kautionen 247 T € (Vorjahr: 967 T €) ausgewiesen. Die kurzfristigen Geldanlagen und Kautionen werden unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten erfasst.
Der Betrag der sonstigen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2019 beinhaltet insbesondere Kostenvorauszahlungen im Zusammenhang mit der langfristigen Nutzung von Betriebs- und Geschäftsflächen.
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 42.256 | 36.420 |
| Unfertige Erzeugnisse | 31.571 | 32.095 |
| Fertigerzeugnisse | 54.657 | 64.676 |
| Vorräte, netto | 128.484 | 133.191 |
Stand: 31.12.
Der Materialaufwand des Jahres 2019 beläuft sich wie im Vorjahr auf 256,6 Mio. € und ist in den Umsatzkosten ausgewiesen.
Im Jahr 2019 wurde ein Betrag von 4.441 T € (Vorjahr: 1.467 T €) aus zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräten als Aufwand erfasst. Dieser Aufwand ist Bestandteil der Umsatzkosten.
Die Gesellschaft vergibt im Rahmen ihres normalen Geschäfts Lieferkredite an ein breites Spektrum von Geschäftskunden, deren Kreditwürdigkeit regelmäßig geprüft wird. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte sind unverzinslich und haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 89.105 | 93.331 |
| Vertragsvermögenswerte | 2.860 | 298 |
| Wertberichtigungen | - 1.238 | - 1.167 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte, netto | 90.727 | 92.462 |
Stand: 31.12.
In der nachfolgenden Tabelle wird eine Überleitung der Wertberichtigungen zum 1. Januar 2019 sowie deren Fortentwicklung zum 31. Dezember 2019 dargestellt:
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Wertberichtigung 01.01. | 1.167 | 719 |
| Währungsdifferenzen | 12 | 17 |
| Zuführungen | 350 | 590 |
| Verbrauch | - 291 | - 159 |
| Wertberichtigung 31.12. | 1.238 | 1.167 |
Die Vertragsvermögenswerte in Höhe von 2.860 T € stellen vertragliche Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungen der Kunden dar, bei denen die vertraglichen Leistungsverpflichtungen seitens Pfeiffer Vacuum im Sinne des IFRS 15 erfüllt wurden, aber noch kein unbedingter Zahlungsanspruch entstanden ist. Hierbei wurde die Methode der Gewinnrealisierung nach dem Leistungsfortschritt verwendet. Der Betrag der Vertragsvermögenswerte wurde um die bereits geleisteten Zahlungen der Kunden in Höhe von 1.732 T € gemindert.
Der Konzern wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditverluste zu bemessen; demzufolge werden für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste herangezogen.
Zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte auf Basis gemeinsamer Kreditrisikomerkmale und Überfälligkeitstage zusammengefasst. Die Vertragsvermögenswerte betreffen noch nicht fakturierte laufende Arbeiten und weisen im Wesentlichen die gleichen Risikomerkmale wie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für die gleichen Vertragsdaten auf. Der Konzern hat daher die Schlussfolgerung gezogen, dass die erwarteten Verlustquoten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einen angemessen Näherungswert der Verlustquoten für Vertragsvermögenswerte darstellen.
Die erwarteten Verlustquoten beruhen auf den Zahlungsprofilen der Umsätze über eine Periode von 60 Monaten vor dem 31. Dezember 2019 bzw. dem 1. Januar 2019 und den entsprechenden historischen Ausfällen in dieser Periode. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderung zu begleichen, auswirken. Der Konzern hat das Bruttoinlandsprodukt der Länder, in denen er Produkte verkauft, als relevantesten Faktor identifiziert und passt die historischen Verlustquoten aufgrund der erwarteten Veränderungen bei diesem Faktor an.
Auf dieser Grundlage wurde die Wertberichtigung im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte wie folgt ermittelt:
|
Nicht überfällig
in T€ |
Weniger als 30 Tage überfällig
in T€ |
Mehr als 30 Tage überfällig
in T€ |
Mehr als 60 Tage überfällig
in T€ |
Mehr als 90 Tage überfällig
in T€ |
Summe
in T€ |
|
| 31. Dezember 2019 | ||||||
| Erwartete Verlustquote | 0,1 % | 0,0 % | 3,9 % | 2,9 % | 22,7 % | |
| Bruttobuchwert - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 66.320 | 13.336 | 3.698 | 1.225 | 4.526 | 89.105 |
| Bruttobuchwert - Vertragsvermögenswerte | 2.860 | - | - | - | - | 2.860 |
| Wertberichtigung | 31 | - | 144 | 35 | 1.028 | 1.238 |
| 31. Dezember 2018 | ||||||
| Erwartete Verlustquote | 0,0 % | 0,2 % | 2,1 % | 7,7 % | 19,6 % | |
| Bruttobuchwert - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 66.918 | 14.756 | 5.155 | 2.057 | 4.445 | 93.331 |
| Bruttobuchwert - Vertragsvermögenswerte | 298 | - | - | - | - | 298 |
| Wertberichtigung | - | 29 | 108 | 159 | 871 | 1.167 |
Weitere Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte waren im Berichtsjahr und auch im Vorjahr nicht zu erfassen.
Zum 31. Dezember 2019 wurden hier 10.166 T € (31. Dezember 2018: 13.884 T €) ausgewiesen. Wie im Vorjahr ist dieser Posten im Wesentlichen bedingt durch Aufwandszuschüsse in Höhe von 2.774 T € (31. Dezember 2018: 5.230 T €) und aktivierte Umsatzsteuererstattungsansprüche in Höhe von 5.137 T € (31. Dezember 2018: 5.197 T €).
Der Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthält die Guthaben bei Kreditinstituten und den Kassenbestand. Daneben erfasst die Gesellschaft Festgeldguthaben mit einer Ursprungslaufzeit von bis zu drei Monaten in diesem Posten. Der beizulegende Zeitwert der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht dem Buchwert.
Das gezeichnete Kapital der Pfeiffer Vacuum Technology AG (Konzernmuttergesellschaft) zum 31. Dezember 2019 besteht im Vergleich zum Vorjahr unverändert aus 9.867.659 ausgegebenen und im Umlauf befindlichen nennwertlosen Stückaktien.
Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2018 ist der Vorstand ermächtigt, das gezeichnete Kapital um 12.631 T € oder 4.933.829 Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Diese Ermächtigung gilt bis zum 23. Mai 2023 und bedarf der Zustimmung des Aufsichtsrats.
Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2019 ist der Vorstand ermächtigt, Teilschuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. Options- oder Wandlungspflichten, Genussrechten und Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) im Gesamtnennbetrag von bis zu 200.000.000,00 € zu begeben und den Inhabern Wandlungsrechte auf bis zu 2.466.914 Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 6.315.299,84 € zu gewähren. Diese Ermächtigung gilt bis zum 22. Mai 2024 und bedarf der Zustimmung des Aufsichtsrats.
In den Jahren 2019 und 2018 haben sich keine Veränderungen der Kapitalrücklage ergeben.
Auf der Hauptversammlung am 23. Mai 2019 wurde eine Dividende von 2,30 € je Aktie beschlossen (Hauptversammlung am 23. Mai 2018: 2,00 € je Aktie). Die daraufhin erfolgte Ausschüttung im Jahr 2019 belief sich auf insgesamt 22.696 T € (Vorjahr: 19.735 T €).
Der Vorstand der Gesellschaft schlägt vor, die Aktionäre am Erfolg des Unternehmens in Form einer Dividende von 1,25 € je Aktie zu beteiligen. Dieser Vorschlag steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den Aufsichtsrat und die Hauptversammlung. Die sich danach ergebende Auszahlung in Höhe von 12.335 T € ist zum 31. Dezember 2019 aufgrund der Zustimmungserfordernis durch die Hauptversammlung nicht als Verbindlichkeit erfasst.
Die sonstigen Eigenkapitalbestandteile setzen sich grundsätzlich aus den unrealisierten Gewinnen/Verlusten aus Kurssicherungsgeschäften, den ergebnisneutral erfassten versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen und des Planvermögens mit dem Zeitwert sowie den Währungsumrechnungsdifferenzen zusammen.
Auf Grund der Laufzeit aller Cash-Flow-Hedges von unter einem Jahr werden die ausgewiesenen Jahresendbestände jeweils im Folgejahr erfolgswirksam. Die neuen Jahresendbestände resultieren aus Veränderungen des jeweiligen Jahres und somit nicht aus Vorjahren.
|
Pensionsbewertung
in T€ |
Ergebnis aus Cash-Flow-Hedges
in T€ |
Währungsumrechnung
in T€ |
Gesamt
in T€ |
|
| Bestand 01.01.2018 | - 30.290 | - | - 26 | -30.316 |
| Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste (nach Steuern) | - 2.751 | - | - | - 2.751 |
| Ergebnisneutrale Nettoänderung Cash-Flow-Hedges (nach Steuern) | - | - 9 | - | - 9 |
| Veränderung Währungsumrechnung | - | - | 4.904 | 4.904 |
| Bestand 31.12.2018 | - 33.041 | - 9 | 4.878 | -28.172 |
| Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste (nach Steuern) | - 7.095 | - | - | - 7.095 |
| Ergebnisneutrale Nettoänderung Cash-Flow-Hedges (nach Steuern) | - | 39 | - | 39 |
| Veränderung Währungsumrechnung | - | - | 2.615 | 2.615 |
| Bestand 31.12.2019 | - 40.136 | 30 | 7.493 | -32.613 |
| 2019 | 2018 | |||||
|
Bruttobetrag
in T€ |
Steuereffekt
in T€ |
Nettobetrag
in T€ |
Bruttobetrag
in T€ |
Steuereffekt
in T€ |
Nettobetrag
in T€ |
|
| Pensionsbewertung | - 9.490 | 2.395 | - 7.095 | - 4.125 | 1.374 | - 2.751 |
| Ergebnis aus Cash-Flow-Hedges | 43 | - 4 | 39 | - 13 | 4 | - 9 |
| Währungsumrechnung | 2.615 | - | 2.615 | 4.904 | - | 4.904 |
| Gesamtes direkt im Eigenkapital erfasstes Ergebnis | - 6.832 | 2.391 | - 4.441 | 766 | 1.378 | 2.144 |
Stand: 31.12.
Auf der Hauptversammlung am 21. Mai 2015 haben die Aktionäre den Vorstand zum Rückkauf eigener Aktien entsprechend § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt. Diese Ermächtigung erstreckt sich auf einen Rückkauf eines anteiligen Betrags vom Grundkapital von bis zu 2.526.120,70 € (986.766 Aktien entsprechend 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Beschlussfassung), bedarf zur Ausübung der Zustimmung des Aufsichtsrats und ist gültig bis zum 20. Mai 2020.
Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
|
2019
in T€ |
2018
1
in T€ |
|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 60.000 | 60.000 |
| Leasingverbindlichkeiten | 9.729 | 182 |
| Gesamt | 69.729 | 60.182 |
Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Nor-Cal Products Holdings, Inc. und deren Tochtergesellschaften wurde im Jahr 2017 ein langfristiges Bankdarlehen mit einem Nettomittelzufluss von 70,0 Mio. € aufgenommen. Dazu wurde ein bestehender Kreditrahmen erweitert. Das Darlehen ist variabel verzinslich auf Basis des Euribor zuzüglich einer marktkonformen Marge. Die Zinsabrechnung erfolgt quartalsweise. Veränderungen bei der Darlehensinanspruchnahme haben sich im Jahr 2019 nicht ergeben, die Valuta zum 31. Dezember 2019 beträgt daher unverändert 60,0 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Zinsaufwendungen von unverändert 0,5 Mio. € erfasst. Im Kreditvertrag hatte sich der Konzern zur Einhaltung einer festgelegten Finanzkennzahl verpflichtet. Diese Kennzahl wurde in den Jahren 2019 und 2018 klar eingehalten.
Dem Pfeiffer Vacuum Konzern stehen Kreditlinien in Höhe von 13,7 Mio. € (31. Dezember 2018: 13,9 Mio. €) für operative Zwecke zur Verfügung.
Die unter den kurz- und langfristigen Schulden ausgewiesenen finanziellen Verbindlichkeiten können in künftigen Berichtsperioden zu Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit führen.
Aufgrund der seit dem 1. Januar 2019 geltenden neuen Vorschriften zur Leasingbilanzierung kam es bei dieser Position zu einem signifikanten Anstieg (zu den kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten siehe Anmerkung 30).
Die gesamten Leasingverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
|
2019
in T€ |
2018
1
in T€ |
|
| Kurzfristig | 3.766 | 72 |
| Langfristig | 9.729 | 182 |
| Gesamt | 13.495 | 254 |
Im Geschäftsjahr 2019 wurden Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 0,1 Mio. € erfasst.
Daneben wurden Rückstellungen (siehe Anmerkung 29) aus Rückbauverpflichtungen aus Leasingnehmerverträgen i.H.v. 0,1 Mio. € erfasst.
Mögliche zukünftige Mittelabflüsse in Höhe von 1.191 T € wurden nicht in die Leasingverbindlichkeit einbezogen, da es nicht hinreichend sicher ist, dass die Leasingverträge verlängert (oder nicht gekündigt) werden. Die Beurteilung wird überprüft, wenn ein wesentliches Ereignis oder eine wesentliche Änderung der Umstände eintritt, die diese Beurteilung beeinflussen kann, sofern dies in der Kontrolle von Pfeiffer liegt. Im laufenden Geschäftsjahr ergab sich aus diesbezüglichen Anpassungen der Vertragslaufzeiten ein Anstieg der bilanzierten Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte in Höhe von 856 T €.
Der in der Konzern-Cash-Flow-Rechnung unter "Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten" ausgewiesene Betrag in Höhe von - 5.257 T € entspricht dem Gesamtzahlungsmittelabfluss aus Leasingverhältnissen im Geschäftsjahr.
Den deutschen Steuergesetzen entsprechend setzen sich die Ertragsteuern für die deutschen Gesellschaften aus Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag zusammen.
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Deutschland | 30.228 | 44.648 |
| Ausland | 34.287 | 49.963 |
| Gesamt | 64.515 | 94.611 |
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Laufende Steuern | ||
| Deutschland | - 8.716 | - 14.357 |
| Ausland | - 7.295 | - 11.297 |
| - 16.011 | - 25.654 | |
| Latente Steuern | ||
| Deutschland | - 164 | 1.369 |
| Ausland | 17 | - 1.447 |
| - 147 | - 78 | |
| Steueraufwand | - 16.158 | - 25.732 |
Der laufende Steueraufwand des Jahres 2019 entfällt mit 16.138 T € auf das im Jahr 2019 erwirtschaftete Ergebnis (Vorjahr: 26.476 T €). Darüber hinaus sind in diesem Posten Steuererträge für Vorjahre in Höhe von 127 T € enthalten (Vorjahr: 822 T €).
