Younicos AGLiquidiert

Am Studio 16, 12489 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 99546
Vorher
Solon Laboratories AktiengesellschaftYaunicos AG
Eingetragen
8.12.2005
Branche
Elektrizitätserzeugung aus erneuerbaren Energieträgern zur VerteilungElektrizitätserzeugung aus erneuerbaren Energieträgern ohne VerteilungGaserzeugung aus erneuerbaren Energieträgern
Gegenstand
Die Entwicklung, Realisierung und Vermarktung neuer Geschäftsmodelle basierend auf neuen Technologien und Verfahren im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien.

Historie

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Management

NameRolle
Jayesh Goyal
seit 30.10.2017
Vorstandsmitglied
Jens Mühling
seit 5.7.2016
Prokura

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Konzern- und Jahresabschlüsse

Younicos AG

Berlin

Jahresabschluss zum 31 Dezember 2015

Bilanz zum 31. Dezember 2015

Aktiva

EUR EUR 31.12.2014
EUR
A. Anlagevermögen      
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 51.734,00   51.566,00
II. Sachanlagen 5.161.674,96   6.267.034,47
III. Finanzanlagen 41.691.687,52   2.279.414,27
    46.905.096,48 8.598.014,74
B. Umlaufvermögen      
I. Vorräte 2.386.151,80   2.110.395,31
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 5.230.340,64   2.916.288,41
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 20.252.514,90   809.633,79
    27.869.007,34 5.836.317,51
C. Rechnungsabgrenzungsposten   77.069,30 178.102,64
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag   0,00 2.658.747,21
    74.851.173,12 17.271.182,10

Passiva

     
  EUR EUR 31.12.2014
EUR
A. Eigenkapital      
I. Gezeichnetes Kapital 1.651.473,00   422.845,00
II. Kapitalrücklage 134.677.747,63   53.612.270,46
III. Bilanzverlust -71.565.395,65   -56.693.862,67
    64.763.824,98 -2.658.747,21
davon nicht durch Eigenkapital gedeckt   0,00 2.658.747,21
    64.763.824,98 0,00
B. Zur Durchführung der beschlossenen      
Kapitalerhöhung geleistete Einlagen   0,00 2.577.315,09
C. Sonderposten für Investitionszulagen   759.497,80 910.814,27
D. Rückstellungen   1.118.059,42 676.626,11
E. Verbindlichkeiten   8.201.332,46 13.106.426,63
F. Rechnungsabgrenzungsposten   8.458,46 0,00
    74.851.173,12 17.271.182,10

Gewinn- und Verlustrechnung für 2015

EUR EUR 2014
EUR
1. Rohergebnis   4.840.727,40 1.907.983,39
2. Personalaufwand      
a) Löhne und Gehälter 5.187.289,49   4.697.411,60
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 881.599,59   746.286,99
davon für Altersversorgung EUR 54.517,76 (Vj. EUR 43.159,56)      
3. Abschreibungen auf      
a) immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.301.284,74   1.300.889,01
b) Umlaufvermögen, soweit diese die üblichen Abschreibungen überschreiten 321.422,22   0,00
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 9.018.355,59   4.682.305,57
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 18.905,15 (Vj. EUR 59.138,32)      
    16.709.951,63 11.426.893,17
5. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.519.503,69   57.180,85
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 1.496.617,38 (Vj. EUR 54.690,65)      
davon Erträge aus der Abzinsung EUR 3.450,00 (Vj. EUR 2.315,78)      
6. Abschreibungen auf Finanzanlagen 3.804.300,42   0,00
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 692.001,44   922.591,61
davon an verbundene Unternehmen EUR 126.035,16 (Vj. EUR 125.704,33)      
davon Aufwendungen aus der Abzinsung EUR 1.441,49 (Vj. EUR 100,00)      
    -2.976.798,17 -865.410,76
8. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   -14.846.022,40 -10.384.320,54
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5,77   18,14
10. Sonstige Steuern 25.504,81   2.624,64
    25.510,58 2.642,78
11. Jahresfehlbetrag   14.871.532,98 10.386.963,32
12. Verlustvortrag   56.693.862,67 46.306.899,35
13. Bilanzverlust   71.565.395,65 56.693.862,67

Anhang für das Geschäftsjahr 2015

I. Bilanzierungsgrundsätze

Die Gesellschaft ist als mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 des Handelsgesetzbuches (HGB) einzustufen. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 wurde nach dem Grundsatz der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Angaben, die wahlweise in der Bilanz oder im Anhang gemacht werden können, wurden grundsätzlich im Anhang gemacht.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Von den Erleichterungsvorschriften des § 288 Abs. 2 HGB wird teilweise Gebrauch gemacht.

II. Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierung und Bewertung wurde nach den allgemeinen Bestimmungen der §§ 242 bis 256a HGB sowie der besonderen Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 - 288 HGB) und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes vorgenommen.

Aufgrund der von der Gesellschaft aufgestellten positiven Fortbestandsprognose wurde bei der Bewertung von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen.

Für die Bilanzierung und Bewertung waren unverändert die nachfolgenden Regelungen maßgebend.

Die erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen sind mit den um planmäßige Abschreibungen verminderten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bei immateriellen Vermögensgegenständen und dem Sachanlagevermögen werden die Abschreibungen linear und zeitanteilig nach Maßgabe der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer ermittelt. Im Berichtsjahr zugegangene Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis EUR 150,00 ohne Umsatzsteuer werden sofort als Aufwand erfasst. Für Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten über EUR 150,00 bis EUR 1.000,00 ohne Umsatzsteuer wird im Jahr des Zugangs aus Vereinfachungsgründen das steuerliche Sammelpostenverfahren auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird im Jahr der Anschaffung und in den folgenden vier Jahren mit jeweils 20 v. H. der Anschaffungskosten abgeschrieben. In die Herstellkosten selbst erstellter Anlagen des Sachanlagevermögens sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten einbezogen.

Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert aktiviert.

Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt.

Die unfertigen Erzeugnisse und Leistungen sind auf der Basis von Einzelkalkulationen zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten und Fertigungslöhnen auch Material- und Fertigungsgemeinkosten berücksichtigt werden. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden gemäß § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB aktiviert. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen zum Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechtes gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB. Mit der Ausübung des Wahlrechtes nach § 288 Abs. 2 HGB wird auf die Angabe der latenten Steuern im Anhang verzichtet.

Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages passiviert. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind, unter Berücksichtigung zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen, mit dem von der Bundesbank ermittelten maßgebenden Zinssatz abgezinst. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Bei Rückstellungen, deren Erfüllungsbetrag über eine bestimmte Laufzeit angesammelt wird, erfolgt die Zuführung entsprechend der Laufzeit zeitanteilig.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

III. Grundlagen für die Währungsumrechnung

In Fremdwährung eingegangene Verbindlichkeiten werden mit dem Geldkurs im Zeitpunkt der Entstehung umgerechnet, auf Fremdwährung lautende Forderungen wurden mit dem Briefkurs im Zeitpunkt der Entstehung umgerechnet. Zum Bilanzstichtag wurden die Fremdwährungsposten mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Bei der Bewertung am Bilanzstichtag wurde das Niederstwertprinzip beachtet, sofern die Restlaufzeit der Forderungen bzw. Verbindlichkeiten mehr als ein Jahr beträgt.

IV. Erläuterungen zur Bilanz zum 31. Dezember 2015

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens gemäß § 268 Abs. 2 HGB ist ausgehend von den historischen Anschaffungskosten dargestellt.

Angaben zu Beteiligungen i. S. d. § 285 Nr. 11 HGB

Name und Sitz des Beteiligungsunternehmens Höhe des Anteils am Kapital
TEUR
v.H Eigenkapital des Beteiligungsunternehmens im letzten Geschäftsjahr, für das ein Jahresabschluss vorliegt GJ TEUR Ergebnis des letzten Geschäftsjahrs, für das ein Jahresabschluss vorliegt GJ TEUR
1. Cellstrom Holding GmbH, Wr. Neudorf (Österreich),            
unmittelbar 35,0 100,00 2015 2.033,3 2015 72,3
2. Abwicklungsgesellschaft Sunload Mobile Solutions GmbH, Berlin,            
unmittelbar TEUR     TEUR   TEUR
  25,0 100,00 2010 -647,2 2010 -363,7
3. Grundgrün Energie GmbH, Berlin, TEUR     TEUR   TEUR
unmittelbar 375,0 8,93 2014 -2.126,3 2014 -4.058,2
4. Younicos Inc., Delaware (USA) TUSD     TUSD   TUSD
unmittelbar 21,0 100,00 2015 -18.957,2 2015 -12.406,9
5. Graciólica Unipessoal LDA, Azoren (Ponto Delgada, Portugal)            
unmittelbar TEUR     TEUR   TEUR
  49,9 49,90 2015 -805,0 2015 -852,9
6. Youncios Enerji Hizmetleri VE Sistemleri Anonim Sikreti, Istanbul (Türkei)            
unmittelbar            
  TTRY     TTRY   TTRY
  50,0 100,00 2015 -53,9 2015 -61,3
7. Youncios Elektrik Güc Hizmetleri Anonim Sikreti, Istanbul (Türkei)            
mittelbar TTRY     TTRY   TTRY
  50,0 100,00 2015 -10,7 2015 -23,2
8. Younicos Energy Services Solutions Ltd., New Brunswick (Kanada)            
unmittelbar TCAD     TCAD   TCAD
  50,0 100,00 2015 48,3 2015 -1,7
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2015
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen *)
EUR
Stand 31.12.2015
EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE          
1. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 451.572,37 83.483,00 0,00 855,41 535.910,78
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 855,41 0,00 -855,41 0,00
  451.572,37 84.338,41 0,00 0,00 535.910,78
II. SACHANLAGEN          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.053.111,25 23.632,55 0,00 0,00 2.076.743,80
2. Technische Anlagen und Maschinen 383.244,55 13.804,73 194.220,41 0,00 202.828,87
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.398.737,74 94.019,05 136.930,00 26.158,00 9.381.984,79
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 34.822,47 9.434,49 0,00 -26.158,00 18.098,96
  11.869.916,01 140.890,82 331.150,41 0,00 11.679.656,42
III. FINANZANLAGEN          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.554.439,73 2.692.722,74 0,00 -2.657.002,51 1.590.159,96
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.000.000,00 40.184.073,94 0,00 538.924,24 41.722.998,18
3. Beteiligungen 777.500,00 0,00 0,00 2.657.002,51 3.434.502,51
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 0,00 80.000,00 80.000,00
  3.331.939,73 42.876.796,68 0,00 618.924,24 46.827.660,65
  15.653.428,11 43.102.025,91 331.150,41 618.924,24 59.043.227,85
Abschreibungen
Stand 01.01.2015
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umgliederung
EUR
Stand 31.12.2015
EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE          
1. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 400.006,37 84.170,41 0,00 0,00 484.176,78
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  400.006,37 84.170,41 0,00 0,00 484.176,78
II. SACHANLAGEN          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 345.911,25 63.519,55 0,00 0,00 409.430,80
2. Technische Anlagen und Maschinen 358.798,55 19.833,73 192.792,41 0,00 185.839,87
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.898.171,74 1.133.761,05 109.222,00 0,00 5.922.710,79
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  5.602.881,54 1.217.114,33 302.014,41 0,00 6.517.981,46
III. FINANZANLAGEN          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 42.882,60 0,00 0,00 0,00 42.882,60
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.000.000,00 379.441,77 0,00 279.147,25 1.658.589,02
3. Beteiligungen 9.642,86 3.424.858,65 0,00 0,00 3.434.501,51
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  1.052.525,46 3.804.300,42 0,00 279.147,25 5.135.973,13
  7.055.413,37 5.105.585,16 302.014,41 279.147,25 12.138.131,37
Buchwert
31.12.2015
EUR
31.12.2014
EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE    
1. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 51.734,00 51.566,00
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00
  51.734,00 51.566,00
II. SACHANLAGEN    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.667.313,00 1.707.200,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 16.989,00 24.446,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.459.274,00 4.500.566,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 18.098,96 34.822,47
  5.161.674,96 6.267.034,47
III. FINANZANLAGEN    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.547.277,36 1.511.557,13
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 40.064.409,16 0,00
3. Beteiligungen 1,00 767.857,14
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 80.000,00 0,00
  41.691.687,52 2.279.414,27
  46.905.096,48 8.598.014,74

*) Die Umbuchungen enthalten Umgliederungen von Darlehens- und Zinsforderungen gegenüber verbundenen Unternehmen bzw. Beteiligungsunternehmen zum 31.12.2014, die aufgrund der Liquiditätsplanung nunmehr als langfristig angesehen werden.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfielen im Vorjahr mit TEUR 249,5 auf Darlehen mit unbegrenzter Laufzeit, die in voller Höhe wertberichtigt waren, kurzfristige Darlehensforderungen in Höhe von TEUR 1.674,8 sowie kurzfristige Zinsansprüche in Höhe von TEUR 213,4, die in Höhe von TEUR 158,7 wertberichtigt waren. Die Darlehen wurden in 2015 in Höhe von TEUR 1.381,6 und die Zinsansprüche in Höhe von TEUR 31,4 getilgt. Die verbleibenden Forderungen wurden entsprechend der Liquiditätsplanung der Tochtergesellschaft als langfristige Darlehens- und Zinsforderungen in das Anlagevermögen umgegliedert.

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 298,2 (Vj. TEUR 40,6) enthalten.

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 86,1 (Vj. TEUR 0,0) sowie Zinsansprüche in Höhe von TEUR 41,2 (Vj. TEUR 14,4), die in Höhe von TEUR 26,0 (Vj. TEUR 0,0) wertberichtigt wurden, Darüber hinaus sind Forderungen aus Darlehen in Höhe von TEUR 4.500,0 enthalten, die mit TEUR 281,0 wertberichtigt wurden. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht sind - wie im Vorjahr - innerhalb eines Jahres fällig.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Kautionen in Höhe von TEUR 122,5 (Vj. TEUR 74,5) mit einer Restlaufzeit über einem Jahr. Die verbleibenden sonstigen Vermögensgegenstände haben - wie im Vorjahr - eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 195,0 (Vj. TEUR 195,0), die als Sicherheit für Anzahlungsbürgschaften hinterlegt und damit zum Stichtag nicht frei verfügbar sind.

Die Sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Steuerforderungen in Höhe von TEUR 18,1 (Vj. TEUR 8,5), die rechtlich erst nach dem Bilanzstichtag entstehen.

3. Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von EUR 1.651.473,00 ist in 1.651.473 auf den Namen lautende Stückaktien ohne Nennbetrag eingeteilt.

Mit Beschluss des Vorstandes vom 05. Dezember 2014 wurde das Grundkapital aufgrund der am 11. April 2013 erteilten Ermächtigung (Genehmigtes Kapital 2013/I) gegen Ausgabe von insgesamt 78.143 auf den Namen lautenden Stückaktien ohne Nennbetrag um EUR 78.143,00 auf EUR 500.988,00 erhöht. Die Ausgabe erfolgte im Rahmen von zwei Barkapitalerhöhungen.

Die Einzahlung der ersten Barkapitalerhöhung erfolgte noch am 11. Dezember 2014 in Höhe von EUR 36.183,00. Die zweite Einzahlung erfolgte am 14.01.2015 in Höhe von EUR 41.960,00.

Die Erbringung des Agios erfolgte durch Barkapitaleinzahlungen von insgesamt EUR 5.487.982,89. In Höhe von EUR 2.541.132,09 wurde das Agio bereits zum 11. Dezember 2014 eingezahlt. Der Restbetrag in Höhe von EUR 2.946.850,80 wurde am 14.01.2015 eingezahlt. Die Eintragung der Kapitalerhöhung im Handelsregister erfolgte zum 13. Februar 2015.

Das Genehmigte Kapital 2013/I wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 07. April 2015 aufgehoben.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 07. April 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 31.12.2018 um bis zu EUR 250.000,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015/I).

Mit Beschluss des Vorstandes vom 08. April 2015 wurde das Grundkapital aufgrund der am 07. April 2015 erteilten Ermächtigung (Genehmigtes Kapital 2015/I) gegen Ausgabe von 44.258 auf den Namen lautenden Stückaktien ohne Nennbetrag um EUR 44.258,00 erhöht. Die Ausgabe erfolgte im Rahmen einer Barkapitalerhöhung. Das Agio in Höhe von EUR 2.164.216,20 wurde in der Kapitalrücklage erfasst.

Mit Beschluss des Vorstandes vom 25. Juni 2015 wurde das Grundkapital aufgrund der am 07. April 2015 erteilten Ermächtigung (Genehmigtes Kapital 2015/I) gegen Ausgabe von 80.160 auf den Namen lautenden Stückaktien ohne Nennbetrag um EUR 80.160,00 erhöht. Die Ausgabe erfolgte im Rahmen einer Barkapitalerhöhung. Das Agio in Höhe von EUR 3.919.824,00 wurde in der Kapitalrücklage erfasst.

Mit Beschluss des Vorstandes vom 08. Juli 2015 wurde das Grundkapital aufgrund der am 07. April 2015 erteilten Ermächtigung (Genehmigtes Kapital 2015/I) gegen Ausgabe von 54.570 auf den Namen lautenden Stückaktien ohne Nennbetrag um EUR 54.570,00 erhöht. Die Ausgabe erfolgte im Rahmen einer Barkapitalerhöhung. Das Agio in Höhe von EUR 2.715.982,66 (Einbringung von Darlehensforderungen und Zinsansprüchen) wurde in der Kapitalrücklage erfasst.

Das Genehmigte Kapital 2015/I wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 18. August 2015 aufgehoben.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 18. August 2015 wurde das Grundkapital gegen Ausgabe von 455.412 auf den Namen lautenden Stückaktien ohne Nennbetrag um EUR 455.412,00 erhöht. Die Ausgabe erfolgte im Rahmen einer Barkapitalerhöhung. Das Agio in Höhe von EUR 22.605.756,27 (Einbringung von Darlehensforderungen und Zinsansprüchen) wurde in der Kapitalrücklage erfasst.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Oktober 2015 wurde das Grundkapital gegen Ausgabe von 309.651 auf den Namen lautenden Stückaktien ohne Nennbetrag um EUR 309.651,00 erhöht. Die Ausgabe erfolgte im Rahmen einer Barkapitalerhöhung. Das Agio in Höhe von EUR 26.503.029,09 wurde in der Kapitalrücklage erfasst.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Oktober 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 31.12.2016 um bis zu EUR 206.434,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015/II).

Mit Beschluss des Vorstandes vom 08. Dezember 2015 wurde das Grundkapital aufgrund der am 28. Oktober 2015 erteilten Ermächtigung (Genehmigtes Kapital 2015/II) gegen Ausgabe von 206.434 auf den Namen lautenden Stückaktien ohne Nennbetrag um EUR 206.434,00 erhöht. Die Ausgabe erfolgte im Rahmen einer Barkapitalerhöhung. Agio in Höhe von EUR 17.668.686,06 wurde in der Kapitalrücklage erfasst.

Das genehmigte Kapital (2015/II) ist zum Bilanzstichtag ausgeschöpft.

4. Kapitalrücklage

Im Rahmen der Kapitalerhöhungen in 2015 wurde das Agio bei Ausgabe der neuen Stückaktien sowie sonstige Zuzahlungen in Höhe von insgesamt EUR 81.065.477,17 in die Kapitalrücklage eingestellt.

5. Bilanzverlust

Die Bilanz wurde gemäß Wahlrecht des § 268 Abs. 1 HGB unter vollständiger Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

Im Bilanzverlust ist ein Verlustvortrag in Höhe von EUR 56.693.862,67 (Vj. EUR 46.306.899,35) enthalten.

6. Sonderposten für Investitionszulagen

Der Sonderposten für Investitionszulagen wurde für Investitionszulagen in Höhe von TEUR 759,5 (Vj. TEUR 910,8) gebildet. Im Geschäftsjahr wurde eine Auflösung des Sonderpostens entsprechend der Nutzungsdauer der geförderten Wirtschaftsgüter in Höhe von TEUR 148,5 vorgenommen. Aufgrund der Feststellungen der Betriebsprüfung in 2015 wurde der Sonderposten um TEUR 2,3 korrigiert.

7. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:

Gesamt
TEUR
davon bis zu 1 Jahr
TEUR
davon über 5 Jahre
TEUR
1. Anleihen 2.000,0 2.000,0 0,0
(Vorjahr) (2.000,0) (0,0) (0,0)
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4,6 4,6 0,0
(Vorjahr) (0,7) (0,7) (0,0)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.691,2 2.691,2 0,0
(Vorjahr) (2.239,6) (2.239,6) (0,0)
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0,0 0,0 0,0
(Vorjahr) (5.818,8) (4.918,8) (0,0)
5. Übrige Verbindlichkeiten 3.505,5 3.505,5 0,0
(Vorjahr) (3.047,3) (2.868,0) (0,0)
  8.201,3 8.201,3 0,0
(Vorjahr) (13.106,4) (10.027,1) (0,0)

Unter den Anleihen ist die im III. Quartal 2013 ausgegebene Wandelschuldverschreibung zum Nennwert von TEUR 2.000 ausgewiesen. Mit dem Wandlungsberechtigtem wurde im März 2016 eine Einigung zur Rückzahlung der Wandelschuldverschreibung in voller Höhe erzielt.

In der Position Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Zinsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 229,4 (Vj. TEUR 268,7) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen TEUR 511,2 (Vj. TEUR 20,3) enthalten. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten darüber hinaus Darlehen in Höhe von TEUR 1.950,6 (Vj. TEUR 1.950,6).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern beinhalteten im Vorjahr Darlehen und Zinsverbindlichkeiten (TEUR 5.818,0) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 0,8).

In den Übrigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 240,6 (Vj. TEUR 263,3) und im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von TEUR 10,3 (Vj. TEUR 7,9) enthalten.

Sämtliche Verbindlichkeiten sind nicht besichert.

V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

für die Zeit vom 01.01.2015 bis 31.12.2015

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse enthalten Erlöse aus der Weiterbelastung von Projektentwicklungskosten in Höhe von TEUR 2.284,0, für die in den Vorjahren keine Aktivierung im Rahmen der unfertigen Erzeugnisse erfolgte.

2. Personalaufwand

In der Position "Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung" sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 54,5 (Vj. TEUR 43,2) enthalten.

3. Periodenfremde Erträge und Aufwendungen

Die Sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 160,6 (Vj. TEUR 118,3) sowie periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 22,2 (Vj. TEUR 10,3).

Die Position "Sonstige betriebliche Aufwendungen" enthält periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 51,8 (Vj. TEUR 6,3).

4. Forschungs- und Entwicklungskosten

Die gesamten Entwicklungskosten des Geschäftsjahres 2015 betrugen TEUR 571,9. Forschungskosten sind im Jahr 2015 nicht angefallen.

5. Finanzergebnis

In den "Sonstigen Zinsen und ähnliche Erträgen" sind Beträge aus der Abzinsung in Höhe von TEUR 3,4 (Vj. TEUR 2,3) sowie Zinsen von verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 1.496,6 (Vj. TEUR 54,7) enthalten.

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Beträge aus der Abzinsung in Höhe von TEUR 1,4 (Vj. TEUR 0,1), Zinsen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 126,0 (Vj. TEUR 125,7) sowie Zinsen an Gesellschafter in Höhe von TEUR 443,6 (Vj. TEUR 673,0) enthalten.

VI. Sonstige Angaben

1. Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse i. S. d. § 251 HGB bestehen nicht.

2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und außerbilanzielle Geschäfte

Außerbilanzielle Geschäfte bestehen nicht. Die finanziellen Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:

01.01.2016 bis 31.12.2016
TEUR
01.01.2017 bis 31.12.2019
TEUR
ab 01.01.2020
TEUR
Miete und Pachten für Grundstücke und Gebäude 364,5 334,0 0,0
Miete für Einrichtungen und Fahrzeuge 14,4 19,7 3,5
Beratungsverträge 559,5 0,0 0,0
Wartungsverträge 128,2 21,4 0,0
  1.066,6 375,1 3,5

3. Angaben zum Vorstand

Im Berichtsjahr waren zum Vorstand bestellt:

- Herr James McDougall, Vorstandsvorsitzender (bis 26. Januar 2016)

- Herr Guindy Wade, Vorstand (bis 17. Juni 2016)

- Herr Philippe Poux, Vorstand (ab 14. Januar 2015)

- Herr Stephen Prince, Vorstand (ab 26. Januar 2016)

- Herr Dipl.-Ing. Clemens Triebel, Vorstand (bis 31. Januar 2015)

- Herr Dipl. Oec. Martin Huber, Vorstand (bis 14. Januar 2015)

Im Berichtsjahr wurden Vorstandsbezüge für das aktuelle Geschäftsjahr entweder unmittelbar oder mittelbar über die Tochtergesellschaft Younicos Inc oder Dritte in Höhe von EUR 604.812,24 gezahlt. Darüber hinaus wurden Abfindungen für die Beendigung der Vorstandstätigkeit in Höhe von EUR 300.000,00 gezahlt.

4. Angaben zum Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat setzte sich im Geschäftsjahr wie folgt zusammen:

Vorsitzender

- Mats Fagerlund, Senior Advisor, Madliena, Malta (ab 19. August 2015)

- Herr Thorsten Fricke, Geschäftsführer ActiDes Berlin GmbH, Potsdam (bis 19. August 2015)

Stellvertretender Vorsitzender

- Herr Thorsten Fricke, Geschäftsführer ActiDes Berlin GmbH, Potsdam

(ab 19. August 2015)

- Herr Masaki Arizono, Executive Officer Panasonic, Kadoma, Japan

(ab 19. August 2015 bis 10. März 2016)

Weitere Mitglieder

- Frau Cordula Ströher-Goldenbow, Geschäftsführerin La Cuna GmbH, Kassel (bis 26. Januar 2016)

- Herr Prof. Dr.-Ing. Michael Sterner, Professor Technische Hochschule Regensburg, Regensburg (bis 18. August 2015)

- Herr Dr.-Ing. Jörg Sievert, Managing Director aeris Capial AG, Pfäffikon/Schweiz

- Herr King Lee, Executive Chairman bei Good Technology, Inc., Sell Beach, Kalifornien USA (ab 18. August 2015 bis 1. März 2016)

Aufsichtsratsvergütungen wurden im Geschäftsjahr 2015 in Höhe von EUR 18.750,00 zurückgestellt. Im Jahr 2015 wurden Vergütungen für 2014 in Höhe von brutto EUR 10.000,00 ausgezahlt.

5. Anzahl der Arbeitnehmer

Im Durchschnitt waren während des Geschäftsjahres 2015 beschäftigt:

- Angestellte 80
- Praktikanten 12
  92

6. Beteiligung im Sinne § 20 Abs. 1 AktG

Mit dem Vertrag am 22. Dezember 2015, hat die SGR Sagittarius Holding AG, Schweiz, eine Mehrheitsbeteiligung an unserer Gesellschaft erworben. Eine Mitteilung gemäß § 20 Abs. 4 AktG liegt vor.

7. Konzernverhältnisse

Die Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses besteht nicht, da die Größenkriterien des § 293 HGB nicht erfüllt werden.

8. Vorschlag zur Verwendung des Ergebnisses

Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Jahresfehlbetrag 2015 zusammen mit dem Verlustvortrag auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Berlin, 20. September 2016

Philippe Poux, Vorstand

Stephen Prince, Vorstand

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015

Inhalt

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

2. Forschung und Entwicklung

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

2. Geschäftsentwicklung

3. Lage

4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

III. Nachtragsbericht

IV. Prognosebericht

V. Chancen- und Risikobericht

1. Risikobericht

2. Chancenbericht

3. Gesamtaussage

VI. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten

VII. Bericht über Zweigniederlassungen

I. Grundlagen der Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die Younicos AG, Berlin, ist zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft Younicos Inc., USA, weltweit eines der führenden Unternehmen für Energiespeicherlösungen. Beide Gesellschaften haben zusammen bisher ca. 110 MW an Speicherleistung weltweit installiert. In Bezug auf die Komplexität ihrer Speicherlösungen übertrifft Younicos mit seinen hoch entwickelten Software-Produkten die meisten seiner Konkurrenten.

Sonne und Wind produzieren zwar sauberen, aber kurzfristig schwankenden Strom. Sobald sie in das Stromnetz integriert werden, müssen sich die konventionellen Kraftwerke nicht nur Veränderungen der Nachfrage anpassen, sondern immer automatisch die Differenz zwischen sauberem Strom und der jeweiligen Nachfrage ausgleichen - etwa, wenn sich durch eine Böe ein Windrad schneller dreht oder eine Wolke kurz Photovoltaikanlagen verdeckt.

Dieses Prinzip begrenzt den Anteil von erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch unweigerlich auf ein jährliches Maximum von 15 bis 35[1] Prozent - abhängig von der Größe des Stromnetzes.

Younicos ist einer der führenden Anbieter bei intelligenten Netz- und Energiespeicherlösungen auf Basis von Batterietechnologie. Unsere Lösungen aus verlässlichen Speichern, dezentraler Netzregulierung und effizientem Energiemanagement beseitigen die Abhängigkeit von fossil- oder nuklear-betriebenen Generatoren und ermöglichen eine sichere, stabile und saubere Energieversorgung aus Sonnen- und Windenergie.

Unsere Kernkompetenzen sind die Verknüpfung von unterschiedlichen Batterietechnologien und Leistungselektronik mithilfe von hochintelligenter Software sowie die Integration der Speichersysteme in Netze jeder Größe, von Mikronetzen in Industrie und Wirtschaft über Verbundnetze bis hin zu Inselnetzen für Versorgungsunternehmen. Dort stellen unsere Energiespeichersysteme verschiedene Energiedienstleistungen bereit und sorgen so für eine sichere, stabile und effiziente Stromversorgung.

Auf den Märkten für Frequenzregelung (Primärregelleistung, Sekundärregelleistung) sind unsere Speichersysteme konventionellen Kohlekraftwerken heute schon überlegen. Sie eignen sich darüber hinaus hervorragend für:

- weitere Systemdienstleistungen wie Spannungshaltung, Bereitstellung von Blindleistung, Schwarzstartfähigkeit, Kurzschlussstrom und extrem schnelle Netzausregelung

- die Integration erneuerbarer Energien durch Ramping (Modellierung von Leistungsgradienten und Stabilisierung der Einspeisung), mit dem Schwerpunkt auf Solar- und Windenergie

- Lastspitzen-Management

- Preisarbitrage

- Verschiebung von Netzinvestitionen

Der Umfang der vom Unternehmen gelieferten Produkte und Dienstleistungen ist von den Anforderungen der Kunden abhängig und reicht von reiner Software bis hin zu schlüsselfertigen Energiespeichersystemen. Im letzteren Fall arbeitet das Unternehmen mit Partnern für Bau und Installation zusammen, um auf allen bedienten Märkten zuverlässige und wirtschaftliche Lösungen zu liefern.

Das Unternehmen behält hinsichtlich der veräußerten Energiespeichersysteme in der Regel nicht das Eigentum an den bereitgestellten Produkten und Leistungen. Wohl aber bietet es ferngesteuerte Überwachung und Support betrieblicher Systeme an.

Eine direkte Beteiligung an der Projektentwicklung beabsichtigt das Unternehmen in der Regel nicht, sondern greift stattdessen auf professionelle Projektentwickler für die Erschließung weniger etablierter Märkte, die eine Mischung aus kaufmännischer und technischer Projektentwicklung und Projektfinanzierung benötigen, zurück.

In einem rasch wachsenden Markt sind wir neben Deutschland durch Gründung von Projekt- und Tochtergesellschaften dabei, den globalen Bedarf auf den wichtigsten Märkten abzudecken. Durch die in 2014 erfolgte Übernahme von Xtreme Power durch unsere Tochtergesellschaft Younicos Inc. in den USA sind wir dort zum führenden Anbieter für Energiespeicherlösungen im Megawatt-Bereich aufgestiegen. Im Jahr 2015 wurden Tochtergesellschaften in Kanada und der Türkei gegründet.

Im selben Jahr erhielt das Unternehmen USD 50 Mio. vom internationalen Batteriehersteller Panasonic, von First Solar, einem weltweit führenden Hersteller von Dünnschichtzellen und -modulen sowie dem besonders in Südamerika im Bereich erneuerbare Energien stark vertretenen schweizer/panamaischen Familienunternehmen Grupo Ecos. Diese Partner werden Younicos eine funktionale und geografische Stärkung des Geschäftsmodells ermöglichen. Insbesondere Panasonic bietet Zugang zu modernster Batterietechnologie und wird die wirtschaftliche Entwicklung auf globalen Märkten in den Segmenten Industrie und Wirtschaft (C&I) sowie Großanlagen fördern. Ziel von First Solar und Younicos ist die Bereitstellung von "PV + Speicher"-Lösungen; diese sollen helfen, das Problem der Intermittenz bei der Solarenergie zu beseitigen. Grupo Ecos eröffnet neue Chancen in Mittel- und Südamerika, geografischen Gebieten, auf denen Younicos bisher nicht vertreten war.

2. Forschung und Entwicklung

Der Schwerpunkt unserer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit liegt in der technologieoffenen Integration verschiedener Energieerzeugungsquellen sowie in der Netzsteuerung mittels unserer Software und verschiedener Speicher- und Batterietechnologien. Als Reaktion auf die technologische Komponente der Partnerschaft mit Panasonic und First Solar wurden 2015 die Bereiche PV + Speicher sowie C&I (Commercial & Industries)/Mikronetze als Schwerpunkte hinzugefügt.

In unseren Technologiezentren in Berlin-Adlershof und bei unserer Tochtergesellschaft Younicos Inc. in Austin, Texas, entwickeln, erproben, optimieren und demonstrieren wir auf erneuerbaren Energien aufbauende Energiesysteme. Hier testen wir auch die Qualität und Einsatzfähigkeit der in unseren Speicherlösungen verbauten externen Komponenten, wie den Batteriezellen oder den Wechselrichtern verschiedener Hersteller. Hierzu unterhält die Younicos AG unter anderem einen Inselteststand, auf dem Energiesysteme unter Simulation echter Last- und Einspeiseprofile mit Hilfe modernster Hardware, darunter unterschiedliche Batterietechnologien in Megawatt-Größe, Wechselrichter und Steuerungssysteme, in Echtzeit getestet werden können.

Durch den Erwerb der Testanlage von Xtreme Power haben wir unsere Ressourcen für Systemanalyse und die Fähigkeit, Systemlayouts vor dem Einsatz zu testen, erweitern können. Die Integration des Kundendienstzentrums in den USA, das Überwachung und Systemsupport rund um die Uhr liefert, ermöglicht Younicos die Erweiterung seines Serviceangebots und die kontinuierliche Optimierung seiner Softwarelösungen auf Basis der gesammelten Daten und der Betriebserfahrung des Unternehmens.

Im Jahr 2015 haben wir die Entwicklung von zwei neuen Younicos Produkten, dem Y-PCS (Y-Wechselrichter) und dem Gen3.0 Container (Y.Cube) abgeschlossen. Beide Produkte werden Younicos eine tiefere Wertschöpfung innerhalb von Energiespeicher-Projekten sichern. Der neue Y-Wechselrichter ist eine 250KVA Einheit, in die Younicos Steuerungen und Software integriert werden. Der Gen3.0 Container ist ein All-in-One-System, in welchem sowohl die Y-PCS und der Wechselstrom-Batterieblock untergebracht sind.

Die Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr 2015 TEUR 572.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der globale Energiemarkt 2015 wurde durch zwei scheinbar gegensätzliche Kräfte geprägt, nämlich den anhaltenden Rückgang der Preise für fossile Brennstoffe sowie parallel dazu das anhaltende Wachstum der Entwicklung neuer erneuerbarer Energien.

Der Rekord-Rückgang der Preise für Öl und Gas setzte sich 2015 fort; der Ölpreis erreichte im Dezember 2015[2] einen Tiefststand von USD 36 pro Barrel, der durchschnittliche Gaspreis fiel 2015 auf USD 2,61/mmBtu[3] und damit auf den niedrigsten Wert seit 1999. Zwar ging die Ölproduktion in den USA schließlich zurück, doch reichte das auf der Angebotsseite nicht aus, um das Überangebot auf dem Markt auszugleichen, da andere Regionen versuchten, die geförderten Mengen auf den Markt zu bringen. Dem Sinken der Kraftstoffpreise stand eine schwächelnde Nachfrage gegenüber. Grund hierfür waren die Konjunkturabschwächung in China und die durch politische Instabilität und anhaltende Konflikte in Nahost verursachte Flüchtlingskrise in Europa.

Während die Brennstoffpreise auf niedrigem Niveau verharrten, setzten die erneuerbaren Energien ihren Aufwärtstrend 2015 fort und erreichten mit USD 329 Mrd. einen neuen Rekordwert bei den Investitionen in saubere Energietechnologien (s. Bloomberg 2016); davon entfielen USD 41 Mrd. auf Investitionen in intelligente Energietechnologien (Energy Smart Technologies, EST) wie Energiespeicher, Energieeffizienz und Elektrifizierung des Verkehrs. Im EST-Sektor liegt der Schwerpunkt der Investitionen (63 %) in den USA, China und Japan. Dominiert wird die Cleantech-Investitionslandschaft immer noch von Solar (49 %) und Wind (33 %)[4]. Trotz einiger Rückschläge, die das US-amerikanische "YieldCo"-Modell (Unternehmen, die aufgrund ihres Geschäftsmodells einen vorhersehbaren, stabilen Kapitalfluss erzeugen) 2015 hinnehmen musste, wird ein weiterer Anstieg der Investitionen vorhergesagt, da die Märkte für erneuerbare Energien weiter expandieren und beide Technologien Fortschritte bei den Kostensenkungen machen. Das anhaltende Wachstum in diesen Sektoren wird sich positiv auf den Wachstumshorizont für Energiespeichertechnologien auswirken, da der höhere Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung die Hinzufügung von Energiespeichern erfordert, damit (i) eine größere Vielfalt bei der Echtzeit-Stromversorgung die Netzresilienz nicht destabilisiert, (ii) der aus diesen intermittierenden Quellen stammende Strom verfügbar ist, wenn die Nachfrage im Netz am höchsten ist.

In Europa machen die erneuerbaren Energien bereits einen hohen Anteil des Netzstroms aus; im Vereinigten Königreich etwa stammten in 2015 25 %[5] des Stroms aus erneuerbaren Energien, in Deutschland waren es 32,5 %[6]. Beide Regionen haben 2015 aktiv neue Marktarrangements gefördert, um eine höhere Integration von Energiespeichern zu ermöglichen und so das Gleichgewicht zwischen Energienachfrage und -angebot zu verbessern. Die weitere Erosion des konventionellen Energieparadigmas spiegelte sich auch in den umstrukturierten Geschäftsmodellen einiger der größten Versorgungsunternehmen in Europa. E.ON und RWE verkündeten eine Trennung ihrer Geschäftsfelder in selbständige konventionelle Kraftwerksbetreiber und separate Einheiten für Erneuerbare/Verteilung/Wachstum.

Auch in Nordamerika ziehen Versorgungsunternehmen strategische Optionen für die EST-Beteiligung in Betracht. Den Ergebnissen einer von der Zeitschrift "Utility Dive" unter Versorgungsunternehmen durchgeführten Umfrage zufolge rangiert bei den teilnehmenden Führungskräften die Energiespeicherung an erster Stelle unter den Technologien, für die zukünftige Investitionen geplant sind[7]. Fast zwei Drittel der teilnehmenden Versorgungsunternehmen nannten die Speicherung als eine von drei neuen Technologien, in die sie mehr investieren sollten, gefolgt von dezentraler Energieerzeugung und Erzeugung erneuerbarer Energien wie Wind und Solar im Kraftwerksmaßstab.

Der insgesamt installierte Speicher erreichte 2015 einen Rekordwert von fast 400 MW[8]; die stärkere Fokussierung auf Energiespeichertechnologie und das anhaltende Wachstum bei Anlagen für erneuerbare Energien wird die Chancen für Energiespeicher in allen geografischen Regionen 2016 vermutlich erhöhen.

2. Geschäftsentwicklung

Das Geschäftsjahr 2015 war gekennzeichnet durch die Finanzierung des Projekts Graciosa, welches voraussichtlich im Frühjahr 2017 abgeschlossen werden soll.

Im Dezember 2015 hat das Unternehmen einen Mehrheitsanteil an seiner Tochtergesellschaft Graciolica LDA (Holding für alle Aktivitäten in Verbindung mit dem Projekt Graciosa) an den dänischen Investor Recharge A/S übertragen, in Verbindung mit einer Refinanzierung in Höhe von EUR 7,0 Mio. Younicos AG hat Graciolica außerdem Darlehen in Höhe von EUR 4,5 Mio. bereitgestellt. Recharge A/S wird die Entwicklung und Finanzierung des Projekts bis zum für 2016 erwarteten Abschluss leiten. Leclanché SA stellt den Batteriepark bereit. Younicos liefert die Software und die Steuerungssysteme für die gesamte Anlage (PV + Wind + Batterien, in Verbindung mit Dieselgeneratoren) und unterstützt die Entwicklungsarbeit weiterhin mit seinem Team vor Ort.

Nach den Investitionen von Panasonic und First Solar in das Unternehmen wurden gemeinsame Teams eingerichtet, die die technischen und wirtschaftlichen Maßnahmen koordinieren. In der zweiten Jahreshälfte 2016 sollen besonders in den Segmenten C&I und PV + Speicherung gewerbliche Interessenten generiert werden. Etwas später werden dem Unternehmen und seinen Partnern durch kontinuierliche Produktentwicklungen einige leistungsfähige, speziell auf einzelne interessante Marktsegmente zugeschnittene Lösungen bereitstehen.

Investitionen und Finanzierungsmaßnahmen

Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen TEUR 140,9. Der größte Teil davon war mit zusätzlichen EDV-Anlagen aufgrund der steigenden Mitarbeiterzahlen und der zunehmenden Projekte verbunden.

Personal

Die Zahl der Mitarbeiter wurde gegenüber dem Vorjahr erhöht, um das geplante Geschäftswachstum, Verbesserungen der operativen Abläufe und die Erschließung neuer Märkte und Geschäftskanäle zu unterstützen. Zum Bilanzstichtag beschäftigt die Gesellschaft 108 Mitarbeiter (Vorjahr 94).

Die Entlohnung ist nicht an Tarifverträge gekoppelt, sondern beruht auf individuellen vertraglichen Vereinbarungen.

3. Lage

a) Ertragslage

Das Geschäftsjahr 2015 endet mit einem Jahresfehlbetrag von TEUR -14.872, welcher höher als im Vorjahr ausfiel (TEUR -10.387). Die Umsatzerlöse gingen um TEUR 2.679 auf TEUR 4.016 zurück, was auf die verzögerte Beendigung von laufenden Projekten sowie das Ausbleiben von Neuprojekten zurückzuführen ist.

Die Gesamtleistung (Umsatzerlöse zzgl. Bestandsveränderung, unfertige Erzeugnisse und Leistungen und sonstige betriebliche Erträge) fiel um 19,9 % auf TEUR 5.097. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Zahlen für 2015 Sondereffekte, teils aus dem Verkauf des Energiemanagementsystems an ein großes Projekt auf den Azoren in Höhe von TEUR 543,3 sowie weitere damit zusammenhängende Vertriebs-, Entwicklungs- und Projektmaßnahmen in Höhe von TEUR 2.651 enthalten. Die Umsatzerlöse von TEUR 2.651 betreffen Weiterbelastungen von Aufwendungen von bei der Younicos AG entstandenen Aufwendungen, welche in Höhe von TEUR 2.284bereits in Vorjahren aufwandswirksam erfasst wurden.

Das niedrigere Projektvolumen und die daraus resultierende geringere Zahl operativer Aktivitäten führte zu einem Rückgang der Materialkosten auf TEUR 256 (-94,3 %).

Die wachsende Auftragspipeline sowie die Strukturierung der Organisation im Hinblick auf das für 2016 erwartete Wachstum führten zu einem Anstieg der Personalkosten auf TEUR 6.069 (+11,5 %), hervorgerufen durch den Anstieg der Mitarbeiterzahl (+14), individuelle Gehaltserhöhungen sowie Bonuszahlungen für das Jahr 2015.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf TEUR 9. 018 (+92,6 %) ist begründet durch die zusätzlichen Kosten für die Begleitung, Rechtsberatung und für bezahlte Erfolgsprämien im Rahmen der erfolgreichen Beendigung der Finanzierungsrunde in 2015 sowie durch höhere Aufwendungen für Mitglieder der Unternehmensleitung inklusive Reisekosten, welche nicht bei der Younicos AG direkt angestellt sind. Das Betriebsergebnis von TEUR -11.869 liegt durch diese Investitionen in die Zukunft daher erwartungsgemäß unter dem Vorjahreswert von TEUR -9.519.

Abschreibungen an der Beteiligung der Grundgrün Energie GmbH (TEUR 768) sowie Abschreibungen auf Finanzanlagen im Rahmen der Abwertung des Graciosa Projektes in Höhe von TEUR 2.657 verschlechtern zusätzlich das Ergebnis.

Das Finanzergebnis von TEUR 827 liegt wegen der hohen Erträge aus Zinsen für Darlehen an die Tochtergesellschaft Younicos Inc., USA, über dem des Vorjahres (TEUR -865).

b) Vermögenslage

Das Vermögen der Gesellschaft stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

12/31/2015 Vorjahr Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR %
Vermögen            
Anlagevermögen 46.905,1 62,7 8.598,0 58,8 38.307,1 445,5
Vorräte 2.386,2 3,2 2.110,4 14,4 275,8 13,1
Forderungen 5.230,3 7,0 2.916,3 20,0 2.314,0 79,3
Flüssige Mittel 20.252,5 27,1 809,6 5,5 19.442,9 2.401,5
Sonstige Aktiva 77,1 0,1 178,1 1,2 -101,0 -56,7
  74.851,2 100,0 14.612,4 100,0 60.238,8 412,2

Das Anlagevermögen umfasst im Wesentlichen Finanzanlagen, die von TEUR 2.279 auf TEUR 41.692 gestiegen sind. Langfristige Darlehen an die Tochtergesellschaft Younicos Inc. aus vorhergehenden Geschäftsjahren in Höhe von T EUR 462,8 mit einer Wertberichtigung von TEUR 249,5 sowie Darlehen an die Graciolicain Höhe von TEUR 80,0 wurden im Geschäftsjahr von den Forderungen aus dem Umlaufvermögen wegen ihres langfristigen Charakters in die Finanzanlagen umgegliedert. Darüber hinaus haben sich die Ausleihungen an verbundene Unternehmen im Geschäftsjahr um TEUR 40.046 erhöht. Diese Erhöhung betrifft Darlehensausreichungen an die Younicos Inc., welche zum einen aus der erfolgten Einbringungen von Darlehensforderungen nebst Zinsforderungen in Höhe von TEUR 25.322 von den Gesellschaftern sowie zum anderen aus der erfolgreichen Beendigung der Finanzierungsrunde in diesem Geschäftsjahr und der teilweisen Weitergabe dieser Finanzmittel resultieren. Die in den Finanzanlagen enthaltene Beteiligung an der Grundgrün GmbH i. L. wurde in Höhe von TEUR 768 in voller Höhe abgeschrieben. Eine in 2015 getätigte Sacheinlage in die Graciolicain Höhe von TEUR 2.657 wurde zum Ende des Jahres aufgrund eines Impairment Tests ebenfalls vollständig abgeschrieben.

Des Weiteren umfasst das Anlagevermögen den Inselteststand einschließlich Gebäude in Höhe von TEUR 4.064. Planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 1.217 verringerten wiederum das Sachanlagevermögen.

Die Vorräte betreffen im Wesentlichen noch nicht abgeschlossene Speicherprojekte. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus der Nachbuchung von aktivierbaren Projektkosten für laufende Projekte, der nur leicht durch die im Geschäftsjahr abgeschlossenen Projekte wie DREWAG und Terna 1 bzw. Terna 2 gegensätzlich beeinflusst wird. Der Anstieg der Forderungen resultiert aus dem Anstieg von Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. Diese enthalten im Wesentlichen Forderungen in Höhe von TEUR 4.500 für die kurzfristige Finanzierung der Zweckgesellschaft Graciolica. Die Darlehen sowie Zinsforderungen wurden zum Bilanzstichtag in Höhe von insgesamt TEUR 307 wertberichtigt.

c) Finanzlage

Unsere Finanzlage ist gegenwärtig von der Ende 2015 erfolgreich durchgeführten Kapitalerhöhung geprägt. Daher hat die Gesellschaft eine sehr gute Position beim Kassenbestand. Zwar muss die operative Burn-Rate deutlich verringert werden, dennoch wurde das Ziel, die zur Unterstützung einer 18 bis 24 Monate dauernden Burn-Rate benötigte Finanzierung zu sichern, abhängig von der erfolgreichen Erzielung der Umsatzerträge des Businessplans und der Realisierung der allgemein angestrebten Margen erreicht. Dennoch besteht weiterhin Kapitalbedarf für die Projektfinanzierung, damit nicht Barmittel verwenden werden müssen, die für die Finanzierung betrieblicher Aufwendungen vorgesehen sind, und um die Finanzierung großer Projekte in der Auftragspipeline abzusichern. Das schließt insbesondere die Notwendigkeit ein, für anstehende Multi-MW-Projekte Sicherheiten und Garantien zu leisten. Durch regelmäßige Finanzierungsrunden und die vorgenommenen Kapitalerhöhungen waren wir im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, unsere Verpflichtungen zu erfüllen.

Unser Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen. Forderungen werden möglichst innerhalb der Zahlungsziele vereinnahmt.

Unsere Leasingverpflichtungen sind von relativ untergeordneter Bedeutung, Geschäfte mit derivativen Finanzinstrumenten haben wir nicht getätigt.

Kapitalstruktur

Die Kapitalstruktur stellt sich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zum Bilanzstichtag wie folgt dar. Dabei wurden die Sonderposten für Investitionszulagen in Höhe von TEUR 760 (Vorjahr TEUR 911) dem Eigenkapital zugerechnet.

12/31/2015 Vorjahr Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR %
Kapital            
Eigenkapital (inkl. Sonderposten) 65.523,3 87,5 829,4 5,7 64.693,9 7.800,1
Rückstellungen 1.118,1 1,5 676,6 4,6 441,5 65,3
Verbindlichkeiten 8.201,3 11,0 13.106,4 89,7 -4.905,1 -37,4
sonstige Passiva 8,5 0,0 0,0 0,0 8,5 -
  74.851,2 100,0 14.612,4 100,0 60.238,8 412,2

Im Geschäftsjahr erfolgten Barkapitalerhöhungen von insgesamt TEUR 56.972, welche das gezeichnete Kapital um TEUR 1.228 sowie die Kapitalrücklagen um TEUR 55.744 erhöhten.

Zusätzlich erfolgten Einbringungen von Darlehensforderungen nebst Zinsforderungen in Höhe von TEUR 25.322 durch die Gesellschafter als sonstige Zuzahlung in die Kapitalrücklagen. Zunächst hat die aeris Cayman L.P. mit Einbringungsvertrag vom 13./15. Juli 2015 die Forderungen aus Zins- und Darlehen (in Euro und US Dollar) in Höhe von umgerechnet TEUR 2.716 in die Younicos eingebracht. Zudem hat die aeris Cayman L.P. auf Basis des Investment und Shareholder Agreements ("ISA") vom 08. August 2015 Forderungen aus Darlehen (in Euro und US Dollar) in Höhe von umgerechnet TEUR 22.606 in die Younicos eingebracht.

Aufgrund der erfolgten Kapitalerhöhung in 2015 liegt die Eigenkapitalquote stichtagsbedingt deutlich über dem Vorjahreswert. Weitere Kapitalmaßnahmen sind erst eventuell für 2017 vorgesehen.

Die Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen Anleihen (TEUR 2.000, Vj. TEUR 2.000), erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (TEUR 2.473, Vj. TEUR 1.833), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 477, Vj. TEUR 736), Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 2.691, Vj. TEUR 2.239) sowie sonstige Verbindlichkeiten (TEUR 555, Vj. TEUR 478).

Die unter der Position Anleihen ausgewiesenen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 2.000 betreffen unverändert zum Vorjahr eine Wandelanleihe mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2016, die aber tatsächlich zum 11. März 2016 einschließlich aufgelaufener Zinsen in Höhe von TEUR 2.333 zurückgezahlt wurde.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern des Vorjahres (TEUR 5.819) wurden vollständig getilgt bzw. in Eigenkapital umgewandelt. Diese Veränderung ist der Hauptgrund für die Reduzierung der Gesamtverbindlichkeiten von TEUR 13.106 auf TEUR 8.201.

Alle Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Höhe von TEUR 8.201 sind innerhalb eines Jahres fällig. Im Vorjahr waren TEUR 10.027 der Gesamtverbindlichkeiten von TEUR 13.106 innerhalb eines Jahres fällig.

Liquidität

Der Ausbau der Geschäftsaktivitäten, aber auch die operativen Verluste spiegeln sich wie im Vorjahr im operativen Cashflow wider. Dieser betrug EUR -13,0 Mio. (Vorjahr EUR -6,3 Mio.) und ist im Wesentlichen durch das negative Jahresergebnis sowie nicht zahlungswirksame Erträge geprägt.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von EUR -20,7 Mio. (Vorjahr EUR -1,9 Mio.) setzt sich im Wesentlichen aus Zahlungsmittelabflüssen aufgrund von Darlehensausreichungen an Younicos Inc. und Graciolica (TEUR ‑21.911), Darlehensrückzahlungen (TEUR +1.380),Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen (TEUR ‑141) sowie immaterielle Vermögensgegenstände (TEUR ‑84) zusammen.

Nennenswerte Kreditverbindlichkeiten gegenüber Banken bestehen nicht. Die Finanzierung erfolgte im Geschäftsjahr 2015 im Wesentlichen durch Gesellschafterdarlehen sowie die Aufnahme von Kapital durch Ausgabe von Aktien. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt EUR 53,1 Mio. (Vorjahr EUR 7,7 Mio.), davon betrugen Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen EUR 54,4 Mio. (Vorjahr EUR 7,7 Mio.) und Auszahlungen aus der Tilgung von (Finanz-) Krediten TEUR -921 (Vorjahr EUR 0).

Zum Bilanzstichtag verfügt die Younicos AG über einen Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 20.247 (Vorjahr TEUR 809). Aufgrund restriktiver Kreditvergaben durch Banken liegt der Fokus für das Liquiditätsmanagement auf der reinen Projektfinanzierung durch Vereinbarung von entsprechenden Anzahlungen mit den Kunden.

Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken wurden nicht eingesetzt.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Der Jahresfehlbetrag ist in 2015 noch einmal höher als in 2014 ausgefallen. Jedoch hat das große Batteriespeicherprojekt auf der Azoren-Insel Graciosa, an dem das Unternehmen seit 2010 arbeitet, 2015 deutliche Fortschritte erzielt. Nach einer ersten Refinanzierung in Höhe von EUR 3,5 Mio. durch Recharge A/S wurde durch Kapitalerhöhung auf Seiten des verbundenen Unternehmens Graciolica dem Unternehmen Recharge A/S ein Mehrheitsanteil in Höhe von 50,1 % zur Zeichnung überlassen, wodurch der Anteil der Younicos AG auf 49,9 % verwässerte. Gleichzeitig haben Recharge A/S und Younicos AG Darlehen von EUR 7,0 Mio. bzw. EUR 4,5 Mio. bereitgestellt, um die Durchführung des Vorhabens zu ermöglichen. Die Anlage soll Anfang 2017 betriebsbereit sein, und bis zum Ende des ersten Quartals 2017 werden finanzielle Rückflüsse erwartet, wenn das Projekt an einen neuen Investor verkauft wird.

Die Kapitalerhöhungen zur Finanzierung des weiteren Wachstums von Younicos sind für 2015 plangemäß verlaufen. Der Auftragseingang bleibt zwar bisher deutlich hinter den Zielen des Businessplans zurück, EBITDA und der operative Cashflow liegen noch unter den Erwartungen für 2016, obwohl der geplante Personalaufbau aufgrund des schwächeren Auftragseingangs verschoben wurde. Das Unternehmen erwartet Anfang 2017 aufgrund von aktuellen Geschäftsverhandlungen einen deutlichen Anstieg des Auftragsvolumens, der die allgemeine Dynamik in der Branche, insbesondere in Nordamerika und Großbritannien reflektiert.

4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Maßgebliches Ziel der Younicos AG ist ein nachhaltiges Wachstum und damit die Steigerung des Unternehmenswertes.

Bedingt durch die Wachstumsstrategie sind klassische finanzielle Leistungsindikatoren für unsere Gesellschaft aktuell noch nicht so entscheidend. Der finanzielle Fokus liegt hauptsächlich auf der Generierung von Aufträgen und Umsätzen, um sicherzustellen, dass das Unternehmen besser innerhalb seiner finanziellen Ressourcen/seines Plans operieren kann.

Hinsichtlich der nicht-finanziellen Kennzahlen wird sich das Unternehmen darauf konzentrieren, qualifizierte Mitarbeiter einzustellen und zu halten, bestimmte wirtschaftliche und technische Meilensteine in Verbindung mit dem Produktentwicklungsprogramm zu erreichen und seine Partnerschaft mit Panasonic und First Solar zu fördern. In allen Fällen wurden einzelne Ziele definiert.

Auf Projektebene erfolgt ein Projektcontrolling mittels einer Kostenstellenrechnung.

III. Nachtragsbericht

In Folge der erfolgreichen Beendigung der Finanzierungsrunde, Intensivierung des Wettbewerbes in den Märkten, der Anforderungen der neuen Gesellschafter einen größeren Fokus auf die Kernkompetenzen zu legen, hat sich das Unternehmen entschieden, die Organisation zu vereinfachen.

Nach Ende des Geschäftsjahres ist folglich eine Änderung in der Geschäftsleitung eingetreten. Stephen Prince, ehemals Chief Revenue Officer, ersetzte James McDougall als CEO und Director. Wade Guindy trat als Mitglied des Vorstands am 17. Juni 2016 zurück. Philippe Poux ist weiterhin Chief Financial Officer und Director. Clemens Triebel, Chief Visionary Officer, hat beschlossen, das Unternehmen zum 1. April 2016 zu verlassen.

Eine Änderung der Organisation wurde nach den Änderungen bei der Geschäftsleitung nicht durchgeführt. Eine einzige kaufmännische Organisation wurde geschaffen; alle Aktivitäten und Mitarbeiter, die vorher dem Direktvertrieb sowie Consulting und Development angehörten, wurden neu gruppiert. Zum 1. April 2016 wurde ein neuer Chief Commercial Officer eingestellt, der die neue kaufmännische Organisation führt.

Tabelle 1: Neue Organisation in der Younicos AG

Bild

Der Aufgabenbereich Engineering wurde unter Leitung von Dr. Carsten Reincke-Collon in drei Schwerpunktbereiche umstrukturiert:

· Younicos Lab, mit dem Schwerpunkt auf der Prüfung von Batteriechemien und Management von technischen Partnerschaften;

· Development Engineering, mit dem Schwerpunkt auf der Entwicklung von Steuerungssystemen der nächsten Generation für den Einsatz in Younicos-Energiespeichersystemen;

· Solutions Engineering, mit dem Schwerpunkt auf der Bereitstellung von technischen Lösungen für Kunden.

Der Aufgabenbereich Operations wurde in Delivery umbenannt und wird von Vijay Persaud, SVP Delivery, geleitet.

Ein Umstrukturierungsplan wird vom Unternehmen im Laufe des Jahres 2016 umgesetzt und wurde den Mitarbeitern und dem Betriebsrat der Gesellschaft im März 2016 angekündigt. Ein damit zusammenhängender Sozialplan und Interessensausgleich wurde am 14. Juli 2016 beschlossen. Durch die Umsetzung der Maßnahmen entsteht gegenüber dem Beschäftigungsstand zum Zeitpunkt der Bekanntgabe der Maßnahme am 17. März 2016 ein Personalüberhang von 34 Mitarbeitern. Unter Anrechnung der bis zum 14. Juli 2016 bereits erfolgten Abgänge durch Eigenkündigungen, Auslaufen befristeter Verträge und Kündigungen durch den Arbeitgeber verbleibt noch ein Personalabbaubedarf in Höhe von 14 Mitarbeitern. Ziel ist es, das Unternehmen wegen der Entwicklungen auf den Märkten, der Veränderung bei der Geschäftsleitung und der Geschäftsstruktur und der Notwendigkeit zur Kostensenkung neu zu organisieren. Younicos erhofft sich dadurch eine Straffung seines Steuerungssystemsortiments, so dass allen Kunden, unabhängig von ihrem geografischen Standort, eine einzige Lösung angeboten wird.

Schließlich ist das unabhängige Mitglied King Lee mit Wirkung vom 1. März 2016 vom Aufsichtsrat zurückgetreten.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach Ende des Geschäftsjahres nicht eingetreten.

IV. Prognosebericht

Die Aussichten auf einen expandierenden Energiespeichermarkt sind in den kommenden Jahren positiv, hauptsächlich beeinflusst durch (a) sinkende Kosten und das gleichzeitige Anwachsen der technischen Leistung, (b) steigende Nachfrage nach erneuerbarer Energie und Bedarf an geeigneter Speicherkapazität sowie (c) wachsendes Bewusstsein für Energiespeicher als praktische Alternative zu Leistungen, die traditionell vom konventionellen Kraftwerk bereitgestellt wurden.

2015 sind die Kosten der Batterietechnologie um über 25 %[9] gesunken, bedingt durch die steigende internationale Nachfrage im Sektor Elektrofahrzeuge, Verbesserungen bei der Batterieleistung und den anhaltenden Wettbewerb. Eine von GTM Research 2015 durchgeführte Untersuchung des US-Marktes für Energiespeicher zeigte, dass die Systempreise für 2015 umgesetzte Energiespeicherprojekte gegenüber den Preisen 2014 um 13 % gesunken sind[10]. Dieser anhaltende Preisrückgang und die höhere Zuverlässigkeit der Energiespeicherkomponenten sowie der wachsende Umfang an Leistungsdaten aus Projekten, die zu Beginn des Jahrzehnts an den Start gegangen sind, machen Energiespeicher für externe Investoren besonders interessant.

Parallel zu den niedrigeren Kosten für Energiespeicher steigt die Nachfrage nach Energiespeichern als Folge des prognostizierten Wachstums beim Einsatz erneuerbarer Energie. In den USA wurden Steuererleichterungen für Wind- und Solaranlagen um weitere 5 Jahre verlängert[11]; das macht deutlich, inwieweit diese Ressourcen den Netzbetrieb auf US-Märkten mittelfristig weiterhin beeinflussen werden. Im asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum (APAC) bleibt China trotz des Konjunkturrückgangs der weltweit größte Markt für die Entwicklung erneuerbarer Energie, und Indien beginnt gerade mit dem Ankauf von Solaranlagen im Kraftwerksmaßstab, was ein gewaltiges Potenzial für Solarkraft in der Region erschließt. Die marktübergreifend wachsenden Mengen an intermittierender Erzeugung setzen seitens der bestehenden Netze hohe Flexibilität voraus; Energiespeicher sind hierfür bestens geeignet.

Wir gehen davon aus, dass Wind- und Solarentwickler Speicher in ihr Angebot an erneuerbaren Energietechnologien für Versorgungsunternehmen aufnehmen werden, um einen Wettbewerbsvorteil zu gewinnen. Um erfolgreich mit unabhängigen Erzeugern erneuerbarer Energien (Independent Power Producers, IPPs) zu verhandeln, müssen Anbieter von Energiespeichern vollständig schlüsselfertige, finanzierte Lösungen anbieten, ähnlich der Auftragsvergabe im Wind/Solar-Sektor.

Neben dem Aufkommen neuer erneuerbarer Energien führen auch Umweltfaktoren wie Standorteignung, Wasserverbrauch und natürliche Anlagenalterung dazu, dass Netzbetreiber sich bei den bisher von ihnen bereitgestellten Leistungen wie Spitzenkapazitäten und rotierende Reserven weniger auf konventionelle Anlagen verlassen können. Eine interessante Entwicklung ist die wachsende Bereitschaft auf der Verteilungsstufe, Leistungen stärker zu dezentralisieren, anstatt sich wie gehabt auf einzelne, zentrale Großeinrichtungen zu verlassen. In den USA haben kalifornische Versorgungsunternehmen im Rahmen ihrer örtlichen Kapazitätsauktionen 2015 angefangen, dezentrale Speicherservices ("hinter dem Zähler") zu erwerben; ähnliche Initiativen soll es in New York, Texas, Arizona und Ontario, Kanada, geben. Das birgt besonderes Potenzial für intelligente Energiemanagementsoftware, da die harmonisierte Teilnahme mehrerer kleiner Systeme die Voraussetzung dafür ist, dass der kombinierte Vorteil verteilter Ressourcen voll ausgenutzt werden kann.

Sowohl auf Übertragungsstufe als auch auf Verteilungsstufe besteht das Potenzial, im Stromnetz mehrere Services zu leisten. Jedoch setzt die Erlaubnis, sowohlErzeugungs- als auch Übertragungsservices durchzuführen, auf deregulierten Märkten Änderungen des regulatorischen Regelwerks voraus, da diese Services traditionell getrennt waren, um Interessenkonflikte zwischen Leitungsnetzbetreibern und Stromerzeugern zu vermeiden.

Im Mikronetz-/Inselsegment haben die niedrigen Dieselkraftstoffpreise den Wirtschaftlichkeitsnachweis von Energiespeichern in den vergangenen Monaten geschwächt. Jedoch geben etliche Inselsysteme wie auf den Azoren immer noch erneuerbaren Ressourcen den Vorzug, da diese lokal bereitgestellt werden und nicht langfristigen Preisschwankungen unterliegen. Daher ist es möglich, dass sich das schrittweise Wachstum auf diesem Sektor fortsetzt, wenn auch langsamer, solange die Dieselpreise niedrig sind, besonders bei schwächeren Systemen, wo die Reaktionsgeschwindigkeit der Energiespeicher für die örtliche Netzstabilität einen besonderen Vorteil darstellt. Younicos' erfolgreicher Abschluss des Projekts Graciosa ist für uns ein Ausgangspunkt, von dem aus wir einen Wettbewerbsvorteil auf diesem Sektor aufbauen können.

Unsere Planung basiert auf folgenden Annahmen:

1) signifikante Vertragsabschlüsse über Projekte;

2) erfolgreicher Abschluss und anschließender Verkauf des Projekts Graciosa mit einhergehenden Zahlungsmittelrückflüssen

3) Nutzung bestehender Tochtergesellschaften in Kanada und der Türkei zur Expansion gewerblicher Verkäufe und Schaffung von Chancen für künftige Projekte in diesen Gebieten;

4) kontinuierliche Senkungen der direkten Projektkosten (Batterien, Material, Arbeitskräfte), um mehr wettbewerbsfähige Angebote zu machen und die Margen zu erhöhen; und

5) Erreichung geplanter Ziele für Betriebskosten und Cash-Burn-Rate - mit Fokus auf Implementierung der neuen Organisationsstruktur und erfolgreiche Umsetzung des beschlossenen Sozialplans

Die Unternehmensziele könnten für den Fall, dass einige dieser Maßnahmen verzögert oder nicht abgeschlossen werden können, verfehlt werden.

Die Umsatzerlöse werden in 2016 auf ähnlichem Niveau wie in 2015 liegen. Aufgrund der laufenden betrieblichen Kosten, die zur Unterstützung des Umsatzwachstums notwendig sind, und der Tatsache, dass die meisten Kosteneinsparungen aus der Umstrukturierung der Organisation nicht vor 2017 und darüber hinaus erzielt werden, erwartet das Unternehmen für 2016 einen etwas geringeren Verlust als noch in 2015.

Wir gehen jedoch davon aus, zum Ende des Geschäftsjahres 2018 den Break-even zu erreichen und dann auch Zahlungsmittelüberschüsse zu generieren.

V. Chancen- und Risikobericht

1. Risikobericht

Risiken sind fester Bestandteil jedes unternehmerischen Handelns. Unter Risiken verstehen wir im weitesten Sinne die Gefahr, finanzielle und operative Ziele nicht zu erreichen. Ziel unseres Risikomanagements ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen, zu analysieren und durch entsprechende Gegenmaßnahmen zu minimieren oder zu beseitigen.

a) Umfeld- und Branchenrisiken

Grundsätzlich besteht für die Aktivitäten der Younicos AG keine besondere Abhängigkeit von konjunkturellen Entwicklungen. Der Energiesektor und die Investition in Batteriespeichersysteme sind langfristige Investitionsentscheidungen, die weitgehend unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen getroffen werden.

Während der Markt in dem Younicos AG agiert in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist, kann das künftige Wachstum durch eine Reihe von "Makro"-Risiken dennoch begrenzt sein:

· Fehlende oder langsame Umsetzungen der entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen (zum Beispiel in Deutschland) verhindern eine faire Preisgestaltung für Systemdienstleistungen von Energiespeichersystemen im Wettbewerb mit konventionellen Anbietern, die durch eine Reihe von unterschiedlichen Mechanismen Kompensationen erhalten.

· Sinkende Dieselpreise auf Märkten wie z. B. Inseln, wo die Kaufentscheidungen auf den Einsparungen von Dieselkraftstoff durch die Installation von Energiespeichersystemen basieren.

· Niedrigerer Anteil der erneuerbaren Energien in bestimmten Strommärkten, wodurch die Notwendigkeit, batteriebasierende Energiespeichersysteme zu verwenden, um die negativen Auswirkungen der Intermittenz (schwankende Nachfrage und gleichzeitig schwankendes Angebot) abzumildern, verringert wird.

· Makroökonomische Extremsituationen können zu Schwierigkeiten bei der Projektfinanzierung führen, da auch die Kunden in der Regel auf Fremdmittel bei der Finanzierung zurückgreifen müssen.

b) Unternehmensstrategische Risiken

Strategische Risiken sind durch die Verfehlung des Ziels der angestrebten Marktführerschaft bei Batteriespeichersystemen zu sehen. Darüber hinaus ist nicht auszuschließen, dass andere Technologien und Energieerzeugungsformen künftig effizienter arbeiten und damit den aktuell von uns verwendeten Technologien überlegen sind. Wir beobachten die Marktentwicklungen aufmerksam und werden unsere Strategie entsprechend anpassen.

Die schnelle Entwicklung des Marktes für Energiespeichersysteme beflügelt auch den Markteintritt neuer Wettbewerber und steigert die Wettbewerbsintensität auf ein sehr hohes Niveau. Anhaltende Fusionen und die Konsolidierung der Branche, wie am Beispiel von Xtreme Power zu sehen, führen zu immer größeren und stärker integrierten Playern, die Systemintegrationskapazitäten entwickeln und/oder zukaufen und so zunehmend die reinen Integratoren von Batterie und Wechselrichtern aus dem Markt drängen.

c) Operationelle Risiken

Die Umsätze der Younicos AG basieren aktuell noch auf wenigen Projekten. Zur Erreichung der Ziele sind ein kontinuierlicher Projektfortschritt sowie eine stetige Auftragspipeline erforderlich.

Younicos hat seinen Bestand an potenziellen Aufträgen stark ausgebaut. Im Konzern gehen wir von einem potenziellen Auftragsvolumen für die Jahre 2015 bis 2018 von immer noch ca. 250 Mio. US-Dollar aus, etwas niedriger im Vergleich zur Erwartung im Vorjahr von ca. 300 Mio. US-Dollar. Derzeit arbeiten wir daran, diese in konkrete Vertragsabschlüsse umzusetzen. Eine mangelnde Realisierung der Vertragsabschlüsse wird den Cashflow und die Wettbewerbsposition des Unternehmens wesentlich negativ beeinflussen. Der Vorstand beurteilt dieses Risiko mit einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit.

Das Unternehmen vergrößert derzeit seine Vertriebsabteilung und geografische Präsenz, um eine stärkere und höhere Qualität der Geschäftsabschlüsse zu ermöglichen.

1) Risiken auf Lieferantenseite

Die größte Kostenkomponente der batteriebasierenden Energiespeichersysteme sind die Batterien selbst. Höhere Kosten für die Batteriezellen verringern die Attraktivität der Systeme im Vergleich zu anderen Lösungen.

Begrenzte Beschaffungsmöglichkeiten für die attraktivsten Batterietechnologien (derzeit Lithium-Ionen) durch langsames Hochfahren der Produktionskapazitäten in der gesamten Branche können die erfolgreiche Projektrealisierung verzögern.

2) Kundenbezogene Risiken

Die risikoaverse Haltung der Versorgungsunternehmen und der Projektentwickler behindern teilweise die Einführung neuer Lösungen, wie sie von der Younicos AG angeboten werden.

Ebenso kann die Zurückhaltung von Fremd- und Eigenkapitalgebern zu einer Finanzierungslücke führen, insbesondere bei der Vorfinanzierung von Projekten, die nicht durch die Eigenmittel der Kunden selbst finanziert werden können.

Kunden, die ihre Energiespeichersysteme selbst integrieren wollen, begrenzen die Marktchancen von reinen Systemintegratoren wie der Younicos AG.

3) Technologische Risiken

Der Ausbau von Speicherlösungen für die dezentrale Energieerzeugung begrenzt die Notwendigkeit für netzgekoppelte Speicherlösungen.

Ebenso verringern verbesserte T&D-Verbindungen (Transmission and Distribution) zwischen nationalen und regionalen Netzen, so dass Schwankungen ohne Implementierung von Speicherlösungen ausgeglichen werden können, die Notwendigkeit von Speichertechnologien.

Eine schlechte technische Leistungsfähigkeit bestehender und neuer Projekte von der Younicos AG oder ihrer Konkurrenz könnte darüber hinaus die Einführung der neuen Technologien bei potenziellen Kunden verlangsamen.

4) Entwicklungsprojekte

Das Unternehmen entwickelt derzeit aktiv das Projekt "Graciosa" auf den Azoren. Dieses Projekt wird das erste seiner Art sein und einen Windpark, eine Photovoltaikanlage und einen Batteriepark mittels der Systemsteuerung und Software von Younicos kombinieren und hierdurch den Bedarf an Dieselkraftstoff für die zur Energieerzeugung eingesetzten Dieselgeneratoren um zwei Drittel reduzieren. Das Unternehmen hat Graciolica EUR 4,5 Mio. an Darlehen gewährt und einen Minderheitsanteil an Graciolica behalten. Die Refinanzierung und der Verkauf von Aktien werden bis Ende 2016 erwartet. Probleme bei der Fertigstellung oder der Refinanzierung und dem Verkauf des Projekts würden Younicos' Chancen auf Rückzahlung der Darlehen und darauf, ähnliche Inselprojekte in Portugal und in anderen Ländern zu verkaufen und zu entwickeln, stark einschränken. Probleme bezüglich der Fertigstellung würden die Ertrags- und Finanzlage der Gesellschaft in den Jahren 2016 und 2017 spürbar beinträchtigen. Sollte das Projekt nicht wie erwartet durch einen Dritten gekauft und die von der Younicos AG ausgereichten Darlehen nicht erfolgreich von einem Dritten refinanziert werden, hätte dies eine beträchtliche Auswirkung auf die Liquiditätslage der Gesellschaft und könnte dazu führen, dass vorzeitig weitere Kapitalmaßnahmen durch die Gesellschafter erforderlich sind. Der Vorstand geht von einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit für diese Risiken aus.

5) Risiken aus laufenden Projekten

Younicos hat im abgelaufenen Geschäftsjahr verschiedene Projekte initiiert und baut derzeit weitere Energiespeicheranlagen einschließlich der von Younicos entwickelten Steuerungssysteme und ‑software. Ein Abschluss dieser Projekte außerhalb der vereinbarten Fristen oder der geplanten Kosten könnte sich negativ auf die Finanzlage und die beschränkten Ressourcen des Unternehmens auswirken.

Mit gezielten Personalneueinstellungen soll vor allem der Vertriebsbereich verstärkt werden.

6) Technologie-Projekte

Younicos wird weiter kontinuierlich an der Entwicklung seiner Steuerungs- und Kontrollsystemplattform arbeiten mit Fokus auf neuen Anwendungen und Märkte, wie z. B. Speicherlösungen für PV-Kraftwerke, im Bereich Mikronetze sowie kommerziellen Speicherlösungen im Bereich Wirtschaft und Industriekunden (C&I). Die nicht rechtzeitige Umsetzung dieser Projekte könnte die Position von Younicos auf einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt negativ beeinflussen. Gleichermaßen können die zur Verfügung stehenden Finanzierungsmittel die Wachstumschancen des Unternehmens bestimmen.

Die Integration der Entwicklungsteams von der ehemaligen Xtreme Power und Younicos konnte bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014 erfolgreich abgeschlossen werden. Diese Integration liefert jetzt eine starke Plattform für die weitere erfolgreiche technische Entwicklung.

d) Liquiditätsrisiken

Das Unternehmen kann sich aktuell nicht selbst über Bankkredite finanzieren und ist daher stark auf Finanzierungen von bestehenden und zukünftigen Aktionären angewiesen. Die Finanzierung wurde 2015 abgeschlossen und ermöglichte dem Unternehmen die Finanzierung des Betriebs für 18 bis 30 Monate, abhängig von der Cash-Burn-Rate. Die Gesellschaft hat einen Plan zur Senkung seiner Ausgaben (einschließlich eines Sozialplans für die Niederlassung Berlin) erarbeitet. Negative Rahmenbedingungen an den Finanzmärkten oder auch eine nicht ausreichende Leistung der Gesellschaft würden sich negativ auf ihre Liquidität auswirken, einschließlich auf ihre Fähigkeit, weitere Mittel zu beschaffen.

Die derzeitigen Gesellschafter des Unternehmens haben Younicos in den letzten Jahren konsequent unterstützt. Wir gehen derzeit davon aus, dass sie dies auch weiterhin so tun werden, unabhängig vom Erfolg zukünftiger Finanzierungsrunden.

e) Währungsrisiken und Forderungsausfallrisiken

Younicos vertreibt seine Produkte und Dienstleistungen in Euro und US-Dollar. Da die Kostenbasis weitgehend auf dem Euro beruht, würde eine anhaltende Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens im Euroraum untergraben. Auf Märkten mit US- Dollar als Rechnungswährung würde sich die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens dagegen verbessern. Der Bezug von einzelnen Komponenten - insbesondere bei den Batterien - erfolgt auf Dollarbasis. Daher würden sich künftige Wechselkursentwicklungen auf die Rendite der Projekte in Europa auswirken. Aktuell gehen wir nicht von einer weiteren signifikanten Verschiebung der Euro-Dollar Relationen aus. Bei Bedarf sind entsprechende Absicherungen auf Projektebene künftig vorzunehmen. Das Unternehmen hat hohe Darlehen an ihre Tochtergesellschaft Younicos Inc. ausgegeben. Eine Abwertung des US-Dollars im Verhältnis zum Euro würde die Rückzahlungsmöglichkeit für Y Inc. deutlich erschweren.

Die Fähigkeit der Younicos Inc., die von der Younicos AG erhaltenen Darlehen zurückzuzahlen, hängt von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung der Younicos Inc. ab, welche ähnlichen Risiken wie die Younicos AG unterliegt. Mögliche Forderungsausfälle würden die Vermögens- und Ertragslage der Younicos AG wesentlich beeinträchtigen. Der Vorstand geht von einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit für diese Risiken aus.

f) Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzwirtschaftliche Risiken sind insbesondere in Bezug auf Zinsschwankungen vorhanden. Die Energiespeicher-Projekte werden in der Regel intern finanziert oder durch den Kunden fremdfinanziert. Marktzinsänderungen können einerseits die Rentabilität der Projekte beeinträchtigen und andererseits Verzögerungen bei der Projektfinanzierung mit sich bringen, die im schlimmsten Fall Liquiditätsengpässe mit entsprechenden Auswirkungen für den Markt und für Younicos zur Folge haben könnten.

g) Personalrisiken

In einem Wachstumsmarkt wie dem der intelligenten Netz- und Energiespeicherlösungen auf Basis von Batterietechnologien zum verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien stehen die Rekrutierung geeigneter Fachkräfte und die ständige Personalentwicklung in einem besonderen Fokus. Zusätzlich besteht das Risiko, dass Mitarbeiter in Schlüsselpositionen das Unternehmen verlassen und das erworbene Wissen bei Mitbewerbern einbringen. Durch konsequente Mitarbeiterentwicklung, eine wettbewerbsfähige Vergütung sowie Anreiz- und Prämienprogramme soll eine langfristige Mitarbeiterbindung sichergestellt werden.

Der 2016 angekündigte Sozialplan der Niederlassung Berlin birgt zusätzliche Risiken für das Unternehmen: nachlassende Arbeitsmoral, Ausscheiden wichtiger Mitarbeiter, Verlangsamung von Prozessen, wurde jedoch am 14. Juli 2016 erfolgreich mit dem Betriebsrat verabschiedet. Die Geschäftsleitung hat Pläne zur Risikominderung erarbeitet und wird diese umsetzen. Mit Abschluss des Interessenausgleichs und Sozialplans wird hiermit ein wesentliches Element des Umstrukturierungsplans erfolgreich in Kraft gesetzt.

2. Chancenbericht

Im Segment Integration erneuerbarer Energien verleiht die Partnerschaft mit First Solar Younicos auf Märkten weltweit einen entscheidenden Startvorteil bei den integrierten Solar-/Speicher-Lösungen. Angesichts der sinkenden Kosten für Energiespeicher ist bei erneuerbaren Energien ein Trend zu energieintensiven Systemen, die eine längere Speicherdauer benötigen, wahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund verhandelt Younicos mit mehreren Anbietern von Chemie für Langzeitbatterien, um über geeignete Batterieoptionen zu verfügen, wenn sich dieser Markt weiterentwickelt. Die Marktdynamik für Erneuerbare Energien in den USA und im asiatisch-pazifischen Raum legt nahe, dass Chancen für Erneuerbare/Speicher dort zuerst auftreten und das Wachstum in Europa wegen der allmählichen Abschaffung der Einspeisetarife für Erneuerbare und die anhaltende Flaute der europäischen Wirtschaft insgesamt langsamer vorangeht.

Kurzzeitige Services wie Frequenzregelung bleiben der wichtigste Anwendungsbereich von Energiespeichern in Europa, solange Märkte wie Deutschland, UK und Italien Initiativen zur Nutzung von Energiespeichern für Systemdienstleistungen fortführen. Die Bemühungen der Speicheranbieter, auf den europäischen Märkten Fuß zu fassen, werden hier wahrscheinlich zu einem harten Wettbewerb führen, jedoch betreibt Younicos neben dem Mikronetz auf der Insel Graciosa bereits Projekte in Deutschland, UK und Italien.

Im Bereich C&I/Verteilungsstufe hat Younicos 2015 die Lösung Y.Cube eingeführt; diese enthält alle Elemente, die für ein vollständiges Speichersystem erforderlich sind. Dieses System eignet sich wegen der Größe der Module im Verhältnis zum Konkurrenzangebot besonders für kleine, verteilte Speichersysteme. Younicos profitiert beim Zugang zu diesem Segment und zu großen Industriekunden auch von seiner strategischen Beziehung zu Panasonic. Da industrielle Benutzer ihren Energieverbrauch - aus Kosten- und Umweltgründen - immer schärfer im Visier haben, hängt die Amortisationsdauer einer Investition in Energiespeicher davon ab, welchen Wert oder wie viele Services der Energiespeicher dem Benutzer bringt. Die Verwaltung, Überwachung und der optimale Einsatz von Energiespeichern für diese Kunden setzt intelligentes Energiemanagement voraus, deshalb führt der Weg auf diesen Markt nur über eine robuste und kostengünstige Softwarelösung. Auf einigen Märkten in den USA lohnen sich dezentrale Energiespeicher für Benutzer aus Industrie und Wirtschaft schon heute. Diese Dynamik wird die C&I-Chancen auf anderen US-Märkten vorantreiben und sich auch auf deregulierte europäische Regionen ausdehnen.

Die Ausnutzung der verschiedenen Anwendungsbereiche von Energiespeichern wird ebenso wichtig bei Großanlagen sein, besonders bei langlebigen Anlagen in deregulierten Energiemärkten, da sich die Marktdynamik aufgrund der Zunahme bei den Erneuerbaren und dem Rückzug der konventionellen Anlagen verändert. Betreiber wollen das System vielleicht zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich nutzen, die Flexibilität haben, ihr System zu erweitern oder aufzurüsten oder durch eine vollständig neue Batteriechemie zu ersetzen. Solche Wahlmöglichkeiten sind beim Betrieb von Energiespeichern nur mit einer Softwarelösung möglich, die in der Lage ist, mehrere unterschiedliche Chemien und Anwendungsbereiche zu verwalten. Younicos hat seine Fähigkeit, solche Systeme zu realisieren und zu betreiben, sowohl in Deutschland als auch auf US-Märkten bewiesen.

Schließlich mag der Trend zur Ersetzung von Dieselgeneratoren zur Versorgung entfernter Netze durch den Rückgang der Dieselpreise kurzfristig verlangsamt werden, längerfristig aber werden die negativen Auswirkungen, die die Unterhaltung dieser Einheiten in entlegenen Gegenden auf Kosten und Umwelt hat, Betreiber von Insel- und Mikronetzen motivieren, über eine alternative Energieversorgung aus sauberen, örtlichen und erneuerbaren Energiequellen kombiniert mit Energiespeicher für mehr Netzstabilität nachzudenken.

3. Gesamtaussage

Die weltweiten Einsatzmöglichkeiten für Batteriespeicherlösungen sind heute praktisch unbegrenzt. Younicos hat seine Fähigkeit, verschiedene Energiespeicherprojekte europaweit erfolgreich zu entwerfen, zu integrieren, zu installieren und in Betrieb zu nehmen, unter Beweis gestellt.

Der erfolgreiche Abschluss der Finanzierungsgespräche zur Absicherung der Entwicklungsprojekte und Erschließung der Auftragspotenziale steht für uns daher kurzfristig im Vordergrund. Technologisch und vom Marktpotenzial her überwiegen aus unserer Sicht die Chancen.

Auf Basis der aktuellen Planungen (Ertrags-, Vermögens- und Finanzplanung) bis zum Jahr 2018 und der im Prognosebericht dargestellten Annahmen ist der Vorstand der Auffassung, dass die vorhandenen Finanzmittel ausreichen werden, um den Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft bis Ende September2017 nachkommen zu können, wenn das Graciosa Projekt erfolgreich verkauft wird und entsprechende Rückflüsse daraus erzielt werden sowie die Gesellschaft ihre Auftragsziele für 2017 (konsolidiert USD 84 Mio.) und 2018 (konsolidiert USD 147 Mio.) erreicht; bis 2018 sollte die Gesellschaft wieder einen positiven Cashflow erzielen. Daher hat die Gesellschaft eine positive Fortführungsprognose aufgestellt.

Im Übrigen sind zum aktuellen Zeitpunkt der Unternehmensleitung keine weiteren Risiken bekannt, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden können.

VI. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten.

Die Gesellschaft ist im Projektgeschäft tätig. Bei den Kunden handelt es sich in der Regel um solvente Versorger bzw. sind die Projekte über entsprechende Projektfinanzierungen abgedeckt. Forderungsausfälle in diesem Bereich sind daher die Ausnahme.

Verbindlichkeiten werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen gezahlt.

Im kurzfristigen Bereich finanziert sich die Gesellschaft überwiegend mittels Lieferantenkrediten aus Warenlieferungen und Krediten von Gesellschaftern.

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Gesellschaft ist die Sicherung des Unternehmenserfolges gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Beim Management der Finanzpositionen verfolgt das Unternehmen eine konservative Risikopolitik.

VII. Bericht über Zweigniederlassungen

Zweigniederlassungen werden von der Gesellschaft nicht unterhalten.

VIII. Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht

Die Younicos hat gemäß § 312 Abs. 1 AktG einen Abhängigkeitsbericht aufzustellen. Der Vorstand hat die folgende Schlusserklärung abgegeben:

"Younicos war in Teilen des Geschäftsjahres 2015 von der aeris Cayman L.P. bzw. ist von der SGR AG im Sinne von § 17 AktG abhängig. Da weder mit aeris Cayman L.P. noch mit der SGR AG ein Beherrschungsvertrag gemäß § 291 AktG bestand, war der Vorstand der Younicos zur Aufstellung eines Berichtes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG verpflichtet. Er erklärt zum Schluss des Berichtes gemäß § 312 Abs. 3 AktG:

Younicos hat nach den Umständen, die dem Vorstand zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte mit einem herrschenden bzw. verbundenen Unternehmen vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und hat im Berichtsjahr weder auf Veranlassung noch im Interesse des herrschenden oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens Maßnahmen getroffen oder unterlassen."

 

Berlin, 23. September 2016

Stephen L. Prince, Vorstand

Philippe Poux, Vorstand

[1] http://www.bmwi.de/DE/Presse/pressemitteilungen,did=694106.html

[2] http://www.reuters.com/article/us-global-oil-idUSKBN0U400T20151221In

[3] https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.cfm?id=24412

[4] Bloomberg New Energy Finance, Clean Energy Investment: Q4 2015 Factpack, January 2016

[5]https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/511939/Renewables.pdf

[6]https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/511939/Renewables.pdf

[7]http://www.utilitydive.com/news/the-sector-favorite-storage-tops-utility-tech-picks-for-second-year-runnin/414304/; https://s3.amazonaws.com/dive_assets/rlpsys/state_of_electric_utility_2016.pdf

[8] Bloomberg New Energy Finance, Clean Energy Investment: Energy Smart Technologies, 10 Predictions for 2016, January 2016

[9] Based on Younicos' own database of battery prices incorporated into customer proposals

[10] GTM Research/ESA U.S. Energy Storage Monitor: 2015 Year in Review

[11] http://cleantechnica.com/2015/12/17/us-government-extends-renewables-tax-credits/

Bestätigungsvermerk

Bei dem vorstehenden Jahresabschluss handelt es sich um die für Offenlegungszwecke verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde folgender Bestätigungsvermerk erteilt:

"Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Younicos AG, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss und durch den Lagebericht unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

 

Berlin, 23. September 2016

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lennartz, Wirtschaftsprüfer

Bährens, Wirtschaftsprüfer

Die Billigung des Jahresabschlusses erfolgte am 29. September 2016.

Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2015

Der Aufsichtsrat hat sich während des Geschäftsjahres durch schriftliche und mündliche Berichte regelmäßig über den Gang der Geschäfte und die Ertragslage des Unternehmens unterrichten lassen. Darüber hinaus stand der Vorsitzende des Aufsichtsrates im ständigen Kontakt mit den Mitgliedern des Vorstandes. Dabei wurden Fragen der Unternehmensstrategie und wichtige Geschäftsvorgänge besprochen.

Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung laufend überwacht. In Präsenzsitzungen sowie in Form von fernmündlichen Beschlussfassungen wurden alle Geschäftsvorgänge und anstehenden Entscheidungen, die nach Gesetz und der Satzung der Zustimmung des Aufsichtsrates bedürfen, ausführlich behandelt. Im Geschäftsjahr 2015 waren wesentliche Geschäftsereignisse insbesondere die erfolgreiche Beendigung der geplanten Kapitalerhöhung zur Sicherstellung der weiteren Unternehmensfinanzierung sowie die Aufnahme neuer Gesellschafter, die erfolgreiche Umsetzung weiterer Batteriespeicherprojekte in Europa, die Übertragung des Mehrheitsanteils an der Projektgesellschaft Graciolica LDA an einen neuen Gesellschafter und die Entwicklung neuer Younicos Produkte (Y Wechselrichter und Y Cube).

Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss, der Lagebericht, der Abhängigkeitsbericht sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor. Der Vorstand und der verantwortliche Abschlussprüfer erläuterten die Unterlagen in der Sitzung des Aufsichtsrats am 16. Juni 2016 auch mündlich. Der Abschlussprüfer berichtete in dieser Sitzung zudem über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und stand für ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Die als Abschlussprüfer von der Hauptversammlung gewählte Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin hat den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung sowie den Lagebericht und den Abhängigkeitsbericht entsprechend den gesetzlichen Vorschriften geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Aufsichtsrat hat die von Vorstand und Abschlussprüfer vorgelegten Unterlagen nach § 171 AktG auch seinerseits eingehend geprüft und keine Einwendungen erhoben. Wir schließen uns dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch Ernst & Young an und billigen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss; dieser ist damit festgestellt (§ 172 AktG).

Der Aufsichtsrat dankt Vorstand und Mitarbeitern der Gesellschaft für die in 2015 geleistete Arbeit.

 

Berlin, den 29. September 2016

Der Aufsichtsrat

Mats Fagerl, Vorsitzender des Aufsichtsrates

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