MF Bad Lippspringe GmbHLiquidiert
Zum Strothebach 11, 33175 Bad Lippspringe, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Anna Sommermeyer-Rickert seit 28.8.2015 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
MF Bad Lippspringe GmbHBad LippspringeJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014Lagebericht für das Geschäftsjahr 20141. GrundlagenDie MF Bad Lippspringe GmbH produziert Kastenmöbel am Standort Bad Lippspringe. Der Vertrieb der Produkte wird in Deutschland und Europa ausschließlich durch die Schwestergesellschaft Wellemöbel GmbH vorgenommen. Gesellschafterin der MF Bad Lippspringe GmbH ist die Howelpa Logistik GmbH, Paderborn. Für das genutzte Grundstück und die genutzten Gebäude besteht ein langfristiger Mietvertrag mit der Wellemöbel Beteiligungs GmbH & Co. KG als Konzernmuttergesellschaft. Geschäftsführer der Gesellschaft sind Frau Sommermeyer-Rickert, zuständig für die Bereiche Personal, Verwaltung, Vertrieb und Marketing, und Herr Waldemar Bauer, zuständig für die Bereiche Technik, Betriebsleitung und Einkauf. 2. Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaft Trotz schwieriger internationaler Rahmenbedingungen ist das Bruttoinlandsprodukt der deutschen Wirtschaft im Jahr 2014 um 1,6 % gewachsen. Die Konsumausgaben erhöhten sich zum Vorjahr preisbereinigt um 1,2 %. Der Zuwachs fiel damit kräftiger aus als im Vorjahr (+0,8 %). Dazu trugen die nach wie vor aufwärtsgerichtete Beschäftigungsentwicklung, zunehmende Tarifverdienste und ein vergleichsweise geringer Anstieg der Verbraucherpreise bei. Positiv auf das inländische Konsumverhalten wirkten sich überdies die Anhebung des Einkommensteuer-Grundfreibetrages sowie umfangreiche Leistungsauswertungen in der gesetzlichen Rentenversicherung aus. Bestätigt wird dies durch den GfK Konsumklimaindexes, der im Dezember 2014 auf 8,7-Punkte stieg und damit um 1,3-Punkte über dem Wert zum Vorjahreszeitpunkt lag. 2.2 Branche und Wettbewerb Die Möbelbranche in Deutschland konnte in 2014 einen Umsatzzuwachs in Höhe von 1,5 % zum Vorjahr verzeichnen, wobei Wohnmöbelproduzenten u.a. aufgrund des geringen Vorjahresniveaus und der teil- weisen Zurechnung von Boxspringbetten um 3,7 % zulegen konnten. Die Wellemöbel GmbH weist im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang in Höhe von 6,1 % aus. Bis auf die Umsätze mit der Marke JOOP!, die um 16,7 % zulegen konnten, und mit dem "Wirtschaftsraumwunder (+1,2 %), hatten alle weiteren Segmente Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Die Umsatzrückgänge im Bereich Schlafraummöbel (-12,4 %) sind dabei auf den nach wie vor starken Hype bei den Boxspringbetten, der zulasten der Standardschlafzimmer geht, und die erst Ende des II. Halbjahres erfolgten Neuplatzierungen von Kastenmöbeln, die die Boxspringbetten optimal im Schlafzimmer ergänzen, zurückzuführen. Die Entwicklung der Büromöbelsparte lag mit -0,7 % nahezu auf Vorjahresniveau. Einen starken Rückgang verzeichnete das Segment der Jugendzimmer (-11,9 %) insbesondere aufgrund veränderter Lebensgewohnheiten der Zielgruppe und geringerer Stellflächen im Handel. Nach wie vor ist die Branche geprägt durch starke Konzentrationen auf der Seite des Handels. Die großen Handelshäuser wachsen einerseits anorganisch durch Zukäufe ehemaliger Wettbewerber und andererseits organisch durch Eröffnung neuer, moderner Märkte in attraktiver Großstadtrandlage. Diese Entwicklung führt auf der einen Seite zu einer Verdrängung kleiner und mittlerer Möbelhändler hin zum Verkauf auf der Großfläche am Stadtrand und auf der anderen Seite zu einem Preisdruck auf die Möbelproduzenten. Negativ auf die Preisentwicklung wirkt sich zudem der starke Anstieg bei den Möbelimporten aus Osteuropa und China aus. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen und zu weiteren Konsolidierungen im Bereich der Möbelhändler und Möbelproduzenten führen. Hier herrscht bereits eine sehr starke Konzentration auf wenige Anbieter. 2.3 Gesellschaft 2.3.1 Insolvenz und Sanierung In 2014 hatte die Gesellschaft, wie die gesamte inländische Möbelbranche und vor allem die Kastenmöbelproduzenten mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen. In den vergangenen Jahren ist es der Wellemöbel GmbH als Schwestergesellschaft bereits gelungen, zahlreiche Meilensteine der Umstrukturierung umzusetzen:
Trotz dieser ersten Erfolge behinderten die weiter bestehende operative Komplexität mit drei Standorten, ein deutlicher Personalüberhang und ein hoher Verschuldungsgrad der Gesamtgruppe eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Das Unternehmen und damit auch die MF Bad Lippspringe GmbH operierten über Jahre "finanziell am Anschlag". Aufgrund des wie auch im Vorjahr starken Umsatzrückgangs und der damit einhergehenden Ergebnisverschlechterung wurde am 26. November 2014 ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt (§ 270a InsO). In den nachfolgenden Monaten wurde von der Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung GmbH (BBU), Düsseldorf, ein Sanierungskonzept nach IDW S 6 erarbeitet, auf dessen Grundlage am 27. April 2015 die Eröffnung des Verfahrens erfolgte; es wurde Eigenverwaltung angeordnet (§ 270 Ins0). Die BBU kam in dem Sanierungskonzept der MF Bad Lippspringe GmbH zu folgendem Fazit:
Analog zur MF Bad Lippspringe GmbH wurde auch mit den übrigen wesentlichen Gesellschaften der Wellemöbel-Gruppe (Wellemöbel Beteiligungs GmbH & Co. KG, Wellemöbel GmbH, Howelpa Logistik GmbH) verfahren. Die dem Amtsgericht Paderborn vorgelegten Insolvenzpläne der vier Gesellschaften wurden am 30. Juni 2015 bestätigt. Die Aufhebung der Verfahren erfolgte jeweils am 31. August 2015. 2.3.2 Umsatz- und Auftragsentwicklung Die Gesellschaft produziert ausschließlich für die Wellemöbel GmbH die Segmente Schlafraummöbel, exklusive Solitärmöbel in Lizenz für JOOP! und Komponenten für die Wellemöbel GmbH. Die Umsätze und Auftragseingänge der Wellemöbel GmbH entwickelten sich im Vergleich zum Vorjahr mit -6,7 % im Auftragseingang und -5,5 % im Umsatz rückläufig. Eine schwache Auslandsnachfrage sowie das zurückhaltende Konsumentenverhalten im Inland haben branchenweit zu der rückläufigen Kastenmöbelnachfrage geführt. 2.3.3 Investitionen zur Standortsicherung Der Wellemöbel Beteiligungs GmbH & Co. KG als mittelbares Mutterunternehmen wurde gemeinsamen mit der Wellemöbel GmbH und MF Bad Lippspringe GmbH von der Hausbank in 2014 eine Finanzierung in Höhe von EUR 6,5 Mio. gewährt, für die die Länder Nordrhein-Westfalen und Hessen eine Bürgschaft in Höhe von insg. 80% des Ausfalls übernommen haben. Mit den zusätzlichen Finanzierungsmitteln wurden u.a. am Standort Bad Lippspringe die Verwaltung ausgebaut bzw. modernisiert und eine neue Heizungsanlage installiert. Darüber hinaus wurde in Maschinen und Anlagen zur Realisierung von Kostensenkungs- und Produktivitätsverbesserungspotenzialen investiert, so dass der ehemalige Standort in Paderborn vollständig geräumt werden konnte. 2.3.4 Personal- und Sozialbereich Die Gesellschaft ist seit dem 1. Januar 2009 eine reine Produktionsgesellschaft ohne eigene Vertriebs-und Verwaltungsmitarbeiter. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 10 Mitarbeiter. Die Anzahl der gewerblichen Mitarbeiter sank dabei auf durchschnittlich 212 von insgesamt 244 Mitarbeitern. 3. Ertrags , Finanz und Vermögenslage3.1. Ertragslage Die wesentlichen Daten zur Ertragslage sind in dem folgenden Tableau zusammengestellt:
In 2014 hat die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 4.130, nach einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 312 im Vorjahr, erzielt. Die Umsatzerlöse verminderten sich um 11,4 %, die Gesamtleistung ging um 11,2 % zurück. Die Personalaufwandsquote stieg auf 30,8 % der Gesamtleistung. Das EBITDA war negativ. 3.2. Vermögens und Finanzlage Das Anlagevermögen der Gesellschaft hat in 2014 aufgrund von Investitionen um TEUR 97 zugenommen. Es setzt sich zusammen aus Anlagenzugänge von TEUR 412, Anlagenabgänge von TEUR 58 und Abschreibungen von TEUR 270. Das Vorratsvermögen hat um insgesamt TEUR 169 abgenommen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens ermäßigten sich im Vergleich zum Vorjahr um rd. TEUR 513, was auf den deutlichen Rückgang der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen ist. Die Gesellschaft besitzt ein negatives Eigenkapital in Höhe von TEUR 1.438 bei einem gezeichneten Kapital in Höhe von TEUR 25 und ist damit zum Bilanzstichtag überschuldet. Die Bilanzsumme stieg aufgrund des Bruttoausweises des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages um TEUR 841 auf nunmehr TEUR 8.791. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 143. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich um TEUR 1.519. Die sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich um TEUR 1.484. Die Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Forderungen der Insolvenzgläubiger, auf die zwischenzeitlich im Rahmen des am 30. Juni 2015 bestätigten Insolvenzplanes zum überwiegenden Teil verzichtet wurde. 4. NachtragsberichtInsoweit wird auf die Ausführungen in den Abschnitten 2.3.1 Gesellschaft: Insolvenz und Sanierung sowie Abschnitt 5. Prognosebericht, verwiesen. 5. PrognoseberichtDas Verfahren der Insolvenz in Eigenverwaltung bietet der MF Bad Lippspringe GmbH die außerordentliche Möglichkeit, die weitere strategische Umstrukturierung schneller und deutlich konsequenter umzusetzen, um sich wieder zu einem nachhaltig profitablen Unternehmen auszurichten. Das im Rahmen der Insolvenz der Wellemöbel GmbH erarbeitete und an IDW S 6 ausgerichtete Sanierungskonzept sieht nachstehendes Leitbild für die Zukunft vor:
Zur Umsetzung des Leitbildes haben das Management und die involvierten Sanierungsberater konkrete und bedeutende Optimierungspotentiale identifiziert, die in Zukunft zu einer substantiellen Verbesserung der Ertragskraft sowie Steigerung des Unternehmenswertes führen werden. Das von dem Sanierungsberater gemeinsam mit der Geschäftsführung erstellte und von den Gläubigerausschüssen genehmigte Sanierungskonzept der Wellemöbel GmbH sieht dazu eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen vor, darunter folgende drei wesentliche Maßnahmen:
Die umfangreichen Maßnahmen zur Umstrukturierung und Neuausrichtung des Unternehmens sollen nach dem Sanierungskonzept dazu führen, dass die Wellemöbel GmbH nach einem "real case scenario" in 2015 Umsatzerlöse von EUR 69,4 Mio. erzielt. Aufgrund der in 2015 auslaufenden Programme sind für das Jahr 2016 eine Bodenbildung bei Umsatzerlösen von EUR 67,5 Mio. und ein Erreichen des Break-Even vorgesehen. Für 2017 sieht der Plan ein Wachstum von 4,5 % auf EUR 70,5 Mio. und auskömmlichen Ergebnisse vor. 6 Chancen- und Risikobericht6.1 Allgemeiner Risikobericht Die wirtschaftliche Situation in Deutschland hat sich in 2014 deutlich erholt, das Konsumentenverhalten hat sich insgesamt positiv entwickelt. Die südeuropäischen Länder kämpfen nach wie vor mit hoher Verschuldung und Arbeitslosigkeit, scheinen aber die richtigen Maßnahmen zur Bewältigung der Probleme ergriffen zu haben. Zudem hat die Europäische Union, den zuletzt befürchteten Grexit durch Gewährung zusätzlicher finanzieller Mittel verhindert. Ein Zerfall des EURO-Währungsraums ist nach wie vor nicht zu erwarten. Ein solcher Fall würde die deutsche Wirtschaft aufgrund ihrer Exportausrichtung empfindlich treffen und sich negativ auf das inländische Konsumentenverhalten auswirken. Für 2015 wird derzeit in Deutschland vom DIW Berlin ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,8 % erwartet. Die aktuelle Prognose des DIW geht für 2016 von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 1,9 % aus. Die Konsumausgaben sind in 2015 auf einem unverändert hohen Niveau. Der GfK Konsumklimaindex lag durchweg in 2015 deutlich über dem Schlusswert des Jahres 2014 (8,7-Punkte) und betrug 9,6-Punkte im Oktober 2015. Vor dem Hintergrund stabiler Preise, niedriger Zinsen, eines robusten Arbeitsmarktes und steigender Einkommen ist für das Jahr 2015 mit einem Anstieg des privaten Konsums zu rechnen. Eine Steigerung der Konsumentenausgaben wird entsprechend auch weitere positive Einflüsse auf die Möbelbranche haben. Im September 2015 hat der Verband der Deutschen Möbelindustrie e.V. (VDM) infolgedessen seine Wachstumsprognose der deutschen Möbelindustrie für 2015 auf 3 % erhöht. Auf der anderen Seite werden steigende Lohnkosten dazu führen, dass die Möbelproduzenten in Deutschland auch in 2015 weiter unter Kostendruck stehen. Sollten aufgrund der Marktmacht der Einkaufsverbände des Möbelhandels keine Anpassungsmöglichkeiten bestehen, werden daraus möglicherweise entsprechende Umsatz- und Ergebnisrisiken für die Möbelindustrie entstehen. 6.2. Spezieller Risikobericht Die Wellemöbel-Gruppe und damit auch die MF Bad Lippspringe GmbH befinden sich nach der Aufhebung der Insolvenz am 31. August 2015 in der Sanierung. Das Eigenkapital der MF Bad Lippspringe GmbH ist zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2014 negativ. Im Zuge der Umsetzung des am 30. Juni 2015 bestätigten Insolvenzplans erfolgt zum Insolvenzaufhebungsstichtag eine Bereinigung der Passivseite, die zu einer wesentlichen Verbesserung der Eigenkapitalsituation führen wird. Der Markt der Wellemöbel GmbH als einzigem Kunden der MF Bad Lippspringe GmbH ist im Inland durch starke Konzentrationen auf der Seite des Handels geprägt, die tendenziell weiter zunehmen wird. Negativ auf die Preisentwicklung bei den Produkten kann sich zudem ein weiterer Anstieg bei den Möbelimporten aus Osteuropa und China auf die Zielmärkte von Wellemöbel auswirken. Auf der Einkaufsseite können steigende Rohstoffpreise, höhere Energiekosten und teurer werdende Zulieferprodukte zu sinkenden Margen führen. Um derartige Veränderungen zu kompensieren, sind zusätzliche Einsparungen oder Preiserhöhungen erforderlich. Weitere Risikopotentiale oder mögliche Bestandsgefährdungen können aus einem Scheitern der Sanierung oder aus einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation infolge eines Einbruchs der Binnenkonjunktur bzw. einer weiteren Weltwirtschaftskrise resultieren. Im Rahmen der Annahme des Insolvenzplans und der damit verbundenen Aufhebung des Insolvenzverfahrens am 31. August 2013 entstanden wesentliche Erträge durch den Wegfall von Verbindlichkeiten, die zu einer erheblichen Steuerlast führen können. Laut einer unverbindlichen Auskunft seitens der Finanzverwaltung für Zwecke der Körperschaftsteuer und des Solidaritätszuschlags stellt dieser Ertrag einen Sanierunsgewinn im Sinne des BMF-Schreibens vom 27. März 2003 dar, womit die Stundung oder der Erlass aus Billigkeitsgründen ermöglicht werden kann. Ein entsprechender Antrag wurde hinsichtlich der gewerbesteuerlichen Behandlung an die Kommunen gestellt, die Antwort ist jedoch noch ausstehend.
Bad Lippspringe, den 2. Dezember 2015 MF Bad Lippspringe GmbH Anna Sommermeyer-Rickert Waldemar Bauer Bilanz zum 31. Dezember 2014AKTIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2014
Anhang für das Geschäftsjahr 2014I. Allgemeine AngabenDer Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des HGB für mittelgroße Kapitalgesellschaften und den diese ergänzenden Bestimmungen des GmbHG aufgestellt worden. Die Gewinn und Verlustrechnung wird entsprechend dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt. II. Bilanzierungs und BewertungsmethodenAnlagevermögen Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Software wird über drei bis zehn Jahre abgeschrieben. Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet und, sofern abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Nutzungsdauer beträgt bei den zum Bilanzstichtag aktivierten technischen Anlagen und Maschinen im Wesentlichen drei bis fünfzehn Jahre, bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung drei bis zehn Jahre. Geringwertige Anlagegegenstände bis EUR 410 werden im Zugangsjahr direkt als Aufwand erfasst. Umlaufvermögen Die Vorräte werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe werden zu durchschnittlichen Einstandspreisen bilanziert. Sinkende Beschaffungspreise werden unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips durch den Ansatz des niedrigeren beizulegenden Wertes berücksichtigt. Für Reparaturmaterialien wird ein Festwert gebildet. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind mit den Einzelkosten unter Einbeziehung angemessener Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten angesetzt. Soweit notwendig, wurden zur verlustfreien Bewertung angemessene Abwertungen vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten bilanziert. Risiken werden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zu Nennwerten bewertet. Die Vorauszahlungen, die Aufwendungen zukünftiger Perioden darstellen, sind als aktive Rechnungsabgrenzung ausgewiesen. Passiva Das Eigenkapital wird zum Nennwert ausgewiesen. Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in der Höhe der Erfüllungsbeträge, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig und angemessen sind. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins abgezinst. Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Ausschüttungssperre Der Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge entspricht dem in der Bilanz ausgewiesenen Posten Aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 1.631. III. Erläuterungen zur BilanzAnlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr ist im Anlagespiegel dargestellt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände In den Forderungen sind Forderungen gegenüber verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 263) enthalten. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände In den Forderungen sind Forderungen gegenüber verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 263) enthalten. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Die Verbindlichkeiten sind in Höhe von TEUR 4.606 (Vorjahr: TEUR: 4.463) durch branchenübliche Eigentumsvorbehaltsrechte gesichert. In den Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 1.519 (Vorjahr: TEUR 0) und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 395 (Vorjahr: TEUR 0) enthalten. IV. Erläuterungen zur Gewinn und VerlustrechnungIn den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen mit TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 60) sowie sonstige periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 14 (Vorjahr: TEUR 0) enthalten. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen von TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 22) erfasst. Die außerordentlichen Aufwendungen enthalten Rechts- und Beratungskosten in Höhe von TEUR 94 (Vorjahr: TEUR 0), Schadensersatz wegen Nichtabnahme von Waren aufgrund der Insolvenz in Höhe von TEUR 60 (Vorjahr: TEUR 0) und Aufwendungen für die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung in Höhe von TEUR 28 (Vorjahr: TEUR 0). Der verbleibende Saldo in Höhe von TEUR 33 (Vorjahr: TEUR 0) resultiert aus von Gläubigern angemeldeten Kosten und Zinsen für den Zeitraum von der Insolvenzeröffnung bis zum 31. Dezember 2014. In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sind keine aus verbundenen Unternehmen enthalten (Vorjahr: TEUR 45). Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthalten keine Zinsen an verbundene Unternehmen (Vorjahr: TEUR 12). V. Sonstige AngabenSonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt TEUR 9.230 (Vorjahr: TEUR 3.642). Davon bestehen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 1.471 (Vorjahr: TEUR 1.277) aus Leasingverträgen und TEUR 7.759 (Vorjahr: TEUR 2.365) aus Miet- und Pachtverträgen insbesondere mit verbundenen Unternehmen. Haftungsverhältnisse Die Gesellschaft haftet gesamtschuldnerisch mit für Kreditverbindlichkeiten der Wellemöbel Beteiligungs GmbH & Co. KG in Höhe von ursprünglich insg. TEUR 6.500. Die Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag betragen TEUR 6.189 (Vorjahr: TEUR 0). Das Risiko der Inanspruchnahme aus der Mithaft war am Abschlusszeitpunkt als hoch erachtet, weil das kreditnehmende Unternehmen angesichts der am 08. Dezember 2014 beantragten Insolvenz akut bestandsgefährdet war. Mit der Aufhebung der Insolvenzverfahren bei der kreditnehmenden Gesellschaft am 31. August 2015 wird das Risiko der Inanspruchnahme aus der Mithaft als gering erachtet, weil das kreditnehmende Unternehmen nicht mehr akut bestandsgefährdet ist. Im Rahmen der Eigenverwaltung ist eine Umschuldung erfolgt. Sonstige Verpflichtungen Das Bestellobligo entspricht dem Umfang der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Durchschnittliche Mitarbeiterzahl
Konzernabschluss Der Konzernabschluss für den größten und gleichzeitig auch kleinsten Kreis von Unternehmen wird durch Wellemöbel Beteiligungs GmbH & Co. KG (HRA 5218), Bad Lippspringe, aufgestellt. MF Bad Lippspringe GmbH wird darin einbezogen und ist somit von der Verpflichtung, einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufzustellen, befreit. Mitglieder der Geschäftsführung Geschäftsführer der Gesellschaft: Frau Anna Sommermeyer-Rickert, Paderborn (seit August
2015)
Herr Waldemar Bauer, Borchen,
Herr Volker Meurer, Bochum (bis Juli 2015),
Herr Daniel Meintz, Neuss (von November 2014 bis
September 2015),
Die unmittelbaren Leistungen der Gesellschaft an die Organmitglieder belaufen sich im Berichtsjahr auf TEUR 0. Im Vorjahr wurde die Befreiung gemäß § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen. VI. GewinnverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag dem Verlustvortrag zuzuweisen.
Bad Lippspringe, den 2. Dezember 2015 MF Bad Lippspringe GmbH Anna Sommermeyer-Rickert Waldemar Bauer Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2014
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers"Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der MF Bad Lippspringe GmbH, Bad Lippspringe, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen im Gesellschaftsvertrag liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung und Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dar." Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen der Geschäftsführung im Lagebericht hin. Dort ist in Abschnitt 6.2 ausgeführt, dass die Sanierung gem. Insolvenzplan notwendige Voraussetzung für den Fortbestand des Unternehmens ist. Weitere Risikopotenziale oder mögliche Bestandsgefährdungen können aus einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation infolge eines Einbruches der Binnenkonjunktur bzw. einer weiteren Weltwirtschaftskrise resultieren."
Hagen, den 10. Dezember 2015 NAUST
HUNECKE und Partner GmbH
Dipl.-Fw. (FH) Dominik Spielmann, Wirtschaftsprüfer ppa. Dipl.-Kfm. Mark Schüttler, Wirtschaftsprüfer Datum der Feststellung: 6. Januar 2016 |
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