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Ergebnis vor Steuern | 64.515 | 94.611 |
| Erwarteter Steueraufwand bei Anwendung des Steuersatzes des Mutterunternehmens (28,95 %; Vorjahr: 28,95 %) | -18.677 | -27.390 |
| Nicht abzugsfähige Aufwendungen | - 476 | - 1.285 |
| Effekte im Zusammenhang mit Dividendenzahlungen | - 119 | - 324 |
| Unterschied ausländische Steuersätze | 2.315 | 854 |
| Nicht steuerbare Erträge | 902 | 1.598 |
| Steuererstattungen/-aufwand für Vorjahre | 127 | 822 |
| Sonstiges | - 230 | - 7 |
| Steueraufwand | -16.158 | -25.732 |
Nach 27,2 % im Vorjahr beläuft sich die Steuerquote des Konzerns im Jahr 2019 auf 25,0 %.
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Latente Steueransprüche | ||
| Pensionen | 20.482 | 19.026 |
| Vorräte | 6.335 | 6.507 |
| Rückstellungen und Vertragsverbindlichkeiten | 3.642 | 3.920 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 3.940 | - |
| Steuergutschriften | 1.044 | 1.297 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 805 | 1.000 |
| Sachanlagen | 281 | 299 |
| Forderungen | 320 | 313 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 259 | 247 |
| Derivate | 25 | 14 |
| Sonstiges | 64 | 68 |
| Summe latente Steueransprüche | 37.197 | 32.691 |
| davon langfristige Steueransprüche | 22.871 | 21.869 |
| davon kurzfristige Steueransprüche | 14.326 | 10.822 |
| Latente Steuerschulden | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | - 6.627 | - 6.652 |
| Sachanlagen | - 7.648 | - 5.556 |
| Forderungen (einschl. Vertragsvermögenswerte) | - 579 | - 140 |
| Vorräte | - | - 82 |
| Sonstiges | - 7 | - 4 |
| Summe latente Steuerschulden | - 14.861 | - 12.434 |
| davon langfristige Steuerschulden | -14.275 | - 12.208 |
| davon kurzfristige Steuerschulden | - 586 | - 226 |
| Gesamtbetrag latente Steuern, netto | 22.336 | 20.257 |
Stand: 31.12.
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Latente Steueransprüche | 27.377 | 24.895 |
| Latente Steuerschulden | - 5.041 | - 4.638 |
| Gesamtbetrag latente Steuern, netto | 22.336 | 20.257 |
Stand: 31.12.
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Sachanlagen | 1.880 | - 929 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 138 | 446 |
| Derivate | 4 | 3 |
| Pensionen | - 763 | 746 |
| Rückstellungen und Vertragsverbindlichkeiten | - 476 | - 214 |
| Forderungen (einschl. Vertragsvermögenswerte) | - 343 | - 112 |
| Steuergutschriften | - 279 | - 928 |
| Steuerliche Verlustvorträge | - 210 | - 308 |
| Vorräte | - 101 | 1.216 |
| Sonstiges | 3 | 2 |
| Summe latente Steuern | - 147 | - 78 |
Zum 31. Dezember 2019 enthält der von der Gesellschaft ausgewiesene Bestand an latenten Steueransprüchen ergebnisneutral gebildete latente Steuern von 15.559 T € (31. Dezember 2018: 13.162 T €). Der ausgewiesene Bestand an passiven latenten Steuern enthält keine ergebnisneutral gebildeten latenten Steuern. Der Betrag in 2019 entfällt wie im Vorjahr auf direkt im Eigenkapital erfasste versicherungsmathematische Gewinne/Verluste und Kurssicherungsgeschäfte.
Für steuerliche Verluste in Höhe von 1.981 T € (davon 132 T € verrechenbar bis 2020, 707 T € verrechenbar bis 2021, 219 T € verrechenbar bis 2022) wurden keine latenten Steueransprüche angesetzt, da diese Verluste bis zum Verfall voraussichtlich nicht mit steuerlichen Gewinnen verrechnet werden können.
Es wurden keine Steuerrückstellungen für eine eventuell anfallende Quellensteuer auf zukünftige Ausschüttungen der ausländischen Tochtergesellschaften gebildet. Der Bilanzgewinn dieser Gesellschaften steht für das operative Geschäft zur Verfügung und wird erst steuerbar, wenn er in Form einer Dividende ausgezahlt wird. Dem derzeitigen deutschen Recht entsprechend sind Dividendenausschüttungen von in- und ausländischen Kapitalgesellschaften zu 95 % steuerfrei. Lediglich 5 % der Dividende sind als nicht abzugsfähige Aufwendungen bei der Steuerrechnung zu berücksichtigen. Die Geschäftsleitung erwartet hieraus in Deutschland keine wesentlichen zusätzlichen Steuerbelastungen.
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Barwert der fondsgedeckten Pensionsanwartschaften | 117.449 | 104.474 |
| Barwert der nicht fondsgedeckten Pensionsanwartschaften | 11.350 | 10.313 |
| Barwert der Pensionsanwartschaften | 128.799 | 114.787 |
| Zeitwert des Planvermögens | - 64.696 | - 59.149 |
| In der Bilanz erfasste Nettoverpflichtung | 64.103 | 55.638 |
Stand: 31.12.
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Deutschland | 48.648 | 41.007 |
| Europa (ohne Deutschland) | 10.062 | 9.143 |
| Rest der Welt | 5.393 | 5.488 |
| In der Bilanz erfasste Nettoverpflichtung | 64.103 | 55.638 |
Stand: 31.12.
Bei der Pfeiffer Vacuum GmbH bestehen Versorgungsregelungen in Form von zugesagten Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen. Diese Verpflichtungen basieren einerseits auf Versorgungsregelungen mit dienstzeitabhängigen, endgehaltbezogenen Leistungszusagen, die für Neueintritte aber bereits seit langem ausgeschlossen sind. Seit dem 31. Dezember 2007 besteht für neue Eintritte eine Versorgungsregelung als Direktzusage, die als leistungsorientierte Zusage in Form einer kapitalbasierten Versorgung ausgestaltet wurde. Damit besteht für grundsätzlich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Gesellschaft eine arbeitgeberfinanzierte Versorgungszusage, die über den Pfeiffer Vacuum Trust e.V. teilweise ausfinanziert ist. Gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen bestehen in beiden Plänen nicht.
Für ehemalige Mitglieder des Vorstands der Pfeiffer Vacuum Technology AG bestehen einzelvertragliche Zusagen in Form von Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen. Diese Verpflichtungen basieren auf dienstzeitabhängigen, endgehaltbezogenen Leistungszusagen und sind ebenfalls über den Pfeiffer Vacuum Trust e.V. weitgehend ausfinanziert. Gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen bestehen auch hier nicht. Weitere Details zu diesen Versorgungszusagen sind im Vergütungsbericht als Bestandteil des Konzernlageberichts ausgeführt.
Bei der Pfeiffer Vacuum Inc., USA, besteht eine Versorgungsregelung in Form von zugesagten Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen auf Basis von dienstzeitabhängigen, endgehaltbezogenen Leistungszusagen. Diese Zusagen sind über ein Treuhandmodell teilweise ausfinanziert. Mindestfinanzierungsverpflichtungen bestehen hier nicht.
Bei der Pfeiffer Vacuum SAS, Frankreich, und der Pfeiffer Vacuum Semi Korea, Ltd., Südkorea, bestehen Zusagen im Hinblick auf eine dienstzeitabhängige, gehaltbezogene Einmalleistung, die bei Erreichen des Renteneintrittsalters fällig wird. Die Zusagen der Pfeiffer Vacuum Semi Korea, Ltd. sind teilweise ausfinanziert. In Frankreich und Südkorea bestehen ebenfalls keine gesetzlichen Mindestfinanzierungsverpflichtungen.
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Dienstzeitabhängiger Aufwand | 3.520 | 3.527 |
| Nettozinsaufwand | 807 | 1.111 |
| Nettopensionsaufwand | 4.327 | 4.638 |
Der Nettopensionsaufwand wurde verursachungsgerecht den Funktionsbereichen zugeordnet.
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Barwert der Pensionsanwartschaften am 01.01. | 114.787 | 111.536 |
| Dienstzeitabhängiger Aufwand | 3.520 | 3.527 |
| Zinsabhängiger Aufwand | 2.016 | 2.335 |
| Gewinne/Verluste aus der Änderung demografischer Annahmen | 166 | 796 |
| Gewinne/Verluste aus der Änderung finanzieller Annahmen | 12.080 | - 731 |
| Erfahrungsbedingte Gewinne/Verluste | 331 | 593 |
| Pensionszahlungen | - 4.212 | - 3.725 |
| Währungsdifferenzen | 111 | 456 |
| Barwert der Pensionsanwartschaften am 31.12. | 128.799 | 114.787 |
| Davon entfallen auf: | ||
| Aktive | 64.014 | 61.180 |
| Unverfallbar Ausgeschiedene | 15.360 | 9.716 |
| Pensionäre | 49.425 | 43.891 |
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Zeitwert des Planvermögens am 01.01. | 59.149 | 61.502 |
| Vermögensertrag | 1.209 | 1.224 |
| Erfahrungsbedingte Gewinne/Verluste | 3.091 | - 3.412 |
| Beitrag der Gesellschaft | 5.362 | 3.243 |
| Pensionszahlungen | - 4.212 | - 3.725 |
| Währungsdifferenzen | 97 | 317 |
| Zeitwert des Planvermögens am 31.12. | 64.696 | 59.149 |
|
2019
in % |
2018
in % |
|
| Deutschland | ||
| Abzinsungsfaktor | 1,00 | 1,75 |
| Gehaltstrend | 3,00 | 3,00 |
| Rententrend | 2,00 | 2,00 |
| Sterbetafeln | Heubeck 2018 G | Heubeck 2018 G |
| USA | ||
| Abzinsungsfaktor | 3,6 | 4,45 |
| Gehaltstrend | 2,00 | 2,00 |
| Sterbetafeln | PRI-2012 | RP 2014 |
| Frankreich, Südkorea | ||
| Abzinsungsfaktor (gewichteter Durchschnitt) | 1,66 | 1,89 |
| Gehaltstrend (gewichteter Durchschnitt) | 3,48 | 3,48 |
| Sterbetafeln Frankreich | Insee M/F 2007-2060 | Insee M/F 2007-2060 |
| Sterbetafeln Korea | Insurance Development Institute of Korea | Insurance Development Institute of Korea |
Stand: 31.12.
Die versicherungsmathematischen Annahmen zu den Sterbetafeln für die USA haben sich geändert. Daraus ergab sich ein versicherungsmathematischer Gewinn von 50 T €. Die Effekte auf zukünftige Perioden können derzeit nicht abschließend beurteilt werden.
| 2019 | 2018 | |||
| in T€ | in % | in T€ | in % | |
| Eigenkapitaltitel | 18.320 | 28,3 | 14.635 | 24,7 |
| Fremdkapitaltitel | 42.551 | 65,8 | 40.246 | 68,0 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 772 | 1,2 | 1.512 | 2,6 |
| Sonstiges | 3.053 | 4,7 | 2.756 | 4,7 |
| Gesamt | 64.696 | 100,0 | 59.149 | 100,0 |
Stand: 31.12.
Mit Ausnahme von Vermögenswerten in Höhe von 1.946 T € (31. Dezember 2018: 1.604 T €) in der Kategorie "Sonstiges" werden alle übrigen Vermögenswerte auf einem aktiven Markt gehandelt.
Im Fondsvermögen befinden sich keine eigenen Finanzinstrumente oder sonstigen Vermögenswerte des Unternehmens.
Mit 84 % entfällt der weitaus größte Teil des Planvermögens auf die Ausfinanzierung der in Deutschland bestehenden Versorgungsregelungen. Mit dem Ziel, das ausfinanzierte Vermögen treuhänderisch und insolvenzsicher zu verwalten wurde der Pfeiffer Vacuum Trust e. V. als unabhängige Institution gegründet. Für den Pfeiffer Vacuum Trust e. V. wurde ein Spezialfonds aufgelegt, der bis zu 30 % seines Vermögens in Aktien anlegen kann. Mindestens 70 % des Fondsvermögens sollen in Anleihen, Geldmarktpapieren oder Liquidität gehalten werden. Der Fonds wird von einer unabhängigen Asset-Management-Gesellschaft verwaltet, wobei die wesentlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich der Vermögensallokation vorgegeben und bei Bedarf angepasst werden. Die Anlage erfolgt konservativ und unter Berücksichtigung eines Wertsicherungskonzepts. Die grundsätzlich bestehenden Risiken im Zusammenhang mit dem gebildeten Planvermögen, etwa in Form von Aktienkurs- und Emittentenausfallrisiken, werden damit minimiert.
Die mit den leistungsorientierten Verpflichtungen verbundenen Risiken im Pfeiffer Vacuum-Konzern resultieren insbesondere aus den festzulegenden Diskontierungssätzen. Veränderungen dieses Parameters beeinflussen überproportional den zu ermittelnden Barwert, wobei das aktuell relativ niedrige Zinsniveau zu einem vergleichsweise hohen Verpflichtungsumfang führt. Darüber hinaus wird der Verpflichtungsumfang grundsätzlich durch die weiteren versicherungsmathematischen Grundannahmen (etwa hinsichtlich Lebenserwartung, Gehaltstrend, Rententrend) beeinflusst. Je nach Ausgestaltung des Plans sind Lebenserwartung oder Rententrend jedoch von untergeordneter Bedeutung.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Auswirkungen einer isolierten Veränderung einzelner Parameter, wobei die übrigen Annahmen einschließlich der grundsätzlichen Methodik gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben.
| Veränderung der Annahme | Auswirkung auf den Verpflichtungsumfang | ||
| in T€ | in % | ||
| Barwert des Verpflichtungsumfangs (31.12.2019) | 128.799 | ||
| Zinssatz | Erhöhung um 1,0 %-Punkte | - 16.754 | - 13,0 |
| Reduzierung um 1,0 %-Punkte | 24.679 | 19,2 | |
| Rententrend | Erhöhung um 0,25 %-Punkte | 3.130 | 2,4 |
| Reduzierung um 0,25 %-Punkte | - 2.986 | - 2,3 | |
| Gehaltstrend | Erhöhung um 0,5 %-Punkte | 1.826 | 1,4 |
| Reduzierung um 0,5 %-Punkte | - 1.741 | - 1,4 | |
| Lebenserwartung | Erhöhung um ein Jahr | 5.514 | 4,3 |
| Reduzierung um ein Jahr | - 5.490 | - 4,3 | |
Stand: 31.12.
| Veränderung der Annahme | Auswirkung auf den Verpflichtungsumfang | ||
| in T€ | in % | ||
| Barwert des Verpflichtungsumfangs (31.12.2018) | 114.787 | ||
| Zinssatz | Erhöhung um 1,0 %-Punkte | - 14.545 | - 12,7 |
| Reduzierung um 1,0 %-Punkte | 18.423 | 16,0 | |
| Rententrend | Erhöhung um 0,25 %-Punkte | 2.657 | 2,3 |
| Reduzierung um 0,25 %-Punkte | - 2.538 | - 2,2 | |
| Gehaltstrend | Erhöhung um 0,5 %-Punkte | 1.788 | 1,6 |
| Reduzierung um 0,5 %-Punkte | - 1.693 | - 1,5 | |
| Lebenserwartung | Erhöhung um ein Jahr | 4.524 | 3,9 |
| Reduzierung um ein Jahr | - 4.555 | - 4,0 | |
Stand: 31.12.
