Nintendo of Europe GmbHLiquidiert

60528 Frankfurt am Main, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 101840
Eingetragen
2.1.1990
Branche
Herstellung von Geräten der UnterhaltungselektronikVerlegen von ComputerspielenGroßhandel mit Geräten der Unterhaltungselektronik
Gegenstand
Lokalisierung von Produkten der Unterhaltungselektronik (Hardware, Zubehör und Software) durch deren Anpassung an die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten und Vorschriften (Lokalisierung), Handel, Vertrieb und Marketing sowie das Merchandise Licensing zu den vorstehenden Produkten sowie die Ausübung von anderen Tätigkeiten, die dem vorstehenden Unternehmensgegenstand zu dienen geeignet sind.

Finanzübersicht

Historie

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Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Nintendo of Europe GmbH

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2021 bis zum 31.03.2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021/22

1. Gegenstand des Unternehmens sowie Geschäftstätigkeit

Die Gesellschaft ist mit dem europaweiten Vertrieb von Produkten im Bereich der Unterhaltungselektronik betraut - es handelt sich um Hardware- und Softwareprodukte (z.B. Spielekonsolen, portable Spielgeräte und Home Video Games) der japanischen Muttergesellschaft Nintendo Co., Ltd. (NCL), Kyoto/Japan.

Neben ihrem Hauptsitz in Frankfurt am Main verfügt die Gesellschaft über Zweigniederlassungen im Ausland (Windsor/Großbritannien, Mailand/Italien, Olten/Schweiz sowie Brunn am Gebirge/Österreich).

Zusätzlich zum Verkauf von digitalen Spielen auf eigene Rechnung im Nintendo eShop erhält das Unternehmen Provisionen für den Verkauf von digitalen Spielen im eShop.

Neben den von NCL entwickelten Spielen vertreibt die Gesellschaft, auf eigene Rechnung, lizenzierte Videospiele und Software von Drittanbietern (sog. "Third Party"-Software).

2. Gesamtwirtschaftliche Lage in Europa sowie Branchenentwicklung

Im Geschäftsjahr 2021/2022 war der Markt für Unterhaltungselektronik in Europa erneut durch einen ausgeprägten Wettbewerb zwischen den Anbietern von portablen und stationären Spielekonsolen, sowie auch weiteren Anbietern von Produkten der Unterhaltungsbranche, gekennzeichnet. Die Produkte in beiden Branchensegmenten für Videospiele - Handhelds und Spielekonsolen - mussten gegen eine Reihe von Produkten anderer Anbieter konkurrieren, die das Spieleangebot auf anderen Plattformen, zum Beispiel durch das Spielen auf Smartphones und Tablets, ermöglichen.

Beim Verkauf von Konsolen im Handheld-Bereich sowie auch im stationären Bereich hat Nintendo in allen europäischen Ländern insgesamt einen Marktanteil von 40% bis 50%.

Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes innerhalb der EU lag im Kalenderjahr 2021 deutlich über dem Vorjahresniveau und betrug ca. +5,4% (Vorjahr ca. -6,1%). Nach dem Shutdown der Wirtschaft aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise im Geschäftsjahr 2020/2021 hat sich das allgemeine Konsumentenverhalten in allen europäischen Märkten in unserem Berichtsjahr 2021/2022 wieder verbessert. Im Branchensegment für Videospiele beobachten wir weiterhin den Trend, dass sich das Kaufverhalten von Konsumenten stark zugunsten von Online-Anbietern ändert. Bei Videospielen beeinflussten die technologische Entwicklung und das Auslaufen älterer Hardwaregenerationen die Branchenentwicklung im Geschäftsjahr 2021/22 - insbesondere in Westeuropa - grundsätzlich positiv. Videospiele für Konsolen bleiben in Europa weiterhin der wichtigste Umsatzträger der Branche.

Kurze Produktzyklen, schnelllebige Kundenpräferenzen und saisonbedingte Änderungen des Nachfrageverhaltens sind das branchentypische Marktumfeld für die Unterhaltungselektronik. Der überwiegende Anteil des Jahresumsatzes wird an Weihnachten und an Ostern erzielt.

Die Strategie der Zielgruppenerweiterung konnte die Gesellschaft weiterhin erfolgreich ausbauen nach der Einführung der Konsole "Nintendo Switch" am 3. März 2017, welche die Vorteile der Heimkonsole mit den Vorteilen des Handhelds verband. Nach der Einführung der Produktreihe "Nintendo Switch Lite" im September 2019 führte das Unternehmen die Produktreihe "Nintendo Switch OLED" im Oktober 2021 auf dem Markt ein. Besonders erfolgreich im abgelaufenen Geschäftsjahr waren innovative Softwarespiele wie "Mario Kart 8 Deluxe", "Super Mario 3D World", "Mario Party Superstars", "Animal Crossing: New Horizons" sowie "Ring Fit Adventure".

Das Unternehmen konnte sein Angebot im Nintendo eShop erneut stark ausbauen. Im Online-Bereich wurde im Jahr 2019 der Mitgliederservice "Nintendo Switch Online" (Online-Mitgliederservice) erfolgreich eingeführt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 konnte das Unternehmen seinen Online-Bereich weiterhin erfolgreich ausbauen und wies insgesamt einen Umsatz aus dem eShop von € 417,8 Mio. (Vorjahr € 397,5 Mio.) aus.

Die Umsatzerlöse der "amiibo-Figuren" und "amiibo-Karten", die mit diversen Videospielen für "Nintendo Switch" interagieren können und deren Funktionalität erweitern, lagen mit € 8,2 Mio. leicht über dem Vorjahresniveau von € 7,9 Mio.

Die Umsatzerlöse der vorherigen Produktreihe "New Nintendo 2DS/3DS XL", sowie die älteren Produktgenerationen "NES Classic Edition" und "Wii" bzw. "Wii U" lagen erwartungsgemäß deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Die höheren Umsatzerlöse des Vorjahres unserer Gesellschaft konnten, bedingt durch die Corona-Pandemie, im aktuellen Jahr erwartungsgemäß nicht erzielt werden, aber lagen insgesamt auf einem zufriedenstellenden Niveau und leicht über Plan.

3. Ergebnisentwicklung der Gesellschaft

Geschäftsentwicklung

Als wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren verfolgt das Unternehmen die Entwicklung der Umsatzerlöse sowie auch das Ergebnis vor Steuern.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Umsatzerlöse um insgesamt € 239,5 Mio. auf € 3.030,9 Mio. (7,3%; im Vorjahr eine Erhöhung um 30,5%) gesunken, übertrafen damit aber dennoch die Erwartungen. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2021/22 lag bei Umsatzerlösen in Höhe von € 3.000 Mio. Das Vorjahr 2020/21 war durch einen "Corona-Boost" geprägt, durch den die Nachfrage unserer Kunden nach unseren Produkten im Rahmen der Pandemie und der damit verbundenen Lockdowns deutlich anstieg und sich somit sehr positiv auf die Umsatzzahlen des zurückliegenden Geschäftsjahres 2020/21 auswirkte. Dieser Effekt ebbte im Geschäftsjahr 2021/22 mit dem Abflauen der Corona-Pandemie ab, so dass eine unmittelbare Vergleichbarkeit zum Vorjahr lediglich stets eingeschränkt möglich ist. Positiv beeinflusst wurde die Entwicklung der Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2021/22 durch die im Oktober 2021 neu erschienene Nintendo Switch OLED-Model.

Bei Anwendung der Definition der Umsatzerlöse nach § 277 Abs. 1 HGB wurden Konzerndienstleistungserträge in Höhe von € 80,1 Mio. (Vorjahr € 58,6 Mio.) in den Umsatzerlösen ausgewiesen.

