Stammdaten

Register
Amtsgericht Fürth HRB 8408
Vorher
Defacto Marketing GmbHdefacto realations GmbH
Eingetragen
18.4.2001
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieBetrieb von Datenverarbeitungseinrichtungen für Dritte
Gegenstand
Dienstleistungen im Bereich Kundenmanagement und Customer Experience, insbesondere Beratung, Aufbau und Betrieb von Kundenbindungs- und Loyalitätsprogrammen, sowie im CRM und Kampagnenmanagement, der Daten-Analyse und die Erstellung und der Vertrieb von IT-Lösungen im Bereich Software und Hardware, sowie Arbeitnehmerüberlassung (AÜG) und private Arbeitsvermittlung.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Robin Schimpf
seit 16.1.2026
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
defacto x GmbHEigenbeteiligung
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
defacto x GmbH
Germany
150.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

DEFACTO GmbH

Erlangen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr 2022

DEFACTO GmbH, Erlangen

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die DEFACTO GmbH ist einer der führenden Business Beratungen und IT-Lösungspartner für Loyalty und CRM. Wir bieten Lösungen, die individuell auf die Bedürfnisse unserer Auftraggeber eingehen und sind als strategischer Partner an beständigen und nachhaltigen Kundenbeziehungen interessiert. Bei den Herausforderungen der digitalen Transformation unterstützen wir unsere Kunden mit Experten-Skills und flexibel bereitgestellten Ressourcen in Form von Software, Services und Operations sowie durch das Auslagern von Geschäftsprozessen.

Schwerpunkte der DEFACTO GmbH liegen in den Branchen

• Multi-Channel Retail,

• Fast Moving Consumer Goods (FMCG),

• Telecommunications,

• Finance und Banking sowie

• "Direct-to-Consumer" Geschäftsmodelle.

Alle Branchen und Kunden unterliegen im Zuge der Digitalisierung und der gesteigerten Relevanz von Kundendaten einer stetigen Veränderung.

Aufbauend auf einer strategischen Neuausrichtung wurden bereits im Jahr 2020 weitere Leistungs- und Kerntätigkeiten identifiziert, die insbesondere neben den bisherigen Erlösquellen Personentage und Aufschlagsprodukte zur Generierung von Lizenzeinnahmen und Supportpauschalen sowie der Vermarktung von Profilen (Spezialisten im Beratungs-, Analytik- und IT-Bereich) beitragen sollten. Diese strategischen Felder wurden ab dem Jahr 2021 durch den Aufbau von Ressourcen im IT-Nearshoring ergänzt, wodurch hybride Formen der Projekt-Delivery und der Zugriff auf umfangreiche Skills ermöglicht wird. Insgesamt setzt sich der positive Trend von IT-Implementierungen und IT-bezogenen Services im Rahmen von Projektgeschäften weiter fort.

2. Forschung und Entwicklung

Als Folge der Digitalisierung haben sich die Anforderungen und Möglichkeiten im Kundenmanagement und CRM stark verändert. Die Anzahl der Kundenkontaktpunkte und Datenquellen ist explosionsartig gewachsen und nahezu jeder Kontaktpunkt mit dem Unternehmen bietet potentiell die Möglichkeit, in positiver oder negativer Form die "Customer Experience" und damit die Kauf- oder Wiederkaufentscheidung nachhaltig zu beeinflussen.

Diese Anforderungen hat die DEFACTO GmbH bereits frühzeitig erkannt. Als Ergebnis bietet die DEFACTO GmbH heute ein führendes Portfolio an Inhalten (Know-how), Methoden (Analytik) und Plattformen (Technologien), die stetig weiterentwickelt, aktualisiert und ausgebaut werden.

Über Mitgliedschaften in diversen Forschungs- und Arbeitsgruppen (z. B. Bitkom e. V., DDV Think Tank Multichannel, DDV Council CRM etc.) konnte die DEFACTO GmbH ihre Stellung als Treiber und Gestalter der Branche entsprechend dem strategischen Anspruch bestätigen.

Der weit überwiegende Schwerpunkt der Tätigkeiten und Investitionen im Bereich Forschung & Entwicklung lag im Jahr 2022 jedoch im Bereich der Technologie- bzw. Software-Entwicklung und der Technologie-Partnerschaften sowie im Auf- und Ausbau der Kapazität im IT-Nearshoring, speziell in der Ukraine, Polen und Ungarn.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft in der Einzelbetrachtung steigerte das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gemäß dem IfW um 1,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Für 2023 wird mit einem preisbereinigten Wachstum von 0,5 % sowie in 2024 mit 1,4 % gerechnet.

Die Arbeitslosenquote fiel von 5,7 % in 2021 auf 5,3 % in 2022. Für die Jahre 2023 und 2024 wird sie mit 5,4 % und 5,2 % erwartet.

1.1 Konsum und Bruttoanlageninvestitionen erholen sich langsam

Die positive Entwicklung des BIP in 2022 zeigte sich in den Bereichen der privaten Konsumausgaben (+4,3 %), den Bruttoanlageninvestitionen (+3,7 %) sowie auch im Bereich des Staatskonsums (+1,1 %). Für die Jahre 2023 sowie 2024 wird mit einem jährlichen, aber deutlich geringeren Wachstum in diesen Bereichen gerechnet.

Die Konjunkturaussichten haben sich wieder etwas verbessert. Positive Auswirkungen hierauf haben sowohl die Stabilisierung der Energiepreise sowie die Normalisierung der Rohstoffpreise. Der private Verbrauch dürfte deswegen und aufgrund der inflationsbedingt ergriffenen finanzpolitischen Maßnahmen sowie stärker gestiegenen Lohneinkommen merklich zulegen. Aufgrund der stark gestiegenen Zinsen wird jedoch vor allem die Bautätigkeit belastet.

1.2 Demografisch bedingte Verlangsamung des Beschäftigungsaufbaus

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahresdurchschnitt 2022 von ca. 45,6 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Zahl ca. 0,59 Millionen Erwerbstätigen gestiegen (+1,3 %). Zur Jahresmitte des vergangenen Jahres verlangsamte sich der Beschäftigungsaufbau spürbar, sodass er sich in der zweiten Jahreshälfte stabilisierte. Bis Ende 2024 wird der Aufbau wohl zum Erliegen kommen, da das Arbeitskräftepotential demografisch bedingt in 2023 voraussichtlich den Höhepunkt erreichen wird.

1.3 Erholung der Öffentliche Haushalte

Hohe, durch COVID-19 aber auch durch die Fluchtmigration aus der Ukraine bedingte, Ausgaben ließen den Staatskonsum in der ersten Jahreshälfte 2022 steigen. Das Rückfahren der Coronamaßnahmen machte sich schon im zweiten Halbjahr bemerkbar und ließ den Staatskonsum abnehmen, was sich auch in den Folgejahren zeigen dürfte.

Quellen:

https://www.ifw-kiel.de/de/themendossiers/konjunktur/ m-tab-0-deutschland

https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/-ifw/Gemeinschaftsdiagnose/Langfassungen/IfW_Kiel_GD_1_2023 _unkorrigiert_RZ_WEB.pdf

2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen und Umweltentwicklung

Die DEFACTO GmbH ist in unterschiedlichen Märkten und Branchen tätig. Dies hat nicht zuletzt mit den unterschiedlichen Dienstleistungsfeldern und damit Erfolgstreibern des sich wandelnden Geschäftsmodells zu tun.

2.1 Informations- und Kommunikationstechnologie

Ein relevanter Markt für die DEFACTO GmbH ist die Branche für Informations- und Kommunikationstechnologie (ITK). Nach Angaben des Branchenverbands Bitkom zeigt sich die Digitalbranche trotz eines Umfelds geprägt von Krieg, gestörten Lieferketten und Inflation sehr stabil und setzt weiterhin auf Wachstum. Im Jahr 2022 nahm der Umsatz mit Produkten und Dienstleistungen um 4,0 % auf nun 196,1 Milliarden Euro zu. Der erbrachte Umsatz wird dabei von ca. 1,31 Millionen Beschäftigten geleistet. Die Anzahl der Beschäftigten ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls um 3,5 % gestiegen. Für das Jahr 2023 wird mit einem Umsatzwachstum von 3,8 % auf 203,4 Milliarden Euro sowie einem Anstieg der Beschäftigung um 3,4 % auf 1,35 Millionen gerechnet.

Das größte Wachstum wird in der Informationstechnologie erwartet. Hier stechen vor allem die Umsätze mit Software heraus, die um 9,3 % zulegen können. Dieser Bereich wird auch in Zukunft weiterhin der Wachstumstreiber in diesem Markt sein. Für den Bereich Software sind insbesondere spezielle CRM-Lösungen von Bedeutung.

2.2 Werbemarkt

Das Nettovolumen des Werbemarkts in Deutschland wächst im Jahr 2022 auf rund 48,7 Milliarden Euro. Dies bedeutet eine Erhöhung um 2,8 %. Damit liegt die Branche erstmals nach drei Jahren über dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019.

