Stammdaten

Register
Amtsgericht Augsburg HRB 23088
Vorher
Blitz 06-295 GmbHorizon GmbH
Eingetragen
16.11.2006
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Erwerb, Halten und Veräußerung von Beteiligungen an anderen Gesellschaften, insbesondere an gleichartigen oder ähnlichen Unternehmen sowie an Gesellschaften, die im Bereich der Erbringung von Personaldienstleistungen und allen damit in Zusammenhang stehenden Geschäften tätig sind, einschließlich Übernahme und Ausübung der Leitungsfunktion als Dachgesellschaft im Rahmen eines Konzerns.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Michel Verdoold
seit 18.3.2026
Geschäftsführer
Thorsten Manfred Eska
seit 29.1.2025
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
OUTSOURCING Inc.JPN
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

PPM Capital Third Investment Company S à r l
Luxembourg
197.000 €
98.50%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Orizon Holding GmbH

Augsburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

A. Grundlagen des Unternehmens

A.1. Gruppenstruktur

Das Mutterunternehmen, Orizon Holding GmbH, wurde im Geschäftsjahr 2006 gegründet, um als strategische Managementholding Gesellschaften aus dem Zeitarbeitssektor zu erwerben und sich damit aktiv auf dem deutschen Markt zu beteiligen. Sitz der Gesellschaft ist Augsburg.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

An folgenden Gesellschaften ist die Orizon Holding GmbH mittelbar oder unmittelbar beteiligt ("Orizon-Gruppe").

In der Orizon Holding GmbH sind alle Zentralbereichsfunktionen für die operativen Töchter angesiedelt. Die Orizon Holding GmbH nimmt diese Aufgaben (Finanzbuchhaltung, Human Ressources, Marketing, Qualitätsmanagement, Einkauf, Controlling und IT) für ihre Tochtergesellschaften als Dienstleister wahr. Das Ergebnis der Orizon Holding GmbH wird im Wesentlichen geprägt durch die Erlöse aus der vertraglich vereinbarten Umlage mit den einzelnen Gesellschaften. Zum anderen wird das Ergebnis der Gesellschaft aufgrund der bestehenden Gewinnabführungsverträge mit ihren Tochterunternehmen durch die Ergebnisse der Tochtergesellschaften beeinflusst. Aus diesem Grund erachten wir es als angemessen, den Lagebericht der Orizon Holding GmbH um die Entwicklung der Konzernunternehmen inkl. der allgemeinen Entwicklung der Branche aus Gruppensicht zu ergänzen.

Die Orizon-Gruppe wurde mit Wirkung zum 4. Januar 2017 zu 100 % durch die Tochtergesellschaft der Outsourcing Inc., Japan, die OSI Holding Germany GmbH, Augsburg, erworben.

Die Outsourcing Inc. ist ein japanischer Anbieter von Personaldienstleistungen im Bereich Engineering, Produktion und Auslandsoutsourcing mit Sitz in Tokio. Die Transaktion ist Teil einer Wachstumsstrategie, mit der sich Outsourcing vom japanischen Markt unabhängiger machen möchte. Im Rahmen dieser Strategie plant Outsourcing, in Sektoren mit stabilerem Konjunkturverlauf sowie in den deutschen Personaldienstleistungsmarkt zu expandieren. Die Outsourcing Inc. generierte im Geschäftsjahr 2023 $ 4,99 Milliarden Umsatz.

Zum 1. Januar 2023 hat das Mutterunternehmen die OTTO Work Force Deutschland GmbH mit allen zugehörigen Tochtergesellschaften, eine Unternehmensgruppe im Bereich Zeitarbeit und Personaldienstleistungen, zu 100 % übernommen. Die Übernahme erfolgte mit dem Ziel, das Produktportfolio zu erweitern und neue Marktsegmente zu erschließen.

Die Konzernunternehmen, die bundesweit an 90 Standorten tätig sind, erwirtschaften nahezu 93 % ihres Umsatzes im Bereich der Personalüberlassung (Arbeitnehmerüberlassung).

● Hauptniederlassung ● Servicebüro • Nicht permanent besetztes Servicebüro

Übersicht: Standorte von Unternehmen der Orizon-Gruppe in Deutschland (Stand 31. Dezember 2023)

A.2. Ziele und Strategien der Gesellschaft und der Orizon-Gruppe

Im Fokus der Orizon Holding GmbH und ihrer Tochterunternehmen steht, optimale und effiziente Lösungen auf dem Rekrutierungsmarkt anzubieten, um zum einen die zukünftigen Marktpotenziale, auch außerhalb der Personalüberlassung, besser zu erschließen und zum anderen den Herausforderungen des Rekrutierungsmarktes und den Kundenanforderungen gerecht zu werden.

B. Wirtschaftsbericht

B.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

B.1.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft trat im ersten Halbjahr 2023 auf der Stelle und ist zum Jahresende 2023 geschrumpft. Die hohe Inflation zehrte an der Kaufkraft der privaten Haushalte und ließ die Europäische Zentralbank die Leitzinsen kräftig anheben. Darunter litten die Konsum- und die Baukonjunktur, da die realen Haushaltseinkommen gesunken und die Finanzierungskosten gestiegen sind. Zwar verloren die angebotsseitigen Engpässe, die die Produktion im vergangenen Jahr noch spürbar hemmten, zunehmend an Bedeutung. Allerdings machte sich nachfrageseitig zunehmend die Abkühlung der Weltkonjunktur bemerkbar. Zudem ist eine merkliche Kehrtwende bei der Produktion in den energieintensiven Industriezweigen in Deutschland trotz kräftig gesunkener Energiepreise bislang ausgeblieben. 1 Anders, als erwartet befindet sich die Wirtschaft im Winterhalbjahr 2023/2024 in einer Rezession. 2

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Deutschland war im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3 % niedriger als im Vorjahr. "Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken", sagte Ruth Brand bei der Pressekonferenz "Bruttoinlandsprodukt 2023 für Deutschland" in Berlin. "Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort", so Brand weiter. Im Vergleich zu 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2023 um 0,7 % höher. 3

Die Entwicklung der Bruttowertschöpfung verlief im Jahr 2023 in den einzelnen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich. Die Wirtschaftsleistung im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) ging insgesamt deutlich um 2,0 % zurück. Entscheidend dafür war eine sehr viel niedrigere Produktion im Bereich Energieversorgung. Das Verarbeitende Gewerbe, das fast 85 % des Produzierenden Gewerbes (ohne Bau) ausmacht, war im Jahr 2023 preisbereinigt ebenfalls im Minus (-0,4 %). Positive Impulse kamen hier vorrangig aus der Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau. Dagegen sanken Produktion und Wertschöpfung in den energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und Metallindustrie erneut, nachdem die Wirtschaftsleistung in diesen Branchen bereits 2022 besonders stark auf die steigenden Energiepreise reagiert hatte. Im Baugewerbe machten sich neben den weiterhin hohen Baukosten und dem Fachkräftemangel insbesondere die zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen bemerkbar. Insgesamt erreichte das Baugewerbe 2023 preisbereinigt ein Plus von 0,2 %. Die meisten Dienstleistungsbereiche konnten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Vorjahresvergleich erneut ausweiten und stützten die Wirtschaft im Jahr 2023. Der Anstieg fiel aber insgesamt schwächer aus als in den beiden vorangegangenen Jahren. Den größten preisbereinigten Zuwachs verzeichnete der Bereich Information und Kommunikation mit +2,6 % und knüpfte damit an seine langjährige, nur im ersten Corona-Jahr 2020 gebremste Wachstumsgeschichte an. Der Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+1,0 %) und die Unternehmensdienstleister (+0,3 %) konnten ebenfalls leicht zulegen. Dagegen ging die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im zusammengefassten Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe (-1,0 %) zurück. Das lag vor allem am Groß- und am Einzelhandel, die deutlich nachgaben, während der Kraftfahrzeughandel und der Verkehrsbereich zulegten. Dazu trug vor allem der Anstieg der gewerblichen Pkw-Neuzulassungen bei, der durch den bis August 2023 geltenden Umweltbonus für Elektroautos im Firmenwagenbereich verstärkt wurde. Insgesamt ging die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Jahr 2023 leicht zurück (-0,1 %). 4

1 Ifo Konjunkturprognose - 7. September 2023.
2 Ifo Konjunkturprognose - 6. März 2024.
3 Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 019 vom 15. Januar 2024.

Der private Konsum nahm im Jahr 2023 preisbereinigt um 0,8 % gegenüber dem Vorjahr ab und entfernte sich damit wieder vom Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (-1,5 %). Dies dürfte vor allem auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen sein. Auch der Staat reduzierte im Jahr 2023 erstmals seit fast 20 Jahren seine preisbereinigten Konsumausgaben (-1,7 %). Das lag vor allem am Wegfall staatlich finanzierter Corona-Maßnahmen wie Impfungen und Ausgleichszahlungen für freie Bettenkapazitäten in Krankenhäusern. 4

Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahr 2023 von durchschnittlich 45,9 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 0,7 % oder 333.000 Personen mehr als im Jahr zuvor und so viele wie noch nie in Deutschland. Die Beschäftigung nahm im Jahr 2023 unter anderem durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte zu. Hinzu kam eine steigende Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung. Diese positiven Effekte überwogen die dämpfenden Effekte des demografischen Wandels. Der Beschäftigungsaufbau fand 2023 fast ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen statt. 4

Die staatlichen Haushalte beendeten das Jahr 2023 nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsdefizit von 82,7 Milliarden Euro. Das waren etwa 14 Milliarden Euro weniger als im Jahr 2022 (96,9 Milliarden Euro). Vor allem der Bund konnte sein Finanzierungsdefizit gegenüber dem Vorjahr erheblich verringern. Im Jahr 2022 hatten die Entlastungspakete der Bundesregierung zur Abmilderung der Energiekrise und Stabilisierung der Wirtschaft zu hohen Ausgaben geführt. Im Jahr 2023 erfolgten zwar ebenfalls umfangreiche Zahlungen für die Gas- und Strompreisbremse, es entfielen aber größtenteils die Ausgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, zum Beispiel für Tests und Impfstoffe. Daneben zahlte der Bund auch weniger Transfers an Länder und Sozialversicherungen, deren Finanzierungssalden sich dadurch verschlechterten. Die anhaltende finanzielle Belastung durch die große Zahl an Geflüchteten machte sich vor allem bei den gestiegenen Ausgaben der Gemeinden bemerkbar, die ebenso wie Bund und Länder das Jahr 2023 mit einem Defizit abschlossen. 4

4 Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 019 vom 15. Januar 2024.

