Gigaset Technologies GmbH
Selbe AdresseHerstellung von Geräten und Einrichtungen der Telekommunikationstechnik
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Leon Maximilian Michelsen seit 8.5.2024 | Geschäftsführer |
Christian Marc Krause seit 8.5.2024 | Geschäftsführer |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Gigaset Communications GmbHBocholtJahresabschluss/Jahresfinanzbericht zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021Inhaltsverzeichnis 1 Grundlagen der Gesellschaft 2 Ereignisse im Geschäftsjahr 2021 3 Wirtschaftsbericht 4 Chancen- und Risikobericht zum 31. Dezember 2021 5 Prognosebericht und Ausblick 1 Grundlagen der Gesellschaft1.1 Geschäftsmodell Die Gigaset Communications GmbH (nachfolgend "Gigaset" oder "Gesellschaft" genannt) ist nach § 291 HGB von der Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts befreit. Die Gigaset AG, Bocholt, stellt den Konzernabschluss und -lagebericht für sowohl den größten als auch gleichzeitig für den kleinsten Konsolidierungskreis auf, in den die Gesellschaft einbezogen wird. Die Gigaset ist Teil eines international agierenden Konzerns im Bereich der Kommunikationstechnologie. Das Unternehmen hat seinen Stammsitz und einen hochautomatisierten Fertigungsstandort in Bocholt, Deutschland. Gigaset beschäftigt 636 Mitarbeiter und unterhielt im Geschäftsjahr 2021 Vertriebsaktivitäten in 54 Ländern. Der Großteil der Umsatzerlöse wird dabei in Europa und hier insbesondere in den für das Unternehmen wichtigsten europäischen Märkten Deutschland, Frankreich, Italien, Schweiz, Spanien und den Niederlanden erzielt (EU 6). 1.1.1 Phones Der Produktbereich Phones beschäftigt sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von schnurgebundenen und schnurlosen DECT-Telefonen für Privatkunden. Die Herstellung nahezu aller DECT-Produkte für den Produktbereich Phones erfolgt in der eigenen Fertigung in Bocholt. Gigaset bietet seinen Kunden ein breites Portfolio auf verschiedenen Preispunkten und unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen an. Von besonderer Bedeutung sind die Produkte aus dem HX-Portfolio und die Geräte der life series. HX-Mobilteile können sowohl direkt an DECT als auch CATiq-Routern betrieben werden und sind daher sehr vielseitig einsetzbar. Die life series Produkte von Gigaset bedient die Kundengruppe älterer Menschen sowie Personen mit besonderen körperlichen Anforderungen. 1.1.2 Smartphones Seit 2016 ist Gigaset im Smartphone-Geschäft aktiv und hat auch im Jahr 2021 weiter daran gearbeitet sich auf dem Markt zu etablieren. Unverändert wird das mittlere Preissegment bis 350 EUR adressiert und mit dem GS5 wurde Ende 2021 ein neues Modell vorgestellt. Insbesondere der Wechselakku und das Alleinstellungsmerkmal "Made in Germany" brachten dem Gerät positive Resonanz. Die Gigaset Werbekampagne mit dem bekannten Sänger Sasha als Markenbotschafter für Smartphones wurde verlängert und bewarb auch das GS5. Beim Ausbau des Geschäftes mit Business Kunden konnten die Individualisierungsmöglichkeiten der extrem flexiblen lokalen Fertigung in die Waagschale der USPs für Gigaset geworfen werden, sodass auch Großkunden wie die Deutsche Bahn von Smartphones der Marke Gigaset überzeugt werden konnten. 1.1.3 Smart Home Seit 2012 ist Gigaset im Bereich Smart Home aktiv. Zum heutigen Zeitpunkt bietet das Unternehmen Lösungen in den Bereichen Sicherheit, Komfort, Energie und Pflege zur Unterstützung von älteren und hilfsbedürftigen Personen an. Das Portfolio richtet sich dabei primär an Anwender im privaten Bereich. Gigaset setzt auf ein modulares, sensorbasiertes System, das es dem Nutzer ermöglicht, die Produkte auf seine individuellen Bedürfnisse abgestimmt anzuwenden. Der Software-basierte Cloud-Ansatz ermöglicht es, via Smartphone über verschiedene Ereignisse und Events im Zuhause informiert zu werden. Datensicherheit und Komfort werden durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems sowie einem Server-Hosting in Deutschland bestmöglich sichergestellt. 1.1.4 Professional Mit dem Bereich Professional bedient Gigaset seit 2011 B2B-Firmenkunden. Die Produkte in diesem Bereich umfassen DECT-IP Single- und Multizellen-Systeme sowie DECT-basierte stationäre und mobile Telefone. Gigaset vertreibt seine Produkte einerseits unter der Produktlinie PRO, andererseits direkt via OEM (Original Equipment Manufacturer). Während sich der B2B-Markt im Bereich Telefonanlagen relativ schnell weiterentwickelt und Cloud-Lösungen klassische Telefonanlagen zunehmend verdrängen, bleibt die Infrastruktur im Bereich Endgeräte relativ konstant. Die DECT-IP-Lösungen von Gigaset können auf Grund der großen Interoperabilität hinter zahlreichen Telefonanlagen eingesetzt werden. Gigaset ist weiterhin bestrebt, seinen Kundenkreis zu erweitern. Entsprechend wurden bereits 2019 neue Varianten der Single- und Multizelle präsentiert. 2020 folgte die durch Lizenzerwerb erhaltene Genehmigung, die Singlezelle zu einer vollwertigen Multizelle zu erweitern. Damit deckt die Gigaset DECT N-Serie alle Kundengrößen von einigen Nutzern an einem Ort bis hin zu Unternehmen mit 20.000 Endgeräten und mehreren Standorten ab. In dieser Größenordnung adressiert Gigaset damit auch den Enterprise-Bereich. Durch die im vergangenen Jahr entwickelte Integration der Multizelle in professionelle Alarmserver erweitert Gigaset seine adressierbare Kundenbasis um Unternehmen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen in Bezug auf Alarmierung, Benachrichtigung und Ortung. Die neuen Gigaset Handsets sind hierfür optimiert und unterstützen mit den neuen Leistungsmerkmalen diese Anforderungen. Die ebenfalls 2021 präsentierte Gigaset Mini-Multizelle als Erweiterung der Singlezelle schließt die Lücke zwischen Kleinstinstallationen und kleinen Installationen mit der Qualität einer echten Multizelle und ebenfalls der Option eines Ausbaus bis hin zu Enterprise-Größe. 1.2 Ziele und Strategien Die strategische Gesamtausrichtung von Gigaset ist es unverändert, das Unternehmen zu einem integrierten Hardware-, Software- und Servicedienstleister auf einer voll integrierten Lösungsbasis innerhalb eines Eco-Systems auszubauen. Neben der Stabilisierung des Kerngeschäfts mit Phones durch die Verdrängung von Wettbewerbern in wichtigen Kernmärkten in Europa wird das existierende Produktangebot des Unternehmens weiter ausgebaut und über die Produktbereiche Smartphones, Smart Home und Professional auf eine breitere Grundlage gestellt. Perspektivisch strebt Gigaset ein für Kunden flexibel gestalt- und skalierbares Eco-System aus Produkten aller zuvor genannten Bereiche an. In diesem System werden somit bestehende Produktkomponenten sowie neue Lösungsbausteine auf Hard- und Software-Basis integriert, um den Kunden in jeder Lebenssituation von privat bis beruflich zu begleiten, zu unterstützen und zu vernetzen. 1.3 Steuerungssysteme Die Entwicklung der Gigaset Communications GmbH wurde im Jahr 2021 durch das Management anhand verschiedener finanzieller Leistungsindikatoren auf monatlicher Basis analysiert und gesteuert. Die Gesellschaft ist weltweit nach regionalen Vertriebspunkten aufgestellt. Für die Überwachung des operativen Geschäfts spielte die Analyse des Umsatzes und das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Wertminderungen (EBITDA) nach Regionen sowie der Free Cashflow eine zentrale Rolle. Operative Kosten wurden detailliert nach Kostenarten und verursachenden Kostenstellen analysiert und gesteuert. Für die verlässliche Analyse der Liquiditätsentwicklung ist konzernweit eine integrierte Finanzplanung (GuV, Bilanz, Finanzplan) implementiert. Darüber hinaus ist das Risikomanagement integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse und Unternehmensentscheidungen. Die wesentlichen nicht finanziellen Leistungsindikatoren für Gigaset sind unverändert:
Aufgrund der hohen Priorität dieser Faktoren für die Gesellschaft werden diese ausführlich in anschließenden Abschnitten "Forschung und Entwicklung", "Umwelt" sowie "Mitarbeiter" dargestellt. 1.4 Forschung und Entwicklung Das Forschungs- und Entwicklungsprogramm von Gigaset konzentriert sich vor allem auf die Weiterentwicklung und Verbesserung des Angebots in den vier verschiedenen Produktbereichen. Forschung und Entwicklung nehmen eine Schlüsselrolle im Bereich der Produktinnovation ein, wobei der Fokus auf technischen Aspekte gelegt wird. Im Gigaset-Portfolio erfolgt auf Grund der zunehmenden Digitalisierung eine zunehmende Verschiebung der operativen Ausrichtung des Unternehmens vom reinen Hardware-Hersteller hin zu einem integrierten Lösungsanbieter Zuhause, bei der Arbeit und unterwegs. Im Geschäftsjahr 2021 hat die Gesellschaft Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von EUR 12,3 Mio getätigt und hat insgesamt Entwicklungskosten in Höhe von EUR 11,2 Mio aktiviert: unter den immateriellen Vermögensgegenständen EUR 10,1 Mio und unter den Sachanlagen EUR 1,1 Mio. Daraus ergibt sich eine Aktivierungsquote in Höhe von 90,9%. Die planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betragen im Geschäftsjahr EUR 6,0 Mio. 1.5 Umwelt und Nachhaltigkeit Die Gigaset Communications GmbH berücksichtigt bei ihrer weltweiten Tätigkeit die Grundsätze der nachhaltigen Schonung der Umwelt und der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen. Am Produktionsstandort in Bocholt werden die Gigaset-Produkte nach den gängigen Umwelt- und Qualitätsanforderungen gefertigt. Umweltgerechtes Handeln spiegelt sich sowohl in der Entwicklung und Produktion des energiesparenden Gigaset ECO DECT-Schnurlostelefons sowie auch im Umgang mit Energie am Produktionsstandort in Bocholt wider, die seit 2020 aus grünem Strom gespeist wird. Im Bereich der Ökonomie stellt die Gesellschaft die Einhaltung von umweltbezogenen (ISO 14001) Standards in der Wertschöpfungskette, mit der entsprechenden Auswahl der Lieferanten nach Anforderungsprofil, sicher. Das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit ist Bestandteil der Gigaset Strategie. Das Unternehmen verfolgt verschiedene Maßnahmen, um seinen ökologischen Fußabdruck weiter zu reduzieren und zunehmend umweltbewussten Kunden Produkte anbieten zu können, die deren Erwartungshaltung entsprechen. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören: Recycling, CO 2-Reduktion, CO 2-Kompensation, klimaneutrale Verpackungen für erste Produkte, Wiederaufforstungsprojekte und der zunehmende Verzicht auf Plastik. 1.6 Mitarbeiter Im Jahr 2021 sind insgesamt 48 Mitarbeiter aus dem Unternehmen ausgetreten. Davon 17 durch vorzeitige Pensionierungen, Arbeitgeberkündigungen Aufhebungsverträge, Beendigungen wegen Erwerbsunfähigkeitsrente und den Auslauf befristeter Verträge. Darüber hinaus sind 8 Mitarbeiter im Rahmen einer individuellen Altersteilzeitvereinbarung nach Beendigung der passiven Phase aus dem Unternehmen ausgetreten. Ferner sind 21 Mitarbeiter durch Eigenkündigung ausgetreten und zwei Mitarbeiter sind verstorben. Insgesamt konnte Gigaset 23 neue Mitarbeiter auf dem Bewerbermarkt für das Unternehmen rekrutieren. Gigaset hatte zum Geschäftsjahresende 2021 insgesamt 636 Mitarbeiter. Gigaset positioniert sich auf dem Markt als internationales Kommunikationsunternehmen, mit klaren Stärken im Bereich Technologie, Produkte und digitale Dienste. Die internationale Ausrichtung aller Standorte schafft für Gigaset eine gute Position im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte. Betrachtet man nur die Abgänge, die sich aufgrund eines freiwilligen Ausscheidens aus der Gesellschaft ergeben haben, beträgt die Fluktuationsrate für das Jahr 2021 3,2 %. Im Vorjahr lag der Wert bei 1,9 %. Aufgrund der Unternehmensstrategie und auch durch die Ausweitung der Geschäftstätigkeit in den Geschäftsbereichen Smartphones, Smart Home und Professional sowie durch die Verlagerung von Vertriebskanälen in den Online-Bereich, ergeben sich verschiedene Bedarfe an Arbeitskräften. Diese Bedarfe können in Einzelfällen durch eigene Mitarbeiter (Potenzialträger oder Auszubildende) gedeckt werden. Es muss zusätzlich aber auch Personal durch externe Mitarbeiterrekrutierung (v.a. über Stellenbörsen und Personalvermittler) gewonnen werden. Zudem erfolgte eine Abdeckung von vornehmlich angelernten Tätigkeiten durch Leiharbeitnehmer, die dem Unternehmen in einem stark saisonal geprägten Absatzmarkt die betriebswirtschaftlich notwendige Flexibilität ermöglichen. 