Aufgliederung der Umsatzerlöse vor Erlösschmälerungen nach Produktbereichen

Die "Nintendo Switch" Umsatzerlöse sind insgesamt um € 315 Mio. bzw. 11,7% gesunken. Die Software-Umsätze sind um € 40 Mio. auf € 910 Mio. und die Hardware-Umsätze um € 258 Mio. auf € 1.317 Mio. gesunken.

Die Umsätze der älteren Konsolen-Generationen "Nintendo 2DS/3DS XL", "NES Classic Edition" sowie "Wii" bzw. "Wii U" reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr erwartungsgemäß um € 5 Mio. auf € 6 Mio.

Im Berichtsjahr erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr die Anzahl der neuen Softwaretitel von Drittanbietern, die für Nintendo-Konsolen neu herausgegeben wurden. Die Umsatzerlöse mit lizenzierter Software (die sog. "Third Party"-Software) erhöhten sich im Geschäftsjahr 2021/22 um € 9 Mio. auf € 169 Mio.

Nintendo erzielte im Geschäftsjahr 2021/22 Umsätze aus Download-Verkäufen von digitalen Spielen im Nintendo eShop in Höhe von € 418 Mio. (im Vorjahr € 397 Mio.). In diesem Bereich sind Erlöse des Online-Mitgliederservices "Nintendo Switch Online" (Einführung im März 2019) in Höhe von € 112 Mio. (Vorjahr € 92 Mio.) erfasst. Ferner konnte Nintendo im Geschäftsjahr 2021/22 Provisionen aus dem Verkauf von digitalen Spielen im eShop in Höhe von € 37 Mio. (im Vorjahr € 47 Mio.) erzielen.

Aus der Erbringung von Dienstleistungen für andere Konzerngesellschaften erzielte die Nintendo Umsatzerlöse in Höhe von € 80 Mio. (Vorjahr € 59 Mio.).

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich aufgrund von höheren Erträgen aus der Währungsumrechnung von € 120,9 Mio. um € 112,1 Mio. auf € 233,0 Mio.

Der Materialaufwand ist um € 203,2 Mio., von € 2.758,7 Mio. auf € 2.555,5 Mio. gesunken. Die gesunkenen Aufwendungen stehen dabei im direkten Zusammenhang mit der Entwicklung der gesunkenen Umsatzerlöse. Darüber hinaus reduzierten sich die Reparatur- und Garantiekosten um 18,6 Mio. auf 16,4 Mio. (53,3%) im abgelaufenen Geschäftsjahr. Unter diesen Posten wurden auch Dienstleistungsaufwendungen für Software Downloading im Konzern in Höhe von € 276,7 Mio. (im Vorjahr € € 265,3 Mio.) sowie Leihpersonal in Höhe von € 15,8 Mio. (im Vorjahr € 6,4 Mio.) erfasst. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhte sich die Veränderung der Bestandsabwertung älterer Produktgenerationen um € +26,8 Mio. (im Vorjahr € +14,9 Mio.). Die Materialaufwandsquote reduzierte sich leicht auf 84,3% (im Vorjahr 84,4%), was insbesondere aus dem gestiegenen und weniger materialaufwandsintensiven Online-Verkauf (Downloads) resultierte.

Der Rohertrag erhöhte sich insofern um 0,1%-Punkte auf 15,7% des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr (15,6%).

Die Personalaufwendungen haben sich um € 2,1 Mio. im Wesentlichen aufgrund von Bonus- und Gehaltssteigerungen sowie des Personalanstiegs um 5 auf 961 Mitarbeiter im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöht.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich von € 399,4 Mio., um € 110,7 Mio. auf € 510,1 Mio. Dies resultiert im Wesentlichen aus einer Erhöhung der Aufwendungen aus der Währungsumrechnung (€ +109,4 Mio.; im Vorjahr um € +58,7 Mio.).

Saldiert mit Kursgewinnen von € 221,1 Mio. ergab sich ein Kursverlust in Höhe von € 2,4 Mio. (Vorjahr von € -1,0 Mio.).

Im Auslandsmarkt Russland konnte das Unternehmen seine Ziele im Geschäftsjahr 2021/22 nicht erreichen. Aufgrund voraussichtlich dauerhafter Wertminderung durch den fortgesetzten negativen Ausblick auf dem russischen Markt und der negativen Ertragssituation blieb der Beteiligungsbuchwert an Nintendo RU LLC im Berichtsjahr vollständig abgeschrieben (unverändert zum Vorjahr). Im Berichtsjahr erfolgte keine Kapitalerhöhung. Ausfallrisiken aus Forderungen gegen Nintendo RU wurden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.

Die Gesellschaft erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2021/22 ein positives Ergebnis vor Steuern von € 108,5 Mio. und lag damit über den Erwartungen der Vorjahresprognose, die ein Ergebnis vor Steuern von € 96,0 Mio. vorsah. Die positive Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Verkäufe der Digitalprodukte im Nintendo eShop zurückzuführen.

4. Entwicklung der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft

Die Bilanzsumme ist von insgesamt € 1.659,5 Mio. um € 149,1 Mio. bzw. 9,0% auf € 1.510,4 Mio. gesunken. Auf der Aktivseite hat sich der Vorratsbestand von € 264,1 Mio. um € 128,6 Mio. auf € 392,7 Mio. erhöht. Grund hierfür war im Wesentlichen eine geplante Erhöhung der Nintendo Switch Hardware-Bestände von € 31,7 Mio. um € 187,7 Mio. auf € 219,4 Mio. Die Lagerumschlagshäufigkeit reduzierte sich von 9,7 auf 7,8. Im Gegensatz dazu sind die flüssigen Mittel von € 728,6 Mio. um € 247,3 Mio. bzw. 33,9 % auf € 481,3 Mio. gesunken. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus einer Gewinnausschüttung in Höhe von € 300,0 Mio. an die Nintendo Co., Ltd., Kyoto/Japan im Berichtsjahr.

Aufgrund gesunkener Umsätze haben sich im Geschäftsjahr 2021/22 sowohl die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um € 31,9 Mio. auf € 122,6 Mio. als auch die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um € 24,5 Mio. auf € 371,3 Mio. reduziert. Unter diesen Posten ist ein Darlehen an Nintendo Co. Ltd., Japan in Höhe von € 250,0 Mio. mit Fälligkeit 06/2022 ausgewiesen, das von der Gesellschafterin im neuen Geschäftsjahr 2022/23 vollständig getilgt wurde.

Auf der Passivseite erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aufgrund der erhöhten Einkäufe von Dienstleistungen für Software Downloading im Konzern für den Nintendo eShop um € 35,0 Mio. auf € 698,5 Mio. Am Bilanzstichtag betrugen die in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesenen erhaltenen Anzahlungen von verbundenen Unternehmen in Europa insgesamt € 50,4 Mio. (im Vorjahr € 60,0 Mio.). Gleichzeitig sind die sonstigen Rückstellungen um € 3,8 Mio. auf € 97,8 Mio. gesunken, was im Wesentlichen auf eine Reduzierung der Rückstellungen für Erlösschmälerungen zurückzuführen ist. Die Steuerrückstellungen umfassen die Rückstellungsbeträge für die Geschäftsjahre 2021/22 und 2020/21 (Vorjahr 2020/21).

Aufgrund gestiegener Umsätze bei "Nintendo Switch Online" sowie gestiegener Umsätze von Softwaretiteln mit kostenlosen Inhalt-Updates, erhöhte sich der passive Rechnungsabgrenzungsposten um € 28,4 Mio. auf € 86,4 Mio. Gleichzeitig erhöhte sich der aktive Rechnungsabgrenzungsposten um € 24,1 Mio. auf € 67,4 Mio. aus der Beschaffung von NSO- und Software-Inhalten.