2.3 Zielmärkte

Ein bedeutender Teil der Kunden der DEFACTO GmbH ist im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln tätig, dessen Entwicklung ist daher von Bedeutung für die Gesellschaft und wurde als einer der Zielmärkte definiert. Der Einzelhandelsumsatz in Deutschland sank 2022 real um 0,6 %. Die Hauptursache hierfür dürfte die deutliche Steigerung der Preise für Lebensmittel und Energie sein. Der Nicht-Lebensmitteleinzelhandel weist im Gegensatz dazu einen Zuwachs von 2,0 % im Vergleich zum Vorjahr aus, was stark durch das Plus des Handels mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren von 27,0 % gestützt wird. Diese Umsätze liegen mit einem Minus von 7,6 % immer noch unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019.

https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Digitalbranche-trotzt-der-Krise-schafft-neue-Jobs _

https://zaw.de/werbemarkt-2022-mit-leichtem-plus-sorgenvoller-ausblick-auf-2023/

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/01/PD23_039_45212.html

3. Geschäftsverlauf

Im ersten Quartal 2022 war die Geschäftsentwicklung der DEFACTO GmbH stark beeinflusst von den noch immer andauernden Folgen der Corona-Pandemie und der sich abzeichnenden Ukraine-Krise bzw. dem Beginn des Ukraine-Russland-Konflikts.

Speziell Kundenunternehmen aus dem Fashion Retail- und dem stationären Handel waren durch Konsumzurückhaltung im Umsatz betroffen, worauf mit Liquiditätssicherungsmaßnahmen und gebremsten Projektumsetzungen reagiert wurde. Dies hatte auch in der DEFACTO GmbH spürbare Effekte.

Dennoch entschied sich das Management zu einer antizyklischen Investitionspolitik und für den Aufbau umfassender Aktivitäten zur Gewinnung neuer Mitarbeiter (Berater) für das Business Consulting und, nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine, für den Aufbau zusätzlicher Nearshore-Kapazitäten in Polen. Beide Entscheidungen führten zunächst im Q1 zu einem sinkenden Ergebnis bei konstanten bzw. leicht steigenden Umsätzen, bildeten jedoch die Grundlage für ein sehr gutes Wachstum in Umsatz und Ergebnis in den Quartalen 2 und 3.

In den Quartalen 2 und 3 konnten die Umsätze dann signifikant gesteigert werden, was nicht zuletzt auf das flexible Leistungsportfolio, die Breite der Struktur der Zielmärkte und bedienten Industrien sowie der angebotenen Delivery Konzepte ("Expert-as-a-Service") zurückzuführen war. Insbesondere gelang es, die gestiegene Nachfrage nach Unterstützung in Digitalisierungsprojekten mit eigenen Experten bzw. im Zusammenspiel von Unternehmen innerhalb der Gruppe zu decken. Zudem konnte im Laufe des 2. Quartals ein mehrjähriger Vertrag mit hohem Garantie-Volumen bei einem Key-Account platziert werden.

Im Mai 2022 wurde im Rahmen eines Asset-Deals der Geschäftsbetriebs eines insolventen Konkurrenz-Unternehmens in Köln übernommen, wodurch zusätzliche Beauftragungen und Kundenprojekte gesichert wurden. Alle Faktoren in Kombination sicherten im weiteren Verlauf des Jahres eine gute Auslastung und damit hohe Produktivität.

Im Laufe des weiteren Jahres wurden signifikante neue IT- und Berater-Beauftragungen aus unterschiedlichen Industrien gewonnen. Dadurch konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr nochmals signifikant gesteigert werden. Allerdings zeigten sich ab Ende Q3 und in Q4 die Auswirkungen der Energie-Krise in Folge des Ukraine-Krieges sowie inflationsbedingte Folgeeffekte in Form deutlich erhöhter Gehaltvorstellungen sowie einer Verunsicherung und Verlangsamung bei der Abarbeitung bereits beschlossener Kundenprojekte.

Die Geschäftsführer der DEFACTO GmbH zeigen sich mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2022 jedoch insgesamt zufrieden. Die ergriffenen Maßnahmen der Anpassung an den Inhalten des Portfolios, der bedienten Industrien und der Delivery Modelle entfalteten in 2022 die beabsichtigte Wirkung, wodurch die Pläne der Geschäftsführung weitgehend erfüllt und in vielen Bereichen sogar übertroffen wurden. Speziell die erschlossenen neuen Industrien, neuen Angebotsinhalte (Nearshoring) und die gewonnenen Neukunden zeigen, dass die DEFACTO GmbH Leistungen erfolgreich am Markt positioniert, Wachstum generiert, positive Erträge erwirtschaftet und zukunftsfähig ist. Auch wenn erneut umfangreiche Investitionen in die Veränderungen getätigt wurden, ist das Jahresergebnis für das Geschäftsjahr 2022 positiv und beträgt 1.590 TEuro.

3.1 Ertragslage

Absatzbereich

Umsatz und Auftragsentwicklung

Nach einer Phase der strategischen Neuausrichtung und der Überwindung der Corona-Pandemie wuchs der Umsatz der DEFACTO GmbH im Jahr 2022 deutlich um 26,9 %. Das Gross-Income (GI) der DEFACTO GmbH konnte im Vergleich zu 2021 um 1.193 TEuro von 12.166 TEuro auf 13.359 TEuro gesteigert werden.

Auftragslage

Wie beschrieben, war im ersten Quartal 2022 noch eine Coronainduzierte Verunsicherung in Teilen der bedienten Industrien spürbar, die zu Verzögerungen in der Auftragserteilung und zunächst reduzierten Auftragsumfängen führte. Jedoch spätestens ab Q2 war eine signifikante Steigerung des Auftragseingangs in allen Bereichen der DEFACTO GmbH zu verzeichnen, die sich bis in das 3. Quartal fortsetzte. Ab dem Ende des 3. und im 4. Quartal konnte der Auftragseingang, den multiplen, sich überlappenden Krisen geschuldet, nicht an Q2 und Anfang Q3 anknüpfen. Dennoch war die Auftragslage insgesamt gut.

Aufwandsstruktur

Der Personalaufwand erhöhte sich von 7.619 TEuro auf 8.234 TEuro um 615 TEuro (8,1 %). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen zeigten ebenfalls eine Erhöhung von 4.336 TEuro auf 4.448 TEuro um 112 TEuro (2,6 %).

Finanz- und Beteiligungsergebnis

Das Finanz- und Beteiligungsergebnis zeigte in 2022 eine deutliche Verbesserung um 486 TEuro auf 1.213 TEuro im Vergleich zum Vorjahr (727 TEuro) aufgrund der um 482 TEuro höheren Beteiligungserträgen in 2022.

Jahresergebnis

Das Jahresergebnis (Geschäftsergebnis) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich von 729 TEuro auf 1.590 TEuro um 861 TEuro. Maßgebend hierfür waren die weiter oben beschriebenen positiven Effekte auf die deutlich gestiegenen Umsatzerlöse sowie die deutlich höheren Beteiligungserträge im Vorjahresvergleich. Gegenläufig wirkten sich in 2021 erfasste sonstige betriebliche Erträge aus Corona-Überbrückungshilfen in Höhe von 673 TEuro aus, welche in 2021 deutlich zum erzielten Ergebnis beigetragen haben.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verbesserte sich ebenfalls deutlich um 913 TEuro von 729 TEuro im Vorjahr auf 1.642 TEuro im Berichtsjahr.

Die wirtschaftliche Lage der DEFACTO GmbH sowie die Geschäftsentwicklung können unter Berücksichtigung der aus dem Ukraine-Krieg resultierenden Unsicherheiten sowie der internen Umstrukturierung und Neuausrichtung insgesamt als gut bezeichnet werden.

3.2 Finanzlage

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2022 wurden im Wesentlichen Investitionen im Bereich IT getätigt. Das Investitionsvolumen in Höhe von 159 TEuro war im Vergleich zum Vorjahr (131 TEuro ohne Investitionen im Bereich der Finanzanlagen) in Summe leicht angestiegen.

Liquidität

Die Liquiditätslage der Gesellschaft ist zufriedenstellend. Die liquiden Mittel lagen mit 2.179 TEuro um 661 TEuro über dem Vorjahresstichtag (1.518 TEuro).

Personal- und Sozialbereich

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich auf 122 im Vergleich zum Vorjahr (110). Zum aktuellen Bilanzstichtag betrug die Zahl der Mitarbeiter 127 (zum Vorjahresstichtag 110).

3.3 Vermögenslage und Kapitalstruktur

Vermögenslage

Das langfristig gebundene Vermögen verringerte sich im Berichtsjahr von 4.904 TEuro auf 4.759 TEuro um 145 TEuro (2,0 %). Dies resultiert im Wesentlichen aus der Tilgung von ausgereichten Darlehen an verbundene Unternehmen.

Das kurzfristig gebundene Vermögen erhöhte sich im Berichtszeitraum von 3.986 TEuro auf 5.181 TEuro um 1.195 TEuro (30,0 %). Die Erhöhung ist im Wesentlichen auf den Anstieg des Bestands an liquiden Mitteln um 661 TEuro sowie auf den stichtagsbedingten Anstieg der Forderungen im Verbund- und Beteiligungsbereich von 114 TEuro auf 924 TEuro um 810 TEuro zurückzuführen. Gegenläufig wirkte sich der Rückgang der sonstigen kurzfristigen Vermögensgegenstände von 724 TEuro auf 271 TEuro um 453 TEuro aus. Die höheren sonstigen Vermögensgegenstände zum Vorjahresstichtag resultierten insbesondere aus aktivierten Forderungen aus Corona-Überbrückungshilfen.

In Summe ergibt sich eine Erhöhung der Bilanzsumme um 1.050 TEuro bzw. 11,8 % auf 9.940 TEuro (im Vorjahr 8.890 TEuro).

