Oppo Brothers GmbH
Selbe AdresseGroßhandel mit Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Volker Wielsch seit 6.11.2024 | Geschäftsführer |
Frank Stefan Dr. Seiß seit 1.3.2023 | Geschäftsführer |
Anke Moser seit 17.8.2018 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Capri Sun AG | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Capri Sun GmbHEppelheimJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023Allgemeine Hinweise Der vorliegende Jahresabschluss der Capri Sun GmbH wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Registerinformationen Sitz der Capri Sun GmbH ist Eppelheim. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 712703 im Register des Amtsgerichts Mannheim eingetragen. Angaben zu angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gem. § 284 Abs. 2 Nr. 1 HGB Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend: Erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren um planmäßige Abschreibungen vermindert. In die Herstellungskosten selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten, der auf die Herstellung entfallende Werteverzehr des Anlagevermögens sowie allgemeine Verwaltungskosten der mit der Produktion befassten Bereiche einbezogen worden. Zinsen für Fremdkapital sind in die Herstellungskosten nicht einbezogen. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. In die Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten, der auf die Herstellung entfallende Werteverzehr des Anlagevermögens sowie allgemeine Verwaltungskosten der mit der Produktion befassten Bereiche einbezogen worden. Zinsen für Fremdkapital sind in die Herstellungskosten nicht einbezogen. Das Sachanlagevermögen wird nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauern abgeschrieben: Gebäude: von fünf bis 49 Jahren Technische Anlagen und Maschinen: von zwei bis 20 Jahren Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung: von zwei bis 23 Jahren Die Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungszeitpunkt ab dem 1. Januar 2018 und mit einem Netto-Einzelwert von bis zu EUR 800,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Entfallen die Gründe für die Wertminderung in den Folgejahren, so erfolgt eine Zuschreibung bis maximal zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, wenn die voraussichtlichen Verkaufspreise die aktivierten und die noch anfallenden Herstellungskosten nicht decken. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind mit den aktivierungspflichtigen Herstellungskosten bewertet worden; dabei wurde bei den Rohstoffanteilen das Niederstwertprinzip beachtet. Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Unter den Rechnungsabgrenzungsposten sind Zahlungen vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, ausgewiesen. Die Pensionsrückstellungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten ("Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Heubeck) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 2,50 % bei den Entgelten und von 2,10 % bei den Renten ausgegangen. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen beläuft sich auf 1,82 %; es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Für Verluste aus Liefer- und Abnahmeverpflichtungen sind in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet. Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund temporärer oder quasi-permanenter Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Der Ansatz eines Überhangs aktiver latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des bestehenden Aktivierungswahlrechts. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde das Imparitätsprinzip (§ 252 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 HGB) beachtet. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagengitter dargestellt. Im Wesentlichen aufgrund der Klassifizierung von Vermögensgegenständen des langfristigen Anlagevermögens als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte hat sich das Anlagevermögen im Geschäftsjahr um 3,5 Mio. EUR vermindert. In den Abschreibungen sind außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von TEUR 12 enthalten (Vj. TEUR 0). Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich wie im Vorjahr um Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr. Die Restlaufzeit der Forderungen beläuft sich wie im Vorjahr auf bis zu einem Jahr. Forderungen gegen Gesellschafter Bei den Forderungen gegen Gesellschafter handelt es sich wie im Vorjahr um Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr, aus Lizenzen und aus Guthaben aus dem Cash Pooling. Die Restlaufzeit der Forderungen beläuft sich wie im Vorjahr auf bis zu einem Jahr. Latente Steuern Der Steuersatz für die Berechnung latenter Steuern beträgt 29,83 %. Aus Differenzen handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Wertansätze für Anlagevermögen, Vorräte und Rückstellungen resultieren im Saldo aktive latente Steuern. Der Ansatz unterbleibt in Ausübung des bestehenden Aktivierungswahlrechts. Rückstellungen Die auf Direktzusagen der Gesellschaft begründeten Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen betragen TEUR 40.762. Davon entfallen TEUR 2.378 auf ehemalige Geschäftsführer der Gesellschaft. Der Unterschiedsbetrag als Differenz aus dem Ansatz der Rückstellung abgezinst mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Jahre und dem Ansatz der Rückstellung abgezinst mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 619. Die Steuerrückstellungen sind vollumfänglich kurzfristiger Art. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus ausstehenden Rechnungen (TEUR 883), Urlaubs- und Gleitzeitverpflichtungen (TEUR 1.020), Mitarbeiterboni (TEUR 1.139) sowie für erwartete Ansprüche von Mitarbeitern aus einem Long Term Incentive Plan (TEUR 1.538, davon langfristig: TEUR 1.042). Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt TEUR 57.796 (Vj. TEUR 58.776) haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Von ihnen bestehen TEUR 1.057 gegenüber verbundenen Unternehmen und TEUR 1.113 gegenüber dem Gesellschafter. Das von der Muttergesellschaft 2020 erhaltenen Darlehen, das zum Stichtag noch TEUR 45.000 betrug, ist weiterhin als mittelfristig zu qualifizieren (1 bis 5 Jahre). Haftungsverhältnisse gemäß §§ 251, 268 Abs. 7 HGB, außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3 und 3a HGB Haftungsverhältnisse bestehen keine. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB betragen TEUR 19.818 (Vj. TEUR 13.874). Es handelt sich hierbei um Verpflichtungen aus Miet-/Leasingverträgen, sie setzen sich wie folgt zusammen:
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffend Grundstücke und Gebäude bestehen in Höhe von TEUR 10.292 gegenüber einem verbundenen Unternehmen sowie in Höhe von TEUR 8.403 gegenüber Dritten. Die Mindestvertragslaufzeit mit dem verbundenen Unternehmen beträgt 15 Jahre und endet mit Ablauf des 31. Dezember 2028. Die Mindestvertragslaufzeit mit dem Dritten beträgt 10 Jahre und endet mit Ablauf des 31. Dezember 2032. Die Restlaufzeiten der Positionen Fahrzeuge/Stapler und Maschinen betragen zwischen 1 und 5 Jahren. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse
Die Umsätze wurden wie im Vorjahr nahezu ausschließlich gruppenintern in der Schweiz erwirtschaftet. Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Wesentlichen periodenfremder Ertrag inklusive Auflösung von Rückstellungen in Höhe von insgesamt TEUR 1.054 sowie TEUR 474 Ertrag aus Fremdwährungsumrechnungen enthalten. Sonstige betriebliche Aufwendungen Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten des Geschäftsjahres beläuft sich auf TEUR 2.445 (Vj. TEUR 2.089). Im Geschäftsjahr 2023 erfolgte wie im Vorjahr keine Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände. Periodenfremde Aufwendungen nach § 285 Nr. 32 HGB Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen beziehen sich insgesamt TEUR 553 auf Vorjahre und stellen damit periodenfremden Aufwand dar, welcher insbesondere auf eine rückwirkende Betriebskostenabrechnung und eine Rückvergütung entfällt. Periodenfremder Ertrag nach § 285 Nr. 32 HGB In den Erträgen, die einem anderen Geschäftsjahr zuzuordnen sind, sind im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 439, Ausbuchungen von Kreditorenverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 420 sowie TEUR 87 Steuerentlastungen nach § 9b StromStG enthalten. Anzahl der beschäftigten Arbeitnehmer gemäß § 285 Nr. 7 HGB Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:
Angaben der Geschäftsführung gemäß § 285 Nr. 10 HGB Geschäftsführer sind:
Unterlassen von Angaben gemäß § 286 HGB Die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung gemäß § 285 Nr. 9 HGB wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB unterlassen. Mutterunternehmen bei Konzernzugehörigkeit gemäß § 285 Nr. 14 und 14a HGB Die Gesellschaft ist in den Konzernabschluss der Capri Sun Group Holding AG, Baar/Schweiz, die den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt, eingebunden. Angabe zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 berechnete Gesamthonorar beträgt TEUR 52 für die Abschlussprüfungsleistungen, andere Leistungen wurden nicht erbracht. Angabe zu mittelbaren Verpflichtungen gemäß Artikel 28 EGHGB Es bestehen keine mittelbaren Verpflichtungen. Ergebnisverwendung gemäß § 285 Nr. 34 HGB Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss von TEUR 14.370 auf neue Rechnung vorzutragen. Nachtragsbericht Es waren keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres zu verzeichnen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Christian Kral wurde mit Wirkung zum 01. Juni 2024 als Geschäftsführer der Gesellschaft abberufen.
Eppelheim, den 25. September 2024 Capri Sun GmbH, Dr. Stefan Seiss, Geschäftsführer Volker Wielsch, Geschäftsführer Entwicklung des Anlagevermögens (erweiterte Bruttodarstellung)HGB
Zug (CH), den 26. September 2024 Capri Sun AG Für / on behalf of Roland Weening, CFO / Authorized Signatory Remko Wessels, CEO / Authorized Signatory Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023A. Grundlagen der Gesellschaft 1. Geschäftsmodell, Ziele und Strategien der Gesellschaft Die Capri Sun GmbH, Eppelheim (im Folgenden kurz: "Capri Sun" oder "Gesellschaft"), produziert fruchthaltige Getränke in flexiblen Kleinverpackungen. Die Capri Sun Vertriebs GmbH, Eppelheim, übernimmt seit dem 1. August 2018 die Vertriebsfunktion innerhalb der Capri Sun Group für die Märkte Deutschland, Österreich und teilweise Schweiz. Weitere Länder werden von dem verbundenen Unternehmen Capri Sun AG, Baar/Schweiz, direkt beliefert, welches u.a. das weitere internationale Geschäft für die Capri Sun Group steuert. Die Capri Sun GmbH übernimmt dagegen seither eine reine Produktionsfunktion im Rahmen eines sogenannten Prinzipalmodells, das einen Anpassungsmechanismus im Hinblick auf das operative Ergebnis vorsieht, der ein Margenniveau vergleichbarer, nicht kontrollierter Unternehmen gewährleistet. Die Gesellschaft partizipiert vom internationalen Geschäft hauptsächlich über die Leerbeutelproduktion und erzielt nahezu ausschließlich innerkonzernliche Umsätze. Seit Einführung des Prinzipalmodells stellen die Umsatzerlöse und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren für die Geschäftsführung dar. Ein Großteil der Produkte vermarktet die Gruppe unter dem Namen Capri-Sun. Das Unternehmen ist mit der Marke Capri-Sun seit vielen Jahren in vielen wichtigen Ländern, wie Deutschland, Belgien, Österreich, Tschechien und Dänemark, Marktführer im Bereich der flexiblen Kleinverpackung. Ziel der Capri-Sun Unternehmensgruppe ist, das nachhaltigste und am besten schmeckende Kindergetränk der Welt zu sein. Im Zuge einer einheitlichen Kommunikationsstrategie und der Internationalisierung wurde bereits Anfang 2017 Capri-Sonne im deutschsprachigen Raum in Capri-Sun umbenannt. In internationalen Märkten gab es den Namen Capri-Sun bereits zuvor. 2. Erklärung zur Unternehmensführung Vielfalt ist für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung. Mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt bekräftigt die Capri Sun ihr Engagement für eine Unternehmenskultur, die Vielfalt schätzt und anerkennt. Bis 2028 will die Capri Sun GmbH den Anteil von Frauen in der Geschäftsführung und den beiden Führungsebenen darunter bis auf mindestens 35% erhöhen und bis 2030 bis auf mindestens 40%. Dieser Frauenteil konnte im Jahr 2023 bereits von 25,9% auf 30,0% gegenüber Vorjahr erhöht werden. B. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Das Geschäftsjahr 2023 war vor allem von der weiter stark steigenden Inflation entscheidend geprägt. Die Konsumenten wechseln immer mehr zum Discount und zu Angebotskäufern. Gemäß Nielsen Market Track1 war 2023 der Absatz in Litern alkoholfreier Getränke ("AFG") in Deutschland, einem der wichtigsten indirekten Absatzmärkte der Gesellschaft, erneut rückläufig und mit -1,8% geringfügig stärker als im Vorjahr. Haupttreiber dieser Entwicklung waren ähnlich wie im Vorjahr die Segmente Wasser (-4,4%), Fruchtsäfte (-7,7%) und Fruchtnektare (-9,2%). Aber auch Eistee und Smoothies lagen merklich unter Vorjahr. Wachstumssegmente waren erneut Energy-Drinks (13,0%), aromatisiertes Wasser (4,9%), Colagetränke (2,9%) sowie flüssige Sportgetränke (16,9%). 1 Der Umsatz alkoholfreier Getränke in Deutschland lag dagegen mit 8,6% deutlich über Vorjahr. In sämtlichen Segmenten wurden merkliche bis starke Umsatzzuwächse trotz teils geringeren Absätzen realisiert, allen voran flüssige Sportgetränke (39,3%), Energydrinks (12,0%), Fruchtsaftgetränke ohne CO 2 (16,8%) und Colagetränke (9,9%), aber auch Limonaden und fruchtsafthaltige Getränke konnten um 8,8% zulegen. 1 Das Segment der Capri Sun, fruchthaltige Getränke <=500ml, ist im Berichtsjahr in Deutschland um 1,0% in der Menge in Litern und im Umsatz um 15,7% gestiegen und entwickelte sich damit deutlich besser als der AFG-Durchschnitt. 1 2. Geschäftsverlauf Im Geschäftsjahr 2023 ist der Nettoumsatz der Capri Sun im Wesentlichen aufgrund von Preiserhöhungen um insgesamt 9,8% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Seit August 2018 fungiert die Gesellschaft als Auftragsfertiger für die Capri Sun AG und partizipiert daher nur noch mittelbar an der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Bruttomarge, berechnet als Gesamtleistung exklusive der sonstigen betrieblichen Erträge abzüglich Materialaufwand im Verhältnis zur Summe der Umsatzerlöse und der Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, lag im Berichtsjahr mit 37,3% um 1,4%-Punkte unter Vorjahr. Im Bereich Forschung und Entwicklung lag der Fokus weiterhin auf der Optimierung der Primär- und Sekundär-Verpackung und hier insbesondere auf der leichteren Recycelfähigkeit der Beutelfolie und deren Verarbeitung in der Produktion. Die Capri Sun verpflichtete sich auch im Geschäftsjahr 2023 zur Einhaltung der geltenden Rechtsvorschriften und internen SGA-Vorgaben (Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit), um die Umwelt und die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu schützen. Weiterhin wird stetig das Ziel verfolgt, kritische Ereignisse, wie z.B. Unfälle oder Freisetzung von Stoffen, zu vermeiden, indem Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsaspekte bei der Planung, Durchführung und Implementierung von Projekten berücksichtigt werden. Das Ziel ist die permanente Verringerung von Umweltauswirkungen, die durch den Herstellungsprozess entstehen. Seit November 2005 ist die Capri Sun nach dem Lebensmittelsicherheitsstandard IFS FOOD (International Featured Standards) zertifiziert. Seitdem erreichte die Gesellschaft jedes Jahr durchweg das "Higher Level" (> 95 %). Die implementierten Qualitätsstandards werden stetig verbessert und werden mithilfe der externen Überprüfung durch den IFS zusätzlich abgesichert, um Produktrisiken ausschließen zu können. Weiterhin ist die Capri Sun Mitglied des SGF International e.V. (Safe - Global - Fair) und wird zusätzlich hinsichtlich der Einhaltung von Social Compliance-Anforderungen von externen Parteien überprüft. 3. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Die Umsatzerlöse stiegen im Wesentlichen aufgrund von Preiseffekten signifikant um 25,7 Mio. EUR (9,8%) von 261,6 Mio. EUR auf 287,3 Mio. EUR. Der stärkste Anstieg war dabei bei den Erlösen für eigene Erzeugnisse mit 22,6 Mio. EUR zu verzeichnen. Die Vorjahresprognose sah einen moderaten Umsatzanstieg im einstelligen Prozentbereich vor und wurde somit leicht übertroffen. Im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete die Gesellschaft ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 20,7 Mio. EUR (Vj. 20,5 Mio. EUR). Die Vorjahresprognose sah für das absolute EBIT einen moderaten Anstieg vor und wurde somit nicht ganz erreicht. Der durchschnittliche Personalbestand hat sich leicht um 23 auf 713 Mitarbeiter vermindert, insbesondere absatzbedingt im Produktionsbereich. Im Wesentlichen aufgrund der Klassifizierung von Vermögensgegenständen des langfristigen Anlagevermögens als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte hat sich das Anlagevermögen im Geschäftsjahr leicht um 3,5 Mio. EUR vermindert. Beim Bestand an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen ist ein geringer Anstieg von 1,1 Mio. EUR auf 24,3 Mio. EUR zu verzeichnen. Der Bestand der unfertigen Erzeugnisse ging dagegen merklich von 7,1 Mio. EUR auf 5,9 Mio. EUR zurück. Ebenso verminderte sich der Bestand der fertigen Erzeugnisse und Waren von 12,5 Mio. EUR auf 9,3 Mio. EUR deutlich. Die Vorräte sanken im Wesentlichen aufgrund der niedrigeren Fertigwarenbestände insgesamt merklich von 42,7 Mio. EUR in 2022 um 7,6% auf 39,5 Mio. EUR in 2023. Die Forderungen gegen Gesellschafter haben sich stichtagsbedingt von 34,7 Mio. EUR auf 51,3 Mio. EUR erhöht. Der Bestand an liquiden Mitteln belief sich auf TEUR 1 und blieb damit unverändert zum Vorjahresstichtag. Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital durch den Jahresüberschuss 2023 um 14,4 Mio. EUR. Die Rückstellungen erhöhten sich um 1,2 Mio. EUR, im Wesentlichen aufgrund gestiegener Pensionsverpflichtungen sowie höherer Steuerrückstellungen. Des Weiteren ist im Wesentlichen stichtagsbedingt und aufgrund der teilweisen Tilgung des Darlehens von der Muttergesellschaft ein Rückgang der Verbindlichkeiten um 6,0 Mio. EUR zu verzeichnen. Die Bilanzsumme ist im Ergebnis von 203,4 Mio. EUR um 9,6 Mio. EUR auf 213,0 Mio. EUR gestiegen, und die Vermögenslage der Gesellschaft ist weiterhin stabil. Der aus laufender Geschäftstätigkeit erwirtschaftete Cashflow betrug im Berichtsjahr 26,1 Mio. EUR. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeiten bezüglich Betriebsmittel und im Zusammenhang mit dem Cash Pooling belief sich ebenfalls auf 26,1 Mio. EUR. Der Cashflow aus Finanzierungsaktivitäten war unwesentlich. Die Gesellschaft war zu jeder Zeit in der Lage, ihre Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Seit August 2018 fungiert die Gesellschaft als Auftragsfertiger für die Capri Sun AG im Rahmen eines sog. Prinzipalmodells und partizipiert daher nur noch mittelbar an der wirtschaftlichen Entwicklung. Insbesondere unter Berücksichtigung dieses Aspekts ist die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2023 insgesamt als zufriedenstellend zu bewerten. C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 1. Prognosebericht Auf Basis der Wachstumsprognose der Capri Sun Gruppe erwartet die Gesellschaft nach der deutlichen Umsatzsteigerung im Geschäftsjahr 2023 für das Geschäftsjahr 2024 eine moderate Umsatzsteigerung im einstelligen Prozentbereich. Aufgrund des sogenannten Prinzipalmodells wird damit auch ein entsprechend moderat höheres absolutes EBIT prognostiziert. 2. Risiken Die nachfolgend aufgeführten Risiken werden in absteigender Reihenfolge ihrer Bedeutung für die Gesellschaft beschrieben. Im Jahr 2024 bleiben die Rohstoffmärkte weiterhin kritisch, die wesentlich die Verfügbarkeit und damit auch die Kosten von Rohstoffen und Verpackungsmaterialien beeinflussen. Dafür gibt es vielfältige Gründe aufgrund der Lage in den bekannten Krisengebieten und der herausfordernden Situation auf den Weltmärkten. Davon werden auch im kommenden Jahr unsere Lieferketten maßgeblich beeinflusst sein. Mit Engpässen unserer Zulieferer ist in einigen wenigen Fällen zu rechnen. Um dem entgegenzuwirken wurden zusätzliche Lieferanten für Folie und wichtige Grundstoffe qualifiziert. Aufgrund des Funktionsprofils der Gesellschaft als Auftragsfertiger hat das Unternehmen hieraus lokal keine direkte finanzielle Belastung zu tragen. Die Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen werden von der Gesellschaft laufend überwacht. Durch die Funktion als Auftragsfertiger erwirtschaftet die Gesellschaft fast ausschließlich Umsätze mit der Capri Sun AG. Etwaige Ausfallrisiken, die bei Kundenforderungen bestehen könnten, wird durch eine laufende Überwachung der Bonität begegnet, darüber hinaus werden drohende Ausfallrisiken durch die Bildung von Wertberichtigungen bilanziell berücksichtigt. Wesentliche Währungsrisiken bestehen aufgrund der überwiegenden Fakturierung in Euro nicht. Gegen Liquiditätsrisiken und Zahlungsstromschwankungen ist die Capri Sun durch die Finanzierung innerhalb der Capri Sun Gruppe gesichert. Zusätzlich zu den üblichen geschäftsbezogenen Risikofaktoren achten wir auch auf andere bedeutende Risiken, denen wir möglicherweise ausgesetzt sind, wie z. B. Nachhaltigkeits-, politische, Reputations-, Regulierungs-, IT- und Compliance-Risiken. Aufgrund des oben beschriebenen Prinzipalmodells werden die möglichen Auswirkungen der Risiken auf die Gesellschaft insgesamt als eher gering erachtet. Unter Berücksichtigung aller oben genannten Tatsachen sehen die Geschäftsführung und der Konzern die Unternehmensfortführung nicht gefährdet, und die Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, einschließlich wesentlicher Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, bleibt unverändert. 3. Chancen Die nachfolgend aufgeführten Chancen werden in absteigender Reihenfolge ihrer Bedeutung für die Gesellschaft beschrieben Das Erfolgsrezept der Gesellschaft ist, ein permanent qualitativ hochwertiges Produkt anzubieten, das die sich stetig ändernden Erfordernisse des Marktes erfüllt. Um es in dieser gleichbleibend hohen Qualität herzustellen, sind eine sorgfältige Auswahl der Rohstoffe aus kontrolliertem und integriertem Anbau und eine durchgehende Qualitätssicherung notwendig. Die Qualitätssicherung wird durch die Zertifizierung des Qualitäts- und Umweltmanagements gesichert. Dies ist oberste Prämisse des Unternehmens, um auch weiterhin im Markt erfolgreich zu sein. Zusätzlich zu den erwähnten Audits gelangen auch immer mehr sogenannte Social Audits und Audits, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen in den Fokus. Die Implementierung eines Energie-Management-Systems ist von der Planungsphase nun in die Umsetzungsphase übergegangen mit einem Abschluss für Mitte 2025. Im Jahr 2024 wird der 330ml Standbeutel komplett auf eine neue Monofolie in Kombination mit dem Tethered Cap Verschluss umgestellt. Ab Mitte April werden bei dieser Ausführung keine Alubeutel mehr in Eppelheim abgefüllt. Der hohe Wiedererkennungswert des Capri-Sun Standbodenbeutels ist ein wichtiger Teil des Erfolgs der Marke und der Gesellschaft. Trotz unserer Position als Marktführer im Bereich der Beutelherstellung, entwickeln wir permanent die Qualität des Beutels weiter, um unsere Position zu behaupten. Die Produktentwicklung liegt nach der Funktionsverlagerung bei der Capri Sun Group Holding AG.
Eppelheim, den 25. September 2024 Capri Sun GmbH, Dr. Stefan Seiss, Geschäftsführer Volker Wielsch, Geschäftsführer |
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