ORSOFT Beteiligungs GmbHLiquidiert

04109 Leipzig, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Leipzig HRB 35814
Vorher
Blitz 18-385 GmbH
Eingetragen
19.3.2018
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, das Halten, Verwalten und Verwerten von Beteiligungen an Unternehmen aller Art im In- und Ausland, die im Bereich der Erbringung von Ingenieurleistungen, insbesondere Softwareprodkution, Vertrieb und Gesamtabwicklung von Projekten im Zusammenhang mit IT for Industry und der Automatisierungstechnik, sowie Handel im Soft- und Hardware und der Beratung von Wirtschafts- und Industrieunternehmen tätig sind, sowie die Erbringung von Managementleistungen an die Beteiligungsunternehmen und aller sonstiger damit in Zusammenhang stehender Dienstleistungen (Führungs- und Funktionsholding).

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Hanns Georg Renz
seit 21.2.2022
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ORSOFT Beteiligungs GmbH

Leipzig

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

AKTIVA

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.909.868,62 7.365.630,68
2. Geschäfts- oder Firmenwert 6.306.155,31 7.207.034,64
11.216.023,94 14.572.665,32
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 299.820,00 324.273,00
III. Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 968.072,00 1.028.000,00
12.483.915,94 15.924.938,32
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
Unfertige Leistungen 404.055,95 92.115,11
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.108.787,36 1.790.865,83
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 636.997,71 331.874,71
3. Sonstige Vermögensgegenstände 519.016,85 254.993,29
3.264.801,92 2.377.733,83
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.960.479,83 2.411.533,85
5.629.337,70 4.881.382,79
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 56.081,66 81.475,76
D. NICHT DURCH EIGENKAPITAL GEDECKTER FEHLBETRAG 5.933.760,50 3.876.021,85
24.103.095,80 24.763.818,72

PASSIVA

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 25.721,00 25.721,00
II. Kapitalrücklage 210.254,00 210.254,00
III. Konzern-Bilanzverlust -6.169.735,50 -4.111.996,85
IV. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 5.933.760,50 3.876.021,85
0,00 0,00
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Steuerrückstellungen 0,00 84.999,72
2. Sonstige Rückstellungen 321.369,56 408.569,49
321.369,56 493.569,21
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.758.659,96 6.539.582,80
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 305.135,32 106.150,61
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 77.389,63 168.702,52
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 14.981.670,33 14.111.293,60
5. Sonstige Verbindlichkeiten 945.018,38 773.051,29
davon aus Steuern: EUR 265.398,99 (Vorjahr: TEUR 235)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 27.939,55 (Vorjahr: TEUR 95)
22.067.873,62 21.698.780,82
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 146.512,58 220.458,64
E. PASSIVE LATENTE STEUERN 1.567.340,04 2.351.010,05
24.103.095,80 24.763.818,72

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021 2020
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 13.430.850,64 13.210.449,93
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Leistungen 311.940,84 -649.506,67
3. Sonstige betriebliche Erträge 212.014,57 128.675,66
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe -2.928,64 0,00
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -776.616,76 -1.589.911,21
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -6.753.552,01 -6.137.674,81
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.128.204,78 -1.073.677,90
davon für Altersversorgung: EUR 2.353,53 (Vorjahr: TEUR 2)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -3.502.976,77 -3.526.964,80
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -3.345.233,03 -2.636.336,44
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 61.605,68 55.416,47
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 61.605,68 (Vorjahr: TEUR 55)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.038.747,81 -1.037.968,42
davon an verbundene Unternehmen: EUR 870.500,73 (Vorjahr: TEUR 798)
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 476.480,57 715.040,21
davon Ertrag aus der Veränderung latenter Steuern: EUR 783.670,02 (Vorjahr: TEUR 784)
11. Ergebnis nach Steuern -2.055.367,50 -2.542.457,98
12. Sonstige Steuern -2.371,15 -2.465,49
13. Konzern-Jahresfehlbetrag -2.057.738,65 -2.544.923,47
14. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -4.111.996,85 -1.567.073,38
15. Konzern-Bilanzverlust -6.169.735,50 -4.111.996,85

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2021

2021 2020
TEUR TEUR
Konzernergebnis -2.058 -2.545
Abschreibungen ( + ) / Zuschreibungen ( - ) auf Gegenstände des Anlagevermögens 3.503 3.527
Zunahme ( + ) / Abnahme (-) der Rückstellungen -87 -149
Zunahme (-) / Abnahme ( + )
der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zugeordnet sind -636 672
Zunahme ( + ) / Abnahme ( - )
der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zugeordnet sind 182 -630
Zinsaufwendungen ( + ) / Zinserträge ( - ) 977 983
Ertragsteueraufwand ( + ) / Ertragsteuerertrag ( - ) -476 -715
Ertragsteuerzahlungen -625 -917
Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 780 226
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen 0 -1
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -123 -92
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 60 60
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 -588
Erhaltene Zinsen 62 55
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 0 -566
Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von Gesellschaftern des Mutterunternehmens 0 211
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von (Finanz-) Krediten 0 396
Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten -750 -750
Veränderung der Forderungen gegen verbundenen Unternehmen -305 -23
Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 24 5
Gezahlte Zinsen -168 -222
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -1.199 -383
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -420 -723
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 2.372 3.095
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 1.952 2.372
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds 31.12.2021 31.12.2020
Liquide Mittel 1.960 2.412
Kontokorrentverbindlichkeiten ggü. Banken sowie andere
kurzfristige Kreditaufnahmen -9 -40
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 1.952 2.372

Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2021

Mutterunternehmen
Gezeichnetes Kapital Rücklagen
Gezeichnetes Kapital Summe Kapitalrücklage § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB Summe
EUR EUR EUR
31.12.2019 25.000,00 25.000,00 0,00 0,00
1. Übertrag in Verlustvortrag 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Kapitalerhöhuhng 721,00 721,00 0,00 0,00
3. Zuführung Kapitalrücklage 0,00 0,00 210.254,00 210.254,00
4. Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 0,00 0,00 0,00
31.12.2020 25.721,00 25.721,00 210.254,00 210.254,00
1. Übertrag in Verlustvortrag 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Kapitalerhöhuhng 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Zuführung Kapitalrücklage 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 0,00 0,00 0,00
31.12.2021 25.721,00 25.721,00 210.254,00 210.254,00
Mutterunternehmen
Konzerngewinnvortrag /-verlustvortrag Jahresergebnis des Mutterunternehmens (MU) Differenzbetrag für das gegenüber dem MU geringere Konzernergebnis Summe Eigenkapital
EUR EUR EUR EUR
31.12.2019 -441.539,61 1.446.397,60 -2.571.931,37 -1.542.073,38
1. Übertrag in Verlustvortrag -1.125.533,77 -1.446.397,60 2.571.931,37 0,00
2. Kapitalerhöhuhng 0,00 0,00 0,00 721,00
3. Zuführung Kapitalrücklage 0,00 0,00 0,00 210.254,00
4. Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 27.007,91 -2.571.931,77 -2.544.923,86
31.12.2020 -1.567.073,38 27.007,91 -2.571.931,38 -3.876.021,85
1. Übertrag in Verlustvortrag -2.544.923,47 -27.007,91 2.571.931,38 0,00
2. Kapitalerhöhuhng 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Zuführung Kapitalrücklage 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 514.192,72 -2.571.931,37 -2.057.738,65
31.12.2021 -4.111.996,85 514.192,72 -2.571.931,37 -5.933.760,50
Konzerneigenkapital
EUR
31.12.2019 -1.542.073,38
1. Übertrag in Verlustvortrag 0,00
2. Kapitalerhöhuhng 721,00
3. Zuführung Kapitalrücklage 210.254,00
4. Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag -2.544.923,46
31.12.2020 -3.876.021,85
1. Übertrag in Verlustvortrag 0,00
2. Kapitalerhöhuhng 0,00
3. Zuführung Kapitalrücklage 0,00
4. Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag -2.057.738,65
31.12.2021 -5.933.760,50

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

der ORSOFT Beteiligungs GmbH, Leipzig

I. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM KONZERNABSCHLUSS

Die ORSOFT Beteiligungs GmbH hat ihren Sitz in Leipzig und ist unter der Nummer HRB 35814 in das Handelsregister beim Amtsgericht Leipzig eingetragen.

Der vorliegende Konzernjahresabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt.

Die Gliederung der Konzernbilanz entspricht § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Die Gliederung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB.

II. KONSOLIDIERUNGSKREIS

Der Konzernabschluss umfasst die ORSOFT Beteiligungs GmbH, Leipzig, die Germanedge Development GmbH, Leipzig als direktes Tochterunternehmen und die ORSOFT GmbH, Leipzig, als mittelbares Tochterunternehmen.

Konsolidierungs-Status Beteiligung %
Inland
Germanedge Development GmbH, Leipzig Voll 100
Inland
ORSOFT GmbH, Leipzig Voll 100

Für die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften wurde von der Möglichkeit zur Befreiung der Anwendung der Vorschriften des ersten, dritten und vierten Unterabschnitts des dritten Buchs des HGB Gebrauch gemacht.

III. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss der ORSOFT Beteiligungs GmbH einbezogenen Unternehmen wurden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt. Dabei waren im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

1. Immaterielle Vermögensgegenstände

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von bis zu 5 Jahren linear abgeschrieben.

Die im Rahmen der Neubewertung aufgedeckten stillen Reserven (Software) von TEUR 12.274 bzw. TEUR 4.909 zum 31.12.2021 werden über eine planmäßige Nutzungsdauer von fünf Jahren linear abgeschrieben.

Der aktivierte Geschäfts- oder Firmenwert wird über eine planmäßige Nutzungsdauer von zehn Jahren linear abgeschrieben. Die angenommene Nutzungsdauer überschreitet fünf Jahre, da die Gesellschaft davon ausgeht, mindestens über einen Zeitraum von zehn Jahren von den erworbenen Werten (u.a. Kundenbeziehungen, Know-how und Mitarbeiterstamm) zu profitieren.

2. Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt und werden, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die Abschreibungen werden linear entsprechend den folgenden betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern vorgenommen:

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 13 Jahre

Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von netto EUR 250,00 werden im Zugangsjahr als Aufwand erfasst.

Die geringwertigen Gegenstände des Anlagevermögens mit Einzelanschaffungskosten bis netto EUR 800,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und als Abgang berücksichtigt.

3. Finanzanlagen

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte und Wertpapiere zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt.

4. Vorräte

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips angesetzt.

5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind grundsätzlich mit ihren Nominalwerten aktiviert. Für das allgemeine Kreditrisiko im Forderungsbestand sowie für erkennbare Einzelrisiken wurden angemessene Wertberichtigungen gebildet.

6. Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Auszahlungen vor dem Stichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Auf der Passivseite werden Einzahlungen vor dem Stichtag als Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

7. Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und sind jeweils in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit einem Zinsfuß von 0,63 % abgezinst.

8. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten wurden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt.

9. Latente Steuern

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Dabei werden auch Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen gemäß den §§ 300 bis 307 HGB beruhen, berücksichtigt, nicht jedoch Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. eines negativen Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung.

IV. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE

1. Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung für Unternehmen, die aufgrund eines (Zu-)Erwerbs erstmals konsolidiert wurden, wurde nach der Erwerbsmethode zum Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist, vorgenommen.

Dabei wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.