Kapitalstruktur

Das Eigenkapital betrug im Berichtsjahr 5.885 TEuro und erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr (5.295 TEuro) um insgesamt 590 TEuro bzw. 11,1 %. Die Erhöhung des Eigenkapitals ergab sich aufgrund des Jahresüberschusses 2022 von 1.590 TEuro sowie den gegenläufigen Ausschüttungen an die Gesellschafterin in Höhe von 1.000 TEuro. Aufgrund der ebenfalls gestiegenen Bilanzsumme hat sich die Eigenkapitalquote mit 59,2 % gegenüber dem Vorjahr mit 59,6 % nur geringfügig verändert.

Das langfristige Fremdkapital nahm um insgesamt 201 TEuro von 1.258 TEuro auf 1.057 TEuro ab, dies war im Wesentlichen auf die planmäßige Tilgung von Bankdarlehen mit 63 TEuro sowie Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen mit 117 TEuro zurückzuführen.

Im Bereich des kurzfristigen Fremdkapitals war insgesamt eine Erhöhung um 661 TEuro von 2.337 TEuro im Vorjahr auf 2.998 TEuro im Berichtsjahr zu verzeichnen. Dies war insbesondere auf den stichtagsbedingten Anstieg im Bereich der Verbindlichkeiten im Verbund- und Beteiligungsbereich von 451 TEuro auf 1.355 TEuro um 904 TEuro sowie auf den Anstieg im Bereich der sonstigen Rückstellungen von 267 TEuro auf 646 TEuro um 379 TEuro zurückzuführen. Ursächlich für die im Vorjahresvergleich deutlich gestiegenen sonstigen Rückstellungen waren insbesondere höhere Rückstellungen im Personalbereich. Sämtliche Zahlungsverpflichtungen des Unternehmens konnten jederzeit fristgerecht erfüllt werden.

4. Leistungsindikatoren

Die Steuerung der Gesellschaft erfolgt insbesondere anhand der folgenden finanziellen Leistungsindikatoren:

• Gross Income

• Personalkosten

• Ergebnis vor Steuern

• GI-Marge (= Ergebnis vor Steuern / Gross Income)

In TEuro 2021 2022
Gross Income 12.166 13.359
Personalkosten 7.619 8.234
Ergebnis vor Steuern 729 1.642
GI-Marge 6,0 % 12,3 %

Die finanziellen Leistungsindikatoren der Gesellschaft zeigen im Jahr 2022 gegenüber 2021 trotz der höheren Personalkosten insgesamt ein verbessertes Bild. Positive Trends aus dem Jahr 2021 konnten auch im Jahr 2022 fortgesetzt werden. Die strategische Neuausrichtung der Gesellschaft sowie ihres Leistungsportfolios, die bereits in den Vorjahren begonnen wurde, haben sich sowohl in 2021 als auch in 2022 entsprechend niedergeschlagen.

Die Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren entspricht den Erwartungen des Managements.

5. Gesamtaussage mit Analyse der Prognose des Vorjahres

Die Geschäftsführung ist mit der Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 insgesamt zufrieden.

Das Gross Income (GI) der DEFACTO GmbH erhöhte sich im Vergleich zu 2021 um 1.193 TEuro von 12.166 TEuro auf 13.359 TEuro und lag damit um 9,8 % über dem Vorjahresniveau. Ursprünglich wurde ein im Verhältnis zum Umsatzwachstum unterproportional steigendes Gross Income prognostiziert. Da das Umsatzwachstum mit 26,9 % deutlich über dem Wachstum des Gross Income lag, konnte somit die ursprüngliche Prognose erreicht werden.

Bei den Personalkosten wurde eine zunehmende Steigerung prognostiziert, mit der Steigerung im Vorjahresvergleich um 615 TEuro bzw. 8,1 % ist die Prognose eingetreten.

Insgesamt wurde für 2022 eine deutlich positive Ergebnisentwicklung prognostiziert. Mit einer Steigerung des Ergebnis vor Steuern (EBT) um 913 TEuro von 729 TEuro im Vorjahr auf 1.642 TEuro sowie einer Steigerung der GI-Marge von 6,0 % im Vorjahr auf 12,3 % in der Berichtsperiode wurden die Erwartungen erfüllt.

III. Prognose, Chancen und Risikobericht

1. Risikobericht

Risikomanagement

Das unternehmerische Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Aus diesem Grund ist ein wirksames Risikomanagement ein bedeutender Erfolgsfaktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmens. Der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken und deren Steuerung ist ein wesentliches Element der Unternehmensführung. Übergeordnetes Ziel ist es, unternehmerische Chancen bei jederzeit kontrollierten Risiken umfassend zu identifizieren und zu nutzen. Wesentliche und erkannte Risiken werden durch entsprechende Maßnahmen reduziert. In regelmäßigen Meetings zur Geschäftsentwicklung werden neben dem monatlichen Reporting mit den Ergebnissen aus der operativen Geschäftstätigkeit mögliche Chancen und Risiken aufgezeigt sowie Ziele und Steuerungsmaßnahmen vereinbart. Das Risikomanagement ist organisatorisch direkt bei der Geschäftsführung angesiedelt, der zugrunde liegende Identifikationsprozess wird dezentral in den Fachabteilung geleistet.

Ein Compliance-System wurde bereits in den Vorjahren etabliert. Daneben wurden in den Vorjahren zahlreiche Maßnahmen durchgeführt, um dem hohen Stellenwert des Datenschutzes sowie die aus der EUDSGVO resultierenden Anforderungen umfassend zu erfüllen. Die Regularien des Datenschutzes werden stetig überwacht.

Risikolage

Die DEFACTO GmbH ist ein international tätiges Unternehmen mit einem diversifizierten IT- und Dienstleistungsangebot im Premium-Segment. Damit ist die DEFACTO GmbH einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt.

Die Gesamtrisikosituation stellt sich im langjährigen Vergleich, aber aufgrund der sich entfaltenden Energie-Krise und der stark zunehmenden Inflation im Jahr 2022 auch im Vergleich zum Vorjahr 2021 erhöht dar.

Die Beurteilung von Einzelrisiken erfolgt anhand einer Gewichtung bzw. Abwägung aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Risikohöhe nach folgendem Schema:

Eintrittswahrscheinlichkeit (EW) Beschreibung
Niedrig Unwahrscheinlich
Mittel Möglich
Hoch Konkret vorstellbar & wahrscheinlich
Risikohöhe (RH) Beschreibung
Niedrig Geringe Auswirkungen auf die VFE-Lage
Mittel Spürbare Auswirkung auf die VFE-Lage
Hoch Hohe bis kritische Auswirkung auf die VFE-Lage
Gesamtrisiko Beschreibung
Niedrig Kein hohes oder zweimaliges mittleres Risiko
Mittel Ein hohes oder zweimaliges mittleres Risiko
Hoch Mind. ein hohes und ein mittleres Risiko

Die Einzelrisiken stellen sich wie folgt dar:

Branchenrisiken

Die Primär-Risiken im Bereich Business Consulting als stark gewachsenem Geschäftsmodell lagen, erwartungsgemäß, in der Verfügbarkeit qualifizierter Ressourcen. Im Bereich der IT-Lösungen zeichnete sich entgegen der Entwicklungen der letzten Jahre eine Fragmentierung der Lösungslandschaft ab, wodurch Entscheidungs-Risiken hinsichtlich der Investitionen und des Kapazitätsaufbaus in neue und potentiell stark nachgefragte Technologien entstanden. In beiden Themenfeldern konnte die DEFACTO GmbH den Risiken erfolgreich entgegenwirken. U.a. wurden im Jahr 2022 mehr als 50 neue Mitarbeiter gewonnen und die Kompetenzen im Umgang mit weiteren Technologien erheblich verbreitert. Somit konnte die DEFACTO GmbH auch an diesen Stellen von dem bereits in den vergangenen Jahren aktiv eingeleiteten Veränderungsprozess profitieren, Veränderungen schnell umsetzen und mit ihrem Geschäftsmodell die Bedürfnisse des Markts schnell bedienen.

Die Risiken aus der dynamischen Veränderung der Branche beurteilen wir als mittel.

Absatzrisiken

Auf Kundenseite wirkt weiterhin die wachsende technische und analytische Komplexität der Leistungen auf eine bessere Kundenbindung hin, wenngleich dieser Trend es ebenfalls erschwert, Neukunden von Mitbewerbern zu gewinnen.

Den hieraus resultierenden Absatzrisiken trägt die DEFACTO GmbH in mehrerlei Hinsicht Rechnung. So werden die Modelle der Leistungserbringung weiter variabilisiert und der Bereich der Business Beratung von Kunden durch DEFACTO Mitarbeiter ("Expert as a Service") erheblich ausgebaut, um weitere Mengeneffekte sowie Kundengewinne realisieren zu können.

Das Absatzrisiko beurteilt die Gesellschaft als mittel, jedoch können weiter anhaltende Verschlechterungen der Rahmenbedingungen bzw. Stimmung in der Wirtschaft auch zu einer dauerhaft niedrigeren Nachfrage und höheren Risiken führen.

Risiken des Produktprogramms

Da die Wettbewerbsposition sowie die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der DEFACTO GmbH in signifikanter Weise von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen, investierte die Gesellschaft auch in 2022 verstärkt in neue Geschäftsfelder.

