Stammdaten

Register
Amtsgericht Schwerin HRB 7407
Eingetragen
27.9.2001
Branche
Herstellung von Rohrform-, Rohrverschluss- und Rohrverbindungsstücken aus StahlHerstellung von PrüfmaschinenHerstellung von Präzisionsstahlrohren
Gegenstand
die Herstellung, die Bearbeitung und der Vertrieb von Rohrleitungssystemen, Behältern, Apparaten und Armaturen vornehmlich aus Edelstahl.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Christian Sakowski
seit 25.3.2025
Vorstandsmitglied
Zara Gottschalk
seit 25.3.2025
Prokura
Susanna Fiebig
seit 16.12.2024
Vorstandsmitglied
Torsten Dr. Köcher
seit 27.12.2023
Prokura
Jan Dr. Rau
seit 27.12.2023
Prokura

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Dockweiler Aktiengesellschaft

Neustadt-Glewe

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht Geschäftsjahr 2023

Dockweiler Aktiengesellschaft

Neustadt-Glewe

Inhalt

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

2. Geschäftsverlauf und Ertragslage

3. Vermögens- und Finanzlage

4. Finanzielle Leistungsindikatoren

III. Prognosebericht

IV. Chancen- und Risikobericht

1. Risikobericht

A. Branchenspezifische Risiken

B. Ertragsorientierte Risiken

C. Finanzwirtschaftliche Risiken

D. Compliance Risiken

2. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten

3. Forschung und Entwicklung

4. Umwelt- und Energiepolitik

5. Mitarbeiter/Arbeitssicherheit

6. Chancenbericht

V. Schlusserklärung

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Dockweiler AG ist international führender Hersteller von Edelstahlrohrsystemen für den Anlagenbau. Kerngeschäft ist die Erarbeitung von Installationslösungen für den Umgang mit flüssigen und gasförmigen Medien in Branchen der Halbleiter- und Pharma-Industrie, erneuerbare Energien, Analytik sowie der Feinchemie und Biotechnologie. Das Spektrum reicht von Rohren, Formteilen, Kugelhähnen, Schläuchen und Komponenten bis hin zu komplexen kundenspezifischen Sonderanfertigungen. In speziellen Produktlinien werden höchste Anforderungen an Oberflächenqualität und Reinheit erfüllt.

Mit einem hochqualifizierten Mitarbeiterteam werden Anlagekomponenten und Module gefertigt, die bei Bedarf unter Reinraumbedingungen (ISO 14644-1) verarbeitet und endkonditioniert werden können. Mit dieser Leistung unterstützt Dockweiler Anlagenbauer mit einer Komplettlösung für die Rohrleitungskonstruktion, -fertigung und -bearbeitung. Weltweit setzen Kunden auf Erzeugnisse des Familienunternehmens.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Nach Einschätzung des ifw Kiel Institut für Weltwirtschaft verlor die Weltkonjunktur gegen Ende des Jahres 2023 wieder etwas an Fahrt. Nachdem die Weltwirtschaft im ersten Quartal 2023 deutlich angezogen hatte, expandierte sie im Sommerhalbjahr in recht moderatem Tempo. Im vierten Quartal ließ das Expansionstempo nochmals nach. Maßgeblich war ein geringerer Anstieg der Produktion in den Schwellenländern, nicht zuletzt in China, während sie in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften insgesamt mit wenig veränderter, wenngleich sehr mäßiger Rate zunahm.

Die Industrieproduktion legte nur schwach zu, und der Welthandel war in der Tendenz rückläufig. Obwohl sich die Rahmenbedingungen durch die Beendigung der restriktiven Corona-Politik in China verbessert hatten, legte die industrielle Erzeugung im vergangenen Jahr weltweit kaum zu. Im Jahresdurchschnitt ergab sich ein Zuwachs um 0,9 Prozent. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wurde die Produktion sogar eingeschränkt, besonders deutlich im Euroraum.

Der Tiefpunkt im Welthandel scheint nach Einschätzung des ifw Kiel trotz der Belastungen durch die Krise im Nahen Osten durchschritten. In der zweiten Jahreshälfte 2023 hat sich das Welthandelsvolumen allmählich stabilisiert, gegen Jahresende stieg es sogar wieder etwas. Zwar wird der Suezkanal aufgrund des Risikos eines Beschusses durch die jemenitischen Huthi-Rebellen derzeit gemieden - die Frachtmenge im Suezkanal ist seit Oktober um mehr als zwei Drittel gesunken (Kiel Trade Indicator, Februar 2024) -; die damit verbundene erhebliche Verlängerung der Transportwege zwischen Asien und Europa dürfte den Welthandel aber allenfalls kurzfristig stören.

Die chinesische Wirtschaft kommt nur langsam aus der Flaute. Anders als in vergangenen weltwirtschaftlichen Abschwüngen, etwa in der Großen Rezession 2009 oder in der Coronakrise 2020, als das Land Nachfrage entfaltete und über den Handel die Weltkonjunktur stützte, gehen von China derzeit nur wenig Impulse für die globale Aktivität aus. Eine stark gestiegene Verschuldung bei Unternehmen und Haushalten und große Überkapazitäten im Gebäudesektor, die zur Insolvenz großer Immobilienentwickler geführt haben, bremsen die Aktivität und verunsichern die privaten Haushalte.

Das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts reduzierte sich in 2023 mit 3,0% gegenüber dem Jahr 2022 (+3,3%), wohingegen der Anstieg der Verbraucherpreise von 9,5% in 2022 auf 8,0% in 2023 gebremst wurde.

Die Hauptabsatzbranchen der Dockweiler AG sind die Halbleiter- und Pharmaindustrie. Auch im Jahr 2023 stand besonders die Halbleiterindustrie im Fokus. Die berüchtigt zyklische Halbleiterindustrie hatte It. dem Verband der Halbleiterindustrie (Semiconductor Industry Association, SIA) ein schwieriges Jahr 2023, dem siebten Abschwung seit 1990, mit einem erwarteten Umsatzrückgang von 9,4 % (auf 520 Milliarden US-Dollar) für das Jahr erwartet. Nach aktuellen Schätzungen wurde für den weltweiten Gesamtmarkt ein Umsatz von 515 Milliarden US-Dollar für 2023 erreicht, gegenüber 574 Milliarden US-Dollar in 2022. Für das Jahr 2024 wird nun ein weltweiter Umsatz von 588 Mrd. US-Dollar prognostiziert, was nicht nur einer Steigerung von rd. 13% gegenüber 2023 entspricht, sondern auch 2,5 % höher als der Rekordumsatz der Branche von 574 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 liegt.

Der Markt für pharmazeutische Arzneimittel ist in den letzten Jahren stark gewachsen und erreichte It. Analysen von Research and Markets mit einem Gesamtvolumen von 1.199,86 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 ein neues Rekordniveau. Für die kommenden Jahren wird mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 5,6 % gerechnet. Die Expansion im historischen Zeitraum lässt sich auf einen Aufschwung des Gesundheitsbewusstseins, eine erhöhte Prävalenz von Atemwegserkrankungen, veränderte Lebensgewohnheiten, einen Anstieg der Ausgaben für pharmazeutische Forschung und Entwicklung (F&E), eine zunehmende Alterung der Bevölkerung, einen Anstieg der Zahl der chirurgischen Eingriffe, ein robustes Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern und eine erhöhte Anzahl von Zulassungen für hämatologische/onkologische (Krebs-) Medikamente zurückführen.

Als Reaktion auf die allgemeine Marktnachfrage gaben mehrere Unternehmen bekannt, dass das kontinuierliche Herstellungsverfahren gegenüber dem traditionellen Batch-Produktionsverfahren bevorzugt wird. Verweise auf die hohe Krankheitslast, ein Anstieg des verfügbaren Einkommens der Verbraucher, Verbesserungen in der Gesundheitsinfrastruktur und die Zunahme der geriatrischen Bevölkerung werden als Treiber für die Nachfrage nach neuen Herstellungsverfahren hervorgehoben.

2. Geschäftsverlauf und Ertragslage

Für die Dockweiler AG war 2023 ein weiteres Umsatzrekordjahr. Der Geschäftsverlauf lag 12% über dem Vorjahr. Während das Geschäft mit Standardmaterialien stabil um 5% wuchs, erzielte der Verkauf von kundenspezifischen Lösungen ein Wachstum von 32%, trotz der allgemeinen Herausforderungen, die sich aus konjunkturellen Schwierigkeiten und makroökonomischen Unsicherheiten im ersten Halbjahr 2023 ergaben. Dies ist vor allem auf die kontinuierliche Nachfrage in diesem Segment zurückzuführen.

Besonders erfreulich ist das starke Wachstum von 32% im Bereich der kundenspezifischen Lösungen. Dieser Anstieg spiegelt die erfolgreiche Anpassung unseres Produktportfolios an die spezifischen Anforderungen unserer Kunden wider. Durch kontinuierliche Innovation und enge Zusammenarbeit mit unseren Auftraggebern konnten wir maßgeschneiderte Lösungen entwickeln, die einen signifikanten Beitrag zum Gesamtumsatz leisten.

Der Auftragseingang verlief im Geschäftsjahr 2023 nach einem durchwachsenen Start insgesamt zufriedenstellend. Durch konjunkturbedingte Unsicherheiten kam es im ersten Halbjahr zu einem Rückgang des Auftragseingangs und infolgedessen einem Abbau des Auftragsbestandes. Dieser konnte jedoch im zweiten Halbjahr stabilisiert werden und lag zum Bilanzstichtag bei rd. 42 Mio. Euro.

Im Rückblick auf die vorjährige Prognose lässt sich feststellen, dass sich der Umsatz in 2023 in Höhe von 93 Mio. Euro innerhalb der im Vorjahr prognostizierten Bandbreite von 90 - 100 Mio. EUR befindet und Dockweiler somit im zweistelligen Prozentbereich wachsen konnte. Im Berichtszeitraum verzeichnete die Dockweiler AG allerdings eine leichte Verschlechterung der Rohertragsmarge, wodurch es nicht zur prognostizierten Verbesserung des EBT zum Vorjahr kam. Die Verschlechterung der Rohertragsmarge ist vor allem auf eine Normalisierung des Marktumfeldes zurückzuführen, welches zuvor aufgrund von Unsicherheiten und globalen Lieferengpässen stark beeinflusst wurde und in 2023 zu einem verstärkten Wettbewerb geführt hat.