Das Eigenkapital ist im Geschäftsjahr 2021/22 von € 697 Mio. um € 225,4 Mio. auf € 472,4 Mio. gesunken. Die Veränderung resultiert zum einen aus einer im November 2021 erfolgten Gewinnausschüttung in Höhe von € 300,0 Mio. an die Nintendo Co., Ltd., Kyoto/Japan und zum anderen aus dem Geschäftsjahr erzielten Jahresüberschuss in Höhe von € 74,5 Mio. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich auf 31,3% (im Vorjahr 42,1%).

Die Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft ist weiterhin stabil und der Bestand an liquiden Mitteln macht 31,9% der Bilanzsumme aus (im Vorjahr 43,9%) und sichert dabei jederzeit die Finanzierung.

5. Personalbericht

Im Durchschnitt beschäftigte die Gesellschaft im Berichtsjahr 961 Mitarbeiter. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Erhöhung um 5 Mitarbeitern.

Die Fluktuationsquote im Berichtszeitraum lag bei ca. 7,0% (Vorjahr 5,0%). Die Erhöhung in Höhe von 2,0% Prozentpunkten ist im Wesentlichen auf eine Erhöhung im Bereich Software-Lokalisierung und Übersetzung zurückzuführen.

Der Betriebsrat der Nintendo of Europe GmbH setzte sich im Berichtsjahr aus 13 Mitgliedern zusammen.

6. Erklärung zur Unternehmensführung

Gemäß dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen ermittelte das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr den Frauenanteil in der Geschäftsführung sowie für die Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung. Der Status quo der Frauenbeteiligung in der Geschäftsführung in Höhe von 0% wurde im Vorjahr festgelegt und blieb unverändert im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der als Zielgröße in 2016 festgelegte Frauenanteil in den betreffenden Führungsebenen in Höhe von 8% wurde zum Stichtag 31. März 2022 mit 18% überschritten. Die Zielgröße von 8% bleibt unverändert.

7. Risiken der künftigen Entwicklung sowie Risikomanagement

Es bestehen die nachfolgend dargestellten Hauptrisikobereiche. Die betreffenden Abteilungen beobachten diese Risiken sorgfältig und berichten hierüber regelmäßig an die Geschäftsleitung.

Die angeführten Risiken lassen sich nicht quantifizieren, sind aber in der Reihenfolge der von der Geschäftsführung eingeschätzten Wesentlichkeit aufgeführt, wobei das wesentlichste Risiko am Anfang genannt ist:

Wettbewerbsaktivitäten

Die Einführung von neuen Produkten in der Branche für Unterhaltungselektronik, die Kundenpräferenzen besser entsprechen als Nintendo-Produkte, stellt ein wesentliches Risiko für das Unternehmen dar. Nintendo of Europe GmbH ist mit den folgenden Aufgaben betraut:

Beobachtung und Analyse der Wettbewerbsentwicklung in Europa

Beobachtung und Beurteilung der technischen Entwicklungen in Europa

Die Ergebnisse dieser Aktivitäten werden regelmäßig an die Muttergesellschaft, Nintendo Co. Ltd., (NCL), Kyoto/Japan, berichtet, die für die weltweite Neuentwicklung von Produkten zuständig ist. Die Markteinführung neuer Produkte in Europa liegt im Verantwortungsbereich der Gesellschaft.

Veränderung der Kundenanforderungen und Trends

Auch bei dem vorhandenen Produktangebot von Hardware und Software bestehen Risiken bei der Einschätzung von Produktlebenszyklen sowie kurzfristigen Änderungen von Konsumententrends. Das Unternehmen ist mit den folgenden Aufgaben betraut:

Feststellung der Veränderungen im Bereich Kundenanforderungen in Europa

Analyse der Nachfrage und Umschlagsgewohnheiten der Produkte

Zur frühzeitigen Erkennung und Umsetzung von Kundenanforderungen findet ein regelmäßiger Informationsaustausch mit NCL statt. Eine mögliche Veränderung der Kundenanforderungen kann zu Nachfragerückgängen und entsprechenden Umsatzrückgängen führen.

Vorratsrisiken

Das Unternehmen ist für das Vorratsvermögen und die Verteilung an Einzelhändler und Distributoren im überwiegenden Teil Europas verantwortlich. Die Gesellschaft analysiert die einzelnen Bestandsentwicklungen sehr genau, um die Risiken von Überbeständen und möglichen Abwertungsbedarf durch technologischen Wandel sowie durch Änderungen der Kundenbedürfnisse zu minimieren. Auch mit Hardware-Bundling kann das Unternehmen Vorratsrisiken minimieren.

Durch intensivierte Vertriebstätigkeit im Bereich Software konnte das Unternehmen eine Reduzierung der Vorratsbestände alter Spielegenerationen erreichen.

Währungsrisiken

Das Unternehmen ist für die Distribution an Einzelhändler innerhalb Europas verantwortlich und trägt einen Teil der daraus resultierenden Währungsrisiken, hauptsächlich durch die GBP- Schwankungen gegenüber dem Euro. Die Gesellschaft beobachtet diese Währungsrisiken regelmäßig und verfolgt das Ziel, diese Wechselkursrisiken zu minimieren. Das Unternehmen setzt Finanzderivative ein, ausschließlich um diese Kursrisiken zu minimieren und nicht zu spekulativen Zwecken. Nach dem EU-Austritt Großbritanniens am 31. Januar 2020 erwartet das Unternehmen weiterhin Kursschwankungen, so dass diese Sicherungsstrategie nicht immer effektiv durchgeführt werden kann.

Darüber hinaus ist eine Abschwächung des Euro im Rahmen der aktuellen Inflationsentwicklung zu beobachten, was sich auch auf die Sicherungsstrategie auswirken kann.

Im Geschäftsjahr 2021/22 hat das Unternehmen ca. die Hälfte des GBP-Umlaufvolumens monatlich mit Devisentermingeschäfte gegenüber dem Euro gegen Kursschwankungen abgesichert. Die monatlichen Absicherungsgeschäfte gegen Kursschwankungen werden von der Konzernmutter überwacht. Zur Absicherung der Wechselkursschwankungen für den Monat März 2022 bestanden zum Bilanzstichtag sechs GBP/EUR-Devisentermingeschäfte mit Fälligkeiten im Juni 2022.

Umsatzentwicklung

Die Umsatzentwicklung wird von Hauptgeschäftszeiten (Weihnachten & Ostern) während des Jahres geprägt. Diesen saisonalen Schwankungen begegnet das Unternehmen durch das Outsourcing von Abläufen an externe Anbieter und kann dadurch seine Aufwendungen in einigen Unternehmensbereichen variabel gestalten.

Verzögerungen im Produktionsprozess für Elektronikgeräte aufgrund der Verfügbarkeit von Komponenten (insb. Halbleiter) sind aktuell nicht erkennbar. Nichtsdestotrotz können Verzögerungen aufgrund künftiger Lieferengpässe nicht ausgeschlossen werden.

Steuerrisiken

Steuerrisiken, insbesondere Risiken der Doppelbesteuerung, sollen unter anderem durch aktive Kommunikation mit den zuständigen Finanzbehörden vermieden werden. Ein Erneuerungsantrag auf ein Vorabverständigungsverfahren für den Zeitraum FY20/21 bis FY25/26 für Transferpreise des Mutterunternehmens zwischen Deutschland und Japan sowie zwischen Deutschland, Japan und den Niederlanden wurde in 2019 eingereicht.