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Weniger als 1 Jahr | 3.949 | 3.649 |
| Zwischen 1 und 2 Jahren | 4.092 | 3.881 |
| Zwischen 2 und 3 Jahren | 4.502 | 4.117 |
| Zwischen 3 und 4 Jahren | 5.021 | 4.535 |
| Zwischen 4 und 5 Jahren | 5.480 | 4.657 |
| Mehr als 5 bis 10 Jahre | 27.950 | 27.437 |
Stand: 31.12.
Die durchschnittliche gewichtete Duration der Pensionspläne betrug 16,2 Jahre zum 31. Dezember 2019 (31. Dezember 2018: 15,9 Jahre). Die voraussichtlichen Beiträge für leistungsorientierte Pläne im Geschäftsjahr 2020 betragen 3,0 Mio. €.
Mitarbeiter der Gesellschaft in einigen Ländern erhalten Zuschüsse zu Beiträgen an Altersversorgungseinrichtungen. Allgemein basieren die Zuschüsse der Gesellschaft auf einem Prozentsatz des Lohns/Gehalts. Die Kosten für diese Zuschüsse betrugen 13.648 T € für 2019 und 12.721 T € für 2018.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.
Die Vertragsverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2019 beinhalten Verpflichtungen, Vakuumprodukte oder Serviceleistungen auf die Kunden von Pfeiffer Vacuum zu übertragen, für die es von diesen Zahlungen erhalten hat. Von den Vertragsverbindlichkeiten werden voraussichtlich 584 T € nach mehr als zwölf Monaten realisiert beziehungsweise erfüllt.
Die zum 31.12.2018 unter kurzfristigen Schulden ausgewiesenen Vertragsverbindlichkeiten wurden in 2019 überwiegend als Umsatzerlöse realisiert.
Die sonstigen Verbindlichkeiten (23.406 T € zum 31. Dezember 2019, 25.740 T € zum 31. Dezember 2018) bestehen im Wesentlichen aus Lohn- und Umsatzsteuerverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten aus Sozialabgaben und gesetzlich vorgegebenen Gewinnbeteiligungsprogrammen, sind unverzinslich und wie im Vorjahr grundsätzlich innerhalb eines Jahres fällig.
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Personalrückstellungen | 21.511 | 23.574 |
| Gewährleistungsrückstellungen | 15.343 | 15.939 |
| Sonstige Rückstellungen | 1.881 | 2.113 |
| Gesamt | 38.735 | 41.626 |
Stand: 31.12.
Die Rückstellungen für Personalaufwendungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Verpflichtungen aus Gewinnbeteiligungen und Tantiemen.
Die Gewährleistungsrückstellungen enthalten die erwarteten Beträge für Inanspruchnahmen aus Produktgewährleistungen. Sie werden zum Bilanzstichtag für realisierte Umsätze gebildet und basieren auf den Einschätzungen und Erfahrungswerten der Unternehmensleitung.
Von den sonstigen Rückstellungen entfallen 0,1 Mio. Euro auf Rückstellungen aus Rückbauverpflichtungen aus Leasingnehmerverträgen.
Die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten innerhalb eines Jahres fällige Bankverbindlichkeiten in Höhe von unverändert 0,1 Mio. €.
Aufgrund der seit dem 1. Dezember 2019 geltenden neuen Vorschriften zur Leasingbilanzierung sind hier außerdem kurzfristige Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 3.766 T € enthalten (siehe Anmerkung 23).
|
Personal
in T€ |
Gewährleistungen
in T€ |
Sonstige
in T€ |
Gesamt
in T€ |
|
| Bestand 01.01.2019 | 23.574 | 15.939 | 2.113 | 41.626 |
| Währungsdifferenzen | 108 | 9 | 4 | 121 |
| Zuführungen | 10.738 | 10.655 | 2.039 | 23.432 |
| Verbrauch | - 11.359 | - 11.136 | - 2.255 | - 24.750 |
| Auflösung | - 1.550 | - 124 | - 20 | - 1.694 |
| Bestand 31.12.2019 | 21.511 | 15.343 | 1.881 | 38.735 |
Von der Gesellschaft wurden Miet-/Leasingverträge und Wartungsverträge abgeschlossen, die zu unterschiedlichen Terminen enden und teilweise verlängerbar sind. Die nachfolgenden Tabellen zeigen den nach Laufzeit gegliederten maximalen Wert der vertraglichen Verpflichtungen jeweils zum Jahresende.
Die verbindlichen Abnahmeverpflichtungen enthalten langfristige Vereinbarungen über zukünftige Materiallieferungen. Die Miet- und Leasingaufwendungen betrugen 0,1 Mio. € (Vorjahr: 5,4 Mio. €). Der Rückgang resultiert aus der Änderung der Bilanzierungsvorschriften für Leasingverhältnisse. Demnach sind die Restlaufzeiten der Leasingverhältnisse, die die Kriterien des IFRS 16 erfüllen, unter den finanziellen Verbindlichkeiten auszuweisen Anmerkung 23 und Q Anmerkung 30. Lediglich jene Leasingverhältnisse, die die Kriterien des IFRS 16 nicht erfüllen wurden in der obigen Tabelle unter "Mieten und Leasing" dargestellt.
| Zahlungen | |||||
|
Total
in T€ |
<1 Jahr
in T€ |
1
- 3 Jahre
in T€ |
3
- 5 Jahre
in T€ |
>5 Jahre
in T€ |
|
| Mieten und Leasing (nicht IFRS 16) | 39 | 25 | 11 | 3 | - |
| Verbindliche Abnahmeverpflichtungen | 49.277 | 44.715 | 4.562 | - | - |
| Wartung und Reparatur | 2.705 | 2.178 | 291 | 58 | 178 |
| Gesamt | 52.021 | 46.918 | 4.864 | 61 | 178 |
| Zahlungen | |||||
|
Total
in T€ |
< 1 Jahr
in T€ |
1
- 3 Jahre
in T€ |
3
- 5 Jahre
in T€ |
>5 Jahre
in T€ |
|
| Mieten und Leasing | 14.615 | 4.427 | 5.267 | 2.285 | 2.636 |
| Verbindliche Abnahmeverpflichtungen | 35.325 | 34.070 | 1.255 | - | - |
| Wartung und Reparatur | 5.087 | 2.834 | 310 | 179 | 1.764 |
| Gesamt | 55.027 | 41.331 | 6.832 | 2.464 | 4.400 |
Das Geschäftsfeld der Gesellschaft erstreckt sich auf die Entwicklung, die Produktion, den Verkauf und die Wartung von Vakuumpumpen, Vakuummess- und Analysegeräten sowie Vakuumsystemen. Die Tochtergesellschaften in den einzelnen Ländern sind rechtlich selbstständig, haben eigene Geschäftsleitungen und sind für Vertrieb und Service zuständig. Einige Einheiten in der Gruppe erfüllen darüber hinaus Produktionsfunktionen. Das gesamte Produktportfolio wird in allen Vertriebsgesellschaften angeboten.
Die Steuerung und die Überwachung der Geschäftsentwicklung durch die Geschäftsleitung im Konzern erfolgen auf Ebene der einzelnen Gesellschaften. Die Segmentberichterstattung ist daher gesellschaftsbezogen. Aufgrund der gleichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, des gleichen Produktportfolios, gleicher Absatzmärkte, gleicher Kostenstrukturen und gleicher Vertriebswege werden die Vertriebstochtergesellschaften in Europa und Asien grundsätzlich zu jeweils einem Segment "Europa (ohne Deutschland und Frankreich)" beziehungsweise "Übriges Asien" zusammengefasst. Davon abweichend werden die produzierenden Einheiten in Deutschland, Frankreich, in den USA und Südkorea als jeweils eigenes Segment dargestellt. Ursächlich hierfür sind die abweichenden Funktionen dieser Einheiten insbesondere resultierend aus der jeweils vorhandenen Produktionsfunktion. Damit sind die Voraussetzungen für eine Zusammenfassung mit weiteren operativen Segmenten nicht gegeben. Die rein vertriebsorientierte Einheit in den USA wird demnach ebenfalls gesondert geführt. Alle operativen Segmente, die einzeln oder insgesamt nicht berichtspflichtig sind und die keinem anderen Segment zugeordnet werden können, sind in der Gruppe "Alle Sonstigen" zusammengefasst. Somit sind in diesem Segment vorwiegend die im Bereich der Produktion von Instrumenten und Komponenten tätigen Einheiten enthalten. Unverändert werden alle Angaben nach Maßgabe des Sitzlandes der betreffenden Konzerngesellschaften berücksichtigt.
Bei Transaktionen zwischen den Segmenten wird der Fremdvergleichsgrundsatz angewendet. Das interne Berichtswesen, das der Darstellung zugrunde liegt, basiert auf den IFRS. Die angegebenen Segmentwerte für die Umsatzerlöse und das Segmentergebnis enthalten zunächst auch die Auswirkungen aus konzerninternen Transaktionen; diese werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.
|
Deutschland
in T€ |
Frankreich
in T€ |
Übriges Europa
in T€ |
USA
in T€ |
USA (Produktion)
in T€ |
Südkorea
in T€ |
|
| Umsatzerlöse | 230.191 | 201.339 | 108.066 | 124.424 | 41.613 | 73.589 |
| Davon mit Dritten | 107.041 | 53.969 | 107.976 | 123.786 | 37.481 | 69.316 |
| Davon konzernintern | 123.150 | 147.370 | 90 | 638 | 4.132 | 4.273 |
| Betriebsergebnis | 28.073 | 8.461 | 7.815 | 6.490 | - 60 | 6.279 |
| Finanzergebnis | 14 | - 205 | - 15 | 938 | - 802 | 15 |
| Ergebnis vor Steuern | 28.087 | 8.256 | 7.800 | 7.428 | - 862 | 6.294 |
| Segmentvermögen | 154.120 | 134.831 | 49.791 | 62.103 | 70.670 | 55.292 |
| Davon Vermögenswerte nach IFRS 8.33 (b) 1 | 52.841 | 71.670 | 6.685 | 21.822 | 45.147 | 17.574 |
| Segmentschulden | 129.714 | 69.064 | 17.959 | 11.033 | 5.482 | 13.714 |
| Investitionen in: | ||||||
| Sachanlagen 2 | 5.135 | 10.108 | 551 | 533 | 166 | 2.518 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 4.675 | 792 | 4 | - | - | - |
| Abschreibungen auf: | ||||||
| Sachanlagen 3 | 4.987 | 4.831 | 1.144 | 1.680 | 764 | 1.464 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 719 | 849 | 5 | 4 | 1.708 | 6 |
|
Übriges Asien
in T€ |
Alle Sonstigen
in T€ |
Konsolidierung
in T€ |
Gesamt
in T€ |
|
| Umsatzerlöse | 111.702 | 53.428 | - 311.487 | 632.865 |
| Davon mit Dritten | 102.991 | 30.305 | - | 632.865 |
| Davon konzernintern | 8.711 | 23.123 | - 311.487 | - |
| Betriebsergebnis | 9.650 | - 1.556 | - | 65.152 |
| Finanzergebnis | - 209 | - 373 | - | - 637 |
| Ergebnis vor Steuern | 9.441 | - 1.929 | - | 64.515 |
| Segmentvermögen | 78.804 | 53.964 | - | 659.575 |
| Davon Vermögenswerte nach IFRS 8.33 (b) 1 | 25.266 | 32.403 | - | 273.408 |
| Segmentschulden | 13.076 | 6.088 | - | 266.130 |
| Investitionen in: | ||||
| Sachanlagen 2 | 3.774 | 6.319 | - | 29.104 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 78 | 260 | - | 5.809 |
| Abschreibungen auf: | ||||
| Sachanlagen 3 | 2.856 | 2.424 | - | 20.150 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 23 | 762 | - | 4.076 |
1 langfristige Vermögenswerte ohne
Finanzinstrumente, latente Steuern und Vorauszahlungen
für Pensions-Fonds
2 einschließlich der als Finanzinvestition
gehaltenen Immobilien und ohne Zugänge von
Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen
3 einschließlich der Nutzungsrechte aus
Leasingverhältnissen und als Finanzinvestition
gehaltenen Immobilien
|
Deutschland
in T€ |
Frankreich
in T€ |
Übriges Europa
in T€ |
USA
in T€ |
USA (Produktion)
in T€ |
Südkorea
in T€ |
|
| Umsatzerlöse | 244.616 | 224.226 | 113.217 | 112.405 | 48.683 | 84.154 |
| Davon mit Dritten | 116.012 | 57.042 | 112.807 | 112.237 | 44.495 | 81.618 |
| Davon konzernintern | 128.604 | 167.184 | 410 | 168 | 4.188 | 2.536 |
| Betriebsergebnis | 44.726 | 15.863 | 9.265 | 5.842 | - 626 | 6.021 |
| Finanzergebnis | - 237 | - 179 | 4 | 1.318 | - 1.269 | 42 |
| Ergebnis vor Steuern | 44.489 | 15.684 | 9.269 | 7.160 | - 1.895 | 6.063 |
| Segmentvermögen | 150.673 | 123.824 | 48.544 | 64.075 | 69.344 | 45.561 |
| Davon Vermögenswerte nach IFRS 8.33 (b) 1 | 48.415 | 61.376 | 3.808 | 20.656 | 45.838 | 16.736 |
| Segmentschulden | 121.876 | 65.314 | 17.577 | 11.066 | 6.732 | 11.110 |
| Investitionen in: | ||||||
| Sachanlagen 2 | 6.838 | 7.633 | 477 | 5.030 | 306 | 1.745 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 482 | 373 | - | 7 | - | 95 |
| Abschreibungen auf: | ||||||
| Sachanlagen 2 | 4.646 | 3.964 | 431 | 577 | 754 | 702 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 620 | 845 | 4 | 2 | 2.704 | 82 |
|
Übriges Asien
in T€ |
Alle Sonstigen
in T€ |
Konsolidierung
in T€ |
Gesamt
in T€ |
|
| Umsatzerlöse | 111.488 | 53.648 | - 332.712 | 659.725 |
| Davon mit Dritten | 101.153 | 34.361 | - | 659.725 |
| Davon konzernintern | 10.335 | 19.287 | - 332.712 | - |
| Betriebsergebnis | 11.504 | 2.535 | - | 95.130 |
| Finanzergebnis | 13 | - 211 | - | - 519 |
| Ergebnis vor Steuern | 11.517 | 2.324 | - | 94.611 |
| Segmentvermögen | 72.597 | 49.542 | - | 624.160 |
| Davon Vermögenswerte nach IFRS 8.33 (b) 1 | 19.740 | 26.940 | - | 243.509 |
| Segmentschulden | 13.667 | 4.593 | - | 251.935 |
| Investitionen in: | ||||
| Sachanlagen 2 | 2.806 | 7.661 | - | 32.496 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 1 | 215 | - | 1.173 |
| Abschreibungen auf: | ||||
| Sachanlagen 2 | 1.225 | 1.314 | - | 13.613 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 16 | 705 | - | 4.978 |
1 langfristige Vermögenswerte ohne
Finanzinstrumente, latente Steuern und Vorauszahlungen
für Pensions-Fonds
2 einschließlich der als Finanzinvestition
gehaltenen Immobilien
Der Buchwert der Finanzinstrumente (zum Beispiel liquide Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Verbindlichkeiten) entspricht grundsätzlich deren beizulegenden Zeitwerten ("Fair Value").
