Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 776975
Vorher
Mainsee 1302. V V GmbHSyntegon Cartoning - Track & Trace GmbH
Eingetragen
18.8.2020
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Halten von Beteiligungen, die Verwaltung des eigenen Vermögens sowie Entwicklung, Herstellung, Vertrieb und Service von Anlagen, Consumables, Dienstleistungen der Verpackungstechnik sowie verwandter industrieller Gebiete. Dies umfasst auch die Aggregierung von Paketen, Paletten und Kisten, sowie voll integrierte Software- und Systemlösungen für Verpackungen und Maschinen und Datenaustausch auf allen Ebenen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Gebhard Dr. Selinger
seit 30.4.2026
Prokura
Franziska Patotzki
seit 30.4.2026
Prokura
Marc Wilhelms
seit 23.4.2026
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
ROTZINGER GROUP AGCHE
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

ROTZINGER GROUP AG
Switzerland
26.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ROTZINGER PharmaPack GmbH

Waiblingen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

ROTZINGER PHARMAPACK GMBH, WAIBLINGEN

I. Grundlagen des Unternehmens

Die ROTZINGER PharmaPack GmbH im Folgenden "Unternehmen" oder "Gesellschaft" ist einer der fünf führenden Anbieter im pharmazeutischen Kartonier- und Track & Trace-Geschäft. Das Produktportfolio reicht von Kartoniersystemen bis hin zu Serialisierungs- und Aggregationslösungen im Bereich der Sekundärverpackung sowie Blister Applikationen im Bereich der Primärverpackung. Das Unternehmen bietet seinen Service weltweit an.

Das breite Produkt- und Technologieportfolio im Verbund mit der ROTZINGER-Gruppe wird im Rahmen der globalen Marktbearbeitung genutzt, um den Kunden maßgeschneiderte Systemlösungen aus einer Hand anbieten zu können.

Das Geschäft mit inländischen Endkunden beträgt ca. 15 % des Gesamtumsatzes.

Die exportstärksten Märkte hinsichtlich des Umsatzvolumens sind gestaffelt die USA, die Türkei, Süd-Korea, Indien, Norwegen Österreich und Frankreich. In Summe machen Exporte in Drittländer außerhalb des EU-Raums rund 57 % des Umsatzes aus.

II. Wirtschaftsbericht

II.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Geschäftsjahr 2023 gestaltete sich gegenüber den Vorjahren weiterhin als durchwachsen und zeigt klare Spuren der zahlreichen regionalen und überregionalen Krisen auf, sowie Änderungen im Finanzierungsverhalten bedingt durch eine gestiegene Inflation und einem angehobenen Zinsniveau der Zentralbanken. Das erwartete Bruttoinlandsprodukt liegt weltweit mit rund 3,0% zwar im positiven Bereich, jedoch hinter den Vorjahren (2021: 6,3%; 2022: 3,5%). Dieser Rückgang ist insbesondere einer schwachen Entwicklung der wesentlichen Industriestaaten zuzuschreiben. So liegt das prognostizierte BIP-Wachstum in der EU bei nur 0,7%, den G7-Staaten bei 1,5% und Nordamerika bei immerhin noch 2,1%. Zum Vergleich lag das BIP-Wachstum im Vorjahr respektiv noch bei 3,6%, 2,3% und 2,3%.

In Deutschland im Bereich Maschinenbau wird das nominale Produktionswachstum laut VDMA bei knapp 12 Mrd. € liegen, preisbereinigt entspricht dies einem realen Produktionsrückgang von ca. 1 % und damit immerhin noch leicht besser als die erwarteten 2% Rückgang. Aus Sicht des VDMA befände man sich in einem normalen konjunkturellen Tal in üblichen Ausmaß und sieht damit keine Anzeichen einer Krise.

Die Situation in den Lieferketten hat sich zwar etwas entspannt im Vergleich zu den hohen Engpässen während der Covid-19-Jahre, bleibt aber weiterhin angespannt. Regionale Krisen, insbesondere der Konflikt im Nahen Osten und die Auswirkungen daraus, wie die Umfahrung des Suez-Kanals über Südafrika, haben erhebliche Auswirkungen auf Lieferzeiten, Materialversorgung und Logistikkosten. Im Maschinenbau-Barometer von PWC im Dezember 2023 lagen die größten Hindernisse für ein Wachstum in 2024 in einem steigenden Kostendruck (80%), einem fortführenden Mangel an Fachkräften (70%) und den politischen Auswirkungen im Ausland (65%). Die weltweite Coronapandemie spielt hingegen mit nur 9% keine wesentliche Rolle mehr in der Planung der Unternehmen. Im Vergleich, diese lag im Vorjahr noch bei 50%.

II.2. Marktposition der Gesellschaft und Entwicklung verglichen zur Marktentwicklung

Die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen sind für ROTZINGER PharmaPack in den definierten Zielapplikationen nach wie vor sehr gut, auch wenn die Projektrentabilitäten aufgrund des gestiegenen internationalen Wettbewerbs tendenziell etwas abgenommen haben. Die anhaltenden Automatisierungstrends, weiter steigende Anforderungen im Produktionsumfeld bezüglich Hygiene und Produktsicherheit, sowie weiterführende Optimierungsprogramme in Richtung Produktionstransparenz und Effizienz bieten für das Unternehmen ausreichend Wachstumspotential für die weitere nachhaltige Geschäftsentwicklung. Vor allem im Digitalisierungsbereich und im Rahmen der dynamischen Veränderungen im Industrie 4.0-Umfeld entstehen ganz neue Softwarelösungen und Produkte, welche das Unternehmen mit den vorhandenen Kompetenzen innerhalb der Gruppe in der Innovations-Pipeline aufgenommen hat.