COVID - 19

Verzögerungen in den Lieferketten nach Europa in Zusammenhang mit der Ausbreitung der Pandemie haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich reduziert. Nichtsdestotrotz können künftige Lieferverzögerungen in Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie nicht ausgeschlossen werden.

Das Konsumverhalten in Europa kann sich aufgrund von COVID-19 künftig ändern. Dies kann dazu führen, dass der Verkauf von Nintendo-Produkte über die bestehenden Vertriebskanäle nicht immer effektiv durchgeführt werden kann.

Ukraine - Krieg

Wesentliche Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf unser operatives Geschäft werden grundsätzlich nicht erwartet. Allerdings können aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen unerwartete negative Entwicklungen auf das Nachfrageverhalten unserer Kunden in Europa nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Derzeit sind keine wesentlichen, insbesondere keine bestandsgefährdenden Risiken ersichtlich.

8. Chancen der künftigen Entwicklung

Durch das frühzeitige Erkennen neuer Kundengruppen und Einführung neuer innovativer Hardware-, Zubehör- und Softwareprodukte kann die Gesellschaft ihre Marktposition halten und weiterhin ausbauen. Zusammen mit dem Erfolg des Mutterunternehmens, Nintendo-Spiele als App auf den Markt zu bringen, versucht das Unternehmen sein Angebot an Softwarespielen für Konsolen zu erweitern, um das Interesse an einem einzigartigen Spiele-Erlebnis abzudecken.

Weiterhin wird das Unternehmen das Ziel anstreben, über das Mitgliedschaftsprogramm "Nintendo Switch Online" das digitale Geschäft im eShop-Bereich auszubauen.

Darüber hinaus plant das Unternehmen im nächsten Geschäftsjahr, sein Direktkundengeschäft weiterhin auszubauen und neue Kooperationsverträge mit Drittanbietern abzuschließen (Merchandising-Artikel), um das Interesse an Nintendo-Charakteren zu erweitern.

9. Prognosebericht

Gemäß den jüngsten Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeichnen sich düstere und unsichere Aussichten für die Weltwirtschaft ab. Nach einer Wachstumsvorhersage für das Jahr 2022 von 4,4% im Januar 2022, rechnen die Experten des Währungsfonds im Juli 2022 nur noch mit einem weltweiten Wachstum von 3,2% für das laufende Jahr und mit einem Wachstum von 2,9% für das Jahr 2023. Vor allem für die Eurozone rechnet der IWF in 2022 mit deutlich geringeren Wachstumsraten. Für Europa wird ein Wachstum von nur 2,8% angenommen, für Deutschland wird laut den aktuellen Prognosen nur noch mit einem Wachstum von 1,2% gerechnet.

Zu den größten Risiken gehören nach Ansicht des Währungsfonds die Folgen des Krieges in der Ukraine und die dadurch bedingten hohen Preise für Energie und Rohstoffe. Der Krieg belastet die Weltwirtschaft, die sich noch nicht von der Corona-Pandemie erholt habe. Viele Länder müssten eigentlich ihre in der Pandemie gestiegenen Schulden reduzieren und gleichzeitig ärmeren Haushalten bei den hohen Lebensmittel- und Energiepreisen helfen.

Das Unternehmen geht davon aus, das sich die die gesamtwirtschaftliche Lage in Europa in den nächsten 12 Monaten im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021/22 verschlechtern wird. Gleichzeitig bieten sich neue Chancen im Bereich des digitalen Handels, wie zum Beispiel durch den im Juli/August 2022 eröffneten europäischen onlineshop "My Nintendo Store", das Geschäft bei Software-Downloading weiterhin auszubauen, aber auch den Online-Handel von Hardware-Produkten zu ermöglichen.

Nintendo of Europe GmbH erwartet auch im Geschäftsjahr 2022/23 eine Erhöhung des Preisdrucks durch das Spieleangebot auf anderen Plattformen. Gleichzeitig ist eine Verschärfung des Wettbewerbsdrucks im Hardware-Sektor durch die Aktivitäten der Konkurrenz im Konsolenmarkt zu erwarten.

Für das Geschäftsjahr 2021/22 wurde mit einem Umsatz von € 3,0 Mrd. und einem Ergebnis vor Steuern von € 96 Mio. gerechnet. Die positive Abweichung zum tatsächlich erzielten Ergebnis vor Steuern lag im Wesentlichen an Umsätzen aus den Download-Verkäufen von digitalen Spielen im Nintendo eShop, die im Vergleich zu anderen Produkten mit niedrigeren Vertriebskosten einhergehen.

Die Gesellschaft rechnet für das Geschäftsjahr 2022/23 vor dem Hintergrund der rückläufigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in unseren Zielmärkten in Europa und Deutschland mit einem leichten Umsatzrückgang von € 3,0 Mrd. auf € 2,8 Mrd. Die Einführung neuer, innovativer Softwareprodukte wie "Nintendo Switch Sports", "Mario Strikers Battle League Football", "Kirby and the Forgotten Land" und "Pokemon Legends Arceus", und neuer Hardware-Bundles im Europäischen Markt ermöglicht die Prognose eines positiven Geschäftsergebnisses. Weiterhin plant das Unternehmen eine Umsatzsteigerung aus online-Verkäufen aus dem neuen "My Nintendo Store" im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr.

Im nächsten Geschäftsjahr plant das Unternehmen keine wesentliche Erhöhung der Marketingaufwendungen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021/22. Es werden aber weiterhin Marketingkampagnen zielorientiert durchgeführt, um die Gruppe der aktiven Videospieler in Europa zu erweitern und die Präsenz von Nintendo im Markt sowie auch im eShop weiterhin auszubauen. Das Unternehmen erwartet im nächsten Geschäftsjahr auch keine wesentliche Erhöhung der konzerninternen Transferpreisen im Konzern.

Bei reduzierten Umsätzen und keiner wesentlichen Veränderung der Marketingaufwendungen sowie der Bestandsabschreibungen für ältere Produktgenerationen ist ein Rückgang des Ergebnisses vor Steuern in Höhe von € 108,5 Mio. im abgelaufenen Geschäftsjahr auf ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von € 74,0 Mio. vorgesehen.

 

Frankfurt am Main, den 12. Oktober 2022

Die Geschäftsführer

Bilanz zum 31. März 2022

Aktiva

31.03.2022
31.03.2021
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene EDV-Software 9.042.879,72 11.428.192,71
II. Sachanlagen    
1. Bauten auf fremden Grundstücken 1.549.797,04 1.775.753,51
2. Technische Anlagen und Maschinen 412.878,52 648.877,63
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.319.194,82 4.841.979,66
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.830,00 0,00
  6.287.700,38 7.266.610,80
III. Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 19.573.889,35 19.573.889,35
  34.904.469,45 38.268.692,86
B. Umlaufvermögen    
I. Vorräte    
Waren 392.660.049,65 264.140.294,56
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 122.613.688,08 154.528.029,41
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 371.306.129,85 395.789.064,78
(davon gegen Gesellschafterin € 282.816.996,52; Vorjahr T€ 280.138)    
3. Sonstige Vermögensgegenstände 25.026.039,76 23.793.820,95
  518.945.857,69 574.110.915,14
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 481.335.992,20 728.566.632,77
  1.392.941.899,54 1.566.817.842,47
C. Rechnungsabgrenzungsposten 67.382.872,87 43.339.524,65
D. Aktive latente Steuern 15.123.041,87 11.066.964,89
  1.510.352.283,73 1.659.493.024,87

