Airbus Bank GmbH
Prannerstraße 8, 80333 München, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Patrick Samuel Schmid seit 2.4.2026 | Prokura |
Roman Niklas Endele seit 2.4.2026 | Prokura |
Max Beinhofer seit 26.5.2023 | Prokura |
Michael Maximilian Riederer seit 7.3.2023 | Prokura |
Markus Beck seit 20.12.2022 | Prokura |
Stephanie Kollmar seit 4.6.2018 | Prokura |
Jürgen Sigurd Wienes seit 4.9.2017 | Geschäftsführer |
Christian Hans Peter Unrath seit 4.1.2017 | Geschäftsführer |
Tom Dreckmann seit 28.7.2015 | Prokura |
Ricarda Bigge seit 28.7.2015 | Prokura |
Ramin Vital Siegfried Marquardt seit 28.7.2015 | Prokura |
Birgit Ramesberger seit 28.7.2015 | Prokura |
Imke Fiona Feindt seit 28.7.2015 | Prokura |
Christine Rudolf seit 23.12.2014 | Prokura |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
Airbus SE | 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Airbus Bank GmbHMünchenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Airbus Bank GmbH Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Airbus Bank GmbH, München - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Airbus Bank GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte: Identifizierung und Angemessenheit der Einzelwertberichtigungen auf Forderungen an Kunden im Real Estate-Bereich Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt Die Identifizierung von wertgeminderten Kreditengagements im Real Estate Bereich sowie die Angemessenheit gegebenenfalls notwendiger Einzelwertberichtigungen dieser Forderungen sind mit Unsicherheiten verbunden und beinhalten verschiedene Annahmen und Ermessensspielräume, insbesondere zu erwartenden Zahlungsströmen sowie zur Bewertung von Sicherheiten. Aufgrund der Höhe der Forderungen im Real Estate Bereich sowie des schwierigen Marktumfelds können bereits geringe Veränderungen in den Annahmen und Schätzparametern zu deutlich voneinander abweichenden Bewertungen und somit zu einer veränderten Risikovorsorge führen. Vor diesem Hintergrund war die Identifizierung und Angemessenheit der Einzelwertberichtigungen auf Forderungen an Kunden im Real-Estate-Bereich ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt. Prüferisches Vorgehen Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns mit den Prozessen zur Identifizierung und Angemessenheit der Einzelwertberichtigungen für Kundenforderungen im Real-Estate-Bereich befasst und die in diesen Prozessen implementierten Kontrollen auf ihre Wirksamkeit getestet. Darüber hinaus haben wir im Rahmen der Krediteinzelfallprüfung für eine bewusst ausgewählte Stichprobe aussagebezogene Prüfungshandlungen durchgeführt. Die Stichprobenauswahl erfolgte risikoorientiert, insbesondere anhand von Kriterien wie der Höhe des Kreditvolumens, der Ratingeinstufung des Kreditnehmers, dem Führen von Krediten auf Überwachungslisten für erhöhte Ausfallrisiken und bereits gebildeter Einzelwertberichtigungen. Wir haben die wesentlichen Annahmen bezüglich der erwarteten Kapitaldienstfähigkeit der Kreditnehmer bzw. der zu erwartenden Zahlungsströme dahingehend beurteilt, ob diese in Einklang mit den wirtschaftlichen Verhältnissen der Kreditnehmer stehen. Wir haben die Bewertung der gestellten Immobiliensicherheiten anhand von vorliegenden externen Immobiliengutachten überprüft. Dabei haben wir die Eignung der Gutachten als Prüfungsnachweis, insbesondere anhand der Qualifikationen der Gutachter, sowie ausgewählte Bewertungsparameter beurteilt. Zudem haben wir die Ermittlung der Einzelwertberichtigungen, einschließlich der in die Berechnung einfließenden noch zu erwartenden Zahlungsströme, rechnerisch nachvollzogen sowie mit den zugrunde liegenden Beschlüssen der verantwortlichen Gremien der Bank abgestimmt. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich der Identifizierung und Angemessenheit der Einzelwertberichtigungen auf Forderungen an Kunden im Real-Estate-Bereich keine Einwendungen ergeben. Verweis auf zugehörige Angaben Die Angaben der Bank zur Bewertung der Forderungen an Kunden, die auch den Bereich Real Estate umfasst, erfolgen im Anhang in Abschnitt "B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". Darüber hinaus verweisen wir hinsichtlich der Höhe der Risikovorsorge auf die Abschnitt "B. 3.2 Vermögenslage" sowie "B. 3.4. Ertragslage" im Lagebericht. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des J ahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO Wir wurden von der Gesellschafterversammlung am 18. Dezember 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 20. Dezember 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2024 als Abschlussprüfer der Airbus Bank GmbH tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Werner Frey.
München, 18. März 2025 EY
GmbH & Co. KG
Frey, Wirtschaftsprüfer Massa, Wirtschaftsprüfer Jahresbilanz zum 31.12.2024der Airbus Bank GmbH, MünchenAktivseite
Passivseite
Gewinn- und Verlustrechnung der Airbus Bank GmbH, München für die Zeit vom 01.01.2024 bis 31.12.2024
Anhang für das Geschäftsjahr 2024A. Allgemeine Angaben Die Airbus Bank GmbH (im Folgenden kurz "AB"), mit Sitz in München, ist im Handelsregister B des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 215844 eingetragen. Der Jahresabschluss der AB wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des GmbH-Gesetzes (GmbHG) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt. Alleinige Gesellschafterin der AB ist die Airbus SE, Leiden, Niederlande. B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Der Jahresabschluss wird unter Beachtung der generellen Ansatz- und Bewertungsvorschriften der §§ 246 bis 256a HGB, unter Berücksichtigung der ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) sowie der ergänzenden Vorschriften für Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (§§ 340 ff. HGB) aufgestellt. Die Barreserve und die Forderungen an Kreditinstitute werden zum Nennwert bilanziert. Forderungen an Kunden werden grundsätzlich zum Nominalwert bilanziert. Erkennbare akute und latente Risiken werden durch die Bildung von Wertberichtigungen berücksichtigt. In Abhängigkeit von Risikogehalt und Risikoentwicklung sind bestimmte Engagements auf vorhandene Sicherheiten sowie deren Werthaltigkeit hin zu überprüfen. Für akute Ausfallrisiken werden in Höhe des erwarteten Ausfalls Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Sofern eine Verwertung der Sicherheiten voraussichtlich nicht zur vollständigen Rückführung ausreicht (Blankoanteile) ist für Engagements aus dem Legacy Portfolio i.d.R. in Höhe des Blankoanteils und für Engagements des Aerospace und Real Estate (RE)-Portfolios über den Expected Credit Loss (ECL)-Ansatz eine Einzelwertberichtigung zu bilden. Für das latente Ausfallrisiko wird eine Pauschalwertberichtigung gebildet. Die Ermittlung erfolgt gemäß den Vorschriften der Stellungnahme IDW RS BFA 7 und wird in Höhe des Expected Credit Loss für die Stufen 1 und 2 nach International Financial Reporting Standards (IFRS 9) gebildet. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere der Liquiditätsreserve werden zu den Anschaffungskosten angesetzt. Die Bewertung erfolgt unter Anwendung des strengen Niederstwertprinzips. Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um die planmäßigen Abschreibungen nach Nutzungsdauer und gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen, bilanziert. Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung werden linear über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Für geringwertige Wirtschaftsgüter größer einem Betrag von EUR 250 wird die GWG-Pooling-Methode verwendet, wonach alle in einem Geschäftsjahr angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter von mehr als EUR 250 bis EUR 1.000 in einem Sammelposten zusammengefasst werden, der über fünf Jahre linear abgeschrieben wird. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu EUR 250 werden im laufenden Geschäftsjahr vollständig abgeschrieben und unmittelbar aufwandswirksam erfasst. Sonstige Vermögensgegenstände werden zu den Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bilanziert. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Rückstellungen mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr wurden nicht abgezinst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit den Zinssätzen der Deutschen Bundesbank abgezinst. Die Umrechnung von Fremdwährungs-Forderungen/-Verbindlichkeiten erfolgt gemäß § 340h i.V.m. § 256a HGB. Das Umrechnungsergebnis wird unter "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen. Devisentermingeschäfte bestehen zum Bilanzstichtag nicht. Die Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken gem. § 340g HGB erfolgt im Sinne der vernünftigen kaufmännischen Beurteilung der wirtschaftlichen Situation und dient zur Stärkung der Eigenmittel der AB. Diese besteht in unveränderter Höhe zum Vorjahr fort. Das Zinsänderungsrisiko wird auf Basis einer Gesamtbetrachtung aller zinstragenden Geschäfte nach dem Grundsatz der verlustfreien Bewertung entsprechend den Regelungen des Rechnungslegungsstandards IDW RS BFA 3 n.F. des Instituts der Wirtschaftsprüfer beurteilt. Zur Absicherung von Zinsrisiken aus dem Anlagebuch wurden im Geschäftsjahr 2024 Zinsswaps über einen Nominalwert von TEUR 113.991 (VJ: TEUR 109.170) 1 abgeschlossen, mit der Absicht, diese bis zu ihrem Laufzeitende zu halten. Somit beläuft sich der Nominalwert der Derivateposition der AB zum Abschlussstichtag 2024 auf insgesamt TEUR 327.072 VJ: TEUR 347.209). Sämtliche Zinsswaps fließen in die BFA 3-Berechnung zur verlustfreien Bewertung des Bankbuchs ein. Zum Bilanzstichtag wurde anhand der Barwertmethode überprüft, ob sich in der Summe für die zinstragenden Aktiv- und Passivgeschäfte ein Verpflichtungsüberschuss ergibt. Hierbei wurden der Buch- und Barwert des Bankbuchs, angemessene Verwaltungs- und Risikokosten, Finanzierungskosten zur Schließung von zukünftigen Aktivüberhängen sowie die bilanzunwirksamen derivativen Zinssicherungsgeschäfte berücksichtigt. Im Ergebnis wurde kein Verpflichtungsüberschuss festgestellt, sodass die Bildung einer Drohverlustrückstellung nicht erforderlich ist. Negative Zinsen werden gemäß Empfehlungen des Bankenfachausschusses des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen. Dabei werden die aus dem Aktivgeschäft generierten negativen Zinsen vom Zinsertrag abgesetzt. Für Positivzinsen aus dem Passivgeschäft gilt entsprechend der Abzug von den Zinsaufwendungen. C. Erläuterungen zur Bilanz 1. Aktiva Barreserve Die Barreserve i.H.v. TEUR 948.581 ist im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 303.362) signifikant gestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf die Ausweitung konzerninterner Geschäfte mit der Airbus SE und deren Anlage bei der Bundesbank zurückzuführen. Forderungen an Kreditinstitute Die Forderungen der AB an Kreditinstitute i.H.v. TEUR 13.166 (VJ: TEUR 8.434) sind ausschließlich täglich fällig. Forderungen an Kunden Die Restlaufzeiten nach § 340d HGB i.V.m. § 9 Abs. 2 RechKredV für die Forderungen an Kunden stellen sich wie folgt dar: 2
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere In dem Bilanzposten sind ausschließlich börsennotierte Finanzinstrumente i.H.v. TEUR 111.711 (VJ: TEUR 93.054) enthalten. Davon wird eine Schuldverschreibung (andere Emittenten) i.H.v. TEUR 4.960 (VJ: TEUR 22.439) im Folgejahr fällig. Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen Die Entwicklung der immateriellen Anlagewerte und der Sachanlagen ist im Anlagespiegel (Anlage 1 zum Anhang) dargestellt.
2 Vorjahreswerte angepasst, Systematik an das
Jahr 2024 angeglichen
Sonstige Vermögensgegenstände In den sonstigen Vermögensgegenständen i.H.v. TEUR 565 (VJ: TEUR 30.619) sind als wesentliche Einzelposten sonstige Forderungen aus Lastschriften i.H.v. TEUR 422, sowie Forderungen gegenüber dem Finanzamt aus Umsatzsteuer i.H.v. TEUR 69 enthalten. Latente Steuern Aktive latente Steuern bestehen bei einer Steuerquote von 33% aufgrund der Bewertungsunterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz im Bereich der Rückstellungen, Pauschalwertberichtigungen und der Vorsorge nach § 340f HGB. Auf eine Bilanzierung der hieraus resultierenden aktiven latenten Steuern wurde entsprechend § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB verzichtet. 2. Passiva Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die Restlaufzeiten nach § 340d HGB i.V.m. § 9 Abs. 2 RechKredV für die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stellen sich wie folgt dar:
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden Die Restlaufzeiten nach § 340d HGB i.V.m. § 9 Abs. 2 RechKredV für die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stellen sich wie folgt dar: 3
In den anderen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin gemäß § 3 RechKredV wie folgt enthalten:
Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten i.H.v. TEUR 4.100 resultieren hauptsächlich aus unbezahlten Rechnungen mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr, davon TEUR 3.787 von Airbus- Konzerngesellschaft und TEUR 246 aus sonstigen Rechnungen (VJ: TEUR 73). Rechnungsabgrenzungsposten Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind im Wesentlichen vorvereinnahmte Zinsen aus dem Kreditgeschäft i.H.v. TEUR 1.778 (VJ: TEUR 1.119) enthalten. Rückstellungen In dem Posten "Andere Rückstellungen" sind mit TEUR 7.843 Rückstellungen im Personalbereich (VJ: TEUR 10.086) sowie mit TEUR 2.324 Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (VJ: TEUR 1.984) 4 enthalten. Darüber hinaus bestehen sonstige Rückstellungen im Kreditgeschäft i.H.v. TEUR 3.867 (VJ: TEUR 3.549), welche analog der ECL-Ermittlung für die Pauschalwertberichtigung für das latente Ausfallrisiko noch nicht in Anspruch genommener unwiderruflicher Kreditzusagen gebildet wurden.
