Scienion AGLiquidiert

12489 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Dortmund HRB 19874
Eingetragen
25.8.2006
Branche
Forschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieHerstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen GerätenHerstellung von Prüfmaschinen
Gegenstand
Die Entwicklung und die Vermarktung von Biochips und darauf basierender Verfahren für die Biomedizin sowie von Ultra-lowlevel-Flüssigkeitshandling-Technologien.

Historie

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Management

NameRolle
Martin Horn
seit 25.8.2006
Prokura
Holger Dr. Eickhoff
seit 25.8.2006
Vorstandsmitglied

Konzern- und Jahresabschlüsse

Scienion AG

Dortmund

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2018

Lagebericht

1. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die Scienion AG, Dortmund (im Folgenden kurz: "Scienion"), ist ein Life Science Unternehmen, das sich im Marktsegment Dispensiersysteme für das präzise Handling kleinster Flüssigkeitsmengen und in Microarray-Technologien als Technologieprovider und Dienstleister positioniert hat. Gegründet 2000 in Berlin als Spin-Off aus dem Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik, ist das Unternehmen 2018 an vier Standorten tätig gewesen: am BioMedizinZentrum Dortmund, in Berlin-Adlershof und durch zwei 100%ige Tochterunternehmen in Tempe, Arizona, USA (Scienion US, Inc.) und Lyon, Frankreich (Cellenion SAS). Scienion bietet Kunden aus der Pharma-, Biotech- und Diagnostik-Industrie sowie akademischen Forschungsinstitutionen ein integriertes Produktportfolio an, das multiparallele Bioanalytik, Screeningverfahren und die Produktion von Microarrays im Hochdurchsatz in den Bereichen Genomik und Proteomik erleichtert und verbessert - von der frühen Forschung bis zur Produktion. Scienions Produktportfolio basiert auf Expertise und eigenen Plattform-Technologien und umfasst Geräte, Verbrauchsmaterialien sowie Serviceleistungen.

Das Unternehmen ist in zwei Geschäftsbereiche gegliedert: Gerätesysteme und Dienstleistungen.

Scienions Hauptprodukt ist das piezoelektrische Dispensiersystem sciFLEXARRAYER, das in einer Produktlinie als OEM Version und in vier Größenvarianten S3, S12, SX und S100 erhältlich ist. Mit dem sciFLEXARRAYER können kleinste Flüssigkeitsmengen aus verschiedenen Reservoirs aufgenommen und berührungslos in Volumina im Pikoliterbereich auf eine Vielzahl von Trägersystemen aufgebracht werden. Die Robotersysteme sind auf verschiedene Applikationen zugeschnitten und sollen den Kunden erlauben, eine identische Technologie von Forschung und Entwicklung bis hin zu kompletten Produktionsprozessen einzusetzen. In 2018 wurde die Produktpalette um das Gerät cellenONE erweitert, ebenfalls ein piezoelektrisches Dispensiersystem, das eine Dosierung einzelner Zellen erlaubt. Durch diese Erweiterung der Multiplexplattform verstärkt Scienion seine Position als Lösungsanbieter. Bei allen Gerätesystemen handelt es sich um Investitionsgüter.

Die Dienstleistungen umfassen vornehmlich Auftragsentwicklungen von Mikroarrays und Auftragsproduktionen von Mikroarrays für verschiedene Diagnostikunternehmen und akademische Netzwerke. Anwendungsschwerpunkte liegen in den Feldern Ernährung, Herz-, Infektions- und Allergieerkrankungen sowie Veterinärdiagnostik. Mit dem Bau einer kundenspezifischen Produktionsanlage und deren Betrieb in Berlin Adlershof hat Scienion seine Produktionskapazität seit 2016 ständig weiter ausgebaut.

In 2016 wurde die Gesellschaft Cellenion SAS, Lyon (Frankreich) gegründet. Ihr Gegenstand sind insbesondere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich des Dosierens lebender Zellen. Basierend auf Scienions proprietärer Dispensiertechnologie werden bei Cellenion durch die Entwicklung von Applikationen wie Single Cell Genomics, Entwicklung monoklonaler Antikörper und Drucken von Gewebeverbünden neue Märkte erschlossen.

2. Ziele und Strategien

Scienion versucht Kunden frühzeitig in dem Entwicklungsprozess neuer Diagnostika zu identifizieren und diese Kunden technologisch für Scienion zu gewinnen. Dies beginnt typischerweise im Bereich von Forschung und Entwicklung, den Scienion mit dem Gerät sciFLEXARRAYER S3 oder mit Auftragsfertigungen abdeckt. Scienion begleitet seine Kunden mit dem internen Know-how und Expertise und liefert langfristig auch die Produktionsanlagen in Form von OEM Kits, sciFLEXARRAYER S12, SX oder S100 für diagnostische Tests oder fertigt diese in Haus für Abnehmer im In- und Ausland.