Im Jahr 2023 wurden selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgengestände in Entwicklung und entsprechende aktivierte Eigenleistungen in Höhe von TEUR 251 bilanziert. Die immateriellen Vermögensgegenstände stellen im Wesentlichen selbstgeschaffene Softwarelösungen zur effizienteren und professionalisierten internen Prozesssteuerung in der Dockweiler-Gruppe dar.

Um den steigenden Kundenerwartungen zu entsprechen und die Lieferfähigkeit zu gewährleisten war im Berichtszeitraum eine Bestandsveränderung in Höhe von TEUR 9.729 (Vorjahr TEUR 3.565) zu verzeichnen.

Das Ergebnis (EBT = Jahresüberschuss vor Ertragsteuern) von insgesamt TEUR 5.039 wird maßgeblich durch den höheren Umsatz bzw. die daraus erwirtschafteten Deckungsbeiträge und der Vereinnahmung von Ausschüttungen der Tochtergesellschaften erzielt. Wobei die Dividenden der Tochtergesellschaften in Höhe von TEUR 3.484 unter dem Vorjahr (TEUR 5.691) lagen. Der starke Rückgang ist dabei lediglich auf die Umstellung auf die phasengleiche Gewinneinnahme und damit einer doppelten Vereinnahmung der Dividenden im Vorjahr zurückzuführen. Im direkten Vergleich zwischen den Geschäftsjahren 2023 und 2022 sind die Dividenden der Tochtergesellschaften Dockweiler Niederlande, Dockweiler United Kingdom und Dockweiler Österreich auf TEUR 3.484 (Vorjahr TEUR 3.473) gestiegen.

Die summierten Zinsaufwendungen und -erträge sowie Erträge aus Ausleihungen beliefen sich auf TEUR -354 und konnten im Vergleich zum Vorjahr mit TEUR -637 reduziert werden. Für das Geschäftsjahr 2023 betrugen die Zinsaufwendungen TEUR 1.884 (Vorjahr TEUR 1.046), wobei die Zunahme der Aufwendungen auf eine höhere Fremdfinanzierung durch Kreditinstitute und verbundene Unternehmen zurückzuführen. Die Zinserträge und Erträge aus Ausleihungen beliefen sich hingegen auf TEUR 1.530 (Vorjahr TEUR 409) und sind auf die verstärkte Nutzung interner Darlehensvergaben zwischen verbundenen Unternehmen zurückzuführen.

Die Entwicklung der Dockweiler AG war in den letzten Jahren über lange Strecke von einem erfolgreichen Wachstum geprägt. Um die organisatorische Effizienz und Agilität zu steigern wurde im Geschäftsjahr 2023 die Organisationsstruktur gestrafft und an künftige Anforderungen ausgerichtet. Als Teil dieser Maßnahmen wurde der Vorstand von drei Mitgliedern auf zwei verkleinert und die Unternehmensstrukturen verschlankt, um eine schnellere Entscheidungsfindung und eine effektivere Umsetzung von Strategien zu ermöglichen.

Insgesamt beschäftigt das Unternehmen zum Stichtag 339 Mitarbeiter, inklusive den Vorständen, Trainees, dualen Studenten und Leiharbeitnehmern. Nach dem starken Wachstum des Personalstamms im Vorjahr wurde im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen die Anzahl der Beschäftigten im Jahr 2023 wieder stabilisiert.

Der Anstieg der Personalaufwendungen im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf eine allgemeine Gehaltsanpassung, die Auszahlung von Inflationsprämie, Übernahme von Leiharbeitern und Abfindungszahlungen zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen bleiben im Vergleich zum Vorjahr stabil. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im Vergleich zum Vorjahr. Hauptgrund dafür ist die Erhöhung der Erträge aus Währungsumrechnung.

Die Abschreibungen gingen um -8% zum Vorjahr zurück. Maßgeblich ist dies durch die geringeren Investitionen in die IT-Infrastruktur in 2023 gegenüber dem signifikanten Investitions-Einmaleffekten in 2022 begründet. Zudem belief sich die Beschaffung der GWG unter dem Vorjahresniveau.

3. Vermögens- und Finanzlage

Die Finanzlage der Dockweiler AG ist auch in diesem Berichtsjahr weiterhin grundsolide und sicher.

Das Finanzmanagement nutzt Instrumente/Kennzahlen, die jederzeit einen aktuellen Finanzstatus aufzeigen. Hieraus werden entsprechende Maßnahmen kurzfristig abgeleitet. Dies betrifft auch das Thema Forderungsmanagement, indem die Dockweiler AG im Jahr 2023 weitere Instrumente zum verbesserten Trade-Working Capital Management eingesetzt hat. Nichtsdestotrotz hat Dockweiler über Jahre nur sehr geringe Ausfälle zu verzeichnen.

Ersatzinvestitionen aus Eigenmitteln erfolgten kontinuierlich nach Plan, wie in allen Geschäftsjahren zuvor. Der Anstieg der Sachanlagen ergibt sich hauptsächlich durch zusätzliche Investitionen für technische Anlagen und der sich im Bau befindlichen Verwaltungsgebäude. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung des zentralen Verwaltungsgebäudes, in der es neben dem großen Kantinenraum mit einer Kapazität von über 300 Personen ebenfalls neue Konferenz- , Seminar- sowie Büroräume entstehen.

Die Summe der Eigenmittel hat sich im Geschäftsjahr um 8,6 % erhöht (Eigenkapital von TEUR 51.506 auf TEUR 55.953), dabei erreicht die Eigenkapitalquote bei einer um 13,8 % gestiegenen Bilanzsumme 48,5 % (Vorjahr 50,8 %).

Zusätzliche langfristige Bankdarlehen in Höhe von 11,6 Millionen Euro wurden im Bereich der Unternehmensfinanzierung aufgenommen. Diese Mittel sollen hauptsächlich dazu dienen, die Investitionen zu realisieren und das Working Capital von Dockweiler nachhaltig zu finanzieren.

Nahestehende Gesellschafter haben aus überschüssiger Liquidität mit kurzfristigen Darlehen über 2,9 Mio. Euro (Vorjahr 2,5 Mio. Euro) und langfristigen Darlehen 5,4 Mio. Euro (Vorjahr 2,9 Mio. Euro) zur Finanzierung beigetragen.

Trotz der Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr konnten die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf TEUR 6.816 (Vorjahr TEUR 8.135) und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf TEUR 7.482 (Vorjahr TEUR 10.330) durch intensives Trade-Working-Capital Management reduziert werden. Im gleichen Zeitraum stiegen die Vorräte wachstumsbedingt auf TEUR 35.205 (Vorjahr TEUR 33.113).

Die sonstigen Verbindlichkeiten stiegen im Berichtszeitraum auf TEUR 1.372 (Vorjahr TEUR 344) aufgrund der Aufnahme langfristige Darlehen nahestehender Unternehmen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich erwartungsgemäß in 2023 aufgrund von niedrigeren Restforderungen aus dem Verkauf der LR Pure Systems GmbH auf TEUR 6.187 verringert (Vorjahr: TEUR 8.310).

Der Abbau der Intercompany-Forderungen beruht im Wesentlichen auf der teilweisen Umgliederung der Finanzierungsdarlehen an Tochtergesellschaften in die Finanzanlagen. Maßgeblich dafür war die Umwandlung von Intercompany Darlehen in das Eigenkapital auf Seiten von Dockweiler Asien in Höhe von 10 Mio. Euro. Die Erhöhung der Intercompany-Verbindlichkeiten hingegen ergibt sich aus der Bereitstellung kurzfristiger Cashpool-Darlehen und Verbindlichkeiten, welche aus den Lieferungs- und Leistungsbeziehungen entstanden sind.

4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Für die interne Steuerung wird ein finanzielles Steuerungssystem angewendet, welches die Kennzahlen für das Wachstum der Gesamtleistung, der Profitabilität, der Warenwirtschaft sowie der Kapitalstruktur definiert. In Form eines monatlichen Reportings gibt dies im Zuge des Monatsabschlusses einen zusammenfassenden Blick auf die finanzielle Stabilität der Dockweiler AG. Zur internen Unternehmenssteuerung werden detaillierte Budgetpläne erstellt, die mit monatlichen Ergebnisvergleichen verprobt werden, so dass aus der Planung geeignete Maßnahmen zur Unternehmenssteuerung abgeleitet werden. Zentraler finanzieller Leistungsindikator ist neben den Umsatzerlösen das Jahresergebnis vor Ertragsteuern (EBT).

Mithilfe der CPM-Software (Corporate Performance Management) werden diese finanziellen Leistungsindikatoren für die Erstellung des monatlichen Reportings bereitgestellt. Im vergangenen Jahr wurde die Software erheblich weiterentwickelt und wird auch zukünftig einen zentralen Punkt für die Weiterentwicklung sowie die damit verbundene zusätzliche Transparenz darstellen.

Im Tagesgeschäft wurden die bereichsspezifischen Reportings der Dockweiler AG deutlich verbessert. Insbesondere wurden klare Zielgrößen und Verantwortlichkeiten an kritischen Stellen der Warenwirtschaft definiert. Unter anderem wurden in der Lagerverwaltung Zielwerte für "in Qualitätsprüfung" befindlicher Ware bzw. Sperrbestände oder im Bereich der Beschaffung Ziellinien für Einkaufsvolumina und Zielwerte für u.a. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe etabliert. Dies gewährleistet, dass die einzelnen Bereiche rasch auf Veränderungen reagieren können. Gleichzeitig werden die Zielgrößen regelmäßig intern kommuniziert, um die Transparenz und Akzeptanz innerhalb des Unternehmens zu fördern. Der Abgleich mit der Planung und die daraus resultierenden Maßnahmen führen in der Regel kurzfristig zu den gewünschten Ergebnissen.