3 Vorjahreswerte angepasst, Systematik an das
Jahr 2024 angeglichen
Darüber hinaus sind Rückstellungen für Rechtsrisiken im Kreditbereich i.H.v. TEUR 1.186 enthalten. Die Steuerrückstellung beträgt TEUR 9.187 (VJ: TEUR 3.406). Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist auf geringere Steuervorauszahlungen zurückzuführen. Eigenkapital Das Stammkapital beträgt TEUR 30.000. Das bilanzielle Eigenkapital beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 539.713 (VJ: TEUR 513.811). 3. Außerbilanzielle Posten Eventualverbindlichkeiten In den Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen ist mit TEUR 1.299 (VJ: TEUR 1.768) ein Aval in Euro enthalten. Für akute Ausfallrisiken besteht für das Aval eine Rückstellung i.H.v. TEUR 6 (VJ: TEUR 24). Andere Verpflichtungen Der Bruttowert der unwiderruflichen Kreditzusagen beläuft sich auf TEUR 237.230 (VJ: TEUR 291.926). Als wesentlicher Posten sind hierbei u.a. Kreditzusagen an Bauträgergesellschaften insgesamt i.H.v. TEUR 168.347 (VJ: TEUR 201.051) zu nennen. Der Rest besteht aus Kreditzusagen aus dem Bereich Aerospace. Mit der Inanspruchnahme der Kreditzusagen wird im Rahmen des gewöhnlichen Geschäftsverkehrs gerechnet. Risiken aus Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen werden im Rahmen des Kreditgeschäfts überwacht. Soweit Ausfallrisiken erkannt wurden, wurden hierfür Rückstellungen gebildet. Auf Basis der internen Analysen ist darüber hinaus kein Risiko für die Inanspruchnahme aus Eventualverbindlichkeiten ersichtlich. D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Zinserträge und Zinsaufwendungen
Auf eine Aufgliederung der Provisionserträge und der sonstigen betrieblichen Erträge nach geografischen Märkten wurde verzichtet, da sich diese nicht wesentlich von der Organisation der AB unterscheiden. Die Zinserträge belaufen sich im Berichtsjahr insgesamt auf TEUR 180.782 (VJ: TEUR 208.018). Davon sind negative Zinserträge i.H.v. TEUR 465 (VJ: TEUR 0) abzusetzen. Die Zinsaufwendungen belaufen sich auf TEUR 103.349 (VJ: TEUR 140.342). Im Geschäftsjahr 2024 gab es keine positiven Zinsaufwendungen (VJ: TEUR 237). Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind als wesentliche Posten die Erträge aus Derivaten i.H.v. TEUR 1.334 (VJ: TEUR 3.974) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen i.H.v. TEUR 1.110 (VJ: TEUR 1.138) enthalten. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen In den anderen Verwaltungsaufwendungen sind als wesentliche Posten Rechts und Beratungskosten i.H.v. TEUR 1.929 (VJ: TEUR 1.861) enthalten, davon entfallen auf Projektkosten TEUR 134 (VJ: TEUR 151). Weitere wesentliche Posten sind Raumaufwand für die Anmietung, Nebenkosten und Instandhaltung der Geschäftsräume i.H.v. TEUR 2.075 (VJ: TEUR 2.078), EDV-Aufwendungen für die IT i.H.v. TEUR 1.711 (VJ: TEUR 1.504) und sonstiger Sachaufwand für Personalsuche TEUR 661(VJ: TEUR 350) und interne Verrechnung von anderen Kosten im Zusammenhang mit dem Mutterkonzern i.H.v. TEUR 631 (VJ: TEUR 451). Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen TEUR 228 (VJ: TEUR 183). Netto-Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft Im Geschäftsjahr 2024 erfolgten Nettoabschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und Wertpapiere sowie Nettozuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft in Höhe von TEUR 24.567 (VJ: TEUR 32.535). Darin sind Abschreibungen und Zuschreibungen auf die Wertpapiere der Liquiditätsreserve und realisierte Kursgewinne zum Abschlussstichtag in Höhe von TEUR 766 (VJ: TEUR 1.634) enthalten. In Summe beträgt die Nettozuführung der Pauschalwertberichtigung und der Reservebildung nach § 340 f HGB im Geschäftsjahr 2024 TEUR 3.151 (VJ: TEUR 9.209). Die Nettozuführung zu Einzelwertberichtigungen auf Forderungen an Kunden beträgt TEUR 21.947 (VJ: TEUR 23.104). Für die Rückstellungen im Kreditgeschäft ergibt sich eine Nettozuführung i.H.v. TEUR 300 (VJ: TEUR 2.001). Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belasten das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit TEUR 11.821 (VJ: TEUR 11.486). Mit Wirkung zum 1. Januar 2024 hat die Bundesrepublik Deutschland eine qualifizierte nationale Ergänzungssteuer (QDMTT) eingeführt. Basierend auf der Konzernauswertung der Airbus SE zu den QDMTT-Anforderungen in Deutschland ist für das Geschäftsjahr 2024 für inländische Konzerntöchter keine nationale Ergänzungssteuer zu entrichten. E. Sonstige Erläuterungen 1. Derivative Finanzinstrumente Die AB hält nicht börsennotierte OTC-Derivate, die dem Nichthandelsbestand zugeordnet sind. Die Marktwerte der Derivate werden mittels einer Marktbewertungsmethode ermittelt. Die nachfolgende Übersicht enthält eine Aufgliederung der zinsbezogenen Derivate der AB:
2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen belaufen sich auf insgesamt TEUR 13.752, davon entfallen auf die Geschäftsräume der AB in der Prannerstraße TEUR 8.046 bis zum Ende der Mietzeit. Darüber hinaus bestehen wesentliche Miet- und Serviceverträge mit einem Volumen von insgesamt TEUR 5.706, davon mit verbundenen Unternehmen i.H.v. TEUR 488. 3. Als Sicherheiten übertragene Vermögensgegenstände Am Bilanzstichtag waren Wertpapiere als Sicherheiten in das Pfanddepot der Deutschen Bundesbank eingeliefert, deren Nominalwert TEUR 111.050 (VJ: TEUR 93.800) beträgt. 4. Fremdwährungspositionen Die Vermögensgegenstände in Fremdwährung bestehen ausschließlich in USD und belaufen sich am Stichtag auf TEUR 1.071.000 (VJ: TEUR 850.062). Die Verbindlichkeiten in Fremdwährung (USD) bestehen i.H.v. TEUR 1.073.218 (VJ: TEUR 843.925). Aus den Fremdwährungsgeschäften sind aufgrund der Währungsumrechnung Nettoerträge i.H.v. TEUR 6 (VJ: TEUR -88) entstanden. 5. Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen Im Geschäftsjahr 2024 wurden mit nahestehenden Personen und Unternehmen keine wesentlichen zu marktunüblichen Bedingungen zustande gekommenen Geschäfte getätigt. 6. Gesamthonorar des Abschlussprüfers Die Honorare für den Jahresabschlussprüfer betrugen im Geschäftsjahr 2024 insgesamt netto TEUR 280 (VJ: TEUR 345). Die Vergütungen beziehen sich mit TEUR 270 (VJ: TEUR 285) auf Abschlussprüfungsleistungen und mit TEUR 10 (VJ: TEUR 60) auf sonstige Leistungen. 7. Gewinnverwendung / Rücklagen In der Gesellschafterversammlung der AB vom 22. März 2024 wurde beschlossen, den Bilanzgewinn des Vorjahres (TEUR 11.349) auf neue Rechnung vorzutragen. 8. Ergebnisverwendung Der Jahresüberschuss 2024 beträgt TEUR 25.902 (VJ: TEUR 11.035). Es wird vorgeschlagen, den Jahresüberschuss und den daraus entstehenden Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen. 9. Organe der Airbus Bank GmbH Mitglieder der Geschäftsführung
Die Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB wird in Bezug auf die Geschäftsführungsvergütung in Anspruch genommen. Mitglieder des Aufsichtsrats
Es gab keine Austritte / Mandatsniederlegungen im Aufsichtsratsgremium in 2024. Folgende Änderungen ergaben sich nach dem Bilanzstichtag:
Die Vergütungen des Aufsichtsrats im Sinne von § 285 Nr. 9 HGB betrugen im Geschäftsjahr insgesamt TEUR 40 (netto) und sind damit unverändert zum Vorjahr. 10. Mitarbeitende Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die AB 121 Mitarbeitende (nach Köpfen, inkl. Geschäftsleitung) (VJ: 119). Im Geschäftsjahr 2024 ist die FTE-Anzahl (Full Time Equivalent) von 115,4 auf 114,8 (inkl. Geschäftsleitung) gesunken.
11. Konzernabschluss Die Airbus SE, Leiden, Niederlande, ist das Mutterunternehmen der AB und stellt für den größten Kreis der Unternehmen einen Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf. Die AB ist in den IFRS-Konzernabschluss der Airbus SE einbezogen. Der Konzernabschluss der Airbus SE wird einschließlich des dem Konzernlagebericht entsprechenden "Report of the Board of Directors" im Unternehmensregister veröffentlicht und beim Handelsregister München unter HRB 107 648 hinterlegt. 12. Nachtragsbericht (Ereignisse nach der Berichtsperiode) Nach dem 31. Dezember 2024 sind keine Geschäftsvorfälle von besonderer Bedeutung eingetreten.
München, den 18. März 2025 Airbus Bank GmbH Die Geschäftsführung Christian Unrath Jürgen Wienes Entwicklung des Anlagevermögens - Anlagespiegel (Aktivpositionen 5 und 6)
im Sinne des § 26a Absatz 1 Satz 2 und Satz 4 KWG1. Firmenbezeichnung, Art der Tätigkeit und die geografische Lage der Niederlassungen: Airbus Bank GmbH, Kreditinstitut, München 2. Umsatz (entspricht dem operativen Ergebnis ohne Wertminderungen und Verwaltungsaufwendungen einschließlich Zinsüberschuss, Provisionsüberschuss, Handelsergebnis und sonstigen betrieblichen Erträgen): 86.388.201,30 EUR 3. Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten: 114,79 4. Gewinn/Verlust vor Steuern: 37.607.882,16 EUR 5. Steuern (auf steuerlichen Gewinn): 11.820.617,46 EUR 6. Erhaltene öffentliche Beihilfen: 0,00 EUR Die Kapitalrendite gem. § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG betrug 0,80 % (i. Vorjahr 0,45 %) Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024A. Grundlagen der Bank Die Airbus Bank GmbH (im Folgenden kurz "AB") mit Sitz in München ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Airbus SE, Leiden, Niederlande. Die AB agiert als eigenständige Gesellschaft, ist aber fest in das Netzwerk des Airbus-Konzerns eingebunden. Geschäftsmodell, Ziele, Strategien Das Geschäftsmodell der AB basiert auf einer Zwei-Säulen-Strategie. Die Geschäftstätigkeit umfasst die Kreditvergabe und die Betreuung von strategiekonformen Kundenverbindungen in den zwei Geschäftsfeldern "Aerospace" (kurz AS) und "Real Estate" (kurz RE). Die AB versteht sich als Spezialfinanzinstitut insbesondere für strukturierte Finanzierungen auf Asset- bzw. Cashflow-Basis. Klassische Corporate Finance-Finanzierungen im Rahmen von Zuliefererfinanzierungen werden in der Regel nur ergänzend im Rahmen von bestehenden strategiekonformen Kundenbeziehungen angeboten. Einhergehend mit dem Ausbau der beiden Geschäftsfelder ist eine laufende Investition in die Qualität und das Know-how der Ressourcen und Prozesse hierfür Grundvoraussetzung. Insbesondere vor dem Hintergrund der Bewährung dieses Geschäftsmodells während den Herausforderungen der letzten Jahre, wie die COVID-19-Pandemie und das gestiegene Zinsniveau, sind grundsätzliche Änderungen in der strategischen Ausrichtung des Geschäfts oder von Unternehmenszielen derzeit nicht geplant. Geschäftsmodell im Segment Aerospace: Die Geschäftstätigkeit des Segments AS umfasst neben dem Asset-Based-Financing von Flugzeugen, Helikoptern und Triebwerken auch die Finanzierung der Zulieferindustrie im internationalen Umfeld, insbesondere im deutsch-französischen Luft- und Raumfahrtsektor. Die Kunden sind Airlines, Leasinggesellschaften und Unternehmen der Aerospace-Branche. Dabei kommt der AB die etablierte Marktposition der Airbus SE als Hersteller von Luftfahrzeugen zugute. Die AB agiert in diesem Segment sowohl auf dem Primärmarkt als auch auf dem Sekundärmarkt. In diesem Geschäftsfeld werden Finanzierungen überwiegend in USD angeboten. Die maximalen Kreditlaufzeiten der angebotenen AS-Finanzierungen betragen in der Regel 10-12 Jahre. Es ist das strategische Ziel der AB, ein langfristiger, strategischer und qualifizierter Finanzpartner für die Aerospace-Industrie zu sein. Geschäftsmodell im Segment Real Estate: Die Geschäftstätigkeit des Segments RE fokussiert sich auf professionelle Immobilienkunden, insbesondere Bauträger/Projektentwickler. Die Finanzierungen werden nur auf dem deutschen Markt und ausschließlich in Euro angeboten. Dabei steht im Fokus, die bestehenden Ressourcen gezielt und nachhaltig für die Betreuung dieser Zielkunden und die Akquisition von Projekten und Finanzierungen einzusetzen, um das Geschäftsfeld mittel- und langfristig weiterzuentwickeln. Die AB bietet Finanzierungslösungen sowohl bei Development- Maßnahmen als auch bei Investitionen in Bestandsprojekte für wohnwirtschaftlich und gewerblich genutzte Immobilien an. Geographisch fokussiert sich der Bereich auf die Top 7 Metropolregionen (München, Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf, Köln) und wenige ausgewählte B-Städte in Deutschland. Die AB bietet hier Cashflow-basierte Immobilienfinanzierungen, Bauträgerfinanzierungen und Finanzierungen von Teilprojekten in Großprojekten an. Hierbei werden von der Bank sowohl klassische Objekt- und Bestandsgesellschaften als auch explizit ausgewählte, nationale und internationale Investoren in ihren Finanzierungsvorhaben begleitet. Die Kreditlaufzeiten und Zinsbindungen der angebotenen Finanzierungen betragen in der Regel 5-7 Jahre. Längerfristige Zinsbindungen bis zu 10 Jahren werden nur in Ausnahmefällen eingegangen. B. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Da die AB sowohl im internationalen Geschäft - im Segment AS - als auch im nationalen Geschäft - im Segment RE - agiert und damit ihre Bankprodukte sowohl im Euro- als auch im Nicht-Euro-Raum anbietet, ist die gesamtwirtschaftliche Situation und Entwicklung in Deutschland sowie in Europa und darüber hinaus weltweit für das Geschäft der AB von Bedeutung. Sowohl national als auch international war das gesamtwirtschaftliche Umfeld im Geschäftsjahr von wirtschafts- und handelspolitischer Unsicherheit, geopolitischen Spannungen, dem Krieg in der Ukraine, sowie dem Konflikt im Nahen Osten geprägt. 1 Trotz Straffung der Geldpolitik, konnte eine globale Rezession vermieden werden. 2 Folgende Aspekte sind dabei besonders hervorzuheben:
1 IFW Kiel, Weltwirtschaft im Winter 2024, S. 2
Das Geschäftsjahr 2024 zeigte ein in Summe leichtes Wachstum des Geschäftsvolumens. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickelten sich dafür in den beiden Geschäftssegmenten unterschiedlich:
8 Europäische Zentralbank (EZB),
EZB-Referenzkurse, Januar 2025
Wettbewerbssituation: Die Wettbewerbssituation der AB hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert: Typische Wettbewerber der AB sind im Segment RE die regionalen bzw. überregionalen, auf gewerbliche und wohnwirtschaftliche Immobilienfinanzierungen spezialisierten, Geschäftsbanken. Im Segment AS konkurriert und kooperiert die AB in der Regel mit internationalen Großbanken, Leasinggesellschaften und wenigen Spezialinstituten. Insgesamt sieht die AB ihre eigene Marktposition in dem genannten Umfeld in 2024 unverändert zum Vorjahr als stabil an.