3. Steuerungssystem

Die Gesellschaft überprüft, analysiert und korrigiert die aktuelle Geschäftsentwicklung mithilfe von betriebswirtschaftlichen Kennziffern anhand des Budgetrahmens. Im Weiteren werden Auftragseingänge und ausgereichte Angebote zur Beurteilung der unterjährigen Geschäftsentwicklung herangezogen. Im monatlichen Rhythmus werden im Vergleich zum Plan die Bilanz, GuV und eine Kapitalflussrechnung erstellt. In der Forecastrechnung fließen die aktuellen Auftragserwartungen ein. Zentrale Beobachtungsgrößen sind realisierter Umsatz, EBIT und die verfügbare Barliquidität.

4. Forschung und Entwicklung

Die Scienion AG fokussiert sich auf anwendungsorientierte Entwicklungen zur raschen Überführung in verkaufsfähige Produkte im Bereich Life Sciences. Neuentwicklungen werden typischerweise durch Drittmittelprojekte begleitet. In diesen Projekten arbeitet Scienion entweder allein oder in Konsortien an bestimmten Forschungsthemen, wobei die Aufwendungen von Scienion teilweise durch verschiedene nationale oder internationale Forschungsprogramme getragen werden. Gleichzeitig bietet sich für Scienion die Möglichkeit, sich innerhalb dieser Forschungsverbünde zu präsentieren und mit Key-Opinion Leadern in entsprechenden Forschungsfeldern zusammenzuarbeiten.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die globale Konjunktur entwickelte sich 2018 dynamischer als in den vorangegangenen Jahren. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass das globale Wirtschaftswachstum im abgeschlossenen Jahr 3,6 % betrug (Vorjahr: 3,7%) und somit stabil bis schwach rückläufig prognostiziert wird. Hintergrund sind zunehmende Handelskonflikte, insbesondere zwischen den USA und China, die die globale Wirtschaftsleistung abschwächen. Das Wachstum der Wirtschaftsleistung der USA sollte sich nach einem Zuwachs von 0,6 % im Vorjahr auf 2,9 % im Berichtszeitraum beschleunigt haben. In Asien hat sich das Wachstum stabilisiert bzw. ist leicht rückläufig. Die Wachstumsrate für China lag mit 6,6 % in etwa auf dem Niveau des Vorjahres 6,8 %. Der Euro-Raum zeigt mit erwarteten 1,6 % ein niedrigeres Wachstum als noch im vorangegangenen Jahr 2017 (2,3 %). Die wesentlichen Volkswirtschaften in Europa weisen eine dynamische Entwicklung der Konjunktur aus. Deutschland verzeichnete nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes eine im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächte Zunahme der Wirtschaftsleistung um 1,3 % (Vorjahr: 2,2 %). Aber auch andere wesentliche Wirtschaftsnationen im Euro-Raum, wie Frankreich und Italien, haben die Wachstumsdynamik angepasst.

Unter Berücksichtigung dieser volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnte die Scienion AG ihren Wachstumskurs im Life Science Markt erfolgreich behaupten.

2.2 Geschäftsverlauf

Getragen wurde die Umsatz- und Ertragsentwicklung der Scienion AG insbesondere durch Nachfrage aus den europäischen Märkten. 73% (Vj. 60%) des Umsatzes von insgesamt TEUR 15.251 (Vj. TEUR 10.354) entfallen auf Europa, 13% (Vj. 27%) Nordamerika und 14% (Vj. 13%) auf Asien. Insbesondere die Umsatzsteigerung in Asien von TEUR 1.353 auf TEUR 2.050 zeigt die gestiegene Nachfrage nach Produkten von Scienion in Asien. In Zukunft werden verstärkte Investitionen notwendig sein, um insbesondere im asiatischen Markt schneller zu wachsen.

Die Entwicklung des US Dollars hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung der Scienion AG in 2018.

Gleichzeitig konnte Scienion in 2018 sehr erfolgreich Drittmittel einwerben. Erfolgsfaktor war dabei die Entwicklung von neuen innovativen Technologiekonzepten mit der richtigen Balance zwischen technischem Risiko und Verwertungspotenzial.

2.3 Lage

2.3.1 Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2018 konnte der Vorjahresumsatz von TEUR 10.354 um TEUR 4.897 auf TEUR 15.251 gesteigert werden. Der Planwert für 2018 wurde damit deutlich überschritten. Die Gesamtleistung (Umsätze zuzüglich Bestandsveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen) des laufenden Geschäftsjahres beträgt TEUR 15.028 (Vj. TEUR 10.709). Aufgrund der gestiegenen Umsatzerlöse weist die Gesellschaft ein höheres Rohergebnis (TEUR 12.452; Vj. TEUR 8.063) aus. Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand/Umsatzerlöse zuzüglich Bestandsveränderung) beträgt 25,3% und konnte im Vergleich zum Vorjahr (32,7%) aufgrund des profitablen Umsatzes erfolgreich gesenkt werden. Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen ist ein Anstieg von 43,7% (Vj. 25,7%) zu verzeichnen. Im Wesentlichen ist dies auf die gestiegenen Drittmittel für Forschungsprojekte sowie Erträgen aus der Währungsumrechnung zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verzeichneten eine Zunahme um TEUR 832 auf TEUR 4.708 (Vj. TEUR 3.876). Im Wesentlichen ist dies auf die gestiegenen Umsätze und damit einhergehenden gestiegenen Vertriebsprovisionen, Zuführungen zur Garantierückstellung als auch erhöhten Fremdarbeiten zur Umsatzabsicherung zurückzuführen. Im Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) hat die Scienion AG eine Verbesserung um TEUR 2.802 von TEUR 523 auf TEUR 3.326 zu verzeichnen und liegt damit deutlich über dem Planwert von TEUR 3.022. Das Ergebnis nach Steuern ist auf TEUR 3.008 (Vj. TEUR 515) gestiegen.