Der bereits erwähnte wachsende internationale Wettbewerb führt vor allem bei Standardapplikationen und Einzelmaschinen mit niedriger technischer Komplexität zu steigendem Kostendruck. ROTZINGER PharmaPack kann sich in diesem Zusammenhang vor allem bei der weiter steigenden Nachfrage nach Systemlösungen aus einer Hand von einem Großteil der Wettbewerber klar differenzieren. Mit den langjährigen Erfahrungen der Belegschaft, den vorhandenen Systemkompetenzen und den bisherigen Kundenreferenzen aus über 2.600 ausgelieferten Maschinen hat man sich zwischenzeitlich als einer der führenden Systemanbieter am Markt fest etablieren können. Im Rahmen der Strategieentwicklung steht die Innovations- und Technologieführerschaft in den definierten Zielapplikationen an oberster Stelle, um auch in Zukunft den weltweiten Kunden einen technologischen Mehrwert in der Produktion bieten zu können.

Im Rahmen der integrierten Systemlösungen nehmen verlässliche strategische Partnerschaften zu. Drittlieferanten und die Stabilisierung der vorhandenen Lieferketten mit Modul und Systemlieferanten im In- und Ausland nehmen einen immer höheren Stellenwert ein. Um die Abhängigkeit von externen Supply Chain-Partnern in einem ausgewogenen Verhältnis zu halten, wurden in 2023 innerhalb der ROTZINGERGruppe verschiedene Initiativen gestartet, um den eigenen Wertschöpfungsanteil bei den angebotenen Systemlösungen durch den Austausch und die Erweiterung der bestehenden Produktpalette zu erhöhen. Im Rahmen der neuen Industrie-Organisation innerhalb der ROTZINGER Gruppe hat die ROTZINGER PharmaPack aus Waiblingen die strategische Gesamtverantwortung für das Industriesegment Pharma & PersonalCare erhalten, in welchem auch die Firma PACKFEEDER aus Terrassa, Spanien, sowie die Filling & Capping Applikationen von HANSELLA in Viersen eingebunden sind. Durch diese strategische Zusammenführung konnten weitere positive Impulse für das vorhandene Systemgeschäft gesetzt werden.

Das politische Umfeld spielt bei dem sehr international ausgeprägten Geschäft eine eher untergeordnete Rolle. Vor allem die Multinationals im Pharma & PersonalCare-Umfeld sind in ihrer Beschaffungs- und Produktionslogistik meist breit genug aufgestellt, um auf lokale und regionale politische Veränderungen recht schnell reagieren zu können. Den teilweise vorhandenen Abhängigkeiten von China wird durch Anpassung der Lieferketten schrittweise begegnet.

II.3. Wichtige operative Ereignisse

Die Gesellschaft ist seit 2021 nach ISO 9001/2015 zertifiziert; das Zertifikat hat eine Gültigkeit bis zum 11. Juli 2024. Im Juni 2023 erfolgte ein Rezertifizierungsaudit der Prozesse, das die Aufrechterhaltung des Zertifikats mit einer Gültigkeit bis zum 11. Juli 2024 bestätigt hat.

Für das Unternehmen wurde eine Geschäftsplanung für das Geschäftsjahr 2024 aufgestellt. Diese wird in den nächsten Jahren fortgeschrieben. Die mehrjährige Unternehmensstrategie wurde durch Maßnahmen und Entwicklungsprojekte forciert.

Das internationale Netzwerk an Handelsvertretungen und Agenturen wurde weiter ausgebaut und vertieft bzw. einzelne Regionen neu ausgerichtet. Zusätzlich gab es weitere Einstellungen im Bereich Programmierung, um die Entwicklung in der Digitalisierung von Maschinen und Dienstleistungen noch stärker zu fokussieren. Zur Optimierung unserer Servicequalität wurde sowohl das Team im Servicevertrieb sowie die Servicebearbeitung und die Montage verstärkt.

Die Gesellschaft konnte sich und ihre Produkte auf der Messe Interpack in Düsseldorf sowie auf zahlreichen kleineren Messen erfolgreich präsentieren - hier konnte insbesondere der Industrieverbund im Bereich Pharma & PersonalCare mit den Schwesterunternehmen Packfeeder und Hansella integrierte Linienlösungen präsentieren. Weitere Messebesuche sind für 2024 geplant.

II.4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Der positive Trend im Auftragseingang seit Beginn der zweiten Jahreshälfte 2022 konnte auch im Jahr 2023 weiter fortgeführt werden. So verzeichnete das erste Halbjahr des Geschäftsjahres ein Wachstum von gut 26% im Vergleich zur selben Periode im Vorjahr, die zweite Jahreshälfte konnte dies sogar noch mit 32% Wachstum steigern, so dass im gesamten Jahr ein Auftragseingangswachstum von knapp 30 % verzeichnet werden konnte. Positiv dabei zu bewerten ist, dass diese Wachstumszahlen sowohl im Neumaschinengeschäft als auch im Service erreicht werden konnten. Dieses zeigt zum einen, dass die nicht-operativen, negativen Marktzugangseffekte aus dem Carve-Out der Syntegon-Gruppe überwunden zu sein scheinen und zum anderen die Kundennähe noch weiter gesteigert werden konnte. Des Weiteren ist positiv zu erwähnen, dass die Rückkehr ins Blistergeschäft geglückt ist und auch in 2023 weitere Anlagen verkauft werden konnten. Zudem wurden erste Linienprojekte im Bereich Pharma & PersonalCare zusammen mit den Schwesterunternehmen Packfeeder und Hansella verkauft.

Der Umsatz liegt in diesem Jahr leider immer noch hinter unseren Erwartungen, jedoch konnte auch hier ein Wachstum von rd. 22 % erreicht werden. Wesentliche Gründe für die Zielverfehlung liegen vor allem in der kundenseitig begründeten Verzögerung von Projektauslieferungen, die teilweise auf eine unsichere Investitionslage mit Blick auf steigende Energiekosten und den Leitzinsanhebungen der Zentralbanken in der EU und USA zurückzuführen sind. Hieraus resultiert auch der angestiegene Vorratsbestand.

Im Bereich Personal konnten wichtige Schlüsselpositionen, insbesondere im Bereich Vertrieb und Programmierung, besetzt werden. In Summe haben sich die Kapazitäten (Full-Time-Equivalent) um 2,0 % gegenüber dem Vorjahr erhöht, jedoch ohne Einbezug der Azubis. Das Jahr 2024 ist zunächst mit einer stabilen Personalkapazität geplant.

III. Analyse des Geschäftsverlaufs und der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

III.1. Analyse des Geschäftsverlaufs

Die Rahmenbedingungen für das Jahr 2023 entwickelten sich erwartungsgemäß sehr volatil. Zwar spielte der Effekt der Covid-19-Pandemie gegenüber den Vorjahren keine wesentliche Rolle mehr, jedoch wirkten regionale Konflikte (z.B. Ukraine-Krieg, Gaza-Krieg etc.) sowie eine erhöhte Inflation und die Anhebung der Leitzinsen, insbesondere durch die FED und EZB, zu merklichen Verzögerungen in den Kaufentscheidungen der Kunden. Dennoch konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um beachtliche 22% gesteigert werden. Mit rund 13 % liegt der Inlandsumsatz vergleichsweise auf Vorjahresniveau und gibt eine stabile Basis. Gleichzeitig zeigt dies aber auch, dass die ROTZINGER PharmaPack GmbH ein global aufgestelltes Unternehmen mit weltweiten Kunden ist.

Das Earnings Before Interest and Tax (EBIT) liegt mit -1,2 Mio. EUR noch im roten Bereich, jedoch leicht über den Erwartungen. Das EBIT spiegelt zum einen die erhebliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr wieder und deckt auch einen großen Aufwand im Bereich Forschung und Entwicklung für Produktentwicklungen ab. Somit ist das Ergebnis auch eine Investition in die Erfolge der Zukunft.

Der Materialaufwand in Bezug auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für bezogene Waren liegt bei 53,7 % vom Umsatz. Der Anteil des Personalaufwands beträgt 40,3 %.

III.2. Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme liegt mit 22,2 Mio. EUR um rund 6,5 Mio. EUR höher im Vergleich zum 31.12.2022. Der wesentliche Effekt auf der Aktivseite kommt aus einem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 5,9 Mio. EUR auf 7,7 Mio. EUR. Die Vorräte haben sich um 1,1 Mio. EUR auf 5,4 Mio. EUR erhöht. Als gegenläufiger Effekt kommt die Abnahme des Anlagevermögens um 1,1 Mio. EUR auf 2,4 Mio. EUR bedingt durch planmäßige Abschreibungen.

Die liquiden Mittel haben sich auf 0,1 Mio. EUR reduziert, was so durch die volle Integration in den ROTZINGER GROUP-Cash-Pool erwartet wurde. Hinzu kommen Guthaben aus dem Konzernverbund gegen die ROTZINGER GROUP AG von 3,4 Mio. EUR.

Die anfallenden finanziellen Verpflichtungen wurden stets durch fristgerechte Zahlung erfüllt. Die Zahlungsfähigkeit war jederzeit gegeben.

Die Eigenkapitalquote beträgt im Geschäftsjahr 31,1 %.

Im Bereich der Rückstellungen (5,6 Mio. EUR) sind nur die sonstigen Rückstellungen zu erwähnen, da die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen sich durch den positiven Wertverlauf auf der Aktivseite saldiert haben. Der wesentliche Anteil innerhalb der sonstigen Rückstellungen wurde für Personal (Jubiläen, Zeitkonten, Erfolgsprämien etc.) sowie für ausstehende Rechnungen und Rückstellungen für noch nicht erbrachte Leistungen gebildet.

Die Verbindlichkeiten in Höhe von 9,7 Mio. EUR setzen sich im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie aus sonstigen Verbindlichkeiten zusammen.

Zur Sicherung der Kundenanzahlungen dient die Avallinie in Höhe von 5 Mio. EUR bei der Deutschen Bank. Inflations und Wechselkurseinflüsse haben auf die Geschäftsentwicklung keinen nennenswerten Einfluss.

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts beurteilt die Geschäftsführung die wirtschaftliche Lage der ROTZINGER PharmaPack GmbH weiterhin als stabil.

IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

IV.1. Chancen- und Risikobericht

Marktrisiken

Im Rahmen der aufgetretenen Versorgungsengpässe während der Corona-Pandemie halten die Investitionsmaßnahmen zur Produktionserweiterung und zur Sicherstellung der Arzneimittelversorgung im internationalen Umfeld weiter an. Vor allem Systemlösungen zum Verpacken von steril abgefüllten Glasvials und vorgefüllten Spritzen sind noch immer stark nachgefragt. Hinzu kommt die gestiegene Nachfrage nach effizienten Verpackungslösen für neue Medikationen im Biotech-Umfeld wie z.Bsp. die neu eingeführten Weight-Loss-Produkte.

Auch die anhaltenden Nachhaltigkeitstrends und die steigende Nachfrage der Kunden nach rein papier- basierten Verpackungslösungen wirkt sich positiv auf die Umsatzentwicklung des Neumaschinengeschäftes aus.

Bestehende Kundenanfragen und Investitionsprojekte zeigen für die kommenden Jahre nicht nur in den lohnintensiven Industrienationen anhaltende Automatisierungstrends, sondern auch Regionen wie Indien, Afrika, Middle East oder South Asia Pacific investieren immer mehr in anspruchsvolle Systemtechnik.

Bei der steigenden technischen Komplexität der Systemprojekte und der geforderten Kombination von Flexibilität, Produktivität und Systemeffizienz nimmt das Risikomanagement in der Angebots und Projektierungsphase der Projekte einen immer höheren Stellenwert ein. Funktionelle und wirtschaftliche Projektrisiken werden über den vorhandenen Risikomanagement-Prozess vor der Vertragsunterzeichnung und dem Auftragseingang systematisch dokumentiert und adressiert.

Im Bereich Track & Trace sind die durch die Gesetzgebung hervorgerufenen Wachstumsphasen der vergangenen Jahre stark zurückgegangen. Das Nachrüsten vorhandener Produktionsanlagen ist nahezu abgeschlossen. Bestehende Aufträge stehen zum Großteil nur noch mit Ersatzinvestitionen beim Kunden in Verbindung. Neue Wachstumselemente sind hingegen mit der Anbindung der Serialisierungslösungen an vorhandene MES-Systeme gegeben. Die Digitalisierungstrends im Rahmen der Smart Factory werden auch neue Anforderungen an bestehende Track & Trace-Systeme stellen und dadurch neue Absatzmöglichkeiten auslösen.

Zins und finanzwirtschaftliche Risiken

Die Gesellschaft ist aufgrund von USD-Fakturierungen dem Risiko der Währungsschwankungen ausgesetzt. Zur Risikoverminderung setzt die Gesellschaft bei Bedarf und Projekten mit einem hohen Volumenanteil Sicherungsgeschäfte ein.

Ausfallrisiken

Durch unser systemgesteuertes Forderungsmanagement begegnen wir dem Risiko von Zahlungsausfällen bei Kundenforderungen. Überfällige Forderungen werden durch regelmäßige Mahnläufe identifiziert und nachverfolgt. Bekannte Ausfallrisiken werden durch angemessene Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Am Anfang jeder Geschäftsbeziehung mit Neukunden steht eine Kundenbonitätsprüfung. Zur weiteren Absicherung werden Anzahlungen und Aval Sicherungen wie Letter of Credit vor Projektstart eingefordert.

Beschaffungsrisiken

Hierbei könnte es sich um Risiken hinsichtlich des Zugangs zu den Beschaffungsmärkten oder der Verfügbarkeit von Einkaufsmaterialien, der Preisentwicklung, der Entwicklung des Wechselkurses der für die Gesellschaft maßgeblichen Fremdwährungen, der Konkurrenzsituation und steigender Materialaufwendungen handeln. Weitere Risiken können sich aus Verhandlungen über die Lohn- und Gehaltstarifabschlüsse ergeben.

Die Ergebnisse aus dem Tarifabschluss der IG Metall BW von 2023 haben noch eine Laufzeit bis Ende 2024 und wurden für die Planung 2024 bereits antizipiert.

Regionale Risiken

In diesem Zusammenhang können unter anderem, aber nicht ausschließlich, politische Unruhen, Krieg, Embargo, Auswirkungen von Pandemien und Epidemien, Naturkatastrophen und Streiks genannt werden.

Mit Bezug auf die Russland-Ukraine-Krise und dem Gaza-Konflikt werden Entwicklungen im Bereich Embargo und Sanktionen tagesaktuell von unserem Exportverantwortlichen verfolgt, um sowohl rechtliche als auch wirtschaftliche Risiken in Grenzen zu halten. Aktuell sehen wir das Risiko für die Gesellschaft als gering an, da der Geschäftsanteil mit diesen Regionen vernachlässigbar ist.

Die Gesellschaft ist sowohl gegen Sachschäden als auch gegen Betriebsunterbrechungen versichert.

Finanzierungsrisiken

Zusätzliche Liquidität kann im Bedarfsfall über die Muttergesellschaft erworben werden. Um eine durchgehende Finanzierung des operativen Geschäfts sicherzustellen, wird eine auf 12 Monate ausgelegte, rollierende Liquiditätsprognose wöchentlich aktualisiert und eng mit der Muttergesellschaft abgestimmt.

Beurteilung des Gesamtrisikos

Die Beurteilung der Gesamtrisiko-Situation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Risikokomplexe beziehungsweise Einzelrisiken. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass bestandsgefährdende Risiken gegenwärtig nicht zu erkennen sind.

IV.2. Prognosebericht

Die Covid19-Pandemie und ihre Nachwirkungen in 2023 hatte für das Unternehmen trotz der zwischenzeitlichen Versorgungsengpässe in der Supply Chain aufgrund der steigenden Nachfrage für Vial- und Spritzenverpackungen eher positive Auswirkungen.

Mit der realisierten Markteinführung der neuen Blister-Plattform in 2023 und der geplanten Neueinführung einer neuen hochflexiblen Abfüllanlage für OTC-Applikationen in 2024 sowie mit den geplanten Digitalisierungsprodukten und angebotenen Dienstleistungen innerhalb der ROTZINGER-Gruppe ist in den kommenden Jahren in Kombination mit der Intensivierung der weltweiten Verkaufsaktivitäten über eigene Vertriebskanäle weiterhin mit nachhaltigem Wachstum zu rechnen.

Die erweiterte Gesamtverantwortung für das Industriesegment Pharma & PersonalCare und die bestehenden Synergien zu den übrigen Schwesterunternehmen innerhalb der ROTZINGER Gruppe bieten dem Unternehmen neue Wachstumselemente in den Bereichen Robotics, Filling & Capping, Produkthandling und Digitalisierung sowie in der Ausweitung des bestehenden Systemgeschäfts. Die Vernetzung innerhalb der ROTZINGER-Gruppe unterstützt die strategischen Stoßrichtungen des Unternehmens als weltweit anerkannter Systemanbieter. Zudem erweitert sich durch den Gruppenverbund der Marktzugang zu Personalcare, Healthcare und Medical Applikationen, die bisher mit den vorhandenen Technologien und Kompetenzen nicht abgedeckt werden konnten.

Für das Jahr 2024 wird im Bereich des Auftragseingangs auf Basis des Niveaus von 2023 mit einem weiteren positiven Wachstumsschritt im unteren zweistelligen Bereich gerechnet. Der vorhandene Auftragsbestand für 2024 und die anhaltend positive Entwicklung des Servicegeschäftes verleihen dem Unternehmen sowohl in der Umsatz- als auch in der Ergebnisrealisierung zusätzliche Planungssicherheit. Insgesamt korrespondiert der zu erwartende Umsatzverlauf mit den Wachstumszielen aus dem Strategieprozess. Im operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Amortisation und Abschreibung (EBITDA) werden wieder schwarze Zahlen erwartet.

V. Erklärung zur Unternehmensführung

Dieser Lagebericht enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der ROTZINGER PharmaPack GmbH sowie wirtschaftliche und politische Entwicklungen beziehen. Die Aussagen stellen Einschätzungen dar, die wir nach gründlicher Prüfung auf Basis uns zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung zur Verfügung stehender Informationen getroffen haben. Da sie jedoch auch von Faktoren abhängen, die nicht unserem Einfluss unterliegen, kann die tatsächliche Entwicklung von den Prognosen abweichen.

 

Waiblingen, den 24. Mai 2024

ROTZINGER PHARMAPACK GMBH

Geschäftsführung

gez. Paul Albert Schnellmann

gez. Andreas Graf

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023

ROTZINGER PHARMAPACK GMBH, WAIBLINGEN

AKTIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN 2.389.295,95 3.470.302,50
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 998.686,00 2.262.120,00
II. Sachanlagen 1.390.609,95 1.208.182,50
B. UMLAUFVERMÖGEN 19.797.288,26 12.261.115,63
I. Vorräte 5.387.201,76 4.288.305,11
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 14.321.031,25 6.758.167,16
- davon Forderungen gegen verbundene Unternehmen: EUR 6.120.668,59 (Vorjahr: EUR 4.481.197,58)
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 89.055,25 1.214.643,36
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 32.317,98 45.664,93
D. AKTIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER VERMÖGENSVERRECHNUNG 17.651,19 0,00
22.236.553,38 15.777.083,06

PASSIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. EIGENKAPITAL 6.925.961,63 7.500.842,24
I. Gezeichnetes Kapital 26.000,00 26.000,00
II. Kapitalrücklage 8.821.924,00 8.821.924,00
III. Verlust-/Gewinnvortrag -1.347.081,00 559.775,53
IV. Jahresfehlbetrag -574.881,37 -1.906.857,29
B. RÜCKSTELLUNGEN 5.614.112,06 4.410.229,16
C. VERBINDLICHKEITEN 9.696.479,69 3.866.011,66
- davon aus Steuern: EUR 180.363,88 (Vorjahr: EUR 159.852,94)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 4.700,91)
22.236.553,38 15.777.083,06

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

2023
EUR
2022
EUR
1. Rohergebnis 16.548.112,76 14.192.162,20
2. Personalaufwand -11.718.616,34 -10.353.167,07
a) Löhne und Gehälter -9.692.665,89 -8.869.220,32
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -2.025.950,45 -1.483.946,75
- davon für Altersversorgung: EUR 190.808,62 (Vorjahr: EUR 245.851,29)
3. Abschreibungen -1.454.680,54 -1.387.759,75
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.454.680,54 -1.387.759,75
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.542.950,29 -3.956.262,67
- davon aus Währungsumrechnung: EUR 355.523,25 (Vorjahr: EUR 159.515,15)
5. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 672.989,09 130.022,53
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 191.703,60 (Vorjahr: EUR 130.022,53)
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -49.433,00 -810.771,97
- davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen: EUR 49.433,00 (Vorjahr: EUR 51.894,00)
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 301.417,60
8. Ergebnis nach Steuern -544.578,32 -1.884.359,13
9. Sonstige Steuern -30.303,05 -22.497,41
10. Jahresfehlbetrag -574.881,37 -1.906.856,54

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

ROTZINGER PHARMAPACK GMBH, WAIBLINGEN

I. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM JAHRESABSCHLUSS

Die ROTZINGER PharmaPack GmbH hat ihren Sitz in Waiblingen und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart (HR B Reg. Nr. 776975).

Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) erstellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird gem. § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Die Gesellschaft berichtet über das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023.

II. ANGABEN ZU DEN BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bewertungsmethoden maßgebend.

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden auf Basis direkt zurechenbarer Einzelkosten sowie anteilig zurechenbarer Gemeinkosten aktiviert und über die voraussichtliche Nutzungsdauer entsprechend, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Aus der Aktivierung resultiert eine Ausschüttungssperre gemäß § 268 Abs. 8 HGB von TEUR 143.

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über die voraussichtliche Nutzungsdauer entsprechend, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Soweit die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und gegebenenfalls außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden entsprechend dem wirtschaftlichen Nutzungsverlauf linear vorgenommen. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Bandbreiten für die Nutzungsdauern zugrunde:

Nutzungsdauer
Gebäude 10-50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 8-11 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-25 Jahre

In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird seit dem 1. Januar 2008 handelsrechtlich die steuerrechtliche Regelung des § 6 Abs. 2a EStG angewendet. Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die einer selbstständigen Nutzung fähig sind, werden im Wirtschaftsjahr der Anschaffung, Herstellung oder Einlage in voller Höhe als Betriebsausgaben erfasst, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut EUR 250,00 nicht übersteigen. Für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, mehr als EUR 250,00 und bis zu EUR 1.000,00 betragen, wird ein jährlicher Sammelposten im Sinne des § 6 Abs. 2a EStG gebildet. Der jährliche Sammelposten wird über fünf Jahre gewinnmindernd aufgelöst. Scheidet ein Wirtschaftsgut vorzeitig aus dem Betriebsvermögen aus, wird der Sammelposten nicht vermindert.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren werden zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Im Rahmen des Niederstwerttests erfolgt die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Waren zum niedrigeren Wert aus durchschnittlichen Anschaffungskosten und Beschaffungsmarktpreis zum Abschlussstichtag.

Die fertigen und unfertigen Leistungen und Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB. Des Weiteren werden angemessene Teile der Verwaltungskosten sowie angemessene Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung in die Herstellungskosten einbezogen, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen.

Geleistete Anzahlungen sind zum Nennwert bilanziert. Erhaltene Anzahlungen wurden offen von dem Posten "Vorräte" abgesetzt, soweit den Anzahlungen Vorräte zugeordnet werden konnten.

Bei den Vorräten werden Risiken aus erhöhter Lagerdauer und/oder geminderter Verwertbarkeit durch Abwertungen mit bis zu 100 % berücksichtigt. Sofern bei fertigen Erzeugnissen und Waren, deren voraussichtlicher Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Verwaltungs-, Vertriebs- sowie Entwicklungskosten unter den Anschaffungs/Herstellkosten liegt, werden diese mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt (ungünstige Ertragslage). Sofern bei angearbeiteten Vorräten die insgesamt erwarteten Selbstkosten die Erlöse übersteigen, erfolgt ebenfalls eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung, auf den um einzelwertberichtigte Forderungen verminderten Forderungsbestand, in Höhe von 1 % Rechnung getragen.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Schulden mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr werden am Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet und neben den unrealisierten Aufwendungen werden auch unrealisierte Erträge erfolgswirksam erfasst.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck bewertet. In der Berechnung wird der von der Deutschen Bundesbank monatlich veröffentlichte, durchschnittliche Marktzins der letzten zehn Jahre verwendet, dabei wird eine pauschale Restlaufzeit der Verpflichtungen von 15 Jahren angenommen. Für 2023 wurde ein Zinssatz von 1,82 % (VJ: 1,78 %) zugrunde gelegt.

Personalrückstellungen, die in Form von bezahlter Freizeit abgegolten werden (wie z.B. Rückstellungen für Urlaubsverpflichtungen, Überstunden, Gleitzeit, Langzeitkonten, Altersteilzeit, Jubiläum und ähnliche Verpflichtungen), werden als Sachleistungsverpflichtungen zu Vollkosten bewertet. Insofern werden in die Bemessung des Jahresaufwandes je Arbeitnehmer grundsätzlich alle im Dienstverhältnis begründeten Entgelte einbezogen. Zur Ermittlung des Tages- bzw. Stundensatzes wird der Jahresgesamtaufwand durch die tatsächlich geleisteten Arbeitstage bzw. Stunden dividiert. Personalrückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr wurden entsprechend aufgezinst - Altersteilzeit-Rückstellungen mit einem Zinssatz von 0,56 % (VJ: 0,56 %), Jubiläumsrückstellungen mit einem Zinssatz von 1,75 % (VJ: 1,44 %).

Die sonstigen Rückstellungen sind so bemessen, dass die erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen berücksichtigt sind. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Für allgemeine Garantieverpflichtungen wird aus dem um Aufwendungen für Einzelrisiken bereinigten Jahresgarantieaufwand unter Berücksichtigung des Umsatzverlaufs bei den einzelnen Erzeugnisgruppen eine Rückstellung gebildet.

Die Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Von der Möglichkeit, einen Aktiv-Posten für latente Steuererträge zu bilden, wurde kein Gebrauch gemacht.

III. ANGABEN ZU DEN POSTEN DER BILANZ

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im (Brutto-)Anlagenspiegel (Bestandteil des Anhangs) dargestellt.

Mitzugehörigkeitsvermerke

Bei den Forderungen gegen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich jeweils unverändert zum Vorjahr um Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben alle eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Eigenkapital

Das im Handelsregister eingetragene und voll eingezahlte gezeichnete Kapital beträgt TEUR 26 (Vorjahr: TEUR 26).

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Pensionsrückstellungen zum 31.12.2023 in Höhe von TEUR 3.302 (VJ: TEUR 4.562) sind von der Alten Leipziger Pensionsmanagement GmbH, Oberursel, ermittelt worden. Die Bewertung der Pensionsverpflichtung erfolgt analog wertpapiergebundener Zusagen. Die Versorgungsverpflichtung entspricht nach § 253 Abs. 1. S. 3 HGB dem Aktivwert des Deckungsvermögens, mindestens aber der Summe der eingezahlten Beiträge. Aus der Bewertungsänderung gegenüber der Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafel 2018 G von Klaus Heubeck resuliert ein Unterschiedsbetrag von Euro 23.732,00.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Pensionen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren von 1,82 % (VJ: 1,87 %) und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren von 1,74 % (VJ: 1,35 %) nach § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt 24 TEUR (VJ: TEUR 71).

Das verrechnete Deckungsvermögen besteht aus Wertpapieren, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung der Schulden aus der Alterszeitverpflichtung dienen. Die Bewertung der Vermögensgegenstände erfolgt gem. § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert von TEUR 3.320 (VJ: TEUR 3.894). Die Anschaffungskosten belaufen sich auf TEUR 4.220. Die Verrechnung der Pensionsrückstellungen mit dem Deckungsvermögen führt zu einem aktivischen Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 18 (VJ: TEUR 668 passivischer Unterschiedsbetrag).

Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen

Die Altersteilzeitverpflichtungen zum 31. Dezember 2023 sind von der Allianz Lebensversicherungs-AG, Stuttgart, ermittelt worden. Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden die Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck verwendet. Es wurden ein Rechnungszinssatz von 1,08 % p.a. (bei einer Restlaufzeit von 2,58 Jahren) sowie ein Gehaltstrend und ein Trend zur Beitragsbemessungsgrenze der Sozialversicherungen von jeweils 2,0 % p.a. angenommen. Der Erfüllungsbetrag der Schulden zum 31.12.2023 beläuft sich auf TEUR 155 (Vorjahr: TEUR 226).

Die Altersteilzeitverpflichtungen sind durch Vermögensgegenstände abgesichert, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung der Schulden aus den Altersteilzeitverpflichtungen dienen. Die Bewertung dieses Deckungsvermögens erfolgt gem. § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert von TEUR 65 (VJ: TEUR 127), die Anschaffungskosten betragen TEUR 65. Aus der Aktivierung des Deckungsvermögens mit dem beizulegenden Zeitwert ergibt sich Gesamtbetrag in Höhe von TEUR 0 (VJ: TEUR 0), der gem. § 268 Abs. 8 HGB der Ausschüttungssperre unterliegt.

Nach Verrechnung der Altersteilzeitverpflichtungen mit dem Deckungsvermögen verbleibt ein passivischer Unterschiedsbetrag in Höhe TEUR 89 (VJ: TEUR 103), der unter dem Posten "Sonstige Rückstellungen" gezeigt wird.

Mittelbare Pensionsverpflichtungen

Auf der Grundlage einer Betriebsvereinbarung hat die Gesellschaft ihre Arbeitnehmer zur Gewährung einer leistungsorientierten Betriebsrente in einem Pensionsfonds (WTW Pensionsfonds) versichert. Der durch die Gesellschaft jährlich zu zahlende Beitrag beträgt 1,5 % der beitragsrelevanten Bezüge zzgl. 9,0 % des Teils der beitragsrelevanten Bezüge, der die im Zeitpunkt der Bereitstellung des Beitrags geltende Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung übersteigt. Die Arbeitnehmer können Aufstockungsbeiträge leisten. Bei den durch den Pensionsfonds zu erbringenden Leistungen handelt es sich um mittelbare Pensionsverpflichtungen, für die keine Rückstellungen gebildet werden. Das Planvermögen zum 31.12.2023 beträgt 2,64 Mio. EUR (VJ: 2,38 Mio. EUR). Die korrespondierende Verpflichtung besteht in nämlicher Höhe.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gliedern sich hinsichtlich ihrer Restlaufzeit wie folgt auf:

Stand 31.12.2023
TEUR
bis 1 Jahr
TEUR
mehr als 1 Jahr
TEUR
mehr als 5 Jahre
TEUR
Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen 4 4 0 0
(VJ:) (0) (0) (0) (0)
Übrige Verbindlichkeiten 9.693 9.693 0 0
(VJ:) (3.866) (3.866) (0) (0)
Gesamt 9.697 9.697 0 0
(VJ:) (3.866) (3.866) (0) (0)

IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 226 (VJ: TEUR 274).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 355 (VJ: TEUR 367) enthalten.

Finanzergebnis

Entsprechend der Vorschriften des § 246 Abs. 2 Satz 2 Halbsatz 2 HGB sind Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie für Altersteilzeitverpflichtungen mit den Aufwendungen und Erträgen des jeweiligen Deckungsvermögens zu saldieren, soweit eine Saldierung der Rückstellungen mit den entsprechenden Vermögensgegenständen nach § 246 Abs. 2 Satz 2 1. Halbsatz HGB vorzunehmen ist.

Aus der Verrechnung der Pensionsrückstellungen mit dem Deckungsvermögen ergibt sich ein Zinsertrag von TEUR 436 (VJ: Zinsaufwand von TEUR 795), der unter der Position "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" ausgewiesen wird und sich wie folgt zusammensetzt:

Ertrag aus dem Deckungsvermögen von 481 TEUR (VJ: Zinsaufwand von TEUR 795) und

Aufwand aus der Aufzinsung von Rückstellungen von TEUR 45 (VJ: TEUR 42).

Aus der Saldierung der Altersteilzeitverpflichtungen mit dem Deckungsvermögen resultiert ein Zinsaufwand von TEUR 1 (VJ: TEUR 4), der ebenfalls in der Position "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" enthalten ist und sich wie folgt zusammensetzt:

Ertrag/Aufwand aus dem Deckungsvermögen von 0 TEUR (VJ: Aufwand von TEUR 3) und

Aufwand aus der Aufzinsung von Rückstellungen von TEUR 1 (VJ: Aufwand von TEUR 1).

V. SONSTIGE ANGABEN

Mitarbeiter

Das Unternehmen beschäftigte im Durchschnitt 108 MitarbeiterInnen (VJ: 102).

Geschäftsführung

Die Geschäftsführung erfolgte durch:

Paul Albert Schnellmann, Urdorf/Schweiz

Andreas Graf, Memmelsdorf

Der Beruf der Mitglieder der Geschäftsführung ist mit ihrer Organstellung identisch. Hinsichtlich der Geschäftsführerbezüge wird von der Schutzklausel gem. § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 2.968 (VJ: TEUR 4.167) aus Miet-, Leasing- und Dienstleistungsverträgen.

Konzernverhältnisse

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Rotzinger Group AG, Kaiseraugst/Schweiz, einbezogen.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, das Ergebnis auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Waiblingen, den 24. Mai 2024

ROTZINGER PharmaPack GmbH

Geschäftsführung

gez. Paul Albert Schnellmann

gez. Andreas Graf

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
1. Jan. 2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31. Dez. 2023
EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 121.934,23 79.953,80 0,00 201.888,03
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.398.140,73 11.186,51 0,00 4.409.327,24
4.520.074,96 91.140,31 0,00 4.611.215,27
II. SACHANLAGEN
Technische Anlagen und Maschinen 254.211,64 0,00 0,00 254.211,64
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 302.617,67 124.511,23 0,00 427.128,90
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 741.314,50 158.022,45 0,00 899.336,95
Geringwertige Wirtschaftsgüter 52.358,60 0,00 0,00 52.358,60
1.350.502,41 282.533,68 0,00 1.633.036,09
5.870.577,37 373.673,99 0,00 6.244.251,36
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN
1. Jan. 2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31. Dez. 2023
EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 6.097,23 52.571,80 0,00 58.669,03
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.251.857,73 1.302.002,51 0,00 3.553.860,24
2.257.954,96 1.354.574,31 0,00 3.612.529,27
II. SACHANLAGEN
Technische Anlagen und Maschinen 31.694,64 28.312,00 0,00 60.006,64
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 91.081,67 60.972,23 0,00 152.053,90
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
Geringwertige Wirtschaftsgüter 19.543,60 10.822,00 0,00 30.365,60
142.319,91 100.106,23 0,00 242.426,14
2.400.274,87 1.454.680,54 0,00 3.854.955,41
NETTOBUCHWERTE
31. Dez. 2023
EUR
31. Dez. 2022
EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 143.219,00 115.837,00
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 855.467,00 2.146.283,00
998.686,00 2.262.120,00
II. SACHANLAGEN
Technische Anlagen und Maschinen 194.205,00 222.517,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 275.075,00 211.536,00
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 899.336,95 741.314,50
Geringwertige Wirtschaftsgüter 21.993,00 32.815,00
1.390.609,95 1.208.182,50
2.389.295,95 3.470.302,50

BESTÄTIGUNGSVERMERK FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

ROTZINGER PHARMAPACK GMBH, WAIBLINGEN

Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers bezieht sich auf den Jahresabschluss in der aufgestellten Form. Die Offenlegung erfolgt in verkürzter Form gemäß §§ 325 ff. HGB.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die ROTZINGER PharmaPack GmbH, Waiblingen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ROTZINGER PharmaPack GmbH, Waiblingen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ROTZINGER PharmaPack GmbH, Waiblingen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bad Oeynhausen, 24. Mai 2024

AUDITAS GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Dipl. Bw. Burkhard Osterwisch, Wirtschaftsprüfer

gez. Dipl. Kfm. Nils Weinberger, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 20. Juni 2024 festgestellt.

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