III. Prognosebericht

Der ifw Kiel erwartet für das Jahr 2024 eine weitere Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums auf 2,8 Prozent. Für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften rechnet der ifw Kiel mit einer Steigerungsrate von nur noch 1,4 Prozent, dabei wird das prognostizierte Wachstum im Euroraum (0,8 Prozent) noch deutlich unterhalb der Entwicklung in den USA (2,1 Prozent) erwartet. Das Wachstum der Entwicklungs- und Schwellenländer wird uneinheitlich, aber insgesamt mäßig erwartet, insbesondere die geringe Dynamik in China bleibt eine Belastung für die Weltkonjunktur (4,4 Prozent in 2024, nach 5,2% in 2023).

In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften verringern sich die konjunkturellen Unterschiede nach Einschätzung des ifw Kiel allmählich. Das derzeit ausgeprägte Konjunkturgefälle zwischen den Vereinigten Staaten einerseits und Europa sowie Japan andererseits dürfte im Prognosezeitraum nach und nach geringer werden. Während die US-Wirtschaft wohl etwas an Fahrt verliert, weil Impulse von der Finanzpolitik auslaufen und die Konsumneigung der privaten Haushalte geringer werden dürfte, scheint der Tiefpunkt der Konjunktur im Euroraum, im Vereinigten Königreich und in Japan erreicht. In diesen Wirtschaftsräumen haben die energiepreisbedingten Verluste aus Lieferbedingungen die Wirtschaft zwischenzeitlich ungleich stärker belastet, und mit wieder niedrigeren Rohstoffpreisen sowie anziehenden Reallöhnen dürfte vor allem der private Konsum zu einer konjunkturellen Belebung beitragen. Anregungen werden auch von dem sich anbahnenden Anziehen des Welthandels ausgehen. Bei alledem bleibt das Expansionstempo in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften mäßig. Die Inflation auf der Verbraucherebene geht bei den getroffenen Annahmen weiter zurück, liegt aber wohl erst Ende 2025 wieder in der Nähe des Ziels der Notenbanken von 2 Prozent. Bei alldem steigt die Arbeitslosigkeit zunächst wohl etwas, dürfte sich aber bis zum Ende des Prognosezeitraums wieder auf die zuletzt verzeichneten, zumeist sehr niedrigen Niveaus, zurückbilden.

Europa wird sich nach zwischenzeitlicher Konjunkturschwäche weiterentwickeln, der European Chip Act und viele Investitionen in neue Pharmawerke sorgen für weiterhin steigenden Bedarf. Ebenfalls wird in den USA mit einem kontinuierlichen Wachstum im Halbleitermarkt gerechnet. Entsprechend wurde bereits zum 01.01.2023 in den USA eine neue Gesellschaft gegründet, um nah am Kunden und der derzeitigen Marktentwicklung zu sein. Im asiatischen Markt gibt es bereits erste Anzeichen der Erholung und entsprechend wurde die Präsenz in Thailand ausgebaut und um eine neue Tochtergesellschaft in Indien ergänzt. In China hat sich aufgrund der Sanktionen der USA sowie der politischen Entwicklungen die Wachstumsdynamik etwas verlangsamt, allerdings sind hier ebenfalls erste Anzeichen einer Erholung zu erkennen.

Die Entwicklung im ersten Quartal 2024 und die Auftragssituation liegen im Bereich der Planung. Die sich entspannenden Lieferketten mit kürzeren Verfügbarkeiten sorgen dafür, dass die Lagerbestände reduziert werden und kurzfristiger bestellt wird. Die Dockweiler AG ist mit einem Auftragsbestand von rund 42 Mio. Euro in das neue Geschäftsjahr gestartet. Für 2024 besteht die Erwartung, das hohe Umsatzniveau im Bereich von 90 - 95 Mio. Euro des Vorjahres zu bestätigen bzw. leicht auszubauen. Darüber hinaus wird ein verstärkter Fokus auf die Optimierung des Produktmixes gelegt. In Kombination mit der gestrafften Kostenstruktur und den höheren Prozesseffizienzen wird mit einer verbesserten Rentabilität gerechnet und folglich mit einem Ergebnis vor Steuern im Bereich von 5,8 - 6,4 Mio. Euro.

IV. Chancen- und Risikobericht

1. Risikobericht

Risikomanagement ist ein Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern, ist es nach Auffassung des Vorstandes daher unerlässlich, die Risiken effektiv zu identifizieren, zu analysieren, zu dokumentieren und durch geeignete Steuerungsmaßnahmen zu beseitigen oder zu begrenzen. Unser aktives Risikomanagement eröffnet uns somit auch Chancen. Wir haben eine Reihe von aufeinander abgestimmten Risikomanagement- und Kontrollsystemen, die uns unterstützen, Entwicklungen, die den Fortbestand der Dockweiler AG gefährden können, frühzeitig zu erkennen. Besonderes Gewicht haben dabei unsere konzernweiten Prozesse für die strategische Planung und das interne Berichtswesen.

A. Branchenspezifische Risiken

Wachstumsrisiko

Die Anforderungen des Marktes durch starkes Wachstum in den nächsten Jahren könnte wieder Lieferketten und Marktteilnehmer überfordern. Wenn es nicht gelingt, die Wachstumsraten nachhaltig mitzugehen, könnten sich Mitbewerber der Attraktivität bewusstwerden und die Lücken füllen. Um diesem Risiko vorzubeugen, betreibt Dockweiler ein intensives Lieferantenmanagement, in dem bestehende Beziehungen gepflegt und neue Lieferanten qualifiziert werden. Darüber hinaus wurde innerhalb der Straffung der Organisationsstruktur ein besonderer Fokus auf die Weiterentwicklung der Kapazitätsplanung gelegt, um eine gründliche Planung der Produktions- und Betriebskapazitäten zu ermöglichen und ggf. rechtzeitig zusätzliche Ressourcen beschaffen zu können.

Technologierisiko

Unsere Geschäftstätigkeit ist auf digitale Technologien angewiesen. Die von uns beobachtete weltweite Zunahme von Bedrohungen für die Informationssicherheit und eine größere Professionalität in der Computerkriminalität führen zu Risiken in Bezug auf die Sicherheit der Produkte, Systeme und Netzwerke sowie zu Risiken hinsichtlich der Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Daten. Wir ergreifen zur Risikominimierung eine Reihe von Maßnahmen, unter anderem die Schulung von Mitarbeitern, umfassende Überwachung unserer Netzwerke und Informationssysteme sowie Einsatz von Sicherungs- und Schutzsystemen wie Firewalls und Virenscannern. Unsere Vereinbarungen mit IT-Dienstleistern zielen darauf ab, dass diese Risiken in ausreichendem Maße verringert werden. Dennoch bleiben unsere Systeme, Produkte, Lösungen und Dienstleistungen und die unserer Dienstleister potenziell anfällig für Angriffe. Diese könnten potenziell zur Offenlegung, Verfälschung oder zum Verlust von Informationen, Missbrauch von Informationssystemen oder zu Produktfehlern und Lieferengpässen führen.

Länderkonfliktrisiko

Die Situation in der Ukraine bzw. eine weitere Ausweitung des Konflikts, sowie eine mögliche Eskalation des Konflikts zwischen China und Taiwan können sich unmittelbar auf die Geschäftstätigkeit auswirken, z.B. durch Sanktionen, erhöhte Länderrisiken oder steigende Energiekosten. Darüber hinaus können auch mittelbare Auswirkungen, wie z.B. weitere Preisänderungen oder Unterbrechungen von Lieferketten auftreten. Zusätzlich birgt der Konflikt zwischen Israel und der Hamas ein mittelbares Risiko für die Geschäftstätigkeit der Dockweiler Gruppe bzw. ein unmittelbares Risiko der Tochtergesellschaft "Dockweiler Middle East" in Israel.

Versand- und Logistiksituation

Bei der Versand- und Logistiksituation, insbesondere für Warenströme nach und von Asien zu unseren europäischen Produktions- und Lagerstandorten, hat sich die Verfügbarkeit von Containern entspannt, ebenfalls hat sich die Ratenentwicklung für das Jahr 2023 deutlich abgekühlt. Allerdings wurde die Verwundbarkeit der globalen Warenwirtschaft erneut anhand des Suez-Kanals bzw. durch die Angriffe der Huthi-Rebellen verdeutlicht. Dieses Risiko scheint vor dem Hintergrund der Wichtigkeit unserer Materialien und Bauteile für die Fertigstellung von Kundenprojekte überschaubar, sodass notfalls auf Luftfrachten, welche vom Kunden übernommen werden, ausgewichen werden kann. Es wird mit einer Preisentwicklung auf vergleichbaren Vorjahresniveaus erwartet.

B. Ertragsorientierte Risiken

Ausfallrisiko

Dockweiler hat in der Vergangenheit keine nennenswerten Ausfallrisiken zu verzeichnen gehabt. Regelmäßiges Monitoring in Form von wöchentlichen Forderungsübersichten, ein stringentes internationales Forderungsmanagement und direkter Kontakt zu den Kunden unterstützen dies.

Beteiligungsrisiko

Generell beteiligt sich Dockweiler nur an eigenen Unternehmen über die mittels Beteiligungscontrolling direkter Einfluss genommen werden kann.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist aufgrund der hohen Eigenkapitalquote sowie der ausreichend von den Banken zur Verfügung gestellten Kreditlinie gering.

Länderrisiko

In den Ländern mit Tochtergesellschaften sind wir im regelmäßigen Austausch (monatlich) über die Begebenheiten im Markt. Darüber hinaus besteht das Thema Export Compliance (Export Compliance Verantwortlicher) bei Dockweiler und deren Tochtergesellschaften. Dies beinhaltet auch die Kontrolle der Embargos.

