Großhandel mit Spielwaren und Musikinstrumenten
Stammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Markus Dr. Tiemann seit 13.4.2023 | Geschäftsführer |
Katharina Prof. Dr. Tiemann seit 13.4.2023 | Geschäftsführer |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
AGL GmbHKielJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023In dem beigefügten, zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 HGB und des § 276 HGB in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde folgender Bestätigungsvermerk erteilt: "Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die AGL GmbH, Kiel Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der AGL GmbH, Kiel, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der AGL GmbH, Kiel, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen , die wir während unserer Prüfung feststellen."
Hamburg, 17. Februar 2025 RSM
Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Florian Riedl, Wirtschaftsprüfer Andreas Fettke, Wirtschaftsprüfer Bilanz zum 31. Dezember 2023AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023A. Allgemeine Angaben Die AGL GmbH hat ihren Sitz im Jahr 2023 nach Kiel verlegt und ist mit der Registernummer HRB 25519 Kl in das Handelsregister beim Amtsgericht Kiel eingetragen. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde unter Anwendung der Vorschriften des HGB (§§ 238 ff. HGB) unter Beachtung der ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) und des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Darstellung, Gliederung und Ansatz und Bewertung entsprechen den Vorjahresgrundsätzen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erforderlichen gesetzlichen Angaben werden im Anhang gemacht. Die Gesellschaft erbringt als Labor- und Apparategesellschaft nichtärztliche Labor- und Analysedienstleistungen für ihre Gesellschafter, die die Aufwendungen der Gesellschaft erstatten. B. Rechnungslegungsgrundsätze Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis EUR 952,00 brutto werden im Jahr der Anschaffung aufwandswirksam erfasst. Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungskosten vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bewertet. Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst. Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. C. Erläuterungen zur Bilanz Die gesondert dargestellt Entwicklung des Anlagevermögens ist integraler Bestandteil des Anhangs. In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 1.873 (Vj. TEUR 554) enthalten. Die Forderungen resultieren, wie im Vorjahr, sämtlich aus Lieferungen und Leistungen. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben in Höhe von TEUR 5 (Vj. TEUR 1) eine Restlaufzeit von über einem Jahr. Die Rückstellungen setzen sich aus Steuerrückstellungen (TEUR 6; Vj. TEUR 0) und sonstigen Rückstellungen (TEUR 884; Vj. TEUR 1.157) zusammen. Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:
In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter in Höhe von TEUR 2.020 (Vj. TEUR 0) enthalten. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind mit TEUR 130 (Vj. TEUR 112) Verbindlichkeiten aus Steuern sowie mit TEUR 10 (Vj. TEUR 2) Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit ausgewiesen. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten eine stille Beteiligung in Höhe von TEUR 400 (Vj. TEUR 400), die fix mit 4,9% p.a. und variabel mit 1,75% p.a. verzinst wird. Die stille Beteiligung wird ab dem 30. März 2027 mit TEUR 80 p.a. getilgt. Für die stille Beteiligung wurde ein Rangrücktritt erklärt. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind darüber hinaus drei Nachrangdarlehen über TEUR 50 (Vj. TEUR 50) sowie TEUR 100 (Vj. TEUR 100) und TEUR 350 (Vj. TEUR 0) enthalten, die am 30. April 2028, am 31. Januar 2030 und 31. Juli 2031 fällig werden. D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung In der Position "Sonstige betriebliche Erträge" sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 70 (Vj. TEUR 40) enthalten. In der Position "Sonstige betriebliche Aufwendungen" sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 126 (Vj. TEUR 10) enthalten. Ferner enthielten die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung des Vorjahres periodenfremde Aufwendungen in Höhe TEUR 127 (Bj. TEUR 0). In der Position "Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung" sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 61 (Vj. TEUR 64) enthalten. In der Position "Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen" sind Zinsen von verbundenen Unternehmen von TEUR 39 (Vj. TEUR 1) enthalten. E. Sonstige Angaben Mitarbeiter In der Gesellschaft waren im Berichtsjahr durchschnittlich 252 (Vj. 224) Mitarbeiter (nach Köpfen) beschäftigt. Davon waren 98 Mitarbeiter (Vj. 77) Teilzeitkräfte. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von TEUR 2.067 (Vj. TEUR 1.988). Geschäftsführung Die Geschäftsführung wurde im Geschäftsjahr 2023 von Herrn Prof. h.c. Dr. med. Markus Tiemann, Pathologe, Kiel, Frau Hon. Prof. Dr. med. Katharina Tiemann, Pathologin, Kiel, und Herrn Dr. Christoph Schulte, Pathologe, Kiel (bis zum 28. Juni 2023), ausgeübt. Anteilsbesitz
Kiel, den 17. Februar 2025 AGL GmbH Hon. Prof. Dr. med. Katharina Tiemann Prof. h.c. Dr. med. Markus Tiemann Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
Lagebericht für das Geschäftsjahr 20231. Grundlagen des Unternehmens 1.1. Geschäftsmodell Die AGL GmbH (im Folgenden: AGL) erbringt als Labor- und Apparategesellschaft im Wesentlichen innerhalb der MVZ HPH-Gruppe Labordienstleistungen für die MVZ HPH Institut für Pathologie und Hämatopathologie GmbH (im Folgenden: MVZ HPH GmbH), die HPH überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft für Pathologie und Hämatopathologie GbR, die MVZ Hanse Histologikum GmbH sowie die Pathodiagnostik Berlin MVZ GmbH. Der Umsatz der AGL GmbH ist vom Eingang von Probenmaterial für histologische und zytologische Untersuchungen der Unternehmen der HPH-Gruppe abhängig, die Labor- und Analysedienstleistungen der AGL GmbH in Anspruch nehmen. Die AGL erbringt Labor- und Analysedienstleistungen an den Standorten Hamburg, Kiel, Berlin und Oldenburg. Außerdem wird am Standort Neumünster ein großes Lager zur Archivierung von Schnittpräparaten, Paraffinblöcken, tiefgefrorenen Gewebes und Dokumenten genutzt. 1.2. Forschung und Entwicklung Die Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten wurden gemeinsam mit der MVZ HPH GmbH durchgeführt. Aufgrund der Anforderungen der überarbeiteten WHO-Klassifikationen, insbesondere der hämatologischen Neoplasien, wurden erste Bestrebungen zur Entwicklung von zwei eigenen komplexen NGS-Assays unternommen. Hier wurde die Gruppe der akuten myeloischen Leukämien und der Myelodysplasien berücksichtigt. Der Assay wurde bereits validiert und in der Routinediagnostik verwendet. Die Umstellung der molekulargenetischen Diagnostik der myeloproliferativen Neoplasien von der Einzelgentestung auf ein umfassenderes NGS-Panel befindet sich in der bioinformatorischen und molekularbiologischen Vorbereitung und wird seit Q4/2024 in der Routinediagnostik verwendet. Als weiterer Geschäftsbereich wurden die Digitalisierung und die Anwendung von maschinellem Lernen bei der Interpretation von Histologie und Immunhistochemie durch gemeinsame Forschungsprojekte mit dem Hamburger Startup MindPeak durchgeführt. Hier konnten durch einen von der MVZ HPH GmbH und AGL gemeinsam gestellten Antrag erfolgreich Forschungsdrittmit- tel der Stadt Hamburg und der Bundesrepublik Deutschland eingeworben werden. Von den Ergebnissen erwarten wir uns direkte Einsparungen ärztlicher Arbeitszeit im analytischen Bereich in der Immunhistochemie. 2. Wirtschaftsbericht 2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Das Geschäftsjahr 2023 war durch die beginnende Konsolidierung der Krankenhauslandschaft durch die anstehenden gesetzlichen Vorgaben gekennzeichnet. Wir versuchen, Risikokliniken zu identifizieren und ggf. die Leistungserbringung für diese Kliniken zu reduzieren. Der Verkauf vieler hämatologischer Praxen an MVZ- und Investorenketten hat zu einer Veränderung der Leistungsbeziehung geführt: Es werden insgesamt mehr Leistungen für Diagnostik abgefordert. Dies ist durch einen Innovationsschub, verstärkt durch die neuen Onkopedia-Leitlinien und die Verjüngung des ärztlichen Personals mit entsprechend aktuelleren Kenntnissen zu erklären. Weiterhin hat die Einführung zusätzlicher Substanzen in der Tumorbehandlung und der verstärkte Wettbewerb der Pharmaindustrie zu einer Dynamisierung bei der Identifikation individueller Targets auf den Tumorzellen geführt, von der wir als innovatives Unternehmen profitieren. Das Wettbewerbsumfeld wird aktuell bestimmt durch eine Vielzahl von Pathologiedienstleistern, deren Inhaber sich an der Altersgrenze befinden und die eine Nachfolgeregelung bisher mangels geeigneter Ärzte oder Ärztinnen mit Risikobewusstsein noch nicht organisieren konnten. Der Mangel an qualifiziertem ärztlichen und technischem Fachpersonal ist noch stärker geworden und wird zum entscheidenden Faktor für Wachstum und Servicequalität werden. 2.2. Geschäftsverlauf Sequenzierreagenzien und Verbrauchsmittel konnten wieder zu normalisierten Konditionen erworben werden. Das erhöhte Auftragsvolumen führte zu einem erhöhten Reagenzienverbrauch mit besserer Rabattierungsmöglichkeit. Dies traf insbesondere auf die Bereiche Molekularpathologie, Immunphänotypisierung an flüssigen Proben und Immunhistochemie an Gewebeproben zu. Die Preissteigerungen konnten dadurch zum Teil ausgeglichen werden. Die Fortbildungsveranstaltungen haben durch die vermehrte Unterstützung der Pharmaindustrie wieder ausgeweitet werden können und werden sich weiterhin als gutes Marketingtool erweisen. 2.3. Lage des Unternehmens 2.3.1. Ertragslage Als Labor- und Apparategesellschaft erbringt die AGL kostendeckende Dienstleistungen für ihre Gesellschafter, so dass regelmäßig ein ausgeglichenes Ergebnis ausgewiesen wird. Die Umsatzsteigerung auf rd. 25 Mio. EUR entspricht mit 14,6% fast genau der Steigerungsrate wie im Vorjahr (14,8%). Ursächlich für die Erhöhung der Umsatzerlöse waren neben einer 9,3%igen Fallzahlerhöhung die Steigerung der Material- und Personalkosten, welche auf Basis eines Dienstleistungsvertrages an die Gesellschaften innerhalb der Gruppe abgerechnet werden. Die Materialaufwendungen sind im Vergleich zur Umsatzentwicklung um 1.899 TEUR auf 8.164 TEUR überproportional gestiegen, was insbesondere auf die Steigerung der Fallzahlen und durch Preissteigerungen bedingt ist. Der Rohertrag konnte um rd. 8% auf 17.007 TEUR (Vj. 15.700 TEUR) gesteigert werden. Der Personalaufwand hat sich als Folge von Personalkapazitätssteigerungen auf durchschnittlich 252 Mitarbeiter (ca. 12,5%) und Gehaltsanhebungen insgesamt um 9,6% auf 11.896 TEUR erhöht. Relativ verringerte sich die Personalaufwandsquote um 2,1%-Punkte auf 47,3%. Die Abschreibungen minderten sich um 216 TEUR auf 1.244 TEUR (Vj. 1.460 TEUR). Dies ist überwiegend begründet durch den Rückgang von Investitionen in geringwertige Wirtschaftsgüter, die im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben werden. Die Zunahme der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 554 TEUR auf 4.119 TEUR setzt sich überwiegend aus gestiegenen Wartungs- und Reparaturaufwendungen für Laborgeräte (+103 TEUR), erhöhten Kfz-Kosten (+156 TEUR) und Logistikkosten für den Probentransport (+87 TEUR) sowie gestiegenen EDV- und Telekommunikationsaufwendungen (+122 TEUR) zusammen. Wie im Vorjahr haben sich die Leasingaufwendungen verringert (-88 TEUR), da Leasingverträge auslaufen und Betriebs- und Geschäftsausstattung erworben wurde. Das EBITDA verringerte sich insgesamt deutlich um 154 TEUR auf 1.380 TEUR. Das Betriebsergebnis (EBIT) ist im Vergleich zum Vorjahr auf 136 TEUR gestiegen (Vj. 74 TEUR). Das Finanzergebnis hat sich aufgrund höherer Zinsaufwendungen in Folge der Darlehen von verbundenen Unternehmen verschlechtert und weist ein Ergebnis in Höhe von -124 TEUR aus (Vj. -77 TEUR). 2.3.2. Vermögenslage Die Erhöhung der Bilanzsumme um 1.200 TEUR auf 7.468 TEUR resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der Forderungen und Verbindlichkeiten gegen/gegenüber den Gesellschaftern. Durch weitere Investitionen erhöhte sich der Wert des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögensgegenstände trotz planmäßiger Abschreibungen auf 3.090 TEUR (Vj. 2.828 TEUR). Die AGL GmbH hält eine Beteiligung an der GMF Gemeinnützige Molekularpathologische Forschungseinrichtung GmbH. Die gemeinnützigen Projekte wurden fortgeführt und haben zu Publikationen geführt. Die Vorratsbestände wurden im Vergleich zum Vorjahr auf ein normales Niveau um 470 TEUR auf 1.604 TEUR abgebaut. Der signifikante Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 1.280 TEUR auf 1.837 TEUR war überwiegend umsatzbedingt. Weiterhin war die Zunahme der Forderungen gegen verbundene Unternehmen zahlungsbedingt und durch die Zunahme der Forderungen gegen die Pathodiagnostik Berlin MVZ GmbH (+200 TEUR) verursacht. Der Rückgang der sonstigen Rückstellungen beruht überwiegend auf der Inanspruchnahme der Prämienrückstellungen für die Jahre 2021 und 2022 sowie auf einer geringeren Zuführung der Rückstellung für ausstehende Rechnungen. Somit werden im Berichtsjahr 884 TEUR (Vj. 1.157 TEUR) ausgewiesen. 2.3.3. Finanzlage 2.3.3.1. Kapitalstruktur Das Eigenkapital der AGL liegt im Berichtsjahr aufgrund des ausgeglichenen Ergebnisses unverändert bei 24 TEUR. Im Geschäftsjahr 2023 erhöhten sich die Verbindlichkeiten von 5,1 Mio. EUR auf 6,5 Mio. EUR. Maßgeblich hierfür waren Darlehensaufnahmen überwiegend für Investitionen bei der MVZ HPH GmbH in Höhe von 2.000 TEUR. Rückläufig entwickelten sich die Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten durch planmäßige Tilgungen in Höhe von 1.073 TEUR auf 2.616 TEUR. 2.3.3.2. Investitionen Die gesamten Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen im Geschäftsjahr 1.413 TEUR. Wesentliche Teile davon betreffen die Anschaffung von Laborgeräten (894 TEUR), EDV-Hardware (266 TEUR) sowie PKW (47 TEUR). 2.3.3.3. Liquidität Die AGL hat im Geschäftsjahr 2023 1,5 Mio. EUR Auszahlungen für Investitionen getätigt. Darlehensaufnahmen von verbundenen Unternehmen von rd. 2,0 Mio. EUR stehen Tilgungen von Darlehen von Kreditinstituten in Höhe von 1,1 Mio. EUR gegenüber. Das Unternehmen verfügt über ausreichend Kreditlinien, die im Geschäftsjahr 2023 nur vereinzelt in Anspruch genommen wurden. Forderungen der Gesellschaft gegen ihre Gesellschafter werden regelmäßig und zeitnah ausgeglichen. Die Gesellschaft erfüllt darüber hinaus ihre Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Lieferanten innerhalb der jeweiligen Zahlungsziele. 2.4. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren 2.4.1. Finanzielle Leistungsindikatoren Die Gesellschaft wird über folgende finanzielle Leistungsindikatoren gesteuert:
Diese Kennzahlen werden in einem Monatsreporting den Plan- und Vorjahreszahlen gegenübergestellt. 2.4.2. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren Personal Im Geschäftsjahr 2023 waren in der AGL GmbH durchschnittlich 252 Mitarbeiter beschäftigt, davon entfielen auf den Standort Hamburg 205, auf den Standort Kiel 31, auf den Standort Oldenburg 11 und auf den Standort Berlin 5 Mitarbeiter. Als problematisch für geplante Personalerhöhungen und/oder Ersatzeinstellungen könnte sich erweisen, dass auf dem Arbeitsmarkt nicht genügend qualifiziertes medizinisches Fachpersonal verfügbar ist. So sind beispielsweise MTA's mit guten Kenntnissen in der Molekularpathologie und der Histologie am Markt gegenwärtig schwer zu bekommen. Zum Teil können diese Schwierigkeiten durch Einstellung Personals verwandter Berufsgruppen überwunden werden. 2.5. Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Die Umsatzerlöse im Berichtsjahr lagen insbesondere aufgrund deutlich höherer Fallzahlen (+9,3%) und gestiegener Kosten über den der Planung für das Geschäftsjahr 2023. Die Investitionen erfolgten mit 1,5 Mio. EUR (Plan für 2023: 1,6 Mio. EUR) weitgehend planmäßig. Das EBITDA des Berichtsjahres erreichte das für das Jahr 2023 geplante Niveau nicht. Insgesamt ist die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vor dem Hintergrund der Ausgestaltung der Gesellschaft als Apparategesellschaft, die primär Leistungen für ihre Gesellschafter erbringt, zufriedenstellend bis gut. 3. Risikomanagementziele und -methoden Die Gesellschaft versucht durch eine systematische Erfassung und aktive Steuerung die Wahrscheinlichkeit einer Realisierung von Risiken zu reduzieren und nicht vermeidbare Schäden so gering wie möglich zu halten. Risiken werden mit Hilfe von Audits und durch die Teamleitungen identifiziert. Darüber hinaus dient das Fehlermanagement dazu weitere Risiken zu erkennen. Hierzu werden die identifizierten Betriebsrisiken (z.B. Stromausfall, Probenverwechslung) anhand verschiedenartiger Parameter quantifiziert. Zur Beobachtung der Marktentwicklung und zur Festlegung von Umsatzzielen werden im Wesentlichen die Auftragseingänge sowie die Marktanalyse durch Umfragen bei den Einsendern durch die Vertriebsabteilung herangezogen. 4. Wesentliche Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung 4.1. Risikobericht Zur Minimierung der finanziellen Auswirkungen von Risiken wird der Versicherungsschutz jährlich überprüft. Aufgrund der Umsatz- und Kapazitätserweiterungen wurden der Versicherungsschutz in den Bereichen Haftpflicht-, Betriebsunterbrechung-, Inhaltsversicherung sowie Elektronikversicherung und auch die KFZ-Versicherung für Transportfahrzeuge und Dienstwagen angepasst. Aus unserer Sicht bestehen die wesentlichen Risiken für die künftige Unternehmensentwicklung in einem Fachkräftemangel - insbesondere im ärztlichen und technischen Bereich - der ein Wachstum der Gesellschaften verhindert, für die die AGL GmbH als Labordienstleister tätig ist. Für die Akquise bzw. Rekrutierung solcher Arbeitskräfte werden gegenwärtig neue Wege ausprobiert durch die Platzierung sogenannter "Snips" auf internetbasierten Portalen wie TikTok oder Youtube. Des Weiteren werden Perspektivprogramme zur Entwicklung von Nachwuchskräften etabliert. Hier spielen insbesondere inhaltliche Weiterbildung und Spezialisierung, zum Beispiel auf internationalen Fortbildungskongressen und in Hospitationen bei ausgewiesenen spezialisierten Institutionen, eine Rolle. Für das technische Personal werden inhaltliche Perspektiven ausgebaut und mit Fortbildungsangeboten in unterschiedlichen Bereichen (Arbeitssicherheit, Praxisanleitung, QM) ergänzt. Neben der Akquisition des notwendigen Personals werden im Geschäftsjahr 2024 Gehaltssteigerungen, bedingt durch die noch leicht erhöhte Inflation, erfolgen. Es bestehen darüber hinaus allgemeine Wettbewerbsrisiken, die sich in der Einsenderstruktur und Umsatz-/Vergütungsentwicklung der MVZ HPH begründen, die den wesentlichen Teil der Untersuchungen beauftragt. Bei den Gesellschaften MVZ HPH Institut für Pathologie und Hämatopathologie GmbH, HPH überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft für Pathologie und Hämatopathologie GbR und MVZ Hanse Histologikum GmbH handelt es sich um DAkkS-akkreditierte Unternehmen nach DIN EN ISO/IEC 17020:2012. Sie sind berechtigt, pathologisch-anatomische Begutachtungen an humanen Geweben, an humanen Zellen und Körperflüssigkeiten unter Einbeziehung makroskopischer, histologischer, zytologischer, immunpathologischer sowie molekularpathologischer Untersuchungen einschließlich sachverständiger Beurteilungen sowie weiterer Obduktionspathologie an Humanmedizin einschließlich sachverständiger Beurteilung in dem Fach Pathologie durchzuführen. Die geforderten Standards sind auch für die AGL obligatorisch. Zur Reduzierung der Gefahr von Fehldiagnosen werden umfangreiche Qualitätssicherungsmaßnahmen eingesetzt. Hierzu zählen u.a. das von uns praktizierte Vier-Augen-Prinzip sowie eine ausgeprägtes Fehlermanagementsystem. Anhand von regelmäßigen Ringversuchen und Qualitätszirkeln wird die Qualität der von uns angewendeten Untersuchungen durch externe Gesellschaften überprüft. 4.2. Chancenbericht Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz geht schon über den Planungszeitraum weit hinaus und entwickelt eine sehr starke Dynamik. So werden die ersten beiden mit MindPeak zusammen entwickelten Assays bereits in der Routinediagnostik eingesetzt und haben dort zu deutlichen Einspareffekten bei der ärztlichen Arbeitszeit geführt. Die starke Konsolidierung im Markt bei gleichzeitiger Verknappung des spezialisierten Fachpersonals eröffnet neue Chancen, da wir durch eigene Ausbildungsaktivitäten dem Fachkräftemangel deutlich gegensteuern können. Zudem ist im Großraum Berlin und im Bundesland Bremen eine deutliche Schwächung der großen Anbieter zu beobachten, die eine deutliche Verbesserung der Konkurrenzsituation gegenüber der Lage in den letzten zwanzig Jahren bedeutet. 5. Prognosebericht Für das Geschäftsjahr 2024 gehen wir von einer weiteren deutlichen Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr aus. Gründe hierfür sind u.a. zusätzliche Umsätze bzw. Bedarf für Untersuchungen aus den neuen Standorten Oldenburg und Berlin. Die Geschäftsentwicklung in 2024 zeigt eine deutliche Umsatzsteigerung, die sich aus der gestiegenen Nachfrage (Zunahme der Fallzahlen um 11 %) nach höherwertigen hämato- und molekularpathologischen Untersuchungen begründet. Darüber hinaus verzeichnen wir auch im Bereich der Allgemeinen Pathologie wieder eine Steigerung der Fallzahlen (Zunahme der Fallzahlen um 15 %). Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir insgesamt ein Investitionsvolumen von insgesamt rd. 1,6 Mio. EUR (Vj. 1,5 Mio. EUR). Wachstumsbeiträge erwarten wir insbesondere aus dem Bereich Hämato- und Molekularpathologie. Wir halten ein Umsatzwachstum von 7% - 10% gegenüber dem Vorjahr für realistisch. Kostenseitig sind in unserer Planung inflationsbedingt leicht steigende Preise für Reagenzien und Verbrauchsmittel sowie ein erhöhte Personalaufwand berücksichtigt. Insgesamt gehen wir davon aus, dass das EBITDA im Geschäftsjahr 2024 gegenüber dem Vorjahr leicht steigen wird. Auch im Geschäftsjahr 2025 erwarten wir eine weitere deutliche Zunahme der Fallzahlen und damit der Umsatzerlöse. Aufgrund von Kostensteigerungen in 2025 und von Kürzungen der Kassenärztlichen Vereinigung erwarten wir nur eine leichte Erhöhung des EBITDA im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024. Für das Geschäftsjahres 2025 wurden Investitionen in Höhe von rd. EUR 1,2 Mio. geplant.
Kiel, 17. Februar 2025 AGL GmbH Geschäftsführung Prof. h.c. Dr. med. Markus Tiemann Hon. Prof. Dr. med. Katharina Tiemann Sonstige Angaben: Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 17.03.2025 festgestellt. |
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