2.3.2 Finanzlage

Am Ende des Berichtsjahres beliefen sich die liquiden Mittel auf TEUR 1.975 (Vj. TEUR 1.137).

Im Berichtszeitraum erwirtschaftete die Gesellschaft einen positiven Cashflow aus operativer Tätigkeit von TEUR 1.910 (Vj. TEUR 586). Ursächlich für diese Entwicklung sind im Wesentlichen zum einen der Jahresüberschuss von TEUR 3.007 (Vj. TEUR 514), die Zunahme der Rückstellungen von TEUR 703 (Vj. TEUR 25), der Abbau der Vorräte von TEUR 109 (Vj. Aufbau TEUR 293), der Aufbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Aktiva von TEUR 3.088 (Vj. TEUR 579) sowie der Aufbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva von TEUR 539 (Vj. Aufbau TEUR 715), die der operativen Tätigkeit zuzuordnen sind.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt TEUR -617 (Vj. TEUR -670) und resultiert aus der Ausgabe von Ausleihungen an verbundene Unternehmen von TEUR 350 (Vj. TEUR 340), Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 284 (Vj. TEUR 295) und Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen von TEUR 11 (Vj. TEUR 53) sowie Einzahlungen aus Zinsen von TEUR 28 (Vj. TEUR 18).

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt TEUR -455 (Vj. TEUR -515) und resultiert aus der Rückzahlung von Darlehen inkl. der hierauf entfallenden Zinsen. Die vorhandene Betriebsmittellinie wurde im Berichtszeitraum nicht in Anspruch genommen.

Der finanzielle Grundstock der Scienion AG wurde im Geschäftsjahr durch die erwirtschafteten Eigenmittel gebildet. Neben der Erteilung eines Rangrücktritts auf das noch vorhandene Investorendarlehen und die dafür angefallenen Vergütungen und den sonstigen Kosten konnten die laufenden Kosten des Geschäftsbetriebes durch eigene Einnahmen gedeckt werden.

Die Liquidität der Gesellschaft war im Berichtszeitraum jederzeit gesichert.

2.3.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Gesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2018 auf TEUR 15.317, wobei TEUR 3.266 (21,3%) auf das Anlagevermögen und TEUR 12.051 (78,7%) auf das Umlaufvermögen und Rechnungsabgrenzungsposten entfallen.

Die Vorräte verzeichneten insgesamt einen Rückgang um TEUR 109 von TEUR 1.920 auf TEUR 1.812, wobei die Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen von TEUR 854 um TEUR 207 auf TEUR 1.061 zunahmen. Die Bestände von unfertigen und fertigen Erzeugnissen sind von TEUR 971 um TEUR 424 auf TEUR 547 gesunken. Die geleisteten Anzahlungen sind von TEUR 96 auf TEUR 204 gestiegen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen notieren bei TEUR 3.433. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies eine Zunahme um TEUR 347 dar. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten wie im Vorjahr im Wesentlichen Forderungen für Zuschüsse und Zulagen geförderter Forschungs- und Entwicklungsprogramme (TEUR 577; Vj. TEUR 481).

Darüber hinaus werden liquide Mittel in Höhe von TEUR 1.975 (13% der Bilanzsumme/ Vj. TEUR 1.137) ausgewiesen.

Unter Berücksichtigung des Jahresüberschusses für das Geschäftsjahr 2018 von TEUR 3.007, des gezeichneten Kapitals von TEUR 187, einer Kapitalrücklage von TEUR 10.227 sowie des vorhandenen Verlustvortrages per 31. Dezember 2017 von TEUR 2.560 weist die Gesellschaft ein Eigenkapital von TEUR 10.861 (70,9% Eigenkapitalquote; Vj. 70,3%) aus.

Einen unwesentlichen Posten auf der Passivseite stellen die verbliebenen Verbindlichkeiten aus Darlehen unter den sonstigen Verbindlichkeiten (Nominalbetrag) in Höhe von TEUR 75 (Vj. TEUR 225) dar. Diese entfallen auf die tbg Technologie-Beteiligungs-Gesellschaft mbH, Bonn. Weiterhin werden Zinsen für die zum 31. Dezember 2012 ausgelaufenen stillen Beteiligungen in Höhe von TEUR 138 (Vj. TEUR 413) ausgewiesen. Die Zinsverbindlichkeiten und Darlehen (zum Stichtag 31. Dezember 2013: TEUR 2.126) werden seit dem 1. Juli 2014, gemäß dem vereinbarten Tilgungsplan, über eine Laufzeit von fünf Jahren bis zum 30. Juni 2019 ratierlich getilgt.