2. Schuldenkonsolidierung, Aufwands- und Ertragskonsolidierung

Forderungen und Verbindlichkeiten der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden in Anwendung von § 303 Abs. 1 HGB aufgerechnet. Umsatzerlöse und andere Erträge aus Lieferungen und Leistungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden in Anwendung von § 305 Abs. 1 HGB mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet.

3. Zwischenergebniseliminierung

Im Geschäftsjahr 2021 bestanden keine Zwischenergebnisse.

V. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2021

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.01.2021 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 12.328.097,81 0,00 0,00 12.328.097,81
2. Geschäfts- oder Firmenwert 9.008.793,31 0,00 0,00 9.008.793,31
21.336.891,12 0,00 0,00 21.336.891,12
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.005.835,55 122.884,56 70.152,45 1.058.567,66
III. Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.528.000,00 0,00 59.928,00 1.468.072,00
23.870.726,67 122.884,56 130.080,45 23.863.530,78
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2021 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.962.467,13 2.455.762,06 0,00 7.418.229,19
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.801.758,66 900.879,33 0,00 2.702.637,99
6.764.225,79 3.356.641,39 0,00 10.120.867,18
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 681.562,55 146.335,38 69.150,27 758.747,66
III. Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 500.000,00 0,00 0,00 500.000,00
7.945.788,34 3.502.976,77 69.150,27 11.379.614,84
Buchwerte
Stand 31.12.2021 Stand 31.12.2020
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.909.868,62 7.365.630,68
2. Geschäfts- oder Firmenwert 6.306.155,32 7.207.034,65
11.216.023,94 14.572.665,33
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 299.820,00 324.273,00
III. Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 968.072,00 1.028.000,00
12.483.915,94 15.924.938,33

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.109 1.791
- davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 637 332
- davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 0
Sonstige Vermögensgegenstände 519 255
- davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 66 66
3.625 2.378

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 437 (Vorjahr: TEUR 21) enthalten.

3. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital von TEUR 26 entspricht dem bei der Muttergesellschaft ausgewiesenen Bilanzposten.

4. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Urlaubsansprüche 115 133
Abschluss/Beratung 68 69
Gewährleistung 67 67
Personal 34 109
Aufbewahrungspflicht 5 5
Sonstige 32 27
321 409

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten, gegliedert nach Restlaufzeiten, setzen sich wie folgt zusammen:

bis 1 Jahr 1 - 5 Jahre ab 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
gegenüber Kreditinstituten 759 5.000 0 5.759
Vorjahr (790) (5.750) (0) (6.540)
aus erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen 305 0 0 305
Vorjahr (106) (0) (0) (106)
aus Lieferungen und Leistungen 77 0 0 77
Vorjahr (169) (0) (0) (169)
gegenüber verbundenen Unternehmen 29 0 14.952 14.982
Vorjahr (5) (0) (14.106) (14.111)
Sonstige 525 0 420 945
Vorjahr (395) (0) (378) (773)
1.696 5.000 15.372 22.068
Vorjahr (1.465) (5.750) (14.484) (21.699)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind wie folgt besichert:

Stille Globalzession der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Germanedge Development GmbH und der ORSOFT GmbH

Negativerklärung zur künftigen Nichtbelastung des Vorratsvermögens der Germanedge Development GmbH und der ORSOFT GmbH

Negativerklärung zur künftigen Nichtbelastung der Geschäftsanteile durch die Germanedge Development GmbH an der ORSOFT GmbH

Negativerklärung zur künftigen Nichtbelastung der Geschäftsanteile durch die Germanedge Development GmbH an der ORSOFT GmbH

Rangrücktrittserklärung für die Gesellschafterdarlehn

In den Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 15.372 (Vorjahr: TEUR 14.502) enthalten. Ausgewiesen werden diese als Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 14.952; Vorjahr: 14.106 TEUR) sowie als sonstige Verbindlichkeiten (TEUR 420; Vorjahr: TEUR 396).

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen TEUR 32 (Vorjahr: TEUR 5) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

6. Latente Steuern

Auf der Passivseite kommt es aufgrund unterschiedlicher gesetzlicher Regelungen im Handels- und Steuerrecht auf Ebene der in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse und durch Konsolidierungsmaßnahmen zu temporär differierenden Wertansätzen. Die Differenzen beruhen im Wesentlichen auf den im Rahmen des Anteilserwerbs der Germanedge Development GmBH aufgedeckten stillen Reserven. Der Steuersatz der ORSOFT Beteiligungs GmbH wurde zu Bewertung der Differenzen verwendet.

Bei der Fortschreibung wurden im Geschäftsjahr 2021 passive latenten Steuern in Höhe von TEUR 784 aufgelöst.

VI. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Umsatzerlöse

2021 2020
TEUR % TEUR %
Umsatzerlöse
nach Regionen
Inland 8.646 64,37 7.535 57,04
Übrige EU-Länder 3.353 24,96 4.079 30,88
Übrige Länder 1.432 10,66 1.596 12,08
13.431 100,00 13.210 100,00

VII. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

Ertragssteuern wurden in Höhe von TEUR 625 (Vorjahr: TEUR 917), Zinsen wurden in Höhe von TEUR 168 (Vorjahr: TEUR 240) bezahlt.

Der Finanzmittelfonds setzt sich aus den Bilanzposten "Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten" sowie "Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten" zusammen.

VIII. ERLÄUTERUNGEN ZUM KONZERNEIGENKAPITALSPIEGEL

Vom erwirtschafteten Konzerneigenkapital stehen zum 31. Dezember 2021 keine Beträge zur Ausschüttung an die Gesellschafter zur Verfügung.

IX. SONSTIGE ANGABEN

1. Haftungsverhältnisse

Wesentliche Haftungsverhältnisse gem. § 251 HGB ist der Konzern nicht eingegangen.