2 Ereignisse im Geschäftsjahr 2021Mai 2021: Neues Aufsichtsratsmitglied Am 26. Mai 2021 wurde Jörg Brühl erstmals in den Aufsichtsrat der Gigaset Communications GmbH bestellt. Herr Brühl ist Bereichsleiter Marketing der Gigaset. Er ersetzt Herrn Erich Schmidt, der dem Aufsichtsrat seit 2016 angehörte. 3 Wirtschaftsbericht3.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 3.1.1 Gesamtwirtschaft Die Entwicklung der Weltwirtschaft war trotz einer zunehmenden Erholung von der Coronakrise auch in 2021 von den Auswirkungen der Pandemie geprägt. Weiterhin bestehende pandemiebedingte Einschränkungen und vielfältige Engpässe der globalen Wertschöpfungsketten beeinflussten das Wirtschaftswachstum. Neben angebotsseitiger Verknappung ging die weltwirtschaftliche Erholung auch mit einem Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise einher, sodass es zu einem deutlichen Anstieg der Verbraucherpreisinflation kam. Nach Schätzungen der Experten des Internationalen Währungsfonds vom Januar 2022 konnte im Gesamtjahr 2021 dennoch ein Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung um 5,9 % erzielt werden, nach einem Rückgang um 3,1 % im Jahr zuvor. Wesentliche Treiber des deutlichen Aufschwungs im Jahr 2021 waren starke Verbraucherausgaben und eine durch umfangreiche Konjunkturpakete und eine ultralockere Geldpolitik unterstützte Belebung der Investitionen, wobei der Warenhandel sogar das Vorkrisenniveau übertraf. Die entwickelten Volkswirtschaften verzeichneten im Jahr 2021 ein Wachstum von 5,0 % nach minus 4,5 % im Jahr zuvor. Die Schwellen- und Entwicklungsländer verbuchten einen Zuwachs von 6,5 % (Vj. -2,0 %). Laut Schätzungen des IWF wurde im Berichtszeitraum in der EU ebenfalls ein deutlicher Aufschwung in Höhe von 5,2 % nach einem Rückgang von 6,4 % im Vorjahr verzeichnet. Die Wirtschaft der EU kehrte 2021 auf den Wachstumspfad zurück, einhergehend mit einer allmählichen Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen, der Fortsetzung der Niedrigzinspolitik und einem starken Wiederaufschwung in den wichtigsten Exportländern, insbesondere in China und den Vereinigten Staaten. Die wichtigsten Absatzmärkte von Gigaset sind neben Deutschland nach wie vor Frankreich, Italien, die Niederlande sowie Spanien und die Schweiz (EU6). Die deutsche Wirtschaft litt besonders stark unter den mit der Pandemie verbundenen Schutzmaßnahmen, globalen Lieferproblemen und ist in hohem Maße von Exporten abhängig. Insgesamt wuchs die deutsche Wirtschaft im Jahr 2021 daher lediglich um 2,7 %, nach einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukt von 4,6 % im Jahr 2020. Die Wirtschaft Frankreichs erholte sich hingegen deutlich auf ein Wachstum von 6,7 % (Vj. -8,0 %). Italien wuchs mit 6,2 % (Vj. -8,9 %) und Spanien mit 4,9 % (Vj. -10,8 %). Die Wirtschaft der Niederlande stieg laut Statista um 3,8 % (Vj. -3,8 %) und die der Schweiz nach Einschätzung des Staatssekretariat für Wirtschaft SECO um 3,3 % nach minus 2,5 % in 2020. 3.1.2 Telekommunikationsmarkt 3. 1.2.1 Phones Der wichtige europäische Markt für Schnurlostelefone ist gemäß GfK bei Betrachtung der sechs Länder Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Großbritannien und Spanien im Jahr 2021 um 14,2 % in Stückzahlen sowie um 10,7 % beim Umsatz gegenüber 2020 geschrumpft. Während sich der Umsatz im Marktsegment Standard Phones um -12,7 % verringerte, hat er sich im Marktsegment für Easy Use Phones um 2,1 % erhöht. Im Marktsegment Design Phones konnte Gigaset seinen Marktanteil bezogen auf Stückzahlen dabei auf 51 % steigern. 3. 1.2.2 Smartphones Der weltweite Smartphone-Absatz hat sich im Jahr 2021 nach Angaben von Statista von 1,28 Mrd Stück im Vorjahr leicht auf 1,37 Mrd Stück erhöht, was einem Zuwachs um 7 % entspricht. In Deutschland hingegen ist der Absatz stabil bei 22,1 Mio Stück. Für die nächsten zwei Jahre geht Statista von einem weiteren weltweiten Wachstum bis zu einem Niveau von 1,5 Mrd Stück in 2023 aus. 3. 1.2.3 Smart Home In einer aktuellen Projektion des Smart Home Gesamtmarktes bis 2025 geht Statista von einem weiteren Wachstum aus. Der Gesamtumsatz wird für 2021 mit rund EUR 102 Mrd bewertet. Bis 2025 soll der Umsatz bis auf EUR 182,4 Mrd anwachsen. Statista unterteilt die Gesamtentwicklung dabei in sechs Kategorien: Home Entertainment, Smarte Haushaltsgeräte, Energy Management, Vernetzung und Steuerung, Komfort und Licht sowie Gebäudesicherheit. Gigaset ist in drei der Kategorien vertreten und bietet Produkte für Gebäudesicherheit, Energy Management sowie Komfort und Licht an. In einer weiteren Projektion von Statista wird davon ausgegangen, dass in Zukunft der Umsatz pro Smart Home System abnehmen wird. Konkret bedeutet das: Während der Smart Home Markt in Summe weiter wachsen wird und zunehmend mehr Menschen eine Smart Home Anwendung nutzen, werden die Nutzer von Smart Home Systemen gleichzeitig weniger Geld für ihre Anwendungen im System ausgeben. In den von Gigaset besetzten Kategorien gaben Anwender im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 laut Statista rund EUR 82 für Energy Management und Komfort und Licht aus sowie EUR 144 für Gebäudesicherheit. In 2025 werden sich diese Werte auf EUR 52 bzw. EUR 95 reduzieren. Aus diesem Zusammenhang zwischen steigenden Gesamtumsätzen, aber reduzierten Ausgaben pro System, wird deutlich, dass Wachstum von besonderer Bedeutung ist. Perspektivisch müssen noch weit mehr Menschen mit Smart Home angesprochen und für Systeme gewonnen werden. An diesem Trend will auch Gigaset partizipieren und entwickelt sein bestehendes Portfolio weiter. 3. 1.2.4 Professional Eine steigende Nachfrage nach mobilen bzw. Homeoffice-Arbeitsplatzausstattungen, gepaart mit Technologien wie DECT, WiFi und Bluetooth, hat in vielen Bereichen für eine Stabilisierung der Umsätze gesorgt. Einer Analyse von MZA Consultants nach ist der Trend zu cloudbasierten Anlagen weiterhin steigend und somit auch ein Anstieg von unabhängigen SIP-Endgeräten im Vergleich zum Vorjahr zu erkennen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 sind durch die Folgen der Corona-Pandemie Lieferengpässe in fast allen Wirtschaftsbereichen durch die unzureichende Versorgung mit Halbleitern aufgetreten, was zu Lieferverzögerungen und Preisanpassungen geführt hat. 3.2 Geschäftsverlauf der Gesellschaft 3.2.1 Phones Der in einem unverändert insgesamt rückläufigen Markt, der im letzten Jahr zusätzlich durch Einschränkungen im stationären Handel durch die Corona-Pandemie und zusätzliche Schwierigkeiten in der Materialbeschaffung geprägt war, ist der Umsatz von Gigaset im Bereich Phones im Jahr 2021 um 9,6 % auf EUR 122,9 Mio gesunken. Gigaset hat trotzdem seine Marktführerschaft im Kernmarkt Europa (EU6) verteidigt. Der Marktanteil von Gigaset lag GfK Angaben zufolge Ende 2021 bezogen auf Umsatz bei 39 % und bezogen auf Stückzahlen bei 38 %. In Großbritannien, den Niederlanden und Spanien sowie Italien konnte Gigaset seinen Marktanteil bezogen auf den Umsatz weiter steigern. 3.2.2 Smartphones Die Ende 2020 gelaunchten Smartphones GS3 und GS4 waren die Treiber des Smartphone-Geschäfts in 2021. Ende des Jahres kam mit dem GS5 ein weiteres Gerät auf den Markt, das auf Grund seiner dem GS4 ähnlichen Optik und zentralen USPs wie Wechsel-Akku und dem Siegel "Made in Germany" gute Ergebnisse erzielt hat. Mit EUR 17,8 Mio konnte der Umsatz des Vorjahres (EUR 12,8 Mio) um mehr als ein Drittel gesteigert werden (+38,4 %). Auch das Online-Geschäft im Gigaset Webshop konnte gesteigert werden und lag mit EUR 1,6 Mio um 10,0 % über dem Vorjahr. 3.2.3 Smart Home Im abgelaufenen Geschäftsjahr ging der Umsatz im Segment Smart Home um 36,8 % auf EUR 1,4 Mio zurück (Vj. EUR 2,3 Mio). Der Umsatz wurde hauptsächlich in den Kernmärkten Deutschland, Schweiz und Niederlande realisiert. Erfreulich ist, dass ein weiterer Anstieg des Umsatzes im Gigaset eShop stattgefunden hat. Hier konnte der Umsatz gegenüber 2020 um rund 32 % im Kerngeschäft für Smart Security gesteigert werden. Ein weiterer wichtiger Absatzkanal ist die Plattform Amazon. Nach der im Vorjahr erfolgreich abgeschlossenen Kooperation mit der Swisscom AG, ist Gigaset im vergangenen Jahr eine weitere Kooperation mit Minol, einem Dienstleister der Wohnungswirtschaft, eingegangen. Für Gigaset ist die Kooperation richtungsweisend, denn sie ist ein Beleg dafür, dass Gigaset Kunden künftig nicht nur direkt via B2C adressieren kann, sondern gemeinsam mit großen Partnern auch via B2B2C. Der Ausbau weiterer Partnerschaften in diesem Bereich wird angestrebt. Neben den bereits bekannten Kamera-Modellen für den Wohnungs- und den Outdoorbereich konnte ein weiteres Kamera-Produkt erfolgreich gelauncht werden. Die Smart Doorbell ermöglicht eine Überwachung des Geschehens im Eingangsbereich und rundet das Smart Home-Portfolio entsprechend ab. 3.2.4 Professional Die Lage der Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2021 hat die Dominanz der DECT-Multizellen-Technologie als bevorzugte Wahl für schnurlose Geschäftstelefonie in Westeuropa, mit einem Marktanteil von über 90 % der schnurlosen Bürokommunikation im ersten Halbjahr 2021, positiv beeinflusst (+5 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020). Im gleichen Zeitraum konnte Gigaset als Lieferant von DECT-Multizellen-Schnurlostelefonen mit 23 % den zweitgrößten Marktanteil in Westeuropa nach Angaben von MZA Consultants erzielen. Mit einem Umsatzanteil von 64 % bleibt der deutsche Markt für Gigaset nach wie vor an erster Stelle, gefolgt von Frankreich mit 11 %, Italien mit 6 % und den Niederlanden mit 5 %. Damit erzielte der Bereich Professional im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von EUR 52,9 Mio (Vj. EUR 39,7 Mio) und damit ein Wachstum von 33,2 %. Die erfolgreichsten Produkte im Segment Gigaset Professional, die im Berichtsjahr 2021 die höchsten Umsatzsteigerungen verbuchen konnten, waren das Single- und das Multizellen-System der neuesten Generation der N-Serie. Im Rahmen eines weiterhin schwierigen Marktumfeldes und des noch präsenteren Wettbewerbes durch Akteure aus Fernost reduzierte sich der Umsatz des Bereichs nicht-proprietäre IP-Tischtelefone um -15 % gegenüber dem Vorjahr. 3.3 Erklärung zur Unternehmensführung Die Gesellschafterin der Gigaset Communications GmbH, die GIG Holding GmbH, München, hat am 24. Juli 2017 eine Zielgröße für den Frauenanteil von 33 % im Aufsichtsrat und von 0 % in der Geschäftsleitung der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2022 festgelegt. Die Zielgröße von 0 % für den Frauenanteil in der Geschäftsleitung wurde ausführlich erwogen und mit Blick auf die konkrete Besetzung der Geschäftsleitung und die strukturellen Bedingungen festgelegt. Außerdem hat die Geschäftsleitung der Gesellschaft am 22. August 2017 für den Frauenanteil auf der 1. und 2. Führungsebene neue Zielgrößen von 8 % für die 1. Führungsebene und von 9 % für die 2. Führungsebene bis zum 30. Juni 2022 festgelegt. 3.4 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft
3.4.1 Ertragslage Die Gigaset hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 insgesamt Umsatzerlöse in Höhe von EUR 204,0 Mio (Vj. EUR 194,5 Mio) erzielt und liegt damit trotz der herausfordernden Lieferfähigkeit von Vorlieferanten, insbesondere im Bereich der Halbleiter, leicht über dem Vorjahr und der im Vorjahr prognostizierten leichten Umsatzausweitung. Der Anstieg der Umsatzerlöse in Höhe von 4,9 % bzw. EUR 9,5 Mio im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere auf eine erhöhte Nachfrage nach einem Einbruch im Jahr 2020 auf Grund der in Europa begonnenen Corona-Pandemie zurückzuführen. Im Geschäftsbereich Professional betrug der Anstieg EUR 13,2 Mio, im Bereich Smartphones EUR 4,9 Mio und im Geschäftsbereich der Dienstleistungen EUR 5,3 Mio. Das Kernsegment Phones konnte sich dem Markttrend nicht entziehen und erwirtschaftete einen Umsatzrückgang von EUR -13,0 Mio. Der Geschäftsbereich Smart Home verzeichnete ebenfalls einen Umsatzrückgang von EUR -0,8 Mio. Die Umsatzerlöse nach empfangenden Einheiten stellen die Umsatzerlöse, die in die jeweiligen Regionen fakturiert werden, dar - und zwar unabhängig von dem Sitz der rechnungsstellenden Einheit. Stellt beispielsweise eine deutsche Gesellschaft eine Rechnung in die Niederlande, dann wird dieser Umsatz bei der Darstellung nach empfangenden Einheiten der Region "Europa" zugewiesen. Die Umsatzerlöse nach empfangenden Einheiten stellen sich für die einzelnen Regionen wie folgt dar:
Die anderen aktivierten Eigenleistungen in Höhe von EUR 11,7 Mio (Vj. EUR 10,0 Mio) beinhalten im Wesentlichen die Kosten im Zusammenhang mit der Entwicklung neuer Produkte. Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich um EUR 2,1 Mio auf EUR 8,7 Mio erhöht. Die wesentlichen Positionen umfassen Wechselkursgewinne in Höhe von EUR 3,6 Mio (Vj. EUR 3,6 Mio), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von EUR 1,0 Mio (Vj. EUR 1,4 Mio) und übrige sonstige Erträge in Höhe von EUR 3,8 Mio (Vj. EUR 1,6 Mio). Darin enthalten sind im Berichtsjahr staatliche Corona Überbrückungshilfen in Höhe von EUR 3,4 Mio. Der Materialaufwand für Rohstoffe, Waren, Fertigerzeugnisse und bezogene Leistungen liegt bei EUR 103,0 Mio und hat sich gegenüber dem Vorjahreswert von EUR 100,2 Mio um EUR 2,8 Mio erhöht. Die Materialeinsatzquote beträgt 50,5 % und liegt somit unter Vorjahresniveau (Vj. 51,5 %). Die Kennzahl ergibt sich als Quotient aus dem Materialaufwand und der Summe aus Umsatzerlösen. Innerhalb des Personalaufwandes stiegen die Löhne und Gehälter von EUR 33,3 Mio um EUR 3,8 Mio auf EUR 37,1 Mio. Im Vorjahreszeitraum konnten die Personalaufwendungen im Rahmen von eingeführter Kurzarbeit zur Abmilderung der Folgen der Corona Pandemie gesenkt werden. Im Berichtsjahr 2021 wurde von dem Instrument der Kurzarbeit kein Gebrauch gemacht. Die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung sanken dagegen um EUR 2,6 Mio auf EUR 7,4 Mio. Die Verringerung ist mit niedrigeren Aufwendungen für die Altersversorgung begründet. Die sozialen Abgaben liegen in etwa auf Vorjahresniveau. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sind mit EUR 11,8 Mio auf Vorjahresniveau. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich von EUR 55,0 Mio um EUR 4,8 Mio auf EUR 59,8 Mio erhöht. Die folgende Tabelle veranschaulicht die wesentlichen Effekte:
Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr Beteiligungserträge in Höhe von EUR 0,3 Mio (Vj. EUR 0,3 Mio) aus der Dividendenausschüttung der Tochtergesellschaft in Polen. In der Position sonstige Zinsen und ähnliche Erträge in Höhe von EUR 1,0 Mio (Vj. EUR 1,1 Mio) sind im Wesentlichen Zinserträge aus der laufenden Verzinsung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus dem internen Cash-Pooling in Höhe von EUR 1,0 Mio (Vj. EUR 1,1 Mio) enthalten. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Zinsen und ähnliche Aufwendungen um EUR 0,9 Mio auf EUR 9,2 Mio erhöht. Die Erhöhung ist im Wesentlichen auf die höheren Zinsaufwendungen aus Pensionsverpflichtungen in Höhe von EUR 8,2 Mio (Vj. EUR 6,9 Mio) zurückzuführen. Für das in 2018 in Anspruch genommene Darlehen betrug der Zinsaufwand im Berichtsjahr EUR 0,7 Mio. Darin sind EUR 0,4 Mio Zinsaufwand aus Darlehen und EUR 0,3 Mio Zinsen aus Bürgschaftsgebühren enthalten. Des Weiteren wurden Zinsaufwendungen aus dem Factoring in Höhe von EUR 0,3 Mio (Vj. EUR 0,3 Mio) berücksichtigt. Die Aufwendungen aus der Ergebnisabführung in Höhe von EUR 1,0 Mio (Vj. EUR 0,6 Mio) resultieren aus der Verlustübernahme von der Gigaset elements GmbH, Bocholt. In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von EUR 2,9 Mio (Vj. EUR 4,4 Mio) sind im Wesentlichen Erträge für Körperschaft- und Gewerbesteuer in Höhe von EUR 1,5 Mio (Vj. EUR 0,9 Mio) sowie Erträge aus aktiven latenten Steuern in Höhe von EUR 1,4 Mio (Vj. EUR 3,5 Mio) enthalten. Das EBITDA der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2021 um EUR 9,7 Mio im Vergleich zum Vorjahr auf EUR 14,8 Mio erhöht und liegt damit über dem im Vorjahr prognostizierten leichten Anstieg im EBITDA. Im Geschäftsjahr 2021 war ein Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR -3,2 Mio (Vj. EUR -10,4 Mio) zu verzeichnen. 3.4.2 Entwicklung der Vermögenslage Die Bilanzsumme beträgt zum 31. Dezember 2021 EUR 200,5 Mio und hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 4,8 Mio erhöht. Folgende wesentliche Effekte haben die Veränderungen der Aktivseite beeinflusst: Die immateriellen Vermögensgegenstände sind im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt EUR 3,0 Mio auf EUR 42,1 Mio gestiegen. Dieses ist im Wesentlichen auf eine Erhöhung der selbst geschaffenen gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte zurückzuführen. Die Sachanlagen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2021 um EUR 2,1 Mio auf EUR 17,6 Mio, was vor allem aus der Differenz zwischen Neuinvestitionen und den planmäßigen Abschreibungen resultierte. Die Finanzanlagen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Die Vorräte erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 6,7 Mio auf insgesamt EUR 29,2 Mio. Die Erhöhung liegt vor allem an den um EUR 8,5 Mio gestiegenen Roh- Hilfs und Betriebsstoffen. Dem gegenüber steht die Verringerung der fertigen Erzeugnisse und Waren um EUR 2,4 Mio. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit einem Zugang um EUR 1,7 Mio auf EUR 69,5 Mio leicht gestiegen. Die Erhöhung ist vor allem durch den Anstieg der sonstigen Vermögensgegenstände um EUR 6,2 Mio und der Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 0,9 Mio begründet. Gegenläufig sind die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um EUR 5,4 Mio gesunken. Auf der Passivseite zeigte sich der Anstieg der Bilanzsumme hauptsächlich in den Erhöhungen der Rückstellungen. Dem gegenüber steht die verlustbedingte Reduzierung des Eigenkapitals und der Rückgang der Verbindlichkeiten. Die Reduzierung des Eigenkapitals um EUR 3,2 Mio auf EUR 37,4 Mio ist ausschließlich auf das negative Periodenergebnis in Höhe von EUR 3,2 Mio zurückzuführen. Der Anstieg der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um EUR 11,0 Mio auf EUR 75,8 Mio resultierte im Wesentlichen aus dem veränderten Zinssatz. Die Reduzierung der Steuerrückstellungen um EUR 1,1 Mio resultierte im Wesentlichen aus dem Verbrauch der Rückstellung für Körperschaftssteuer um EUR 0,5 Mio und dem Verbrauch der Rückstellung für Gewerbesteuer um EUR 0,6 Mio bedingt durch Ertragssteuerzahlungen für das Geschäftsjahr 2019. Die Erhöhung der sonstigen Rückstellungen um EUR 0,9 Mio auf EUR 21,2 Mio ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Rückstellung für ausstehende Rechnungen um EUR 1,7 Mio auf EUR 6,8 Mio und für Lizenzen um EUR 0,3 Mio auf EUR 1,7 Mio zurückzuführen. Dem gegenüber stand die Verminderung der Rückstellung für Kundenbonus um EUR 0,9 Mio auf EUR 4,6 Mio. Die Verringerung der Verbindlichkeiten um EUR 2,8 Mio resultierte aus der Tilgung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bedingt durch die Rückzahlung des Darlehens um EUR 1,8 Mio auf EUR 12,9 Mio, aus der Reduzierung der der sonstigen Verbindlichkeiten um EUR 6,8 Mio auf EUR 5,5 Mio, die aus der Begleichung einer Kaufpreisverbindlichkeit aus einem Kooperationsvertrag resultieren. Des Weiteren sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Vorjahr um EUR 0,2 Mio auf EUR 26,9 Mio leicht gesunken. Dem Gegenüber erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um EUR 6,0 Mio und betragen zum Ende des Geschäftsjahres EUR 20,3 Mio. Die Zunahme setzt sich aus höheren Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus dem internen Verrechnungsverkehr in Höhe von EUR 0,9 Mio und aus der Zunahme der Verbindlichkeiten aus dem Cash Pool in Höhe von EUR 5,1 Mio zusammen. 3.4.3 Entwicklung der Finanzlage Der Cashflow stellt sich wie folgt dar:
Die Finanzlage ist durch einen Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR 4,1 Mio (Vorjahr Zufluss EUR 26,0 Mio) gekennzeichnet. Dieses ist im Wesentlichen auf die operative Geschäftstätigkeit unter Berücksichtigung der Abschreibungen als auch der Zunahme der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit beträgt EUR 5,4 Mio und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um EUR 19,7 Mio gesunken. Der Free Cashflow in Höhe von EUR -9,5 Mio (Vj. EUR 0,9 Mio) ist im Vergleich zum Vorjahr um EUR 10,4 Mio gesunken und liegt damit deutlich unter der prognostizierten Entwicklung in der Größenordnung eines positiven Free Cashflows. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist insbesondere aufgrund der Rückzahlung von Bankverbindlichkeiten mit EUR 0,5 Mio negativ. Im Finanzmittelfonds sind EUR 0,7 Mio (Vj. EUR 0,7 Mio) als verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel erfasst. 3.4.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Auch das Geschäftsjahr 2021 war von der globalen Ausbreitung neuer Varianten des Corona-Virus und den damit verbundenen staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gekennzeichnet. Zwar gab es Erleichterungen im stationären Handel, allerdings blieben Kunden auch weiterhin zurückhaltend. Das Unternehmen setzte entsprechend die Intensivierung des Online-Handels auch in 2021 fort, um die Umsatzrückgänge bestmöglich zu kompensieren. Zum Schutz der Belegschaft galt auch in 2021 mobiles Arbeiten von Zuhause aus, wo immer möglich. Die Hygiene- und Abstandskonzepte and den Gigaset Standorten wurden fortgesetzt. Zum Sommer hin entspannte sich die Situation rund um das Corona-Virus etwas, jedoch zeichnete sich in der zweiten Jahreshälfte ein wachsendes Problem am Beschaffungsmarkt für Vorprodukte ab. So verteuerten sich zahlreiche Materialien wie Kunststoff oder Papier, während zentrale Produkte im Halbleiterbereich (Chips) nur noch eingeschränkt zur Verfügung standen. Zum Ende des Jahres verschärfte sich die Situation mit Blick auf die Corona-Pandemie erneut, da sich mit der "Omikron-Variante" ein neuer und aggressiver Typ ausbreitete, der die Fallzahlen nach oben trieb und eine Verschärfung der Maßnahmen zur Folge hatte. Während des gesamten Geschäftsjahres stand auch weiterhin die Liquiditätssicherung im Fokus. Der Umsatz konnte leicht, die Ergebnisgrößen deutlich im Vergleich zum Krisenjahr 2021 gesteigert werden. Dagegen ist der operative Cashflow mit EUR -4,1 Mio um 115,6 % bzw. um EUR 30,1 Mio zum Vorjahreszeitraum gesunken. Auch der Zahlungsmittelbestand verzeichnet zum Vorjahr einen Rückgang in Höhe von EUR 10,0 Mio auf EUR 16,5 Mio. Der Jahresumsatz im Berichtszeitraum 2021 fiel mit EUR 204,0 Mio zum Vorjahr trotz der herausfordernden Liefersituation bei Halbleitern um EUR 9,5 Mio höher aus und liegt damit auf dem Niveau der erstellten Planungen. Im Lagebericht des Geschäftsberichts 2020 ging Gigaset von einem leichten Umsatzanstieg aus. Die im Vergleich zum Vorjahr positivere Entwicklung wirkte sich ebenfalls auf das EBITDA aus, welches im Geschäftsjahr 2021 mit EUR 14,8 Mio deutlich über dem Vorjahr mit EUR 5,1 Mio liegt. Das prognostizierte EBITDA (leichter Anstieg) wurde deutlich überschritten. Die Planungen für den Free Cashflow hingegen konnte die Gigaset mit EUR -9,5 Mio für 2021 (Vj. EUR 0,9 Mio) nicht erfüllen. Hier war ein positiver Free Cashflow auf Vor-Corona-Niveau in Aussicht gestellt worden. Dieses Ziel konnte auf Grund fehlender für die Produktion benötigter Mengen nicht erreicht werden, da die Lieferfähigkeit von Vorlieferanten, insbesondere im Bereich der Halbleiter, nicht im benötigten Umfang gegeben war. Für unsere detaillierteren Erwartungen hinsichtlich des Geschäftsverlaufs in 2022 verweisen wir auf unsere Ausführungen in Kapitel 5. 4 Chancen- und Risikobericht zum 31. Dezember 2021Risiken sind grundsätzlich Bestandteil jeder unternehmerischen Geschäftstätigkeit. Diese beinhalten die Gefahr, dass durch externe oder interne Ereignisse sowie durch Handlungen und Entscheidungen Unternehmensziele nicht erreicht werden oder im Extremfall der Fortbestand eines Unternehmens gefährdet ist. Das Risikomanagementsystem der Gigaset hat zum Ziel, Chancen und Risiken frühestmöglich zu identifizieren und zu bewerten sowie durch geeignete Maßnahmen Chancen wahrzunehmen und Risiken zu begrenzen. Die Risikobewertung von Einzelrisiken erfolgt quantitativ für die Faktoren Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß. Aus der Multiplikation dieser Faktoren resultiert ein Erwartungswert, der im Folgenden nach Risikosubkategorien aggregiert ist.