B.1.2. Entwicklung der Zeitarbeitsbranche in Deutschland

Die Zeitarbeitsbranche war in 2023 beeinflusst insbesondere durch

die weitere Erholung von den Folgen der Corona-Pandemie

Mindestlohnerhöhung von zuvor 12,00 EUR auf 13,00 EUR zum 1. April 2023

Anhebung der Verdienstgrenzen für Minijob

Anpassung der Entgelttarifverträge

Auf Grundlage der letzten uns vorliegenden Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit aus Juli 2024 waren 796.000 Leiharbeiter im Jahresdurchschnitt 2023 entweder sozialversiche rungspflichtig oder ausschließlich geringfügig beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank ihre Zahl um 34.000 (-4% %). Der Rückgang geht dabei auf die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück, die Zahl der Minijobber nahm gegenüber dem Vorjahr um fast 3% zu. Im Dezember 2023 gab es 754.000 beschäftigte Leiharbeitnehmende: 7% weniger als im Vorjahr und ein ähnliches Niveau wie während der Corona-Krise. Der Anteil der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer an der Gesamtbeschäftigung (39,1 Millionen) lag im Jahresdurchschnitt 2023 mit 2,0% insgesamt niedriger als in den beiden Vorjahren. Betrachtet man die Beschäftigungsformen separat, so waren es 2,2% der sozialversicherungspflichtig und 1,1% ausschließlich geringfügig Beschäftigten. 5

Der Rückgang der Leiharbeitnehmer gegenüber dem Vorjahr um 34.000 entfällt fast ausschließlich auf die Produktionsberufe und die Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungsberufe mit jeweils 6% sowie auf die Kaufmännischen und unternehmensbezogenen Dienstleistungen mit 5%. Die Zahl der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer in den personenbezogenen Dienstleistungsberufen stieg um 6% und in den IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen um 1%. 5

Insbesondere als Reaktion auf die starke Nachfrage nach Pflegekräften hatte in den letzten Jahren die Zahl der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer, die einen Pflegeberuf ausüben, zugenommen. Im Jahresdurchschnitt 2023 waren 45.000 Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer mit Pflegeberufen beschäftigt und ihr Anteil in der Leiharbeit erhöhte sich auf beinahe 6 %. Auch die Zeitarbeitsbranche selbst hat auf diese Entwicklung reagiert und beispielsweise Qualitätsstandards für die Zeitarbeit in der Pflege mit entsprechenden Siegeln eingeführt. Insgesamt dürfte davon auszugehen sein, dass sich die Zeitarbeit im Bereich der Pflege etabliert hat. Knapp 3 % aller Beschäftigten in den Pflegeberufen waren 2023 in einem Leiharbeitsverhältnis angestellt, und damit anteilig etwas mehr als in der Gesamtbeschäftigung. 5 Immer mehr Pflegekräfte hatten sich also in den vergangenen Jahren für diese Beschäftigungsform entschieden, sicher auch, weil insbesondere Zeitarbeitsunternehmen in diesem Bereich mit Flexibilität und teilweise besseren Konditionen werben. Arbeitgeber in der Pflege schätzen die Flexibilität der Arbeitnehmerüberlassung ebenfalls, auch wenn seit dem Jahr 2020 die Kosten für Leiharbeit nur bis zum Tariflohn vergütet werden und auch Zahlungen von Vermittlungsentgelten nicht im Pflegebudget berücksichtigt werden können. 5

Gemeinsam mit der Tarifgemeinschaft Leiharbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hat die arbeitgeberseitige Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit (VGZ) der Zeitarbeitgeberverbände iGZ (Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen) und BAP (Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister) einen neuen Tarifabschluss erreicht.

Bereits im letzten Jahr hatten die Tarifpartner eine Entgelterhöhung durchsetzen können. Die Monatsentgelte für Leihbeschäftigte der Entgeltgruppen (EG) 3 bis 9 stiegen ab April 2023 um 6% (EG 9) bis 9,25% (EG 3 und 4). Ab Januar 2024 stiegen die Entgelte dann um weitere 3% (EG 6 bis 9) bis 3,5% (EG 3 bis 5). 6

5 Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit zur Arbeitsmarktberichterstattung vom Juli 2024.
6 https://www.igmetall.de/tarif/tarifrunden/leiharbeit/tarifabschluss-leiharbeit-bis-zu-24-prozent-mehr-geld.

Nachdem die Entgelttarifverträge bereits gekündigt wurden und Ende März 2024 auslaufen, starteten am 15. Dezember 2023 in Frankfurt am Main neue Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in der Leiharbeit. Nach zwei zuvor ergebnislosen Verhandlungsrunden wurde die Tarifrunde 2024 in der dritten Verhandlungsrunde am 1. März 2024 erfolgreich abgeschlossen. In zwei Stufen sollen die Löhne um insgesamt 7,6 % steigen. 3,7 % zum 1. Oktober 2024 und um weitere 3,8 % zum 1. März 2025. Der Abstand zum allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn konnte deutlich vergrößert werden. Durch den aktuellen Tarifabschluss steigen die untersten Stundenlöhne in Entgeltgruppe 1 von aktuell 13,50 EUR auf 14,53 EUR ab März 2025 - und liegen damit in 2025 um 13,3 % über dem gesetzlichen Mindestlohn. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 18 Monaten und ist erstmals zum 30. September 2025 kündbar. Ab dann sind weitere Entgelterhöhungen geplant. 7

Die Zeitarbeit wird durch das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz reglementiert. Zum 1. April 2017 sind durch die Arbeitnehmerüberlassungsgesetz-Reform zwei Änderungen in Kraft getreten: Die Einführung einer Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten und Equal Pay nach neun bzw. 15 Monaten Einsatzdauer. Grundsätzlich sieht die Regelung für die Höchstüberlassungsdauer vor, dass ein Zeitarbeitnehmer für die Dauer von 18 Monaten an denselben Kunden überlassen werden darf. Die vor dem Inkrafttreten angefallenen Überlassungszeiten werden nicht betrachtet, so dass der Stichtag für den Beginn der Frist am 1. April 2017 war und damit frühestens am 30. September 2018 griff. Zahlreiche Tarifverträge, darunter auch in der Metallindustrie, regeln allerdings individuell die Geltung längerer Höchstüberlassungsdauern. Unterbrechungen beim selben Entleiher sind auf beide Fristen vollständig anzurechnen, wenn zwischen den Einsätzen nicht mehr als drei Monate liegen. 8

Die zweite wesentliche Änderung betrifft den Grundsatz der gesetzlich tarifübergreifenden Verankerung von gleicher Bezahlung. Dieses sieht das Prinzip des equal treatments vor, was so viel bedeutet wie gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Demnach müsste ein Zeitarbeitnehmer jeweils die Entlohnung und die Sozialleistungen erhalten, die ein vom Kunden selbst angestellter Arbeitnehmer an einem vergleichbaren Arbeitsplatz erhält. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz lässt hierzu eine Ausnahme zu, die derzeit auf nahezu alle deutschen Zeitarbeitsverhältnisse angewandt wird, nämlich die Anwendung eines Tarifvertrages. Danach greift das sogenannte Equal Pay nach neun Monaten, wenn ein Zeitarbeitstarifvertrag angewendet wird und der Zeitarbeitnehmer ununterbrochen an denselben Kunden überlassen wird. Vor dem Inkrafttreten des Gesetzes angefallene Einsatzzeiten werden nicht gezählt. Stichtag für den Beginn des Fristenlaufs war der 1. April 2017 und löste Equal Pay erstmalig zum 31. Dezember 2017 aus. In den Branchen, in denen Tarifverträge über Branchenzuschläge in der Arbeitnehmerüberlassung geschlossen wurden (u.a. Metall- und Elektroindustrie, Chemische Industrie, Schienenverkehr, Textil- und Bekleidungsindustrie sowie Papier, Pappe, Kunststoff), beträgt der Zeitraum 15 Monate. 8

Die Möglichkeit der Kurzarbeit für Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer trat zum 1. März 2020 aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie in Kraft. Die Regelungen wurden - zuletzt im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine - bis zum 30. Juni 2023 verlängert. 8

Im Dezember 2023 gab es in Deutschland 46.000 Verleihbetriebe. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Anzahl um 800 (ca. -2 %) gesunken. Seit 2020 wurden die Rückgänge im Vergleich zum Vormonat tendenziell schwächer. Im Laufe des Jahres 2023 hat der Umfang der Rückgänge jedoch wieder zugenommen. So wenige Verleihbetriebe gab es zuletzt 2013. Von allen Verleihbetrieben hatten 11.000 bzw. 23 % den Schwerpunkt Arbeitnehmerüberlassung, knapp 2 % weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Mischbetriebe verringerte sich gegenüber Dezember 2022 in prozentual gleichem Umfang auf 35.000. 8

7 https://www.igmetall.de/tarif/tarifrunden/leiharbeit/tarifabschluss-mehr-geld-fuer-leihbeschaeftigte-2024.
8 Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit zur Arbeitsmarktberichterstattung vom Juli 2024.

