Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRB 715341
Eingetragen
11.9.2012
Branche
BeteiligungsgesellschaftenForschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Die Erforschung von Proteinkomplexen zum Zwecke der Identifizierung von Zielproteinen (Targets), der Entwicklung pharmazeutischer Produkte, von Diagnoseverfahren oder Impfstoffen. Die Gesellschaft ist ferner berechtigt, zur Errichtung von Forschungseinrichtungen als Generalunternehmer tätig zu werden. Die Gesellschaft darf auch als reine Holding-Gesellschaft fungieren.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Paola Dr. Grandi
seit 15.8.2024
Prokura
Prokura
Gerard Dr. Drewes
seit 11.9.2012
Prokura
Gitte Dr. Neubauer
seit 11.9.2012
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Cellzome, Inc.USA
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Cellzome, Inc.
United States
309.679 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Cellzome GmbH

Heidelberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Geschäftsmodell der Gesellschaft

Die Cellzome GmbH ist ein auf Grundlagenforschung spezialisiertes Unternehmen innerhalb des GlaxoSmithKline ("GSK") Konzerns. Die Cellzome GmbH ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der GlaxoSmithKline LLC, Philadelphia, USA und gehört somit zu 100 % zum GSK-Konzern.

Gegenstand des Unternehmens ist der Einsatz seiner proprietären Technologien zur Entschlüsselung der molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung und Wirkung neuartiger Wirkstoffe. Die Forschungsergebnisse der Cellzome GmbH werden als Entscheidungsgrundlage in unterschiedlichen Stadien der Entdeckung und Entwicklung neuer Medikamente genutzt, die in anderen Konzerngesellschaften ausgeführt werden.

1.2. Forschung und Entwicklung

Die Cellzome GmbH ist komplett in die F&E-Abteilung des GSK-Konzerns integriert und liefert durch seine Omics-Technologien Daten, die das Design von neuen Wirkstoffen und deren Erprobung in biologischen Systemen und klinischen Studien beeinflussen können. Die Technologien, die bei Cellzome zum Einsatz kommen, entwickeln sich global rasant weiter und eröffnen immer neuere und bessere Einsichten in die Entstehung von Krankheiten und die Wirkung von Arzneistoffen, was die Erfolgsaussichten deutlich erhöht, bessere Medikamente zu entwickeln. Um diese rasante Technologie-Entwicklung auszunutzen und langfristige Investitionsentscheidungen treffen zu können, nutzt die Cellzome GmbH ihren einzigartigen Standort auf dem Campus des Europäischen Molekularbiologie-Labors (EMBL) in einer strategischen Forschungsallianz, bei der neue Methoden entwickelt und auf die Wirkstoff-Forschung angewendet werden können. Im Jahr 2023 wurde ein neues Forschungsprojekte im Rahmen dieser Kooperation und ein weiteres mit der Universität Heidelberg vereinbart.

1.3. Steuerung

Die Gesellschaft ist in das Steuerungssystem der GSK-Gruppe eingebunden. Aufgrund der Geschäftstätigkeit als konzerninterne Forschungsgesellschaft erwirtschaftet die Cellzome GmbH keine externen Umsatzerlöse. Gemäß einer "Cost Plus"-Vereinbarung mit der GlaxoSmithKline Research and Development Limited erhält die Gesellschaft eine Kompensation in Höhe der Herstellungskosten abzüglich sonstiger betrieblicher Erträge und zuzüglich sonstiger betrieblicher Aufwendungen sowie Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen und zusätzlich eines Gewinnaufschlags. Diese erhaltenen Zahlungen werden als Umsatzerlöse ausgewiesen. Die Steuerung der Gesellschaft erfolgt durch die Planung der Herstellungskosten, da sich die Umsatzerlöse und auch das Ergebnis entsprechend der Vereinbarung mit der GlaxoSmithKline Research and Development Limited maßgeblich aus diesen Aufwendungen ableitet.

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren werden von der Gesellschaft nicht zur Steuerung herangezogen.

Die Budgetplanung der operativen Kosten erfolgt auf Kostenstellenebene.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2023 wurde von den Folgen der globalen Krisen beeinflusst. Herausforderungen wie der anhaltende russische Angriffskrieg auf die Ukraine, geopolitische Spannungen aber auch der hohe Krankenstand beeinflussen die Wirtschaft Deutschlands. 1 Die Konjunktur wurde durch die nach wie vor hohen Preise in allen Wirtschaftsstufen gedämpft. Steigende Zinsen sowie eine geringe Nachfrage aus dem In- und Ausland zählen außerdem zu den ungünstigen Finanzbedingungen, die die deutsche Wirtschaft 2023 vor Herausforderungen stellten. Im Ergebnis sinkt das preisbereinigte BIP um 0,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich zu dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie 2019, war das BIP 2023 um 0,7 % höher. 2

1 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Wirtschaft/jahreswirtschaftsbericht-2024.pdf?_blob=publicationFile&v=6.
2 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2024/bip2023/pm-bip.pdf ?_ blob=publicationFile.

Die wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Bereichen verläuft 2023 unterschiedlich. Ein negatives Wachstum von 2,0 % wurde im Bereich des Produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) verzeichnet. Auch die Produktion und Wertschöpfung in den energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und Metallindustrie sanken erneut. In den meisten Dienstleistungsbereichen konnte hingegen ein positives Wachstum festgestellt werden, wenn auch schwächer als in den beiden vorangegangen Jahren. Mit einem preisbereinigten Zuwachs von 2,6 % verzeichnete der Bereich Information und Kommunikation das größte positive Wachstum. Im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit zeigte sich einen leichter Anstieg von 1,0 %. 3

Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben nahmen im Jahr 2023 ab. Der private Konsum reduzierte sich um 0,8 % gegenüber dem Vorjahr, welches auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen ist. Insbesondere durch den Wegfall staatlich finanzierter Corona- Maßnahmen, wie Impfungen oder Ausgleichszahlungen für freie Betten in Krankenhäusern reduzierten sich die preisbereinigten Konsumausgaben des Staates um 1,7 %. 4

Erste Auswertungen der Kaufkraft zeigen, dass die Nominallöhne im 3. Quartal 2023 um 6,3 % höher waren als im Vorjahresquartal. Die Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum um 5,7 %. Demnach gab es einen Zuwachs bei den Reallöhnen um 0,6 %. Damit konnte im 2. und 3. Quartal 2023 erstmals seit dem 2. Quartal 2021 wieder ein Anstieg der Reallöhne verzeichnet werden. 5

Der Rekordkrankenstand im Jahr 2023 drückte die deutsche Wirtschaftsleistung um 0,8 Prozentpunkte nach unten und es kam zu einem Verlust des Wirtschaftswachstums in 2023 um 26 Milliarden Euro. Das Bruttoinlandsprodukt wäre ohne diese Ausfälle leicht um 0,5 % gewachsen. 6

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Mit Ausnahme des Jahres 2020, das von der Pandemie geprägt war, verzeichnete die Gesundheitswirtschaft in Deutschland in den letzten zehn Jahren ein stetiges Wachstum. Im Jahr 2023 erbrachte sie eine Wertschöpfung von 435,5 Milliarden Euro, was 11,5 % der gesamten Bruttowertschöpfung Deutschlands entspricht. Das bedeutet, dass durchschnittlich jeden Tag 1,2 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung durch die Gesundheitswirtschaft generiert wurden. Ein bedeutender Teil dieser Wertschöpfung, nämlich 94,6 Milliarden Euro oder 21,7 %, entfiel auf die industrielle Gesundheitswirtschaft (iGW), die zu den größten und bedeutendsten Teilbranchen gehört. Im Vergleich zum Vorjahr weist die iGW damit einen Rückgang ihrer Wertschöpfung von 8,2 % auf. 2023 waren in der iGW 1 Million Erwerbstätige beschäftigt, was im Vergleich zum Vorjahr einen Beschäftigungsrückgang um 1,6 % bedeutet. 7

3 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2024/bip2023/pm-bip.pdf ?_ blob=publicationFile.
4 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2024/bip2023/pm-bip.pdf ?_ blob=publicationFile.
5 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/11/PD23_456_62321.html.
6 https://www.vfa.de/de/presse/pressemitteilungen/pm-002-2024-rekordkrankenstand-drueckt-deutschland-in-die-rezes-sion.html.

7 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Textsammlungen/Branchenfokus/Wirtschaft/branchenfokusgesundheitswirtschaft.html.

Die Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen beliefen sich in den ersten drei Quartalen des Jahres 2023 auf 227,2 Mrd. Euro und stehen Ausgaben in Höhe von 228,1 Mrd. Euro gegenüber. Dieses Defizit von rund 1 Mrd. Euro ergibt sich vor allem aus der Verpflichtung zum Abbau der kasseneigenen Finanzreserven um 2,5 Mrd. Euro, die durch den Gesetzgeber im GKV- Finanzstabilisierungsgesetz vorgeschrieben ist. Während die Ausgaben für Leistungs- und Verwaltungskosten um 4,9 % anstiegen, verzeichnete man bei den Leistungsausgaben einen Zuwachs um 5,2 %. 8

Der Gesundheitsfonds verzeichnete in den ersten drei Quartalen des Jahres 2023 ein saisonübliches Defizit von 6,9 Mrd. Euro. Durch die im GKV-Finanzstabilisierungsgesetz festgelegte Absenkung der Obergrenze der Liquiditätsreserve werden zusätzliche Mittel an die Krankenkassen zur Stabilisierung der Zusatzbeiträge ausgeschüttet, darauf ist ein Teil des Defizits zurückzuführen. Die Finanzreserven des Gesundheitsfonds betragen zum Ende des dritten Quartals etwa 9,3 Mrd. Euro, welches dem Zweifachen der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreserve entspricht. 9

Die Arzneimittelausgaben der GKV betrugen in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 38,5 Mrd. Euro abzüglich der Abschläge für Hersteller und Apotheken. Dies entspricht einem relativen Wachstum von 3,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 10 Die Leistungsausgaben pro Kopf für Arzneimittel stiegen 2023 im Vergleich zu den ersten vier Quartalen des Jahres 2022 um 1,99 %. 11 Der Anteil der Arzneimittelausgaben an den GKV-Gesamtausgaben beträgt rund 17 %. 12 Patentgeschützte Arzneimittel machen konstant seit Jahren weniger als 50 % der GKV-Arzneimittelausgaben aus. 13 Die Einsparungen der GKV durch Herstellerzwangsabschläge und Rabatte aus Erstattungsbeträgen belaufen sich in den ersten drei Quartalen 2023 auf 7,36 Mrd. Euro und sind somit im Vergleich zum Vorjahr um 32 % gestiegen. 14

8 https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/finanzentwicklung-der-gkv-im-1-bis-3-quartal-2023-8-12-23.html.
9 https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/finanzentwicklung-der-gkv-im-1-bis-3-quartal-2023-8-12-23.html.
10 https://www.iqvia.com/-/media/iqvia/pdfs/germany/library/publications/iqvia-pharma-marktbericht-classic-q3-2023.pdf.
11 https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/presse/zahlen_und_grafiken/gkv_kennzahlen/gkv_kennzahlen.jsp.
12 https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/G/GKV/PM_Anlage_Finanzentwicklung_der_GKV_im_Q4_2023.pdf.
13 https://www.vfa.de/de/wirtschaft-politik/politik/patentmarktentwicklung.
14 https://www.iqvia.com/-/media/iqvia/pdfs/germany/library/publications/iqvia-pharma-marktbericht-classic-q3-2023.pdf.

Auch im Jahr 2023 konnte ein positiver Wachstumstrend in der Pharmaindustrie festgestellt werden. Obwohl der Absatz um 1,3 % gesunken ist, lässt sich in ersten Wirtschaftsberichten eine Steigung im Umsatzwachstum von 5,8 % für den Pharma-Gesamtmarkt erkennen. 15

Das Wachstum der Industrie wurde allerdings durch den hohen Krankenstand, welcher die Rekordwerte von 2022 nochmals übertraf, negativ beeinflusst. Hier ist von Einbußen von bis zu 10 Mrd. Euro der Bruttowertschöpfung auszugehen, die 1 % bis 1,5 % der Wertschöpfung im industriellen Sektor ausmachen. Speziell in der Chemie- und Pharmabranche wird hier von einem Verlust von 0,9 Mrd. Euro im Jahr 2023 ausgegangen. 16

Die alternde Gesellschaft und der damit verbundene Arzneimittelbedarf in Deutschland haben Auswirkungen auf das Gesundheitswesen und den pharmazeutischen Markt. 17 Auf der anderen Seite kann man ein zunehmendes Gesundheitsbewusstsein beobachten. Die Versorgung mit innovativen Behandlungen schwerer Erkrankungen bleibt weiterhin eine wichtige Säule. Auf der Seite der Krankenkassen dominiert wie auch in den Vorjahren der Kostensenkungswettbewerb sowie politische Forderungen zur Entlastung der Finanzsituation. 18 Gleichzeitig wird die Industrie durch die im November 2023 beschlossene Pharmastrategie der Bundesregierung gestützt. Durch das Papier ist von einer Stärkung der Branche und damit auch von positiven Auswirkungen auf den (Pharma-)Standort Deutschland auszugehen. 19

Pharmazeutische Hersteller unterliegen seit 2011 dem Arzneimittelneuordnungsgesetz AMNOG, welches die Industrie verpflichtet, für alle Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen im Zuge der Markteinführung einen Zusatznutzen für die Patienten nachzuweisen. 20 Dieses System wurde 2022 durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz reformiert. Lediglich für Arzneimittel, denen ein erheblicher Zusatznutzen zugesprochen wird, können Erstattungspreise im Rahmen einer Verhandlungslösung vereinbart werden, die höher sind als die Preise der im Markt befindlichen Komparatoren. Innovative Arzneimittel, die in die nachfolgenden Nutzenkategorien eingeordnet werden, sind starren Leitplanken unterworfen, nach denen sie zu keinen höheren Kosten als die Vergleichstherapie führen dürfen bzw. diese sogar um 10 % unterschreiten müssen. Die Zeit der freien Preisbildung wird halbiert, sodass die Erstattungsbeträge ab dem 7. Monat nach Markteinführung Gültigkeit haben. Weitere Regelungen betreffen Arzneimittel, die in Kombination verordnet werden und auf die nun ein Abschlag von 20 % entfällt. 21

15 https://www.iqvia.com/-/media/iqvia/pdfs/germany/library/publications/iqvia-pharma-marktbericht-classic-q3-2023.pdf.
16 https://www.vfa.de/de/wirtschaft-politik/macroscope/macroscope-hoher-krankenstand-drueckt-deutschland-in-die-rezession.
17 https://www.wido.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/Forschung_Projekte/Arzneimittel/wido_arz_gkv_arzneimittelmarkt_klassifikation_methodik_ergebnisse_2023.pdf.
18 https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_1744000.jsp.
19 https://www.vfa.de/de/presse/pressemitteilungen/pm-039-2023-pharmastrategie-ist-eine-grosse-chance-fuer-den-standortdeutschland.html.
20 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

21 https://pharma-fakten.de/news/auf-kosten-von-patientinnen-forschung-wirtschaft-gkv-finanzstabilisierungsgesetz-spart-an-falscher-stelle/.

Das Gesetz ändert die Geschäftsgrundlage der pharmazeutischen Industrie in Deutschland grundlegend - allein durch den sogenannten Herstellerrabatt kam es 2023 zu zusätzlichen Belastungen von 1,3 Milliarden Euro. Für 2024 ist eine Rücknahme des erhöhten Herstellerrabatts von 12 % vorgesehen, sodass dieser wieder bei 7 % liegt. 22 Die weiteren Eingriffe in das Erstattungssystem bleiben weiterhin bestehen. Sie erhöhen den Kostendruck innerhalb der Industrie und wirken sich somit unmittelbar negativ auf die Investitionstätigkeiten aus. 23

Grundsätzlich bleibt die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland, wovon die pharmazeutische Industrie nicht vollkommen ausgenommen ist, angespannt. 24 Die finanzielle Situation der Krankenkassen wird sich unter anderem durch die zunehmende demographische Entwicklung 25 weiter verschärfen, sodass weitere Forderungen nach Einsparungen zu erwarten sind. Gleichzeitig gibt es wenig Anhaltspunkte für eine Rücknahme der Regelungen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes, sodass investitionsfeindliche Rahmenbedingungen für die Industrie bestehen bleiben werden, Ein positives Zeichen ist die Pharmastrategie der Bundesregierung, die bei konsequenter Umsetzung die Aussichten der Industrie verbessern kann.

2.2. Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf im abgelaufenen Geschäftsjahr war durch folgende wesentliche Ereignisse geprägt:

Anstieg der Herstellungskosten im Geschäftsjahr 2023 um 2.977 TEUR (+ 13,8 %) auf 24.584 TEUR, im Wesentlichen verursacht durch:

Personalaufwendungen, die um 3.008 TEUR (+ 30,2 %) auf 12.959 TEUR gestiegen sind. Dies ist auf den Personalzuwachs im Bereich Bioinformatik und KI sowie auf erhöhte Bonuszahlungen des Geschäftsjahres zurückzuführen.

Aufwendungen für eine im September 2023 angekündigte Restrukturierung

Dagegen sind die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren, um 952 TEUR (- 22,8 %) auf 3.225 TEUR gesunken. Begründet wird dies durch eine GSK-weite Umstrukturierung, die im September 2023 angekündigt wurde, und die betroffenen Gruppen deshalb Arbeiten an verschiedenen Projekten eingestellt hatten. Weiterhin sind die Aufwendungen für personenbezogene Leistungen um 824 TEUR (- 30,0 %) auf 1.924 TEUR gesunken. Dies ist auf den gesunkenen Bedarf nach Auftragsforschung und Verzögerungen beim Start neuer Kooperationen zurückzuführen.

22 https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_1682624.jsp.
23 https://www.vfa.de/de/presse/pressemitteilungen/pm-029-2022-gesetz-bremst-pharma-produktion.html.
24 https://www.vfa.de/de/wirtschaft-politik/macroscope/macroscope-herbstprognose-aufschwung-unter-erheblichen-risiken.
25 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/12/PD22_511_124.html.

2.3. Lage der Gesellschaft

2.3.1. Ertragslage

Der Umsatz ist im Geschäftsjahr 2023 um 3.112 TEUR (+ 13,1 %) auf 26.792 TEUR gestiegen. Der Anstieg resultiert aus gestiegenen operativen Aufwendungen, da sich der Umsatz der Gesellschaft aufgrund der Cost-Plus Vereinbarung mit der GlaxoSmithKline Research and Development Limited aus diesen ableitet.

Die Herstellungskosten sind im Geschäftsjahr 2023 um 2.977 TEUR (+ 13,8 %) auf 24.584 TEUR gestiegen. Dies ist bei gesunkenen Materialaufwendungen im Wesentlichen auf eine im September 2023 angekündigte Restrukturierung sowie auf Neueinstellungen und Bonuszahlungen für das Geschäftsjahr zurückzuführen.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist um 135 TEUR (+ 6,5 %) auf 2.208 TEUR gestiegen. Dies lässt sich durch den Anstieg der Herstellungskosten begründen (Cost-Plus Vereinbarung).

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 48 TEUR (+ 200,0 %) auf 72 TEUR gestiegen. Grund dafür ist ein Ertrag aus einer Umsatzsteuerkorrektur aus Vorjahren in Höhe von 28 TEUR.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Geschäftsjahr 2023 um 9 TEUR (+ 47,4 %) auf 28 TEUR gestiegen. Diese beinhalten ausschließlich Verluste aus der Währungsumrechnung.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind um 679 TEUR (+ 746,2 %) auf 770 TEUR gestiegen. Dies ist auf einen Anstieg der Zinsen an verbundene Unternehmen um 669 TEUR zurückzuführen. Grund dafür ist ein Anstieg des Tagesgeldzinssatzes.

Das Ergebnis vor Steuern ist in Folge der erläuterten Veränderungen um 485 TEUR (- 24,4 %) auf 1.502 TEUR gesunken.

Die Aufwendungen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind um 88 TEUR (- 52,7 %) auf 79 TEUR gesunken. Die niedrigere Steuerbelastung in diesem Geschäftsjahr ist auf ein verschlechtertes Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Der periodenfremde Steueraufwand in Höhe von 11 TEUR (im Vorjahr Ertrag 8 TEUR) ist gestiegen.

Insgesamt hat sich der Jahresüberschuss um 382 TEUR (- 21,2 %) auf 1.420 TEUR verringert.

Die Herstellungskosten haben sich in etwa entsprechend der Prognose entwickelt.

Prognose-Ist-Vergleich

Ist 2022 Prognose 2023 Ist 2023
(in TEUR) (in TEUR)
Herstellungskosten 21.607 24.000 - 24.500 24.584 (13,8 %)
(+ 11,1 % - 13,4 %)

2.3.2. Vermögenslage

Die Aktiva der Cellzome GmbH bestehen zum 31. Dezember 2023 zu 71,1 % aus Anlagevermögen (Vorjahr: 83,8 %).

Die Bauten auf fremden Grundstücken stellen mit 16.844 TEUR (Vorjahr: 17.835 TEUR) den größten Posten des Anlagevermögens dar und beinhalten das auf dem Grund und Boden des Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) errichtete Gebäude.

Das Umlaufvermögen besteht ausschließlich aus Forderungen gegen verbundene Unternehmen und sonstigen Vermögensgegenständen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind um 4.537 TEUR auf 6.228 TEUR (+ 268,3 %) gestiegen. Es bestehen, wie im Vorjahr, ausschließlich Forderungen gegen die Glaxo- SmithKline Research and Development Limited. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind um 623 TEUR auf 4.120 TEUR gestiegen (+ 17,8 %). Diese beinhalten im Wesentlichen eine Umsatzsteuerforderung gegenüber dem Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL).

Die Rückstellungen sind um 2.658 TEUR auf 6.655 TEUR (+ 66,5 %) gestiegen. Die Pensionsrückstellungen sind um 257 TEUR (+12,6 %) auf 2.299 TEUR gestiegen. Dies ist auf Rententrendänderungen und Änderungen des Rechnungszins zurückzuführen. Daneben sind die Steuerrückstellungen um 111 TEUR (- 36,5 %) auf 193 TEUR gesunken. Die sonstigen Rückstellungen sind um 2.512 TEUR (+ 152,2 %) auf 4.163 TEUR gestiegen. Der Anstieg ist auf, im Vergleich zum Vorjahr, höhere Rückstellungen für den Personalbereich zurückzuführen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um 1.055 TEUR auf 1.850 TEUR (- 36,3 %) gesunken. Grund dafür ist, dass im Vergleich zum Vorjahr mehr Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag beglichen wurden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind um 1.131 TEUR auf 19.509 TEUR (+ 6,2 %) gestiegen. Die Zunahme resultiert aus der Finanzierung der Gesellschaft durch den konzerninternen Cash-Pool in Höhe von 19.509 TEUR (Vorjahr 18.378 TEUR).

Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen den Bereich der Lohnsteuer und sind um 359 TEUR auf 150 TEUR (- 70,5 %) gesunken.

2.3.3. Finanzlage

Die Eigenkapitalquote der Cellzome GmbH ist im Vergleich zum Vorjahr von 19,4 % auf 21,3 % gestiegen. Grund hierfür ist im Wesentlichen die Zunahme der Bilanzsumme um 3.795 TEUR bei einem Anstieg des Eigenkapitals um 1.420 TEUR.

Die Finanzierung der Cellzome GmbH (Kredite und Geldanlage) erfolgt in Euro über die GlaxoSmithKline IHC Limited, Brentford/Großbritannien (Cash-Pooling). Damit ist jederzeit eine ausreichende Liquidität zu den im Konzern üblichen Zinsen gewährleistet.

Im Geschäftsjahr wurden wesentliche Investitionen in das Sachanlagevermögen getätigt. Es wurden 909 TEUR in die Anschaffung neuer technischer Anlagen und Maschinen investiert. Dagegen stehen 4.604 TEUR vollständig abgeschriebene Abgänge betreffend die technischen Anlagen und Maschinen sowie die anderen Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattungen.

2.3.4. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage der Gesellschaft

Die Forschungsaufwendungen wurden im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Dies wird insbesondere durch die starken Anstiege in den Personalkosten und durch erhöhte Aufwendungen für bezogene Waren und Dienstleistungen deutlich. Im Oktober wurde eine Umstrukturierung in der Forschung des GSK Konzerns angekündigt, die auch Auswirkungen auf die Forschungsaufwendungen der Cellzome GmbH in der Zukunft haben wird und deshalb im ersten Halbjahr 2024 zum Abbau von insgesamt 13 Stellen führt.

3. Chancen und Risikobericht

Zur Früherkennung, Bewertung und zum Management von Risiken ist die Gesellschaft in das Risikomanagementsystem der GSK F&E-Abteilung integriert. Dieses wird regelmäßig (je nach Risikobereich 1-2 Mal pro Jahr) auf seine Relevanz überprüft. Regelmäßige Audits sowohl durch das Management und Supportfunktionen der Cellzome GmbH als auch durch den GSK Konzern und deutsche Aufsichtsbehörden (wie Berufsgenossenschaften, Feuerwehr und Regierungspräsidium) dienen der Überprüfung der Maßnahmen und Standards zur Risikominimierung.

Um die Klarheit und Übersichtlichkeit von Chancen- und Risikobericht zu erhöhen, sind die einzelnen Chancen und Risiken in einer Rangfolge bzw. in Kategorien geordnet, wobei größere Risiken und Chancen vor geringeren Risiken und Chancen geordnet werden. Die Bedeutung einzelner Chancen und Risiken ermittelt sich aus der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Höhe der möglichen Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Prognosen und Ziele.

3.1 Risiken

Als Teil der F&E-Einheit des GSK-Konzerns, sind folgende Risiken (gelistet nach Bedeutung für Cellzomes Tätigkeitsbereich) hervorzuheben:

Umwelt- und Arbeitssicherheitsstandards

Die Arbeiten im Labor bringen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko mit sich, sowohl was die Bedienung von unterschiedlichen Gerätschaften als auch den Umgang mit chemischen und biologischen Substanzen angeht, deren Wirkung auf den menschlichen Körper oder die Umwelt schädlich sein könnte. Um diese Risiken zu minimieren, bestehen wir nicht nur auf die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, sondern wenden weiter gehende GSK Standards an.

Durch die Schließung eines Labors für Reparaturarbeiten aufgrund eines Wasserschadens, sind einige Risiken in der Verlegung der Elektroleitungen und unzureichendes Design in der Lüftungsanlage zum Vorschein gekommen, die nun behoben werden. Nach der Entdeckung der Mängel wurden sofort Maßnahmen ergriffen, um die Arbeitssicherheit im Gebäude sicherzustellen (z.B. Prüfung der Notfallbeleuchtung und Alarmsysteme) und GSKs Real Estate Abteilung leitet nun die Behebung der Mängel über die nächsten sechs bis neun Monate.

Forschungsstandards

Im Rahmen der Risikogruppe "Forschungsstandards" ist besonders die Datensicherheit und -integrität hervorzuheben. Da wir im regen Austausch mit der akademischen Welt durch Kooperationen aber auch durch Publikationen stehen, ist das Risiko, dass durch falsche Interpretation oder unbeabsichtigte Publikation wissenschaftlicher Daten ein Reputations- oder kommerzieller Schaden (durch eine limitierte Patentierbarkeit) entsteht, relativ hoch. Wir können hier aller-dings auf GSK-Systeme zurückgreifen, die Datenbanken und elektronische Laborbücher zur Verfügung stellen. Dadurch wird die Datenintegrität regelmäßig überprüft und Veröffentlichungen werden durch eine gesonderte Datenbank durch GSK-interne Patentanwälte, Experten für die Verwendung biologischer Materialien und Vorgesetzte freigegeben.

Ein weiteres Risiko im Rahmen der "Forschungsstandards" ist der Umgang mit humanem Gewebe, der sich durch besondere ethische und datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen auszeichnet. Auch in diesem Fall kann Cellzome auf die Unterstützung durch den GSK-Konzern durch Prozesse und Systeme, die bereitgestellt werden, zurückgreifen und Reputationsrisiken minimieren. Im Dezember 2023 sind durch die beengten Platzverhältnisse in der Warenannahme versehentlich humane Proben entsorgt worden. Eine Investigation durch einen externen Mitarbeiter der Real Estate Abteilung von GSK wurde durchgeführt und aufgrund dieser wurden Maßnahmen ergriffen, die solche Vorfälle in Zukunft vermeiden sollen. Außer räumlicher Veränderung und Warenauslagerungen sind entsprechende Monitoring-Prozesse initiiert worden.

Operationale Risiken durch Ukraine-Krise

Grundsätzlich besteht das Risiko, dass Rohstoffpreise weiterhin ansteigen und Lieferengpässe entstehen. Wir beobachten die Liefersituation in wöchentlichen Besprechungen zwischen Einkauf und Labormanagern.

Weiterhin kann es zur Verknappung von Energie kommen. Diesbezüglich bleiben wir im engen Kontakt mit dem EMBL, um sicherzustellen, dass wir frühzeitig auf sich abzeichnende Entwicklungen reagieren können. Weiterhin soll die Planung einer Solaranlage auf dem Gebäude vorangetrieben werden.

GSK sieht seit der Eskalation der Ukraine-Krise eine erhebliche Steigerung der Cyber-Angriffe und hat deshalb ein System etabliert, dass es erlaubt, einzelne Niederlassungen in ihrer Intranet-Infrastruktur sofort vom GSK Netzwerk zu isolieren. Dieses System ist Anfang 2022 etabliert worden. Weiterhin tragen Phishing-Übungen und eine geplante Krisen-Übung dazu bei, uns deutschlandweit auf diese Situation vorzubereiten.

Financial Controls & Reporting Risiken

Es besteht das Risiko, keine korrekten Finanzinformationen in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsstandards und den geltenden Gesetzen zu veröffentlichen sowie die Nichteinhaltung des geltenden Steuerrechts. Es findet eine Überwachung der von GSK durchgeführten Aktivitäten in Bezug auf Finanzberichterstattungsprozesse statt sowie eine monatliche Budgetüberprüfung als Teil der zugeordneten F&E-Abteilung von GSK.

Die immer stärkere Abhängigkeit von externen Dienstleistern im Bereich Finanzen, Steuern und Personalwesen erhöht das Risiko, dass interne Kontrollen nicht ausreichend abgebildet sind, insbesondere in Bereichen, die über mehrere deutsche Standorte und Gesellschaften innerhalb des Konzerns abgebildet werden müssen. Diesbezüglich werden momentan Prozesse neu definiert und strukturiert und eine externe Beratungsfirma hinzugezogen, um die Prozesse erneut zu überprüfen und u.U. zu verändern.

Finanz- und Liquiditätsrisiken

Finanz- und Liquiditätsrisiken ergeben sich für die Cellzome GmbH als Cost-Plus Gesellschaft vor allem durch Nachfrage innerhalb des Gesamtkonzerns. Durch GSK interne Verschiebungen der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erwartet die Gesellschaft weniger Nachfrage innerhalb des Gesamtkonzerns, was zu einem Stellenabbau geführt hat. Des Weiteren stellt die länger als ursprünglich zu erwartende Reparaturphase ein Risiko der geringeren Produktivität im Laborbereich dar. Durch die zu erwartende geringere Nachfrage aus dem Konzern sollten allerdings die Auftragsarbeiten fristgerecht weiterhin erfüllt werden können.

Währungsrisiken bestehen auf Ebene der Gesellschaft nur in eingeschränktem Umfang. Die Zahlungsfähigkeit der Cellzome GmbH ist - wie in Abschnitt 2.3.3. beschrieben - durch die Einbindung in das gruppenweite Cash-Pooling gesichert.

Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft oder die finanzielle Absicherung betreffen, sind relativ gering.

Gesamteinschätzung der Risikolage

Die vorgenannten Risiken stuft das Unternehmen derzeit unter Berücksichtigung der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und der absehbaren finanziellen Auswirkung allesamt als "gering" ein.

Nach Einschätzung der Geschäftsführung sind gegenwärtig keine Risiken erkennbar, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage haben oder sich bestandsgefährdend auswirken könnten.

Bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts hat sich keine wesentliche Änderung der Risikoexposition der Cellzome GmbH im Vergleich zum vorangegangenen Berichtszeitraum ergeben.

3.2. Chancen

Trotz der Umstrukturierung innerhalb des Konzerns und dem daraus resultierenden Stellenabbau der Cellzome GmbH, ergeben sich Chancen:

Die erfolgreiche Automatisierung mehrerer Laborabläufe führt zu einer höheren Produktivität, die für die Erforschung von Krankheiten mit einer molekularen Detailtiefe unabdingbar ist und damit zu neuen Ansätzen für die Wirkstoffforschung führen kann.

Neue wissenschaftliche Ergebnisse und Technologien, die sich durch die bereits bestehenden Kooperationen ergeben.

Die Wichtigkeit des Forschungsstandorts Heidelberg für den Gesundheitsbereich und die damit verbundene Möglichkeit hochkarätige Wissenschaftler zu rekrutieren. So erwarten wir einen Zuwachs von drei neuen Mitarbeitern, die bereits bei GSK in Großbritannien arbeiten aber zu Cellzome wechseln möchten, da der attraktive Arbeitsplatz mit einem starken biomedizinischen Umfeld gekoppelt ist.

4. Prognose

4.1. Prognose zu den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die instabile geopolitische Lage, restriktive Geldpolitik und die volatilen Energiepreise bestimmen die Aussichten für die weltweite konjunkturelle Lage. Prognosen für die Weltwirtschaft gehen für das Jahr 2024 von einem ähnlichen Expansionstempo wie im vorherigen Jahr und demnach von einem moderaten Wachstum um 2,5 % aus. Nachdem der globale Warenhandel im Vorjahr schrumpfte, ist im laufenden Jahr von einem Wachstum in Höhe von 1 % auszugehen. 26 Trotz leichter Verbesserung der langfristigen gesamtwirtschaftlichen Perspektiven verbleiben, resultierend aus der wirtschaftspolitischen Unsicherheit, den Auswirkungen des Ukraine- und Gaza- Kriegs und der Lohn- und Inflationspolitik, weiterhin Verunsicherungen hinsichtlich der geoökonomischen Rahmenbedingungen, sodass bei den Prognosen für den Zuwachs der Weltproduktion mit rückläufigen Zahlen zu rechnen ist. 27

Die konjunkturelle Lage in Deutschland wird sich 2024 nur geringfügig erholen, die Stimmung in der Wirtschaft liegt gemessen an verschiedenen Indikatoren zum Jahreswechsel 2023/2024 auf niedrigem Niveau. Belastende Faktoren wie hohe Verbraucherpreissteigerungen und daraus resultierende Kaufkraftverluste lassen zwar nach, die Inflation dürfte aber weiterhin oberhalb der Zwei-Prozent-Schwelle liegen. Die Aussichten der binnenwirtschaftlichen Entwicklung werden durch wieder steigende Reallöhne und eine robuste Arbeitsmarktentwicklung positiv beeinflusst. Gleichzeitig bleibt die Aussicht für den Außenhandel weiterhin gedämpft. Vielfältige geopolitische Krisen sowie wachstumsdämpfende Effekte der geldpolitischen Straffungen bei wichtigen Handelspartnern sorgen für eine verhaltene Prognose. Zusätzlich dazu wird die deutsche Konjunktur durch neue nationale Herausforderungen wie der Notwendigkeit zur Anpassung des Haushaltes negativ beeinflusst. Insgesamt wird somit beim preisbereinigten BIP von einer Zuwachsrate von lediglich 0,2 % ausgegangen. 28 Erst im darauffolgenden Jahr 2025 wird eine Entspannung der Konjunktur und eine Normalisierung der Quote auf 1,2 % erwartet. 29

26 https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Report/PDF/2023/IW-Report_2023-Konjunkturprognose- Winter.pdf.
27 https://www.ifo.de/fakten/2023-12-14/ifo-konjunkturprognose-winter-2023-konjunkturerholung-verzoegert-sich.
28 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Wirtschaft/jahreswirtschaftsbericht- 2024.pdf ?__ blob=publicationFile&V =.
29 https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/6c4fd05f-bb55-42f7-b7a4-96b9fc631caf-KKB_110_2023-Q4_Deutschland_DE.pdf.

Bei der Inflationsrate, welche sich 2023 noch bei 5,9 % befand, ist im laufenden Jahr eine Stabilisierung zu erwarten. 2024 wird von einer Rate von 2,8 % 30 ausgegangen und im Jahr 2025 sogar mit einer Stabilisierung auf unter 2 % (1,8 %) gerechnet. 31 Da eine Erholung des Preisdrucks im gesamten Euroraum erwartet wird, ist davon auszugehen, dass der Zinshöhepunkt überschritten ist. 32 Daher wird es im kommenden Jahr zu einer Zinswende und somit zu einer Lockerung der Finanzierungskonditionen kommen. 33 Dies wird zu einer Stärkung der deutschen Absatzmärkte, genauso wie einem Kaufkraftplus führen, welche im kommenden Jahr als potenzielle Konjunkturtreiber wirken werden. 34

Für das laufende Jahr 2024 rechnet man aufgrund der anhaltenden Schwäche der Konjunktur mit einer Arbeitslosenquote von 5,8 %. Somit ist zunächst von einer Zunahme der Arbeitslosigkeit auszugehen, welche sich durch die wiederbelebenden wirtschaftlichen Aktivitäten stabilisieren wird und im darauffolgenden Jahr auf 5,6 % sinken soll. Auch die allmähliche Integration der ukrainischen Flüchtlinge kann hier als potenziell stabilisierender Faktor positive Entwicklung wirken. 35

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Nachdem der Bundeszuschuss vergangenes Jahr im Rahmen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetz um 2 Mrd. Euro erhöht wurde, ist für das laufende Jahr der gewohnte Zuschuss von 14,5 Mrd. Euro vorgesehen. 36 Für das Jahr 2024 rechnet der Schätzerkreis mit einer Finanzierungslücke von 3,2 Mrd. Euro für die gesetzlichen Krankenkassen. 37 Das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz wird auch in diesem Jahr einen Einfluss auf die Industrie haben. Obwohl der Herstellerabschlag für das Jahr 2024 wieder auf 7 % gesenkt wird, werden die "Leitplanken" und Kombinationsrabatte weiterhin eine Wirkung auf die Industrie haben. 38,39 Durch die Verschlechterung der Rahmenbedingungen in Deutschland kommt es bereits jetzt zu negativen Auswirkungen auf die Planung globaler Pharmaunternehmen. Es ist mit einer Abnahme von Investitionstätigkeiten, von Forschung und Entwicklung in Deutschland und einer reduzierten Beschäftigung von hochqualifiziertem Personal zu rechnen. 40

30 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Wirtschaft/jahreswirtschaftsbericht- 2024.pdf?_ blob=publicationFile&v=.
31 https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/6c4fd05f-bb55-42f7-b7a4-96b9fc631caf- KKB_110_2023-Q4_Deutschland_DE.pdf.
32 https://www.ifo.de/fakten/2023-12-14/ifo-konjunkturprognose-winter-2023-konjunkturerholung-verzoegert-sich.
33 https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/6c4fd05f-bb55-42f7-b7a4-96b9fc631caf- KKB_110_2023-Q4_Deutschland_DE.pdf.
34 https://www.ifo.de/fakten/2023-12-14/ifo-konjunkturprognose-winter-2023-konjunkturerholung-verzoegert-sich.
35 https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/6c4fd05f-bb55-42f7-b7a4-96b9fc631caf- KKB_110_2023-Q4_Deutschland_DE.pdf.
36 https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/gesetze-und-verordnungen/guv-20-lp/gkv-finanzstabilisierungsgesetz.
37 https://www.aok.de/pp/gg/update/gkv-schaetzerkreis/.
38 https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_1682624.jsp.
39 https://www.vfa.de/de/wirtschaft-politik/amnog/amnog-fehlentwicklungen.html.

40 https://www.vfa.de/de/presse/pressemitteilungen/pm-001-2024-evaluationsbericht-ignoriert-verschlechterung-der-arzneimittelversorgung.html.

Das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz wurde im Rahmen des Gesetzesbeschluss auch von der Bundesregierung evaluiert. Dieser Bericht soll die Auswirkungen des Gesetzes auf die Versorgung mit innovativen Arzneimitteln, aber auch die Auswirkungen auf den Produktionsstandort Deutschland aufzeigen. Die Bundesregierung stellt in diesem Bericht keine akute Beeinträchtigung der Versorgung fest und sieht demnach keinen Handlungsbedarf. 41 Nach dem sehr kurzen Evaluationszeitraum von einem Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes kann es jedoch realistischerweise zu keiner abschließenden und ernstzunehmenden Bewertung kommen.

Von großer Bedeutung für die pharmazeutische Industrie in Deutschland ist seit Ende des Jahres 2023 die nationale Pharmastrategie der Bundesregierung. Das Strategiepapier zur "Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Pharmabereich in Deutschland" zielt auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Pharmabranche und Attraktivitätssteigerung Deutschlands als Forschungs- und Produktionsstandort für pharmazeutische Unternehmen ab. Damit ist die pharmazeutische Industrie der erste Industriezweig in Deutschland, der ein eigenes Strategiepaper erhält. Dies unterstreicht die Relevanz der pharmazeutischen Industrie als Schlüsselsektor und Leitindustrie der deutschen Wirtschaft. Die Strategie sieht zum einen Förderinstrumente für den Aufbau neuer Produktionsstätten als Anreize für die Pharmaproduktion in Deutschland vor. Zur Verbesserung der Erstattungsbedingungen für Arzneimittel sollen vertrauliche Erstattungsbeträge ermöglicht sowie der Herstellerabschlag für erstattungsfähige Arzneimittel ohne Festbeträge bei einem Niveau von 7% stabilisiert werden. Des Weiteren soll die Beschleunigung der Digitalisierung im Gesundheitswesen durch die im Dezember 2023 verabschiedeten Digitalgesetze vorangetrieben werden und somit die Forschung mit Gesundheitsdaten ermöglichen. 42

Im Vordergrund der Pharmastrategie steht eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Entwicklung, Zulassung und Herstellung von Arzneimitteln und Medizinprodukten. Zur Umsetzung dessen wurde zu Beginn des Jahres 2024 der Referentenentwurf eines Medizinforschungsgesetzes vorgelegt. In der jetzigen Fassung sind vor allem gezielte Maßnahmen zur Stärkung von klinischer Forschung vorgesehen. Dazu zählen Entbürokratisierungsvorhaben, die Beschleunigung klinischer Studien, aber auch die zielführende Einrichtung einer Bundes-Ethik-Kommission für komplexe Prüfungen sowie die Spezialisierung der registrierten Ethik-Kommissionen der Länder. 43

41 https://dserver.bundestag.de/btd/20/100/2010008.pdf.
42 https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/nationale-pharmastrategie-beschlossen-pm-13- 12-23.

43 https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/M/Referentenentwurf_Medizinforschungsgesetz.pdf.

Trotz dieser positiven Entwicklungen und der Wertschätzung durch die Politik, weist die technologische Souveränität in den Bereichen Pharma und Biotechnologie große Lücken auf. Dadurch kommt es perspektivisch zu einer wachsenden Abhängigkeit Deutschlands in der Forschung und Entwicklung sowie der Produktion von Arzneimitteln. Dies wiederum hat nicht nur erhebliche negative Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland, sondern auch auf die Versorgungssicherheit. 44

Für die Produktion der pharmazeutischen Industrie in Deutschland wird für das Jahr 2024 ein Plus von 2 % prognostiziert, damit setzt die Pharmaindustrie die Normalisierung nach der Corona-Pandemie fort. Die hohen Preise für Vorprodukte bleiben jedoch weiterhin ein Risiko, dass die Finanzierungsspielräume der Industrie einengt. Zusätzlicher finanzieller Druck entsteht durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, sodass wirtschaftspolitische Impulse wie die Pharmastrategie und die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen von großer Bedeutung im Jahr 2024 sein werden. 45

4.2. Prognose zur Entwicklung der Gesellschaft

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Cellzome GmbH mit Herstellungskosten von 19,0 Millionen Euro. Ursächlich hierfür ist Personalabbau, welcher im Rahmen einer Umstrukturierung durchgeführt wird. Durch die Verträge mit dem GSK-Konzern werden sich diese Kosten direkt auf den Umsatz auswirken.

Die Geschäftsführung sieht die Geschäftsziele als nicht gefährdet an.

 

Heidelberg, den 5. Juli 2024

Cellzome GmbH

Die Geschäftsführung

Dr. Gitte Neubauer

44 https://www.vfa.de/de/presse/pressemitteilungen/pm-004-2024-technologische-souveraenitaet-den-pharmastandortdeutschland-zukunftsfest-machen.html.
45 https://www.vfa.de/de/wirtschaft-politik/macroscope/macroscope-herbstprognose-aufschwung-unter-erheblichen-risiken.

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 0
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0 0
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 16.844 17.835
2. Technische Anlagen und Maschinen 7.943 8.648
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 109 160
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 543 161
Summe Sachanlagen 25.439 26.804
Summe Anlagevermögen 25.439 26.804
B. Umlaufvermögen
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.228 1.691
2. Sonstige Vermögensgegenstände 4.120 3.497
Summe Umlaufvermögen 10.348 5.188
Summe Aktiva 35.787 31.992

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 310 310
II. Kapitalrücklage 16.497 16.497
III. Bilanzverlust -9.184 -10.604
Summe Eigenkapital 7.623 6.203
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.299 2.042
2. Steuerrückstellungen 193 304
3. Sonstige Rückstellungen 4.163 1.651
Summe Rückstellungen 6.655 3.997
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.850 2.905
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.509 18.378
3. Sonstige Verbindlichkeiten 150 509
- davon aus Steuern 150 490
Summe Verbindlichkeiten 21.509 21.792
Summe Passiva 35.787 31.992

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

2023 2022
TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 26.792 23.680
2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 24.584 21.607
3. Bruttoergebnis vom Umsatz 2.208 2.073
4. Sonstige betriebliche Erträge 72 24
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 28 19
6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 20 0
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 770 91
- davon an verbundene Unternehmen 733 65
- davon aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen 37 26
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 79 167
9. Ergebnis nach Steuern 1.423 1.820
10. Sonstige Steuern 3 18
11. Jahresüberschuss 1.420 1.802
12. Verlustvortrag -10.604 -12.406
13. Bilanzverlust -9.184 -10.604

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

I. Allgemeine Hinweise

Die Cellzome GmbH hat ihren Sitz in Heidelberg und ist eingetragen in das Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim (HRB 715341). Sie hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt.

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wird das Umsatzkostenverfahren angewendet.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Die größenabhängigen Erleichterungen gemäß § 288 Abs. 2 HGB wurden teilweise in Anspruch genommen.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben unverändert.

1. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich der planmäßigen Abschreibungen angesetzt. Bei dauernder Wertminderung werden gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Der Abschreibungszeitraum beginnt erst mit Fertigstellung bzw. mit Inbetriebnahme des jeweiligen Vermögensgegenstandes.

Die Abschreibungen werden linear entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer für die einzelnen Positionen des Anlagevermögens vorgenommen. Für immaterielle Vermögensgegenstände beträgt die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zwischen drei und acht Jahren und für Sachanlagen zwischen einem (für gebraucht erworbene Sachanlagen) und zwanzig Jahren.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert unter Berücksichtigung des erkennbaren Ausfallrisikos angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben. Auf fremde Währung lautende Forderungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr sind mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Bei einer Restlaufzeit von über einem Jahr erfolgt die Fremdwährungsbewertung unter Berücksichtigung des Anschaffungskosten- und des Imparitätsprinzips.

3. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

4. Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr, sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben bzw. im Falle der Pensionsrückstellungen zehn Geschäftsjahre abgezinst. Kosten- und Preissteigerungen werden berücksichtigt.

Rückstellungen für Pensionen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank für den 31. Dezember 2023 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 1,83 %. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden jährliche Entgeltsteigerungen von 3,0 % und Rentensteigerungen von jährlich 2,3 % zugrunde gelegt. Eventuelle Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden mit 10 % bis zum Alter von 32 Jahren, 6 % zwischen dem Alter von 33 und 49 Jahren und 0 % über 49 Jahren berücksichtigt.

Steuerrückstellungen und Sonstige Rückstellungen tragen den erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten angemessen Rechnung. Sie sind in Höhe des Betrags bemessen worden, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

5. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Auf fremde Währung lautende Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr sind mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Bei einer Restlaufzeit von über einem Jahr erfolgt die Fremdwährungsbewertung unter Berücksichtigung des Anschaffungskosten- und des Imparitätsprinzips.

6. Latente Steuern

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder umkehren. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen.

Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht.

III. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt. Im Geschäftsjahr 2023 wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen. Die Cellzome GmbH nutzt das auf dem Grund und Boden des Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) errichtete Gebäude. Die Kosten für den Bau des Gebäudes auf dem Campus Heidelberg wurden vollständig von der Cellzome GmbH getragen. Seitens des EMBL werden keine Kosten erstattet. Im Gegenzug darf die Cellzome GmbH das errichtete Gebäude für eine Vertragslaufzeit von 20 Jahren nutzen. Die Cellzome GmbH trägt während der Vertragslaufzeit vollumfänglich anfallende Nebenkosten. Das Bürogebäude und Forschungslabor ist seit dem 01.01.2021 unter der Position "Bauten auf fremden Grundstücken" aktiviert und wird über eine Laufzeit von 20 Jahren abgeschrieben.

2. Umlaufvermögen

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben Restlaufzeiten unter einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betragen zum 31. Dezember 2023 6.228 TEUR (Vorjahr 1.691 TEUR). Es bestehen ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen die GlaxoSmithKline Research and Development Limited in Höhe von 6.228 TEUR (Vorjahr 1.691 TEUR). Die sonstigen Vermögengegenstände beinhalten im Wesentlichen Umsatzsteuerforderungen in Höhe von 3.435 TEUR (Vorjahr 3.435 TEUR).

3. Gezeichnetes Kapital

Das Gezeichnete Kapital beträgt unverändert zum Vorjahr 310 TEUR.

4. Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage in Höhe von 16.497 TEUR besteht unverändert zum Vorjahr.

5. Bilanzverlust

Die Entwicklung des Bilanzverlustes (in TEUR) im Geschäftsjahr 2023 stellt sich wie folgt dar:

2023 2022
Jahresüberschuss 1.420 1.802
Verlustvortrag aus dem Vorjahr -10.604 -12.406
Bilanzverlust -9.184 -10.604

6. Ausschüttungssperre

Der nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag zwischen den auf Basis eines zehnjährigen Durchschnittszinssatzes und den auf der Grundlage eines siebenjährigen Durchschnittszinssatzes bewerteten Pensionsverpflichtungen beträgt 26 TEUR (Vorjahr 98 TEUR). Diesen ausschüttungsgesperrten Beträgen stehen Rücklagen in Höhe von 16.497 TEUR abzüglich des Bilanzverlustes in Höhe von 9.184 TEUR gegenüber.

7. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Mit den rückstellungspflichtigen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 2.299 TEUR wurde kein Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet.

Der Zinsaufwand, der sich aufgrund der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen in Höhe von 36 TEUR (Vorjahr 26 TEUR) ergibt, ist im Finanzergebnis unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" enthalten.

8. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Personalaufwendungen in Höhe von 3.735 TEUR (Vorjahr 970 TEUR). Weiterhin enthalten die sonstigen Rückstellungen im Wesentlichen Rückstellungen für Kosten in Verbindung mit dem auf dem Grund und Boden des Europäischem Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) errichteten Gebäudes (114 TEUR) und Energiekosten (125 TEUR). Im Vorjahr beinhalteten die sonstigen Rückstellungen daneben im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 624 TEUR.

9. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 19.509 TEUR (Vorjahr 18.378 TEUR) ergeben sich aus der Finanzierung der Gesellschaft durch die GlaxoSmithKline IHC Limited, Brentford/Großbritannien aus dem Cash-Pooling in Höhe von 19.509 TEUR (Vorjahr 18.378 TEUR).

Es sind keine Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter enthalten.

Verbindlichkeitenspiegel (in TEUR):

Restlaufzeit in Jahren Gesamt
Art der Verbindlichkeit bis 1 über 1 über 5
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.850 0 0 1.850
(Vorjahr 2.905) (Vorjahr 0) (Vorjahr 0) (Vorjahr 2.905)
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.509 0 0 19.509
(Vorjahr 18.378) (Vorjahr 0) (Vorjahr 0) (Vorjahr 18.378)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 150 0 0 150
(Vorjahr 509) (Vorjahr 0) (Vorjahr 0) (Vorjahr 509)
21.509 0 0 21.509
(Vorjahr 21.792) (Vorjahr 0) (Vorjahr 0) (Vorjahr 21.792)

10. Latente Steuern

Zum Bilanzstichtag ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzenbetrachtung) ein Aktivüberhang der latenten Steuern. Die Gesellschaft macht von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB keinen Gebrauch.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Gesellschaft erbringt ihre Leistungen auf der Grundlage des Contract Research & Development Agreement ausschließlich gegenüber der GlaxoSmithKline Research and Development Limited (GSKRDL). Die Serviceleistungen werden aufgrund der Cost-Plus-Vereinbarung berechnet. Im Geschäftsjahr 2023 wurden Umsätze in Höhe von 26.792 TEUR (Vorjahr 23.680 TEUR) realisiert.

Es liegen im Geschäftsjahr 2023 keine Erträge oder Aufwendungen in einer außergewöhnlichen Größenordnung oder von außergewöhnlicher Bedeutung vor.

Der Materialaufwand entfällt auf:

2023 2022
TEUR TEUR
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 3.225 4.177
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.924 2.748
5.149 6.925

Der Personalaufwand entfällt auf:

2023 2022
TEUR TEUR
Löhne und Gehälter 11.262 8.080
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.697 1.871
(davon für Altersversorgung 206 TEUR; Vorjahr 657 TEUR)
12.959 9.951

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Wesentlichen Wechselkursgewinne in Höhe von 26 TEUR (Vorjahr 24 TEUR) sowie ein Ertrag aus einer Umsatzsteuerkorrektur aus Vorjahren in Höhe von 28 TEUR ausgewiesen.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Wechselkursverluste in Höhe von 28 TEUR enthalten (Vorjahr 18 TEUR).

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich aus inländischer Körperschaft- und Gewerbesteuer zusammen. Die Summe der periodenfremden Steueraufwendungen beträgt 11 TEUR (Vorjahr Steuererträge 8 TEUR).

Die Cellzome GmbH fällt in den Anwendungsbereich der Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung ("Pillar-Two"). Die Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung sind mit Wirkung zum 28. Dezember 2023 in Deutschland in Form des Mindeststeuergesetzes ("MinStG") in Kraft getreten. Das MinStG gilt erstmals für Geschäftsjahre, die nach dem 30. Dezember 2023 beginnen, so dass sich für den Jahresabschlusszeitraum 2023 noch keine Mindeststeuerbelastung ergibt. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Cellzome GmbH erwartet.

V. Sonstige Angaben

1. Konzernverhältnisse

Alleiniger Gesellschafter der Cellzome GmbH ist die GlaxoSmithKline LLC, Philadelphia, USA. Der Jahresabschluss der Cellzome GmbH wird in den Konzernabschluss der GSK plc. (vormals GlaxoSmithKline plc.), London, als größter und kleinster Konsolidierungskreis, einbezogen, der unter www.gsk.com erhältlich ist.

2. Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte im Jahr 2023 im Durchschnitt 99 (Vorjahr 88) Arbeitnehmer. Sämtliche Mitarbeiter sind, wie im Vorjahr, dem Bereich Forschung zugeordnet. Von den Mitarbeitern waren im Jahresdurchschnitt 51 weiblich und 48 männlich.

3. Geschäftsführung

Frau Dr. Gitte Neubauer, Heidelberg, Vice President, Omics Technologies & Head of Cellzome.

4. Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird unter Bezugnahme auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

5. Haftungsverhältnisse

Zum 31. Dezember 2023 lagen keine Haftungsverhältnisse vor.

6. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Cellzome GmbH ist im Rahmen eines Service-Vertrages seit dem 1.1.2022 verpflichtet, über einen Zeitraum von drei Jahren eine monatliche Servicegebühr von 25 TEUR zu entrichten. Weiterhin ist die Cellzome GmbH aufgrund des auf dem Grund und Boden des Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) errichteten Gebäudes verpflichtet eine jährliche Gebäudeinstandhaltungsgebühr von 358 TEUR an das EMBL zu entrichten.

7. Gewinnverwendungsvorschlag

Es wird vorgeschlagen, den Jahresüberschuss 2023 in Höhe von 1.420 TEUR zuzüglich des Verlustvortrages aus dem Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 10.604 TEUR auf neue Rechnung vorzutragen.

8. Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2023 sind keine berichtspflichtigen Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.

 

Heidelberg, den 5. Juli 2024

Cellzome GmbH

Die Geschäftsführung

Dr. Gitte Neubauer

Anlagespiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
TEUR 1.1.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 171 0 0 0 171
171 0 0 0 171
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 19.681 0 0 0 19.681
2. Technische Anlagen und Maschinen 12.211 909 -631 189 12.678
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.918 13 -3.973 9 1.967
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 161 580 0 -198 543
37.971 1.502 -4.604 0 34.869
38.142 1.502 -4.604 0 35.040
Abschreibungen
TEUR 1.1.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -171 0 0 -171
-171 0 0 -171
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken -1.846 -991 0 -2.837
2. Technische Anlagen und Maschinen -3.563 -1.803 631 -4.735
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -5.758 -71 3.971 -1.858
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0
-11.167 -2.865 4.602 -9.430
-11.338 -2.865 4.602 -9.601
Restbuchwert Restbuchwert
TEUR 31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 0
0 0
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 16.844 17.835
2. Technische Anlagen und Maschinen 7.943 8.648
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 109 160
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 543 161
25.439 26.804
25.439 26.804

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Cellzome GmbH, Heidelberg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Cellzome GmbH, Heidelberg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Dar- über hinaus haben wir den Lagebericht der Cellzome GmbH, Heidelberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen des Unternehmens bzw. von dessen Teilbereichen ein, um Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Jahresabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 5. Juli 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Thomas Reitmayr, Wirtschaftsprüfer

Robert Aumann, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss der Cellzome GmbH zum 31. Dezember 2023 wurde am 05. Juli 2024 festgestellt.

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