18 BaFin, Risiken im Fokus der BaFin 2024, S. 13
Banken profitieren dank des sich normalisierenden Zinsumfeldes von steigenden Eigenkapitalrenditen. 23 Gleichzeitig stellen die regulatorischen Anforderungen und neue Technologien wie künstliche Intelligenz und mehr Nachhaltigkeit in den Geschäftsmodellen der Banken die Finanzbranche vor Herausforderungen. 24 Banken sind gefordert, ihre Geschäftsmodelle und Produkte nachhaltig und langfristig zu gestalten und sich mit sozialer und ökologischer Verantwortung zu positionieren. 25 Dieser Thematik begegnet die AB weiterhin mit einem Projekt, um die initialen Aspekte der Transformation mit einer dezidierten Roadmap aufzugreifen und ihren Beitrag zur konzernweiten Nachhaltigkeitsstrategie zu leisten. 2. Geschäftsverlauf Die Geschäftsentwicklung der AB ist im Geschäftsjahr 2024 positiv verlaufen. Es ergibt sich ein Jahresergebnis nach Steuern i.H.v. TEUR 25.902 (VJ: TEUR 11.035), welches das ursprüngliche erwartete Jahresergebnis nach Steuern um 5% leicht übertrifft. Das Forderungsvolumen an Kunden ist auf insgesamt TEUR 2.175.605 (VJ: TEUR 2.015.912) angestiegen. Das Bruttoforderungsvolumen zuzüglich unwiderruflicher Kreditzusagen der Geschäftssegmente AS und RE (intern als Loan Book bezeichnet) wurde gegenüber dem geplanten Wert für 2024 um 9,8% übertroffen. Unverändert zum Vorjahr hat sich das strategische Geschäftsmodell der AB im Geschäftsjahr 2024 als tragfähig erwiesen. Durch die im Geschäftsmodell intendierte Diversifikation der Segmente AS und RE kann die AB die sich auf den Teilmärkten bietenden Neugeschäftsopportunitäten selektiv nutzen und damit Risiken auf Gesamtbankebene mitigieren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr unterlag das Airbus SE-konzerninterne Geschäftsvolumen unterjährig größeren Schwankungen. Zum Bilanzstichtag waren analog dem Vorjahr keine Forderungen an die Airbus SE im Bestand. Verbindlichkeiten bestanden gegenüber der Airbus SE i.H.v. TEUR 2.605.692 (VJ: TEUR 1.810.750). Das Gesamteinkommen, Total Operating Income (TOI) 26 , der AB ist im Vergleich zum Vorjahr auf TEUR 86.388 angestiegen (VJ: TEUR 78.433). Das als steuerungsrelevant betrachtete Provisionsergebnis ist mit TEUR 5.988 gegenüber dem Vorjahr (VJ: TEUR 4.702) angestiegen und liegt mit 37% über dem erwarteten Ergebnis i.H.v. TEUR 4.372.
23 Bain & Company, Deutschlands Banken 2024:
Rendite steigt - zur Aufholjagd bereit? S. 4, S. 22
Das ebenso steuerungsrelevante Zinsergebnis ist auf TEUR 77.433 angestiegen (VJ: TEUR 67.677) und liegt, aufgrund des höher als erwarteten Kreditbestands deutlich über dem ursprünglich erwarteten Ergebnis (TEUR 65.579). Insbesondere wirkte sich die Einlagenverzinsung der Europäischen Zentralbank bzw. der Marktzinssätze auf variabel verzinsliche Positionen der AB aus. Dazu zählen im Wesentlichen das Kreditgeschäft im Segment AS und RE, das derivative Geschäft, das konzerninterne Einlagengeschäft und Zentralbankgeschäft im Aktiv- und Passivgeschäft. Die Zinserträge der AB verzeichneten einen Rückgang auf insgesamt TEUR 180.782 (VJ: TEUR 208.018). Dies konnte durch einen reduzierten Zinsaufwand für das abgelaufene Geschäftsjahr insgesamt auf TEUR 103.349 (VJ: TEUR 140.342) ausgeglichen werden. Das Net Operating Profit (NOP) 27 beläuft sich auf TEUR 62.175 (VJ: TEUR 55.056) und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Die Cost-Income-Ratio 28 (kurz CIR) hat sich aufgrund gestiegener Erträge und nur geringfügig gestiegener Kosten auf 28,0% verbessert (VJ: 29,8%). Einen positiven Ergebnisbeitrag stellt das sonstige betriebliche Ergebnis 29 i.H.v. TEUR 2.739 (VJ: TEUR 5.871). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind als wesentliche Posten die Erträge aus Derivaten i.H.v. TEUR 1.334 (VJ: TEUR 3.974) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen i.H.v. TEUR 1.110 (VJ: TEUR 1.138) enthalten. Das Bewertungsergebnis für das Kundenkreditgeschäft aus Einzelwertberichtigungen (EWB), Pauschalwertberichtigung (PWB), der Zuführung der Rückstellungen für unwiderrufliche Kreditzusagen und der Zuführung zu den Vorsorgereserven gem. § 340f beläuft sich auf insgesamt TEUR 25.334 (VJ: TEUR 34.169) und spiegelt im Wesentlichen die schwierigen RE-Marktverhältnisse wider. Die Cost-of-Risk (kurz CoR) beträgt zum Jahresende 2024 93 Basispunkte und liegt damit unter dem Vorjahreswert von 130 Basispunkten. Das ist auf die Bildung geringerer Wertberichtigungen zurückzuführen. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit (Net income before tax) beläuft sich auf TEUR 37.608 (VJ: TEUR 22.521) und ist damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen.
27 Net Operating Profit (NOP) = Total Operating
Income - Total Operating Expenses Total Operating Expenses
(TOE) = Personalaufwand + Verwaltungsaufwand + AfA +
sonstiger betrieblicher Aufwand
3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 3.1. Finanzielle Leistungsindikatoren Das Geschäftsjahr 2024 war für die AB gemessen an der Höhe des positiven Jahresergebnisses erfolgreich. Dazu trugen vor allem die folgenden Faktoren bei:
Für die interne Steuerung wurden im Geschäftsjahr 2024 (unverändert zum Vorjahr) die Entwicklung des Forderungsvolumens an Kunden ohne konzerninterne Geschäfte in den Segmenten AS und RE sowie der Zins- und Provisionsüberschuss als bedeutende finanzielle Leistungsindikatoren herangezogen. Weitere finanzielle Steuerungsgrößen sind in 2024 neben den zuvor genannten:
Für die detaillierte Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren und Ursachen verweisen wir auf die Darstellung der Vermögens- sowie Ertragslage.
30 Bain & Company, Deutschlands Banken 2024:
Rendite steigt - zur Aufholjagd bereit? S. 9, 10
3.2. Vermögenslage Die unterjährige Entwicklung der Bilanzsumme im Geschäftsjahr 2024 ist wesentlich von konzerninternen Transaktionen geprägt. Zum Stichtag ist die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr auf TEUR 3.250.337 (VJ: TEUR 2.452.244) gestiegen. Der Anstieg der Bilanzsumme ist auf die Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber der Airbus SE im Zuge ihrer Liquiditätssteuerungsmaßnahmen zurückzuführen. Die Liquidität aus konzerninternen Transaktionen wurde von der AB im Wesentlichen risikofrei angelegt. Im Jahresdurchschnitt 32 betrug die Bilanzsumme im Geschäftsjahr 2024 TEUR 2.981.280 (VJ: TEUR 4.471.947). Die Forderungen an Kreditinstitute (ohne Zentralbanken) beliefen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 13.166 (VJ: TEUR 8.434), wobei es sich, wie im Vorjahr, ausschließlich um täglich fällige Einlagen bei Banken handelt. Zum Bilanzstichtag hielt die AB bei der Deutschen Bundesbank Einlagen i.H.v. TEUR 948.581 (VJ: TEUR 303.362). Bilanzsumme der Airbus Bank GmbH in EUR Mio.
Das Bruttoforderungsvolumen an Kunden (Kundenforderungen ohne Berücksichtigung von EWB, PWB und § 340f HGB) ist im Geschäftsjahr 2024 um TEUR 164.748 auf TEUR 2.287.502 (VJ: TEUR 2.122.754) gestiegen.
32 Jahresdurchschnitt: Arithmetisches Mittel auf
Basis von Monatsendwerten
Bruttokundenforderungen der Airbus Bank GmbH in EUR Mio.
Das Forderungsvolumen an Kunden belief sich zum Bilanzstichtag nach EWB, PWB und § 340f HGB-Vorsorgereserven auf TEUR 2.175.605 (VJ: TEUR 2.015.912). Unterteilt in die Geschäftssegmente entfallen 57,8% (VJ: 51,5%) der Kundenforderungen vor Risikovorsorge auf das Segment AS und 42,1% (VJ: 48,4%) auf das Segment RE. Kreditvolumen der Airbus Bank GmbH in TEUR
Bruttoforderungen an Kunden der Airbus Bank GmbH aufgeteilt nach Geschäftssegmenten
Der Bestand an Wertpapieren der AB, die ausschließlich für Zwecke der Liquiditätsreserve gehalten werden, beläuft sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 111.711 (VJ: TEUR 93.054). Hintergrund dafür ist ein ausreichender Puffer der Liquidity Coverage Ration (kurz LCR). Die Risikovorsorge für Forderungen an Kunden hat sich im Geschäftsjahr um TEUR 5.055 auf insgesamt TEUR 111.897 erhöht (VJ: TEUR 106.842). Davon entfallen TEUR 51.605 (VJ: TEUR 49.702) auf den Bestand an Einzelwertberichtigungen und TEUR 60.292 (VJ: TEUR 57.140) auf den Bestand an Pauschalwertberichtigung sowie §340f HGB-Vorsorgereserven. Des Weiteren belaufen sich die Rückstellungen im Kreditgeschäft auf TEUR 3.867 (VJ: TEUR 3.549). Die Einzelwertberichtigungen sind zu 98,9% (VJ: 56,7%) dem Segment RE zuzurechnen. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die notwendige Neubewertung einzelner Kundenrisiken im Jahr 2024 zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind im Geschäftsjahr aufgrund der ausgelaufenen Tender-Geschäfte bei der Deutschen Bundesbank deutlich um TEUR 41.240 auf TEUR 87 (VJ: TEUR 41.327) gesunken. Grundsätzlich wird eine Geldaufnahme von der AB überwiegend konzernintern vorgenommen. Die Kundeneinlagen sind von TEUR 1.874.182 im Vorjahr auf TEUR 2.678.771 angestiegen. Der wesentliche Anteil der Kundeneinlagen i.H.v. TEUR 2.605.692 entfällt auf Verbindlichkeiten gegenüber der Konzernmutter Airbus SE. Dies entspricht 97,3% der gesamten Kundeneinlagen. Im Geschäftsjahresverlauf unterlag das Volumen der Kundeneinlagen aufgrund von konzerninternen Liquiditätssteuerungsmaßnahmen größeren Schwankungen. Kundeneinlagen der Airbus Bank GmbH in EUR Mio.
Die Rückstellungen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 24.878 (VJ: TEUR 20.717). Die Veränderung ist auf die Erhöhung der Steuerrückstellungen auf TEUR 9.187 (VJ: TEUR 3.406) und die Reduzierung der anderen Rückstellungen auf TEUR 15.691 (VJ: TEUR 17.311) zurückzuführen. Die Steuerrückstellungen für erwartete Ertragssteuern aus dem laufenden Geschäftsjahr haben sich auf TEUR 9.187 (VJ: TEUR 3.406) erhöht. Die anderen Rückstellungen bestehen im Wesentlichen aus Rückstellungen im Personalbereich (TEUR 7.843, VJ: 10.086), Rückstellungen im Kreditgeschäft (TEUR 3.867, VJ: TEUR 3.549), sowie sonstige Rückstellungen (TEUR 3.972, VJ: TEUR 3.647), die u.a. aus ausstehenden Rechnungen bestehen. Die Eventualverbindlichkeiten, die ausschließlich Avalgeschäfte in EUR beinhalten, gingen aufgrund von auslaufenden Geschäften auf TEUR 1.293 (VJ: TEUR 1.768) zurück. Die AB betreibt Avalgeschäfte in der Regel nur in Kombination mit RE-Projekten als strukturinhärentes Element. Die anderen Verpflichtungen, die ausschließlich unwiderrufliche Kreditzusagen beinhalten, betragen zum Bilanzstichtag TEUR 233.362 (VJ: TEUR 288.376). Die Höhe der unwiderruflichen Kreditzusagen variiert unterjährig aufgrund von zeitlichem Auseinanderfallen von Zusage und Auszahlung (AS: Auszahlung bei Auslieferung des Finanzierungsobjekts, d.h. Flugzeug, Helikopter etc.; RE: Auszahlung nach Baufortschritt). 3.3. Finanzlage Die Finanzlage der Bank ist durch eine solide Liquiditäts- und Eigenkapitalausstattung gekennzeichnet. Die bilanzielle Eigenkapitalquote 33 hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme reduziert und beträgt 16,6% (VJ: 21%). Im Geschäftsjahr 2024 war die Zahlungsfähigkeit jederzeit gewährleistet. Die Refinanzierung der Geschäftstätigkeit der AB erfolgt im Wesentlichen für EUR-Geschäfte über Einlagen von Kunden, bei denen es sich im Wesentlichen um konzerninterne Geschäfte handelt, sowie Eigenkapital und durch Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank im Rahmen von Tender-Geschäften mit Laufzeiten von Tagesgeld bis zu vier Jahren. Die Refinanzierung der USD-Geschäfte erfolgt im Wesentlichen fristen- und strukturkongruent über Einlagen der Airbus SE. Durch den Zugang zum Geld- und Kapitalmarkt stehen der AB weitere Refinanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die nachfolgenden Tabellen zeigen die wesentlichen Bestandsteile des Fremdkapitals in EUR und USD. EUR-Verbindlichkeiten der Airbus Bank GmbH
USD-Verbindlichkeiten der Airbus Bank GmbH
Die Liquiditätsdeckungsquote (kurz LCR) mit einer Zielkennziffer von >100% wurde jederzeit im Geschäftsjahr 2024 komfortabel eingehalten. Zu den Quartalsstichtagen ergeben sich die im untenstehenden Balkendiagramm dargestellten Liquiditätsdeckungsquoten. Es bestand zu jedem Meldestichtag ein hinreichender Puffer zur Untergrenze. Liquiditätsdeckungsquote der Airbus Bank GmbH in %
Die Vorschriften der CRR zu Eigenmittelanforderungen und zur Liquidität wurden von der AB, wie in den Vorjahren, jeweils mit einem hinreichenden Puffer durchgehend eingehalten. Das bilanzielle Eigenkapital i.H.v. TEUR 539.713 ist in 2024 aufgrund des positiven Jahresergebnis angestiegen (VJ: TEUR 513.811) und besteht aus
Im Geschäftsjahr 2024 wurden keine Kapitalmaßnahmen durch den Gesellschafter Airbus SE durchgeführt. Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel i.H.v. TEUR 514.660 (VJ: TEUR 496.732) bestehen ausschließlich aus hartem Kernkapital. Bezogen auf den Gesamtrisikobetrag i.H.v. TEUR 2.834.853 (VJ: TEUR 2.681.325) ergibt sich somit zum Jahresende eine Common Equity Tier 1-Ratio von 18,2% (VJ: 18,5%). Die AB verfügt damit nach wie vor über eine sehr solide Eigenmittelausstattung, welche deutlich über der für die AB regulatorische Mindestanforderung (inkl. Kapitalpuffer) von 11,7% liegt. Die Eigenmittelausstattung ermöglicht die Abdeckung von Risiken und beinhaltet Reserven für das geplante zukünftige Geschäftswachstum. Die jederzeitige Zahlungsfähigkeit stellt die AB insbesondere über den Puffer aus liquiden Aktiva sicher. Zum Bilanzstichtag betrug der Liquiditätspuffer (Zähler der LCR) der AB TEUR 1.048.216 (VJ: TEUR 374.202). Zusätzlich verfügt die Bank als Komponenten ihres Liquiditätsdeckungspotenzials über verschiedene Linien mit der Konzernmutter Airbus SE und externen Banken. Daraus ergibt sich zum Bilanzstichtag ein Liquiditätsdeckungspotenzial i.H.v. insgesamt TEUR 1.192.499 (VJ: TEUR 1.263.473). Die Refinanzierungskonditionen und damit auch der Zinsaufwand sind unter Berücksichtigung der Marktentwicklung im Wesentlichen abhängig von der Struktur der Aktivgeschäfte. 3.4. Ertragslage Die wichtigsten regulären Ergebnisbestandteile der AB sind das Zins- und Provisionsergebnis, die Verwaltungsaufwendungen und die Risikovorsorge. Die AB schließt das Geschäftsjahr 2024 mit einem Gewinn i.H.v. TEUR 25.902 ab (VJ: TEUR 11.035). Der Gewinn ist im Wesentlichen auf das Zinsergebnis, das Provisionsergebnis und das sonstige betriebliche Ergebnis zurückzuführen. Das Net Operating Profit (NOP) beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 62.175 und liegt mit TEUR 7.119 sichtbar über dem Vorjahreswert (VJ: TEUR 55.056). Die Verbesserung des NOPs beruht im Wesentlichen auf dem Anstieg der Zinsspanne im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 77.433, VJ: TEUR 67.677) sowie auf dem stringenten Kostenmanagement. Die gesteigerte Kosteneffizienz spiegelt sich in der CIR von 28,0% wider, die sich damit um 1,8%- Punkte gegenüber dem Vorjahr verbesserte (VJ: 29,8%). Mit 28,0% liegt die CIR auch deutlich unter der langfristig gesetzten Zielmarke von < 50%. Das gegenüber dem Vorjahr gestiegene Zinsergebnis von TEUR 77.433 (VJ: TEUR 67.677) entspricht einem Anstieg i.H.v. 14,4%. Der Anstieg ist auf die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Nettoerträge aus den Segmenten AS und RE zurückzuführen. Die Zinserträge belaufen sich im Berichtsjahr insgesamt auf TEUR 180.782 (VJ: TEUR 208.018). Die Zinsaufwendungen belaufen sich auf TEUR 103.349 (VJ: TEUR 140.342) und sind im Vergleich zum Vorjahr um 26,4% gesunken. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte die AB negative Zinserträge i.H.v. TEUR 465 (VJ: TEUR 0). Zinserträge der Airbus Bank GmbH aufgeteilt nach Geschäftssegmenten
Zum Bilanzstichtag beträgt die Zinsüberschussrelation 34 2,52% (VJ: 1,49%). Die Zinsüberschussrelation ist aufgrund des gestiegenen Zinsüberschusses bei einer gesunkenen durchschnittlichen zinstragenden Aktiva im abgelaufenen Geschäftsjahr, um 69% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das Provisionsergebnis liegt mit TEUR 5.988 über dem des Vorjahreswert (TEUR 4.702). Provisionserträge wurden im Wesentlichen im regulären Kundengeschäft erwirtschaftet.
34 Zinsüberschussrelation =
Zinsüberschuss / durchschnittliche zinstragende Aktiva
Hinsichtlich der Risikovorsorge erfolgten im Geschäftsjahr 2024 Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft in Höhe von netto TEUR 24.567 (VJ: TEUR 32.535). Darin enthalten sind Nettozuführungen zu Einzelwertberichtigungen auf Forderungen an Kunden i.H.v. TEUR 21.947 (VJ: TEUR 23.104). Zudem sind Nettozuführungen zu PWB und 340f Vorsorgereserve i.H.v. TEUR 3.151 (VJ: TEUR 9.209) enthalten. Des Weiteren sind Abschreibungen und Zuschreibungen auf die Wertpapiere der Liquiditätsreserve und realisierte Kursgewinne zum Abschlussstichtag i.H.v. TEUR 766 (VJ: TEUR 1.634) Teil der Risikovorsorge. Von den Einzelwertberichtigungen im Bestand entfallen 98,9% (VJ: 56,7%) auf das Segment RE. Der Rest entfällt auf das Legacy Portfolio, für den Bereich AS wurden keine Einzelwertberichtigungen gebildet. (VJ: 42,2%). Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen sind gegenüber dem Vorjahreswert leicht gestiegen auf TEUR 23.798 (VJ: TEUR 22.950). Der Personalaufwand ist auf TEUR 15.048 (VJ: TEUR 14.309) mit 5,2% angestiegen, die FTE- Anzahl (Full Time Equivalent inkl. Geschäftsleitung von 115,4 auf 114,8) ist jedoch um 0,6 Prozentpunkte gesunken. Die Entwicklung des Personalaufwands hängt mit der Mitarbeiteranzahl inkl. Geschäftsleitung im Jahresdurchschnitt 2024 nach Köpfen zusammen (121, VJ: 118,8). In den anderen Verwaltungsaufwendungen enthalten sind Investitionen in die Bankinfrastruktur und in Projekte. Es wurden insbesondere solche Projekte gestartet bzw. weitergeführt, die entweder regulatorisch erforderlich waren und/oder kurz- bis mittelfristige Effizienzsteigerung zum Gegenstand hatten. Die anderen Verwaltungsaufwendungen sind im Geschäftsjahr mit TEUR 8.750 (VJ: TEUR 8.641) leicht angestiegen. Andere Verwaltungsaufwendungen der Airbus Bank GmbH aufgeteilt nach Kostenarten
Aufgrund des gestiegenen Zinsergebnisses, einem positiven Beitrag aus dem sonstigen Ergebnis und effizientem Kostenmanagement zur Begrenzung der Verwaltungsaufwendungen konnte das Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit um 12,9% auf TEUR 62.175 (VJ: TEUR 55.056) gesteigert werden. Aufgrund der gewinnbedingten Erhöhung des Eigenkapitals um TEUR 25.902 ist die Eigenkapitalausstattung und auch die Liquiditätslage der AB insgesamt gegenüber dem Vorjahr verbessert und bietet damit eine solide Basis zur Erreichung der im Geschäftsjahr 2024 angestrebten Geschäftsziele unter Einhaltung der Mindestanforderungen an die CET1- Ratio als auch an die LCR. 4. Gesamtaussage Das Geschäftsjahr 2024 war für die AB trotz der Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein erfolgreiches Jahr. Entsprechend weist die AB ein Jahresergebnis nach Steuern aus, das leicht über dem ursprünglich geplanten liegt. Das positive Ergebnis ist im Wesentlichen auf folgende Komponenten zurückzuführen:
Die AB sieht damit ihr Geschäftsmodell weiterhin als widerstandsfähig und bestätigt an. Die gesamtwirtschaftliche Lage der AB war im Geschäftsjahr sowie zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses stets geordnet. Die Refinanzierungsmöglichkeiten über die Airbus SE sowie über die kurzfristige Liquidierbarkeit der Wertpapiere der Liquiditätsreserve und weitere Refinanzierungslinien sorgten für eine stabile Liquiditätslage der AB. Aus heutiger Sicht sind keine Risiken erkennbar, welche den Fortbestand der Bank mit dem aktuellen Geschäftsmodell kurz- oder mittelfristig gefährden könnten. Allgemeine Ertragsrisiken ergeben sich aus den beiden wesentlichen Erfolgsbeiträgen Zins- und Provisionsüberschuss, die auch in den Folgejahren aufgrund des Krieges in der Ukraine, den makroökonomischen Rahmenbedingungen, der Immobilienkrise und der allgemeinen Wettbewerbssituation in der Finanzbranche unter Druck stehen werden. Eine weitere mittel- und langfristige Herausforderung ist das Thema ESG und Sustainable Finance, das für die AB, wie für die Banken allgemein, zur Herausforderung, aber auch Chance für ihre Geschäftsmodelle, Produkte und Prozesse wird. 35
35 Bain & Company, Deutschlands Banken 2024:
Rendite steigt - zur Aufholjagd bereit?, S. 33
C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 1. Prognosebericht 1.1. Entwicklung gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen Es wird ein stabiles globales Wirtschaftswachstum von 3,2%, für das Jahr 2025 erwartet. 36 Eine zunehmend protektionistische Handelspolitik mit möglichen hohen Einfuhrzöllen, eine Verschärfung von geopolitischen Spannungen, der Krieg in der Ukraine, der Konflikt im Nahen Osten, sowie ein hoher Wettbewerbsdruck, insbesondere aus China, werden die Wirtschaftstätigkeit jedoch weiterhin belasten. 37 Die globale Inflation wird bis Ende 2025 auf voraussichtlich 4,3% sinken, wobei Industrieländer früher zu ihren Inflationszielen zurückkehren werden, als Schwellen- und Entwicklungsländer. Auch wenn sich der Rückgang zuletzt verlangsamt hat und die Verbraucherpreise zum Teil wieder etwas angezogen haben. 38 Es wird erwartet, dass im Jahr 2025 die Gesamtinflation in Europa von 2,4% auf 2,1% zurückgehen wird. 39 Aufgrund der rückläufigen Gesamtinflation sind laut dem Jahresgutachten des Sachverständigenrates des Statistischen Bundesamtes weitere Zinssenkungen in 2025 zu erwarten. 40 Während in den USA für die kommenden zwei Jahre aufgrund gestiegener Inflationsrisiken geringere Zinssenkungen erwartet werden, wird für den Euroraum angesichts der schwachen Konjunktur von schnelleren Zinssenkungen und einem niedrigeren Endniveau ausgegangen. Bis Juni 2025 wird eine Senkung des Leitzinses der EZB auf 2% vorhergesagt. 41 Das Wachstum im Euroraum wird sich den Prognosen des Sachverständigenrates zufolge auf 1,1% für 2025 belaufen. 42 Weltweit ist mit einem BIP-Zuwachs von 2,6% für 2025 zu rechnen. 43 Deutschland hinkt im internationalen Vergleich wirtschaftlich deutlich hinterher, die Deutsche Bundesbank geht von einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 0,2% für 2025 und 0,8% für 2026 aus. Das schwache Wachstum ist auf eine reduzierte Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und damit sinkenden Exporten und zurückgegangenen Kapazitätsauslastungen, dem spürbaren Wettbewerbsdruck, sowie einer erhöhten wirtschaftspolitischen Unsicherheit zurückzuführen. 44 Für die Verbraucherpreise erwartet die Deutsche Bundesbank trotz der schwachen Konjunktur nur einen geringen Rückgang der Inflation von 2,5% auf 2,4% im Jahr 2025. 45
36 International Monetary Fund (IMF), World
Economic Outlook Oct. 2024, S. xiv
Die Bankenbranche wird weiter unter hohem Wettbewerbs- und Kostendruck stehen. 46 Herausforderungen wie neue Technologien und die Hinwendung zur ESG Konformität hinsichtlich der Produkte, Geschäftsmodelle und Prozesse bieten für Banken Chancen, führen aber auch durch Verdrängung zu einer Konsolidierung des Marktes. 47 Die Aussichten des IATA-Luftfahrtverbands für 2025 sind positiv. Die Erwartungen sind ein weiter ansteigender Luftverkehr, wenn auch etwas langsamer als im Jahr 2024. 48 Für die europäischen und nordamerikanischen Märkte wird ein moderater Nachfrageanstieg mit durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten von 2,3 % bzw. 3,0 % vorhergesagt. Den voraussichtlich deutlichsten Anstieg der Passagierzahlen wird der asiatisch pazifische Raum verzeichnen mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 5,1 %. Bis 2043 wird diese Region schätzungsweise mehr als die Hälfte zum Nettoanstieg der weltweiten Passagierzahlen beitragen. 49 Insgesamt wird damit gerechnet, dass die Branche weltweit (gemessen am Indikator Revenue per Kilometer, kurz RPK) in 2025 um 7% wachsen wird, wobei die Entwicklung regional unterschiedlich ausfallen kann.50 Dem gegenüber steht ein weiterer Rückgang der Renditen, allerdings in einem geringeren Tempo als in 2024. 51 Die Prognose für die Gesamteinnahmen der Fluggesellschaften im Jahr 2025 werden auf mehr als eine Billion US-Dollar geschätzt. 52 Auch das Jahr 2025 wird ein von Erholung und Aufbruch geprägtes Geschäftsjahr werden, wofür ambitionierte Ziele in Bezug auf die Geschäftsentwicklung definiert sind. Die AB sieht im Flugzeug Primär- und Sekundärmarkt sowie in der gesamten Wertschöpfungskette der deutsch-französischen Luftfahrtbranche ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld, in dem die AB auch weiterhin als Finanzierungspartner von Airlines, Leasing- Gesellschaften und Herstellern durch ihr branchenspezifisches Know-How im Segment AS erfolgreich am Wachstum partizipieren kann. Für das Jahr 2025 erwarten Experten noch keine umfassende Erholung am Immobilienmarkt. Die Fertigstellungszahlen sind weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Die Branche befindet sich nach wie vor in einer abwartenden Position in Bezug auf die vorgezogene Bundestagswahl im Februar 2025 und die Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank. 53 Als Voraussetzungen für einen Aufschwung werden niedrigere Zinsen und ein stabileres wirtschaftliches Umfeld genannt. 54 Auf dem Markt der Büroimmobilien herrscht noch immer eine geringe Wachstums- und Investitionsentscheidung. Die Lage ist geprägt von Unsicherheit über die weiteren Preisentwicklungen und den Rahmenbedingungen auf den Kapitalmärkten. Die Nachfrage nach Büroimmobilien entwickelt sich vermehrt auf moderne und hochwertige Flächen in den Innenstädten oder einer gut erreichbaren Lage und entsprechender Infrastruktur. Für Lagen und Objekte ohne diese Kriterien wird die Vermarktung bedeutend schwieriger, was erhöhte Leerstandsrisiken und deutliche Abschläge auf das erzielbare Mietniveau mit sich bringt. 55
46 Bain & Company, Deutschlands Banken 2024:
Rendite steigt - zur Aufholjagd bereit ?, S. 22, S. 34
Die AB konzentriert sich im herausfordernden Marktumfeld weiterhin auf ausgewählte Immobilienfinanzierungen in den deutschen Top-7-Metropolregionen. Im Bürobereich stehen weiterhin vorrangig ESG-konforme, nachhaltige und zukunftsfähige Immobilien mit stabiler Mieterstruktur in guten bis sehr guten Lagen im Fokus. Im Wohnungsbereich steigen Mietnachfrage und Mieten. Durch die Fokussierung auf hochwertige und nachhaltige Gebäude steigen auch auf den Büromärkten die Spitzenmieten. Der Fokus auf Top-Objekte hält an. Aus Sicht der BaFin bestehen für Banken Risiken insbesondere in der Kombination aus Kreditausfällen und sinkenden Werten von Sicherheiten. 56 1.2. Die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Als wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren der AB werden die Entwicklung des Forderungsvolumens an Kunden sowie der Zins- und Provisionsüberschuss herangezogen. Hinzu kommen wie auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die CIR, CoR und das Net income before tax als weitere finanzielle Leistungsindikatoren. Die AB erwartet in 2025 unter der Annahme eines leicht rückläufigen Zinsniveaus in den kurzbis mittelfristigen Laufzeitbändern im EUR-Bereich und eines leicht erhöhten Zinsniveaus in den langfristigen Laufzeitbändern des USD-Bereichs, sowie eines leicht rückläufigen Forderungsvolumens an Kunden ein Zinsergebnis von ca. TEUR 67.900. Für die Folgejahre wird das Zinsergebnis für 2026 erst mit einem leichten Rückgang von ca. 9% geschätzt, bevor bis 2029 ein konstanter Anstieg erwartet wird. Im Jahr 2024 konnte das prognostizierte Zinsergebnis von TEUR 65.579 um TEUR 11.854, aufgrund des höher als erwarteten Kreditbestands übertroffen werden. Der Forecast für das Provisionsergebnis liegt für das Jahr 2025 bei einem Wert von TEUR 6.200. Für die Folgejahre wird ein Anstieg erwartet, vor allem ab 2027, was eine Folge des erwarteten starken Anstiegs des Forderungsvolumens ist. Für 2024 konnte der geplante Wert von TEUR 4.372 ebenfalls, aufgrund eines höheren Volumens an Prolongationsgeschäften und damit höheren Provisionen, übererfüllt werden (TEUR 5.988). Bis Ablauf des Geschäftsjahres 2025 wird ein Bruttoforderungsvolumen zuzüglich unwiderruflicher Kreditzusagen der Geschäftssegmente AS und RE i.H.v. ca. EUR 2.345 Mio. angestrebt. Für die Folgejahre wird ein stetiges Wachstum anvisiert, das 2028 ein Volumen von über EUR 3.000 Mio erreichen soll. Dabei dienen die beiden Segmente AS und RE als Treiber für die Steigerung, wobei für 2025 eine Übergewichtung der Vergabe von Neukrediten im Bereich AS geplant ist. Im abgelaufenen Jahr übersteigt das tatsächliche Bruttoforderungsvolumen EUR 2.525 Mio., unter anderem bedingt durch ein hohes Prolongationsvolumen im RE-Segment die angestrebten EUR 2.300 Mio. um 9,8%. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden werden sich aufgrund der Refinanzierungsstrategie im Wesentlichen gleichläufig zum Forderungsvolumen entwickeln, wobei aufgrund des Eigenkapitals absolut ein darunterliegender Wert geplant ist.
55 Bulwiengesa, Fünf Prozent Studie 2024,
S. 11
Vor dem Hintergrund der Geschäftsentwicklung plant die AB für 2025 ein positives Jahresergebnis vor Steuern i.H.v. ca. TEUR 23.400. Das für 2024 geplante Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 35.244 konnte, hauptsächlich aufgrund des höheren Zinsergebnisses, um 7,0% übertroffen werden. Für den Leistungsindikator CIR wird aufgrund der teilweise inflationsbedingten Kostenentwicklung für 2025 und die Folgejahre ein Anstieg auf bis zu 35-40% erwartet, dies ist insbesondere auf das höhere Zinsergebnis zurückzuführen. Der erwartete Wert für 2024 von 38% konnte um 10 Basispunkte unterschritten werden. Die höhere CoR (93 Basispunkte) im Vergleich zum Planwert (34 Basispunkte) ist hauptsächlich auf die höhere Wertberichtung im Kreditgeschäft und die Zuführung zur Vorsorgereserve §340f zurückzuführen. Hinsichtlich der CoR wird tendenziell von einem Anstieg auf ca. 95-105 Basispunkte für das Portfolio der AB ausgegangen. Die AB setzt sich weiterhin laufend und intensiv mit den gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen und den Konsequenzen der Immobilienkrise auf ihr bestehendes Kreditportfolio sowie mit den Auswirkungen auf ihr zukünftiges Geschäft auseinander. Das Bestandsportfolio wird regelmäßig überwacht und bestehende Stress-Szenarien simuliert sowie unter Hinzuziehung spezifischer Risiko-Komponenten modifiziert. Hierfür werden alle verfügbaren Informationsquellen genutzt, um die möglichen Auswirkungen auf die Risikolage der Bank fortlaufend und stets aktuell einzuschätzen: Das Kreditportfolio im Segment AS ist gut diversifiziert ohne ausgeprägte Konzentrationsrisiken in Bezug auf Kunden (Airlines, Leasinggesellschaften, weitere Unternehmen). Das Kreditportfolio im Segment RE ist hinsichtlich der geographischen Verteilung innerhalb von Deutschland und der Branchenverteilung ebenfalls diversifiziert in den Top 7 Metropolregionen. Neben der Durchführung von Stresstests und Marktentwicklungsanalysen steht die AB zudem in unmittelbarem, regelmäßigem Austausch mit ihren Kunden, sodass auch auf Einzelgeschäftsebene eine sorgfältige und vorausschauende Analyse des Portfolios vorgenommen wird. Die AB strebt in 2025 und mittelfristig an:
2. Chancen- / Risikobericht 2.1. Chancen Gemäß der Geschäftsstrategie definiert sich die AB als kompetenten Finanzpartner für maßgeschneiderte Kredittransaktionen in den Segmenten AS und RE. Die segmentspezifische Expertise, die sehr gute Finanzsituation sowie die Einbindung der AB in den Airbus-Konzern bietet Mehrwerte für unsere Kunden aber auch für den Airbus-Konzern selbst und eröffnet daher nachhaltige Chancen für die AB. Der Anstieg des internationalen Flugverkehrs wird sich schätzungsweise auch im Jahr 2025 fortsetzen. Lieferkettenprobleme könnten jedoch das potentielle Wachstum begrenzen, da in 2024 die Passagierauslastung einen neuen Höchstwert erreich hat. 57 Für die nächsten zwei Jahrzehnte wird die Zahl der weltweiten Passagiere voraussichtlich um durchschnittlich 3,8% pro Jahr steigen, was bis 2043 zu einem Nettozuwachs von über 4 Milliarden Passagierverkehr im Vergleich zu 2023 führen wird. 58 Nach IATA-Einschätzungen wird für die Luftverkehrsbranche ein Gewinn von insgesamt USD 36,6 Mrd. für das Jahr 2025 prognostiziert. 59 Die sich daraus ergebenden Geschäftsmöglichkeiten hängen entscheidend von den geopolitischen Entwicklungen, wie etwa im Nahen Osten und in der Ukraine, sowie von politischer Stabilität ab. 60 Der deutsche Wohnungsmarkt ist fundamental von hoher Nachfrage geprägt, die mit dem bestehenden Angebot nicht gedeckt werden kann. Hinzu kommen steigende Mieten, sowohl bei Neuvermietung als auch Bestandsvermietung. 61 Bei den Büroimmobilen hängt die Attraktivität wesentlich von der Lage, Ausstattung und der energetischen Effizienz ab, die Nachhaltigkeit wird grundsätzlich immer bedeutender. Chancen für eine Erholung des Immobilienmarktes in den nächsten Jahren bieten eine stabile Inflation und weiter sinkende Zinsen. Dies öffnet Möglichkeiten für neue Projekte und würde zu einer Verbesserung der Finanzierungsbedingungen führen, was derzeit das größte Hindernis bei Investoren darstellt. 62 Eine weitere Option stellen Hotelimmobilien dar, welche sich derzeit in einem Aufschwung befinden und als Alternative zu den üblichen gewerblichen Marktsegmenten wieder an Interesse gewinnen. 63 Auf Basis der Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr geht die AB davon aus, dass sich die Nachfrage nach Top-Büroimmobilien mit ggf. verminderter Tendenz immer noch auf hohem Niveau halten wird. Diese Situation ermöglicht es der AB auch künftig selektiv attraktive Opportunitäten im Immobilienmarkt wahrzunehmen. Unterstützend profitiert die AB zudem von der geringen Korrelation des deutschen professionellen Immobiliengeschäfts und des internationalen Aerospace-Geschäfts.
57 IATA, Global Outlook for Air Transport 2024,
S. 13
Aufgrund einer komfortablen Kapitalsituation kann die AB auch in volatileren Marktbedingungen selektiv maßgeschneiderte Finanzlösungen anbieten. Dabei strebt die AB stets eine langfristige und nachhaltige Kundenbindung an, um so Mehrwerte für die Kunden, den Airbus Konzern sowie für die AB selbst zu schaffen. 2.2. Risiken Die AB bewertet kontinuierlich ihre finanziellen und nicht-finanziellen Risiken. Dazu werden Risiken aus makroökonomischen, geopolitischen, technologischen oder sonstigen relevanten Ereignissen und Entwicklungen ermittelt und in der Geschäfts- und Risikostrategie berücksichtigt. Das aktuelle makroökonomische Umfeld wirkt sich derzeit gegenläufig auf die zwei Segmente der AB aus:
Steigende ESG-Anforderungen, sowohl seitens der Investoren als auch regulatorisch, können zu weiter steigenden Baukosten sowie einem Wertrückgang von Immobilien, die diese Anforderungen nicht erfüllen, führen. Die mit Abstand wesentlichste Risikoart für die Airbus Bank stellt das Kreditrisiko aus dem Kundengeschäft dar. Alle anderen Risiken hatten auch in diesem Jahr nur eine moderate Auswirkung auf die Risikoauslastung der AB. Eine Kundenauswahl im Spannungsfeld zwischen Kundenbonität, Werthaltigkeit der Sicherheiten und robusten Finanzierungsstrukturen ermöglicht eine zur Risikostrategie konforme Qualität der Vermögenswerte und hohe Widerstandskraft in Stresssituationen. 2.3. Risikostrategie Die Unternehmenssteuerung der AB richtet sich an den Zielen und Vorgaben der Geschäfts- und Risikostrategie aus. Die Umsetzung der Geschäftsstrategie und das Erreichen der vorgegebenen Ziele sind nicht ohne das bewusste Eingehen von Risiken möglich. Ein gemeinsames, grundlegendes Normen- und Wertegerüst, das Ausdruck einer faktenbasierten Unternehmens- und Risikokultur ist und die Basis für einen bewussten Umgang mit Risiken (Risikobewusstsein) schafft, ist dabei grundlegend. Als Risiko bezeichnet die AB in diesem Kontext die Gefahr negativer Effekte auf die Vermögens-, Ertrags- oder Liquiditätslage aufgrund interner oder externer Faktoren. Dementsprechend komplementär wird der Begriff Chance definiert. Der Umgang mit den damit verbundenen Risiken der AB ist in der Risikostrategie geregelt. Der Risikosteuerungs- und -managementprozess, grundlegende Prinzipien sowie der Risikoappetit sind ebenfalls in der Risikostrategie, die im Einklang mit der Geschäftsstrategie steht, definiert und erläutert. Sie konkretisiert die Vorgaben der Geschäftsstrategie hinsichtlich risikobehafteter Themen und setzt Leitplanken für die operative und strategische Steuerung. Leitgedanken dabei sind der verantwortliche und nachhaltige Umgang mit den eingegangenen Risiken und damit die durchgängige Einhaltung der Risikotrag- und Zahlungsfähigkeit der AB. Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Risikomanagement, die Kapitaladäquanz sowie die Liquiditätsausstattung stellen den Rahmen für das Risikomanagement der AB dar. Dies beinhaltet insbesondere die ständige Überwachung der Einhaltung aller Eigenkapital-, Großkredit-, Liquiditäts- und Vergütungsanforderungen sowie der regulatorischen Mindestanforderungen für Banken. Die Erstellung der Risikostrategie folgt einem klar definierten Prozess. Aufbauend auf der Geschäftsstrategie wird mindestens einmal jährlich die Risikostrategie überprüft und angepasst. Grundlage dieser Anpassung der Risikostrategie ist eine detaillierte Analyse des Risikoprofils der AB im Rahmen einer Risikoinventur, welche wesentliche Risiken identifizieren, analysieren und bewerten soll. Basierend auf der Risikoinventur werden die risikostrategischen Ziele und Maßnahmen festgelegt, deren Durchführung und Ergebnis im Rahmen der Risikoberichterstattung nachgehalten wird. 2.4. Risikomanagement & Organisation Der Risikomanagementprozess ist ein permanenter, alle Unternehmensbereiche umfassender Prozess, der sämtliche Aktivitäten zum systematischen Umgang mit Risiken sowie deren Ergebnisse zusammenfassen soll. Dabei wird neben der Minimierung eines potenziellen wirtschaftlichen Schadens u.a. das Ziel verfolgt, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und zu begrenzen. Der Prozess umfasst unter anderem die Risikoidentifikation, die Risikomessung, -beurteilung und -überwachung, die Risikotragfähigkeitsrechnung, die Risikoberichterstattung und schließlich die Risikosteuerung. Die Risikoidentifikation und -analyse soll der systematischen und umfassenden Aufnahme des Gesamtrisikoprofils der AB dienen, um alle bestehenden oder sich abzeichnenden Risiken erfassen zu können. Dazu werden alle Bereiche regelmäßig und systematisch, im Rahmen einer gesamtbankweiten Risikoinventur, auf ihre Risiken inkl. der ESG-Risikotreiber untersucht und hinsichtlich ihrer Wesentlichkeit beurteilt und analysiert. Die AB führt die Risikoinventur mindestens einmal jährlich durch. Die Risikoanalyse erfolgt sowohl auf Ebene der einzelnen Risikofaktoren und -arten als auch auf Gesamtbankebene. Entsprechend werden Konzentrationsrisiken und risikoartenübergreifende Effekte ebenfalls berücksichtigt. Die durch die AB als wesentlich eingestuften und modellierbaren Risiken werden durch die eingesetzten Methoden und Modelle quantifizierbar und damit transparent und kontrollierbar. Das Modellrisiko wurde mittels einer Expertenschätzung beziffert und wird insbesondere über einen Modellrisikopuffer abgedeckt sowie durch Modellvalidierungen reduziert. Auf der Grundlage des Gesamtrisikoprofils wird sichergestellt, dass alle über die Risikoinventur festgestellten wesentlichen Risiken laufend quantifiziert, limitiert und kommuniziert werden. Hierzu misst und analysiert die AB alle wesentlichen Risiken, um daraufhin eine umfassende Beurteilung sowie eine effiziente und permanente Überwachung des Risikos sicherzustellen. Die AB hat einen internen Prozess zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit hinsichtlich der Normativen und Ökonomischen Perspektive eingerichtet. Dabei werden unter anderem die harte Kernkapital-, die Verschuldungsquote und weitere relevante Kennzahlen berichtet und beobachtet. Im Geschäftsjahr 2024 war die Risikotragfähigkeit der AB durchgängig gegeben. Die Risikoberichterstattung unterteilt sich in die interne und externe Berichterstattung. Die Kommunikation und das Reporting der relevanten Informationen erfolgt zeitnah und empfängerorientiert. Ad-hoc-Analysen werden entweder auf Nachfrage oder anlassbezogen in der Regel durch das Risikocontrolling erstellt. Die Ergebnisse der Risikomessung und -beurteilung sind grundlegend für die informationsbasierte Risikosteuerung. Steuerungsmaßnahmen haben die Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder die Begrenzung der Auswirkungen von Risiken, also die aktive Beeinflussung der ermittelten Risikopositionen, zur Aufgabe. Die Risikobewältigung kann grundsätzlich durch Risikovermeidung, Risikoverminderung, Risikoübertragung auf Dritte oder durch das bewusste Eingehen von Risiken erfolgen. Die Wirksamkeit von Risikosteuerungsmaßnahmen wird fortlaufend überprüft und die Maßnahmen im Bedarfsfall angepasst. Bei sich abzeichnenden Überschreitungen von Limits werden Maßnahmen von der Geschäftsführung beschlossen und an die entsprechenden ausführenden Einheiten delegiert. Das Risikocontrolling berät die Geschäftsführung bei der Entscheidungsfindung und überwacht im Anschluss die Wirksamkeit der Steuerungsmaßnahmen. Bzgl. der Governance und Banksteuerung trägt die Geschäftsführung die Gesamtverantwortung. Zur Steuerung der Risiken dienen die folgenden Gremien, welche regelmäßig oder auch bei Bedarf einberufen werden.
Die Aufbauorganisation der AB definiert eine strikte fachliche und disziplinarische Trennung der Bereiche Markt und Marktfolge bis hin zur Ebene der Geschäftsführung. Das Risikomanagement wird in der AB als eine integrierte und über alle drei Verteidigungslinien ("Three Lines of Defense") hinweg gelebte Aufgabe verstanden. Die Risikocontrollingfunktion ist in direkter Linie der Geschäftsführung Marktfolge unterstellt. Zu den Hauptaufgaben des Risikocontrollings zählen die Einrichtung, Durchführung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungsprozesse und der Risikomessmethoden, die unabhängige Kontrolle der zur Risiko- und Ergebnismessung herangezogenen Parameter und Daten, die laufende Überwachung der Risikosituation des Instituts und der Risikotragfähigkeit sowie der Einhaltung der eingerichteten Risikolimits und die Information der Geschäftsführung und sonstiger Stellen über die Risikolage der Bank durch die Bereitstellung steuerungsrelevanter Informationen. Die Compliance-Funktion der AB stellt die zentrale Stelle für die Einhaltung der MaRisk- Compliance dar. Die Stelle hat die institutsinternen Regelungen in Bezug auf Compliance-relevante gesetzliche Bestimmungen zu bewerten, deren Einhaltung zu überwachen sowie die Geschäftsführung und die Geschäftsbereiche hinsichtlich der Einhaltung dieser gesetzlichen Bestimmungen und sonstiger Vorgaben zu unterstützen und zu beraten. Die Aufgaben des Informationssicherheitsbeauftragten und des Datenschutzkoordinators wurden hier ebenfalls integriert, um eine höchstmögliche Effizienz und Themensynergien zu gewährleisten. Daneben besteht eine zentrale Stelle für die Geldwäsche- und Betrugsprävention (Geldwäschebeauftragter). Diese koordiniert sämtliche Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung sonstigen strafbaren Handlungen und ist für ein risikominimierendes Gesamtkonzept verantwortlich. Hierzu gehören insbesondere institutsinterne Verfahren und Grundsätze zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung oder sonstiger strafbarer Handlungen, die zu einer Gefährdung des Vermögens der Airbus Bank führen könnten. Des Weiteren ist sie Ansprechpartner für Mitarbeiter, Aufsichts- und Ermittlungsbehörden für Themen der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung. Unbeschadet der Aufgaben der übergeordneten Funktionen bleiben die Geschäftsführer und die Geschäftsbereiche für die Einhaltung sämtlicher gesetzlicher Bestimmungen und sonstiger Vorgaben uneingeschränkt verantwortlich. Die Interne Revision als Teil des Risikomanagementsystems berichtet ebenfalls direkt an die Geschäftsführung der AB sowie an den Aufsichtsrat. Den Rahmen für die Aktivitäten der Internen Revision stellt ein dreijähriger Revisionsrahmenplan dar, der risikobasiert erstellt und jährlich fortgeschrieben wird. Ausgenommen hiervon ist der Bereich Operations & IT, hier findet eine Auslagerung der IT-Revision an eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft statt. Der dreijährige Revisionsrahmenplan berücksichtigt auch Prüfungen des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse aller Prüfungen erhält die Geschäftsführung, zudem werden sie im Quartalsbericht zusammengefasst und der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erstellt die Interne Revision für die Geschäftsführung und den Aufsichtsrat einen Jahresbericht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 ergaben sich keine Notwendigkeiten für Sonderprüfungen. 2.5. Risikotragfähigkeit und Stresstesting Als wesentliche Risikoarten der AB wurden das Kredit-, das Markt-, das Liquiditäts-, das Operationelle sowie das Modellrisiko identifiziert. ESG-Risiken werden als auf die einzelnen Risikoarten wirkende Risikotreiber berücksichtigt. Im Bereich der Kreditrisiken sind für die AB insbesondere das Adressausfallrisiko im Kundengeschäft (inkl. Konzentrationsrisiken), das Besicherungsrisiko sowie das Adressrisiko im Eigengeschäft wesentlich. Im Bereich der Marktrisiken sind aufgrund der Geschäftsausrichtung der AB das allgemeine Zinsänderungs-, das Credit-Spread- sowie das Fremdwährungsrisiko wesentlich. Im Rahmen des Liquiditätsrisikos ist für die AB das Zahlungsunfähigkeitsrisiko und das Liquiditätsspreadrisiko wesentlich. Im Bereich des operationellen Risikos identifiziert die Bank das Infrastrukturrisiko, das Mitarbeiterrisiko, das Risiko aus internen Prozessen sowie das Risiko aus externen Ereignissen als wesentlich. Zudem werden IKT-Risiken (Informations- und Kommunikationstechnologierisiken, inklusive Cyber-Risiken) als übergreifender, auf die einzelnen operationellen Risiken einwirkender Risikotreiber betrachtet. Als sonstiges Risiko klassifiziert die AB das Modellrisiko als wesentliches Risiko. Die AB definiert sowohl das Ziel der Fortführung des Instituts als auch den Schutz der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht als primäre Steuerungskreise. Beide Schutzziele manifestieren sich in der Normativen und der Ökonomischen Perspektive mit zugehörigen Risikodeckungspotenzialen. Ausgehend von den Eigenmitteln (vor Feststellung des Jahresüberschusses) über TEUR 514.660 werden TEUR 50.000 in beiden Perspektiven als Managementpuffer für unvorhergesehene Ereignisse berücksichtigt. Nach ggf. weiteren Abzügen werden die Risiken beider Perspektiven dem verbleibenden Werten gegenübergestellt. Dementsprechend stehen in der Normativen Perspektive TEUR 464.660 und in der Ökonomischen Perspektive TEUR 403.239 für die Deckung von Risiken zum Stichtag zur Verfügung. In der Ökonomischen Perspektive ist dabei ein Abzug der aus dem barwertigen Kreditrisikomodell abgeleiteten Kreditrisikoprämien in der Höhe, um welche diese die gebildeten Wertberichtigungen übersteigen, in Höhe von TEUR 61.422 berücksichtigt. Rücklagen gemäß § 340(f) HGB werden nicht im Risikodeckungspotential berücksichtigt. Die Risikotragfähigkeit war im abgelaufenen Geschäftsjahr durchgängig gegeben. In der Ökonomischen Perspektive waren zum Stichtag lediglich 52% des Risikodeckungspotenzials ausgelastet. In der Normativen Perspektive resultiert eine (zukünftige) Auslastung von 75% (2024), 66% (2025), 68% (2026) und 73% (2027) des Risikodeckungspotenzials. Jede wesentliche Risikoart wird regelmäßig quantifiziert und einem Stresstest unterzogen. Die Eingangsparameter für die Stresstests werden auf Basis von hypothetischen oder historischen Ereignissen abgeleitet. Neben risikoartspezifischen Szenarien werden insbesondere auch risikoartenübergreifende Szenarien angewandt und damit übergreifende Risiken und Konzentrationen berücksichtigt, so dass realitätsnahe Rückschlüsse für die Steuerung gezogen werden können. Im Rahmen der inversen Stresstests werden relevante Risikotreiber systematisch verändert, bis die Risikotragfähigkeit nicht mehr gegeben oder aber das maximale Risiko erreicht ist. Das Stresstesting ist in die Analyse der Risikotragfähigkeit integriert, um einen notwendigen Handlungsbedarf frühzeitig identifizieren zu können und die Risikotragfähigkeit auch während einer Stresssituation sicherstellen zu können. Die Modellierung der Stresstest-Szenarien berücksichtigt sowohl die strategische Ausrichtung der AB als auch spezifische Aspekte des Gesamtrisikoprofils. Die fortlaufende Überwachung der Risikotragfähigkeit stellt sicher, dass das Eingehen von Risiken in den verschiedenen Geschäftsfeldern der Bank jederzeit im Einklang mit der entsprechenden Kapitalausstattung der Gesamtbank steht, sowohl aus der Sicht des Einzelrisikos als auch aus der Sicht des Risikoprofils der Gesamtbank. 2.6. Adressausfallrisiko 2.6.1. Risikodefinition Unter dem Adressausfallrisiko wird die Gefahr verstanden, dass gegenüber der Bank bestehende Zahlungsverpflichtungen seitens der Kontrahenten ganz oder teilweise uneinbringlich werden oder sich die Bonität der Kontrahenten verschlechtert. Das Besicherungsrisiko bezeichnet die Gefahr, dass bei der Verwertung von Kreditsicherheiten ein niedrigerer Wert realisiert werden kann als der, mit dem die Kreditsicherheit ursprünglich bewertet worden ist. Das Adressausfallrisiko für das Eigengeschäft ist im Vergleich zum Kundengeschäft als gering zu bewerten. Es beschreibt die Gefahr des Ausfalls oder eines Wertverlustes von Wertpapieren in Folge von Bonitätsverschlechterungen eines Emittenten und umfasst (1) das Ausfallrisiko (Vermögensschaden durch Ausfall des Emittenten eines Wertpapiers) und (2) das Migrationsrisiko. Das Länderrisiko bezeichnet die Gefahr, dass ein Kontrahent mit Sitz im Ausland, infolge politökonomischer Einflüsse oder staatlicher Maßnahmen bezüglich Transfer- und/oder Konvertierungsbeschränkungen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt bzw. nicht nachkommen darf. 2.6.2. Risikoklassifizierungsverfahren Die Risikoklassifizierung und die damit einhergehende Bonitätseinstufung der Kontrahenten der AB sind von wesentlicher Bedeutung für die Beurteilung des Adressrisikos. Sie ist die Grundlage für Kredit- und Investitionsentscheidungen sowie für die Ableitung des erwarteten und des unerwarteten Verlustes. Die AB verfügt über mehrere Ratingverfahren zur Ermittlung der Bonitätseinstufung von Kontrahenten und nutzt darüber hinaus auch externe Ratings. Die internen Ratingverfahren orientieren sich an den Eigenschaften der zugrundliegenden Kreditgeschäfte und basieren auf statistisch erprobten Verfahren, die regelmäßig validiert und weiterentwickelt werden. Insbesondere für die Wertpapiere des Depots A werden zudem externe Ratings nach einer internen Prüfung eingesetzt. Stehen mehrere Ratings für einen Vorgang zur Verfügung wird ein Rating-Wasserfall angewendet. Die Bonität der Kreditnehmer wird mindestens einmal jährlich auf Basis aktueller Informationen bewertet. Bei schuldnerspezifischen Entwicklungen oder signifikanten Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds werden die Ratingeinstufungen zeitnah überprüft. Im Rahmen der Risikoeinschätzung und der Ermittlung des ökonomischen Kapitalbedarfs einer Kredittransaktion stellen Sicherheiten einen wichtigen Bestandteil dar. Die AB unterteilt die Ratings des Kundengeschäftes in die Kategorien High Quality (bis 0,6% Ausfallrate), Medium Quality (bis 7% Ausfallrate) und Low Quality (bis 30% Ausfallrate) und Non Performing. Dabei sind 24% des unbesicherten Volumens der Kategorie High Quality, 67% Medium Quality und 9% Low Quality zugeordnet. Weiterhin sind 6% des gesamten Risikovolumens Non-Performing. Die Besicherungsquoten entlang der Ratingkategorien sind 69% für High Quality, 65% für Medium Quality, 50% für Low Quality und 47% für Non- Performing (inklusive Risikovorsorge). Die Steuerung der Länderrisiken erfolgt über die Messung, Beurteilung und Limitierung von relevanten Konzentrationen. Ausgehend von Länderrisikoprofilen und maximalen Konzentrationsvorgaben werden Strukturlimits abgeleitet, die das Risiko präventiv beschränken und steuern. Darüber hinaus wird die Entwicklung von Länderrisiken laufend verfolgt und regelmäßig berichtet. Es liegen keine herausgehobenen Länderkonzentrationen vor. Länderrisiken bestehen ausschließlich in entwickelten Ländern im Ratingbereich "Investment Grade". 2.6.3. Portfoliosteuerung Die AB quantifiziert das Adressrisiko anhand von Kreditportfoliomodellen, mit denen die Verlustverteilung eines Kreditportfolios ermittelt wird. Die Steuerung folgt einem integrierten Ansatz, der unter anderem Besicherungsquoten und die Entwicklung der Risikomasse berücksichtigt. Die Bereitstellung von Sicherheiten seitens des Kunden stellt dabei für die AB eine besonders wichtige Möglichkeit dar, das zugrundeliegende Risiko zu reduzieren. Die Quantifizierung des Adressrisikos im Kundengeschäft erfolgt unter Verwendung eines Simulationsmodells, das auf den methodischen Ansätzen von CreditPortfolioView und CreditRisk+ basiert. Ausgehend von Migrationsmatrizen und Branchenparametern wird eine Verteilung von Wertänderungen der Kreditrisikoprämien auf Portfolioebene simuliert, die den Einfluss von möglichen Ausfallereignissen sowie Ratingmigrationen reflektiert. Somit werden sowohl das Ausfallrisiko als auch das Migrationsrisiko ermittelt. Aus der simulierten Verteilung wird das Quantil zu einem Konfidenzniveau von 99,9% bestimmt. Der Abstand zwischen dem Quantil und dem Erwartungswert der Verteilung wird als Credit-Value-at-Risk (CVaR) bezeichnet und entspricht inhaltlich dem unerwarteten Verlust. Dieser beziffert insbesondere Konzentrationsrisiken in den Branchen AS und RE, die aufgrund des Geschäftsmodells bestehen und bewusst eingegangen werden. Die AB stützt sich auf Ratingmodule der parcIT GmbH, der Rating Service Unit GmbH & Co. KG sowie von CredaRate Solutions GmbH mit den entsprechenden Masterskalen. Für das Eigengeschäft wird ein auf der Methodologie von CreditMetrics basiertes Kreditportfoliomodell eingesetzt. Hierbei wird ebenfalls das Konfidenzniveau von 99,9% verwendet. Die Quantifizierung der Adressrisiken mittels der Value-at-Risk-Ansätze wird ergänzt durch Sensitivitätsanalysen, Stresstests und umfassende Validierungsaktivitäten. Durch Integration von Stresstest-Ergebnissen und Berücksichtigung von Signalen aus dem Frühwarnindikatoren-System kann etwaiger Handlungsbedarf rechtzeitig identifiziert werden. Zudem begrenzen Strukturlimite Risikokonzentrationen im Adressrisiko. 2.6.4. Risikovorsorge Für ausgefallene Kredite bildet die AB Einzelwertberichtigungen, die den erwarteten Verlust, nach Berücksichtigung von Szenarien und erwarteten Erlösen aus der Verwertung von Sicherheiten, abdecken sollen. Dem latenten Kreditrisiko des Forderungsportfolios trägt die AB durch Bildung von Pauschalwertberichtigungen Rechnung. Zum 31. Dezember 2024 hat die AB Einzelwertberichtigungen in Summe von TEUR 51.605 (VJ: TEUR 49.701) im Bestand. Die Pauschalwertberichtigung sowie §340f HGB-Vorsorgereserven betragen zum 31. Dezember 2024 TEUR 60.292 (VJ: TEUR 57.140). Die Rückstellungen im Kreditgeschäft für unwiderrufliche Kreditzusagen und Eventualverbindlichkeiten belaufen sich auf TEUR 3.867 (VJ: TEUR 3.549). Die Ermittlung erfolgt gemäß den Vorschriften des Expected Credit Loss für Stage 1 und 2 nach IFRS 9 und wird gemäß IDW RS BFA 7 Tz. 4.3 für den Jahresabschluss gebildet. 2.6.5. Berichterstattung und Limitauslastung Die Geschäftsführung wird quartalsweise im Rahmen des Gesamtrisikoberichtes ausführlich über das bestehende Adressausfallrisiko informiert. In diesem Bericht werden unter anderem der erwartete und der unerwartete Verlust sowie die Portfolio- und Besicherungsstruktur analysiert, die zugehörigen Limit-Auslastungen berichtet, Risikokonzentrationen erläutert und entsprechende Empfehlungen für die Steuerung der Risiken gegeben. Zudem werden auch Auswirkungen von ESG-Risikotreibern auf die Risikosituation der Bank dargestellt. Zum Stichtag 31.12.2024 betrug die Limit-Auslastung des Adressausfallrisiko im Kundengeschäft in der ökonomischen Perspektive 66% des zugehörigen Limits von TEUR 250.000. Zum Vorjahresende betrug die Limit-Auslastung des Adressausfallrisiko im Kundengeschäft 74% des Gesamtlimits von TEUR 250.000. Die Limit-Auslastung für das Adressausfallrisiko im Eigengeschäft betrug 56% (VJ: 58%) des zugehörigen Limits von TEUR 2.500 (VJ: TEUR 3.000). In der normativen Perspektive lag die Limit-Auslastung für das regulatorische Kreditrisiko zum Stichtag bei 76% sowie in den Projektionen 2025 bis 2027 bei maximal 83% (Limit: TEUR 440.000). 2.7. Marktrisiko 2.7.1. Risikodefinition Das Marktrisiko ist die Gefahr, die sich durch Veränderungen des Marktwertes oder anderer preisbildender Faktoren wie Zinsen, Währungen, Spreads oder Volatilitäten ergibt. Die AB ist ein Nicht-Handelsbuchinstitut. Die geschäfts- und risikostrategische Ausrichtung sieht derzeit keinen Abschluss von Handelsbuchgeschäften vor. Marktrisikopositionen werden durch die überwiegende fristen- und strukturkongruente Refinanzierung der Kreditgeschäfte weitestgehend reduziert und nur im Anlagebuch in geringem Umfang eingegangen. Derzeit umfasst das Marktrisiko der AB das allgemeine Zinsänderungsrisiko, das Fremdwährungsrisiko sowie das Credit-Spread-Risiko. Die Marktpreisrisiken der AB sind mit regulatorischen Eigenmitteln (RWA) nur dann zu unterlegen, wenn die Netto-Fremdwährungspositionen (infolge der Akkumulation der FX- Margins) die regulatorische Schwelle von 2% übersteigen. Zum Jahresende wurde die Schwelle nicht überschritten. 2.7.2. Risikosteuerung und Modellierung Die AB betreibt keine Rohstoff- oder Aktiengeschäfte. Aus diesem Grund bestehen hier keine Risiken. Die AB betreibt Geschäfte in US-Dollar, die weitestgehend durch entsprechende Gegengeschäfte sowohl laufzeit-, währungs- als auch strukturkongruent geschlossen werden. Eine Ausnahme bildet die Marge bei Geschäften in US-Dollar. Allgemeine Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch entstehen durch das Eingehen von Geschäften mit unterschiedlicher Zinsbindungsdauer oder unterschiedlicher Reagibilität auf Zinsveränderungen. Aus den von der AB gehaltenen verzinslichen Wertpapieren (Depot A) kann darüber hinaus ein Credit-Spread-induziertes Bewertungsrisiko entstehen. Zinsänderungsrisiken werden mit Hilfe von Zinsbindungsbilanzen bestimmt und überwacht. Offene Festzinspositionen werden in der Regel entweder über fristen- und strukturkongruente Gegengeschäfte geschlossen oder das daraus resultierende Zinsänderungsrisiko wird über Derivate (Zinsswaps) abgesichert. Bei diesen nicht börsennotierte OTC-Derivaten handelt es sich ausschließlich um Intercompany-Geschäfte mit der Konzernmutter Airbus SE, die dem Nichthandelsbestand zugeordnet sind. Zur Quantifizierung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos im Anlagebuch verwendet die AB eine historische Simulation. Dabei handelt es sich um Verfahren, welches mittels empirischer Verteilungen der Risikofaktoren eine Verteilung der Portfoliowertveränderungen simuliert. Der Risikowert wird dabei als ein Quantil aus dieser Verteilung hergeleitet. Zudem werden die barwertigen und periodischen Supervisory Outlier Tests ermittelt. Die AB ist in beiden Perspektiven kein Institut mit erhöhtem Zinsänderungsrisiko. Das Credit-Spread-Risiko wird mittels eines an das CreditMetrics-Modell angelehnten Kreditportfoliomodells über eine Monte-Carlo-Simulation bestimmt. Zudem wird ein periodischer Risikowert ermittelt, um eventuelle Risiken für die Ertragslage zu identifizieren. Das wechselkursinduzierte Margenrisiko wird über ein Value-at-Risk-Verfahren auf Basis historischer EUR/USD-Wechselkursveränderungen gemessen. Alle für die Quantifizierung des Marktrisikos benötigten relevanten Daten und Annahmen werden mindestens einmal im Jahr regelmäßig oder anlassbezogen einer Validierung unterzogen. 2.7.3. Berichterstattung und Limitauslastung Die Berichterstattung für die Marktrisiken findet im Rahmen des quartalsweisen Gesamtrisikoberichts statt. Zum Stichtag bestand eine Limit-Auslastung des Marktrisikos in Höhe von 69%. Diese resultiert aus folgenden Auslastungen der Sublimite: für das allgemeine Zinsänderungsrisikos betrug die Auslastung 64% (VJ: 102%) bei einem Limit von TEUR 7.500 (VJ: TEUR 5.000), für das Credit-Spread-Risiko von 94% (VJ: 48%) bei einem Gesamtlimit von TEUR 1.500 (VJ: TEUR 1.500) sowie für das Fremdwährungsrisikos von 69% (VJ: 58%) bei einem Gesamtlimit von TEUR 20.000 (VJ: TEUR 20.000). 2.8. Liquiditätsrisiko 2.8.1. Risikodefinition Liquiditätsrisiken entstehen insbesondere aus der potentiellen Gefahr, Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht oder nur zu wirtschaftlich nachteiligen Konditionen erfüllen zu können. Entsprechend lässt sich das Liquiditätsrisiko der Airbus Bank im Wesentlichen in die folgenden Ausprägungen unterteilen:
2.8.2. Risikosteuerung und Modellierung Die operative Überwachung und Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgen durch den Bereich Treasury. Darüber hinaus überwacht unabhängig der Bereich Risikocontrolling das Liquiditätsrisiko der AB. Auf wöchentlicher Basis findet im Rahmen des "Liquidity Update" eine operative Diskussion und Abstimmung zwischen Treasury, Markt/Vertrieb, Risikocontrolling sowie der Geschäftsführung über die operative Liquiditätssteuerung statt. Thematisiert werden erwartete Mittelab- und -zuflüsse sowie aktuelle Marktinformationen, sofern relevant für die Liquiditätssteuerung. Auf dieser Basis werden Entscheidungen bzgl. der Aufnahme von Refinanzierungsmitteln sowie hinsichtlich der Konditionsgestaltung getroffen. Dies stellt zusammen mit den aktuellen Bankkontensalden die Grundlage der wöchentlichen Disposition dar. Da das Zahlungsunfähigkeitsrisiko aufgrund seiner Eigenart nicht sinnvoll durch das Risikodeckungspotenzial begrenzt werden kann, wird dieses nicht in der Risikotragfähigkeitsrechnung berücksichtigt. Die Risikoüberwachung seitens Risikocontrolling erfolgt im Rahmen wöchentlicher und monatlicher Liquiditätsrisikoberichte, welche die Liquiditätssituation der Bank über verschiedene Betrachtungshorizonte darstellen und eine Auswertung der festgelegten Limite und Frühwarnindikatoren enthalten. Zum Ultimo Dezember 2024 waren sämtliche Limite für das Liquiditätsrisiko eingehalten. Die Überwachung, Messung und Prognose der regulatorischen Liquiditätskennzahlen LCR und der Net Stable Funding Ratio (NSFR) ist in die Liquiditätssteuerung der Normativen Perspektive integriert. Zur Steuerung des Liquiditätsrisikos nutzt die AB eine detaillierte währungsreine sowie währungsübergreifende Liquiditätsablaufbilanz, in der die Salden der deterministischen und modellierten Zahlungsströme analysiert werden. Die Angemessenheit der Liquiditätsausstattung wird unter anderem auf der Basis einer Liquiditätsablaufbilanz und deren Vergleich mit dem Liquiditätsdeckungspotenzial der AB bewertet. Das Rahmenwerk für die Identifikation, Messung, Steuerung, Überwachung und das Reporting der Liquiditätsrisiken ist in der ILAAP-Richtlinie der AB festgelegt. Wesentliches Element der Liquiditätsrisiko- und Liquiditätsspreadrisikoüberwachung sind zudem verschiedene Stresstests, die dazu dienen, der Liquiditätssituation der AB unter Annahme möglicher negativer zukünftiger Entwicklungen zu beurteilen. Das Liquiditätsspreadrisiko wird über den barwertigen Refinanzierungsschaden gemessen. Dabei werden die zum Referenzzeitpunkt bestehenden Liquiditäts-Gaps im Rahmen der Messung fiktiv geschlossen, die dafür zu berücksichtigenden barwertigen Aufwände bzw. Erträge werden mit den zum Referenzzeitpunkt bestehenden Niveau sowie mit allen in der Historie beobachteten Veränderungen der Funding- und Wiederanlagespreads ermittelt. Auf diese Weise wird zu jeder historischen Veränderung des Funding- und Wiederanlagespreads der barwertige Refinanzierungsschaden ermittelt. Das 99,9%-Quantil dieser Zeitreihe stellt den zu berücksichtigenden Risikowert dar. Zur Risikosteuerung werden für das Liquiditätsspreadrisiko die Eigenkapitalanforderungen in der ökonomischen Perspektive ermittelt. Das Risiko wird im Rahmen der bestehenden Risikolimitstrategie nach der Ampellogik limitiert. Alle für die Quantifizierung des Liquiditätsrisikos benötigten Daten und Annahmen werden mindestens einmal im Jahr (bzw. anlassbezogen) einer Validierung unterzogen. 2.8.3. Berichterstattung und Limitauslastung Die Berichterstattung für das Liquiditätsrisiko findet sowohl wöchentlich, monatlich als auch im Rahmen des quartalsweisen Gesamtrisikoberichts statt. Darüber hinaus wird wöchentlich im Rahmen des Liquidity Updates über anstehende Refinanzierungstätigkeiten der Bank berichtet und entschieden. Im gesamten Geschäftsjahr ergaben sich keine Liquiditätsengpässe. Das Liquiditätsdeckungspotenzial ist jederzeit ausreichend, um Unterdeckungen in den Liquiditätsablaufbilanzen sowohl im Standardszenario als auch in allen Risikoszenarien für den gesamten Risikohorizont zu decken. Für die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit kann die AB auf mehrere Quellen zurückgreifen. Neben der von der Airbus SE gewährten EUR- bzw. USD-Linie in Höhe von insgesamt TEUR 2.700.000 (Auslastung 61%), bestehen ein freies Tenderpotential bei der Deutschen Bundesbank von TEUR 134.900 sowie widerrufliche Interbanklinien über TEUR 105.000 (teilweise mündlich zugesagt) zum Jahresultimo. Hieraus ergibt sich, nach konservativer Berücksichtigung von Abzugsposten, zum Bilanzstichtag ein ausreichendes Liquiditätsdeckungspotenzial i.H.v. TEUR 1.192.499. Die Auslastung der Refinanzierungslinien wird wöchentlich berichtet. Für den Fall der Identifikation einer nicht-adäquaten Liquiditätsausstattung hat die AB einen Liquiditätsnotfallplan definiert, in dem Kommunikationswege sowie Notfallmaßnahmen festgelegt sind. Zum Stichtag betrug der Risikowert des Liquiditätsspreadrisikos TEUR 3.334 (VJ: TEUR 2.070) bei einem Limit von TEUR 4.500 (VJ: TEUR 3.500), was einer Auslastung von 74% entspricht (VJ: 59%). 2.9. Operationelle Risiken 2.9.1. Risikodefinition Operationelles Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Mit Systemen sind neben IT-System z.B. auch weitere technische Systeme gemeint. Zudem schließt diese Definition Rechtsrisiken und betrügerische Handlungen ein. IKT-Risiken werden als Risikoartenübergreifende Risikotreiber berücksichtigt. Dabei werden insb. Risiken mit Bezug zu Informationssicherheit (inklusive Cyberrisiko), IKT-Drittparteienmanagement, sowie Business Continuity Management subsumiert. Gleichzeitig kann das IKT-Risiko auf weitere operationelle Risiken wirken. 2.9.2. Risikosteuerung Die organisatorische Ausgestaltung des OpRisk-Managements vereint zentrale und dezentrale Elemente. Die grundsätzliche Verantwortung für das Management der operationellen Risiken liegt bei allen Abteilungen der AB bzw. bei jedem einzelnen Mitarbeiter. Die Koordination erfolgt durch den Bereich Risikocontrolling, der als zentraler Ansprechpartner fungiert. Im Rahmen der Risikoinventur sollen operationelle Risiken systematisch erhoben, analysiert und bewertet werden. Die identifizierten kritischen operationellen Risiken werden durch entsprechende Gegenmaßnahmen reduziert. Zur Messung und Unterlegung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen für operationelle Risiken verwendete die AB bis Ende 2024 den Basisindikatoransatz (BIA). Zur Messung der ökonomischen Kapitalunterlegung reduziert die AB die vorhandene Risikodeckungsmasse um den Betrag, der sich aufsichtsrechtlich aus dem BIA ergibt. Eingetretene Schadensfälle werden in der bankeigenen Schadensfalldatenbank erfasst und analysiert. Zudem existiert ein Frühwarnindikator, der auf die Höhe der eingetretenen Schäden abzielt und entsprechend risikosensitiv ist. Aus den Schadensfällen werden Maßnahmen zur zukünftigen Vermeidung von Schäden abgeleitet, welche in regelmäßigen Abständen durch die Riskocontrollingfunktion überwacht werden. Zur Sicherung der Betriebsfortführung im Falle von Prozess- und Systemausfällen existiert des Weiteren ein umfassender Notfallplan, der regelmäßig auf seine Funktionsfähigkeit überprüft wird. Die Bank ist bei der Erbringung von Dienstleistungen auf die Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Informationstechnologie angewiesen. Deshalb hat die Bank verschiedene Notfallszenarien entwickelt, die zur Überbrückung von Systemausfällen dienen. Rechenzentrumsdienstleistungen für die Bank werden von der Atruvia AG, Karlsruhe und Münster, erbracht. 2.9.3. Berichterstattung und Limitauslastung Operationelle Risiken sind Bestandteil des quartalsweise erstellten Gesamtrisikoberichts. Über ein Ad-hoc-Reporting wird zudem sichergestellt, dass materielle Schadensfälle unverzüglich der Geschäftsführung berichtet werden. Zum 31.12.2024 betrug die Auslastung des operationellen Risikolimits mittels des BIA rechnerische 89% (VJ: 74%) des Gesamtlimits von TEUR 15.000 (VJ: TEUR 14.000). Die tatsächlichen Schadensummen sind wesentlich geringer als der sich aus dem BIA induzierte Wert und bewegen sich akkumuliert über das Jahr 2024 bei ca. TEUR 507. 2.10. Zusammenfassende Darstellung der Risikolage Zu allen Berichtsstichtagen des Jahres 2024 war die Risikotragfähigkeit der AB sichergestellt. Zum Jahresende 2024 waren 52% des Risikodeckungspotentials in der ökonomischen und 75% in der normativen Perspektive ausgelastet. Im Risikodeckungspotential wurde ein Managementpuffer in Höhe von TEUR 50.000 von den Eigenmitteln abgezogen. Alle aufsichtsrechtlichen Kennzahlen wurden im Jahr 2024 durchgängig eingehalten. Die Zahlungsfähigkeit der AB war im Berichtszeitraum durchgängig gegeben. Bestandsgefährdende Risiken liegen nicht vor. Die Marktposition als Tochter der Airbus SE sowie die hohe Kapitalisierung versetzt die AB in die Lage, selektive Geschäftsopportunitäten auch in schwierigen Marktphasen zu nutzen und somit ein ausgewogenes und nachhaltiges Verhältnis zwischen Chance und Risiko herbeizuführen.
München, den 18. März 2025 Airbus Bank GmbH Die Geschäftsführung Christian Unrath Jürgen Wienes |
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