Die mögliche kurzfristige Ergebnisauswirkung, bzw. bei Liquiditätsrisiken nur die Cashflow-Auswirkung, stellt sich für Gigaset in den einzelnen Risikokategorien wie folgt dar:
4.1 Markt- und Branchenrisiken Die allgemeine konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, der EU und weltweit hat vielfältige Einflüsse auf die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft. Die Nachfrage nach Produkten von Gigaset hängt entsprechend stark von der allgemeinen Wirtschaftslage ab. Die pandemische Lage blieb fortwährend bestehen worauf die Regierungen Europas auch stetig mit verschiedenen Maßnahmen reagiert haben. Der stationäre Handel war weiterhin von Umsatzrückgängen gekennzeichnet. Während des Berichtsjahres hat sich das Einkaufsverhalten der Konsumenten und die Vertriebsformen des Handels weiterhin Richtung Online und eCommerce verlagert. Gigaset hat darauf mit einer Fortsetzung des Ausbaus seines Online-Handels reagiert und sieht darin eine wichtige Investition in die Zukunft. Das Ende der Pandemie kann nach wie vor nicht festgestellt werden, was eine dezidierte Vorhersage der Geschäftsentwicklung von Gigaset erschwert. Neben der pandemischen Lage selbst hat sich während des Geschäftsjahres 2021 die Materialsituation bei Vorprodukten und Rohstoffen deutlich verschlechtert. Gigaset sieht sich einerseits gestiegenen Einkaufspreisen - z.B. bei Kunststoffen und Papier - ausgesetzt, andererseits bereiten vor allem die Engpässe im Halbleiterbereich, die weltweit verschiedene Industriezweige negativ tangieren, Planungsschwierigkeiten. Es besteht das Risiko, dass die Produktion nicht voll ausgelastet werden kann, was sich konsequenterweise direkt auf den Umsatz negativ auswirkt. Auf Grund der Konzentration auf den Bereich Telekommunikation und Zubehör besteht zudem eine besondere Abhängigkeit von der Gesamtentwicklung in dieser Branche. Gigaset ist dabei unverändert einem intensiven Wettbewerb ausgesetzt. Neben der bereits beschriebenen Abhängigkeit von der Rohstoff- und Materialsituation besteht zudem das Risiko des Eintritts neuer, aggressiver Wettbewerber. Auch ein sich rapide veränderndes Konsumentenverhalten im Bereich der Telekommunikation - hier vor allem mit Blick auf den Einsatz von Software gegenüber Hardware - erzeugt ein Risiko für das Geschäftsmodell des Unternehmens. Festnetzanschlüsse werden in Abhängigkeit der Tarifangebote der Netzbetreiber zunehmend durch Mobilfunkanschlüsse ersetzt. Der vermehrte Einsatz von multifunktionalen Smartphones führt zu einem veränderten Kommunikationsverhalten der Endverbraucher. Auf dem Smartphone-Markt muss sich Gigaset in den Wettbewerb mit multinationalen Konzernen begeben. Zudem wurde der Markt relativ spät betreten. In Gigasets Geschäft mit Produkten für die Heimvernetzung befindet sich das Unternehmen unverändert in einem Markt, dessen zukünftige Entwicklung nach wie vor mit Ungewissheiten behaftet ist. Die Produkte der Gigaset haben eine hohe Verbreitung und werden von ihren Kunden aus den Bereichen Retail, Operator/Internet Service Provider (ISP) und Distributoren auf Grund des starken Markennamens, der hohen Qualität, sowie des innovativen Produktportfolios geschätzt. Die sehr gute Marktpositionierung spiegelt nicht zuletzt diese hohe Produktakzeptanz wider. Da es sich hierbei in der Regel um kontinuierliche, lang anhaltende Partnerschaften handelt, ist die Abhängigkeit von einzelnen Retailern, Operators/ISP und Distributoren in der Regel gering. Beim Eintritt in neue Märkte kann jedoch vor allem am Anfang eine größere Abhängigkeit von einzelnen Abnehmern vorhanden sein. Insbesondere besteht das Risiko, dass die neuen Produkte nicht die gewünschte Marktakzeptanz erreichen, der neue Marktteilnehmer dem Wettbewerbsdruck der etablierten Marktteilnehmer nicht gewachsen ist oder die bestehende Vertriebsorganisation nicht in der erwarteten Form in der Lage ist, die Produkte am Markt zu platzieren. Auf Grund rückläufiger Marktentwicklung der DECT-Telefone in Zielmärkten besteht grundsätzlich das Risiko des allgemeinen Preisverfalls für das Produktsortiment sowie eines rückläufigen Marktvolumens. Dem werden mit einem konsequenten Kostenmanagement, Verdrängung kleinerer Wettbewerber mittels innovativer Produktportfolios in einem mehrfach prämierten Produktdesign begegnet sowie mit der Weiterentwicklung bestehender Geschäftsbereiche, wie Professional oder dem Eintritt in neue Geschäftsbereiche (Smart Home und Smartphones). Ein sinkendes Vertrauen der Verbraucher in die technische Qualität und Sicherheit (Abhörsicherheit, Strahlung) der Produkte von Gigaset könnte die Geschäftsentwicklung beeinträchtigen. Der von Gigaset in seinen Produkten genutzte DECT-Standard könnte durch andere Technologien zur Sprach- oder Datenübertragung verdrängt werden. Durch die Integration von Funktionen von DECT-Telefonen in andere Geräte wie z.B. Router könnte die Nachfrage nach DECT-Telefonen sinken. Auf Grund möglicher Importbeschränkungen sowie Inflations- und Wechselkursrisiken überprüft Gigaset die Marktbearbeitungsstrategien in den Überseeländern wie auch in der Türkei, Russland und der angrenzenden ehemaligen Gemeinschaft unabhängiger Staaten und trifft entsprechende Vorbereitungen. Aus Unternehmenssicht sorgen politische Entwicklungen in Ländern bzw. Regionen wie Russland, Mittlerer Osten und Afrika, China oder der Türkei, für eine Destabilisierung etablierter Märkte. Gigaset erwartet derzeit aus dem aktuellen Ukrainekonflikt keine unmittelbaren wesentlichen negativen Auswirkungen auf sich, da diese Region weder beschaffungsseitig noch absatzseitig von besonderer Bedeutung für das Unternehmen ist. Dennoch ist die weitere Entwicklung dieses Konfliktes nicht absehbar, sodass mittelbare negative Auswirkungen für das Unternehmen grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden können. Die wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen in Deutschland und den von Gigaset bedienten Märkten haben unmittelbare Auswirkungen auf das Geschäft von Gigaset. Die Nichteinhaltung der jeweils einschlägigen Vorschriften kann unter Umständen zu rechtlichen Risiken führen. Um dies möglichst zu verhindern, beobachtet Gigaset die Entwicklung der Gesetzeslage durch zentrale Abteilungen, die auch die Implementierung entsprechender Prozesse und Kontrollen unterstützen. Der Eintritt von Gigaset in neue Märkte ist mit besonderen Risiken behaftet. Dies gilt insbesondere für den bereits erfolgten Markteintritt in den Smartphone-Markt. Hier besteht für Gigaset als Importeur der Geräte in diversen regionalen Märkten in Abhängigkeit von der lokalen Gesetzgebung eine Verpflichtung zur Zahlung von Urheberrechtsabgaben. Für dieses Risiko hat Gigaset, soweit erforderlich, abhängig von der juristischen Einzelfallprüfung entsprechende Rückstellungen auf Ebene der Tochtergesellschaften gebildet. Unternehmerische Chancen bestehen aus Sicht der Gesellschaft in allen Wachstumsbereichen. Im Geschäftsbereich Professional mit einem spezifischen Produktportfolio für Business-to-Business ("B2B") Kunden, hat Gigaset einen weiteren Kundenbereich neben dem klassischen Business-to-Consumer ("B2C") Geschäft etabliert. Als Telefonanlagen-Zulieferer-Spezialist sowohl in den Bereichen On-Premise, Hybrid oder Cloud-PBX Lösungen, umfasst das Portfolio sowohl das gesamte DECT- und IP-Desktop-Portfolio sowie USB-Devices. Dieses Produktportfolio kommt von "Small Offices and Home Offices" Kunden (kurz SoHo) über KMU ("Kleine und Mittlere Unternehmen") bis hin zu Großunternehmen zum Einsatz. Durch die einzigartige Positionierung als einziger Hersteller von Smartphones "Made in Germany", ergeben sich aus Sicht des Unternehmens Wachstumspotentiale für die Zukunft. Zumal das Unternehmen mit seinem Produktkonzept intensiv das Thema Nachhaltigkeit bedient, das aktuell bei Kunden sehr gefragt ist. Zuletzt besteht unverändert die Chance des sich bildenden "Hockey-Sticks", also des exponentiellen Wachstums im Smart Home Markt. Sollte dies geschehen, beabsichtigt Gigaset mit einem breiten Portfolio hiervon zu profitieren. Dem Risiko von Forderungsausfällen begegnet die Gesellschaft durch den Abschluss von Warenkreditversicherungen, einem straffen Forderungsmanagement und einem konsequenten Mahnwesen. Auf Basis von Vergangenheitsdaten ist das Risiko von Forderungsausfällen als gering einzuschätzen. Sollte sich die Konjunktur eintrüben könnte die Gefahr bestehen, dass Warenkreditversicherungen den Versicherungsschutz für einzelne Kunden reduzieren oder gänzlich aufheben werden, was das Risiko von Forderungsausfällen erhöhen würde. 4.2 Unternehmens- und Prozessrisiken Zur Überwachung und Steuerung der Gesellschaft und der Entwicklung der Tochtergesellschaften sind verlässliche, konsistente und aussagekräftige Informationssysteme und Reportingstrukturen notwendig. Gigaset verfügt über professionelle Buchhaltungs-, Controlling-, Informations- und Risikomanagementsysteme und hat ein unternehmensweites, regelmäßiges Controlling und Risikomanagement etabliert. Die technische Funktionsfähigkeit wird durch einen entsprechenden IT-Support unterstützt und in Abhängigkeit von entsprechenden Dienstleistern gewährleistet. Der Vorstand wird regelmäßig und zeitnah über Entwicklungen in den Ländern und Regionen informiert. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Informationssystem in Einzelfällen versagt oder von den betroffenen Mitarbeitern nicht korrekt bedient wird und deshalb negative wirtschaftliche Entwicklungen in einer Region nicht rechtzeitig angezeigt werden. Eine ausgeprägte Integration der Prozesse sowie die globale Ausrichtung von Gigaset erfordern ein hohes Maß an Digitalisierung in allen Unternehmensbereichen. Die stetige Professionalisierung der Cyberkriminalität führt dabei zu einer sich stetig verstärkenden Bedrohungslage für die IT-Sicherheit mit möglichen Folgen für maßgebliche Unternehmensprozesse. Wir stellen uns diesem Risiko durch den Einsatz von unternehmensweiten Sicherheitsrichtlinien und aktueller Informationssicherheitstechnik, ergänzt durch deren stetige Weiterentwicklung. Gegen den unbefugten Zugriff auf Daten oder Systeme mit der Folge der Verminderung oder des Verlusts der Vertraulichkeit, Integrität oder Verfügbarkeit hat Gigaset Vorkehrungen getroffen, um mögliche wirtschaftliche Risiken in Folge eines Angriffes auf die IT-Systeme abzumildern. Trotz der eingerichteten Vorkehrungen kann das allgemeine Risiko des Verstoßes gegen Regeln und Gesetze, sowie das Risiko eines vorsätzlichen Betruges nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Im Geschäftsbereich Smart Home könnte Gigaset zusätzlichen Risiken, insbesondere Haftungsrisiken, ausgesetzt sein. Sonderereignisse, wie Malware Angriffe auf Gigaset Produkte die mit dem Internet verbunden sind, z.B. Smartphones, könnten zu einem Reputationsverlust der Gigaset Produkte und der Marke Gigaset führen, sowie möglicherweise, Gewährleistungsansprüchen hervorrufen. Gigaset könnte Daten einer Person auf unzulässige Weise verarbeiten oder in sonstiger Weise gegen Vorgaben zum Datenschutz verstoßen und damit datenschutzrechtlichen Risiken ausgesetzt sein. Gigaset könnte nicht in der Lage sein, weiterhin innovative Produkte zu entwickeln bzw. rechtzeitig auf den technischen Fortschritt und auf die sich dadurch wandelnden Anforderungen zu reagieren. Gigaset könnte außerstande sein, eigenes geistiges Eigentum und Know-How in ausreichendem Maße zu schützen. Gigaset könnte geistiges Eigentum Dritter verletzen bzw. auf die kostenpflichtige Nutzung geistigen Eigentums Dritter angewiesen sein. Dies gilt insbesondere im Bereich von Smartphones, wo Unsicherheiten bei den Lizensierungserforderlichkeiten bestehen und wichtige Marktteilnehmer daher in erhebliche rechtliche Auseinandersetzungen verstrickt sind. Qualitätsmängel der Produkte von Gigaset können zu Imageschäden, Umsatzausfällen und Gewährleistungs- und Produkthaftungsansprüchen führen, die das Ergebnis von Gigaset belasten. Im Einkauf von Rohstoffen und Materialien wird überwiegend mit mindestens zwei Lieferanten zusammengearbeitet. Eine Lieferantenabhängigkeit bezüglich Preisen, Stückzahlen und Innovationen versucht die Gesellschaft durch eine breite Zusammenarbeit zu vermeiden. Lieferengpässe bei den Komponenten können zu Lieferengpässen bei den Gigaset Produkten führen. Beim Einkauf der Zukaufprodukte, wie Smartphones, besteht ein latentes Risiko durch die plattformbedingte Konzentration des Zukaufes auf jeweils einen Lieferanten pro Produkt. Zur Absicherung des Smartphone-Geschäftes wurde nun mindestens ein weiterer Lieferant etabliert, der bei Ausfall des Hauptlieferanten das Geschäft übernehmen kann. Regelmäßige Kontrollmechanismen, wie Beobachtung der Märkte, Finanzkennzahlen und Tracking der Lieferungen zur Vermeidung eines Lieferausfalles werden dennoch fortgeführt. Die derzeit weltweit eingeschränkte Verfügbarkeit von Halbleitern führt zu Beeinträchtigungen der möglichen Produktionskapazitäten seitens Gigaset und dementsprechend können Absatzziele periodisch gefährdet werden. Vor allem gefährdete Kundenaufträge und ein mittlerweile sehr hoher Auftragsbestand wirken sich sehr kritisch auf das globale Auftragsmanagement von Gigaset aus. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich diese Situation, die derzeit alle wichtigen Industrien weltweit betrifft, kurzfristig ändert und somit damit gerechnet werden muss, dass die Lieferketten in der Halbleiterbranche auch in den nächsten Monaten weiter gestört sein werden. Außerhalb des Spektrums der Zukaufprodukte besteht ein latentes Risiko durch die Konzentration der Produktion an dem einzigen Produktionsstandort (Bocholt). Ein standortbedingter Fertigungsausfall könnte die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft erheblich beeinträchtigen. Das Risiko einer Betriebsunterbrechung infolge eines Feuers oder eines anderen Elementarschadens hat Gigaset im Rahmen seiner Sachversicherung berücksichtigt. Im Gegensatz zu einer Betriebsunterbrechung im Rahmen eines Sachversicherungsschadens besteht gegenüber der Versicherung kein Leistungsanspruch im Rahmen einer Betriebsschließung in Folge einer Pandemie. Der regelmäßig und branchentypisch geringe Auftragsbestand von wenigen Wochen erschwert die Planbarkeit von Umsätzen und kann dazu führen, dass Gigaset eine erhöhte Nachfrage nach bestimmten Produkten kurzfristig nicht bedienen kann und umgekehrt bestimmte Produkte in zu großem Umfang herstellt. Gigaset könnte gezwungen sein, Abschreibungen auf Vorräte vorzunehmen. Auflagen auf Grund umweltrechtlicher Bestimmungen oder die Verursachung oder Entdeckung etwaiger Bodenverunreinigungen oder Altlasten könnten erhebliche Kosten verursachen. Für bestehende Forderungen einzelner Gigaset Vertriebstöchter gegenüber der Gigaset Communications GmbH bestehen Ausfallrisiken im Falle der Nicht-Rückführbarkeit durch die jeweils schuldende Gesellschaft. Der zukünftige Erfolg von Gigaset hängt auch von qualifizierten Führungskräften und qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab. Können ausreichend qualifizierte Führungskräfte oder qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht gewonnen bzw. gehalten werden, könnte sich dies nachteilig auf die Entwicklung der Gigaset auswirken. Die weltweite Neuausrichtung des Unternehmens ist noch nicht vollständig abgeschlossen, insbesondere die Veränderungen in den Absatzkanälen mit wachsenden Anteilen am Online-Handel machen weitere strukturelle Veränderungen notwendig. Diese sind aber nicht zwangsläufig mit Personalabbaumaßnahmen verbunden. Der für die Gigaset bestehende Versicherungsschutz könnte für verschiedene mit der Geschäftstätigkeit verbundene Risiken nicht ausreichend sein. Auch könnte künftig kein ausreichender Versicherungsschutz zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen erhältlich sein. Darüber hinaus kann infolge einer Konjunkturabschwächung der Versicherungsschutz eines möglichen Forderungsausfalls einzelner Kunden oder ganzer Vertriebsregionen reduziert oder gänzlich aufgehoben werden. 