2. Mitglieder der Geschäftsführung

Der Geschäftsführung gehören an:

Christian Freiherr von Stengel

Hans Georg Renz (ab 1. Januar 2022)

Richard Pickford (bis 31. Dezember 2021)

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird gemäß § 314 Abs. 3 S. 2 i. V. m. § 286 Abs. 4 HGB analog verzichtet.

3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen wie folgt:

Restlaufzeiten bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre ab 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
295 564 0 860

4. Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 104 Mitarbeiter beschäftigt.

5. Prüfungs- und Beratungshonorare

Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar des Abschlussprüfers des Konzerns beträgt für die Abschlussprüfungen TEUR 32.

6. Gewinnverwendung

Die Geschäftsführung der ORSOFT Beteiligungs GmbH schlägt vor, den Jahresüberschuss der Muttergesellschaft auf neue Rechnung vorzutragen.

7. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die eine deutlich andere Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns erfordert hätten, sind nach dem Schluss des Konzerngeschäftsjahres nicht eingetreten. Das aus dem Ukraine-Krieg resultierende wirtschaftliche Risiko wird zum jetzigen Zeitpunkt als gering erachtet, obwohl die Unternehmen der ORSOFT Beteiligungs GmbH direkte Kundenbeziehungen zu Unternehmen in der Ukraine unterhalten.

 

Leipzig, den 30. August 2022

ORSOFT Beteiligungs GmbH

Geschäftsführung

Christian Freiherr von Stengel

Hans Georg Renz

KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021

A. Grundlagen des Konzerns

I. Darstellung des Geschäftsmodells

Die ORSOFT Beteiligungs GmbH bildet mit dem Tochterunternehmen Germanedge Development GmbH und dem Enkelunternehmen ORSOFT GmbH den ORSOFT Beteiligungs Konzern. Im Folgenden wird der ORSOFT Beteiligungs Konzern in seiner Gesamtheit als ORSOFT-Gruppe bezeichnet.

Die ORSOFT-Gruppe entwickelt, vermarktet und implementiert Produkte und Lösungen für Advanced Planning and Scheduling (APS) und Supply Chain Management (SCM), vor allem als funktionale Add-ons zu ERP-Systemen mit dem Schwerpunkt auf SAP ERP und SAP S/4HANA.

Wir verstehen uns als branchenübergreifenden Spezialanbieter für komplexe APS und SCM-Themen mit dem Fokus auf global agierende Großkonzerne mit >1 Milliarde Jahresumsatz. Ziel ist den Kunden einen Wettbewerbsvorteil durch maßgeschneiderte Lösungen zu verschaffen. Dank der branchenübergreifenden Positionierung sind wir weniger stark von Krisensituationen einzelner Branchen betroffen. Der Hauptabsatzmarkt liegt nach wie vor im deutschsprachigen und europäischen Raum.

Um die Marktpräsenz zukünftig weiter ausbauen zu können, arbeiten wir an der Gewinnung neuer Einführungs- und Service-Partner in verschiedenen Ländern wie Mexiko, Spanien und Polen. Eine Suche nach Partnern zum Ausbau des Geschäftes in Russland und Weißrussland wurde mit Beginn des Ukrainekonflikts eingestellt, obwohl im Berichtsjahr vielversprechende Kontakte mit möglichen Geschäftspartnern geknüpft werden konnten.

Im Geschäftsjahr wurde eine Fokussierung auf Vertrieb und Einführung von Softwarelösungen basierend auf den Produktlinien ORSOFT Manufacturing Workbench, ORSOFT Enterprise Workbench und ORSOFT LabScheduling vorgenommen. Die Lösungen für Stammdatenpflege und Planung in Krankenhäusern werden nur noch gewartet und nicht mehr aktiv weiterentwickelt. Dieser Schritt wurde getan, weil Marktakzeptanz und Wachstumspotential für diese Produktlinien nicht mehr ausreichend gegeben waren und einerseits die Gewinnmargen im jeweils adressierten Marktsegment gering und andererseits die Vertriebs- und Marketingaufwände verhältnismäßig hoch waren im Vergleich zur produzierenden Industrie.

II. Forschung und Entwicklung

Strategische Entwicklungen

Die ORSOFT-Gruppe als Anbieter von APS und SCM Software ist Teil der Germanedge Gruppe - einer Partnerschaft von vier unabhängigen Anbietern von unter anderem Management Execution Systemen (MES), Computer Aided Quality Assurance (CAQ) und weiteren Shopfloor IT-Systemen.

In diesem Kontext wurden im Geschäftsjahr große Investitionen in die Entwicklung der neuen Softwareplattform "Edge.One" getätigt. In zahlreichen Diskussionen mit verschiedenen Kunden in allen Branchen wird immer deutlicher, dass sich die Ausrichtung des Marktes auf Cloud- und Webtechnologien zunehmend beschleunigt, so dass eine kurzfristige Investition in diese Technologien von essentieller Bedeutung für die zukünftige Marktpräsenz sein wird. Die Zusammenarbeit mit den Partnerfirmen im Rahmen von Germanedge bietet beste Voraussetzungen, um bei der Einführung der neuen Cloud- und Web-Technologien gemeinsam schneller zum Erfolg zu kommen.

In diesem Kontext hat ORSOFT begonnen, auf der neuen Technologiebasis die Planungslösung "Digital Factory Scheduling" zu entwickeln, die als Zielmarkt kleine und mittelständische Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 100 Mio. Euro bis 1 Mrd. Euro adressiert. Erklärtes Entwicklungsziel ist es, dass diese Lösung auf Basis der neuen Technologien schnell und kostengünstig einzuführen ist, einfach zu bedienen ist und auch zusammen mit anderen ERP-System als SAP ERP bzw. S/4HANA genutzt werden kann. Es wird erwartet, dass das Produkt Anfang Q4/22 seine Marktreife erreicht.