Das Marktvolumen für Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland sank 2023 um 3,1% gegenüber dem Vorjahr auf 32,9 Milliarden Euro. 2022 erwirtschaftete die Branche ein externes Volumen von 33,9 Milliarden Euro. Die Umsätze der 25 führenden Zeitarbeitsunternehmen steigen hingegen um durchschnittlich 2,2%. Die Anzahl der Zeitarbeitskräfte sank um 4,9%. Insbesondere das schwache dritte und vierte Quartal 2023 sowie ein Preiseffekt beeinflussen die Marktentwicklung. Wachstumstreiber sind Personaldienstleister mit qualifiziertem Fachpersonal und insbesondere Gesundheitsspezialisten. 9

Durch die Nachfrage und das gleichzeitig geringe Angebot an qualifizierten Arbeitskräften im Pflege- und Gesundheitswesen können im medizinischen Bereich hohe Stundenverrechnungssätze aufgerufen werden. Darüber hinaus ist die Zeitarbeit für Pflegekräfte attraktiv, weil sie von Zeitarbeitsfirmen höher vergütet werden und sich ihre Arbeitszeiten aussuchen können. Aufgrund der besseren Konditionen und der Flexibilität haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Pflegekräfte für die Beschäftigungsform der Zeitarbeit entschieden. 10

B.2. Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2023 der Gesellschaft und der Orizon-Gruppe

Als reine Verwaltungs- bzw. Dienstleistungsgesellschaft generiert die Orizon Holding GmbH Erträge aus der Weiterbelastung der sog. Service-Fees (Mio. € 4,0; Vj .: Mio. € 4,5) an ihre Tochterunternehmen. Zudem wirken sich die Erträge/Aufwendungen aus den Gewinnabführungsverträgen der Tochterunternehmen positiv auf die Ertragslage der Gesellschaft aus (Mio. € 9,6; Vj.: Mio. € 9,2).

In der folgenden Tabelle werden die wesentlichen finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren zur internen Steuerung aus Gruppensicht dargestellt:

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

2023 2022
Umsatzerlöse * Mio. € 326,7 307,6
EBITDA * Mio. € 8,9 9,3
Externe Mitarbeiter (Jahres-o) Anzahl 6.630 6.762
Auslastung (Jahres-Ø) % 81,5 81,2

* Nach IFRS (International Financial Reporting Standards)

Trotz des wirtschaftlichen herausfordernden Umfeldes entschied sich das Mutterunternehmen zur Übernahme der OTTO Work Force Deutschland GmbH, um durch die Diversifikation und Erweiterung des bestehenden Geschäftsmodells die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Durch die Übernahme der OTTO Work Force Deutschland GmbH können im Bereich der EU Worker (Einsatz und Vermittlung von Mitarbeitern aus dem EU-Ausland) neue Potenziale erschlossen werden, um unsere Marktposition weiter zu stärken.

Im Geschäftsjahr 2023 verzeichnete die Orizon-Gruppe eine Erhöhung des Umsatzes von Mio. € 307,6 auf Mio. € 326,7. Das EBITDA 11 sank von Mio. € 9,3 im Jahr 2022 auf Mio. € 8,9 in 2023. Der Umsatzanstieg von Mio. € 19,1 ist primär auf die Erhöhung der Verrechnungssätze in Folge der Mindestlohn- und Tariferhöhungen sowie auf die erstmalige Erfassung der Umsätze der OTTO Work Force Gesellschaften zurückzuführen. Des Weiteren nahm der Personalaufwand i.H.v. Mio. € 20,2, bedingt durch die Mindestlohn- und Tariflohnerhöhungen und erstmalige Inkludierung der OTTO Work Force Gesellschaften zu. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen i.H.v. Mio. € 5,7 ist mit Mio. € 4,7 auf die OTTO Work Force Gesellschaften zurückzuführen. Des Weiteren haben sich im Wesentlichen die Aufwendungen für Beratung und IT-Dienstleistungen erhöht. Die Zunahme der sonstigen betrieblichen Erträge um Mio. € 1,6 ist primär durch die Realisierung der Erträge der OTTO Work Force Deutschland Gesellschaften verursacht.

9 Lünendonk-Liste 2024 Führende Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland vom 14. Mai 2024
10 Blickpunkt Arbeitsmarkt Mai 2024: Arbeitsmarktsituation im Pflegebereich.
11 Steuerungskennzahl der Orizon-Gruppe.

Die durchschnittliche Anzahl der externen Mitarbeiter ist von 6.762 im Jahr 2022 auf 6.630 im Jahr 2023 gesunken.

Die Auslastung der externen Mitarbeiter wird in Prozent gemessen. Diese beschreibt das Verhältnis der vertraglich vereinbarten Stunden des Arbeitsverhältnisses, welches von der Gesellschaft an den externen Mitarbeiter vergütet wird, mit den tatsächlich abgerechneten Stunden an den Kunden. Die Auslastung betrug im Jahresdurchschnitt 81,5 % und liegt leicht über dem Niveau des Vorjahres von 81,2 %.

Die operativen Tochtergesellschaften der Orizon-Gruppe, die im Rahmen der Zeitarbeit tätig sind, sind Mitglieder des "Interessenverband Deutsche Zeitarbeitsunternehmen" (iGZ) und wenden den Tarifvertrag iGZ/DGB an, mit Ausnahme der jobs in time medical GmbH, die den Tarifvertrag BAP/DGB (Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e. V./ Deutscher Gewerkschaftsbund) einzelvertraglich anwendet, aber kein Mitglied im BAP ist.

C. Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Gesellschaft bezieht sich bei der Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachrichtlich auf die Entwicklung und Werte des Einzelabschlusses der Orizon Holding GmbH.

C.1. Ertragslage

Der Rückgang der Umsatzerlöse um Mio. € 0,5 auf Mio. € 4,0 gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Reduktion der Anzahl der von der Gesellschaft betreuten Mitarbeiter zurückzuführen. In der Berichtsperiode hat die Gesellschaft keine Dienstleistung an die OTTO Work Force Gesellschaften erbracht. Die Anzahl der Zeitarbeitnehmer bildet die Grundlage für die Service-Fee-Berechnung der Gesellschaft. Im Jahr 2023 waren durchschnittlich 7.166 (Vj. 7.345) externe und interne Mitarbeiter in der Orizon-Gruppe beschäftigt.

Die Erträge/Aufwendungen aus Gewinnabführungsverträgen (saldiert) Mio. EUR 9,6 liegen mit Mio. € 0,4 über dem Vorjahresniveau. Diese Entwicklung ist insbesondere auf das verbesserte Ergebnis der Orizon GmbH und der Orizon Projekt GmbH in 2023 im Vergleich zu 2022 zurückzuführen.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge mit Mio. € 0,2 betrifft die Zunahme der Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Bei den Aufwendungen sind insbesondere folgende Veränderungen hervorzuheben:

Der Anstieg der Personalaufwendungen um Mio. € 0,5 auf Mio. € 7,3 ist im Wesentlichen auf die Zunahme der durchschnittlichen Anzahl der Mitarbeiter, Strukturveränderungen sowie Gehaltserhöhungen zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen um Mio. € 1,3 über Vorjahresniveau. Dies ist primär durch den Anstieg der Aufwendungen für Beratung, IT-Dienstleistungen und Personaleinstellungen verursacht.

Das Zinsergebnis mit Mio. € -1,2 (Vj. Mio. € -1,0) ist negativ. Die Zunahme der Zinsaufwendungen resultiert aus dem erhöhten Zinsniveau. Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen betreffen vor allem die Verzinsung des Gesellschaftsdarlehens und des Genussrechtskapitals.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind auf T€ 0 gesunken. (Vj. Steuererträge in Höhe von T€ 25). Diese haben in 2022 Steuererstattungen und -nachzahlungen aus den Vorjahren beinhaltet.

Im Berichtsjahr wurde ein Jahresfehlbetrag von Mio. € -1,4 (Vj. Jahresüberschuss von Mio. € 0,6) ausgewiesen.

C.2. Finanzlage

Insgesamt stehen der Orizon Holding GmbH zum Bilanzstichtag liquide Mittel von Mio. € 8,3 (Vj. Mio. € 8,7) zur Verfügung.

Die Finanzierung ist bankenunabhängig und durch die von der Muttergesellschaft zur Verfügung gestellten Gesellschafterdarlehen sichergestellt. Wir verweisen auf unsere Ausführung zu der Vermögenslage.

Zwischen der Orizon Holding GmbH und ihren Tochterunternehmen (Ausnahme: jobs in time medical GmbH und den OTTO Work Force Gesellschaften) besteht ein Cash-Pooling für den konzerninternen Liquiditätsausgleich. Durch das zentral von der Orizon Holding GmbH übernommene Finanzmanagement wird den Konzernunternehmen die überschüssige Liquidität entzogen bzw. werden deren Liquiditätsunterdeckungen durch Kredite ausgeglichen.

Cash Pool Verbindlichkeiten in Höhe von Mio. € 51,4 (Vorjahr Mio. € 41,9) wurden mit den Verrechnungskonten für Konzernunternehmen saldiert und unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen.

C.3. Vermögenslage

Die Bilanzsumme beläuft sich auf Mio. € 104,4 (Vj. Mio. € 112,3). Mit Mio. € 75,1 ist die Bilanzsumme auf der Aktivseite geprägt durch die Anteile an verbundenen Unternehmen. Zum Rückgang der Aktiva hat insbesondere die Abnahme der immateriellen Vermögensgegenstände um Mio. € 0,4 in Folge der Abschreibungen, die Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus der Finanzierung mit Mio. € 6,6 sowie die Abnahme der liquiden Mittel mit Mio. € 0,4 beigetragen.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2024 erwarb die Orizon Holding GmbH von einer Schwestergesellschaft zu einem Kaufpreis von € 1 die Anteile an der OTTO Work Force Deutschland GmbH, welche 100 % der Anteile an OTTO Work Force Nord GmbH, OTTO Work Force Mitte GmbH, OTTO Work Force Süd GmbH und OTTO Work Force West GmbH, alle mit Sitz in Weeze, hält.

Der Rechnungsabgrenzungsposten ist von Mio. € 0,4 auf Mio. € 0,1 gesunken, vor allem aufgrund der Auflösung der Vorauszahlungen der Gesellschaft an die Versicherungen.

Im Rahmen des Gesellschafterwechsels wurde 2016 die Finanzierung auf Basis des Kaufvertrages angepasst. Dabei wurden die Verbindlichkeiten aus den Gesellschafterdarlehen sowie Teile der Bankkredite im Geschäftsjahr 2016 i.H.v. insgesamt Mio. € 166,1 erfolgsneutral in die Kapitalrücklage eingelegt.

Im Rahmen der finanziellen Restrukturierung im Jahr 2009 wurde das 2007 von der Orizon Holding GmbH aufgenommene Mezzanine-Kapital in Genussrechtskapital umgewandelt. Die Orizon Holding GmbH bilanziert das Genussrechtskapital aufgrund dessen rechtlicher Ausgestaltung in ihrer Handelsbilanz als Eigenkapital und in der Steuerbilanz als Verbindlichkeit. Das Genussrechtskapital wird mit einem Zinssatz von 1,1 % p.a. verzinst. Im Zuge der o.g. Restrukturierung wurde das Genussrecht 2009 von den Altgläubigern für € 1,00 an das 100 %ige Tochterunternehmen der Orizon Holding GmbH, die Foodstaffing GmbH (vormals: Plümer Konstruktionen GmbH), verkauft.

Das Eigenkapital der Orizon Holding GmbH verringerte sich zum Stichtag aufgrund des Jahresfehlbetrags auf Mio. € 27,3 (Vj. Mio. € 28,6).

Der Rückgang des Eigenkapitals wurde von der Entwicklung der Bilanzsumme kompensiert, sodass die Eigenkapitalquote sich von 25,5 % zum 31. Dezember 2022 auf 26,1 % zum 31. Dezember 2023 erhöhte.

Die Sonstigen Rückstellungen mit Mio. € 0,9 (Vj. Mio. € 1,4) haben sich um Mio. € 0,5 vor allem durch den Rückgang der Rückstellung für Personalrestrukturierung vermindert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus Gesellschafterdarlehen in Höhe von Mio. € 64,8 (Vj. Mio. € 64,8) sowie aus den aufgelaufenen Zinsverbindlichkeiten aus dem Genussrechtskapital Mio. € 8,0 (Vj. Mio. € 7,5), welche in 2029 fällig werden. Das kurzfristige Darlehen gegenüber der OTTO Holding B.V. von Mio. € 5,0 wurde in der Berichtsperiode zurückgezahlt. Die Gesellschafterdarlehen haben formell zum 31. Dezember 2023 eine Restlaufzeit von drei bis fünf Jahren. Das Gesellschafterdarlehen ist mit Mio. € 5,7 am 31. Dezember 2026 und mit Mio. € 59,1 am 31. Dezember 2028 zur Rückzahlung fällig. Somit ist die Finanzierung der Gesellschaft mittelfristig sichergestellt.

Die übrigen Verbindlichkeiten enthalten zum überwiegenden Teil Steuerverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

C.4. Zusammengefasste Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2023 ist der Finanzmittelbestand der Orizon Holding GmbH leicht um Mio. € 0,4 gesunken. Das Jahresergebnis hat sich bedingt durch die rückläufigen Umsätze steigenden Personalaufwendungen, Abschreibungen, sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie Zinsaufwendungen um Mio. € 2,0 verschlechtert. Unsere wirtschaftliche Lage beurteilen wir insgesamt in Anbetracht der aktuellen Marktsituation als angespannt.

Die im Vorjahreslagebericht prognostizierten Erwartungen hinsichtlich einer Umsatzsteigerung von 22,1 %, einem EBITDA von Mio. € 12,5 sowie einer Auslastung zwischen 77 % und 82 % bei einer durchschnittlichen Anzahl von 8.468 Leiharbeitnehmern konnten im Geschäftsjahr 2023 nicht umgesetzt werden, da unerwartete Marktbedingungen, gestiegene Kosten sowie eine geringere Nachfrage die Zielerreichung erheblich beeinträchtigten.

D. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung der Gesellschaft und der Orizon-Gruppe

Da sich Chancen und Risiken der Tochterunternehmen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Holding mittelbar und somit unmittelbar auf die Höhe der Erträge/Aufwendungen aus Gewinnabführungsverträgen auswirken, werden nachfolgend Chancen und Risiken aus Gruppensicht dargestellt.

D.1. Risiken der künftigen Entwicklung

Orizon Holding GmbH ordnet die für die Gesellschaft wichtigsten Risiken den folgenden Kategorien zu:

Finanzielle Risiken

Konjunkturelle Risiken

Regulatorische Risiken

Operative Risiken

IT-Risiken

Rechtliche Risiken

Steuerliche Risiken

Finanzielle Risiken

Wie in der Einführung dargestellt, konnten die finanziellen Risiken der Orizon Holding GmbH durch die Refinanzierung der Outsourcing Inc. erheblich reduziert werden. Grundlage der Finanzierungsstruktur ist, dass sämtliche verbliebenen Bank- und Gesellschafterdarlehen im Januar 2017 vollständig an die jeweiligen Gläubiger zurückgezahlt und in ein neues Gesellschafterdarlehen umgewandelt wurden.

Die Gesellschafterdarlehen wurden verlängert und haben formell zum 31. Dezember 2023 eine Restlaufzeit von drei bis fünf Jahren. Vom Gesellschafterdarlehen sind Mio. € 5,7 am 31. Dezember 2026 und Mio. € 59,1 am 31. Dezember 2028 zur Rückzahlung fällig. Somit ist die Finanzierung der Gesellschaft mittelfristig sichergestellt. Ergänzend zu den Gesellschafterdarlehen wurde am 31. Juli 2024 ein zusätzlicher Kreditrahmen in Höhe von Mio. € 23,7 bis 31. Juli 2025 vereinbart.

Für die gesamte Unternehmensgruppe wurde mit Ausnahme von wenigen solventen Großkunden eine Warenkreditversicherung mit einem geringen Eigenanteil abgeschlossen. Jeder potenzielle Neukunde unterliegt einer Bonitätsbeurteilung, bevor dieser als aktiver Neukunde angelegt wird. Mit allen Kunden werden Kreditlinien vereinbart, deren Einhaltung vom Debitorenmanagement überwacht wird.

Wir hatten im Jahr 2023 finanzielle Ausfälle bei wenigen Kunden, die sich geringfügig im Ergebnis bemerkbar machten. Darüber hinaus konnte kein übermäßiger Anstieg von Zahlungsausfällen bzw. Zahlungsverzug festgestellt werden. Durch die von den Banken unabhängige Finanzierung und Outsourcing Inc. als finanzstarken Partner sieht die Orizon-Gruppe das finanzielle Risiko auch als beherrschbar an.

Durch die von den Banken unabhängige Finanzierung und Outsourcing Inc. als finanzstarken Partner sieht die Orizon Holding GmbH das finanzielle Risiko auch als mittel an.

Konjunkturelle Risiken

Die Arbeitnehmerüberlassung reagiert frühzeitig auf Änderungen der konjunkturellen Rahmenbedingungen und kann daher ein Frühindikator für die Entwicklung am Arbeitsmarkt sein. 12

Das Wachstum der Weltwirtschaft blieb im Jahr 2024 knapp unter dem langjährigen Durchschnitt. Der Rückgang der Inflation in den großen Volkswirtschaften verlangsamte sich im Laufe des Jahres. Der Sachverständigenrat prognostiziert ein globales BIP-Wachstum von etwa 2,6 % für die Jahre 2024 und 2025 sowie einen Anstieg der Verbraucherpreise um 4,6 % im Jahr 2024 und 3,0 % im Jahr 2025. 13

Die wirtschaftliche Aktivität im Euro-Raum hat in den letzten Quartalen leicht zugenommen, angetrieben vor allem durch den Exportsektor im Zuge der moderaten globalen Erholung. Allerdings bremsten schwache Investitionen und ein verhaltener privater Konsum trotz steigender Reallöhne das Wachstum. Dank der positiven Entwicklung bei Erwerbstätigkeit und Reallöhnen dürfte der private Konsum in vielen Euro-Ländern im Prognosezeitraum jedoch anziehen. Unterstützt durch die fortgesetzte geldpolitische Lockerung wird zudem ein moderater Aufschwung bei Investitionen erwartet. Während die Inflationsdynamik weiter nachlässt, nähert sich die Rate dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Sachverständigenrat rechnet für das BIP im Euro-Raum mit einem Wachstum von 0,7% im Jahr 2024 und 1,3% im Jahr 2025 sowie mit Verbraucherpreisanstiegen von 2,4% und 2,1% in den jeweiligen Jahren. 13

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland ist im Gegensatz zur globalen Wirtschaft und dem Euro-Raum nahezu zum Stillstand gekommen, und der Ausblick bleibt weiterhin gedämpft. Trotz einer Verbesserung der realen Einkommen zeigen sich beim privaten Konsum kaum Anzeichen einer nachhaltigen Erholung. Negative Erwartungen und die anhaltend hohe wirtschaftliche Unsicherheit wirken weiterhin belastend auf das Konsumverhalten privater Haushalte. Aufgrund der gedämpften Konsumstimmung und eines nachlassenden Einkommenswachstums dürfte auch im Jahr 2025 nur ein schwaches Wachstum des privaten Konsums zu erwarten sein. Auf Unternehmensseite ist vor allem das Verarbeitende Gewerbe weiterhin schwach. Zwar könnten die Erholung im Euro-Raum und das globale Wirtschaftswachstum die deutsche Exportwirtschaft stützen, doch dürfte dieser Effekt durch die gesunkene Wettbewerbsfähigkeit weniger stark ausfallen als in früheren Jahren. Der Sachverständigenrat prognostiziert für das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein Wachstum von etwa -0,1 % im Jahr 2024 und 0,4 % im Jahr 2025 sowie einen Anstieg der Verbraucherpreise um 2,2 % im Jahr 2024 und 2,1 % im Jahr 2025. 13

Die Schwächephase der deutschen Wirtschaft erreicht außerdem zunehmend den Arbeitsmarkt. Das Wachstum der Erwerbstätigkeit ist nahezu zum Erliegen gekommen und die Arbeitslosenquote ist seit August 2023 um 0,3 % angestiegen. In den vom schwachen Wachstum besonders betroffenen Bereichen Verarbeitendes Gewerbe und Bau war der Anstieg der Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich. 13

Aufgrund von Arbeitskräfteknappheiten und einem verbreiteten Halten von Arbeitskräften zeigte sich dieser zwar bislang stabil. Das Wachstum der Gesamtbeschäftigung hat sich aber deutlich abgeschwächt. In den besonders von der konjunkturellen Schwäche betroffenen Wirtschaftszweigen wie dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Handel und dem Baugewerbe ist die Beschäftigung bereits zurückgegangen. Darüber hinaus stieg die Zahl an Arbeitslosen in industriellen Kernbereichen wie dem Fahrzeug- und Maschinenbau im Vergleich zur Gesamtwirtschaft überdurchschnittlich an. Für die Gesamtwirtschaft geht der Sachverständigenrat von einem Anstieg der Arbeitslosenquote von 5,7 % im Jahr 2023 auf 6,0 % im Jahr 2024 und 6,1 % im Jahr 2025 aus. Das Beschäftigungswachstum dürfte im Jahr 2025 zum Erliegen kommen. 14

12 Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit zur Arbeitsmarktberichterstattung vom Juli 2024.
13 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Jahresgutachten 2024/2025 (https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/gutachten/jg202425/JG202425 Gesamtausgabe.pdf).

Für das Jahr 2024 ist von einem kräftigen Anstieg der Effektivlöhne um 5,2 % auszugehen, der sich zu einem Großteil aus bereits abgeschlossenen Lohnvereinbarungen ergibt. Im Jahr 2025 dürfte dieser Anstieg mit 3,5 % aufgrund der anhaltend schwachen wirtschaftlichen Entwicklung geringer ausfallen. Aufgrund der voraussichtlich niedrigen Inflation ergeben sich aus den Nominallohnzuwächsen dennoch kräftige Reallohnzuwächse. Die Nettolöhne dürften im Jahr 2024 real um 3,2 % und im Jahr 2025 um 0,4 % steigen. 14

Regulatorische Risiken

Der Senat von Berlin hat eine Bundesratsinitiative zur Eindämmung von Leiharbeit in der Pflege für ein Arbeitsverbot in der Krankenpflege im Februar 2020 beschlossen. Hintergrund ist der nach Auffassung der Berliner Gesundheitsverwaltung steigende Anteil von Zeitarbeitskräften in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Zunehmend würden sich Pflegekräfte für einen Wechsel von der Festanstellung in die Zeitarbeit entscheiden. Im Gegensatz zu anderen Branchen fänden Fachkräfte dort häufig bessere Arbeitsbedingungen vor. Sie würden besser bezahlt und könnten sich ihre Arbeitszeiten weitgehend selbst aussuchen. Allerdings gehe dies zulasten der festangestellten Pflegekräfte und zulasten der auf Pflege angewiesenen Menschen. 15

Die Initiative entspricht einer Aufforderung der Bundesregierung Änderungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) zu initiieren, um die Leiharbeit in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen einzuschränken. Am 2. Februar 2024 wurde im Bundesrat über die Empfehlungen der Fachausschüsse des Rates zur "Eindämmung der Leiharbeit in der Pflege" abgestimmt. Dieser Beschluss wurde mit großer Mehrheit angenommen. Der Bundesrat fordert nun die Bundesregierung auf, dem Einsatz von Zeitarbeit in der Pflege wirksam zu begegnen und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen für die Stammbelegschaft zu verbessern. 16 Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Bundesregierung nicht auf die Forderung des Bundesrats reagiert und somit die Initiative auch zukünftig keine Auswirkungen auf ihren Geschäftsbereich haben wird.

Für die Orizon-Gruppe bedeuten all diese Faktoren, die Stellung im Markt zu erhalten, zu verteidigen und sich den neuen Herausforderungen zu stellen.

Die regulatorischen Risiken stufen wir daher als "mittel" ein.

14 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Jahresgutachten 2024/2025 (https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/gutachten/jg202425/JG202425 Gesamtausgabe.pdf).
15 https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/109298/Berlin-startet-Bundesratsinitiative-zur-Eindaemmung-von-Leiharbeit-in-der-Pflege
16 Entschließung des Bundesrates ",Eindämmung der Leiharbeit in der Pflege" - Bundesregierung zu umfassender Prüfung beauftragt - DGS (caritas-dienstgeber.de).

Operative Risiken

Ein weiteres potenzielles Wachstumshemmnis liegt im Mangel an verfügbaren Fachkräften, was zu einem Engpass bei der Rekrutierung führt. Die Rekrutierung von qualifizierten Mitarbeitern ist damit ein kritischer Erfolgsfaktor für unseren Erfolg auf dem Markt und äußert sich oft in einem Mangel an geeigneten Bewerbern. Insbesondere in Krisenzeiten wie der aktuellen Situation aufgrund des Ukraine-Krieges gestaltet sich die Gewinnung von Fachkräften schwierig, da viele Arbeitnehmer zögern, ihren derzeitigen sicheren Arbeitsplatz aufzugeben, um sich auf eine neue Stelle einzulassen. Um dieses Risiko zu mindern, hat unser Unternehmen bereits seit 2022 begonnen, die Rekrutierungsprozesse kontinuierlich zu verbessern und die verschiedenen Kanäle optimal zu nutzen, einschließlich innovativer Softwarelösungen. Wir setzen verstärkt auf Social-Media-Kampagnen in Zusammenarbeit mit professionellen Agenturen, erhöhen unsere Online-Präsenz und arbeiten weiterhin an einer Erweiterung unseres Benefit-Programms für externe Mitarbeiter, um dem Rekrutierungsengpass entgegenzuwirken. Darüber hinaus stärken wir unser leistungsstärkstes Instrument - die Mitarbeiterempfehlungen - durch eine Unternehmenskultur, die auf Professionalität, Wertschätzung und Verbindlichkeit basiert.

Die Einstellung von externem Personal ist ein kritischer Erfolgsfaktor, der bedeutend das Wachstum und die zukünftige Profitabilität beeinflusst.

Wir gehen davon aus, dass wir den Anstieg der Personalkosten in Folge der Erhöhung der Tarifentgelte an unsere Kunden in großem Umfang weitergeben können.

Insgesamt stufen wir dieses Risiko als "mittel" ein.

IT-Risiken

Die IT-gestützten Geschäftsprozesse und die interne bzw. externe Kommunikation der Orizon Gruppe sind Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt. Risiken bestehen im Hinblick auf den unbefugten Zugriff auf sensible elektronische Unternehmensdaten sowie auf die mangelnde Verfügbarkeit der Systeme als Folge von internen und externen Störungsfaktoren. Eine wesentliche Störung oder gar ein Ausfall der Geschäftssysteme kann zu einem Datenverlust und einer Beeinträchtigung der Geschäftsprozesse führen.

Das Konzern-Rechenzentrum befindet sich zentral am Hauptsitz in Augsburg. Mit der Etablierung einer umfassenden Organisation für das IT-Risikomanagement, der Verabschiedung eines Regelwerks mit der Festlegung entsprechender Rollen und Verantwortlichkeiten wurden die Grundlagen für ein kontinuierliches und nachhaltiges Risikomanagementsystem für diesen Bereich gelegt. In Zusammenarbeit mit unserem IT-Dienstleister wurden technische Vorkehrungen, wie beispielsweise Datenwiederherstellungs- und Kontinuitätspläne, entwickelt.

Durch die Nutzung einer Cloud-Lösung seit 1. Juli 2022 basierend auf Microsoft entsteht eine indirekte Abhängigkeit zu Microsoft, aber auch eine Sicherheit durch die bereitgestellte IT-Infrastruktur. Aufgrund der Größe und Marktdominanz von Microsoft ist jedoch davon auszugehen, dass die Sicherheit höher und der Ausfall von Rechenzentren geringer ist als bei der bisherigen lokalen Serverlandschaft. Daher stufen wir die IT-Risiken als "mittel" ein.

Rechtliche Risiken

Die Zeitarbeitsbranche unterliegt in Deutschland zahlreichen gesetzlichen Normen und Bestimmungen, wie z.B. dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und die Anwendung der tariflichen Vereinbarungen werden einerseits durch ein internes und externes Qualitätsmanagement geprüft und andererseits durch ein stringentes und umfassendes IT-System sichergestellt. Regelmäßig durchgeführte interne Mitarbeiterschulungen über die Orizon-Akademie, die durch externe Schulungsangebote ergänzt werden, sorgen im Rahmen des Arbeits- und Tarifrechts, Arbeits- und Sozialversicherungsrechts sowie von Steuergesetzänderungen zusätzlich für eine bedeutende Minimierung des Risikos in diesem Bereich.

Unterstützt wird diese Einschätzung durch die Kooperationsvereinbarung zwischen der Bundesagentur für Arbeit und der Orizon Holding, durch die eine reibungslose Zusammenarbeit sichergestellt wird. Darüber hinaus wird die Zugehörigkeit zur Berufsgenossenschaft durch die Unbedenklichkeitsbescheinigung der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft bestätigt.

Steuerliche Risiken

Das im Jahr 2007 von der Orizon Holding GmbH aufgenommene Mezzanine-Kapital (€ 51.750.731,47) wurde in 2009 in Genussrechtskapital umgewandelt und anschließend von den Altgläubigern für € 1,00 an das 100 %ige Tochterunternehmen der Orizon Holding GmbH, die Foodstaffing GmbH (vormals: Plümer Konstruktionen GmbH), veräußert. Auf Basis der gelebten Finanzverwaltungspraxis und der Bestätigung durch die Betriebsprüfung in 2019 schätzt das Management ein mögliches steuerliches Risiko aus der steuerlichen Behandlung des Genussrechts als beherrschbar an.

Es besteht das Risiko, dass die bestehenden Verlustvorträge der Orizon-Gruppe durch den in 2024 erfolgten Eigentümerwechsel auf der Ebene der obersten Muttergesellschaft Outsourcing Inc., Japan, verloren gehen könnten.

Beurteilung der Gesamtrisikosituation durch die Geschäftsführung

Die Geschäftsführung der Orizon Holding GmbH und der Orizon-Gruppe sieht die bestehenden Risiken als beherrschbar an und passt die Risiken fortlaufend den Veränderungen des Umfeldes und den Erfordernissen des laufenden Geschäfts an.

D.2. Risikomanagement

Alle Gesellschaften der Orizon-Gruppe sind in ein übergreifendes Risikomanagementsystem eingebunden. Kernstück ist ein kontinuierlich verbessertes internes Berichtswesen, das ein umfassendes Controlling und Liquiditätsmanagement aller wirtschaftlichen relevanten Vorgänge einschließt. Es garantiert zukünftig unternehmensinterne Reaktionsfähigkeit sowie Flexibilität und Transparenz. Durch den Einsatz verschiedener Analysemethoden werden Risiken früh erkannt und verringert. Ein straffes monatliches und für wesentliche Kennzahlen auch wöchentliches Berichtswesen ermöglicht es, in den Niederlassungen, die eine kritische Performance aufweisen, schnell zu reagieren, insbesondere durch Kostenkontrolle sowie Terminverfolgung.

Die laufenden Risikoanalysen sind darauf ausgerichtet, Gefahren für das Vermögen, den Ertrag und die Finanzierung sowie die langfristige Beschäftigungslage möglichst frühzeitig zu erkennen, um schnellstmöglich Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Des Weiteren sind die Tochtergesellschaften der Orizon Holding GmbH nach ISO EN 9001:2015 zertifiziert. Das jährliche Audit zum Qualitätsmanagement führt der TÜV Bayern durch und darüber hinaus erfolgen interne Audits in allen Niederlassungen durch die firmeneigenen Qualitätsmanagementbeauftragten.

Seit 2017 gehört die Orizon-Gruppe zum börsennotierten Unternehmen Outsourcing Inc. und damit ist auch die Orizon-Gruppe verpflichtet, Japans Gesetz für Finanzinstrumente und Börsen (J-SOX) einzuhalten. In diesem Kontext wurde das bestehende interne Kontrollsystem um zusätzliche Kontrollen erweitert und wird jährlich im Rahmen von internen und externen Audits auf deren Wirksamkeit geprüft.

Darüber hinaus erlaubt das erweiterte ERP-System eine klare Definition von Leitplanken und Regeln, die für die Abrechnung von Mitarbeitern und die Faktura von zentraler Bedeutung sind. Dies bezieht sich insbesondere auf gesetzliche Regelungen und tarifvertragliche Bestimmungen.

D.3. Chancen der künftigen Entwicklung

Die geopolitische Unsicherheit ist seit Jahresbeginn 2024 deutlich höher als im historischen Durchschnitt. Gründe hierfür sind der andauernde Krieg in der Ukraine und der Nahostkonflikt. Vergrößern sich die Unsicherheiten über die Unterstützung für die Ukraine, könnte sich das geopolitische Risiko insbesondere für Europa verschärfen. Zudem könnte eine geografische Ausweitung des Krieges im Nahen Osten Handelsrouten für Rohöl und Erdgas beeinträchtigen. 17

Ein unerwartet starkes Wachstum der Nominallöhne könnte die Inflation wieder ansteigen lassen (Lagarde und de Guindos, 2024). Infolgedessen könnte die EZB sich veranlasst sehen, die Leitzinsen länger als geplant auf dem aktuellen oder einem höheren Niveau zu halten, als dies derzeit von den Märkten erwartet wird. Darüber hinaus könnte die Transmission der restriktiven Geldpolitik auf die Realwirtschaft des Euro-Raums stärker ausfallen als zunächst angenommen. Eine weitere Verschärfung der geopolitischen Spannungen dürfte zudem die makroökonomische Unsicherheit erhöhen, was sich durch das verstärkte Vorsichtssparen der privaten Haushalte auf den privaten Konsum auswirken könnte. 17

17 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Frühjahrsgutachten 2024 vom 15. Mai 2024 (https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/ gutachten/fg2024/FG2024_Gesamtausgabe.pdf).

Um die Chancen auch in Geschäftserfolg umwandeln zu können, ist die Ausrichtung der ganzen Unternehmensgruppe entscheidend. Die Erarbeitung einer gemeinsamen Vision, die in eine klare strategische Ausrichtung mündet, wurde gestartet und wird im Jahr 2024 fortgesetzt. Ergänzend ergeben sich auch Wachstumschancen für die Orizon-Gruppe in Branchen, die von geopolitischen Konflikten profitieren, wie die Rüstungsbranche. Aber auch Branchen, die aufgrund stetiger Nachfrage des Konsumenten konstant sind, wie die Nahrungsmittel- und Handelsbranche. Orizon Holding GmbH sieht in diesen Branchen ein gutes Kompensationspotenzial und hat hier auch bereits eine solide Kundenbasis, um Stabilität im Umsatz und Ergebnis zu erzielen. Ergänzend zu der stärkeren Ausrichtung auf die vorgenannten Branchen, wollen wir auch unser Outsourcing Business weiter ausbauen. Die positive Entwicklung der letzten Jahre und auch die aktuelle Nachfrage für Komplett-Übernahmen von Prozessen bei den Kunden verspricht Wachstumspotenziale.

Um dieses Potenzial zu erschließen und stabil zu halten, wurden niederlassungsübergreifende Funktionen wie Key Account Management, ein Outsourcing-Bereich und On-Site Management etabliert und weiterentwickelt. Insbesondere die Aviation-Sparte wird weiterhin ausgebaut, um den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden.

Die Branchenzuschläge und die Tariflohnerhöhungen stellen nicht nur Risiken für die Zeitarbeitsbranche dar, sondern auch Chancen. Langfristig ist Orizon Holding GmbH davon überzeugt, dass aufgrund der Tarifangleichung der Zeitarbeitslöhne an die Löhne des Kundenbetriebes der öffentliche und politische Druck abnehmen und die Akzeptanz des Geschäftsmodells weiter steigen wird. Dieses führt zu einem weiteren positiven Effekt, da die steigenden Verdienstmöglichkeiten die Branche Zeitarbeit als Arbeitgeber attraktiver machen werden und damit das Rekrutierungspotenzial steigt, vorausgesetzt, dass die Kunden bereit sind, diese Mehrkosten auch zu tragen.

Schließlich werden auch der zunehmende Wettbewerbsdruck und die steigenden Anforderungen sowie Professionalisierung der Zeitarbeitsbranche zu einer Marktbereinigung und einem Ausscheiden vieler Wettbewerber führen. Orizon Holding GmbH ist davon überzeugt, den Herausforderungen gewachsen zu sein und sieht im Start der Transformationsarbeit die ersten Schritte für eine zukunftsfähige Aufstellung.

Die Unternehmensgruppe OTTO Work Force Deutschland GmbH wurde am 1. Januar 2023 von Orizon Holding GmbH übernommen und befindet sich in der Integrationsphase. Durch die Zusammenarbeit werden große Onsite-Projekte und gewinnbringende Recruiting-Strukturen in Osteuropa erschlossen, die gemeinschaftlich genutzt werden sollen, um ein noch schnelleres Wachstum generieren zu können.

E. Prognosebericht

E.1. Voraussichtliche Konjunktur- und Marktentwicklung

Für Deutschland erwartet der Sachverständigenrat ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,1 % im Jahr 2024 und ein geringfügiges Wachstum von 0,4 % im Jahr 2025. Für die Inflation in Deutschland prognostiziert er jahresdurchschnittliche Raten von 2,2 % bzw. 2,1 %. Die Kerninflation dürfte 3,0 % im Jahr 2024 und 2,6 % im Jahr 2025 betragen. Abwärtsrisiken für die Prognose der deutschen Konjunktur bestehen in einer sich verfestigenden Industrieschwäche sowie in einer nochmals erhöhten Unsicherheit, die die Erholung der Investitionen und des privaten Konsums weiter verzögern könnte. Diese Effekte könnten verstärkt werden, wenn die Konjunktur noch ungünstiger verläuft, als erwartet und zusätzliche Sparanstrengungen in den öffentlichen Haushalten erforderlich werden. Eine positivere Entwicklung könnte sich dagegen einstellen, wenn sich die Konsumzurückhaltung der privaten Haushalte auflöst und sich die Sparquote schneller als erwartet normalisiert. 18

E.2. Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft und der Orizon-Gruppe

Der Zeitarbeitsmarkt ist ein konjunktursensitives Geschäft und damit ist die Orizon-Gruppe stark von der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland beeinflusst.

Gemäß unserer Planung gehen wir 2024 auf Basis der makroökonomischen Unsicherheiten von einem herausfordernden Jahr 2024 aus und erwarten einen Rückgang des Umsatzes im Vergleich zu 2023 in einer Bandbreite von 7 % bis 10 %. Die in 2023 bereits gestarteten Maßnahmen wie die beschriebenen Transformationsaktivitäten, der Fokus auf wachstumsversprechende Branchen und auch der Ausbau des Outsourcing Businesses etc. werden erst in den Folgejahren greifen.

Wir erwarten, dass sich die Auslastung auf dem Niveau von 2023 in einer Bandbreite von 80 % bis 82 % bewegt. Allerdings sehen wir eine Reduzierung der Leiharbeitnehmer in einer Bandbreite von 8 % bis 12 %. Dies führt zu einer Reduzierung des Konzern-EBITDA. Wir erwarten eine EBITDA-Bandbreite von Mio. € 2,4 bis Mio. € 2,8.

Für das Jahr 2025 sehen wir ein leichtes Wachstum in einer Bandbreite von 2 % bis 4 % auf Basis des von uns erwarteten Umsatzes 2024. Im Ergebnis erwarten wir eine EBITDA-Bandbreite von Mio. € 5,2 bis Mio. € 6,0. Für das Geschäftsjahr 2025 wird erwartet, dass der Bedarf an Leiharbeitskräften grundsätzlich auf dem Level des Geschäftsjahres 2024 verharrt. Wesentlich sehen wir hier weitere Kostenreduzierungen, eine leicht verbesserte Bruttomarge durch den Wegfall der Inflationsausgleichsprämie und stabile Umsatzentwicklung in dem oben aufgeführten Wachstumsfokus.

Für die Orizon Holding, in ihrer Funktion Services für die Leistungserbringung der Orizon- Gruppe bereit zu stellen, sehen wir in 2024 eine weitere kontinuierliche Entwicklung der Support Funktionen. Dies zeichnet sich vor allem durch Verbesserungen der Systemumgebungen und weitere Optimierung der Abrechnungs- und Abwicklungsprozesse aus. Wir gehen von sinkenden Umsatzerlösen in einer Bandbreite von 10 % bis 15 % und von rückläufigen Erträgen aus den Ergebnisabführungsverträgen in einer Bandbreite von 12 % bis 16 % aus. Zudem erwarten wir, dass das Jahresergebnis um Mio. € 4 bis Mio. € 5 sinken wird. Dies leitet sich aus den zurückgehenden Mitarbeiterzahlen ab. Der Fokus liegt auf Kostenmanagement. Hier erwarten wir 2024 weitere Kostenreduzierung im Vergleich zu 2023 in den allgemeinen Verwaltungskosten in einer Bandbreite von Mio. € 1,2 bis Mio. € 1,5 bei einem Anstieg der Personalaufwendungen von Mio. € 1,5 bis Mio. € 1,8.

18 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Jahresgutachten 2024/2025 (https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/gutachten/jg202425/JG202425_Gesamtausgabe.pdf).

Für das Jahr 2025 erwarten wir gemäß der Konzernprognose einen Anstieg der Umsatzerlöse und der Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen in einer Bandbreite von 2 % bis 4 % und sehen zudem ein weiteres Kosteneinsparungspotenzial in den allgemeinen Verwaltungskosten in Höhe von Mio. € 0,2 bis Mio. € 0,3, so dass das Jahresergebnis um Mio. € 0,8 bis Mio. € 1,2 verbessern wird. Wesentliche Felder der Einsparung sind dabei Fremdbezüge wie IT- Dienstleistungskosten sowie Beratung, Anwalts- und Auditor-Kosten.

E.3. Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung

Die Orizon Holding GmbH überprüft stetig ihre strategische Ausrichtung und arbeitet im Transformationsprozess in den Bereichen Portfolio (Strukturierung des Vertriebes), Prozesse (Optimierung der Prozesse über die Organisation) und People (Transformation, Definition von Werten und Formulierung der Orizon-Vision) hart daran, sich für die Zukunft aufzustellen. Schritt für Schritt werden die Themen adressiert, die Digitalisierung vorangetrieben, um in den kommenden Jahren noch besser auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können.

Orizon Holding GmbH hat die wesentlichen Erfolgsfaktoren im Fokus und optimiert diese in einem ständigen Verbesserungsprozess. Die Qualität der internen Mitarbeiter, der Zeitarbeitnehmer, des Kundenzugangs und der internen Prozesse stehen im Vordergrund und werden von der gesamten Organisation aktiv optimiert. Damit legen wir für die Zukunft die Basis, die angestrebten Wachstums- und Ergebnisziele zu erreichen.

 

Augsburg, den 15. Januar 2025

Die Geschäftsführung

Daniela Kühne

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software 1.659.039,71 2.130.830,92
2. Geleistete Anzahlungen 153.227,64 127.508,25
1.812.267,35 2.258.339,17
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 177.329,98 190.744,53
177.329,98 190.744,53
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 75.074.358,81 75.025.000,00
75.074.358,81 75.025.000,00
77.063.956,14 77.474.083,70
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 17.381.442,92 24.018.861,29
2. Sonstige Vermögensgegenstände 1.485.956,72 1.680.780,92
18.867.399,64 25.699.642,21
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 8.341.916,38 8.768.452,13
8.341.916,38 8.768.452,13
27.209.316,02 34.468.094,34
C. Rechnungsabgrenzungsposten 97.922,14 403.968,15
104.371.194,30 112.346.146,19

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Stammkapital 200.000,00 200.000,00
II. Kapitalrücklage 204.235.121,00 204.235.121,00
III. Genussrechtskapital 51.750.731,47 51.750.731,47
IV. Bilanzverlust -228.931.866,20 -227.581.172,53
27.253.986,27 28.604.679,94
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 0,00 0,00
2. Sonstige Rückstellungen 854.328,74 1.351.150,75
854.328,74 1.351.150,75
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 144.062,72 131.829,09
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 72.861.615,03 77.290.751,62
(davon gegenüber Gesellschafter € 64.797.374,49; Vorjahr € 64.797.759,15)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 3.257.201,54 4.967.734,79
(davon aus Steuern € 3.223.227,59; Vorjahr € 4.950.470,12)
(davon im Rahmen d. soz. Sicherheit € 33.973,95; Vorjahr € 16.987,02)
76.262.879,29 82.390.315,50
104.371.194,30 112.346.146,19

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

2023 2022
1. Umsatzerlöse 4.011.550,00 4.491.250,00
2. Sonstige betriebliche Erträge 522.308,82 290.450,91
3. Personalaufwand -7.262.570,82 -6.760.269,96
a) Löhne und Gehälter -6.179.444,47 -5.816.124,68
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -1.083.126,35 -944.145,28
(davon für Altersversorgung € 2.991,24; Vorjahr € 3.441,24)
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -606.721,59 -444.908,16
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen -6.359.366,65 -5.054.433,30
6. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 9.595.530,79 9.702.141,82
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 199.339,39 203.612,13
(davon aus verbundenen Unternehmen € 183.981,29; Vorjahr € 176.309,75)
8. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 -534.303,42
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.447.910,33 -1.251.990,76
(davon an verbundene Unternehmen € 1.442.539,58; Vorjahr € 1.215.376,46)
(davon Vergütung für Genussrechtskapital € 569.258,04; Vorjahr € 569.258,04)
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 25.409,87
11. Ergebnis nach Steuern -1.347.840,39 666.959,13
12. Sonstige Steuern -2.853,28 -40.971,36
13. Jahresfehlbetrag (Vorjahr: Jahresüberschuss) -1.350.693,67 625.987,77
14. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -227.581.172,53 -228.207.160,30
15. Bilanzverlust -228.931.866,20 -227.581.172,53

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

A. Allgemeine Angaben

Die Orizon Holding GmbH ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB. Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die rechtsformspezifischen Regelungen des GmbH Gesetzes beachtet. Von den Erleichterungen nach § 288 Abs. 2 HGB wurde Gebrauch gemacht.

Die Gesellschaft wurde am 16. November 2006 unter der Nummer HRB 23088 beim Amtsgericht Augsburg eingetragen.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

I. Gliederungsgrundsätze und Bilanzierungsmethoden

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB beibehalten.

Im Jahresabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. Die Posten der Aktivseite sind nicht mit Posten der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen verrechnet worden.

Das Anlagevermögen weist nur Gegenstände aus, die bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb dauernd zu dienen.

Rückstellungen wurden nur im Rahmen des § 249 HGB und Rechnungsabgrenzungsposten wurden nach den Vorschriften des § 250 HGB gebildet.

Die Umsatzerlöse werden periodengerecht bei Leistungserbringung erfasst.

Für Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, werden latente Steuern angesetzt. Zur Bewertung wird der unternehmensindividuelle Steuersatz im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen herangezogen.

II. Bewertungsmethoden

1. Immaterielle Vermögensgegenstände

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Die Abschreibung erfolgt über drei bis fünf Jahre. Die geleisteten Anzahlungen umfassen Anschaffungskosten des entgeltlichen Erwerbs der Mitarbeiter-Portal-Software inklusive Consulting und Implementierung. Die geleisteten Anzahlungen sind mit dem Zahlungsbetrag angesetzt.

2. Sachanlagen

Unter den Sachanlagen werden die Anlagegüter zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibung entsprechend der voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (vier bis zehn Jahre) aktiviert. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Geringwertige bewegliche Wirtschaftsgüter (Anschaffungskosten von € 250,00 bis € 1.000,00) wurden für die Jahre der Anschaffung zu einem Sammelposten zusammengefasst und über fünf Jahre abgeschrieben. Im Anlagengitter wird ihr Abgang gezeigt, wenn die geringwertigen Anlagegüter verschrottet oder verkauft werden.

3. Finanzanlagen

Die Bilanzierung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgt mit ihren Anschaffungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten zum Bilanzstichtag. Abschreibungen auf das Finanzanlagevermögen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag unter Berücksichtigung des strengen Niederstwertprinzips angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken oder niedrigere beizulegende Werte werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.

Da in der Bilanz keine Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung enthalten sind und die Gesellschaft alle Erträge und Aufwendungen in Euro tätigt, entfällt eine etwaige Währungsumrechnung.

5. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten wurden mit ihren Nenn- bzw. Nominalbeträgen angesetzt.

6. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Als Aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

7. Latente Steuern

Von dem Wahlrecht zum Ansatz der aktiven latenten Steuern aufgrund sich ergebender Steuerentlastungen nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird kein Gebrauch gemacht.

8. Stammkapital

Das Stammkapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Kapitalrücklage ist eine frei verfügbare Rücklage gem. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB.

Das als Eigenkapital ausgewiesene Genussrechtskapital ist inklusive Zinsen am 31. Dezember 2029 zur Rückzahlung fällig. Bis zu diesem Zeitpunkt ist eine ordentliche Kündigung ausgeschlossen. Das Genussrechtskapital wird mit einem Zinssatz von 1,1 % p.a. verzinst. Das Genussrechtskapital ist nachrangig und eine Verlustbeteiligung ist in voller Höhe des Genussrechtskapitals möglich.

9. Rückstellungen

Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags passiviert. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Bilanzstichtag vorgenommen. Als Abzinsungssätze werden die den Restlaufzeiten der Rückstellungen entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssätze der vergangenen sieben Geschäftsjahre verwendet, wie sie von der Deutschen Bundesbank gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung monatlich ermittelt und bekannt gegeben werden. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle bis zur Bilanzaufstellung bekannt gewordenen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen, soweit sie das abgelaufene Geschäftsjahr betreffen.

10. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag ausgewiesen.

B. Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz

Die Entwicklung und Gliederung der einzelnen Posten des Anlagevermögens sind aus dem Anlagenspiegel ersichtlich, ebenso die Abschreibungen des Geschäftsjahres, der integraler Bestandteil des Anhangs ist.

Die Restlaufzeit sämtlicher Forderungen und sonstiger Vermögensgegenstände beträgt, ebenso wie im Vorjahr, weniger als ein Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 17.381 (Vj. T€ 24.019) sind im Wesentlichen geprägt durch die Ergebnisabführung, Intercompany-Finanzierung, Cash-Pool-Verrechnungen und Umsatzsteuerzahlungen aufgrund umsatzsteuerlicher Organschaft. Damit sind sie vollständig mitzugehörig zu den Sonstigen Vermögensgegenständen.

Unter den Sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen in Höhe von T€ 1.416 (Vj. T€ 1.222) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen; sie betreffen Steuererstattungsansprüche gegenüber dem Finanzamt.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten vor allem Rückstellungen für Archivierung (T€ 100; Vj. T€ 101), Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten (T€ 212; Vj. T€ 247), Rückstellung für ausstehende Rechnungen (T€ 120; Vj. T€ 110), Rückstellungen für Urlaub (T€ 195; Vj. T€ 154) sowie die Rückstellung für Tantieme (T€ 195; Vj. T€ 55).

Die Aufgliederung und die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten sind aus dem folgenden Verbindlichkeitsspiegel ersichtlich. Alle Verbindlichkeiten sind unbesichert.

Davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag 31.12.2023 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 144.062,72 144.062,72 0,00 0,00
Vj. 131.829,09 131.829,09 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegen- über verbundenen Unternehmen 72.861.615,03 39.283,45 64.797.374,49 8.024.957,09
Vj. 77.290.751,62 10.737.678,08 0 66.553.073,54
Sonstige Verbindlichkeiten 3.257.201,54 3.257.201,54 0,00 0,00
Vj. 4.967.734,79 4.967.734,79 0,00 0,00
76.262.879,29 3.440.547,71 64.797.374,49 8.024.957,09
Vj. 82.390.315,50 15.837.241,96 0,00 66.553.073,54

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus Gesellschafterdarlehen in Höhe von T€ 64.797 (Vj. T€ 64.798). Die Gesellschafterdarlehen haben formell zum 31. Dezember 2023 eine Restlaufzeit von drei bis zu fünf Jahren. Das Gesellschafterdarlehen ist mit T€ 5.700 am 31. Dezember 2026 und mit T€ 59.097 am 31. Dezember 2028 zur Rückzahlung fällig.

Des Weiteren bestehen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 8.025 (Vj. T€ 7.456) resultierend aus den aufgelaufenen Zinsen aus dem Genussrechtskapital, in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ 5.011) aus Darlehen gegenüber der OTTO Holding B.V. und aus Verrechnungskonten T€ 39 (Vj. T€ 27). Damit sind sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen mitzugehörig zu den Sonstigen Verbindlichkeiten.

Das Eigenkapital zum Stichtag beträgt T€ 27.254 (Vj. T€ 28.605).

Die Orizon Holding GmbH ist im Anwendungsbereich der zweiten Säule ("Pillar 2") der OECD-Modellregeln. Die relevante Pillar 2-Gesetzgebung wurde in Deutschland mit Wirkung zum 1. Januar 2024 verabschiedet. Langfristig geht die Geschäftsführung davon aus, dass der effektive Steuersatz in Deutschland über 15 % liegt und dass es in absehbarer Zeit keine Auswirkungen der neuen Regelungen geben wird. Kurzfristig, (d.h. während der Übergangszeit für Geschäftsjahre, die am oder vor dem 31. Dezember 2026 beginnen und vor dem 1. Juli 2028 enden) erwartet die Geschäftsführung, dass die Orizon Holding GmbH die Safe-Harbour-Kriterien gem. § 84 MinStG erfüllen wird. Konkret wird erwartet, dass der vereinfacht berechnete effektive Steuersatz nach § 84 Abs. 1 Nr. 2 MinStG i.V.m. § 87 Nr. 6 MinStG höher als der einschlägige Übergangssteuersatz gem. § 84 Abs. 1 Nr. 2 MinStG i.V.m. § 87 Nr. 7 MinStG ist.

C. Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse betragen T€ 4.012 (Vj. T€ 4.491). Die Gesellschaft nimmt die Aufgaben (Finanzbuchhaltung, Human Ressources, Marketing, Qualitätsmanagement, Einkauf, Controlling und IT) für ihre Tochtergesellschaften als Dienstleister wahr und erzielt hieraus Umsatzerlöse.

Die Umsatzerlöse entfallen vollständig auf das Inland.

D. Ergänzende Angaben

1. Mitarbeiter

Die Orizon Holding GmbH beschäftigte im Berichtsjahr im Durchschnitt 114 (Vj. 111) Arbeitnehmer. Sämtliche Arbeitnehmer sind Angestellte.

2. Außerbilanzielle und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von T€ 2.529; davon innerhalb von einem Jahr fällig T€ 477, zwischen 1 und 5 Jahren fällig T€ 1.652 und größer als 5 Jahre T€ 400 fällig. Dies trägt auch zur Verringerung der Kapitalbindung bei und belässt das Investitionsrisiko beim Vermieter bzw. Leasinggeber.

3. Anteilsbesitz

Die Orizon Holding GmbH hält zum Bilanzstichtag an folgenden Gesellschaften mehr als 20 % des Anteilbesitzes:

Name Anteilsbesitz in % Eigenkapital zum 31.12.2023 Jahresergebnis 2023
direkt indirekt T€ T€
Tochterunternehmen
Foodstaffing GmbH, Augsburg 100 256 0 *
Orizon Projekt GmbH, Augsburg 100 548 0 *
Orizon GmbH, Augsburg 100 3.870 0 *
Orizon Hamburg GmbH, Hamburg 80 25 0 *
jobs in time medical GmbH, Berlin 60 1.282 4.580
OTTO Work Force Deutschland GmbH, Weeze 100 2.657 587
OTTO Work Force Nord GmbH, Weeze 100 426 0
OTTO Work Force Mitte GmbH, Weeze 100 125 0
OTTO Work Force Süd GmbH, Weeze 100 279 0
OTTO Work Force West GmbH, Weeze 100 -311 0

* nach Ergebnisabführung

4. Konzern

Die Muttergesellschaft der Orizon Holding GmbH ist die OSI Holding Germany GmbH, Augsburg (HRB 31248). Diese stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen in Deutschland auf, welcher der das Unternehmensregister führenden Stelle in elektronischer Form zur Einstellung in das Unternehmensregister übermittelt wird. Die Orizon Holding GmbH stellt für den kleinsten Kreis von Unternehmen einen Konzernabschluss auf, der das Unternehmensregister führenden Stelle in elektronischer Form zur Einstellung in das Unternehmensregister übermittelt wird. Die Outsourcing Inc., Tokio/Japan, stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis der Unternehmen auf, der auf https://www.outsourcing.co.jp/en/ und der Plattform EDITNET offengelegt wird.

5. Angaben zu den Gesellschaftsorganen

Geschäftsführung

Name Wohnort Bestellung/ Abberufung Ausgeübter Beruf Vertretungsbefugnis
Kühne, Daniela Augsburg ab 01.05.2023 CEO Einzeln
Matthias Henze Radolfzell bis 06.01.2024 CEO bis 30.04.2023 COO ab 01.05.2023 Einzeln

Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

E. Nachtragsberichterstattung

Im Jahr 2024 kam es zu einer wesentlichen Änderung der Kontrolle über die oberste Muttergesellschaft OUTSOURCING Inc. ("Outsourcing", Japan). Im ersten Quartal 2024 wurde die Gruppe von Bain Capital Investors, LLC ("Bain Capital", USA) übernommen. Die Übernahme wurde durch den Kauf von 85,72% der Anteile an Outsourcing abgeschlossen. Die Übernahme wurde von den zuständigen Aufsichtsbehörden genehmigt. Die Aktien von Outsourcing wurden am 6. Juni 2024 aufgrund eines sogenannten Management Buyouts (MBO) vom Prime Market der Tokioter Börse genommen. Anschließend wurde ein Squeeze-out durchgeführt, um die restlichen Minderheitsaktionäre zu verdrängen, was zur vollständigen Übernahme durch Bain Capital führte. Insgesamt stellt diese Veränderung eine Entwicklung dar, die wenig Auswirkungen auf die Orizon Holding GmbH und die Zukunft der Orizon-Gruppe haben wird, da sie weiterhin an Outsourcing berichten und im Wesentlichen zusammenarbeiten wird.

Der Eigentümerwechsel auf der Ebene der obersten Muttergesellschaft Outsourcing Inc., Japan, in 2024 führte zum Zeitpunkt der Transaktion zum Verlust der steuerlichen Verlustvorträge.

 

Augsburg, den 15. Januar 2025

Daniela Kühne, Geschäftsführerin

Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchung 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software 6.950.355,41 48.280,00 -89.501,95 0,00 6.909.133,46
2. Geleistete Anzahlungen 127.508,25 25.719,39 0,00 0,00 153.227,64
7.077.863,66 73.999,39 -89.501,95 0,00 7.062.361,10
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.218.828,55 109.754,56 -26.224,66 -36.493,73 1.265.864,72
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 240.803.228,82 12.865,08 0,00 36.493,73 240.852.587,63
Summe 249.099.921,03 196.619,03 -115.726,61 0,00 249.180.813,45
Abschreibungen
01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software 4.819.524,49 520.069,21 -89.499,95 5.250.093,75
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
4.819.524,49 520.069,21 -89.499,95 5.250.093,75
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.028.084,02 86.652,38 -26.201,66 1.088.534,74
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 165.778.228,82 0,00 0,00 165.778.228,82
Summe 171.625.837,33 606.721,59 -115.701,61 172.116.857,31
Restbuchwerte
31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software 1.659.039,71 2.130.830,92
2. Geleistete Anzahlungen 153.227,64 127.508,25
1.812.267,35 2.258.339,17
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 177.329,98 190.744,53
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 75.074.358,81 75.025.000,00
Summe 77.063.956,14 77.474.083,70

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Orizon Holding GmbH, Augsburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Orizon Holding GmbH, Augsburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Orizon Holding GmbH, Augsburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 15. Januar 2025

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Julius Pinckernelle, Wirtschaftsprüfer

Rita Baumli, Wirtschaftsprüferin

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