Passiva

   
31.03.2022
31.03.2021
A. Eigenkapital    
I. Gezeichnetes Kapital 30.000.000,00 30.000.000,00
II. Kapitalrücklage 45.500.000,00 45.500.000,00
III. Gewinnrücklage 4.188.550,03 4.188.550,03
IV. Gewinnvortrag 318.238.697,54 518.304.863,75
V. Jahresüberschuss 74.529.730,02 99.933.833,79
  472.456.977,59 697.927.247,57
B. Rückstellungen    
1. Rückstellungen für Pensionen 1.478.070,00 1.548.026,00
2. Steuerrückstellungen 36.645.283,32 16.910.153,40
3. Sonstige Rückstellungen 97.801.743,54 101.589.421,32
  135.925.096,86 120.047.600,72
C. Verbindlichkeiten    
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 54.121.453,86 44.715.670,75
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11.850.784,01 22.831.208,32
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 698.535.108,43 663.517.419,58
(davon gegenüber der Gesellschafterin € 638.844.038,44; Vorjahr T€ 594.345)    
4. Sonstige Verbindlichkeiten 51.019.911,07 52.451.608,36
(davon aus Steuern € 45.390.205,51; Vorjahr T€ 41.290)    
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 40.528,51; Vorjahr T€ 40)    
  815.527.257,37 783.515.907,01
D. Rechnungsabgrenzungsposten 86.442.951,91 58.002.269,57
  1.510.352.283,73 1.659.493.024,87

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis 31. März 2022

2021/22 2020/21
T€
1. Umsatzerlöse   3.030.904.915,16 3.270.396
2. Sonstige betriebliche Erträge   232.980.988,32 120.876
    3.263.885.903,48 3.391.272
3. Materialaufwand      
a) Aufwendungen für bezogene Waren -2.263.080.562,09   -2.487.005
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -292.428.969,38   -271.708
    -2.555.509.531,47  
4. Personalaufwand      
a) Löhne und Gehälter -70.011.144,59   -68.419
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -11.997.646,10   -11.493
(davon für Altersversorgung € -97.504,12; Vorjahr T€ -110)      
    -82.008.790,69  
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   -8.139.409,68 -8.089
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen   -510.073.307,78 -399.371
    108.154.863,86 145.187
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   1.077.594,58 443
(davon aus verbundenen Unternehmen € 10.729,18; Vorjahr T€ 70)      
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   -776.216,52 -338
(davon an verbundene Unternehmen € -50.694,46; Vorjahr T€ -30)      
9. Ergebnis vor Steuern   108.456.241,92 145.292
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   -33.699.766,11 -45.149
11. Ergebnis nach Steuern   74.756.475,81 100.143
12. Sonstige Steuern   -226.745,79 -209
13. Jahresüberschuss   74.529.730,02 99.934

Anhang für das Geschäftsjahr 2021/22

I. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
sowie Erläuterungen zur Bilanz

Allgemeine Angaben

Die Nintendo of Europe GmbH hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Frankfurt am Main (HRB Nr.101840).

Die Nintendo of Europe GmbH ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB. Der Jahresabschluss wird nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Der Jahresabschluss wurde unter Annahme der Unternehmensfortführung (Going-Concern) aufgestellt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind grundsätzlich unverändert.

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wird zur besseren Übersichtlichkeit um die Zwischensumme "Ergebnis vor Steuern" erweitert.

Anlagevermögen

Der Ansatz des Anlagevermögens erfolgte zu Anschaffungskosten. Geleistete Anzahlungen werden zum Nennbetrag angesetzt. Das abnutzbare Anlagevermögen wird über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (3 bis 23 Jahre) planmäßig linear, im Jahre der Anschaffung zeitanteilig, abgeschrieben.

Anlagenklasse Nutzungsdauer
in Jahren
Bauten 3-10
Technische Anlagen und Maschinen 2-14
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-23
Entgeltlich erworbene EDV-Software 3 - 5

Geringwertige Anlagegüter werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und als Abgang dargestellt. Anlagegüter mit Anschaffungskosten von € 250 bis € 1.000 gelten als geringwertig. Anlagegüter, deren Anschaffungskosten € 250 unterschreiten, werden nicht aktiviert, sondern aufwandswirksam unter den betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage sind unwesentlich.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei den immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens und im Sachanlagevermögen im Fall voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Im Finanzanlagevermögen werden darüber hinaus außerplanmäßige Abschreibungen auch im Fall nicht dauerhafter Wertminderungen vorgenommen.

Bei den Finanzanlagen handelt es sich um eine 100 %ige Beteiligung an der Nintendo Ibérica S.A.U., Madrid/Spanien sowie eine 99,9 %ige Beteiligung an der Nintendo RU LLC, Moskau/Russische Föderation. Der Jahresüberschuss 2021/22 der Nintendo Ibérica S.A.U. beträgt T€ 7.122; nach Berücksichtigung dieses Jahresüberschusses ergab sich zum 31. März 2022 ein Eigenkapital von T€ 142.269. Die Beteiligung wurde zum 31. März 2022 unverändert zum Vorjahr mit T€ 19.574 bewertet. Der Jahresüberschuss der Nintendo RU LLC beträgt zum 31.12.2021 T€ 1.245. Nach Berücksichtigung des Jahresüberschusses ergab sich zum 31.12.2021 ein Eigenkapital in Höhe von T€ 2.031. Das Geschäftsjahr der Nintendo RU LLC entspricht dem Kalenderjahr. Aufgrund der langen Verlustperioden in Vorjahren wurde die Beteiligung zum 31. März 2022 mit T€ 0 bewertet (im Vorjahr T€ 0).

Die Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/22 ist im Einzelnen aus dem nachfolgenden Anlagenspiegel ersichtlich.

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/22

Anschaffungskosten
01.04.2021
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
31.03.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände          
EDV-Software 33.578.715,26 3.203.969,12 -940.507,53   35.842.176,85
  33.578.715,26 3.203.969,12 -940.507,53 0,00 35.842.176,85
Sachanlagen          
Bauten auf fremden Grundstücken 3.206.870,89 495,87 0,00 0,00 3.207.366,76
Technische Anlagen und Maschinen 7.569.673,95 18.137,20 0,00 0,00 7.587.811,15
Betriebs- und Geschäftsausstattung 24.961.015,53 1.637.090,05 -7.693.614,57 4.180,09 18.908.671,10
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 10.010,09 0,00 -4.180,09 5.830,00
  35.737.560,37 1.665.733,21 -7.693.614,57 0,00 29.709.679,01
Finanzanlagen          
Anteile an verbundenen Unternehmen 30.776.218,10 0,00 0,00 0,00 30.776.218,10
  100.092.493,73 4.869.702,33 -8.634.122,10 0,00 96.328.073,96
Kumulierte Abschreibungen
01.04.2021
Zugänge
Abgänge
31.03.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände        
EDV-Software -22.150.522,55 -5.556.852,93 908.078,35 -26.799.297,13
  -22.150.522,55 -5.556.852,93 908.078,35 -26.799.297,13
Sachanlagen        
Bauten auf fremden Grundstücken -1.431.117,38 -226.452,34 0,00 -1.657.569,72
Technische Anlagen und Maschinen -6.920.796,32 -254.136,31 0,00 -7.174.932,63
Betriebs- und Geschäftsausstattung -20.119.035,87 -2.101.968,10 7.631.527,69 -14.589.476,28
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
  -28.470.949,57 -2.582.556,75 7.631.527,69 -23.421.978,63
Finanzanlagen        
Anteile an verbundenen Unternehmen -11.202.328,75 0,00 0,00 -11.202.328,75
  -61.823.800,87 -8.139.409,68 8.539.606,04 -61.423.604,51
Buchwerte
31.03.2022
31.03.2021
Immaterielle Vermögensgegenstände    
EDV-Software 9.042.879,72 11.428.192,71
  9.042.879,72 11.428.192,71
Sachanlagen    
Bauten auf fremden Grundstücken 1.549.797,04 1.775.753,51
Technische Anlagen und Maschinen 412.878,52 648.877,63
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.319.194,82 4.841.979,66
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.830,00 0,00
  6.287.700,38 7.266.610,80
Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 19.573.889,35 19.573.889,35
  34.904.469,45 38.268.692,86

Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgte zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten sowie Kosten aus der Konfektionierung. Auslaufende, nicht gängige, fehlerhafte oder beschädigte Bestände wurden auf den niedrigeren am Abschlussstichtag beizulegenden Wert abgeschrieben (verlustfreie Bewertung); das Niederstwertprinzip wurde eingehalten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Allen erkennbaren Risiken wird durch angemessene Abwertungen Rechnung getragen.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde neben der sich aus einer Einzelbetrachtung ergebenden Wertberichtigung (T€ 38; im Vorjahr T€ 0) eine pauschale Wertberichtigung auf die Nettoforderungen in Höhe von T€ 83 angesetzt (im Vorjahr T€ 169).

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen und Finanzforderungen und betreffen u.a. die Gesellschafterin, Nintendo Co., Ltd., sowie die Konzerngesellschaften:

 

- Nintendo Co., Ltd., Kyoto/Japan, Gesellschafterin, (T€ 282.817 (davon kurzfristiges Darlehen T€ 250.000); im Vorjahr T€ 280.138, davon kurzfristiges Darlehen T€ 250.000))

- Nintendo France S.A.R.L., Paris/Frankreich, (T€ 46.282; im Vorjahr T€ 67.459)

- Nintendo Benelux B.V., Nieuwegein/Niederlande, (T€ 17.231; im Vorjahr T€ 20.122)

- Nintendo Australia Pty. Ltd., Scoresby, Victoria/Australien (T€ 740; im Vorjahr T€ 493)

- Tochtergesellschaft Nintendo RU LLC, Moskau/Russische Föderation (T€ 6.404; im Vorjahr T€ 7.624)

- Tochtergesellschaft Nintendo Ibérica S.A.U., Madrid/Spanien (T€ 23.796; im Vorjahr T€ 27.577).

 

Bei den Forderungen gegen die Tochtergesellschaft Nintendo RU LLC wurde eine Wertberichtigung zum 31.3.2022 in Höhe von T€ 5.964 angesetzt (im Vorjahr T€ 7.624).

Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen überwiegend Vorsteuersteuerguthaben (T€ 20.542; im Vorjahr T€ 17.802) sowie Forderungen aus Ertragsteuerüberzahlungen (T€ 44; im Vorjahr T€ 986). Größere Einzelposten entfallen darüber hinaus insbesondere auf Media- und Bestellanzahlungen für Spiele (T€ 2.417; im Vorjahr T€ 3.017) und Miet- und Zollkautionen (T€ 431; im Vorjahr T€ 432).

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind - wie im Vorjahr - innerhalb eines Jahres fällig.

Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel (Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten) lauten auf Euro, GBP, CHF sowie PLN und sind zu Nennwerten bilanziert. Guthaben in Fremdwährung wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag angesetzt.

Rechnungsabgrenzungsposten

Der Anstieg der Rechnungsabgrenzungsposten um T€ 24.043 von T€ 43.340 auf T€ 67.383 im Berichtszeitraum ist im Wesentlichen auf eine Erhöhung der Nintendo Switch Online Verträge mit Endkonsumenten sowie für kostenlose Inhalt-Updates für Spiele zurückzuführen. Unter diesem Posten werden im Wesentlichen Ausgaben aus dem Bereich Materialaufwand abgegrenzt, die Aufwand in der Folgeperiode darstellen, da die dazu korrespondierenden Umsatzerlöse als passive Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt wurden.

Aktive latente Steuern

Es wurde vom Wahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht, einen Posten für aktive latente Steuern in Höhe von T€ 15.123 zu bilden (im Vorjahr T€ 11.067).

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Die aktiven latenten Steuern betreffen Bewertungsunterschiede bei geringwertigen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, Vorräten und Rückstellungen in Höhe von T€ 15.123 (im Vorjahr T€ 11.067). Passive latente Steuern waren zum Bilanzstichtag nicht anzusetzen (im Vorjahr T€ 0).

Der Berechnung der latenten Steuern auf Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz liegt ein effektiver Steuersatz von 31,9 % zugrunde (15,8 % für die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 16,1% für die Gewerbesteuer), der sich voraussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben wird. Der Steuersatz für die Gewebesteuer ergibt sich aus dem Gewerbesteuerhebesatz von 460,0%.

In Höhe der aktiven latenten Steuern besteht eine potenzielle Ausschüttungssperre.

Eigenkapital

Das Eigenkapital wird zum Nennwert angesetzt.

Das Eigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr von T€ 697.927 auf T€ 472.457 gesunken. Die Veränderung resultiert zum einen aus einer Gewinnausschüttung an die Gesellschafterin in Höhe von T€ 300.000 und zum anderen aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2021/22 in Höhe von 74.530.

Die Gewinnrücklagen entfallen auf andere Gewinnrücklagen.

Rückstellungen

Bei Bildung der Rückstellungen wurde den erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten angemessen Rechnung getragen. Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen betrifft die im Geschäftsjahr 1997/98 gewährte Zusage an einen ehemaligen Geschäftsführer und wurde auf Grundlage einer versicherungsmathematischen Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Methode) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Die Rückstellung für Pensionen wurde pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 10 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 1,81% p.a. (im Vorjahr 2,19% p.a.). Bei der Rückstellung wurde eine Rentensteigerung von jährlich 1,5% p.a. zugrunde gelegt.

 

Bei der Ermittlung der Rückstellung für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre (1,35% p.a.) ergibt sich ein Unterschiedsbetrag zur bilanzierten Pensionsrückstellung von T€ 38. Für diesen Betrag sind die Regelungen zur Ausschüttungssperre zu beachten.

Die Steuerrückstellungen betreffen Körperschaft- und Gewerbesteuer für das laufende Geschäftsjahr (T€ 17.614; im Vorjahr T€ 16.491). Steuerrückstellung für Vorjahre bestehen in Höhe von T€ 19.031 (im Vorjahr T€ 419).

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Gutschriften an Kunden, Garantieverpflichtungen, Boni und Rabatte von insgesamt T€ 54.771 (im Vorjahr T€ 61.118), für Personalkosten in Höhe von T€ 11.959 (im Vorjahr T€ 12.238) sowie für ausstehende Rechnungen einschließlich Werbekostenzuschüsse in Höhe von T€ 30.905 (im Vorjahr T€ 28.234) gebildet.

Verbindlichkeiten

Die mit dem Erfüllungsbetrag angesetzten Verbindlichkeiten sind mit Ausnahme des folgenden Bilanzpostens innerhalb eines Jahres fällig und unverändert zum Vorjahr sämtlich nicht durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte besichert:

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten werden Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von größer einem Jahr in Höhe von T€ 2.716 ausgewiesen; davon größer als 5 Jahre T€ 1.134 (Vorjahr: größer als ein Jahr T€ 3.178; davon größer als 5 Jahre T€ 1.493).