Insbesondere die russische Invasion in der Ukraine stellte dabei einen erheblichen Risikofaktor für das im Jahr 2021 etablierte Geschäftsfeld des IT-Nearshorings dar, dem die Gesellschaft sehr schnell entgegenwirken musste. Dies gelang mit der Verlagerung des Sourcings nach Polen und Ungarn sehr gut, war jedoch mit finanziellen und zeitlichen Investitionen verbunden.

Darüber hinaus besteht in unterschiedlichen Bereichen aufgrund längerfristiger Implementierungsprozesse und neuer, marktrelevanter Herausforderungen das Risiko, dass Innovationen des Produkt- und Dienstleistungsprogramms die Marktreife nicht frühzeitig genug erreichen bzw. sich auf dem Markt nicht erfolgreich kommerziell behaupten können.

Zeitgleich erfordern die Trends der Branche eine Anpassung des bisherigen Leistungsprogramms, was regelmäßig zu kurzfristigeren und flexibleren Leistungen sowie zu Preisanpassungen führt. Über die vergangenen Jahre hat sich zudem gezeigt, dass von Kundenseite auch zunehmend Insourcing-Maßnahmen für weniger komplexe Leistungen durchgeführt werden.

Die Risiken aus der Produktpalette bewertet die Gesellschaft als mittel.

Produktions- und Beschaffungsmarkt

Die Kernleistungen wurden in 2022 im Wesentlichen durch eigene Ressourcen erbracht, wobei ein konstanter Anteil auch durch freie Mitarbeiter und Nearshore-Partner geleistet wurde. Der Bedarf an Fachkräften konnte so vollumfänglich gedeckt werden, wenngleich aufgrund des Wettbewerbs um Mitarbeiter sowie der hohen Inflation im Jahr 2022 ein Trend zu steigenden Gehältern zu erkennen ist und der Wettbewerb um Nearshore-Ressourcen, insbesondere nach dem weitgehenden Ausfall der Ukraine als Beschaffungsmarkt, in einer steigenden Anbieter-Macht sowie steigenden Tagessätzen resultiert.

Die Verfügbarkeit von Lieferanten und Subunternehmen waren trotzdem durchweg gut.

Entwicklungsleistungen wurden auch in 2022 in Teilen "Nearshore" erbracht. Entsprechende Audits und Sicherungsmechanismen sowie das Arbeiten und die Dokumentation mit innovativen Techniken (Gira, Confluence) trugen maßgeblich zur Reduktion eventueller Nearshore-Risiken bei.

Die Risiken aus Produktion und Beschaffung werden als mittel eingeschätzt.

IT-Risiken

Zu den zentralen Aufgaben des Bereichs IT gehört sowohl der Betrieb von Applikationen, die in direkter Verbindung zu Kunden-Endgeräten stehen (z. B. Kassensysteme, Kunden-ERP-Systeme u. a.), als auch die Auftragsdatenverarbeitung für Kunden (z. B. im Rahmen von Kampagnen und/oder analytischen Auswertungen der Kunden-Transaktionen u. v. m.). Dabei versteht sich der Bereich IT als Produktionsfaktor im Unternehmen, welcher die Verantwortung für die Korrektheit, Verfügbarkeit und den Schutz der Vertraulichkeit für Kunden-Daten übernimmt. Gleiches gilt für die Erbringung von Leistungen zur Bereitstellung interner Unternehmens-Applikationen, welche die Grundlage für Kunden-Dienstleistungen bilden.

Der Bereich IT orientiert sich in seiner Arbeitsweise an 'ITIL Best Practices' zur Steuerung der Service-Strategie. Des Weiteren bilden gesetzliche Regelungen aus der DSGVO und dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) sowie gängige Verfahrensempfehlungen (IT-Grundschutz gemäß BSI und Anlehnung an ISO 27001) die Grundlage für den IT-Betrieb im Unternehmen.

Ein zentrales Risiko ergibt sich aus der großen Datenmenge, die der Betrieb von CRM-Systemen mit sich bringt. Zum einen ergibt sich ein Risikomoment aus der Gefahr von unautorisierten Datenzugriffen, Datenmissbrauch und Cyber-Kriminalität. Zum anderen steigt auch das Risiko eines Datenverlusts im Falle eines Ausfalls der IT-Infrastruktur.

Maßnahmen zur Reduktion des betrieblichen Risikos werden sowohl prozessual (ITIL) als auch technisch (Service- und Anwendungs-Architektur) umgesetzt.

Die IT-Risiken werden aufgrund der Maßnahmen und Prozesse als niedrig bis mittel angesehen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Die DEFACTO GmbH ist im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit grundsätzlich Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken sowie verschiedenen Marktrisiken ausgesetzt, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Ein detailliertes Monitoring unserer Kundenbeziehungen wirkt Risiken durch Forderungsausfälle entgegen. Die Gesellschaft verfügt über eine solide Eigenkapitalquote, das Fremdkapital ist zudem überwiegend durch Unternehmen im Konzernverbund finanziert.

Im Folgenden wird auf die einzelnen finanzwirtschaftlichen Risiken sowie deren Management eingegangen:

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko, d.h. das Risiko, aufgrund einer mangelhaften Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können, wird bei der DEFACTO GmbH zentral gemanagt. Zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit werden ausreichend liquide Mittel bereitgehalten, um sämtliche Zahlungsverpflichtungen zur jeweiligen Fälligkeit erfüllen zu können.

Die DEFACTO GmbH steht zudem im Verbund mit der DEFACTO X GmbH sowie ihrer eigenen Tochtergesellschaften. Liquiditätsreserven können aktiv durch Intercompany-Darlehen zur Verfügung gestellt werden, insofern sich ein Bedarf ergeben sollte.

Im Rahmen der Corona-Pandemie wurde zudem ein Prozess für einen regelmäßigen Cash-Forecast implementiert.

Neben der Cash-Überwachung wurden aufgrund der Corona-Pandemie weitere Maßnahmen geprüft und vorbereitet, um bei Bedarf Überbrückungskredite und/oder andere staatliche Hilfen in Anspruch nehmen zu können.

Das Liquiditätsrisiko wird derzeit aufgrund der schwierigen Marktbedingungen in 2022 und 2023 als mittel beurteilt.

Kreditrisiken

Die Werthaltigkeit von Forderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten kann beeinträchtigt werden, wenn die entsprechenden Vertragspartner ihren Verpflichtungen zur Bezahlung oder sonstigen Entwicklungen nicht nachkommen. Insbesondere im Rahmen der derzeitigen volkswirtschaftlichen Entwicklungen in der Nach-Corona-Zeit, der Ukraine- und Energie-Krise sowie der gestiegenen Inflation ist derzeit mit einem generell erhöhten Ausfallrisiko von Kunden zu rechnen. Die DEFACTO GmbH hat daher für wesentliche Kunden Live-Informationen über deren Bonität bei Auskunftsdateien beauftragt, um Ausfallrisiken frühzeitig erkennen zu können. Bei Kunden mit hohem Ausfallrisiko konnte die Gesellschaft weiterhin Vorkasse-Prozesse etablieren bzw. beibehalten, dies nicht zuletzt auch bei Kunden, bei denen grundsätzlich hohe Vorleistungen zu verauslagen sind.

Unabhängig von dem Risiko von Forderungsausfällen können bei Kunden-Insolvenzen zudem nachwirkende Effekte auf die VFE-Lage eintreten, wie z. B. durch den Wegfall von bisherigen Bestandskunden sowie den entsprechenden wiederkehrenden Umsätzen.

Die Geschäftsführung beurteilt das Kreditrisiko gegenüber Kunden derzeit als mittel. Bei Kunden mit erhöhtem Risiko ist der Prozess von Vorkasse vorgesehen.

Die DEFACTO GmbH ist auf der anderen Seite durch Geschäftsbanken, mit denen langfristige Partnerschaften bestehen, ebenfalls teilweise fremdfinanziert. Mit den Geschäftsbanken besteht ein regelmäßiger Kontakt, Zahlungsverpflichtungen wird vollständig und zeitgerecht nachgekommen. Das Rating der Hausbank (Sparkasse Erlangen) auf Grundlage des Geschäftsverlaufes 2022 ist sehr gut und derzeit AA-.

Kreditrisiken aus Fremdfinanzierung werden von der Gesellschaft als mittel bewertet.

Zinsrisiken

Ein Zinsrisiko liegt vor allem bei finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten von über einem Jahr vor. Das Zinsrisiko wird zentral analysiert und durch den Bereich Finanzen gesteuert, es wird als gering beurteilt.

Rechtliche Risiken

Wir sind den branchenüblichen Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder -verfahren ausgesetzt, an denen wir aktuell beteiligt sind oder die sich in der Zukunft ergeben könnten. Die rechtliche Betreuung erfolgt durch externe Spezialisten auf den Gebieten der Rechts- und Steuerlehre. Die Anforderungen der Vorgaben durch die EUDSGVO konnten mit den Auftraggebern aber auch innerhalb der DEFACTO GmbH erfolgreich umgesetzt werden. Die rechtlichen Risiken beurteilen wir als niedrig.