Gemeinsam mit dem Partnerunternehmen QDA Solutions GmbH, Lübeck wurde auf Basis der vorhandenen ORSOFT Technologie zur Kommunikation mit SAP ERP bzw. S/4HANA ein neues Produkt "SAP Adapter für QDA" entwickelt, das als Standard-Konnektor für QDA-Lösungen zu SAP-Systemen eingesetzt werden kann und seit Ende des Geschäftsjahres 2021 durch den Partner QDA Solutions GmbH erfolgreich vertrieben wird.

Weiterhin wurde im 3. Quartal des Berichtsjahres ein strategisches Projekt aufgelegt, das die Zertifizierung des Unternehmens nach ISO 27001 / TISAX im August 2022 zum Ziel hatte. Die Anforderungen der Kunden nach einer hohen Informationssicherheit ihrer Partner und Lieferanten sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Eine Zertifizierung nach diesen Kriterien und die damit verbundene Implementierung bzw. Vervollständigung des bestehenden Informationssicherheit- und Managementsystems wird zunehmend zu einem entscheidenden Kriterium bei der Lieferantenauswahl.

Mit dem Ziel der weiteren konsequenten Ausrichtung unserer Organisation auf eine nachhaltige Entwicklung und verantwortungsvolle Unternehmensführung sind wir dem UN Global Compact Netzwerk Deutschland beigetreten und haben uns einem EcoVadis Rating unterzogen, welches wir mit 61 von 100 Punkten und einer Silbermedaille erfolgreich abschließen konnten.

Seit Beginn des Berichtszeitraums wurde das ERP System UNIT4 mit allen geplanten Modulen eingeführt und vollumfänglich in Betrieb genommen. Nach einer Konsolidierungsphase des Systems und der Bereitstellung und Pflege der entsprechenden Daten kamen die ersten Mehrwerte durch die Nutzung des Systems mit Blick auf Kostentransparenz und Controlling zum Tragen. Mit der Einführung und Nutzung des Systems ist eine einheitliche aussagekräftige Auswertung nach verschiedenen Kriterien im Rahmen der Germanedge Gruppe erreicht.

B. Wirtschaftsbericht

I. Konjunktur und Branchensituation

Das Jahr 2021 war weiterhin durch die Corona-Schutzmaßnahmen der Bundes- und der Landesregierungen geprägt. Zwar war ein bundesweites Wirtschaftswachstum von 2,7% im Vergleich zum Vorjahr gemäß Pressemitteilung Nr. 20 des statistischen Bundesamtes vom 14.1.2022 1 zu verzeichnen. Dennoch betonen die Statistiker, dass das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht werden konnte.

Die IT-Services konnten gemäß Branchenverband bitkom 2 eine Umsatzsteigerung von ca. 3,7% gegenüber dem Vorjahr verzeichnen und wuchsen damit etwas besser als der gesamte Bundesdurchschnitt. Es sei aber in diesem Zusammenhang ebenso darauf hingewiesen, dass es in der zweiten Jahreshälfte nach dem Bitkom-ifo-Digitalindex zu einer deutlichen Eintrübung von Geschäftsklima, Geschäftslage und Geschäftserwartungen in der ITK Branche kam 3.

II. Darstellung von Geschäftsverlauf und Lage

Die Messung der Zielerreichung von ORSOFT erfolgt über KPIs. Diese Kennziffern sind der Geschäftsführung sowie der erweiterten Führungsebene bekannt und werden monatlich ermittelt, reflektiert, bewertet und ggf. mit Maßnahmen unterlegt. Wesentliche Kennzahlen in der Erfolgsanalyse sind Gesamtleistung (Umsatzerlöse + Bestandsveränderungen) sowie EBITDA (earnings before interest, taxes, depreciation and amortisa- tion).

Umsatzentwicklung

ORSOFT konnte die Umsatzerlöse im Jahre 2021 um 2% im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt T€ 13.431 (Vorjahr: T€ 13.210) steigern und damit ein Wachstum leicht unter dem Branchendurchschnitt in Deutschland verzeichnen. Bei leicht rückläufigem Niveau der Lizenzeinnahmen (T€ 2.377; -3,1%) konnte vor allem ein deutliches organisches Wachstum im Bereich der Wartungs- und Softwareumsätze (T€ 5.037; Vorjahr: T€ 4.536) erzielt werden (+ 11%). Erfreulich ist, dass T€ 128 der Lizenzeinnahmen erstmalig durch den Verkauf des SAP Adapters für QDA erzielt werden konnten.

1 Vgl. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/01/PD22_020_811.html
2 Vgl. https://www.bitkom.org/sites/default/files/2022-01/bitkom_itk_marktzahlen_januar_2022_kurzfassung.pdf
3 Vgl. file:///G:/02_BW_Auswertung/2022/220530-Bitkom-ifo-Digitalindex-Mai-2022-Web%201%201.webp

Die Entwicklung der Umsatzerlöse im Bereich Beratung (T€ 4.303; + 12%) entspricht dem allgemeinen Marktniveau. Als erfreulich ist dagegen die Umsatzentwicklung im Bereich Entwicklung (T€ 1.445; + 24%) zu bezeichnen.

Die ursprünglich für 2021 budgetierte Zielstellung der Gesamtleistung in Höhe von M€ 15,6 konnte nicht erreicht werden, weil vor allem auf Grund von Corona praktisch kein signifikantes Neukundengeschäft gewonnen werden konnte und entsprechend eingeplante Projekte abgesagt oder verschoben werden mussten. Dank des gut laufenden Bestandskundengeschäftes war dennoch eine Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr möglich. Die angestrebte Gesamtleistung 2021 wurde um M€ 1,8 verfehlt. Die Gesamtleistung für 2021 konnte im Vergleich zum Vorjahr dennoch um 9% gesteigert. Der Rückgang von 19% gegenüber dem Jahresfehlbetrag von 2020 (T€ -2.058; Vorjahr: T€ -2.545) vor dem Hintergrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage ist dennoch als positiv zu bewerten.