Die Rückstellungen haben sich von TEUR 939 um TEUR 1.041 auf TEUR 1.980 erhöht. Die wesentlichen Veränderungen zum Vorjahr ergeben sich durch Steuerrückstellungen (+TEUR 225), Rückstellungen für abgeschlossene Vergleiche (+TEUR 413), für Personal (+TEUR 135), für ausstehende Rechnungen (+TEUR 133), für Rückbauverpflichtungen (+TEUR 80) und für Gewährleistungen (+TEUR 50).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind aufgrund stichtagsbezogener Effekte um TEUR 260 auf TEUR 1.143 gestiegen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen TEUR 194 (Vj. TEUR 375).

2.3.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Das nachhaltige Umsatzwachstum vor allem in Europa und die bei Scienion vorhandene Kostendisziplin halfen der Gesellschaft, die Ergebnissituation trotz der signifikant gestiegenen Aufwendungen für erbrachte Entwicklungsleistungen der Cellenion zu stabilisieren. Somit kann auch zukünftig eine positive Ergebnissituation als realistisch angesehen werden. Insgesamt liegt ein stetiger und nachhaltiger Geschäftsverlauf vor.

3. Prognose-, Chancen und Risikobericht

3.1 Chancen- und Risikobericht

Als ein weltweit tätiges Unternehmen im Life Science Markt unterliegt Scienion vielen branchen- und unternehmensspezifischen Risiken, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit geeignet sind, ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachhaltig zu beeinträchtigen. Die Gesellschaft überwacht vorhandene Risiken durch das interne Berichtswesen und das eingeführte ISO 9001 Qualitätskontrollsystem. Es werden Monatsabschlüsse erstellt und analysiert, so dass die Geschäftsführung, der Aufsichtsrat und die Aktionäre sich umfassend davon überzeugen können, dass Risiken, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben, erkannt werden und eine entsprechende Gegensteuerung eingeleitet wird. Diese wesentlichen Chancen und Risiken sind nachfolgend aufgeführt.

Schutzrechte

Unser Geschäft hängt unter anderem von der Vermarktung unseres geistigen Eigentums in Form von Know-how wie auch von Lizenzen auf Patente und Patentanmeldungen ab. Aus diesem Grund würden negative Einflüsse, wie auf den Umfang und die Dauer des Patentanspruchs, auf den geografischen Geltungsbereich, auf konkurrierende Schutzrechte (auf die wir angewiesen sein könnten), auf Schwierigkeiten bei der Durchsetzung des Patentschutzes (die versehentliche Verletzung fremden geistigen Eigentums als auch die Einlizenzierung von wichtigem fremden geistigen Eigentum), die Ertragslage, die Kostenbasis sowie die Fähigkeit neue Allianzen einzugehen, letztlich unseren gesamten Geschäftserfolg beeinträchtigen. In diesem Zusammenhang sind insbesondere "U-Boot-Patente" in den USA zu nennen.

Gleichzeitig wird der Fortschritt im Bereich unseres geistigen Eigentums uns in die Lage versetzen, einer großen Anzahl von Marktteilnehmern auf den Gebieten von pharmazeutischer Forschung, Diagnostik und Life Sciences attraktive Produkte und Lizenzmodelle zu offerieren und Scienion den Einstieg in neue Marktsegmente, wie beispielsweise Medizintechnik, zu ermöglichen.

Wettbewerb

Im Wettbewerbsumfeld wird deutlich, dass eine starke Konsolidierung erfolgt. Die in den vergangenen Jahren erfolgte Fokussierung auf die Entwicklung der Produktfamilien sciFLEXARRAYER und cellenONE ermöglicht der Scienion AG die Erschließung neuer Kundenschichten auch in angrenzenden Technologiefeldern, so dass neben dem Segment der diagnostischen Anwender insbesondere im Sensor- und Medizintechnikbereich mit einer nachhaltigen und steigenden Nachfrage für das Unternehmen zu rechnen ist.

Förderung der Projekte

Ein wesentliches Standbein sind Aufträge für Hardwareprodukte und Serviceprojekte. Insbesondere die Hardwareprojekte, beispielsweise customized sciFLEXARRAYER SX oder S100 Projekte, bedingen eine signifikante Vorfinanzierung und eine typischerweise langwierige Geschäftsanbahnung mit kundenspezifischen Proof-Of-Concept oder Proof-Of-Principle-Experimenten.

Die Bereitstellung öffentlicher Fördermittel kann risikoreich und unvorhersehbar sein. In der Vergangenheit hat es wiederholt Mittelsperren des Bundes gegeben, welche die Planung Scienions kurzfristig, insbesondere zu Projektende, negativ beeinflusst haben.