Der verzinslich angelegte Bestand an liquiden Mitteln zieht Zinsänderungsrisiken nach sich. Alle Anlageformen sind variabel verzinslich und kurzfristig investiert. Über die genannten Anlagen hinausgehende Finanzinstrumente, die einem Zinsänderungsrisiko unterliegen, bestehen im Pfeiffer Vacuum Konzern nicht.
Bedingt durch die kurze Anlagedauer bei den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten entspricht der jeweils vereinbarte Guthabenzinssatz dem Marktzins. Selbst bei sehr deutlichen Änderungen des Marktzinssatzes ergeben sich somit keine wesentlichen Auswirkungen auf den beizulegenden Zeitwert dieser Vermögenswerte, da bereits nach kurzer Zeit eine Zinssatzanpassung vorgenommen werden kann.
Zum 31. Dezember 2019 bestehen wie im Vorjahr keine weiteren zinsreagiblen Vermögenswerte. Bedingt durch den Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum 31. Dezember 2019 hätte eine hypothetische Erhöhung (Verminderung) des Marktzinsniveaus um 50 Basispunkte eine Erhöhung (Verminderung) des Ergebnisses um 560 T € zur Folge (31. Dezember 2018: Erhöhung/Verminderung um 542 T €). Bedingt durch den zum 31. Dezember 2019 ausgewiesenen Bestand an finanziellen Verbindlichkeiten hätte eine Erhöhung (Verminderung) des Marktzinsniveaus um 50 Basispunkte eine Verminderung (Erhöhung) des Ergebnisses um 300 T € zur Folge gehabt (31. Dezember 2018: Erhöhung/Verminderung um 300 T €).
Im Konzern bestehen aufgrund der weitgehend heterogenen Kundenstruktur keine wesentlichen Ausfallrisikokonzentrationen. Durch ein konsequentes Forderungsmanagement und die permanente Analyse des Zahlungsverhaltens unserer Kunden werden Ausfallrisiken weiter minimiert. Darüber hinaus erfolgt bei Neukunden die Lieferung grundsätzlich nur nach erfolgter Bonitätsprüfung, gegen Vorkasse oder Kreditlimit. Insgesamt sind wir damit in der Lage, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Wertberichtigungen auf Forderungen auf einem niedrigen Niveau zu halten. Das theoretische maximale Ausfallrisiko der finanziellen Vermögenswerte entspricht den Bruttobuchwerten abzüglich bereits erfasster Wertberichtigungen. Zu weiteren Einzelheiten im Zusammenhang mit der Risikovorsorge für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen siehe Anmerkung 16.
Aufgrund des überdurchschnittlich hohen Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind keine Liquiditätsrisiken erkennbar.
Etwa 54 % des Konzernumsatzes (Vorjahr: 53 %) werden in ausländischer Währung (nicht Euro, vorwiegend US-Dollar) fakturiert. Die Gesellschaft tätigt Devisentermingeschäfte und -optionen, um ihre zukünftigen Umsätze in Fremdwährung gegen Wechselkursschwankungen abzusichern (Hedging). Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu diesem Zweck erworben.
Bei den als sogenannte "Cash-Flow-Hedges" nach IFRS 9/ IAS 39 klassifizierten Kontrakten bilanziert Pfeiffer Vacuum die derivativen Finanzinstrumente mit dem Marktwert entweder als Vermögenswert oder als Verbindlichkeit. Veränderungen des Werts der Cash-Flow-Hedges werden ergebnisneutral unter Berücksichtigung etwaiger Steuereffekte in den sonstigen Eigenkapitalbestandteilen gebucht. In der Periode, in der das Grundgeschäft ergebniswirksam wird, erfolgt die Umgliederung der bisher ergebnisneutralen Position in die Gewinn- und Verlustrechnung (Wechselkursergebnis). Bei den als Cash-Flow-Hedges klassifizierten Kontrakten wurden in den Jahren 2019 und 2018 keine Beträge aufgrund von Hedging-Ineffektivitäten in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Umgliederungen aus den sonstigen Eigenkapitalbestandteilen in das Ergebnis als Folge von vorzeitig beendeten Cash-Flow-Hedges waren in diesem Zeitraum ebenfalls nicht erforderlich.
Sofern sich Derivate im Bestand befinden, werden diese zum Ende des Geschäftsjahres unter Verwendung aktueller Terminkurse mit dem Marktwert bewertet. Die zum 31. Dezember 2019 in den sonstigen Verbindlichkeiten enthaltenen negativen Marktwerte der Cash-Flow-Hedges beliefen sich auf 43 T €. Wegen der ergebnisneutralen Berücksichtigung resultierte zum 31. Dezember 2019 ein Eigenkapitaleffekt von 39 T € nach Berücksichtigung von Steuern in Höhe von - 4 T €. Zum 31. Dezember 2018 bestanden keine als Cash-Flow-Hedges zu qualifizierende Kontrakte. Die zum 31. Dezember 2019 als Fair-Value-Hedges klassifizierten Derivate wurden in Höhe von 26 T € ergebniswirksam erfasst und mit 26 T € in den sonstigen Forderungen ausgewiesen (31. Dezember 2018: - 15 T €). Derivative Finanzinstrumente werden nicht zu spekulativen Zwecken abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2019 und zum 31. Dezember 2018 bestanden keine Kontrakte mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Per 31. Dezember 2019 bestehen Devisenterminkontrakte in Fremdwährung (US Dollar) im Nominalwert von 7,7 Mio. € (31. Dezember 2018: US Dollar und südkoreanischer Won, 9,7 Mio. €) mit einer Restlaufzeit von deutlich unter einem Jahr. Die Gesellschaft prüft die Bonität der Geschäftspartner fortlaufend und tätigt Geschäfte ausschließlich mit etablierten Geschäftsbanken. Wechselkursrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen Pfeiffer Vacuum Finanzinstrumente eingeht. Originäre Finanzinstrumente werden im Pfeiffer Vacuum Konzern zum weitaus überwiegenden Teil in funktionaler Währung begründet. Davon abweichend bestehen Währungsrisiken allein bei den zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen, bei einem Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und bei den derivativen Finanzinstrumenten. Sofern die derivativen Finanzinstrumente als Cash-Flow-Hedge klassifiziert werden, wirkt sich eine Änderung des Währungskurses nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern nur im Eigenkapital aus. Ebenfalls nur im Eigenkapital wirken sich währungsbedingte Änderungen der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen aus.
Bei einer Abwertung des Euro um 10 % zum 31. Dezember 2019 wäre das Konzernergebnis um 6.318 T € höher und das Konzerneigenkapital um 6.035 T € höher. Eine Aufwertung des Euro um 10 % zum 31. Dezember 2019 hätte das Konzernergebnis um - 5.078 T € und das Konzerneigenkapital um - 4.591 T € vermindert. Eine Aufwertung des Euro um 10 % zum 31. Dezember 2018 hätte das Konzernergebnis um 2.334 T € erhöht. Bei einer Abwertung des Euro um 10 % zum 31. Dezember 2018 wäre das Konzernergebnis um 2.600 T € niedriger. Die Auswirkungen auf das Konzernergebnis und das Konzerneigenkapital resultieren jeweils hauptsächlich aus der US-Dollar-Sensitivität als für die Erstellung des Konzernabschlusses wesentliche Währung.
Aus den nachfolgenden Übersichten ergeben sich die Zusammensetzung der Finanzinstrumente nach Bilanzposten und Bewertungskategorien und der beizulegende Zeitwert (Fair Value) sowie die Bewertungsergebnisse nach Bewertungskategorien.
| Wertansatz nach IFRS 9 | ||||||
| Bewertungskategorie nach IFRS 9 |
Buchwert
in T€ |
Fortgeführte Anschaffungskosten
in T€ |
Fair Value erfolgsneutral
in T€ |
Fair Value erfolgswirksam
in T€ |
Fair Value
in T€ |
|
| Aktiva | ||||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | AC | 111.980 | 111.980 | - | - | 111.980 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte | AC | 90.727 | 90.727 | - | - | 90.727 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | AC | 7.192 | 7.192 | - | - | 7.192 |
| Derivative Finanzinstrumente (mit Hedge-Beziehung) | FVOCI | 43 | - | 43 | - | 43 |
| Derivative Finanzinstrumente (ohne Hedge-Beziehung) | FVPL | 26 | - | - | 26 | 26 |
| Passiva | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | AC | 41.137 | 41.137 | - | - | 41.137 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten (ohne Leasing) | AC | 60.122 | 60.122 | - | - | 60.122 |
| Derivative Finanzinstrumente (mit Hedge-Beziehung) | FVOCI | - | - | - | - | - |
| Derivative Finanzinstrumente (ohne Hedge-Beziehung) | FVPL | - | - | - | - | - |
| Summen nach Bewertungskategorien: | ||||||
| Amortized Costs (AC) 1 | 108.640 | 108.640 | - | - | 108.640 | |
| Fair Value through Profit or Loss (FVPL) 2 | 26 | - | - | 26 | 26 | |
| Fair Value through other Comprehensive Income (FVOCI) 3 | 43 | - | 43 | - | 43 | |
1 AC = Amortized Costs (zu fortgeführten
Anschaffungskosten);
2 FVPL = Fair Value through Profit or Loss
(erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert);
3 FVOCI = Fair Value through other Comprehensive
Income (erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert)
| Wertansatz nach IFRS 9 | ||||||
|
Bewertungskategorie nach IFRS 9
in T€ |
Buchwert
in T€ |
Fortgeführte Anschaffungskosten
in T€ |
Fair Value erfolgsneutral
in T€ |
Fair Value erfolgswirksam
in T€ |
Fair Value
in T€ |
|
| Aktiva | ||||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | AC | 108.380 | 108.380 | - | - | 108.380 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte | AC | 92.462 | 92.462 | - | - | 92.462 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | AC | 4.891 | 4.891 | - | - | 4.891 |
| Derivative Finanzinstrumente (ohne Hedge-Beziehung) | FVPL | 14 | 14 | - | 14 | 14 |
| Passiva | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | AC | 38.054 | 38.054 | - | - | 38.054 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | AC | 60.277 | 60.277 | - | - | 60.277 |
| Derivative Finanzinstrumente (mit Hedge-Beziehung) | FVOCI | 13 | - | 13 | - | 13 |
| Derivative Finanzinstrumente (ohne Hedge-Beziehung) | FVPL | 29 | - | - | 29 | 29 |
| Summen nach Bewertungskategorien: | ||||||
| Amortized Costs (AC) 1 | 107.402 | 107.402 | - | - | 107.402 | |
| Fair Value through other Comprehensive Income (FVOCI) 2 | - 13 | - | - 13 | - | - 13 | |
| Fair Value through Profit or Loss (FVPL) 3 | - 15 | - | - | - 15 | - 15 | |
1 AC = Amortized Costs (zu fortgeführten
Anschaffungskosten);
2 FVOCI = Fair Value through other Comprehensive
Income (erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert);
3 FVPL = Fair Value through Profit or Loss
(erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert)
| aus Folgebewertung | Nettoergebnis | |||||
|
aus Zinsen/ Dividenden
in T€ |
zum Fair Value
in T€ |
Währungsumrechnung
in T€ |
Wertberichtigung
in T€ |
aus Abgang
in T€ |
2019
in T€ |
|
| Finanzinstrumente (AC) 1 | - 638 | - | - 169 | - 350 | 291 | - 866 |
| Derivative Finanzinstrumente mit Hedge-Beziehung (FVOCI) 2 | - | 43 | - | - | - | 43 |
| Derivative Finanzinstrumente ohne Hedge-Beziehung (FVPL) 3 | - | 26 | - | - | - | 26 |
1 AC = Amortized Costs (zu fortgeführten
Anschaffungskosten);
2 FVOCI = Fair Value through other Comprehensive
Income (erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert);
3 FVPL = Fair Value through Profit or Loss
(erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert);
| aus Folgebewertung | Nettoergebnis | |||||
|
aus Zinsen/ Dividenden
in T€ |
zum Fair Value
in T€ |
Währungsumrechnung
in T€ |
Wertberichtigung
in T€ |
aus Abgang
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Finanzinstrumente (AC) 1 | - 517 | - | 772 | - 590 | 159 | - 176 |
| Derivative Finanzinstrumente mit Hedge-Beziehung (FVOCI) 2 | - | - 13 | - | - | - | - 13 |
| Derivative Finanzinstrumente ohne Hedge-Beziehung (FVPL) 3 | - | - 15 | - | - | - | - 15 |
1 AC = Amortized Costs (zu fortgeführten
Anschaffungskosten);
2 FVOCI = Fair Value through other Comprehensive
Income (erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert);
3 FVPL = Fair Value through Profit or Loss
(erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert);
Die Ermittlung der Fair Values derivativer Finanzinstrumente (69 T € zum 31. Dezember 2019, -28 T € zum 31. Dezember 2018) erfolgte nach Stufe 2 der Fair Value-Hierarchie gemäß IFRS 13 "Fair Value Measurement" mit Hilfe von anerkannten Bewertungsmethoden unter Verwendung von entsprechenden Marktparametern, die direkt beobachtbar und tagesaktuell sind. Wesentliche Ausfallrisiken bestehen bei diesen Finanzinstrumenten nicht.