Ertragslage

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ist mit T€ 1.946 höher als das Vorjahr (+T€ 696) und darf unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einer EBITDA-Quote von 14% für 2021 ebenso als gut bezeichnet werden. Das geplante operative Ergebnis von M€ 3,3 konnte jedoch nicht erreicht werden, was im Wesentlichen an geringeren Umsatzerlösen als geplant liegt. Obwohl die Kosten durch Reduktion geplanter externer Dienstleistungen, geringere Werbe-, Reise- und sonstige Betriebskosten auf Grund von Corona sowie durch verschobene Neueinstellungen im Berichtsjahr um M€ 1,1 reduziert werden konnten, lag das Jahresergebnis von M€ -2,1 unter den Erwartungen. Das von der Geschäftsführung bereinigte EBITDA beträgt M€ 3,4.

Auftragslage

Die Auftragslage im Geschäftsjahr 2021 war sehr stark durch Corona geprägt und negativ beeinflusst. Dies betraf vor allem den Bereich Dienstleistungen. Hier lag der Auftragseingang für das Berichtsjahr mit M€ 4,8 nur bei 86,3% des Vorjahreswertes. Dieser Rückgang des Auftragseingangs im Dienstleistungsbereich ist aus unserer Sicht auf die bereits erwähnte Eintrübung von Geschäftsklima, Geschäftslage und Geschäftserwartungen in der ITK Branche im 2. Halbjahr zurückzuführen. Dies betraf vor allem das Neukundengeschäft. Hier wurden zahlreiche geplante und erfolgversprechende Projektansätze komplett gestoppt oder längerfristig verschoben. Dank stabiler langjähriger Beziehungen zu großen Bestandskunden konnten diese negativen Effekte jedoch weitgehend abgefedert werden.

Mitarbeiter

Der Personalbestand betrug am Anfang der Berichtsperiode 97 Mitarbeiter und konnte im Laufe des Jahres trotz fünf Abgängen auf 104 Mitarbeiter erhöht werden. Neben der Wiederbesetzung aller durch die Abgänge freigewordenen Stellen konnten zwei Berater und ein Vertriebsmitarbeiter zusätzlich neu eingestellt werden. Fünf weitere geplante Neueinstellungen wurden auf Grund der Entwicklung von Umsatz, Ertrag und Auftragsvorrat im 2. Halbjahr nicht realisiert, was zu einer Einsparung von M€ 0,5 in den Personalkosten im Vergleich zum Budget geführt hat. Die Fluktuation mit insgesamt fünf Abgängen kann aus Branchensicht als niedrig eingestuft werden und entspricht dem langjährigen Durchschnitt unserer Organisation.

Das Berichtsjahr 2021 war weiterhin durch die Corona-Schutzmaßnahmen der Bundes- und Landesregierung geprägt. Auf Grund der politischen Vorgaben und zum Schutz der Belegschaft wurde praktisch im gesamten Jahr das mobile Arbeiten für die überwiegende Mehrheit der Mitarbeitenden weitergeführt. Diesbezüglich hat sich sowohl beim Management als auch bei der Belegschaft und der Mehrheit unserer Kunden die Erkenntnis gefestigt, dass zukünftig eine Mischung aus Bürotätigkeit und mobiler Arbeit die neue Arbeitsnormalität darstellen wird. Die mittlerweile zweijährige Erfahrung bestätigt, dass sich mobiles Arbeiten nicht negativ auf die Leistungserbringung auswirkt. Vielmehr eröffnet diese Option der flexiblen Arbeitsorganisation für viele Kollegen neue positive Gestaltungsmöglichkeiten ihres täglichen Lebens, die sich motivierend und leistungsfördernd auswirken. Darüber hinaus eröffnet die breitere Nutzung des mobilen Arbeitens die Möglichkeit, auch außerhalb des Großraumes Leipzig-Halle mehr neue Mitarbeitende gewinnen zu können. Als weiterer positiver Effekt für die mittelfristige Entwicklung der Firma kommt hinzu, dass sich der Bedarf zur Anmietung neuer zusätzlicher Büroflächen trotz Wachstum des Personalbestands verlangsamt.

Vermögenslage

Insgesamt 52% der Vermögensgegenstände (M€ 12,5) der ORSOFT-Gruppe sind langfristig gebunden und betreffen das Anlagevermögen.

Das Anlagevermögen besteht im Wesentlichen aus immateriellen Vermögensgegenständen (überwiegend Firmenwert: M€ 6,3 und im Rahmen der Erstkonsolidierung aktivierte selbsterstellte Software: M€ 4,9).

Die Finanzanlagen betreffen zwei Kredite über M€ 0,9 und M€ 0,6 an eine Gesellschaft aus dem Bereich des Germanedge Partnernetzwerks. Einer dieser Kredite wurde in der Vergangenheit um M€ 0,5 abgewertet. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Darlehen bis zum Ende der Laufzeit (2024) zurückgeführt werden können und eine weitere Abwertung nicht notwendig ist. Auf eine Wertaufholung des ursprünglichen Kredites wurde im Geschäftsjahr im Rahmen des Vorsichtsprinzips verzichtet.

Unfertige Leistungen (M€ 0,4) und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (M€ 2,1) entfallen primär auf das operative Geschäft der ORSOFT GmbH.