Gesamtbeurteilung der Risiken

Die Risikobeurteilung der DEFACTO GmbH hat sich gegenüber dem Vorjahr 2021, im Hinblick auf den Fortgang der Corona-Pandemie sowie den Ukraine-Krieg und seine Folgeeffekte auf Energieversorgung und Inflation, zum Bilanzstichtag verändert. Die letztgenannte Kategorie bringt eine deutliche Erhöhung der allgemeinen Risiken mit sich. Die Risiken aus der in den letzten Jahren vorherrschenden Corona-Pandemie werden als geringer eingeschätzt. Aus heutiger Sicht zeichnen sich keine den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Risiken, auch in Verbindung mit anderen Risiken ab, wenngleich sich die Unwägbarkeiten sowie die Risikobeurteilung von Einzelrisiken, insbesondere auch in Zusammenhang mit dem Fortgang des Ukraine-Konflikts und den daraus drohenden gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen, erneut spürbar erhöht haben.

2. Chancenbericht

Im Bereich CRM, Kundenmanagement und Kundenbindung sowie Digitalisierung und Prozessautomation als Kernmärkte der DEFACTO GmbH werden die Auswirkungen der anhaltenden Digitalisierungsanforderungen, aber auch des Mangels an hochqualifizierten Arbeitskräften am Arbeitsmarkt sichtlich spürbarer. Insbesondere von Seiten unserer Kunden sowie der entsprechenden Märkte wird deutlich, dass die Nachfrage nach spezialisierten Dienstleistern mit entsprechendem Know-how von Jahr zu Jahr wächst.

Wachstumsbranche

Wie zuvor in der Branchenanalyse beschrieben, sind insbesondere die Branchen Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Werbemarkt Zukunftsfelder, wenngleich auch sie von allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheiten betroffen waren. Die wachsenden Märkte eröffnen der DEFACTO GmbH weitreichende Chancen innerhalb dieser Tätigkeitsgebiete. Der durch die Geschäftsführung weiter vorangetriebene Wandel hin zu Technologisierung, zur On-Site Business Beratung und zum Dienstleister für alle Fragen rund um die Digitalisierung und Automatisierung des Kunden- und Prozessmanagements, knüpfen an diesen Trends an.

Die Chancen innerhalb der Branche werden durch das Management als hoch angesehen.

Kompetenz in IT und On-Site-Beratung und Nearshoring

Neben Anfragen zu neuen Technologien u.a. im Bereich Hyperautomation, werden zunehmend Aufträge für die Geschäftsfelder um (IT) Professional Services, Business Analyse und Data Intelligence sowie den IT-Betrieb generiert. Auch hier ist der Trend der Wirtschaft ungebrochen, den Wert ihrer Daten zu heben und für ihre Geschäftstätigkeit zu nutzen.

Die DEFACTO GmbH verfolgt verstärkt den Trend in diesen Bereichen und sieht hier großes Potential, ihre Fähigkeiten am Markt zu platzieren und weiter auszubauen. Dies wird verstärkt durch die zunehmende Komplexität, die vonseiten des Marktes zu einer erhöhten Nachfrage von spezialisierten Dienstleistungen und Beratungs-Know-how führt. Neben den eigenen Fähigkeiten besteht die Möglichkeit zur Hebung von Synergieeffekten durch verbundene Gesellschaften und Kooperationen.

Neben den traditionell erfolgreich betriebenen "on-premise" Lösungen setzt DEFACTO zunehmend auf cloudbasierte Lösungen und Lizenzierungsvarianten von Services (u. a. im Zusammenspiel mit Salesforce Oracle, Microsoft Azure oder Microsoft Dynamics 365). Die Zertifizierungen und Kompetenzen in diesen Technologien wurden in 2022 fortgesetzt, wodurch privilegierte Partnerschaften (z. B. Microsoft Gold Partnerschaft, Oracle Gold Partnerschaft) und damit eine erhöhte Visibilität beim Technologie-Partner, aber auch aus Kundensicht, angestrebt werden und entstanden sind. Dadurch werden umfangreiche Business-Potentiale eröffnet.

Große Erfolge wurden mit dem "Expert-as-a-Service" Modell der flexiblen Bereitstellung von Projektressourcen für integrierte CRM- und Digitalisierungsprojekte mit namhaften Großunternehmen erzielt. Auch das Nearshore Angebot mit deutschsprachigen DEFACTO Kontaktpersonen als Verbindung in die Kundenunternehmen hat sich bewährt.

Das Chancenpotential wird als hoch angesehen.

Neue Kunden mit neuen Zielmärkten

Es konnten neue Kunden mit neuen Delivery-Modellen, auch in den "alten" Schwerpunktfeldern (Retail und Fashion) gewonnen und die Zusammenarbeit ausgeweitet werden, woraus sich große Potentiale auch über das Jahr 2022 hinaus zeigen. Parallel wurden in den erweiterten Industrien neue Kunden gewonnen. Die bisher noch nicht aktiv forcierten Anstrengungen für Marketing und Vertrieb in diesen neuen Zielmärkten lassen weiteres Umsatzpotential erwarten. Die DEFACTO GmbH plant zunehmend ihre (Vertriebs-) Aktivitäten auf einer skalierbaren Basis auszubauen, um größere Zielmärkte und -Mengen anzusprechen, aber auch aktiv und systematisch zu bearbeiten.

Das Management rechnet mit einem mittleren Chancenpotential, da die Vertriebstätigkeiten eng verzahnt mit der Erweiterung der Lieferfähigkeit in den personalintensiven Geschäftsfeldern sind. Somit müssen weiterhin auch in den Folgejahren zusätzliche Ressourcen gewonnen und vermarktet werden, so dass eine Ausweitung der vertrieblichen Aktivität immer nahtlos mit der Ausweitung der Personalbeschaffung durch das HR verbunden ist. Dennoch ist mit der Gewinnung von neuen Geschäftskontakten und -interessenten sowie einer Ausweitung der Kundenbasis zu rechnen.

Technologietrend

Die DEFACTO GmbH hat erneut Schritte hin zu neuen Technologien und zur Ausweitung des Portfolios eingeleitet. Die ersten Initiativen zeigen ein hohes Interesse des Marktes für diese Lösungen. Mit steigender Akzeptanz und Verbreitung in den Branchen besteht die Möglichkeit, einer der Vorreiter in diesem Feld zu werden bzw. seine Position stetig zu vergrößern und eine hohe Marktdurchdringung zu erreichen.

Vonseiten der Geschäftsleitung werden die Chancen als mittel bis hoch betrachtet.

Standardisierung

Die DEFACTO GmbH hat seit Beginn ihrer Tätigkeiten und Investitionen in Technologieprodukte hohen Wert auf die Standardisierung der Prozesse und Tools sowie des zugrunde liegenden Setups gelegt. Ziel war die Schaffung von Kostenvorteilen und Skalierbarkeit des Know-hows. Für unsere Kunden bietet dies einen erheblichen Vorteil aufgrund der Out-of-the-Box Lösungen.

Die Chancen zur Generierung von Kostenvorteilen durch Standardisierung werden als mittel angesehen.

Gesamtbeurteilung der Chancen

Das Management sieht unter Berücksichtigung der Einzelchancen hohes Potential und große Chancen für die Gesellschaft. Die strategische Neuausrichtung ist bewusst so gewählt und organisiert, um die Erfolgswahrscheinlichkeit der Chancen zu erhöhen und positiv an der Entwicklung zu partizipieren.

3. Prognosebericht

Die DEFACTO GmbH ist eine international agierende Gesellschaft und damit den Entwicklungen auf den nationalen und internationalen Märkten unterworfen. Für das Jahr 2023 ergeben sich unter Abwägung der Risiko- und Chancenpotentiale die folgenden Prognosen:

Aufgrund der weiteren Profilierung und der Fokussierung der Marke sowie einer Anpassung der Positionierung und des Portfolios, wird die DEFACTO GmbH neue Auftraggeber für Beratungs- und Integrationsleistungen im B2C-Kundenmanagement, in der IT-Implementierung sowie der Prozessanalyse und -automatisierung gewinnen.

Das besondere Augenmerk von DEFACTO liegt dabei neben angestammten Feldern von Multi-Channel CRM-, Kundenbindungs- und Loyaltyprogrammen noch stärker als bisher im Bereich der flexiblen Business Beratung und operativen IT-Integration sowie dem Staffing von IT-Projekten mit geeigneten DEFACTO Beratern und Nearshore-Ressourcen. Daher ist es unerlässlich, auch in diesen Bereichen als spezialisierter Dienstleister wahrgenommen zu werden. Dabei entwickelt sich die Gesellschaft auch in neue Branchen und etabliert damit einen breiteren Kunden- und Branchenstamm. Die in diesem Zusammenhang angebotenen Leistungen werden zukünftig primär die Themenfelder Expert-as-a-Service, IT-Implementierung und technisches Enablement von integrierten Kundenprozessen transportieren sowie ein breites Beratungsportfolio im Bereich der Digitalisierung und Automatisierung im Kundenmanagement betonen. Das Portfolio wird durch Outsourcing-Services (Managed Services) ergänzt.

Die Gesellschaft nutzt seit mehreren Jahren externe Mitarbeiter zur Erbringung ihrer Leistungen, speziell im IT-Bereich und bei der Entwicklung von Software-Lösungen (Nearshoring). Zusätzlich sind diese externen Ressourcen im primär ost-europäischen Ausland eine wesentliche Stütze des HPS (Hybrid Project Services) Angebots von DEFACTO. Überwiegend wurden die Leistungen bislang aus der Ukraine und Polen bezogen. Angesichts der russischen Invasion in der Ukraine, hat DEFACTO Maßnahmen ergriffen, um den Zukauf von Projektressourcen aus der Ukraine nach Polen und Ungarn zu verlagern sowie Mitarbeitern aus der Ukraine direkte Arbeitsverträge mit DEFACTO in Deutschland angeboten. Zusätzlich wurden Teile der Software-Entwicklung wieder internalisiert und in der Unternehmensgruppe angesiedelt.