Bei den finanziellen Verbindlichkeiten mit variablen Zinssätzen entsprechen die vereinbarten Zinssätze den aktuellen, marktüblichen Zinssätzen. Folglich stimmen die Buchwerte mit den Fair Values überein.
Die Fair Values von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten entsprechen aufgrund der kurzen Laufzeiten annahmegemäß ihren Buchwerten.
Die folgende Tabelle zeigt die Finanzverbindlichkeiten nach Fälligkeitsklassen basierend auf der verbleibenden Restlaufzeit am Abschlussstichtag. Die Analyse betrifft ausschließlich Finanzinstrumente und Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen. Es handelt sich um nicht abgezinste Cashflows; eine Überleitung der in der Konzern-Bilanz dargestellten Beträge ist damit grundsätzlich nicht möglich.
|
bis 1 Jahr
in T€ |
1
Jahr bis 5 Jahre
in T€ |
größer 5 Jahre
in T€ |
Gesamt
in T€ |
|
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 122 | 60.000 | - | 60.122 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 4.157 | 7.040 | 2.544 | 13.741 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 41.137 | - | - | 41.137 |
|
bis 1 Jahr
in T€ |
1
Jahr bis 5 Jahre
in T€ |
größer 5 Jahre
in T€ |
Gesamt
in T€ |
|
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 23 | 60.000 | - | 60.023 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 72 | 182 | - | 254 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 38.054 | - | - | 38.054 |
Die folgende Übersicht zeigt die Veränderungen der finanziellen Verbindlichkeiten, bei denen die Mittelflüsse in der Konzern-Cash-Flow-Rechnung als Finanzierungstätigkeiten klassifiziert wurden.
|
Darlehen
in T€ |
Leasingverbindlichkeiten
in T€ |
Sonstige Verbindlichkeiten
in T€ |
Gesamt
in T€ |
|
| Buchwert zum 1. Januar 2018 | 60.005 | 324 | - | 60.329 |
| Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten | - | - | 23 | 23 |
| Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten | - 5 | - 82 | - | - 87 |
| Davon zahlungswirksam | - 5 | - 82 | 23 | - 64 |
| Währungsdifferenzen | - | 12 | - | 12 |
| Buchwert zum 31. Dezember 2018 | 60.000 | 254 | 23 | 60.277 |
| Anpassung durch IFRS 16 | 17.645 | 17.645 | ||
| Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten | - | 751 | 99 | 850 |
| Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten | - | - 5.257 | - | - 5.257 |
| Davon zahlungswirksam | - | - 5.257 | - | - 5.257 |
| Währungsdifferenzen | - | 102 | - | 102 |
| Buchwert zum 31. Dezember 2019 | 60.000 | 13.495 | 122 | 73.617 |
Mit einer Eigenkapitalquote von 59,6 % zum 31. Dezember 2019 verfügt Pfeiffer Vacuum auch nach den durch die erstmalige Anwendung von IFRS 16 gestiegenen finanziellen Verbindlichkeiten über eine hohe Eigenkapitalausstattung zum Ende des Geschäftsjahres 2019. Darüber hinaus beläuft sich der Bestand an liquiden Mitteln per 31. Dezember 2019 auf 112,0 Mio. €. Trotz der bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten zum Ende des Geschäftsjahres 2019 in Höhe von 73,6 Mio. € (31. Dezember 2018: 60,3 Mio. €) weist der Konzern zu diesem Zeitpunkt damit keine Nettoverschuldung aus. Der für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Konzerns nötige finanzielle Spielraum ist damit nach unserer Einschätzung unverändert vorhanden.
Die Anlage der liquiden Mittel erfolgt kurzfristig und konservativ. Bedingt durch die im Branchenvergleich hohe Eigenkapitalquote und die aktuelle Liquiditätslage benötigt Pfeiffer Vacuum auch in Zukunft für die Finanzierung der Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen sowie der Dividendenzahlung kein verzinsliches Fremdkapital. Daneben bestehen genügend Liquiditätsreserven, um kurzfristig auf Änderungen der ökonomischen Situation eingehen zu können.
| 2019 | 2018 | |
| Ergebnis nach Steuern in T € | 48.357 | 68.879 |
| Anzahl der Stückaktien (gewichteter Durchschnitt) | 9.867.659 | 9.867.659 |
| Anzahl der Wandlungsrechte | - | - |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktien unter Annahme der Wandlung | 9.867.659 | 9.867.659 |
| Ergebnis pro Stückaktie in € (unverwässert / verwässert) | 4,90 | 6,98 |
In der Zeit zwischen dem Bilanzstichtag und der Aufstellung des Konzernabschlusses haben keine Transaktionen mit Stammaktien oder ausgegebenen Stammaktien stattgefunden.
Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen sind insbesondere alle Geschäftsvorfälle mit den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Zur Erläuterung des Volumens dieser Geschäftsvorfälle verweisen wir auf die Darstellung der Umsatzerlöse in der Segmentberichterstattung Anmerkung 32, die auch die konzerninternen Umsätze enthält. Alle Transaktionen werden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt und im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses vollständig eliminiert. Insofern ergeben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens- oder Ertragslage des Konzerns. Der Pfeiffer Vacuum Konzern hält keine Anteile an Gemeinschaftsunternehmen. Ebenfalls besteht keine Beherrschung über sogenannte Zweckgesellschaften.
Die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie eventuelle Transaktionen mit Mitgliedern dieser Unternehmensorgane sind in den Anmerkung 40 und Anmerkung 41 dargestellt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erbringen neben ihrer Aufsichtsratstätigkeit keine persönliche Leistung für den Konzern oder einzelne Konzerngesellschaften. Davon abweichend erhalten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat eine arbeitsvertraglich vereinbarte Vergütung für die Tätigkeit im Unternehmen.
Im Jahr 2019 beliefen sich die Rückführungen aus dem Pfeiffer Vacuum Trust e.V. auf 2,6 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €). Die Zuführungen in den Pfeiffer Vacuum Trust e.V. im Jahr 2019 betrugen unverändert 2,7 Mio. €.
Zum 31. Dezember 2019 hatten Dr. Karl Busch, Frau Ayhan Busch, Frau Ayla Busch, Herr Sami Busch und Herr Kaya Busch, alle Deutschland, nach den uns vorliegenden Angaben insgesamt 60,22 % der Stimmrechte der Gesellschaft (Vorjahr: 50,02 %). Die Anteile werden mittelbar über die Pangea GmbH, Maulburg, Deutschland, und weitere rechtlich selbständige Einheiten der familiengeführten Busch Gruppe gehalten. Von einem operativ tätigen Unternehmen der Busch Gruppe wurden im Berichtsjahr und im Vorjahr auf Basis unverändert marktüblicher Bedingungen Waren im Wert eines sehr niedrigen einstelligen Millionenbetrages bezogen. Die Busch SE, Maulburg, ist die Obergesellschaft der Busch Gruppe und damit auch die Obergesellschaft von Pfeiffer Vacuum.
Die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat halten zum 31. Dezember 2019 insgesamt 5.942.585 Aktien der Gesellschaft (Vorjahr: 4.937.639). Die Änderung resultiert aus dem Anteilsbesitz der Busch Gruppe, der auch der Aufsichtsratsvorsitzenden Ayla Busch zuzurechnen ist.
Wesentliche Änderungen der Unternehmenssituation oder des Branchenumfeldes haben sich seit Beginn des Geschäftsjahres 2020 nicht ergeben.
|
2019
in T€ |
2018
1
in T€ |
|
| Entgelte | - 171.276 | - 161.289 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | - 39.732 | - 37.596 |
| Davon für Pensionen | - 17.975 | - 17.359 |
| Gesamt | - 211.008 | - 198.885 |
1 Auf Grund einer geänderten Abgrenzung im
Personalbereich wurde der Vorjahreswert angepasst
Zum 31. Dezember 2019 und 2018 setzt sich die Anzahl der Mitarbeiter wie folgt zusammen:
| 2019 | 2018 | |
| Jahresdurchschnitt | ||
| Männlich | 2.675 | 2.559 |
| Weiblich | 578 | 542 |
| Gesamt | 3.253 | 3.101 |
| Stichtag | ||
| Männlich | 2.677 | 2.646 |
| Weiblich | 599 | 558 |
| Gesamt | 3.276 | 3.204 |
Die genannten Mitarbeiterzahlen schließen die Auszubildenden mit ein (31. Dezember 2019: 92, Vorjahr: 96).
Seit dem 1. Juli 2019 bis zum Ende des Geschäftsjahres 2019 bestand der Vorstand aus Diplom-Ingenieur Dr. Eric Taberlet (CEO) und Diplom-Betriebswirtin Nathalie Benedikt (CFO). Diplom-Ingenieur Dr. Matthias Wiemer (Vorstand) und Diplom-Physiker Dr. Ulrich von Hülsen (CTO) sind zum 30. Juni 2019 als Vorstandsmitglieder ausgeschieden.
Die im Jahr 2019 ergebniswirksam erfasste Gesamtvergütung der zuvor genannten Mitglieder des Vorstands beläuft sich auf 1,7 Mio. € (Vorjahr: 1,9 Mio. €). Davon entfallen 1,2 Mio. € auf kurzfristig fällige fixe Vergütungen (Vorjahr: 1,1 Mio. €), 0,3 Mio. € auf die kurzfristige variable Vergütung (Vorjahr: 0,6 Mio. €) und 0,1 Mio. € auf die langfristige variable Vergütung (Vorjahr: 0,2 Mio. €). Die im Vorjahr ergebniswirksam erfasste kurzfristige variable Vergütung wurde im Berichtsjahr ausgezahlt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 ausstehende Salden gegenüber Vorstandsmitgliedern betreffen die Rückstellungen für die variable Vergütung und belaufen sich auf 0,7 Mio. € (Vorjahr: 0,8 Mio. €). Die Pensionsaufwendungen beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €). Die für aktive Vorstandsmitglieder im Vorjahr gebildete Pensionsrückstellung belief sich zum 31. Dezember 2018 auf 1,6 Mio. €.
Für zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 aktive Vorstandsmitglieder bestehen keine Versorgungszusagen und damit auch keine Pensionsrückstellungen. Weitere Details werden entsprechend § 289a Abs. 2 Satz 2 HGB beziehungsweise § 315a Abs. 2 Satz 2 HGB im Vergütungsbericht (Bestandteil des Konzernlageberichts siehe S. 086) eingehend erläutert. Ebenfalls im Konzernlagebericht wird die Zusammensetzung der Vorstandsressorts dargestellt (siehe Konzernlagebericht S. 082).
Leistungen an ehemalige Vorstandsmitglieder nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (laufende Pensionen) belaufen sich unverändert auf 0,4 Mio. €. Die für diesen Personenkreis gebildete Pensionsrückstellung beläuft sich zum 31. Dezember 2019 auf 8,3 Mio. € (Vorjahr: 5,3 Mio. €).
Mit Wirkung vom 1. Januar 2020 wurde Herr Wolfgang Ehrk als Mitglied des Vorstands und Chief Operating Officer (COO) der Pfeiffer Vacuum Technology AG berufen.
Entsprechend §§ 96 Abs. 1, 101 Abs. 1 AktG, § 4 Drittelbeteiligungsgesetz 2004 und § 9 Abs. 1 der Satzung der Gesellschaft besteht der Aufsichtsrat aus vier von den Anteilseignern und zwei von der Belegschaft gewählten Mitgliedern.
Die Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner, Götz Timmerbeil und Filippo Th. Beck, wurden im Mai 2016 durch die Hauptversammlung für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Die Amtszeit der im Mai 2018 nachgewählten Aufsichtsratsmitglieder Ayla Busch und Henrik Newerla endet ebenfalls am Tag der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2020 beschließt.
Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Helmut Bernhardt zum 30. Juni 2019 ist Matthias Mädler mit Wirkung vom 1. Juli 2019 als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat eingetreten.
Die Zusammensetzung stellt sich im Verlauf des Jahres 2019 wie folgt dar:
| ― |
Ayla Busch (Vorsitzende), Co-CEO Busch SE, Maulburg |
| ― |
Götz Timmerbeil (stellvertretender Vorsitzender), Wirtschaftsprüfer und Steuerberater |
| ― |
Filippo Th. Beck, Rechtsanwalt schweizerischen Rechts |
| ― |
Helmut Bernhardt (Arbeitnehmervertreter), bis 30. Juni 2019, Entwicklungsingenieur |
| ― |
Manfred Gath (Arbeitnehmervertreter), Betriebsratsvorsitzender |
| ― |
Henrik Newerla, selbständiger Managementberater |
| ― |
Matthias Mädler (Arbeitnehmervertreter), ab 1. Juli 2019, Entwicklungsingenieur |
Die folgenden Mitglieder übten weitere Mandate aus - sofern nicht anders angegeben, handelt es sich dabei um Aufsichtsratsmandate:
| ― |
Ayla Busch:
|
||||||||||
| ― |
Götz Timmerbeil:
|
||||||||||
| ― |
Filippo Th. Beck:
|
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im Berichtszeitraum ausschließlich kurzfristig fällige fixe Bezüge in Höhe von 315 T € (Vorjahr: 308 T €). Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 bestanden keine ausstehenden Salden gegenüber Aufsichtsratsmitgliedern (Vorjahr: 0,1 Mio. €). Entsprechend § 289a Abs. 2 Satz 2 HGB beziehungsweise § 315a Abs. 2 Satz 2 HGB wird die Zusammensetzung der Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergütungsbericht (Bestandteil des Konzernlageberichts siehe S. 090) erläutert.
Ebenfalls altersbedingt ist Manfred Gath am 31. Dezember 2019 als Arbeitnehmervertreter aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Für ihn ist Stefan Röser mit Wirkung vom 1. Januar 2020 in den Aufsichtsrat eingetreten.
Die Pfeiffer Vacuum GmbH, Aßlar, wird in den vorliegenden Konzernabschluss der Pfeiffer Vacuum Technology AG einbezogen. Dementsprechend hat diese Gesellschaft die Erleichterungsvorschrift nach § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen.