Entwicklung Personalstamm

Der Wettbewerb um hochqualifizierte Mitarbeiter ist in den Branchen und Regionen, in denen die Geschäftseinheiten von Dockweiler agieren, weiterhin sehr intensiv. Der künftige Erfolg bei Dockweiler hängt zum Teil davon ab, inwieweit es uns dauerhaft gelingt, Fachpersonal einzustellen, zu integrieren, weiterzuentwickeln und dauerhaft an Dockweiler zu binden. Wir begegnen diesem Risiko mit vielfältigen Maßnahmen, zum Beispiel durch Leben einer offenen, integrativen familienfreundlichen Unternehmenskultur zur Bindung der Mitarbeiter an den Arbeitgeber oder durch vielfältige Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen. Es besteht jedoch keine Garantie, dass es uns nachhaltig weiter gelingen wird, all die hochqualifizierten Mitarbeiter und Kompetenzträger, die wir in Zukunft bei Dockweiler brauchen werden, in den jeweiligen Regionen gewinnen und an uns binden zu können. Sollte uns dies nicht gelingen, könnte das erhebliche negative Auswirkungen auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Entwicklung Materialkosten

Die Planbarkeit und Verlässlichkeit der Lieferanten hat sich im Laufe 2023 deutlich verbessert, dementsprechend können wieder verbindliche Preisabsprachen und Lieferzeiten fixiert werden, teilweise werden ebenfalls die Preise an aktuellen Markpreis bei Auslieferung adaptiert. Nichtsdestotrotz stellen die Risiken durch geopolitische Entwicklungen ebenfalls ein großes Risiko für die Materialbeschaffungspreise dar.

Dockweilers Image im Markt basiert auf dem hohen Qualitätsbewusstsein und dem entsprechenden Anspruch. Hiermit können durchaus Wettbewerbsvorteile generiert werden. Vermehrt spielen bei vielen Installationen die Dokumentation über Umwelt-, Sozial- und Regierungs-, Amts- oder Unternehmensführung eine gewichtigere Rolle, deren Erfüllung und Qualität werden in Zukunft möglicherweise einen Einfluss auf die Zusammenarbeit mit Partnern und folglich möglicherweise einen Einfluss auf Beschaffungspreise haben. Das Risiko wird allerdings als überschaubar eingeschätzt.

C. Finanzwirtschaftliche Risiken

Kapitalkosten und Verfügbarkeit von Kreditlinien

Dockweiler erhält von einer Gruppe von Finanzdienstleistern Bar- und Avalkreditlinien, die vertraglich vereinbarten Covenants unterliegen. Unsere derzeitige Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird wesentlich durch die bereits erreichten und die erwarteten Ergebnisse von Dockweiler beeinflusst. Eine unerwartete Verschlechterung unserer Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage könnte zu einer Verschlechterung im Rahmen des vereinbarten Margengitters führen und unsere Kapitalkosten erhöhen bzw. zum Bruch von Covenants und dementsprechend Vertragsstrafen oder -kündigungen führen.

Währungs- und Zinsrisiken

Die Dockweiler AG unterliegt zum Teil dem Einfluss von Wechselkursschwankungen. Dockweiler wendet kein Hedge Accounting an und berücksichtigt im Einzelfall die eingesetzten Instrumente zur Währungssicherung zum jeweiligen Stichtag mit ihrem Marktwert der offenen Positionen.

Unsere Forderungen sind Gegenstand von Kreditrisiken. Aufgrund der Größe unseres Kundenstamms sowie der Verteilung unseres Umsatzes auf verschiedene Branchen, Länder und Regionen sehen wir allerdings kein gebündeltes Kreditrisiko gegenüber einzelnen Kunden.

Auf der Finanzierungsseite unterliegen im Wesentlichen die Zinsaufwendungen bezüglich der kurz- und langfristigen Finanzschulden dem Risiko sich ändernder Zinssätze. Aus einer Erhöhung des Marktzinsniveaus können sich negative Auswirkungen auf das Ergebnis und das Eigenkapital der Gesellschaft ergeben; eine Reduzierung des Marktzinsniveaus, welches nicht erwartet wird, hätte in ungefähr gleicher Größenordnung positive Auswirkungen auf das Ergebnis und das Eigenkapital der Dockweiler AG.

D. Compliance Risiken

Regulatorische Risiken

Im Zusammenhang mit unserer internationalen Geschäftstätigkeit sind wir regulatorischen Risiken ausgesetzt. Protektionismus in der Handelspolitik und Änderungen im politischen und regulatorischen Umfeld an Märkten, an denen Dockweiler Geschäfte macht, Import- und Exportkontrollen, Zollbestimmungen, Handelshemmnisse, Preis- und Währungsbeschränkungen an verschiedenen nationalen Märkten können einen negativen Einfluss auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Darüber hinaus könnte die Unsicherheit im rechtlichen Umfeld mancher Regionen unsere Möglichkeiten einschränken, unsere Rechte durchzusetzen, und dazu führen, dass wir steigenden Kosten zur Rechtsdurchsetzung und/oder der Umsetzung angemessener Compliance-Programme unterliegen. Das internationale HUB-Konzept mit direkter Präsenz in allen entscheidenden Wirtschaftsräumen in Verbindung mit dem aktiven Risikomanagement stellt die Grundlage für mögliche Handlungsalternativen in Anbetracht regulatorischer und ggf. makropolitischer Änderungen.

Untersuchungen von Steuer- und Finanzbehörden / Änderungen in den Steuergesetzen und -Regelungen im In- und Ausland

Die Dockweiler AG ist in einer Vielzahl von Ländern tätig und unterliegt damit vielfältigen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Änderungen der Steuergesetze und -Regelungen in diesen Jurisdiktionen könnten zu höheren Steueraufwendungen und höheren Steuerzahlungen führen und weiterhin die Höhe der bilanzierten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sowie unserer aktiven und passiven latenten Steuern beeinflussen. Als global tätige Unternehmensgruppe agiert die Dockweiler AG auch in Ländern mit komplexen steuerlichen Regelungen, die auch unterschiedlich ausgelegt werden können. Künftige Auslegungen beziehungsweise Entwicklungen der Steuersysteme könnten unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beeinflussen. Wir werden regelmäßig von den Finanzbehörden in verschiedenen Jurisdiktionen geprüft.

2. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten.

Die Gesellschaft verfügt über einen solventen und bonitätsstarken Kundenstamm. Forderungsausfälle sind die absolute Ausnahme. Zudem besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit einem Großteil der Kunden.

Verbindlichkeiten werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen gezahlt. Skontier-Möglichkeiten werden dabei grundsätzlich genutzt.

Im kurzfristigen Bereich finanziert sich die Gesellschaft überwiegend mittels kurzfristiger Bank- und Lieferantenkredite. Darüber hinaus stehen Gesellschafterdarlehen zur Verfügung. Des Weiteren nutzt die Gesellschaft Finanzierungspotentiale über langfristige Nutzungsvereinbarungen in Form von Miete und Leasing. Im Rahmen des operativen Working Capital Managements werden seit 2023 zudem weitere Finanzierungsinstrumente zur Verlängerung der operativen Zahlungsziele und eine optimierte Finanzierung der Lieferkette einerseits sowie Finanzierungsinstrumente zur Reduzierung von Forderungslaufzeiten andererseits verwendet.

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Gesellschaft ist die Sicherung des Unternehmenserfolges gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Beim Management der Finanzpositionen verfolgt das Unternehmen eine konservative Risikopolitik.

Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen.

Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein aktives und stets zeitnahes Debitorenmanagement.

3. Forschung und Entwicklung

Im Rahmen der integrierten Vertriebsorganisation lassen sich die wesentlichen Prozesse der Produktmanagementtätigkeiten in vier Kernprozesse abbilden:

(1) Produkt-Entwicklungs-Prozess für die gezielte Entwicklung neuer Produkte, Services & Dienstleistungen mit definierten Abbruchkriterien an Zwischenmeilensteinen, um unnötige Kosten durch Fehlentwicklungen zu vermeiden.

(2) Der Produkt-Lebenszyklus-Prozess zur Überwachung der Produkt-Performance am Markt.

(3) Produkt-Modifikation-Prozess zur Einleitung gegensteuernder Maßnahmen bei abnehmender Marktperformance und

(4) Produkt-Ausphasungs-Prozess für das abgestimmte Zurückziehen aus dem Markt.

Der Fokus des Produktmanagements wurde auf die strategische Produktgruppenplanung und -steuerung gelegt. Hierbei stehen die systematischen Ermittlungen von Kennzahlen, wie Absatz, Umsatz und Days Inventory Outstanding (DIO) im Vordergrund.

Neben den klassischen Geschäftsfeldaktivitäten gehören auch die Entwicklung und Bewertung neuer Verfahren, die zur Entwicklung neuer Geschäftsfelder und Prozessinnovationen beitragen, zur Geschäftstätigkeit. In diesem Zusammenhang wurden im Berichtsjahr TEUR 251 aus laufenden Entwicklungsprojekten aktiviert.

Die produktpolitischen Ziele wurden im Rahmen einer globaleren Ausrichtung aktualisiert und mit regionalen Anforderungen abgeglichen. Im Rahmen der operativen Pflege und strategischen Weiterentwicklung des Produktportfolios finden regelmäßige globale Abstimmungen statt. Ziel dieses Austausches ist es ebenfalls Bedarfe zu definieren, Synergien zu heben und Expertisen auszutauschen. Der Fokus liegt hierbei auf dem Kerngeschäft und somit auf der kritischen Durchleuchtung des bestehenden Produktportfolios und dies zu konsolidieren.

Die Integration der Dockweiler Industrial Automation in die Dockweiler Group konnte in 2023 prozessual und organisatorisch abgeschlossen werden. Durch die neugewonnenen Fähigkeiten zur Automatisierung von internen Fertigungskapazitäten wurde die Stärkung der Prozesssicherheit für die gesamte Dockweiler Gruppe deutlich gesteigert und folglich eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft geschaffen.

4. Umwelt- und Energiepolitik

Der ressourcenschonende Einsatz von Materialien, Energien und Betriebsstoffen ist nicht nur eines unserer Leitlinien bei der Herstellung der Dockweiler- Produkte, sondern auch Selbstzweck zur Entlastung der derzeit stark angespannten Lieferketten.

Der Energieaspekt steht dabei für die gesamte Dockweiler Group im In- und Ausland im Vordergrund, da es das Ziel ist, die Umweltbelastungen vor Ort aufgrund der implementierten Prozesse und Produkte zu minimieren. Im Rahmen des Gesellschafterpositionspapier wird Nachhaltigkeit und der schonende Umgang mit Ressourcen als eines der Grundwerte bestätigt.

Im Rahmen der Energiepolitik erweitern wir kontinuierlich unsere Eigenversorgung mit Strom, neben eigenen Photovoltaikanlagen, bezieht die Dockweiler AG am Standort Neustadt-Glewe seit 01.01.2023 100% Strom aus erneuerbaren Energien.

Seit 2011 ist die Dockweiler AG DIN EN ISO 14001 (Anforderungen an das Umweltmanagement eines Unternehmens) zertifiziert und seit 2021 zusätzlich nach Ecovadis zertifiziert. Ecovadis ist eine international anerkannte und genutzte Zertifizierung für ein vergleichbares Nachhaltigkeitsranking (CSR-Corporate Social Responsibility) der Unternehmen.

Die Kunden von Dockweiler fordern zunehmend Informationen zum Carbon- Footprint ihrer Produkte. Gleichzeitig strebt das Unternehmen danach, sämtliche verfügbaren Instrumente und Tools zu kennen, um klimaneutral zu werden. Als Familienunternehmen hat sich Dockweiler dazu entschieden, seinen Beitrag zur Erreichung von Klimaneutralität zu leisten.

In Vorbereitung auf einen Treibhausgas-Bilanzbericht und die Erstellung einer detaillierten Klimastrategie wurde der Status-Quo in Form eines Unternehmens-Kohlendioxid-Fußabdrucks gemäß den Standards des GHG-Protokolls erarbeitet. Dieses Transformationskonzept, das vom Bund unterstützt wird, beinhaltet die Evaluierung des Company Carbon Footprint (CCF) über sämtliche Aktivitäten der Dockweiler AG im Jahr 2022. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind in ein umfassendes Maßnahmenpaket eingeflossen, das die wirksamsten und effizientesten Handlungsempfehlungen aufzeigt und priorisiert umsetzt.

Die Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele unterteilen sich in Scope 1 und Scope 2: Maßnahmen, Rohreinkauf und die restlichen Scopes (Mobilität, Transport und Abfall). Die Maßnahmen in Scope 1 und 2 liegen im direkten Einflussbereich der Dockweiler AG. Die Umsetzbarkeit kann im Zeithorizont der Klimaziele bis 2030 stattfinden.

Als primäre Maßnahmen, um die Scope 1 und 2 Emissionen zu reduzieren, wird angestrebt, die indirekten Emissionen, die durch die Verbrennung von Erdgas entstehen durch erneuerbare Alternativen, wie strombetriebene Wärmepumpen, Biogas- oder Fernwärmebezug zu eliminieren.

Die größte Menge an Emissionen entsteht durch die vorgelagerten Prozesse (Scope 3) in der Herstellung der Edelstahlrohre. Wesentliches Hemmnis zur Emissionsreduktion ist hier allerdings die fehlende Transparenz von Informationen in der Lieferkette. Kurzfristig besteht die wichtigste Maßnahme in Scope 3 daher in der Verbesserung und Vereinheitlichung der Datenqualität. Hierfür wurden im Rahmen des Projekts Lieferantendialoge für den Einkauf von Edelstahlrohren angestoßen.

Die restlichen Emissionen machen ca. 17% der Gesamtemissionen aus. Für diese Mengen wird ein Mobilitätskonzept zur Reduzierung der Mobilitätsemissionen entwickelt.

Für die Formulierung von Klimazielen wurde das Tool zur Entwicklung des projizierten Reduktionspfades entwickelt. Die schließlich gesetzten Klimaziele

I.

bis 2027 Reduktion um 50 % in Scope 1 & 2 gegenüber dem Niveau von 2022 (entsprechend Anforderungen des EEW-Förderprogramms)

II.

bis 2030 Reduktion um 64 % in Scope 1 & 2 gegenüber dem Niveau von 2022 (entsprechend Anforderungen des EEW-Förderprogramms)

III.

bis 2030 Reduktion um 32 % in Scope 3 gegenüber dem Niveau von 2022

IV.

bis 2035 Treibhausgas-Neutralität in Scope 1 & 2 (entsprechend Anforderungen des EEW-Förderprogramms)

5. Mitarbeiter/Arbeitssicherheit

Im Geschäftsjahr 2023 beschäftigte die Dockweiler AG durchschnittlich rund 323 Mitarbeiter. Die Kombination zwischen langjähriger Firmenzugehörigkeit und Neueinstellungen sorgt für ein Betriebsklima, das Innovation fördert. Dockweiler-Kunden schätzen die Kompetenz, Innovationskraft und Zuverlässigkeit unserer Mitarbeiter.

Angesichts des zunehmend engen Fachkräftemarktes gewinnt die Arbeitgeberattraktivität für die Dockweiler AG eine immer größere Bedeutung. Wir erkennen die vielfältigen Facetten dieser Attraktivität, die über gute Führung hinausgehen und Aspekte wie die Gestaltung räumlich ansprechender und ergonomischer Arbeitsplätze sowie Sozialräume, Sonderurlaube bei besonderen Familienereignissen, flexible Arbeitszeitmodelle, regelmäßige Mitarbeitergespräche, Gesundheitszusatzversicherungen, Sportprogramme und ein umfassendes Mitarbeiterweiterbildungsprogramm umfassen. Durch die kontinuierliche Steigerung der Attraktivität unserer Standorte streben wir danach, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das sowohl die berufliche als auch die persönliche Entwicklung unserer Mitarbeiter unterstützt und fördert. Aktuell gelingt es unseren Standorten immer noch, gute Fachkräfte zu überzeugen sich für die Dockweiler AG zu entscheiden.

Im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Betriebsrat etabliert, der als wichtiges Bindeglied zwischen der Belegschaft und der Unternehmensleitung fungiert. Durch regelmäßige Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen dem Betriebsrat und der Unternehmensführung streben wir an, ein unterstützendes und produktives Arbeitsumfeld für alle Mitarbeiter zu schaffen.

Die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Mitarbeitenden sind von höchster Priorität für Dockweiler. Im Berichtszeitraum haben wir unsere Bemühungen für Arbeitssicherheit weiter verstärkt, indem wir umfassende Maßnahmen zur Gewährleistung einer sicheren Arbeitsumgebung implementiert haben. Durch regelmäßige Schulungen, strengere Sicherheitsrichtlinien und die kontinuierliche Überwachung von Arbeitsprozessen haben wir dazu beigetragen, das Risiko von Unfällen und Verletzungen am Arbeitsplatz zu minimieren. Darüber hinaus fördern wir eine offene Kommunikationskultur, die es den Mitarbeitenden ermöglicht, potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen und zu melden. Wir sind fest davon überzeugt, dass eine sichere Arbeitsumgebung nicht nur das Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden fördert, sondern auch zur Steigerung der Produktivität und zur Stärkung der Unternehmenskultur beiträgt.

6. Chancenbericht

Als Lieferant für die Industrie im Bereich Halbleiter, Pharma und erneuerbare Energien profitiert die Dockweiler AG weiterhin von den derzeitigen Megatrends und umfangreichen Anreizen vieler Regierungen in diesen Branchen zu investieren. Mit den bereits adressierten und bekanntgegebenen Investitionsvolumina zur Entwicklung von Kapazitäten, Technologien und Verfahren, beispielsweise durch den European Chip Act, ergibt sich ein großes Skalierungspotential. Dies führt insgesamt zu überaus positiven mittel- bis langfristigen Wachstumsaussichten für die Dockweiler AG.

Unsere Kunden stellen uns nicht nur ständig vor neue Herausforderungen, sondern eröffnen uns zudem Möglichkeiten, neue zukunftsorientierte Geschäftsfelder zu erschließen und unsere Leistungsangebote auf höchstem Qualitätsstandard gemeinsam mit Ihnen weiterzuentwickeln. Insbesondere im Bereich der kundenspezifischen Lösungen ergeben sich aktuell viele neue Möglichkeiten und Wachstumspotentiale bei der Herstellung von Lithographie-Systemen und Kernfusion.

Die Dockweiler AG hat in den letzten Jahren ein kontinuierliches Wachstum generiert und dabei seine gute Anpassungsfähigkeit auf geänderte Marktbedingungen erfolgreich unter Beweis gestellt. Neben der Weiterentwicklung der Organisation auf Standort- und Gruppenebene wird auch die regionale Aufstockung der Fertigungskapazitäten und die Weiterentwicklung der internen Prozesse innerhalb der Gruppe die Geschäftsentwicklung langfristig absichern. Die Prognose für die Zielmärkte von Dockweiler ist weiterhin vielversprechend. Halbleiter, Pharma und New Energy sind die Megatrends der Gegenwart und der Zukunft. Mit einem diversifizierten Produktportfolio bestehend aus einem gelungenen Mix aus Standardartikeln, Kompetenten und maßgeschneiderten Kundenlösungen umgesetzt in einer schlanken, flexiblen und kosteneffizienten Organisation mit starkem Kundenfokus ist Dockweiler sehr gut aufgestellt, um das künftige Wachstum und die steigenden Anforderungen der Kunden nachhaltig und profitabel zu bedienen.

V. Schlusserklärung

Gemäß § 312 Abs. 3 AktG erklären wir als Vorstand der Dockweiler Aktiengesellschaft, Neustadt-Glewe, dass die Gesellschaft bei allen aufgeführten Rechtsgeschäften im Berichtsjahr 2023 nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, jeweils eine angemessene Gegenleistung erhielt. Maßnahmen wurden im Berichtsjahr nicht getroffen oder unterlassen.

 

Neustadt-Glewe, den 29. April 2024

Sergej Kristal, Vorstand | CFO

Joakim Ericsson, Vorstand | CSO/COO

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

EUR Vorjahr
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.257.946,77 1.054
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 455.316,00 634
1.713.262,77 1.688
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.097.464,66 5.096
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.232.956,00 1.836
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.775.597,79 1.714
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.334.087,02 895
12.440.105,47 9.541
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 21.798.330,39 11.293
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 6.595.180,00 0
3. Beteiligungen 12.782,30 13
28.406.292,69 11.306
42.559.660,93 22.535
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 15.611.646,40 29.784
2. Unfertige Erzeugnisse 2.636.531,40 1.751
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 18.543.750,84 7.151
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 559
5. Erhaltene Anzahlungen -1.587.310,75 -6.132
35.204.617,89 33.113
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.816.450,68 8.135
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 23.576.643,71 27.493
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 1
4. Sonstige Vermögensgegenstände 6.186.740,68 8.310
36.579.835,07 43.939
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 747.453,85 1.589
72.531.906,81 78.641
C. Rechnungsabgrenzungsposten 292.834,24 209
115.384.401,98 101.385

Passiva

EUR Vorjahr
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 15.025.000,00 15.025
II. Kapitalrücklage 5.866.584,07 5.867
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 1.502.500,00 1.503
2. Andere Gewinnrücklagen 29.111.588,35 20.332
30.614.088,35 21.835
IV. Bilanzgewinn 4.447.499,99 8.779
55.953.172,41 51.506,00
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen 424.209,00 484
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 635.369,00 668
2. Steuerrückstellungen 4.038,00 738
3. Sonstige Rückstellungen 3.386.836,52 3.679
4.026.243,52 5.085
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 32.175.442,60 22.835
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.482.343,06 10.330
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.153.287,31 8.392
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.614.066,84 2.092
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.371.637,24 344
davon aus Steuern: EUR 209.477,83 (Vorjahr: TEUR 233)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 0)
54.796.777,05 43.993
E. Passive latente Steuern 184.000,00 317
115.384.401,98 101.385

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Euro Vorjahr
1. Umsatzerlöse 92.977.025,32 83.146
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 9.728.521,36 3.565
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 251.174,24 997
4. Sonstige betriebliche Erträge 4.170.740,02 3.474
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 54.008.647,59 42.183
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 11.591.872,64 8.099
65.600.520,23 50.282
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 18.226.386,28 14.956
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.383.288,10 2.953
davon für Altersversorgung: EUR 183.820,43 (Vorjahr: TEUR 173)
21.609.674,38 17.909
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.508.916,87 1.647
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 16.486.438,03 16.345
9. Erträge aus Beteiligungen 3.485.707,29 5.692
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 3.484.429,06 (Vorjahr: TEUR 5.691)
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 70.957,07 0
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 70.957,07 (Vorjahr: TEUR 0)
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.459.162,95 409
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 1.380.691,93 (Vorjahr: TEUR 350)
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.883.800,88 1.046
davon an verbundene Unternehmen: EUR 412.777,30 (Vorjahr: TEUR 103)
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 591.676,81 1.246
14. Ergebnis nach Steuern 4.462.261,05 8.808
15. Sonstige Steuern 14.761,06 29
16. Jahresüberschuss/Bilanzgewinn 4.447.499,99 8.779

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Amtsgericht Schwerin, HR: B 7407

1. Grundsätze der Bilanzierung und Abschlussgliederung

a) Bilanzierung

Im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 werden die Vorschriften der §§ 238 ff. Handelsgesetzbuch und des Aktiengesetzes berücksichtigt. Weiterhin werden die speziellen Vorschriften für Kapitalgesellschaften gemäß §§ 264 ff. HGB besonders in Bezug auf die Abschlussgliederung zur Verbesserung der Aussagefähigkeit des Jahresabschlusses, angewandt.

Aufgrund der Gewinnermittlungsvorschriften des § 5 Abs. 1 EStG wurde eine abweichende Steuerbilanz ermittelt. Der Steueraufwand im Jahresabschluss 2023 wurde entsprechend um die Veränderung zum Abgrenzungsposten für latente Steuern gem. § 274 Abs. 2 HGB vermindert. Der Steuersatz beträgt unter Einbeziehung der Körperschafts- und Gewerbesteuer rund 30 %. Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2023 wurde weiterhin eine passive latente Steuerposition erfasst, da sich nach Verrechnung aktiver und passiver latenter Steuern ein Passivwert ergab. Die Latenzen entstehen im Wesentlichen aus der Aktivierung von selbsterstellten immateriellen Vermögenswerten sowie unterschiedlicher Forderungsbewertung für Fremdwährungen und langfristigen Forderungen und der Rückstellungsbewertung und der Verbuchung des Sonderpostens.

Angaben in T€ Stand 1.1.2023 Veränderung Stand 31.12.2023
Aktive latente Steuern 432 (18) 414
Passive latente Steuern (749) 151 (598)
Saldiert (317) 133 (184)

b) Abschlussgliederung

Die Gliederung der Bilanz wurde beibehalten, die Gewinn- und Verlustrechnung wurde weiterhin nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Zum 31. Dezember 2023 werden innerhalb der Vorräte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erstmalig gesondert ausgewiesen. Der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst.

2. Angaben zur Bilanz

a) Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Die immateriellen Vermögensgegenstände sowie das Sachanlagevermögen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um aufgelaufene Abschreibungen bewertet.

Das Aktivierungswahlrecht für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens nach § 248 Abs. 2 HGB wurde zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2023 in Anspruch genommen. Diese werden gemäß § 255 Abs. 2 a HGB mit den bei deren Entwicklung anfallenden Herstellungskosten bewertet. Die selbst geschaffenen Vermögensgegenstände werden nach Abschluss der Entwicklung linear über die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände beinhalten zum Stichtag in Entwicklung befindliche Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 824.848,77 (Vorjahr: TEUR 1.054).

Die Abschreibungen werden planmäßig nach der linearen Methode über die wirtschaftliche Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände verteilt. Der Abschreibungszeitraum beträgt für immaterielle Vermögensgegenstände 3 bis 5 Jahre, für Gebäude 20 bis 25 Jahre, für technische Anlagen und Maschinen 3 bis 16 Jahre und für andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15 Jahre. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs vollständig abgeschrieben. Für Zwecke des Anlagespiegels wird im Jahr des Zugangs auch ein Abgang unterstellt.

b) Finanzanlagen

Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten angesetzt. Die ausgewiesenen Buchwerte liegen zum Bilanzstichtag nicht über den beizulegenden Werten. Die Dockweiler AG hält zum 31. Dezember 2023 die folgenden Anteile an verbundenen Unternehmen (Tochtergesellschaften):

Dockweiler U.K. Ltd., Wrexham/Großbritannien, Anteil 100 %
Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 GBP 1.558.875
Jahresüberschuss 2023 GBP 426.596
Umrechnungskurs zum 31. Dezember 2023 GBP 0,869 = EUR 1
Dockweiler B.V., Zeewolde/Niederlande, Anteil 100 %
Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 EUR 1.119.720
Jahresüberschuss 2023 EUR 1.512.931
Dockweiler Asia Co. Ltd., Bangkok/Thailand, Anteil 90 %
Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 THB 820.675.340
Jahresüberschuss 2023 THB 8.227.653
Umrechnungskurs zum 31. Dezember 2023 THB 37,973 = EUR 1
Dockweiler Middle East Ltd., Giv'atajim/Israel, Anteil 100 %
Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 ILS -2.533.256
Jahresüberschuss 2023 ILS -126.829
Umrechnungskurs zum 31. Dezember 2023 ILS 3,999 = EUR 1
Dockweiler Japan Ltd., Tokio/Japan, Anteil 100 %
Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 JPY -85.667.097
Jahresfehlbetrag 2023 JPY -49.937.218
Umrechnungskurs zum 31. Dezember 2023 JPY 156,330 = EUR 1
Calamo AB, Molkom/Schweden, Anteil 100 %
Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 SEK 67.740.595
Jahresüberschuss 2023 SEK 16.186.322
Umrechnungskurs zum 31. Dezember 2023 SEK 11,096 = EUR 1
Dockweiler Austria Stahl- und Metallhandel GesmbH Ried/Österreich, Anteil 100 %
Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 EUR 4.953.795
Jahresüberschuss 2023 EUR 1.613.354
DWE Immobilien GmbH & Co. KG, Reinbek/Deutschland, Anteil 90 %
Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 EUR 30.989
Jahresfehlbetrag 2023 EUR -31.618
Dockweiler Tube System (Suzhou) Co., LTD, Suzhou/China, Anteil 100 %
Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 CNY 29.266.071
Jahresüberschuss 2023 CNY 1.068.845
Umrechnungskurs zum 31. Dezember 2023 CNY 7,851 = EUR 1
Dockweiler Tube System (Zhejiang) Co., LTD, Pinghu/China, Anteil 100 %
Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 CNY -1.392.164
Jahresfehlbetrag 2023 CNY -5.214.385
Umrechnungskurs zum 31. Dezember 2023 CNY 7,851 = EUR 1
Dockweiler Industrial Automation GmbH, Walzbachtal/Deutschland, Anteil 100 %
Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 EUR -811.419
Jahresfehlbetrag 2023 EUR -966.787
DW USA Inc.
Delaware/USA, Anteil 100 % Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 USD 275.786
Jahresüberschuss 2023 USD 75.786
Umrechnungskurs zum 31. Dezember 2023 USD 1,105 = EUR 1
Dockweiler India Private Limited Gurgaon/Indien, Anteil 100 %
Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 INR 8.702.879
Jahresüberschuss 2023 INR 4.151.879
Umrechnungskurs zum 31. Dezember 2023 INR 91,905 = EUR

Zum 1. Januar 2023 wurde die Tochtergesellschaft Dockweiler USA Inc./Delaware gegründet mit dem Ziel, die internationale Marktpräsenz zu diversifizieren.

Die Tochtergesellschaft Dockweiler India Private Limited wurde zum 8. Mai 23 gegründet, um die Präsenz auf dem asiatischen Markt zu stärken.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen werden zum Nominalwert angesetzt.

c) Umlaufvermögen

Die unter dem Vorratsvermögen ausgewiesenen unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Handelswaren werden unter Berücksichtigung des Prinzips der verlustfreien Bewertung zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert. Die Herstellungskosten beinhalten neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile produktionsbezogener Fertigungsgemeinkosten. Unverändert zum Vorjahr wurden Abwertungen zur Berücksichtigung von Lagerrisiken sowie gesunkenen Wiederbeschaffungskosten vorgenommen. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden unter Beachtung des Niederstwertprinzips zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nominalwert angesetzt.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erkennbare Einzelrisiken durch gebildete Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Zusätzlich wird dem allgemeinen Kreditrisiko dadurch Rechnung getragen, dass eine Pauschalwertberichtigung von 0,8 % der Kundenforderungen gebildet und aktivisch von diesen abgesetzt wird.

In Fremdwährung bestehende Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden mit dem Währungskurs im Entstehungszeitpunkt eingebucht und zum Bilanzstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs neu bewertet.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 6.036 (Vorjahr: TEUR 4.145) aus Lieferungen und Leistungen, in Höhe von TEUR 14.056 (Vorjahr: TEUR 19.874) aus Darlehensforderungen inkl. Zinsen sowie mit einem Gesamtbetrag von 3.484 TEUR (Vorjahr: 3.475 TEUR) aus Ansprüchen gegen Tochtergesellschaften aus phasengleich vereinnahmten Gewinnausschüttungen für 2023.

Die sonstigen Vermögensgegenstände von insgesamt TEUR 6.187 (Vorjahr TEUR 8.310) enthalten Restforderungen aus dem Verkauf der LR Pure Systems GmbH von TEUR 4.915 (Vorjahr: TEUR 6.204), von denen TEUR 3.550 (Vorjahr: TEUR 5.459) eine Laufzeit von über einem Jahr haben. Für diesen Betrag wurde zum Bilanzstichtag eine kumulierte Abzinsung in Höhe von TEUR 544 (Vorjahr: TEUR 620) erfasst.

d) Eigenkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt unverändert TEUR 15.025 und ist in 1.803.000 Stammaktien und 1.202.000 Vorzugsaktien ohne Stimmrecht im Nennwert zu je EUR 5,00 aufgeteilt.

Der Bilanzgewinn des Vorjahres von TEUR 8.780 wurde gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Juli 2023 vollständig in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt.

Gemäß Satzung wurde im Geschäftsjahr die gesetzliche Rücklage nicht erhöht, weil die angestrebten 10 % vom Stammkapital erreicht sind.

e) Rückstellungen

Die Pensionsrückstellung wurde unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze, der Heubeck-Richttafeln 2018 G und nach der Projected Unit Credit Method berechnet. Die Pensionsrückstellung erfolgt für eine laufende Pension, die aufgrund von Vertrag und Status des Berechtigten keinen Steigerungsraten in der Zukunft unterliegt. Somit besteht keine Unterdeckung. Bei der Berechnung des Zuführungsbetrages wurde der zum 31. Dezember 2023 gültige Zinssatz, durchschnittlicher Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre, von 1,82 % (Vorjahr: 1,80 %) angesetzt. Der Unterschiedsbetrag zur Berechnung mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre beträgt TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 18). In dieser Höhe besteht eine Ausschüttungssperre.

Die Altersteilzeitrückstellungen sind auf der Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens und den Heubeck-Richttafeln 2018 G bewertet worden. Der für die Bewertung zugrunde liegende Zinssatz beträgt 1,04 % (Vorjahr 1,46 %). Künftige Gehaltssteigerungen werden mit 2,0 % (Vorjahr 2,0 %) berücksichtigt.

Die Jubiläumsrückstellungen sind auf der Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens und den Heubeck-Richttafeln 2018 G bewertet worden. Der für die Bewertung zugrunde liegende Zinssatz beträgt 1,74 % (Vorjahr 1,44 %).

Im Rahmen der Ermittlung der Pensions-, Jubiläums- und Altersteilzeitrückstellung wurde von dem Wahlrecht des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB, einen Marktzinssatz zu verwenden, der sich bei angenommener Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, Gebrauch gemacht.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Vorsorge für Urlaubsansprüche der Mitarbeiter, für erwartete Gewährleistungsansprüche, für Tantiemen und Mitarbeitergewinnbeteiligung sowie für Prüfung und Aufsichtsratsvergütung.

Die sonstigen Rückstellungen sind mit ihrem Erfüllungsbetrag bewertet. Beim Ansatz der Rückstellungsbeträge wird der Grundsatz der vernünftigen kaufmännischen Beurteilung beachtet.

f) Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag bewertet.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben TEUR 4.875 (Vorjahr: TEUR 4.176) eine Restlaufzeit unter einem Jahr, TEUR 25.757 (Vorjahr: TEUR 18.346) eine Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren und TEUR 1.543 (Vorjahr: TEUR 313) eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von TEUR 3.000 (Vorjahr: TEUR 23) sind durch Grundschulden auf den Betriebsgrundstücken in Neustadt-Glewe besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen mit TEUR 7.538 (Vorjahr: TEUR 7.369) gegenüber der Gesellschafterin und resultieren im Wesentlichen aus kurzfristigen und langfristigen Darlehensverbindlichkeiten. Davon haben TEUR 2.888 (Vorjahr: TEUR 3.528) eine Restlaufzeit unter einem Jahr, TEUR 4.650 (Vorjahr: TEUR 3.841) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Weitere Verbindlichkeit leiten sich aus Darlehen und Cashpooling von verbundenen Unternehmen mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr in Höhe von TEUR 1.344 ab (Vorjahr: TEUR 0). Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von TEUR 3.271 (Vorjahr: TEUR 1.023) resultieren wie im Vorjahr aus Lieferungen und Leistungen und haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit unter einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren mit TEUR 985 (Vorjahr: TEUR 2.092) aus Lieferungen und Leistungen, Darlehensverbindlichkeiten bestanden zum Stichtag nicht.

Die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen mit TEUR 700 (Vorjahr: TEUR 0) gegenüber nahestehenden Unternehmen und resultieren aus langfristigen Darlehensverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren.

g) Passive latente Steuern

Aufgrund der Gewinnermittlungsvorschriften des § 5 Abs. 1 EStG wurde eine abweichende Steuerbilanz ermittelt. Der Steueraufwand im Jahresabschluss wurde um die Veränderung zum Abgrenzungsposten für latente Steuern gem. § 274 Abs. 2 HGB vermindert. Der Steuersatz beträgt unter Einbeziehung der Körperschafts- und Gewerbesteuer rund 30%.

3. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

a) Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus dem Verkauf von Rohren und Formteilen für die Halbleiter- und Pharmaindustrie. Die Umsätze wurden zu rund 22 % (Vorjahr: 23 %) im Inland, zu rund 46 % (Vorjahr: 63 %) im europäischen Ausland und zu rund 30 % (Vorjahr: 13 %) in Asien und Amerika erzielt. Die Umsatzerlöse enthalten Kostenweiterberechnungen in Höhe von TEUR 1.293 (Vorjahr: TEUR 584).

b) Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 3.728 (Vorjahr: TEUR 3.240). Die realisierten Kursgewinne betragen TEUR 1.311 (Vorjahr: TEUR 1.576) und die nicht realisierten Kursgewinne aus der Stichtagsbewertung TEUR 2.417 (Vorjahr: TEUR 1.664). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von insgesamt TEUR 176 (Vorjahr: TEUR 86) und Wertberichtigungen zu Forderungen von TEUR 23 (Vorjahr: TEUR 24) enthalten.

c) Der Materialaufwand enthält Aufwendungen für bezogene Leistungen, die in Zusammenhang mit Kostenweiterberechnungen stehen, in Höhe von TEUR 328 (Vorjahr: TEUR 310).

d) Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung von TEUR 3.415 Dritte (Vorjahr: TEUR 2.806). Die realisierten Kursverluste betragen TEUR 938 (Vorjahr: TEUR 1.461) und die nicht realisierten Kursverluste aus der Stichtagsbewertung TEUR 2.477 (Vorjahr: TEUR 1.345).

e) Die Zinserträge enthalten TEUR 76 Erträge aus der Aufzinsung langfristiger Forderungen.

f) Die Zinsaufwendungen enthalten TEUR 12 (Vorjahr: TEUR 69) aus der Aufzinsung von Rückstellungen und TEUR 0 (Vorjahr TEUR 492) aus der Abzinsung langfristiger Forderungen.

g) Die Ertragsteuern beinhalten mit TEUR 133 Erträge aus der Auflösung passiver latenter Steuern (im Vorjahr: TEUR 317 Aufwendungen aus der Erhöhung bzw. erstmaligen Erfassung von passiven latenten Steuern zum 31.12.2022).

4. Sonstige Angaben

a) Ausschüttungssperren

Der Gesamtbetrag der gemäß § 268 Abs. 8 HGB und § 253 Abs. 6 HGB der Ausschüttungssperre unterliegt, beträgt TEUR 581 (Vorjahr: TEUR 756). Im Einzelnen gliedert sich der Gesamtbetrag wie folgt:

EUR
Unterschiedsbetrag § 253 Abs. 6 HGB 3.837,00
Aktivierung selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände abzüglich der hierfür gebildeten passiven latenten Steuern nach § 253 Abs. 8 Satz 1 HGB 880.562,74
Gesamtbetrag 884.399,74

b) Vorstand

Als Vorstände der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2023 und sind die folgenden Herren bestellt:

Dr. Uwe Braun, Dipl.-Ing., Schwerin (CTO) (bis 28. August 2023),

Jan-Christoph Block, Dipl.-Wirt.-Ing., Großhansdorf (CEO) (bis 11. Oktober 2023),

Sergej Kristal, Dipl.-Wirt.-Ing, Hamburg, (CFO)

Joakim Ericsson, Karlstad (CSO/COO) (seit dem 28. August 2023).

Die Angabe über die Bezüge der Vorstandsmitglieder wurde unter Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB unterlassen.

Die Pensionsrückstellung ist in voller Höhe für ein ehemaliges Vorstandsmitglied gebildet worden.

c) Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft gehören im Zeitraum vom 01. Januar bis zum 15. August 2023 die folgenden Mitglieder an:

Prof. Dr. Arnold Weissman, selbständiger Berater, Nürnberg - Vorsitzender

Sonja Wilke, Prokuristin Dockweiler Edelstahl GmbH, Hamburg - Stellv. Vorsitzende

Julia Neth, Geschäftsführerin Dockweiler Edelstahl GmbH, Reinbek

Susanna Fiebig, Geschäftsführerin, Hamburg

Thomas Merk, Selbständiger Berater, Berg

Im Zeitraum vom 16. August bis zum 31. Dezember 2023 besteht der Aufsichtsrat der Gesellschaft aus den folgenden Mitgliedern:

Thomas Wiedermann, Selbständiger Berater, Hamburg - Vorsitzender bis 14.02.2024

Thomas Merk, Selbständiger Berater, Berg - Stellv. Vorsitzender

Sonja Wilke, Prokuristin Dockweiler Edelstahl GmbH, Hamburg

Julia Neth, Geschäftsführerin Dockweiler Edelstahl GmbH, Reinbek

Susanna Fiebig, Geschäftsführerin, Hamburg

Peter Rieck, Unternehmensberater, Reinbek

Für Vergütungen des Aufsichtsrates sind im Berichtsjahr Aufwendungen von TEUR 153 (Vorjahr TEUR 153) enthalten.

d) Arbeitnehmerzahlen

Bei der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich beschäftigt:

2023 2022
Angestellte 149 135
Arbeiter 174 157
Mitarbeiter i.S. § 267 Abs. 5 HGB 323 292
Auszubildende 18 16
Mitarbeiter ohne Bezüge 8 3
349 311

e) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Mietverpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen resultieren aus zukünftigen Mietverpflichtungen für Betriebsgebäude in Neustadt-Glewe. Die Fälligkeiten dieser Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

2024 TEUR 477
2025 TEUR 477
TEUR 954

Die bestehenden Mietverträge für Haus 10 + 20 sind mit nahestehenden Personen und Gesellschaften geschlossen. Sie sind zum 30. Juni 2024 kündbar und verlängern sich bei nicht erfolgter Kündigung jeweils um drei Jahre. Der bestehende Mietvertrag für Haus 37 ist frühestens zum 31. Dezember 2024 kündbar, anschließend jederzeit bei einer 18-monatigen Kündigungsfrist.

f) Mutterunternehmen der Dockweiler AG ist die alleinige Gesellschafterin Dockweiler Edelstahl GmbH, Reinbek. Die Dockweiler AG wird in den Konzernabschluss der Dockweiler Edelstahl GmbH einbezogen, der im Bundesanzeiger veröffentlicht wird. Wie bereits im Vorjahr wird die Dockweiler AG freiwillig einen Teilkonzernabschluss und Teilkonzernlagebericht erstellen und prüfen lassen.

g) Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns

Der Vorstand schlägt vor, den gesamten Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2023 in die Gewinnrücklagen einzustellen und demnach keine Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2023 vorzunehmen.

h) Abschlussprüferhonorar

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen für Honorare des Abschlussprüfers, Deloitte GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, in Höhe von TEUR 99 (Vorjahr: TEUR 102) enthalten. Davon entfallen TEUR 80 (Vorjahr: TEUR 85) auf Abschlussprüfungsleistungen und TEUR 19 (Vorjahr: TEUR 17) auf Steuerberatungsleistungen. Von den Aufwendungen für Abschlussprüfungen in 2023 entfallen TEUR 49 auf den Einzelabschluss und TEUR 31 auf (Teil-)Konzernabschlussprüfungen für 2023.

i) Ereignisse nach dem Stichtag

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach § 285 Nr. 33 HGB sind nach dem Schluss des Geschäftsjahres nicht aufgetreten.

 

Neustadt-Glewe, den 29. April 2024

Dockweiler Aktiengesellschaft

Sergej Kristal, Vorstand | CFO

Joakim Ericsson, Vorstand | CSO/COO

Anlagenspiegel zum 31.12.2023

Anlagenspiegel zum 31.12.2023 Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand am 01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.053.868,55 251.174,24 0,00 0,00 1.305.042,79
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.108.944,03 36.293,33 0,00 0,00 3.145.237,36
4.162.812,58 287.467,57 0,00 0,00 4.450.280,15
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.033.271,28 405.030,61 0,00 0,00 9.438.301,89
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.329.149,67 634.773,99 3.866,57 33.465,00 5.993.522,09
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.332.843,49 626.874,14 116.600,04 26.704,64 5.869.822,23
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen 895.314,21 2.498.976,45 0,00 -60.169,64 3.334.121,02
20.590.578,65 4.165.655,19 120.466,61 0,00 24.635.767,23
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 11.293.013,09 10.506.489,30 1.172,00 0,00 21.798.330,39
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 6.595.180,00 0,00 0,00 6.595.180,00
3. Beteiligungen 12.782,30 0,00 0,00 0,00 12.782,30
11.305.795,39 17.101.669,30 1.172,00 0,00 28.406.292,69
36.059.186,62 21.554.792,06 121.638,61 0,00 57.492.340,07
Anlagenspiegel zum 31.12.2023 kumulierte Abschreibungen
Stand am 01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 47.096,02 0,00 0,00 47.096,02
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.475.198,03 214.723,33 0,00 0,00 2.689.921,36
2.475.198,03 261.819,35 0,00 0,00 2.737.017,38
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.937.686,48 403.150,75 0,00 0,00 4.340.837,23
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.493.363,67 269.860,99 2.658,57 0,00 3.760.566,09
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.618.280,70 574.085,78 98.142,04 0,00 4.094.224,44
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen 34,00 0,00 0,00 0,00 34,00
11.049.364,85 1.247.097,52 100.800,61 0,00 12.195.661,76
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
13.524.562,88 1.508.916,87 100.800,61 0,00 14.932.679,14
Anlagenspiegel zum 31.12.2023 Restbuchwerte
Stand am 31.12.2023 Vorjahr
EUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.257.946,77 1.054
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 455.316,00 634
1.713.262,77 1.688
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.097.464,66 5.096
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.232.956,00 1.836
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.775.597,79 1.714
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen 3.334.087,02 895
12.440.105,47 9.541
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 21.798.330,39 11.293
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 6.595.180,00 0
3. Beteiligungen 12.782,30 13
28.406.292,69 11.306
42.559.660,93 22.535

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Dockweiler AG, Neustadt-Glewe

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Dockweiler AG, Neustadt-Glewe, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Dar- über hinaus haben wir den Lagebericht der Dockweiler AG, Neustadt-Glewe, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 30. April 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Kritzer, Wirtschaftsprüfer

Tanita Niemann, Wirtschaftsprüfer

Redaktionell korrigierte Version des Testatsexemplars mit der Envelope ID: 6BD8F380-8389-49A2-9480-8019E66BD3F7

Bericht des Aufsichtsrats

der Dockweiler AG:

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hat auch das Geschäftsjahr 2023 der Dockweiler AG wesentlich beeinflusst. Stark gestiegene Zinsen, hohe Rohstoffpreise und die Inflation führten zu einer massiven Abkühlung der Wirtschaft im Euro-Raum, insbesondere aber in Deutschland. Der im Jahr 2022 aufgebaute hohe Lagerbestand und die damit einhergehende Kapitalbindung und Fremdfinanzierung belasteten das Ergebnis 2023.

Der Aufsichtsrat wurde während des Geschäftsjahres 2023 laufend über den Stand und die Geschäftsentwicklung sowie über wichtige Geschäftsereignisse der Dockweiler AG informiert. Dabei wurde seitens des Aufsichtsrates besonderes Augenmerk auf die Sicherung der Liquidität und die Regulierung der Warenbestände gelegt.

Neben einer Strategiesitzung zu Beginn des Jahres hat der Aufsichtsrat sich in vier regulären Sitzungen mit dem Vorstand über die Geschäftsentwicklung und die erforderlichen Maßnahmen beraten und die nach Gesetz und Satzung erforderlichen Beschlüsse gefasst. Dazu gehörten unter anderem auch die Neuwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden nach dem Ausscheiden von Herrn Professor Weissman im August des Jahres und die Nachbesetzung im Vorstand. Daneben fanden mehrere außerordentliche Aufsichtsratssitzungen per Videokonferenz statt.

Die Überwachungs- und Beratungstätigkeit des Aufsichtsrats erfolgte auf Grundlage von ausführlichen, in mündlicher und schriftlicher Form erstatteten Berichten des Vorstandes.

Die Aufsichtsratsvorsitzenden haben sich mit dem Vorstand regelmäßig über die Geschäftsentwicklungen ausgetauscht. Der Aufsichtsrat hat jederzeit die ihm nach der Satzung und dem Gesetz obliegenden Pflichten wahrgenommen.

Der Jahresabschluss, der Lagebericht und der Gewinnverwendungsvorschlag haben dem Aufsichtsrat vorgelegen. Der Jahresabschluss sowie der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 sind von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte GmbH, Hamburg, geprüft worden. Sie sind mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Prüfungsbericht hat dem Aufsichtsrat vorgelegen. Der Aufsichtsrat hat von dem Ergebnis der Prüfung zustimmend Kenntnis genommen. An der Aufsichtsratssitzung zur Vorstellung des Jahresabschlusses nahmen die Vertreter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft teil.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinnes geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung sind Einwendungen nicht zu erheben und der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss gebilligt.

Damit ist der Jahresabschluss festgestellt. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Gewinnverwendungsvorschlag an.

Der vom Vorstand gemäß § 312 AktG erstellte Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen wurde gleichfalls von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte GmbH, Hamburg, geprüft und mit folgendem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und 2. die im Bericht aufgeführten Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch waren."

Wir haben den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Dabei kommen wir zum gleichen Ergebnis wie die Abschlussprüfer und haben keine Einwendungen gegen in diesem Bericht wiedergegebene Erklärungen.

Der Aufsichtsrat dankt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Dockweiler Gruppe für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und spricht allen Beteiligten seine Anerkennung für die erfolgreiche Tätigkeit aus.

 

Hamburg, 4. Juni 2024

Der Aufsichtsrat

Jens Nietner, Vorsitzender

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss der Dockweiler AG zum 31.12.2023 mit Beschluss vom 04. Juni 2024 gebilligt.

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