4.3 Finanzrisiken Die Steuerung von Liquiditätsrisiken und die Überprüfung der Liquiditätsplanung und Finanzierungsstruktur erfolgt nach Absprache mit den Tochtergesellschaften vor Ort durch die zentrale Finanzabteilung. Die Finanzierung der Geschäftstätigkeit erfolgt sowohl durch Eigenmittel als auch mittels einer Kreditfinanzierung, die im Geschäftsjahr 2018 abgeschlossen wurde. Gigaset hat im April 2018 ein Darlehen zur Finanzierung von Investitionen in neue Geschäftsfelder abgeschlossen. Die Darlehenshöhe zum Stand 31. Dezember 2021 beträgt nach Einsetzen der Tilgung EUR 12,9 Mio. Das Darlehen kann vertragsgemäß ratierlich getilgt werden. Für das Geschäftsjahr 2022 sowie darüber hinaus auch für das Geschäftsjahr 2023 verfügt die Gesellschaft nach interner Planung über ausreichend liquide Mittel. Die Gesellschaft optimiert ständig die Finanzierung und begrenzt die finanzwirtschaftlichen Risiken mit dem Ziel, die Sicherung des finanziellen Handlungsspielraumes des Unternehmens zu wahren. Die finanzwirtschaftlichen Risiken sind Bestandteil des Risikomanagementsystems und werden zusätzlich im Rahmen des Liquiditätsmanagements detailliert überwacht. Zur Absicherung von Cashflow-Risiken und zur Sicherung der Liquidität setzt die Gesellschaft verschiedene Instrumente zur Finanzierung ein. Gigaset nutzt einerseits Factoring, um kurzfristiger über Zahlungseingänge aus dem Forderungsbestand verfügen zu können. Soweit infolge des Auslaufens oder der Kündigung eine Neuverhandlung der Bedingungen des von Gesellschaften der Gigaset vereinbarten Forderungsverkaufs (Factoring) erforderlich werden sollte, ist Gigaset wirtschaftlich von den dann verfügbaren Konditionen abhängig, und eine neue Vereinbarung könnte nicht zustande kommen. Andererseits setzt Gigaset auf marktübliche Zahlungsziele seiner Lieferanten. Diesbezüglich besteht das Risiko, dass Warenkreditversicherer auf Grund der Anpassung von Bonitätskriterien risikoreduzierende Maßnahmen einleiten und nicht mehr bereit sind, Gigaset-Risiko im gleichen Umfang zu versichern, was zu ungünstigeren Zahlungsbedingungen für Gigaset führen kann. Der im April 2018 abgeschlossene Darlehensvertrag sieht bis zur vollständigen Rückführung der Kreditmittel die Einhaltung diverser Vertragspflichten vor. Eine Nichteinhaltung berechtigt den Darlehensgeber eine außerordentliche Kündigung des Darlehensvertrages auszusprechen und die Darlehenssumme fällig zu stellen, was einen ungedeckten Liquiditätsbedarf zur Folge hätte. Zu den Vertragspflichten zählt unter anderem die Einhaltung von Finanzkennzahlen. Gigaset hat die vereinbarte Finanzkennzahl für das Geschäftsjahr 2021 nicht eingehalten und sich mit den finanzierenden Banken auf einen Verzicht auf das Kündigungsrecht und einer Aussetzung der Tilgung von Darlehensraten am 16. März 2022 geeinigt. Darüber hinaus sieht der Darlehensvertrag verschiedene Vertragspflichten vor, die Gigaset als Vertragsnehmer zu beachten hat und die bei Verstoß eine Fälligstellung der Darlehenssumme zur Folge haben können. Eine Ausnahme bildet ein Kontrollwechsel in der Konzernmuttergesellschaft Gigaset AG, bei dem die derzeitige Mehrheitsaktionärin Goldin Fund Pte. Ltd., Singapur, 50 % oder mehr ihrer Anteile an der Gesellschaft auf einen oder mehrere Dritte überträgt. Ein solcher Kontrollwechsel kann ebenfalls eine außerordentliche Kündigung des Kreditvertrages nach sich ziehen. Eine frühzeitige vollständige Rückzahlung des Darlehens infolge einer Inanspruchnahme des außerordentlichen Kündigungsrechts seitens des Darlehensgebers ist nach heutigem Kenntnisstand aus eigenen liquiden Mitteln nicht möglich. Bei Gigaset fallen sowohl Erträge als auch Aufwendungen in Fremdwährungen an, z. B. für die Beschaffung einer Vielzahl der Bauteile für die Produktion, die in US-Dollar bezahlt werden. Die damit verbundenen Fremdwährungsrisiken werden in der Regel durch eine währungskongruente Finanzierung der internationalen Geschäftstätigkeiten oder durch derivative Währungssicherungsinstrumente abgesichert und stellen somit kein spezifisches Risiko für die Gesellschaft dar. Aus der Veränderung von Kapitalmarktzinsen können sich Änderungen des Planvermögens zur Deckung von Pensionsverpflichtungen ergeben. Die Gigaset Communications GmbH lässt sich laufend steuerlich beraten, um etwaige Risiken frühzeitig erkennen zu können. Die Gesellschaft hat im Jahr 2020 eine Prüfungsanordnung im Bereich der Umsatz- und Ertragsteuern für die Geschäftsjahre 2014 bis 2018 erhalten. An der Prüfung beteiligt sich auch das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Die Prüfung wurde nach der am 18. Oktober 2021 abgehaltenen Schlussbesprechung beendet. Steuerliche Risiken sind wie alle anderen betrieblichen Risiken auf Ebene der einzelnen Gesellschaften isoliert und werden nicht, beispielsweise durch eine Organschaft oder Gruppenbesteuerung, auf Ebene der Muttergesellschaft kumuliert. Zur Begrenzung möglicher steuerlicher Risiken aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr mit und zwischen den Auslandsgesellschaften wird jährlich eine Verrechnungspreisdokumentation unter Federführung einer mit Gigaset vertrauten und auf Verrechnungspreise spezialisierten externen Steuerberatungsgesellschaft erstellt. 4.4 Gesamtaussage zum Chancen- und Risikobericht Die wesentlichen Chancen der Gigaset liegen in den zukunftsorientierten und margenträchtigen Marktsegmenten, deren Potenzial durch den weiteren Aus- und Aufbau der Geschäftsbereiche Professional, Smart Home und Smartphones erschlossen werden soll. Sollte sich die Wahrnehmung der unternehmerischen Chancen und die Erschließung der damit verbundenen Umsatzpotenziale nicht im angestrebten Umfang realisieren lassen, besteht auf Grund des rückläufigen Kerngeschäftes ein Risiko aus schwächeren Verkaufszahlen. Gigaset ist auf eine ausreichende Liquiditätsversorgung angewiesen. Eine solche hängt neben dem geplanten Zufluss von liquiden Mitteln aus dem operativen Geschäft auch von der plangemäßen Verfügbarkeit der Kreditmittel aus dem Darlehensvertrag sowie der anderen eingesetzten Instrumente zur Refinanzierung ab. Sollte es hier zu Einschränkungen kommen, könnte dieses einen ungedeckten Liquiditätsbedarf zur Folge haben. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Einzelhandel sowie die Verfügbarkeit von Material bleiben weiterhin ein Unsicherheitsfaktor, dessen Auswirkung auf das Geschäft von Gigaset schwer vorherzusagen ist. 5 Prognosebericht und Ausblick5.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die globale Wachstumsdynamik - vor allem in China, den USA und der EU - ging bis Ende 2021 bereits wieder deutlich zurück, da die Auswirkungen der geld- und fiskalpolitischen Anreize allmählich nachließen und größere Unterbrechungen der Lieferketten auftraten. Der zunehmende Inflationsdruck in vielen Volkswirtschaften stellt ein zusätzliches Risiko für die Erholung dar. Darüber hinaus stehen dem globalen Wirtschaftsaufschwung auch neue Corona-Infektionswellen, anhaltende Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt sowie fortgesetzte Probleme in der Lieferkette gegenüber. Nach einem Wachstum von 5,9 % im Jahr 2021 erwartet der IWF für das Jahr 2022 nur noch ein Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung von 4,4 %. Die entwickelten Volkswirtschaften sollen um 3,9 % wachsen (2021: 5,0 %), die Schwellen- und Entwicklungsländer um 4,8 % nach 6,5 % in 2021. Die Wirtschaft der EU soll ein Plus von 3,9 % (2021: 5,2 %) erzielen. Die deutsche Wirtschaft dürfte nach Einschätzung der IWF-Experten mit einem Plus von 3,8 % hingegen stärker als in 2021 (+2,7 %) wachsen. Für Frankreich wird ein Wachstum von 3,5 % (2021: 6,7 %), für Italien von 3,8 % (2021: 6,2 %) und für Spanien von 5,8 % (2021: 4,9 %) erwartet. Für die Wirtschaft der Niederlande wird laut Statista ein Plus von 3,2 % (2021: 3,8 %) und für die Schweiz nach Einschätzung des Staatssekretariat für Wirtschaft SECO ein Plus von 3,0 % nach 3,3 % erwartet. Mit Auftreten des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine und den damit verbundenen Sanktionen durch den Westen wird eine weitere Verschlechterung der Konjunktur erwartet. Genaue Prognosen können durch den dynamischen Geschehnisverlauf nicht getroffen werden. Für Gigaset besteht ein gewisses Risiko, dass die Geschäfte in Russland und im Balkan nicht wie gewohnt fortgesetzt werden können, auch die Liefersituation bei Vorprodukten könnte sich weiter eintrüben. Es ist nicht auszuschließen, dass der Zugriff auf Vermögenswerte der russischen Tochtergesellschaft infolge weiterer Sanktionen erschwert wird. 5.2 Branchenentwicklung 5.2.1 Phones Nach Einschätzung von Statista entwickelt sich der weltweite Markt für Festnetztelefonie in den kommenden Jahren leicht positiv. Der Umsatz in diesem Segment soll demnach von etwa EUR 6,2 Mrd in 2021 bis auf EUR 7,1 Mrd im Jahr 2026 steigen. Für Gesamteuropa prognostiziert Statista für 2021 einen Umsatz von etwa EUR 1,4 Mrd und bis 2026 einen Anstieg bis auf EUR 1,5 Mrd. Gigaset teilt diese positive Projektion nicht in vollem Umfang und kalkuliert eher defensiv. Die Gesellschaft geht davon aus, dass sich der Markt für Festnetztelefonie in Europa und weltweit bedingt durch den wachsenden Anteil mobiler Kommunikation weiterhin rückläufig entwickeln wird. Absolut gesehen erwartet Gigaset für den Markt der schnurlosen Festnetztelefonie zudem ein weiterhin abnehmendes Preisniveau. Dessen ungeachtet will Gigaset seine Marktanteile im Produktbereich Phones verteidigen und gegenüber dem Wettbewerb weiter ausbauen. 5.2.2 Smartphones Der weltweite Smartphone-Absatz hat nach Einschätzung von Statista seine coronabedingte Talsohle im Jahr 2020 durchschritten und soll bereits in 2023 mit einem Absatz von 1,465 Mrd Stück fast an das Rekordjahr 2016 (1,469 Mrd Stück) anschließen. Gigaset konnte bereits im vergangenen Geschäftsjahr 2021 wieder Boden gut machen und sieht sich für weiteres Wachstum gut aufgestellt. Weiterhin werden Kunden im Consumer-Umfeld mit Smartphones im niedrigen bis mittleren Preissegment adressiert und spezielle Segmentlösungen für z. B. ältere Zielgruppen entwickelt. Im Business-Umfeld wird sich die Flexibilität durch die lokale Fertigung weiter auszahlen und Kunden für die Marke Gigaset gewinnen. 5.2.3 Smart Home Gemäß einer Prognose von Statista dürfte der Umsatz im deutschen Smart Home-Markt im Jahr 2022 bei etwa EUR 7,1 Mrd liegen. Bis zum Jahr 2025 erwartet Statista einen weiteren Anstieg des Marktvolumens auf EUR 9,6 Mrd. Das entspräche einem jährlichen Umsatzwachstum von 10,6 % (CAGR 2021-2025). Einer repräsentativen Studie von Splendid Research zufolge verwenden bereits 40 % der Deutschen mindestens eine Smart Home-fähige Anwendung, weitere 38 % zeigen sich daran interessiert. Laut Statista wird der Umsatz im weltweiten Smart Home-Markt 2022 etwa EUR 122,9 Mrd betragen und bis zum Jahr 2025 ein Marktvolumen von EUR 182,4 Mrd erreichen. Das entspräche einem jährlichen Umsatzwachstum von 14,1 %. Damit ist der Smart Home-Markt einer der Märkte mit den höchsten Wachstumsraten. Gigaset sieht sich im Bereich Smart Home durch die Adressierung der vier Themenfelder Sicherheit, Komfort, Energie und Pflege gut aufgestellt und erwartet eine weiter positive Entwicklung des Smart Home-Segments. Jedoch geht das Unternehmen auch weiterhin von einer langsameren als in den Studien prognostizierten Entwicklung aus. Die realen Umsatzzahlen in der gesamten Branche während der letzten Jahre haben mit den Prognosen konstant nicht mithalten können. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich das von der gesamten Branche erwartete progressive Wachstum nicht doch zeitnah zeigen wird. Gigaset will dafür mit den richtigen Produkten, Lösungen und Partnern ideal aufgestellt sein. Aus diesem Grund setzt Gigaset weiter unverändert auf Anschlussinvestitionen, bindet neue Systemkomponenten mit ein und entwickelt die Smart Home-App kontinuierlich weiter. Zusätzlich bereitet Gigaset schon jetzt das Portfolio auf den neuen Smart Home-Standard "Matter" vor. 5.2.4 Professional Nach Einschätzungen von MZA Consultants wird weiterhin von einer Zunahme der Bedeutung für den Bereich der Geschäftskundentelefonie für die IP-Telefonie, vor allem in Westeuropa, erzeugt durch den Wandel von traditioneller TDM-Telefonie hin zu All-IP- und hybriden Lösungen, erwartet. Hierzu verspricht sich Gigaset für das Segment Professional ein zukünftiges Umsatzwachstum in Anbetracht der bereits angekündigten Partnerschaft mit Unify für die exklusive Herstellung der nächsten Tischtelefon-Familie. Eine wachsende Bedeutung der IP-Telefonie im Bereich Professional erwartet Gigaset deshalb auch in Europa. Gigaset hat sich mit seinen Geschäftskundenlösungen erfolgreich aus dem KMU-Segment in das Enterprise-Geschäft entwickelt. Dieses neue Marktsegment kann nun erfolgreich adressiert werden und enthält analog zum Gesamtwachstum der Branche ein entsprechendes Wachstumspotenzial - z.B. auch durch den Einsatz von sogenannten AML (Alarm, Messaging und Location Lösungen), die von großen Unternehmen, Krankenhäusern, Behörden und vielen anderen Institutionen eingesetzt werden. Auch in diesem Kontext ist die exklusive Partnerschaft mit der Unify Software and Solutions GmbH & Co. KG von besonderer Bedeutung. Hier wird Gigaset die nächste Tischtelefon-Familie für Unify entwickeln und diese auf Grund erworbener Software-Lizenzen auch im eigenen Portfolio einsetzen. Die Auslieferung der Geräte erfolgt ab diesem Jahr. Insgesamt sollen in den Folgejahren dann rund fünf Millionen Geräte der neuen Tischtelefonserie verkauft werden. 