Der in den Jahren 2019 und 2018 in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwand für erbrachte Leistungen des Konzernabschlussprüfers stellt sich wie folgt dar:
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
|
| Honoraraufwand für: | ||
| Abschlussprüfungsleistungen | - 882 | - 836 |
| Andere Bestätigungsleistungen | - 71 | - |
| Steuerberatungsleistungen | - 11 | - 26 |
| Sonstige Leistungen | - 346 | - 299 |
| Gesamt | - 1.310 | - 1.161 |
Der Gesamtbetrag des Jahres 2019 umfasst Honorare an die PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main in Höhe von 482 T € für Abschlussprüfungsleistungen, 6 T € für Steuerberatungsleistungen, 71 T € für andere Bestätigungsleistungen und 340 T € für sonstige Leistungen (Vorjahr: 439 T € für Abschlussprüfungsleistungen, 21 T € für Steuerberatungsleistungen und 268 T € für sonstige Leistungen). Die Prüfung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2019 erfolgte durch die PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main. Wesentliche, durch den Abschlussprüfer für die Pfeiffer Vacuum Technology AG erbrachte sonstige Leistungen betreffen die Beratung zur Umsetzung neuer Rechtsnormen sowie die Beratung bei der Weiterentwicklung eines Compliance Management Systems. Die anderen Bestätigungsleistungen betreffen die Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung für den Konzern.
Vorstand und Aufsichtsrat der Pfeiffer Vacuum Technology AG haben am 4. November 2019, die nach § 161 AktG erforderliche Entsprechenserklärung für das Jahr 2019 abgegeben. Sie wurde den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft ↗ Pfeiffer Vacuum dauerhaft zugänglich gemacht.
Die Pfeiffer Vacuum Technology AG entspricht damit seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 5. Dezember 2018 sämtlichen Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 7. Februar 2017 mit folgenden zwei Ausnahmen:
| ― |
Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt einen Selbstbehalt für die D&O-Versicherung des Aufsichtsrats (Ziffer 3.8). Die aktuelle D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat sieht keinen Selbstbehalt vor. Insgesamt werden die Motivation und das Verantwortungsbewusstsein des Aufsichtsrats nicht durch einen Selbstbehalt verbessert, da er zum Wohl des Konzerns arbeitet. |
| ― |
Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt eine festzulegende Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat (Ziffer 5.4.1). Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2018 eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat von 15 Jahren gesetzt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats erfüllen diese Zielsetzung, mit Ausnahme von Herrn Götz Timmerbeil, für den der Aufsichtsrat eine Ausnahme beschlossen hat, da er über eine hohe Sachkompetenz und eine langjährige Kenntnis des Unternehmens verfügt, auf die der Aufsichtsrat derzeit und gerade nach den vorgenommenen Änderungen im Aufsichtsrat während der letzten drei Jahre nicht verzichten möchte. |
Der Vorstand hat den vorliegenden Konzernabschluss durch Beschluss vom 28. Februar 2020 zur Veröffentlichung freigegeben.
Aßlar, den 28. Februar 2020
Der Vorstand
Dr. Eric Taberlet
Nathalie Benedikt
Wolfgang Ehrk
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Asslar, den 28. Februar 2020
Der Vorstand
Dr. Eric Taberlet
Nathalie Benedikt
Wolfgang Ehrk
An die Pfeiffer Vacuum Technology AG, Aßlar
Wir haben den Konzernabschluss der Pfeiffer Vacuum Technology AG, Aßlar, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Pfeiffer Vacuum Technology AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― |
entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und |
| ― |
vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
1. Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte
2. Auswirkungen aus Erstanwendung des IFRS 16 auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:
1. Sachverhalt und Problemstellung
2. Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
3. Verweis auf weitergehende Informationen
Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
1. In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Betrag von insgesamt € 81,4 Mio (12,3 % der Bilanzsumme) unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich oder anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln.
Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des Geschäfts- oder Firmenwerts dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich anhand des Nutzungswerts. Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Barwert künftiger Zahlungsströme der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die Barwerte werden mittels Discounted-Cash-Flow Modellen ermittelt. Dabei bildet die verabschiedete Mittelfristplanung des Konzerns den Ausgangspunkt, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben wird. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt.
Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
2. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der verabschiedeten Mittelfristplanung des Konzerns haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Ergänzende Anpassungen der Mittelfristplanung für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung wurden von uns mit den zuständigen Mitarbeitern der Gesellschaft diskutiert und nachvollzogen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen. Für Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, bei denen eine für möglich gehaltene Änderung einer Annahme zu einem erzielbaren Betrag unterhalb des Buchwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts führen würde, haben wir uns davon vergewissert, dass die erforderlichen Anhangangaben gemacht wurden.
Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.
3. Die Angaben der Gesellschaft zum Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" sind im Abschnitt 11 des Konzernanhangs enthalten.
1. In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden zum Bilanzstichtag Nutzungsrechte von € 15,4 Mio und Leasingverbindlichkeiten von € 13,5 Mio ausgewiesen. Im Geschäftsjahr ergaben sich aus der Erstanwendung des neuen Rechnungslegungsstandards zu Leasingverhältnissen (IFRS 16) wesentliche Auswirkungen auf die Eröffnungsbilanzwerte und deren Fortschreibung im Geschäftsjahr. Die Umstellung auf IFRS 16 erfolgte nach dem modifizierten retrospektiven Ansatz. Die Vergleichszahlen der Vorjahresperioden wurden nicht angepasst. Die Erstanwendung von IFRS 16 erforderte die Implementierung eines zentralen IT-Systems zur Abbildung der Leasingverhältnisse. Der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 16 bedingt für bestimmte Bereiche Schätzungen und Ermessensentscheidungen durch die gesetzlichen Vertreter, deren Angemessenheit im Rahmen unserer Prüfung zu beurteilen war. Dies trifft insbesondere auf Einschätzungen zur Ausübung von Optionen mit Auswirkungen auf die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu.
Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der neuen Anforderungen des IFRS 16 war die Bilanzierung der Leasingverhältnisse im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
2. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir mit Unterstützung unserer internen Spezialisten unter anderem die Angemessenheit der vom Konzern eingerichteten Prozesse zur Erfassung von Leasingverhältnissen gewürdigt. Dies gilt auch für die Implementierung des zentralen IT-Systems zur Abbildung der Leasingverhältnisse sowie für die erforderlichen Anpassungen der bestehenden Systeme zur Verarbeitung der Transaktionen.
Darüber hinaus haben wir bei unserer Prüfung mit Unterstützung unserer internen Spezialisten die Auswirkungen aus der Erstanwendung des IFRS 16 beurteilt. Gemeinsam haben wir die Implementierungsarbeiten nachvollzogen sowie die Ausgestaltung der eingerichteten Prozesse zur Abbildung der Transaktionen in Einklang mit IFRS 16 und der IT-Systeme zur Unterstützung der Umsetzung der neuen Vorgaben beurteilt. Hierbei haben wir auf Basis von Stichproben Einsicht in Leasingverträge genommen, die Identifizierung von Leasingkomponenten nachvollzogen und gewürdigt, ob diese vollständig und zutreffend in dem neu implementierten zentralen System zur Abbildung von Leasingverhältnissen erfasst wurden. Dabei haben wir insbesondere die Einschätzungen zur Ausübung von Optionen mit Auswirkungen auf die Laufzeit des Leasingverhältnisses anhand von Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und durch Einsicht in geeignete Nachweise beurteilt.
Wir konnten uns davon überzeugen, dass die eingerichteten und an IFRS 16 angepassten Systeme und Prozesse angemessen sind. Ferner konnten wir nachvollziehen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um die sachgerechte Bilanzierung der Leasingverhältnisse unter erstmaliger Anwendung des IFRS 16 zu gewährleisten.
3. Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen und den Auswirkungen der Erstanwendung von IFRS 16 sind in Textziffer Abschnitt 3 des Konzernanhangs enthalten.
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden von uns vor Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
| ― |
die in Abschnitt "CORPORATE GOVERNANCE BERICHT UND ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG" des Konzernlageberichts enthaltene Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB |
| ― |
den Corporate Governance-Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex |
| ― |
die in Abschnitt "NICHTFINANZIELLE KONZERNERKLÄRUNG 2019" des Konzernlageberichts enthaltene nichtfinanzielle Konzernerklärung nach § 315b Abs. 1 HGB |
Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― |
wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― |
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― |
identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― |
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
| ― |
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― |
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― |
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
| ― |
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
| ― |
beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. |
| ― |
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Wir wurden von der Hauptversammlung am 23. Mai 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 30. Januar 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Konzernabschlussprüfer der Pfeiffer Vacuum Technology AG, Aßlar, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsaussschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Christian Kwasni.
Frankfurt am Main, den 28. Februar 2020
PricewaterhouseCoopers
GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Christian Kwasni, Wirtschaftsprüfer
Daniel Spengemann, Wirtschaftsprüfer
An die Pfeiffer Technology AG, Aßlar,
Wir haben die in Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzernerklärung" des Konzernlageberichts enthaltene nichtfinanzielle Konzernerklärung nach 315b Abs. 1 HGB der Pfeiffer Vacuum Technology AG, Aßlar, (im Folgenden die "Gesellschaft") für den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 (im Folgenden die "nichtfinanzielle Erklärung") einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung der nichtfinanziellen Erklärung in Übereinstimmung mit den §§ 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB.
Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur nichtfinanziellen Berichterstattung sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen nichtfinanziellen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung einer nichtfinanziellen Erklärung zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist.
Wir haben die deutschen berufsrechtlichen Vorschriften zur Unabhängigkeit sowie weitere berufliche Verhaltensanforderungen eingehalten.
Unsere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen - insbesondere der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer (BS WP/vBP) sowie des vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) herausgegebenen IDW Qualitätssicherungsstandards 1 "Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis" (IDW QS 1) - an und unterhält dementsprechend ein umfangreiches Qualitätssicherungssystem, das dokumentierte Regelungen und Maßnahmen in Bezug auf die Einhaltung beruflicher Verhaltensanforderungen, beruflicher Standards sowie maßgebender gesetzlicher und anderer rechtlicher Anforderungen umfasst.
Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über die Angaben in der nichtfinanziellen Erklärung abzugeben.
Nicht Gegenstand unseres Auftrages ist die Beurteilung von externen Dokumentationsquellen oder Expertenmeinungen, auf die in der nichtfinanziellen Erklärung verwiesen wird.
Wir haben unsere betriebswirtschaftliche Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit begrenzter Sicherheit beurteilen können, ob uns Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass die nichtfinanzielle Erklärung der Gesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist.
Bei einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers.
Im Rahmen unserer Prüfung haben wir u.a. folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:
| ― |
Verschaffung eines Verständnisses über die Struktur der Nachhaltigkeitsorganisation und über die Durchführung der Wesentlichkeitsanalyse |
| ― |
Befragung relevanter Mitarbeiter, die in die Aufstellung der nichtfinanziellen Erklärung einbezogen wurden, über den Aufstellungsprozess, über das auf diesen Prozess bezogene interne Kontrollsystem sowie über die Angaben in der nichtfinanziellen Erklärung |
| ― |
Identifikation wahrscheinlicher Risiken wesentlicher falscher Angaben in der nichtfinanziellen Erklärung |
| ― |
Analytische Beurteilung von Angaben der nichtfinanziellen Erklärung |
| ― |
Abgleich von Angaben mit den entsprechenden Daten im Konzernabschluss und Konzernlagebericht |
| ― |
Beurteilung der Darstellung der Angaben |
Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass die nichtfinanzielle Erklärung der Gesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist.
Wir erteilen diesen Vermerk auf Grundlage des mit der Gesellschaft geschlossenen Auftrags. Die Prüfung wurde für Zwecke der Gesellschaft durchgeführt und der Vermerk ist nur zur Information der Gesellschaft über das Ergebnis der Prüfung bestimmt.
Der Vermerk ist nicht dazu bestimmt, dass Dritte hierauf gestützt (Vermögens-) Entscheidungen treffen. Unsere Verantwortung besteht allein der Gesellschaft gegenüber. Dritten gegenüber übernehmen wir dagegen keine Verantwortung.
Frankfurt, den 28. Februar 2020
PricewaterhouseCoopers
GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Nicolette Behncke, Wirtschaftsprüfer
ppa. Urata Biqkaj, Wirtschaftsprüferin
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
2017
in T€ |
2016
in T€ |
2015
in T€ |
2014
in T€ |
|
| Umsatzerlöse | 632.865 | 659.725 | 586.962 | 474.244 | 451.521 | 406.642 |
| Umsatzkosten | - 416.995 | - 424.517 | - 376.945 | - 293.769 | - 276.010 | - 263.259 |
| Bruttoergebnis | 215.870 | 235.208 | 210.017 | 180.475 | 175.511 | 143.383 |
| Vertriebs- und Marketingkosten | - 71.669 | - 68.371 | - 63.313 | - 55.330 | - 59.850 | - 52.789 |
| Verwaltungs- und allgemeine Kosten | - 52.293 | - 49.106 | - 48.976 | - 35.733 | - 35.838 | - 29.853 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 29.620 | - 28.663 | - 27.763 | - 26.282 | - 25.479 | - 23.936 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 7.768 | 11.302 | 10.345 | 10.818 | 13.297 | 10.176 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 4.904 | - 5.240 | - 8.924 | - 5.972 | - 6.882 | - 2.237 |
| Betriebsergebnis | 65.152 | 95.130 | 71.386 | 67.976 | 60.759 | 44.744 |
| Finanzaufwendungen | - 853 | - 727 | - 693 | - 662 | - 691 | - 978 |
| Finanzerträge | 216 | 208 | 347 | 301 | 383 | 507 |
| Ergebnis vor Steuern | 64.515 | 94.611 | 71.040 | 67.615 | 60.451 | 44.273 |
| Ertragsteuern | - 16.158 | - 25.732 | - 17.192 | - 20.583 | - 18.535 | - 11.854 |
| Ergebnis nach Steuern | 48.357 | 68.879 | 53.848 | 47.032 | 41.916 | 32.419 |
| Ergebnis je Aktie (in €) | 4,90 | 6,98 | 5,46 | 4,77 | 4,25 | 3,29 |
| Anzahl der Stückaktien (gewichteter Durchschnitt) | 9.867.659 | 9.867.659 | 9.867.659 | 9.867.659 | 9.867.659 | 9.867.659 |
|
2019
in T€ |
2018
in T€ |
2017
in T€ |
2016
in T€ |
2015
in T€ |
2014
in T€ |
|
| Profitabilitätskennziffern | ||||||
| Bruttomarge | 34,1 % | 35,7% | 35,8 % | 38,1 % | 38,9 % | 35,3 % |
| Betriebsergebnismarge | 10,3 % | 14,4% | 12,2 % | 14,3 % | 13,5 % | 11,0 % |
| Umsatzrentabilität | 7,6 % | 10,4% | 9,2 % | 9,9 % | 9,3 % | 8,0 % |
| Umsatz nach Regionen | ||||||
| Europa | 232.043 | 246.971 | 222.547 | 188.860 | 187.003 | 183.181 |
| Asien | 231.050 | 246.624 | 220.304 | 174.604 | 151.511 | 130.323 |
| Nord- und Südamerika | 169.664 | 165.942 | 143.808 | 110.542 | 112.412 | 92.636 |
| Rest der Welt | 108 | 188 | 303 | 238 | 595 | 502 |
| Umsatz nach Produkten | ||||||
| Instrumente und Komponenten | 191.619 | 193.755 | 160.621 | 105.520 | 98.777 | 96.899 |
| Turbopumpen | 184.584 | 192.111 | 173.419 | 144.518 | 144.777 | 124.693 |
| Vorpumpen | 124.148 | 143.414 | 132.767 | 114.989 | 102.381 | 89.419 |
| Service | 112.803 | 111.582 | 107.800 | 99.698 | 96.730 | 84.967 |
| Systeme | 19.711 | 18.863 | 12.355 | 9.519 | 8.856 | 10.664 |
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
die Pfeiffer Vacuum Technology AG führt derzeit einen umfassenden Transformationsprozess mit dem Ziel durch, ein globales, integriertes und agiles Unternehmen zu schaffen. In enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat hat der Vorstand hierfür eine ambitionierte Strategie und ein Investitionsprogramm entwickelt. Die enge Begleitung bei der Entwicklung dieser Strukturen und strategischen Ziele sowie ihrer Umsetzung stand im Mittelpunkt der Arbeit des Aufsichtsrats im abgelaufenen Geschäftsjahr.