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen gegenüber der Gesellschafterin, Nintendo Co., Ltd., sowie den Konzerngesellschaften:

 

- Nintendo Co., Ltd., Kyoto/Japan, Gesellschafterin, (T€ 638.844; im Vorjahr T€ 594.345)

- Nintendo of America Inc., Redmond, Washington/USA (T€ 1.636; im Vorjahr T€ 541)

- Nintendo France S.A.R.L., Paris/Frankreich, (T€ 4.231; im Vorjahr T€ 5.085)

- Nintendo Benelux B.V., Nieuwegein/Niederlande, (T€ 1.410; im Vorjahr T€ 1.211)

- Tochtergesellschaft Nintendo Ibérica S.A.U., Madrid/Spanien (T€ 1.736; im Vorjahr T€ 1.769)

- Tochtergesellschaft Nintendo RU LLC, Moskau/Russische Föderation (T€ 243 ; im Vorjahr T€ 566).

 

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten darüber hinaus erhaltene Anzahlungen von Konzerngesellschaften (T€ 50.435, im Vorjahr T€ 60.000):

 

- Nintendo France S.A.R.L., Paris/Frankreich, (T€ 27.994; im Vorjahr T€ 31.885)

- Nintendo Benelux B.V., Nieuwegein/Niederlande, (T€ 10.955; im Vorjahr T€ 10.832)

- Tochtergesellschaft Nintendo Ibérica S.A.U., Madrid/Spanien (T€ 11.486; im Vorjahr T€ 17.283).

 

Von der zulässigen Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen wurde abgesehen - der Ausweis erfolgt unsaldiert. Die erhaltenen Anzahlungen wurden zum Nennbetrag angesetzt.

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten wurden die noch nicht fälligen, nicht realisierten Verluste aus Finanzderivativen in Höhe von T€ 10 (GBP-Devisentermingeschäfte als Absicherung gegen Kursschwankungen) ausgewiesen (im Vorjahr T€ 1.050).

Rechnungsabgrenzungsposten

Unter dieser Position wurden Einnahmen in Höhe von T€ 86.443 (im Vorjahr T€ 58.002) aus dem Online-Mitgliederservice "Nintendo Switch Online" sowie für kostenlose Inhalt-Updates für Spiele abgegrenzt soweit sie Ertrag in Perioden nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Fremdwährungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Die unterjährige Verbuchung erfolgt mit einem täglichen Devisenkassamittelkurs. Bilanzposten werden zum Stichtag wie folgt bewertet:

Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

II. Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich im Geschäftsjahr nach Produktgruppen wie folgt:

2021/2022:

Produktgruppe Einheiten Erlöse
% T€ %
Nintendo Switch Hardware 6.385.066 13,5 1.317.118 54,8
Nintendo Switch Zubehör 4.665.505 9,9 155.257 6,5
Nintendo Switch Software 29.086.030 61,5 910.388 37,9
Nintendo 2DS/3DS Hardware & Software 314.457 0,7 5.491 0,2
Wii / Wii U Hardware & Software 4.962 0,0 56 0,0
NES Classic Mini Hardware & Zubehör 18.778 0,0 51 0,0
amiibo Produkte 2.418.308 5,1 8.162 0,3
Sonstiges (i.W. Toys, Zwischenerzeugnisse) 4.379.711 9,3 6.964 0,3
  47.272.817 100,0 2.403.488 100,0

2020/2021:

Produktgruppe Einheiten Erlöse
% T€ %
Nintendo Switch Hardware 8.648.531 18,6 1.574.864 57,8
Nintendo Switch Zubehör 4.776.020 10,3 172.974 6,3
Nintendo Switch Software 29.969.098 64,4 949.898 34,9
Nintendo 2DS/3DS Hardware & Software 834.818 1,8 9.131 0,3
Wii / Wii U Hardware & Software 150.722 0,3 1.758 0,1
NES Classic Mini Hardware & Zubehör 21.250 0,0 64 0,0
amiibo Produkte 1.331.108 2,9 7.865 0,3
Sonstiges (i.W. Toys, Zwischenerzeugnisse) 814.578 1,8 7.861 0,2
  46.546.125 100,0 2.724.415 100,0
2021/22
T€
2020/21
T€
Produkterlöse laut obiger Tabelle 2.403.488 2.724.415
Erlöse aus Lizenznehmergeschäft 169.472 160.247
Erlöse aus Software Downloading (Nintendo eShop) 417.835 397.462
Provisionen eShop Erlöse 37.316 47.198
Erlöse eCommerce & Nintendo IP-Lizenzen 32.082 4.820
Dienstleistungen (i.W. im Nintendo-Konzern) 80.123 58.596
Sonstige Erlöse 2.567 5.514
Abzüglich Erlösschmälerungen/ - korrekturen:    
Boni & Rabatte -84.897 -98.349
Rabatte im eShop -27.520 -29.135
Preiskorrekturen/Gutschriften 438 -372
Umsatzerlöse 3.030.904 3.270.396

Nach geographischen Merkmalen ergibt sich folgende Darstellung:

2021/22 2020/21
Umsatz
€ Mio.
Erlösschmälerungen
€ Mio.
Netto
€ Mio.
Umsatz
€ Mio.
Erlösschmälerungen
€ Mio.
Netto
€ Mio.
Verbundene Unternehmen (hauptsächlich Europa) 814,8 0,0 814,8 876,5 0,0 876,5
Auslandsmärkte UK & Irland 514,2 -46,6 467,6 691,4 -56,4 635,0
Inland 594,9 -29,7 565,2 580,5 -30,1 550,4
Auslandsmärkte Italien 181,4 -5,9 175,6 205,5 -7,3 198,2
Auslandsmärkte Schweiz & Österreich 84,2 -4,3 79,9 94,6 -4,6 90,0
Übriges Ausland (hauptsächlich Distributeure in Europa) 221,5 0,9 222,4 275,6 0,0 275,6
Zwischensumme 2.411,0 - 85,6 2.325,5 2.724,1 - 98,4 2.625,7
Erlöse aus Software Downloading (Nintendo eShop) 417,8 -34,0 383,8 397,5 -29,1 368,4
Zwischensumme 2.828,8 - 119,6 2.709,3 3.121,6 - 127,5 2.994,1
Dienstleistungen (i.W. im Nintendo-Konzern)     80,1     58,6
Lizenzierte Software (hauptsächlich Europa)     169,5     160,2
Erlöse eCommerce & Nintendo IP-Lizenzen     32,1     4,8
Provisionen eShop Erlöse     37,3     47,2
Sonstige Erlöse (i.W. aus Reparatur- und Displayverkauf)     2,6     5,5
      3.030,9     3.270,4

In den Umsatzerlösen wurden insgesamt Konzerndienstleistungserträge in Höhe von T€ 80.123 (Vorjahr T€ 58.596) erfasst. Bei den Konzerndienstleistungen handelt sich hierbei um Erträge aus einem Konzernumlageverfahren in Höhe von T€ 30.861 (im Vorjahr von T€ 25.552), weiterbelastete Werbe- und Messekosten (T€ 1.823; im Vorjahr T€ 2.524) sowie weiterbelastete Betriebs- und sonstige Kosten (T€ 47.439; im Vorjahr T€ 30.521).

Sonstige betriebliche Erträge (T€ 232.981; im Vorjahr T€ 120.876) betreffen im Wesentlichen Kursgewinne aus der Währungsumrechnung, im Wesentlichen GBP-Kursgewinne (T€ 221.109; im Vorjahr T€ 113.115), Erträge aus Schadenersatzansprüchen (T€ 10.517; im Vorjahr T€ 0), Erstattungen von Versicherungen (T€ 125; im Vorjahr T€ 2.063), periodenfremde Erträge von T€ 140 (im Vorjahr T€ 5.698) - aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von T€ 140 (im Vorjahr T€ € 3.452).