Durch das angespannte wirtschaftliche Umfeld können kundenseitig geplante Erweiterungsinvestitionen einer zeitlichen Verschiebung unterliegen.

Schwankende Kapazitätsauslastung und Ressourcenzuteilung der Geschäftsbereiche kann zu einem deutlichen Ertragsverlust führen, sollte die Auslastung nicht den jeweiligen Erfordernissen flexibel angepasst werden können.

Personal

Das Unternehmen ist von der Professionalität und dem Engagement seines Personals, insbesondere seiner Wissenschaftler und Projektleiter/Führungskräfte, abhängig. Für die Entwicklung des Unternehmens ist es von Bedeutung, qualifiziertes Personal zu finden und genauso wie die Know-how-Träger an die Gesellschaft zu binden.

Forderungsausfallrisiko

Das Forderungsausfallrisiko wird durch sorgfältige Auswahl der Vertragspartner (Bonitätsprüfung) vermindert. Das Ausfallrisiko wird zudem durch Anzahlungsleistungen seitens der Kunden gemindert. Erforderlichenfalls werden Wertberichtigungen auf Forderungen vorgenommen.

Darüber hinaus könnte es neben den hier aufgeführten noch andere Chancen und Risiken geben, die wir derzeit entweder für unwesentlich erachten oder derer wir uns zum Zeitpunkt dieses Berichts nicht bewusst waren.

Währungsrisiko

Durch die Handelsbeziehungen mit der US-Tochter Scienion US, Inc., ergeben sich je Leistungsumfang Fremdwährungspositionen in USD. Zur Begrenzung des Währungsrisikos werden verstärkt aus dem Dollarraum Lieferungen und Leistungen bezogen, um Gegenpositionen zu den Forderungen in USD aufzubauen. Aufgrund der Größe der Einzelgeschäfte verzichtet die Gesellschaft momentan noch auf den Einsatz von Sicherungsinstrumenten und ist daher grundsätzlich Wechselkursschwankungen ausgesetzt.

Die wesentlichen Risiken mit höherer Eintrittswahrscheinlichkeit und Bedeutung liegen im genannten Wettbewerb, der Entwicklung alternativer Technologien und der Förderung der Projekte. Die anderen Risiken haben eine geringere Eintrittswahrscheinlichkeit und Bedeutung. Weitere rechtliche oder markttechnische Risiken, welche die Entwicklung der Gesellschaft beeinflussen können, sind uns nicht bekannt.

3.2 Prognosebericht

Die maßgeblichen Unternehmensindikatoren 2019 sind im direkten Vergleich zum Vorjahr und zum Zeitpunkt der Berichterstellung für das Geschäftsjahr 2018 sowohl im Auftragseingang, Umsatz und Ertrag, deutlich verbessert. Die geplante Barliquidität stellt sich durchweg positiv dar. Die Gesellschaft geht davon aus, dass in 2019 auf der Basis von mehrjährigen Verträgen im Bereich unserer diagnostischen Kunden und der Markteinführung der neuen cellenONE Produktlinie im Bereich des Dosierens lebender Zellen sowohl eine deutliche Umsatz- als auch EBIT-Steigerung gegenüber dem Vorjahr realistisch erscheint.

Für 2019 und 2020 hat Scienion weitere Produkte und Applikationen nicht nur im Bereich des Dosierens lebender Zellen, sondern auch im Bereich der Diagnostik in der fortgeschrittenen Entwicklungspipeline. Diese werden nach dem gegenwärtigen Marktkenntnisstand neben dem etablierten Produktportfolio dazu beitragen, die gesteckten Geschäfts-, Umsatz- und Ertragsziele zu erreichen. Dies unterstreicht auch die in der Planung gesetzte Zielsetzung für 2019, ein positives Ergebnis nach Ertragsteuern und Zinsen für das Geschäftsjahr 2019 aufgrund eines veränderten Artikelmixes ausweisen zu können.

 

Dortmund, den 14. Juni 2019

Dr. Holger Eickhoff, Vorstand

Bilanz

Aktiva

31.12.2018
EUR
31.12.2017
EUR
A. Anlagevermögen 3.266.359,24 2.920.206,74
I. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz- und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 38.500,00 51.274,00
II. Sachanlagen 713.566,55 704.640,05
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 107.198,00 171.198,00
2. technische Anlagen und Maschinen 461.978,50 371.470,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 144.390,05 161.972,05
III. Finanzanlagen 2.514.292,69 2.164.292,69
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.674.292,69 1.674.292,69
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 840.000,00 490.000,00
B. Umlaufvermögen 11.991.911,20 8.201.669,31
I. Vorräte 1.811.548,35 1.920.075,69
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 8.205.090,36 5.144.686,64
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.433.389,05 3.086.740,15
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.975.272,49 1.136.906,98
C. Rechnungsabgrenzungsposten 59.144,30 49.681,69
Bilanzsumme, Summe Aktiva 15.317.414,74 11.171.557,74

Passiva

   
31.12.2018
EUR
31.12.2017
EUR
A. Eigenkapital 10.860.882,12 7.853.408,68
I. gezeichnetes Kapital 186.665,00 186.665,00
II. Kapitalrücklage 10.226.692,91 10.226.692,91
III. Verlustvortrag 2.559.949,23 3.074.203,23
IV. Jahresüberschuss 3.007.473,44 514.254,00
B. Rückstellungen 1.979.803,11 939.081,60
C. Verbindlichkeiten 2.387.145,29 2.357.274,20
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 16.666,63
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 193.623,89 375.000,00
D. Rechnungsabgrenzungsposten 89.584,22 21.793,26
Bilanzsumme, Summe Passiva 15.317.414,74 11.171.557,74

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2018 - 31.12.2018
EUR
1.1.2017 - 31.12.2017
EUR
1. Rohergebnis 12.452.322,41 8.062.543,94
2. Personalaufwand 4.119.525,67 3.464.627,60
a) Löhne und Gehälter 3.570.331,77 2.992.784,10
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 549.193,90 471.843,50
3. Abschreibungen 298.576,63 198.021,43
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 298.576,63 198.021,43
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 4.707.824,62 3.875.810,89
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung 19.118,33 632.917,24
5. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 27.638,89 12.740,00
davon aus verbundenen Unternehmen 27.638,89 12.740,00
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 553,18 4.916,59
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 8.146,09 25.036,40
8. Steuern vom Einkommen und Ertrag 338.151,03 1.514,21
9. Ergebnis nach Steuern 3.008.290,44 515.190,00
10. sonstige Steuern 817,00 936,00
11. Jahresüberschuss 3.007.473,44 514.254,00

Ergebnisverwendung

Ergebnisverwendungsvorschlag des Vorstands / der Geschäftsleitung

Beschlussfassung über die Verwendung des Jahresüberschusses aus dem Geschäftsjahr 2018:

Die Hauptversammlung der SCIENION AG hat am 9. September 2019 beschlossen, den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2018 in Höhe von EUR 3.007.473,44 auf neue Rechnung vorzutragen.

Anhang

Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft ist im Handelsregister B des Amtsgerichts Dortmund unter der Nummer HRB 19874 eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt.

Die Gliederung der Bilanz entspricht den Vorschriften des § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB erstellt.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen sind die für mittelgroße Kapitalgesellschaften vorgesehenen Vorschriften anwendbar.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert zum Vorjahr die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird um die planmäßigen Abschreibungen vermindert. In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, die im Wesentlichen den steuerrechtlich zulässigen AfA-Höchstsätzen entsprechen, unter angemessener Berücksichtigung des technischen Fortschritts und wirtschaftlicher Veralterung, linear abgeschrieben. Ab dem Geschäftsjahr 2012 wird auf die Bildung von Sammelposten verzichtet. Es erfolgt die Sofortabschreibung der Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800,00 (Vorjahre EUR 410,00) im Jahr des Zugangs. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten, ggf. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt.

Die Bestände der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. Es wurden keine Fremdkapitalzinsen in die Herstellungskosten einbezogen. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden nicht aktiviert.

In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen und den Herstellungskosten gegenübergestellt.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Die flüssigen Mittel sind zum Nominalwert bewertet.

Für vom Unternehmen bis zum Bilanzstichtag geleistete Zahlungen, die auf Leistungen für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag entfallen, wurden aktive Rechnungsabgrenzungsposten gebildet.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nominalwert bewertet.

Für Verpflichtungen aus Ertragssteuern werden Steuerrückstellungen gebildet.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenständeund Verbindlichkeiten wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen weisen eine hundertprozentige Beteiligung an folgenden Unternehmen aus:

1. Scienion US, Inc.,

2640 W Medtronic Way, Tempe, AZ 85281, USA

Geschäftsjahr: 01.01.2018-31.12.2018

Umsatzerlöse 4.929.956,11 USD
Jahresergebnis -491.425,13 USD
Eigenkapital in TUSD
Gezeichnetes Kapital 1,0
Kapitalrücklage 2.000,00
Verlustvortrag -1.500,2
Jahresfehlbetrag -491,4
Summe 9,4

2. Cellenion SAS,

320 avenue Berthelot, 69371 Lyon Cedex 8, Frankreich

Geschäftsjahr: 01.01.2018-31.12.2018

Umsatzerlöse 607.109,00 EUR
Jahresergebnis 14.702,44 EUR
Eigenkapital in TEUR
Gezeichnetes Kapital 1,0
Kapitalrücklage 0,0
Verlustvortrag -122,8
Jahresüberschuss 14,7
Summe -107,1

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen in voller Höhe Darlehen der Scienion AG an die Tochtergesellschaft Cellenion SAS.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Posten weisen, wie im Vorjahr, jeweils Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr auf.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit TEUR 3.433 (i. Vj. TEUR 3.087) den Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital von EUR 186.665,00 ist in 55.351 Stammaktien und 52.350 Vorzugsaktien der Serie (A), 21.330 Vorzugsaktien der Serie (B) und 57.634 Vorzugsaktien der Serie (C), jeweils als nennwertlose Stückaktien, eingeteilt.

In 2018 besteht eine Kapitalrücklage in Höhe von EUR 10.226.692,91 (i. Vj. EUR 10.226.692,91). Gewinnrücklagen bestehen nicht.

Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2018 ein Eigenkapital in Höhe von EUR 10.860.882,12 (i. Vj. EUR 7.853.408,68) aus. Darin enthalten ist der Jahresüberschuss 2018 in Höhe von EUR 3.007.473,44 (i. Vj. EUR 514.254,00).

Die NRW.BANK, Düsseldorf, hat in 2019 gem. § 20 Abs. 1 AktG mitgeteilt, dass sie zu mehr als 25% am Grundkapital der Scienion AG beteiligt ist.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Urlaubsansprüche, Sondervergütungen, Gewährleistungsansprüche und ausstehende Rechnungen gebildet. Die Rückstellung für Gewährleistungsansprüche wird nach Erfahrungswerten ermittelt.

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind nachfolgend dargestellt:

Scienion AG 2018
in EUR
Bis 1 Jahr
EUR
1-5 Jahre
EUR
Über 5 Jahre
EUR
Gesamt
EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 0,00 0,00 0,00
  (16.666,63) (0,00) (0,00) (16.666,63)
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
  (0,00) (0,00) (0,00) (0,00)
3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 708.365,11 0,00 0,00 708.365,11
  (313.579,44) (0,00) (0,00) (313.579,44)
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Dritte 1.142.675,02 0,00 0,00 1.142.675,02
  (882.293,84) (0,00) (0,00) (882.293,84)
5. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verbundene Unternehmen 193.623,89 0,00 0,00 193.623,89
  (375.000,00) (0,00) (0,00) (375.000,00)
6. Sonstige Verbindlichkeiten 342.481,27 0,00 0,00 342.481,27
  (557.175,92) (212.558,37) (0,00) (769.734,29)
  2.387.145,29 0,00 0,00 2.387.145,29
  (2.144.715,83) (212.558,37) (0,00) (2.357.274,20)

Haftungsverhältnisse

Es besteht ein Avalobligo bei der Commerzbank AG, Berlin, über TEUR 13, welches sich auf Mietbürgschaften bezieht. Es ergeben sich hieraus keine erkennbaren Risiken.

Sonstige Angaben

Nachtragsbericht

Es ergaben sich keine Sachverhalte, die sich nachträglich auf den Jahresabschluss 2018 ausgewirkt haben könnten.

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr waren im Durchschnitt 62 (i. Vj. 54) Mitarbeiter, davon alle Angestellte, beschäftigt.

Aufsichtsrat

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurde die Aufsichtsratstätigkeit von folgenden Personen wahrgenommen:

Wolfgang Kintzel (Vorsitzender),

Geschäftsführer, Ayoxxa Biosystems GmbH

Ingeborg Neumann (stellvertretende Vorsitzende),

Geschäftsführende Gesellschafterin, Peppermint Holding GmbH

Dr. Jörn Erselius,

Geschäftsführer, Max-Planck-Innovation GmbH

Dr. Aristotelis Nastos,

Head of Life Sciences & Cleantech, NRW.BANK, Anstalt des öffentlichen Rechts

Dr. Holger Ottleben,

Managing Director, Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH

Vorstand

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres setzte sich der Vorstand wie folgt zusammen:

Dr. Holger Eickhoff, Dipl.-Chemiker.

Gewinnverwendung

Der Vorstand schlägt vor, den Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Dortmund, 14. Juni 2019

Dr. Holger Eickhoff, Vorstand

Vorstehende Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang sind eine verkürzte Fassung des aufgestellten Jahresabschlusses.