Die Gesellschaft wird ihre inhaltlich führende Stellung im Themenfeld Kundenmanagement vertiefen, nicht zuletzt auch durch die umfassende strategische, technische und analytische Kompetenz.

Exogen wird der Markt auch in den nächsten Jahren durch die Digitalisierung und die zunehmende Akzeptanz von Cloud-Technologien stark beeinflusst. Dementsprechend wird die Gesellschaft weiter ihre Kompetenzen u. a. im Bereich SaaS und Cloud-Computing ausbauen, darüber hinaus aber auch weitere technologische Plattformen und Partnerschaften mit führender Software-Anbietern aufbauen. Diese Partnerschaften werden, genau wie die heute bereits erfolgreich bestehenden Partnerschaften u. a. zu Microsoft, Oracle und Salesforce, neue Kundenpotentiale erschließen.

Alle geplanten Auf- und Ausbauten von Kompetenzen und Ressourcen sowie die Anpassung der Strategie und im Branding werden mit Kosten- bzw. Personalanpassungen einhergehen.

Diese erforderlichen Investitionen erfordern den Einsatz finanzieller und personeller Ressourcen und werden nachhaltig geplant.

Im April 2022 hat DEFACTO eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Vorratsgesellschaft) erworben, welche ihrerseits den Geschäftsbetrieb einer im Insolvenzverfahren befindlichen Gesellschaft vom Insolvenzverwalter im Wege eines asset-deals erworben hat. Das neue Tochterunternehmen ergänzte temporär das Leistungsportfolio und die Ressourcen der DEFACTO-Gruppe. Mit Ablauf des Jahres wurde auf Grund einer Entscheidung zugunsten einer Bündelung des operativen Geschäfts die Liquidation dieser Gesellschaft beschlossen, die voraussichtlich im November 2023 abgeschlossen wird.

Der andauernde Ukraine-Russland-Konflikt sowie die sich ergebenden wirtschaftlichen Folge-Effekte, lassen derzeit keine gesicherten Einschätzungen der wirtschaftlichen Gesamtsituation in 2023 und damit konkreter Entwicklungen der Märkte der DEFACTO GmbH zu. Es ist jedoch von Effekten auf das Geschäftsjahr 2023 auszugehen.

Für 2023 zeichnet sich ein gesteigerter Auftragseingang und eine weitere Zunahme der Nachfrage nach Experten im Bereich Digitalisierung, Kunden- und Prozessmanagement ab. Parallel dazu zeigt sich jedoch ein hohes Maß an Volatilität und eine schwierige Planbarkeit der (Folge-)Beauftragungen in diesem Bereich. Zum Start des Jahres unternimmt die Gesellschaft dennoch erneut umfangreiche Anstrengungen in die Gewinnung neuer Mitarbeiter und das personelle Wachstum. Soweit heute absehbar, rechnet die Geschäftsleitung für das erste Halbjahr 2023 mit einer konstanten oder leicht rückläufigen Umsatzentwicklung. Da diese Entwicklung auch mit weiter steigenden Kosten der Leistungserbringung, nicht zuletzt auf Grund der gestiegenen Energie- und Lebenshaltungskosten korreliert, rechnet das Management mit einer Zunahme der Personalkosten. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Personalintensität der Leistungen und damit die Personalkostenquote weiter zunehmen wird. Erwartet wird für das Geschäftsjahr 2023 außerdem eine deutliche Steigerung des Gross Income (GI) nach der Zusammenführung der Tochtergesellschaften mit der DEFACTO GmbH, insgesamt jedoch eher eine konstante bzw. leicht rückläufige Gross Income-Marge.

Um die Strukturen der Gruppe weiter zu vereinfachen und internen administrativen Aufwand sowie Gemeinkosten zu reduzieren, wurde eine Verschmelzung der Tochtergesellschaften DEFACTO software GmbH, DEFACTO nextperience GmbH und DEFACTO Köln GmbH auf die DEFACTO GmbH beschlossen. Die Handelsregistereintragung der Verschmelzung wurde im Mai 2023 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Effekte der Verschmelzungen auf die Ertragslage der DEFACTO GmbH wurden bereits in den Planungen für 2023 berücksichtigt. Künftig wird über die DEFACTO GmbH ein entsprechend höheres Umsatzniveau abgebildet, korrespondierend werden sich aber auch die dazugehörigen Aufwendungen entsprechen erhöhen, welche bislang bei den Tochtergesellschaften angefallen sind. Auf Grund der Zunahme in der Ausbringungsmengenge wird eine Degression der Gemeinkosten im Lauf des Jahres erwartet. Dem stehen absehbar deutlich zunehmende Personalkosten in den produktiven Bereichen gegenüber, auch da der Mitarbeiterbestand verschmelzungsbedingt steigen wird. Aufgrund der Verschmelzungen wird für 2023 ein deutlich geringeres Beteiligungsergebnis prognostiziert. Insgesamt wird für 2023 eine schwieriges wirtschaftliches Umfeld und eine gedämpfte Nachfrage bei steigenden Kosten erwartet, wodurch mit rückläufigem EBIT, aber auch rückläufigem EBT zu rechnen ist.

Die Geschäftsführung blickt dennoch optimistisch in die kommenden Geschäftsjahre und fokussiert sich dabei auf die Chancen durch den Trend zu Business Beratung im Umfeld CRM, Managed Services sowie der Nachfrage nach Lösungen im Bereich CRM, Automatisierung und der IT-Implementierung.

 

Erlangen, 23. Juni 2023

gez. Marcus Wailersbacher, Geschäftsführer

gez. Martin Grass, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Anlagevermögen 4.445.854,41 4.604.923,98
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 10.279,00 37.485,00
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 26,00 28,00
2. Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 10.253,00 37.457,00
II. Sachanlagen 460.487,00 525.527,90
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 141.194,00 191.232,00
2. technische Anlagen und Maschinen 1.175,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 318.118,00 334.295,90
III. Finanzanlagen 3.975.088,41 4.041.911,08
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.521.794,09 2.488.608,76
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 191.638,00 291.646,00
3. Beteiligungen 1.261.656,32 1.261.656,32
B. Umlaufvermögen 5.350.497,15 4.123.382,78
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.171.143,09 2.605.107,15
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 863.295,02 113.935,58
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 60.301,77
3. sonstige Vermögensgegenstände 2.247.546,30 2.491.171,57
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 312.752,86 289.897,05
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.179.354,06 1.518.275,63
C. Rechnungsabgrenzungsposten 143.179,28 161.709,28
Aktiva 9.939.530,84 8.890.016,04

Passiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Eigenkapital 5.885.324,81 5.295.309,69
I. Gezeichnetes Kapital 150.000,00 150.000,00
II. Gewinnvortrag 4.145.309,69 4.416.262,24
III. Jahresüberschuss 1.590.015,12 729.047,45
B. Rückstellungen 1.119.445,57 744.814,02
C. Verbindlichkeiten 2.861.242,26 2.737.328,59
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 63.156,00 315.788,00
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 63.156,00 252.632,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 63.156,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.856.916,19 1.168.328,80
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 1.257.280,29 451.646,05
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 599.635,90 716.682,75
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 96.753,93
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 96.753,93
4. sonstige Verbindlichkeiten 844.416,14 1.253.211,79
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 844.416,14 1.253.211,79
D. Rechnungsabgrenzungsposten 73.518,20 112.563,74
Passiva 9.939.530,84 8.890.016,04

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1. Rohergebnis 13.359.227,71 12.166.180,62
2. Personalaufwand 8.234.142,56 7.618.688,03
a) Löhne und Gehälter 7.006.477,59 6.436.549,20
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.227.664,97 1.182.138,83
davon für Altersversorgung 29.982,65 50.449,77
3. Abschreibungen 244.821,60 205.379,95
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 244.821,60 205.379,95
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 4.448.162,16 4.335.932,80
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 3.858,88 11.632,13
5. Erträge aus Beteiligungen 1.243.494,36 761.300,90
davon aus verbundenen Unternehmen 1.243.494,36 761.300,90
6. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0,00 19,93
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6.148,19 8.853,76
davon aus verbundenen Unternehmen 6.145,23 8.853,76
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 36.958,20 43.498,98
davon an verbundene Unternehmen 23.385,55 25.034,63
davon sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus Abzinsung 8.346,00 9.185,00
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 52.201,57 -0,93
10. Ergebnis nach Steuern 1.592.584,17 732.856,38
11. sonstige Steuern 2.569,05 3.808,93
12. Jahresüberschuss 1.590.015,12 729.047,45

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

DEFACTO GmbH, Erlangen

A. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss und zu den Bilanzierungs- und bewertungsmethoden

1. Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: DEFACTO GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Erlangen
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Amtsgericht Fürth
Registernummer: HRB 8408

2. Grundsätzliche Angaben

Der Jahresabschluss 2022 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) über die Rechnungslegung von Kapitalgesellschaften sowie bestimmten Personengesellschaften, den ergänzenden Vorschriften betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung sowie den Regelungen des Gesellschaftsvertrages aufgestellt.

Auf die Rechnungslegung der Gesellschaft finden die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften im Sinne von § 267 Abs. 2 HGB Anwendung.

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der generellen Ansatzvorschriften der §§ 246 - 251 HGB sowie unter Berücksichtigung der besonderen Ansatzvorschriften für Kapitalgesellschaften, §§ 268 - 274a, 276 - 277 HGB, und unter Beachtung der generellen Bewertungsvorschriften der §§ 252 - 256a HGB erstellt.

3. Darstellungsstetigkeit

Die Form der Darstellung wurde entsprechend dem Vorjahresabschluss zum 31. Dezember 2021 beibehalten.

4. Vergleichbarkeit mit Vorjahr

Die Vorjahresbeträge sind mit den Zahlen des Berichtsjahres vergleichbar.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1. Bilanzierungsmethoden

1.1 Gliederung

Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den §§ 266 und 275 HGB, wobei für die Gewinn- und Verlustrechnung das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB Anwendung findet.

1.2 Bilanzierungswahlrechte

Von dem Wahlrecht zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens nach § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB wurde Gebrauch gemacht. Dabei wurden ausschließlich Entwicklungskosten seit dem 08. April 2011 in die Herstellungskosten einbezogen.

2. Bewertungsmethoden

Die Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unverändert angewandt.

Im Einzelnen erfolgte die Bewertung wie folgt:

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände

Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte

wurden mit den bei der Entwicklung anfallenden Herstellungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen unter Zugrundelegung einer dreijährigen Nutzungsdauer angesetzt.

Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten

sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen angesetzt.

Sachanlagen

Mietereinbauten

sind mit den Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Skonti bewertet.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgten grundsätzlich unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte eine Anpassung der Nutzungsdauer an die verbleibende geringere Mietlaufzeit.

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

sind mit den Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Skonti bewertet.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgten unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Die Vermögensgegenstände wurden linear abgeschrieben.

Geringwertige Wirtschaftsgüter wurden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

Finanzanlagen

Anteile an verbundenen Unternehmen

sind mit Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bei einer voraussichtlich vorübergehenden Wertminderung wurde das Abschreibungswahlrecht (Vornahme der außerplanmäßigen Abschreibung) nicht in Anspruch genommen.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen

sind mit ihrem Nominalwert oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bei einer voraussichtlich vorübergehenden Wertminderung wurde das Abschreibungswahlrecht (Vornahme der außerplanmäßigen Abschreibung) nicht in Anspruch genommen.

Beteiligungen

sind mit den Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Umlaufvermögen

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

sind mit ihrem Nominalwert angesetzt. Erkennbare und latente Risiken - soweit erforderlich - sind mit Einzelwertberichtigungen erfasst. Bei den verbleibenden Forderungen ist eine Pauschalwertberichtigung abgesetzt, die dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko Rechnung trägt.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen

sind mit ihrem Nominalwert angesetzt.

Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

sind mit ihrem Nominalwert angesetzt.

Sonstige Vermögensgegenstände

sind mit ihren Nominalwerten angesetzt.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

sind zum Nennwert angesetzt.

Rechnungsabgrenzungsposten

sind zu Anschaffungskosten bewertet.

Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens (PUC-Methode) bei Zugrundelegung eines Zinssatzes von 1,78 % auf Basis der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit dem Barwert bewertet. Für den zugrunde gelegten Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsrückstellung wurde der von der Deutschen Bundesbank ermittelte und veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für die angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren verwendet. Des Weiteren wurde keine Fluktuation sowie ein Rententrend von 3,00 % jährlich und ein Anwartschaftstrend von 0,00 % berücksichtigt.

Steuerrückstellungen

beinhalten alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und werden in Höhe des voraussichtlichen Anfalls mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag dotiert.

Sonstige Rückstellungen

wurden in Höhe der voraussichtlichen Verpflichtung nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag dotiert und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Bei Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr wurden die Beträge abgezinst.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht und sonstige Verbindlichkeiten

sind mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Rechnungsabgrenzungsposten

sind zum verrechenbaren Rückzahlungsbetrag angesetzt.

3. Grundlage der Währungsumrechnung

Der Jahresabschluss enthält auf fremde Währung lautende Sachverhalte, die in Euro umgerechnet wurden.

Auf fremde Währung lautende Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet und unter Beachtung des Anschaffungskostenprinzips (§ 253 Abs. 1 S. 1 HGB) und des Realisationsprinzips (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB) bewertet. Kurzfristige Posten mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr werden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

C. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

1.1 Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022 ist im Anlagenspiegel der DEFACTO GmbH (Anlage zum Anhang) dargestellt.

1.2 Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände

Die Entwicklung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wurde in Höhe von TEUR 453 im Jahr 2011 aktiviert und im Geschäftsjahr 2014 bis auf den Erinnerungswert vollständig planmäßig abgeschrieben.

1.3 Angabe von Name und Sitz anderer Unternehmen, an denen die Gesellschaft mindestens 20 % besitzt, sowie Angabe der Höhe des Kapitalanteils, Eigenkapital und Ergebnisses des letzten Geschäftsjahres, für das ein Jahresabschluss vorliegt

defacto BE/ONE GmbH, München:

Nennkapital EUR 50.000,00
Eigenkapital EUR 759.295,94
Anteilshöhe 100 %
Ergebnis EUR 300.369,53

defacto digital research GmbH, i. L. Erlangen:

Nennkapital EUR 25.000,00
Eigenkapital EUR 4.686,33
Anteilshöhe 100 %
Ergebnis EUR 2.760,34

defacto nextperience GmbH, Erlangen:

Nennkapital EUR 25.000,00
Eigenkapital EUR 25.000,00
Anteilshöhe 100 %
Ergebnis EUR 163.094,68

DEFACTO Köln GmbH, Erlangen:

Nennkapital EUR 25.000,00
Eigenkapital EUR 40.000,00
Anteilshöhe 100 %
Ergebnis EUR 34.271,35

Cintellic GmbH, Bonn:

Nennkapital EUR 25.000,00
Eigenkapital EUR 2.632.350,00
Anteilshöhe 50 %
Ergebnis EUR 657.963,93 (30.06.2022)

defacto software GmbH, Erlangen:

Nennkapital EUR 26.000,00
Eigenkapital EUR 2.000.000,00
Anteilshöhe 100 %
Ergebnis EUR 244.142,37

UWS Direktwerbung und Marketingberatung GmbH i. L.:

Nennkapital EUR 25.000,00
Eigenkapital EUR 25.000,00
Anteilshöhe 100 %
Ergebnis EUR 0,00

1.4 Ausleihungen an verbundene Unternehmen

Um die insolvenzrechtliche Überschuldung der defacto digital research GmbH i. L. gemäß § 19 Abs. 1 InsO zu beseitigen, erklärte die Gläubigerin (DEFACTO GmbH) gegenüber der Gesellschaft den Rangrücktritt in Höhe von insgesamt EUR 150.000,00. Die Darlehen valutieren zum 31. Dezember 2022 mit EUR 0,00, wobei die Darlehen zum 31. Dezember 2019 mit EUR 100.000,00 wertberichtigt und zum 31. Dezember 2020 mit EUR 43.750,00 getilgt wurden.

Um die insolvenzrechtliche Überschuldung der defacto nextperience GmbH i. S. d. § 19 Abs. 1 InsO zu beseitigen, erklärte die Gläubigerin (DEFACTO GmbH) gegenüber der Gesellschaft den Rangrücktritt in Höhe von insgesamt EUR 550.000,00. Die Darlehen valutieren zum 31. Dezember 2022 mit EUR 191.638,00.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

2.1 Restlaufzeiten

• Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: EUR 1.663.701,73 (Vorjahr EUR 1.467.698,35). Der Betrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt: EUR 1.663.701,73 (Vorjahr EUR 1.467.698,35).

• Forderungen gegen verbundene Unternehmen: EUR 863.295,02 (Vorjahr EUR 113.935,58). Der Betrag der Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt: EUR 863.295,02 (Vorjahr EUR 113.935,58).

• Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: EUR 60.301,77 (Vorjahr EUR 0,00). Der Betrag der Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt: EUR 60.301,77 (Vorjahr EUR 0,00).

• Sonstige Vermögensgegenstände: EUR 583.844,57 (Vorjahr EUR 1.023.473,22). Der Betrag der sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt: EUR 271.091,71 (Vorjahr EUR 733.576,17). Der Betrag der sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr beträgt: EUR 312.752,86 (Vorjahr EUR 289.897,05).

2.2 Erläuterungen der antizipativen Aktiva größeren Umfangs unter dem Posten "Sonstige Vermögensgegenstände"

Der Posten "Sonstige Vermögensgegenstände" enthält antizipative Aktiva aus Vorsteuern, die im Folgejahr abziehbar sind, in Höhe von EUR 75.064,99.

2.3 Forderungen gegen Gesellschafter

Es bestehen Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von EUR 0,00 (Vorjahr EUR 29.014,67).

2.4 Mitzugehörigkeitsvermerke

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten sonstige Forderungen in Höhe von EUR 584.210,22 (Vorjahr EUR 0,00), darüber hinaus handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Bei den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

3. Aktive latente Steuern

Von dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB zum Ausweis von aktiven latenten Steuern wurde nicht Gebrauch gemacht.

4. Bilanzgewinn

Im Jahr 2022 wird kein Bilanzgewinn ausgewiesen, da der Jahresabschluss vor Ergebnisverwendung aufgestellt wurde.

5. Ausschüttungsgesperrte Beträge i. S. d. § 268 Abs. 8 HGB

Der ausschüttungsgesperrte Betrag gemäß § 268 Abs. 8 HGB beträgt EUR 26,00 und betrifft den Erinnerungswert aus den vollständig planmäßig abgeschriebenen Herstellungskosten der selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände.

6. Unterschiedsbetrag für die Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 HGB

Gemäß § 253 Abs. 6 HGB ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren in jedem Geschäftsjahr zu ermitteln. Gewinne dürfen nur ausgeschüttet werden, wenn die nach der Ausschüttung verbleibenden frei verfügbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags mindestens dem Unterschiedsbetrag entsprechen.

(1) Rückstellung (mit dem 7-Jahres Durchschnittszins/1,44 %) 477.634 EUR
(2) Rückstellung (mit dem 10-Jahres Durchschnittszins/1,78 %) 463.058 EUR
(3) Unterschiedsbetrag 14.576 EUR

7. Unterdeckung gemäß Art. 67 Abs. 2 EGHGB

Aufgrund der geänderten Bewertung der laufenden Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) ergibt sich eine Zuführung zu den Pensionsrückstellungen, die bis zum 31. Dezember 2024 gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB anzusammeln ist. Es wurde von der Möglichkeit der ratierlichen Ansammlung Gebrauch gemacht, dabei wurden im Geschäftsjahr Aufwendungen gemäß Art. 67 Abs. 1 und 2 EGHGB in Höhe von EUR 2.895,00 (Vorjahr EUR 2.895,00) ausgewiesen. Zum Bilanzstichtag ergibt sich eine Unterdeckung gemäß Art. 67 Abs. 2 EGHGB in Höhe von EUR 5.788,00 (Vorjahr EUR 8.683,00).

8. Rückstellungen

Angabe und Erläuterung der in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Positionen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten:

31.12.2022
TEUR
Tantiemen und variable Vergütungen 438.882,54
ausstehende Rechnungen 68.444,61
Jahresabschluss- und Prüfungskosten 47.992,19
Nacharbeiten 27.299,08
Berufsgenossenschaft 24.000,00
Urlaub 23.407,46
pauschale Lohnsteuer 6.835,79
Archivierungskosten 3.000,00
Ausgleichsabgabe 2.520,00
übrige Rückstellungen 3.393,90
645.775,57

9. Verbindlichkeiten

9.1 Restlaufzeiten

Davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag 31.12.2022
EUR
bis zu einem Jahr
EUR
zwischen einem und fünf Jahren
EUR
von mehr als fünf Jahren
EUR
Gesamtbetrag 31.12.2021
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 63.156,00 63.156,00 0,00 0,00 315.788,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 477.914,05 477.914,05 0,00 0,00 732.862,36
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.856.916,19 1.257.280,29 599.635,90 0,00 1.168.328,80
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 96.753,93 96.753,93 0,00 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 366.502,09 366.502,09 0,00 0,00 520.349,43
2.861.242,26 2.261.606,36 599.635,90 0,00 2.737.328,59

9.2 Verbindlichkeiten aus Steuern

In den sonstigen Verbindlichkeiten werden Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von EUR 293.423,98 (Vorjahr EUR 449.240,70) ausgewiesen.

9.3 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit

In den sonstigen Verbindlichkeiten werden Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von EUR 21.484,10 (Vorjahr EUR 19.980,63) ausgewiesen.

9.4 Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter

Es bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter in Höhe von EUR 218.537,98 (Vorjahr EUR 0,00).

9.5 Mitzugehörigkeitsvermerke

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von EUR 996.682,75 (Vorjahr EUR 830.842,67), darüber hinaus handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Währungsumrechnung

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 9.082,61 (Vorjahr EUR 6.143,58).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 3.858,88 (Vorjahr EUR 11.632,13).

2. Aufwendungen für Altersvorsorge

Die Aufwendungen für Altersvorsorge belaufen sich auf EUR 29.982,65 (Vorjahr EUR 50.449,77).

3. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Erfasst sind Aufwendungen aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von EUR 8.346,00 (Vorjahr EUR 9.185,00). Diese betreffen die Aufwendungen aus der Abzinsung der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen.

4. Außergewöhnliche Erträge und Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Erträgen des Vorjahres sind Corona-Überbrückungshilfen in Höhe von EUR 672.576,26 enthalten.

E. Sonstige Angaben

1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen:

Verpflichtungen aus künftigen Leasingverträgen mit einer Gesamtverpflichtung in Höhe von EUR 602.812,37.

Verpflichtungen aus künftigen Miet- und Pachtverträgen mit einer Gesamtverpflichtung in Höhe von EUR 2.735.874,93.

2. Haftungsverhältnisse

Zum Abschlussstichtag bestehen folgende Haftungsverhältnisse:

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
HypoVereinsbank Rahmenkreditvertrag mit der defacto digital research GmbH (350.000,00) (350.000,00)

Die tatsächliche Inanspruchnahme durch die defacto digital research GmbH betrug zum 31. Dezember 2022 und zum 31. Dezember 2021 jeweils EUR 0,00. Die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme wird als gering eingeschätzt.

3. Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer nach Gruppen während des Geschäftsjahres

Angestellte 116
Aushilfen 6
gesamt 122

4. Organe

4.1 Geschäftsführung

Geschäftsführer der Gesellschaft sind bzw. waren im Berichtsjahr:

• Herr Marcus Wailersbacher, Nürnberg, Kaufmann

• Herr Martin Grass, Nürnberg, Kaufmann

Die Geschäftsführer sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

4.2 Gesamtbezüge der aktiven und früheren Organmitglieder

Auf die Angabe der Gesamtvergütung der Geschäftsführung wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Die Gesamtbezüge der ehemaligen Mitglieder der Geschäftsführung belaufen sich auf TEUR 31 (Pensionszahlungen).

4.3 Pensionsrückstellungen für frühere Organmitglieder und deren Hinterbliebenen

Die Pensionsrückstellung für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung beläuft sich auf TEUR 457.

5. Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Ergebnisverwendungsvorschlag liegt nicht vor.

6. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Ende des Geschäftsjahres haben sich nicht ereignet.

F. Unterschrift gemäß § 245 HGB

DEFACTO GmbH

Erlangen

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022

 

Erlangen, 23. Juni 2023

gez. Marcus Wailersbacher, Geschäftsführer

gez. Martin Grass, Geschäftsführer

Anlagenspiegel

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2022
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 431.930,92 0,00 380,52 431.550,40
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 311.660,32 0,00 1.164,25 310.496,07
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 743.591,24 0,00 1.544,77 742.046,47
Sachanlagen
Mietereinbauten 842.689,58 0,00 0,00 842.689,58
technische Anlagen und Maschinen 0,00 1.227,90 0,00 1.227,90
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.960.155,37 158.077,70 270.199,33 1.848.033,74
Summe Sachanlagen 2.802.844,95 159.305,60 270.199,33 2.691.951,22
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 4.479.608,71 28.500,00 0,00 4.508.108,71
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 385.906,67 0,00 194.268,67 191.638,00
Beteiligungen 1.261.656,32 0,00 0,00 1.261.656,32
Summe Finanzanlagen 6.127.171,70 28.500,00 194.268,67 5.961.403,03
Summe Anlagevermögen 9.673.607,89 187.805,60 466.012,77 9.395.400,72
kumulierte Abschreibungen 01.01.2022
EUR
Abschreibungen Geschäftsjahr
EUR
Abgänge
EUR
kumulierte Abschreibungen 31.12.2022
EUR
Zuschreibungen Geschäftsjahr
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 431.902,92 0,00 378,52 431.524,40 0,00
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 274.203,32 27.196,00 1.156,25 300.243,07 0,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 706.106,24 27.196,00 1.534,77 731.767,47 0,00
Sachanlagen
Mietereinbauten 651.457,58 50.038,00 0,00 701.495,58 0,00
technische Anlagen und Maschinen 0,00 52,90 0,00 52,90 0,00
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.625.859,47 167.534,70 263.478,43 1.529.915,74 0,00
Summe Sachanlagen 2.277.317,05 217.625,60 263.478,43 2.231.464,22 0,00
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.990.999,95 0,00 0,00 1.990.999,95 4.685,33
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 94.260,67 0,00 94.260,67 0,00 0,00
Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 2.085.260,62 0,00 94.260,67 1.990.999,95 4.685,33
Summe Anlagevermögen 5.068.683,91 244.821,60 359.273,87 4.954.231,64 4.685,33
Anlagevermögen Buchwert 31.12.2022
EUR
Buchwert 31.12.2021
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 26,00 28,00
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.253,00 37.457,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 10.253,00 37.485,00
Sachanlagen
Mietereinbauten 141.194,00 191.232,00
technische Anlagen und Maschinen 1.175,00 0,00
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 318.118,00 334.295,90
Summe Sachanlagen 460.487,00 525.527,90
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.521.794,09 2.488.608,76
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 191.638,00 291.646,00
Beteiligungen 1.261.656,32 1.261.656,32
Summe Finanzanlagen 3.975.088,41 4.041.911,08
Summe Anlagevermögen 4.445.854,41 4.604.923,98

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 29.06.2023 festgestellt.

Der Bestätigungsvermerk

An die DEFACTO GmbH, Erlangen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der DEFACTO GmbH, Erlangen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der DEFACTO GmbH, Erlangen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Verteter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Nürnberg, 23. Juni 2023

MUNKERT & PARTNER Audit GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

ppa. Dorn, vereidigte Buchprüferin

Dr. Geiger, Wirtschaftsprüfer

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