Materialaufwand

Die Aufwendungen für bezogene Waren betragen € 2.263,1 Mio. (Vorjahr € 2.487,0 Mio.) und betreffen im Wesentlichen die von NCL bezogenen Waren.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betragen € 292,4 Mio. (Vorjahr € 271,7 Mio.).

Bei den bezogenen Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um die Einkäufe der Digital Download Codes (eShop) sowie auch die Einkäufe der Produktlokalisierungsleistungen ("Leased Personnel"), die an NCL weiterbelastet wurden.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Aufgrund der Rechnungsstellung für den UK-Markt in Britischen Pfund (GBP) entstanden im Geschäftsjahr 2021/22 infolge der Entwicklung des GBP Kursverluste von T€ 223.519 (im Vorjahr T€ 114.095), die unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen sind. GBP-Kursgewinne von T€ 221.109 (im Vorjahr T€ 113.115) sind unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Die periodenfremden Aufwendungen in Höhe von T€ 185 (in Vorjahr T€ 143) sind in diesem Posten enthalten.

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge enthalten Zinserträge von verbundenen Unternehmen von T€ 11 (Vorjahr T€ 70).

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen in Höhe von T€ 17 (Vorjahr T€ 10). Zinsaufwendungen an verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 51 (Vorjahr T€ 30) sind unter diesem Posten ausgewiesen.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag verringerten sich um T€ 11.449 von T€ 45.149 auf T€ 33.700 im Wesentlichen aufgrund des gesunkenen Jahresergebnisses. Unter diesem Posten sind auch Erträge aus der Erhöhung aktiver latenter Steuern enthalten (T€ 4.056; im Vorjahr T€ 2.752). Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von T€ 2.540 (Vorjahr T€ 409).

III. Sonstige Angaben

Derivative Finanzinstrumente

Risiken aus Wechselkursschwankungen zwischen dem Euro und dem Britischen Pfund wurden bei Geschäften mit britischen Händlern von der Gesellschaft getragen. Diese Risiken wurden über währungsbezogene Geschäfte in Form von Devisentermingeschäften zum Teil abgesichert. Zum 31. März 2022 bestehen sechs GBP/EUR-Devisentermingeschäfte in Höhe von insgesamt GBP 28,9 Mio. Hierdurch wurden Kurse zwischen 0,8383 GBP/€ und 0,8488 GBP/€ (Exchange Rate) gesichert. Zum 31. März 2022 wurden die Devisentermingeschäfte am Abschlussstichtag unter Verwendung der Forward Rates von 0,8467 GBP/€ zum beizulegenden Zeitwert mit T€ -10 abschließend bewertet und unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Anzahl der Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten betrug im Geschäftsjahr:

2021/22
Anzahl
2020/21
Anzahl
Angestellte 898 892
Aushilfen und befristet Angestellte 63 64
  961 956

Sonstige finanzielle Verpflichtungen (§ 285 Nr. 3 und 3a HGB) und Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft hat für ihren Geschäftsbetrieb handelsübliche Miet- und Leasingverträge abgeschlossen. Die gesamte Verpflichtung aufgrund der derzeitigen Verträge beläuft sich bis zum Jahr 2027/28 auf T€ 22.835 (im Vorjahr bis zum Jahr 2026/27 auf T€ 23.162) und setzt sich wie folgt zusammen.

2021/22
T€
2020/21
T€
Mietverträge (Büroräume, Lagerhallen) 20.967 21.135
Leasingverträge (Fuhrpark, EDV, Kopierer, Büromaschinen) 1.088 1.247
Sonstige Haftungsverhältnisse (Garantien) 780 780
  22.835 23.162

Das Risiko der Inanspruchnahme aus den sonstigen Haftungsverhältnissen (Garantien) wird als gering eingeschätzt, da umfangreiche Sanierungsmaßnahmen ergriffen wurden, die sich gegen das Eintreten des Garantiefalles richten.

Neben den dargelegten sonstigen finanziellen Verpflichtungen sowie Haftungsverhältnissen existieren keine außerbilanziellen Geschäfte, die für die Finanzlage der Gesellschaft von Bedeutung wären.

Die Mietverträge betreffen die Büro- und Geschäftsgebäude in Frankfurt am Main sowie weitere Büro- und Lagerflächen im In- und Ausland (Auslandsniederlassungen). Die Leasingverträge betreffen den Fuhrpark und bestimmte Büro- und Geschäftsausstattungen (Kopierer, Drucker). In allen Fällen handelt es sich um sog. Operating-Lease Verträge, die zu keiner Bilanzierung der Objekte bei der Gesellschaft führen. Der Vorteil dieser Verträge liegt in der geringeren Kapitalbindung im Vergleich zum Erwerb und im Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken könnten sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte nicht mehr vollständig genutzt werden könnten, wofür es derzeit keine Anzeichen gibt.

Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021/22 berechnete Gesamthonorar setzt sich wie folgt zusammen:

2021/22
T€
2020/21
T€
Abschlussprüfungsleistungen 173 183
Andere Bestätigungsleistungen 227 221
  400 404

Geschäftsführer war im Geschäftsjahr Herr Koji Miyake, Frankfurt am Main, (bis 16. Juli 2022).

Ab dem 16. Juli 2022 wurden Herr Stephan Bole, Morainvilliers/Frankreich, (Gesamtgeschäftsführung) und Herr Tsutomu Enoki, Frankfurt am Main, (Leiter Corporate Planning (Mitglied der Geschäftsführung)) zu Geschäftsführern bestellt.

Auf die Angabe der Bezüge wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Mutterunternehmen und Alleingesellschafterin ist die Nintendo Co., Ltd., Kyoto/Japan. Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss dieser Gesellschaft einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss der Nintendo Co., Ltd., Kyoto/Japan, wird auf der Plattform "EDINET Electronic Disclosure for Investors' NETwork" offengelegt.

Ausschüttungsgesperrte Beträge

Der zur Ausschüttung gesperrte Betrag im Sinne des § 268 Abs. 8 HGB und § 253 Abs. 6 HGB beläuft sich auf T€ 15.161 (Vorjahr T€ 11.129). Er setzt sich wie folgt zusammen:

2021/22
T€
2020/21
T€
Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB 38 62
Aktive latente Steuern 15.123 11.067
  15.161 11.129

Es bestehen ausreichende Rücklagen und Gewinnvorträge, so dass die Ausschüttungssperre nicht greift.

Ereignisse nach dem Schluss des Geschäftsjahres

Es sind keine Ereignisse nach dem Schluss des Geschäftsjahres zu berichten.

Signifikante Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf unser Geschäft in Europa sind - mit Ausnahme des russischen Marktes, der für uns von untergeordneter Rolle ist - nicht erkennbar.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Es wird vorgeschlagen, den Jahresüberschuss 2021/22 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Frankfurt am Main, den 12. Oktober 2022

Stephan Bole, Geschäftsführer

Tsutomu Enoki, Geschäftsführer

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Nintendo of Europe GmbH, Frankfurt am Main

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Nintendo of Europe GmbH, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Nintendo of Europe GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. März 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Lageberichts.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 12. Oktober 2022

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Itsu Fujimura-Hendel, Wirtschaftsprüferin

ppa. Thomas Brüstlin, Wirtschaftsprüfer

Gewinnverwendung

Auszug aus dem Protokoll der Gesellschafterversammlung vom 14. November 2022 der Nintendo of Europe GmbH, Frankfurt am Main:

"Der Jahresüberschuss wird auf das nächste Geschäftsjahr vorgetragen".

Der Jahresabschluss zum 31.03.2022 wurde am 14.11.2022 festgestellt.

Nachrichten & Medien

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