Anlagespiegel

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
1. Jan. 2018
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31. Dez. 2018
EUR
IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE        
entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 320.694,23 10.676,08 0,00 331.370,31
SACHANLAGEN        
Bauten auf fremden Grundstücken 211.262,36 7.321,82 0,00 218.584,18
Technische Anlagen und Maschinen 1.970.229,35 254.246,54 36.358,57 2.188.117,32
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.620.481,21 72.034,28 14.786,75 1.677.728,74
  3.801.972,92 333.602,64 51.145,32 4.084.430,24
FINANZANLAGEN        
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.674.292,69 0,00 0,00 1.674.292,69
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 490.000,00 350.000,00 0,00 840.000,00
  2.164.292,69 350.000,00 0,00 2.514.292,69
  6.286.959,84 694.278,72 51.145,32 6.930.093,24
ABSCHREIBUNGEN
1. Jan. 2018
EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
Abschreibungen auf Abgänge
EUR
31. Dez. 2018
EUR
IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE        
entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 269.420,23 23.450,08 0,00 292.870,31
SACHANLAGEN        
Bauten auf fremden Grundstücken 40.064,36 71.321,82 0,00 111.386,18
Technische Anlagen und Maschinen 1.598.759,35 128.592,04 1.212,57 1.726.138,82
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.458.509,16 75.212,69 383,16 1.533.338,69
  3.097.332,87 275.126,55 1.595,73 3.370.863,69
FINANZANLAGEN        
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
  0,00 0,00 0,00 0,00
  3.366.753,10 298.576,63 1.595,73 3.663.734,00
BUCHWERT
31. Dez. 2018
EUR
31. Dez. 2017
EUR
IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE    
entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 38.500,00 51.274,00
SACHANLAGEN    
Bauten auf fremden Grundstücken 107.198,00 171.198,00
Technische Anlagen und Maschinen 461.978,50 371.470,00
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 144.390,05 161.972,05
  713.566,55 704.640,05
FINANZANLAGEN    
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.674.292,69 1.674.292,69
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 840.000,00 490.000,00
  2.514.292,69 2.164.292,69
  3.266.359,24 2.920.206,74

Bericht des Aufsichtsrats

Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat die Arbeit des Vorstands im Geschäftsjahr 2018 auf Grundlage der ausführlichen, in schriftlicher und mündlicher Form erstatteten Berichte des Vorstands regelmäßig überwacht und beratend begleitet. Im Jahr 2018 kam der Aufsichtsrat zu fünf Sitzungen über die geschäftliche und strategische Entwicklung der Scienion AG zusammen.

In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig sowohl schriftlich als auch mündlich und informierte dabei ausführlich über den Status der Gesellschaft. Dazu gehörten auch monatliche Berichte des Vorstands, in denen er die Finanzergebnisse des Vormonats in abgesprochener Form schriftlich aufbereitet und mit detaillierten Kommentaren und Erläuterungen vorlegte. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von Plänen und Zielen wurden erläutert und anhand der vorgelegten Unterlagen geprüft.

Gegenstand der Berichterstattung und der Beratungen des Aufsichtsrats waren alle wesentlichen geschäftspolitischen Fragen, insbesondere erstreckten sich diese sowohl auf die wirtschaftliche Lage der Scienion AG als auch auf die aktuelle und längerfristige Entwicklung der einzelnen Geschäftsfelder und der Produkt-, Vertriebs-, und Marketingstrategie. Schwerpunktmäßig wurde die weitere strategische Entwicklung der Gesellschaft erörtert und die Allokation der Budgets besprochen.

Weitere Themen waren die Entwicklung der Geschäftsplanung, die Entwicklung der Tochterunternehmen in den USA und Frankreich, Kooperationsverträge, geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekte, der Jahresabschluss 2017 einschließlich damit zusammenhängender Geschäftsführungsmaßnahmen sowie mehrjährige Verträge mit einem diagnostischen Unternehmen. Es wurden Fragen der Kooperation mit möglichen technologischen und strategischen Partnern sowie die Patentstrategie erörtert. Der Aufsichtsrat hat sich während des Jahres ein Bild vom Forschungsstand und den Produktentwicklungen des Unternehmens vor Ort gemacht. Ebenfalls befasste sich der Aufsichtsrat regelmäßig mit der Kapitalausstattung des Unternehmens, der Umsetzung von Kapitalmaßnahmen sowie der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Sämtliche für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge wurden im Aufsichtsrat ausführlich erörtert.

Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben.

Ausschüsse hat der Aufsichtsrat nicht gebildet.

Der Abschlussprüfer, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Scienion AG geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurde allen Aufsichtsratsmitgliedern zugeleitet. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresergebnisses geprüft. In seiner Sitzung am 21. Juni 2019 hat sich der Aufsichtsrat vom Vorstand und vom Wirtschaftsprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, einzelne Positionen und die im Wesentlichen angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, erläutern lassen. Der Aufsichtsrat sieht nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keinen Anlass, Einwendungen zu erheben und stimmt dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Er ist mit dem Lagebericht und der Beurteilung zur weiteren Entwicklung des Unternehmens einverstanden.

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht mit Hinweis auf das Testat der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in der Sitzung vom 21. Juni 2019 gebilligt. Der Jahresabschluss 2018 ist damit festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und den Mitarbeitern für Ihren engagierten Einsatz und die erbrachte Leistung im Berichtsjahr und wünscht Ihnen für das Jahr 2019 weiterhin viel Erfolg.

 

Berlin, im Juni 2019

Der Aufsichtsrat

Wolfgang Kintzel, Vorsitzender

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 21.06.2019 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Der nachfolgende Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den vollständigen Jahresabschluss und Lagebericht. Bei der Offenlegung des Jahresabschlusses wurde von den größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 HGB Gebrauch gemacht.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Scienion AG, Dortmund

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Scienion AG, Dortmund - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Scienion AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2018 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 und vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Leipzig, den 19. Juni 2019

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kniese, Wirtschaftsprüfer

Sachs, Wirtschaftsprüfer

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