Sämtliche Aufgaben, die dem Aufsichtsrat nach Gesetz und Satzung obliegen, hat er auch im Geschäftsjahr 2019 ordnungsgemäß und sorgfältig wahrgenommen. Er hat die Geschäftsführung des Vorstands gewissenhaft und kontinuierlich überwacht, die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens und wesentliche Einzelmaßnahmen mit dem Blick auf eine nachhaltige Wertschöpfung beratend begleitet und sich auf der Basis der Vorstandsberichte, teilweise auch unter Heranziehung externen Expertenrats, von der Recht- und Zweckmäßigkeit sowie der Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung des Vorstands überzeugt.
Der Vorstand hat den Aufsichtsrat bzw. die Aufsichtsratsvorsitzende regelmäßig, umfassend und unverzüglich über das Wettbewerbsumfeld, die geplante Geschäftspolitik und alle strategischen und herausragend wichtigen operativen Entscheidungen informiert. In gleicher Weise hat der Vorstand die wichtigsten Kennzahlen finanzieller und nichtfinanzieller Art als Grundlage der Beurteilung der wirtschaftlichen und strategischen Situation der Gesellschaft mit dem Aufsichtsrat erörtert.
In den Sitzungen des Aufsichtsrats hat der Vorstand mündlich und schriftlich berichtet und Fragen des Aufsichtsrats beantwortet. Auch außerhalb der Sitzungen hat auf der Grundlage regelmäßiger Berichte zur wirtschaftlichen Entwicklung und zu den besonders wichtigen Vorgängen in der Gesellschaft und im Konzern ein intensiver Informationsaustausch mit dem Aufsichtsrat stattgefunden. Die Berichterstattung des Vorstands entsprach den vom Gesetz, den Grundsätzen guter Corporate Governance und den vom Aufsichtsrat gestellten Anforderungen.
Über zustimmungspflichtige Geschäfte hat der Aufsichtsrat entschieden, nachdem diese sorgfältig geprüft und mit dem Vorstand erörtert worden waren.
Mit Ablauf des 30. Juni 2019 sind die Herren Dr. Matthias Wiemer und Dr. Ulrich von Hülsen aus dem Vorstand ausgeschieden. Am 1. Juli 2019 hat der Aufsichtsrat Herrn Wolfgang Ehrk mit Wirkung zum 1. Januar 2020 zum Mitglied des Vorstands bestellt und ihm das Vorstandsressort des Chief Operations Officer (COO) zugewiesen. Als COO verantwortet Herr Ehrk die Bereiche Global Operations, Continuous improvement, Einkauf, Qualität und EHS (Environment, Health and Safety, d.h. Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz) sowie Supply Chain.
Im Aufsichtsrat hat es auf Seiten der Arbeitnehmervertreter zwei Veränderungen gegeben: am 30. Juni 2019 ist Herr Helmut Bernhardt mit Eintritt in den Ruhestand und dem damit verbundenen Ausscheiden aus dem Unternehmen auch aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Ihm ist Herr Matthias Mädler, Leiter der Abteilungen Vakuumauslegung/ Simulation und CAD-Standards (zuvor F&E-Dienstleistungen) der Pfeiffer Vacuum GmbH, in den Aufsichtsrat nachgefolgt. Zum Jahresende endete die Mitgliedschaft von Herrn Manfred Gath im Aufsichtsrat, der ebenfalls mit Erreichen der Altersgrenze aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. An seine Stelle ist Herr Stefan Röser, freigestellter Betriebsratsvorsitzender der Pfeiffer Vacuum GmbH, als Vertreter der Arbeitnehmer in den Aufsichtsrat eingetreten. Der Frauenanteil beträgt im Aufsichtsrat 16,7 % und im Vorstand 33,33 %, jeweils stichtagsbezogen zur Berichtsabgabe am 25. März 2020.
Im Geschäftsjahr 2019 hat sich der Aufsichtsrat in insgesamt 11 Sitzungen intensiv mit der aktuellen Lage der Gesellschaft und des Konzerns befasst. Er hat sich mit allen für das Unternehmen wichtigen Fragen auseinandergesetzt und diese mit dem Vorstand eingehend erörtert. Daneben fanden Sitzungen der Ausschüsse des Aufsichtsrats statt. Außerhalb der Sitzungen hat der Aufsichtsrat eine Reihe von Beschlüssen im schriftlichen Umlaufverfahren gefasst.
Neben der fortlaufenden Befassung mit der Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Gesellschaft und der Finanz- und Ertragslage des Konzerns lag ein besonderer Fokus der Arbeit des Aufsichtsrats auf der Umsetzung der in 2018 verabschiedeten Unternehmensstrategie und des damit verbundenen Investitionsprogramms, auf der Neuordnung der globalen Managementstruktur, auf dem Compliance Management-System und auf der Strategischen Kooperation mit der Busch-Gruppe auf Grundlage des am 20. Mai 2019 zwischen der Pfeiffer Vacuum Technology AG und der Busch SE abgeschlossenen Relationship Agreements.
In seinen Sitzungen am 16. Januar, 20. Februar, 14. März und 4. Juli 2019 hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit der Umsetzung der im Jahr 2018 verabschiedeten neuen Unternehmensstrategie und mit dem damit verbundenen Investitionsprogramm beschäftigt. Der Aufsichtsrat hat sich zum erreichten Stand der Strategieverfolgung vom Vorstand berichten lassen und diesen eingehend mit dem Vorstand erörtert. In der Sitzung am 14. März 2019 hat der Aufsichtsrat der vom Vorstand vorgelegten Konkretisierung der Strategie zugestimmt.
Die neue, globale Managementstruktur, die der Vorstand im Oktober 2018 beschlossen hatte, war Gegenstand der Sitzungen am 16. Januar, 20. Februar und 4. Juli 2019.
Ziel der Neuordnung ist die Etablierung einer funktional organisierten Unternehmensstruktur, um die konzernweit einheitliche Verfolgung der globalen Strategie des Unternehmens sicherzustellen. Damit sollen für die Unternehmensgruppe bessere Voraussetzungen geschaffen werden, um Prozesse zu optimieren, Effizienzen auszuschöpfen und sich am Markt agiler aufzustellen. Der Aufsichtsrat unterstützt diese Zielsetzung.
In seinen Sitzungen am 20. Februar, 14. März, 4. Juli, 4. September und 4. November 2019 hat sich der Aufsichtsrat eingehend mit dem Compliance Management-System und der Compliance-Organisation befasst und diese mit dem Vorstand erörtert. Dabei hat sich der Aufsichtsrat namentlich von der Umsetzung der Empfehlungen überzeugt, die die PricewaterhouseCoopers GmbH aufgrund der im Jahr 2018 durchgeführten sachverständigen Analyse zur weiteren Verbesserung des Compliance Management-Systems gegeben hatte.
Mit der Strategischen Kooperation mit der Busch-Gruppe hat sich der Aufsichtsrat in seinen Sitzungen am 16. Januar, 20. Februar, 14. März, 20. Mai, 4. Juli, 9. Oktober und 4. November 2019 befasst. Die Zusammenarbeit mit der Busch-Gruppe ist insbesondere auf die Bereiche Einkauf, Vertrieb und Service, Forschung und Entwicklung sowie IT gerichtet, außerdem sollen damit einheitliche Standards in den Bereichen Compliance und Risikomanagement gewährleistet werden. In den ersten drei dieser Sitzungen hat sich der Aufsichtsrat vom Vorstand zum Stand der Vorbereitung des Relationship Agreements mit der Busch SE berichten lassen, das die vertragliche Grundlage für die Strategische Zusammenarbeit der Unternehmen bildet. Dabei hat sich der Aufsichtsrat ausführlich über den Fortgang der Vertragsverhandlungen und über die Abstimmung mit den zuständigen Kartellbehörden informiert. Zu seiner Unterstützung hat der Aufsichtsrat eine eigene sachverständige rechtliche Einschätzung einer unabhängigen, an den Verhandlungen mit der Busch-Gruppe nicht beteiligten internationalen Anwaltssozietät eingeholt, die die rechtliche Zulässigkeit der Vereinbarung geprüft und bestätigt hat.
In seiner als Telefonkonferenz durchgeführten Sitzung am 20. Mai 2019 hat sich der Aufsichtsrat sodann ausführlich mit dem vom Vorstand vorgelegten Vertragsentwurf für das Relationship Agreement befasst und sich vom Vorstand über die von der Strategischen Zusammenarbeit erwarteten Ertragsvorteile in den verschiedenen Geschäftsbereichen eingehend berichten lassen. Insgesamt geht der Vorstand davon aus, dass die Kooperation mit der Busch-Gruppe mittelfristig Synergien im unteren zweistelligen Euro Millionenbereich ermöglichen wird. Nach eingehender Prüfung und Abwägung der mit der Strategischen Kooperation zu erwartenden Vor- und Nachteile hat der Aufsichtsrat dem Abschluss des Relationship Agreements mit der Busch SE zugestimmt. An dieser Sacherörterung im Aufsichtsrat und an der Beschlussfassung über das Relationship Agreement hat die Vorsitzende des Aufsichtsrats, Frau Ayla Busch, im Hinblick auf ihre Organfunktion bei der Busch SE und des insoweit bestehenden potenziellen Interessenkonflikts nicht teilgenommen.
In seinen Sitzungen am 4. Juli, 9. Oktober und 4. November 2019 hat sich der Aufsichtsrat alsdann über den Stand der Umsetzung des am 20. Mai 2019 abgeschlossenen Relationship Agreements berichten lassen. Im Hinblick auf die mit dem ARUG II neu in das Aktiengesetz aufgenommenen Bestimmungen über Rechtsgeschäfte mit nahestehenden Personen im Allgemeinen und auf die Strategische Kooperation mit der Busch-Gruppe im Besonderen hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 4. November 2019 über die Einrichtung eines besonderen Ausschusses, nämlich eines Ausschusses für die Beziehungen zu nahestehenden Personen, beraten. Daran anschließend hat der Aufsichtsrat im schriftlichen Umlaufverfahren am 7. November 2019 die Einrichtung eines solchen Ausschusses für die Beziehungen zu nahestehenden Personen ("Related Party Transactions-Ausschuss", kurz: "RPT-Ausschuss") beschlossen und zu dessen Mitgliedern die Herren Matthias Mädler, Henrik Newerla und Götz Timmerbeil bestellt.
Die Zuständigkeiten des RPT-Ausschusses hat der Aufsichtsrat wie folgt festgelegt:
1. Beratung und Überwachung des Vorstands bei dem Abschluss und der Durchführung von Maßnahmen im Verhältnis zu und von Rechtsgeschäften mit verbundenen Unternehmen im Sinne von § 15 AktG und nahestehenden Personen im Sinne von § 111a AktG;
2. Erteilung der Zustimmung zu Geschäften mit nahestehenden Personen nach § 111b Abs. 1 AktG in Verbindung mit § 107Abs. 3 Sätze 4-6 AktG anstelle des Aufsichtsrats;
3. Fortlaufende Beratung und Kontrolle des Vorstands bei Durchführung des Relationship Agreements mit der Busch SE in Übereinstimmung mit Gesetz und Satzung, insbesondere auch im Hinblick darauf, dass Leistung und Gegenleistung in Vollzug des Relationship Agreements in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen und der Gesellschaft aus dem Relationship Agreement und seiner Durchführung keine Nachteile entstehen, die kompensationslos bleiben.
In der Aufsichtsratssitzung am 14. März 2019 hat sich der Aufsichtsrat im Beisein von Vertretern des Abschlussprüfers eingehend mit dem Jahresabschluss und dem nach International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellten Konzernabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2018, dem Vorschlag des Vorstands für die Dividendenausschüttungsquote und zur Kapitalverwendung, dem Lagebericht und dem Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2018 sowie den Prüfungsberichten des Abschlussprüfers befasst und diese mit dem Abschlussprüfer ausführlich besprochen. Ein besonderer Schwerpunkt der Erörterung mit dem Abschlussprüfer war das Risikofrühwarnsystem. Nach eingehender Prüfung hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018 in dieser Sitzung gebilligt. In derselben Sitzung hat sich der Aufsichtsrat vom Vorstand zum Risikomanagementsystem berichten lassen und dieses mit dem Vorstand erörtert. Grundlage war die Präsentation des Risiko-Management-Berichts 2018 durch den Vorstand, in den die Compliance explizit als neue Risiko-Kategorie aufgenommen worden ist. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit der Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung 2019 befasst.
In seiner als Telefonkonferenz abgehaltenen Sitzung am 27. März 2019 hat sich der Aufsichtsrat, im Anschluss an eine ausführliche Vorbefassung am 20. Februar 2019, mit dem Grad der Zielerreichung der Mitglieder des Vorstands im Rahmen der kurzfristigen und der langfristigen variablen Vergütung befasst und diese für das Geschäftsjahr 2018 festgestellt. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat mit der Bestimmung der Zielvorgaben (KPIs) für die Mitglieder des Vorstands für das Jahr 2019 befasst, über die er im Nachgang im schriftlichen Umlaufverfahren am 16. April und am 10. Mai 2019 Beschluss gefasst hat.
Den vom Vorstand aufgestellten Gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht für das Geschäftsjahr 2018 hat der Aufsichtsrat geprüft und sodann am 18. April 2019 im schriftlichen Umlaufverfahren gebilligt. In seiner Sitzung am 4. November 2019 hat sich der Aufsichtsrat mit der Vorbereitung des nichtfinanziellen Berichts für 2019 befasst, der nach Maßgabe der Global Reporting Initiative erstellt werden wird. In derselben Sitzung hat der Aufsichtsrat beschlossen, PricewaterhouseCoopers mit der betriebswirtschaftlichen Prüfung des nichtfinanziellen Berichts zur Erlangung begrenzter Sicherheit zu beauftragen.
In seinen Sitzungen am 20. Februar, 19. März, 2. Mai, 23. Mai, 4. Juli, 5. August, 10. Oktober und 4. November 2019 hat sich der Aufsichtsrat mit dem allgemeinen Geschäftsgang, den Finanzergebnissen und der strategischen Ausrichtung des Unternehmens sowie Maßnahmen zur Fortführung der Profitabilitäts- und Effizienzsteigerung des Gesamtunternehmens befasst.
In seiner Sitzung am 4. November 2019 hat der Aufsichtsrat entsprechend der Empfehlung in Ziff. 5.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 (DCGK) die Effizienz seiner Tätigkeit kritisch überprüft.
Mit Ausnahme der Sitzungen am 20. Februar, 2. Mai, 9. Oktober und 12. Dezember 2019 waren die Mitglieder des Aufsichtsrats bei allen seinen Sitzungen vollzählig anwesend. Bei den Sitzungen am 20. Februar, 2. Mai und 9. Oktober fehlte jeweils ein Mitglied des Aufsichtsrats, bei der Sitzung am 12. Dezember fehlten zwei Aufsichtsratsmitglieder. Damit haben alle Aufsichtsratsmitglieder an mehr als 75 % aller Sitzungen teilgenommen. In allen Fällen haben sich die nicht anwesenden Aufsichtsratsmitglieder zudem jeweils durch die Abgabe schriftlicher Stimmbotschaften an den Beschlussfassungen beteiligt.
Die Tätigkeit des Aufsichtsrats wurde auch im Geschäftsjahr 2019 durch seine Ausschüsse begleitet und vorbereitend unterstützt. Eingesetzt waren der Vorstandsausschuss, der Nominierungsausschuss und der Prüfungsausschuss sowie seit November der Ausschuss für die Beziehungen zu nahestehenden Personen (RPT-Ausschuss).
In seiner im Wege einer Telefonkonferenz durchgeführten ersten Sitzung am 10. Dezember 2019 hat der RPT-Ausschuss Herrn Götz Timmerbeil zu seinem Vorsitzenden und Herrn Henrik Newerla zu seinem stellvertretenden Vorsitzenden gewählt und die anstehenden Aufgaben des Ausschusses besprochen.
Die personelle Zusammensetzung der Ausschüsse des Aufsichtsrats ist danach wie folgt:
| ― |
Ayla Busch (Vorsitzende) |
| ― |
Filippo Th. Beck |
| ― |
Henrik Newerla |
| ― |
Götz Timmerbeil |
| ― |
Ayla Busch (Vorsitzende) |
| ― |
Filippo Th. Beck |
| ― |
Götz Timmerbeil |
| ― |
Götz Timmerbeil (Vorsitzender) |
| ― |
Filippo Th. Beck |
| ― |
Ayla Busch |
| ― |
Götz Timmerbeil (Vorsitzender) |
| ― |
Matthias Mädler |
| ― |
Henrik Newerla |
Der Vorstandsausschuss berichtete am 16. Januar 2019 an den Gesamtaufsichtsrat über die Suche nach einem neuen Chief Operations Officer. In seiner Sitzung am 20. Februar 2019 erörterte der Ausschuss den Grad der in 2018 durch die Vorstandsmitglieder erreichten Zielerreichung im Rahmen der variablen Vergütung. Daneben hat sich der Vorstandsausschuss vor dem Hintergrund der gesetzten strategischen Ziele mit der langfristigen Planung der Vorstandszusammensetzung befasst. Darüber hinaus war der Ausschuss im Berichtsjahr mit den Gerichtsverfahren im Zuge des Ausscheidens des vormaligen Vorstandsvorsitzenden Manfred Bender befasst. Dessen Klage gegen seine von der Hauptversammlung am 23. Mai 2018 beschlossene Nichtentlastung hat nach dem LG Frankfurt am Main auch das OLG Frankfurt am Main abgewiesen; die Entscheidung ist rechtskräftig. Anhängig sind bei dem LG Limburg a. d. Lahn derzeit noch zwei Klagen von Herrn Bender hinsichtlich seiner Abberufung als Vorstandsmitglied und Kündigung seines Anstellungsvertrages aus wichtigem Grund.
Der Prüfungsausschuss tagte am 14. März und 4. November 2019. An beiden Sitzungen nahmen sämtliche Ausschussmitglieder sowie Vertreter des Abschlussprüfers teil. In seiner Sitzung am 14. März 2019 hat der Ausschuss zur Vorbereitung der Befassung im Plenum den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2018, den Vorschlag des Vorstands für die Dividendenausschüttungsquote und zur Kapitalverwendung, den Lagebericht und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2018 sowie die Prüfungsberichten des Abschlussprüfers geprüft und diese mit dem Abschlussprüfer ausführlich besprochen. In der Sitzung am 4. November 2019 hat der Ausschuss, anknüpfend an den regelmäßigen Kontakt mit dem Abschlussprüfer, mit diesem den Ablauf und Umfang der Prüfung für das Geschäftsjahr 2019, die Prüfungsschwerpunkte und besondere Fragen der Prüfung besprochen und festgelegt.
Sitzungen des Nominierungsausschusses fanden im Geschäftsjahr 2019 nicht statt.
Der Aufsichtsrat bekennt sich zu den Grundsätzen einer guten Unternehmensführung. Er hat sich hiermit auch im Geschäftsjahr 2019 befasst. Eine wesentliche Grundlage bildet dabei die weitgehende Anerkennung und Befolgung der Empfehlungen des DCGK auf Grundlage der Fassung vom 7. Februar 2017. Als börsennotiertes Unternehmen unterliegt die Pfeiffer Vacuum Technology AG der Pflicht, nach § 161 Abs. 1 des Aktiengesetzes zu erklären, inwieweit den Empfehlungen des DCGK entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden, und Abweichungen von Empfehlungen zu begründen (Entsprechenserklärung). Vorstand und Aufsichtsrat, letzterer vertreten durch die Aufsichtsratsvorsitzende Frau Ayla Busch, haben am 5. November 2019 eine Entsprechenserklärung abgegeben, der der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 4. November 2019 zugestimmt hatte. Die Entsprechenserklärung ist auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich.
Die Aufsichtsratsmitglieder der Pfeiffer Vacuum Technology AG sind verpflichtet, jegliche etwaigen Interessenkonflikte, insbesondere solche, die durch Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Dritten auftreten könnten, dem Aufsichtsrat offenzulegen. Mit Ausnahme der Befassung mit der Strategischen Kooperation mit der Busch-Gruppe, die über ihre Beteiligungsgesellschaft Pangea GmbH Mehrheitsaktionärin bei der Gesellschaft ist und bei der die Aufsichtsratsvorsitzende Frau Ayla Busch Gesellschafterin und Geschäftsleitungsmitglied ist, hat es im Geschäftsjahr 2019 keine Hinweise auf tatsächliche oder potenzielle Interessenkonflikte gegeben. Zur Bewältigung des in der Person von Frau Ayla Busch bestehenden potenziellen Interessenkonflikts hat bei der Befassung mit der Strategischen Kooperation für den Aufsichtsrat Herr Götz Timmerbeil als Ansprechpartner und Diskussionsleiter in den Sitzungen fungiert. An der Beschlussfassung über die Zustimmung des Aufsichtsrats zum Abschluss des Relationship Agreements mit der Busch SE und der Sacherörterung hierüber hat Frau Ayla Busch nicht teilgenommen. Zur weiteren Beratung und Kontrolle des Vorstands bei der Umsetzung des mit der Busch SE abgeschlossenen Relationship Agreements hat der Aufsichtsrat im November 2019 den RPT-Ausschuss eingesetzt, dem Frau Ayla Busch nicht angehört.
Der Aufsichtsrat hat die Berichterstattung über die im Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz) bezeichneten Belange im Rahmen des Gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts der Pfeiffer Vacuum Technology AG für den Berichtszeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft und am 18. April 2019 gebilligt. Die inhaltliche Überprüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung durch den Aufsichtsrat erfolgte mit Unterstützung der PricewaterhouseCoopers GmbH, Frankfurt am Main, im Rahmen einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit (limited assurance) nach dem International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised). Bei der Prüfung sind keine Sachverhalte bekannt geworden, nach denen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu der Auffassung gelangt wäre, dass der Gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht der Pfeiffer Vacuum Technology AG für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit § 315c HGB aufgestellt worden ist.
In seiner Sitzung am 4. November 2019 hat der Aufsichtsrat entschieden, PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, zu beauftragen, den Jahresabschluss und den nach IFRS erstellten Konzernabschluss der Gesellschaft sowie, soweit gesetzlich vorgeschrieben, der Tochtergesellschaften zu prüfen. Gemäß § 315e des Handelsgesetzbuches wurde auf einen Konzernabschluss nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuches verzichtet. Die PricewaterhouseCoopers GmbH wurde auch mit der Prüfung des Berichts über die "nichtfinanziellen Leistungen" bzw. "nichtfinanzielle Konzernerklärung" beauftragt, was vom Aufsichtsrat in der Sitzung am 4. November 2019 beschlossen wurde.
Der Prüfungsausschuss hat mit dem Abschlussprüfer in der Sitzung vom 4. November 2019 die Prüfungsschwerpunkte wie folgt festgelegt: bei den operativ tätigen Gesellschaften: Ergebnisrealisierung, Anwendung von IFRS 16, Bewertung des Vorratsvermögens, Bewertung und Vollständigkeit der Rückstellungen, Bilanzierung der Pensionen, gegenwärtige und latente Steuern, Transaktionen mit nahstehenden Personen und Vollständigkeit und Richtigkeit des Berichtswesens; für die Holding und die Konsolidierung: Bewertung des good will, latente Steuern, Beteiligungen an verbunden Unternehmen, Relationship Agreement mit der Busch SE .
Der vom Vorstand erstellte Jahresabschluss nebst Lagebericht sowie der Konzernabschluss nach IFRS nebst Konzernlagebericht, jeweils für das Geschäftsjahr 2019, sind vom Abschlussprüfer geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.
Gemäß § 289b HGB hat die Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2019 die nichtfinanzielle Erklärung als Teil des Lageberichts und nach § 315b HGB die nichtfinanzielle Konzernerklärung als Teil des Konzernlageberichts erstellt. Die inhaltliche Überprüfung der nichtfinanziellen Erklärung durch den Aufsichtsrat erfolgte mit Unterstützung der PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, im Rahmen einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit (limited assurance) nach dem International Standard on Assurance Engagement (ISAE) 3000 (Revised). Bei der Prüfung sind keine Sachverhalte bekannt geworden, nach denen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu der Auffassung gelangt wäre, dass die nichtfinanziellen Erklärungen der Pfeiffer Vacuum Technology AG für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2019 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit § 289c HGB und § 315c HGB aufgestellt worden sind. Im Bestätigungsvermerk ist die nichtfinanzielle Erklärung als sonstige Information im Sinne von ISA 720 (revised) gekennzeichnet. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 25. März 2020 die nichtfinanziellen Erklärungen für das Geschäftsjahr 2019 gebilligt.
Die Jahresabschlüsse, die Lageberichte sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vorgelegen. Sie wurden in der Bilanzsitzung des Prüfungsausschusses sowie in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 25. März 2020 ausführlich besprochen. Der Abschlussprüfer hat an den Sitzungen teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet sowie für ergänzende Fragen des Aufsichtsrats zur Verfügung gestanden. Der Aufsichtsrat hat dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers nach eingehender eigener Prüfung zugestimmt. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss und den Konzernabschluss erhoben. Er hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat hat mit dem Vorstand dessen Vorschlag zur Ausschüttung einer Dividende eingehend diskutiert und sich sodann dem Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen.
Zudem hat der Vorstand der Pfeiffer Vacuum Technology AG gemäß § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2019 (im Folgenden kurz "Abhängigkeitsbericht") erstellt und dem Aufsichtsrat nach dessen Aufstellung vorgelegt.
Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, hat den Abhängigkeitsbericht geprüft und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:
"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."
Dem Aufsichtsrat haben sowohl der Abhängigkeitsbericht des Vorstands als auch der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers vorgelegen. Der Aufsichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht des Vorstands und den Prüfungsbericht des Abschlussprüfers geprüft. Die abschließende Prüfung durch den Aufsichtsrat erfolgte in der Aufsichtsratssitzung am 25. März 2020. An der Sitzung nahm der Abschlussprüfer teil und berichtete über seine Prüfung des Abhängigkeitsberichts und seine wesentlichen Prüfungsergebnisse, erläuterte seinen Prüfungsbericht und beantwortete die Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung stimmte der Aufsichtsrat dem Abhängigkeitsbericht des Vorstands und dem Prüfungsbericht des Abschlussprüfers zu und hat keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erhoben.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Arbeitnehmervertretungen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Konzerns für ihren Einsatz im erfolgreichen Geschäftsjahr 2019 sehr.
Der Aufsichtsrat hat diesen Bericht des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 25. März 2020 gemäß § 171 Abs. 2 AktG verabschiedet.
Aßlar, den 25. März 2020
Für den Aufsichtsrat
Ayla Busch, Vorsitzende des Aufsichtsrats
Neueste Nachrichtenartikel und Medienerwähnungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Weitere Unternehmen an oder nahe dieser Geschäftsadresse
3 nahegelegene Organisationen
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen der Informationstechnologie
Herstellung von Prüfmaschinen
Herstellung von Lagern, Getrieben, Zahnrädern und Antriebselementen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen