RK Vision Invest GmbH & Co. KG
Selbe AdresseWagniskapital-Beteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Robert Holm seit 5.5.2017 | Geschäftsführer |
Elias-Stephan Johannes Reitter seit 20.5.2015 | Prokura |
Kai Eduard Viktor Dr. Burr seit 11.7.2014 | Prokura |
Kai Bernd Kalchthaler seit 22.5.2013 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
infoscore Tracking Solutions GmbH i. Gr. | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Bertelsmann SE & Co. KGaAGüterslohKonzernabschluss zum 31.12.2016Zusammengefasster LageberichtDas Geschäftsjahr 2016 im ÜberblickBertelsmann setzte im Jahr 2016 seine erfolgreiche operative Geschäftsentwicklung fort und kam bei der Strategieumsetzung weiter voran. Trotz belastender Wechselkurs- und Portfolioeffekte erreichte der Konzernumsatz dank eines verbesserten organischen Wachstums von 0,9 Prozent 17,0 Mrd. € (Vj.: 17,1 Mrd. €). Zum organischen Wachstum trugen vor allem die TV-, Musik-, Dienstleistungs- und Bildungsgeschäfte bei. Der Umsatzanteil der Wachstumsgeschäfte erhöhte sich weiter auf 30 Prozent (Vj.: 28 Prozent). Trotz Anlaufverlusten für Digital- und Neugeschäfte, die sich allein bei der Bertelsmann Education Group und der RTL Group auf insgesamt -71 Mio. € (Vj.: -52 Mio. €) beliefen, erreichte das Operating EBITDA mit 2.568 Mio. € (Vj.: 2.485 Mio. €) einen Rekordwert. Der operative Ergebnisanstieg wurde primär durch die TV-, Musik- und Dienstleistungsgeschäfte getragen. Angesichts der positiven operativen Geschäftsentwicklung und geringerer Belastungen aus Sondereinflüssen erhöhte sich das Konzernergebnis um 2,6 Prozent auf 1.137 Mio. €. Die Gesamtinvestitionen einschließlich übernommener Finanzschulden betrugen im Berichtszeitraum 1,2 Mrd. € (Vj.: 1,3 Mrd. €). Bertelsmann rechnet für das Jahr 2017 mit einem guten Geschäftsverlauf und weiteren Fortschritten bei der Strategieumsetzung. Umsatz in Mrd. €
Operating EBITDA in Mio. €
Konzernergebnis in Mio. €
Grundlagen des KonzernsIm vorliegenden Lagebericht wird das Wahlrecht genutzt, den Konzernlagebericht und den Lagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA zusammenzufassen. In diesem zusammengefassten Lagebericht wird über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Bertelsmann-Konzerns sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA berichtet. Die Angaben gemäß HGB zur Bertelsmann SE & Co. KGaA werden in einem eigenen Abschnitt erläutert. Der zusammengefasste Lagebericht wird anstelle des Konzernlageberichts im Bertelsmann Geschäftsbericht veröffentlicht. UnternehmensprofilBertelsmann ist in den Kerngeschäftsfeldern Medien, Dienstleistungen und Bildung in rund 50 Ländern der Welt aktiv. Die geografischen Kernmärkte umfassen Westeuropa - vor allem Deutschland, Frankreich sowie Großbritannien - und die USA. Darüber hinaus verstärkt Bertelsmann sein Engagement in Wachstumsregionen wie China, Indien und Brasilien. Zu den Bertelsmann-Unternehmensbereichen zählen die RTL Group (Fernsehen), Penguin Random House (Buch), Gruner + Jahr (Zeitschriften), BMG (Musik), Arvato (Dienstleistungen), die Bertelsmann Printing Group (Druck), die Bertelsmann Education Group (Bildung) und Bertelsmann Investments (Fonds). Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist eine kapitalmarktorientierte, nicht börsennotierte Kommanditgesellschaft auf Aktien. Als Konzernholding übt sie zentrale Konzernfunktionen wie die Festlegung und Weiterentwicklung der Konzernstrategie, die Kapitalallokation, die Finanzierung und die Managemententwicklung aus. Die interne Unternehmenssteuerung und -berichterstattung folgen der Unternehmensorganisation, die sich aus den operativen Segmenten und dem Bereich Corporate zusammensetzt. Die RTL Group ist nach Umsatz eines der führenden Unternehmen im Sender-, Inhalte- und Digitalgeschäft mit Beteiligungen an 60 Fernsehsendern und 31 Radiostationen sowie Produktionsgesellschaften weltweit. Zu den Fernsehgeschäften der RTL Group zählen RTL Television in Deutschland, M6 in Frankreich und die RTL-Sender in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Kroatien und Ungarn sowie die Beteiligungen an Atresmedia in Spanien und RTL CBS Asia Entertainment Network in Südostasien. Fremantle Media ist einer der größten internationalen Entwickler, Produzenten und Vertriebe vielfältiger Formate außerhalb der USA. Mit den Catch-up-Services der Senderfamilien, den Multichannel-Netzwerken BroadbandTV, StyleHaul und Divimove sowie den 260 YouTube-Kanälen von Fremantle Media ist die RTL Group das nach Onlinevideo-Views führende europäische Medienunternehmen. Außerdem besitzt die RTL Group eine Mehrheitsbeteiligung an SpotX, einer Technologieplattform zur Vermarktung von Onlinevideo-Werbung. Die RTL Group S.A. ist börsennotiert und im deutschen Aktienindex MDAX gelistet. Penguin Random House ist mit mehr als 250 Buchverlagen auf fünf Kontinenten die nach Umsatz größte Publikumsverlagsgruppe der Welt. Zu den bekanntesten Verlagsmarken zählen traditionsreiche Namen wie Doubleday, Viking und Alfred A. Knopf (USA), Ebury, Hamish Hamilton und Jonathan Cape (Großbritannien), Plaza & Janés und Alfaguara (Spanien) und Sudamericana (Argentinien) sowie der international tätige Buchverlag Dorling Kindersley. Penguin Random House veröffentlicht jährlich mehr als 15.000 Neuerscheinungen und verkauft fast 800 Millionen Bücher, E-Books und Hörbücher. Die deutschsprachige Verlagsgruppe Random House mit traditionsreichen Verlagen wie Goldmann und Heyne gehört rechtlich nicht zu Penguin Random House, steht jedoch unter gleicher unternehmerischer Leitung und ist Teil des Unternehmensbereichs Penguin Random House. Gruner + Jahr ist mit über 500 Magazinen und digitalen Angeboten in mehr als 20 Ländern vertreten. G+J Deutschland verlegt namhafte Magazine wie "Stern", "Brigitte" und "Geo". Das Digitalgeschäft besteht aus publizistischen Angeboten, Communities, Commerce-Geschäften wie dem "Schöner Wohnen"-Shop und dem Ad-Tech-Geschäft von Ligatus. Gruner + Jahr hält 59,9 Prozent an der Motor Presse Stuttgart. In Frankreich betreibt G+J mit Prisma Media den nach Gesamtreichweite größten bimedialen Magazinverlag des Landes. BMG ist ein international tätiges Unternehmen, das Musikverlagsrechte verwaltet und Aufnahmerechte managt. BMG vertritt mit 14 eigenen Niederlassungen auf zwölf wichtigen Musikmärkten mittlerweile über 2,5 Millionen Titel und Aufnahmen, darunter jene der Kataloge von Chrysalis, Bug, Cherry Lane, Sanctuary, Primary Wave und Alberts Music. Arvato entwickelt und realisiert für Geschäftskunden diverser Branchen in mehr als 40 Ländern innovative Lösungen für unterschiedlichste Geschäftsprozesse. Diese umfassen Customer Relationship Management (CRM), Supply Chain Management (SCM), Financial Solutions und IT-Dienstleistungen. In der Bertelsmann Printing Group sind alle Offset- und Tiefdruckaktivitäten von Bertelsmann gebündelt. Dazu zählen die deutschen Offsetdruckereien Mohn Media, GGP Media und Vogel Druck, die Tiefdruckaktivitäten von Prinovis in Deutschland und Großbritannien sowie die Offset- und Digitaldruckereien Berryville Graphics, Coral Graphics und OPM in den USA. Die Gruppe vereint ein breites Druck- und Dienstleistungsangebot. Zur Bertelsmann Printing Group gehören darüber hinaus die RTV Media Group und der Kreativdienstleister MBS sowie der Speichermedienproduzent Sonopress. Die Bertelsmann Education Group umfasst die Bildungsaktivitäten von Bertelsmann. Die digitalen Bildungs- und Dienstleistungsangebote haben ihre Schwerpunkte in den Sektoren Gesundheit und Technologie. Zu den Bildungsaktivitäten zählen die E-Learning-Anbieter Relias Learning und Udacity sowie die Beteiligungen am Online-Bildungsdienstleister HotChalk und an der Hochschule Alliant International University. Bertelsmann Investments bündelt die globalen Start-up-Beteiligungen von Bertelsmann. Schwerpunkt der Aktivitäten sind die strategischen Wachstumsregionen Brasilien, China und Indien sowie die USA und Europa. Beteiligungen erfolgen über die Fonds Bertelsmann Brazil Investments (BBI), Bertelsmann Asia Investments (BAI), Bertelsmann India Investments (BII) und Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI). Regulatorische RahmenbedingungenBertelsmann betreibt in mehreren europäischen Ländern Fernseh- und Radioaktivitäten, die regulatorischen Bestimmungen unterworfen sind, in Deutschland beispielsweise durch die medienrechtliche Aufsicht der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich. Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns nehmen in vielen Geschäftsfeldern führende Marktpositionen ein, sodass akquisitorisches Wachstum aus wettbewerbsrechtlichen Gründen begrenzt sein kann. Darüber hinaus unterliegen einige Bildungsaktivitäten regulatorischen Bestimmungen staatlicher Behörden und Akkreditierungsstellen. Aufgrund der Börsenzulassung der begebenen Genussscheine und Anleihen unterliegt Bertelsmann als kapitalmarktorientiertes Unternehmen in vollem Umfang den entsprechenden kapitalmarktrechtlichen Bestimmungen. AktionärsstrukturDie Bertelsmann SE & Co. KGaA ist eine nicht börsennotierte Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Kapitalanteile der Bertelsmann SE & Co. KGaA werden zu 80,9 Prozent von Stiftungen (Bertelsmann Stiftung, Reinhard Mohn Stiftung, BVG-Stiftung) und zu 19,1 Prozent von der Familie Mohn mittelbar gehalten. Alle Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA und der Bertelsmann Management SE (persönlich haftende Gesellschafterin) werden von der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG) kontrolliert. StrategieDas übergeordnete Ziel von Bertelsmann ist die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes über eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft bei einem gleichzeitig effizienten Kapitaleinsatz (siehe Abschnitt "Wertorientiertes Steuerungssystem"). Bertelsmann strebt ein wachstumsstärkeres, digitaleres, internationaleres und diversifizierteres Konzernportfolio an. Geschäfte, in die Bertelsmann investiert, sollen ein langfristig stabiles Wachstum, globale Reichweite, stabile und verteidigbare Geschäftsmodelle, hohe Markteintrittsbarrieren und Skalierbarkeit aufweisen. Das Bildungsgeschäft wird schrittweise zur dritten Ertragssäule neben den Medien- und Dienstleistungsgeschäften aufgebaut. Die Konzernstrategie umfasst vier strategische Stoßrichtungen: Stärkung der Kerngeschäfte, digitale Transformation, Ausbau von Wachstumsplattformen sowie Expansion in Wachstumsregionen. Entlang dieser strategischen Stoßrichtungen erzielte Bertelsmann auch im Geschäftsjahr 2016 wesentliche Fortschritte. Im Rahmen der Stärkung der Kerngeschäfte wurde die Ad Alliance zur Zusammenarbeit der Mediengruppe RTL Deutschland und Gruner + Jahr in der Werbevermarktung gebildet. 2016 startete die RTL Group neue TV-Sender. Gruner + Jahr gründete die Deutsche Medien-Manufaktur zusammen mit dem Landwirtschaftsverlag und fokussierte sich zudem durch die Veräußerungen der Verlagsgruppe News in Österreich und G+J Spanien weiter auf die Kernmärkte Deutschland und Frankreich. Bei der Bertelsmann Printing Group wurde eine neue Führungsstruktur implementiert. Das konzernweite Ergebnisverbesserungsprogramm wurde weiter umgesetzt. Die digitale Transformation wurde weiter vorangetrieben, bei der RTL Group unter anderem durch die Übernahme des Onlinevideo-Vermarkters Smartclip. Gruner + Jahr baute seine Digitalgeschäfte aus, insbesondere durch den Erwerb des französischen digitalen Bewegtbildanbieters Groupe Cerise, die Übernahme des Demand-Side-Plattform-Anbieters LiquidM sowie die Aufstockung der Beteiligung und somit Komplettübernahme des Vermarktungsdienstleisters trnd. Arvato wuchs mit Dienstleistungen für Unternehmen aus den Bereichen IT/Hightech und mit E-Commerce-Dienstleistungen. Die Wachstumsplattformen wurden durch den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am ARC-Music-Verlagskatalog und die Vertragsunterzeichnung zahlreicher neuer Künstler bei BMG - darunter Pink-Floyd-Gründer und -Songwriter Roger Waters - gestärkt. Zudem erfolgten der Markteintritt von BMG in Australien und die Übernahme des australischen Musikverlags Alberts. Arvato schaffte mit der Entwicklung eines neuen Logistikzentrums im östlichen Ruhrgebiet sowie der Inbetriebnahme eines Distributionscenters im niederländischen Gennep die Voraussetzungen für den weiteren Ausbau seiner SCM-Dienstleistungen. Zudem erzielte Arvato weitere Vertriebserfolge im Geschäftsbereich Financial Solutions. Das Bildungsgeschäft wurde unter anderem durch den fortgesetzten organischen und akquisitorischen Ausbau der Aktivitäten von Relias Learning weiter gestärkt. So expandierte Relias Learning international und übernahm unter anderem die US-amerikanischen Unternehmen CMT, AHC Media und Swank Healthcare. Der E-Learning-Anbieter Udacity weitete sein Geschäft ebenfalls international aus und ist mit seinen Nanodegree-Angeboten nun auch in Brasilien, China, Indien und Deutschland aktiv. Im Zuge der Erweiterung der Präsenz in den Wachstumsregionen tätigte der Fonds BAI in China weitere Neu- und Folgeinvestitionen und leistete mit Gewinnen aus Beteiligungsverkäufen einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis. In Indien stärkte Bertelsmann seine Aktivitäten in strategisch relevanten Geschäftsfeldern durch den Erwerb von Beteiligungen an dem E-Commerce-Dienstleister Kart-Rocket, dem sozialen Modenetzwerk Roposo, dem Budget-Hotel-Marktplatz Treebo sowie dem Fintech-Unternehmen Lendingkart. Bertelsmann Brazil Investments beteiligte sich zusammen mit dem strategischen Partner Bozano Investimentos an dem Hochschulbildungsunternehmen Medcel und der NRE Education Group. Bertelsmann wird seine laufende Transformation hin zu einem wachstumsstärkeren, digitaleren, internationaleren und diversifizierteren Unternehmen auch 2017 entlang der vier strategischen Stoßrichtungen gestalten. Die Einhaltung und die Erreichung der strategischen Entwicklungsprioritäten werden fortlaufend durch den Vorstand und auf Ebene der Unternehmensbereiche im Rahmen regelmäßiger Sitzungen der Strategy and Business Committees überprüft, ebenso im Rahmen des jährlichen Strategischen Planungsdialogs zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Darüber hinaus werden kontinuierlich relevante Märkte und das Wettbewerbsumfeld analysiert, um hieraus Schlüsse für die Weiterentwicklung der Konzernstrategie zu ziehen. Zu Fragen der Konzernstrategie und Konzernentwicklung wird der Vorstand durch das Group Management Committee (GMC) unterstützt, das mit Führungskräften besetzt ist, die wesentliche Geschäfte, Länder, Regionen und ausgewählte konzernübergreifende Funktionen repräsentieren. Für die Strategieumsetzung wird weiterhin die inhaltliche und unternehmerische Kreativität der Angebote von besonderer Bedeutung sein. Bertelsmann wird deshalb auch zukünftig erheblich in die kreative Substanz der Geschäfte investieren. Zudem sind qualifizierte Mitarbeiter auf allen Ebenen Voraussetzung für den strategischen und wirtschaftlichen Erfolg von Bertelsmann. Auch die Innovationskompetenz ist für Bertelsmann von hoher Bedeutung und ein wichtiger strategischer Bestandteil (siehe Abschnitt "Innovationen"). Wertorientiertes SteuerungssystemDas übergeordnete Ziel von Bertelsmann ist die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes über eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft. Zur Steuerung des Konzerns bedient sich Bertelsmann seit vielen Jahren eines wertorientierten Steuerungssystems, in dessen Mittelpunkt Umsatz, operatives Ergebnis und optimaler Kapitaleinsatz stehen. Aus formalen Gründen unterscheidet Bertelsmann Steuerungskennzahlen im engeren Sinne von solchen im weiteren Sinne. Steuerungskennzahlen im engeren Sinne - hierzu zählen Umsatz, Operating EBITDA sowie der Bertelsmann Value Added (BVA) - dienen der unmittelbaren Beurteilung der laufenden Geschäftsentwicklung und finden dementsprechend Eingang in den Prognosebericht. Hiervon abgegrenzt werden Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne verwendet, die sich zum Teil aus den vorgenannten Kennzahlen ableiten oder durch diese stark beeinflusst werden. Hierzu zählen die EBITDA-Marge sowie die Cash Conversion Rate. Bestandteil des wertorientierten Steuerungssystems im weiteren Sinne ist darüber hinaus das finanzielle Steuerungssystem mit den definierten internen Finanzierungszielen. Angaben zur erwarteten Entwicklung von Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne erfolgen allenfalls ergänzend und sind kein Bestandteil des Prognoseberichts. Zur Erläuterung des Geschäftsverlaufs und zur Steuerung des Konzerns verwendet Bertelsmann auch sogenannte Alternative Leistungskennzahlen, die nicht nach IFRS definiert sind (detaillierte Erläuterung hierzu im Abschnitt "Alternative Leistungskennzahlen"). Steuerungskennzahlen im engeren SinneZur Steuerung des Konzerns verwendet Bertelsmann den Umsatz, das Operating EBITDA sowie den BVA als Steuerungsgrößen. Der Umsatz wird als Wachstumsindikator der Geschäfte herangezogen. Im Geschäftsjahr 2016 betrug das organische Umsatzwachstum 0,9 Prozent. Der Konzernumsatz lag wechselkurs- und portfoliobedingt mit 17,0 Mrd. € um 1,1 Prozent unter dem Vorjahreswert (Vj.: 17,1 Mrd. €). Eine wesentliche Steuerungskennzahl zur Messung der Profitabilität des Bertelsmann-Konzerns und der Unternehmensbereiche ist das Operating EBITDA. Im Berichtszeitraum erhöhte sich das Operating EBITDA auf 2.568 Mio. € (Vj.: 2.485 Mio. €). Zur Beurteilung der Ertragskraft des operativen Geschäfts und der Rentabilität des investierten Kapitals verwendet Bertelsmann den BVA. Der BVA misst den über die angemessene Verzinsung des investierten Kapitals hinaus erwirtschafteten Gewinn. Im Geschäftsjahr 2016 belief sich der BVA auf 147 Mio. € nach 155 Mio. € im Vorjahr. Der Einfluss des höheren durchschnittlich investierten Kapitals konnte nur teilweise durch das gegenüber dem Vorjahr verbesserte operative Ergebnis kompensiert werden. Steuerungskennzahlen im weiteren SinneZur Beurteilung der Geschäftsentwicklung werden weitere Steuerungskennzahlen verwendet, die sich teilweise aus Umsatz und Operating EBITDA ableiten bzw. von diesen Größen stark beeinflusst werden. Als Maßstab für die Finanzmittelfreisetzung aus den Geschäften dient die Cash Conversion Rate, die im langjährigen Mittel zwischen 90 und 100 Prozent liegen soll. Im Geschäftsjahr 2016 erhöhte sich die Cash Conversion Rate aufgrund einer Verbesserung der operativen Mittelfreisetzung bzw. einer Erhöhung des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit auf 93 Prozent (Vj.: 83 Prozent). Als ergänzendes Kriterium zur Beurteilung der operativen Geschäftsentwicklung wird die EBITDA-Marge herangezogen. Im Geschäftsjahr 2016 verbesserte sich die EBITDA-Marge auf 15,1 Prozent nach 14,5 Prozent im Vorjahr. Das finanzielle Steuerungssystem von Bertelsmann ist definiert durch die internen Finanzierungsziele, die im Abschnitt "Finanz- und Vermögenslage" dargestellt werden. Diese Grundsätze zur Finanzierung werden bei der Steuerung des Konzerns verfolgt und fallen unter das wertorientierte Steuerungssystem im weiteren Sinne. Zum wertorientierten Steuerungssystem im weiteren Sinne zählen nicht die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren (Mitarbeiter, unternehmerische Verantwortung und Innovationen). Aufgrund einer nur eingeschränkten Messbarkeit können keine unmittelbar quantifizierbaren Aussagen zu Wirkungszusammenhängen und Wertsteigerungen getroffen werden. Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden daher nicht zur Steuerung des Konzerns verwendet. Nichtfinanzielle LeistungsindikatorenMitarbeiterZum Ende des Geschäftsjahres 2016 beschäftigte der Konzern weltweit 116.434 Mitarbeiter. Im Jahr 2016 absolvierten 1.225 Personen eine Berufsausbildung in den inländischen Bertelsmann-Unternehmen. Die Personalstrategie ist darauf ausgerichtet, die Umsetzung der Konzernstrategie zu unterstützen. Im Mittelpunkt standen auch 2016 die Weiterentwicklung und Weiterbildung der Mitarbeiter. Dies beinhaltete eine umfangreiche Anpassung der zentralen Talentmanagementprozesse und -instrumente sowie die weitere Etablierung von Talent Pools. Die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter ist Basis für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Daher wurde das Weiterbildungsangebot der Bertelsmann University weiter digitalisiert und ausgebaut. Zudem verfügten Ende 2016 über 80.000 Mitarbeiter in 31 Ländern über einen Zugang zu Weiterbildungsangeboten der konzernweiten HR-IT-Plattform "peoplenet". Partnerschaft bedeutet bei Bertelsmann vor allem, gemeinsam mit den Mitarbeitern das Unternehmen zu gestalten. Daher ist die Mitarbeiterbefragung bei Bertelsmann seit vielen Jahren ein wichtiges Instrument. 2016 nahmen 89 Prozent der Mitarbeiter an der weltweiten Befragung teil. Auch der Dialog der Interessenvertreter untereinander sowie der Dialog mit dem Bertelsmann-Management sind für die partnerschaftliche Unternehmenskultur von hoher Bedeutung. Dazu fanden 2016 unterschiedliche Konferenzen statt, auf denen insbesondere der Umgang mit Veränderungen besprochen wurde. Auf der Diversity-Konferenz im Februar 2016 wurden Business Cases zum Thema Vielfalt im Konzern vorgestellt und neue Konzepte erarbeitet. Eine Priorität der Personalstrategie ist der Bertelsmann Sense of Purpose. In einem internationalen Dialog mit unterschiedlichen Stakeholdern wurde der Sense of Purpose "To Empower. To Create. To Inspire." formuliert und kommuniziert. Bertelsmann gehört seit 1970 zu den Vorreitern der betrieblichen Gewinn- und Erfolgsbeteiligung. So wurden auch im Jahr 2016 aufgrund der positiven Geschäftsergebnisse im Vorjahr weltweit insgesamt 95 Mio. € (Vj.: 85 Mio. €) an die Mitarbeiter ausgeschüttet. Unternehmerische VerantwortungZiel von Corporate Responsibility (CR) bei Bertelsmann ist es, im Dialog mit allen relevanten Interessengruppen die ökonomischen mit den sozialen und ökologischen Anliegen des Konzerns in Einklang zu bringen. In diesem Sinne setzte das Bertelsmann Corporate Responsibility Council 2016 seinen bereichsübergreifenden Austausch und die strategische Weiterentwicklung konzernweit bedeutsamer CR-Themenfelder fort. Im Fokus standen dabei sowohl Mitarbeiterbelange wie Weiterbildung, faire Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Diversity als auch Gesellschafts- und Umweltbelange wie Pressefreiheit, Mediennutzer-/Kundenschutz und Ökoeffizienz. Über seine Aktivitäten in diesen Themenfeldern berichtete Bertelsmann 2016 im Magazin "24/7 Responsibility". Zudem veröffentlichte das Unternehmen auf seiner Website einen Online-Index in Übereinstimmung mit den Leitlinien der "Global Reporting Initiative" (GRI G4) und die inzwischen fünfte Bertelsmann-Klimabilanz mit ausführlichen Details zu klimarelevanten Emissionen und weiteren Umweltdaten. Darüber hinaus engagierte sich Bertelsmann 2016 mit Spenden und vielfältigen Förderinitiativen in den Bereichen Bildung, Kultur, Wissenschaft und Kreativität. InnovationenUnternehmen investieren in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte, um nachhaltig ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Medienbranche ist gleichermaßen darauf angewiesen, innovative Medieninhalte sowie mediennahe Produkte und Dienstleistungen in einem sich rasant entwickelnden Umfeld zu schaffen. Anstelle herkömmlicher Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind daher für Bertelsmann vor allem die eigene Innovationskraft und die Unternehmensentwicklung von wesentlicher Bedeutung. Insbesondere Produktinnovationen, Investitionen in Zukunftsmärkte sowie die Integration neuer Technologien sind ausschlaggebend für einen langfristigen Unternehmenserfolg. Darüber hinaus ist die Innovationskompetenz von hoher Bedeutung für die Umsetzung der Strategie und wird künftig noch stärker organisatorisch im Bertelsmann-Konzern verankert. Bertelsmann setzt auf Innovationen und Wachstum in Kerngeschäften und neuen Geschäftsfeldern. Das kontinuierliche Verfolgen bereichsübergreifender Trends und die Beobachtung neuer Märkte zählen zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren des Innovationsmanagements. Auf Konzernebene identifiziert Bertelsmann gemeinsam mit den Unternehmensbereichen kontinuierlich innovative Geschäftsansätze und setzt sie um. Zusätzlich zu den marktnahen Aktivitäten werden konzernweite Initiativen vorangetrieben, die den Wissensaustausch und die Zusammenarbeit aktiv fördern. Auf regelmäßig stattfindenden Innovationsforen diskutieren Führungskräfte mit internen und externen Experten über Erfolgsfaktoren für Innovation und Kreativität. Die Innovationen der RTL Group konzentrieren sich auf drei Kernthemen: die Entwicklung und den Erwerb neuer hochwertiger TV-Inhalte und -Formate, die Nutzung aller digitalen Verbreitungswege sowie den Ausbau vielfältiger Vermarktungs- und Monetarisierungsformen. Zu den neuen innovativen TV-Formaten zählen unter anderem "The Young Pope", eine Produktion der italienischen Fremantle-Media-Tochter Wildside, und die in Produktion befindliche Romanadaption "American Gods" durch Fremantle Media North America. Zudem baute die RTL Group ihre Position in der Vermarktung von Onlinevideos weiter aus. Insbesondere die Übernahme von Smartclip durch die Mediengruppe RTL Deutschland stärkte die Technologiekompetenz der RTL Group und bietet in Kooperation mit SpotX weltweite Innovationsmöglichkeiten. Der Austausch von Informationen und Wissen innerhalb der RTL Group erfolgt in Synergy Committees. Da die Bedeutung von "Big Data" und der Bereitstellung sowie Nutzung von Daten weiter zunimmt, wurde bei der Mediengruppe RTL Deutschland im Jahr 2016 die Position des Leiters Smart Data neu geschaffen. Die Innovationen bei Penguin Random House umfassen mehrere Schwerpunkte, darunter neuartige Ansätze bezogen auf Inhalte, Vertrieb und die Interaktion mit Verbrauchern. Im digitalen Bereich untersucht das Unternehmen zusammen mit bekannten Branchenakteuren neue Technologien. Ein Beispiel hierfür aus den USA ist die Aufnahme von Kinderbuchtiteln in die sprachgesteuerte Plattform Google Home. Außerdem identifiziert Penguin Random House weiterhin neue Wege, wie Leser Autoren und ihre Werke entdecken können, um dadurch ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Beispiele dafür sind Subway Reads, eine achtwöchige Werbekampagne in den USA, bei der Zugpendlern E-Books von Penguin Random House zur Verfügung gestellt wurden, sowie Puffin World of Stories, eine Partnerschaft mit OnBlackheath für ein Familienfestival in Großbritannien. Die Innovationen bei Gruner + Jahr in verschiedenen Marktsegmenten standen 2016 ebenso im Mittelpunkt wie die digitale Transformation. Das Digitalgeschäft wuchs stark, auch aufgrund deutlich gestiegener Werbeumsätze bei den Markenwebsites und beim Performance-Vermarkter Ligatus, innovativer Eigenentwicklungen wie der Vermarktungsplattformen InCircles und AppLike und des Multichannel-Food-Netzwerks "Club of Cooks". Mit dem "Schöner Wohnen"-Shop erweiterte G+J seine E-Commerce-Aktivitäten. Das von Gruner + Jahr und dem Landwirtschaftsverlag gegründete Verlagshaus Deutsche Medien-Manufaktur brachte innovative Magazine wie "Wolf" und "Essen & Trinken mit Thermomix" erfolgreich auf den Markt. Zudem entstand mit Territory der führende Content-Communication-Dienstleister Deutschlands. Die Innovationen bei BMG betreffen vor allem den Marktzugang und Produktinnovationen. Dazu gehörten 2016 die weltweite Bündelung des Vertriebs im Labelgeschäft auf einen Vertriebspartner hin (Warner/ADA) und die Entstehung des Songwriterworkshop-Modells SoundLab. In China baute BMG die Zusammenarbeit mit Alibaba Music, der Musiksparte des E-Commerce-Unternehmens Alibaba, weiter aus, um neue Musikangebote für den Markt in China zu entwickeln und internationalen Künstlern den Zugang zu digitalen Musikplattformen in China zu erleichtern. Im digitalen Bereich erweiterte BMG das Management audiovisueller Inhalte auf Livestreaming und strahlte so Konzertmitschnitte der Künstlerinterpreten Albert Hammond, Katie Melua und LP im Rahmen seines Fernsehprogramms "Berlin Live" in Zusammenarbeit mit Arte live im Internet aus. Die Innovationen bei Arvato wurden in diversen Feldern vorangetrieben. Hierzu zählen die Förderung des internen Austauschs zu Innovationsthemen und eine Analyse zur Nutzung innovativer Technologien ebenso wie Investitionen in innovative Projekte im Bereich Cloud-Infrastruktur, Innovationspartnerschaften unter anderem mit IBM Watson, die Entwicklung neuer Produkte und Lösungen im Bereich Betrugsbekämpfung sowie Beteiligungen an innovativen Unternehmen. Die Innovationen der Bertelsmann Printing Group liegen vor allem im Bereich der Optimierung von Technologie und Prozessen sowie im Bereich der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Ein innovativer Ansatz ist die Entwicklung und Markteinführung des optischen Datenträgers Ultra HD Blu-ray 100 durch Sonopress. Im Sommer 2016 erhielt der Speichermedienproduzent Sonopress die Zertifizierung für den neuartigen optischen Datenträger, nahm die vollautomatische Fertigung auf und positionierte sich damit erfolgreich in einem neuen Marktsegment. Die Innovationen der Bertelsmann Education Group liegen in der weiteren Entwicklung digitaler Bildungsangebote. So entwickelte Relias Learning über 400 neue Onlinekurse für Mitarbeiter der Gesundheitsbranche und startete lokale Angebote in Großbritannien, Deutschland und China. Zudem konnten die Fähigkeiten im Bereich Analytics ausgebaut werden, mit dem Ziel, Lernangebote zu personalisieren und Leistungsverbesserungen in Unternehmen herbeizuführen. Bei Udacity wurden unter anderem mit "Self-Driving Car Engineer" und "Artificial Intelligence" weitere Ausbildungsprogramme entwickelt, die Studenten für die Technologiejobs der Zukunft qualifizieren. WirtschaftsberichtUnternehmensumfeldGesamtwirtschaftliche EntwicklungDie Expansion der Weltwirtschaft war im Jahr 2016 verhalten, beschleunigte sich aber leicht zum Jahresende. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg erneut um 3,1 Prozent nach 3,1 Prozent im Jahr 2015. Ein stabiles Wachstum in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften sowie eine leichte Aufhellung in den Schwellenländern prägten die Weltwirtschaft im Jahr 2016. Die konjunkturelle Erholung im Euroraum setzte sich fort. Das reale BIP wuchs im Jahr 2016 um 1,7 Prozent nach 1,5 Prozent im Vorjahr. Günstige Finanzierungsbedingungen und ein anhaltender Beschäftigungszuwachs waren wichtige Treiber dieser positiven Entwicklung. Die Konjunktur in Deutschland erwies sich als robust insbesondere aufgrund einer starken Binnennachfrage. Das reale BIP wuchs um 1,9 Prozent nach 1,7 Prozent im Vorjahr. Auch in Frankreich blieb die Wirtschaft auf ihrem Wachstumskurs. Das reale BIP-Wachstum im Jahr 2016 betrug 1,1 Prozent nach 1,2 Prozent im Jahr 2015. Das Wirtschaftswachstum in Großbritannien verlangsamte sich mit einem Anstieg des realen BIP um 2,0 Prozent nach 2,4 Prozent im Vorjahr. In den USA stieg das reale BIP nach einem schwachen ersten Halbjahr im Jahr 2016 um 1,9 Prozent nach 2,4 Prozent im Jahr 2015. Entwicklung relevanter MärkteDie nachfolgende Analyse fokussiert Märkte und Regionen, die eine hinreichende Größe aufweisen und aus Konzernsicht über eine strategische Bedeutung verfügen. Die europäischen TV-Werbemärkte entwickelten sich im Jahr 2016 überwiegend positiv. Die TV-Werbemärkte in Deutschland, Frankreich, Belgien und Kroatien verzeichneten ein leichtes bis moderates Wachstum, während der spanische TV-Werbemarkt erneut deutlich wuchs. Die TV-Werbemärkte in den Niederlanden und Ungarn entwickelten sich hingegen leicht bis moderat rückläufig. Der Absatz gedruckter Bücher in den USA und Großbritannien wuchs moderat, während die Verlagsumsätze mit E-Books aufgrund veränderter Verkaufskonditionen zurückgingen. Die deutsch- und spanischsprachigen Buchmärkte entwickelten sich weitgehend stabil. Die Zeitschriftenmärkte in Deutschland und Frankreich waren 2016 durch stark rückläufige Printanzeigenmärkte und moderat rückläufige Vertriebsmärkte geprägt, während die Digitalmärkte ein starkes Wachstum verzeichneten. Die weltweiten Musikmärkte wiesen 2016 in den Segmenten Verlags- und Recordingrechte ein moderates Wachstum auf. Die für Arvato wesentlichen Dienstleistungsmärkte für CRM, SCM, Financial Solutions und IT waren von einem moderaten bis deutlichen Wachstum geprägt. Die relevanten Druckmärkte in Europa entwickelten sich 2016 insgesamt rückläufig, wobei sich der Offsetmarkt deutlich stabiler entwickelte als der Tiefdruckmarkt. Der Buchdruckmarkt in Nordamerika verzeichnete im gleichen Zeitraum einen moderaten Rückgang. Die US-amerikanischen Bildungsmärkte sind 2016 in den für Bertelsmann relevanten Marktsegmenten E-Learning in den Bereichen Gesundheitswesen und Technologie, Online-Dienstleistungen und Hochschulbildung insgesamt stark gewachsen. Wichtige Ereignisse des GeschäftsjahresIn seiner Sitzung vom 26. Januar 2016 ernannte der Aufsichtsrat Bernd Hirsch zum neuen Finanzvorstand von Bertelsmann. Zum 1. April 2016 übernahm dieser das Ressort vom Vorstandsvorsitzenden Thomas Rabe, der diese Funktion übergangsweise in Personalunion ausgeübt hatte. Mit der Akquisition von Smartclip im März 2016 erweiterte die Mediengruppe RTL Deutschland ihre Möglichkeiten im Bereich digitaler Werbevermarktung deutlich und ergänzt damit ihre Wachstumsstrategie. Die Akquisition stärkt gleichzeitig die Technologiekompetenz der RTL Group und bietet in Kooperation mit SpotX weltweite Innovationsmöglichkeiten. Ende Mai 2016 übernahm die französische G+J-Tochter Prisma Media die Groupe Cerise, ein digitales Medienunternehmen im Bereich Bewegtbild in Frankreich. Cerise entwickelt eigene Technologien, um Inhalte zu produzieren und zu verbreiten, und erreicht so mit seinen Marken ein breites Publikum. Die Bertelsmann Education Group übernahm im Dezember 2016 Advanced Practice Strategies (APS), einen Anbieter von E-Learning-Produkten im Bereich klinischer Assessments und Performance Improvement für US-Krankenhäuser. Mit der Übernahme erweitert die Bertelsmann Education Group ihr Leistungsspektrum im Bereich der Akutversorgung im Gesundheitswesen und stärkt ihr Dienstleistungsangebot im Hinblick auf die zielgerichtete Bereitstellung von Online-Weiterbildungsangeboten und Mitarbeiter-Assessments. ErtragslageDie nachfolgende Analyse der Ertragsentwicklung bezieht sich auf die zum 31. Dezember 2016 fortgeführten Aktivitäten. Eine weitergehende Beschreibung der Ertragslage befindet sich im Abschnitt "Geschäftsverlauf der Bereiche des Konzerns". UmsatzentwicklungIm Geschäftsjahr 2016 lag der Konzernumsatz mit 17,0 Mrd. € um 1,1 Prozent unter dem Vorjahreswert (Vj.: 17,1 Mrd. €). Der Umsatzrückgang ist im Wesentlichen zurückzuführen auf negative Wechselkurseffekte, Portfolioeffekte durch Veräußerungen sowie organische Umsatzrückgänge bei Penguin Random House und der Bertelsmann Printing Group. Dem gegenüber standen organische Umsatzzuwächse insbesondere bei der RTL Group sowie bei BMG, Arvato und der Bertelsmann Education Group. Bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeffekte belief sich das organische Wachstum des Konzerns auf 0,9 Prozent. Die Wechselkurseffekte betrugen -1,3 Prozent und die Portfolioeffekte -0,7 Prozent. Der Umsatz der RTL Group erhöhte sich um 3,5 Prozent auf 6.237 Mio. € (Vj.: 6.029 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 3,2 Prozent. Maßgeblich hierfür waren die wachstumsstarken Digitalaktivitäten sowie die positive Entwicklung der deutschen und französischen Fernsehgeschäfte. Der Umsatz bei Penguin Random House ging um 9,6 Prozent auf 3.361 Mio. € (Vj.: 3.717 Mio. €) zurück. Das organische Wachstum lag bei -3,9 Prozent. Der Umsatzrückgang resultierte im Wesentlichen aus Portfolio- und Wechselkurseffekten. Ein Rückgang der Umsätze mit E-Books, der teilweise auf neue Verkaufskonditionen im Einzelhandel zurückzuführen war, belastete das organische Wachstum. Der Umsatz bei Gruner + Jahr lag mit 1.580 Mio. € um 1,9 Prozent unter dem Vorjahreswert (Vj.: 1.611 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei -1,3 Prozent. Das verringerte Umsatzniveau ist größtenteils auf Portfolioeffekte aus Veräußerungen und auf rückläufige Printanzeigen- und Vertriebserlöse zurückzuführen. Gegenläufig wirkte das Umsatzwachstum der Neu- und Digitalgeschäfte. Der Umsatz bei BMG erhöhte sich infolge des weiteren organischen und akquisitorischen Geschäftsausbaus um 12,2 Prozent auf 416 Mio. € (Vj.: 371 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 12,8 Prozent. Der Umsatz bei Arvato erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 3.838 Mio. € (Vj.: 3.783 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 3,9 Prozent. Der Anstieg resultierte insbesondere aus einem positiven Geschäftsverlauf in den Bereichen CRM und Financial Solutions. Der Umsatz der Bertelsmann Printing Group reduzierte sich um 6,9 Prozent auf 1.624 Mio. € (Vj.: 1.744 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei -4,0 Prozent. Ausschlaggebend für den Umsatzrückgang waren die Schließung von Sonopress USA im Berichtszeitraum und die 2015 erfolgte Veräußerung der spanischen Druckereien. Die Bertelsmann Education Group steigerte den Umsatz um 28,9 Prozent auf 142 Mio. € (Vj.: 110 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 15,9 Prozent. Der Umsatzanstieg ergab sich im Wesentlichen durch den organischen und akquisitorischen Ausbau von Relias Learning. Keine der gehaltenen Beteiligungen der im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments zusammengefassten Fondsaktivitäten wird vollkonsolidiert. Umsatz der Unternehmensbereiche
Bei der geografischen Umsatzverteilung ergaben sich im Vorjahresvergleich die folgenden Änderungen. Der Anteil des in Deutschland erzielten Umsatzes belief sich auf 34,6 Prozent gegenüber 33,9 Prozent im Vorjahr. Auf die Geschäfte in Frankreich entfiel ein Umsatzanteil von 13,2 Prozent (Vj.: 13,2 Prozent). In Großbritannien belief sich der Umsatzanteil auf 6,4 Prozent (Vj.: 6,7 Prozent). Die übrigen europäischen Länder erwirtschafteten 18,3 Prozent des Gesamtumsatzes nach 17,7 Prozent im Vorjahr. Der Umsatzanteil der USA lag bei 20,8 Prozent (Vj.: 21,6 Prozent) und die sonstigen Länder erreichten einen Umsatzanteil von 6,7 Prozent (Vj.: 6,9 Prozent). Der Anteil des Auslandsgeschäfts am Gesamtumsatz lag somit bei 65,4 Prozent (Vj.: 66,1 Prozent). Das Verhältnis der vier Erlösquellen (Produkte und Waren, Werbung und Anzeigen, Dienstleistungen, Rechte und Lizenzen) zum Gesamtumsatz hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verändert. Umsatzanalyse
Der Umsatzanteil der Wachstumsgeschäfte erhöhte sich durch organisches Wachstum und Akquisitionen auf insgesamt 30 Prozent (Vj.: 28 Prozent), während sich der Umsatzanteil strukturell rückläufiger Geschäfte durch Veräußerungen und Rückbau auf insgesamt 4 Prozent (Vj.: 5 Prozent) reduzierte. Die Wachstumsgeschäfte umfassen jene Aktivitäten, die aufgrund nachhaltig positiver Marktfaktoren kontinuierliche Umsatzsteigerungen verzeichnen und im Rahmen der Konzernstrategie als Wachstumsprioritäten identifiziert wurden. Insbesondere zählen hierzu die Digitalgeschäfte der RTL Group und von Gruner + Jahr, das TV-Produktionsgeschäft, das Musikgeschäft, die Dienstleistungsgeschäfte in den Arvato-Bereichen SCM Solutions, Financial Solutions und Systems sowie das Bildungsgeschäft und die Fondsaktivitäten. Die strukturell rückläufigen Geschäfte umfassen jene Aktivitäten, die aufgrund marktseitiger Faktoren nachhaltige Umsatzrückgänge verzeichnen. Insbesondere zählen hierzu die Tiefdruckaktivitäten und das Speichermedienreplikationsgeschäft. Konzernumsatz nach Regionen in Prozent
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Ergebnisanalyse
Operating EBITDAIm Geschäftsjahr 2016 erzielte Bertelsmann trotz Anlaufverlusten für Digital- und Neugeschäfte einen Anstieg des Operating EBITDA um 3,3 Prozent auf 2.568 Mio. € (Vj.: 2.485 Mio. €). Die operative Ergebnisverbesserung wurde im Wesentlichen getragen von der RTL Group, BMG und Arvato. Die EBITDA-Marge lag mit 15,1 Prozent (Vj.: 14,5 Prozent) über dem hohen Niveau des Vorjahres. Das Operating EBITDA der RTL Group erhöhte sich um 3,7 Prozent auf 1.405 Mio. € (Vj.: 1.355 Mio. €). Der Anstieg war vor allem auf höhere Ergebnisbeiträge der französischen und deutschen Fernsehgeschäfte zurückzuführen. Die französischen Fernsehgeschäfte profitierten besonders von einem positiven Effekt im Zusammenhang mit dem schrittweisen Auslaufen der Mobilfunkvereinbarung M6 Mobile. Penguin Random House verzeichnete angesichts geringerer Umsätze einen Ergebnisrückgang. Das Operating EBITDA sank um 3,6 Prozent auf 537 Mio. € (Vj.: 557 Mio. €). Das Operating EBITDA von Gruner + Jahr erhöhte sich um 4,6 Prozent auf 137 Mio. € (Vj.: 131 Mio. €) insbesondere dank einem höheren Ergebnisbeitrag von G+J Deutschland. Das Operating EBITDA von BMG stieg um 13,1 Prozent auf 95 Mio. € (Vj.: 84 Mio. €) infolge des fortgesetzten Geschäftsausbaus. Bei Arvato legte das Operating EBITDA um 14,7 Prozent auf 359 Mio. € zu (Vj.: 313 Mio. €). Alle Solution Groups erzielten Ergebnisverbesserungen, insbesondere die Dienstleistungsgeschäfte für IT und SCM. Das Operating EBITDA der Bertelsmann Printing Group reduzierte sich infolge des unverändert rückläufigen Druckmarktes und durch Desinvestitionen um 4,8 Prozent auf 118 Mio. € (Vj.: 124 Mio. €). Das Operating EBITDA der Bertelsmann Education Group belief sich auf -17 Mio. € (Vj.: -5 Mio. €). Ausschlaggebend hierfür waren vor allem geplante Anlaufverluste zum weiteren Geschäftsausbau der im Vorjahr erworbenen Beteiligungen am Online-Bildungsdienstleister HotChalk und E-Learning-Anbieter Udacity. Keine der Beteiligungen der im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments zusammengefassten Fondsaktivitäten wird vollkonsolidiert, sodass überwiegend kein operativer Ergebnisausweis für diesen Bereich erfolgt. SondereinflüsseInsgesamt beliefen sich die Sondereinflüsse im Geschäftsjahr 2016 auf -139 Mio. € nach -191 Mio. € im Vorjahr. Sie setzten sich aus Wertminderungen und Wertaufholungen auf at-equity bilanzierte Beteiligungen von -4 Mio. € (Vj.: -23 Mio. €), Wertminderungen auf sonstige Finanzanlagen von -22 Mio. € (Vj.: -17 Mio. €), Anpassungen der Buchwerte der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte von -14 Mio. € (Vj.: -), Neubewertungen von Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert von 12 Mio. € (Vj.: 82 Mio. €), einem Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen von 41 Mio. € (Vj.: 24 Mio. €), Restrukturierungsaufwendungen sowie weiteren Bereinigungen von insgesamt -152 Mio. € (Vj.: -257 Mio. €) zusammen (vgl. hierzu auch die Überleitungsrechnung vom EBIT zum Operating EBITDA im Konzernanhang, Segmentinformationen). Das Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen war insbesondere geprägt von Veräußerungsgewinnen bei Bertelsmann Investments. EBITAusgehend vom Operating EBITDA ergab sich nach Berücksichtigung der Sondereinflüsse in Höhe von -139 Mio. € (Vj.: -191 Mio. €) sowie der nicht in den Bereinigungen enthaltenen Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von -630 Mio. € (Vj.: -613 Mio. €) im Geschäftsjahr 2016 ein EBIT von 1.799 Mio. € (Vj.: 1.681 Mio. €). KonzernergebnisDas Finanzergebnis lag bei -244 Mio. € nach -230 Mio. € im Vorjahr. Zur Vorjahresabweichung trugen sowohl ein geringeres Zinsergebnis als auch ein geringeres sonstiges Finanzergebnis bei. Der Ertragsteueraufwand lag insbesondere infolge des verbesserten Ergebnisses vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten bei -419 Mio. € nach -346 Mio. € im Vorjahr. Daneben sind die positiven Sondereffekte im Steueraufwand gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Das Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten beträgt somit 1.136 Mio. € (Vj.: 1.105 Mio. €). Unter Berücksichtigung des Ergebnisses nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 1 Mio. € (Vj.: 3 Mio. €) ergab sich ein Konzernergebnis von 1.137 Mio. € (Vj.: 1.108 Mio. €). Der Anteil der nicht beherrschenden Anteilseigner am Konzernergebnis betrug 451 Mio. € (Vj.: 431 Mio. €). Der Anteil der Bertelsmann-Aktionäre am Konzernergebnis lag bei 686 Mio. € (Vj.: 677 Mio. €). Für das Geschäftsjahr 2016 ist vorgesehen, der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA die Ausschüttung einer gegenüber Vorjahr unveränderten Dividende in Höhe von 180 Mio. € (Vj.: 180 Mio. €) vorzuschlagen. Finanz- und VermögenslageFinanzierungsgrundsätzeDas übergeordnete finanzpolitische Ziel von Bertelsmann ist die Gewährleistung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Finanzierungssicherheit, Eigenkapitalrentabilität und Wachstum. Dazu richtet der Konzern seine Finanzierung an den Anforderungen eines Credit Rating der Bonitätsstufe "Baa1/BBB+" und den damit verbundenen qualitativen und quantitativen Kriterien aus. Rating und Transparenz gegenüber dem Kapitalmarkt leisten einen bedeutenden Beitrag zur finanziellen Sicherheit und Unabhängigkeit des Unternehmens. Entsprechend der Konzernstruktur erfolgt die Kapitalallokation zentral über die Bertelsmann SE & Co. KGaA, die die Konzerngesellschaften mit Liquidität versorgt und die Vergabe von Garantien und Patronatserklärungen für Konzerngesellschaften steuert. Der Konzern bildet weitgehend eine finanzielle Einheit und optimiert damit die Kapitalbeschaffungs- und Anlagemöglichkeiten. Die finanzielle Steuerung bei Bertelsmann erfolgt nach quantifizierten Finanzierungszielen, die sich an der wirtschaftlichen Verschuldung und mit abgeschwächter Bedeutung an der Kapitalstruktur orientieren. Zu den Finanzierungszielen gehört ein dynamischer Verschuldungsgrad (Leverage Factor), der den definierten Wert von 2,5 nicht überschreiten sollte. Am 31. Dezember 2016 lag der Leverage Factor mit 2,5 über dem Vorjahreswert (31. Dezember 2015: 2,4), aber nicht über dem selbstgesetzten Höchstwert von 2,5 (Erläuterungen hierzu im Abschnitt "Alternative Leistungskennzahlen"). Die Wirtschaftlichen Schulden erhöhten sich zum 31. Dezember 2016 auf 5.913 Mio. € nach 5.609 Mio. € im Vorjahr trotz eines Rückgangs der Nettofinanzschulden. Es erhöhten sich insbesondere die Pensionsrückstellungen aufgrund eines gesunkenen Diskontierungszinssatzes und der Nettobarwert der Operating Leases aufgrund einer Standortkonsolidierung bei Penguin Random House in den USA. Die Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen zum 31. Dezember 2016 lagen bei 1.999 Mio. € (31. Dezember 2015: 1.709 Mio. €). Die Nettofinanzschulden reduzierten sich auf 2.625 Mio. € (Vj.: 2.765 Mio. €). Ein weiteres Finanzierungsziel ist die Coverage Ratio (Zinsdeckungsgrad). Sie berechnet sich aus dem Verhältnis des für den Leverage Factor verwendeten Operating EBITDA zum Finanzergebnis und soll über einem Wert von 4 liegen. Im Berichtszeitraum lag die Coverage Ratio bei 9,7 (Vj.: 10,1). Die Eigenkapitalquote im Konzern lag mit 41,6 Prozent (31. Dezember 2015: 41,2 Prozent) weiterhin deutlich über der selbstgesetzten Mindestanforderung von 25 Prozent. Finanzierungsziele
FinanzierungsaktivitätenBertelsmann platzierte im April 2016 eine Anleihe mit zehnjähriger Laufzeit und einem Emissionsvolumen von 500 Mio. €. Die in Luxemburg gelistete Anleihe ist mit einem festen Kupon von 1,125 Prozent ausgestattet. Darüber hinaus hat Bertelsmann im Juni 2016 im Rahmen einer Privatplatzierung ein Schuldscheindarlehen über 200 Mio. € mit einer zweijährigen Laufzeit begeben. Die Erlöse aus den Platzierungen wurden für die Rückzahlung der im September 2016 fällig gewordenen Anleihe genutzt. Zum 31. Dezember 2016 lagen die Buchwerte der Anleihen und Schuldscheindarlehen bei insgesamt 3,7 Mrd. € nach 3,8 Mrd. € zum 31. Dezember 2015 (vgl. hierzu auch im Konzernanhang, Textziffer 22, Finanzschulden, Anleihen und Schuldscheindarlehen). RatingBertelsmann verfügt seit dem Jahr 2002 über Emittenten-Ratings der Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's (S&P). Die Emittenten-Ratings erleichtern den Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und stellen daher ein wichtiges Element der Finanzierungssicherheit von Bertelsmann dar. Bertelsmann wird von Moody's mit "Baa1" (Ausblick: stabil) und von S&P mit "BBB+" (Ausblick: stabil) bewertet. Beide Credit Ratings liegen im Investment-Grade-Bereich und entsprechen dem Zielrating von Bertelsmann. Die Einschätzung zur kurzfristigen Kreditqualität von Bertelsmann wird von Moody's mit "P-2" und von S&P mit "A-2" beurteilt. KreditlinienDer Bertelsmann-Konzern verfügt zusätzlich zur vorhandenen Liquidität über eine syndizierte Kreditlinie, die 2016 um ein Jahr, bis 2021, verlängert wurde. Diese bildet das Rückgrat der strategischen Kreditreserve und kann von Bertelsmann durch Ziehung in Euro, US-Dollar und Britischen Pfund bis zu einem Betrag von 1,2 Mrd. € revolvierend in Anspruch genommen werden. Laufzeitenprofil - Finanzschulden in Mio. €
Konzern-Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)
KapitalflussrechnungIm Berichtszeitraum wurde ein Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 1.954 Mio. € generiert (Vj.: 1.600 Mio. €). Der nachhaltige, um Einmaleffekte bereinigte Operating Free Cash Flow betrug 1.799 Mio. € (Vj.: 1.559 Mio. €), die Cash Conversion Rate lag bei 93 Prozent (Vj.: 83 Prozent); vgl. hierzu auch Abschnitt "Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne". Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag bei -1.081 Mio. € (Vj.: -1.785 Mio. €). Auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sach- und Finanzanlagen entfallen davon -962 Mio. € (Vj.: -1.093 Mio. €). Die Kaufpreiszahlungen für konsolidierte Beteiligungen (abzüglich erworbener liquider Mittel) betrugen -278 Mio. € (Vj.: -166 Mio. €). Die Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten sowie von sonstigem Anlagevermögen lagen bei 192 Mio. € (Vj.: 163 Mio. €). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug -793 Mio. € (Vj.: 122 Mio. €). Dividenden an die Aktionäre der Bertelsmann SE & Co. KGaA beliefen sich unverändert auf -180 Mio. € (Vj.: -180 Mio. €). Dividenden an nicht beherrschende Anteilseigner und weitere Auszahlungen an Gesellschafter wurden in Höhe von -388 Mio. € (Vj.: -450 Mio. €) ausgezahlt. Zum 31. Dezember 2016 verfügte Bertelsmann über liquide Mittel in Höhe von 1,4 Mrd. € (Vj.: 1,3 Mrd. €). Außerbilanzielle VerpflichtungenUnter die außerbilanziellen Verpflichtungen fallen Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen, die nahezu ausnahmslos aus der operativen Tätigkeit der Unternehmensbereiche resultieren. Die außerbilanziellen Verpflichtungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr. Die zum 31. Dezember 2016 vorhandenen außerbilanziellen Verpflichtungen hatten für das abgelaufene wie auch das künftige Geschäftsjahr keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Konzerns. InvestitionenDie Gesamtinvestitionen einschließlich übernommener Finanzschulden in Höhe von 6 Mio. € (Vj.: 41 Mio. €) lagen im Geschäftsjahr 2016 bei 1.244 Mio. € (Vj.: 1.281 Mio. €). Die Investitionen gemäß Kapitalflussrechnung betrugen 1.240 Mio. € (Vj.: 1.259 Mio. €). Von den Sachanlageinvestitionen in Höhe von 326 Mio. € (Vj.: 297 Mio. €) entfiel wie in den Vorjahren der größte Teil auf Arvato. In immaterielle Vermögenswerte wurden 388 Mio. € (Vj.: 349 Mio. €) investiert, die insbesondere auf BMG für den Erwerb von Musikkatalogen sowie auf die RTL Group für Investitionen in Filmrechte entfielen. Für Investitionen in Finanzanlagen wurden 248 Mio. € (Vj.: 447 Mio. €) aufgewandt. Hierzu zählen insbesondere die Investitionen der Bertelsmann Investments. Kaufpreiszahlungen für konsolidierte Beteiligungen (abzüglich erworbener liquider Mittel) lagen im Berichtszeitraum bei 278 Mio. € (Vj.: 166 Mio. €). Hierzu zählen insbesondere die Anteilserwerbe an Smartclip, APS und der Groupe Cerise. Investitionen nach Bereichen
BilanzDie Bilanzsumme zum 31. Dezember 2016 lag bei 23,8 Mrd. € (Vj.: 22,9 Mrd. €). Die liquiden Mittel erhöhten sich auf 1,4 Mrd. € (Vj.: 1,3 Mrd. €). Das Eigenkapital verzeichnete einen Anstieg auf 9,9 Mrd. € nach 9,4 Mrd. € im Vorjahr. Daraus ergab sich eine Eigenkapitalquote von 41,6 Prozent (Vj.: 41,2 Prozent). Das auf die Aktionäre der Bertelsmann SE & Co. KGaA entfallende Eigenkapital lag bei 7,9 Mrd. € (Vj.: 7,5 Mrd. €). Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erhöhten sich aufgrund eines reduzierten Rechnungszinsfußes auf 1.999 Mio. € (Vj.: 1.709 Mio. €). Durch die im Abschnitt "Finanzierungsaktivitäten" beschriebene Aufnahme und Rückzahlung von Finanzschulden in vergleichbarer Höhe veränderten sich die Bruttofinanzschulden nur leicht auf 3.998 Mio. € nach 4.075 Mio. € zum 31. Dezember 2015. Darüber hinaus blieb die Bilanzstruktur im Vorjahresvergleich weitgehend unverändert. GenusskapitalZum 31. Dezember 2016 betrug der Nennwert des Genusskapitals unverändert zum Vorjahr 301 Mio. €. Unter Anwendung der Effektivzinsmethode belief sich der Buchwert des Genusskapitals zum 31. Dezember 2016 auf 413 Mio. € (Vj.: 413 Mio. €). 94 Prozent des nominalen Genusskapitals entfallen auf den Genussschein 2001 (ISIN DE0005229942) und 6 Prozent auf den Genussschein 1992 (ISIN DE0005229900). Die Genussscheine 2001 sind an der Frankfurter Wertpapierbörse zum Handel im Regulierten Markt zugelassen. Die Notierung erfolgt in Prozent des Nominalwerts. Im Januar erreichte der Schlusskurs des Genussscheins 2001 mit 310,00 Prozent seinen niedrigsten Stand, im April mit 335,02 Prozent seinen höchsten Stand im Geschäftsjahr 2016. Nach den Genussscheinbedingungen für den Genussschein 2001 beträgt die Ausschüttung für jedes volle Geschäftsjahr 15 Prozent auf den Grundbetrag, vorausgesetzt, es stehen ein ausreichendes Konzernergebnis und ein ausreichender Jahresüberschuss der Bertelsmann SE & Co. KGaA zur Verfügung. Diese Voraussetzungen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr erfüllt. Daher wird für die Genussscheine 2001 auch für das Geschäftsjahr 2016 eine Ausschüttung von 15 Prozent auf den Grundbetrag erfolgen. Aufgrund des geringen Volumens weisen die zum Regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassenen Genussscheine 1992 einen nur noch bedingt liquiden Börsenhandel auf. Für die Genussscheine 1992 richtet sich die Ausschüttung nach der Gesamtkapitalrendite des Konzerns. Da im Geschäftsjahr 2016 eine Gesamtkapitalrendite von 7,09 Prozent (Vj.: 6,99 Prozent) erzielt wurde, wird sich die Ausschüttung auf die Genussscheine 1992 für das Geschäftsjahr 2016 auf 8,09 Prozent (Vj.: 7,99 Prozent) des Grundbetrags belaufen. Die Ausschüttung auf beide Genussscheine wird voraussichtlich am 15. Mai 2017 erfolgen. Laut den Genussscheinbedingungen kontrolliert der Abschlussprüfer der Bertelsmann SE & Co. KGaA, ob die Gewinnausschüttung zutreffend ermittelt wurde. Hierüber legt der Abschlussprüfer für beide Genussscheine eine Bescheinigung vor. Bilanzstruktur
Geschäftsverlauf der Bereiche des KonzernsRTL GroupDie RTL Group verzeichnete eine positive Geschäftsentwicklung mit erneutem Umsatz- und Ergebniswachstum. Der Umsatz stieg um 3,5 Prozent auf den Rekordwert von 6,2 Mrd. € (Vj.: 6,0 Mrd. €). Getragen wurde diese Entwicklung insbesondere von den stark wachsenden Digitalgeschäften, der Mediengruppe RTL Deutschland sowie der Groupe M6. Das Operating EBITDA erreichte ebenfalls einen neuen Bestwert und erhöhte sich um 3,7 Prozent auf 1,4 Mrd. € (Vj.: 1,4 Mrd. €). Hierzu trugen vor allem die Groupe M6 sowie die Mediengruppe RTL Deutschland bei. Der Anstieg bei der Groupe M6 war dabei vor allem durch einen positiven Effekt im Zusammenhang mit dem schrittweisen Auslaufen der Mobilfunkvereinbarung M6 Mobile bedingt. Insgesamt lag die EBITDA-Marge der RTL Group bei 22,5 Prozent (Vj.: 22,5 Prozent). Die für das Unternehmen relevanten europäischen TV-Werbemärkte entwickelten sich überwiegend positiv. Die Mediengruppe RTL Deutschland erzielte sowohl beim Umsatz als auch beim Operating EBITDA erneut Rekordwerte. Hierzu trugen höhere Werbeeinnahmen aus dem TV- und Digitalgeschäft, der Ausbau des Bereichs OnlinevideoVermarktung sowie gestiegene Plattformerlöse bei. Trotz der Übertragungen der Fußballeuropameisterschaft und der Olympischen Spiele auf den öffentlich-rechtlichen Sendern blieb der Zuschauermarktanteil der Senderfamilie der Mediengruppe RTL Deutschland in der Hauptzielgruppe stabil bei 28,4 Prozent (Vj.: 28,4 Prozent). Gleichzeitig stieg der Vorsprung gegenüber dem größten kommerziellen Wettbewerber auf 3,1 Prozentpunkte (Vj.: 1,7 Prozentpunkte). Die französische Groupe M6 steigerte ihren Umsatz primär durch höhere TV-Werbeeinnahmen. Der Hauptsender M6 verbesserte seinen durchschnittlichen Zuschauermarktanteil auf 16,0 Prozent (Vj.: 15,4 Prozent) und profitierte dabei auch von der Übertragung von elf Spielen der Fußballeuropameisterschaft. RTL Nederland erzielte im Wesentlichen infolge gestiegener Distributionserlöse einen höheren Umsatz; das Operating EBITDA war aufgrund niedrigerer TV-Werbeeinnahmen und höherer Kosten rückläufig. Fremantle Media verzeichnete aufgrund negativer Wechselkurseffekte einen leicht rückläufigen Umsatz, steigerte sein operatives Ergebnis aber im Zuge höherer Ergebnisbeiträge aus Asien und bei Fremantle Media International. Einen großen Publikumserfolg feierte in den USA die Spielshow "Family Feud". Die RTL Group investierte im Jahr 2016 weiter in ihre drei strategischen Säulen Sender-, Inhalte- und Digitalgeschäft. Der Start von RTLplus in Deutschland war der erfolgreichste Senderstart der vergangenen Jahre: Bereits im Dezember erreichte der Sender einen Marktanteil von 0,9 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen. Fremantle Media übernahm die Mehrheit an der Produktionsfirma Abot Hameiri und beteiligte sich zudem an Eureka Productions, Dr Pluto, Wild Blue Media sowie Dancing Ledge. Die UFA-Fiction-Serie "Deutschland 83" erzielte international weitere Erfolge bei Publikum und Kritikern - ebenso wie die Wildside-Produktion "The Young Pope", die in Italien als stärkste Premiere einer Serie bei Sky Italia und in Frankreich als beliebteste internationale Drama-Serie bei Canal+ startete. Dank starken organischen und akquisitorischen Wachstums leisteten die Digitalgeschäfte erstmals einen Beitrag von mehr als 10 Prozent zum Gesamtumsatz der RTL Group. Ihr Umsatz wuchs um 32 Prozent auf 670 Mio. €. Einen wesentlichen Anteil hieran hatten die im RTL Digital Hub gebündelten Geschäfte BroadbandTV, StyleHaul sowie SpotX, die allesamt dynamisches Wachstum aufwiesen. Die Mediengruppe RTL Deutschland stärkte ihre Position im Bereich digitale Werbung durch die Mehrheitsübernahme des Onlinevideo-Vermarkters Smartclip. Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Umsatzanalyse
Penguin Random HousePenguin Random House verzeichnete 2016 eine starke Bestsellerperformance, angeführt von millionenfach verkauften Titeln wie dem Thriller "The Girl On The Train" von Paula Hawkins und den Romanen "Me Before You" und "After You" von Jojo Moyes. Beeinträchtigt wurde die Geschäftsentwicklung durch einen erwarteten Rückgang der E-Book-Verkäufe in den USA und Großbritannien, der vor allem auf neue Verkaufskonditionen im Einzelhandel zurückzuführen war. Unter Berücksichtigung der vollständig von Bertelsmann gehaltenen deutschen Verlagsgruppe Random House erzielte die Buchgruppe 2016 einen im Vergleich zum Vorjahr um 9,6 Prozent verringerten Umsatz von 3,4 Mrd. € (Vj.: 3,7 Mrd. €). Umsatzmindernd wirkten im Wesentlichen Wechselkurseffekte und Portfolioänderungen sowie geringere Verkaufszahlen bei gedruckten Büchern und E-Books. Geringere Retouren und eine positive Entwicklung bei Audioformaten glichen dies teilweise aus. Das Operating EBITDA der Buchgruppe ging um 3,6 Prozent auf 537 Mio. € (Vj.: 557 Mio. €) zurück. Höhere erzielte Einsparungen aus der Integration sowie geringere sonstige Kosten wirkten sich positiv auf das Ergebnis aus. Die EBITDA-Marge konnte erneut gesteigert werden auf 16,0 Prozent (Vj.: 15,0 Prozent). In den USA platzierten die Verlage von Penguin Random House im vergangenen Jahr 585 Print- und E-Book-Titel auf den Bestsellerlisten der "New York Times", davon 101 auf Platz eins. Zusätzlich zu den Romanen von Hawkins und Moyes gehörten über alle Formate - Print, E-Book und Hörbuch -hinweg unter anderem John Grishams "The Whistler", Colson Whiteheads "The Underground Railroad" sowie "When Breath Becomes Air" von Paul Kalanithi zu den Bestsellern. Mehr als elf Millionen Mal verkauften sich in den USA darüber hinaus diverse Klassiker von Dr. Seuss. In Großbritannien stellte Penguin Random House 40 Prozent aller Top-10-Titel auf der wöchentlichen "Sunday Times"-Bestsellerliste. Zu den meistverkauften Büchern gehörten "Night School" von Lee Child, die Kinderbuchklassiker "The BFG" und "Matilda" von Roald Dahl, die Erfolgsreihe "Wimpy Kid" von Jeff Kinney, Kochbücher von Jamie Oliver sowie die Titel von Hawkins und Moyes. Penguin Random House Grupo Editorial profitierte von steigenden E-Book-Verkäufen, erfolgreichen neuen Titeln und Einsparungen aus der Integration. In Spanien gewann die Gruppe weitere Marktanteile, in Lateinamerika entwickelten sich die Geschäfte bei herausfordernden ökonomischen Bedingungen besser als der Markt. In Deutschland behielt die Verlagsgruppe Random House ihre marktführende Stellung bei. Die Verlagsgruppe platzierte 379 Titel auf den "Spiegel"-Bestsellerlisten, 17 davon auf Platz eins. Zu den Bestsellerautoren gehörten Jonas Jonasson, Charlotte Link und Juli Zeh. Zahlreiche Autoren von Penguin Random House gewannen im vergangenen Jahr international renommierte Auszeichnungen, darunter Pulitzer-Preise in den Bereichen "General Fiction", "History" und "Autobiography" sowie den National Book Award for Fiction. Bertelsmann hält 53 Prozent der Anteile an Penguin Random House, Pearson 47 Prozent. Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Umsatzanalyse
Gruner + JahrGruner + Jahr erzielte trotz Aufwendungen für die digitale Transformation ein operatives Ergebnis über Vorjahr und damit den Ergebnisumschwung. Der Umsatz sank um 1,9 Prozent auf 1,6 Mrd. € (Vj.: 1,6 Mrd. €). Hier wirkten sich neben der allgemeinen Entwicklung am Printanzeigen- und Vertriebsmarkt auch Portfoliomaßnahmen, unter anderem in Österreich und Spanien, aus. Das Wachstum der Digitalerlöse konnte diese organischen und portfoliobedingten Effekte jedoch nahezu kompensieren: Insgesamt stieg der Digitalanteil am Gesamtumsatz in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich stark an. Das Operating EBITDA verbesserte sich um 4,6 Prozent auf 137 Mio. € (Vj.: 131 Mio. €). Hierfür waren vor allem die Geschäfte in Deutschland verantwortlich. Vor diesem Hintergrund stieg die EBITDA-Marge auf 8,7 Prozent (Vj.: 8,1 Prozent). Dank weiterer Investitionen steigerte G+J in Deutschland neben dem Ergebnis auch den Umsatz. Die Printanzeigenumsätze waren nahezu stabil, die Vertriebsumsätze stiegen leicht. Die Digitalerlöse von G+J Deutschland verzeichneten ein starkes Wachstum. Diese dynamische Entwicklung wurde getragen von deutlich höheren Werbeumsätzen bei den Markenwebsites sowie beim Performancevermarkter Ligatus. Hinzu kamen Eigenentwicklungen - etwa die Vermarktungsplattform AppLike - sowie Akquisitionen, darunter die Übernahme des Technologieunternehmens LiquidM durch Ligatus. Die drei größten G+J-Websites - "Stern", "Gala" und "Brigitte" - erzielten jeweils Reichweitenrekorde. Zudem startete G+J Deutschland das Multichannel-Videonetzwerk "Club of Cooks" und erweiterte seine E-Commerce-Aktivitäten mit dem "Schöner Wohnen"-Shop. Zum Umsatzwachstum trugen darüber hinaus die Magazinneugründungen der vergangenen beiden Jahre - darunter "Barbara" und "Stern Crime" - sowie die Angebote der Deutschen Medien-Manufaktur bei. Das mit dem Landwirtschaftsverlag gegründete Tochterunternehmen nahm seine Arbeit auf und platzierte mit "Essen & Trinken mit Thermomix" sowie "Wolf" zwei neue Magazine erfolgreich am Markt. Mit Territory formierte G+J den führenden Content-Communication-Dienstleister Deutschlands. Territory trug durch Investitionen etwa in die Digitalagentur Webguerillas ebenso zum Umsatzwachstum von G+J Deutschland bei wie der Deutsche Pressevertrieb, der seine Marktposition durch die Übernahme des Axel Springer Vertriebsservice ausbaute. Zudem verzeichnete die DDV Mediengruppe im Zuge des Ausbaus ihrer Neugeschäfte Umsatz- und Ergebniswachstum. Gemeinsam mit der RTL-Tochter IP Deutschland bildete G+J EMS die Ad Alliance. Unter diesem Dach werden gattungsübergreifende Konzepte der Vermarkter entwickelt. Damit erreichen die beiden Bertelsmann-Töchter mit ihren Portfolios in hochwertigen journalistischen Umfeldern 99 Prozent der deutschen Bevölkerung. In Frankreich verzeichnete Prisma Media ein weitgehend stabiles Umsatz- und Ergebnisniveau. Rückgänge im Printbereich wurden durch das Digitalgeschäft nahezu vollständig kompensiert, dessen Umsatz deutlich stieg. Mit der Groupe Cerise übernahm Prisma Media ein internationales digitales Medienunternehmen mit hohem Wachstumspotenzial und sicherte sich unter den Verlagen die Marktführerschaft bei der Videoreichweite. Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Umsatzanalyse
BMGDie Bertelsmann-Musiktochter BMG verzeichnete anhaltendes Wachstum im Verlags- und Tonträgergeschäft und setzte ihre Internationalisierung fort. Der Umsatz erhöhte sich sowohl organisch als auch akquisitorisch und stieg um 12,2 Prozent auf 416 Mio. € (Vj.: 371 Mio. €). Getragen wurde diese Entwicklung vom Verlagsgeschäft in Großbritannien, Australien und Kontinentaleuropa, von einem starken Tonträgergeschäft in Kontinentaleuropa, den USA und Großbritannien sowie von weltweit steigenden Erlösen aus Streamingangeboten. Das Operating EBITDA erhöhte sich dank der Entwicklung in Großbritannien und den USA um 13,1 Prozent auf 95 Mio. € (Vj.: 84 Mio. €). Die EBITDA-Marge stieg auf 22,8 Prozent (Vj.: 22,6 Prozent). BMG stärkte seine internationale Präsenz und eröffnete Niederlassungen in Australien und Brasilien. Insgesamt ist BMG nunmehr in Ländern präsent, auf die 75 Prozent des weltweiten Musikmarktes entfallen. Nur wenige Monate nach dem Markteintritt in Australien schloss BMG die Übernahme der Musikaktivitäten von Alberts ab, einem der bedeutendsten Musikunternehmen des Landes. In China baute BMG seine Zusammenarbeit mit der Alibaba Music Group aus, um internationalen Künstlern den Zugang zu digitalen Musikplattformen im Land zu erleichtern. Zu den wichtigsten Künstlern, die BMG im Geschäftsjahr unter Vertrag nahm, gehörte Pink-Floyd-Gründer und -Songwriter Roger Waters. BMG vertritt seitdem die Verlagsinteressen am Pink-Floyd-Katalog, zu dem unter anderem die Titel "Money", "Another Brick in the Wall" und "Comfortably Numb" gehören. Zudem entschieden sich im Verlagsbereich unter anderem Pitbull, Jamiroquai und Robin Schulz, ihre Rechte fortan von BMG vertreten zu lassen. Im Tonträgerbereich gelang es BMG unter anderem, Blink-182, Nickelback, Rick Astley, A Perfect Circle und Max Giesinger unter Vertrag zu nehmen. Zudem stärkte das Unternehmen sein Portfolio durch eine Reihe von Akquisitionen und Katalogzukäufen. So erwarb das Unternehmen in Großbritannien eine Mehrheitsbeteiligung am ARC-Music-Verlagskatalog und damit Rechte an Songs von unter anderem Chuck Berry, den Beach Boys und John Lee Hooker. Zudem baute das Unternehmen dort sein Geschäft unter anderem durch den Erwerb des Blondie-Katalogs und eines Katalogs der BBC aus. Darüber hinaus setzte BMG die Konsolidierung seines weltweiten digitalen und physischen Tonträgervertriebs weitgehend um. Zahlreiche BMG-Vertragspartner erzielten im Jahr 2016 kreative Erfolge. Im Verlagsgeschäft verhalfen Autoren von BMG internationalen Künstlern wie etwa Beyoncé, Lady Gaga, Rihanna und David Guetta an die Chartspitze. Zudem profitierte BMG von den Erfolgen seiner Künstler, darunter Frank Ocean, Robbie Williams, DJ Snake, Kings of Leon oder auch Mick Jagger und Keith Richards von den Rolling Stones. Auch der weitere Ausbau des Tonträgergeschäfts ging mit Topplatzierungen in den Charts einher: So erreichte BMG mit dem Album "50" von Rick Astley die Spitze der Charts in Großbritannien und mit dem Album "California" von Blink-182 die Nummer eins sowohl in den USA als auch in Großbritannien. Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Umsatzanalyse
ArvatoArvato verzeichnete im Berichtsjahr 2016 eine sehr positive Geschäftsentwicklung mit Umsatz- und Ergebniswachstum in nahezu allen Solution Groups. Der Umsatz von Arvato stieg um 1,4 Prozent auf 3,8 Mrd. € (Vj.: 3,8 Mrd. €). Trotz konjunktureller Herausforderungen in einzelnen Märkten erhöhte sich das Operating EBITDA um 14,7 Prozent auf 359 Mio. € (Vj.: 313 Mio. €); hierzu trugen alle Solution Groups bei. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 9,4 Prozent nach 8,3 Prozent im Vorjahr. Zum 1. Januar 2016 wurden die zuvor zu Arvato gehörenden Druck- und Replikationsgeschäfte in die neu geschaffene Bertelsmann Printing Group überführt. Zeitgleich wurde die Kommunikationsagentur Medienfabrik dem Unternehmensbereich Gruner + Jahr zugeordnet. Die Neustrukturierung diente der stärkeren Fokussierung auf Dienstleistungsgeschäfte innerhalb der Arvato Solution Groups, die im Berichtsjahr 2016 erstmals zum Tragen kommt. Arvato CRM Solutions steigerte sowohl Umsatz als auch Ergebnis im Geschäftsjahr 2016 deutlich. Grund für das Wachstum waren insbesondere Neukundenakquisitionen in den Kernbereichen IT/Internet und Tourismus sowie die weitere Internationalisierung der Geschäfte. Im indischen Gurgaon wurde ein Service-Center mit Platz für rund 1.400 Mitarbeiter eröffnet. Arvato SCM Solutions baute sein europäisches Logistiknetzwerk massiv aus und trug damit der sehr guten Auftragslage Rechnung. Unter anderem wurde ein neues Distributionscenter im niederländischen Gennep in Betrieb genommen, der Grundstein für den Bau eines neuen Standorts in Dorsten gelegt sowie der Logistikstandort am Hauptsitz in Gütersloh erweitert. Darüber hinaus erweiterte die Solution Group ihre Dienstleistungsgeschäfte in Branchen wie E-Commerce, Fashion & Beauty und Healthcare. Zudem konnte durch die Übernahme der USA-Auslieferung für einen Hightech-Großkunden das Nordamerika-Geschäft signifikant gestärkt werden. Auch der Bereich der Finanzdienstleistungsgeschäfte, Arvato Financial Solutions, entwickelte sich in Umsatz und Ergebnis positiv. Bedingt wurde der gute Geschäftsverlauf vor allem durch die Erbringung von BPO-Dienstleistungen für internationale Großkunden, den weiteren Rollout der Tochtergesellschaft AfterPay in Europa sowie ein stabil wachsendes Geschäft im Kernmarkt Deutschland. Um die Innovationskraft weiter auszubauen, wurde ein IT-Entwicklungs- und -Innovationszentrum in Tallinn eröffnet und ein Robotiklabor in Dublin aufgebaut. Eine dauerhaft hohe Nachfrage nach IT-Dienstleistungen verzeichnete Arvato Systems. Die Spezialisierung auf die Kernbranchen Commerce, Media und Utilities wurde weiter vorangetrieben, indem das Portfolio optimiert und gleichzeitig Investitionen in Zukunftsfelder wie Cloud-Infrastruktur getätigt wurden. Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Umsatzanalyse
Bertelsmann Printing GroupSeit dem 1. Januar 2016 sind die weltweiten Offset- und Tiefdruckaktivitäten von Bertelsmann sowie weitere Dienstleistungs- und Produktionsgeschäfte in der Bertelsmann Printing Group ("BPG") gebündelt. Der neu geschaffene Unternehmensbereich konnte sich in einem insgesamt herausfordernden Markt erfolgreich behaupten und wichtige Themen der Integration umsetzen. Die Gruppe verzeichnete im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatzrückgang von 6,9 Prozent auf 1.624 Mio. € (Vj.: 1.744 Mio. €). Dies ist vor allem auf den Verkauf der spanischen Druckaktivitäten im April 2015 und die Schließung von Sonopress USA im Februar 2016 zurückzuführen. Das Operating EBITDA ging aufgrund des unverändert rückläufigen Druckmarktes und durch Desinvestitionen um 4,8 Prozent auf 118 Mio. € (Vj.: 124 Mio. €) zurück. Die EBITDA-Marge der Gruppe blieb mit 7,3 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres (Vj.: 7,1 Prozent). Die Offsetdruckgeschäfte der Bertelsmann Printing Group blieben im Geschäftsjahr 2016 auf gutem Ergebnisniveau nahezu stabil. Mohn Media verlängerte im Jahresverlauf wichtige Kundenverträge im Handelssegment. Das auf Printlösungen für Buchverlage ausgerichtete Unternehmen GGP Media behauptete sich in einem kompetitiven Marktumfeld und die auf Zeitschriften und Kataloge im kleinen bis mittleren Auflagenbereich spezialisierte BPG-Tochter Vogel Druck gewann neue Referenzkunden hinzu. Die in der Prinovis-Gruppe gebündelten Tiefdruckaktivitäten entwickelten sich in Summe positiv. In Großbritannien konnten zwei große Neukunden akquiriert werden. Diese neuen Aufträge tragen zur langfristigen Auslastung des Standorts in Liverpool bei. Die deutschen Prinovis-Standorte verzeichneten trotz anhaltenden Preisdrucks eine solide Geschäftsperformance. Die US-amerikanischen Druckereien der Bertelsmann Printing Group sahen sich unverändert einer intensiven Wettbewerbssituation im Geschäftssegment Buchdruck ausgesetzt. Rückgänge in der Taschenbuchproduktion wurden durch die Akquisition eines Großkunden im Verlagsbereich und durch eine Ausweitung des Geschäfts mit innovativen Printprodukten auf neue Branchen ausgeglichen. Beim operativen Ergebnis lagen die US-Druckereien über Vorjahresniveau. Die Umsätze von Sonopress gingen aufgrund der Schließung des US-Standorts Weaverville erwartungsgemäß zurück. Am Stammsitz in Gütersloh hingegen konnten Produktionsmengen, Umsatz und Ergebnis gegen den allgemeinen Markttrend gesteigert werden. Zudem startete Sonopress im Frühjahr als eines der ersten Unternehmen weltweit die vollautomatische Produktion von Ultra HD Blu-ray Discs und produzierte bis Ende 2016 bereits mehr als zwei Millionen Exemplare des hochauflösenden Speichermediums. Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Umsatzanalyse
Bertelsmann Education GroupDie in der Bertelsmann Education Group gebündelten Bildungsaktivitäten des Konzerns setzten ihre Expansion im vergangenen Geschäftsjahr fort. Die vollkonsolidierten Geschäfte der Division, die seit dem 1. Januar 2016 als eigenständiger Unternehmensbereich firmiert, entwickelten sich positiv und erzielten ein Umsatzplus von 28,9 Prozent auf 142 Mio. € (Vj.: 110 Mio. €). Das Operating EBITDA ging auf -17 Mio. € zurück (Vj.: -5 Mio. €), was insbesondere auf geplante Anlaufverluste zum weiteren Geschäftsausbau der im Jahr 2015 erworbenen Beteiligungen am Online-Bildungsdienstleister HotChalk sowie am E-Learning-Anbieter Udacity zurückzuführen ist. Der E-Learning-Anbieter Relias Learning, derzeit das umsatz- und ertragsstärkste Bildungsgeschäft von Bertelsmann, verzeichnete signifikantes organisches sowie akquisitorisches Wachstum. Die Bertelsmann-Tochter vergrößerte ihre Kundenbasis von rund 4.500 auf mehr als 5.500, trieb verschiedenste Produktinnovationen voran und expandierte mit ihren Geschäftstätigkeiten unter anderem nach Großbritannien, Deutschland und China. Darüber hinaus tätigte Relias im Berichtszeitraum insgesamt sechs Akquisitionen; unter anderem erwarb das Unternehmen die US-Weiterbildungsfirmen Swank Healthcare und AHC Media vollständig und stieg so in den Markt für Fortbildungen in Krankenhäusern ein. Udacity forcierte die weitere Internationalisierung seiner Geschäfte und ist nun unter anderem in Brasilien, Indien und Deutschland aktiv. Das Unternehmen führte im Berichtszeitraum fünf neue "Nanodegrees" ein, darunter ein Fortbildungsangebot zum Self-Driving Car Engineer. HotChalk führte seine Partnerschaften mit Universitäten in den USA fort und unterstützte diese dabei, ihr Lehrangebot in der digitalen Welt anzubieten. Aktuell sind an sieben Hochschulen mehrere tausend Studenten in Programmen eingeschrieben, die von HotChalk betreut werden. Die auf den Bereich Psychologie spezialisierte Alliant University verzeichnete im Geschäftsjahr 2016 Umsatzwachstum. Zudem setzte die Hochschule ihre Transformation fort und begann mit dem Aufbau eines digitalen Lehrangebots. Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Umsatzanalyse
Bertelsmann InvestmentsDie vier strategischen Investmentfonds des Konzerns, die seit dem 1. Januar 2016 im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments gebündelt sind, bauten im Geschäftsjahr ihre internationalen Start-up-Beteiligungen weiter aus. Bertelsmann Asia Investments (BAI), Bertelsmann Brazil Investments (BBI), Bertelsmann India Investments (BII) und Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI) tätigten insgesamt 43 neue Investitionen, sodass Bertelsmann über die Fonds zum Jahresende an 138 Unternehmen beteiligt war. Länderübergreifend standen dabei Beteiligungen an Start-ups mit innovativen Geschäftsmodellen im Fokus, beispielsweise im Bereich Fintech. Alle Fonds trugen dazu bei, für den Konzern wichtige digitale Trends zu identifizieren, die Portfoliounternehmen bei der Weiterentwicklung innovativer Geschäftsmodelle zu unterstützen sowie die Position von Bertelsmann als attraktiver Partner weiter zu festigen. Seit 2012 investierten die vier Investmentfonds insgesamt über 500 Mio. € in internationale Start-ups. Die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann Investments wird im Wesentlichen auf Basis des EBIT gemessen, das sich 2016 auf 35 Mio. € erhöhte (Vj.: -14 Mio. €). Gewinne aus Beteiligungsverkäufen - allen voran bei BAI - leisteten somit einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis. In China tätigte BAI im Berichtszeitraum 27 neue Investitionen; dazu kamen mehrere Folgeinvestitionen in bestehende Portfoliounternehmen. Viele der BAI-Beteiligungen wenden sich dabei mit Online-Dienstleistungen an die wachsende Mittelschicht des Landes: beispielsweise die Fitness-App Keep, die Dating-Plattform Tantan, die Bike-Sharing-App Mobike und das Fintech-Unternehmen Yixin Capital. Erstmals seit der Gründung des Fonds überstiegen 2016 die erwirtschafteten Exit-Erlöse die im selben Jahr getätigten Investitionen. Auch in Indien stärkte Bertelsmann seine Aktivitäten weiter. So beteiligte sich der Fonds BII am Mode-Netzwerk Roposo, am Fintech-Unternehmen Lendingkart sowie an Treebo, einer technologiegestützten Budget-Hotel-Plattform. Darüber hinaus tätigte BII mehrere Folgeinvestitionen in bestehende Beteiligungen wie den Hochschuldienstleister iNurture und den Onlinemarktplatz für Möbel und Einrichtungen Pepperfry. In Brasilien trieb BBI den Einstieg in das Bildungsgeschäft mit besonderem Fokus auf das Gesundheitswesen voran: Gemeinsam mit dem strategischen Partner Bozano Investimentos beteiligte sich der Fonds an der medizinischen Hochschulgruppe NRE Education Group sowie an Medcel, einem Anbieter von Online-Vorbereitungskursen für angehende Fachärzte. BDMI investierte im Geschäftsjahr unter anderem in das Onlinevideo-Netzwerk FloSports. Inhaltlich lag ein Investmentschwerpunkt des Fonds auf dem Bereich Virtual Reality. Hier beteiligte sich BDMI an den US-Unternehmen 8i und Visionary VR sowie dem deutschen Start-up Splash. Gesamtaussage der Unternehmensleitung zur wirtschaftlichen LageBertelsmann verzeichnete 2016 einen erfolgreichen Geschäftsverlauf. Der Konzern erzielte einen organischen Umsatzzuwachs, einen operativen Ergebnisrekord trotz Anlaufverlusten für Digital- und Neugeschäfte und ein Konzernergebnis auf erneut hohem Niveau. Zudem erzielte Bertelsmann weitere Fortschritte in allen strategischen Stoßrichtungen. In der Folge wird der Konzern zunehmend wachstumsstärker, digitaler, internationaler und diversifizierter. Im Berichtszeitraum lag der Konzernumsatz mit 17,0 Mrd. € um 1,1 Prozent unter dem Vorjahreswert von 17,1 Mrd. € und somit unter den Erwartungen (Prognose im Geschäftsbericht 2015: leicht steigender Umsatz). Der Umsatzrückgang ist zurückzuführen auf Wechselkurs- und Portfolioeffekte. Das organische Wachstum hingegen betrug 0,9 Prozent. Eine positive Prognoseabweichung verbuchte das Operating EBITDA, das trotz geplanter Anlaufverluste für Neu- und Digitalgeschäfte mit 2.568 Mio. € (Vj.: 2.485 Mio. €) moderat über dem Vorjahresniveau lag (Prognose im Geschäftsbericht 2015: stabiles Operating EBTIDA). Der zur Konzernsteuerung verwendete BVA lag mit 147 Mio. € lediglich deutlich unter dem Vorjahreswert von 155 Mio. € (Prognose im Geschäftsbericht 2015: stark abnehmender BVA). Die erwartete Entwicklung spiegelt den primär akquisitionsbedingten Anstieg des durchschnittlich investierten Kapitals wider und die Prognoseabweichung die bessere operative Ergebnisentwicklung im Berichtszeitraum. Die vier strategischen Stoßrichtungen von Bertelsmann -Stärkung der Kerngeschäfte, digitale Transformation, Ausbau von Wachstumsplattformen sowie Expansion in Wachstumsregionen - standen auch im Geschäftsjahr 2016 im Fokus der Konzernentwicklung. Neben der Bildung der Ad Alliance zur Zusammenarbeit zwischen der Mediengruppe RTL Deutschland und Gruner + Jahr in der Werbevermarktung und der Gründung der Deutschen Medien-Manufaktur durch Gruner + Jahr zusammen mit dem Landwirtschaftsverlag trugen die neu implementierte Führungsstruktur bei der Bertelsmann Printing Group und das konzernweite Ergebnisverbesserungsprogramm zur Stärkung der Kerngeschäfte bei. Im Rahmen der digitalen Transformation übernahm die RTL Group unter anderem den Onlinevideo-Vermarkter Smartclip, Gruner + Jahr übernahm den digitalen Bewegtbildanbieter Groupe Cerise und Arvato wuchs mit Dienstleistungen für Unternehmen aus den Bereichen IT/Hightech und mit E-Commerce-Dienstleistungen. Die Wachstumsplattformen wurden insbesondere im Bereich Musik und Bildung durch den organischen und akquisitorischen Ausbau weiter gestärkt. Im Zuge der Erweiterung der Präsenz in den Wachstumsregionen tätigte Bertelsmann Investments weitere Neu- und Folgeinvestitionen und leistete mit Gewinnen aus Beteiligungsverkäufen einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis. Die Finanz- und Vermögenslage ist im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin auf einem soliden Niveau. Das Fälligkeitsprofil der Kapitalmarktfinanzierungen wurde durch die im Geschäftsjahr 2016 getätigten Emissionen weiter verbessert. Die ausgewiesenen liquiden Mittel zum 31. Dezember 2016 in Höhe von 1,4 Mrd. € (Vj.: 1,3 Mrd. €) stellen eine ausreichende Liquidität dar. Die Ratingagenturen Moody's und S&P stuften die Kreditwürdigkeit von Bertelsmann unverändert mit Baa1 bzw. BBB+ und einem stabilen Ausblick ein. Insgesamt hat Bertelsmann das Geschäftsjahr 2016 erfolgreich beendet und ist finanziell solide aufgestellt. Alternative Leistungskennzahlen (Alternative Performance Measures)Zur Erläuterung der Ertragslage bzw. der Finanz- und Vermögenslage werden im vorliegenden zusammengefassten Lagebericht ergänzend die folgenden Alternativen Leistungskennzahlen verwendet, die nicht nach IFRS definiert sind. Diese sollten nicht isoliert, sondern als vervollständigende Information zur Beurteilung der Geschäftslage von Bertelsmann betrachtet werden und unterscheiden sich wie das wertorientierte Steuerungssystem u. a. in Steuerungskennzahlen im engeren von jenen im weiteren Sinne. Das organische Wachstum ergibt sich, indem das ausgewiesene Umsatzwachstum um den Einfluss von Wechselkurseffekten sowie Unternehmenserwerbe und -veräußerungen bereinigt wird. Bei den Wechselkurseffekten wird die im jeweiligen Land gültige funktionale Währung zur Berechnung herangezogen. Organisches Umsatzwachstum
Operating EBITDA
Operating EBITDADas Operating EBITDA ist als das Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern sowie planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen festgelegt und um Sondereinflüsse bereinigt. Die Bereinigungen um Sondereinflüsse dienen der Ermittlung eines nachhaltigen unter normalen wirtschaftlichen Gegebenheiten wiederholbaren operativen Ergebnisses, das nicht durch Sondersachverhalte oder strukturelle Verwerfungen beeinflusst wird. Zu den Sondereinflüssen zählen im Wesentlichen Wertminderungen und Wertaufholungen, Neubewertungen, Restrukturierungsaufwendungen und/oder das Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen. Hiermit eignet sich das Operating EBTIDA als aussagekräftige Steuerungsgröße. BVADer BVA misst den über die angemessene Verzinsung des investierten Kapitals hinaus erwirtschafteten Gewinn. Diese Form der Wertorientierung findet sowohl in der strategischen Investitions- und Portfolioplanung als auch in der operativen Geschäftssteuerung ihren Ausdruck und bildet zusammen mit qualitativen Kriterien die Grundlage für die Bemessung des variablen Anteils auf Konzernebene. Der BVA berechnet sich aus der Differenz von Net Operating Profit After Tax (NOPAT) und Kapitalkosten. Ausgangsbasis zur Berechnung des NOPAT ist das Operating EBITDA. Unter Abzug von Abschreibungen, soweit diese nicht in den Sondereinflüssen enthalten sind, sowie pauschalisierter Steuern von 33 Prozent ergibt sich das für die BVA-Berechnung zugrunde gelegte NOPAT Die Kapitalkosten entsprechen dem Produkt aus Kapitalkostensatz und durchschnittlich investiertem Kapital. Der Kapitalkostensatz beträgt einheitlich 8 Prozent nach Steuern. Das durchschnittlich investierte Kapital ergibt sich quartalsweise aus den Vermögenspositionen der Bilanz, die dem operativen Betriebszweck dienen, abzüglich solcher Verbindlichkeiten, die dem Unternehmen unverzinslich zur Verfügung stehen. Zusätzlich werden 66 Prozent des Nettobarwerts der Operating Leases bei der Ermittlung des investierten Kapitals berücksichtigt. BVA
Cash Conversion Rate
Cash Conversion RateAls Maßstab für die Finanzmittelfreisetzung aus den Geschäften dient die Cash Conversion Rate, die aus dem Verhältnis von Operating Free Cash Flow zu Operating EBIT ermittelt wird. Die Ermittlung des Operating Free Cash Flow setzt auf dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit gemäß Konzern-Kapitalflussrechnung auf, wobei die Effekte aus gezahlten Ertragsteuern und der Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen auf den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit neutralisiert werden. Der Operating Free Cash Flow ist des Weiteren um Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen vermindert, ggfs. erhöht um Erlöse aus dem Verkauf langfristiger Vermögensgegenstände. Weitere Bereinigungen erfolgen, um einer periodengerechten Zuordnung der Kapitalflüsse gerecht zu werden und um den Einfluss von aus Sondereinflüssen resultierenden Zahlungsströmen auf den Operating Free Cash Flow methodisch konsistent zum Operating EBITDA zu neutralisieren. Die weiteren Bereinigungen im Geschäftsjahr 2016 umfassten überwiegend Zahlungseffekte aus Restrukturierungsmaßnahmen. Ausgehend vom Operating EBITDA ergibt sich das Operating EBIT durch den Abzug von Abschreibungen, soweit diese nicht in den Sondereinflüssen enthalten sind. Angestrebt wird im langjährigen Mittel eine Cash Conversion Rate zwischen 90 und 100 Prozent. Wirtschaftliche SchuldenAusgehend von den Bruttofinanzschulden, die sich aus den Bilanzpositionen kurzfristige und langfristige Finanzschulden ergeben, und gemindert um die liquiden Mittel, ergeben sich die Nettofinanzschulden. Die Wirtschaftlichen Schulden sind definiert als Nettofinanzschulden abzüglich des 50-prozentigen Anteils des Nominalkapitals der Hybridanleihen, zuzüglich Pensionsrückstellungen, Genusskapital und Nettobarwert der Operating Leases. Bei der Berechnung der Wirtschaftlichen Schulden werden die Hybridanleihen nur zur Hälfte berücksichtigt, da beide Anleihen von den Ratingagenturen ebenfalls zur Hälfte als Eigenkapital eingestuft werden. Für Berechnungszwecke des Leverage Factor werden die Wirtschaftlichen Schulden modifiziert. Wirtschaftliche Schulden
Leverage Factor
Zu den Finanzierungszielen gehört ein dynamischer Verschuldungsgrad (Leverage Factor), der sich aus dem Verhältnis von Wirtschaftlichen Schulden zum Operating EBITDA ergibt und den definierten Wert von 2,5 nicht überschreiten sollte. Bei der Ermittlung des Verschuldungsgrads werden die Wirtschaftlichen Schulden und das Operating EBITDA modifiziert, um eine der Struktur des Konzerns und seiner verkraftbaren Verschuldung entsprechende finanzielle Steuerung zu ermöglichen. Die Modifikationen betreffen bei den Wirtschaftlichen Schulden überwiegend liquide Mittel, die im Konzern gebunden sind, während die Modifikationen beim Operating EBTIDA die Struktur des Konzerns mit seinen Mitgesellschafteranteilen adressieren. Der ermittelte Leverage Factor ist somit stets konservativer, als er sich bei Verwendung der rein bilanziellen Positionen ergeben würde. NachtragsberichtEnde Januar 2017 übernahm BMG die BBR Music Group, zu der bekannte Country-Musiklabels wie Broken Bow Records, Stoney Creek Records, Wheelhouse Records, Red Bow Records sowie der Musikverlag Magic Mustang Music gehören. Die Übernahme umfasst zudem die Rechte zahlreicher namhafter Country-Künstler. Das britische Bildungsunternehmen Pearson, das 47 Prozent an Penguin Random House hält, hat am 1. Februar 2017 Bertelsmann über die Andienung seiner Anteile an Penguin Random House informiert und die vertraglich vorgesehene Exit Notice eingereicht. Mit diesem Tag startet ein strukturierter Prozess, in dessen Verlauf Bertelsmann und Pearson zunächst gemeinsam einen Marktwert von Penguin Random House bestimmen. Bertelsmann verfügt anschließend über die Optionen, die Exit Notice anzunehmen, abzulehnen oder darauf nicht zu reagieren. Risiko- und ChancenberichtRisikomanagementsystemDas Risikomanagementsystem (RMS) von Bertelsmann dient der Früherkennung, Beurteilung und Steuerung interner und externer Risiken. Das Interne Kontrollsystem (IKS) als integraler Bestandteil des RMS überwacht die Wirksamkeit der implementierten Gegenmaßnahmen. Ziel des RMS ist es, materielle Risiken für den Konzern rechtzeitig zu identifizieren, um Gegenmaßnahmen ergreifen und Kontrollen durchführen zu können. Risiken sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für Bertelsmann negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Darüber hinaus können sich Risiken negativ auf die Erreichung der strategischen, operativen sowie berichterstattungs- und Compliance-relevanten Ziele des Konzerns sowie auf dessen Reputation auswirken. Der Prozess des Risikomanagements erfolgt in Anlehnung an die international anerkannten Rahmenwerke des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO Enterprise Risk Management - Integrated Framework bzw. Internal Control - Integrated Framework) und ist in die Teilschritte Identifikation, Bewertung, Steuerung, Kontrolle, Kommunikation und Überwachung gegliedert. Schwerpunkt der Risikoidentifizierung ist die Risikoinventur, die jährlich die wesentlichen Risiken der Unternehmenstätigkeit vom Profit Center aufwärts ermittelt. Diese werden stufenweise auf Unternehmensbereichs- und Konzernebene zusammengefasst. So ist sichergestellt, dass Risiken am Ort ihrer Wirksamkeit erfasst werden. Zusätzlich erfolgen halbjährlich eine konzernweite Nacherhebung der wesentlichen Risiken sowie quartalsweise eine Berichterstattung mit Negativmeldungen. Durch die Ad-hoc-Berichterstattungspflicht werden unterjährige wesentliche Veränderungen in der Risikoeinschätzung dem Vorstand zur Kenntnis gebracht. Den Risiken werden Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen gegenübergestellt. Auf diese Weise wird das sogenannte Nettorisiko ermittelt. Der Zeithorizont für die Einschätzung von Risiken beträgt sowohl ein Jahr als auch drei Jahre, um Steuerungsmaßnahmen frühzeitig einleiten zu können. Ausgangspunkt für die Ermittlung der wesentlichen Konzernrisiken ist analog der mittelfristigen Unternehmensplanung der Dreijahreszeitraum. Dabei ergibt sich die Bewertung eines Risikos als Produkt aus geschätzter negativer Auswirkung auf den Free Cash Flow des Konzerns bei Eintritt des Risikos und geschätzter Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Risikoüberwachung durch das Management erfolgt fortlaufend. Das RMS sowie das IKS als Teil des RMS werden kontinuierlich weiterentwickelt und sind in die laufende Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat von Bertelsmann eingebunden. Um die Erfüllung gesetzlicher und interner Anforderungen sicherzustellen, finden in regelmäßigen Abständen Sitzungen der Corporate und Divisional Risk Management Committees statt. Der Abschlussprüfer prüft das Risikofrüherkennungssystem gemäß § 91 Abs. 2 AktG auf seine Eignung, Entwicklungen, die den Fortbestand der Bertelsmann SE & Co. KGaA gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen, und berichtet die Ergebnisse an den Aufsichtsrat. Die Konzernrevision führt fortlaufend Prüfungen der Angemessenheit und der Funktionsfähigkeit des RMS in allen Unternehmensbereichen außer der RTL Group durch. Das RMS der RTL Group wird durch die eigene interne Revision sowie den externen Wirtschaftsprüfer beurteilt. Aufgedeckte Mängel werden zeitnah durch geeignete Maßnahmen beseitigt. Der Bertelsmann-Vorstand hat Umfang und Ausrichtung des RMS anhand der unternehmensspezifischen Gegebenheiten ausgestaltet. Dennoch kann selbst ein angemessen eingerichtetes und funktionsfähiges RMS keine absolute Sicherheit für die Identifikation und Steuerung von Risiken gewährleisten. Rechnungslegungsbezogenes Risikomanagementsystem und Internes KontrollsystemDie Ziele des rechnungslegungsbezogenen RMS und des IKS sind zum einen die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der externen und internen Rechnungslegung gemäß der geltenden Gesetzeslage sowie eine zeitnahe Bereitstellung von Informationen. Zum anderen soll die Berichterstattung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Bertelsmann vermitteln. Die nachstehenden Aussagen gelten für den Konzernabschluss (einschließlich Konzernanhang und zusammengefassten Lageberichts) inklusive der Zwischenberichterstattungen wie auch für das interne Management Reporting. Das IKS für den Rechnungslegungsprozess besteht aus folgenden Teilbereichen: Die konzerninternen Regeln zur Abschlusserstellung und Bilanzierung (z. B. IFRS-Handbuch, Richtlinien, Rundschreiben) werden allen eingebundenen Mitarbeitern zeitnah zur Verfügung gestellt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt in einem konzernweit einheitlichen Berichterstattungssystem. Durch umfangreiche automatische Systemkontrollen wird die Datenkonsistenz der Abschlüsse sichergestellt. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems erfolgt durch einen dokumentierten Änderungsprozess. Systemseitige Abstimmprozesse von konzerninternen Geschäftsvorfällen dienen zur Vorbereitung der entsprechenden Konsolidierungsschritte. Sachverhalte, die zu wesentlichen Fehlaussagen im Konzernabschluss führen können, werden jeweils zentral von Mitarbeitern der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der RTL Group (für den vorkonsolidierten Teilkonzern) überwacht sowie gegebenenfalls unter Hinzunahme externer Experten verifiziert. Zentrale Ansprechpartner der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der Unternehmensbereiche stehen zudem in kontinuierlichem Kontakt mit den Tochterfirmen vor Ort, um die IFRS-konforme Bilanzierung sowie die Einhaltung von Berichtsfristen und -pflichten sicherzustellen. Abgerundet werden diese präventiven Maßnahmen durch Kontrollen in Form von Analysen durch das Konzernrechnungswesen der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der RTL Group (für den vorkonsolidierten Teilkonzern). Diese Analysen dienen der Aufdeckung verbliebener Inkonsistenzen. In das interne Management Reporting sind zudem die Controlling-Abteilungen der Unternehmensbereiche und des Konzerns eingebunden. Im Rahmen der quartalsweisen Segmentabstimmung erfolgt eine Abstimmung des internen und externen Berichtswesens. Durch die Einführung eines weltweit verbindlichen Kontrollrahmens für die dezentralen Rechnungslegungsprozesse soll zudem ein standardisierter Aufbau des IKS auf Ebene der lokalen Buchhaltungen aller vollkonsolidierten Konzerngesellschaften erreicht werden. Feststellungen der externen Prüfer sowie der Konzernrevision und der internen Revision der RTL Group in Bezug auf die Bilanzierung werden zeitnah mit den betroffenen Unternehmen besprochen und Lösungswege werden erarbeitet. Im Rahmen eines Self Assessment erfolgt jährlich eine Bestandsaufnahme der Qualität des IKS in den wesentlichen Konzerngesellschaften. Die Ergebnisse werden auf Ebene der Unternehmensbereiche diskutiert. Gleichwohl gilt grundsätzlich auch für jedes IKS, analog zum RMS, dass es keine absolute Sicherheit liefern kann, wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung zu vermeiden oder aufzudecken. Die Konzernrevision sowie die interne Revision der RTL Group beurteilen die rechnungslegungsrelevanten Prozesse im Rahmen ihrer Prüfungstätigkeit. Darüber hinaus berichtet der Konzernabschlussprüfer im Rahmen seiner Abschlussprüfung dem Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA über im Rahmen der Prüfung gegebenenfalls erkannte wesentliche Schwächen des rechnungslegungsbezogenen IKS und die Feststellungen zum Risikofrüherkennungssystem. Wesentliche KonzernrisikenBertelsmann ist einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Die für Bertelsmann wesentlichen Risiken, die im Rahmen der Risikoberichterstattung identifiziert wurden, sind in der nachfolgenden Tabelle ihrem Rang nach aufgelistet. Entsprechend der Höhe des möglichen Mittelabflusses werden die Risiken im Sinne der Risikotragfähigkeit als gering, moderat, signifikant, erheblich oder bestandsgefährdend klassifiziert. Im Rahmen der abgelaufenen Risikoinventur wurden keine Risiken, die als erheblich oder bestandsgefährdend einzustufen wären, identifiziert. Übersicht wesentlicher Konzernrisiken
Aufgrund der Heterogenität der Konzerngeschäfte und der damit verbundenen unterschiedlichen Risiken, denen die einzelnen Unternehmensbereiche ausgesetzt sind, werden im Folgenden die identifizierten wesentlichen strategischen und operativen Konzernrisiken nach Bereichen untergliedert beschrieben. Als übergeordnete Risiken wurden Risiken aus Akquisitionen sowie Risiken der Informationssicherheit identifiziert und separat beschrieben. Im Anschluss erfolgt eine Erläuterung der rechtlichen und regulatorischen Risiken sowie der Finanzmarktrisiken. Diese Risiken werden über die Konzernfunktionen im Wesentlichen zentral gesteuert. Strategische und operative RisikenDie Weltwirtschaft entwickelte sich im Jahr 2016 auf dem verhaltenen Wachstumsniveau des Vorjahres. Im Jahr 2017 soll die globale Konjunktur etwas mehr Dynamik aufweisen. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit an den Märkten bleibt die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann mit Risiken behaftet. Unter Annahme einer anhaltenden Normalisierung der gesamtwirtschaftlichen Lage rechnet Bertelsmann für das Jahr 2017 mit einem positiven Geschäftsverlauf. Kurz- und mittelfristig stellen neben Kundenrisiken Preis- und Margenrisiken, Änderungen im Marktumfeld, der Verlust an Zuschauer- und Marktanteilen, Risiken aus Lieferantenbeziehungen sowie Risiken aus der konjunkturellen Entwicklung signifikante Konzernrisiken dar. Deren Entwicklung kann wesentlich beeinflusst werden durch ein verändertes Kundenverhalten infolge der fortschreitenden Digitalisierung, durch die Entwicklung und Einführung von Produkten und Dienstleistungen durch neue oder bestehende Wettbewerber, durch Forderungsausfälle sowie Ausfälle und Beeinträchtigungen entlang der Produktionsstufen der einzelnen Unternehmensbereiche, z. B. im Bereich IT. Mitarbeiterbezogene Risiken sowie rechtliche und regulatorische Risiken stellen für Bertelsmann moderate Risiken dar, während Finanzmarktrisiken und Risiken aus dem zukünftigen technologischen Wandel im betrachteten Dreijahreszeitraum als gering klassifiziert werden. Die weiter fortschreitende Digitalisierung führt zu einer zunehmenden Fragmentierung der Märkte der RTL Group, da die Zuschauer immer mehr Auswahl haben (u. a. durch Onlineplattformen) und gleichzeitig die Markteintrittsbarrieren sinken. Mögliche Risiken für die RTL Group sind rückläufige Zuschauer- und Werbemarktanteile ihrer werbefinanzierten Sender und damit letztlich sinkende Umsatzerlöse. Um diesen Risiken zu begegnen, erfolgt eine kontinuierliche Überarbeitung und Weiterentwicklung der Sender- und Programmstrategie, unter anderem durch den Aufbau aufeinander abgestimmter Senderfamilien sowie eine kontinuierliche Anpassung an internationale Programmtrends. Mit Hilfe verschiedener Investitionen in den rasch wachsenden Onlinevideo-Werbemarkt wirkt die RTL Group den Risiken aus der Digitalisierung entgegen und gestaltet diesen Trend aktiv mit. Ein zunehmender Wettbewerb im Bereich der Programmakquisition und TV-Produktion sowie die zunehmende Abhängigkeit von einzelnen Produktionsfirmen, verbunden mit dem Risiko potenzieller Kostensteigerungen, könnten die Ertragskraft der RTL Group ebenfalls beeinträchtigen. Durch die Ausweitung der Eigenproduktionen am Programmanteil sowie den Abschluss langfristiger Verträge mit wichtigen Inhaltelieferanten wird dieses Risiko gemindert. Ferner hat die konjunkturelle Entwicklung einen unmittelbaren Einfluss auf die TV-Werbemärkte und damit auf die Erlöse der RTL Group. Diesem Risiko wird mit der Erschließung werbeunabhängiger Einnahmequellen, z. B. durch Distributionsumsätze von Plattformbetreibern, begegnet. Zur Verringerung des Risikos von Kundenverlusten wird ein aktives Kundenmanagement betrieben. Ein Risiko für Penguin Random House stellen sinkende E-Book-Umsätze dar, insbesondere ausgelöst durch sinkende Verkaufspreise und Änderungen der Verkaufskonditionen für E-Books. Ein weiteres Risiko sind rückläufige Umsätze mit physischen Büchern, bedingt durch sinkende Verkaufszahlen und steigenden Margendruck im stationären Buchhandel. Penguin Random House begegnet diesen Risiken mit einer differenzierten Preisgestaltung, der Steigerung der Onlineumsätze mit physischen Büchern sowie der fortlaufenden Prüfung alternativer Vermarktungsmöglichkeiten. Ein Forderungsausfallrisiko wird durch ein Debitorenmanagement und teilweise durch Kreditversicherungen begrenzt. Darüber hinaus sieht sich Penguin Random House dem Risiko von Kostensteigerungen ausgesetzt. Weiterhin bestehen Risiken aus einer allgemeinen konjunkturellen Unsicherheit, die zu geringeren Verkäufen führen könnte. Das Management begegnet diesen Risiken durch ein aktives Lieferantenmanagement sowie flexible Kostenstrukturen, die eine schnelle Reaktion auf konjunkturelle Schwächephasen ermöglichen. Für Gruner + Jahr stellen, neben der Gefahr einer Eintrübung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds und infolgedessen sinkender Anzeigen- und Vertriebserlöse, lieferantenbezogene Risiken wesentliche Herausforderungen dar. Ein sich änderndes Marktumfeld mit Preisdruck und Umsatzverlusten als Folge einer weiteren Konzentration im Agenturmarkt und aggressiverer Anzeigenkonditionen kann zu sinkenden Margen führen. Weiterhin besteht die Gefahr des Verlustes von Schlüsselkunden, da z. B. Anzeigenkunden verstärkt auf andere, vor allem digitale Medien ausweichen könnten. Begegnet wird den Risiken durch ein aktives Kosten- und Kundenmanagement, die Entwicklung neuer, insbesondere digitaler Angebotsformen sowie Produkt-, Preis- und Qualitätsverbesserungen. Mit Verbandsarbeit wird auf die auf EU-Ebene diskutierten Werbeeinschränkungen (z. B. für Automobilwerbung), die zu sinkenden Anzeigenerlösen führen können, reagiert. BMG betreffende Risiken umfassen primär die Geschäftsstruktur (u. a. Kunden- und Lieferantenbeziehungen), das Unternehmenswachstum (u. a. Akquisitionen und Integrationen) und die profitable Skalierbarkeit des Unternehmens (u. a. technische Plattform und Organisation). Marktseitige Risiken werden durch hohe Umsatzdiversifikation (Klienten/Kataloge, Segmente, Regionen) und vertragliche Schutzklauseln (Absicherung der Einspielung von Vorauszahlungen) adressiert. Arvato sieht sich insbesondere Risiken aus Kunden- und Lieferantenbeziehungen sowie Risiken aus einem sich verändernden Marktumfeld ausgesetzt. Dem Verlust von Großkunden wird durch Vertragsgestaltungen mit umfangreichen Leistungsbündeln bei gleichzeitig flexiblen Kostenstrukturen entgegengetreten. Lieferantenseitig stellt die Qualität bezogener Güter und Dienstleistungen ein wesentliches Risiko dar. Gleiches gilt für Beschaffungs- und Lohnkosten, sofern diese nicht an den Kunden weitergegeben werden können. Gegenmaßnahmen sind der Abschluss von Langzeitrahmenverträgen, ein aktiver Austausch mit bestehenden Lieferanten sowie die Beobachtung des Lieferantenmarktes. Der Markteintritt neuer Wettbewerber könnte den Wettbewerbsdruck erhöhen und zu geringeren Margen führen. Eine Fortentwicklung des Leistungsportfolios soll die Wettbewerbsposition verbessern und die Kundenbindung durch integrierte Lösungen erhöhen. Eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds könnte zu sinkenden Umsatzerlösen und damit zu geringeren Deckungsbeiträgen führen, was Kostensenkungsmaßnahmen und Kapazitätsanpassungen erfordern würde. Risikomindernd wirkt die breite Diversifikation über Kunden, Branchen und Regionen hinweg. Durch Digitalisierung bestehen zusätzliche Risiken bei einzelnen Kundensegmenten von Arvato, insbesondere im Bereich der Distribution von physischen Produkten. Diesen Risiken wird unter anderem durch die Entwicklung von digitalen Dienstleistungen begegnet. Weiterhin erfolgt der gezielte Rückbau von Geschäftsfeldern ohne strategische oder wirtschaftliche Perspektive. Für die Bertelsmann Printing Group stellen Kundenrisiken das bedeutendste Risiko dar. Ein Key Account Management, die flexible Gestaltung von Kundenverträgen sowie der Abschluss von Kreditversicherungen und ein aktives Debitorenmanagement sollen das Risiko minimieren. Ferner kann auch die Verschlechterung des konjunkturellen Umfelds zu Auflagenrückgängen, verbunden mit negativen Ergebniseffekten, führen. Preis- und Margendruck resultieren zudem aus einem Marktumfeld, das von Überkapazitäten sowie bestehenden Konsolidierungstendenzen gekennzeichnet ist. Steigende Rohstoffpreise - insbesondere für Papier -, die nicht an Kunden weitergereicht werden können, sowie die Qualität der bezogenen Rohstoffe stellen weitere Risiken auf Lieferantenseite dar. Eine zunehmende Verbreitung digitaler Medien forciert ebenfalls den Auflagenrückgang. Risikominimierungsstrategien beruhen insbesondere auf einer ständigen Optimierung und Flexibilisierung der Kostenstrukturen, der Vereinbarung von Preisgleitklauseln, der Entwicklung neuer Produkte sowie einer permanenten Marktbeobachtung. Für die Bertelsmann Education Group kann der wachsende Wettbewerb mit anderen Onlineanbietern, insbesondere im US-Gesundheitswesen, zu einem steigenden Preis- und Margendruck führen und sich auf die geplanten Wachstumsziele auswirken. Diesen Risiken wird insbesondere durch strategische Partnerschaften sowie Marketingmaßnahmen entgegengetreten. Die wesentlichen Risiken bei Bertelsmann Investments bestehen in fallenden Portfoliobewertungen oder ausbleibenden Exit-Opportunitäten. Durch Investitionsprozesse und die fortlaufende Überwachung wird diesen Risiken Rechnung getragen. Eine zunehmend schnellere Veränderung der Märkte und damit auch in den Geschäftsbereichen von Bertelsmann verlangt Mitarbeitern in Zukunft mehr Anpassungsbereitschaft und -fähigkeit ab. Weiterhin bestehen demografische Risiken, die durch Verschiebungen in der Altersstruktur Auswirkungen auf Gewinnung, Entwicklung und Bindung von Talenten haben. Als Gegenmaßnahmen werden Mitarbeitern individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten, umfangreiche Gesundheitsprogramme, eine wettbewerbsfähige Vergütung und flexible Arbeitszeitmodelle angeboten. Zudem verstärkt Bertelsmann die Rekrutierungsmaßnahmen und erleichtert interne Wechsel durch die Harmonisierung von Prozessen und Strukturen. Risiken aus AkquisitionenDie Konzernstrategie beinhaltet neben organischem Wachstum Akquisitionen von Geschäften. Das Risiko möglicher Fehlentscheidungen bei der Auswahl von Investitionsobjekten und der Allokation von Investitionsmitteln wird durch strikte Investitionskriterien und -prozesse begrenzt. Die Akquisitionen bergen sowohl Chancen als auch Risiken. So erfordert die Integration in den Konzern Einmalaufwendungen, denen in der Regel langfristig Vorteile durch Synergieeffekte gegenüberstehen. Risiken bestehen darin, dass die Integrationskosten höher als erwartet ausfallen oder die Synergien nicht in dem Maße eintreten wie prognostiziert. Die Integrationsprozesse werden daher durch das Management permanent überwacht. Risiken der InformationssicherheitFür ein globales Medienunternehmen wie Bertelsmann ist die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Informationstechnologie von zentraler Bedeutung und stellt oft einen wettbewerbsdifferenzierenden Faktor dar. Die Fähigkeit, Informationen zeitgerecht, vollständig, fehlerfrei und vertraulich zur Verfügung zu stellen und störungsfrei zu verarbeiten, ist für Bertelsmann erfolgskritisch. Herausforderungen ergeben sich einerseits aus vielfach noch nicht standardisierten internen Prozessen und vergleichsweise fragmentierten IT-Systemlandschaften sowie aus externen Gefährdungspotenzialen wie Cyberangriffe, die im Markt- und Wettbewerbsumfeld weiterhin stark zunehmen. Bertelsmann begegnet den verschärften Rahmenbedingungen mit dem 2014 konzernweit eingeführten Information Security Management System (ISMS, basierend auf dem Industriestandard ISO 27001). Das ISMS beinhaltet eine regelmäßige und strukturierte Erhebung der Einhaltung der Vorgaben sowie eine systematische Erfassung von Risiken der Informationssicherheit und die Ableitung zugehöriger Mitigationsmaßnahmen. Rechtliche und regulatorische RisikenBertelsmann ist als weltweit tätiger Konzern einer Vielzahl rechtlicher und regulatorischer Risiken ausgesetzt, die beispielsweise Rechtsstreitigkeiten oder unterschiedliche Auslegungen steuerlicher Sachverhalte betreffen können. Bertelsmann betreibt in mehreren europäischen Ländern Fernseh- und Radioaktivitäten, die regulatorischen Bestimmungen unterworfen sind, in Deutschland beispielsweise durch die medienrechtliche Aufsicht der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich. Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns nehmen in vielen Geschäftsfeldern führende Marktpositionen ein, sodass akquisitorisches Wachstum aus wettbewerbsrechtlichen Gründen begrenzt sein kann. Darüber hinaus unterliegen die Bildungsaktivitäten regulatorischen Bestimmungen von staatlichen Behörden und Akkreditierungsstellen. Diese Risiken werden durch die entsprechenden Fachbereiche des Konzerns laufend überwacht. Als Reaktion auf das Verfahren des Bundeskartellamts im Jahr 2007 wegen der von IP Deutschland und Seven One Media ("SOM") angebotenen Rabattmodelle ("Share Deals") erhob RTL II im November 2008 Klage gegen IP Deutschland, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der RTL Group, und SOM. Die Klage von RTL II beschränkt sich derzeit auf den Zugang zu Informationen, mit deren Hilfe die Kläger beweisen wollen, dass ihnen durch besagte Rabattmodelle ein Schaden entstanden sei. Das erstinstanzliche Gericht in Düsseldorf hat entschieden, ein Sachverständigengutachten in Auftrag zu geben. Ähnliche Klagen anderer, kleinerer Fernsehsender bei verschiedenen Gerichten waren erfolglos oder wurden zurückgezogen. Im Juni 2016 wurde Fun Radio von seinen Hauptwettbewerbern vorgeworfen, eine Befragung zur Ermittlung der Zuhörermarktanteile durch das hierfür zuständige Institut "Médiamétrie" zu seinen Gunsten beeinflusst zu haben. Ein Moderator der Morning Show soll die Zuhörer dazu aufgerufen haben, in dieser Befragung für Fun Radio abzustimmen. Als Reaktion auf diese Anschuldigungen hat ein von Médiamétrie einberufener Ausschuss entschieden, dass die für Fun Radio ermittelten Ergebnisse nicht in der im Juli 2016 zu veröffentlichenden Gesamtstudie aufgeführt werden. Aufgrund einer von Fun Radio hiergegen eingereichten Klage wurde Médiamétrie dazu verpflichtet, die Ergebnisse für Fun Radio ab September 2016 wieder zu veröffentlichen. Allerdings hat Médiamétrie entschieden, das für Fun Radio tatsächlich ermittelte Ergebnis mit einem Abschlag zu belegen, um eine mögliche Verzerrung der Ergebnisse zu berücksichtigen. Fun Radio hat daraufhin ein Verfahren angestrengt, in dem die Zuverlässigkeit der Erhebungsmethoden von Médiamétrie in Zweifel gezogen wird. Im Dezember 2016 haben die Hauptwettbewerber eine Schadenersatzklage wegen unlauteren Wettbewerbs erhoben. Ausländische Investitionen in der Volksrepublik China sind stark reguliert. Vor diesem Hintergrund ist es marktüblich, zur Sicherung der Rechte von Bertelsmann Investitionen über sogenannte VIE-Strukturen zu tätigen. Es besteht das Risiko, dass diese Strukturen in China gerichtlich nicht durchgesetzt werden können, insbesondere wenn die Volksrepublik China ihre Politik gegenüber ausländischen Investitionen ändert oder Gerichte oder Behörden ihre Rechtsprechung bzw. Verwaltungspraxis ändern. Ein Entwurf eines überarbeiteten "PRC Foreign Investment Law" befindet sich in der politischen Abstimmung. Inwieweit sich hierdurch die chinesische Investitionspolitik ändern wird, ist aktuell nicht absehbar. Der Entwurf sieht ein weitreichendes Verbot der Treuhandstrukturen in regulierten Märkten vor. Eine Regelung zu bestehenden Treuhandstrukturen fehlt aber gänzlich. Im Extremfall ist ein Totalverlust der Investition denkbar. Ein solches Vorgehen ist bislang nur in Ausnahmefällen bekannt geworden. Beobachter rechnen dagegen mit Lösungen, die nur geringfügige Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft haben. Betroffen von diesen Entwicklungen sind BMG, Arvato, Gruner + Jahr sowie Bertelsmann Asia Investments (BAI). Abgesehen von den oben genannten Sachverhalten sind gegenwärtig keine weiteren für den Konzern wesentlichen rechtlichen und regulatorischen Risiken ersichtlich. FinanzmarktrisikenAls international tätiger Konzern ist Bertelsmann einer Reihe von Finanzmarktrisiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Zins- und Währungsrisiken. Diese Risiken werden im Wesentlichen durch die Zentrale Finanzabteilung auf Basis einer durch den Vorstand festgelegten Richtlinie gesteuert. Derivative Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Bertelsmann setzt Währungsderivate vornehmlich zur Sicherung von bilanzierten und zukünftigen Transaktionen ein, die einem Wechselkursrisiko unterliegen. Bei einigen festen Abnahmeverpflichtungen in Fremdwährung erfolgt bei Vertragsabschluss eine Teilsicherung, die fortlaufend erweitert wird. Eine Reihe von Tochtergesellschaften ist außerhalb des Euro-Währungsraums angesiedelt. Die Steuerung der sich hieraus ergebenden Translationsrisiken erfolgt auf Basis des Verhältnisses von Wirtschaftlichen Schulden zu Operating EBITDA (Leverage Factor). Hierbei orientiert sich Bertelsmann langfristig an der für den Konzern definierten Höchstgrenze für den Leverage Factor. Translationsrisiken aus Nettoinvestitionen in ausländische Gesellschaften werden nicht abgesichert. Im Rahmen des Zinsmanagements wird das Cashflow-Risiko aus Zinsänderungen zentral überwacht und gesteuert. Dabei wird ein ausgewogenes Verhältnis verschiedener Zinsbindungen durch die Wahl entsprechender Fristigkeiten bei den originären liquiditätswirksamen Finanzaktiva/-passiva und fortlaufend durch den Einsatz von Zinsderivaten erzielt. Das Liquiditätsrisiko wird laufend auf Basis des erstellten Budgets für das Budgetjahr und die Folgejahre überwacht. Die syndizierte Kreditlinie und eine angemessene Liquiditätsvorsorge bilden einen ausreichenden Risikopuffer für ungeplante Auszahlungen. Kontrahentenrisiken bestehen im Konzern in Höhe der angelegten liquiden Mittel sowie im Ausfall eines Kontrahenten bei Derivategeschäften. Geldgeschäfte und Finanzinstrumente werden grundsätzlich nur mit einem fest definierten Kreis von Banken mit hoher Bonität (Investment Grade) abgeschlossen. Im Rahmen der Richtlinien wurde für Finanzanlagen und Derivate für jeden Kontrahenten ein vom Bertelsmann-Vorstand vorgegebenes Risikolimit vergeben. Die Einhaltung der Limits wird regelmäßig von der Zentralen Finanzabteilung überwacht. Die Richtlinien zur Anlage liquider Mittel werden kontinuierlich überprüft und bei Bedarf erweitert. Die Finanzanlagen sind grundsätzlich kurzfristig ausgerichtet, um das Anlagevolumen im Falle einer veränderten Bonitätseinschätzung reduzieren zu können. Insgesamt werden die Finanzmarktrisiken als gering eingeschätzt. Gesamtaussage zur RisikolageDie im Geschäftsjahr 2016 identifizierten Risiken haben keinen bestandsgefährdenden Charakter. Ebenso sind keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand des Konzerns zukünftig gefährden könnten. Gegenüber dem 31. Dezember 2015 hat sich die Gesamtrisikoposition leicht reduziert. Die größten Konzernrisiken sind im Vergleich zum Vorjahr ihrer Art nach unverändert. Insbesondere Preis- und Margenrisiken, Risiken im Zusammenhang mit Kunden- und Lieferantenbeziehungen sowie ein sich änderndes Marktumfeld und eine volatile konjunkturelle Entwicklung stellen nach wie vor die wesentlichen Herausforderungen dar. Allerdings bestehen aufgrund der Diversifikation des Konzerns weder auf der Beschaffungs noch auf der Absatzseite Klumpenrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Geschäftspartnern oder Produkten. Die finanzielle Ausstattung des Konzerns ist stabil, der Bedarf an liquiden Mitteln ist durch vorhandene Liquidität und freie Kreditlinien gedeckt. ChancenmanagementsystemEin effizientes Chancenmanagementsystem ermöglicht Bertelsmann, den unternehmerischen Erfolg langfristig zu sichern und Potenziale optimal auszuschöpfen. Chancen sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für Bertelsmann positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Das Chancenmanagementsystem ist, wie auch das Risikomanagementsystem, ein integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse und Unternehmensentscheidungen. Im Strategie- und Planungsprozess werden die wesentlichen Chancen jährlich vom Profit Center aufwärts ermittelt und anschließend stufenweise auf Divisions- und Konzernebene zusammengefasst. Durch die systematische Erhebung auf mehreren Berichtsebenen können entstehende Chancen frühzeitig erkannt und genutzt werden. Darüber hinaus wird eine bereichsübergreifende Übersicht über die aktuellen Chancen von Bertelsmann geschaffen. Eine halbjährliche Nacherfassung maßgeblicher Änderungen der Chancen erfolgt auf Ebene der Unternehmensbereiche. Zudem wird das vorwiegend dezentrale Chancenmanagement durch zentrale Stellen im Konzern koordiniert, um Synergien durch zielgerichtete Kooperationen der einzelnen Bereiche zu heben. Der bereichsübergreifende Erfahrungsaustausch wird in regelmäßigen Treffen des GMC weiter gestärkt. ChancenEinerseits können den beschriebenen Risiken bei einer positiven Entwicklung entsprechende Chancen gegenüberstehen, und andererseits werden gewisse Risiken eingegangen, um Chancenpotenziale zu nutzen. Aus dieser Verknüpfung mit den wesentlichen Konzernrisiken ergeben sich für Bertelsmann strategische und operative, rechtliche und regulatorische sowie finanzwirtschaftliche Chancen. Strategische Chancen können vorrangig aus den vier strategischen Stoßrichtungen des Konzerns abgeleitet werden. Die Stärkung der Kerngeschäfte, die digitale Transformation, der Aufbau von Wachstumsplattformen sowie die Expansion in Wachstumsregionen umfassen die wichtigsten langfristigen Wachstumschancen für Bertelsmann (siehe Abschnitt "Strategie"). Insbesondere durch die strategischen Portfolioerweiterungen entstehen teilweise Chancen zur Nutzung von Synergien. Neben der Möglichkeit einer günstigeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bestehen in den einzelnen Unternehmensbereichen Potenziale zur Effizienzsteigerung sowie individuelle operative Chancen. Wesentliche Chancen für die RTL Group sind eine bessere Entwicklung der TV-Werbemärkte als erwartet sowie höhere Zuschauer- und Werbemarktanteile. Darüber hinaus schaffen die zunehmende Digitalisierung und Fragmentierung der Medienlandschaft neue Möglichkeiten. Professionell produzierte Inhalte können auf unterschiedlichen Plattformen national sowie international verbreitet werden. Durch die Verwertung bestehender TV-Inhalte auf unterschiedlichen Plattformen sowie die Entwicklung eigener digitaler Inhalte könnten neue Ertragsströme generiert werden. Ebenso könnte die RTL Group mit einer verstärkten Präsenz im digitalen Bereich den Absatz von Onlinevideo-Werbung auf allen Geräten und TV-Plattformen steigern und Bezahlmodelle im On-Demand-Geschäft aufbauen. Auf diese Weise könnten durch das Angebot neuer interaktiver oder gezielt einsetzbarer Werbeformen (HbbTV, IPTV oder mobiles Fernsehen) neue Werbeumsätze erschlossen werden. Als etablierter Contentproduzent mit globaler Präsenz könnte die RTL Group ihre digitale Verbreitung durch Multichannel-Netzwerke und digitale Streamingplattformen weiter ausbauen. Der Zusammenschluss von Penguin und Random House hat die verlegerischen Möglichkeiten für Penguin Random House verbessert. Durch Marktanteilsgewinne könnte die Verlagsgruppe ihre Marktführung weiter ausbauen, neue Autoren gewinnen und noch mehr erfolgreiche Erstveröffentlichungen herausgeben. Vor allem in neu entstehenden und mehrsprachigen Märkten könnte die Verlagsgruppe sich die rasch steigende Nachfrage zunutze machen und ihre Produkte einer möglichst großen Leserschaft anbieten. Ferner könnten sich aus weiteren Akquisitionen beträchtliche Wachstumschancen ergeben. In diesem Kontext könnte Penguin Random House auch höhere Synergien durch die Integration der erworbenen Geschäfte erzielen. Die zunehmende Digitalisierung der Buchmärkte bietet Chancen für die Entwicklung neuer Produkte und die Nutzung effizienterer Vermarktungswege. Die Entwicklung neuer Produkte und die Erweiterung vorhandener Angebote könnten Bücher für ein breiteres Publikum interessanter machen und Lesern neue Erfahrungen ermöglichen. Darüber hinaus könnten Autoren durch den Aufbau von Netzwerken und Instrumenten dabei unterstützt werden, einen besseren Kontakt zu ihren Lesern zu gewinnen. Für Gruner + Jahr bestehen wesentliche Chancen in einer besseren Entwicklung der Anzeigen- und Vertriebsmärkte. Darüber hinaus ergeben sich Chancen aus der Transformation vom Zeitschriften- zum Inhaltehaus. Die Organisationsstruktur von G+J Deutschland verzahnt die Print- und Digitalgeschäfte und ermöglicht so, Produktinnovationen schneller und effizienter umzusetzen. Neben dem Ausbau und der Weiterentwicklung der bestehenden Medienmarken entstehen Wachstumschancen vor allem im Auf- und Ausbau von Digitalaktivitäten sowie in Kooperationen mit anderen Verlagen und Vermarktern. Ebenso bestehen Chancen, Zusatzgeschäfte wie Commerce und Paid Services zu entwickeln. In der Vermarktung könnte G+J durch neue Werbeformen in den Medienkanälen Online, Mobile oder Video neue Kunden gewinnen. Auch die Entwicklung neuer Sonderwerbeformate sowie die Realisierung integrierter Kampagnen könnten das Potenzial zur Neukundengewinnung erhöhen. Für BMG ergeben sich Chancen des Geschäftswachstums aus weiteren Übernahmen von Musikrechtekatalogen und zusätzlichen Abschlüssen von Künstlerverträgen, die auf der vorhandenen Plattform zu Grenzkosten verwaltet werden können. Die beschleunigte Marktdurchdringung von Streamingangeboten beinhaltet darüber hinaus die Chance der Markterweiterung der Tonträger- und Musikverlagsmärkte auf internationaler Ebene. Bei Arvato können sich durch bereichsübergreifende Kooperationen zusätzliche Chancen der Neukundengewinnung insbesondere bei internationalen Großkunden ergeben. Durch die fortschreitende Digitalisierung wird der weltweite E-Commerce-Markt in den kommenden Jahren dynamisch weiterwachsen. Arvato könnte an diesem Wachstum insbesondere durch neue Dienstleistungen der Solution Groups SCM und Financial Solutions überdurchschnittlich profitieren. Weitere Wachstumschancen aus der digitalen Transformation liegen in der Betreuung von Kunden mit CRM-Lösungen über multiple digitale Kanäle sowie der Entwicklung und Erbringung Cloud-basierter IT-Services. Die Geschäfte der Bertelsmann Printing Group könnten durch zusätzliche Volumina von Bestands- und Neukunden weniger stark zurückgehen. Darüber hinaus ergeben sich Chancen aus der gezielten Bedienung weiterhin wachsender Marktsegmente. Ferner könnte es zu einer weiteren Konsolidierung der Wettbewerber kommen, die eine zusätzliche Stärkung der eigenen Marktposition bewirken könnte. Neben Medien und Dienstleistungen wird das Bildungsgeschäft derzeit zur dritten Ertragssäule von Bertelsmann ausgebaut. Weitere Wachstumschancen ergeben sich durch schnell wachsende Märkte und den Bereich Onlinebildung mit Schwerpunkt in den Bereichen Gesundheitswesen und Technologie. Das Bildungsgeschäft könnte von einer schnelleren Verlagerung vom klassischen Präsenzunterricht hin zu online- und kompetenzbasierten Schulungen sowie von einem generellen Anstieg der Nachfrage nach Schulungen in den Segmenten Gesundheitswesen und Technologie profitieren. Die Unternehmen der Bertelsmann Education Group zeichnen sich ebenfalls durch organische Wachstumschancen aus. Relias Learning hat das Potenzial, durch die Entwicklung von Produkten zur Mitarbeiterbeurteilung und Datenanalyse sowie den Einstieg in die weltweiten Gesundheitsmärkte über die organische Wachstumsrate hinaus zu wachsen. Die Beteiligung an Udacity profitiert vom raschen Veralten von Inhalten im Technologiesektor, wodurch auf dem Arbeitsmarkt ein kontinuierlicher Bedarf an Weiterbildung entsteht. Dies, neben dem Mangel an qualifiziertem IT-Personal mit den richtigen Fertigkeiten, schafft für Udacity die Möglichkeit, sich zu einer Premiummarke auf dem Gebiet der IT-/Technologieschulungen zu entwickeln. Darüber hinaus verfügt HotChalk über ein Dienstleistungsangebot, das sich an die wachsende Zahl von Hochschulen richtet, die immer mehr Universitätsprogramme online bereitstellen und ausgewählte Dienste auslagern wollen. Für die Fondsaktivitäten der Bertelsmann Investments ergibt sich die Chance, aufgrund gestiegener Portfoliobewertungen oder durch Exit-Optionen höhere Gewinne als erwartet zu realisieren. Zusätzliche Chancenpotenziale für die einzelnen Unternehmensbereiche bieten die vorhandenen Innovationsbemühungen, die im Abschnitt "Innovationen" dargestellt sind. Weitere Chancen können durch Änderungen der rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen entstehen. Die finanzwirtschaftlichen Chancen beziehen sich weitgehend auf eine für Bertelsmann vorteilhafte Entwicklung der Zinsen und Wechselkurse. PrognoseberichtErwartete gesamtwirtschaftliche EntwicklungFür das Jahr 2017 geht Bertelsmann von der folgenden Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus. Insgesamt wird die Weltkonjunktur etwas stärker expandieren. Gemäß der Prognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) wird die Weltproduktion im Jahr 2017 um 3,5 Prozent nach 3,1 Prozent im Jahr 2016 zunehmen. Die Aussichten für die Wirtschaftsentwicklung auf globaler Ebene werden weiterhin von mehreren Faktoren überschattet, zu denen die negativen Folgen der niedrigen Rohstoffpreise für rohstoffexportierende Länder, die allmähliche Neuausrichtung der chinesischen Wirtschaft und vielfältige politische Unwägbarkeiten zählen. Anregend wirkt hingegen die insgesamt weiter expansive Geldpolitik. Im Euroraum dürfte die Konjunkturerholung weiter voranschreiten, wenngleich nach wie vor Abwärtsrisiken bestehen. Das realwirtschaftliche Wachstum soll nach Einschätzung des IfW im Jahr 2017 bei 1,7 Prozent liegen. Für Deutschland rechnet das IfW ebenfalls mit einem realen Wachstum des BIP von 1,7 Prozent. Die reale Wachstumsrate für Frankreich wird bei 1,2 Prozent erwartet. Für Großbritannien wird mit einem geringeren realen Anstieg des BIP im Jahr 2017 um 1,2 Prozent gerechnet. Für die USA wird aufgrund der anhaltenden konjunkturellen Dynamik mit einem realen Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent gerechnet. Erwartete Entwicklung relevanter MärkteDie globale Medienindustrie wird maßgeblich von der Entwicklung der Weltwirtschaft und der daraus resultierenden Wachstumsdynamik beeinflusst. Aus dem fortgesetzten Trend zur Digitalisierung von Inhalten und Vertriebskanälen, einer sich ändernden Mediennutzung sowie dem zunehmenden Einfluss der Schwellenländer werden sich auch in den kommenden Jahren Chancen und Risiken ergeben. Durch die angestrebte Transformation des Konzernportfolios entlang der vier strategischen Stoßrichtungen erwartet Bertelsmann, in zunehmendem Maße von den sich daraus ergebenden Chancen zu profitieren. Bertelsmann ist mit seinen Geschäften in einer Vielzahl unterschiedlicher Märkte und Regionen vertreten, deren Entwicklungen einer Reihe von Einflüssen unterliegen und gesamtwirtschaftlichen Tendenzen nicht linear folgen. Im Folgenden wird nur auf Märkte und Regionen abgestellt, die für Prognosezwecke eine hinreichende Größe aufweisen und deren voraussichtliche Entwicklung angemessen aggregiert und beurteilt werden kann bzw. die aus Konzernsicht über eine strategische Bedeutung verfügen. Für das Jahr 2017 wird mit Ausnahme eines anhaltend deutlichen Wachstums in Spanien und einer leicht rückläufigen Entwicklung in den Niederlanden und Ungarn eine stabile bis leicht wachsende Entwicklung der europäischen TV-Werbemärkte erwartet. Bei den Buchmärkten wird mit einer insgesamt stabilen Entwicklung gerechnet. Im Zeitschriftengeschäft wird für 2017 ein weiterer Rückgang der Printanzeigen- und Vertriebsmärkte in Deutschland und Frankreich erwartet, während im Digitalbereich mit einem fortgesetzten Wachstum gerechnet wird. Für das Jahr 2017 wird ein anhaltend moderates Wachstum des weltweiten Musikmarkts in den Segmenten Verlags- und Recordingrechte erwartet. Für die Dienstleistungsmärkte wird 2017 mit einem ähnlichen Wachstum wie im Vorjahr gerechnet. Die relevanten Druckmärkte in Europa sowie der Buchdruckmarkt in Nordamerika werden sich 2017 voraussichtlich weiterhin rückläufig entwickeln. Für die US-amerikanischen Bildungsmärkte wird mit einem weiterhin insgesamt starken Wachstum in den relevanten Segmenten gerechnet. Erwartete GeschäftsentwicklungDie Weltwirtschaft befindet sich auf einem moderaten Wachstumspfad. Für die Aussichten des wirtschaftlichen Umfelds bestehen unverändert gewisse Risiken. Die nachfolgenden Erwartungen basieren daher auf der Annahme einer anhaltenden Erholung der gesamtwirtschaftlichen Lage und unterstellen ein weitgehendes Eintreten der prognostizierten Marktentwicklungen und der von den Forschungsinstituten geäußerten konjunkturellen Erwartungen. Bertelsmann erwartet für das Geschäftsjahr 2017, dass die Geschäftsentwicklung von den leicht positiven Markterwartungen für die europäischen TV-Werbemärkte, von stabilen Buchmärkten und von kontinuierlich wachsenden Dienstleistungsmärkten getragen wird. Die durch die strategischen Portfolioerweiterungen eingeleiteten Wachstumsimpulse werden das Wachstumsprofil von Bertelsmann weiterhin positiv beeinflussen. Neben den unterstellten Marktentwicklungen bilden die erwarteten konjunkturellen Entwicklungen in den geografischen Kernmärkten Westeuropa und USA den Ausgangspunkt für die zu erwartende Geschäftsentwicklung. Bei einem zu erwartenden Umsatz- und Ergebnisanteil von derzeit rund zwei Drittel innerhalb des Euroraums richtet sich die Bandbreite des Wachstums vor allem nach der prognostizierten realen und nominalen wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Wirtschaftsraum. So geht das IfW für den Euroraum von einem Anstieg des BIP um nominal 3,2 Prozent und real 1,7 Prozent für das Jahr 2017 aus. Die OECD prognostiziert für den Euroraum eine Zunahme des BIP um nominal 2,8 Prozent und real 1,6 Prozent für das Jahr 2017. In Anbetracht dieser konjunkturellen Erwartungen geht Bertelsmann insgesamt von einem leicht steigenden Umsatz für das Geschäftsjahr 2017 aus. Für das Operating EBITDA wird im Geschäftsjahr 2017 mit einer stabilen Entwicklung gerechnet. Das durchschnittlich investierte Kapital wird durch eine anhaltende Akquisitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2017 weiter ansteigen. Kompensierende Effekte aus den Ergebnisbeiträgen werden aufgrund des Wachstumsprofils der akquirierten Geschäfte erst zeitversetzt erwartet. Vor diesem Hintergrund wird mit einem stark abnehmenden BVA für den Konzern gerechnet. Gegenwärtig wird nicht erwartet, dass die voraussichtliche Entwicklung eines für den Bertelsmann-Konzern wesentlichen Bereichs deutlich von jener des Konzerns abweicht. Abhängig von der weiteren konjunkturellen Entwicklung geht Bertelsmann davon aus, dass sich aufgrund der mittel- bis langfristigen Finanzierung zunächst keine wesentlichen Auswirkungen auf die durchschnittlichen Finanzierungskosten aus Zinsänderungen ergeben. Die Liquiditätssituation wird für den Prognosezeitraum als ausreichend erwartet. Den Prognosen liegt die Geschäftsausrichtung des Bertelsmann-Konzerns zugrunde, die im Kapitel "Unternehmensprofil" dargelegt ist. Generell spiegeln die Prognosen eine Risiko- und Chancenabwägung wider; sie basieren auf der operativen Planung und der mittelfristigen Vorschau für die Unternehmensbereiche. Alle Aussagen hinsichtlich der möglichen zukünftigen konjunkturellen und geschäftlichen Entwicklung stellen Einschätzungen dar, die auf Basis der derzeit zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen und/oder weitere Risiken eintreten, können die tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr für die Angaben kann daher nicht übernommen werden. Erläuterungen zum Jahresabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA (gemäß HGB)Ergänzend zur Konzernberichterstattung wird im Folgenden die Geschäftsentwicklung der Bertelsmann SE & Co. KGaA erläutert. Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist Muttergesellschaft und Management-Holding des Bertelsmann-Konzerns. Ihr obliegen Leitungsfunktionen für den Bertelsmann-Konzern sowie Aufgaben der Beteiligungsverwaltung und Finanzierung. Hinzu kommen Dienstleistungsfunktionen einiger Bereiche des Corporate Centers. Ferner ist sie die steuerliche Organträgerin für die meisten inländischen Tochtergesellschaften. Die Lage der Bertelsmann SE & Co. KGaA wird im Wesentlichen vom geschäftlichen Erfolg des Bertelsmann-Konzerns bestimmt. Der Jahresabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA wird im Gegensatz zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), sondern nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Ertragslage der Bertelsmann SE & Co. KGaAIm Zusammenhang mit der durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) geänderten Umsatzerlösdefinition wurden das Gliederungsschema der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Ausweis bestimmter Aufwendungen und Erträge einschließlich der dargestellten Vorjahresbeträge angepasst. Erträge aus nicht betriebstypischen Dienstleistungen (u. a. aus Vermietung und Verpachtung) werden demnach in den Umsatzerlösen und die diesen Erträgen direkt zurechenbaren Aufwendungen im Materialaufwand ausgewiesen. Die Ertragslage der Bertelsmann SE & Co. KGaA ist weiterhin maßgeblich durch die Höhe des Beteiligungsergebnisses geprägt. Trotz eines Anstiegs des Beteiligungsergebnisses ging der Jahresüberschuss um 88 Mio. € zurück. Der Rückgang ist im Wesentlichen zurückzuführen auf die Erhöhung der Steuern vom Einkommen und Ertrag um 98 Mio. € infolge des vollständigen Verbrauchs des körperschaftsteuerlichen Verlustvortrages. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um 96 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus einer Verminderung der Zuschreibungen auf Anteile an der Bertelsmann Inc., Wilmington, in Höhe von 53 Mio. € (Vj.: 143 Mio. €). Die Erhöhung des Beteiligungsergebnisses ist im Berichtszeitraum insbesondere durch die gegenläufige Entwicklung der Jahresergebnisse zweier wesentlicher Tochtergesellschaften, mit denen Ergebnisabführungsverträge bestehen, geprägt. Aus dem mit der Reinhard Mohn GmbH, Gütersloh, bestehenden Ergebnisabführungsvertrag wurden im Geschäftsjahr 2016 Erträge in Höhe von 118 Mio. € erzielt. Für das Vorjahr war infolge von Abschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte von einer Tochtergesellschaft der Reinhard Mohn GmbH, Gütersloh, ein Verlust in Höhe von 146 Mio. € zu übernehmen. Die von der Bertelsmann Capital Holding GmbH, Gütersloh, abgeführten Gewinne haben sich demgegenüber rückläufig entwickelt (2016: 691 Mio. €, Vj.: 863 Mio. €). Finanz- und Vermögenslage der Bertelsmann SE & Co. KGaADer Anstieg der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen auf 359 Mio. € (Vj.: 322 Mio. €) resultiert im Wesentlichen aus dem Erwerb von Grundstücken und Gebäuden zur Vermietung an Tochtergesellschaften. Die Erhöhung der Finanzanlagen um 358 Mio. € auf 14.714 Mio. € betrifft im Wesentlichen die Veränderung des Buchwertes der Anteile an verbundenen Unternehmen um 678 Mio. € im Zusammenhang mit der Leistung von Einlagen in Tochterunternehmen. Im Geschäftsjahr 2016 erhöhte sich insbesondere der Beteiligungsbuchwert der Bertelsmann Capital Holding GmbH, Gütersloh, um 422 Mio. € durch eine im Zusammenhang mit dem Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Bertelsmann Capital Holding GmbH, Gütersloh, und der RTL Group Deutschland GmbH, Köln, von der Bertelsmann SE & Co. KGaA geleisteten Zahlung. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind infolge der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGBder Bertelsmann SE & Co. KGaA
Bilanz nach HGB (Kurzfassung)der Bertelsmann SE & Co. KGaAAktiva
konzerninternen Veräußerung eines an die RTL Group Deutschland GmbH, Köln, gewährten Darlehens im Berichtszeitraum um 500 Mio. € gesunken. Der Anstieg der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände umfasst die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 1.031 Mio. €. Die Erhöhung betrifft im Wesentlichen die Forderung gegen die Reinhard Mohn GmbH, Gütersloh, im Zusammenhang mit der Übertragung einer konzerninternen Finanzierungsfunktion auf ein Tochterunternehmen dieser Gesellschaft. Das Eigenkapital der Bertelsmann SE & Co. KGaA erhöhte sich um den Jahresüberschuss des Berichtsjahres in Höhe von 450 Mio. € und verminderte sich um die Ausschüttungen an Anteilseigner in Höhe von 180 Mio. € auf insgesamt 9.322 Mio. €. Die Erhöhung der Rückstellungen auf 484 Mio. € ist vor allem auf gestiegene Steuerrückstellungen zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten betreffen in Höhe von 5.439 Mio. € Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, die im Berichtszeitraum um 923 Mio. € gestiegen sind. Die Höhe der von Tochtergesellschaften an die Bertelsmann SE & Co. KGaA gewährten Darlehen ist durch die Entwicklung der Finanzlage dieser Tochtergesellschaften geprägt. Risiken und Chancen der Bertelsmann SE & Co. KGaADa die Bertelsmann SE & Co. KGaA unter anderem durch Finanzierungs- und Garantiezusagen sowie durch mittel- und unmittelbare Investitionen in die Tochtergesellschaften weitgehend mit den Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns verbunden ist, ist die Risiko- und Chancensituation der Bertelsmann SE & Co. KGaA wesentlich von der Risiko- und Chancensituation des Bertelsmann-Konzerns abhängig. Insoweit gelten die Aussagen zur Gesamtbewertung der Risiko- und Chancensituation durch die Unternehmensleitung auch als Zusammenfassung der Risiko- und Chancensituation der Bertelsmann SE & Co. KGaA (siehe Abschnitt "Risiko- und Chancenbericht"). Ausblick der Bertelsmann SE & Co. KGaAAls Muttergesellschaft des Bertelsmann-Konzerns erhält die Bertelsmann SE & Co. KGaA Gewinnausschüttungen von ihren Tochtergesellschaften sowie Erlöse aus Leistungen an diese. Infolgedessen wird die Entwicklung der Bertelsmann SE & Co. KGaA im Wesentlichen durch die Geschäftsentwicklung des Bertelsmann-Konzerns bestimmt (siehe Abschnitt "Prognosebericht"). Abhängigkeitsbericht (Erklärung gemäß § 312 AktG)Der Vorstand der Bertelsmann Management SE als persönlich haftende Gesellschafterin der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat dem Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA in analoger Anwendung der §§ 278 Abs. 3, 312 Abs. 1 Aktiengesetz einen freiwilligen Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2016 vorgelegt. Der Vorstand erklärt, dass die Bertelsmann SE & Co. KGaA nach den Umständen, die bei der Vornahme der Rechtsgeschäfte bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. KonzernabschlussKonzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
KonzernbilanzAktiva
Konzern-Kapitalflussrechnung
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung finden sich unter Textziffer 26 "Kapitalflussrechnung". Veränderung der Nettofinanzschulden
Nettofinanzschulden entsprechen dem Saldo aus den Bilanzposten "Liquide Mittel" und "Finanzschulden". Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
1) Die Kapitalrücklage enthält im
Wesentlichen die bei Ausgabe von Stammaktien über den
Nennbetrag hinaus erzielten Beträge.
KonzernanhangSegmentinformationen (fortgeführte Aktivitäten)
Die Vorjahreswerte wurden angepasst. Weitere Erläuterungen zur Anpassung zuvor veröffentlichter Informationen finden sich unter Textziffer 27 "Segmentberichterstattung".
1) Operating EBITDA in Prozent vom Umsatz.
Überleitung zum Operating EBITDA (fortgeführte Aktivitäten)
Informationen nach geografischen Regionen (fortgeführte Aktivitäten)
Informationen zu Erlösquellen (fortgeführte Aktivitäten)
Die Vorjahreswerte wurden angepasst. Weitere Erläuterungen zur Anpassung zuvor veröffentlichter Informationen sowie sonstige Erläuterungen zur Segmentberichterstattung finden sich unter Textziffer 27 "Segmentberichterstattung". Allgemeine GrundsätzeDer Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA zum 31. Dezember 2016 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie diesbezüglichen Interpretationen (IFRIC) des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt, wie sie in der EU anzuwenden sind (EU-IFRS). Ergänzend wurden die nach § 315a HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Millionen Euro (Mio. €). Um die Übersichtlichkeit der Darstellung zu verbessern, sind einzelne Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sowie der Konzernbilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang detaillierter ausgewiesen und erläutert. Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist eine in Gütersloh, Deutschland, ansässige Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Anschrift des eingetragenen Firmensitzes ist: Carl-Bertelsmann-Straße 270, 33311 Gütersloh. Bertelsmann ist ein Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen, das in rund 50 Ländern der Welt aktiv ist. Die geografischen Kernmärkte umfassen Westeuropa - vor allem Deutschland, Frankreich sowie Großbritannien - und die USA. Darüber hinaus verstärkt Bertelsmann sein Engagement in Wachstumsregionen wie China, Indien und Brasilien. Zu den Bertelsmann-Unternehmensbereichen gehören die RTL Group (Fernsehen), Penguin Random House (Bücher), Gruner + Jahr (Zeitschriften), BMG (Musik), Arvato (Dienstleistungen), die Bertelsmann Printing Group (Druck), die Bertelsmann Education Group (Bildung) und Bertelsmann Investments (Fonds). Weitere Erläuterungen zu den Hauptaktivitäten der Bertelsmann SE & Co. KGaA und ihrer Tochterunternehmen sind ausführlich im zusammengefassten Lagebericht dargestellt. Auswirkungen von neuen RechnungslegungsstandardsDie Effekte aus der Erstanwendung neuer Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen waren für den Bertelsmann-Konzern mit Ausnahme der Änderungen an IAS 1 unwesentlich. Die Änderungen an IAS 1 sollen zu einer Verbesserung der Angabepflichten führen. Sie betreffen Regelungen in Bezug auf Wesentlichkeit, Zusammenfassung von Posten, Zwischensummen, Struktur des Anhangs, maßgebliche Rechnungslegungsmethoden und den separaten Ausweis des sonstigen Ergebnisses (OCI) von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Durch die Anwendung dieses Änderungsstandards haben sich im Konzernanhang Änderungen in der Struktur und in der Darstellung ergeben. Auswirkungen von zukünftig verpflichtend anzuwendenden RechnungslegungsstandardsDer Bertelsmann-Konzern hat keine vom IASB oder IFRS IC veröffentlichten, aber noch nicht verpflichtend anzuwendenden Standards, Interpretationen oder Änderungen vorzeitig angewendet. Für Bertelsmann wesentliche zukünftig verpflichtend anzuwendende Rechnungslegungsstandards sind IFRS 9 "Finanzinstrumente", IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" und IFRS 16 "Leases". Im Juli 2014 hat das IASB die finale Version von IFRS 9 "Finanzinstrumente" veröffentlicht. Die neue Version beinhaltet überarbeitete Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, neue Vorschriften zur Wertminderung von Finanzinstrumenten und neue Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. 2016 wurde analysiert, inwieweit der Bertelsmann-Konzern von den Neuregelungen des IFRS 9 betroffen ist. Die neuen Regelungen zur Klassifizierung von Schuldinstrumenten erfordern insbesondere eine Analyse ausgewählter Geschäftsmodelle im Konzern. Die Überprüfung dieser Geschäftsmodelle kann dazu führen, dass bisher zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte zukünftig erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert oder weiterhin zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Sämtliche Eigenkapitalinstrumente sind zukünftig grundsätzlich erfolgswirksam bzw. erfolgsneutral zum Fair Value zu erfassen. Soweit Wertänderungen erfolgsneutral Berücksichtigung finden, werden sie beim Verkauf dieser Instrumente zukünftig nicht mehr in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Mögliche Auswirkungen können in stärker schwankenden Bilanzwerten und Schwankungen in der Gewinn- und Verlustrechnung bzw. der Gesamtergebnisrechnung liegen. Die neuen Vorschriften zur Wertminderung von Finanzinstrumenten betreffen im Bertelsmann-Konzern insbesondere die Wertminderung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Nach den neuen Vorschriften des IFRS 9 sind zukünftig auch erwartete Kreditausfälle bei der Bewertung der Wertminderung zu berücksichtigen. Der Bertelsmann-Konzern kann derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung des IFRS 9 auf die Bewertung finanzieller Vermögenswerte und die Bewertung von Wertminderungen von Finanzinstrumenten haben wird. Aus den neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Der IFRS 9 ist für den Bertelsmann-Konzern erstmals auf das Geschäftsjahr 2018 anzuwenden. Grundsätzlich sieht IFRS 9 eine retrospektive Anwendung vor, jedoch sind auch verschiedene Ausnahmen insbesondere im Bereich der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen vorgesehen. IFRS 15 enthält umfassende branchen- und transaktionsunabhängige Neuregelungen zur Erlöserfassung und ersetzt die derzeitigen Vorschriften aus IAS 11 "Fertigungsaufträge", IAS 18 "Umsatzerlöse", IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme", IFRIC 15 "Verträge über die Errichtung von Immobilien", IFRIC 18 "Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden" sowie SIC-31 "Umsatzerlöse - Tausch von Werbedienstleistungen". Der neue Standard ersetzt den bisherigen Chancen- und Risikoansatz durch ein fünfstufiges vertragsbasiertes Modell. Neben deutlich umfangreicheren Anwendungsleitlinien zur bilanziellen Abbildung von Erlösen aus Kundenverträgen sind detaillierte Angabevorschriften zu erfüllen. Auf Grundlage des erfolgten Endorsements ist der Standard verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, auch wenn das Endorsement für die im April 2016 veröffentlichten Clarifications to IFRS 15 noch aussteht. Die Erstanwendung hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen, jedoch werden diverse Vereinfachungsoptionen gewährt. Bertelsmann hat sich für die modifizierte retrospektive erstmalige Anwendung von IFRS 15 entschieden, nach der der IFRS 15 konzernweit prospektiv ab dem 1. Januar 2018 unter Angabe des in den Gewinnrücklagen erfassten kumulierten Erstanwendungseffekts angewandt wird. Im Rahmen der Implementierung von IFRS 15 hat Bertelsmann ein konzernweites auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmensbereichs zugeschnittenes Projekt aufgesetzt. Nach dem derzeitigen Stand des Projekts werden für den Bertelsmann-Konzern durch die Erstanwendung von IFRS 15 zurzeit insgesamt keine wesentlichen Auswirkungen auf Zeitpunkt und Höhe der Umsatzrealisierung erwartet. Die Auswirkungen aus der Implementierung von IFRS 15 auf Lizenzen bei RTL und BMG werden derzeit analysiert, während bei Arvato aufgrund des Dienstleistungscharakters der Geschäftstätigkeit und auch bei der Bertelsmann Printing Group insgesamt keine wesentlichen Auswirkungen auf Zeitpunkt und Höhe der Umsatzrealisierung erwartet werden. Im Ausweis sind die erwarteten Remissionen bei Penguin Random House und Gruner + Jahr nicht mehr mit den Forderungen zu saldieren, sondern als Remissionsverbindlichkeit auszuweisen. Derzeit wird untersucht, ob und gegebenenfalls welche Auswirkungen aus der Implementierung von IFRS 15 bei der Bertelsmann Education Group zu erwarten sind. Darüber hinaus wird derzeit analysiert, inwiefern die Konkretisierung der Prinzipal-Agent-Definition über das Kontrollprinzip einen Einfluss auf die Beurteilung einzelner Geschäftsmodelle im Bertelsmann-Konzern haben kann. Aus der Anwendung von IFRS 9 können sich im Rahmen der Bewertung von vertraglichen Vermögenswerten Auswirkungen ergeben, IFRS 9 sieht in diesem Zusammenhang die Berücksichtigung des Expected-Loss-Modells anstelle des bisher angewendeten Incurred-Loss-Ansatzes vor. Aufgrund der erweiterten Vorschriften zur Darstellung in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sowie zu den Anhangangaben werden entsprechende Anpassungen des Berichterstattungssystems, des Kontenplans sowie der Anhangformulare vorbereitet. Darüber hinaus werden in den Unternehmensbereichen auf Basis von Abweichungsanalysen in den umsatzbezogenen Prozessen jeweils potenzielle Anpassungsbedarfe ermittelt, um darauf aufbauend die Erfüllung der prozessualen Anforderungen des IFRS 15 sicherzustellen. Der im Januar 2016 veröffentlichte IFRS 16 regelt den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angabepflichten bezüglich Leasingverhältnissen. IFRS 16 ersetzt die bisherigen Standards und Interpretationen IAS 17 "Leasingverhältnisse", IFRIC 4 "Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält", SIC-15 "Operating-Leasingverhältnisse -Anreize" und SIC-27 "Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen". Die Änderungen betreffen im Wesentlichen den Leasingnehmer und führen dazu, dass grundsätzlich alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Der Standard ersetzt die lineare Erfassung von Aufwendungen aus Operating Lease gemäß IAS 17 durch die Erfassung eines Abschreibungsaufwands für das Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und die Erfassung von Zinsaufwendungen aus den Leasingverbindlichkeiten (innerhalb des Finanzergebnisses). Darüber hinaus enthält IFRS 16 erweiterte Anhangangaben für Leasingnehmer. Die Regelungen des IFRS 16 für Leasinggeber sind weitgehend unverändert zu den aktuellen Bilanzierungsregeln nach IAS 17. Die erstmalige verpflichtende Anwendung ist für 2019 vorgesehen. Die Übernahme des Standards durch die EU steht noch aus. Die Einführung des IFRS 16 erfolgt im Bertelsmann-Konzern im Rahmen eines konzernweiten Umstellungsprojekts. Dabei wurden die wesentlichen Mietverträge des Bertelsmann-Konzerns identifiziert, bei denen Bertelsmann Leasing-nehmer ist. Bei den wesentlichen Mietverträgen handelt es sich überwiegend um die Anmietung von Grundstücken und Gebäuden sowie von technischen Übertragungseinrichtungen. Die Analyse der wesentlichen Mietverhältnisse ist noch nicht abgeschlossen. Aufgrund der Vorgaben des IFRS 16 fällt die Anmietung von technischen Übertragungseinrichtungen, die als Dienstleistungsverträge zu klassifizieren sind, zukünftig nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 16. Im Rahmen der fortgeschrittenen Analyse werden die Auswirkungen auf den Konzernabschluss quantifiziert. Des Weiteren werden die Auswirkungen auf die Rechnungslegungsprozesse analysiert, um eine einheitliche Bilanzierung aller Leasingverträge zu gewährleisten. Die Rechnungslegungsprozesse sind insbesondere auch bei der Abbildung konzerninterner Leasingverhältnisse und deren Konsolidierung sowie der Abbildung innerhalb der Segmentberichterstattung betroffen. Darüber hinaus prüft der Bertelsmann-Konzern derzeit die Einführung IT-basierter Lösungen zur künftigen Abbildung von Leasingverhältnissen im Konzernabschluss. Die Entscheidung über die Ausübung der Bilanzierungswahlrechte für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr und für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte ist im Bertelsmann-Konzern noch nicht getroffen worden. Der Bertelsmann-Konzern verzichtet auf eine vorzeitige Anwendung der Standards IFRS 9, IFRS 15 und IFRS 16. KonsolidierungKonsolidierungsgrundsätzeDer Bertelsmann-Konzernabschluss beinhaltet den Abschluss des Mutterunternehmens sowie von dessen Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen. Tochterunternehmen sind Unternehmen, die von der Bertelsmann SE & Co. KGaA gemäß IFRS 10 beherrscht werden. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht, und endet, wenn Bertelsmann die Möglichkeit der Beherrschung verliert. Der Gewinn oder Verlust und jede Komponente des Gesamtergebnisses werden den Anteilseignern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Anteilen zugeordnet, auch wenn dadurch die nicht beherrschenden Anteile einen Negativsaldo aufweisen. Unternehmenszusammenschlüsse werden entsprechend IFRS 3 nach der Erwerbsmethode bilanziert. Anteile nicht beherrschender Anteilseigner werden mit den anteiligen beizulegenden Zeitwerten der Vermögenswerte und Schulden bewertet. Wenn die übertragene Gegenleistung des Unternehmenszusammenschlusses oder die den identifizierbaren Vermögenswerten und übernommenen Schulden des erworbenen Unternehmens zuzuweisenden beizulegenden Zeitwerte zum Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung nur provisorisch bestimmt werden können, wird der Unternehmenszusammenschluss mittels dieser provisorischen Werte bilanziert. Die Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung erfolgt in Übereinstimmung mit IFRS 3.45 unter Berücksichtigung des Bewertungszeitraums von einem Jahr. Vergleichsinformationen für Berichtsperioden vor Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung werden so dargestellt, als wären sie bereits zum Erwerbszeitpunkt vollzogen. Änderungen der Beteiligungsquote des Mutterunternehmens an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Nach dem Verlust der Beherrschung eines Tochterunternehmens erfolgt dessen Endkonsolidierung entsprechend den Vorschriften des IFRS 10. Alle an dem ehemaligen Tochterunternehmen weiterhin gehaltenen Anteile sowie alle von dem ehemaligen oder an das ehemalige Tochterunternehmen geschuldeten Beträge werden ab dem Zeitpunkt des Beherrschungsverlustes gemäß der anzuwendenden IFRS bilanziert. Gemeinschaftsunternehmen gemäß IFRS 11 und assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode gemäß IAS 28 in den Konzernabschluss einbezogen. Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, auf die Bertelsmann maßgeblichen Einfluss ausübt. Dies ist regelmäßig bei Stimmrechtsanteilen zwischen 20 und 50 Prozent der Fall. Bei geringerem Anteilsbesitz wird die Bilanzierung nach der Equity-Methode durch das Vorliegen eines maßgeblichen Einflusses nach IAS 28.6 begründet. Bei einem Übergang von der Bilanzierung als Finanzinvestition hin zu der Equity-Methode werden die Vorschriften des IFRS 3 analog angewendet, sodass der beizulegende Zeitwert der Altanteile im Übergangszeitpunkt in die Anschaffungskosten der at-equity bilanzierten Beteiligung einfließt. Die Differenz zwischen Zeit- und Buchwert der Altanteile wird ergebniswirksam erfasst. Bei der Anwendung der Equity-Methode auf ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen, das eine Investmentgesellschaft ist, behält Bertelsmann, das selbst keine Investmentgesellschaft ist, in der Regel die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert bei, die das Beteiligungsunternehmen auf seine Beteiligungen an Tochterunternehmen anwendet. Unwesentliche Beteiligungen werden im Bertelsmann-Konzern unter Berücksichtigung von IAS 39 dargestellt. KonsolidierungskreisBertelsmann ist an der RTL Group mit 75,1 Prozent und an Penguin Random House mit 53 Prozent als Mehrheitsgesellschafter beteiligt. Gruner + Jahr, BMG, Arvato, die Bertelsmann Printing Group und die Bertelsmann Education Group sowie Bertelsmann Investments gehören jeweils zu 100 Prozent zu Bertelsmann. Zusammensetzung Konsolidierungskreis
1) Einschließlich der Bertelsmann SE &
Co. KGaA.
Entwicklung Konsolidierungskreis
Nicht im Konsolidierungskreis enthalten sind 227 (Vj.: 224) Unternehmen ohne nennenswerten Geschäftsbetrieb und mit einer insgesamt untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bertelsmann-Konzerns. Die vollständige Liste des Anteilsbesitzes des Bertelsmann-Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 HGB wird als Anlage zum vorliegenden Konzernabschluss im Bundesanzeiger veröffentlicht und auf der Hauptversammlung ausgelegt. Akquisitionen und DesinvestitionenIm Geschäftsjahr 2016 betrug der Cashflow aus Akquisitionstätigkeit insgesamt 278 Mio. € (Vj.: 166 Mio. €), davon entfielen auf die Neuerwerbe des Berichtsjahres nach Abzug erworbener liquider Mittel 250 Mio. € (Vj.: 151 Mio. €). Die übertragene Gegenleistung im Sinne von IFRS 3 belief sich auf insgesamt 354 Mio. € (Vj.: 172 Mio. €) unter Berücksichtigung von bedingten Bestandteilen in Höhe von 21 Mio. € (Vj.: 8 Mio. €). Des Weiteren wurden im Zusammenhang mit den Unternehmenserwerben Put-Optionen in Höhe von 18 Mio. € (Vj.: 9 Mio. €) bilanziert. Im März 2016 erwarb die RTL Group 93,75 Prozent der Anteile an der Smartclip Holding AG einschließlich ihrer fünf Tochtergesellschaften. Smartclip bündelt das Onlinevideo-Inventar von über 700 Publishern weltweit und steuert die Integration und Auslieferung der Videowerbung auf sämtlichen internetfähigen Geräten. Das Unternehmen ergänzt die Investitionen der RTL Group im Bereich der digitalen Werbevermarktung. Das Bundeskartellamt erteilte im April 2016 die Genehmigung für die Übernahme. Die übertragene Gegenleistung betrug 48 Mio. € und wurde vollständig durch Zahlungsmittel erbracht. Aus der Kaufpreisallokation ergab sich ein steuerlich nicht abzugsfähiger Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 38 Mio. €. Dieser Wert resultiert aus den Fähigkeiten und der Marktkompetenz der Belegschaft von Smartclip sowie den erwarteten Synergieeffekten. Die RTL Group hat eine Put- und Call-Option für die verbliebenen nicht beherrschenden Anteile von 6,25 Prozent, die 2017 ausübbar ist. Der Ausübungspreis der Put-Option basiert auf einer variablen Komponente mit einer Obergrenze, deren 100-Prozent-Basis bei 200 Mio. € liegt. Der zugehörige Betrag wurde bei der Erstbewertung als finanzielle Verbindlichkeit zum Barwert des Rückzahlungsbetrags in Höhe von 4 Mio. € mit einer entsprechenden Reduzierung des Eigenkapitals angesetzt. Die Folgebewertung der finanziellen Verbindlichkeit erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten und beträgt zum 31. Dezember 2016 6 Mio. €. Die Neubewertungen der Verbindlichkeit werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die mit der Transaktion verbundenen Aufwendungen betrugen weniger als 1 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst. Im Mai 2016 übernahm die französische G+J-Tochter Prisma Media 100 Prozent der Anteile an der Groupe Cerise. Das Unternehmen ist vor allem aufgrund seiner Videoangebote einer der führenden digitalen Bewegtbildanbieter Frankreichs. Durch die Akquisition stärkt Gruner + Jahr die Position von Prisma Media in den für die digitale Entwicklung strategisch wichtigen Bereichen Video, Mobile, Technologie und soziale Netzwerke. Die übertragene Gegenleistung betrug 42 Mio. € und wurde vollständig durch Zahlungsmittel erbracht. Aus der Kaufpreisallokation ergab sich ein steuerlich nicht abzugsfähiger Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 32 Mio. €, der im Wesentlichen Synergiepotenziale repräsentiert, die aus der Verbindung bestehender Marken und Geschäfte und einer Stärkung der Position in digitalen Werbemärkten realisiert werden sollen. Die mit der Transaktion verbundenen Aufwendungen betrugen weniger als 1 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst. Im Dezember 2016 übernahm die Bertelsmann Education Group 100 Prozent an Advanced Practice Strategies (APS), einem Anbieter von E-Learning-Produkten im Bereich klinische Einschätzungen und Performance Improvement für US-Krankenhäuser. Das Produktangebot umfasst Kurse zur Leistungsverbesserung und diverse Einstellungstests. Mit der Akquisition erweitert die Bertelsmann Education Group ihr Leistungsspektrum im Bereich der Akutversorgung im Gesundheitswesen und stärkt ihr Dienstleistungsangebot im Hinblick auf die zielgerichtete Bereitstellung von Online-Weiterbildungsangeboten und Einstellungstests. Die vorläufig übertragene Gegenleistung gemäß IFRS 3 beträgt 79 Mio. € unter Berücksichtigung von bedingten Bestandteilen in Höhe von 9 Mio. €. Als Teil der Übernahme wurde ein potenzieller Earn-out von maximal 40 Mio. USD vereinbart. Das Erreichen des Earn-outs basiert auf definierten Schwellenwerten hinsichtlich neu abgeschlossener, annualisierter Kundenverträge Ende 2016 und Ende des ersten Quartals 2017. Aus der Kaufpreisallokation ergab sich ein steuerlich nicht abzugsfähiger Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 67 Mio. €, der im Wesentlichen Synergiepotenziale repräsentiert, die - neben Kostensynergien - vor allem aus dem aus der Akquisition resultierenden verbesserten Marktzugang im Bereich der Akutversorgung und der Erweiterung des Leistungsspektrums von Relias Learning realisiert werden sollen. Aufgrund der zeitlichen Nähe zum Bilanzstichtag ist die Kaufpreisallokation vorläufig. Die mit der Transaktion verbundenen Aufwendungen betrugen 1 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst. Außerdem tätigte der Bertelsmann-Konzern im Geschäftsjahr 2016 mehrere Akquisitionen, die für sich genommen nicht wesentlich waren. Nach Abzug erworbener liquider Mittel erfolgten für diese Akquisitionen Zahlungen in Höhe von 105 Mio. €, die übertragene Gegenleistung im Sinne von IFRS 3 belief sich für diese Akquisitionen auf 185 Mio. € unter Berücksichtigung von bedingten Bestandteilen in Höhe von 12 Mio. €. Aus den sonstigen Akquisitionen entstanden Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 118 Mio. €, die Synergiepotenziale widerspiegeln und in Höhe von 46 Mio. € steuerlich abzugsfähig sind. Die mit den Transaktionen verbundenen Aufwendungen betrugen 4 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst. Die Kaufpreisallokationen berücksichtigen sämtliche bis zur Aufstellung dieses Abschlusses verfügbaren Informationen über Fakten und Umstände, die zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt bestanden. Soweit innerhalb des zwölfmonatigen Bewertungszeitraums nach IFRS 3 weitere solche Fakten und Umstände bekannt werden, erfolgt eine entsprechende Anpassung der Kaufpreisallokation. Die beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte und Schulden der Akquisitionen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung auf Basis der derzeit zum Teil vorläufigen Kaufpreisallokationen können der folgenden Tabelle entnommen werden: Auswirkungen der Akquisitionen
Sämtliche im Geschäftsjahr 2016 getätigten Neuerwerbe im Rahmen des IFRS 3 trugen seit der Erstkonsolidierung 128 Mio. € zum Umsatz und 3 Mio. € zum Konzernergebnis bei. Bei Einbeziehung dieser Neuerwerbe ab dem 1. Januar 2016 hätten diese 261 Mio. € zum Umsatz und 9 Mio. € zum Konzernergebnis beigetragen. Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf 54 Mio. €. Davon entfallen 38 Mio. € auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie 16 Mio. € auf sonstige Forderungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nur in geringem Umfang wertberichtigt, sodass der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 38 Mio. € beträgt. Die sonstigen Forderungsposten sind ebenfalls nur in geringem Umfang wertberichtigt, sodass der beizulegende Zeitwert dem Bruttobetrag entspricht. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden erfolgt bei der Anwendung des IFRS 3 vorrangig nach dem marktpreisorientierten Verfahren. Danach werden Vermögenswerte und Schulden mit ihren an einem aktiven Markt feststellbaren Preisen bewertet. Ist eine Bewertung nach dem marktpreisorientierten Verfahren nicht möglich, wird das kapitalwertorientierte Verfahren herangezogen. Danach ergibt sich der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld als Barwert der zukünftig zufließenden bzw. abfließenden Zahlungen (Cashflows). Im Rahmen der Desinvestitionen, die im Wesentlichen auf die Unternehmensbereiche Gruner + Jahr und Arvato entfallen, leistete der Bertelsmann-Konzern nach Berücksichtigung abgehender liquider Mittel Zahlungsströme in Höhe von -28 Mio. € (Vj.: 2 Mio. €). Die Desinvestitionen haben zu einem Verlust aus Endkonsolidierung von -33 Mio. € (Vj.: -10 Mio. €) geführt, der in der Position "Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen" ausgewiesen wird. Ihre Auswirkungen auf die Vermögenswerte und Schulden des Bertelsmann-Konzerns zum Zeitpunkt der Endkonsolidierung zeigt die nachfolgende Tabelle: Auswirkungen der Desinvestitionen
Nicht fortgeführte AktivitätenDas Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 1 Mio. € (Vj.: 3 Mio. €) umfasst Nachlaufeffekte im Zusammenhang mit dem Verkauf von Gesellschaften des ehemaligen Unternehmensbereichs Direct Group. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang mit den zur Veräußerung gehaltenen VermögenswertenDie Buchwerte der als zur Veräußerung gehaltenen klassifizierten Vermögenswerte und zugehörigen Schulden, die in der Berichtsperiode im Wesentlichen auf den Unternehmensbereich RTL Group ("RTL City") entfallen, sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und zugehörige Schulden
Die RTL Group hat im Oktober 2016 eine Vereinbarung zum Verkauf der Media Properties Sarl abgeschlossen. Die Media Properties Sarl hält die neuen Gebäude der RTL Group in Luxemburg ("RTL City"). In diesen Gebäuden, die von der RTL Group zurückgemietet werden, sind sowohl die Hauptverwaltung als auch andere Geschäftsbereiche der RTL Group in Luxemburg untergebracht. Der Verkauf soll im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen werden. Die Erlöse aus dem Verkauf der Media Properties Sarl betragen 154 Mio. € und werden zu einem Veräußerungsgewinn von voraussichtlich 60 Mio. € führen. Bei Veräußerungsgruppen, die zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet wurden, wurden Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 14 Mio. € erfasst, die im Wesentlichen auf eine im Unternehmensbereich Arvato geplante Veräußerung entfallen. Die beizulegenden Zeitwerte sind der Stufe 3 der Hierarchie der nicht wiederkehrenden beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Die Bewertungen der Stufe 3 basieren auf den Informationen der Vertragsverhandlungen. Die ergebniswirksam erfassten Wertminderungsaufwendungen sind unter den "Sonstigen betrieblichen Aufwendungen" erfasst. Zum 31. Dezember 2015 gab es keine nennenswerten Vermögenswerte und zugehörigen Schulden, die als zur Veräußerung gehalten nach IFRS 5 klassifiziert waren. FremdwährungsbewertungTransaktionen, die auf eine von der funktionalen Währung eines Tochterunternehmens abweichende Währung lauten, werden in der funktionalen Währung mit dem Umrechnungskurs am Tag ihrer erstmaligen Bilanzierung erfasst. Zum Bilanzstichtag werden auf Fremdwährung lautende monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der funktionalen Währung mit dem dann gültigen Stichtagskurs bewertet. Gewinne und Verluste aus diesen Fremdwährungsbewertungen werden erfolgswirksam erfasst. Nicht monetäre Bilanzposten in Fremdwährung werden zu historischen Wechselkursen fortgeführt. FremdwährungsumrechnungJahresabschlüsse von Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, die in Fremdwährung aufgestellt wurden, werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet, bevor sie in den Konzernabschluss einbezogen werden. Die Umrechnung der Vermögenswerte und Schulden in die Berichtswährung erfolgt zum Stichtagskurs am Bilanzstichtag, während die Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet wird. Unterschiede aus der Währungsumrechnung werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Solche Differenzen entstehen bei der Umrechnung von Bilanzposten zu einem Stichtagskurs, der vom vorherigen Stichtagskurs abweicht, sowie durch den Unterschied zwischen Durchschnitts- und Stichtagskurs bei der Umrechnung des Konzernergebnisses. Zum Zeitpunkt der Endkonsolidierung von Konzerngesellschaften werden die jeweiligen kumulierten Umrechnungsdifferenzen, die bis zu diesem Zeitpunkt im sonstigen Ergebnis erfasst und in einem separaten Bestandteil des Eigenkapitals kumuliert wurden, vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Für die aus der Sicht des Bertelsmann-Konzerns wichtigsten Fremdwährungen wurden für Zwecke der Währungsumrechnung folgende Euro-Wechselkurse zugrunde gelegt: Euro-Wechselkurse der wichtigsten Fremdwährungen
Bilanzierungs- und BewertungsmethodenErtrags- und AufwandsrealisierungUmsatzerlöse werden gemäß IAS 18 erfasst. Sie werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistung bewertet und um erwartete Preisnachlässe, Rabatte und ähnliche andere Abzüge gekürzt. Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern gelten als realisiert, wenn der Bertelsmann-Konzern die maßgeblichen Risiken und Chancen aus dem Eigentum der Güter auf den Käufer übertragen hat und die Höhe der Umsatzerlöse verlässlich bestimmt werden kann. Umsatzerlöse aus Werbung und Anzeigen werden erfasst, wenn die entsprechende Werbung oder Anzeige im jeweiligen Medium erscheint. Erträge aus Nutzungsentgelten (Lizenzen) werden periodengerecht entsprechend den Bestimmungen des zugrunde liegenden Vertrages erfasst. Umsatzerlöse aus Dienstleistungsgeschäften werden entsprechend ihrem Wertschöpfungsanteil erfasst. Zinserträge und -aufwendungen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in Übereinstimmung mit IAS 39 periodengerecht erfasst. Dividenden werden erst im Zeitpunkt der Entstehung des Rechtsanspruchs des Anteilseigners auf Zahlung ergebniswirksam vereinnahmt. Übrige Erträge werden erfasst, wenn der wirtschaftliche Nutzen wahrscheinlich und der Betrag verlässlich bestimmbar ist. Aufwendungen werden nach sachlichen oder zeitlichen Kriterien abgegrenzt. Geschäfts- oder FirmenwerteDer aus einem Unternehmenszusammenschluss gemäß IFRS 3 resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird bei dem erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, in den Folgeperioden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) gemäß IAS 36 unterzogen. Im Bertelsmann-Konzern werden Werthaltigkeitstests auf Geschäfts- oder Firmenwerte wie im Abschnitt "Wertminderungen" erläutert durchgeführt. Sonstige immaterielle VermögenswerteSelbst erstellte immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens werden mit ihren aktivierungspflichtigen Herstellungskosten gemäß IAS 38 bilanziert, wenn dafür die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden ebenfalls gemäß IAS 38 mit ihren Anschaffungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, bilanziert. Der erstmalige Ansatz von immateriellen Vermögenswerten, die im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses übernommen wurden, erfolgt gemäß IFRS 3 zum beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen bei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer grundsätzlich linear über deren Nutzungsdauer. Wertminderungen und Wertaufholungen werden gemäß den Vorschriften des Impairment-Tests gemäß IAS 36 vorgenommen. Die planmäßige Nutzungsdauer beträgt für aktivierte Software in der Regel drei bis fünf Jahre, für Belieferungsrechte und Abonnentenstämme zwei bis 15 Jahre, für Warenzeichen, Musik- und Verlagsrechte drei bis 25 Jahre. Lizenzen werden linear entsprechend der Vertragslaufzeit oder leistungsabhängig (im Verhältnis der in der Berichtsperiode erzielten Nutzungserlöse zu den gesamten geschätzten Nutzungserlösen für die gesamte Nutzungsdauer) abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Stattdessen werden sie mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) gemäß IAS 36 unterzogen und gegebenenfalls auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. SachanlagenSachanlagen werden gemäß IAS 16 bilanziert und zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, bewertet. Die Abschreibung erfolgt nach der linearen Methode über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Vermögenswerts. Im Geschäftsjahr 2016 lagen den planmäßigen Abschreibungen in der Regel folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. WertminderungenGeschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden zum 31. Dezember eines jeden Jahres sowie anlassbezogen auf Wertminderung gemäß IAS 36 überprüft. Immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer und Sachanlagen werden zum Bilanzstichtag gemäß IAS 36 nur dann einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Eine Wertminderung gemäß IAS 36 liegt vor, wenn der Buchwert eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit seinen erzielbaren Betrag überschreitet. Der erzielbare Betrag wird dabei als der jeweils höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert ermittelt. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und der Nutzungswert werden in der Regel unter Anwendung der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt, die auf im Rahmen von Unternehmensplanungen ermittelten zukünftigen Cashflow-Prognosen basiert. Bei zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten wird ausschließlich der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten als Vergleichsmaßstab herangezogen. Bei der Bestimmung des Nutzungswerts bleiben geschätzte künftige Mittelzuflüsse bzw. Mittelabflüsse, die aus künftigen Restrukturierungen oder aus der Verbesserung bzw. Erhöhung der Ertragskraft der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten resultieren, unberücksichtigt, es sei denn, die zahlungsmittelgenerierende Einheit hat sich am Bilanzstichtag zu einer Restrukturierung verpflichtet und eine entsprechende Rückstellung gebildet. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts ist, sofern ein aktiver Markt besteht, der Marktpreis oder gegebenenfalls der Preis der jüngsten vergleichbaren Transaktion heranzuziehen. Liegt kein aktiver Markt vor, wird der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten in der Regel unter Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Sofern den Vermögenswerten keine eigenen Cashflows zugeordnet werden können, werden die Wertminderungen anhand der Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ermittelt, zu denen die Vermögenswerte gehören. Die prognostizierten Cashflows werden den unternehmensinternen Planungen, die drei Detailperioden umfassen, entnommen und in der Regel um zwei weitere Detailplanungsperioden ergänzt. Die über die Detailplanung hinausgehenden Perioden werden durch eine ewige Rente unter Berücksichtigung individueller geschäftsspezifischer Wachstumsraten abgebildet. Die Abzinsung erfolgt grundsätzlich mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC). Für zahlungsmittelgenerierende Einheiten mit unterschiedlichen Risikoprofilen werden spezifische WACC abgeleitet. Der Bertelsmann-Konzern führt für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Sensitivitätsanalysen durch, insbesondere für diejenigen, bei denen die Spanne zwischen erzielbarem Betrag und dem Buchwert gering ist. Sind die Gründe für einen Wertminderungsaufwand, der in früheren Perioden erfasst worden ist, entfallen, werden Zuschreibungen bis zu dem Betrag vorgenommen, der sich ergeben hätte, wenn kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Letztere Regelung gilt nicht für Geschäfts- oder Firmenwerte. Sowohl der Wertminderungsaufwand als auch eine Zuschreibung werden unmittelbar ergebniswirksam erfasst. LeasingEin Leasingverhältnis gemäß IAS 17 wird zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses als Finanzierungs- oder als Operating-Leasingverhältnis eingestuft. Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing eingestuft, wenn im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Bertelsmann-Konzern übertragen werden. Ein Operating-Leasingverhältnis ist ein Leasingverhältnis, bei dem es sich nicht um ein Finanzierungsleasingverhältnis handelt. Leasingzahlungen für Operating-Leasingverhältnisse werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses in der Position "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ergebniswirksam erfasst. Finanzielle VermögenswerteDer erstmalige Ansatz der finanziellen Vermögenswerte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung von Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind. Transaktionskosten werden bei den finanziellen Vermögenswerten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Reguläre Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, dem Tag, an dem sich der Bertelsmann-Konzern zum Kauf bzw. Verkauf des Vermögenswerts verpflichtet. Für die Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte in die folgenden Kategorien bzw. Unterkategorien unterteilt:
Der Bertelsmann-Konzern nutzt die Kategorie "Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumente" nicht. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte: In diese Kategorie fallen im Wesentlichen Beteiligungen des Anlagevermögens, sofern sie nicht als Kredite und Forderungen oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert wurden. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 39 mit ihrem jeweiligen beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet, sofern dieser verlässlich zu ermitteln ist. Anderenfalls werden sie zu Anschaffungskosten bewertet. Aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierende Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung latenter Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst. Wenn ein objektiver Hinweis auf die Wertminderung vorliegt, erfolgt jedoch eine ergebniswirksame Abwertung. Ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten ist ebenfalls als ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung anzusehen. Bei Veräußerung dieser Vermögenswerte werden die zuvor im sonstigen Ergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte: Unter diese Kategorie fallen Derivate, die die formalen Anforderungen des IAS 39 für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nicht erfüllen. Sie werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne oder Verluste aus der Änderung der beizulegenden Zeitwerte werden erfolgswirksam erfasst. Alle Derivate, die die formalen Anforderungen des IAS 39 zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfüllen, werden gesondert als derivative Finanzinstrumente mit Hedge-Beziehung erfasst und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Weitere Erläuterungen finden sich im Abschnitt "Derivative Finanzinstrumente". Bei erstmaligem Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte finanzielle Vermögenswerte: In die Kategorie "Initial Recognition at Fair Value Through Profit or Loss" fallen die finanziellen Vermögenswerte, die bei erstmaligem Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert wurden. Die Änderungen des Marktwerts werden erfolgswirksam im übrigen finanziellen Ergebnis erfasst. Ausgereichte Darlehen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Ausleihungen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Eine Abzinsung erfolgt bei unverzinslichen oder niedrig verzinslichen langfristigen Darlehen und Forderungen. Gibt es einen objektiven Hinweis darauf, dass eine Wertminderung eingetreten ist, so wird der Buchwert unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert und der Verlustbetrag ergebniswirksam erfasst. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente: Liquide Mittel umfassen Bankguthaben und Kassenbestände, Zahlungsmitteläquivalente umfassen kurzfristige hochliquide Wertpapiere, deren Restlaufzeit beim Erwerb maximal drei Monate beträgt. Wertminderungen und Wertaufholungen: Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, daraufhin untersucht, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung hindeuten. Derartige Hinweise liegen in folgenden Fällen vor: Hinweise auf finanzielle Schwierigkeiten eines Kunden oder einer Gruppe von Kunden, der Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, die Wahrscheinlichkeit, Insolvenz zu erklären oder einer anderen finanziellen Restrukturierung zu unterliegen, und erkennbare Tatsachen, die auf eine messbare Verringerung der geschätzten zukünftigen Kapitalflüsse hindeuten, wie beispielsweise ungünstige Veränderungen der Zahlungslage des Kreditnehmers oder der Wirtschaftslage, die mit dem Leistungsverzug übereinstimmen. Bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten entspricht der Verlustbetrag im Falle einer Wertminderung der Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows - abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswerts. Sofern sich zu späteren Bewertungszeitpunkten ergibt, dass der beizulegende Zeitwert gestiegen ist, erfolgt eine ergebniswirksame Wertaufholung bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten. Eine Wertaufholung erfolgt nicht, sofern es sich um nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente handelt, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten bewertet wurden. Im Falle einer Wertminderung der zu Anschaffungskosten bewerteten zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte ergibt sich der Betrag der Wertberichtigung aus der Differenz zwischen dem Buchwert des finanziellen Vermögenswerts und dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, diskontiert mit dem risikoadjustierten Zinssatz. Bewertung zum beizulegenden ZeitwertBei finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, hängt das angewendete Bewertungsverfahren davon ab, welche Inputfaktoren jeweils vorliegen. Wenn notierte Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte ermittelt werden können, werden diese zur Bewertung herangezogen (Stufe 1). Wenn dies nicht möglich ist, werden die beizulegenden Zeitwerte vergleichbarer Markttransaktionen herangezogen sowie finanzwirtschaftliche Methoden, basierend auf beobachtbaren Marktdaten, verwendet (Stufe 2). Sofern die beizulegenden Zeitwerte nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, werden sie mithilfe anerkannter finanzmathematischer Methoden oder auf Basis von beobachtbaren erzielbaren Preisen im Rahmen von zuletzt durchgeführten qualifizierten Finanzierungsrunden unter Berücksichtigung des Lebens- und Entwicklungszyklus des jeweiligen Unternehmens ermittelt (Stufe 3). VorräteVorräte, darunter Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, fertige und unfertige Erzeugnisse sowie Handelswaren, werden gemäß IAS 2 bilanziert und am Bilanzstichtag grundsätzlich mit dem niedrigeren Wert aus historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Gleichartige Vorräte werden zu Durchschnittskosten oder nach dem FIFO-Verfahren (first in, first out) bewertet. Darüber hinaus werden im Vorratsvermögen alle kurzfristigen Film-, Fernseh- und ähnlichen Rechte ausgewiesen, die zur Ausstrahlung oder zum Verkauf im normalen operativen Geschäftszyklus bestimmt sind. Dazu gehören insbesondere sich in der Produktion befindende Film- und Fernsehformate, Koproduktionen sowie erworbene Senderechte. Der Ansatz zum Bilanzstichtag erfolgt auch hier mit dem niedrigeren Wert aus historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Der Verbrauch von Film- und Fernsehrechten erfolgt mit Beginn der ersten Ausstrahlung und ist entweder von der Anzahl der geplanten Ausstrahlungen oder von den erwarteten Umsatzerlösen abhängig. Der ausstrahlungsbedingte Verbrauch bei den Film- und Fernsehrechten ist wie folgt:
Der Verbrauch von Vorräten und von Film- und Fernsehrechten wird in der Gewinn- und Verlustrechnung als Materialaufwand bzw. als Bestandsveränderung erfasst. Kundenspezifische FertigungsaufträgeIm Geschäftsjahr 2016 wurden keine wesentlichen Umsätze aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen realisiert. Latente SteuernAktive und passive latente Steuern werden nach Maßgabe von IAS 12 für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen der IFRS-Konzernbilanz sowie für noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften angesetzt. Aktive latente Steuern werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verwendet werden kann. Für aktive latente Steuern, deren Realisierung in einem überschaubaren Zeitraum nicht zu erwarten ist, werden Wertberichtigungen vorgenommen. Passive latente Steuern werden grundsätzlich für sämtliche zu versteuernden temporären Differenzen gebildet. Aktive und passive latente Steuern auf temporäre Differenzen, die aus Unternehmenserwerben entstehen, werden angesetzt, mit der Ausnahme von temporären Differenzen auf Firmenwerte, sofern diese steuerlich nicht berücksichtigt werden. Bei der Berechnung werden diejenigen Steuersätze angewendet, deren Gültigkeit zum Zeitpunkt der Umkehrung temporärer Differenzen bzw. Nutzung der Verlustvorträge erwartet wird. Latente Steuern werden grundsätzlich ergebniswirksam erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Sachverhalte, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesem Fall werden latente Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst. Kumuliertes übriges EigenkapitalIm kumulierten übrigen Eigenkapital werden neben den Unterschieden aus den Umrechnungsdifferenzen auch unrealisierte Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von als zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten (Available-for-Sale) und von Finanzderivaten, die zur Sicherung eines künftigen Zahlungsstroms (Cash Flow Hedge) eingesetzt werden, gemäß IAS 39 erfolgsneutral bilanziert. Darüber hinaus werden gemäß IAS 28.10 Veränderungen im sonstigen Ergebnis bei nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen erfasst. Effekte aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne (versicherungsmathematische Gewinne und Verluste auf die leistungsorientierte Verpflichtung, Unterschiedsbeträge zwischen den tatsächlichen und den durch den Nettozinsaufwand implizierten Erträgen auf das Planvermögen sowie Effekte aus der Begrenzung eines Nettovermögenswerts) werden im Zuge der Verteilung des Gesamtergebnisses der Periode in der Eigenkapitalveränderungsrechnung in den Gewinnrücklagen im Jahr des Anfalls dieser Gewinne und Verluste erfasst. Der Ausweis von latenten Steuern auf die oben genannten Sachverhalte erfolgt dementsprechend ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital. RückstellungenRückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Der im Pensionsaufwand enthaltene Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Effekte aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne (versicherungsmathematische Gewinne und Verluste auf die leistungsorientierte Verpflichtung, Unterschiedsbeträge zwischen den tatsächlichen und den durch den Nettozinsaufwand implizierten Erträgen auf das Planvermögen sowie Effekte aus der Begrenzung eines Nettovermögenswerts) werden sofort erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und in einer nachfolgenden Periode auch nicht mehr ergebniswirksam umgegliedert (recycled). Mit Ausnahme der nach IAS 19 berechneten übrigen personalbezogenen Rückstellungen werden alle anderen Rückstellungen auf Basis von IAS 37 gebildet. Der Ansatz erfolgt in Höhe des wahrscheinlichsten Verpflichtungsumfangs. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst. Die Abzinsungssätze berücksichtigen aktuelle Markterwartungen und gegebenenfalls für die Schuld spezifische Risiken. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen werden grundsätzlich in dem Posten der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt, in dem zuvor die Zuführung erfasst wurde. VerbindlichkeitenBei erstmaligem Ansatz werden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten inklusive des Genusskapitals zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten erfasst. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten (Financial Liabilities at Amortized Cost), es sei denn die finanzielle Verbindlichkeit wird beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert. Die ebenfalls unter den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen sind gemäß IAS 17 mit ihrem Nettobarwert erfasst. Derivative FinanzinstrumenteNach IAS 39 werden alle derivativen Finanzinstrumente in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Der Ansatz der derivativen Finanzinstrumente erfolgt zum Abschlusstag des Geschäfts. Bei Vertragsabschluss eines Derivates wird festgelegt, ob dieses zur Absicherung eines Bilanzpostens (Fair Value Hedge) oder zur Absicherung künftiger Zahlungsströme (Cash Flow Hedge) dient. Einzelne Derivate erfüllen nicht die Voraussetzungen von IAS 39 für eine Bilanzierung als Sicherungsgeschäft, obwohl sie bei wirtschaftlicher Betrachtung eine Sicherung darstellen (Stand-alone Hedge). Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten werden wie folgt erfasst: 1. Fair Value Hedge: Marktwertänderungen dieser Derivate, die zur Absicherung von Vermögenswerten bzw. Schulden dienen, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; der entsprechende Gewinn oder Verlust aus der Bewertung des gesicherten Bilanzpostens wird ebenfalls sofort im Ergebnis ausgewiesen. 2. Cash Flow Hedge: Der effektive Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Derivate, die zur Absicherung künftiger Cashflows dienen, wird im sonstigen Ergebnis erfasst. Die hier eingestellten Werte werden bei Zugang eines zugrunde liegenden, nicht finanziellen Vermögenswerts bzw. einer nicht finanziellen Verbindlichkeit in die Erstbewertung einbezogen (Basis Adjustment). In den anderen Fällen erfolgt die Umgliederung der zuvor erfassten Gewinne und Verluste aus dem Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust, wenn das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Der ineffektive Teil der Wertänderung des Sicherungsinstruments wird erfolgswirksam erfasst. 3. Stand-alone Hedge: Marktwertänderungen von Derivaten, die nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllen, werden entsprechend der Kategorie "Held for Trading" in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und sind somit erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Im Geschäftsjahr 2016 wurden keine Sicherungsgeschäfte mit Fair Value Hedge erfasst. Ebenso lag keine Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb vor. Anteilsbasierte VergütungAnteilsbasierte Vergütungen für Mitarbeiter des Bertelsmann-Konzerns umfassen Vergütungspläne, deren Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente erfolgt, sowie Vergütungspläne mit Barausgleich. Anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden ausgewählten Geschäftsführern und leitenden Angestellten in Form von Aktienoptionen gewährt. Diese Optionen werden zu dem am Tag der Ausgabe geltenden Marktpreis gewährt und sind zu diesem Preis ausübbar. Für Aktienoptionen erfolgt die Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der Optionen als Personalaufwand mit einer entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals. Der beizulegende Zeitwert wird am Tag der Gewährung ermittelt und verteilt sich über den Zeitraum, für den die Mitarbeiter vorbehaltlos Anspruch auf die Optionen haben. Der beizulegende Zeitwert der gewährten Optionen wird mithilfe eines Binomialmodells zur Bestimmung von Optionspreisen bemessen, wobei die Bedingungen, zu denen die Optionen gewährt wurden, berücksichtigt werden. Der als Aufwand erfasste Betrag wird angepasst, um die tatsächliche Anzahl an ausübbaren Aktienoptionen wiederzugeben. Aktienoptionen, deren Verfall nur auf ein Nichterreichen des für die Ausübung vorgeschriebenen Aktienkurses zurückzuführen ist, sind hiervon ausgenommen. Die finanzielle Verbindlichkeit, die aufgrund einer anteilsbasierten Vergütung mit Barausgleich entsteht, wird unter Anwendung eines Optionspreismodells mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung bewertet. Bis zur Begleichung der Verpflichtung ist deren beizulegender Zeitwert zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu zu bestimmen und alle Wertänderungen sind ergebniswirksam als Personalaufwand der Periode zu erfassen. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und zugehörige SchuldenLangfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Solche langfristigen Vermögenswerte und die zugehörigen Schulden werden gemäß IFRS 5 in separaten Bilanzposten dargestellt. Die Bewertung erfolgt zum jeweils niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Planmäßige Abschreibungen werden nicht erfasst, solange ein langfristiger Vermögenswert als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird oder zu einer als zur Veräußerung gehalten eingestuften Veräußerungsgruppe gehört. Unternehmensbestandteile, die die Anforderungen des IFRS 5.32 erfüllen, werden als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert und in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung entsprechend gesondert dargestellt. Alle in der Berichtsperiode vorgenommenen Änderungen von Beträgen, die in direktem Zusammenhang mit der Veräußerung einer nicht fortgeführten Aktivität in einer der vorangehenden Perioden stehen, werden ebenfalls in dieser gesonderten Kategorie angegeben. Wird ein Unternehmensbestandteil nicht mehr als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, so wird das Ergebnis dieses Unternehmensbestandteils, das zuvor unter nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen wurde, für alle dargestellten Berichtsperioden in die fortgeführten Aktivitäten umgegliedert. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und AnnahmenDie Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, die sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie auf die Höhe der Aufwendungen und Erträge auswirken können. Die tatsächlich realisierten Beträge können von den Schätzwerten abweichen. Nachstehend werden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen dargestellt, die im Bertelsmann-Konzernabschluss wesentlich für das Verständnis der mit der Finanzberichterstattung verbundenen Unsicherheiten sind.
Darüber hinaus werden bei Kaufpreisallokationen Annahmen hinsichtlich der Bewertung von im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden getroffen. Dies gilt insbesondere in Bezug auf die erworbenen immateriellen Vermögenswerte, da als Bewertungsmaßstab der beizulegende Zeitwert dient, der in der Regel als Barwert der zukünftigen Cashflows nach Berücksichtigung des Barwerts des abschreibungsbedingten Steuervorteils (Tax Amortization Benefit) ermittelt wird. Ferner basiert die Festlegung konzerneinheitlicher Nutzungsdauern auf Einschätzungen des Managements. Allgemeine Ausführungen zu Nutzungsdauern finden sich in den Abschnitten "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" und "Sachanlagen". Annahmen und Schätzungen liegen auch den Beurteilungen hinsichtlich der Realisierbarkeit unsicherer Steuerpositionen und zukünftiger Steuerentlastungen zugrunde. Die Bilanzierung eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einer Steuerrisikoposition erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 12, wenn eine Zahlung oder eine Erstattung für das Steuerrisiko wahrscheinlich ist. Die Bewertung der unsicheren Steuerpositionen erfolgt mit ihrem wahrscheinlichen Wert. Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der sie später wahrscheinlich genutzt werden können. Zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit der zukünftigen Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern werden verschiedene Faktoren herangezogen, darunter die vergangene Ertragslage, die Unternehmensplanung und Steuerplanungsstrategien sowie Verlustvortragsperioden. Erläuterungen zur Beurteilung der Realisierbarkeit steuerlicher Entlastungen werden unter Textziffer 9 "Ertragsteuern" dargelegt. Annahmen werden zudem bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten getroffen. Hierbei verwendet Bertelsmann verschiedene finanzmathematische Methoden, die den zu den jeweiligen Bilanzstichtagen herrschenden Marktbedingungen und Risiken Rechnung tragen. Die in die Modelle eingehenden Inputfaktoren stützen sich soweit möglich auf beobachtbare Marktdaten. Liegen solche nicht vor, basiert die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte auf Annahmen des Managements. Diese Annahmen betreffen Inputfaktoren wie Liquiditätsrisiko und Ausfallrisiken. Des Weiteren beziehen sich die Annahmen und Schätzungen auf die anteilsbasierte Vergütung. Die Bedingungen der anteilsbasierten Vergütung mit Barausgleich und der Aktienoptionspläne werden im Abschnitt "Anteilsbasierte Vergütungen" unter Textziffer 18 "Eigenkapital" näher erläutert. Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Anpassungen der Schätzungen werden grundsätzlich in der Periode der Änderung und in den zukünftigen Perioden berücksichtigt. Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz1 Umsatzerlöse
Der Posten "Umsatzerlöse aus Werbung und Anzeigen" umfasst unter anderem Erlöse aus Tauschgeschäften in Höhe von 58 Mio. € (Vj.: 66 Mio. €), die vor allem bei der RTL Group und bei Gruner + Jahr angefallen sind. 2 Sonstige betriebliche Erträge
Der Posten "Erträge aus Erstattungen" umfasst unter anderem eine vertragliche Kompensationszahlung in Zusammenhang mit der Beendigung der Mobilfunkvereinbarung von Groupe M6 mit Orange in Höhe von 50 Mio. €. 3 Personalaufwand
Die im Geschäftsjahr 2016 gezahlten Arbeitgeberbeiträge an staatliche Rentenversicherungsträger belaufen sich auf 342 Mio. € (Vj.: 338 Mio. €). 4 Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
5 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Der Posten "Verwaltungskosten" umfasst unter anderem als Aufwand erfasste Zahlungen aus Operating Leases in Höhe von 267 Mio. € (Vj.: 272 Mio. €) und dazugehörige Dienstleistungen und Nebenkosten in Höhe von 23 Mio. € (Vj.: 23 Mio. €) sowie bedingte Mietzahlungen in Höhe von 7 Mio. € (Vj.: 9 Mio. €). Darüber hinaus umfasst dieser Posten Reparatur- und Wartungskosten in Höhe von 188 Mio. € (Vj.: 187 Mio. €) und Kosten für IT-Dienstleistungen in Höhe von 162 Mio. € (Vj.: 161 Mio. €). 6 Ergebnis aus Finanzanlagen
7 Zinserträge und Zinsaufwendungen
8 Übrige finanzielle Erträge und Aufwendungen
Um den wirtschaftlichen Gehalt besser widerzuspiegeln, werden Erträge und Aufwendungen aus nicht operativen Fremdwährungssicherungsgeschäften mit den Ergebnissen aus der Bewertung der wirtschaftlich abgesicherten Fremdwährungsgeschäfte saldiert und als nicht operative Währungskursgewinne bzw. -verluste ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2016 standen den Verlusten aus diesen nicht operativen Fremdwährungsgeschäften in Höhe von -116 Mio. € (Vj.: -91 Mio. €) Erträge aus Fremdwährungssicherungsgeschäften in Höhe von 190 Mio. € (Vj.: 129 Mio. €) gegenüber. Den Gewinnen aus den Fremdwährungsgeschäften in Höhe von 84 Mio. € (Vj.: 186 Mio. €) standen Aufwendungen aus Fremdwährungssicherungsgeschäften in Höhe von -153 Mio. € (Vj.: -225 Mio. €) gegenüber. 9 ErtragsteuernDie Ertragsteuern setzen sich aus den folgenden laufenden und latenten Steuern zusammen: Ertragsteuern
Im Geschäftsjahr 2016 wurden steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 433 Mio. € (Vj.: 446 Mio. €) in Anspruch genommen, was zu einer Verminderung des laufenden Steueraufwands um 102 Mio. € (Vj.: 104 Mio. €) führte. Von den genutzten steuerlichen Verlustvorträgen entfallen 132 Mio. € (Vj.: 172 Mio. €) auf inländische Körperschaftsteuer, 41 Mio. € (Vj.: 25 Mio. €) auf inländische Gewerbesteuer und 260 Mio. € (Vj.: 249 Mio. €) auf ausländische Ertragsteuern. In diesen Beträgen sind 40 Mio. € (Vj.: 88 Mio. €) Verlustvorträge enthalten, für die in der Vergangenheit keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden. Sie betreffen in Höhe von 1 Mio. € (Vj.: 1 Mio. €) inländische Körperschaftsteuer, in Höhe von 1 Mio. € (Vj.: 5 Mio. €) inländische Gewerbesteuer und in Höhe von 38 Mio. € (Vj.: 82 Mio. €) ausländische Ertragsteuern. Diese Nutzung führt zu einer Verminderung des laufenden Steueraufwands in Höhe von 11 Mio. € (Vj.: 24 Mio. €). Aktive und passive latente Steuern wurden im Zusammenhang mit folgenden Posten und Sachverhalten gebildet: Latente Steuern
Für temporäre Differenzen in Höhe von 781 Mio. € (Vj.: 657 Mio. €) im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen wurden keine latenten Steuerschulden angesetzt, da Bertelsmann deren Umkehrung steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. Laufende sowie aktive und passive latente Steuern werden insoweit saldiert, als sie gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und verrechnet werden können. Die Laufzeit der latenten Steuern auf temporäre Differenzen ist im Wesentlichen langfristig geprägt. Erläuterungen zu den mit dem sonstigen Ergebnis in Zusammenhang stehenden Ertragsteuerbeträgen finden sich unter Textziffer 18 "Eigenkapital". Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen, Verlustvorträge und Steueranrechnungen wurden in denjenigen Fällen vorgenommen, in denen es nicht wahrscheinlich ist, dass sie in absehbarer Zukunft genutzt werden können. Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit werden im Wesentlichen existierende passive temporäre Differenzen sowie zu erwartendes zu versteuerndes Einkommen innerhalb eines Planungszeitraums zugrunde gelegt. Temporäre Differenzen, steuerliche Verlustvorträge und Steueranrechnungen, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, sind wie folgt zeitlich vortragsfähig: Zeitliche Begrenzung
Eine Überleitung des erwarteten Steuerergebnisses auf das tatsächliche Steuerergebnis zeigt die folgende Tabelle: Überleitung zum tatsächlichen Steueraufwand
Der Ertragsteuersatz der Bertelsmann SE & Co. KGaA enthält die Körperschaftsteuer, den Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer. Effektiver Steuersatz
10 Immaterielle Vermögenswerte
In den sonstigen Rechten und Lizenzen sind Markenrechte, Belieferungsrechte, Verlagsrechte sowie erworbene Software und sonstige Lizenzen enthalten. Im Geschäftsjahr erwarb BMG Musikkataloge für 123 Mio. €, davon entfielen 81 Mio. € auf diverse Musikkataloge in Großbritannien und 19 Mio. € auf diverse Musikkataloge in den USA. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte umfassen hauptsächlich eigene Film- und TV-Produktionen sowie selbst erstellte Software. Wie im Vorjahr wurden keine immateriellen Vermögenswerte als Sicherheit für Verbindlichkeiten gestellt. Die Geschäfts- oder Firmenwerte und die sonstigen immateriellen Vermögenswerte lassen sich folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zuordnen: Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer nach zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
Die immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer betreffen im Wesentlichen die Markenrechte der Groupe M6 in Frankreich (120 Mio. €, im Vj.: 120 Mio. €). Bei der Bestimmung, dass die M6 Markenrechte eine unbegrenzte Nutzungsdauer haben, hat das Management unterschiedliche Faktoren berücksichtigt, wie die vergangene und erwartete Dauerhaftigkeit der Marke, den Einfluss möglicher Veränderungen von Übertragungstechnologien, den Einfluss möglicher Entwicklungen des regulatorischen Umfelds innerhalb der französischen Fernsehindustrie, die aktuellen und erwarteten Zuschaueranteile der M6 Sender und die Strategie des Managements zum Erhalt und zur Stärkung der Handelsmarke "M6". Basierend auf einer Analyse dieser Faktoren bestehen zum 31. Dezember 2016 keine Begrenzungen in Bezug auf den Zeitraum, über den erwartet wird, dass die Marke M6 Cashflows generiert. Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen werden im Rahmen der Werthaltigkeitstests nach IAS 36 auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt, die voraussichtlich von den Synergien des Zusammenschlusses profitieren. Die den Werthaltigkeitstests der einzelnen, wesentliche Geschäfts- oder Firmenwerte tragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugrunde liegenden Cashflow-Prognosen basieren auf den folgenden Annahmen bezüglich der Marktentwicklung für den Beginn des Detailplanungszeitraums:
Der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wurden darüber hinaus für die über die Detailplanung hinausgehenden Perioden folgende individuelle geschäftsspezifische Wachstumsraten sowie Diskontierungssätze zugrunde gelegt: Übersicht der Wachstumsraten und Abzinsungssätze
Der erzielbare Betrag für den Werthaltigkeitstest des auf Konzernebene erfassten Geschäfts- oder Firmenwerts der RTL Group wurde anhand des Nutzungswerts ermittelt. Eine Wertminderung des bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerts wurde nicht identifiziert und die Validierung mit dem Börsenkurs bestätigt diese Einschätzung. Für die übrigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Unternehmensbereichs RTL Group entspricht der erzielbare Betrag ebenfalls dem Nutzungswert. Für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der anderen Unternehmensbereiche entspricht der erzielbare Betrag dem beizulegenden Zeitwert, der aus diskontierten Zahlungsmittelreihen abzüglich Kosten der Veräußerung abgeleitet wird und der Stufe 3 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen ist. Die prognostizierten Cashflows wurden den unternehmensinternen Planungen, die drei Detailperioden umfassen, entnommen und wurden grundsätzlich um zwei weitere Detailplanungsperioden ergänzt. Die über die Detailplanung hinausgehenden Perioden wurden durch eine ewige Rente unter Berücksichtigung individueller geschäftsspezifischer Wachstumsraten abgebildet. Wie im Vorjahr wurden im Geschäftsjahr 2016 keine Wertminderungsaufwendungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte erfasst. Der Ausweis der Wertminderungsaufwendungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und auf sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer erfolgt in der Gewinn- und Verlustrechnung in dem Posten "Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen". Fremantle Media hat sich neben organischen Initiativen, mit dem Ziel, neue Formate und geistiges Eigentum zu entwickeln, weiterhin auf die Identifikation und Integration neuer Geschäfte konzentriert, um die Anzahl neuer Shows zu erhöhen, Präsenz in neuen Märkten zu gewinnen und seine Drama-Position weiter auszubauen. Die Kernmarken von Fremantle Media haben sich gut entwickelt und dies wird auch für die kommenden Jahre erwartet. Durch den Ausbau von Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette und die Entwicklung neuer spezifischer Inhalte arbeitet Fremantle Media weiterhin an der Bildung eines skalierbaren digitalen Geschäfts. Trotz anhaltenden Drucks auf Margen und Volumen hat die zunehmende Vielfalt des Portfolios von Fremantle Media zu einer Anpassung der unternehmensinternen Planung geführt mit einem erwarteten leichten Anstieg der EBITA-Marge. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages wurde der Nutzungswert anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt, basierend auf einer langfristigen Wachstumsrate von 2,5 Prozent (Vj.: 2,5 Prozent) und einem Zinssatz von 7,1 Prozent (Vj.: 7,4 Prozent). Zum 31. Dezember 2016 übersteigt der erzielbare Betrag den Buchwert um 237 Mio. € (Vj.: 189 Mio. €). Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,7 Prozentpunkte, bei einer Verminderung des jährlichen Umsatzes um 1,0 Prozent oder bei einer Verminderung der EBITDA-Marge um 1,2 Prozentpunkte unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert. Das Umsatzwachstum von StyleHaul wurde durch den verzögerten Anlauf einzelner Einnahmequellen, insbesondere der Direktvermarktung (Branded Entertainment), belastet. Der Bruttogewinn erhöhte sich aufgrund einer verbesserten Umsatzbeteiligung der Talente (Talent Revenue Share). Der Anstieg der operativen Kosten kompensiert derzeit den erhöhten Bruttogewinn. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages wurde der Nutzungswert anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt, basierend auf einer langfristigen Wachstumsrate von 2,0 Prozent (Vj.: 2,0 Prozent) und einem Zinssatz von 13,9 Prozent (Vj.: 13,0 Prozent). Zum 31. Dezember 2016 übersteigt der erzielbare Betrag den Buchwert um 23 Mio. € (Vj.: 11 Mio. €). Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 1,3 Prozentpunkte, bei einer Verminderung des jährlichen Umsatzes um 2,6 Prozent oder bei einer Verminderung der EBITDA-Marge um 2,7 Prozentpunkte unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert. Zum 31. Dezember 2016 übersteigt bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit BMG der erzielbare Betrag den Buchwert um 367 Mio. € (Vj.: 295 Mio. €). Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,8 Prozentpunkte, bei einer Verminderung der langfristigen Wachstumsrate um 0,8 Prozentpunkte oder bei einer Verminderung der EBITDA-Marge um 3,9 Prozentpunkte unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert. Zum 31. Dezember 2016 übersteigt bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit G+J Zeitschriften- und Digitalgeschäft Deutschland & MPS der erzielbare Betrag den Buchwert um 44 Mio. € (Vj.: 131 Mio. €). Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,6 Prozentpunkte, bei einer Verminderung der langfristigen Wachstumsrate um 0,7 Prozentpunkte oder bei einer Verminderung der EBITDA-Marge um 0,4 Prozentpunkte unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert. Die Werthaltigkeit der weiteren wesentlichen ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte war auch bei einer Variation jeweils eines der beiden bedeutendsten Einflussfaktoren Abzinsungssatz (Erhöhung um 1,0 Prozentpunkte) und langfristige Wachstumsrate (Verminderung um 1,0 Prozentpunkte) gegeben. 11 Sachanlagen
Zum Bilanzstichtag wurden Sachanlagen in Höhe von 8 Mio. € (Vj.: 9 Mio. €) als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet. Insgesamt wurden für Sachanlagen Wertminderungsaufwendungen in Höhe von -8 Mio. € (Vj.: -3 Mio. €) erfasst. 12 Anteile an anderen UnternehmenTochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden AnteilenAus Sicht des Bertelsmann-Konzerns entfallen wesentliche nicht beherrschende Anteile auf die Firmengruppe RTL Group sowie die Verlagsgruppe Penguin Random House. Die Beteiligungsquote nicht beherrschender Anteilseigner an der RTL Group mit Sitz in Luxemburg, Luxemburg, beträgt nach Berücksichtigung eigener Anteile 24,3 Prozent (Vj.: 24,3 Prozent). Bei der RTL Group selbst entfallen wesentliche nicht beherrschende Anteile auf das Tochterunternehmen Groupe M6 mit Sitz in Paris, Frankreich. Der Bertelsmann-Konzern ist mit einem Anteil von 48,4 Prozent (Vj.: 48,4 Prozent) an Groupe M6 beteiligt. Von den nicht beherrschenden Anteilen der RTL Group entfallen auf Groupe M6 428 Mio. € (Vj.: 409 Mio. €). Die durch den Zusammenschluss von Random House und Penguin zum 1. Juli 2013 entstandene Verlagsgruppe Penguin Random House besteht aus den beiden rechtlichen Gruppen Penguin Random House LLC mit Sitz in Wilmington, Delaware, USA, die sämtliche Verlagseinheiten in den USA bündelt, sowie Penguin Random House Limited mit Sitz in London, Großbritannien, die alle weiteren Verlagseinheiten umfasst. Um den wirtschaftlichen Gehalt der Beteiligung des Bertelsmann-Konzerns an den beiden Gruppen besser widerzuspiegeln, werden beide Gruppen als eine Einheit betrachtet. Die Beteiligungsquote nicht beherrschender Anteilseigner an der Verlagsgruppe Penguin Random House beträgt 47,0 Prozent (Vj.: 47,0 Prozent). Die folgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen für die RTL Group sowie Penguin Random House inklusive der Beteiligungen an deren Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen. Die aufgeführten Informationen beziehen sich auf die Beträge vor konzerninternen Eliminierungen. Finanzinformationen für Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen
Anteile an at-equity bilanzierten BeteiligungenDie Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen entfallen in Höhe von 44 Mio. € (Vj.: 46 Mio. €) auf Gemeinschaftsunternehmen und in Höhe von 997 Mio. € (Vj.: 899 Mio. €) auf assoziierte Unternehmen. Anteile an GemeinschaftsunternehmenZum 31. Dezember 2016 wurden Anteile an 26 (Vj.: 29) einzeln betrachtet unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen im Konzernabschluss bilanziert. Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen zu diesen Gemeinschaftsunternehmen, wobei die Angaben jeweils den Anteil des Bertelsmann-Konzerns darstellen. Finanzinformationen einzeln betrachtet unwesentlicher Gemeinschaftsunternehmen
Anteile an assoziierten UnternehmenZum 31. Dezember 2016 wurden Anteile an 52 (Vj.: 42) assoziierten Unternehmen im Konzernabschluss bilanziert. Die Beteiligung der RTL Group an Atresmedia mit Sitz in San Sebastian de los Reyes, Spanien, ist wie im Vorjahr einzeln betrachtet wesentlich für den Konzern. Zum 31. Dezember 2016 beträgt die Quote unter Berücksichtigung eigener Anteile 18,7 Prozent (Vj.: 18,7 Prozent). Obwohl der Bertelsmann-Konzern weniger als 20 Prozent der Anteile an Atresmedia hält, ist das Management der Auffassung, dass der Bertelsmann-Konzern aufgrund der Präsenz der RTL Group im Board of Directors und in anderen Entscheidungsgremien von Atresmedia weiterhin maßgeblichen Einfluss auf Atresmedia ausübt. Am 31. Dezember 2016 betrug der Börsenwert von Atresmedia, die an der Madrider Börse gelistet ist, 2.345 Mio. € (Vj.: 2.221 Mio. €). Der anteilige beizulegende Zeitwert der Beteiligung des Bertelsmann-Konzerns an Atresmedia betrug am 31. Dezember 2016 437 Mio. € (Vj.: 414 Mio. €). Die folgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen zu Atresmedia. Bei den dargestellten Informationen handelt es sich um die in dem Abschluss von Atresmedia dargestellten Beträge, zuzüglich der im Rahmen der Durchführung der Equity-Methode vorgenommenen Anpassungen, und nicht um den Anteil des Bertelsmann-Konzerns. Finanzinformationen einzeln betrachtet wesentlicher assoziierter Unternehmen
Die Überleitung von den dargestellten zusammenfassenden Finanzinformationen zum Buchwert der Beteiligung an Atresmedia im Konzernabschluss zeigt folgende Tabelle: Überleitung zum Buchwert
Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen zu den einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen, wobei die Angaben jeweils den Anteil des Bertelsmann-Konzerns darstellen. Finanzinformationen einzeln betrachtet unwesentlicher assoziierter Unternehmen
Die Summe der Buchwerte der Anteile der einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen beträgt zum 31. Dezember 2016 734 Mio. € (Vj.: 643 Mio. €). Davon entfallen auf die Beteiligung an dem Online-Bildungsdienstleister HotChalk 192 Mio. € (Vj.: 179 Mio. €) und auf die Beteiligung an dem E-Learning-Anbieter Udacity 134 Mio. € (Vj.: 139 Mio. €). Obwohl der Anteil an Udacity mit 18,6 Prozent (Vj.: 17,5 Prozent) weniger als 20 Prozent beträgt, übt der Bertelsmann-Konzern aufgrund der Präsenz im Board of Directors maßgeblichen Einfluss auf Udacity aus. Im Geschäftsjahr 2016 entfiel auf HotChalk ein anteiliges Ergebnis in Höhe von -20 Mio. € und auf Udacity in Höhe von -9 Mio. €. Im Zuge ihrer Neuausrichtung wurde für beide Beteiligungen ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Unter Berücksichtigung der aktuell angestrebten Wachstumsziele war in beiden Fällen keine Wertminderung zu erfassen. Die Erreichung dieser Wachstumsziele wird fortlaufend überwacht und eingeschätzt. Weitere 68 Mio. € (Vj.: 58 Mio. €) der Summe der Buchwerte der Anteile der einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen entfallen auf die drei (Vj.: vier) University Ventures Funds, die Investitionen in wachstumsstarke Unternehmen im Bildungssektor tätigen. An diesen Fonds hält Bertelsmann zwischen 47,3 Prozent und 100 Prozent der Kapitalanteile. Da das operative Management und insbesondere die Investitionsentscheidungen bei den jeweiligen Fondsmanagern liegen, liegt trotz einer Beteiligungsquote von teilweise mehr als 50 Prozent keine Kontrolle im Sinne des IFRS 10 vor, sondern nur jeweils ein maßgeblicher Einfluss. Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen
13 Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten gemäß IAS 39.46 (c) bewertet, sofern sie über keine Preisnotierung auf einem aktiven Markt verfügen und eine verlässliche Schätzung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist. Aufgrund der gegenüber Vorjahren verbesserten Informationslage für die sonstigen Beteiligungen im neu gegründeten Unternehmensbereich Bertelsmann Investments erfolgt deren Bewertung im Geschäftsjahr 2016 gemäß IAS 39.43 ff. in Verbindung mit IAS 39.55 ff. grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Das Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen in Höhe von 41 Mio. € (Vj.: 24 Mio. €) umfasst neben dem Verlust aus Endkonsolidierung im Wesentlichen die Ergebnisse aus mehreren im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments getätigten Transaktionen, darunter insbesondere aus dem Verkauf der Beteiligung an Spring Rain Mobile Health Holdings Inc. und von Anteilen an Morningside China TMT Fund I. Zum Bilanzstichtag wurden wie im Vorjahr keine finanziellen Vermögenswerte als Sicherheit für Verbindlichkeiten gestellt. Finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 9 Mio. € (Vj.: 13 Mio. €) wurden mit Verfügungsbeschränkung verpfändet. Für Eventualverbindlichkeiten gegenüber Dritten wurden weder im Geschäftsjahr 2016 noch 2015 finanzielle Vermögenswerte als Sicherheiten gestellt. 14 Vorräte
Im Geschäftsjahr 2016 wurden Abwertungen auf Vorräte in Höhe von -129 Mio. € (Vj.: -139 Mio. €) vorgenommen. Außerdem ergaben sich Zuschreibungen auf Vorräte in Höhe von 119 Mio. € (Vj.: 116 Mio. €). Diese sind sowohl auf ausstrahlungsbedingte Faktoren bei Programmrechten als auch auf gestiegene Preise auf einigen Märkten zurückzuführen. Als Sicherheit für Verbindlichkeiten wurden wie im Vorjahr keine Vorräte verpfändet. 15 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
In dem Posten "Sonstige Forderungen" werden unter anderem Forderungen in Höhe des anhaltenden Engagements im Zusammenhang mit Factoringvereinbarungen (Continuing Involvement) in Höhe von 45 Mio. € (Vj.: 45 Mio. €) und Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen in Höhe von 27 Mio. € (Vj.: 39 Mio. €) erfasst. 16 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
Die langfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte betreffen mit 664 Mio. € (Vj.: 600 Mio. €) geleistete Anzahlungen auf Honorare und Lizenzen. Grundsätzlich werden geleistete Anzahlungen auf Honorare und Lizenzen wertberichtigt, wenn keine Verrechnungsmöglichkeiten mehr erwartet werden. Die Höhe dieser Wertberichtigungen basiert auf Einschätzungen der Geschäftsleitungen hinsichtlich zukünftiger Absatzmengen und Preisentwicklungen unter Berücksichtigung historischer Erfahrungen. 17 Liquide Mittel
Als Sicherheit für Verbindlichkeiten dienten liquide Mittel in Höhe von 27 Mio. € (Vj.: 22 Mio. €). Zum Bilanzstichtag wurden wie im Vorjahr keine liquiden Mittel mit Verfügungsbeschränkung verpfändet. 18 EigenkapitalGezeichnetes Kapital
Das im Vergleich zum Vorjahr unveränderte gezeichnete Kapital der Bertelsmann SE & Co. KGaA von 1.000 Mio. € ist in 83.760 nennwertlose Namensaktien (Stammaktien) eingeteilt. Zum 31. Dezember 2016 wurden die Kapitalanteile der Bertelsmann SE & Co. KGaA zu 80,9 Prozent von Stiftungen (Bertelsmann Stiftung, Reinhard Mohn Stiftung, BVG-Stiftung) und zu 19,1 Prozent von der Familie Mohn mittelbar gehalten. Die Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA und der persönlich haftenden Gesellschafterin Bertelsmann Management SE werden von der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH (BVG) kontrolliert. In den Geschäftsjahren 2016 und 2015 wurde jeweils eine Dividende in Höhe von 180 Mio. € (Dividende je Stammaktie jeweils 2.149 €) an die Aktionäre ausgezahlt. Die Veränderung des sonstigen Ergebnisses nach Steuern leitet sich wie folgt ab: Veränderungen der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses nach Steuern
Im Posten "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" sind im Wesentlichen Effekte aus der Bewertung der Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments enthalten. Weitere Erläuterungen finden sich in der Textziffer 13 "Sonstige finanzielle Vermögenswerte". Anteilsbasierte VergütungenIm Bertelsmann-Konzern bestehen anteilsbasierte Vergütungen, die durch Barausgleich oder durch Eigenkapitalinstrumente abgegolten werden. Die Bertelsmann Education Group hat für ausgewählte Führungskräfte einen Education Group Incentive Plan ("EGIP") aufgesetzt. Der EGIP ist eine erfolgsabhängige Vergütungskomponente, die an das Erreichen langfristiger Ziele gekoppelt ist. Durch die Teilnahme am EGIP werden keine Anteilsrechte und keine Option auf Erwerb von Anteilsrechten an der Bertelsmann SE & Co. KGaA oder an ihren Konzerngesellschaften erworben. Der EGIP hat eine derzeitige Laufzeit bis zum 31. Dezember 2019. Die Dotierung des EGIP richtet sich nach der Wertschaffung der Bertelsmann Education Group während der Laufzeit. Für den EGIP gilt zudem eine Obergrenze. Der beizulegende Zeitwert des EGIP wird zum Bilanzstichtag derzeit unter Anwendung einer Monte-Carlo-Simulation und unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen diese Instrumente gewährt wurden, sowie der Wahrscheinlichkeit der Erreichung des Gesamtwerts der Education Group ermittelt. Der Zeitwert des EGIP wird periodengerecht als Personalaufwand erfasst. Im Geschäftsjahr beträgt der erfasste Personalaufwand 1 Mio. €. Zum 31. Dezember 2016 beträgt der Buchwert der finanziellen Verbindlichkeit aus dem EGIP 1 Mio. €. Bei der zur RTL Group gehörenden Groupe M6 existieren verschiedene Aktienoptionspläne. Metropole Television hat für Geschäftsführer und bestimmte Mitarbeiter innerhalb der Groupe M6 einen Aktienoptionsplan eingeführt. Die Anzahl der den Teilnehmern gewährten Optionen wird vom Aufsichtsrat von Metropole Television SA mit Zustimmung der Hauptversammlung festgelegt. Die Gewährungsbedingungen sind wie folgt, wobei alle Optionen durch physische Wertpapierübertragung ausgeübt werden: Gewährungs- und Ausübungsbedingungen (Groupe M6)
Die Gratisaktien-Programme unterliegen Leistungsbedingungen. Die im Oktober 2014, im Juli 2015 und im Juli 2016 gewährten Programme unterliegen Wachstumszielen, bezogen auf das Konzernergebnis von Groupe M6 in den Geschäftsjahren 2014, 2015 und 2016. Das zweite im Juli 2016 gewährte Programm unterliegt einer kumulierten Leistungsanforderung über drei Jahre. Die im April 2014 und Mai 2015 gewährten Programme sind ausschließlich an die Beschäftigung in der Groupe M6 gebunden. Der bei der Ausübung der verbleibenden Optionen zu zahlende Preis ist der durchschnittliche Wert der Aktien von Metropole Television an der Pariser Börse, gemessen über 20 Handelstage vor dem Ausgabedatum. Ausnahme hiervon ist der Verteilungsplan für Gratisaktien für das Management. Die Veränderungen bei den Aktienoptionen werden in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Optionen (Groupe M6)
Geschätzte 1.284.000 Gratisaktien sind zum Jahresende ausübbar. Zu Beginn des Jahres waren es 1.147.000. Im Jahresverlauf wurden 802.000 Gratisaktien gewährt. 620.000 Gratisaktien wurden ausgeübt, 45.000 verfielen. Die noch ausstehenden Aktienoptionen am Ende des Jahres unterliegen den folgenden Bedingungen: Bedingungen der Aktienoptionen (Groupe M6)
Am 31. Dezember 2016 betrug der Marktpreis für Groupe-M6-Aktien an der Pariser Börse 17,67 € (31. Dezember 2015: 15,84 €). Der beizulegende Zeitwert der im Gegenzug für gewährte Aktienoptionen erhaltenen Leistungen wird unter Bezug auf den beizulegenden Zeitwert der gewährten Aktienoptionen bemessen. Die Schätzung des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Leistungen wird auf Grundlage des Binomialmodells ermittelt. Gratisaktien werden mit dem Aktienkurs des Ausgabetags, abzüglich der diskontierten Dividenden, die die Mitarbeiter während der Dauer der Ausübungsperiode nicht erhalten können, bewertet. Marktwerte der Aktienoptionen (Groupe M6)
Darüber hinaus gibt es innerhalb des Bertelsmann-Konzerns weitere anteilsbasierte Vergütungen, die für sich genommen nicht wesentlich sind. 19 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Für die derzeitigen und früheren Mitarbeiter des Bertelsmann-Konzerns sowie für deren Hinterbliebene bestehen je nach den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Formen der Altersversorgung. Die betriebliche Altersversorgung erfolgt sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Bei den beitragsorientierten Altersversorgungsplänen (Defined Contribution Plans) leistet das Unternehmen auf gesetzlicher, vertraglicher oder freiwilliger Basis Zahlungen an einen externen Fonds oder eine andere Versorgungseinrichtung. Mit Zahlung der Beträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen, sodass keine Rückstellungen gebildet werden. Der Aufwand für beitragsorientierte Pläne betrug im Geschäftsjahr 2016 50 Mio. € (Vj.: 50 Mio. €). Alle übrigen Altersversorgungspläne sind leistungsorientiert (Defined Benefit Plans). Die Verpflichtungen der US-Gesellschaften für die Krankheitskosten der Mitarbeiter nach deren Eintritt in den Ruhestand (Pläne für medizinische Versorgung) stellen ebenfalls leistungsorientierte Zusagen dar und sind in den bilanzierten Rückstellungen enthalten. Bei allen Altersversorgungsplänen ist zu unterscheiden, ob die Finanzierung über eine externe Anlage erfolgt oder nicht. Bilanzierte Nettoschuld für leistungsorientierte Pläne
Wie im Vorjahr hatte die Obergrenze nach IAS 19.64 im Geschäftsjahr 2016 keinen Einfluss auf das übrige kumulierte Eigenkapital. Für diese leistungsorientierten Versorgungspläne werden Rückstellungen gebildet. Im Wesentlichen bestehen Festgehaltszusagen sowie Endgehaltspläne. Leistungsorientierte Versorgungspläne
Die Verpflichtungen und das vorhandene Planvermögen der bestehenden Pensionspläne sind zum Teil demografischen, ökonomischen und rechtlichen Risiken ausgesetzt. Bei den demografischen Risiken handelt es sich insbesondere um das Langlebigkeitsrisiko der Rentenempfänger. Ökonomische Risiken beinhalten in diesem Sinne hauptsächlich unvorhersehbare Entwicklungen an den Kapitalmärkten und die damit verbundenen Wechselwirkungen auf das Planvermögen und die Pensionsverpflichtungen. Rechtliche Risiken können z. B. aus Beschränkungen bei der Vermögensanlage und Mindestdotierungsvorschriften resultieren. Um diese Risiken deutlich zu minimieren, ist 2004 eine konzernweite Pensionsleitlinie eingeführt worden. Demnach sind neue Pensionspläne grundsätzlich nur als beitragsorientierte Pläne zu konzipieren, sodass die Belastungen aus Versorgungszusagen jederzeit tragbar, kalkulierbar und transparent sind und für das Unternehmen keine unbeeinflussbaren Risiken entstehen. Zudem ist der Bertelsmann-Konzern bestrebt, insbesondere bestehende endgehaltsabhängige Pensionsverträge in trendunabhängige Bausteinsysteme und Kapitalzusagen zu überführen. Aufgrund dieser Maßnahmen entfallen die Verpflichtungen nahezu vollständig auf geschlossene Pläne. Für den Bertelsmann-Konzern liegen Mindestdotierungsverpflichtungen bei den Plänen in den USA und Großbritannien vor. Der Pensionsplan in den USA unterliegt den Mindestfinanzierungsvereinbarungen gemäß dem "Employee Retirement Income Security Act of 1974" (ERISA). Hierbei wird generell ein ausfinanzierter Pensionsplan angestrebt, sodass sich die jährlichen Beiträge zum Planvermögen - wie bei einem beitragsorientierten Plan - lediglich auf die in dem Jahr erdienten Pensionsansprüche der versicherten Arbeitnehmer beschränken. Liegt keine vollständige Deckung der Pensionsverpflichtungen durch Planvermögen vor, ist über diesen Beitrag hinaus ein weiterer Betrag dem Planvermögen zuzuführen, dessen Höhe eine Ausfinanzierung in einem Zeitraum von sieben Jahren gewährleistet. Die Pläne in Großbritannien unterliegen dem "Pensions Act 2004", der bei jährlicher Überwachung vorsieht, in einem Dreijahresturnus die Ausfinanzierung des Pensionsplanes versicherungsmathematisch zu überprüfen und gegebenenfalls aufgetretene Defizite durch weiteres Zuführen von Planvermögen zu eliminieren. Über die in den USA und Großbritannien beschriebenen Mindestdotierungsvorschriften hinaus bestehen keine weiteren wesentlichen regulatorischen Bestimmungen. Darüber hinaus war ein Konzernunternehmen bis zum 31. Dezember 2014 an einem Pensionsplan beteiligt, der gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhalten wird (Multi-Employer Plan). Da die für eine Bilanzierung als leistungsorientierter Plan erforderlichen Informationen weder zeitgerecht noch in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen, wurde dieser Versorgungsplan im Konzernabschluss entsprechend den Vorschriften für beitragsorientierte Pläne berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2015 ist der rückwirkende Austritt aus diesem gemeinschaftlichen Plan zum 1. Januar 2015 erklärt worden. Dabei soll die Verpflichtung durch eine Einmalzahlung abgelöst werden, für die bereits 2014 eine Rückstellung in Höhe von 16 Mio. € gebildet wurde. Im Frühjahr 2017 sollen weitere Verhandlungen zur Einigung der Austrittsmodalitäten beginnen. Nach derzeitiger Einschätzung entspricht der Betrag für das Settlement der 2014 gebildeten Rückstellung. Die zu bildenden Rückstellungen werden nach IAS 19 ermittelt, ihre Bewertung erfolgt auf Basis von versicherungsmathematischen Gutachten. Die Höhe der Rückstellungen hängt von der Dienstzeit im Unternehmen sowie von den versorgungsrelevanten Bezügen ab. Die Berechnung der Rückstellungen erfolgt auf Basis des sogenannten Anwartschaftsbarwertverfahrens, das jedem Dienstjahr den entsprechenden erdienten Leistungsanspruch zuordnet und dadurch im Vergleich zum Teilwertverfahren steigenden Dienstzeitaufwand unterstellt. Für die Ermittlung des Barwerts der Pensionsverpflichtung ist dabei der zugrunde gelegte Rechnungszins von wesentlicher Bedeutung. Dieser basiert im Bertelsmann-Konzern auf dem "Mercer Yield Curve Approach". Hierbei wird jeweils für die Eurozone, Großbritannien und die USA eine "Spot Rate Yield Curve" auf Basis von hochwertigen Unternehmensanleihen erstellt. Um den Zeitwert des Geldes gemäß IAS 19.84 angemessen darzustellen, bleiben dabei in der Basis sowohl statistische Ausreißer, die in ihrer Risikoeinstufung deutlich höher oder niedriger liegen, als auch Anleihen, die zinsverzerrende Optionen besitzen, unberücksichtigt. Für die biometrischen Grundlagen werden in Deutschland wie im Vorjahr die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Weitere signifikante versicherungsmathematische Annahmen werden wie folgt unterstellt: Versicherungsmathematische Annahmen
Eine Erhöhung oder Verminderung der oben genannten Annahmen im Vergleich zu den tatsächlich verwendeten Annahmen hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert zum 31.12.2016 gehabt: Auswirkungen der versicherungsmathematischen Annahmen
Um die Sensitivität der Langlebigkeit zu bestimmen, wurden die Sterblichkeitsraten für alle Begünstigten gleichmäßig so reduziert bzw. erhöht, dass sich die Lebenserwartung einer Person in einem landestypischen Rentenzugangsalter um ein Jahr erhöht oder vermindert. Der Anwartschaftsbarwert und das Planvermögen haben sich wie folgt entwickelt: Entwicklung der leistungsorientierten Pläne
Von den Beiträgen zum Planvermögen entfallen 3 Mio. € (Vj.: 653 Mio. €) auf Deutschland. Im nächsten Geschäftsjahr werden sich die Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen voraussichtlich auf 24 Mio. € belaufen. Im Inland bestehen Erstattungsansprüche für leistungsorientierte Verpflichtungen in Höhe von 22 Mio. € (Vj.: 21 Mio. €), die im Wesentlichen Rückdeckungsversicherungen betreffen, die nicht an die Versorgungsberechtigten verpfändet sind. Erstattungsansprüche werden in der Bilanzposition "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" ausgewiesen. Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen setzt sich folgendermaßen zusammen: Aufwand aus leistungsorientierten Plänen
Die Portfoliostruktur des Planvermögens stellt sich wie folgt dar: Portfoliostruktur des Planvermögens
Das Planvermögen im Bertelsmann-Konzern dient ausschließlich der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen. Um eine Risikokonzentration zu vermeiden, wird das Planvermögen in verschiedene Anlageklassen investiert. Das größte Planvermögen wird durch den Bertelsmann Pension Trust e. V. treuhänderisch im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement (CTA) für Pensionszusagen der Bertelsmann SE & Co. KGaA und einige der deutschen Tochterunternehmen verwaltet. Für das CTA besteht keine Dotierungsverpflichtung. In der Berichtsperiode erfolgte keine Einzahlung in das Planvermögen. Die Anlage des Treuhandvermögens erfolgt entsprechend der Anlagerichtlinie des Treugebers als langfristig orientierter Total-Return-Ansatz. Diesem liegt die Zielsetzung zugrunde, mittels strategischer Asset-Allokation einen langfristig angemessenen Ertrag unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen und/oder Krisen zu erwirtschaften. Verantwortet wird die Kapitalanlage durch den Vorstand des Pension Trust, der den Treugeber regelmäßig über den Status und die Entwicklung des Pensionsvermögens unterrichtet. Die gewichtete durchschnittliche Duration der Pensionsverpflichtungen beläuft sich zum 31. Dezember 2016 auf 17 Jahre (Vj.: 17 Jahre). Das Fälligkeitsprofil der erwarteten undiskontierten Pensionszahlungen ist der folgenden Tabelle zu entnehmen: Fälligkeitsprofil der Pensionszahlungen
Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen Rückstellungen für Dienstjubiläen, noch nicht abgeführte Beträge zu beitragsorientierten Plänen und Abfertigungen. Abfertigungen werden beim Ausscheiden des Mitarbeiters aus dem Unternehmen gezahlt und beruhen auf gesetzlichen Verpflichtungen, vorwiegend in Italien und Österreich. Rückstellungen für Jubiläumszahlungen und Abfertigungen werden analog zu den Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen ermittelt, allerdings werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste ergebniswirksam erfasst. Arbeitnehmer in Deutschland, die das 55. Lebensjahr vollendet haben und in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen, können ihr Arbeitsverhältnis in ein Altersteilzeitarbeitsverhältnis umwandeln. Das Altersteilzeitarbeitsverhältnis dauert zwischen zwei und fünf Jahren. Die Aufteilungen der pensionsähnlichen Verpflichtungen können der folgenden Tabelle entnommen werden: Aufteilungen der pensionsähnlichen Verpflichtungen
20 Übrige Rückstellungen
Die Restrukturierungsrückstellungen umfassen gemäß IAS 37 die Kosten für Personalabbau und sonstige Kosten, die mit der Beendigung von Unternehmensaktivitäten im Zusammenhang stehen. Für verschiedene Restrukturierungsprogramme innerhalb des Bertelsmann-Konzerns bestehen Rückstellungen in Höhe von 52 Mio. € (Vj.: 86 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2016 verringerte sich der Betrag durch Inanspruchnahme der Restrukturierungsrückstellungen, darunter für strukturell rückläufige Geschäfte wie Druck, Replikation, Club und Direktmarketing. Die Rückstellungen für Drohverlustrisiken betreffen in Höhe von 107 Mio. € (Vj.: 93 Mio. €) die RTL Group und wurden im Wesentlichen für Programmrechte erfasst, darunter für Sportsendungen in Höhe von 22 Mio. € (Vj.: 7 Mio. €). Auf die Mediengruppe RTL Deutschland entfallen 64 Mio. € (Vj.: 49 Mio. €) und weitere 42 Mio. € (Vj.: 41 Mio. €) auf Groupe M6. Zuführungen betreffen in Höhe von 52 Mio. € Drohverlustrisiken für Filme und Serien und in Höhe von 21 Mio. € Drohverlustrisiken für Sportsendungen. Im Unternehmensbereich Penguin Random House wurde aufgrund der Zusammenlegung seiner drei Standorte in New York eine Drohverlustrückstellung für bestehende Mietverträge in Höhe von 25 Mio. € gebildet. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten entfallen mit 90 Mio. € (Vj.: 92 Mio. €) im Wesentlichen auf Unternehmen der RTL Group. Sie decken erwartete Belastungen aus zum Teil mehrjährigen gerichtlichen Verfahren und außergerichtlichen Auseinandersetzungen ab. Hinsichtlich einer kartellrechtlichen Rechtsstreitigkeit wird auf den Risikobericht im zusammengefassten Lagebericht verwiesen. Die übrigen sonstigen Rückstellungen enthalten unter anderem eine Rückstellung in Höhe von 26 Mio. € (Vj.: 27 Mio. €) für Ausgleichsverpflichtungen aus Pensionsansprüchen von Mitarbeitern des Prinovis-Standortes Ahrensburg gegenüber der Axel Springer SE. 21 Genusskapital
Der Marktwert der Genussscheine 2001 betrug 907 Mio. € bei einem Schlusskurs von 319,00 Prozent am letzten Handelstag des abgelaufenen Geschäftsjahres an der Frankfurter Wertpapierbörse (Vj.: 903 Mio. € bei einem Kurs von 317,50 Prozent) und entsprechend 32 Mio. € bei den Genussscheinen 1992 bei einem Kurs von 190,00 Prozent (Vj.: 29 Mio. € bei einem Kurs von 172,00 Prozent). Die Marktwerte sind der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Weitere Erläuterungen zum Genusskapital sind ausführlich im zusammengefassten Lagebericht dargestellt. 22 FinanzschuldenUnter den Finanzschulden werden alle zum Bilanzstichtag bestehenden verzinslichen Verpflichtungen gegenüber dem Kredit- und Kapitalmarkt ausgewiesen. Die Buchwerte setzen sich wie folgt zusammen: Kurzfristige und langfristige Finanzschulden
Dem Bertelsmann-Konzern stehen über verschiedene vertragliche Vereinbarungen variabel verzinsliche und festverzinsliche Mittel zur Verfügung. Die Finanzschulden sind in der Regel unbesichert. Im April 2016 platzierte Bertelsmann eine öffentlich notierte Anleihe über 500 Mio. € mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Darüber hinaus hat Bertelsmann im Juni 2016 im Rahmen einer Privatplatzierung ein Schuldscheindarlehen über 200 Mio. € mit zweijähriger Laufzeit begeben. Die im September 2016 fällige Anleihe in Höhe von 1.000 Mio. € wurde fristgerecht zurückgeführt, hiervon wurden bereits 214 Mio. € im Geschäftsjahr 2013 vorzeitig zurückgezahlt. Zum Bilanzstichtag standen öffentlich notierte Anleihen, Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen mit einem Nominalvolumen von 3.710 Mio. € (Vj.: 3.796 Mio. €) aus. Die Abweichungen der in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Buchwerte von den Nominalwerten ergeben sich aus Transaktionskosten, Agien und Disagien. Anleihen, Schuldscheindarlehen
Die Dokumentation der Anleihen der Bertelsmann SE & Co. KGaA aus 2012, 2014 und 2016 erfolgt auf der Grundlage von Rahmendokumentationen in Form von Debt-Issuance-Programmen. Die Anleihen der Bertelsmann SE & Co. KGaA aus 2006 und die Schuldscheindarlehen wurden auf Grundlage separater Dokumentationen begeben. Die Anleihen sind mit einem Rating von "Baal" (Moody's) bzw. "BBB+" (Standard & Poor's) versehen. Das Debt-Issuance-Programm wurde im April 2016 aufdatiert. Die Rahmendokumentation ermöglicht der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Anleihen mit einem Volumen von insgesamt bis zu 4 Mrd. € am Kapitalmarkt zu platzieren. Die Transaktionskosten und vereinbarten Disagien oder Agien werden über die Laufzeit im Zinsergebnis berücksichtigt und verändern den Buchwert der Anleihen und Schuldscheindarlehen. Diese führen zum Jahresende zu einer Abweichung vom Nominalvolumen in Höhe von 26 Mio. € (Vj.: 23 Mio. €). Für die Bestimmung des Marktwerts der begebenen Anleihen werden grundsätzlich die Börsenkurse zu den Stichtagen herangezogen. Zum 31. Dezember 2016 betrug der kumulierte Marktwert der börsennotierten Anleihen 3.121 Mio. € (Vj.: 3.272 Mio. €) bei einem Nominalvolumen von 3.000 Mio. € (Vj.: 3.286 Mio. €) und einem Buchwert von 2.977 Mio. € (Vj.: 3.266 Mio. €). Die Börsenkurse sind der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Bei Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen erfolgt die Ermittlung des Marktwerts anhand finanzmathematischer Verfahren auf Basis von Zinskurven, die um die Kreditmarge des Konzerns angepasst werden. Die dabei berücksichtigte Kreditmarge resultiert aus der am jeweiligen Stichtag gültigen Marktquotierung für Credit Default Swaps. Der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte liegen Diskontierungssätze von -0,32 Prozent bis 1,78 Prozent zugrunde. Die beizulegenden Zeitwerte der Privatplatzierungen und der Schuldscheindarlehen sind der Stufe 2 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. KreditlinieDer Bertelsmann-Konzern verfügt über eine syndizierte Kreditvereinbarung mit international tätigen Großbanken in Höhe von 1.200 Mio. € (Vj.: 1.200 Mio. €), die im Juni 2016 um ein weiteres Jahr, bis 2021, verlängert wurde. Diese Kreditlinie kann von der Bertelsmann SE & Co. KGaA durch variabel verzinsliche Kredite in Euro, US-Dollar und Britischem Pfund auf Basis von EURIBOR bzw. LIBOR revolvierend ausgenutzt werden. LeasingverbindlichkeitenFinanzierungsleasingverhältnisse bestehen für folgende Vermögenswerte: Geleaste Vermögenswerte
Die Finanzierungsleasinggeschäfte des Konzerns resultieren insbesondere aus langfristigen Verträgen für Büroimmobilien. Am Ende der Vertragslaufzeit besteht in der Regel die Möglichkeit, diese zu erwerben. Die Finance-Lease-Verträge, die Gebäude betreffen, haben in der Regel eine unkündbare Grundmietzeit von circa 20 Jahren. Die Mindestleasingzahlungen aus den Finanzierungsleasingverhältnissen sind folgender Tabelle zu entnehmen: Mindestleasingzahlungen Finance Leases
Zum Bilanzstichtag bestanden wie im Vorjahr keine Untermietverhältnisse im Rahmen der Finanzierungsleasingverträge. 23 Verbindlichkeiten
Die langfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten Andienungsrechte der nicht beherrschenden Anteilseigner von 79 Mio. € (Vj.: 86 Mio. €), Minderheitsanteile an Personengesellschaften in Höhe von 46 Mio. € (Vj.: 38 Mio. €), Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Vermögenswerten in Höhe von 19 Mio. € (Vj.: 23 Mio. €) sowie derivative Finanzinstrumente in Höhe von 10 Mio. € (Vj.: 6 Mio. €). Unter den kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden unter anderem Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Factoringvereinbarungen in Höhe von 96 Mio. € (Vj.: 79 Mio. €), Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Vermögenswerten in Höhe von 121 Mio. € (Vj.: 109 Mio. €), Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen in Höhe von 14 Mio. € (Vj.: 8 Mio. €) sowie derivative Finanzinstrumente in Höhe von 56 Mio. € (Vj.: 28 Mio. €) erfasst. Der Anstieg der kurzfristigen Personalverbindlichkeiten in Höhe von 59 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus der Umgliederung einer langfristigen Verbindlichkeit für ein Incentivierungsprogramm der RTL Group aufgrund anstehender Auszahlungen im Jahr 2017. 24 Außerbilanzielle Verpflichtungen Haftungsverhältnisse und sonstige Verpflichtungen
Von den sonstigen Verpflichtungen entfallen 2.932 Mio. € (Vj.: 2.797 Mio. €) auf die RTL Group. Diese resultieren aus Lieferverträgen über (Ko-)Produktionen, Verträgen über Fernsehlizenzen und Übertragungsrechte sowie sonstigen Rechten und Leistungen. Weitere 782 Mio. € (Vj.: 775 Mio. €) der sonstigen Verpflichtungen entfallen auf Penguin Random House. Diese repräsentieren denjenigen Teil der gegenüber den Autoren zu erbringenden Verpflichtungen, für die noch keine Zahlungen geleistet worden sind und deren künftige Zahlungen von weiteren Ereignissen abhängen (beispielsweise Lieferung und Annahme des Manuskripts). Sonstige Verpflichtungen in Höhe von 22 Mio. € (Vj.: 49 Mio. €) bestehen für den Erwerb von Sachanlagen. Für alle langfristigen Mietverpflichtungen, die als Operating Leases qualifiziert wurden, ergeben sich künftig folgende Mindestleasingzahlungen: Mindestleasingzahlungen Operating Leases
Diese Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Immobilienmietverträge und technische Übertragungseinrichtungen. Den Verpflichtungen stehen erwartete Mindestleasingzahlungen aus Untermietverhältnissen mit einem Nominalwert von 60 Mio. € (Vj.: 71 Mio. €) gegenüber. Die unter Berücksichtigung landesspezifischer Zinssätze ermittelten Nettobarwerte zeigen die zur Begleichung der Verpflichtung aktuell notwendigen Nettoauszahlungen. 25 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten Fälligkeitsanalyse ausgewählter finanzieller Vermögenswerte
Die offenen noch nicht fälligen Forderungen wurden nicht wertberichtigt, da zum Bilanzstichtag keine Anzeichen für Forderungsausfälle vorlagen. Wertberichtigungsspiegel gemäß IFRS 7
Der Buchwert aller Forderungen, Ausleihungen und Wertpapiere stellt das maximale Ausfallrisiko des Bertelsmann-Konzerns dar. Die folgende Tabelle zeigt die vertraglich fixierten undiskontierten Mittelabflüsse der finanziellen Verbindlichkeiten für Tilgungen. Die Daten beruhen auf undiskontierten Cashflows, basierend auf dem frühesten Tag, an dem der Bertelsmann-Konzern zur Zahlung verpflichtet werden kann. Vertragliche Restlaufzeitenanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten
Den kurzfristigen Zahlungsabflüssen aus finanziellen Verbindlichkeiten stehen geplante Zahlungszuflüsse aus Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten gegenüber. Darüber hinaus verfügt die Bertelsmann SE & Co. KGaA zur Deckung kurzfristiger Mittelabflüsse über eine ausreichende Finanzierungsreserve in Höhe der zum Bilanzstichtag bestehenden liquiden Mittel und der freien Kreditlinien. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Restlaufzeiten der vertraglich festgelegten, im Rahmen eines derivativen Finanzinstruments zu tauschenden Beträge, für die Zahlungen auf Bruttobasis getauscht werden: Verbindlichkeiten aus Derivativen mit Bruttoausgleich
Auf Grundlage der vertraglich vereinbarten Restlaufzeiten für die zum Stichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten ergeben sich für den Bertelsmann-Konzern zukünftig folgende Zinszahlungen: Zukünftige Zinszahlungen
Buchwerte und Wertansätze nach BewertungskategorienAktiva
Innerhalb der sonstigen Beteiligungen erfolgt im Wesentlichen der Ausweis der Minderheitsbeteiligungen an anderen Unternehmen und sogenannten Fund in Fund Investments, die der Unternehmensbereich Bertelsmann Investments erwirbt. Die Bewertung dieser finanziellen Instrumente erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert, wobei die aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierenden Gewinne und Verluste unter Berücksichtigung latenter Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts für Fund in Fund Investments liegen Bewertungen des externen Managements gemäß regelmäßiger Berichterstattungen unter Berücksichtigung eines Fungibilitätsabschlags zugrunde. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts für Minderheitsbeteiligungen an anderen Unternehmen wird dabei wenn möglich auf beobachtbare erzielbare Preise der zuletzt durchgeführten qualifizierten Finanzierungsrunden unter Berücksichtigung des Lebens- und Entwicklungszyklus des Unternehmens zurückgegriffen. Innerhalb der finanziellen Vermögenswerte werden bestimmte Beteiligungen an verbundenen Unternehmen und sonstige Beteiligungen, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind, zu Anschaffungskosten bewertet, da diese über keine Preisnotierung auf einem aktiven Markt verfügen und eine verlässliche Schätzung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist. Es ist nicht geplant, von den zur Veräußerung verfügbaren "Sonstigen Beteiligungen" wesentliche Anteile in naher Zukunft zu veräußern. Für alle übrigen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden stellt deren Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. Passiva
Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte nach Bewertungskategorien
Eine Zuordnung der in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie nach Klassen ist aus den Tabellen "Buchwerte und Wertansätze nach Bewertungskategorien" ableitbar. Finanzielle Vermögenswerte der Bewertungsstufe 3
Im Geschäftsjahr 2016 wurden verschiedene vom Unternehmensbereich Bertelsmann Investments gehaltene Beteiligungen erstmals zum beizulegenden Zeitwert bilanziert (weitere Erläuterungen finden sich in der Textziffer 13 "Sonstige finanzielle Vermögenswerte"). Die Differenz zwischen dem Buchwert, der grundsätzlich den Anschaffungskosten entsprach, und dem beizulegenden Zeitwert, wurde erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Den Zugang zum beizulegenden Zeitwert der Stufe 3 zeigt oben stehende Tabelle. Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien
Finanzielle Verbindlichkeiten der Bewertungsstufe 3
Stufe 1: Der beizulegende Zeitwert der bestehenden Finanzinstrumente wird auf Basis von Börsennotierungen zum Bilanzstichtag ermittelt. Stufe 2: Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von nicht börsennotierten Derivaten verwendet Bertelsmann verschiedene finanzwirtschaftliche Methoden, die den zu den jeweiligen Bilanzstichtagen herrschenden Marktbedingungen und Risiken Rechnung tragen. Unabhängig von der Art des Finanzinstruments werden zukünftige Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven auf den Bilanzstichtag diskontiert. Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wird auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassamittelkurse unter Berücksichtigung der Terminabschläge und -aufschläge für die jeweilige Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wird auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften wird von zum Bilanzstichtag veröffentlichten Börsennotierungen abgeleitet. Eventuell bestehende Inkongruenzen zu den standardisierten Börsenkontrakten werden durch Interpolation bzw. Hinzurechnungen berücksichtigt. Stufe 3: Sofern keine beobachtbaren Marktdaten vorliegen, erfolgt die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte überwiegend auf Basis von Cashflow-basierten Bewertungsverfahren. Für erworbene Minderheitsbeteiligungen im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments wird grundsätzlich auf qualifizierte Finanzierungsrunden zurückgegriffen. Die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nach Stufe 2 und Stufe 3 erfordert bestimmte Annahmen des Managements bezüglich der Inputfaktoren des Modells einschließlich Cashflows, Abzinsungssatz und Ausfallrisiko sowie Lebens-/Entwicklungszyklus der Start-up-Beteiligungen. Im Geschäftsjahr 2016 sind keine Umgliederungen zwischen den Stufen 1, 2 und 3 erfolgt. Ergebniseffekt aus Finanzinstrumenten
Unter den sonstigen Währungskursveränderungen werden die Währungskurseffekte der Kategorien "Kredite und Forderungen" und "Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten" zusammengefasst. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der Bilanz saldiert, sofern Globalverrechnungsvereinbarungen oder ähnliche Vereinbarungen dem Bertelsmann-Konzern und der Gegenpartei einen Ausgleich auf Nettobasis erlauben. Ein Ausgleich auf Nettobasis ist dabei sowohl im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch beim Eintritt des Zahlungsausfalls einer Partei rechtlich wirksam. Darüber hinaus schließt Bertelsmann Finanzderivate ab, die die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz nicht erfüllen, da das Recht zur Saldierung von zukünftigen Ereignissen abhängig ist. Die Voraussetzungen für eine Saldierung der bilanzierten Finanzinstrumente werden in der Regel nicht erfüllt, sodass zum 31. Dezember 2016 wie auch im Vorjahr keine wesentlichen Saldierungen vorgenommen wurden. FinanzderivateBertelsmann verwendet als Finanzderivate marktübliche, überwiegend außerhalb der Börse gehandelte (sogenannte OTC-)Instrumente. Dies sind vor allem Terminkontrakte, Währungsswaps, Währungsoptionen, Zinsswaps und vereinzelt Warentermingeschäfte. Die Geschäfte werden ausschließlich mit Banken hoher Bonität getätigt. Abschlüsse der Zentralen Finanzabteilung erfolgen grundsätzlich nur mit einem durch den Vorstand genehmigten Bankenkreis. Das Nominalvolumen ist die Summe aller den Geschäften zugrunde liegenden Kauf- bzw. Verkaufsbeträge. Der überwiegende Teil der zum Stichtag bestehenden Finanzderivate (Nominalvolumen 3.682 Mio. €) dient zur Absicherung gegen Währungskursrisiken aus konzerninternen Finanzierungen. Auf diese Finanzderivate entfallen zum Bilanzstichtag insgesamt 2.144 Mio. € (58 Prozent). Auf Finanzderivate, die zur Absicherung gegen Währungskursrisiken aus dem operativen Geschäft abgeschlossen wurden, entfallen zum Bilanzstichtag insgesamt 1.538 Mio. € (42 Prozent). Des Weiteren werden Finanzderivate zur Absicherung gegen Zinsrisiken aus liquiden Mitteln und Finanzierungen eingesetzt. Zu spekulativen Zwecken wurden keine Finanzderivate abgeschlossen. Die Beziehungen zwischen Sicherungsinstrumenten und gesicherten Positionen sowie die Risikomanagementziele und -strategien im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Sicherungsgeschäften werden dokumentiert. Dieses Verfahren beinhaltet die Verknüpfung aller als Sicherungsinstrumente bestimmten Derivate mit den jeweiligen Vermögenswerten, Schulden, festen Verpflichtungen oder vorhergesehenen Transaktionen. Des Weiteren beurteilt und dokumentiert das Unternehmen sowohl bei Eingehen des Sicherungsgeschäfts als auch auf fortlaufender Basis, ob die als Sicherungsinstrument verwendeten Derivate hinsichtlich des Ausgleichs von Änderungen der Marktwerte oder Cashflows der gesicherten Positionen hochwirksam sind. Nominalvolumen und beizulegende Zeitwerte der Finanzderivate
Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzderivaten wird das Wahlrecht nach IFRS 13.48 (Nettorisiko-betrachtung) genutzt. Für die Ermittlung des Kreditrisikos aus Finanzderivaten wird die jeweilige Nettoposition der beizulegenden Zeitwerte mit den Vertragspartnern zugrunde gelegt, da diese hinsichtlich ihrer Markt- oder Kreditausfallrisiken auf Basis einer Nettoposition gesteuert werden. Die Absicherung gegen das Fremdwährungsrisiko aus dem Kauf von Programmrechten und Output-Deals für das Fernsehgeschäft erfolgt über den Abschluss von Devisentermingeschäften. Bertelsmann sichert zwischen 80 und 100 Prozent der zukünftigen Cashflows aus dem Kauf von Programmrechten in Fremdwährung, die eine feste Verpflichtung (innerhalb eines Jahres) oder eine mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende zukünftige Transaktion darstellen, sowie zwischen 10 und 80 Prozent der längerfristigen (zwischen zwei und fünf Jahren) zukünftig erwarteten Transaktionen aus Output-Deals ab. Die eingesetzten Derivate werden im Rahmen von Cash Flow Hedges bilanziert. Der effektive Teil der Marktwertänderungen im Rahmen eines Cash Flow Hedge wird so lange im übrigen kumulierten Eigenkapital belassen, bis die erfolgswirksamen Auswirkungen der gesicherten Positionen eintreten oder ein Basis Adjustment vorliegt. Im Geschäftsjahr 2016 resultierten Änderungen der beizulegenden Zeitwerte in Bezug auf Cash Flow Hedges in Höhe von 14 Mio. € (Vj.: 34 Mio. €) aus der Folgebewertung von bereits im Vorjahr existierenden und in Höhe von 25 Mio. € (Vj.: 2 Mio. €) aus neu eingegangenen Sicherungsbeziehungen. Aus dem kumulierten übrigen Eigenkapital wurden -33 Mio. € (Vj.: -26 Mio. €) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Es handelt sich um Beträge vor Steuern. Der zum 31. Dezember 2016 im übrigen kumulierten Eigenkapital verbleibende Teil wird demnach die Gewinn- und Verlustrechnung in den nächsten Jahren im Wesentlichen beeinflussen. Der ineffektive Teil aus den Cash Flow Hedges in Höhe von 5 Mio. € (Vj.: 3 Mio. €) wird in den Positionen "Übrige finanzielle Aufwendungen" und "Übrige finanzielle Erträge" erfasst. In der nachfolgenden Tabelle wird eine Übersicht über die Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente gegeben, die den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Dabei wird unterschieden, ob sie in eine wirksame Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind oder nicht. Derivative Finanzinstrumente
FinanzinstrumenteFinanzrisikomanagementAufgrund seiner internationalen Aktivitäten ist der Bertelsmann-Konzern einer Reihe von Finanzrisiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere die Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse und der Zinssätze. Das Risikomanagement von Bertelsmann ist darauf ausgerichtet, Risiken zu reduzieren. Der Vorstand legt die allgemeinen Richtlinien für das Risikomanagement fest und bestimmt so das generelle Vorgehen bei der Absicherung von Währungskurs- und Zinsänderungsrisiken sowie den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten. Die Zentrale Finanzabteilung berät die Tochterunternehmen bezüglich operativer Risiken und führt gegebenenfalls Sicherungen mittels derivativer Finanzgeschäfte durch. Bei operativen Risiken wird den Tochterunternehmen jedoch nicht vorgeschrieben, den Service der Zentralen Finanzabteilung in Anspruch zu nehmen. Einige Tochterunternehmen, so insbesondere die RTL Group, verfügen über eine eigene Finanzabteilung. Sie melden ihre Sicherungsgeschäfte quartalsweise der Zentralen Finanzabteilung. Weitere Informationen zu den Finanzmarktrisiken und zum Finanzrisikomanagement sind im zusammengefassten Lagebericht dargestellt. WährungsrisikoDer Bertelsmann-Konzern ist einem Kursänderungsrisiko bezüglich verschiedener Fremdwährungen ausgesetzt. Es wird den Tochterunternehmen empfohlen, jedoch nicht vorgeschrieben, sich gegen Fremdwährungsrisiken in der lokalen Berichtswährung durch den Abschluss von Termingeschäften mit Banken hoher Bonität abzusichern. Darlehen innerhalb des Konzerns, die einem Währungsrisiko unterliegen, werden durch derivative Finanzinstrumente gesichert. Eine Reihe von Tochterunternehmen ist außerhalb des Euro-Währungsraumes angesiedelt. Die Steuerung der sich hieraus ergebenden Translationsrisiken erfolgt über das Verhältnis aus den wirtschaftlichen Finanzschulden und dem Operating EBITDA für die wesentlichen Währungsräume. Langfristig wird für jeden Währungsraum ein angemessenes Verhältnis der Finanzschulden zur operativen Ertragskraft angestrebt. Hierbei orientiert sich Bertelsmann an der für den Bertelsmann-Konzern definierten Höchstgrenze für den Leverage Factor. ZinsänderungsrisikoZinsänderungsrisiken liegen bei verzinslichen Vermögenswerten und Finanzschulden vor. Das Zinsänderungsrisiko des Bertelsmann-Konzerns wird zentral analysiert und in Abhängigkeit von den geplanten Nettofinanzschulden gesteuert. Maßgabe bei der Steuerung sind das Zinsergebnis des Konzerns im Zeitablauf und die Sensitivität für Zinsänderungen. Dabei wird ein ausgewogenes Verhältnis von variablen zu langfristig fest vereinbarten Zinsbindungen in Abhängigkeit von der absoluten Höhe, der geplanten Entwicklung der verzinslichen Verbindlichkeit und dem Zinsniveau angestrebt und über originäre sowie derivative Finanzinstrumente in der Steuerung umgesetzt. LiquiditätsrisikoLiquiditätsrisiken können durch die fehlende Möglichkeit einer Anschlussfinanzierung (Liquiditätsrisiko im engeren Sinne) sowie durch die Verzögerung geplanter Zahlungseingänge und durch ungeplante Auszahlungen (Planrisiko) auftreten. Das Planrisiko bemisst sich aus einer Gegenüberstellung von Plan-Ist-Abweichungen einerseits und der Höhe der Reserven andererseits. Das Liquiditätsrisiko im engeren Sinne ist abhängig vom Volumen der Fälligkeiten in einer Periode. Das Liquiditätsrisiko wird laufend auf Basis des erstellten Budgets für das Budgetjahr und die Folgejahre überwacht. Dabei werden neue und ungeplante Geschäftsvorfälle (z. B. Akquisitionen) kontinuierlich einbezogen. Zusätzlich erfolgt eine regelmäßige Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Die Steuerung von Planrisiken erfolgt durch ein effektives Cash Management sowie eine ständige Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Zudem werden Laufzeiten für Finanzierungen so gewählt, dass Fälligkeiten über den Zeitablauf diversifiziert sind und sich somit ein Anstieg der Refinanzierungskosten nur langfristig auswirken würde. Kreditlinien bei Banken schaffen darüber hinaus Vorsorge für ungeplante Auszahlungen. KontrahentenrisikoIm Bertelsmann-Konzern bestehen Ausfallrisiken in Höhe der angelegten liquiden Mittel sowie der positiven Marktwerte der abgeschlossenen Derivate. Geldgeschäfte und Finanzinstrumente werden grundsätzlich nur mit einem fest definierten Kreis von Banken ("Kernbanken") hoher Bonität abgeschlossen. Die Bonität der Kernbanken wird anhand quantitativer und qualitativer Faktoren (Rating, CDS-Spreads, Börsenkursentwicklung etc.) fortlaufend beobachtet und klassifiziert. Die aus dieser Bonitätsbeurteilung abgeleiteten Kontrahentenlimite beziehen sich auf die liquiden Mittel und positiven Marktwerte. Die Ausnutzung wird regelmäßig überwacht. Um auf veränderte Bonitätseinschätzungen reagieren zu können, ist die Anlage zum Teil sehr kurzfristig ausgerichtet. Des Weiteren werden zur Reduzierung der Ausfallrisiken mit Banken teilweise Tri-Party-Geschäfte abgeschlossen. Bei den Tri-Party-Geschäften handelt es sich um besicherte Geldanlagen, als Sicherheit werden von den Banken zuvor definierte Wertpapiere bereitgestellt. Zum Bilanzstichtag waren keine Tri-Party-Geschäfte ausstehend, es wurden wie im Vorjahr keine Sicherheiten gewährt. Die Geschäftsabwicklung sowie die Sicherheitenverwaltung und -bewertung werden von einer Clearingstelle übernommen. Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden durch den teilweisen Abschluss von Kreditversicherungen gemindert. Der Bertelsmann-Konzern verfügt für diese Forderungen über Kreditbesicherungen in Höhe von 610 Mio. € (Vj.: 541 Mio. €). KapitalmanagementDie finanzpolitischen Zielsetzungen des Bertelsmann-Konzerns sollen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Finanzierungssicherheit, Eigenkapitalrentabilität und Wachstum gewährleisten. Die Verschuldung des Konzerns soll sich hierbei insbesondere an den Anforderungen eines Credit Rating der Bonitätsstufe "Baa1/BBB+" orientieren. Die finanzielle Steuerung bei Bertelsmann erfolgt nach quantifizierten Finanzierungszielen, die einen zentralen Beitrag zur Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit des Konzerns leisten. Als Bestandteil des Planungsprozesses und einer laufenden Beobachtung sind sie Teil der Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne. Die finanzielle Steuerungsgröße für die Begrenzung der Verschuldung im Bertelsmann-Konzern stellt der Leverage Factor von maximal 2,5 dar. Am 31. Dezember 2016 lag der Leverage Factor bei 2,5 (Vj.: 2,4). Daneben soll die Coverage Ratio (Zinsdeckungsgrad) über einem Wert von 4 liegen. Die Coverage Ratio betrug zum 31. Dezember 2016 9,7 (Vj.: 10,1). Die Eigenkapitalquote soll mindestens 25 Prozent der Konzernbilanzsumme betragen. Die Steuerung der Eigenkapitalquote orientiert sich hierbei an der Definition des Eigenkapitals nach IFRS. Nicht beherrschende Anteilseigner an Personengesellschaften werden, obwohl sie bei wirtschaftlicher Betrachtung Eigenkapital darstellen, als Fremdkapital bilanziert. Die Eigenkapitalquote betrug im Geschäftsjahr 2016 41,6 Prozent (Vj.: 41,2 Prozent) und erfüllte damit die interne finanzielle Zielsetzung. Zins- und WährungssensitivitätFür die Analyse des Zinsrisikos ist zwischen Cashflow- und Barwert-Risiken zu unterscheiden. Bei Finanzschulden, liquiden Mitteln und Zinsderivaten mit einer variablen Zinsbindung überwiegt das Cashflow-Risiko, da Veränderungen der Marktzinssätze sich - nahezu ohne Zeitverzug - im Zinsergebnis des Konzerns auswirken. Im Gegensatz hierzu entstehen Barwert-Risiken aus mittel- bis langfristig vereinbarten Zinsbindungen. Die bilanzielle Abbildung von Barwert-Risiken ist vom jeweiligen Finanzinstrument oder von einem im Zusammenhang mit Derivaten dokumentierten Sicherungszusammenhang (Microhedge) abhängig. Originäre Finanzschulden werden in der Bilanz bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten erfasst. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Veränderungen des Marktwerts beschränken sich auf Opportunitätseffekte, da sich Zinsänderungen weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen. Eine hiervon abweichende Bilanzierung der originären Finanzschulden zum Marktwert ist auf Vorgänge beschränkt, für die im Zusammenhang mit dem Abschluss einer Zins- und Währungssicherung über Derivate nach IAS 39 ein Microhedge dokumentiert ist. In diesen Fällen wird die Marktwertänderung der Finanzschulden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, um gegensätzliche Effekte aus der Marktbewertung der zugehörigen Derivate zu einem wesentlichen Teil zu kompensieren. Für derivative Finanzinstrumente werden die Wirkungen aus Zinsänderungen grundsätzlich über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei dokumentierten Sicherungszusammenhängen (Cash Flow Hedge) erfolgt die Abbildung im Eigenkapital. Die Analyse der zu den Stichtagen bestehenden Cashflow- bzw. Barwert-Risiken erfolgt über eine Sensitivitätsberechnung als Nachsteuerbetrachtung. Hierbei wird eine Parallelverschiebung der Zinskurve um jeweils +/-1 Prozent für alle wesentlichen Währungen unterstellt. Die Analyse erfolgt auf Grundlage der Finanzschulden, der liquiden Mittel sowie der zu den Stichtagen bestehenden Derivate. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle dargestellt: Sensitivitätsanalyse der Cashflow-Risiken und Barwert-Risiken
In die Ermittlung der Fremdwährungssensitivität werden die zu den Stichtagen bestehenden Finanzschulden und operativen Geschäftsvorfälle sowie die vereinbarten Sicherungsgeschäfte (Termingeschäfte und Optionen) einbezogen. Die Berechnung wird für die ungesicherte Nettoposition auf Basis einer angenommenen 10-prozentigen Aufwertung des Euro gegenüber allen Fremdwährungen vorgenommen und als Nachsteuerbetrachtung dargestellt. Eine einheitliche Abwertung der Fremdwährungen hätte zu einer ergebniswirksamen Veränderung des Buchwerts von -11 Mio. € (Vj.: -9 Mio. €) geführt. Hiervon entfallen -6 Mio. € (Vj.: -3 Mio. €) auf eine Veränderung des US-Dollar bei einem Netto-Exposure von 95 Mio. US-$ (Vj.: 53 Mio. US-$). Das Eigenkapital wäre durch Schwankungen der Marktwerte aus dokumentierten Cash Flow Hedges um 50 Mio. € (Vj.: 43 Mio. €) verändert worden. Hiervon entfallen 50 Mio. € (Vj.: 43 Mio. €) auf eine Veränderung des US-Dollar bei einem Volumen dokumentierter Cash Flow Hedges von 766 Mio. US-$ (Vj.: 680 Mio. US-$). Bei einer einheitlichen Aufwertung der Fremdwährungen hätte dies für den Bertelsmann-Konzern zu gegenläufigen Veränderungen der genannten Beträge geführt. FactoringBertelsmann verkauft in speziellen Einzelfällen Forderungen an Finanzintermediäre. Ein wesentlicher Teil des Forderungsverkaufs entfällt auf kurzfristige externe Forderungen, die Arvato Financial Solutions als Teil des Serviceangebotes von Dritten zur Durchführung von Dienstleistungen im Debitorenmanagement erwirbt. Dieses Geschäft kann jederzeit unterjährig angepasst werden. Die Forderungen werden fortlaufend an Finanzintermediäre weiterveräußert. Das Volumen der verkauften Forderungen betrug zum Bilanzstichtag 321 Mio. € (Vj.: 331 Mio. €). Im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen zu den Forderungsverkäufen wurden im Wesentlichen weder alle Chancen noch alle Risiken, die mit den Forderungen in Verbindung stehen, übertragen oder zurückgehalten. Insbesondere wurden Teile der Ausfall- und Spätzahlungsrisiken durch Bertelsmann zurückbehalten, sodass eine Forderung in Höhe des anhaltenden Engagements (Continuing Involvement) von 45 Mio. € (Vj.: 45 Mio. €) bilanziert wurde. Der Buchwert der damit verbundenen Verbindlichkeit beträgt 52 Mio. € (Vj.: 54 Mio. €). 26 KapitalflussrechnungMit der auf IAS 7 basierenden Kapitalflussrechnung des Bertelsmann-Konzerns wird die Fähigkeit des Konzerns beurteilt, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu erwirtschaften. Die Zahlungsströme werden aufgeteilt in den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, den Cashflow aus Investitionstätigkeit und den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Die Darstellung der Zahlungsströme aus betrieblicher Tätigkeit erfolgt mittels der sogenannten indirekten Methode, bei der das Gesamtkonzernergebnis vor Zinsen und Steuern um nicht zahlungswirksame Vorgänge korrigiert wird. Des Weiteren werden Erträge und Aufwendungen eliminiert, die dem Cashflow aus Investitionstätigkeit zuzurechnen sind. Die operative Geschäftssteuerung des Bertelsmann-Konzerns erfolgt unter anderem auf Basis des Operating EBITDA und somit vor Finanzergebnis und Steuern, planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen sowie Sondereinflüssen. Der operative Erfolg und der sich hieraus ergebende Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sollen daher in einem konsistenten, vergleichbaren Verhältnis zueinander stehen. Aus diesem Grund werden im Geschäftsjahr gezahlte bzw. erhaltene Zinsen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Die Einzahlungen in Pensionspläne stellen einen Abfluss von liquiden Mitteln dar, der als Sonderposten im Cashflow aus Investitionstätigkeit gezeigt wird. Die Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist der Saldo aus dem Personalaufwand für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen und den betrieblichen Auszahlungen für diese Verpflichtungen (weitere Erläuterungen finden sich unter Textziffer 19 "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen"). Bei den "Sonstigen Effekten" handelt es sich um die Anpassungen von Gewinnen und Verlusten aus Anlageabgängen, von Ergebnissen at-equity bilanzierter Beteiligungen sowie um Bereinigungen im Zusammenhang mit zahlungsunwirksamen Erträgen und Aufwendungen. Bei der Aufstellung der Kapitalflussrechnung werden Effekte aus Fremdwährungskursänderungen und Veränderungen des Konsolidierungskreises berücksichtigt. Die Posten der Kapitalflussrechnung können daher nicht mit den entsprechenden Veränderungen auf Grundlage der veröffentlichten Bilanz abgestimmt werden. Die Investitionstätigkeit umfasst neben Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen auch Kaufpreiszahlungen für Akquisitionen sowie Erlöse aus dem Abgang von Anlagevermögen und Beteiligungen. Hinsichtlich der im Geschäftsjahr erfolgten Erwerbe von Beteiligungen wird auf den Abschnitt "Akquisitionen und Desinvestitionen" verwiesen. Die Veräußerungen innerhalb des Geschäftsjahres sind dort ebenfalls gesondert dargestellt. In der Berichtsperiode wurden Finanzschulden in Höhe von 6 Mio. € (Vj.: 41 Mio. €) übernommen. Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit werden neben den zahlungswirksamen Veränderungen des Eigenkapitals, der Finanzschulden und Dividendenausschüttungen auch gezahlte und erhaltene Zinsen gezeigt. Der Posten "Einzahlungen aus der Emission von Anleihen/Schuldscheindarlehen" enthält im Wesentlichen erhaltene Zahlungen aus der im April 2016 platzierten öffentlich notierten Anleihe über 500 Mio. € und aus dem im Juni 2016 im Rahmen einer Privatplatzierung begebenen Schuldscheindarlehen über 200 Mio. €. Der Posten "Auszahlungen für Tilgung von Anleihen/Schuldscheindarlehen" enthält Einzahlungen aus der fristgerechten Rückführung der im September 2016 fälligen Anleihe in Höhe von 1.000 Mio. €, von der bereits 214 Mio. € im Geschäftsjahr 2013 vorzeitig zurückgezahlt wurden. Der Posten "Aufnahme/Tilgung übrige Finanzschulden" umfasst Einzahlungen in Höhe von 263 Mio. € (Vj.: 222 Mio. €) und Auszahlungen in Höhe von -204 Mio. € (Vj.: -377 Mio. €). 27 SegmentberichterstattungIFRS 8 "Geschäftssegmente" fordert die Orientierung der externen Segmentberichterstattung an der internen Organisations- und Managementstruktur sowie an intern verwendeten Steuerungs- und Berichtsgrößen. Mit Beginn des Geschäftsjahres 2016 wurden die bisher unter Corporate Investments ausgewiesenen strategischen Wachstumsbereiche Musik und Bildung sowie Fondsaktivitäten in die drei eigenständigen Unternehmensbereiche BMG, Bertelsmann Education Group und Bertelsmann Investments aufgeteilt. BMG ist ein internationales Musikunternehmen. Der Bereich Bertelsmann Education Group beinhaltet die Wachstumsgeschäfte und Beteiligungen, die auf hochwertige Bildungsangebote spezialisiert sind. Bertelsmann Investments umfasst die Fonds Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI), Bertelsmann Asia Investments (BAI), Bertelsmann Brazil Investments (BBI) und Bertelsmann India Investments (BII), die in innovative, aussichtsreiche Geschäfte investieren. Darüber hinaus werden seit dem 1. Januar 2016 die Offset- und Tiefdruckaktivitäten des Konzerns in dem Unternehmensbereich Bertelsmann Printing Group gebündelt. Er umfasst die bislang in dem Unternehmensbereich Arvato angesiedelten Unternehmen Mohn Media, GGP Media und Vogel Druck, die bisher unter Be Printers geführten Tiefdruckaktivitäten von Prinovis in Deutschland und Großbritannien sowie die Offset- und Digitaldruckereien von Be Printers in den USA. Zu der neuen Division gehören darüber hinaus weitere bislang dem Unternehmensbereich Arvato zugeordnete Geschäfte, darunter die RTV Media Group, das Lettershop-Geschäft Campaign sowie das Speichermedienreplikationsgeschäft Sonopress. Des Weiteren gehört das bis zum 31. Dezember 2015 dem Unternehmensbereich Arvato zugeordnete Unternehmen Medienfabrik seit dem 1. Januar 2016 dem Unternehmensbereich Gruner + Jahr an. Die drei neuen Unternehmensbereiche werden vom Bertelsmann-Vorstand seit 1. Januar 2016 separat gesteuert und überwacht, sodass in der internen Berichterstattung und externen Segmentberichterstattung seit dem Jahr 2016 acht operative berichtspflichtige Segmente (RTL Group, Penguin Random House, Gruner + Jahr, BMG, Arvato, Bertelsmann Printing Group, Bertelsmann Education Group und Bertelsmann Investments) abgebildet werden. Aufgrund der Neuausrichtung der Bertelsmann Printing Group kommt es für diese Division seit dem Geschäftsjahr 2016 zu einer Verschiebung innerhalb der Erlösquellen von Umsatzerlösen aus Produkten und Waren hin zu Umsatzerlösen aus Dienstleistungen. Die Vorjahreswerte wurden aus Gründen der Vergleichbarkeit in den Segmentinformationen und in der Textziffer 1 "Umsatzerlöse" entsprechend angepasst. Jedem der acht Segmente steht ein ergebnisverantwortlicher Segmentmanager vor, der an den Vorstand der Bertelsmann Management SE in seiner Funktion als Hauptentscheidungsträger im Sinne des IFRS 8 berichtet. Der Bereich Corporate umfasst im Wesentlichen Aufgaben in den Bereichen Rechnungswesen und Berichterstattung, Steuern, Recht, Personal, Informationstechnologie, interne Revision, Unternehmenskommunikation sowie die Führung, die Steuerung und strategische Weiterentwicklung des Konzerns, die Sicherung der erforderlichen Finanzierungsmittel, die Risikosteuerung und die laufende Optimierung des Beteiligungsportfolios. Die Eliminierungen segmentübergreifender Verflechtungen werden in der Spalte "Konsolidierung" ausgewiesen. Die Definition der einzelnen Segmentangaben entspricht, wie auch in der Vergangenheit, der für die Konzernsteuerung zugrunde gelegten Definition. Die Bilanzierung und Bewertung erfolgt in der Segmentberichterstattung grundsätzlich nach denselben IFRS-Vorschriften wie im Konzernabschluss. Das investierte Kapital ergibt sich aus den Vermögenspositionen der Bilanz, die dem operativen Betriebszweck dienen, abzüglich solcher Verbindlichkeiten, die dem Unternehmen unverzinslich zur Verfügung stehen. Zusätzlich werden 66 Prozent des Nettobarwerts der Operating Leases bei der Ermittlung des investierten Kapitals berücksichtigt. Die Umsätze innerhalb des Konzerns werden grundsätzlich nur zu marktüblichen Konditionen, wie sie auch bei Geschäften mit Konzernfremden verwendet werden, abgewickelt. Als Steuerungsgröße zur nachhaltigen Ermittlung des operativen Ergebnisses wird das Operating EBITDA genutzt. Auch die Beurteilung der Leistung der operativen Segmente erfolgt anhand dieser Steuerungsgröße. Das Operating EBITDA repräsentiert das durch das jeweilige Segmentmanagement erwirtschaftete operative Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern sowie planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen und ist um Sondereinflüsse bereinigt. Die Bereinigung um Sondereinflüsse ermöglicht die Ermittlung einer normalisierten Ergebnisgröße und erleichtert dadurch die Prognosefähigkeit und Vergleichbarkeit. Die planmäßigen Abschreibungen je Segment umfassen Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen und auf immaterielle Vermögenswerte, wie sie unter den Textziffern 10 "Immaterielle Vermögenswerte" und 11 "Sachanlagen" ausgewiesen werden. Die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann Investments wird im Wesentlichen auf Basis des EBIT ermittelt. Aufgrund von Fehldarstellungen in den Vorjahren bei einer Einheit im Unternehmensbereich RTL Group wurde eine zusätzliche Belastung des EBITDA in Höhe von 11 Mio. € erfasst. Dieser Effekt führte zu keinen Auswirkungen auf den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit. Die Vorjahreswerte des Konzernabschlusses wurden aufgrund der Unwesentlichkeit aus Konzernsicht nicht angepasst. Für jedes Segment sind die Ergebnisse von und die Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen angegeben, sofern diese Unternehmen dem Segment eindeutig zugeordnet werden können. Das Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen wird vor Wertminderungen gezeigt. Zusätzlich zur Segmentaufteilung werden die Umsätze entsprechend dem Standort des Kunden und nach Erlösquellen aufgeteilt. Langfristige Vermögenswerte werden zusätzlich nach dem Standort des jeweiligen Unternehmens angegeben. Die tabellarischen Segmentinformationen finden sich auf Seite 46 ff. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung der Segmentinformationen zum Konzernabschluss: Überleitung der Segmentinformationen zum Konzernabschluss
28 Angaben zu Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenAls nahestehende Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für den Bertelsmann-Konzern die Personen und Unternehmen, die den Bertelsmann-Konzern beherrschen bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf diesen ausüben oder durch den Bertelsmann-Konzern beherrscht, gemeinschaftlich geführt bzw. maßgeblich beeinflusst werden. Dementsprechend werden bestimmte Mitglieder der Familie Mohn, die Mitglieder des Vorstands der Bertelsmann Management SE als persönlich haftender Gesellschafterin und des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie deren nahe Familienangehörige, inklusive der von ihnen jeweils beherrschten oder gemeinschaftlich geführten Unternehmen, und die Gemeinschaftsunternehmen bzw. assoziierten Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns sowie deren Tochterunternehmen als nahestehende Personen und Unternehmen definiert. Die Kontrolle über den Bertelsmann-Konzern übt die Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH (BVG), Gütersloh, eine nicht operativ tätige Besitzgesellschaft, aus. Die Johannes Mohn GmbH, die Bertelsmann Beteiligungs GmbH, die Reinhard Mohn Verwaltungsgesellschaft mbH und die Mohn Beteiligungs GmbH haben der Bertelsmann SE & Co. KGaA mitgeteilt, dass ihnen jeweils mehr als der vierte Teil der Aktien gehört, wobei bei der Ermittlung der Anteile jeweils mittelbare und unmittelbare Anteile berücksichtigt wurden. In der Rechtsform der KGaA werden die Geschäfte von einer persönlich haftenden Gesellschafterin geführt. Im Fall der Bertelsmann SE & Co. KGaA nimmt die Bertelsmann Management SE, vertreten durch ihren Vorstand, die Geschäftsführung wahr. Die gesetzlich vorgeschriebenen Gremien umfassen Aufsichtsrat und Hauptversammlung auf Ebene der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung auf Ebene der Bertelsmann Management SE. Der Aufsichtsrat der KGaA wird von den Kommanditaktionären in der Hauptversammlung gewählt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE werden durch die Hauptversammlung der Bertelsmann Management SE bestimmt. Die Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der Bertelsmann Management SE werden von der BVG kontrolliert. Die Vergütungen für Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen umfassen: Vergütungen des Managements in Schlüsselpositionen
Die ausgewiesenen Vergütungen enthalten auch die Bezüge für die Tätigkeiten der Aufsichtsratsmitglieder der Bertelsmann SE & Co. KGaA im Aufsichtsrat der Bertelsmann Management SE. Geschäftsvorfälle mit in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wurden eliminiert und werden nicht weiter erläutert. Neben den Geschäftsbeziehungen zu konsolidierten Tochterunternehmen bestanden in der Berichtsperiode die folgenden Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen: Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen
In Verpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen sind Pensionsverpflichtungen und variable Vergütungsbestandteile sowie langfristige Incentivierung enthalten. Unter "Sonstige nahestehende Personen" werden primär Transaktionen mit der persönlich haftenden Gesellschafterin Bertelsmann Management SE gezeigt. Die Verpflichtungen zum Stichtag resultieren aus weiterbelasteten Aufwendungen. Gegenüber assoziierten Unternehmen sind weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Bürgschaften eingegangen worden. An den Eventualverbindlichkeiten der assoziierten Unternehmen hatte Bertelsmann wie im Vorjahr keinen Anteil. Gegenüber einem brasilianischen Fonds, der sich auf Bildungsunternehmen, insbesondere im Bereich Gesundheitswesen, fokussiert und von Bertelsmann gemeinsam mit weiteren Partnern und der Investmentgesellschaft Bozano Investimentos aufgelegt wurde, besteht eine Einzahlungsverpflichtung in Höhe von 61 Mio. € (Vj.: 72 Mio. €). Weitere Einzahlungsverpflichtungen bestehen gegenüber den University Ventures Funds in Höhe von 44 Mio. € (Vj.: 51 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2016 wurden keine signifikanten Aufwendungen für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen erfasst (Vj.: -8 Mio. €). Gemeinschaftsunternehmen weisen gegenüber dem Bertelsmann-Konzern Verpflichtungen aus Operating-Lease-Verträgen in Höhe von 12 Mio. € (Vj.: 14 Mio. €) und Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 17 Mio. € (Vj.: 16 Mio. €) aus. Zum Bilanzstichtag bestehen Verpflichtungen in Bezug auf Gemeinschaftsunternehmen der RTL Group in Höhe von 38 Mio. € (Vj.: 54 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2016 wurden wie auch im Vorjahr keine Aufwendungen für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen erfasst. 29 Ereignisse nach dem BilanzstichtagEnde Januar 2017 erwarb BMG 100 Prozent der amerikanischen Musikgruppe BBR Music Group (BBRMG) einschließlich der bekannten Country-Musiklabels Broken Bow Records, Stoney Creek Records, Wheelhouse Records, Red Bow Records sowie des Musikverlags Magic Mustang Music. Der Abschluss sichert BMG eine bedeutende Position in der Country-"Hauptstadt" Nashville im US-Bundesstaat Tennessee - und verspricht Künstlern und Songwritern, die bei BBRMG und BMG unter Vertrag stehen, zahlreiche Vorteile. Die Kunden der BBR Music Group profitieren von einer deutlich größeren internationalen Reichweite, indem sie Teil der globalen Plattform von BMG werden; zudem stehen den Musikern bei BMG umfangreiche Marketingressourcen zur Verfügung. Die Transaktion wird als ein Unternehmenszusammenschluss im Sinne des IFRS 3 erfasst. Der vorläufige Kaufpreis betrug vor Kaufpreisanpassungen 97 Mio. €. Aufgrund des frühen Stadiums der vorläufigen Kaufpreisallokation können derzeit keine Anpassungen zum beizulegenden Zeitwert bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses quantifiziert und keine weiteren nach IFRS 3 geforderten Angaben zum Erwerb von BBR Music Group gemacht werden. Das britische Bildungsunternehmen Pearson, das 47 Prozent an Penguin Random House hält, hat am 1. Februar 2017 Bertelsmann über die Andienung seiner Anteile an Penguin Random House informiert und die vertraglich vorgesehene Exit Notice eingereicht. Mit diesem Tag startet ein strukturierter Prozess, in dessen Verlauf Bertelsmann und Pearson zunächst gemeinsam einen Marktwert von Penguin Random House bestimmen. Bertelsmann verfügt anschließend über die Optionen, die Exit Notice anzunehmen, abzulehnen oder darauf nicht zu reagieren. Sofern Bertelsmann die Exit Notice nicht annimmt, kann Pearson die Rekapitalisierung von Penguin Random House mit dem Ziel einer anschließenden Dividendenausschüttung verlangen. Zum aktuellen Zeitpunkt lässt sich keine Einschätzung hinsichtlich der Auswirkungen auf die zukünftige Vermögens- und Finanzlage des Konzerns ableiten. 30 Befreiung Tochterunternehmen von Aufstellung, Prüfung und OffenlegungFür folgende Tochterunternehmen wurden für das zum 31. Dezember 2016 endende Geschäftsjahr die Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB über die ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften zur Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht sowie über die Prüfung und Offenlegung von Kapitalgesellschaften in Anspruch genommen:
Weiterhin wurden für das zum 31. Dezember 2016 endende Geschäftsjahr die Befreiungsvorschriften des § 264b HGB für folgende Gesellschaften in Anspruch genommen:
Das konsolidierte Tochterunternehmen Arvato SCM Ireland Limited in Dublin, Irland, macht von der Freistellung von der Publikationspflicht seines Jahresabschlusses, geregelt in Section 357 des Republic of Ireland Companies Act 2014, Gebrauch. 31 Zusätzliche Angaben nach § 315a HGBDie Vergütung des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2016 beträgt 1.901.667 € zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Die Mitglieder des Vorstands erhielten in der Berichtsperiode Bezüge in Höhe von insgesamt 29.098.221 €, davon von der Bertelsmann Management SE 16.451.543 €. Ehemalige Mitglieder des Vorstands der Bertelsmann Management SE und der Bertelsmann AG und ihre Hinterbliebenen erhielten Bezüge in Höhe von 5.876.338 €, davon von der Bertelsmann SE & Co. KGaA 5.498.548 €. Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der Bertelsmann AG und der Bertelsmann Management SE beträgt bei der Bertelsmann SE & Co. KGaA und der Bertelsmann Management SE insgesamt 81.914.919 €. Die Mitglieder der Aufsichtsräte und des Vorstandes sind auf den Seiten 133 ff. angegeben. Die Honorare für die Tätigkeit des Konzernabschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betrugen im Geschäftsjahr 7 Mio. €, davon entfallen 5 Mio. € auf Honorare für die Abschlussprüfung sowie 2 Mio. € auf die sonstigen Bestätigungsleistungen. Für Steuerberatungsleistungen wurde von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft weniger als 1 Mio. € berechnet. Für sonstige darüber hinausgehende Leistungen wurden ebenfalls weniger als 1 Mio. € aufgewendet. Die Anzahl der Mitarbeiter zum 31. Dezember 2016 und im Jahresdurchschnitt zeigt die folgende Tabelle: Mitarbeiteranzahl
32 Vorschlag für die Verwendung des BilanzgewinnsDie persönlich haftende Gesellschafterin Bertelsmann Bilanzgewinn der Bertelsmann SE & Co. KGaA von 642 Mio. € Management SE und der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & wie folgt zu verwenden: Co. KGaA schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn der Bertelsmann SE & Co. KGaA von 642 Mio. € wie folgt zu verwenden: Bilanzgewinn der Bertelsmann SE & Co. KGaA
Die Dividende je Stammaktie beträgt somit 2.149 €. Die persönlich haftende Gesellschafterin Bertelsmann Management SE hat den Konzernabschluss am 10. März 2017 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
Gütersloh, den 10. März 2017 Bertelsmann SE & Co. KGaA, vertreten durch: Bertelsmann Management SE, die persönlich haftende Gesellschafterin Der Vorstand Dr. Thomas Rabe Fernando Carro de Prada Markus Dohle Dr. Immanuel Hermreck Bernd Hirsch Anke Schäferkordt Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Bertelsmann-Konzerns sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Bertelsmann-Konzerns bzw. der Bertelsmann SE & Co. KGaA beschrieben sind.
Gütersloh, den 10. März 2017 Bertelsmann SE & Co. KGaA, vertreten durch: Bertelsmann Management SE, die persönlich haftende Gesellschafterin Der Vorstand Dr. Thomas Rabe Fernando Carro de Prada Markus Dohle Dr. Immanuel Hermreck Bernd Hirsch Anke Schäferkordt Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den von der Bertelsmann SE & Co. KGaA aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Anhang -sowie den Konzernlagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der geschäftsführenden Bertelsmann Management SE. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands der geschäftsführenden Bertelsmann Management SE sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Bielefeld, den 13. März 2017 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Werner Ballhaus, Wirtschaftsprüfer Christian Landau, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionäre, das Jahr 2016 verlief für Bertelsmann insgesamt zufriedenstellend. Während die Weltwirtschaft im Jahr 2016 unter dem Strich moderat wuchs, entwickelten sich die Rahmenbedingungen in den für uns relevanten Branchen uneinheitlich: Die TV-Werbemärkte verzeichneten in einigen europäischen Ländern - darunter Deutschland und Spanien - Wachstum, in Frankreich blieben sie stabil, in den Niederlanden sowie Ungarn waren sie rückläufig. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Buchbranche: Die englisch-, deutsch- und spanischsprachigen Märkte für gedruckte Bücher entwickelten sich stabil oder sogar positiv, die Verlagsumsätze mit E-Books in den USA und Großbritannien gingen dagegen zurück. Auch im Zeitschriftenbereich gibt es gegenläufige Trends: Während die Anzeigenmärkte in Deutschland und Frankreich starke und die Vertriebsmärkte leichte Rückgänge verzeichneten, wiesen die relevanten Digitalmärkte ein starkes Wachstum aus. Anhaltend positiv entwickelten sich auch die weltweiten Musikmärkte für Verlags- und Recordingrechte sowie die Dienstleistungsmärkte, in denen unsere Geschäfte tätig sind. Dagegen gingen die Druckmärkte in Deutschland, Frankreich und Großbritannien -wie erwartet - weiterhin zurück, wobei es auch hier innerhalb der Branche Unterschiede gibt: Der Offsetmarkt entwickelte sich deutlich stabiler als der Tiefdruckmarkt. Erneut stark wuchsen dagegen die für uns relevanten Bildungsmärkte in den Bereichen E-Learning, Online-Dienstleistungen und Hochschulbildung. In diesem volatilen Umfeld konnte Bertelsmann bei einem leichten organischen Umsatzwachstum sein operatives Ergebnis weiter steigern. Der Anteil der Wachstumsgeschäfte am Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2016 weiter an. Der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat auch im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung übertragenen Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Er hat die persönlich haftende Gesellschafterin, die Bertelsmann Management SE, die durch ihren Vorstand vertreten wird, bei der ihr obliegenden Leitung und Führung der Geschäfte des Unternehmens beraten und überwacht. Gegenstand dieses Berichts ist die Tätigkeit des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Die Tätigkeit des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE, des Aufsichtsrats der persönlich haftenden Gesellschafterin der Bertelsmann SE & Co. KGaA, ist nicht Gegenstand der Berichterstattung. Beratung und Überwachung des Vorstands der Bertelsmann Management SEIm Rahmen seiner Beratungs- und Überwachungstätigkeit war der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA in die für das Unternehmen bedeutsamen Entscheidungen und Geschäftsvorgänge unmittelbar und frühzeitig eingebunden und hat diese auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert und eingehend geprüft. Der Aufsichtsrat wurde von der persönlich haftenden Gesellschafterin, vertreten durch den Vorstand der Bertelsmann Management SE, regelmäßig sowohl in schriftlicher als auch in mündlicher Form zeitnah und umfassend über alle für die Bertelsmann SE & Co. KGaA bedeutsamen Fragen der Strategie, der Planung, des Geschäftsverlaufs, der beabsichtigten Geschäftspolitik und andere grundsätzliche Fragen der Geschäftsführung informiert. In den Sitzungen des Aufsichtsrats standen zahlreiche Sachthemen und Vorhaben zur Diskussion an. Die Berichterstattung des Vorstands umfasste unter anderem die Lage und Entwicklung des Unternehmens, vor allem die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage, sowie wesentliche Geschäftsvorfälle, insbesondere größere Investitions- und Desinvestitionsvorhaben. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den festgelegten Plänen und Zielen wurden dem Aufsichtsrat im Einzelnen erläutert und vom Aufsichtsrat anhand der vorgelegten Unterlagen geprüft. Der Aufsichtsrat hat sich regelmäßig über die Entwicklung der Finanzschulden informieren lassen. Weiteres Augenmerk des Aufsichtsrats galt der Risikolage sowie dem Risikomanagement. Das interne Kontrollsystem, das Risikomanagementsystem und das interne Revisionssystem waren Gegenstand regelmäßiger Berichterstattungen und Erörterungen. Der Aufsichtsrat hat auch die Entwicklung der Corporate Governance und der Compliance bei Bertelsmann fortlaufend beobachtet und eng begleitet. Über die Corporate Governance und die Compliance bei Bertelsmann berichten Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam auf den Seiten 126-128. AufsichtsratsplenumGegenstand regelmäßiger Beratungen im Plenum des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA waren die Berichte des Vorstands zur aktuellen Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und der einzelnen Unternehmensbereiche sowie die Berichterstattung über die Konzernplanung und wesentliche Geschäftsvorfälle, insbesondere größere Investitions- bzw. Desinvestitionsvorhaben. Der Aufsichtsratsvorsitzende, der zugleich auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE ist, berichtete im Aufsichtsratsplenum regelmäßig und ausführlich über die Themen und den Verlauf der Erörterungen im Aufsichtsrat der Bertelsmann Management SE. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand in seinen Sitzungen regelmäßig über den Stand der Umsetzung der Konzernstrategie auf dem Laufenden gehalten. In einer ganztägigen Klausur hat der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA gemeinsam mit dem Vorstand der Bertelsmann Management SE grundsätzliche Fragen der strategischen Konzernentwicklung erörtert. Soweit in Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung vorgesehen, fasste das Plenum die notwendigen Beschlüsse. Im Geschäftsjahr 2016 kam der Aufsichtsrat zu vier Sitzungen und zu einer gemeinsam mit dem Vorstand durchgeführten Strategieklausur zusammen. In der ersten Sitzung des Aufsichtsrats am 26. Januar 2016 stand neben dem Bericht über die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage die Erörterung und Beschlussfassung über das Konzernbudget 2016 im Mittelpunkt. In der darauffolgenden Sitzung am 18. März 2016 berichtete der Vorstand insbesondere über die aktuelle Geschäftslage und den Stand der Umsetzung der Konzernstrategie. Weiterer Tagesordnungspunkt war der Jahresabschluss 2015. Auf Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015 sowie den zusammengefassten Lagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA und des Konzerns. Auch der Gewinnverwendungsvorschlag der persönlich haftenden Gesellschafterin wurde gebilligt. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat der Wahlempfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses für den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2016 und den Prüfer des Halbjahresfinanzberichts gefolgt und hat über seinen entsprechenden Vorschlag an die Hauptversammlung beschlossen. Im Rahmen eines Schwerpunktberichts befasste sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung auch mit der Multichannel-Netzwerk-Strategie der RTL Group. Im Rahmen der zweitägigen Sommersitzung des Aufsichtsrats am 13. und 14. Juli 2016 fand wie üblich der jährliche gemeinsame Strategiedialog zwischen Vorstand und Aufsichtsrat statt. Der Aufsichtsrat konnte sich zunächst ein aktuelles Bild vom Stand der Strategieumsetzung und von den seit dem letzten Strategiedialog erzielten Fortschritten bei der Transformation des Konzernportfolios machen, mit dem Ziel, den Konzern wachstumsstärker, digitaler, internationaler und diversifizierter aufzustellen. Der Aufsichtsrat bekam anschließend vom Vorstand die weiterentwickelte Strategie zur Transformation des Konzerns vorgestellt. Die inhaltlichen Schwerpunkte der vier strategischen Stoßrichtungen bleiben klar definiert: Stärkung der Kerngeschäfte, digitale Transformation, Ausbau der Wachstumsplattformen und Ausbau der Geschäfte in den Wachstumsregionen. Bertelsmann steht auf drei Säulen: Medien, Dienstleistungen und Bildung. Die Neustrukturierung des Konzerns mit der Erweiterung von zuvor fünf auf nun acht Unternehmensbereiche ist Ausdruck der Strategie, die Geschäfte des Konzerns zu diversifizieren und die Kontinuität des Unternehmens zu sichern. Der Konzern generiert wieder ein verbessertes organisches Wachstum mit einem zunehmenden Umsatzanteil der Wachstumsgeschäfte und einem Rückgang des Anteils der strukturell rückläufigen Geschäfte. Die Wachstumsgeschäfte zeigen insgesamt ein gutes, langfristig angelegtes Wachstum bei gleichzeitig zunehmender Profitabilität. Der Aufsichtsrat sieht den Konzern mit seiner breiten Aufstellung und seiner geringeren Konjunkturabhängigkeit in robuster Position und für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt. In der letzten Aufsichtsratssitzung im Geschäftsjahr am 3. November 2016 befasste sich der Aufsichtsrat nochmal mit der Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und erhielt vom Vorstand einen Ausblick auf das Gesamtgeschäftsjahr. Ferner wurden die weiteren Fortschritte bei der Strategieumsetzung erörtert. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats stand auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen in laufendem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden, und hat sich über die aktuelle Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Es haben alle Aufsichtsratsmitglieder an mindestens der Hälfte der Aufsichtsratssitzungen teilgenommen. Potenzielle Interessenkonflikte im Aufsichtsrat sind nicht entstanden. Der Aufsichtsrat hat sich mit den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex und deren Befolgung durch Bertelsmann befasst. Ein gemeinsamer Bericht von Aufsichtsrat und Vorstand der Bertelsmann Management SE zur Corporate Governance im Unternehmen ist auf Seite 126 f. dieses Geschäftsberichts zu finden. Als nicht börsennotiertes Unternehmen gibt Bertelsmann keine formelle Entsprechenserklärung nach § 161 des Aktiengesetzes ab. Prüfungs- und Finanzausschuss des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben im Rahmen seines Verantwortungsbereichs den Prüfungs- und Finanzausschuss eingerichtet. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat vier Mitglieder, wobei der Aufsichtsratsvorsitzende nicht den Vorsitz dieses Ausschusses innehat. Mit Wirkung zum 9. Mai 2016 hat Herr Bodo Uebber den Vorsitz des Prüfungs- und Finanzausschusses von Herrn Dr. Karl-Ludwig Kley übernommen, der aus dem Aufsichtsrat mit gleichem Datum ausgeschieden ist. Entsprechend der Vorgabe des Deutschen Corporate Governance Kodex ist der Vorsitzende des Prüfungs- und Finanzausschusses unabhängig im Sinne der Kodex-Anforderungen und verfügt über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Die Mitglieder des Prüfungs- und Finanzausschusses sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem die Bertelsmann SE & Co. KGaA tätig ist, vertraut. Der Prüfungs- und Finanzausschuss erörterte im Rahmen der ihm zugewiesenen Aufgaben im Berichtsjahr insbesondere Fragen der Unternehmensfinanzierung, der Finanzplanung und der Steuerpolitik sowie einzelne negative Planabweichungen des Geschäftsverlaufs von Konzerngeschäften. Ferner befasste sich der Ausschuss eingehend mit dem Rechnungslegungsprozess und überwachte die Wirksamkeit des Risikoüberwachungs- und Risikomanagementsystems, des internen Kontrollsystems sowie des internen Revisionssystems. Er hat sich hierzu auch vom Leiter der Konzernrevision regelmäßig Bericht erstatten lassen. Der Ausschuss befasste sich ferner mit Fragen der Compliance, insbesondere mit der Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit der Compliance-Organisation. Des Weiteren widmete sich der Prüfungs- und Finanzausschuss eingehend der Umsetzung des Abschlussprüfungsreformgesetzes sowie der EU-Marktmissbrauchsverordnung bei Bertelsmann. Im Fokus standen im Geschäftsjahr auch das Pensionswesen im Konzern sowie die Entwicklung der Pensionsrückstellungen. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Prüfung des Jahresabschlusses sowie des Konzernabschlusses. Der Ausschuss befasste sich in diesem Zusammenhang auch mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Die vorläufigen Ergebnisse der Konzern- und Jahresabschlussprüfung des Geschäftsjahres 2015 wurden vom Prüfungs- und Finanzausschuss in einer Telefonkonferenz am 8. März 2016 vor der Bilanzsitzung, die am 18. März 2016 stattfand, mit dem Abschlussprüfer eingehend diskutiert. Der Halbjahresfinanzbericht 2016 wurde vor seiner Veröffentlichung am 26. August 2016 im Ausschuss ausführlich erörtert. Der Prüfungs- und Finanzausschuss der Bertelsmann SE & Co. KGaA kam im Berichtsjahr 2016 zu vier Sitzungen zusammen und führte zusätzlich zwei Telefonkonferenzen durch. Der Vorsitzende des Prüfungs- und Finanzausschusses informierte im Rahmen einer regelmäßigen Berichterstattung das Aufsichtsratsplenum kontinuierlich über die Arbeit des Ausschusses. Jahres- und KonzernabschlussprüfungDie PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt, hat den vom Vorstand der Bertelsmann Management SE aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016 geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Jahresabschluss ist nach den Regeln des HGB aufgestellt worden; der Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA wurde gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Der Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrats hatte entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer für die Jahresabschlussprüfung und die Konzernabschlussprüfung vergeben. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung vorgenommen. Aufgrund einer Erweiterung des Prüfungsauftrags ist vom Abschlussprüfer auch das Risikofrüherkennungssystem der Bertelsmann SE & Co. KGaA beurteilt und für im Sinne des § 91 Absatz 2 AktG geeignet befunden worden. Die Abschlussunterlagen sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers sowie die weiteren Abschlussunterlagen wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats fristgemäß vor der Bilanzsitzung zugesandt. Der Abschlussprüfer hat am 22. März 2017 im Prüfungs- und Finanzausschuss sowie im Plenum des Aufsichtsrats jeweils an der Bilanzsitzung teilgenommen. Hierbei hat er umfangreich Bericht erstattet und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Er konnte bestätigen, dass im Rahmen der Abschlussprüfung keine wesentlichen Schwächen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems festgestellt wurden. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte intensiv diskutiert. Das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer wurde sorgfältig bei der eigenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses herangezogen. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat dem Plenum über die Prüfung des Jahresabschlusses bzw. Konzernabschlusses sowie der Prüfungsberichte in dessen Sitzung ausführlich berichtet. Das Plenum des Aufsichtsrats hat unter Berücksichtigung der Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses und des Prüfungsberichts des Abschlussprüfers sowie nach weiterer Diskussion mit dem Abschlussprüfer den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht intensiv geprüft und eingehend erörtert. Der Aufsichtsrat stimmt dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat folgt der entsprechenden Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses und erhebt nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Jahresabschlusses bzw. Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts keine Einwendungen. Die vom Vorstand der Bertelsmann Management SE aufgestellten Abschlüsse werden gebilligt. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat seinen Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sowie den Corporate Governance Bericht wie auch seine Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung am 12. Mai 2017 verabschiedet. Der Aufsichtsrat hat ferner den Vorschlag des Vorstands der Bertelsmann Management SE zur Höhe der Verwendung des Bilanzgewinns an die Aktionäre geprüft und sich diesem angeschlossen. Die vom Vorstand der Bertelsmann Management SE vorgeschlagene Gewinnausschüttung ist nach Ansicht des Aufsichtsrats angesichts der Höhe des Konzerngewinns und unter Berücksichtigung des konjunkturellen Umfelds, der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens sowie der Interessen der Aktionäre angemessen. Veränderungen im Vorstand der Bertelsmann Management SE und im Aufsichtsrat, Ziele für die Zusammensetzung des AufsichtsratsDie Geschäfte der Bertelsmann SE & Co. KGaA werden von ihrer persönlich haftenden Gesellschafterin, der Bertelsmann Management SE, vertreten durch ihren Vorstand, geführt. Im Vorstand der Bertelsmann Management SE gab es im abgelaufenen Geschäftsjahr folgende Veränderungen: Am 26. Januar 2016 wurde Herr Bernd Hirsch mit Wirkung zum 1. April 2016 zum Mitglied des Vorstands bestellt; er hat zu diesem Termin das Amt des Finanzvorstands übernommen. Im Laufe des Geschäftsjahres bzw. des Berichtszeitraums ergaben sich folgende Veränderungen im Aufsichtsrat: Mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA am 9. Mai 2016 endete die Amtszeit von Herrn Dr. Karl-Ludwig Kley, der für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung stand. Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Herrn Dr. Kley für die langjährige, sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Am 27. Januar 2017 wurde in einer außerordentlichen Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA Herr Bernd Leukert, Mitglied des Vorstands der SAP SE, Walldorf, zum weiteren Aufsichtsratsmitglied gewählt. Derzeit sind alle elf Mitglieder des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE auch Mitglieder des zurzeit 16-köpfigen Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Für den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA, die kein börsennotiertes Unternehmen ist, findet das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" keine Anwendung. Dennoch unterstützt der Aufsichtsrat die Zielsetzung des Gesetzes. Strategisch verfolgt der Aufsichtsrat das Ziel, auch durch die Vielfalt seiner Mitglieder seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion gerecht zu werden. Der Aufsichtsrat wird aber bis auf Weiteres keine Zielquote für Frauen im Aufsichtsrat festlegen. Er ist davon überzeugt, dass im Unternehmen in den Bereichen der Nachfolgeplanung, der Managemententwicklung und der Auswahlprozesse geeignete Maßnahmen getroffen wurden, um die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen nachhaltig zu implementieren (siehe dazu auch den Abschnitt "Vielfalt als gelebte Praxis" im Corporate Governance Bericht auf Seite 127). Im Aufsichtsrat soll der derzeit bestehende Frauenanteil im Fall von Neubesetzungen nicht zurückgehen. Idealerweise haben die Biografen von Neumitgliedern Bezüge zu den Wachstumsregionen und -märkten von Bertelsmann. Neben den drei Vertretern der Familie Mohn und den fünf Vertretern der Mitarbeiter besteht der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA ausschließlich aus unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern. Der Aufsichtsrat erkennt die Intention der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex bei ihrer Forderung nach einer Festsetzung von Zielen für eine Altersgrenze und einer Regelgrenze für die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat an. Vor dem Hintergrund der besonderen Gesellschafterstruktur von Bertelsmann und der bereits in der Satzung der Gesellschaft enthaltenen Altersgrenzenregelung erscheint es dem Aufsichtsrat aber nicht angebracht, bei Bertelsmann weitere bzw. weitergehende Zielvorgaben zu Altersgrenze und Zugehörigkeitsdauer zu formulieren. Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand für seine gute Arbeit im Geschäftsjahr 2016 seinen großen Dank und seine Anerkennung aus. Er dankt darüber hinaus allen Führungskräften und Mitarbeitern für ihr Engagement und ihre Leistung.
Gütersloh, den 22. März 2017 Christoph Mohn, Aufsichtsratsvorsitzender Anteilsbesitz gem. § 285 und § 313 HGB für die Bertelsmann SE & Co. KGaA und den Bertelsmann Konzern zum 31. Dezember 2016List of shareholdings according to § 285 and § 313 HGB for Bertelsmann SE & Co. KgaA and the Bertelsmann Group as per December 31, 2016Nachfolgende Tabellen zeigen den Anteilsbesitz der Bertelsmann SE & Co. KGaA gem. § 285 Nr. 11 HGB und des Bertelsmann Konzerns gem. § 313 Abs. 2 HGB. Bei den Angaben zu den Werten von Eigenkapital und Ergebnis handelt es sich grundsätzlich um IFRS Werte. Fußnoten zu nachfolgenden Tabellen sind am Ende zusammengefasst. / The tables below show the shareholdings of the Bertelsmann SE & Co. KGaA according to Section 285 No. 11 of the German Commercial Code (HGB) and Bertelsmann Group according to section 313 (2) HGB. Information about equity and net result of the companies complies with International Financial Reporting Standards. Footnotes on the tables below are presented at the end. I. Mutterunternehmen / Parent CompanyName und Sitz der Gesellschaft -Name and place of the company Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh II. Im Konzernabschluss vollkonsolidierte Unternehmen sowie nach der Equity-Methode einbezogene Beteiligungen / Fully consolidated companies and investments accounted for using the equity method included in the consolidated financial statements
III. Wegen untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen / Companies excluded from consolidation due to negligible importance
1 = Vorkonsolidiert / preconsolidated
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