5.3 Entwicklung Gigaset Communications GmbH 5.3.1 Ertragslage Das abgelaufene Geschäftsjahr 2021 stand weiterhin im Fokus der Corona-Pandemie und wurde im Laufe des Jahres von einer globalen Lieferengpasskrise für sämtliche Produkte und Materialien geprägt. Nachdem in 2020 infolge der Corona-Pandemie starke Umsatz- und Absatzeinbrüche zu verzeichnen waren, entspannte sich die Situation in 2021. Aus dem Nachfrageeinbruch des Vorjahres resultierte für Gigaset ein deutlicher Nachholeffekt in Verbindung mit einem allgemein gestiegenen Interesse an Telekommunikationsprodukten. Infolge der weltweiten Lieferengpässe sämtlicher Materialien traf Gigaset insbesondere die Knappheit an Halbleiterprodukten, sodass die Nachfrage vor allem im zweiten Halbjahr 2021 nicht bedient werden konnte. Der Produktionsrückstand trägt sich weiter in das Jahr 2022, wo mit einer allmählichen Entspannung im Jahresverlauf auf der Beschaffungsseite gerechnet wird. Die Gigaset geht für das Geschäftsjahr 2022 von einer leicht positiven Entwicklung beim Umsatz und EBITDA aus. In Summe wird ein Umsatz auf Vor-Corona Niveau für das Geschäftsjahr 2022 angestrebt, sodass die vor der Pandemie eingeschlagene Entwicklung fortgesetzt werden kann. Der langjährige Trend des Marktrückgangs im Phones Bereich wird weiterhin Bestand haben und konsequent durch die positive Entwicklung der übrigen Geschäftsbereiche kompensiert. Gigaset wird zur Erreichung seiner Ziele das Kostenmanagement auch 2022 weiter fortsetzen und abhängig von der Umsatzentwicklung und anderen wirtschaftlichen Risikofaktoren mit Augenmaß investieren. Entsprechend der Umsatzentwicklung erwartet Gigaset für das Jahr 2022 eine Stabilisierung der Ergebnislage, anhand derer die geplante Transformation der Gigaset weiter vorangetrieben werden kann. Gigaset hat einen Großteil des US-Dollar-Risikos 2022 abgesichert. Die Prognose basiert darüber hinaus auf einem Wechselkurs von USD 1,18 pro Euro. Dieser Prognose liegen die beschriebenen gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Entwicklungen zugrunde. 5.3.2 Finanzlage Die Gesellschaft finanziert sich derzeit im Wesentlichen aus dem operativen Geschäft und wird sich in Anbetracht der noch nicht vollends überstandenen Pandemie weiterhin auf eine optimale Steuerung der Liquidität unter Ausnutzung sämtlicher zur Verfügung stehender und im Gesamtkontext sinnvoller Finanzierungsmöglichkeiten fokussieren. Die Strategie der Gesellschaft zur Sicherung der finanziellen Stabilität bleibt unverändert konservativ, um die operative und strategische Flexibilität der Gesellschaft zu wahren. Gigaset verfügte zum Jahresende 2021 über einen Bestand an Zahlungsmitteln in Höhe von EUR 16,5 Mio. Aus diesem Zahlungsmittelbestand sind neben dem operativen Bedarf auch Rückzahlungen im Rahmen der externen Finanzierung zu leisten. Gigaset erwartet entsprechend der Planung, dass auch unter Berücksichtigung der Zahlungsverpflichtungen ein deutlich positiver Zahlungsmittelbestand zum Geschäftsjahresende 2022 vorhanden sein wird. 5.4 Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung Prognoseausblick 202 2 Der Prognoseausblick der Gesellschaft gibt, in Relation zu den wesentlichen Chancen und Risiken, die Sicht des Vorstands auf das kommende Geschäftsjahr 2022 wieder. Der Prognosebericht enthält zukunftsbezogene Angaben, die auf den Erwartungen und Einschätzungen der Gigaset Communications GmbH basieren. Diese Annahmen unterliegen gewissen Unwägbarkeiten, die in Summe oder einzeln dazu führen können, dass die prognostizierte Geschäftsentwicklung von der tatsächlichen abweicht. Wesentliche Faktoren sind politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die seitens des Unternehmens nicht beeinflusst werden können. Grundlegende Annahmen Die Annahmen in diesem Ausblick gehen von einer unveränderten Aufstellung und Zusammensetzung der Gigaset Communications GmbH aus. Der Ausblick berücksichtigt alle zum Zeitpunkt der Aufstellung vorliegenden Erkenntnisse, die einen Einfluss auf den Geschäftsverlauf der Gesellschaft haben könnten. Auswirkungen auf die Gigaset Communications GmbH Die Weltwirtschaft startet laut den Experten des IWF das Jahr 2022 schwächer, als bisher erwartet. Mit der Ausbreitung der neuen Coronavirus-Variante Omikron haben viele Länder, darunter auch Deutschland, wieder Mobilitätsbeschränkungen verhängt. Von Zugangsbeschränkungen und zeitweiser Homeoffice-Pflicht sind das produzierende wie das Dienstleistungsgewerbe, aber auch der Einzelhandel betroffen. Zugleich verursachen die verschärften Hygienevorschriften und die Notwendigkeit einer schnelleren Digitalisierung den Unternehmen zum Teil deutliche Mehrkosten. Für Risiken infolge der Coronapandemie sorgt auch die starke Zunahme des Online-Handels, denn sie bedeutet gleichzeitig teils drastische Einbußen im herkömmlichen Handel. Das Auftreten neuer Coronavirus-Varianten könnte die Pandemie verlängern und zu neuen, schlecht abzuschätzenden wirtschaftlichen Störungen führen. So haben steigende Energiepreise und Versorgungsunterbrechungen zuletzt schon zu einer deutlich erhöhten Inflation geführt. Sollte diese Entwicklung andauern, birgt auch das für Unternehmen Risiken, ebenso wie die zunehmenden geopolitischen Spannungen und die anhaltenden Auswirkungen aus dem Klimawandel. Einen Teil dieser Risiken trägt auch Gigaset. Neben den beschriebenen Risiken die sich aus der nach wie vor anhaltenden Coronakrise und der neuen Unsicherheit durch die Ukraine Russland-Krise ergeben, besteht für Gigaset im laufenden Jahr 2022 vor allem das Risiko, dass sich globale Lieferkettenprobleme und die bestehende Knappheit auf der Beschaffungsseite, vor allem die mangelnde Verfügbarkeit von Chips, negativ auf die Produktion und somit Produktverfügbarkeit auswirken und damit eine konstante Auslastung der Produktionskapazitäten verhindern. Die Situation wird durch eine sich zunehmend komplexere Logistik - hier vor allem hinsichtlich freier Frachtkapazitäten und deren Kosten - erschwert. Ebenso sieht sich die Gesellschaft Risiken mit Blick auf die Kostenentwicklung von Vorprodukten und Produktionsmaterialien sowie im Energiebereich ausgesetzt, die zu steigenden Produktionskosten führen, aber nicht ohne weiteres auf Kunden umgelegt werden können. Dies würde in der Konsequenz die Margen-Qualität reduzieren und sich damit negativ auf verschiedene Kennzahlen auswirken. Gesamtaussage der Geschäftsführung für 202 2 Angesichts der im Prognoseausblick beschriebenen Annahmen und unter Ausschluss einer plötzlichen, deutlichen Verschlechterung des Pandemie-Geschehens oder der Lieferketten-Situation, erwartet Gigaset für das Geschäftsjahr 2022 folgende Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage:
Bocholt, den 06. Mai 2022 Die Geschäftsführung der Gigaset Communications GmbH Klaus Weßing Thomas Schuchardt Bilanz zum 31. Dezember 2021Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021
Anhang für das Geschäftsjahr 2021I. Grundlagen des AbschlussesDer Jahresabschluss und der Lagebericht der Gigaset Communications GmbH, nachfolgend "Gigaset" oder "Gesellschaft" genannt, werden nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften und des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Gigaset Communications GmbH mit Sitz an der Frankenstraße 2, 46395 Bocholt, ist im Handelsregister beim Amtsgericht Coesfeld unter HRB 16595 eingetragen. Die Gigaset ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 und 4 HGB. Das Geschäftsjahr ist gleich dem Kalenderjahr. Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Geschäftszweck Geschäftszweck der Gigaset ist die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von Elektro- und Elektronikartikeln sowie hiermit verbundenen Dienstleistungen. Zur Gigaset gehören 2 Standorte:
I. I ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden unverändert zum Vorjahr angewendet. II. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDie Gigaset stellt die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren auf. 1. Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände Die Gesellschaft entwickelt für ihre Produkte neue Hardware und Software. Das Wahlrecht der Aktivierung von selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens nach § 248 Abs. 2 i.V.m. § 255 Abs. 2 und 2a HGB nimmt die Gesellschaft in Anspruch. Aufwendungen in der Entwicklungsphase (§ 255 Abs. 2a HGB) von immateriellen Vermögensgegenständen werden als Herstellungskosten aktiviert. Diese umfassen neben den Materialeinzelkosten, Fertigungseinzelkosten und Sondereinzelkosten der Fertigung auch angemessene Teile der Materialgemeinkosten, Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind. Immaterielle Vermögensgegenstände werden, soweit gegen Entgelt erworben, zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über maximal zehn Jahre abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Die Nutzungsdauern der immateriellen Vermögensgegenstände werden auf Basis der wirtschaftlichen Nutzungsdauern festgelegt.
Sachanlagen Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und gegebenenfalls außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibung erfolgt grundsätzlich über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer nach der linearen Abschreibungsmethode. Die Nutzungsdauern und damit die Abschreibungswerte, für ab dem 1. Januar 2009 zugegangene Wirtschaftsgüter, werden auf Basis des tatsächlichen Werteverzehrs festgelegt. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Die Gesellschaft nimmt im Geschäftsjahr das Wahlrecht in Anspruch, die geringwertigen Vermögenswerte, die 800 € nicht übersteigen, direkt im Jahr der Anschaffung abzuschreiben.
Finanzanlagen Finanzanlagen (Anteile an verbundenen Unternehmen) werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen werden Abschreibungen auf einen niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag vorgenommen. Sollte sich in Folgejahren herausstellen, dass die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung entfallen sind, wird eine entsprechende Zuschreibung vorgenommen. Ausleihungen werden zum Nennwert bilanziert. 2. Umlaufvermögen In den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Waren sowie geleistete Anzahlungen zu Anschaffungskosten oder niedrigeren beizulegenden Werten am Bilanzstichtag angesetzt. Bei der Ermittlung der Anschaffungskosten für die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren wird das Durchschnittswertverfahren als Berechnungsmethode angewandt. Fertige und unfertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen neben den Materialeinzelkosten, Fertigungseinzelkosten und Sondereinzelkosten der Fertigung auch angemessene Teile der Materialgemeinkosten, Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind. Der Umfang der Herstellungskosten ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Abwertungen werden für Bestandsrisiken, die sich aus geminderter Verwertbarkeit und technischer Veralterung ergeben, sowie im Rahmen der verlustfreien Bewertung in angemessenem und ausreichendem Umfang vorgenommen. Fremdkapitalzinsen werden nicht in den Herstellungskosten erfasst. Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag bzw. zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt. Abschreibungen auf Forderungen werden entsprechend der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls gebildet. Es werden sowohl Einzelwertberichtigungen als auch Pauschalwertberichtigungen vorgenommen. Fremdwährungsumrechnungen der Forderungen erfolgen zum Devisenkassamittelkurs bei Zugang. Forderungen mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr werden zum Bilanzstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet. Entsprechende Aufwendungen oder Erträge aus der Folgebewertung werden erfolgswirksam realisiert. Bei Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr erfolgt die Umrechnung zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag nur, sofern der Stichtagskurs zu einer verminderten Forderung führt. Erfolgt aufgrund der Wechselkursentwicklung eine Erhöhung zum Stichtag, wird dies nicht berücksichtigt. Guthaben in Fremdwährung werden zum Devisenkassamittelkurs in Euro umgerechnet. Zur Erfüllung von Altersteilzeitverpflichtungen sind entsprechende Mittel in Form von Fondsvermögen sowie Bankguthaben angelegt. Die Bewertung des Fondsvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Festgelder und Bankguthaben sind zu Anschaffungskosten bzw. Nominalwert angesetzt. Diese werden mit den jeweils zugrunde liegenden Verpflichtungen gemäß § 246 Abs. 2 HGB verrechnet. Entsprechend wird mit den zugehörigen Aufwendungen und Erträgen aus Zinseffekten aus dem zu verrechnenden Vermögen und Verpflichtungen verfahren. Der sich ergebende Verpflichtungsüberhang wird unter den Rückstellungen erfasst. Die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennbetrag angesetzt. 3. Rechnungsabgrenzungsposten Die Rechnungsabgrenzungsposten enthalten transitorische Aufwendungen, die in der Regel zeitproportional erfolgswirksam aufgelöst werden. 4. Latente Steuern Bei der Ermittlung der latenten Steuern wird das bilanzorientierte "temporary concept" verwendet. Dieser Ansatz verlangt einen vollständigen Vergleich der Posten der Handels- und Steuerbilanz als Basis für die Ermittlung der latenten Steuern. Weiterhin sind latente Steuern auf quasi-permanente Differenzen zu bilden. Bei der Ermittlung der latenten Steuern sind steuerliche Verlustvorträge zu berücksichtigen, wenn diese innerhalb der auf den Bilanzstichtag fünf folgenden Geschäftsjahre zur Verlustverrechnung herangezogen werden können. Die Steuerlatenzen werden mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen zum Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und werden nicht abgezinst. Die ausgewiesenen Steuerabgrenzungen werden aufgelöst, sobald die Steuerbe- oder -entlastung eintritt oder mit ihr voraussichtlich nicht mehr zu rechnen ist. Passive latente Steuern werden in voller Höhe gebildet. Die Gesellschaft nimmt das Wahlrecht zur Aktivierung aktiver latenter Steuern in Anspruch. Der Bilanzausweis der aktiven und passiven latenten Steuern erfolgt saldiert. Der Aufwand oder der Ertrag aus der Veränderung der bilanzierten latenten Steuern wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesen. 5. Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert angesetzt und voll eingezahlt. 6. Rückstellungen und Verbindlichkeiten Nach § 253 Abs. 1 HGB sind Verbindlichkeiten zu ihrem Erfüllungsbetrag und Rückstellungen in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags anzusetzen. Im Falle von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr erfolgt die Bewertung zum laufzeitäquivalent abgezinsten Erfüllungsbetrag. Hierfür werden diese mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Die Abzinsungssätze werden von der Deutschen Bundesbank nach Maßgabe einer Rechtsverordnung ermittelt. Pensionsrückstellungen Die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen erfolgt für die bisher zugesagten leistungsorientierten Pensionszusagen sowie für die beitragsorientierten Pensionsrückstellungen nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß dem Anwartschaftsbarwertverfahren mit ihrem Erfüllungsbetrag. Gemäß Art. 75 Abs. 6 Satz 1 EGHGB n.F. i.V.m. § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB n.F. sind Altersversorgungsverpflichtungen im Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2021 unter Zugrundelegung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangen zehn Geschäftsjahre bewertet worden. Gemäß § 253 Abs. 2 HGB werden die Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der Diskontierungssatz wird von der Deutschen Bundesbank nach Maßgabe einer Rechtsverordnung ermittelt. Für die Bewertung der Pensionszusagen werden zum Stichtag folgende Zinssätze angewandt:
Zum 1. Januar 2009 wurde die Bilanzierung der Pensionsrückstellungen auf BilMoG umgestellt. Der Differenzbetrag zwischen dem Rückstellungsbetrag zum 31. Dezember 2008 und dem nach neuen Bewertungsregeln ermittelten Betrag zum 1. Januar 2009 wird nach Artikel 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB über 15 Jahre bis zum 31. Dezember 2023 zu jährlich mindestens einem Fünfzehntel angesammelt. Die Summe der nicht passivierten Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen gemäß Artikel 67 Abs. 2 EGHGB beträgt zum Stichtag 31. Dezember 2021 EUR 0,7 Mio (Vj. EUR 1,0 Mio). Sonstige wesentliche Bewertungsannahmen lauten wie folgt:
Deckungsvermögen Die Gesellschaft hält Anteile an Fondsvermögen zur Deckung von Deferred Compensation-Verpflichtungen. Weiterhin hält die Gesellschaft Anteile an einem Fondsvermögen zur Deckung von übrigen Pensionsansprüchen ("Contractual Trust Agreement"). Beide Anteilskategorien sind dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen und dienen ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus diesen Altersversorgungsverpflichtungen. Gemäß § 246 Abs. 2 HGB werden diese Vermögensgegenstände mit den zugehörigen Altersversorgungsverpflichtungen saldiert ausgewiesen. Die Vermögensgegenstände werden nach § 253 Abs. 1 HGB in Verbindung mit § 255 Abs. 4 HGB mit ihrem beizulegenden Zeitwert (Börsenkurs) am Stichtag bewertet. Für die Jubiläumsrückstellungen wurde als Bewertungsmethode die projizierte Einmalbetragsmethode (Projected-Unit-Credit-Methode) verwendet. Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen Die Rückstellungen für Altersteilzeit (abgeschlossene Verträge sowie potenzielle Anwärter) werden ebenfalls nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Beachtung der Richttafeln 2018 G von Dr. Heubeck ermittelt. Den Verpflichtungen aus Altersteilzeit liegen erwartete Einkommenssteigerungen von 2,25 % (Vj. 2,25 %) zugrunde und werden mit 0,30 % (Vj. 0,44 %) abgezinst. Sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten In den sonstigen Rückstellungen werden nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung individuelle Vorsorgen für alle erkennbaren Risiken aus ungewissen Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet. Die Bewertung der Verbindlichkeiten, Steuerrückstellungen sowie sonstigen Rückstellungen erfolgt zum Erfüllungsbetrag nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung. Für die Ermittlung des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrags werden Annahmen zu zukünftigen Preis- und Kostenverhältnissen zum Zeitpunkt des tatsächlichen Anfalls der Aufwendungen getroffen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Steuerrückstellungen werden in Höhe der zu erwartenden Steuernachzahlung gebildet. Fremdwährungsumrechnungen der Verbindlichkeiten erfolgen zum Tageskurs bei Zugang. Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr werden zum Bilanzstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet. Entsprechende Aufwendungen oder Erträge aus der Umbewertung werden erfolgswirksam erfasst. Bei Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr erfolgt die Umrechnung zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag nur, sofern der Stichtagskurs zu einer höheren Verbindlichkeit führt. Erfolgt aufgrund der Wechselkursentwicklung eine Verminderung zum Stichtag, wird dies nicht berücksichtigt. Soweit möglich und sinnvoll werden zu Sicherungszwecken geschlossene derivative Finanzinstrumente mit vergleichbaren Risiken der Grundgeschäfte zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Diese werden nach der Einfrierungsmethode bilanziert, d. h. in dem Umfang und für den Zeitraum, in dem sich die gegenläufigen Wertänderungen oder Zahlungsströme ausgleichen, findet keine buchmäßige Erfassung der Bewertung statt. 7. Erlöse, Kosten und Aufwendungen Umsatzerlöse werden ausgewiesen, wenn die Lieferungen oder Leistungen ausgeführt sind und der Gefahrenübergang erfolgt ist. Forschungsaufwendungen werden in voller Höhe als Aufwand erfasst. Entwicklungsaufwendungen werden aktiviert, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Die Vermögensgegenstände werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. III. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG1. Aufgliederung der Umsätze Die Umsätze des Geschäftsjahres wurden in folgenden Bereichen erzielt und ergeben sich wie folgt:
Die folgende Übersicht enthält die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Sitz der Kunden:
2. Sonstige betriebliche Erträge Die Position sonstige betriebliche Erträge setzt sich wie folgt zusammen:
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 1,1 Mio (Vj. EUR 2,4 Mio) enthalten, die im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von EUR 1,0 Mio (Vj. EUR 1,4 Mio) und aus der Auflösung wertberichtigter Forderungen in Höhe von EUR 0,1 Mio (Vj. EUR 0,9 Mio) resultieren. Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Zuschüsse im Rahmen der staatlichen Corona Überbrückungshilfe in Höhe von EUR 3,4 Mio. 3. Personalaufwand Der Personalaufwand in Höhe von EUR 44,5 Mio (Vj. EUR 43,2 Mio) setzt sich aus Gehältern in Höhe von EUR 37,1 Mio (Vj. EUR 33,3 Mio) sowie sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von EUR 7,4 Mio (Vj. EUR 9,9 Mio) zusammen. 4. Abschreibungen Im Berichtsjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände vorgenommen. 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die Position sonstige betriebliche Aufwendungen setzt sich wie folgt zusammen:
Die konzerninternen Weiterverrechnungen resultieren überwiegend aus Kosten für Forschung und Entwicklung EUR 7,7 Mio (Vj. EUR 7,1 Mio), Vertrieb EUR 3,2 Mio (Vj. EUR 3,3 Mio), und Management Charges EUR 1,4 Mio (Vj. EUR 1,7 Mio). Der Marketingaufwand beinhaltet im Wesentlichen Kosten für Marketingmaßnahmen in Höhe von EUR 4,7 Mio (Vj. EUR 5,2 Mio), Werbekosten EUR 2,8 Mio (Vj. EUR 2,1 Mio) und Vermittlungsgebühren EUR 1,6 Mio (Vj. EUR 0,8 Mio). Die Fracht- und Transportkosten beinhalten Ausgangsfrachten EUR 4,1 Mio (Vj. EUR 3,7 Mio) und Logistikkosten der Lagererweiterung EUR 2,9 Mio (Vj. EUR 3,7 Mio). Die Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von EUR 1,1 Mio (Vj. EUR 0,8 Mio) beziehen sich auf externe Leistungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten ferner Aufwendungen für Pensionen gem. Art. 67 Abs. 1 und Abs. 2 EGHGB in Höhe von EUR 0,3 Mio. 6. Finanzergebnis
Die Zinserträge resultieren im Wesentlichen aus der laufenden Verzinsung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus dem internen Cashpooling in Höhe von EUR 1,0 Mio (Vj. EUR 1,1 Mio). Die Erträge aus Beteiligungen resultieren aus Dividendenzahlungen aus der Gigaset Communications Polska Sp. z o.o., Breslau, in Höhe von EUR 0,3 Mio (Vj. EUR 0,3 Mio). Die Aufwendungen aus Verlustübernahme beinhalten Aufwendungen aus der Ergebnisabführung aus der Gigaset elements GmbH, Bocholt, in Höhe von EUR 1,0 Mio (Vj. EUR 0,6 Mio) gemäß Vertrag vom 07. Oktober 2016. Die Zinsaufwendungen in Höhe von EUR 9,2 Mio (Vj. EUR 8,3 Mio) resultieren überwiegend aus Aufzinsung für Pensionen in Höhe von EUR 8,2 Mio (Vj. EUR 6,8 Mio), aus Zinsen für Factoring EUR 0,3 Mio (Vj. EUR 0,3 Mio) und aus Zinsen und Bürgschaftsgebühren für das im Jahr 2018 aufgenommene Darlehen in Höhe von EUR 0,7 Mio (Vj. EUR 0,7 Mio). 7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
In den laufenden Steuererträgen sind periodenfremde Steuererträge von EUR 1,4 Mio enthalten. IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ1. Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist dem Anlagespiegel zu entnehmen. Immaterielle Vermögensgegenstände Im Geschäftsjahr wurden EUR 10,1 Mio (Vj. EUR 8,4 Mio) Entwicklungsaufwendungen aktiviert. Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen des Geschäftsjahres inklusive der Aktivierungen beträgt EUR 11,2 Mio (Vj. EUR 9,2 Mio). Die aktivierten Entwicklungsaufwendungen betreffen Entwicklungen neuer Produkte für alle Geschäftsbereiche. Die selbsterstellten immateriellen Vermögenswerte des Geschäftsjahres werden i.d.R. über 60 bis 72 Monate abgeschrieben. AnteilsbesitzlisteZum 31. Dezember 2021 hält die Gigaset Communications GmbH Anteile an folgenden Gesellschaften:
Die genannten Eigenkapital- und Ergebniswerte unterliegen folgenden Währungskursen zu den jeweiligen Bilanzstichtagen:
2. Vorräte Die Vorräte setzen sich zum Stichtag wie folgt zusammen:
3. Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus dem Cashpool in Höhe von EUR 39,3 Mio (Vj. EUR 46,0 Mio), aus den sonstigen Forderungen in Höhe von EUR 4,4 Mio (Vj. EUR 3,8 Mio) sowie aus dem gruppeninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr in Höhe von EUR 4,7 Mio (Vj. EUR 4,0 Mio). Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen den Factorer in Höhe von EUR 6,7 Mio (Vj. EUR 7,4 Mio) (Abrechnung und Kaufpreiseinbehalt), Forderungen aus Sicherheitshinterlegungen für Derivate und Kautionen in Höhe von EUR 0,3 Mio (Vj. EUR 1,7 Mio), Forderungen aus Pensionsvorauszahlungen in Höhe von EUR 2,4 Mio (Vj. EUR 0,0 Mio), Forderungen aus Vorsteueransprüchen in Höhe von EUR 2,1 Mio (Vj. EUR 0,0 Mio), Forderungen aus staatlichen Corona Überbrückungshilfen in Höhe von EUR 3,4 Mio, sowie Forderungen aus Anzahlungen an Dienstleister und Überzahlungen an Lieferanten in Höhe von EUR 0,7 Mio (Vj. EUR 0,5 Mio). 4. Latente Steuern Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten gebildet. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines Ertragssteuersatzes in Höhe von 31,8 %. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Im Falle einer Steuerentlastung wird vom entsprechenden Aktivierungswahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht. Die in der Bilanz angesetzten latenten Steuern werden saldiert ausgewiesen und betragen EUR 13,1 Mio (Vj. EUR 11,6 Mio). Diese resultieren aus folgenden Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie nutzbaren Verlustvorträgen:
Der Ergebniseffekt aus der Fortschreibung der latenten Steuern zum 31. Dezember 2021 ist in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesen. 5. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt EUR 25.000,00. Der Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 HGB unterliegen folgende Beträge:
Bei der obigen Darstellung erfolgte kein Abzug der auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und der zum Zeitwert bilanzierten Vermögensgegenstände entfallenden passiven latenten Steuern, um eine Abstimmung mit den in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung enthaltenen Beträgen zu erleichtern. Da ein solcher Abzug in gleicher Höhe den ausschüttungsgesperrten Betrag aus angesetzten aktiven latenten Steuern erhöhen würde, ergeben sich aus dieser Vorgehensweise keine Auswirkungen auf den ausschüttungsgesperrten Gesamtbetrag. ErgebnisverwendungsvorschlagDer Jahresfehlbetrag beträgt EUR 3.222.309,70. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrages von EUR 12.221.966,16 ergibt sich ein Bilanzverlust von EUR 15.444.275,86. Zur Verwendung des Bilanzverlustes schlägt die Geschäftsführung vor, den Betrag auf neue Rechnung vorzutragen. 6. Rückstellungen Pensionsrückstellungen Die Pensionsrückstellungen umfassen die direkten vertraglichen Versorgungsansprüche der tariflichen und übertariflichen Mitarbeiter, der Pensionäre und der Hinterbliebenen sowie deren Ansprüche auf Übergangszuschüsse. Weiterhin beinhaltet die Rückstellung Verpflichtungen aus Ansprüchen von Mitarbeitern aus der Umwandlung von Prämien- in Rentenansprüche (Deferred Compensation). Für Pensionsverpflichtungen aus Direktzusagen und Deferred Compensation hält die Gesellschaft Fondsvermögen, das sich als Deckungsvermögen qualifiziert. Gemäß § 246 Abs. 2 HGB werden diese Vermögensgegenstände mit den zugehörigen Altersversorgungsverpflichtungen saldiert ausgewiesen. Die Vermögensgegenstände werden nach § 253 Abs. 1 HGB mit ihrem beizulegenden Zeitwert am Stichtag bewertet. Die Bewertung der Fondsanteile zum beizulegenden Zeitwert berücksichtigt sowohl zum Stichtag realisierte als auch unrealisierte Veränderungen des Zeitwertes. Die realisierten Änderungen umfassen Zins- und Dividendenerträge. Die unrealisierten Veränderungen zeigen Änderungen des Zeitwertes (aktueller Wert der Fondsanteile zum Jahresultimo) aufgrund von Kursänderungen der gehaltenen Anteile. Die Verrechnungen in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung stellen sich wie folgt dar:
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Gemäß Art. 75 Abs. 6 EGHGB n.F. war die Neufassung des § 253 HGB erstmalig im Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2016 anzuwenden. Daraus ergeben sich zum 31. Dezember 2021 unter Anwendung des Zehn-Jahres-Durchschnittzinssatzes Rückstellungen für Pensionen in Höhe von EUR 107,4 Mio. Diese liegen um EUR 9,0 Mio (Unterschiedsbetrag) unter dem Bewertungsansatz für Pensionsrückstellungen, der sich zum 31. Dezember 2021 bei Anwendung des Sieben-Jahres-Durchschnittszinssatzes ergeben hätte. Der Unterschiedsbetrag zum 31. Dezember 2021 in Höhe von EUR 9,0 Mio unterliegt einer Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 S. 2 HGB. Zum 1. Januar 2009 wurde die Bilanzierung der Pensionsrückstellungen auf BilMoG umgestellt und vom Wahlrecht gemäß Artikel 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch gemacht. Die Summe der nicht passivierten Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen gemäß Artikel 67 Abs. 2 EGHGB beträgt zum Stichtag 31. Dezember 2021 EUR 0,7 Mio (Vj. EUR 1,0 Mio). Die Gigaset hält einen Fonds als Wertpapierdepot der als Sondervermögen gem. § 285 Nr. 26 HGB zu klassifizieren ist, da die Gigaset mehr als 10 Prozent der Anteile an diesem Fonds hält. Es handelt sich um inländisches Investmentvermögen im Sinne des § 1 (10) Kapitalanlagegesetzbuch. Dieser Fonds enthält Anteile an Aktienfonds, Rentenfonds und Kassenbestände.