Sonstige Vermögensgegenstände betreffen vor allem Steuerforderungen von T€ 413, Kautionen (T€ 66), Geldtransit (T€ 35) sowie Rechnungsabgrenzungsposten von T€ 56.

Finanzlage

Der Konzern weist einen Fehlbetrag von M€ 5,9 aus, der nicht durch Eigenkapital gedeckt ist. Der Fehlbetrag im Konzern ergibt sich aus den Abschreibungen auf den Firmenwert und die im Rahmen der Erstkonsolidierung aktivierten Software.

Das Mutterunternehmen ORSOFT Beteiligungs GmbH ist ein Akquisitionsvehikel und durch Bankdarlehen und Gesellschaftermittel zum Erwerb der Anteile an den Tochtergesellschaften finanziert worden. Es bestehen daher langfristige endfällige Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von M€ 14,1 sowie langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von M€ 5,0. Im Geschäftsjahr wurden M€ 0,8 Bankverbindlichkeiten getilgt.

Kurzfristige Verbindlichkeiten setzten sich im Wesentlichen aus sonstigen Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten (T€ 1.092), Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (T€ 759), erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen (T€ 305) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (T€ 77) zusammen.

Liquiditätslage

Aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurde im Berichtsjahr ein operativer Cashflow in Höhe von T€ 780 erzielt. Diesem standen T€ 0 aus Investitionstätigkeit sowie T€ -1.230 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit gegenüber, so dass sich ein Gesamtcashflow von T€ 1.952 ergibt.

Der operative Cashflow ist vor allem durch Ertragssteuerzahlungen für das Jahr 2021 (T€ 625) und Vorjahre belastet. Der Finanzierungs-Cashflow besteht im Wesentlichen aus der Tilgung der Bankdarlehen (T€ -750), Veränderungen der Forderungen degen- über verbundenen Unternehmen (T€ -305) sowie Zinszahlungen (T€ -168).

Die Liquiditätslage wird von der Geschäftsführung als sehr gut eingeschätzt. Per 31. Dezember 2021 beträgt der Bestand der liquiden Mittel M€ 2,0. Es ist darauf hinzuweisen, dass regelmäßig im ersten Quartal ein erheblicher Anstieg der Liquidität zu verzeichnen ist und deutlich über dem Jahresendbestand liegt. Dies liegt an den jährlich wiederkehrenden Wartungs- und Supportrechnungen, die in der Regel im ersten Quartal abgerechnet und in der Folge gezahlt werden. Bis zum Ende des Jahres reduziert sich dieser Liquiditätsbestand sukzessive wieder. Ebenso konnten durch die gute Liquiditätslage der operativen ORSOFT GmbH auch die Entwicklungsleistungen für "Edge.One" weiter finanziert werden. Die Aufwendungen (ca. M€ 1,2) hierfür wurden nicht aktiviert. Die Entwicklungsarbeiten werden in 2022 in ähnlicher Höhe fortgesetzt werden. Aus der weiteren Geschäftsentwicklung sind aktuell keine Liquiditätsengpässe zu erwarten. Darüber hinaus hat die Gruppe hier spezifisch die ORSOFT GmbH eine Kontokorrentlinie ohne Befristung von M€ 1,0 bei der Stadtsparkasse München zugesagt und vertraglich vereinbart.

C. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Die im Berichtsjahr weitergeführten Investitionen in die Cloud- und Webtechnologie auf Basis der Softwareplattform Edge.One sehen wir als entscheidende strategische Innovation und gleichzeitig als große Chance, um mit der rasanten Entwicklung des IT-Marktes in Richtung Cloud- und Webtechnologie Schritt zu halten. In der Erweiterung unseres Lösungsportfolios um diese Technologiekomponenten sehen wir in den kommenden Jahren einen der entscheidenden Faktoren für zukünftiges Wachstum sowie die Erschließung neuer Märkte.

Neben den Investitionen in die Technologieplattform steht auch die Entwicklung neuer Produkte und Lösungen auf der Basis dieser Plattform im Fokus mit dem Ziel der Erhaltung und des Ausbaus unserer Wettbewerbsfähigkeit. Weiterhin sehen wir darin auch die Chance, durch die Bündelung von Kompetenzen und Leistungsangeboten mit den Partnerfirmen der Germanedge Gruppe neue Märkte und Kunden zu gewinnen.

Obwohl die verstärkte Investition in die Cloud- und Webtechnologie für uns die wichtigste strategische Innovationsinitiative darstellt, birgt sie gleichzeitig auch ein potentielles Risiko in sich, indem sie dringend benötigte Investitionen in den bisherigen funktionalen Bereichen zeitlich verzögert. Dies betrifft vor allem die Erhaltung der Marktfähigkeit der bestehenden On-Premise-Produktlinien durch geplante Wartungsarbeiten wie das Ersetzen von End-of-Live-Komponenten, die Einbindung moderner UX-/UI- Komponenten etc. Nachholbedarf besteht aber u.a. auch bei der Auseinandersetzung mit der SAP Cloud Technologie, da die meisten unserer Großkunden SAP-Systeme und -Technologie als Basis in ihren Systemlandschaften nutzen. Im klassischen On-Premise-Umfeld war unsere tiefe technologische und datentechnische Integration in SAP-Systeme ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen APS- und SCM-Lösungsanbietern vor allem im globalen Großkundenbereich. Diesen Vorteil haben wir aktuell im Bereich der Cloudtechnologie nicht. Nach aktueller Einschätzung ist die zeitliche Verschiebung jedoch nicht als kritisch zu bewerten, da die Nutzung dieser neuen SAP-Technologien vor allem bei global agierenden Großkunden erheblich langsamer als erwartet verläuft und mit Blick auf unsere Schwerpunkte APS und SCM nach wie vor eine ausreichend lange Zeitschiene zur Entwicklung besteht.

Als weiteres Risiko sehen wir, dass Themen wie Software- und Informationssicherheit immer mehr in den Fokus unserer Kunden rücken. Um diesbezüglich den zukünftigen Anforderungen in den Prozessen gerecht werden zu können, wurde ein strategisches Projekt zur Zertifizierung unseres Unternehmens nach ISO 27001 / TISAX gestartet. Eine Zertifizierung nach diesen Kriterien und die damit verbundene Implementierung bzw. Vervollständigung des bestehenden Informationssicherheit- und Managementsystems wird zunehmend zu einem entscheidenden Kriterium bei der Lieferantenauswahl.

Das Thema Software- und Informationssicherheit bringt aber auch ständig neue funktionale Anforderungen an die Software und Lösungen mit sich. Hier verschärft sich in zunehmendem Maße die Erwartungshaltung der Kunden nach möglichst langer Nutzungsdauer der Lösungen bei gleichzeitig steigender Frequenz von Erneuerung und Innovation, was u.a. beim Einsatz von Third-Party-Komponenten zunehmend als Risiko betrachtet werden muss, wenn die garantierte Wartung solcher Komponenten nicht mehr konform ist zu der erwarteten zugesicherten Nutzungsdauer unserer Lösungen. Die Komplexität unserer Software und Lösungen mit kürzer werdenden Wartungszyklen von Third-Party-Komponenten zu synchronisieren wird als wachsende Herausforderung gesehen mit Blick auf künftige Aufwände in der Softwarewartung.

Ein besonderes Risiko und eine extreme Herausforderung sehen wir im derzeitigen Arbeitsmarkt. Es ist mittlerweile in allen Fachbereichen sehr schwer, neue qualifizierte berufserfahrene Mitarbeitende zu finden. Darüber hinaus erhöht der Mangel an verfügbaren Fachkräften die Gefahr einer steigenden Fluktuation und Abwerbung.

Risiken, die den Bestand der Gesellschaft generell gefährden oder deren Entwicklung wesentlich beeinträchtigen könnten, werden derzeit nicht gesehen.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass aus aktueller Sicht trotz vorhandener Risiken die Chancen eindeutig überwiegen. Die Organisation verfügt über eine stabile wirtschaftliche Gesamtsituation und ein motiviertes erfahrenes Team, die es uns erlauben, auch in Zukunft in unseren Kernkompetenzbereichen erfolgreich weiterzuarbeiten und durch zielgerichtete Innovation und Weiterentwicklung der Organisation auf zukünftige Anforderungen bestmöglich vorbereitet zu sein.

D. Prognosebericht

Die aktuelle politische, wirtschaftliche und allgemeine Gesamtsituation wird zunehmend zu einem schwer planbaren Unsicherheitsfaktor. Zum einem ist zu befürchten, dass Corona weiterhin die Geschäftsentwicklung negativ beeinflussen und belasten kann. Verschärfend kommen aktuell leider weitere Faktoren wie der Krieg in der Ukraine, Lieferkettenprobleme, Inflation etc. dazu, was sich insgesamt auch stark im aktuell schlechten Geschäftsklimaindex widerspiegelt. Inwieweit sich das auf die weitere Geschäftsentwicklung in unserer Organisation im laufenden Jahr auswirkt, ist schwer zu prognostizieren.

Die Ergebnisse des 1. Halbjahres liegen ungeachtet der beschriebenen Unsicherheitsfaktoren nur leicht unter den Budgetzielen für Gesamtleistung und EBITDA. Die Prognosen für das 2. Halbjahr sind ebenfalls in Summe optimistisch. Die Entwicklung des Wartungsgeschäftes kann als sehr stabil eingeschätzt werden und im Dienstleistungsbereich ist dank mehrerer langlaufenden Projekte mit großen Bestandskunden eine stabile Umsatzbasis gegeben. Das Neukundengeschäft hat sich leicht positiv entwickelt, ist aber in Summe noch nicht auf dem erwarteten Niveau, so dass die Gesamtleistung leicht unter den Budgetzielen (Gesamtleistung von M€ 15,5; EBITDA von M€ 3,3) erwartet wird. Das operative Ergebnis (EBITDA) wird ebenfalls unter Plan erwartet.

Der größte Risikofaktor für das 2. Halbjahr wird im Lizenzumsatz gesehen. Hier können Verzögerungen in den Auftragseingängen und Projektstarts aus dem Neukundengeschäft dazu führen, dass die ambitionierten Lizenzziele im 4. Quartal nicht vollständig erfüllt werden, was sich direkt negativ auf das operative Ergebnis (EBITDA) auswirken würde.

 

Leipzig, den 30. August 2022

ORSOFT Beteiligungs GmbH

Geschäftsführung

Christian Freiherr von Stengel

Hanns Georg Renz

6 WIEDERGABE DES BESTÄTIGUNGSVERMERKS

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung haben wir dem als Anlagen I bis V beigefügten Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 der ORSOFT Beteiligungs GmbH, Leipzig, und dem als Anlage VI beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt, der hier wiedergegeben wird:

"Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die ORSOFT Beteiligungs GmbH, Leipzig,

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der ORSOFT Beteiligungs GmbH und ihrer Tochtergesellschaft (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Kon- zernlagebricht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

7 SCHLUSSBEMERKUNG

Den vorstehenden Prüfungsbericht erstatten wir in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Berichterstattung bei Abschlussprüfungen.

Eine Verwendung des oben wiedergegebenen Bestätigungsvermerks außerhalb dieses Prüfungsberichts bedarf unserer vorherigen Zustimmung. Bei Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form bedarf es zuvor unserer erneuten Stellungnahme, sofern hierbei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen wird; auf § 328 HGB weisen wir hin.

 

Hamburg, 31. August 2022

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