Steuerrückstellungen Die Steuerrückstellungen enthalten Körperschaftsteuerrückstellungen EUR 0,2 Mio (Vj. EUR 0,7 Mio) sowie Gewerbesteuerrückstellungen EUR 0,2 Mio (Vj. EUR 0,8 Mio). Die Körperschaftsteuerrückstellung enthält Steuern aus der Betriebsprüfung für Transferpreise für die Geschäftsjahre 2014-2021 in Höhe von EUR 0,2 Mio (Vj. EUR 0,7 Mio). Die Gewerbesteuerrückstellung enthält Steuern aus der Betriebsprüfung für Transferpreise für die Geschäftsjahre 2014-2021 in Höhe von EUR 0,2 Mio (Vj. EUR 0,8 Mio). Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Personalrückstellungen in Höhe von EUR 4,1 Mio (Vj. EUR 4,0 Mio), Rückstellungen für Kundenbonus in Höhe von EUR 4,6 Mio (Vj. EUR 5,5 Mio), Rückstellungen für Gewährleistungsverpflichtungen in Höhe von EUR 2,8 Mio (Vj. EUR 2,8 Mio) und Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von EUR 6,8 Mio (Vj. EUR 5,1 Mio). Zudem sind Rückstellungen für Lizenzen in Höhe von EUR 1,7 Mio (Vj. EUR 1,4 Mio) sowie Rückstellungen für Copyright Levies in Höhe von EUR 0,2 Mio (Vj. EUR 0,1 Mio) in den sonstigen Rückstellungen enthalten. Rückstellungen für Altersteilzeit Der Erfüllungsrückstand der Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von EUR 0,5 Mio (Vj. EUR 0,4 Mio) wird mit dem beizulegenden Zeitwert des Deckungsvermögens saldiert. Der beizulegende Zeitwert entspricht im Wesentlichen den Anschaffungskosten. 7. Verbindlichkeiten
In den Sonstigen Verbindlichkeiten sind Zollschulden in Höhe von EUR 3,4 Mio (Vj. EUR 0,9 Mio), Lohnsteuerverbindlichkeiten in Höhe von EUR 0,5 Mio (Vj. EUR 0,5 Mio) sowie zwei neu aufgenommene Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Lieferanten in Höhe von EUR 1,3 Mio enthalten. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen gegenüber Tochtergesellschaften und resultieren im Wesentlichen aus dem Cashpooling in Höhe von EUR 15,4 Mio (Vj. EUR 10,8 Mio), sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 3,0 Mio (Vj. EUR 2,5 Mio) und aus dem gruppeninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr in Höhe von EUR 1,5 Mio (Vj. EUR 0,6 Mio). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 12,9 Mio (Vj. EUR 14,7 Mio) wurden in voller Höhe durch Grundstücke und Gebäude, das sonstige Anlage- und Maschinenvermögen sowie einer Raumsicherungsübereignung des Warenlagers und der Verpfändung der bestehenden immateriellen Vermögensgegenstände besichert. V. SONSTIGE ANGABEN1. Mitarbeiter Im Berichtsjahr wurden durchschnittlich 636 (Vj. 638) Mitarbeiter beschäftigt. Die Mitarbeiterstruktur stellt sich im Jahresdurchschnitt wie folgt dar:
2. Geschäftsführung und Aufsichtsrat Die Geschäftsführung der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar:
Der Aufsichtsrat der Gesellschaft setzt sich folgendermaßen zusammen:
Die Mitglieder der Geschäftsführung erhalten keine Vergütung von der Gigaset Communications GmbH. Im aktuellen Geschäftsjahr und im Vorjahr wurden keine Bezüge an frühere Mitglieder der Geschäftsführung gezahlt. Im Geschäftsjahr bestehen für ausgeschiedene Geschäftsführer Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 0,5 Mio (Vj. EUR 0,6 Mio). Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates der Gigaset Communications GmbH im Geschäftsjahr 2021 stellen sich wie folgt dar:
3. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte (a) Factoring Der ursprüngliche Factoringvertrag vom 29. September 2008 mit der Coface Finance GmbH ("Coface") wurde im Januar 2022 verlängert. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum 31. März 2023. Bei der Veräußerung der Forderungen an den Factorer geht das wirtschaftliche Risiko vollständig auf Coface über, so dass die betreffenden Forderungen nach Übertragung bei der Gigaset ausgebucht werden. Das Factoring zielt maßgeblich auf die frühzeitige Realisierung der Zahlungseingänge aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ab. Für die Inanspruchnahme der Factoring-Leistung werden der Gesellschaft durch den Factorer marktübliche Gebühren berechnet. (b) Derivative Finanzinstrumente Die Erläuterung der abgesicherten Risiken, der Sicherungsstrategie und der mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen sind im Lagebericht enthalten. In Bewertungseinheiten einbezogen werden folgende Risiken:
Freistehend bewertete Derivate, welche nicht die Voraussetzungen für die o.g. Bewertungseinheiten erfüllen, gab es zum Bilanzstichtag nicht. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente wurden mit Barwert- und Optionspreismodellen errechnet. Als Eingangsparameter für diese Modelle wurden, soweit wie möglich, die am Bilanzstichtag beobachteten relevanten Marktpreise und Zinssätze verwendet, die von anerkannten externen Quellen bezogen wurden. Die Absicherung von Fremdwährungsrisiken erfolgt im Rahmen eines Portfolioansatzes, bei dem erwartete Zahlungsmittelzuflüsse und erwartete Zahlungsmittelabflüsse in fremder Währung saldiert werden, um dann die Nettoposition abzusichern. Da dabei das Volumen der Absicherung das Volumen der geplanten Rohstoffeinkäufe unterschreitet, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die künftigen Zahlungsstromänderungen der Sicherungsinstrumente die Effekte bei Rohstoffeinkäufen ausgleichen werden. Hinzu kommt, dass je später innerhalb des Planungszeitraumes der Rohstoffeinkauf eingeplant wird, der Grad der Absicherung sinkt. Die Bilanzierung sämtlicher Bewertungseinheiten erfolgt nach der sogenannten "Einfrierungsmethode". Die gebildeten Bewertungseinheiten waren 100 % effektiv. (c) Verfügungsbeschränkungen Der Bankbestand und die sonstigen Vermögensgegenstände der Gesellschaft beinhalten zum 31. Dezember 2021 verfügungsbeschränkte Mittel in Höhe von EUR 0,7 Mio (Vj. EUR 0,7 Mio). Davon entfallen EUR 0,6 Mio auf die Absicherung von Avalen. Die verbleibenden verfügungsbeschränkten Mittel dienen der Absicherung von Mitarbeiteransprüchen im Zuge einer Sabbaticalvereinbarung und einem PayPal Konto. (d) Eigentumsvorbehalte Bei eingehenden Warenlieferungen liegen in der Regel Eigentumsvorbehalte vor. (e) Haftungsverhältnisse Die Gesellschaft hat sich verpflichtet die geschäftlichen Aktivitäten eines verbundenen Tochterunternehmens für mindestens 15 Monate aufrecht zu erhalten. 4. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von EUR 11,5 Mio resultieren im Wesentlichen aus der Anmietung von Logistik- und Verwaltungsgebäuden, aus Dienstleistungs- und Softwarewartungsverträgen sowie aus Miet- und Leasingverträgen für Betriebs- und Geschäftsausstattung, welche sich mit EUR 6,3 Mio überwiegend kurzfristig (kleiner 1 Jahr), mit EUR 4,0 Mio mittelfristig (größer 1 Jahr bis 5 Jahre) und EUR 1,2 Mio langfristig darstellen. Dies trägt zu einer Verringerung der Kapitalbindung bei und belässt das Investitionsrisiko beim Leasinggeber. 5. Honorar des Abschlussprüfers Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 berechnete Gesamthonorar ist im Anhang zum Konzernabschluss der Gigaset AG angegeben. 6. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag Die weiterhin bestehende Knappheit am Chipmarkt kann die Verfügbarkeit von Chipsätzen und als Folge die Auslastung der Produktionskapazitäten beeinflussen. Daneben ist es nicht auszuschließen, dass die anhaltende Corona-Pandemie bei Gigaset Auswirkungen auf Lieferprozesse, das Konsumentenverhalten, die Qualität der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und das Liquiditätsmanagement haben kann. Die möglichen finanziellen Effekte sind derzeit nicht abzuschätzen. Gigaset beurteilt fortlaufend die Entwicklung und ergreift Maßnahmen die Risiken zu minimieren. Gigaset hat mit den finanzierenden Banken auf Grund der Nichteinhaltung des Covenant Nettoverschuldungsgrades im Darlehensvertrag der Gigaset Communications GmbH am 16. März 2022 eine Einigung darüber erzielt, das begründete Kündigungsrecht nicht auszuüben und die Tilgung von Darlehensraten temporär auszusetzen. Die Tilgungsaussetzung soll die Folgen der Corona-Pandemie und der mangelnden Verfügbarkeit von Chipsätzen finanziell abmildern. Die Auswirkungen der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Russland und den damit verbundenen wirtschaftlichen Sanktionen sind für Gigaset zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht absehbar. 7. Befreiung von der Aufstellung eines Konzernabschlusses und -lageberichts Die Gesellschaft ist nach § 291 HGB von der Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts befreit. Die Gigaset AG, Bocholt, stellt den Konzernabschluss und -lagebericht für sowohl den größten als auch gleichzeitig für den kleinsten Konsolidierungskreis auf, in den die Gesellschaft einbezogen wird. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der Gigaset AG für das Geschäftsjahr 2021 werden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt und beim Betreiber des Bundesanzeigers elektronisch eingereicht und nach der Einreichung im Bundesanzeiger bekannt gemacht.
Bocholt, den 06. Mai 2022 Die Geschäftsführung der Gigaset Communications GmbH Klaus Weßing Thomas Schuchardt Entwicklung des Anlagevermögens 2021
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Gigaset Communications GmbH, Bocholt Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Gigaset Communications GmbH, Bocholt, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Gigaset Communications GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Lageberichts. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 6. Mai 2022 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Antje Schlotter, Wirtschaftsprüferin ppa. Robin Thiele, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratesDER GIGASET COMMUNICATIONS GMBHDer Aufsichtsrat hat im Berichtszeitraum die ihm nach Gesetz und Gesellschaftsvertrag obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er hat die Geschäftsführung der Gigaset Communications GmbH entsprechend den ihm nach Gesetz und Gesellschaftsvertrag zugewiesenen Aufgaben regelmäßig beraten und sich von der Zweck- und Ordnungsmäßigkeit sowie der Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung überzeugt. Er ist von der Geschäftsführung regelmäßig über den Gang der Geschäfte, die beabsichtigte Geschäftspolitik, grundsätzliche Fragen der zukünftigen Geschäftsführung und der strategischen Grundausrichtung, über die Lage und Entwicklung der Gesellschaft und des Konzerns und somit auch der ausländischen Tochtergesellschaften sowie über bedeutsame Geschäftsvorfälle eingehend in Textform und mündlich unterrichtet worden und hat mit der Geschäftsführung hierüber beraten. Die Aufsichtsratsvorsitzende und die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende standen mit der Geschäftsführung in regelmäßigem Kontakt. Somit konnten wichtige Fragen der strategischen Ausrichtung, der Geschäftsentwicklung, der Lage der Gesellschaft, des Risikomanagements und der Compliance sowie zu aktuell anstehenden Entwicklungen unverzüglich erörtert werden. Beratungsschwerpunkte Im Geschäftsjahr 2021 haben vier turnusmäßige Sitzungen des Aufsichtsrates am 25. März, 26. Mai, 18. August und am 16. Dezember stattgefunden. Gegenstand der Beratungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrates waren gemäß rechtlicher und satzungsmäßiger Vorgaben im Berichtszeitraum vor allem die folgende Themen: die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und des Konzerns inklusive der Ausrichtung und des Gangs der Geschäfte der Auslandsgesellschaften, auch mit Blick auf den Entwicklungsstandort Gigaset Communications Polska Sp. Zo.o. und die strategische Ausrichtung des Unternehmens. In der Sitzung am 26. Mai 2021 hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Lagebericht 2020 beraten und geprüft und gebilligt. Der Aufsichtsrat hat sich ferner regelmäßig detailliert über bestehende Risiken und das Risikomanagement der Gesellschaft informiert. Die Erörterung der wirtschaftliche Lage des Unternehmens und des Konzerns stand auch im Geschäftsjahr 2021 unter dem Schwerpunkt des Einflusses und der Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Aufhebung des im Vorjahr angeordneten Lockdowns im April und die zunehmenden Lockerungen der Corona-Regeln für Geimpfte und Genesene ab Anfang Mai hatten eine positive Wirkung. Mit dem Auftreten neuer Coronavirus-Varianten, hier vor allem "Omikron", kam es jedoch ab dem Herbst zu einem neuerlichen Anstieg der Infektionszahlen und es gab wieder Kontaktbeschränkungen im Einzelhandel. Diesen coronabedingten Schwankungen des vergangenen Jahres konnte sich auch Gigaset nicht ganz entziehen. Die Auftragslage der Gesellschaft ist weiterhin gut. Infolge der Pandemie kam es ab dem dritten Quartal jedoch weltweit zu massiven Lieferkettenproblemen. Auch die Gigaset Communications GmbH war und ist davon betroffen. Durch Materialengpässe vor allem im Bereich der Halbleiter gab es im dritten Quartal einen spürbaren Umsatzrückgang. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gigaset Communications GmbH haben im Geschäftsjahr 2021 eine außerordentliche Leistung erbracht. Gigaset zeigte trotz der weiterhin zu bemerkenden Auswirkungen der Corona-Pandemie eine gute operative Stärke. Jahresabschlussprüfung Der von der Geschäftsführung aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 sind von dem von der Gesellschafterversammlung gewählten und vom Aufsichtsrat beauftragten Abschlussprüfer, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Frau Antje Schlotter, Standort Düsseldorf, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Aufsichtsrat hat den von der Geschäftsführung aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht seinerseits geprüft. Der Bericht des Abschlussprüfers ist dem Aufsichtsrat ausgehändigt worden. Der Bericht wurden in die Aussprache und Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes durch den Aufsichtsrat einbezogen. Der Abschlussprüfer hat an den Beratungen des Aufsichtsrates über den Jahresabschluss 2021 am 18. Mai 2022 teilgenommen, über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und für Erläuterungen und Erklärungen zur Verfügung gestanden. Der Aufsichtsrat hat von dem Prüfungsergebnis Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfungen sind keine Einwendungen zu erheben. Die Darstellung und Beurteilung der Lage der Gesellschaft, insbesondere die Darstellung und Einschätzung des Risikoszenarios, welche die Geschäftsführung im Lagebericht abgibt, teilt der Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 und empfiehlt in Übereinstimmung mit der Geschäftsführung dessen Feststellung durch die Gesellschafterversammlung. Veränderungen im Aufsichtsrat Im Aufsichtsrat der Gigaset Communications GmbH gab es im Berichtszeitraum die folgende Veränderung: Die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder Erich Schmidt, Anne Dickau und Andreas Tourneur endete am 26. Mai 2021. Mit Gesellschafterbeschluss vom selben Tag sind Anne Dickau und Andreas Tourneur wieder zu Mitgliedern des Aufsichtsrates der Gigaset Communications GmbH bestellt worden. Zudem ist Jörg Brühl als neues Mitglied des Aufsichtsrates bestellt worden. Für die im Geschäftsjahr 2021 erbrachten Leistungen, für ihren Einsatz und für ihr großes Engagement im Geschäftsjahr 2021 sowie die erfolgreiche Arbeit spricht der Aufsichtsrat der Geschäftsführung, dem Gesamtbetriebsrat der Gigaset Communications GmbH und insbesondere allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gigaset Communications GmbH sowie der Konzerngesellschaften seinen Dank aus.
Bocholt, im Mai 2022 Die Vorsitzende des Aufsichtsrates Barbara Münch Beschluss der Gesellschafterversammlung der Gigaset Communications GmbH,eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Coesfeld unter HRB 16595Die GIG Holding GmbH (die " Gesellschafterin") mit Sitz München, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 169011, vertreten durch ihren Geschäftsführer, ist die alleinige Gesellschafterin der Gigaset Communications GmbH (die " Gesellschaft"). Die Gesellschafterin hält unter Verzicht auf sämtliche durch Gesetz oder durch Satzung vorgeschriebene Formen und Fristen für die Einberufung und Durchführung einer Gesellschafterversammlung eine ordentliche Gesellschafterversammlung der Gesellschaft ab und beschließt das Folgende:
Weitere Beschlüsse sind nicht gefasst. Die Gesellschafterversammlung ist damit beendet.
Bocholt, den 18. Mai 2022 GIG Holding GmbH Klaus Weßing, Geschäftsführer Der Jahresabschluss zum 31.12.2021 wurde am 18.5.2022 festgestellt. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Neueste Nachrichtenartikel und Medienerwähnungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Weitere Unternehmen an oder nahe dieser Geschäftsadresse
7 nahegelegene Organisationen
Herstellung von Geräten und Einrichtungen der Telekommunikationstechnik
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Großhandel mit Sportartikeln und -zubehör
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Veredlung von Textilien und Bekleidung
Veredlung von Textilien und Bekleidung
Großhandel mit Textilien
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen